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    Above the Weeping World
    Don-Esteban's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Don-Esteban is offline
    »Im vorderen Teil der Halle gingen einige Türen seitlich ab«, flüsterte Esteban zu Redsonja. »Ich hoffe, Taeris hat sich die Aufteilung der Halle gemerkt.« Langsam schien ihm der Aufbruch, um mal eben den Sohn des Clanchefs zu entführen, doch ein wenig überstürzt und schlecht geplant. Aber nun waren sie hier und hieß es nicht, daß man eine Gelegenheit am Schopf fassen sollte?
    »Ach, und noch was«, fügte er leise hinzu. »Ich glaube nicht, daß Breglaf der einzige Wächter ist. Er wird eher der Boss der persönlichen Leibwache sein. Möglicherweise finden die beiden in der Halle noch mehr Leute. Aber darauf müssen sie es ankommen lassen.«
    Zum Glück verbarg die Dunkelheit die Gesichter der Gefährten.
    Der Himmel war wolkenverhangen, der Mond, im Moment nur eine schmale Sichel, war hinter dicken Wolkenfingern verborgen, die sich breit über den Himmel erstreckten. Die Nacht war also günstig.

    Plötzlich öffnete sich das Tor und wie vorausgesagt trat Breglaf heraus. Sein heller Helm schimmerte im spärlichen Licht der Nacht. Er ging ein paar Schritte und blieb dann stehen, den Blick meerwärts gerichtet.

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    Auserwählter Taeris's Avatar
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    Taeris is offline
    Während Breglafs Schatten im Licht des Eingangs erschien hielt Taeris Troan zurück, indem er ihn an der Schulter packte.

    “Schnellkurs im Schleichen: Versuch den Fuß möglichst komplett auf den Boden zu kriegen und dien gesamtes Gewicht darauf zu verteilen. Versuch mit dem Fuß die Oberfläche zu erfühlen, auf der du gehst. Belaste den Fuß nur langsam und gleichmäßig. Mach keine hektischen Bewegungen…. Und…sei halt einfach leise….“

    Flüsterte Taeris und zog seinen Dolch aus dem Gurt über seiner Brust. Er hielt ihn eng umschlossen, dicht an den Unterarm angelegt um nicht versehendlich das wenige Mondlicht zu reflektieren.

    “Verdammt… was ist ´n nu mit Esteban…“

    Raunte Taeris ungeduldig.

    “Magier..“

    Entgegnete Troan trocken und bemühte sich offenbar flach zu atmen.

    Plötzlich schien Breglaf unruhig zu werden. Erst blieb er still stehen, eilte aber wenig später zurück ins Haus. Stimmen ertönten und wenig später drängten mit ihm fünf weitere Wachen nach draußen. “Wo kommen die denn alle her…“ murmelte Taeris bei sich. Doch es blieb keine Zeit um zu beobachten was passiert war. Sie mussten sich beeilen.

    Und so huschten die beiden geduckten gestalten ins Innere des Hauses.

    “Scheiße… hier musste doch irgendwo…“

    Zischelte er, als sie die Treppe hinauf pirschten. Und so war es auch. Die Treppe mündete in einen Gang, der zu einigen Gemächern führte. Sie befanden sich über der Versammlungshalle, in der der Thane residierte. Plötzlich hörten sie Stimmen. Augenblicklich verharrten sie, wagten es nichteinmal zu atmen, tauschten nervöse Blicke aus.

    “Verdammt, was treiben die da draußen?!“

    Sprach der eine mit bebender Stimme.

    “deine Feigheit ist eine Beleidigung für den Thane… das werden wieder irgendwelche armen Irren sein, die zum irgendwas von ihm wollen und glauben mit Gewalt weiter zu kommen.“

    “Ja aber wenn…“

    “Wir werden hier auf unserem Posten bleiben und Thalur beschützen. Und ejtzt hör auf zu jammern.“

    Troan sah fragend zu taeris hinüber. Der zuckte mit den Schultern. Thalur musste der Sohn des Thanes sein. Kein Zweifel. Taeris gab Troan zu verstehen zu warten und schlich voraus. Der Gang bog einige Schritte vor ihm nach links ab. Dort mussten die Stimmen herkommen.
    Dicht an die Wand gedrängt tastete Taeris sich vorwärts, langsam einen Schritt vor den anderen setzend. Er betete, dass die Holzbohlen unter seinen Füßen nicht knarren würden. Doch das Holz war massiv und es war verhältnismäßig einfach sich darauf leise zu bewegen.

    Taeris wagte einen kurzen Blick um die Ecke. Der eine der beiden Wachen saß auf einem Schemel etwa eine Armeslänge entfernt von der Ecke, hinter der Taeris kauerte. Der andere ging nervös auf dem Gang auf und ab. Fast hätte er Taeris erspäht, doch der duckte sich rechtzeitig wieder weg.

    Mit etwas konfusen Handzeichen und einem an die Lippen gelegten Zeigefinger gab Taeris seinem Kumpanen zu verstehen, ihm LEISE zu folgen. Seine Hand schloss sich fester um den Dolch, während er Troan bei seinen Schleichversuchen beobachtete.

    Als der schließlich angekommen war, versuchte Taeris ihm irgendwie zu verstehen zu geben, was er vorhatte ohne einen Laut von sich zu geben. Taeris würde den sitzenden Wachmann ergreifen und zum Schweigen bringen und Troan würde dann die hoffentlich kurz schockierte andere Wache übernehmen. Taeris hoffte, dass die Tür zum Schlafgemach des Sohnes verschlossen war. Doch hatte er das nicht sehen können. Es blieb ein Risiko.

    Mit einem vergewissernden Nicken begaben sich die beiden in Position...

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    Ehrengarde Troan's Avatar
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    Troan is offline
    Da kam man sich vor wie zu alten Zeiten, als man völlig naiv und unerfahren auf den Hof von Onar kam und sich von den erfahrenen Söldnern beibringen liess, wie das alles abzulaufen hatte. Troan hätte von Taeris tatsächlich nicht erwartet, dass er bei heimlichen Erkundungsgängen so gut wusste, was er tat. Irgendwie schien man dem Clanlord eine solch subtile Taktik nicht wirklich zuzutrauen...

    Taeris ging schliesslich zum Angriff über, Troan einen kurzen Moment später. Die Sache war erstaunlich rasch, aber nicht weniger blutig erledigt. Sie machten kurzen Prozes - und Troan war dabei erstaunlich mulmig zu Mute. Einen Moment nachdem er sein Opfer gurgelnd am Boden liegen sah, meinte er sogar einen Augenblick, er müsse sich übergeben. Natürlich war dies nicht sein erster Mord, doch er hatte mindestens ein Jahr lang keine Klinge mehr in die Hand genommen. Hatte er etwa unrecht gehabt und solch ein Handwerk verlernte man mit der Zeit doch? Doch dann fasste er sich wieder und liess sich nichts anmerken. Er schaute zu Taeris auf, der bereits an der Tür stand. Sie war verschlossen.

    "Auf 3, 1...2...3", murmelte er und beide rammten ihre Schultern gegen die Holztür. Troan betete, dass ihm der Krach nur lauter vorkam, als es tatsächlich gewesen war.

    Die beiden standen in einem rustikal eingerichteten Raum, der trotzdem etwas Wohlstand ausstrahlte. Verzierte Schränke, ein hohes Regal mit Büchern...und ein aufgeräumter Arbeitsplatz. Vermutlich hatte der Junge einen strengen Vater.

