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  1. #41 Reply With Quote
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    Aug 2006
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    LorDanien
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    Laufzeit: ca. 93 Minuten
    Genre: Action-Thriller
    Regie: Pierre Morel
    Darsteller: Liam Neeson, Maggie Grace
    Gesehen auf: Deutsch

    Kinostart: 19. Februar 2009

    Inhalt:
    Elite-Soldat Bryan geht in den Ruhestand um die Zeit mit seiner Tochter wieder aufzuholen, die während des Militärdienstes schon seine Ehe gekostet hat. Äußerst widerwillig gibt er das Einverständnis, dass seine Tochter Kim mit einer Freundin alleine nach Paris reisen darf. Und als hätte er es nicht schon geahnt, wird das Mädchen prompt entführt, als es in Frankreichs Hauptstadt landet…

    Kritik:
    Ich wollte den Film eigentlich gar nicht gucken, da er so gar nicht interessant erschien. Wie Langeweile und ein verlockendes Angebot aber nun mal ihren ganz eigenen Glanz haben, obsiegte die Verlockung. Ich kann nicht sagen, dass der Film besser ist, als ich erwartet hatte, aber was ich sagen kann, ist, dass ich ziemlich gut unterhalten wurde.

    Die Story ist kein Meisterstreich, selbst wenn man bei dem Namen Luc Besson vielleicht etwas mehr erwartet hätte. Naja gut, »Das fünfte Element« und »Léon, der Profi« sprechen für ihn, das meiste Andere eher nicht, aber ich wollte seinen Namen doch schon erwähnt haben. Ein Vater, selbstverständlich Ex-Elite-Soldat, der umbringen kann wen und wie viel er will und der es trotz seines Alters noch mit ganzen Privatarmeen aufnimmt, geht auf die Suche nach seiner entführten Tochter und gleichzeitig auf die Jagd nach ihren Entführern. Das einzige Mal, wo diese Art von Geschichte mal wieder etwas originell dargestellt wurde, war »Stirb Langsam 4.0«. Und, wenn man so will, »Phantom Commando«. Geradezu alles ist dadurch auch schrecklich vorhersehbar und Spannung entsteht ausschließlich durch die Action-Sequenzen, an denen es aber zum Glück nicht mangelt.

    Es vergeht kaum ein nennenswerter Zeitraum, indem Kampfmaschine Liam Neeson (was mir irgendwie immer noch nicht so ins Bild passen will) nicht irgendwem das Nasenbein zertrümmert, irgendetwas kaputtfährt oder irgendwen erschießt. In erster Linie gibt es allerdings die ordentlichen Kampfszenen, die aber wegen Neesons… sagen wir mal, un-elite-soldatigen Körper teilweise etwas (sehr) unglaubwürdig erscheinen. Er ist ohnehin ziemlich überzogen (vielleicht war der Vergleich zu »Phantom Commando« doch nicht so unangebracht^^) und lebt auch davon. Wie als Eigenparodie wird die betreffende Hauptfigur im Film auch ein Mal mit »Rambo« betitelt. Kein Wunder, der Bodycount geht schon in die richtige Richtung und die zahlreichen Verletzungen, die Protagonist Bryan völlig kalt lassen, erinnern auch irgendwie an Sylvester Stallones berühmteste Rolle. Oder Arnie in »Phantom Commando«! Aber wie gesagt, die ganze Action macht schon ziemlich Spaß und unterhält köstlich. Und obgleich der Filmtitel etwas anderes befürchten lässt, geht der Streifen doch nur knappe anderthalb Stunden, die einem nicht im Geringsten zu kurz vorkommen.

    Schauspielerisch war das Ganze dann aber auch wieder eher Durchschnitt. Liam Neeson war ganz ordentlich, nur halte ich ihn eben für eine recht grobe Fehlbesetzung. Zusätzliches Vergnügen bereitete mir dafür Famke Janssen, bei der ich jedes Mal darauf gefasst war, dass sie ihre psychokinetischen Kräfte aus »X-Men« einsetzt. Was wohl mal wieder zeigt, wie gewisse Rollen Schauspieler mäßiger Bekanntheit prägen können. Joar, und der Rest… waren Franzosen.

    Der Film ist also keineswegs brillant oder auch nur nah dran, die Story ist pappig, die Figuren noch viel mehr, aber die Action ist erste Sahne. Daraus folgt, dass der Streifen kurzweilig ist und durchaus zu unterhalten weiß, auch wenn ich persönlich mich nicht mehr sehr lange an ihn erinnern werde. Ehrlich gesagt habe ich jetzt schon eine Menge vergessen, obwohl das Anschauen erst zwei Tage her ist. So kann’s gehen…

    Bewertung:
    Darsteller: 7/10 (nichts umwerfendes und Neeson eher fehlbesetzt)
    Plot: 2/10 (Elite-Soldat sucht entführte Tochter… originell!)
    Effekte: 9/10
    Anspruch: 2/10
    Gesamteindruck: 7/10 (nicht unterhaltsamer als »Death Race« z.B., aber doch irgendwie qualitativ hochwertiger… ein bisschen zumindest)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 8.0)
    Link zum Trailer
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  2. #42 Reply With Quote
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    Jul 2003
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    Kinostart: 08.05.2003
    Genre: Krimi/Drama/Thriller
    Regie: Fernando Meirelles, Kátia Lund
    Darsteller: Alexandre Rodrigues, Leandro Firmino, Phellipe Haagensen
    FSK: 16

    Inhalt: Die "Stadt Gottes" ist der übelste Stadtteil von Rio de Janeiro, hier ist Gewalt und Verbrechen an der Tagesordnung. Hier wächst Buscapé auf, der davon träumt Fotograf zu werden. Und sein Jugendfreund Löckchen, der ganz andere Pläne hat, nämlich der "Boss" zu werden, der größte Gangster der ganzen "Stadt Gottes". Jahre später hat Löckchen, jetzt Locke, sein Ziel quasi erreicht, doch seine psychopathische Natur bringt im Probleme ein und löst einen Bandenkrieg aus, in den auch der friedliebende Buscapé hineingezogen wird...

    Kritik: Wer mich ein bißchen näher kennt oder wahlweise auch mein Review zu dem mittlerweile mit acht Oscars ausgezeichneten "Slumdog Millionaire" (krieg ich das Kotzen ey) gelesen hat, der dürfte wissen, dass ich mich mit Händen und Füßen gewehrt hab, mir diesen Film anzusehen. Ich wollte nicht. Ne, echt nicht. Nicht mal für Geld oder so. Naja, dafür vielleicht doch. Kommt halt auf die Summe an. Aber egal, Fakt ist: Ich mag keine Gangsterfilme, ich mag keine Filme die in irgend welchen Drittweltländern spielen, ich mag keine Pseudo-Biographien und echte auch nicht (ja ja, das hier basiert auf Tatsachen). Ich mag keine "unangenehmen" Dramen (also so was wie dieser Schwurbel mit Jake Gyllenhaal und Jennifer Anniston, "The Good Girl", oder "The Door in the Floor", den ich zu ähnlicher Zeit sah) und ich mag vor allem keine Filme, von denen mir vorher schon lang und breit vorgekaut wird, was ich eigentlich davon zu halten habe, dass ich ja so betroffen sein soll oder so begeistert oder was weiß ich. Kurzum: Ich mag "City of God" nicht, denn auf den trifft so ziemlich alles, was ich da oben ausführte, zu.
    Trotzdem wollte das Schicksal es wohl so, dass ich mir den Krempel heute abend anschaue, denn mein Mitbewohner schlug vor, sich mal wieder einen Kinski anzutun (ich glaube der letzte, den wir sahen, war "Sartana - Töten war sein täglich Brot" und da hatte Kinski nur eine relativ kleine aber verfickt coole Rolle, wenn ich das mal so sagen darf), ich erklärte mich einverstanden, aber irgendwie kamen wir dann doch wieder drauf, den anzusehenden Film auszuwürfeln. Also suchte jeder drei raus (meine drei waren "Casshern", "Interstate 60" und aus der Werner-Herzog/Klaus-Kinski-Collection "Cobra Verde", mein Mitbewohner schüttelte "City of God", "Oldboy" und ebenfalls aus der Collection das Remake von "Nosferatu" aus dem Ärmel) und dann fiel der Würfel. Eine vier. "City of God". Fuck.
    Okay, bringen wir's lieber schnell hinter uns... Was stimmt nicht an "City of God"? Zum Ersten hätten wir da einen ziemlich drögen Anfangspart, hier zeigt das Pacing des Films sich von seiner schlechtesten Seite, der Erzählfluss ist etwas holprig und deswegen war ich schon nach kurzer Zeit etwas genervt. Weiterer Knackpunkt: Die Dialoge sind über weite Strecken einfach nur zum Schreien schlecht. Zugegeben, ich hab keine Ahnung wieviel da die deutsche Dialogfassung versaubeutelt hat, aber ehrlich, gut ist anders. Die Synchro konnte dafür einiges, ich musste trotzdem etwas schlucken, als ich merkte, dass Buscapé von Xavier Naidoo gesprochen wurde... Nein, halt, böser Count, böser Count, wir wollten nichts positives sagen, zurück zu den Kritikpunkten!!! Das verkorkste Pacing hielt sich hartnäckig, man gewöhnte sich mit der Zeit zwar an die verschachtelte Erzählweise des Films, trotzdem wurden immer wieder Szenen eingeflochten, die das Ganze einfach künstlich streckten und wesentlich langatmiger machten, als nötig gewesen wäre. Auch die Kamera hatte ihre Aussetzer, vor allem in den schnelleren Szenen wurde hier mehr gewackelt und geschlampt als gut ist. Und letzten Endes versagt der Film über weite Strecken, was den "Schock-Effekt" angeht (also falls es seine Intention war, den Zuschauer mit den schlimmen verhältnissen in der "Stadt Gottes" ungeschminkt zu konfrontieren, denn das ist nur in den seltensten Fällen aufrüttelnd oder ergreifend, dazu ist die Hälfte des Films einfach zu "slick", zu cool...). Was mir aber am aller sauersten aufstieß war ein erneutes Aufgreifen der sehr holprigen Erzählweise in den letzten Minuten des Films. Eigentlich würde ich es als sehr wundersame Autorenfantasie beschreiben, aber Hölle noch eins, das Ding basiert ja auf Tatsachen, also muss es so passiert sein. Dementsprechend ist der mit aller Macht noch in den Film geprügelte Twist in den letzten Minuten nicht schlecht ausgedacht sondern einfach nur schlecht geschrieben.
    Damit hat sich's aber auch schon, denn obwohl alle Zeichen auf Sturm standen und ich den Film von Rechts wegen eigentlich scheiße finden müsste: Das Ding ist gut. Nicht sehr gut, nicht überragend, nicht der beste Film aller Zeiten, einfach nur durch und durch gut. Der Film erzählt eine interessante Story, die zwar nicht sonderlich originell ist und eigentlich auch ziemlich vorhersehbar, sich außerdem ein paar merkwürdige Dummheiten leistet (die größte davon wohl Lockes tolle "Pläne", die allseits gelobt werden und meistens auf ein "Gehen wir vorne rein und wedeln mit unseren Kanonen" hinauslaufen... genial, haddu dir das selbst ausgedacht?), aber den Zuschauer (im Gegensatz zu dem Blödfug, den "Slumdog Millionaire" verzapfte) durchgehend bei der Stange hielt. Ein wenig erschwert der Film sich selbst das Leben, da seine "Hauptfigur" über weite Strecken nur kommentierender Betrachter der ganzen Situation ist und die Protagonisten der quasi in Episoden erzählten Plotte oft und gerne wechseln (Buscapé selbst tritt erst ab der 60 Minuten Marke wirklich aktiv auf), aber da lässt das Drehbuch wieder seine Muskeln spielen, es bringt einem die Figuren verdammt schnell und auch sehr geschickt nahe, so dass man sich eigentlich nur selten ärgert, dass man gerade nicht den "Helden" beobachtet, weil doch eigentlich immer jemand auf dem Bildschirm zu sehen ist, dessen Schicksal irgendwie interessiert. Sei es eben Buscapé, der "nette Gangster" Bene, Locke, Cabaleira, Mané oder wer weiß ich, irgendwie wachsen sie einem doch alle ans Herz (was ich irgendwie bedenklich finde, denn fast alle davon sind Gangster, teilweise sogar Mörder und Soziopathen).
    Das könnte sich wohl auch auf einer anderen Sache begründen, die "City of God" "Slumdog Millionaire" bei weitem voraus hat: gute Darsteller. Bekannt sind nur die wenigsten davon (Angélica-Darstellerin Alice Braga spielte zwar in "I Am Legend" mit, aber sonst...), zumindest in unseren Breitengraden, gut sind trotzdem alle. Tatsächlich fällt mir jetzt auf Anhieb niemand ein, den ich gerne anders besetzt haben würde, sei es Alexandre Rodrigues als Buscapé (der zu Zeiten der Dreharbeiten gerade mal 19 war, aber irgendwie wesentlich älter aussah), Leandro Firmino als Locke, Matheus Nachtergaele (sau cooler Name, wenn ihr mich fragt) als Karotte oder wer auch immer, die ganze Darstellerriege (inklusive der relativ zahlreichen Kinderdarsteller) verkörperte ihre Rollen mit der nötigen Hingabe und dem Herzblut, das man für so eine Produktion braucht.
    Das ist aber nicht das einzige in Sachen Production Values, was man bezüglich "City of God" positiv hervorheben kann. Die Sets des Films sind zwar alle relativ gleichförmig, bis auf wenige Ausnahmen (die Disco mit dem gräslichen Blitzlicht zum Bleistift) aber bestens gelungen, vor allem die "Stadt Gottes" in den 1960er-Jahren (also diese staubigen, reihenweise aufgestellten Hütten) machten rein atmosphärisch eine ganze Menge her. Auch in den späteren Szenen konnten die Straßen von Rio ziemlich glänzen, beziehungsweise eben nicht. Der heruntergekommene Look war schon ziemlich nett. Auch musikalisch wurde ganze Arbeit geleistet und meistens (nicht immer) ist die Kameraarbeit auf sehr gutem Niveau. Und auch die wenigen eingestreuten Actionszenen wissen durchaus zu überzeugen, vor Allem der Showdown macht einiges her, auch wenn ich mir hier eine raschere, kompromisslosere Abhandlung des Geballers gewünscht hätte, das war in Ansätzen zwar so kompetent, dass ich davor niederknien würde, allerdings fehlte doch etwas die Wucht dahinter.
    Egal, viel mehr kann man über "City of God" auch gar nicht mehr schreiben, denn der Film macht zwar nicht alles perfekt, aber doch eigentlich so gut wie alles gut und die guten Seiten, derer da ziemlich viele sind, lassen gerne über die Mängel hinweg sehen. Allerdings muss ich jetzt auch direkt relativieren: Der Streifen ist keiner, den ich mir noch in regelmäßigen Abständen ansehen werde, er hat mich zwar nicht schlecht unterhalten, aber bietet doch ziemlich wenig Anreiz, ihn noch mal in Augenschein zu nehmen. Vielleicht in ein paar Jahren mal wieder, aber ansonsten...
    Kommen wir zum Fazit: Ich war von "City of God" sehr angenehm überrascht. Er war zwar eigentlich so, wie ich ihn erwartet hatte, aber doch wesentlich besser und überflügelt "Slumdog Millionaire" ohne Zweifel um Längen. Zwar hat er ein paar Mängel, vor Allem was Dialoge und Pacing angeht, aber er unterhält einfach ziemlich gut und erzählt eine interessante Geschichte. Was will man mehr? Wenig, würde ich sagen. "City of God" wird zwar nie in der Liga meiner Lieblingsfilme mitspielen, trotzdem kann ich den Film quasi uneingeschränkt weiterempfehlen.

    Einzelwertungen
    Darsteller: 09/10 (gefielen mir allesamt ausgezeichnet)
    Plot: 07/10 (gut und spannend, teilweise etwas holprig erzählt und am Ende mit ein paar ärgerlichen Ideen)
    Effekte: --/10 (von den Effekten her ist hier nicht viel los, abgesehen von ein paar toten Hühnern)
    Anspruch: 06/10 (der Film macht seinen Punkt eigentlich ziemlich unumwunden klar, der Versuch die Missstände in Rio anzuprangen scheitert aber von vorneherein)
    Gesamteindruck: 7.5/10 (rundum ganz guter Film, hätte ich nicht gedacht)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 8.8)
    Link zum Trailer
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  3. #43 Reply With Quote
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    Kiss Kiss, Bang Bang

    [Bild: 012569586710.jpg]

    Laufzeit: ca. 99 Minuten
    Genre: Krimikomödie
    Regie: Shane Black
    Darsteller: Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan
    Gesehen auf: Deutsch

    Kinostart: 20. Oktober 2005

    Inhalt:
    Kleinkrimineller Harry Lockhart landet durch Zufall bei einer Flucht in einem Casting und überzeugt die Leute aus Hollywood ihn mitzunehmen. Zur Recherche seiner Rolle in seinem ersten Film begleitet er den schwulen Privatdetektiv Gay Perry und wird prompt Zeuge eines Mordes. Zu allem Überfluss trifft er auch noch seine Jugendliebe Harmony wieder, die den vermeintlichen Selbstmord ihrer Schwester aufklären will…

    Kritik:
    Beim dritten (oder war es inzwischen gar der vierte?) Anlauf habe ich es nun endlich geschafft, diesen Film bis zu Ende anzuschauen. Ich weiß nicht mehr genau, warum ich den Streifen früher immer ab der Hälfte oder sogar noch früher abgestellt hab, aber es war doch gut, ihn wenigstens ein Mal durchzustehen. Grund zu meinem Sinneswandel war übrigens die Oscar-Verleihung, auf der Robert Downey Jr. mal wieder äußerst sympathisch rüberkam. So hatte das lange Aufbleiben wenigstens einen kleinen Sinn.

    Ich kann nicht sagen, dass ich – wie manche andere – hellauf begeistert von dem Film bin, auch wenn sich meine Meinung über ihn grundlegend gewendet hat. Er ist unterhaltsam, hat viele geniale Ideen und einen sehr eigensinnigen, skurrilen Humor. Ich denke bei Letzterem vor allem an die herrlich abgedrehten Dialoge, primär in der ersten Hälfte des Films, die vielleicht nicht zu einem Lachkrampf führen, aber einen durchaus schmunzeln lassen. Sie entstammen einfach einer sehr fähigen Feder und der Autor kann verdammt stolz auf sich sein. Im Übrigen gibt es wohl noch den wohl genialsten Schnitt in der Filmgeschichte, der mein persönlicher Höhepunkt im Film ist. Er folgt auch unmittelbar bevor Harry und Harmony ihren Höhepunkt erreichen – wunderbar genial!

    Auch zu dem Humor zählen würde ich die Story an sich. Wenn ich mir Gedanken über einen Film mache, versuche ich dabei eigentlich immer, so viele Klischees wie möglich auszumerzen oder zu überspielen. »Kiss Kiss, Bang Bang« macht etwas Ähnliches – er parodiert Klischees. Sei es nun eine eingerollte Leiche, die aus dem fünften Stock in einen Müllcontainer fällt, ein Gegenstand in der Brusttasche, der eine Kugel abfängt oder ein eiskalter Spruch, der einen Fummler vertreiben soll. Doch obgleich seiner Skurrilität und seinem eigenwilligen Humor, ist der Film nicht albern, sondern viel mehr eine Krimikomödie auf beträchtlichem Niveau. Vor allem die Grundstory um die Morde ist ausgeklügelter, als man es im Laufe des Films denken würde und die Auflösung kam – zumindest für mich – eher überraschend. Gut, »überraschend« ist etwas rosig ausgedrückt… der Fall stand für mich ohnehin eher im Hintergrund. Ich errate den Mörder meistens sowieso entweder durch Willkür oder gar nicht, da konzentriere ich mich lieber auf den Witz.

