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[RPG] Schreibthread Team Safran (Nur für Teilnehmer!) #2

  1. #1 Reply With Quote
    Answinistin  Ankou's Avatar
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    Feb 2005
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    Mein liebes Team Safran,
    so, das Spiel soll beginnen! Ich freue mich und ich hoffe, ihr freut euch ebenso und wir erleben eine interessante Geschichte mit tollen Posts.
    Ihr habt bis zum 20.Dezember Zeit, eure Geschichte zu schreiben.
    Zum Absprechen untereinander könnt ihr gerne einen Thread hier aufmachen, bedenkt aber, dass die andere Gruppe dann mitlesen kann. Klüger wäre es vielleicht, ihr tauscht noch schnell Messenger-Adressen aus oder schnackt euch per PN ab.
    Unten in den Regeln steht nochmal, dass ihr auch gerne Bilder eurer Charaktere einfügen könnt.

    In diesem Sinne wünsche ich euch sehr viel Spaß - nicht nur beim Weiterführen der Geschichte, sondern auch bei dem Erlebnis kreativ in der Gruppe zu arbeiten.
    Viel Glück,
    Ankou.


    ---------------------------------------------------------------------------------------------

    Das Regelwerk:


    1. Es gelten sämtliche Forenregeln. Nichtbeachten kann eine Disqualifikation eines Schreibers, eines Teams oder sogar eine Sperre bzw. einen Bann nach sich ziehen.
    2. Abschreiben, Ideenklau und teamübergreiffende Absprachen jeglicher Art sind verboten und führen sofort zu einer Disqualifikation des gesamten Teams.
    3. Anweisungen von Administratoren und Moderatoren sind unbedingt Folge zu leisten.
    4. Die Entscheidungen von Juroren oder Forenmitarbeitern sind zunächst unantastbar. Wenn sich jemand schlecht oder ungerecht behandelt fühlt, bitte eine PN an mich, vorher aber dennoch den Anweisungen folgen.
    5. Jeder Post muss mindestens 20 Zeilen haben.
    6. Doppelposts sind verboten.
    7. Die Vorgeschichte ist unabänderlich. Sie beinhaltet die Grundlage um vernünftig bewerten zu können. Lediglich Ergänzungen sind möglich.
    8. Namen von gegebenen Personen und Orten müssen beibehalten werden.
    9. Änderungen des Charakterprofils sind nach Beginn des Wettbewerbs unmöglich.
    10. Die Befehle "<IN>" und "<OUT>" dürfen benutzt werden um Erläuterungen oder Anfangs auch Chrakteraussehen und Waffenaussehen (auch gerne mit Bildern) zu erläutern, dabei gilt: <IN> - Alles fließt in die Bewertung mit ein und gilt als Storyfortsetzung.
    <OUT> - Geschriebenes ist für die Bewertung belanglos und ist als eine Art Fußnote anzusehen.
    11. Jedes Teammitglied muss eingebunden werden und selber Abschnitte der Geschichte schreiben.
    Ankou is offline Last edited by Ankou; 17.10.2010 at 00:28.

  2. #2 Reply With Quote
    Answinistin  Ankou's Avatar
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    Feb 2005
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    Hier die SCs:

    Spielerin: Antigone

    Name: Alidja "Ali" Benasserat
    Alter: 24
    Geschlecht: weiblich
    Klasse: Kämpferin
    Beruf: Priesterin / Tempelwache
    Waffe: Kampfstab (2 Meter)
    Rüstung: Rüstung des Klosters (weißes, hüftlanges Hemd, Lederbrustharnisch, Lederhose, Lederstiefel, Lederarmschoner, weißes Kopftuch mit Mundschutz)
    Stärken: Akrobatik (springen, klettern, dehnbare Gelenke und Sehnen)
    Schwächen: Angst in Höhlen, spricht oft ohne nachzudenken,

    Beschreibung:
    Alidja ist ungefähr ein Meter 72 groß und 65 Kilogramm schwer. Sie trägt ihr schwarzes Haar kurz geschnitten und meist steht es wuschelig in alle Richtungen ab, sofern es nicht unter ihrem Kopftuch verborgen ist. Unter ihren großen braunen Augen an den Wangen wurden nach unten zeigende, schwarze Halbmonde tattoowiert. Alidja's eher burschikose Figur erlaubt es ihr sich auch als junger Mann auszugeben, wenn es die Situation erfordert.

    Geschichte:
    Alidja wurde als dritte Tochter einer Nomadenfamilie geboren und verbrachte die ersten Jahre ihres Lebens in der Wüste. Bei einem Überfall auf den Stamm wurden die meisten ihrer Familienmitglieder und Freunde getötet. Nur sie selbst und einer der Wüstenkrieger überlebten den Überfall und der Krieger brachte das acht jährige Mädchen nach Sab, wo er sie in ein Kloster brachte, da er nicht für sie sorgen konnte.
    Dort wurde Alidja zur Priesterin ausgebildet und in die geheimen Mysterien eingeführt. Ebenso lernte sie zu kämpfen, da sie sich dafür äußerst talentiert zeigte um, nach ihrer Priesterweihe als eine der Tempelwächterinnen eingesetzt wurde.
    Kurz vor ihrem 25. Geburtstag bekam das Kloster einen Brief von Eslam al-Alam, der um Hilfe für den Kalifen bat und so wurde von der Hohepriesterin Alidja als Abgesandte des Klosters auserwählt.
    Spieler: Keldrin