    "Wo ist er verdammt nochmal?", fragte Troan nachdem er in dem Zimmer niemanden entdecken konnte. Einen Moment suchten beide den Raum erneut mit ihren Blicken ab. In dem Moment hörte Troan hinter sich ein Geräusch und er wirbelte herum. Ein etwa vierzehnjähriger Junge stürzte mit einem Einhandschwert, das er jedoch zweihändig führen musste, auf die beiden Krieger zu, seine Zähne vor Entschlossenheit oder Angst fest zusammen gepresst.

  4. View Forum Posts #64
    Auserwählter Taeris's Avatar
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    Taeris is offline
    Etwas unschlüssig standen sie da, sahen den 14jährigen 3Käsehoch an, der mit erhobenem Schwert auf sie zu stürmte. Es war auf eine Art bedenklich, dass keiner von beiden von diesem Anblick sonderlich mitgenommen oder schockiert wirkte.

    Taeris trat vor, den Dolch in der linken, bereit zum parieren. Die Hand schnellte vor, fing den wuchtigen Überkopfschlag des Jungen ab. Taeris´ Hand gab ein wenig nach, versuchte die Kraft des Jungen abzufangen. Bevor sie abrutschen und ihm Zeit für einen zweiten Schlag verschaffen konnte, packte Taeris mit seiner stärkeren rechten Hand die Parierstange der Klinge und entriss dem Jungen das Schwert, indem er ihn durch einen Tritt gegen sein Bein ablenkte. Der Junge jaulte auf und taumelte zurück, die Klinge fiel klirrend zu Boden. Wenig später stürzte sich der 14jährige erneut auf den Angreifer. Schlug mit bloßen Fäusten nach ihm.

    “Du die Beine ich die Arme.“

    Wies Taeris knapp an und versuchte irgendwie den Jungen unter Kontrolle zu bringen. Er zögerte, wollte ihn nicht einfach bewusstlos schlagen. So mutig er auch war. Er war doch nur ein Kind! Doch es half nichts. Immer lauter setzte er sich zur Wehr, zappelte und schlug nach allen Seiten. Taeris versuchte ihn in den Schwitzkaten zu bekommen, ihm den Mund zu zu halten. Doch der Junge biss ihm in die Hand. Es kostete Beherrschung nicht laut auf zu schreien.

    “Verdammt noch mal!“

    Bellte er und schlug verpasste dem Jungen eine schallende Ohrfeige. Benommen taumelte er zu Boden. Troan schüttelte den Kopf und trat näher an den am Boden liegenden Jungen heran.

    “Was…? dir ist jawohl auch nichts Besseres eingefallen…“

    Rechtfertigte Taeris sich und packte den wehrlosen Jungen an den Armen, um ihn hoch zu heben.

    “Verschwinden wir. Entschuldigen können wir uns später noch…“

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    Ehrengarde Troan's Avatar
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    Troan is offline
    Irgendwie schien Troan in dem Jahr, als er sich zur Ruhe setzen wollte, vergessen zu haben, was alles sonst noch so zum Abenteurer- und Söldner-Dasein gehörte. Damals dachte er nur immer daran, wie langweilig das Leben war und er endlich mal wieder etwas Richtiges erleben wollte. Gehörte dazu etwa das hier? Er blickte auf den Jungen, dessen Wut nun endgültig der Angst gewichen waren. Tränen liefen ihm über das Gesicht und sein Bein schien immer noch zu schmerzen. Trotzdem schleppten die beiden ihn aus dem Zimmer und suchten den Weg zurück aus dem Haus.

    Als sie bereits wieder zurück in die Empfangshalle kamen, wäre es eigentlich nicht mehr gewesen, bis zum Ausgang, doch in dem Moment schrie jemand hinter ihnen "Alle Wachen das Haus abriegeln! Wir haben hier zwei Tote!"

    Troan und Taeris fluchten beide und stürmten nun ohne viel Rücksicht auf irgendwelche Geräusche oder ähnlichem Richtung Ausgang. Mit einem 14-jährigen Jungen im Schlepptau, war es mit der Heimlichkeit sowieso vorbei...

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    Above the Weeping World
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Don-Esteban is offline
    Die Männer, die auf den Ruf Breglafs mit ihm zusammen aus der Halle gestürzt waren, rannten auf den Vorplatz.
    »Da, seht ihr!« Die Stimme des Kriegers war laut und er sprach schnell, in großer Erregung. »Dort über den Dächern, es zieht in Richtung des Unterdorfes.« Er zeigte in die angegebene Richtung, den Arm nahm man in der Dunkelheit nur schemenhaft wahr, die Rüstung glitzerte ein wenig im spärlichen Licht.
    »Was bei den Göttern ist das?«, stieß einer der Männer aus.
    »Egal, Bigrest und Weldrof, ihr folgt mir!«, kommandierte der Anführer zwei seiner Männer ab. »Ihr anderen drei bleibt hier oben auf dem freien Platz und schützt den Eingang.«
    Er trabte mit zweien seiner Männer ab, um dem, was er sah, zu folgen.
    Die anderen drei blieben alleine.

    »Was kann das sein?«, fragte einer. Er hatte den Speer neben sich in den Boden gerammt und schien beschlossen zu haben, sich nicht fortzubewegen, komme, was da wolle.
    »Die alte Emke erzählt immer von Feengestalten, Grumblern und diesen seltsamen Alraden. Vielleicht ist es sowas?«, vermutete der zweite.
    »Quatsch, die alte Emke ist erstens nicht ganz richtig im Kopf. Wenn du sie damit aufziehst, erzählt sie dir auch, daß in ihrem Nachttopf ein Volk von winzigen Kobolden lebt, von dem sie regelmäßig um Regen angebetet wird.«
    Der dritte Kamerad prustete los und lachte hell auf. In der Stille der Nacht wurde sein Lachen weit getragen.
    »Und außerdem«, fuhr der Erklärer fort, »sind alle diese Dinger weder leuchtend noch so riesengroß und auch nicht irgendwie durchsichtig, wie das da eben. Und im Dorf gibts all diese Wesen nicht. Feen findest du nur im Sommer auf blühenden Wiesen, Grumbler nur in den Felshöhlen der Klippen und Alraden ziehen die Fischer ins Meer.«
    »Boah, jetzt hör auf mit diesen Ammenmärchen, ihr Weicheier.« Dem Dritten wurde es offenbar zu viel. »Feen sind Kinderkram, Grumbler hat sich die verrückte Alte wohl selbst ausgedacht - hab nie davon gehört - und Alraden waren schon immer ne billige Ausrede, wenn die Fischer mal wieder ohne Fang zurückgekehrt sind oder wenn einer von ihnen nachts besoffen vom Steg ins Wasser gefallen ist, wenn er aus dem Wirtshaus kam, wo er sein Geld lieber versoffen hatte, als es seiner Alten zu bringen. An sowas sind dann immer die Alraden schuld. Klar doch. Ich glaub, ihr hängt zu viel bei den Mägden in der Spinnkammer herum und laßt euch von denen zu viel Spökenkiekerkram erzählen«
    »Pah, mit uns geben sie sich wenigstens ab.«
    »Trottel.«

    Gerade wollten sie mit einer langandauernden Debatte über das Für und Wider der Besuche in der Spinnkammer und der dort verbreiteten Schauermärchen beginnen, als ein leises blechernes Scheppern von unten aus dem Dorf sie aufschreckte, gefolgt von einem Schrei. Laut und gurgelnd und aus voller Kraft, so als ob jemand zu Tode getroffen worden war.
    »Los, runter ins Dorf. Dort ist irgendwas passiert.«
    Sie setzten sich in Gang und hetzten im Laufschritt vom Vorplatz der Thanehalle in Richtung des Ortes.