    Schauspielerisch ist das Ganze auch nicht minder genial. Robert Downey Jr., der Grund für das Anschauen dieses Films, hat keinesfalls enttäuscht und vor allem durch seine Mimik bewiesen, warum er inzwischen einer meiner Lieblingsschauspieler ist. Val Kilmer als schwuler Privatdetektiv war auch erste Sahne – vor allem weil er nicht dieses »Traumschiff Surprise«-schwul verkörperte, sondern einen ganz normalen Mann, der seine sexuelle Ausrichtung nur durch minimale Zeichen vermuten lässt – die meist so minimal sind, dass sie nur auffallen, wenn Harry dazu eine Bemerkung fallen lässt. Michelle Monaghan spielt nicht mal annähernd in der Liga der beiden, aber sie macht ihren Job, passt gut rein und ist auch schön anzusehen – vor allem im Weihnachtskostüm (oder ohne).

    Jetzt muss ich natürlich auch noch begründen, warum ich den Film für nicht so überragend halte, wie er teilweise gehandelt wird. Und das fällt doch überraschend schwer. Sein Humor ist wirklich genial, was aber nicht heißt, dass man die ganze Zeit durch lachen muss. Ganz im Gegenteil, ich würde fast sagen, dass man für eine Komödie eher weniger zu lachen hat. Wie oft ich laut lachen musste, kann man an einer Hand abzählen und das Schmunzeln lässt sich mit den Fingern an der zweiten Hand abrechnen. Sicher, der Film ist nicht albern und will es auch nicht sein, aber ich hätte nichts gegen zwei/drei Lacher mehr einzuwenden gehabt.

    Und der Grund, warum ich wahrscheinlich bei den ersten beiden Anläufen verfrüht ausgeschaltet habe, ist die Tatsache, dass sich der Film stellenweise etwas zieht, obwohl er gerade mal 99 Minuten ausfüllt. Er wird nicht richtig langweilig, aber ich hatte schon den Eindruck, dass er etwas länger wäre, als er tatsächlich war. So ist es eben immer bei einer Mischung aus einem ernsten Genre und Comedy – wenn einen die Spannung nicht die Fingernägel in den Sessel bohren lässt, muss der Humor dafür sorgen, dass dem Zuschauer nicht langweilig wird. Und wenn der Film aber nicht zu albern werden möchte, muss er darauf verzichten und die Lücke bleibt.

    Trotz allem ist der Film wirklich genial und allein wegen der Klischeeparodien, dem sehr eigenwilligen Humor und den fantastischen Hauptdarstellern ist er das Ansehen wert. Ich kann ihn nur empfehlen und bereue es inzwischen, ihn nicht sofort durchgeschaut zu haben.
    Naja gut, so reumütig bin ich auch wieder nicht.


    Bewertung:
    Darsteller: 9/10
    Plot: 6/10
    Effekte: -/10
    Anspruch: 6/10
    Gesamteindruck: 8/10

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.9)
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  4. #44 Reply With Quote
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    DVD-Start: 13.03.2009
    Genre: Komödie/Horror
    Regie: Bruce Campbell
    Darsteller: Bruce Campbell, Grace Thorsen, Ted Raimi
    FSK: 16

    Inhalt: In der Kleinstadt Goldlick erwecken vier Jugendliche aus Versehen den chinesischen Kriegsgott Guan-Di, der dort seit einem Minenunglück in Schlummer begraben lag. Drei beißen ins Gras, der vierte, Jeff, entkommt. Zum Glück ist er der größte Bruce Campbell Fan, den es überhaupt gibt, also weiß er, was zu tun ist: Bruce muss her um die Situation zu retten. Dummerweise hat Bruce Campbell seinen Zenit schon längst überschritten. Er spielt nur noch beschissene Rollen, säuft wie ein Loch, ist fies zu seinen Freunden und Fans und eigentlich kann ihn überhaupt niemand mehr leiden, außer Jeff halt...

    Kritik: Ja ja, ich bin ein Fankiddy, ich weiß, ich verehre Bruce Campbell schon seit meiner frühsten Kindheit (naja, vielleicht nicht ganz, aber zumindest seit ich zum ersten Mal "Die Abenteuer des Brisco County Jr." sah, was schon ziiiiemlich lange her ist), ich liebe die "Tanz der Teufel"-Trilogie, ich hab sogar "Maniac Cop" und "Alien Apocalypse" auf DVD (ersterer ist gar nicht so übel, zweiterer ziemlicher Schrott, aber... Bruce Campbell, hell yeah!!!). Und auch ansonsten finde ich, dass der Mann mit Filmen wie "Bubba Ho-Tep" Großes geleistet hat, sogar sein Gastauftritt in "Sky High" war verdammt cool und in Interviews und bei sonstigen Gelegenheiten präsentierte er sich immer als angenehmer, humorvoller Zeitgenosse. Deswegen war ich auch von Anfang an total euphorisch, als ich zum ersten Mal von "My Name is Bruce" hörte, einem Film von und mit dem Meister himself. Und er spielt niemand geringeres als: sich selbst. Naja, nicht wirklich, eigentlich eher eine sehr abgewrackte, bösartige Version von sich selbst, aber ansonsten wäre der Film ja langweilig. Jedenfalls dauerte es eine ganze Weile, bis der Streifen dann endlich über den großen Teich hier her schwappte, mehr als das, auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist der Film erst seit kürzester Zeit zu haben. Er lief zwar auf ein paar Fantasy-Filmfests, aber eine Kinoauswertung wurde ihm verwehrt. Am 13. März erscheint jetzt aber die Kauf-DVD und ich merkte erst vor kurzem, dass das Ding schon seit Ende Januar im Verleih zu haben ist. Ein unverzeihlicher Fehler, der also schnellstmöglich wieder gutgemacht werden wollte, also schnappte ich mir heut abend (äh... also, ihr wisst schon, war schon nach zwölf und so, Zeitangaben sind nicht so meins) meinen Mitbewohner, der kein Bruce Campbell Fan ist, und holte das ganze nach.
    Man kann über Bruce sagen was man will, seine bisherige Regiearbeit war keine sonderliche Glanzleistung. Denn das erste und bis dato einzige Mal, dass er hinter der Kamera saß, war bei "The Man with the Screaming Brain", einer leidlich lustigen Variante des Steve Martin Kloppers "Der Mann mit den zwei Gehirnen" (der war auch nicht so der Brüller, hatte aber so seine Momente), gedreht im schönen Bulgarien weil's da billiger ist. "The Man with the Screaming Brain" war wie gesagt nicht so besonders groß und deswegen versprach ich mir von der technischen Seite von "My Name is Bruce" jetzt nicht so die Höhenflüge, aber ich war angenehm überrascht. Bruce schafft es tatsächlich das Ding straff zu erzählen, ordentlich Tempo reinzubringen und dabei auch noch sehr ansehnlich aussehen zu lassen. Es ist zwar niemals nicht High Budget Material, aber ich hab im Kino schon viel schlechteres gesehen ("The Drummer" zum Bleistift... oh Gott). Noch dazu hat der Film ein nettes Timing was Scherze angeht, die Gagdichte ist angenehm hoch und die meisten davon ziehen auch. Der Humor ist übrigens sehr sauber, hier wird selten auf coitalen Dingen oder Fäkalien herumgeritten, schön so.
    Was aber wohl größtenteils ein Verdienst von Drehbuchautor Mark Verheiden (schrieb auch "Die Maske" und die "Timecop"-Comics) ist, der hat sowieso ein extrem schickes Screenplay gebastelt, wobei ich mich stark fragen muss, in wiefern Campbell selbst seine Finger im Spiel hatte. Der Grundgedanke des Films hat zwar ganz ordentlich "Galaxy Quest" gebüffelt (wobei ich den noch ein Quentchen besser finde als "My Name is Bruce") und die Monsterplotte, die hier runtergekurbelt wird, kann man auch nicht gerade "ganz besonders inspiriert" nennen, aber die Details sind es, die hier so viel Freude bereiten. Und wenn ich "Details" sage, dann meine ich "Heilige Scheiße, es geht um Bruce Campbell, kann man den Film nicht lieben?". Tatsächlich scheint der Film auch bei Leuten zu ziehen, die den guten Bruce jetzt nicht so sehr verehren (mein Mitbewohner meinte hinterher, dass dies wohl Campbells bester Film gewesen wäre, ich stimme nicht ganz zu, aber gutt), aber für richtige Fans des Mannes hält der Streifen so viele nette kleine Anspielungen, Witzeleien, coole Momente, etc. pp. bereit, das ist einfach nur prächtig, wie Verheiden hier eine reminiszente Szene nach der anderen, eine um die andere coole Idee aus dem Ärmel schüttelt. Es macht halt einfach Freude, wenn man so viele Bruce Campbell Filme gesehen hat, nur um hier wieder daran zurück erinnert zu werden. Seien es Verbeugungen vor Großtaten wie der "Tanz der Teufel"-Trilogie oder eben "Bubba Ho-Tep" oder eben die kleinen, weniger bekannten Streifen, wie "Dome 4" (den ich mir noch anschauen muss... Bruce als Bösewicht, yeehar) oder natürlich "Die Abenteuer des Brisco County Jr.", es passt alles und lässt das Fanherz höher schlagen. Leider schleichen sich allerdings auch ein paar Mängel in das Skript ein, den schlimmsten kehrte LorDi schon in seinem Review heraus: Die Wandlung des Protagonisten vom selbstmitleidigen Arsch zum coolen Actionhelden verläuft viel zu schnell und unmotiviert. Tatsächlich hätte der Film hier und da etwas mehr Laufzeit benötigt, zum Bleistift um Bruceys Beweggründe besser herauszukehren oder aber als Vorbereitung auf die erste Konfrontation mit Guan-Di (das ist immer so eine leidige Sache, ich mag es nicht, wenn Filme dieser Art an "einem Tag" spielen, das brach schon dem "Planet der Affen"-Remake gewaltig das Genick, wie Mark Wahlberg innerhalb von drei Tagen die Weltordnung auf den Kopf stellt...). Das ist aber kein so gravierendes Manko, genügend Scherze und Bruce Campbells cooles Auftreten reißen das wieder raus.
    Dem zuträglich natürlich die exzellenten schauspielerischen Leistungen. Leading Man ist wie gesagt ein weiteres mal Bruce Campbell, wie könnte es anders sein. Und er spielt sein abgewracktes, weinerliches Ich mit größter Hingabe und beweißt allein mit der Entscheidung, sich selbst derart zu parodieren, in meinen Augen ziemliche Größe. Wie irgendwann bei IMDB mal die Frage aufkam: Wer außer Bruce Campbell könnte wohl damit durchkommen, einen Film über sich selbst zu drehen? (Okay, die beste Antwort darauf war wohl: Kevin Bacon... recht hatte derjenige, Bacon ist aber auch eine der coolsten Säue von Hollywood, zweifelsohne. Apropos... kennt ihr schon den hier? I love it...) Ihm zur Seite steht ein größtenteils unbekannter aber nichts desto trotz äußerst talentierter Cast. Dem wahren Fan sollten natürlich Ted Raimi (Sam Raimis Bruder) und Ellen Sandweiss (spielte Ashs Schwester im ersten "Tanz der Teufel") bekannt sein, aber auch in den besseren Statistenrollen findet man ein paar wahre Perlen. Die beiden homosexuellen Dorfbewohner von Goldlick werden gespielt von Timothy Patrick Quill (der Schmied aus "Armee der Finsternis") und Dan Hicks (Jake aus "Tanz der Teufel 2")... Dreimal dürft ihr raten, wen die beiden meinen, den man anstatt Bruce Campbell hätte entführen sollen, um gegen Guan-Di zu kämpfen. Die weiteren wichtigen Rollen besetzen der Jungschauspieler Taylor Sharpe als Jeff und Grace Thorsen als Bruces nominelles Love-Interest und Jeffs Mutter Kelly. Beide haben noch kein besonders umfangreiches Portfolio aufzuweisen, spielen aber wirklich erstaunlich gut. Wirkliche Ausfälle gibt es nicht, der Cast ist durchgehend auf hohem Niveau und wird natürlich von Campbells einmaliger Performance (naja, eigentlich nicht, eigentlich ist der Mann immer so sensationell drauf, sogar in den größten Gurken, irgendwie muss man ihn dafür lieben) abgerundet.
    Auch was das Effekt-Department angeht kann ich nicht klagen. Zumal der Film gerade mal anderthalb Millionen gekostet hat. Guan-Di sieht im Licht zwar etwas doof aus, hält sich aber zum Glück größtenteils im Halbdunkel auf und kommt da recht gut zur Geltung, ansonsten ist mit Splatter jetzt nicht so viel her, seine 16er-Freigabe trägt der Film zurecht, obwohl ich doch erstaunt war angesichts der bloßen Zahl an Enthauptungen, die hier stattfanden. Mag es wohl ein Fetisch von Bruce sein, man weiß es nicht. Jedenfalls waren die Effekte, die drin waren, absolut kompetent realisiert, allerdings nicht so brillant, dass man sich den Film allein dafür ansehen müsste.
    Glücklicherweise gibt es mehr als genug andere Gründe, wieso jeder Freund der etwas schwärzeren Unterhaltung einen Blick auf "My Name is Bruce" riskieren sollte. Hier nur eine kleine Auswahl davon: Bruce Campbell schubst einen Fan im Rollstuhl eine Straße hinunter, die beiden Gitarre spielenden "Ersatz-Narratoren" (ähnliches kennen wir ja schon aus "Dead & Breakfast", da war es Alles in Allem überzeugender, aber der Song hier ging gut ins Ohr), Bruce versucht mal wieder sich mittels Im-Wort-Husten aus einer unangenehmen Situation zu befreien, klaut desweiteren einem Kind das Fahrrad und lehnt die gute alte Kettensäge ab. Weitere Hillaritäten (gibt es das Wort?) findet man alle Nase lang, bleibt eigentlich nur zu sagen...
    Kommen wir zum Fazit: "My Name is Bruce" ist so ungefähr genau das geworden, was ich mir erhofft hatte: eine großartige Hommage an den beliebtesten B-Movie-Darsteller unserer Zeit, ein richtig unterhaltsamer Film mit viel Liebe zum Detail, einem Haufen guter Lacher und vielen netten Reminiszenzen an große Filme des Meisters. Abgerundet wird das gute Bild durch eine fantastische Darstellerriege, ordentliche Effekte und ein großartiges Ende. Lediglich die Grundstory hätte noch etwas besser ausgebaut werden können, dann hätte der Film auch das Quasi-Vorbild "Galaxy Quest" geschlagen. Trotzdem: Alle verfügbaren Daumen nach oben, ok!!!

    Einzelwertungen
    Darsteller: 09/10 (Bruuuuuuuuce!!!)
    Plot: 06/10 (routinierte Monster-Story ohne großartige Innovationen, dafür viel Liebe zum Detail)
    Effekte: 07/10 (Guan-Di und ein paar Dekapitationen... naja, die komischen Aliens am Anfang könnte man noch zählen, aber wurscht, auf jeden Fall alles durchweg in Ordnung)
    Anspruch: 02/10 (pah, kein nennenswerter, einfach Unterhaltung zum Wohlfühlen... außer man würde hier die Kenntnis von anderen Bruce Campbell-Filmen hinzufügen)
    Gesamteindruck: 08/10 (die DVD wird gekauft, saubere Arbeit, Bruce)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.0)
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  5. #45 Reply With Quote
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    Der Ja-Sager

    [Bild: jasager.jpg]

    Laufzeit: ca. 104 Minuten
    Genre: Komödie
    Regie: Peyton Reed
    Darsteller: Jim Carrey, Zooey Deschanel, Bradley Cooper
    Gesehen auf: Deutsch

    Kinostart: 19. Februar 2009

    Inhalt:
    Carl ist ein Langweiler. Er sagt jedem ab, zu allem nein und hat überhaupt immer etwas Besseres zu tun. Er wirft sich lieber alleine Zuhause ins Sofa und zieht sich ein paar DVDs rein, anstatt mit seinen Freunden um die Häuser zu ziehen. Die haben auch nicht mehr vor, das lange mitzumachen und drohen Carl mit Vereinsamung. Als dieser allerdings eines Tages einen alten Bekannten trifft, wird er auf ein Projekt aufmerksam: Sage zu allem und jedem Ja und das Leben wird dir mit einem Ja antworten.

    Kritik:
    Meine Damen und Herren, es ist halb 12 und es folgt ein Review. Allerdings eines von denen, das man gar nicht erst verfassen sollte, so viel sollte gesagt sein. Es gibt Filme, bei denen weiß man sofort, dass man etwas Aussagekräftiges darüber verfassen könnte und es gibt Filme wie »Der Ja-Sager«, deren Reviews meist auf 08/15-Formulierungen hinauslaufen, die Allgemeingültigkeit haben. Aber mir ist sowas ja ohnehin wurscht, wie man hier gerade lesen kann.

    »Der Ja-Sager«… ja, die Story kam mir schon im Trailer nicht sonderlich originell und schon gar nicht neu vor und so verhält es sich auch mit dem Film an sich. Um ehrlich zu sein, hat er mich auch durchgehend an diverse andere Werke erinnert. Allen voran an die Serie »My Name Is Earl« - tue etwas Gutes und das Leben wird sich revanchieren, sprich, dieses ganze Karma-Zeug, denn darauf baut auch Jim Carreys Neuster auf. Und da Carrey ohnehin ein sehr markanter Schauspieler ist (was nicht unbedingt positiv gemeint ist), assoziierte ich gleich noch zwei seiner älteren Werke mit dem neuen: »Der Dummschwätzer« und »Bruce Allmächtig«. Letzterer hatte auch einen ähnlichen Aufbau, obgleich sonst wohl kaum Parallelen bestehen: Mann ist ein Loser, hat nur Probleme. Durch eine beträchtliche Wende wird er zu einem Jemand, bis schließlich auch die Wende ihre ganz eigenen Probleme aufwirft. Mit dem gerade gesehenen »Kiss Kiss, Bang Bang« im Hinterkopf, der ja allen Gesetzen strotzt wie kaum etwas, springen einem hier die Klischees förmlich entgegen wie aufgescheuchte Heuschrecken. Originalität 0 also.

    Vom Humor bin ich… sagen wir, einigermaßen zufriedengestellt. Ich habe mir nicht viel erhofft und wurde für die Ansprüche doch relativ gut unterhalten. Er war definitiv besser als »Bedtime Stories«, den ich als Komödie auf ein vergleichbares Niveau setzen würde, wenn auch nicht übermäßig viel besser. Lange Zeiträume ist einfach nichts witzig, dann gibt es aber immer mal wieder einen Schmunzler und ab und an sogar einen richtigen Knaller. Ich befürworte auch sehr, dass Carrey von seiner abgedrehten, überzogenen Art Abstand genommen hat für diese Rolle – fast so, als hätte ihn »Nummer 23« endlich aus der ewigen Pubertät herauskatapultiert. Andererseits ist die Rolle hier auch nicht gerade »Die Maske« oder »Ace Ventura«, die derartige Ausschreitungen erlaubt. Es gibt eine etwas abgedrehte Szene mit einem gewissen Tesaband, die ich allerdings zum Brüllen fand. Zusammen mit der Dobby-Maske auf dem Harry Potter Treffen im Film (die so in etwa die Wirkung von Glubschi in »Bedtime Stories« hatte) hat er also mindestens zwei Stellen, bei denen man lauthals lachen kann.