    Name: Rashid ibn Saman
    Alter: 42
    Geschlecht: männlich
    Klasse: Krieger
    Beruf: Soldat
    Waffe: Ein Krumschwert, welches er in einer Scheide an der Seite trägt. Drei Wurfspeere, die in einem extra dafür angefertigten röhrenförmigen, oben geöffneten Lederbehälter befinden, sodass die metallenen Spitzen herausragen. Dieser Behälter ist an einen Haltegurt gebunden sodass Rashid den Behälter wie einen Rucksack auf dem Rücken Tragen kann. Ein Dolch, der in seinem Stiefel versteckt ist.
    Magie: -
    Rüstung: Waffenrock der bis zu den Knien reicht. Untergewand aus Leinen. Dazu ein paar lederne Stiefel. Weiterhin besitzt er einen Rucksack, indem er einen bräunlichen Mantel mit sich führt, sowie zwei mit Leder umwickelte Eisenflaschen für Wasser und ein Rasiermesser. Außerdem hat er normalerweise Proviant für einige Tage in diesem Rucksack.
    Stärken (Charakter): Entschlussfreudig. Loyal bis zur Selbstaufgabe. Durchaus intelligent. Großes Vertrauen in eigene Stärke.
    Stärken (Fertigkeiten): Sehr erfahrener Schwertkämpfer, kennt alle sauberen und unsauberen Tricks, sticht selbst unter anderen adligen Schwertkämpfern hervor. Körperlich in gutem Zustand. Außergewöhnlich schnelle Reflexe. Sehr leidensfähig und ausdauernd. Strategisch bewandert.
    Schwächen (Charakter): Chauvinistisch, überzeugt davon das er so gut wie immer die richtige Entscheidung trifft. Äußerst eigenwillig. Hang zur Ironie. Schwermütig. Seine tiefe Religiosität führt zu einem leicht beschränkten Weltbild.
    Schwächen (Fertigkeiten): Schlechter Reiter. Keine Erfahrung im Bogenschießen. Kein guter Orientierungssinn.

    Beschreibung:
    Rashid ist kein außergewöhnlich großer Mann, er überragt nur wenige seiner Zeitgenossen. Der Krieger ist auch nicht außergewöhnlich muskulös, doch er auch kaum ein Gramm fett am Leib, da er in seinem Leben jeglichen Versuchungen wie süßen Speisen, Alkohol oder ähnlichem Fern geblieben ist. Auch sein Gesicht ist geprägt von den vielen Jahren Askese körperlicher Ertüchtigung und den Schrecken des Krieges. Seine eigentlich warmen braunen Augen blicken meist finster drein, etwas zu viele Sorgenfalten haben sich binnen der letzten Jahre in seine Züge gegraben und da er praktisch keine Fettpolster besitzt, sieht er mindestens genauso alt aus, wie er ist. Seinen Haarschopf trägt er meist schulterlang, die schwarzen, glatten Haare hindert er mit einem schwarzen Band davon ab, in sein Gesicht zu fallen. Sein Bart ist voll aber nicht besonders lang. Der Bewegungsablauf Rahsids wirkt geschmeidig und bedacht, er neigt nicht zu hektischen Bewegungen.