    Weiter unten im Dorf waren Breglaf und seine beiden Männer durch die Gassen geschlichen, um der geisterhaften Erscheinung, die über den Dächern des Ortes herumwanderte, zu folgen.
    »Keine Angst, Männer. Ihr wißt, wir haben den Segen der Zitadelle«, meinte Breglaf, die beiden ermuntern zu müssen.
    »Sehen wir aus, als hätten wir Angst?«, knurrte einer der beiden. »Und der Segen kann mir gestohlen bleiben. Der letzte Abgesandte der Zitadelle war vor Jahren hier, sein Segen ist längst fort. Also erzähl mir nichts.«
    Breglaf ging nicht darauf ein. »Da, das Ding ändert die Richtung«, rief Weldrof und beendete den Disput.
    »Bigrest, nach links«, ordnete Breglaf an. »Nimm die Gasse hinter Harmoths Hof und dann Richtung Taverne. Wir treffen uns davor und treiben es in die Enge.«
    Bigrest verschwand in der Dunkelheit.
    In diesem Moment zerrissen die Wolken zu Fetzen und gaben die schmale Sichel des Mondes frei. schlagartig wurde es heller. Nun, zumindest dort, wo sich freie Stellen und Plätze befanden. Die verschachtelt am Hang entlang gebauten Häuser des Ortes bildeten jedoch verwinkelte Gassen, mal breiter, mal schmaler. Und nun wurden sie nur umso deutlicher in Schatten gehüllt, während das Mondlicht die blau schimmernde, geisterhafte Erscheinung über den Dächern Widrasts nur noch heller schimmern ließ.

    Redsonja schlich sich lautlos an Hausecken entlang, duckte sich hinter einen Zaun und wartete. Jetzt hatte der Spuk seine Richtung geändert. Sie hörte die Stimmen der Männer, hörte undeutlich, wie sie miteinander redeten. Dann wenige Augenblicke später knirschten Stiefel im Kies des Weges vor ihr. Sie hielt den Atem an und schmiegte sich noch enger an das rissige Holz eines Hauses. Die Bohlen, aus denen das Haus - wie die meisten derjenigen Häuser, die aus Holz bestanden - in Blockbauweise errichtet worden war, überlappten sich an den Ecken, so daß sie sich im Schutze der dunklen Nacht im so gebildeten Schatten dort fast vollkommen verstecken konnte.
    Dann sah sie ihn. Er beachtete sie gar nicht. Natürlich, er sieht mich nicht. Doch selbst wenn er nach versteckten Angreifern hätte Ausschau gehalten, hätte er die Kriegerin nur schwerlich in ihrem dunklen Versteck entdeckt. Doch der Kämpfer des Thane schaute vielmehr in den Himmel, der Geist-Erscheinung nach, denn ihr folgte er.
    Jetzt oder nie! Redsonja sprang einem Panther gleich aus ihrem Versteck und zog dem Krieger mit voller Wucht eins mit ihrem Schwert über. Sein Helm war robuster als erwartet. Es schepperte laut und er drehte sich fast augenblicklich um. Zum Glück kein geschlossener Helm. Schnell fasste sich die Kriegerin und holte erneut aus, noch ehe ihr überraschter Gegner seine Waffe ziehen konnte. Der Soldat schrie auf und nun setzten seine Gedanken wieder ein und er griff instinktiv an sein Schwert, um sich zu verteidigen. Im letzten Moment drehte Redsonja ihre Schwerthand und traf ihren Gegner so nicht mit der Klinge im Gesicht, sondern mit dem Knauf. Der Schrei ging in einem Gurgeln unter. Knochen knackten. Das war das Jochbein, wußte sie. Augenblicklich sackte der Krieger bewußtlos zusammen. Und innerhalb weniger Augenblicke schwoll das Fleisch unter dem Augen auf der zertrümmerten Gesichtshälfte so sehr an, daß es das Auge verdeckte. Aber das waren Erfahrungswerte, sie konnte es in der Dunkelheit hier nicht sehen.
    Sie wußte nicht, weshalb sie ihn nicht getötet hatte, doch sie hatte von Anfang an gewußt, daß keine Notwendigkeit bestanden hatte. Innerlich war sie froh über die instinktive Entscheidung. Schnell zog sie sich wieder in die Dunkelheit zurück und verschwand irgendwo einige Gassen weiter, nicht zu nahe am Tatort.
    »Diese Ablenkung muß reichen«, flüsterte sie leise zu sich selbst.

    Esteban stand am anderen Ende des Ortes, so weit wie möglich von der Halle des Thanes entfernt und war versunken in seine Beschwörung. Er hatte nicht gewußt, ob es klappen würde, doch manchmal mußte man eben ein Risiko eingehen. auch wenn er es eleganter fand, von vornherein Risiken zu vermeiden. Doch bei dieser Reise war vieles anders. Leute hatten versucht, ihn zu töten!
    Schweren Herzens hatte er sich von einer weiteren der kostbaren tönernen Ampullen des alten Magiers aus Gorthar getrennt. Um möglichst wenig Geräusche zu verursachen, hatte er sie nur leise auf dem Boden zertreten und dann einige Momente zugeschaut, wie die bläulich schimmernde Kraft unter seinem Stiefel hervorgeflossen war und sich verbreitet hatte, ehe sie begann, in den Boden einzusickern. Fast hätte man den Eindruck gewinnen können, sie wehrte sich dagegen, eins mit der Erde zu werden.
    Leise seufzend wegen der Verschwendung, denn auf solchem Boden, noch dazu in einer Siedlung war im Grunde genommen genug Magie vorhanden, um ohne so ein Hilfsmittel auszukommen, fing er an, die Kraft unter seinen Willen zu zwingen. Er wußte, er war noch nicht so weit, seine eigenen Kräfte einsetzen zu können, um die Magie auf diese Weise, wie er es jetzt benötigte, zu beherrschen, zu formen, ihr zu befehlen, sie zu leiten. sie würde sich nicht fügen, sie würde sich nicht leiten lassen. Es blieb nichts anderes übrig, als die gesammelte und gebändigte Kraft aus der Ampulle zu benutzen.
    Langsam erhob sich der Nebel, wollte einen Körper formen, doch der Schwarzmagier unterband diese Bestrebungen, nein, er hörte auf, dem Fluß der Magie zu folgen, er stoppte ihn. Die Aura stieg - von ihm gerufen - nach oben, endlich dem Boden und dem Vergessen entkommen, waberte über seinem Kopf und blähte sich auf, im vergeblichen Kampf, eine eigene feste Form zu gewinnen, die ihr nun verweigert wurde. Die wütende Kraft, die Esteban nun spürte, war es, die er im Zaum halten mußte, die er so kanalisieren mußte, daß er sie umlenken und für seine Zwecke benutzen konnte.
    Ein leises »Kommt schon« entrang sich seinen zusammengepressten Zähnen, obwohl er meinte, es nur zu denken.
    Es schien ihm eine Ewigkeit, die Linien auf seiner Haut glühten, der Schweiß perlte ihm von der Stirn, die Augenbrauen waren zusammengezogen aufgrund der permanenten Anstrengung, die Magie unter Kontrolle zu behalten.
    Endlich, ein Schrei, zuerst laut, dann gurgelnd immer leiser werdend. Und davor? Es klang fast wie ein blechernes Scheppern, so als ob jemand mit einem Löffel auf einen Topf schlug.
    Er konnte die Magie nicht länger halten, über das Meer hinweg entfleuchte die Magie mit einem wehmütigen Seufzer, der in der Nacht verhallte und die Spukgestalt, die so viele Formen angenommen hatte, war verschwunden. Freigesetzt, doch nicht verbraucht, denn kein Ergebnis war aus ihr geformt worden. Frei würde sie nun durch die Welten streifen, gebunden höchstens von Magiern anderer Schulen, die in fernen Ländern völlig anderen Gesetzen der Magieanwendung folgten. Weder war die magische Kraft, die entnommen worden war, zurückgekehrt in die erde noch war sie gebunden. Esteban hatte nicht nur gegen das Gesetz von Darwath verstoßen, indem er es gewagt hatte, Magie zu benutzen. Nein, er hatte auch in den Pakt zwischen Beliar und seinen Magiern eingegriffen und ihn verletzt, indem er dem dunklen Gott das vorenthielt, was dem Beschwörer von ihm lediglich geborgt worden war.
    Egal, es hatte sein müssen.
    Darwaths Machthaber waren die realere Gefahr. Er rechnete damit, daß die Zitadelle ein metamagisches System installiert hatte, dessen Schwingungen den Ausschlag magischer Potenz in Darwath präzise darstellen konnte.. Anders würden sie niemals sicherstellen können, über jede Magieanwendung Kenntnis zu erlangen. Aber Widrast war nur ein abgelegener Außenposten. Es würde bestenfalls Wochen oder wenigstens mehrere Tage dauern, bis sie jemanden bis hierher schickten, um die Sache zu überprüfen.