    Wo ich gerade das Harry Potter Treffen erwähne… ich glaube, ich habe noch nie einen Film gesehen, der derart deutlich Schleichwerbung für andere Filme macht. Neben den Filmen um den Zauberschüler wird beispielsweise auch »300« kräftig propagiert – neben einem eigenen Fan-Treffen zum Beispiel auch durch das sehr offensichtliche In-die-Kamera-halten der DVD.

    Der Film ist an und für sich unterhaltsam, hat seine Momente, aber durch mangelnde Originalität wird er zu einem Durchschnittsfilm, der in der Masse solcher Filme untergeht. Weder von den Schauspielern, noch von der Regie und schon gar nicht vom Drehbuch her ist er in irgendeiner Weise hochwertig und gerät dadurch mit Sicherheit schnell in Vergessenheit.

    Bewertung:
    Darsteller: 7/10
    Plot: 2/10 (ungefähr so originell wie die Story von »96 Hours«)
    Effekte: -/10
    Anspruch: 2/10
    Gesamteindruck: 6/10

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.2)
    Link zum Trailer
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    Laufzeit: ca. 99 Minuten
    Genre: Komödie
    Regie: David Wain
    Darsteller: Sean William Scott, Paul Rudd, Elizabeth Banks
    Gesehen auf: Deutsch

    Kinostart: 26. Februar 2009

    Inhalt:
    Wheeler und Danny arbeiten im Vertrieb eines Energy-Drink-Herstellers. Sie ziehen von Schule zu Schule um für ihre Kampagne zu propagieren, die den Inhalt vertritt, Energy-Drinks anstatt Drogen zu sich zu nehmen. Als Dannys Freundin ihn allerdings verlässt, dreht er leicht durch und fährt den Dienstwagen auf eine Schulstatue. Das Ergebnis: 30 Tage Knast oder 150 Sozialstunden als Kinderbetreuer. Schnell merken die beiden, dass der Knast vielleicht nicht die schlechtere Variante gewesen wäre…

    Kritik:

    Seit gut einer Woche (vielleicht sogar länger?) läuft die Werbung bei MySpace und macht neugierig auf diesen Film. Nun hab ich ihn auch direkt mal gesehen. Er erscheint am 26. Februar… könnte also quasi mein Geburtstags-Review sein ^^

    Die Story ist nicht so klischeebehaftet, wie sie sich vielleicht anhört. Das Betreuen von Problemkindern kennt man schon aus »Der Kindergarten Daddy«, »Im Dutzend billiger« oder »Der Babynator« aber nicht nur, dass diese Problemkinder etwas ungewöhnlichere Probleme als üblich haben, auch der Handlungsstrang ist einem Hauch von Innovation nicht abgeneigt. Zum einen passen die beiden nicht auf eine ganze Horde Blagen auf, sondern jeder von ihnen kriegt lediglich eines zugeteilt, dessen »großen Freund« er spielen muss. Man braucht nicht viel Fantasie oder Filmkenntnisse um darauf zu kommen, dass genau die beiden natürlich die zwei schwierigsten Fälle abbekommen: Wheeler kriegt den frechsten 10-Jährigen, dem er je begegnet ist und Danny kriegt einen verschlossenen Rollenspiel-Nerd, der die ganze Zeit über mit Umhang und Schaumstoffschwert herumläuft.

    Und diese vier Figuren sind auch ziemlich cool und sympathisch. Sean William Scott, der einen etwas reiferen Stiffler (»American Pie«) spielt, ist für derartige Filme ohnehin geeignet wie kaum einer neben ihm und seit »Beim ersten Mal« bin ich auch Fan von Paul Rudd. Der Typ ist einfach ungemein sympathisch und hat schauspielerisch auch einiges drauf – seine Karriere bleibt aufmerksam zu verfolgen! Christopher Mintz-Plasse, der in der Schule wahrscheinlich ebenso wegen seinem Aussehen wie wegen seinem Namen gehänselt wurde, kannte ich bisher nur aus »Superbad«, wo er als McLovin schon eine recht markante Rolle hatte. Der Nerd ist ihm nun aber endgültig auf den Leib geschneidert. Und dann hätten wir da noch Mrs. Banks, die ich ihn letzter Zeit ohnehin recht häufig antreffe – zumindest mit einer Mattscheibe zwischen uns. Zuletzt als Laura Bush in »W.«, als weibliche Hauptrolle in »Mensch, Dave!«, als Dr. Kim Briggs in »Scrubs« oder auch aus »Slither« und »Spider-Man«. Sie spielt hier nicht eine allzu große Rolle (obgleich wegen ihrer Figur die ganze Handlung erst entsteht), daher gibt es auch nicht wirklich viel, was es zu bewerten gilt. Im Grunde genommen muss sie in diesem Film nicht viel mehr machen als gut auszusehen.
    Ein bisschen hat mich nur die Figur Ronnie gestört. Mit seiner vulgären und großmäuligen Sprechweise, war er anfänglich ja noch mehr oder weniger amüsant, das ganze Geschimpfe ging einem dann aber doch relativ schnell auf den Senkel. Glücklicherweise hat sich das dann auch wieder schnell gelegt.

    Humortechnisch, worauf es wohl am meisten ankommt, bin ich hinsichtlich der Bewertung wieder etwas zwiegespalten… Er ist wieder ein Stück besser als »Der Ja-Sager«, aber ob er nun auch gleichwertig mit »Beim ersten Mal« ist? Nach dem ersten Ansehen von Letzterem vielleicht nicht, auf lange Distanz betrachtet aber ziemlich wahrscheinlich. Man muss nicht andauernd lachen, aber die Gags sind doch gut verteilt und für den Rest sorgt die einigermaßen interessante Story. Auf jeden Fall ist das Finale gelungen!

    Bewertung:
    Darsteller: 8/10
    Plot: 4/10
    Effekte: -/10
    Anspruch: 2/10
    Gesamteindruck: 7/10

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.7)
    Link zum Trailer
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    Laufzeit: ca. 110 Minuten
    Genre: Action-Thriller
    Regie: Timur Bekmambetov
    Darsteller: James McAvoy, Angelina Jolie, Morgan Freeman
    Gesehen auf: Deutsch

    Kinostart: 4. September 2008

    Inhalt:
    Buchhalter Wesley ist ein Loser (so fange ich meine Inhaltsangaben scheinbar immer am liebsten an^^). Er leidet unter Angstattacken, lässt sich von seiner Chefin unterdrücken und hat nicht den Willen etwas gegen die Affäre zwischen seiner Freundin und seinem besten Freund zu unternehmen. Ein Pessimist, wie er im Buche steht. Bis er in eine Schießerei gerät und von der sogenannten Bruderschaft aufgegabelt wird, die ihn zum Killer ausbilden will.

    Kritik:
    »Wanted« ist einer der Spitzenfilme des letzten Jahres. Action pur. Boom goes the Dynamite. Mit kaum etwas zu vergleichen und spitze besetzt.

    Was mir besonders gefallen hat, war die Regie. Der Regisseur von »Wächter der Nacht« hat besonders in der ersten Viertelstunde glorreiche Arbeit geleistet. Ich war auch beim zweiten Ansehen noch hellauf begeistert von dem Einstieg in den Film. Die Angstattacken, bei denen alle Geräusche ausgeblendet oder abgeschwächt wurden und man quasi nur noch Herzklopfen hören konnte, die Panik und alles was Protagonist Wesley wahrnahm bekommt der Zuschauer bildlich und perfekt vertont wiedergegeben. Oder auch so Kleinigkeiten, wie eine Tastatur, die in Zeitlupe gegen eine Fresse knallt (so richtig Bam, verstehsse?) und die daraufhin in Richtung Kamera fliegenden Tasten, die die Worte Fuck You ergeben. Vergleichbar mit der Leuchtschrift in »Shoot ‘Em Up«, nur irgendwie noch genialer.

    Auch ausschlaggebend für die überzeugenden Angstattacken (die ja eigentlich keine sind, wie der aufmerksame Zuschauer erfährt) ist die Leistung von Hauptdarsteller James McAvoy. Sein angestrengtes Gesicht, der hochrote Kopf mit den hervortretenden Adern ist stets sehr überzeugend. Nicht minder sind es Morgan Freeman in einer gewohnt dominanten Position (vielleicht vergleichbar mit der in »Lucky # Slevin«) und Angelina Jolie als weibliche Hauptrolle. Sehr schade, dass der Film gerade zu einer Zeit gedreht wurde, in der sie besonders abgemagert war, sonst hätten einige Szenen sicher besser gewirkt. In der Form war sie im Grunde genommen so unattraktiv wie seit »Nur noch 60 Sekunden« nicht mehr (die Frisur war ätzend!).

    Die satte Action hingegen ist so maßlos übertrieben, wie eine Comicverfilmung nur sein kann. Und da liegen auch ein paar Schwachstellen des Films. Zum Einen gibt es zwei Szenen, die es nicht gebraucht hätte. Die Eine wäre gleich zu Beginn die, in der dieser Typ durch den Gang spurtet, das Fenster kaputt macht und über die ganze Straße auf das nächste Gebäude springt. Die Nächste eine ähnliche Begebenheit, in der Wesley während eines Sprungs mal eben so jeglicher Physik trotzt und im Sprung problemlos ein Brückengeländer aus der Verankerung reist. Diese Superheldenkräfte sind einfach im hohen Maße unpassend. Das spezielle Training der Bruderschaft hin oder her; nichts erklärt auch nur ansatzweise, warum ihre Mitglieder Superkräfte haben. Ihre Widerstandskraft wird erklärt, das ums Kurven schießen, die erhöhte Aufmerksamkeit, aber nicht, woher sie auf einmal Kräfte haben, zu dem kein menschlicher Körper in der Lage ist. Ich meine, gut, auf Realistik wird hier sowieso geschissen, aber wenn man so etwas schon behandelt, dann soll man es entweder plausibel machen oder es weglassen. Es hätte absolut nichts geändert, wenn der Mann zu Beginn auf ein nicht ganz so weit entferntes Haus gesprungen wäre, oder Wesley das Brückengeländer einfach übersprungen hätte – abgesehen davon, dass der Film dann ein Stück besser gewesen wäre.
    Im Ausgleich dafür sind die völlig überzogenen Autoszenen wieder saucool. Sich drehende, in der Luft rotierende Autos, die sich genau so bewegen, wie ihr Fahrer das beabsichtigt und wie es gerade günstig ist. Gleiches kann man über die Kurvenschießereien sagen, vor allem der im Zug. Aber auch der Shootout zum Schluss hat es in sich, obgleich er die Choreografie ziemlich von »Equilibrium« abgeguckt zu haben scheint. Überhaupt sind gerade Anfang und Ende sehr geil, während sich das Mittelstück im Bereich des Ordentlichen aufhalten muss.

    Fans von rasanten Actionfilmen, die in Sachen Realistik beide Augen zukneifen können, kommen hier so dermaßen auf ihre Kosten, wie es wohl lange nicht mehr im Filmgeschäft gegeben war. Ich kann ihn, trotz kleinerer Mängel, nur empfehlen. Natürlich sollte man auch nicht zu zart besaitet sein und mit der ganzen Botschaft hinter dem Film, von wegen »Töten ist dein Schicksal«, in reinem Gewissen stehen. Denn Blut spritzt ordentlich und nicht selten sieht man Kugeln in Zeitlupe einen Schädel durchbohren – und wieder zurück

    Bewertung:
    Darsteller: 8/10
    Plot: 6/10 (ich find die Story klasse, auch wenn sie nicht allzu anspruchsvoll ist)
    Effekte: 9/10
    Anspruch: 3/10
    Gesamteindruck: 8/10 (und zwar eine ziemlich gute)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.0)
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  8. #48 Reply With Quote
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    Laufzeit: ca. 91 Minuten
    Genre: Komödie
    Regie: Todd Phillips
    Darsteller: Luke Willson, Vince Vaughn, Will Ferrell
    Gesehen auf: Deutsch

    Kinostart: 29. Mai 2003

    Inhalt:
    Mitch kommt von einer Geschäftsreise früher nach Hause und erwischt seine Freundin beim Fremdgehen der ganz extremen Art… jedenfalls verlässt er sie und zieht in ein Haus am Campus einer Universität. Seine Freunde, zwei Familienmenschen, die ihre Jugend vermissen, nutzen diese Gelegenheit direkt aus, um das Haus in der ganzen Gegend als Studentenpartyhütte anzupreisen – erfolgreich. Doch der Dekan der Universität ist mit dem Ganzen nicht allzu einverstanden.

    Kritik:
    Wie der Zufall so spielt habe ich mir erst letzte Woche alle Filme rausgesucht, in denen die heißeste Frau ever mitspielt: Elisha Cuthbert<3 Ich dachte mir, ach, sind nicht so übermäßig viele, die kannst du dir ruhig zulegen. »Amok – He Was A Quiet Man« ist mir kürzlich schon in die Hände gefallen und »Old School« kam gestern im Fernsehen. Heureka! Also habe ich kurzerhand das Lernen für meine Vorabiklausur in Bio sausen gelassen und reingezappt. Ich hatte den Film schon ein bisschen besser in Erinnerung, auch wenn ich mich an keine Begeisterungsattacken vom ersten Sehen erinnern kann.

    Das Komödientrio Wilson-Vaughn-Ferrell sollte einiges versprechen, aber das bleibt auch wieder im Auge des Betrachters. Ich halte Luke Wilson für einen eher lausigen Schauspieler, was er schon in »Die Super-Ex« unter Beweis gestellt hat und auch in diesem Film bestach er nicht gerade durch seine herausragenden Leistungen. Und auch wenn Will Ferrell den Schwachkopf ziemlich überzeugend gespielt hat, mag ich ihn ebenfalls nicht. Ich denke da an Filme wie »Ricky Bobby« oder »Die Eisprinzen«, die beide eher mäßiger Natur sind. Ich finde ihn einfach nicht sehr sympathisch und sein Humor scheint mir auch nicht zu liegen. Vince Vaughn hingegen finde ich einsame Spitze und der war auch so ziemlich der überzeugendste Schauspieler im ganzen Streifen. Seine Figur war die treibende Kraft in der Story auch wenn die Rolle an sich, meiner Meinung nach, viel zu kurz kommt.
    Welche Rolle aber noch viel kürzer kommt ist leider gerade die von Elisha Cuthbert, was wohl auch erklären würde, warum sie mir als Schauspielerin erst in »The Girl Next Door« aufgefallen ist. Es gibt einen vielversprechenden Kamerablick auf ihren Hintern, aber damit ist die Sache auch schon gegessen. Insgesamt ist sie in nicht mal in zwei Minuten des Films zu sehen. Also eher ein Gastauftritt… und da gab es noch drei, einmal den ziemlich unspektakulären Auftritt von Leah Rimini (»King Of Queens«), das Mini-Konzert von Snoop Dogg und dann noch Sean William Scott (den ich erst vor kurzem in »Vorbilder?!« bewundern durfte) als langhaariger, etwas grober Tierhüter.

    Und wo wir gerade bei dem sind… die Synchronisation hat mich ziemlich enttäuscht. Einige der Schauspieler haben nämlich weder ihre Originalsynchronstimme bekommen, noch eine dieser ähnlichen. Aber gut, damit muss man in Deutschland zu jeder Zeit rechnen.

    Storytechnisch ist das Ganze auf dem gewohnten, niedrigen Komödienniveau mit wenig Innovation und kaum originellen Ideen. Immerhin gibt es aber einige Szenen, die sich einem ins Gedächtnis einbrennen und wegen denen ich wohl auch gedacht hatte, dass der Film besser gewesen wäre. Da wäre allen voran die »Vertrauensprobe«, die wirklich umwerfend ist, das Blow-Job Seminar, Vaseline-Wrestlen… und noch ein paar erlesene andere Beispiele, die ich aber nicht alle aufzählen möchte. Leute, die den Film gesehen haben, wissen wovon ich spreche, alle anderen möchte ich nicht mit Insidern nerven.

    Qualitativ ist das Ganze also nicht der Renner – sowohl von der Story her, als auch von der Gagdichte, wie auch schauspielerisch gesehen. Man darf einige coole Lacher abgreifen und die ein oder andere skurrile Szene bewundern, aber damit hat sich das Ganze auch schon erledigt. Allein deswegen ist es eigentlich gestattet, ihn sich mal im Fernsehen anzusehen, von meiner DVD-Wunschliste ist er jedenfalls gestrichen – trotz Elisha Cuthbert.

    Bewertung:
    Darsteller: 7/10
    Plot: 3/10
    Effekte: -/10
    Anspruch: 2/10
    Gesamteindruck: 5/10

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.0)

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  9. #49 Reply With Quote
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    Kinostart: 18.08.2005
    Genre: Drama/Thriller/Horror
    Regie: Iain Softley
    Darsteller: Kate Hudson, Gena Rowlands, John Hurt
    FSK: 16

    Inhalt: Caroline nimmt einen Job als Pflegerin bei den Devereaux' an, einem alten Ehepaar, das irgendwo in den Sümpfen rund um New Orleans lebt. Der Mann, Ben, hatte einen Schlaganfall und ist seitdem stumm, gelähmt und nahezu katatonisch, deswegen bedarf er der Pflege. Aber schon nach kurzer Zeit passieren merkwürdige Dinge in dem Haus und Caroline stößt auf einen merkwürdigen Raum im Dachgeschoss...