    Geschichte:
    Saman ibn Ali, Rashids Vater diente dem Kalifat als wenig bedeutender doch treuer Adliger mit einem kleinen Stück fruchtbaren Land im Nordosten des Kalifats, so wie sein Vater vor ihm und sein Sohn nach ihm. Rashid wuchs im relativ behüteten Umfeld dieses abgelegenen Landsitzes auf, bloß umgeben von seiner von seiner liebenden Mutter und einigen wenigen Bediensteten, welche den bescheidenen Landsitz seines Vaters pflegten. Sein Vater war die meiste Zeit auf Reisen und zeugte keine weiteren Nachkommen, was Rashid zum direkten Erben des Titels seines Vaters machte. Das Verhältnis zu seinem Vater war jedoch eher von Pflichtgefühl geprägt, denn von ehrlicher Zuneigung, da Ali sehr viel Zeit am Hof des Kalifen verbrachte dem er mit fanatischer Treue diente. Ganz im Gegensatz dazu war Rashid seiner Mutter in tiefer Liebe und Ehrerbietung verbunden, Yasmin sollte als starke Frau in seiner Erinnerung bleiben, die ihre Pflichten gewissenhaft erfüllte und mit erhabener Leichtigkeit die Geschäfte seines Vaters auf dem Landsitz weiterführte, wenn dieser am Hof des Kalifen weilte. Eine Vaterfigur trat erst in das Leben des jungen Edelmanns, als verfügt wurde, dass er mit gerade einmal dreizehn Jahren zum Krieger ausgebildet werden sollte. An seine nächsten Lebensjahre erinnert sich der Krieger nur noch vage, sie bleiben ihm für immer als wabernde Mischung aus Schmerzen, Schweiß, Blut und Tränen im Gedächtnis. Ganz klar umrissen bleibt für ihn hingegen die Figur seines Lehrmeisters Hassan, welcher ein Alter Kampfgefährte seines Vaters war, dieser drillte ihn bis zur absoluten Erschöpfung, überforderte ihn ganz bewusst und bestrafte jedes Zeichen von Resignation mit unerbittlicher Härte. Obwohl Rashid ein sehr talentierte und williger Schüler war, schien es nie gut genug zu sein um Hassan vollauf zu befriedigen. Erst mit dem Abstand vieler Jahre war der inzwischen gereifte Rashid zu der Einsicht gekommen, dass dies lediglich eine Fassade Hassans, sowie Teil der Ausbildung war. Trotzdem war es Hassan der die Vaterstelle für Rashid ausfüllte, da er nicht nur ein harter Schleifer sein konnte, sondern auch ein erstaunlich scharfsinniger Philosoph, welcher dem jungen Rashid ein ums andere Mal den Blick auf die Welt zurechtrückte. Außerdem war sein Lehrmeister ein tief gläubiger Mann, womit er genau Rashids Nerv traf, welcher die Antworten auf die vielen Fragen die ihm als Jugendlichem durch den Kopf in seinem Glauben an Gott fand. Die Jahre flogen vorüber und just als der junge Adlige die Schwelle zum Mannesalter, welche im allgemeinen bei zwanzig Jahren gesehen wurde, überschritten hatte, starb sein Vater im Kampf gegen eine Gruppe von Aufständischen welche die Unabhängigkeit eines kleinen Teils des Reiches gefordert hatten. Plötzlich war es an Rashid, die Geschicke seine Familie weiter zu führen, kurz nach dem Tod seines Vaters ehelichte er eine junge Frau namens Jasminda, jüngste Tochter eines ebenfalls eher unbedeutenden Adelsgeschlechts, also eigentlich keine gute Partie. Der junge Adlige vergötterte diese Frau jedoch und fand die selbe stürmische Zuneigung seitens Jasmindas. Bloß zehn Monate nach ihrer Eheschließung die ein rauschendes Fest gewesen war, gebar seine Frau ihm einen kleinen Jungen, Yussuf ibn Rashid. Yussuf kam an Rashids dreiundzwanzigsten Geburtstag zur Welt. Wenige Tage später verstarb Rashids Mutter, doch er hatte kaum Zeit ihren Verlust angemessen zu betrauern, denn der ewig schwelende Konflikt mit dem Kalifat Ta`sah flackerte erneut auf und Rashid musste auch in dieser Hinsicht in die Fußstapfen seines Vaters treten und gegen die Feinde seines Kalifen in den Krieg ziehen. Der junge Adlige stellte sich als furioser Schwertkämpfer mit einem guten Gespür für Taktik heraus und stieg schnell in der Achtung seiner Männer. Da er jedoch nicht aus einer besonders bedeutenden Familie stammte und auch keine Ambitionen hegte, brachte er es nie über den Rang eines Hauptmanns hinaus und kommandierte allerhöchstens kleine Teile von Streitkräften. Nach wenigen Monaten kam der Krieg mit Ta`sah fast zum erliegen, wurde von beiden Seiten nur noch lustlos weitergeführt und plätscherte die nächsten fast zwanzig Jahre vor sich hin. Rashid wurde älter, focht viele Kämpfe im Namen des Kalifen und verpasste wie sein Vater vor ihm fast das gesamte Leben seines einzigen Sohnes. Wenigstens das Verhältnis zu seiner Frau blieb von tiefer Liebe geprägt, doch einen echten Draht zu seinem Sohn konnte auch Rashid nicht entwickeln, was ihn über die Jahre immer mehr frustrierte. Schließlich, Rashid war gerade 42 geworden, der Krieg gegen Ta`sah stand sehr schlecht da der Kalif seit Monaten gesundheitlich angeschlagen war und die Amtsgeschäfte an die Sultane übergeben hatte, legte sich ein weiterer Schatten auf das Leben des Kriegers. Jasminda wurde krank, lag nach vier Wochen Krankheit im Sterben, doch verstarb nicht. Sie verblieb in einem seltsamen Schwebezustand zwischen Leben und Tod. Rashid hoffte und bangte, doch keiner der Ärzte konnte seiner Frau helfen. Dann schließlich, es war einer dieser Tage an dem Rashid sicher war, dass Jasminda das Licht des nächsten Tages nicht mehr sehen würde, bekam er eine Botschaft aus Siman direkt aus dem Palast des Kalifen. Er habe sich unverzüglich dort einzufinden, der Grund würde ihm vor Ort mitgeteilt. Widerwillig und schweren Herzen machte sich der in die Jahre gekommene Adlige auf den Weg und übertrug seinem Sohn Yussuf die Verantwortung für dessen Mutter, er befürchtete, dass er seine Frau niemals wieder sehen würde.
    Spieler: Súri

    Name:
    Sirah
    Alter:
    24
    Geschlecht:
    Weiblich
    Klasse:
    Bogenschützin
    Beruf:
    Jägerin
    Waffe:
    verstärkter Langbogen
    Dolch
    Kurzschwert
    Rüstung:
    Lederüstung (ähnlich der Trojanischen Rüstung), Umhang aus Wildleder
    Stärken:
    mutig, kann sich gut aus schwierigen Situatilonen raushelfen, geschickt, freundlich, offen;
    Schwächen:
    leicht reizbar, teilweise vorurteilhaft, mistrauisch, zeitweiße etwas stürmisch, vergisst auch gerne mal die welt um sie herum;

    Beschreibung:
    Sirah lebt alleine in einer Art Hütte am Rande eines Dorfes, die bewohner schätzen sie. Sie ist ungefähr 1,75 groß, hat nußbraunes langes Haar und blaue Augen. Ihr Profil ist eher schlank, obwohl sie beinahe täglich mit Fleisch handhabt hat sie eher eine abneigung dagegen, sie ist es zwar aber sie macht sich lieber mal eine Kräutersuppe.