    »Ich hoffe nur, die anderen waren erfolgreich.« Er trat die Scherben des kleinen Tonfläschchens tiefer in den Kies des Weges, um seine Spuren zu verwischen und schlich dann so gut er konnte, gedeckt von den Schatten der Häuser zum Steg, um das Schiff zu erreichen, den Treffpunkt, den sie ausgemacht hatten. Alles hing nun an Taeris und Troan. Wenn sie keinen Erfolg hatten, war alles verloren, denn dann mußten sie ohne eine Möglichkeit, die Tore der Zhulfeste zu öffnen, fliehen. Schnell mußten sie jedoch so oder so sein. Es würde nicht lange dauern, bis die Krieger des Thane den Braten gerochen hätten. Und dann wäre es besser, wenn sich die Schwalbe schon auf See befinden würde.
    Ob es nicht besser gewesen wäre, die Boote der Fischer unbrauchbar zu machen? Nein, zu aufwendig, keine Zeit, dachte der Magier, als er schnell über den Steg hetzte und sich endlich über die Reling schwang, zu seinem großen Glück unentdeckt geblieben, weil sich die Wache des Thane noch immer im Aufruhr wegen des Lärms befand.

    »Ist die Mannschaft bereit?« rief er leise zu Zukár hinüber.
    »Laß das mal meine Sorge sein, Rockträger«, gab dieser zurück.
    Dann sah er die Männer, das Weiße in ihren Augen leuchtete hell in der dunklen Nacht.- Sie standen an den Schoten und Brassen, bereit die Segel zu setzen. Und an den Tauen, mit denen das Schiff am Steg festgemacht worden war, standen ebenfalls zwei Männer mit Äxten, bereit, die Taue schnell durchzuschlagen, sobald alle an Bord waren.
    Stumm warteten sie.

  7. View Forum Posts #67
    Auserwählter Taeris's Avatar
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    Taeris is offline
    “Lass uns das nicht noch mal machen“

    Keuchte Taeris atemlos, nachdem sie den jungen Mann über die Reling gehievt hatten und mit letzter Kraft an Bord geklettert waren. Sie registrierten nicht mehr, wie die Seemänner die Taue durchschlugen und sich das Schiff langsam vom Steg loslöste. Auch die wütenden Schreie der erst jetzt eintreffenden Wachmänner und die sporadisch auf das Schoff treffenden Pfeile kümmerten – zumindest Taeris – nicht mehr. Nach Luft ringend sackte er an den Mast gelehnt zusammen und versuchte den Boden unter seinen Füßen zu zwingen, sich nicht mehr wie verrückt im Kreis zu drehen. Die Wachmänner dicht auf den Fersen und den Haufen elend von einem Jungen mit sich schleifend, der sich noch dazu extra schwer machte und dumm anstellte, um den Verfolgern mehr Zeit zu verschaffen, waren sie durch das halbe Dorf gehetzt. Sie hatten Haken geschlagen und versucht im Dunkeln zu bleiben, doch war das bei dem Chaos nur bedingt möglich gewesen.

    Den Rest hatten dann Zukars Männer erledigt. Den Jungen hatten sie unter Deck gebracht und gaben nun alles um möglichst schnell möglichst viel Wasser zwischen sich und dem Dorf zu bringen.

    Nach Luft ringend legte Taeris den Kopf in den Nacken und lauschte dem Ächzen der Segel, die sich im Wind aufblähten.

    Und jetzt hatten sie erst – mit einem großen vielleicht – den Schlüssel zu dieser Festung. Taeris mochte sich in diesem Moment gar nicht vorstellen, was sie erst dort erwartete.

  8. View Forum Posts #68
    Lehrling
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    Erzähler is offline


    Während sich das Schiff langsam vom Steg wegbewegte, hissten die Männer des Käpt'ns die Segel. Wind verfing sich im Segeltuch und die Schwalbe begann, Fahrt zu machen. Sie verließen die Bucht von Widrast, um das offene Meer zu erreichen. Leise rauschte das Wasser, das der Bug des Schiffes durchschnitt und Gischt begann sich zu bilden.

    Bald hatte das Schiff die offene See erreicht und Widrast hinter sich gelassen. Der Ort verschwand hinter dem Vorgebirge und plötzlich erfasste starker Wind die Segel und trieb die Seeschwalbe vorwärts. Der Steuermann nahm Kurs auf die Zhulfeste, die nur eine halbe Tagesreise nordwärts lag. Bald würden sie das Ziel ihrer Reise erreicht haben.

  9. Visit Homepage View Forum Posts #69

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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Don-Esteban is offline
    »Krümmt ihm bloß kein Haar«, rief Esteban nach hinten in Richtung Achterschiff, wo sich einige der Männer Zukárs mit dem gefesselten Thanesohn beschäftigten. Ohne ihn kommen wir nicht weiter.
    Fluchen war die einzige Antwort, denn er bekam, denn die Männer hatten ihre Mühe mit dem sich wehrenden Jugendlichen.
    Zukár achtete nicht darauf. Er war neben Esteban getreten. »Und wie lange werden wir ungestört sein, bis der Thane begriffen hat, was vor sich gegangen ist?«
    Der Magier zuckte mit den Schultern. »Einen halben Tag vielleicht? Der Thane wird nicht dümmer sein, als andere Leute und eins und eins bald zusammenzählen. Dann wird er wissen, weshalb wir seinen Sohn mitgenommen haben. Schließlich haben wir beim Treffen mit ihm offen nach dem Zugang zur Festung gefragt.«
    »Ein halber Tag? Was soll uns das nützen?«
    »Alles«, erklärte der Magier ruhig. »Wir benötigen den Vorsprung nur, um in die Festung zu gelangen. Hinter uns verschließen wir die Tore wieder und blockieren sie, so daß man von außen nicht hineingelangen kann. Ihr könnt Euch mit Eurem Schiff nach der Landung von meinen Gefährten und mir wieder entfernen. Ich erwarte Euch vier Tage später. Wir werden irgendwo auf den Zinnen ein Signalfeuer entfachen. Die Widarer werden sich sicher auf das verbarrikadierte Tor konzentrieren, um dort hineinzugelangen.«
    Zukár nickte. Dann wandte er sich um, um ebenfalls zum Achterschiff zu schreien: »Und bringt diesen Schreihals endlich mal zum Schweigen. Stopft ihm das Maul mit einem Knebel. Das werdet ihr doch wohl noch hinkriegen.«

  10. View Forum Posts #70
    Schmetterling  Redsonja's Avatar
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    überall und nirgendwo
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Redsonja is offline
    Nachdem die rothaarige Kriegerin fertig damit war ihre Waffen zu säubern, suchte sie den Sohn des Thane auf, der inzwischen geknebelt mit seinem Schicksal haderte. Als er bemerkte, dass sich endlich jemand näherte wurde er wieder unruhiger, bäumte sich in den Fesseln auf und gab wimmernde Laute von sich. Redsonja tat, als würde sie dies nicht bemerken und kniete sich zu ihm nieder, um leise zu flüstern.