    Kritik: Vor einigen Tagen stolperte ich bei Badmovies über ein Review zu einem relativ neuen Dolph Lundgren Film namens "Direct Action". In der Hoffnung, dass der Titel Programm ist (der Doc vergab immerhin das Prädikat "100% menschenverachtend", also bin ich da guter Dinge) kaufte ich das gute Stück gleich mal für 99 Cent (plus 3€ Versand, ja, ich hab dich auch lieb, Amazon Marketplace...), stellte es aber erst mal noch zurück. Denn als ich die Gelegenheit hatte, wollte ich mir natürlich direkt mal "My Name is Bruce" anschauen und dann war auch schon wieder Mittwoch und es trieb mich gemeinsam mit einem ganzen Haufen Freunden und Bekannten (ich glaub wir waren zu fünft... whew) in die Sneak Preview. Es lief "Vorbilder?!", ich war aber zu faul ein Review zu schreiben (außerdem stimme ich LorDi ziemlich genau zu, hätte aber einen Punkt weniger gegeben, denn der Film hat eine sehr behäbige, scherzarme Auftakphase). Gestern fühlte ich mich dann nicht gerade in der Verfassung um irgend etwas stimmungssteigerndes zu tun, also blieb wohl nur heute (bzw. doch gestern, aber dann muss man alle anderen Zeitangaben auch wieder verschieben, verfickt noch eins, diese Tagesumbrüche kommen immer genau dann, wenn man sie niet gebrauchen kann) und da nahm ich den Film dann auch in die Zehnerliste mit auf (die heute abend, rekapitulieren wir noch einmal, folgende Streifen enthielt: "Das geheime Fenster", "Archangel", "Best Laid Plans", "Jack Brooks Monster Slayer", "Direct Action", "Sag kein Wort", "88 Minuten", "Sky High", "The Crow" und "Der verbotene Schlüssel"). Ich weiß gar nicht mehr genau, was Kollege bzw. Chef Ritley mittels des prächtigen Würfelskripts zustande brachte (aber das ICQ-Log noch, har har, es war eine 7 - der Setzer), jedenfalls fiel die Wahl nicht auf "Direct Action" (was etwa 95% dieser Exposition überflüssig machte, aber ihr kennt mich, ist ja ein Trademark von mir), sondern auf "Der verbotene Schlüssel". Also fix Leopold geschnappt (der sich so sechs bis acht Äste freute endlich wieder mal einen Film mit mir schauen zu dürfen, der Kleine...), auf die Couch gehauen, Film rein und ab dafür.
    "Der verbotene Schlüssel" kaufte ich wenn ich mich recht entsinne irgendwann für einen runden Euro (wären sie eckig wären sie etwas unpraktisch, oder? Hm... ne, eigentlich nicht... ist doch kein großer Unterschied, außer dass sie dann nicht mehr wegrollen würden, wenn sie runterfallen... Wenn irgend jemand eine Ahnung hat, wieso Münzen rund sind, PN an mich, danke!!!) bei einer größeren eBay-Ersteigerungs-Aktion (weitere Dingers die ich damals erbeutete waren glaube ich "Jarhead", "Layer Cake", der großartige "Hollow Man" und noch ein paar andere) nachdem der Film mir von jedem alten Arsch und seinem Hund (inklusive meinem Bruder) ans Herz dran gelegt wurde. Auch die Kritiken waren relativ generös und sowieso wirbt der Film ja mit dem Totschlagargument "Vom Drehbuchautor von 'The Ring'". Okay, nett, sag ich nichts gegen, "The Ring" ist ein absolut toller Film, aber sofern der hier beworbene Drehbuchautor sich Ehren Kruger (schrieb auch sonst noch solche Meisterwerke wie "Scream 3", "Arlington Road" und John Frankenheimers letzten Film "Reindeer Games"... warum musste der gute Mann nur mit so einer Gurke abtreten?) schimpft und nicht Hiroshi Takahashi (der die Novelle von Kôji Suzuki zum Originaldrehbuch für die japanische Variante "Ringu" umschrieb) ist dieser Werbeslogan absolut hinfällig, außer man sieht es als hohe Kunst an, sich das Originalskript zu schnappen, jedes "Reiko" durchzustreichen und dafür ein "Rachel" drüber zu schreiben. Macht den Film sofort zu einem Master of Suspense und seine *hust* anderen Großtaten... Ach, lassen wir die Ironie, ihr habt's hoffentlich eh schon alle verstanden.
    Geschrieben wurde das gute Stück hier also von jemandem, der bis dato seine Brötchen mit dritklassigen Terroristen-Verschwörungsthrillern (ich mache keinen Hehl daraus, ich fand "Arlington Road" sehr scheiße), Sequels zu eh schon nicht so besonders tollen Horrorfilmchen ("Scream" war ganz gut, aber nichts, was ich jetzt direkt heiraten würde), uninteressanten Weihnachtsfilmen mit Ben Affleck (mit dem Prädikat kommt "Reindeer Games" sogar noch ganz gut weg) und verkorksten Philip K. Dick-Adaptionen (vergaß ich zu erwähnen, "Impostor" schrieb der gute Mann auch noch, den sah ich allerdings noch nicht, also sollte ich lieber ruhig sein) verdiente. Nett. Und Regie führte dann auch noch der Kerl mit dem grandiosen Namen Iain Softley (hat auch eine recht durchwachsene Karriere hingelegt, inszenierte zum Beispiel die Bruchlandung "Hackers", das Kevin-Spacey-Pseudo-Sci-Fi-Drama "K-Pax" und tummelte sich letztlich mit "Tintenherz" in den Kinosälen). Na, wolle mer ihn reilasse? (Oh Shiet, trotz Bemühungen eben das zu verhindern, scheint der Karneval doch seine Spuren bei mir hinterlassen zu haben...)
    Ja gut, lassen wir den Film halt rein und echaufieren uns gleich mal über sein größtes Manko: die vollständige Abwesenheit von Horror. Nach dem recht stimmungsvollen Auftakt in dem unsere nominelle Heldin einem sterbenden Mann eine kurze Passage aus "Die Schatzinsel" vorliest, müht der Film sich echt nicht schlecht doch langsam mal Spannung aufzubauen und eine unheimliche Atmosphäre. Und all diese Bemühungen schlagen so grandios fehl, dass einem der Film dafür schon beinahe leid tun kann. Ich könnte wohl mutmaßen, dass es an der Woodoo-Kiste (oder Hoodoo halt) liegt, die der Streifen aufzumachen versucht und die mich eigentlich nie sonderlich gejuckt hat (bzw. die ich noch nie furchterregend fand), aber das tat "Angel Heart" ja auch und obwohl der Film nicht gruselig ist, hat er doch eine bemerkenswerte Atmosphäre und Spannung zu bieten. Ja gut, spannend ist "Der verbotene Schlüssel" auch ein wenig, aber halt nicht viel und Atmosphäre sucht man fast gänzlich vergebens. Vielleicht liegt es auch an den doch eher generischen Sets, das Haus, in dem große Teile des Films spielen, ist einfach kein besonders stimmungsvolles Gebäude, vielleicht liegt es auch einfach daran, dass der Streifen zu sehr mit Mysterien geizt und sich trotz aller Horrifik doch zu realititäsnah gibt. Genau weiß ich es nicht, es wird wohl eine Mischung aus all diesen Punkten sein. Ganz selten blitzt dann mal Kompetenz auf (die zwar auch nicht sonderlich innovativ ist, aber doch effektiv, ich rede von den schwarz-weiß-Szenen), aber allgemein fehlt es dem Film ganz empfindlich an Horror, wenn auch etwa eine Handvoll gar nicht so übler Jump Scares drin ist. Ja ja, ich weiß, irgend jemand bei IMDB schrieb, dass es kein Horrorfilm ist. Aber Hölle noch eins, schau ihn sich doch bitte mal jemand an, was denn sonst außer Horror? Alle Trademarks sind da, der Film bemüht sich ja redlich. Und wehe jetzt kommt mir einer mit "Supernatural Thriller", ehe ich anerkenne, dass dieses "Genre" existiert, esse ich meine DVD-Sammlung mit viiiiiel Ketchup.
    Okay, der Film ist nicht horrendös. Aber macht ihn das schlecht? Nö, glücklicherweise nicht. Die Abwesenheit von bedrohlicher Atmosphäre und Grusel ändert nämlich glücklicherweise nichts daran, dass "Der verbotene Schlüssel" sich auf eine ziemlich clevere Story stützt, die ein paar Durchhängern zum Trotz quasi durchgehend interessant bleibt (ich hatte zwar des öfteren das Gefühl die Chose hier schon durchschaut zu haben, aber dann kam immer mal wieder ein Twistlein um die Ecke, das doch noch für ein wenig Spannung sorgen konnte). Ich bin zwar immer noch kein bekennender Voodoo-(oder halt Hoodoo, leckt mich doch)-Fan, aber das schaffte ja nicht mal "Angel Heart" aus mir zu machen, von dem her kein Beinbruch. Und das Ende ist sowieso eine starke Nummer, da pfeift der Film endlich drauf zu versuchen, doch noch ein Quentchen Grusel herauszukitzeln und setzt rundheraus auf seine Stärken, nämlich flott inszenierte Semi-Action (ich fühlte mich ein ums andere Mal beim Showdown an Peter Jacksons großartigen "The Frighteners" erinnert, so sehr, dass ich - obwohl ich den Streifen schon umpfzig Mal gesehen habe - ihn wohl in Bälde auf die Liste der unheiligen Zehn setzen werde... ein klein wenig Vorschau an dieser Stelle schon mal noch bezüglich Filmen, die da wohl bald drauf wandern: "Azumi" und sein Sequel, "Sky High", also der zweite, der von Kitamura, die Superheldenvariante steht ja schon drauf, "Highwaymen" mit Jim Caviziel und wo wir gerade dabei sind auch noch "Frequency", "John Carpenters Vampire", "Ghosts of Mars", "V wie Vendetta", "Survive Style" und so weiter und so fort, ihr seht, ich hab viel zu tun in Zukunft... jetzt aber zurück zum Review) und sein Plot, der kurz vor Torschluss noch mal zu Höchstform aufläuft... Irgendwie. Die finale Plotwendung ist auf den ersten Blick zwar großartig, wirft aber doch noch ein paar Fragen auf und lässt zumindest mich ein klein wenig unbefriedigt zurück. Hoffentlich liest das jetzt keiner der Produzenten, lasst das Sequel schön stecken...
    Wow, schon wieder so viel gelaber und noch kein Ton zu den Darstellern... Gut, die sind größtenteils auch nicht der Rede wert, also machen wir's kurz. Kate Hudson (Tochter von Goldie Hawn, spielte auch in solchen Meilensteinen wie "Wie werde ich ihn los in 10 Tagen" und "Die vier Federn") liefert eine routinierte Vorstellung als unsere nominelle Heldin Caroline ab, kann aber dummerweise keine wirklichen Akzente setzen. Auch Peter Sarsgaard ("The Salton Sea", "Garden State") bleibt Alles in Allem (kann mir eigentlich mal einer sagen, ob man diese beiden Worte wirklich groß schreibt? Ich bin da immer unsicher...) zu blass und austauschbar, genau wie Gena Rowlands ("Wie ein einziger Tag", "Taking Lives") als Mrs. Devereaux. Wirklich groß ist eigentlich nur John Hurt ("V wie Vendetta", "Indiana Jones 4"), der den katatonischen Ben spielt. Stark, der Mann, muss man einfach sagen. Damit hat sich's mit den wirklich wichtigen Darstellern auch schon, ansonsten gibt es noch ein paar winzige Nebenrollen und ein paar bessere Statisten, aber die Hauptsache spielt sich zwischen diesen Figuren ab.
    Ein kleiner Wermuthstropfen ist wohl übrigens noch die Musik, die ist nämlich über weite Strecken alles andere als passend, hier hätte man besser Arbeit leisten können, aber wat will man machen. Und Effekte gibt's eigentlich auch keine nennenswerten, also...
    Kommen wir zum Fazit: Als Horrorfilm ist "Der verbotene Schlüssel" eine ziemlich lahme Krücke, da einfach nicht mal im Ansatz gruselig und eher mäßig spannend. Zusammengehalten wird der Film allerdings von einem sehr cleveren Plot, der auch mit einigen unvorhergesehenen Twists und Turns aufweisen kann, so dass der Film wohl auch zum mehrmaligen Anschauen geeignet ist (dafür spricht auch die flotte Inszenierung, so dass das Ding sehr kurzweilig daher kommt). Ein wenig nette Action und eine großartige Darstellung von John Hurt runden das ordentliche Gesamtbild ab, "Der verbotene Schlüssel" ist trotz mangelnder Atmosphäre ein sehr ansehbarer Film.

    Einzelwertungen
    Darsteller: 07/10 (Hurt großartig, Hudson bemüht, ansonsten... naja, Durchschnitt)
    Plot: 08/10 (ein paar Löcher verbleiben, aber sehr cleverer Plot, geschickt erzählt)
    Effekte: --/10 (erstaunlicherweise eigentlich keine nennenswerten Effekte)
    Anspruch: 03/10 (hier tu ich mich etwas schwer, der Film hat nämlich eigentlich nicht mal eine Intention, außer seine Geschichte zu erzählen... selten)
    Gesamteindruck: 07/10 (ich schwankte zwischen 7 und 8, aber der Mangel an Horror stieß mir doch sauer auf)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 6.5)
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    Kinostart: 28.07.1994
    Genre: Action/Drama/Thriller/Fantasy/Liebesfilm
    Regie: Alex Proyas
    Darsteller: Brandon Lee, Ernie Hudson, Michael Wincott
    FSK: 18

    Inhalt: Ein Tag vor Halloween: Eine handvoll Gangster dringt bei dem jungen Paar Eric und Shelly ein, die am nächsten Tag heiraten wollten. Sie töten Eric und vergewaltigen und misshandeln Shelly, so dass diese noch im Krankenhaus an ihren Verletzungen stirbt. Ein Jahr später sind die Täter immer noch auf freiem Fuß und frönen weiterhin der mutwilligen Zerstörung und vor allem der Brandstiftung. Da taucht der ermordete Eric plötzlich wieder auf, begleitet von einer Krähe und offensichtlich unverwundbar...

    Kritik: Aus gegebenem Anlass werde ich bei meinem heutigen Review mal weniger scherzen, weniger kalauern, weniger den flachen Humor, den ihr so sehr von mir kennt und an mir liebt (und wenn nicht, dann werdet ihr ihn lieben lernen, yaharr!!!), heraushängen lassen, denn das Thema, das uns heute beschäftigen wird, ist ein ernstes. Wie ihr nämlich vielleicht mitbekommen hat, dreht sich unsere heutige Disposition um den Film "The Crow", die Verwurstung des Kult-Comics von James O'Barr aus dem Jahre 1993 (die allerdings erst '94 die Kinosäle enterte) und die Story der Vorlage - und dementsprechend auch des Films - ist keine so fröhliche, aber mit dem Streifen selbst in Verbindung steht auch eine weitere große Tragödie. Nein, ich rede nicht von der Qualität des Films, sondern davon, dass Hauptdarsteller Brandon Lee bei einem Unfall während den Dreharbeiten um's Leben kam. Den Kram will ich nicht weiter breittreten, sondern mich gleich voll und ganz dem Film widmen.
    Wie gesagt haben wir es bei "The Crow" mit einer Comicverfilmung zu tun, die vom Rachefeldzug des aus dem Totenreich zurückgekehrten Eric Draven erzählt und wie es bei Comicverfilmungen so üblich ist, hält der Streifen sich nicht gerade minutiös an die Vorlage (die ich übrigens auch gelesen habe, allerdings erst nachdem ich den Streifen etwa drei oder viermal gesehen habe). Die Handlung wurde gestrafft, die Gewaltdarstellung ein wenig entschärft (obwohl der Film noch krass genug ist, ich hätte es aber interessant gefunden, die Katana-Szene aus dem Comic im Film zu sehen), ein paar Figuren verändert, das Setting ist ein ziemlich anderes (der Comic spielte über weite Strecken in einer eher ländlichen Gegend, der Film in Detroit) und sowieso wurde alles wesentlich kinematischer aufbereitet, glücklicherweise haben die Drehbuchautoren David J. Schow ("The Texas Chainsaw Massacre 3", "Critters 3") und John Shirley ("The Specialist") den Grundgedanken, auf dem O'Barr damals seinen Comic aufbaute, (zu großen Teilen) beibehalten. Denn trotz aller Gewaltanwendung, trotz zahlreicher teilweise ziemlich brutaler Actionszenen, steht hier vor allem eine Sache im Vordergrund: Liebe.
    Das ist etwas befremdlich, wenn man bedenkt, dass einer der beiden Liebenden (eigentlich beide) in den ersten Filmminuten stirbt (wobei, Nekro... ah, nein, wir wollten das ja lassen, böser Count, aus!!!) und nur der andere eine tatsächlich aktive Rolle in der Story hat. Ja, man sieht Eric und Shelly nur in wenigen Szenen zusammen (Rückblenden, die das unbeschwerte Leben vor dem Mord zeigen), trotzdem ist die Gegenwart dieser innigen Beziehung, die über den Tod hinaus geht, zu jedem Augenblick spürbar. Dass der Film in dieser Hinsicht so gut funktioniert ist absolut bemerkenswert. Teilweise liegt das sicher auch an der Arbeit von Alex Proyas ("Dark City", "I, Robot", "Knowing"), seines Zeichens Regisseur von "The Crow", der hier absolut Großes leistet. Einerseits inszeniert er den Film sehr flott und mit einem geschulten Auge für gute Bilder (optisch ist der Film ein absoluter Leckerbissen, sei es die tolle Kameraarbeit, die bildgewaltigen Einstellungen oder mag es wohl an den genialen Sets liegen), die Action absolut routiniert und verflucht wuchtig (wenn Eric sich mit seinem ersten Opfer Tin Tin kloppt, dann rumst das schon ganz gewaltig), aber er vergisst auch nie, was der Film eigentlich ausdrücken will und lässt sich in den richtigen Szenen auch die nötige Zeit, um die subtile Liebesbotschaft des Films wieder aufflammen zu lassen. Eine wahre Freude für aalte Romantiker wie mich.
    Davon abgesehen ist das Skript etwas dünn ausgefallen. Zweckmäßig, ja, aber rein plottechnisch gibt's hier außer dem Rachefeldzug nicht viel. Es wird noch ein Seitenstrang aufgemacht mit Sarah und ihrer Mutter, aber der wird auch schnell und konsequent zu Ende geführt und wirkt dadurch ein wenig gekünstelt. Ansonsten besteht die Handlung tatsächlich nur daraus, dass Eric von einem seiner Opfer zum nächsten wandert und sie um die Ecke bringt, Twists und Turns sucht man vergebens, der ganze Film wirkt komplett "determiniert", wenn ich das so sagen darf. Eric ist absolut unverletzbar und unaufhaltsam, eine furchterregende Erscheinung, ein ziemlich ungewöhnlicher Held ist er doch den Bösen völlig überlegen (bis zum Ende, ohne leichten Spoiler komme ich jetzt nicht ganz aus, die Idee Eric für den Showdown tatsächlich noch "sterblich" zu machen ist nicht unbedingt eine gute, beziehungsweise ich bin mir nach fünfmaligem Anschauen immer noch nicht sicher, ob das wirklich nötig war, im Comic kam das jedenfalls überhaupt nicht vor) und so kann der Film den Versuch auf künstliche Art und Weise Spannung zu erzeugen getrost stecken lassen und sich voll und ganz auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist, nämlich den Zuschauer zu berühren (bezeichnenderweise schafft das Ding es trotzdem irgendwie, sauspannend zu sein). Hier zählt das "Wie" wesentlich mehr als das "Ob", falls ihr versteht, was ich meine.
    So wird auf gewisse Weise jedes blutige Detail des Films zu einem Plädoyer für diese unsterbliche Liebe, die die Vorlage zelebrierte und Details, oh ja, davon gibt's hier reichlich. Die Figuren sind zwar ein wenig stereotyp geraten, aber dafür exzellent ausgearbeitet. Und zwar jeder. Die Figuren sind wirklich lebendig, sie leben, sie atmen, so Zeug halt. Unterstützt wird das Ganze von den sehr guten darstellerischen Leistungen des Casts. Allen voran natürlich Brandon Lee (Sohn von Bruce Lee), der die Titelrolle übernimmt und eine extrem gute Darbietung abliefert. Er verkörpert die tragische Figur des Eric Draven wirklich exzellent und macht auch in den Actionszenen eine sehr gute Figur. Sein Gegenspieler Michael Wincott ("Inside Hollywood", "Seraphim Falls") ist ebenfalls großartig als gestörter, anarchistischer Gangsterboss Top Dollar, der trotz seiner extremen Soziopathie doch irgendwie charismatisch rüberkommt. Auch er fällt in den wenigen Szenen, in denen er aktiv werden muss, niet auf die Schnauze. Weiter treibt sich im Cast noch Ernie Hudson ("Miss Undercover 2", "Mr. Magoo") als Polizist herum. Er leidet ein wenig darunter, dass seine Figur nicht so wirklich in den Film passen will, zieht sich aber doch ganz gut aus der Affäre und ist schauspielerisch sowieso gut. Dann wäre da noch Kinderdarstellerin Rochelle Davis (damals 13, spielte nie wieder in einem anderen Film mit), die zwar keine Dakota Fanning ist, aber es doch tatsächlich schafft, sympathisch zu sein und nicht auf die Nerven zu fallen. Zwei Höhepunkte sind sicher noch Jon Polito (gern gebuchter Nebendarsteller, der in wirklich entsetzlich vielen Filmen mitgespielt hat) als schmieriger Pfandleiher Gideon und Tony Todd ("Candyman") als Top Dollars Bodyguard of some sort Grange. Beide sind gestandene Mimen und ziehen ihre Rollen absolut souverän durch und können auch wirklich eigene Akzente setzen, obwohl ihre Rollen nicht gerade die größten sind. Wirklich negativ fiel mir nur Angel David ("Kiss Of Death", "Mörderischer Tausch 2") als Shank auf, dessen Overacting hin und wieder doch etwas lächerlich daher kommt. Auch Michael Massee ("Mr. Undercover", "Catwoman", übrigens derjenige, der den fatalen Schuss auf Brandon Lee abgab) als Funboy war etwas hölzern, die Figur gefiel mir auch nicht ganz so gut wie im Comic, wo er doch einer von den "besseren" Bösen war.
    Kurzum: Über weite Strecken ist der Cast wirklich hochklassig, die Story ist auch zweckmäßig, die Details im Skript sind toll und die Atmosphäre des Films sowieso, abgerundet wird das Ganze dann aber noch von tollen weiteren Production Values. Gute Effekte (wenn hier geballert wird, dann richtig... die längere Fassung des Shootouts im Club mit Blutfontänen und abgetrennten Händen ist übrigens sehr heftig, findet sich auch auf der DVD... und die krähenförmige Benzinspur ist so unglaublich genial...) und wirklich tolle Sets sind mit an Bord (vor Allem Erics Wohnung, aber auch die Dächer, über die der Gute manchmal promeniert, sehen sehr schick aus, ist man von Proyas aber ja auch gewohnt, der kann's einfach, so düsteres Zeug zu drehen) und der Soundtrack ist auch große Klasse, seien es die Beiträge von Nine Inch Nails ("Dead Souls" ist ein cooler Song) und The Cure, oder aber auch der eigens für den Film komponierte Score, an dem sich mein alter Freund Graeme Revell und Trent Reznor (Mastermind der Nine Inch Nails) gemeinsam verdient machten, hier passt alles. Die eigens komponierten Stücke will ich noch mal extra hervorheben, die tragen nämlich auch ihren Teil zu der Stimmung bei, die den Film ausmacht, der Atmosphäre, die "The Crow" in meinen Augen zum besten Liebesfilm aller Zeiten macht. Und das ohne eine wirkliche Liebesszene zu haben... Beeindruckend.
    Kommen wir zum Fazit: Dieses Wort trifft es schon ziemlich gut. "The Crow" ist ein beeindruckender Film. Düster, bösartig, brutal und voll von extrem coolen Szenen, doch all das kann die essentielle Botschaft des Films, diese ihm zu grunde liegende Idee der unsterblichen Liebe, die über den Tod hinaus geht, nicht zerstören. "The Crow" ist trotz der teils extremen Gewalt, die hier zelebriert wird, ein verflucht schöner Film, der wirklich nahe geht. Hut ab dafür. Und ruhe in Frieden, Brandon.