    Geschichte:
    Sirah wuchs gänzlich ohne Eltern auf, ein Familienleben kannte sie nie. Als Kind musste sie sich ständig selber durchschlagen, meist als Diebin aber auch manchmal durch irgendwelche Arbeit die sie in ihrem Alter schon erledigen konnte. mit 14 wurde sie erwischt und auf Grund ihrer hohen Geschicklichkeit in die Armee des Königs bzw. zu den Rekruten geschickt, nachdem sie mit dem Schwert gänzlich versagte wurde sie zu den Schützen gebracht, mit dem Bogen traf sie jedes noch so schweres Ziel, naja fast jedes. In kürzester Zeit hatte sie sich zu einer Veteranin unter den Truppen des Königs hochgearbeitet. (Sie holte später auch noch etwas training mit dem Schwert nach, da sie nun stark genug war) Mit 18 musste sie in der ersten Schlacht kämpfen, die Truppen kamen in einen Hinterhalt, schnell hatte sie die Lage erkannt und war, während die anderen noch kämpften in den Wald geflohen, da es hofffnungslos gewesen wäre zu kämpfen. In Wut und Trauer um ihre Freunde versunken wurde ihr klar das sie nicht mehr zurückkehren konnte und wollte. Für den König war sie nun tot! Sirah suchte sich ein ruhiges plätzchen in einem Dorf das sie nach tagelangen Märschen durch den Wald fand, dort war man sehr freundlich und bot ihr eine lehrstehende Hütte an. Sirah hatt eine neue Heimat gefunden!
    Spieler: LorD AvengeR

    Name: Fuusen, der "Skorpion"
    Alter: 21
    Geschlecht: männlich
    Klasse: Assassin
    Beruf: Assassin
    Waffe: Katana
    Rüstung: einheitlicher, schwarzer Kimono, der weitestgehend an die örtlichen Kleidungsbräuche angepasst ist und bestmögliche Bewegungsfreiheit bietet
    Stärken: Schnelligkeit, fremdartige/unbekannte Kampfkunst, Rücksichtslosigkeit
    Schwächen: Misstrauen, Selbsteingenommenheit, Überheblichkeit, geringes Körpergewicht

    Beschreibung: Fuusen ist mit seinen 1,65 nicht sehr hoch gewachsen und hat auch kein großes Körpervolumen, dafür gestählte, definierte Muskeln. Damit seine helle Hautfarbe und die verengten Augen in der Öffentlichkeit von Siman nicht auffallen, trägt er sein rabenschwarzes Haar lang und tief ins Gesicht hängend, während Kampfhandlungen allerdings zu einem Zopf zurückgebunden. Seine linke Brust weist eine große, mit etwas Fantasie Skorpion-förmige Narbe auf.

    Geschichte: Fuusen erreichte Siman mit einem Alter von 15 Jahren in Begleitung seines kranken Vaters Huy. Die beiden stammten aus einem weit entfernten, fremden Land, in dem die Ärzte Huy vor eine hoffnungslose Diagnose stellten und ihm ein Limit von maximal zwei Jahren setzten. Seinen entschlossenen Sohn mitnehmend zog Huy los um in den Welten hinter dem Horizont nach Hoffnung zu suchen und auch um seine verbliebene Zeit mit Fuusen zu verbringen, dem er noch sämtliches Wissen vermitteln wollte, das in ihrer Familie lag. Fünf Jahre später überquerten sie die Grenze von Siman, womit Huy das Limit der Ärzte seiner Heimat um Längen überschritten hatte. Nichts desto trotz war es ihm und seinem Sohn nicht gelungen ein Heilmittel zu finden und inzwischen war Huy erschöpft, seine Hoffnungen gestorben und sein Wille gebrochen. Als auch die Ärzte in Sab sich nicht zu helfen wussten, beschloss Huy die Reise abzubrechen und seine letzten Wochen in aller Ruhe zu verbringen um seinen Frieden mit sich und der Welt zu machen. Er hatte all das Wissen an seinen Sohn weitergegeben und mit Stolz festgestellt, dass Fuusen es besser zu nutzen wusste, als er selbst je dazu in der Lage gewesen war. Die Reise war nicht unnütz gewesen, sie entpuppte sich als die schönste Zeit seines ausreichend langen Lebens. Vier Tage nach dem Besuch des letzten Sab'ischen Heilers verstarb Huy mit einem friedlichen Ausdruck auf seinem Gesicht, während Fuusens von Wut und Trauer gekennzeichnet war. Er hatte versagt, er hatte seinen Vater nicht retten können. Mit dieser Schuld musste er fortan leben.
    In den nächsten Jahren schlug sich der junge Fuusen völlig auf sich allein gestellt durch und tat alles um zu Überleben. Zu Beginn wurde er oft von den Händlern geschnappt, bei denen er Nahrung stahl und schrecklich verprügelt, vor allem, weil er anders war, doch das spornte ihn nur an. Er wurde besser, besser als jeder andere Langfinger der ganzen Stadt, eins mit dem Schatten, ein schemenhaftes Vorbeihuschen in der Menge von Menschen auf den Straßen der Stadt.
    Im Alter von 17 Jahren wurde er von dem Kriminellen Kharba ibn Modor entdeckt, als er diesen bestehlen wollte. Mit Müh und Not gewann er Fuusen für sich und ließ diesen in seinem Namen Aufträge ausführen. Es dauerte nicht einmal ein Jahr, bis Kharba merkte, dass sein junger Gehilfe für weit nützlichere Dinge einsetzbar war, als das Stehlen...

    Beinahe wäre Fuusen völlig in seinem Dunklen Ich untergegangen, vor dem die Lehren seiner Heimat ihn stets gewarnt hatten, als er bei einem seiner Opfer die Mitteilung des Großwesirs Eslam al-Alam vorfand, die den gesundheitlichen Zustand des Kalifen andeutete, der ohnehin bereits in den Straßen bekannt war, und zu einer geheimen Zusammenkunft einlud. Fuusen war bewusst, dass es nur um den Herrscher gehen konnte, der im Sterben lag, der Kalif wandte sich an die letzten Instanzen, die er in seinen Reihen glaubte.
    Das Schicksal bot ihm die Möglichkeit seinen Fehler wieder gutzumachen, sein Versagen zu negieren. Dieses Mal würde er nicht versagen. Dieses Mal würde er seinen Vater stolz machen.
    Ankou is offline

  3. #3 Reply With Quote
    Answinistin  Ankou's Avatar
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    Die Story:

    Der Kalif Abu Nazir ibn Chadim at-Sab liegt im Sterben, sein einziger Sohn und Thronerbe Kasim ibn Nazir at-Sab ist erst 17, weshalb die Sultane das Reich an seiner statt übernommen haben und zugleich einen alten Krieg mit dem Nachbarkalifat Ta‘sah führen müssen. Der Sultan Zuhal III. hat dabei den Vorsitz im Rat der Sultane.
    Die Truppen des Landes sind demotiviert ob der Dauer des Krieges und des Zustands ihres Kalifen; die Kriegsmüdigkeit im Volk nimmt ebenfalls zu. In besetzten Gebieten regt sich der Wiederstand: Rebellenarmeen formieren sich und drohen das Kalifat von innen heraus zu zerstören während Ağa Hakim ibn Khan al-Malik an-Nasir at-Tromha an der Front eine Niederlage nach der anderen hin nehmen muss.
    In schierer Verzweiflung wendet sich Großwesir Eslam al-Alam an einige Bürgerliche und niedere Adlige, wie auch an den Klerus und stellt eine Gruppe von Menschen zusammen die ein Heilmittel für den Kalifen finden sollen und sich aufgrund ihrer Anonymität innerhalb wie außerhalb des Kalifats unerkannt bewegen können, sollten sie enttarnt werden wäre das Reich dem Untergang geweiht. Ein jeder aus der gruppe erhielt eine Nachricht sich unverzüglich im Palast des Kalifen in der Hauptstadt einzufinden, völlig Ahnungslos erscheinen sie zur genannten Zeit um den Grund ihrer Anwesenheit zu erfahren.


    Erläuterungen:

    Kalif = Oberster Herrscher des Landes, des Kalifats.
    Groß-(Wesir) = Zweiter Mann im Staat, hauptsächlich Ratgeber des Kalifen.
    Sultan = Vertreter des Kalifen in Regierungsangelegenheiten, mehrere Sultanate bilden das Kalifat.
    Abu = Vater
    Ağa = Titel eines Hauptmanns
    ibn = Sohn des
    al-Alam =etwa „der Gelehrte“
    al-Malik an-Nasir = etwa „der siegreiche Herrscher“
    at-… = aus/von <Ort>

    Die Bucht von Aden (Welt):

    [Bild: c28f7440e942192d40ab92dd607082fc.png]
    Siman: Kalifat von Abu Nazir ibn Chadim at-Sab
    Sab: Hauptstadt von Siman
    Tromha: Tempelstadt in Siman
    Ta’sah: Mit Siman verfeindetes Kalifat
    Amhia: Hauptstadt von Ta’sah
    Kabat: Tempelstadt von Ta’sah
    Abn: Friedliches Kalifat im Norden, hauptsächlich von Nomaden bevölkertes Wüstenland
    Dibn: Haupt- und Tempelstadt von Abn.
    al-Inem: Sechs mehr oder minder fruchtbare Inseln die eine Art Kalifat bilden, jedoch keinerlei politische Aktivität zum Festland.
    Inosh: Hauptstadt des al-Inem Inselkalifats

    Die Karte ist nicht urheberrechtlich geschützt und darf von den Teams zum Zwecke des RPGs angepasst werden.
    Ankou is offline