    Hör mir mal gut zu Kleiner. Wir brauchen dich vielleicht lebendig, um in diese Festung hinein zu kommen. Danach werden wir unser Vorhaben allerdings nicht riskieren indem wir einen strampelnden und beissenden Bengel noch lange als Ballast herumschleppen. Glaubst du die beiden Männer, die deine Wachen getötet haben werden vor einem weiteren Mord zurückschrecken?

    Die Augen, welche der Junge machte waren Antwort genug.

    Soll ich dir etwas erzählen?

    Er schüttelte den Kopf. Sie zuckte die Schultern und liess ihn alleine. Ihre Worte hatten die erhoffte Wirkung erzielt und sie wären bald da. Zudem war es vielleicht besser, wenn sie den Kleinen nicht am Ende noch ins Herz schloss. Aber er erinnerte sie an ein Mädchen, das vor sieben Jahren entführt worden war und durch ein Wunder überlebt hatte.
    Innerlich seufzend stellte sie sich an die Reling und blickte dem Kommenden entgegen, während sich das Schiff beinahe lautlos nach vorne schob, einem von Wind und Wetter gezeichneten Felsen entgegen.

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    Above the Weeping World
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Die Schebecke hatte ihr Ziel erreicht. Hoch türmte sich der nackte Fels der Insel, einer der äußersten im Nordwesten der langen Kette von Unguls Zähnen. Hier ragte das Archipel der tausend Klippen bis in die nördliche See hinein. Hier war der Ort, der am weitesten entfernt lag von Kintaur und dem Inneren Meer, das von der Zitadelle beherrscht wurde. Die Zhulfeste befand sich am Rande ihres Machtbereiches.
    Nichts als Fels war zu sehen, aufgetürmt durch die gewaltigen Kräfte der Vorzeit, zernagt durch die immerwährende Kraft des Meeres, dessen Wellen unablässig diese ungastlichen Gestade bespülte, nimmermüde, nie aufgebend. Irgendwann in Äonen würde die Insel im Wasser untergehen, so wie sich alle Inseln, Länder und Kontinente änderten im ewig währenden Lauf der Zeit.
    Doch in diesem Zeitalter thronte auf einem Vorsprung des Felsmassivs ein von Menschenhand errichteter zweiter Fels: Mauern, aus hartem Granit gefügt zu hohen, glatten Zinnen und Türmen, verbunden durch Wehrgänge, Brücken und Treppen. Um einen festen Turm ringten sich kleinere, äußere Türme, verbunden mit dem Hauptturm. Tief darunter verschachtelte Höfe und eine Vorburg, die sich den Fels entlang schmiegte. Diese Burg erhob sich in schwindelerregender Höhe auf einer vorspringenden Klippe in etwa zweihundert Fuß Höhe, so schätzte der Magier bei ihrem Anblick. Schon von See aus war die Festung zu sehen gewesen.

    »Seid Ihr sicher, daß uns niemand hier erwartet?«, fragte Zukár ein letztes Mal.
    »Es war seit Jahren niemand mehr in der Festung, die Leute des Thane waren sich da sehr sicher, daß seit längerer Zeit niemand mehr hier war«, beruhigte ihn der Schwarzmagier. »Ihr könnt in Ruhe anlegen und uns mit dem störrischen Knaben von Bord gehen lassen.«
    »Wenigstens bin ich diesen Nervbold endlich los.« Offenbar begann der Freibeuter, das Gute an der Situation zu entdecken.
    »Kommt in vier Tagen wieder. Wir versuchen, an der Rückseite der Insel einen Abstieg zum Ufer zu finden.«
    Alles war gesagt.

    Ganz unten am Wasser befand sich ein aus dem Stein herausgehaues Kai, groß genug, um ein Schiff anlegen zu lassen - falls Knechte am Ufer die Taue auffingen und es steinernen Pollern verankerten. Da diese fehlten, wurde ein Beiboot ausgesetzt und bemannt. Vom Kai aus führte ein in den Fels gehauener Gang in großen Windungen leicht nach oben. sicher würde er oben am Tor der Feste enden.
    Die vier Gefährten und der nun nur noch an den Händen gefesselte und geknebelte Jüngling - nicht mehr Kind und noch kein Krieger - gingen von Bord und ließen sich mit dem Boot ans Kai Rudern.
    Bald standen sie allein vor dem Tunnel, während das Boot zur Schwalbe zurückkehrte.

    »Worauf warten wir noch, fangen wir an«, ermunterte Esteban seine Mitstreiter.
    Troan und Taeris stießen ihren unfreiwilligen Begleiter vorwärts, der sich unwillig in Bewegung setzte.
    »Junge, wir brauchen dich nur zu einem Zweck, also spiel hier nicht den Helden«, lautete der Rat des Schwarzmagiers. »Hilfe hast du im Moment keine zu erwarten. Falls du ordentlich mit spielst, wirst du hier auch heil herauskommen.«
    Der Gefangene erwiderte nichts. Wie auch und wozu?

    Der Gang stieg unaufhörlich an, schließlich hatten sie mehrere hundert Fuß an Höhenunterschied zu überwinden. Hin und wieder unterstützten flache Treppen das Vorankommen. Redsonja hatte eine Fackel entzündet, denn sobald das Mundloch am Kai hinter der ersten Biegung verschwunden war, umhüllte Dunkelheit die Gruppe.
    Der Gang stieg und stieg, durch die vielen Windungen verlor man die Orientierung, doch da sich keine Abzweigungen zeigten, konnten sie sich zumindest nicht verlaufen. Wieviel sie geschafft hatten vom Aufstieg? Keiner wußte es.
    Da! Endlich zeigte sich ein Lichtschein. Sie waren angelangt.
    Doch es war nur das Ende des Tunnels, nun begann ein Weg, der sie an der Felskante entlang führte. Rechts der gähnende Abgrund, links hohe Felswände. Nachdem sie einige Biegungen des Weges hinter sich gebracht hatten, konnten sie die Festung vor sich sehen, nur noch wenige Male entschwand sie ihren blicken kurz, als sich der Weg weiter an der Felswand entlang schlängelte und somit hin und wieder die Felswand selbst den Blick versperrte.
    Endlich löste sich der Weg von der Felswand, an der er entlang geführt hatte und eine gerade rampenartige Zufahrt führte geradewegs über eine flache, langgestreckte, steinerne Brücke, hinter der sie das hohe, schmale Tor der Festung sahen. Direkt vor der Brücke waren zwei große Statuen aus dem anstehenden Fels gemeißelt. Sitzende Löwenleiber mit Greifenköpfen und -flügeln. Die Schnäbel der Köpfe wiesen einander zu.