    Einzelwertungen
    Darsteller: 08/10 (fast komplett hochklassig, Brandon Lee in seiner wohl besten Rolle)
    Plot: 05/10 (relativ dünne Story, aber nett ausgeschmückt mit netten Details)
    Effekte: 08/10 (überzeugende Schießereien, coole Sets und die brennende Krähe... sau geil)
    Anspruch: 07/10 (trotz seiner Simplizität ist "The Crow" kein tumbes Popcorn-Kino sondern ein Film, der tatsächlich seine subtile Botschaft lebt, atmet, in jedem Augenblick)
    Gesamteindruck: 9.5/10 (verflucht dicht an der 10 dran)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.5)
    Link zum Trailer (inklusive der brennenden Krähe... anschauen!)
    Die DVD bei Amazon.de
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    Best Laid Plans

    [Bild: bestlaid.jpg]

    Kinostart: 24.08.2000
    Genre: Drama/Thriller
    Regie: Mike Barker
    Darsteller: Alessandro Nivola, Reese Witherspoon, Josh Brolin
    FSK: 16

    Inhalt: Zum ersten Mal seit Jahren sehen die alten Schulfreunde Nick, ein Angestellter bei einem Recyclingbetrieb, und Bryce, ein angehender Hochschulprofessor, sich wieder. Und schon gibt's Probleme, denn kurz nachdem die beiden in einer Bar gemeinsam ein paar Drinks eingenommen haben, klingelt Nicks Telefon und Bryce erzählt ihm eine ziemlich seltsame Geschichte: Eine Frau, die er mit nach Hause genommen hat, will ihn wegen Vergewaltigung anzeigen. Der findige Bryce hat sie aber flugs in den Keller gesperrt und jetzt liegt es an Nick, die Sache aus der Welt zu schaffen. Doch irgend etwas ist merkwürdig, denn Nick und die junge Frau scheinen sich zu kennen...

    Kritik: Saug dir hierzu mal eine Inhaltsangabe aus den Fingern, die nicht voller Spoiler ist, scheiße auch, das ist quasi unmöglich. Ich denke mal ich hab's relativ gut geschafft, dafür ist das hier auch denkbar vage (aber alle anderen Handlungszusammenfassungen im Internet und auf der DVD-Rückseite sind noch verspoilerter). Wurscht, gestern ist vorbei (eigentlich nicht, eigentlich schrieb ich das "The Crow"-Review ja heute nacht, aber für mich ist der Tag zu Ende, wenn ich mich pennen lege, Punkt, aus, Basta!!!) und da das so ist kann ich endlich wieder kalauern, ihr habt euch sicher drauf gefreut, oder? Jedenfalls war es gestern ja noch denkbar früh, als ich mir "The Crow" zu Gemüte führte (gegen Viertel nach zehn fing ich an, kurz vor zwölf war der Film rum, das Review war um halb zwei fertig), also wieso nicht noch einen, dacht ich mir. Die Würfel sprachen erneut (bzw. eher das lustige Zufallszahlending, das ich entdeckte - neu mit auf in die Liste nahm ich übrigens "The Frighteners" und "Highwaymen") und dabei rum kam "Best Laid Plans", einen Film den ich bis dato noch nicht wirklich kannte, den ich irgendwann vor einem guten Jahr oder so mal über eBay gekauft hatte, weil mir ein intelligenter, düsterer Thriller voller Twists und Turns versprochen worden war. Ob der Film das halten kann, das gedachten Leopold, Skogen und ich (ja, war eng auf der Couch) heraus zu finden...
    "Best Laid Plans" ist ein weiterer Film, der hierzulande quasi völlig unbekannt ist, weil er in Amerika an den Kinokassen grandios baden ging. Den Produktionskosten von knappen 7 Millionen Dollar steht nämlich ein Einspielergebnis von knappen 25.000$ gegenüber. Erfolg sieht anders aus. Auch wenn mittlerweile namhafte Stars wie Reese Witherspoon und Josh Brolin mitspielen (die damals auch keine so kleinen Leuchten mehr waren), der Film verschwand ob seines katastrophalen Scheiterns irgendwie in der Versenkung. Mit ihm unter ging Regisseur Mike Barker ("To Kill A King", "Die James Gang"), der danach nur noch mehr schlecht als recht am großen Hollywood-Kuchen mitessen durfte, interessanterweise war das Ding aber ein ziemlich grandioses Sprungbrett für den Autor der Chose, Ted Griffin (direkt vorher schrieb er den netten Western-Horrorfilm "Ravenous", danach kamen "Ocean's Eleven" und "Tricks"). Dabei versteh ich selbst nicht ganz wieso, andersrum wäre es verständlicher gewesen. Denn Barker leistet hier eigentlich einen guten Job, die Inszenierung des Films ist flott und gut auf den Punkt gebracht, der Streifen sieht gut aus und ist atmosphärisch (das DVD-Back-Cover spricht davon, dass der Film "melancholisch" sein soll... naja) und auch sonst ist handwerklich alles im grünen Bereich.
    Das Skript von Ted Griffin allerdings... eieiei... Ich kann nicht sagen, dass ich sonderlich beeindruckt war. Ja, es ist absolut nicht dumm, da kann man nichts sagen. Es hat sogar einige ziemlich clevere Einfälle, nette Dialoge, sympathische Figuren zu bieten, aber es leistet sich drei ziemlich brisante Klopser. Zum Einen ist die Erzählweise des Films schlicht und ergreifend dämlich. Twists und Turns werden hier nämlich nicht aufgespart und hinausgezögert, sondern gleich bei der ersten sich bietenden Gelegenheit verbraten. So ist die zweite Hälfte eigentlich ziemlich vorhersehbar und uninteressant, weil man ja doch eigentlich schon weiß, wie's laufen wird. Und jede mögliche interessante Plotentwicklung wird dadurch zum Teufel gejagt, dass man sie eh schon durchschaut hat. Um es etwas besser auf den Punkt zu bringen: Im Gegensatz zu Bryce weiß man von Anfang an (okay, nicht von Anfang an, aber nach fünf Minuten wird's klar gemacht), dass Nick und die Frau, Lissa, unter einer Decke stecken und in Wirklichkeit ein Paar sind (nach der Anfangsszene, die ich in der Inhaltsangabe beschrieben habe, macht der Film nämlich einen Zeitsprung von vier Monaten zurück und erzählt, wie es dazu gekommen ist). Dadurch wird das scheinbar eiskalte, bösartige Verhalten von Nick ad Absurdum geführt, denn wir wissen ja, dass er eigentlich ein netter Kerl ist und das alles nur vorspielt. Hier hätte man - wie bei "Highway Psychos", den der Streifen mir hin und wieder mal ins Gedächtnis rief - durch eine geschicktere Erzählstruktur wesentlich mehr rausholen können.
    Zweiter Fehlschlag im Skript: Es ist einfach völlig belanglos. Ja, die Twists und Turns (sofern man sie nicht vom Film selbst vorgekaut bekommt) sind nett, ruinieren bei näherer Betrachtung aber eigentlich den ganzen Film, denn - ohne jetzt spoilern zu wollen - die Auflösung der ganzen Geschichte könnte wirklich unspektakulärer nicht sein. Es ist größtenteils logisch, es ist überraschend, es ist mal was anderes, aber es ist einfach völlig scheißegal, um's mal so zu sagen. Und in Verbindung mit diesem Punkt stellt der Film sich gleich noch ein Bein, denn: Er ist für einen cleveren, bösen Thriller (was er im Endeffekt gar nicht ist, also "böse" meine ich, die Altersfreigabe von 16 ist ein Witz, der Film könnte locker ab 12 sein) einfach viel zu "problemlos". Es gibt keine wirklich schwerwiegenden unerwarteten Probleme, hier läuft eigentlich dauernd alles wie am Schnürchen für die Protagonisten und wann immer ein Problemchen auftritt, wirkt das a) extrem gekünstelt und b) wird das auch wieder schnell aus dem Weg geräumt. Dadurch verliert der Film ganz extrem an Durchschlagskraft, denn irgendwie juckt's mich relativ wenig ein paar Nasen zuzuschauen, die völlig Problemlos ihr Ding durchziehen, dass dann auch noch völlig Sinnbefreit ist (im Gegensatz zu "The Crow" jetzt mal beispielsweise, Eric Draven stößt auch auf keinerlei Schwierigkeiten bei seinem Rachefeldzug, aber der Film ist trotzdem extrem effektiv, was "Best Laid Plans" nicht von sich behaupten kann).
    So, genug gemeckert für den Augenblick. Ja, all diese Schwierigkeiten, in die der Film sich selbst manövriert, sind übel, ich weiß, aber sie jagen ihn zum Glück nicht ganz zum Teufel. Vor allem der zweite Punkt, den ich angesprochen habe, ist im Falle des ersten Ansehens eher Zilch (er sorgt zwar dafür, dass ich persönlich absolut kein Bock hab mir den Streifen noch mal anzusehen, aber hey) und so kann man diesen kurzweiligen, doch recht cleveren Film beim ersten mal schon ganz gut genießen. Dem zuträglich sind die drei guten Hauptdarsteller (und eigentlich die einzigen Darsteller, um die es sich bei dem Film dreht, alle anderen sind nur Beiwerk) Alessandro Nivola ("Grace Is Gone", "The Darwin Awards", "Jurassic Park 3"), Reese Witherspoon ("Natürlich Blond", "Election", "American Psycho") und Josh Brolin ("No Country for Old Men", "Hollow Man", "W."). Witherspoon mag ich eigentlich gar nicht so, sie ist nicht übermäßig talentiert und sieht - um es nett zu sagen - merkwürdig aus, attraktiv ist jedenfalls anders. Hier leistet sie gute Arbeit, kommt recht sympathisch rüber und hat ein paar relativ starke Charakterszenen. Brolin hingegen war schon mal besser. Er ist mitnichten schlecht, vielleicht liegt es auch an seinem etwas doofen Charakter, so dass er von Zeit zu Zeit etwas nervig ist, aber er leistet doch recht gute Arbeit. In den Schatten gestellt werden aber beide locker von Nivola und ich muss mich doch echt fragen, wieso der Mann keine größere Karriere gemacht hat. Er ist wirklich einsame Spitze, erinnerte mich stellenweise gar an Edward Norton, spielt auf jeden Fall extrem überzeugend und sympathisch und hat auch die etwas psychopathischeren Momente gut drauf (die natürlich von seiner Figur selbst nur gespielt sind...). Im Supporting Cast versteckt sich übrigens noch James Marsh (spielte in dem Vampir-Wüsten-Klopper "The Forsaken" mit Kerr Smith) und Oscar Nominee Terrence Howard (okay, die Nominierung für "Hustle & Flow" hatte er damals noch nicht). Beide leisten gute Arbeit, kann man nicht meckern, genau wie der Rest der Nebendarsteller, die da absolut nicht zahlreich sind.
    Ja, "Best Laid Plans" ist ein eher ruhiger Film ohne große Menschenaufläufe oder sonstige Budgetintensive Ideen, hauptsächlich stützt der Film sich auf seine großartigen Darsteller und seinen makelbehafteten Plot (oh... und auf einen sehr netten Score aus der Feder von Craig Armstrong, der unter Anderem auch an "Moulin Rouge", "Kiss of the Dragon" und dem neuen "Hulk" arbeitete) und damit bleibt dann wohl nur ein Urteil übrig...
    Kommen wir zum Fazit: Obwohl er ziemlich clever ist und ein paar ordentliche Twists und Turns zu bieten hat ist "Best Laid Plans" ein Film, den man sich wohl nicht öfter als einmal ansieht. Denn nach dem ersten Mal gibt's im eh schon recht dürftigen Plot einfach nichts mehr zu entdecken und sonstige Redeeming Values wie schnieke Actionszenen oder was weiß ich fehlen auch. Der Film ist flott inszeniert und macht beim ersten Mal gar nicht so wenig Laune, bleibt aber trotzdem leichte Kost, ein Film, aus dem man nichts lernt, der die Welt nicht besser macht und der sich niemals nicht in irgend jemandes Favoritenliste verirren dürfte.

    Einzelwertungen
    Darsteller: 08/10 (Nivola ist verdammt gut, Witherspoon ebenfalls, Brolin schwächelt etwas)
    Plot: 06/10 (der Plot ist nicht übel, wenn er auch seine Fehlerchen hat, aber ein paar effektive Twists sind drin)
    Effekte: --/10 (wenn man mal von dem Riss an Reese Witherspoons Lippe absieht keine Effekte drin)
    Anspruch: 03/10 (ziemlich plumpe Story ohne tieferen Sinn außer vielleicht irgend was mit Freundschaft, aber wenn dem so sein sollte, dann hab ich den Punkt irgendwie verpasst)
    Gesamteindruck: 06/10 (kein übler kleiner Thriller zum einmal anschauen, mehr aber auch nicht)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 6.1)
    Link zum Trailer
    Die DVD bei Amazon.de
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  12. #52 Reply With Quote
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    Laufzeit: ca. 101 Minuten
    Genre: Actionkrimi
    Regie: Warren Beatty
    Darsteller: Warren Beatty, Al Pacino, Madonna, Charlie Korsmo, Dustin Hoffman
    Gesehen auf: Deutsch

    Kinostart: 27. September 1990

    Inhalt:
    Erfolgreicher Polizist Dick Tracy versucht immer wieder vergeblich den Superschurken Big Boy Caprice hinter Gittern zu bringen. Doch als Big Boy das Geschäft eines anderen Schurken übernimmt, eröffnet die Sängerin Mahoney ihm neue Möglichkeiten…

    Kritik:
    Endlich bin ich dazu gekommen, mir diesen Film anzuschauen. Durch Zufall entdeckt, spontan gekauft. Und gelohnt hat sich die Investition definitiv. »Dick Tracy« besticht vor allem durch sein einmaliges Erscheinungsbild und wird allen drei Oscars gerecht (ich weiß auch nicht, warum ich die überhaupt immer erwähne, obwohl ich von diesem Preis rein gar nichts halte… wahrscheinlich war das Ganze in den frühen 90ern noch nicht so korrupt).

    Die Comicvorlage ist steinalt. Ich finde gerade die Quelle nicht mehr, auf die ich mich beziehen würde, aber ich habe ein paar Fakten noch im Hinterkopf. So auch den Umstand, dass der Comic aus den 20ern oder 30ern stammt und die Farben damals ziemlich grell abgedruckt werden mussten, aufgrund von technischen Unzulänglichkeiten (oder so ähnlich, wayne). Jedenfalls versucht der Film dieses Farbverhältnis wiederzugegeben und besteht diese Aufgabe mit Bravour! Die Anzüge in den knalligen bunten Farben, die Straße, die mal rot, mal grün, mal blau schimmert, Hintergründe wie im Comic. Überhaupt wird ein schier genialer Übergang von Set zu comichafter Darstellung geschaffen, deren Grenzen in Unkenntlichkeit verlaufen.

    Auch die Figuren und das Make-Up passen ausgezeichnet zu dieser ganzen absonderlichen Comic-Darstellung. Fast alle Figuren haben geradezu lächerlich offensichtliche Namen, wie man es aber auch mit den Gangstern der 30er Jahre verbindet und sind unter hervorragender Arbeit verunstaltet worden. Narbige Gesichter, faltige Haut vom Feinsten (die einer Figur den Namen »Pflaume« eingebracht hat), übertrieben markante und unnatürliche Gesichtskonturen.