  4. #4 Reply With Quote
    Lehrling Keldrin's Avatar
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    Lärm.
    Lärm war die auffälligste Veränderung, im Vergleich zu seinem ruhigen Landsitz. In der Stadt herrschte sowohl tags als auch nachts ein ständiger Geräuschpegel, hervorgerufen durch die vielen hundert Menschen die in den Straßen ihren Geschäften nachgingen und dabei viel mehr Geräusche ausstießen als notwendig. Direkt darauf folgte der Gestank. Rashid war immer wieder entsetzt, er hielt sogar ein wenig im Schritt inne um sich einen Moment an die widerliche Mischung aus Fäkalien, Schweiß, Rauch und anderen undefinierbaren Gerüchen zu gewöhnen. Er fragte sich warum diese Dinge nie in den zahllosen Gedichten und Sagen erwähnt wurden in denen Sab, die Hauptstadt Simans, Juwel der Wüste und ähnliches genannt wurde. Sab... Juwel der Wüste, Nabel des Kalifats, Zentrum der Bucht von Aden, Schauplatz unzähliger denkwürdiger Momente und Zeuge von Jahrhunderten des Blutvergießens und der Versöhnung.
    Pah. Der in die Jahre gekommene Krieger sah kein Juwel der Wüste egal wohin er auch blickte, er sah lediglich eine übermäßig bevölkerte und völlig absurd geplante Stadt die sich in ihren dutzenden Winkelgassen vor ihm erstreckte und in ihm lediglich den Wunsch weckte, wieder nach Hause zu kommen. Ein Ahnungsloser mochte vielleicht vermuten, dass dieser eher ernüchternde Zustand der Stadt dem lange schwelenden Krieg zuzuschreiben war, doch Rashid ibn Saman hatte zu viele Jahre gesehen um an solche Märchen zu glauben. Alle Städte die er bisher gesehen hatte waren stinkende, lärmige und schreckliche Orte gewesen und Sab bildete hier keine rühmliche Ausnahme. Dabei war die Lage der Stadt nahezu ideal. Im Süden der Stadt lag der Punkt, an welchem sich die beiden größten Flüsse des Kalifats vereinten und ein reger Verkehr von Handelsschiffen traf in Sab ein, wenn sich das Kalifat nicht gerade mit seinem Nachbarn im Krieg befand.
    Rashid schritt nun wieder entschlossener aus, sein Blick wanderte hinfort von den immer gleichen Häusern in denen die meisten Bürger der Stadt hier unten im Handwerkerviertel wohnten, hin zu dem etwas höher gelegenen, doch ohnehin nicht zu übersehenden Palast des Kalifen, zu welchem sein Weg ihn führen sollte.
    Der Palast stand im krassen Widerspruch zu den staubigen Gassen und ärmlichen Hütten in der eigentlichen Stadt. Er stand in Mitten der Stadt, so als wäre Sab um den prächtigen Palast herum entstanden. Das Gebäude war aus weiß verkalktem Stein gebaut, welcher im Licht der Mittagssonne die erbarmungslos auf sie herab schien, funkelte und war ein wahres Wunderwerk der Architekten des Kalifen. Auch der erfahrene Krieger war beim Anblick des Palasts beeindruckt, wenn auch mit einem gewissen Widerwillen, denn Rashid war nicht der Ansicht das es gottgefällig war, wenn die Fürsten des Reiches in zu großem Prunk lebten, während die Menschen in der Stadt Not litten. Er selbst lebte auf seinem abgelegenen Landsitz nur wenig besser als die Bauern die seine wenigen fruchtbaren Felder bestellten.
    Als er sich dem Palast zusehends näherte, richteten sich seine Gedanken wieder auf den Grund, warum er einberufen worden war. Nein, viel eher richteten sie sich auf den Grund, warum er nicht kommen wollte und dem offiziellen Ruf seines Kalifen nur widerwillig gefolgt war. Zum einen war erst vor wenigen Monaten aus dem Kriegsdienst ausgeschieden und hatte keinerlei Interesse wieder seinen Leib und sein Leben zu Markte zu tragen. Über zwanzig Jahre hatte für das Kalifat gefochten, unzählige Kämpfe zu seinen Gunsten entschieden und nicht ein einziges Mal hatte er einen Zweifel daran aufkommen lassen, wem seine Loyalität gehörte. Er war, ohne es freilich so geplant zu haben, in die Fußstapfen seines Vaters getreten und einer der besten Streiter des Kalifats geworden. Doch Rashid hatte genug. Er hatte die Jugend seines eigenen Sohnes ebenso sträflich vernachlässigt wie sein Vater vor ihm und sich nun auch im Streit von diesem Sohn getrennt. Yussuf war ein Freigeist und hatte keinen Respekt vor den Taten seines Vaters, er lehnte den Kampf mit dem Schwert als Durchsetzungsmittel von Interessen ab und hatte ihm schwere Vorwürfe gemacht als er Jasminda in diesem Zustand verlassen hatte um nach Sab zu reisen, dem Ruf seines Kalifen folgend, dem Ruf des Krieges, so zumindest vermutete Rashid. Ein letztes Mal würde er sich der Verantwortung stellen, hatte er beschlossen. Jasminda... sie hatte es verstanden, seine Frau lag im Sterben, so fürchtete er und der Krieger konnte es nicht ertragen sie so zu sehen. Trotzdem plagte ihn nun sein Gewissen.
    Als er den Palast schließlich erreichte, war er fast ein wenig überrascht, er hatte gar nicht gemerkt, dass er sich weiter fortbewegt hatte, so tief war er in seinen Gedanken versunken gewesen. Ein großes, zweiflügliges, hölzernes Tor versperrte ihm den Weg, sowie zwei Wachen die in blau gefärbte Uniformen gewandet waren und Hellebarden trugen.
    „Ah... du bist es, Rashid“, einer der Männer war Jago ibn Nasri ein langjähriger Weggefährte Rashids, der heute zur Leibgarde des Kalifen zählte und er reichte ihm lächelnd die Hand.
    „Jago, gut dich zu sehen...“, Rashid ergriff die Hand und nickte gleichzeitig dem anderen Wächter zu.
    „Die Anderen sind bereits eingetroffen, geh einfach durch die Halle und dann hinauf in das Gemach von Eslam al-Alam in welchem der Wesir auf dich wartet. Gib mir nur rasch deine Waffen, der Wesir wartet auf dich.“
    Der Krieger zog seinen Krummsäbel, reichte ihn Jago, streifte dann seine Haltevorrichtung für die drei Wurfspeere vom Rücken herab und gab sie dem zweiten Wächter.
    „Pass gut auf sie auf“, wies er Jago an. Den Dolch in seinem Stiefel behielt er, eher aus Gewohnheit denn aus Misstrauen.
    „Wird gemacht... ich schätze du kennst den Weg?“
    Den kannte Rashid allerdings. Er schätzte Eslam nicht besonders, hielt ihn für zu ehrgeizig und stur doch seitdem der Kalif erkrankt war, lenkte er mit dem Rat der Sultane die Geschicke des Reiches. Rashid war bereits einige Male im Zimmer des Wesirs gewesen. Die Wachen schoben das Tor für ihn auf und Rashid trat ein, nicht ahnend das er keineswegs dem Ruf des Krieges folgte.
    Keldrin is offline

  5. #5 Reply With Quote
    SoylentGreen is People Antigone's Avatar
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    Zugegeben... Ali war überrascht gewesen. Sicher, sie sah den Palast des Kalifen jeden Tag und als kleines Mädchen hatte sie sich in ihren traurigen, dunklen Stunden, oft ausgemalt wie es denn wäre hier zu leben. Damals hatte sie noch keine Vorstellung gehabt, dass sie es als Frau hier ziemlich schwer hätte. In einem Harem, zusammen mit so vielen Anderen, die um die Gunst des Kalifen buhlten. In ihrer Vorstellung war sie eine Prinzessin gewesen, die viele Kleider aus den edelsten, bunten Stoffen besaß und jeden Abend war ein rauschendes Fest ausgerichtet worden auf dem sie tanzte. Mit den edelsten Speißen und dem süßesten Wein den man sich nur vorstellen konnte. Dort hätte sie auch einen schönen Prinzen kennen gelernt, den sie eines Tages geheiratet hätte. Gut... Kindereien. Traumvorstellungen, die mit den Jahren der Realität verblassten. Irgendwann hatte Ali einfach aufgehört sich dieses Leben vorzustellen. Außerdem entwuchs sie dem Alter in dem man an Märchen glaubte.