    »Wartet«, rief Esteban. »Ich weiß nicht, was diese Statuen zu bedeuten haben. Vielleicht gehören sie schon zu den Schutzmechanismen der Festung.«
    Langsam ging er darauf zu, während seine Gefährten warteten.
    Und lief gegen eine unsichtbare Wand.
    »Verdammt, eine Art magisches Feld! Bringt den Jungen her.«
    Er schaute sich um. Möwen, die ihre Nester in den steilen Klippen des Felsabhanges gebaut hatten und die sie schon bei der Ankunft vom Schiff aus beobachtet hatte, kreisten um die Festung, bis ganz nahe an den Turm heran.
    »Schaut«, er zeigte auf einige Vögel, die gerade besonders nahe am Festungsturm vorbei flogen. »Die Barriere scheint nicht für sie zu gelten.«

    »Und was ist mit dem Jungen?«, fragte Taeris.
    »Probiert es aus.« Der Magier trat zur Seite, während Troan und Taeris ihren Gefangenen vor schoben. Er lief durch die unsichtbare Barriere, während sie sich vergeblich abmühten. Nach zwei Schritten spannte sich das Seil, das von den auf dem Rücken gefesselten Händen ausging und dessen Ende Troan fest in der Hand hielt und beendete den kurzen Ausflug ihres unfreiwilligen Begleiters.
    »Hiergeblieben!« Unsanft zog ihn Troan wieder zurück.
    »Verstehe«, murmelte Esteban »schlau ausgedacht. Nur der Toröffner kommt überhaupt bis zum Tor, um es zu öffnen. So kann er nicht gezwungen werden, es gegen seinen Willen zu öffnen.«
    Er versank kurz in Schweigen und strich sich über das Kinn.
    »Ich denke, wir müssen und etwas einfallen lassen«, verkündete er dann das Ergebnis seiner Überlegungen.

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    "Na toll, darauf wäre ich nun auch gekommen...", murmelte Troan und schaute über die Brücke.

    "Hm, vorausgesetzt der Junge muss nur das Tor öffnen, damit der Schutzzauber endet, dann stimmt das mit dem Handeln gegen den eigenen Willen nicht ganz - oder wir verstehen etwas anderes unter dem Begriff vom freien Willen", meinte Troan und begann die Fesseln des Jungens zu lösen, hielt ihn aber weiterhin fest umklammert.

    "Hör mir jetzt genau zu, dann sollte dir nichts geschehen...", begann er und kniete nieder, damit er dem Jungen in die Augen sehen konnte. "Du gehst jetzt über die Brücke zum Tor und öffnest es. Dann kommst du wieder zurück, ist das klar?"

    Die Antwort kam sofort: Troan musste sich die Spucke des 14-Jährigen vom Gesicht wischen. Der Drachenjäger verdrehte die Augen und schob den Jungen seufzend kurz auf Taeris ab. Das erinnert mich wieder daran, weshalb ich keine Kinder habe...

    "Siehst du das?", meinte Troan dann und griff nach einem Pfeil in seinem Köcher. Dann spannte er seinen Bogen Drachenflügel und versicherte sich, dass der Junge ihm auch zuschaute. Dann hoffte er, dass er auch wirklich mit seiner Vermutung Recht hatte, denn ansonsten würde das ganze reichlich lächerlich enden. Dann liess er den Pfeil von der Sehne. Zirrend durchbrach er mühelos die Barriere und prallte schliesslich am grossen Tor zur Festung ab.

    Troan grinste und zog einen zweiten Pfeil aus dem Köcher. Langsam legte er ihn auf die Sehne, schien das ganze richtig zu geniessen. Dann nickte er, den Weg zur Brücke weiterhin im Visier. "Taeris...lass ihn gehen."

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    Zweifelnd hob Taeris die Augenbrauen und sah nochmal zu Troan hinüber, der ihm auffordernd zu nickte. Den Pfeil hatte er bereits auf die Sehne seines Bogens gelegt.

    Wenn der tolle Plan fehlschlagen würde, dann wäre ihr Schlüssel tot oder in der Festung in Sicherheit und sie würden hier draußen vor dem verschlossenen Tor stehen.

    “Na los.. geh schon.“

    Knurrte Taeris und zog das Seil von den Handgelenken des Jungen herunter und stieß ihn in Richtung Barriere. Der Jüngling zögerte, blickte etwas unsicher zu Troan hinüber, der ihn mit bedrohlich funkelnden Augen ansah. Doch schließlich besann er sich seiner Lage und lief durch die Barriere hindurch auf das Tor zu.

    “Wie kriegt er das Ding überhaupt auf?“

    “Vielleicht irgendwo ´n Schalter?“

    Antwortete Troan und hob den Bogen um sein Ziel an zu visieren. Doch der Jüngling lief einfach zielstrebig auf das Tor zu.

    “Was wenn er einfach durchs Tor verschwindet und wie versauern hier?“

    Fragte Sonja, die abwartend an hinter ihnen an einer Felswand lehnte.

    “Verdammt…er haut ab…du hast Recht!“

    Stieß Troan unruhig hervor und spannte die Sehne seines Bogens.

    “Nein, wartet!

    Rief der Magier dazwischen. Der Jüngling war noch ein oder zwei Schritte vom Tor entfernt, als plötzlich ein lautes Knarren ertönte. Die Türen des Tors schwangen auf und wenig später durchzuckte ein Blitz die magische Barriere vor ihnen, die sich sogleich in einem bunten Farbenspiel auflöste. Der Weg war frei. Doch der Junge war im Dunkel des Eingangs verschwunden.

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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    »Hinterher!«, rief der Magier und stürzte los. Die anderen unmittelbar hinter ihm. »Ich habe keine Ahnung, wie lange das Tor offen ist.«
    Dazu, daß seine Vermutung gestimmt hatte und sie somit nun tatsächlich Zugang zur Feste bekamen, gratulierte ihm natürlich niemand.
    Das Tor begann sich wieder zu schließen, doch schnell schlüpften die Krieger und der Magier hindurch.
    Mit einem Krachen schlugen die hohen Torflügel hinter ihnen zu. Sie befanden sich im Inneren der Feste

    »Da vorne ist er.« Ihr lebender Schlüssel befand sich kurz vor dem nächsten Tor innerhalb eines saalartigen Baus. Von weit oben, direkt unter der hohen Decke schien Licht über einige Öffnungen herein, die wie Schießscharten wirkten. Troan und Taeris rannten weiter, um den Jungen wieder in ihre Gewalt zu bekommen.
    »Ich denke, wir brauchen ihn nicht mehr. Lassen wir ihn vor dem Tor zurück. Er kann es ja öffnen. Unser Weg führt in die andere Richtung.« Er zeigte auf das geschlossene Tor, das den Weg weiter in die Festung hinein versperrte.
    »Er wird es nicht öffnen können. Dazu benötigt man wohl einen echten Schlüssel.«

    »Aber...«, wollten ihm die Gefährten entgegnen, doch Esteban schnitt ihnen das Wort ab. »Er ist nur Ballast ab hier. Und töten müssen wir ihn nicht. Ich denke, er wird bald von seinen Leuten abgeholt werden.«
    Er drehte sich um. »Also Junge, du kannst gehen, verschwinde von hier, dies ist ein ungemütlicher Ort.«
    Die Augen voller Unglauben auf den Magier und seine Gefährten gerichtet, schlich der Junge - Thalur hieß er, soviel war bekannt - an ihnen vorbei. Wieder öffnete sich das Außentor und er huschte hindurch, höchstwahrscheinlich froh, diesen finsteren Gesellen entkommen zu sein. Kurz bevor sich das Tor schloß, schrie er trotzig »Mein Vater wird euch finden!« hinein. Dann standen sie wieder im Halbdunkel.
    »Jaja, dein Vater«, brummte Esteban zu sich selbst.
    Dann wandte er sich an seine Gefährten.
    »Wir müssen dieses Tür überwinden. Ich schlage vor, wir versuchen, die Zinnen dort oben zu erreichen.«
    Er wies nach oben, wo links un rechts der Längsseiten des Eingangssales Zinnenfenster Licht hinein ließen. »Mit Seil und Wurfanker sollte das Hindernis zu überwinden sein. Ich rechne damit, daß das zweite Tor von innen einen Verschlußmechanismus hat. Irgendwelche Riegel in Balkengröße. Diesen Mechanismus sollten wir auslösen und verkeilen, so daß er von außen nicht mehr zu öffnen sein wird. Die Widarer werden sich bald hierher kommen und ich weiß nicht, ob die Furcht vor der Zitadelle so weit reicht, um ihre Schritte vor der Festung zu stoppen, nur weil der Sohn des Thanes wieder unter ihnen weilt. Durchaus möglich, daß sie sich bis in die Festung trauen, um Rache an seinen Entführern zu nehmen.«
    Die Gefährten begannen, einen Wurfanker bereit zu machen, um sich über die Zinnen Zugang zum Inneren der Feste zu verschaffen.