    Natürlich ist das Aussehen nicht alles, und deshalb gebührt den Schauspielern besonderer Applaus. Allen voran ganz klar Al Pacino in der schlichtweg genialsten Rolle, in der ich ihn je gesehen habe! Er erinnerte ein klein wenig an Danny De Vito als Pinguin in »Batmans Rückkehr«, allerdings erheblich besser gespielt und wesentlich besser gezeichnet. Geradezu der ganze Humor, den der Film versprüht, entstammt Big Boys Dialogen und Sprüchen und Al Pacinos Schauspielerei. Meisterhaft! Warren Beatty, der als Regisseur auch gleich noch die Titelrolle abstauben musste ist eher unspektakulär. Er passt von der Statur her ganz gut in die Rolle von Dick Tracy (Dein Schwanz ist nur auf Englisch dick!), hat meiner Meinung nach aber ein ziemliches Allerweltgesicht und kein sonderlich auffälliges Schauspieltalent. Was auch den Übergang zu meinem einzigen Störfaktor einräumt: Madonna in einer relativ tragenden Rolle. Als Clubsängerin hatte sie definitiv mehr Klasse und Grazie als z.B. Christina Milian in »Be Cool«, aber wenn’s an die Sprechrollen ging wurde es doch etwas kritisch… vor allem galt es hier eine Figur mit nicht wenig Facetten zu spielen, wofür man vielleicht doch eine bewährte Schauspielerin hätte nehmen sollen. Aber das geht auch noch in Ordnung. Als Kirsche oben drauf gab es dann noch eine kleine Nebenrolle von Dustin Hoffman als »Der Murmler« - einen Gangster, der spricht, als würde ihm die Zunge fehlen. Ein Jahr später spielte er übrigens schon wieder mit der Kinderrolle aus diesem Film (Charlie Korsmo) zusammen in »Hook«. Es gibt noch weitere bekannte Gesichter, aber ich möchte mit der Erwähnung von Dick Van Dyke (Dein Schwanz ist auch nur auf Englisch dick! *kicher*) enden, den man aus »Diagnose: Mord« oder »Nachts im Museum« kennt.

    Die Story ist nicht mehr als Durchschnitt, aber in diesem Fall auch eher Nebensache. Die sonderbaren Darstellungen und Figuren, sowie Dialoge und Sprüche nehmen einen viel mehr in Beschlag als die Geschichte. Ein Supercop, der einen Superschurken jagt ist schließlich schon in den Zeiten nichts Atemberaubendes mehr gewesen, als die Comic Vorlage noch aktuell war.

    Mir hat der Film jedenfalls ziemlich gut gefallen und muss sagen, dass sich das ganze Warten gelohnt hat. Ich war schon vorher Al Pacino Fan, aber jetzt könnte ich glatt zum heimlichen Verehrer aufsteigen. »Dick Tracy« ist ein Geheimtipp, schlagt zu!

    Bewertung:
    Darsteller: 8/10 (Pacino und Hoffman erste Sahne, Rest Durchschnitt, Madonna darunter)
    Plot: 3/10
    Effekte: 9/10 (wenn man Set und Make-Up dazuzählen darf)
    Anspruch: 2/10
    Gesamteindruck: 8/10

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 5.9)
    Link zum Trailer (miese Qualli)
    Die DVD bei Amazon.de
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  13. #53 Reply With Quote
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    Veröffentlichungsjahr: 1990
    Genre: Drama/Krieg/Liebesfilm
    Regie: Guy Maddin
    Darsteller: Kyle McCulloch, Kathy Marykuca, Sarah Neville
    FSK: Ungeprüft

    Inhalt: 1919 in Archangel, einer kleinen Stadt im Norden Russlands: Der erste Weltkrieg ist vorbei, aber den kämpfenden Truppen in Archangel hat das niemand gesagt. Der verstümmelte kanadische Soldat Lt. John Boles schleppt sich durch den eisigen Winter zu einer Familie, die seine Hilfe benötigt. Dort trifft er auf eine Frau namens Veronkha, die seiner verstorbenen Geliebten Iris zum Verwechseln ähnlich sieht...

    Kritik: Abteilung Arthouse und solche, die es noch werden wollen: Ich unterhielt mich vorhin mit LorDi darüber, ob ich mir einfach gleich "Direct Action" schnappen und reinpfeifen sollte oder doch tatsächlich die Würfel sprechen lasse, um hinterher zu fluchen, mir trotzdem den Lundgren-Klopper zu nehmen und hinterher zu behaupten, dass das Schicksal es so gewollt hätte. Dummerweise zeigte der Würfel (bzw. das Zufallszahlen-Skript) auf Guy Maddins "Archangel", einen Film der eher krank gestört surrealistischen Schule (so I thought), den ich mir auch ganz gern anschauen wollte, hatte "Begotten" mich in der Hinsicht doch ganz gutt angefüttert. Also ergab ich mich meinem Schicksal, schnappte mir den Film und Leopold und machte mich daran, Marla damit zu beglücken. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten ging's dann auch gleich los...
    Und Entsetzen machte sich breit. Was biete ist das denn? Offenkundig wurde der ganze Film ohne Ton gedreht und dann im Studio nachsynchronisiert und es klingt einfach nur sau schlecht. Sowieso sind die Dialoge schon keine großen Würfe, aber durch die extrem motivierten (sprich mit Valium gefütterten) Synchronsprecher geht da auch noch mal eine Menge verloren. Der Rest in Sachen Darstellung geht sogar ziemlich in Ordnung, muss ich sagen, der größtenteils völlig unbekannte Cast (der ansonsten eigentlich nur in weiteren Maddins aktiv war, Kyle McCulloch - der mich namentlich böse an Ian McCulloch erinnerte - spielte immerhin in ein paar "Southpark"-Folgen, Ari Cohen hat sogar eine reguläre Rolle in "Smallville") leistete zwar absolut nichts Großes, ging aber durchweg in Ordnung, aber diese Synchronisation... Schauderhaft.
    Ansonsten ödete der Auftakt des Films mich eigentlich nur massiv an. Der optische Stil ist nicht halb so beeindruckend wie der von "Begotten", mit Verfremdung war nicht viel, eigentlich sah der Film 1A wie einer aus den 60ern aus (wo es dann aber einen doch recht interessanten Gegensatz zwischen dem nicht so guten Bild und dem glasklaren Sound gab, aber der hatte sich auch recht schnell totgelaufen). Dazu kam ein sehr seltsamer Stil, der mich quasi mit dem Holzhammer packte (man stelle sich das mal bildlich vor, dem Klischee halber müsste ich in diesen Satz auch irgendwo noch das Wort "Eier" einfügen) und mich einmal quer durch's Drehbuch schleifte, dass mir Hören und Sehen verging. So eine konfuse Schnittmenge aus Texteinblendungen, narrativen Voice-Overs und merkwürdigem Kappes der Sorte Hastenichgesehen, hab ich echt noch nie erlebt und besonders positiv kann ich mich darüber auch nicht äußer, es wirkt teilweise einfach unmotiviert und auf Teufel komm raus künstlerisch, so dass es einfach nur nervt. Andererseits ist das Drehbuch des Öfteren sehr... sagen wir mal "merkwürdig" geraten, andererseits aber nicht so absolut durchgeknallt, dass man den Film allein dafür gern haben müsste. Es ist alles komisch auf eine Art und Weise, dass man sich fragen muss "Wie kommt man denn biete auf so was", aber eben nicht auf eine Art und Weise, dass es einem durch den Kopf schießt: "Ich wünschte ich hätte mir das ausgedacht." Okay, vielleicht war ich einfach nicht besoffen genug für den Film (wir erinnern uns alle, bei "Begotten" tat ich das Unvorstellbare, ich pausierte den Film, um - richtig - mein Whiskeyglas nachzufüllen... oh Gott, war ich da hackenstramm), wer weiß es nur.
    Auch ansonsten tut "Archangel" reichlich wenig, um sich das Prädikat "Surrealistic Masterpiece" zu verdienen, denn dazu ist - ich deutete es schon an - der Film einfach nicht surrealistisch genug. Er erzählt eine etwas exzentrische Geschichte über einen Haufen reichlich doofer Figuren, die einem allesamt schon nach wenigen Minuten auf die Nerven gehen, sehr krude, ja, aber einfach nicht so verblödet, dass man das Ganze mögen kann. Dazu steckt hier einfach noch zu viel Realität drin, es fehlen die sich selbst ausweidenden Figuren eines "Begotten", es fehlen die merkwürdigen, unvorhergesehenen, unmotivierten Geschehnisse eines "Eraserhead", ja Hölle noch eins, es fehlt sogar dieses Fünkchen Atmosphäre, das zum Bleistift "Suspect Zero" für sich verbuchen könnte. Andererseits hab ich jetzt an mancherlei Stelle gelesen, dass das hier eine Komödie sein soll... BITTE? SAMMA SPINNT IHR? Lustig war an dem Film hier nun wirklich gar nichts (wobei ich jetzt in Retrospektive doch die eine oder andere irgendwie slapstickhafte Szene zu erkennen glaube, aber verdammich, wenn man's nach dem Film erst begreift und nicht während dessen drüber lacht, dann kann es wohl schwerlich eine Komödie sein - na gut, ein oder zwei Stellen waren doch echt da, bei denen ich Grinsen musste, aber ich dachte es wäre eher unfreiwillig, weil nur kranke Säcke wie ich Spaß daran haben können, wenn ein Mann einen anderen mit seinen Innereien erwürgt, hy "Story of Ricky"), viel eher verspürte ich hin und wieder den Versuch, Dramatik aufzubauen, vermischt mit ein paar sehr seltsamen aber enttäuschend unintensiven Kriegsszenen. All das scheiterte kläglich. Genau so wie das Erzählen eines irgendwie auch nur ansatzweise interessanten Plots. Die Story war dünn und dümmlich, aber doch zu erzählerisch angelegt, als dass sie dem Film einen surrealistischen Anstrich geben könnte. Gegen Ende drehte sie sich auch eh nur noch im Kreis und ich fieberte mit zusammengebissenen Zähnen den End-Credits entgegen, es war zum Verrückt werden.
    Wer jetzt denkt, dass alles Kot ist, was so riecht, der hat irgendwo recht, aber mit der Tiefstnote will ich "Archangel" nicht nach Hause schicken. Es gab ein paar gar nicht so uneffektive Szenen und Ideen, manchmal wurde wirklich hirnerweichend merkwürdig herumgepanscht und dann ist halt da die Darm-Erwürgszene (überraschend brutal, ich musste echt erst mal schlucken). Ja, es gibt einzelne Augenblicke, die einen Aufblicken und Innehalten lassen, in denen der Film so etwas ähnliches wie Kompetenz entwickelt. Die sind leider so rar, dass sie in dieser Katastrophe regelmäßig untergehen, aber sie sind da. Bleibt halt nur noch zu sagen...
    Kommen wir zum Fazit: Vielleicht bin ich mit falschen Erwartungen an "Archangel" heran gegangen, aber bislang habe ich es in so einer Situation immer noch geschafft, einen Film als das zu akzeptieren, was er ist. "Archangel" ist leider ein großer, dampfender Haufen Scheiße: langatmig, doof, mies inszeniert, furchtbar synchronisiert und so unintensiv, dass er genau so gut eine Dokumentation über trocknende Farbe oder wachsendes Gras sein könnte. "Archangel" ist schlecht, furchtbar schlecht, nicht surrealistisch, nicht verdreht, nicht gedankenprovozierend sondern einfach nur sterbenslangweilig und eine Beleidigung meiner Intelligenz. Für ein paar Schmünzler, ein wenig Kompetenz und den Darm gibt's noch 'nen Trostpunkt...

    Einzelwertungen
    Darsteller: 05/10 (alle recht in Ordnung, die Nachsynchronisierung ist ein Graus)
    Plot: 03/10 (sehr dünne und doofe Angelegenheit)
    Effekte: 03/10 (der Darm war irgendwie recht cool, davon abgesehen war der Film sehr sparerisch inszeniert)
    Anspruch: 01/10 (ein entsetzlich doofer Film ohne Sinn und Zweck)
    Gesamteindruck: 02/10 (riesen Enttäuschung, hätte ich mir mal "Direct Action" angeschaut)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.1)
    Zwar kein Trailer (ich fund keinen), aber eine kurze Szene aus dem Film (und zwar eine der besseren)
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    Kinostart 02.09.2004
    Genre: Thriller/Drama
    Regie: Chan-Wook Park
    Darsteller: Min-sik Choi, Ji-tae Yu, Hye-jeong Kang
    FSK: 16

    Inhalt: Am Geburtstag seiner Tochter wird Oh Dae-su auf offener Straße entführt und findet sich kurz darauf in einem kleinen Raum wieder. Er ist eingesperrt, ohne Kontakt zur Außenwelt, wird gehegt und gepflegt, aber bekommt keine Erklärung, wieso überhaupt. 15 Jahre lang sitzt er in seinem Gefängnis fest, dann wacht er eines Tages auf dem Dach eines Hochhauses auf und hat nur noch drei Dinge im Sinn: den Kerl finden, der ihm das angetan hat, herausfinden, wieso er eingesperrt war, und seinen Peiniger anschließend in die nächste Welt befördern.

    Kritik: Und wieder einmal ist Zeit für ein Gegenreview, denn DeadPoet nahm sich unserem heutigen Film schon mal an und übernahm in seinem Review dabei quasi den allgemeinen Konsens, der zu diesem "Meisterwerk" vorherrscht. Ihr kennt mich, ich schwimme gerne gegen den Strom, ja, aber ich lasse mich auch nicht von der glitzernden Fassade von irgend was einwickeln, oder was weiß ich, ich bleibe objektiv oder tue wenigstens so und genau das will ich auch jetzt, nach dem ersten (und hoffentlich letzten) Anschauen von "Oldboy" versuchen.
    Ich bin mit dem Oeuvre von Chan-Wook Park nicht ganz so vertraut, muss ich jetzt mal zugeben, ich sah irgendwann vor relativ langer Zeit mal das durchaus effektive Kriegsdrama "J.S.A. - Joint Security Area", eines seiner Frühwerke, und dann noch das Kasperletheater "I'm A Cyborg But That's OK" (ich glaube ich war im Review sogar noch zu gnädig...), ansonsten hab ich mich noch nicht so an den Mann rangewagt, liegt vielleicht auch daran, dass ich bislang eigentlich immer eher mit schwachsinnigen koreanischen Filmen zu tun hatte, die mir das etwas vergrault haben ("A Bittersweet Life" ist da natürlich die glänzende Ausnahme, aber die muss es ja auch geben, der Regisseur entzog sich zum Glück durch seinen grandios miesen "A Tale of Two Sisters" dem Dilemma, vielleicht doch irgendwie gut zu sein). Egal, heute half's nix, mein Mitbewohner wollte wieder einen Film sehen, also ließen wir die Würfel sprechen. Sein Teil des Stapels bestand aus "Fitzcarraldo", "Nosferatu" und eben "Oldboy", meiner aus "Interstate 60", "Casshern" und "Angel Heart". Wie immer hatten die Würfel mich niet so lieb, rum kam dabei "Oldboy". Ich stand dem Film also von Anfang an nicht so freudig gegenüber, das gebe ich zu, aber "Natural Born Killers" und "City of God" gelang es ja auch mich unter solchen Voraussetzungen mehr oder minder zu begeistern. "Oldboy" auch?
    No fucking way. Und die Tatsache, dass der Film sich hartnäckig in der IMDB-Top-250 tummelt lässt mich weiterhin am Verstand von großen Teilen der Weltbevölkerung (ich wollte jetzt erst "Internetbenutzer" schreiben, aber dann fiel mir das Paradoxon in diesem Satz auf) zweifeln. Bei vielen Filmen, die da drin sind und die ich nicht mag, versteh ich ja trotzdem, wieso irgend jemand sie mögen könnte, aber "Oldboy"? Scheiße ey, echt jetzt... Die Chronistenpflicht hat mich aber dann doch gepackt und ich stand den Film bis zum Ende durch, um all diese Phantasten da draußen zu widerlegen, also bringt eure Sitze in eine aufrechte Position, stellt das Rauchen ein und haltet euch bereit, wir starten gleich...
    Starten ist ein gutes Stichwort, starten tut "Oldboy" nämlich ganz gut. Okay, hier zeigt sich schon der merkwürdige Stil von Regisseur Chan-Wook Park und wenn ich "merkwürdig" sage, dann meine ich in gewisser weise "enervierend". Gefilmt ist der Streifen sehr ordentlich, geschnitten ebenfalls, da kann man nicht meckern. Die Bilder sind relativ stimmungsvoll, vergleichbar vielleicht mit den düsteren Landschaften, die David Fincher in "Sieben" oder "The Game" beispielsweise entwarf, wenn auch nicht ganz so hervorragend, aber ich denke mal ihr kriegt einen ganz guten Eindruck davon. Und auch der Schnitt, bzw. hin und wieder die Abwesenheit desselben, macht einen guten Eindruck, wobei ich die aus einer einzigen Einstellung gefilmte große Kampfszene jetzt nicht so unglaublich berauschend fand wie manch anderer Reviewer, da war der Klimax von "Children of Men" schon ein ganz anderes Kaliber. Aber ansonsten ist Park scheinbar auch ein Anhänger der mir in letzter Zeit immer mal wieder sehr sauer aufstoßenden Zunft der Regisseure, die mal aus Lust und Laune ein Stilmittel in ihren Film einstreuen und dieses dann auch nur ein einziges mal verwenden und dann wieder vergessen. Namentlich die gute alte Rückblende, die her so deplaziert wirkte wie der Splitscreen aus "Jackie Brown". Wo zum Fick ist der Sinn darin, den Film mit einer Rückblende anzufangen, die nach knappen fünf Minuten wieder aufgelöst wird, außer um einen knalligen Start hinzulegen (der der zweiten Verwendung dieser Szene aber völlig den Drive nimmt)? Billig, Herr Park, muss ich schon sagen. Dann doch lieber konsequent bleiben...
    Aber wieso an solchen Kleinigkeiten aufhängen, wenn ich auch gleich die dicken Fische an Land ziehen könnte? Also machen wir das doch mal und deswegen hier jetzt unumwunden mein größter Kritikpunkt an "Oldboy": Die Story ist ein großer, fieser, dampfender Haufen Kot, ohne Sinn, ohne Verstand, ohne Botschaft, holprig erzählt, voller Logiklöcher und dann auch noch wenig originell, vorhersehbar und aus Versatzstücken anderer, besserer Filme zusammenkannibalisiert. Und (und das ist wohl das Schlimmste von allem) quasi ein persönliches, stetiges Eiertritt-Device für den lieben Zuschauer. Mr. Park, wo haben sie bitte Storytelling gelernt? Das ist jedenfalls ein Ort, den ich gerne meiden würde. Oder unter Quarantäne stellen...
    Ich hab jetzt viele große Worte darüber geschwungen, aber es sind eigentlich nur die üblichen hasserfüllten Hetzreden, ich weiß, ich geb's zu. Deswegen elaboriere ich jetzt gern. Die Story von "Oldboy" ist nämlich in erster Linie die eines stink normalen Rache-Thrillers, wie es sie zu Dutzenden da draußen gibt, nichts Weltbewegendes in der Hinsicht, aber Park versucht das Ganze halt noch mit einem mächtig komplizierten Pseudo-Verschwörungs-Kram zu vermengen. Netter Vorsatz, katastrophale Umsetzung. Was vor allem daran liegt, dass das Skript, resp. Mr. Park sich selbst für wesentlich klüger als der Zuschauer hält und ihn das auch oft und gern spüren lässt. Deswegen sind Twists und Turns in der Story an der Tagesordnung. Auch noch nicht so schlimm, aber wie sie angebracht werden ist einfach furchtbar. Es gibt bei "Oldboy" nämlich zwei Sorten davon, zum einen die geschickteren Twists, die leider so offenkundig vorher angekündigt werden, dass man sie genau so gut hätte aussprechen können (zumindest für all diejenigen, die schon ein paar intelligentere Filme gesehen haben und sich mit so was auskennen). Darunter zum Beispiel der grooooße Schlusstwist, der quasi bei der allerersten Gelgenheit verraten wird. Toll, ich bin vergeistert. Dann ist da aber noch die andere Zunft und das sind größtenteils die Twists, die den Plot voranbringen. Die kann man leider als Zuschauer nicht erahnen oder wenigstens nachvollziehen, denn die werden einfach mal so locker flockig basierend auf Tatsachen aus dem Ärmel geschüttelt, von denen der Zuschauer überhaupt nicht mal die geringste Ahnung hatte. Das ist wie am Ende von "The Gore Gore Girls", als uns' Held Gentry den Killer durch Informationen entlarvt, die er offscreen ermittelt hat und von denen die Audience keinen Schimmer hatte. Wenn man das jetzt mal in Relation setzt... Ein koreanischer Kultfilm, der sich genau so blöd anstellt wie ein Film vom Urvater des Exploitation-Kinos, bei dem es darum ging möglichst viel Blut und möglichst viele Titten vor die Kamera zu kriegen... Mr. Park, das ist ganz grandios mieserables Storytelling, glauben sie's mir.
    Wie gesagt sind da dann aber auch noch die anderen Verfehlungen des Skripts, namentlich Sinnschwächen (im Endeffekt entzieht der Film sich selbst einfach jeder Aussage, bzw. alles was er propagieren will, ist eh schon klar), ganz mieserable Plotentscheidungen (inklusive eines völlig unglaubwürdigen da allmächtigen und nicht weiter zu erklärenden Plot-Devices), Logiklücken (klar, wenn man 15 Jahre lang auf eine Wand einprügelt, dann hat man damit genug trainiert, um eine komplette bewaffnete Gang mit bloßen Händen auf's Korn zu nehmen, ich frage mich, wie Dae-su an der Wand das Ausweichen und Abwehren von Schlägen trainiert hat...) und wie Gesagt die Kannibalisierung von anderen, viel besseren Filmen (die offenkundigste dürfte wohl "Angel Heart" sein, der den Aspekt allerdings wesentlich geschickter umsetzte), ganz zu schweigen von dem großen Engagement des guten alten Rainer Zufall für den Film, der hat sich hier echt mal wieder die Finger wund geschrieben. Die Entscheidung den übermächtigen Feind so früh schon zu vermenschlichen will ich jetzt nicht groß bewerten, das kann man so oder so sehen, ich fand's dumm und scheiße, but that's just me. Genau so wie mich das ewig langgezogene Ende extrem gestört hat, hier wusste Park einfach mal wieder nicht, wann's genug war und musste noch alles zig mal langziehen...
    So weit so katastrophal fatal. Da ist es doch um so erstaunlicher, dass der Film sich irgendwie trotzdem noch auf ein zumindest durchschnittliches Niveau rettet. Dem zuträglich ist einerseits der stimmungsvolle wenn auch hin und wieder etwas überstrapazierte Soundtrack (nicht so heftig wie bei "Dead Birds", aber manchmal wäre einfach weniger mehr gewesen), andererseits die grandiose Leistung von Min-sik Choi ("Brotherhood") als Oh Dae-su. Der Rest des Casts ist ein wenig durchwachsen, vor Allem Hye-jeong Kang ("Three Extremes", "Lady Vengeance") ging mir total auf den Sack, aber das lag wohl größtenteils auch an ihrer bescheuerten Rolle. Aber Min-sik Choi ist wie gesagt einfach nur stark, kann wirklich Sympathien aufbauen und eigene Akzente setzen, sehr schön. Dummerweise macht ein guter Schauspieler aber noch keinen guten Film und deswegen bleibt am Ende wohl nur zu sagen...
    Kommen wir zum Fazit: "Oldboy" hat ganz massive Probleme mit seinem Skript, das ist nämlich einfach nur große Grütze und auch noch schlecht erzählt. Was nach Abzug von dem übrig bleibt ist ein grandioser Hauptdarsteller, gute Kameraarbeit, ein paar stimmungsvolle Bilder und ein toller Score. Aber das alles macht einfach keinen guten Film und das ist "Oldboy" auch nicht. Er ist auch nicht schlecht, trotz seiner Länge (und seiner Längen am Ende) unterhält er doch ganz passabel und die positiven Aspekte will ich nicht wegdiskutieren. Aber mehr als ein "Durchschnittlich" und ein Memo an mich, dass ich mir den Streifen so schnell nicht mehr anschauen will, kommt eben nicht bei rum.