    Schweigend stand Ali am offenen Fenster und blickte in den Garten des Palastes hinab. Wunderschöne aus Stein geformte, schlanke Tiere spuckten fröhlich plätschernd Wasser in die Brunnen in denen die Blätter von Wasserlilien schwammen. Täglich wurden die Pflanzen bewässert und... Nun Ali hatte so einiges erwartet. Protz, Prunk, Flitter und Tand. Aber ihre Erwartungen wurden weit übertroffen. Der weiße Kies, der die fein gewundenen Wege im Park bedeckte, glänzte in der Sonne und der Schatten von Bäumen lud zum Verweilen ein.
    Ali wandte sich zur Tür, als sie hörte, wie diese sich öffnete. Die Gemächer waren nicht minder beeindruckend. Und wenn man bedachte, dass diese Zimmer nicht dem Kalifen gehörten, bekam man zumindest ansatzweise Ahnung davon in welchem Prunk der Herrscher lebte. Für einen kurzen Moment wanderte Alis Blick zu Boden, auf den polierten sandfarbenen Marmor gerichtet, der so blank war, dass sie sogar ihr eigenes Spiegelbild sehen konnte... In Verbindung mit den bunt bemalten Wänden und den Säulen aus blauem Stein, überkam sie das Gefühl in ihrem eigenen Kindertraum gelandet zu sein der sich selbst an Farben, Glanz und Glorie übertraf.

    Kein Vergleich zu ihrem schlichten Leben im Kloster, in dem sie gerade ein einfaches Bett und ein Nachtkästchen besaß. In einem kleinen Zimmer, welches sich Ali mit drei anderen Wächterinnen teilte. Ihre Habseligkeiten waren in einer alten Truhe verstaut, die am Bettende stand und knarzte wenn man sie öffnete und durch das kleine Fenster kam nie wirklich genug Licht. Aber die Zimmer hatten trotz, oder gerade wegen ihrer spartanischen Einrichtung, eine gewisse Gemütlichkeit... Vielleicht empfand Ali es aber auch nur so, denn dieses Leben war im Grunde das einzige, das sie kannte, denn an die Zeit vor dem Kloster, erinnerte sie sich kaum noch. Zu viel war passiert und wer wusste den schon ob es nicht besser war. Andernfalls würde sie sich vielleicht danach sehnen. Doch das war Vergangenheit... Ihr Leben war jetzt von anderen Dingen bestimmt. Und trotzdem gab es tief in ihrem Inneren immer wieder diese leise Sehnsucht nach einem Leben ohne Mauern und dem Geruch der Freiheit.

    Ali zuckte zusammen als sie merkte, dass sie nun nicht mehr alleine war. Man hatte ihr zwar gesagt, dass die Anderen schon hier waren, doch als sie das Zimmer betreten hatte, war es leer gewesen. Ali musterte den Mann. Ihre Augen wanderten aufmerksam glänzend über seine Statur und sein Gesicht und erst als er ihren Blick aufzufangen schien nickte sie kurz mit dem Kopf. Es war nicht an ihr als erste zu sprechen. So etwas tat eine Klosterwächterin nicht. Den Priesterinnen mochte das zustehen... Sicher, eigentlich war Ali selbst eine, doch übte sie diese Tätigkeit nicht aus... Verstehe einer die Rangordnungen. Über ihre schmalen Lippen huschte ein dünnes Lächeln der Begrüßung, welches allerdings schon einen Augenblick später wieder erstarb. Nicht etwa, weil Ali unhöflich sein wollte, ganz im Gegenteil, sondern weil es ihr vorkam, als würde der Kämpfer, denn nichts anderes konnte sie sich der Statur folgend vorstellen, direkt in ihre Seele starren und es gab wenig, was Ali als unangenehmer empfand... Denn auch wenn sie sich nicht an viel erinnerte, so konnte sie sich doch noch an den Blick Nahirs, der Mann der Ali nach Sab gebracht hatte, ernnern. Er hatte sie auch immer so angesehen...
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    Aus dem Schatten der Zimmerecke heraus beobachtete Fuusen jene andere Auserwählte, denen ebenfalls die Ehre einer Einladung zuteil wurde. Wahrscheinlich hatte keiner von ihnen die Veranlassung dazu gehabt, seine unrechtmäßig an sich zu nehmen, doch das war ohnehin nebensächlich. Er würde denselben Ehrgeiz für die kommende Aufgabe an den Tag legen wie jeder von den unterschiedlichen Gestalten dort drüben, die sich misstrauisch beäugten und angespannt auf das warteten, was noch kommen sollte. Er würde ihren Ehrgeiz sogar noch bei Weitem übertreffen, selbst ohne Nationalstolz und Loyalität zum Herrscher. Vielleicht sogar gerade deswegen.

    Ein letztes Mal öffnete sich die große Flügeltür und ein älterer Mann mit erschöpftem Gesicht und blutunterlaufenen Augen trat ein, die teuren Gewänder eng an seinem dünnen Körper anliegend. Er durchschritt das Zimmer und passierte die Anwesenden ohne sie eines Blickes zu würdigen, als wenn er in tiefe Gedanken versunken wäre. Erst vor dem einzigen Fenster, das zu einem Balkon hinausführte, hielt er inne, schloss es sorgfältig und zog anschließend die Vorhänge zu. Das Zimmer war nun noch dunkler als ohnehin schon und Fuusen konnte ein paar Schritte auf die Gruppe zugehen ohne bemerkt zu werden. Er war sich sicher, dass keiner der Anwesenden einen der anderen kannte, mit Ausnahme des gerade erschienden Großwesirs Eslam al-Alam vielleicht und so würde auch er nicht viel mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als der durchtrainierte Alte oder die Priesterin der Tempelwache. Dennoch hielt er nun mal nichts von unnötiger Aufmerksamkeit.