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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Drei Anläufe brauchte Troan, bis er mit dem Halt des Wurfankers zufrieden war. Er zog nochmals probehalber daran und nickte zufrieden, während die rothaarige Kriegerin Taeris ihre Waffen und den Beutel übergab. Es war ein seltsames Gefühl ohne die stetigen Begleiter. Nur die Dolche behielt sie auf dem Leib. Dann kletterte sie los, was ihr ohne die Rüstung deutlich leichter fiel. Dies war aber der einzige Vorteil davon, dass sie ihr abhanden gekommen war – gut abgesehen von dem Detail, dass sie sonst ertrunken wäre, als Medin mit ihr über Bord gesprungen war.
    Das und noch viel mehr dachte sie, als sie sich an dem Seil hochhangelte. Es war anstrengend und bald trat ihr der Schweiss auf die Stirn. Ihre Hände wurden zittriger und sie schwor sich in Zukunft noch härter zu trainieren. Wie jedes Mal bei vergleichbaren Gelegenheiten. Zum Glück wusste sie gut genug, dass das Gefühl sich bald nicht mehr halten zu können trog. Sodass sie keine Todesängste auszustehen hatte, sondern sich mit einer weiteren Willensanstrengung hoch zog, bis sie die Zinne erreichte. Mit zittrigen Armen zog sie sich durch die Luke, überprüfte den Halt des Hakens und meldete ihren Gefährten:

    Ich bin oben. Es ist weiter, als gedacht. Wollt ihr es ebenfalls auf diesem Weg versuchen, oder soll ich mal etwas an dem Mechanismus herumspielen?

    Die Worte hallten an den Wänden wieder und hätten sie wohl erschreckt, wenn sie nicht gewusst hätte, dass sie sowieso schon lange entdeckt worden waren, falle es denn Wächter gab.

    Versuchs mal mit dem Mechanismus.

    Kam es – sie schätzte von Taeris – zurück und da stellte sich schon die erste Frage. Wo war überhaupt dieser Mechanismus. Sie holte noch einige tiefe Atemzüge, dann kletterte sie auch schon weiter. Dieses mal auf der anderen Seite der Mauer. Dabei vermochte sie kaum etwas zu erkennen, sodass sie sich mehr auf ihren Tastsinn verlassen musste. Nur einmal wäre sie beinahe abgestürzt, doch diesseits der Mauer wäre ein Sturz zum Glück weniger schlimm gewesen, zumal sie dem Boden schnell näher und näher kam.
    Dann erreichte sie den Untergrund, fand ein treppenähnliches Gebilde, huschte zum Tor hinüber und ertastete den Riegel. In diesem Moment entfuhr ihr ein Schmerzensschrei, als sie etwas wie ein Blitz durchzuckte und sie zu Boden warf. Zitternd blieb sie dort einen langen Moment liegen, ehe sie wahrzunehmen glaubte, dass auf der anderen Seite jemand gerufen hatte.

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    Ein Zischen, gefolgt von einem dumpfen Aufprall. Dann Stille. Gebannt lauschten Taeris, Troan und Esteban und warteten auf ein Zeichen von Redsonja. Doch da war nichts. Weder öffnete sich das Tor, noch hörte man überhaupt etwas von der anderen Seite.

    “Sonja?!“

    Rief Taeris und blickte skeptisch zu den anderen. Doch keine Antwort folgte.

    “Hm… wenn ihr was passiert ist, haben wir ´n Problem.“

    Murmelte Troan und trat näher an das Tor heran. Taeris seufzte gequält und blickte die Mauer hinauf. Es war wohl kaum eine gute Idee, ihr nach zu klettern, um nachsehen zu gehen. Was, wenn ihr etwas zugestoßen war? Dann würde der nächste ebenso in sein Verderben laufen. Verdammt noch mal.. fluchte er in sich hinein und merkte kaum, wie schwer sich die Klingen der Kriegerin anfühlten, die in den Gurten hängend in der rechten Hand trug.

    “Wieso klettern wir nicht einfach alle rüber? Dann bleibt das Tor eben zu. Na und?“

    Sprach Taeris und drehte sich zu den anderen um. Ja…genau. Das wäre doch eigentlich von vornherein die bessere Lösung gewesen. Warum hatte man ihn nicht gleich gefragt?
    Sicherlich weil der Magier es um einiges komfortabler gefunden hätte, einfach durch das offen stehende Tor zu flanieren. Wobei Troan den Vorschlag gebracht hatte, sie solle es mit dem Mechanismus versuchen. Egal. Der Magier hatte Schuld. Das stand fest.

    Es kam keine Antwort. Weder von ihrer, noch von Sonja Seite der Mauer.

    “Klettern wir.“

    Seufzte Troan und machte sich als erster an den Aufstieg. Der Magier folgte ihm, ehe Taeris als Schlusslicht als letzter das Seil erklomm. Und er war es auch, der sich am schwersten dabei tat. Nicht, weil er nicht klettern konnte – das beherrschte er durch die ein oder andere dumme Aktion ganz gut – aber die Höhenangst machte ihm zu schaffen. Die Tatsache, dass man von hier aus einige der Mauern bereits überblicken und bis runter auf die See blicken konnte, war dabei wenig hilfreich. Der Boden unter ihm begann sich zu drehen und erschien noch weiter weg, als er es tatsächlich war.

    “Jetzt sag nicht du hast Höhenangst!“

    Rief Troan hinunter, während Taeris sich verbissen an dem Seil festklammerte.

    Gefühlte Stunden später war er endlich oben an den Zinnen angekommen und stützte sich etwas benommen an einer von ihnen ab.

    “Lasst uns…“ er schnappte nach Luft. Schweiß rannte seine Stirn herab. “…beim nächsten Mal das Tor nehmen…“ schnaufte er und streckte den Rücken durch.

    Der Abstieg von der Mauer gestaltete sich sogar noch schwieriger als der Aufstieg. Mit dem Unterschied, dass die Dunkelheit im Schatten der Mauer etwas von dem Schrecken der Höhe nahm.
    Beinahe wäre Taeris abgestürzt, was seinen Puls wieder stark in die Höhe katapultierte. Doch er versuchte sich zusammen zu reißen. Schließlich hatte sogar der Magier den Abstieg geschafft. Unten angekommen fanden sie Redsonja vor, die noch etwas beduselt vor dem Tor stand und sie irritiert an sah.

    “Hättest du nicht…was sagen können? Was ist denn passiert?!“

    Maulte Taeris etwas vorwurfsvoll und gab der Kriegerin ihre Klingen zurück. Doch sie murmelte nur etwas von alles in Ordnung und verstaute ihre Waffen.

    “Fasst das Tor einfach nicht an.“

    Sagte sie schließlich und wartete, bis sich die anderen von ihrer Klettertour erholt hatten.

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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Warte Taeris, wir müssen das Tor noch blockieren.

    Hielt Redsonja den Freund zurück, blickte die anderen an und ignorierte damit sein Gestänker. Troan hatte eben die Fackel wieder entzündet, damit sie sich einen Überblick verschaffen konnten.