    Einzelwertungen
    Darsteller: 07/10 (großartiger Lead, nervige weibliche Hauptrolle, ordentlicher Rest)
    Plot: 02/10 (abgesehen von der guten Grundidee kann ich eigentlich kein gutes Haar an dieser dämlichen Plotte lassen)
    Effekte: 06/10 (nichts weltbewegendes, ein paar Blutspritzer hier und da und eben nette Kameraarbeit)
    Anspruch: 02/10 (viel Sinn kann man dem hier nicht entnehmen, dazu versaubeutelt der Plot zu viel)
    Gesamteindruck: 05/10 (durchschnittliches Rachedrama mit einem blöden Plot)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 8.3)
    Link zum Trailer
    Die DVD bei Amazon.de
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    The Spirit

    [Bild: the-spirit-poster.jpg]

    Kinostart: 05.02.2009
    Entstehungsland: USA
    Genre: Action / Comicverfilmung, nach einer Vorlage (1940-1952) von Will Eisner
    Laufzeit: 103 Minuten
    Regie: Frank Miller
    Darsteller: Gabriel Macht, Eva Mendes, Samuel L. Jackson, Scarlett Johannson uvm.
    FSK der Kinofassung: ab 16


    Inhalt:
    Der junge Polizist Denny Colt wird bei einem Einsatz tödlich verwundet. Doch er steigt wieder aus seinem Grab (ohne zu wissen, wie so etwas überhaupt sein kann) und beschützt von da an seine Stadt als maskierter Rächer The Spirit, der über keine besonderen Kräfte verfügt, abgesehen davon, dass er offenbar nicht zu töten ist und dass seine Wunden wieder enorm schnell verheilen (Highlander lässt grüßen). Dem Spirit steht sein Erzfeind Octopus gegenüber, und es gilt zu verhindern, dass die geliebte Stadt des Spirit ins Verderben gestürzt wird. Oder so.

    Kritik:
    The Spirit… oder auch: „Was war das denn jetzt?!“ Denn genau das war die Frage, die ich mir sehr oft während des Films, aber vor allem auch danach gestellt habe. Und auch heute, fünf Tage nach dem Kinobesuch bin ich nicht sicher, ob ich diese Frage halbwegs befriedigend beantworten kann.

    Beginnen wir doch mal mit meinen Erwartungen. Wie schon oft erwähnt, versuche ich einen Film immer ohne größere Erwartungen zu sehen. So ganz lässt sich so was aber leider nicht vermeiden, zumal der Grundtenor derer, die den Film schon gesehen haben, eigentlich relativ einstimmig klang. Ein Film, irgendwo zwischen „nicht wirklich prickelnd“ und „bestenfalls Durchschnitt“ angesiedelt. Einige fanden ihn sogar richtig grottig, andere wieder sogar ziemlich gut. Solche Extreme waren dann allerdings doch eher rar, deswegen habe ich diese mal nicht weiter berücksichtigt.
    Aber welche Meinung auch immer vertreten wurde, sie war immer eindeutig.
    Nur ich muss hier mal wieder querschießen…

    Ich versuch’ das Ganze mal aufzusplitten:
    Technisch gesehen war Millers Erstling (sieht man von seiner einflussreichen Co-Regie bei Sin City einmal ab) gar nicht so schlecht. So zumindest mein abschließender Eindruck. Das Vorhaben, die Bilder des Comics direkt auf die Leinwand zu übertragen und so zum Leben zu erwecken (was in Sin City ja so vorzüglich funktioniert hat) wirkte hier oft stark überproduziert und manchmal sogar plump. Der grellrot leuchtenden Krawatte sah man die Computeranimation förmlich an, dagegen sah selbst der lebendige Umhang aus der grottenschlechten Spawn-Verfilmung richtig gut aus. Doch abgesehen von diesem und ein paar anderen Schnitzern dieser Art wirkte der Film zumindest optisch recht atmosphärisch.

    Die Actionszenen waren – im direkten Vergleich zur surrealen Optik – eher unspektakulär. Hier und da eine Prügelei, ein bisschen mehr oder minder athletisches Gerenne über ein paar Dächer und… Explosionen? Gab’s überhaupt Explosionen? Ja doch… da war was, allerdings (wer hätt’s gedacht?) ebenfalls ziemlich unspektakulär.
    Nicht falsch verstehen, die Action war nicht übel. War alles recht solide und eigentlich gab’s auch alles, was man für klassische Action braucht. Aber da The Spirit wohl eher als „besonderer“ Film gelten will, ist es mit dem Üblichen einfach nicht getan und es gab diesbezüglich einfach nichts, was meiner Meinung nach besonders hervorstechend war.

    Die Story ist… nun ja, nennen wir es mal „klassisch“. Ein einsamer Held, der selbstlos das Gute verkörpert, tritt gegen das definitiv Böse an, verkörpert durch einen skrupellosen Pseudowissenschaftler mit Gotteskomplex und Drang zur Weltherrschaft. Schon mal gesehen? Bestimmt…
    Ich kenne die Vorlage leider so gar nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass Miller versucht hat, diese so gut wie möglich originalgetreu wiederzugeben. Damals waren solche Geschichten nun mal interessant und mit solchen Schwarz/Weiß-Figuren konnte man die Menschen noch begeistern. Heutzutage wirkt so was allerdings bestenfalls irgendwas zwischen öde und (unfreiwillig) komisch. Wobei The Spirit ab und an wirklich versucht, lustig zu sein und ein paar Mal gelingt es sogar – aber dazu später mehr!

    Wo war ich? Richtig, die Story. Ist durch den einen Satz im obigen Absatz eigentlich schon abgehandelt. Das Ganze noch garniert mit der klassischen tragischen Liebesgeschichte und einem Hauch Film Noir.
    Die Atmosphäre, das Verhalten, die Kleidung und auch die Sprache der Charaktere wirkten so, als wären sie der Zeit der Vorlage entnommen, also den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Warum, warum verdammt noch mal kam Miller auf die Idee, Handys und moderne Kampfhubschrauber in die Szenarien einzubauen?! Sollte das etwa skurril-interessante Akzente setzen? Hat – zumindest bei mir – nicht funktioniert, Mr. Miller, so leid es mir auch tut. Vielmehr haben solche Dinge die ja ansonsten durchaus stimmige Atmosphäre zerstört, also genau den einen Bestandteil des Filmes, dem ich ansonsten eigentlich ziemlich wohlwollend gegenüberstehe.

    Aber es braucht mehr als solche Kleinigkeiten, um mir einen Film zu vergrätzen. Also woran lag’s denn nun wirklich, dass mir dieser Film, der ja eigentlich bestenfalls durchschnittlich sein soll, immer noch so schwer im Magen liegt?

    An den Darstellern gibt es zumindest kaum was auszusetzen. Die Hauptrolle ist mit dem mir bis dato unbekannten Schauspieler Gabriel Macht eigentlich recht gut besetzt, wenn man davon absieht, dass Eva „ich kann nicht nur gut aussehen“ Mendes ihn glatt an die Wand spielt. Der scheinbar unvermeidliche Samuel L. Jackson (nicht, dass ich grundlegend was gegen ihn hätte, aber es fällt mir schwer, spontan zehn Filme aufzuzählen, ohne dabei nicht mindestens zwei zu erwischen, in denen er mitspielt) bringt routiniert sein mittlerweile übliches Overacting und Scarlett Johannson… tja, fällt nicht weiter auf (Optik beiseite), so wie eigentlich der ganze Rest des Casts. Ist auch nicht wirklich von Belang, da sich The Spirit auf ein paar wenige Figuren konzentriert und der Rest einfach nur bessere Statisten darstellt, die absolut austauschbar sind.

    Gut, es waren also nicht die Akteure. Kommen wir zum eben schon einmal erwähnten Humor. Hier geht’s schon los, irgendwie wirkt das alles nicht rund.
    Einerseits wirkt der Streifen unfreiwillig komisch, dann wieder gewollt, dafür aber zu bemüht. Und dann kommt noch ein in der Tat ziemlich herrlicher Trash-Faktor dazu, zum Beispiel, wenn der Spirit ganz Film-Noir-like die aktuellen Geschehnisse im Erzählerstil wiedergibt – allerdings nicht in Gedanken, sondern er spricht es wirklich aus, während alle anderen um ihn herumfuhrwerken. Das hatte schon was, jedoch zieht sich das auch als roter Faden durch den ganzen Film und wird derart inflationär gebraucht, dass es im letzten Drittel allmählich anfängt zu nerven, zumindest aber nicht mehr komisch wirkt. Die grenzdebilen Klon-Handlanger seines Gegenspielers Octopus sollen zwar komisch wirken, schaffen dies aber nur bedingt - mehr als ein gelegentlicher Schmunzler ist da echt nicht drin.

    Und so, wie schon der Humor sehr unentschlossen dargestellt wird, so wird auch der ganze Film inszeniert. Teilweise wirkt das ganze Werk grob zusammengewürfelt, ohne echten Zusammenhang geht es antriebslos von einer Szene zur nächsten. Dass diese einzelnen Szenen meistens recht gut aussehen, ist zwar erfreulich, reicht aber eben nicht aus. Das Ganze wirkt oft viel eher wie ein Musikvideoclip, es ist alles schön (dunkel-)bunt, es wird viel bewegt, aber keiner weiß hinterher so genau, worum es eigentlich ging, wenn es überhaupt um etwas ging. Und wenn The Spirit diese zweifelhafte Richtung weiterverfolgt hätte, dann hätte ich es ja noch irgendwo als skurriles Gesamtkunstwerk abtun können, dass ich entweder nicht mag, oder schlichtweg nicht verstehe. Aber das hat er nicht, genaugenommen hat der Streifen gar keine Richtung wirklich konsequent verfolgt. Besonders der Schluß, also der Showdown inkl. der Aufklärung über die Herkunft von Spirits Fähigkeiten, wird dermaßen 08/15 und standardmäßig ausgelutscht vorgetragen, dass man den Eindruck bekommen muss, dass selbst Miller an den letzten Drehtagen keine echte Lust mehr hatte.

    Fazit:
    The Spirit hätte mehr sein können, hätte mehr sein müssen! Besonders in Bezug darauf, dass Mr. Miller mit Argusaugen überwacht, dass seine Vorlagen auch vernünftig umgesetzt werden, und wehe, da stimmt etwas nicht. Daran gibt es grundsätzlich nichts auszusetzen, aber ich hätte jetzt erwartet, dass er diese Ansprüche auch an sich selbst stellt und entsprechend umsetzt.

    Es war seine erste eigenständige Regiearbeit, und Miller ist (bislang) auf jeden Fall ein um Längen besserer Comic-Autor als Regisseur. Wenn er diese Kunst weiter verfolgen will, dann kann man nur hoffen, dass er dazugelernt hat und auch immer weiter dazu lernt. Aber das soll keine Entschuldigung sein, denn wenn bei einer OP was schiefgeht, kann der verantwortliche Chirurg auch nicht sagen „Sorry, bin der Neue“ (jaa jaa, ich weiß, das der Vergleich unverhältnismäßig ist ).

    Meine persönliche Bewertung:
    Darsteller: 06/10 (von den Hauptakteuren war keiner wirklich schlecht, Eva Mendes stach hervor …nein, nicht nur optisch)
    Plot: 03/10 (Ich kenne die Vorlage ja nicht, aber ich kenne die Vorlagen von unzähligen anderen alten Comics und durch nicht minder zahlreiche Verfilmungen der letzten Zeit weiß ich, dass man so was auch vernünftig für die Ansprüche der heutigen Zeit adaptieren kann)
    Effekte: 06/10 (Die Effekte waren Ok. Nicht überragend, aber Ok. Teilweise zuviel des Guten, deswegen keine 7 Punkte.)
    Anspruch: --/10 (Hierzu möchte ich mich nicht äußern. Wenn es als Hommage an Will Eisners Comics funktioniert, dann hat The Spirit durchaus einen gewissen Anspruch. Da ich diese – wie schon mehrfach erwähnt – aber nicht kenne, bin ich nicht qualifiziert, darüber zu urteilen. Als Standalone-Film betrachtet würde ich hier aber auch keine Punkte vergeben, das ist einfach nicht die Art Film für „Anspruch“)
    Gesamteindruck: 05/10 (Habe überlegt, ob The Spirit trotz allem nicht doch 6 Punkte wert wäre. Ist er nicht, dafür wurde dann doch zuviel falsch gemacht. Sorry, vielleicht beim nächsten Mal, Frank.)

    Q: Ist The Spirit sehenswert?
    A: Jain. Schraubt eure Erwartungen runter bis zum Abyss und stellt euch darauf ein, ein riesiges, farbenfrohes und optisch ansprechendes (mit Abstrichen wg. Übereifer!) Fragezeichen zu sehen. The Spirit ist einer von diesen Filmen, bei denen man darüber diskutieren kann, während er noch läuft, ohne dass man etwas Wichtiges verpassen könnte. Es passiert einfach nichts Wichtiges.

    Kino? Vielleicht… wer Langeweile und zuviel Geld hat.
    DVD? Kaufen wohl eher nicht… außer vielleicht für ~5 E. Ausleihen reicht, wenn man denn doch neugierig geworden ist.
    TV? Klar, warum nicht? Trotz aller Makel immer noch besser als der größte Teil des sonstigen Mists, der so gesendet wird.

    imdb-Bewertung: 5,1/10
    Eine Trailerseite
    Und der hat's gemacht! Hat ein bisschen was von Lee van Cleef, oder? Und ich mein' jetzt nicht den Hut.
    Corvayne is offline Last edited by Corvayne; 04.03.2009 at 16:35.

  16. #56 Reply With Quote
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    Austin Powers - Spion in geheimer Missionarsstellung

    [Bild: DSC0002.jpg]

    Laufzeit: ca. 95 Minuten
    Genre: Agentenkomödie / Parodie
    Regie: Jay Roach
    Darsteller: Mike Myers, Heather Graham, Seth Green
    Gesehen auf: Deutsch

    Kinostart: 14. Oktober 1999

    Inhalt:
    Dr. Evil is back! Und er klaut direkt mal eben Austin Powers Männlichkeit – oder Mojo, wie man es wohl nennen könnte. Das gelingt ihm allerdings nur mithilfe einer Zeitmaschine, doch Powers wagt ebenfalls den Sprung zurück in die 60er und will seinen Besitz zurück…

    Kritik:
    Ich finde Austin Powers grauenhaft, das wusste ich auch schon, bevor ich den Film ein zweites Mal anschaute. Ich finde »Goldständer« ziemlich unterhaltsam, aber die beiden Vorgänger treffen einfach nicht meinen Humor – zumindest nicht ausreichend. Ich habe mir den Film eigentlich auch nur erneut angesehen um mir das selbst noch mal zu bestätigen.