    "Willkommen." begann der Großwesir mit ruhiger, fast schon schwacher Stimme zu sprechen. Die Geschäfte, die nun er führen musste und die Entscheidungen, die nun durch ihn gefällt werden mussten, schienen seine Kräfte zu verzehren. "Ich danke Euch allen für euer Erscheinen in dieser dunkelster aller Stunden, auch unter den vagen Bedingungen, auf die ich in der Mitteilung bestehen musste."

    In der Dunkelheit ließ es sich nicht genau erkennen, aber die schemenhafte Gestalt des Großwesirs schien in die Runde zu schauen, auch wenn er dort wahrscheinlich noch weniger erkennen konnte als die restlichen Anwesenden.

    "Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Gesundheitszustand des Kalifen unter keinem guten Stern steht und viele Gerüchte finden unter den missmutigen Bewohnern des Landes nahrhaften Boden. Der Palast hat sich nie dazu geäußert, doch ich möchte und kann Euch nun nichts mehr vorenthalten. Kein Mediziner des ganzen Landes vermochte eine Änderung herbeizuführen und der Zustand des Kalifen verschlechtert sich täglich. Er liegt im Sterben."

    Er machte eine kunstvolle Pause, doch die reglose Stille im Zimmer sprach dafür, dass diese Nachricht niemanden mehr überraschte. In der Stadt zweifelte niemand daran, dass die kursierenden Gerüchte auf der Wahrheit basierten.

    "Womit wir auch schon bei der Rolle angelangt wären, die Euch zugedacht ist und um die anzunehmen ich Euch inständig bitte. Der Missmut der Stadt hat schon längst auch den Palast erreicht, die Soldaten und der Senat werden unruhig, gaben den Kalifen bereits vor Wochen auf. Misstrauen lauert hinter jeder Ecke, es gibt niemanden mehr weit und breit, dem ich mit dieser Aufgabe betrauen könnte. Abgesehen von Euch. Ihr seid Außenstehende, weitestgehend unberührt vom Palast und seinen Entscheidungen und ich bin mir sicher, dass Euch das nur ganz recht ist. Doch seid gewiss, dass sich all das drastisch ändern wird, sollte der Kalif von uns gehen. Der Senat hat sich bereits für einen völlig neuen Kurs im Falle des Falles entschlossen, sie wollen das Land mit harter Hand regieren, vor allem auch gegenüber unseren Nachbarn. Das Leben, wie wir es kennen würde verschwinden, untergehen im Staub und Klingenschlagen zahlreicher neuer, blutiger Kriege. Ihr seid Außenstehende, ihr gehört nicht zum Palast. Aber ihr lebt in diesem Land und ihr gehört zu Siman. Ihr seid alle Kinder des Sandes und ich bitte euch, ich flehe euch an, helft mir dafür Sorge zu tragen, dass auch neue Generationen von Kindern in einem unverdorbenen Land aufwachsen können."
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    Ali hatte den Worten des Großvesirs gelauscht. Gedanken rasten durch ihren Kopf. Sie? Warum gerade sie... Ihre Kampferfahrung beschränkte sich auf die Übungen mit den anderen Tempelwachen, den Unterricht, den sie erfahren hatte. Schweigend begann sie auf und ab zu laufen, bevor sie dazu ansetzte etwas zu sagen: "Und wie genau sollen wir helfen, wenn doch nicht einmal die Gelehrten etwas gegen das Unausweichliche vollbringen können? Denkt Ihr etwa irgendjemand von uns kann mit den Fingern schnippsen und der Kalif springt wieder fröhlich herum wie in seinen jüngeren Tagen? Ich bitte Euch... Macht Euch nicht lächerlich."

    Ali zog die Luft scharf ein. Das Geräusch durchschnitt die Stille wie ein Messer. Am liebsten hätte sie sich jetzt die Zunge abgebissen und hätte sich unter ihren Füßen der Boden aufgetan um sie zu verschlingen, sie hätte es begrüßt. Der Blick des Großvesirs, dessen Gesicht im Halbdunkel verborgen war, war so stechend, dass sie ihn schon fast körperlich wahrnehmen konnte. Es war nicht das erste mal, dass sie dieser strafende Blick traf, denn es war auch nicht das erste mal, dass ihre Zunge schneller war, als sie über ihre Worte reflektieren konnte. "Verzeiht..." murmelte sie, während ihr die Röte heiß ins Gesicht stieg.
    "Und ich dachte in den Klöstern herrscht noch Disziplin. Aber gut... Wehe wenn sie losgelassen..." gab der Großvesir mit einem strafenden Unterton zurück und Ali zog unwillkürlich die Schultern an. Fast kam es ihr vor als hätte sich so eben die Luft mit einem Schlag um einige Grad abgekühlt und die Spannung, welche nun vorherrschte ließ sie förmlich knistern.
    Lautlos durchmaß Ali den Raum um in einer der hinteren Ecken stehen zu bleiben. Es war wohl besser von nun an den Mund zu halten, auch wenn die junge Frau sich sicher war, dass ihr dies ohnehin unmöglich sein würde.
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    Truhe  Salieri's Avatar
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    Ab hier beginnt das freie Schreiben außerhalb des Wettbewerbs.
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