    Es gab eine Art Entladung, doch zu sehen war nichts. Allerdings passierte dies erst, als ich Hand an den Riegel legte. Die Berührung des Umhangs scheint nichts ausgemacht zu haben.

    Teilte sie ihre Beobachtungen weiter mit, denn sie hatte mehr als Zeit genug gehabt das Tor feindlich anzustarren und zu analysieren, bis ihr Gefährten endlich hinüber geklettert waren.

    Etwas Isolierendes also.

    Sprach der Schwarzmagier die logische Schlussfolgerung aus. Dann war die Idee Holz zu verwenden schon da, doch verwarf die rothaarige Kriegerin den Gedanken dafür Estebans Stab zu verwenden gleich wieder. Vielleicht hing er ebenfalls an seinen Waffen. Kurz darauf liess ein hölzerner Stuhl sein Bein, das sich einigermassen mit dem Schliessmechanismus verweben liess. Mit einem weiteren Splitter blockierten sie noch die kleine Falle.
    Dann setzten sie ihren Weg fort. Schliesslich galt es nicht zu viel Zeit mit einer Tür zu verlieren, die sich auch umgehen liess und die Idee, dass dieses Tor so etwas wie einen Selbstverriegelungsmechanismus hatte, kam Redsonja erst viel später in den Sinn, als sie bereits auf den Turm zusteuerten.

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    Schnell ließen sie den Eingangsbereich nun hinter sich und befanden sich nun im Zugang zu einem weiten Hof, der, gesäumt von vier Türmen, die über Brücken mit dem donjonartigen Hauptturm verbunden waren, rund um diesen führte.
    »Wir müssen in einen dieser Türme an den Ecken der Festung. Von dort aus über die Turmbrücke in den Hauptturm. Irgend etwas muß uns dort drin erwarten. Etwas, das das Rätsel um diese Schwarzgewandeten in Vengard und Gorthar lösen wird«, hoffte Esteban. »Oder zumindest etwas, das uns wichtige Hinweise darauf gibt.«
    Der Magier stürmte vor, um den Hof zu überqueren bis zum nächstgelegenen Turm. Plötzlich durchzuckte ihn ein elektrisierendes Kribbeln.
    »Habt ihr das auch bemerkt?« Er blieb stehen, spüre nun aber nichts mehr. »Weiter!«
    Doch da waberte die Luft, ein flimmern wie eine Halluzination oder ein Rauschgebilde. doch weder war er berauscht noch halluzinierte er. Aus dem Nichts entsprang sein Spiegelbild, einige Schritte entfernt und verharrte - genau wie er.
    »Was bei Beliar ist das für ein Spuk?!«
    Er fasste seinen Stab fester in der Linken.
    Sein plötzlich aufgetauchter Doppelgänger tat es ihm gleich, nur daß sich sein Stab in der Rechten befand - spiegelbildlich.
    »Ein weiterer Schutzzauber! Und wir sind hineingetappt«, ärgerte er sich.
    »Wartet, geht nicht weiter«, rief er seinen Kameraden zu, doch es war schon zu spät, auch sie waren einige Schritte in den Hof hinein gelaufen und aus dem Nirgendwo schälten sich zuerst die Umrisse, dann die ganzen Figuren von Taeris, Troan und Redsonja. Zuletzt nahmen sie die gleiche Position ein wie ihre Vorbilder und standen ihnen kampfbereit gegenüber.
    »Dies könnte schwierig werden«, seufzte der Magier. »Wir kämpfen gegen uns selbst. Anders werden wir sie nicht mehr los, fürchte ich.«
    Er machte einige vorsichtige Schritte nach links. Sein magischer Gegner folgte ihm in der gleichen Weise. »Vielleicht haben sie eine Schwachstelle. Ihr selbst kennt euch am besten. findet eure eigenen Schwächen und nutzt sie aus.«

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    Warum kämpfen?

    Sprach Redsonja die ketzerischsten Worte aus, die eine Kriegerin ihres Schlages zu sagen vermochte. Sie fühlte sich auch beinahe etwas beschämt.

    Mal schauen wie lange sie Geduld haben. Bis wohin folgen sie uns wie Spiegelbilder und ab welchem Punkt fallen sie über uns her?

    Esteban lächelte ein für die Schwertmeisterin durchschaubares Lächeln, während Taeris und Troan die Schultern zuckten. Ein Versuch war es wert. Dieses Mal beanspruchte allerdings Taeris den Anfang zu machen.

    Nicht, dass wir dich wieder schreien hören müssen.

    Bemerkte er fast schon liebevoll – also für seine Verhältnisse. Auf jeden Fall näherte er sich seinem eigenen Ebenbild und stiess unweigerlich mit ihm zusammen, machte einen Schritt zur Seite und das Ebenbild tat es ihm gleich. Es versperrte ihm den Weg. Auch, als er es schneller versuchte. Redsonjas Ebenbild lachte ihn dabei aus. So kehrte er unverrichteter Dinge zu seinen Begleitern zurück. Was nun? Original und Kopie wirkten gleichermassen ratlos.

    Also doch keine friedliche Methode? Soll keiner behaupten ich hätte es nicht zumindest versucht. Aber eigentlich muss nur einer sein Ebenbild los werden. Danach hat er freie Hand und kann die anderen beseitigen oder festhalten? Die Frage ist kann einer von uns sein Abbild verschwinden lassen, ohne selber zu sterben? Wer würde das wagen? Ginge es vielleicht mit Magie?

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    Troan schüttelte den Kopf, starrte angestrengt auf sein eigenes Spiegelbild, welches folglich ebenfalls angestrengt zurück starrte.

    "Logischerweise würde sein Spiegelbild auch zaubern und das könnte umso schlimmer enden, oder?", meinte Troan und blickte zu Esteban.

    "Also, entweder finden wir etwas, dass wir tun können, unser Spiegelbild aber nicht..."

    Troan rätselte etwas weiter, schliesslich grinste er breit und drehte sich um. In dem fahlen Licht seiner Fackel starrte er den Weg entlang, den sie gekommen waren. Dann wandte er sich seinen Gefährten zu, das triumphierende Grinsen war ihm noch immer ins Gesicht geschnitten. Nun durfte er mal die grandiose Idee haben...

    "Wir müssen etwas tun, dass unsere Spiegelbilder aus Prinzip nicht können", begann er und bewegte sich schliesslich zurück. Erwartungsgemäss entfernte sich das Spiegelbild ebenfalls von ihm selbst.
    "Alles was diesseits des Spiegels - wenn ich die Linie mal so nennen darf - liegt, können unsere Ebenbilder niemals erreichen. Wenn wir hier also etwas finden, was wir als Waffe benutzen können...", fuhr er fort und hob nun die Schaufel auf, die am Rande des Hofes herum lag, "sollte mein Spiegelbild immer noch mit leeren Händen dastehen."

    Nun drehte sich Troan wieder um und blickte auf sein Spiegelbild: Tatsächlich stand der andere Troan genauso da, als würde er eine Schaufel erhoben in den Händen halten, doch seine Hände waren leer. Es schien zu funktionieren. Troan ging zurück und stellte sich nun breitbeinig vor sein Ebenbild, bereit zum Schlag. Doch nichts passierte - er zögerte.

    "Ich gebe zu, es braucht etwas Überwindung sich selbst den Schädel mit einer Schaufel einzuschlagen", erklärte Troan und blickte sich selbst weiterhin ins Gesicht. Dann sahen die anderen, wie das Spiegelbild die Augen schloss und die Schaufel schliesslich herabsauste...es knackste hässlich.
    Last edited by Troan; 26.02.2010 at 22:23.

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