    Dass die Figur Austin Powers und zahlreiche Details aus den Filmen, besonders auch die Titel Parodien auf James Bond Filme sind, ist wohl kein Kunststück zu erkennen. Allerdings mochte ich noch nie wirklich Austin Powers als Figur… er ist einfach das, was ich guten Gewissens ein Opfer nennen würde mit der kleinen Ausnahme, dass er jede Frau in die Kiste kriegt – und zwar mithilfe von einem lächerlich beharrten Oberkörper, einem in keinster Weise attraktiven Körper, einer eher unmodischen Brille, Klamotten zum Auslachen und schiefen Zähnen. Oh, seine monsterhafte Lache und die flachen sexistischen Bemerkungen nicht zu vergessen, die es am laufenden Band hagelt. Das ist es auch, worauf der Film viel zu sehr baut: Sexuelle Zweideutigkeiten, vulgäre Witzeleien und gerade zu kindische Namensgebungen, sei es nun Mrs. Schickfick oder Fieser Fettsack.

    Doch obwohl ich Mike Myers dafür am liebsten in einen dunklen Kerker schmeißen würde, habe ich großen Respekt vor seiner Leistung in diesem Film. Er spielt gleich drei Rollen, von denen sogar zwei Protagonisten darstellen und das auf ziemlich unterschiedliche Weise. Und obwohl ich Austin Powers nicht sonderlich mag und Fieser Fettsack mir um Längen zu vulgär ist, halte ich Dr. Evil doch für eine der genialsten Figuren in der Parodiegeschichte. Er ist so ziemlich das Einzige, mein zentraler Punkt im Film, der mir gefallen hat. Natürlich gibt es da noch Mini-Me, der sein tolles Debut feiert und Heather Graham, die hier wirklich heiß ist, obwohl ich sie sonst eigentlich eher weniger hübsch finde. Ich habe gerade ein empörtes »Was?!« von mir gegeben, als ich gelesen habe, dass dieser Film für einen Oscar nominiert war, aber als ich dann las, um welchen es sich handelte, musste ich doch irgendwie gezwungenermaßen zustimmen: Bestes Make-Up. Die Zuständigen haben hier wirklich außerordentliche Leistungen vollbracht! Selbst wenn man weiß, dass es sich bei besagten drei Rollen um Mike Myers handelt, erkennt man ihn in Form von Dr. Evil und auch Fieser Fettsack kaum bis eigentlich gar nicht – ich wäre von alleine im Traum nicht darauf gekommen. Beim Fiesen Fettsack vielleicht, aber niemals bei Dr. Evil. Wirklich ganz große Arbeit, dem gebührt mein Respekt.

    Damit hat es sich aber auch schon. Die Gags legen ein flaches und vulgäres bis kindisches Niveau vor, das durchgehend gehalten wird und auch die Story ist eher mäßig – selbst für eine Parodie. Mir ist auch aufgefallen, dass es zwei Gags gab, die Mike Myers offenbar so toll fand, dass er sie direkt ins Drehbuch für »Goldständer« übernahm: Zum Einen die Schattenspiele und zum Anderen das musikalische Duett zwischen Dr. Evil und seinem Klon. Mangelnde Kreativität, mein Guter? Na, immerhin waren die beiden Teile keine eineiigen Zwillinge wie »Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug« und »Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff«…

    Ich weiß auch gar nicht, was ich noch viel dazu sagen soll… die Effekte, wenn sie auch nicht sehr zahlreich sind, sind ordentlich, die Kostüme fand ich immer sehr… ja, nennen wir es auffällig und damit hat sich’s. Ein paar ordentliche Gags sind dabei, über die man ein wenig lachen kann, sonst herrscht aber eher Glatteis. Ich habe schon keine sehr hohen Ansprüche was Humor angeht – ich lache quasi über alles, aber hier… ich konnte meistens sogar mehr über Myers Gesichtsausdrücke und seine Schauspielerei in einigen Szenen lachen, als über die Dinge, die seinen Mund verließen.

    Ich kann mich nicht mal für die gepriesenen, zahlreichen Gastrollen aussprechen, weil es sich einfach durchweg um B- bis C-Prominenz handelt, abgesehen von Jerry Springer, Will Ferrell und Liz Hurley vielleicht – kein Vergleich zu Tom Cruise, Danny De Vito und Kevin Spacey in »Goldständer«.

    Ich hab nur noch wenige Szenen des ersten Teils vor Augen, aber ich bin mir relativ sicher, dass ich im Reinen mit mir sein kann, wenn ich diesen zweiten Teil als schlechtesten der Reihe betitele.

    Bewertung:
    Darsteller: 7/10
    Plot: 3/10
    Effekte: 8/10
    Anspruch: 1/10
    Gesamteindruck: 5/10

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 6.6)
    Link zum Trailer
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  17. #57 Reply With Quote
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    Im Auftrag des Teufels

    [Bild: 515TH2GZFEL.jpg]

    Laufzeit: ca. 144 Minuten
    Genre: Mystery-Thriller
    Regie: Taylor Hackford
    Darsteller: Keanu Reeves, Al Pacino, Charlize Theron
    Gesehen auf: Deutsch

    Kinostart: 22. Januar 1998

    Inhalt:
    Kevin Lomax ist ein erfolgreicher Strafverteidiger, der bisher keinen Fall verloren hat. Auch seinen aktuellen, bei dem er einen Kinderschänder, dessen Schuld er sich bewusst ist, gewinnt er. Das hat zur Folge, dass er ein Angebot von einer mächtigen Kanzlei in New York erhält, das er bereitwillig annimmt, bevor er mit seiner Frau in die Metropole zieht. Schnell lebt er sich in sein neues, anspruchsvolleres Berufsleben ein – zu Missgünsten seiner Ehe und seines Charakters.

    Kritik:
    Es hat verdammt lange gedauert, bis ich mir diesen Film endlich wieder ansehen konnte. Ich wusste, dass ich ihn damals schon geliebt habe und scheinbar hat sich dieser Punkt nicht geändert! Ich steh sowieso aus irgendeinem unerfindlichen Grund auf Juristenstreifen (siehe »Sleepers«), ich steh auf teuflische Filmrollen (bitte buchstäblich nehmen) und spätestens seit »Dick Tracy«, eigentlich schon seit »Heat« (aber ganz sicher nicht seit »Der Pate«), vergöttere ich Al Pacino. Keanu Reeves, da muss ich mich der allgemein gängigen Meinung anschließen, kriegt auch von mir den Talentfrei-Stempel auf die Stirn geknallt. Gut, dann ist der Film eben nicht perfekt, aber trotzdem noch große Klasse.

    Und wo ich Al Pacino schon so in den Himmel gelobt habe, fange ich direkt damit an, da weiterzumachen. Der Mann ist doch wirklich einfach nur großartig. Mir würde spontan kein einziger Schauspieler aus seiner Liga einfallen, der perfekter in diese Rolle gepasst hätte, als Pacino. Robert de Niro hat eine zu nette Ausstrahlung, Johnny Depp wäre zu jung gewesen… Pacino hingegen hat ohnehin ein nicht lupenreines Image und ist einfach die Idealbesetzung für diese Rolle. Er ist nicht der typische Bösewicht, der einfach nur schurkisch ist und seinen dunklen Machenschaften nachgeht, er ist einfach… undurchsichtig. Selbstsicher wie nichts, mit einem durchdringenden allwissenden Blick, einer ziemlich eigenen Art, ausschweifenden Reden und gekonnten Formulierungen in Kombination mit perfekt abgestimmten Gesten. Al, ich liebe dich! :] Keanu Reeves hingegen… wer hat sich eigentlich ausgedacht diese wandelnde Gesichtsstarre in die Rolle eines Anwalts zu stecken?! Neo (»Matrix«) ist ja eine Sache, aber ein redegewandter, ehrgeiziger Anwalt? Ich bitte euch. Nun gut, Ende der 90er war Reeves Zeit und man brauchte wohl einen zuverlässigen Publikumsmagneten. Ich will nicht sagen, dass es da keine vielversprechenderen Alternativen gab, aber es lässt sich ja nun ohnehin nicht mehr ändern. Viel besser war dann doch wieder die bildhübsche Charlize Theron, auf die ich besonders durch »Hancock« und »The Italian Job« aufmerksam wurde, und die hier mit einer flüchtigen Nacktszene überraschte. Nur für die, die es interessiert. Also die, die es auch interessiert. Sie hatte die wohl facettenreichste Rolle im Film und überzeugt durchaus, auch wenn sie ein noch eher unscheinbares Auftreten ihr Eigen nennt.

    Die Story mit ihrer Moral stell ich mal ganz außen vor. Ich musste mich in den letzten beiden Absätzen schon bemühen, nicht zu viel zu verraten, und das versuche ich auch beizubehalten. Der Film lässt diesbezüglich kaum Spielraum näher auf die Story einzugehen, daher übergehe ich diesen Punkt einfach. Ich belasse es dabei, sie als ziemlich gut und spannend zu betiteln. Das Ende ist auch gelungen, obgleich etwas theatralisch dargestellt.

    Viel interessanter ist ohnehin ein ganz anderer Punkt: Die musikalische Untermalung. Ich bin eigentlich eher jemand, der fast ausschließlich die optischen Wunder des Films wahrnimmt (unabhängig davon, dass dieser Film überraschend viel nackte Haut bietet) und Musik nur in sehr seltenen Fällen bewusst zur Kenntnis nimmt. Hier war die Untermalung allerdings so derart gelungen und atmosphärenfördernd, dass sie mir vom ersten Augenblick an aufgefallen ist. Alles ist sehr gut auf die Bilder abgestimmt und erhöht die Spannung merklich – besonders im letzten Drittel des Films.

    Damit hätte ich im Grunde genommen auch schon alles gesagt, was ich sagen kann. Zur Story kann ich, wie schon erwähnt, nicht viel preisgeben, daher hab ich so ziemlich alles andere Positive bereits verschossen und das einzige Negative, Keanu Reeves himself, ist ebenfalls erwähnt… dann wären wir wohl mal wieder fertig, was, liebe Kinder? Und macht euch keinen Kopf wegen der relativ langen Laufzeit – die verfliegt unmerklich und zu so einem Justizthriller gehört das auch irgendwie einfach dazu (schon überhaupt, wenn er sich noch mit Mystery vermischt).

    Bewertung:
    Darsteller: 8/10 (Pacino bahnbrechend, Theron sehr gut, Reeves… Reeves eben)
    Plot: 8/10
    Effekte: 9/10
    Anspruch: 6/10 (Pacinos längere Monologe erfordern schon einiges an Aufmerksamkeit)
    Gesamteindruck: 9/10 (love him!)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.2)
    Link zum Trailer
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    Premutos - Der gefallene Engel

    [Bild: Premutos.jpg]

    DVD-Start: Wer weiß es nur, Erscheinungsjahr 1997
    Genre: Splatter/Fantasy
    Regie: Olaf Ittenbach
    Darsteller: Christopher Stace, Andre Stryi, Olaf Ittenbach
    FSK: 18

    Inhalt: Premutos, der Herrscher über die Toten, war der erste der gefallenen Engel. Als er sich nämlich gegen den Herren aufgelehnt hatte (vor Luzifer noch) warf dieser ihn kurzerhand raus, auf die Erde, wo er von nun an sein Dasein fristete, im ewigen Kreislauf zwischen Zerstörung und Wiedergeburt gefangen. Nun befinden wir uns am Ende des 20. Jahrhunderts, Waffennarr Walter will gerade seinen Geburtstag feiern, dummerweise hat er an just diesem Morgen in seinem Garten ein Buch, das die finstere Prophezeiung von Premutos enthält, entdeckt und so gestaltet sich die Unterhaltung des Abends... ungewöhnlich...

    Kritik: Wurde langsam mal Zeit, dass ich einen Ittenbach reviewe, oder? Ich schimpfe mich tatsächlich hin und wieder einen "Kenner" oder so, aber vom deutschen Splatterpapst Nummero Uno hab ich tatsächlich erst einen Film gesehen ("Garden of Love", "Beyond the Limits" und "The Burning Moon" fahren allesamt noch irgendwo hier rum und wollen wohl in Augenschein genommen werden), aber das hat gar nicht so viel zu bedeuten, von seinen Genrekollegen (Schnaas, Rose, Taubert, wat weiß ich wer noch alles, denkt ihr ich kenn die Namen von diesen Mistsäcken?) sah ich nämlich noch gar nichts. "Premutos" dafür schon haste nicht gesehen wie oft, seitdem ich irgendwann vor Jahren (so lang kann's noch nicht her gewesen sein, ich war damals wohl schon 18) beim guten alten österreichischen Medienversand über den Streifen stolperte. "Boah krass ey", dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn. "Splädda ey, musste haben." War auch nicht teuer, wurde also gekauft. Jetzt bin ich mindestens vier Jahre älter und klüger und habe schon viel mehr Filme gesehen (ich war schon damals relativ "besehen", aber in den letzten Jahren, vor Allem seit der Aufnahme meiner Tätigkeit als mehr oder minder objektiver Rezensent, erreichte diese Geschichte eine ganz neue Dimension) und als ich mal wieder meinen Mitbewohner und einen Kumpel in Sachen "Mario Party 2" abgezogen hatte (falls irgend jemand den dritten Teil relativ günstig abzugeben hat, PN an mich) und wir schon ziemlich hackevoll waren (ich nicht... mein Alkoholkonsum in letzter Zeit macht niet nur meiner Liebsten Sorgen, aber ich hab das Ganze unter Kontrolle, ok!!!) schob ich mal wieder den guten alten "Premutos" in den DVD-Player (nicht in Marla, sondern in den Kollegen meines Mitbewohners, da meine Kleine in letzter Zeit wieder am Zicken ist...).
    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Ponti den heutigen Streifen schon einmal näher betrachtete und so ungern ich es zugebe, der Knabe hat ziemlich recht mit seiner Analyse. Trotzdem fasste er sich mal wieder viel zu kurz, also muss ich halt ran, wobei ich jetzt schon sagen muss, so ausführlich wird unser heutiger Spaß auch wieder nicht, zu "Premutos" gibt's nämlich nicht gar so viel zu sagen. Also bringen wir's halt einfach hinter uns...
    Olaf Ittenbach ist heutzutage gar nicht wesentlich bekannter, als er es Anno 1997 war. Heutzutage verdingt er sich zwar hin und wieder (bei "BloodRayne", "Seed" und "Tunnel Rats" beispielsweise) als Mann für's Grobe bei diversen Uwe Boll-Verfilmungen, aber mal ehrlich, Dr. Boll zieht schon so viel Hass auf sich, dass man da gar nicht mehr drauf achtet, wer sonst noch dran herumwerkelt. Ehe Itti aber diesen Spaß auf sich nahm, war er quasi einer der bekanntesten und beliebtesten deutschen Underground-Filmer, legte 1989 mit "Black Past" sein Debut hin, dann 1992 mit "The Burning Moon" nach und feierte 1997 mit "Premutos" - wenn man dem allgemeinen Tenor Glauben schenken kann - den Höhepunkt seines Schaffens. Ich weiß es nicht, ich sah wie gesagt außer dem noch keinen Film, aber ich bin doch sehr geneigt, dem Ganzen zu glauben. Denn obwohl "Premutos" eigentlich ein sehr billiges Stück Film ist, kann er doch einiges. Ich weiß nicht, wie hoch das Budget denn jetzt letzten Endes ausfiel, es würde mich aber doch sehr stark interessieren. Wenn man meine Wette annehmen müsste, dann würde ich wohl auf etwa ein Hundertstel des Budgets von "Braindead" (hy, da ist er ja schon, der offensichtlichste Vergleichsmoment, ich wusste, dass ich nicht umhin kommen würde, diesen Film zu erwähnen) tippen und der kostete etwa drei Millionen Dollar. Kann sich jetzt jeder selbst ausrechnen.
    "Premutos" war dementsprechend halt eher günstig (auch wenn ich persönlich den Film jetzt nicht finanzieren wollen würde), aber heißt das gleichzeitig auch, dass der Film schlecht ist? Absolut nicht. Denn gemessen an seinen Mitteln ist der Streifen wirklich erstaunlich. Und zwar in nahezu jeder Hinsicht. Die Inszenierung aus dem Hause Ittenbach ist für einen besseren Amateurfilm extrem stimmig, hier wird tatsächlich auf wirklich ordentlichem Niveau gearbeitet, ich hab schon Hollywood-Produktionen gesehen, die schlechter gefilmt sind. Der Schnitt ist hin und wieder ein wenig holprig (ja, ich hab die Uncut-Variante des Streifens, also bin ich sicher, dass es keine miesen Zensurschnitte sind, außerdem war da weit und breit kein Quentchen Körperflüssigkeit zu sehen, was bei dem Film durchaus eine Seltenheit ist), kommt in seltenen Fällen (vor Allem am Anfang) aber durchaus inspiriert rüber. Der Film schaut sich einfach relaitv gut, auch wenn das Pacing manchmal ziemlich merkwürdige Wege geht. Trotz seiner Konzentration auf häftig Blood Galore schnippelt Ittenbach nämlich manchmal noch die eine oder andere mehr oder minder storyrelevante Szene rein, die das eigentliche Geschehen mächtig ausbremst, darunter die zahlreichen Rückblenden in die vorigen Leben des Premutos, beispielsweise bei der Schlacht von Stalingrad oder halt irgendwann in Schottland oder Indien oder im bayrischen Wald oder weiß der Geier wo. Viele (um nicht zu sagen alle) von diesen Exkursionen in die Vergangenheit haben nämlich absolut keine Bewandniß für unseren zu diskutierenden Streifen (mit Ausnahme der Kreuzigungsszene, die schon etwas... Gedankenprovozierend ist, um es mal mit den Worten von O.W. Grant zu sagen) und viele sind auch einfach nicht stimmig (die Kreuzigungsszene und die im bayrischen Wald sind da schon sehr ordentlich, die schottische Schlacht und vor Allem Stalingrad machen aber einfach einen doofen Eindruck) und ziehen den Film ungünstig in die Länge.
    Dem gegenüber steht dann die volle Packung Splädda, wie wir sie seit "Braindead" nicht mehr auf der Leinwand begutachten durften. Für Freunde des gepflegten Gesuppes ist "Premutos" eine wahre Wonne, der Film stellt nämlich wirklich mühelos ein paar Superlative auf und ist dabei auch noch überraschend kurzweilig. Die Splatterszenen sind stimmig inszeniert, handwerklich ziemlich ordentlich, zahlreich und gory as fuck, wenn ich das mal so sagen darf. Es fehlt zwar noch ein ganzes Stück, um an die Glanzleistungen von "Braindead" heranzukommen (den Effekten in "Premutos" fehlt einfach die "Selbstverständlichkeit" von Jacksons Werk, sie fügen sich nicht wirklich harmonisch ins Gesamtprodukt ein, sondern machen zumeist einen leicht angeklebten Eindruck), aber jeder Fan von Gesuppe dürfte auf seine Kosten kommen, vor Allem beim absolut großartigen Showdown, der Minutenlang einfach nur durchaus amüsante, da flott heruntergekurbelte, Gewalt zu bieten hat (Hy liebe Jugendschützer) und ein paar Ideen auffährt, die auch gut in Lamberto Bavas "Dämonen 2" gepasst hätten (wobei der Rums beim italienischen Kollegen so dermaßen "Out of left Field" kam, dass man ihn dafür nur lieben kann). In Sachen on-screen-violence bietet "Premutos" schlicht und ergreifend die volle Packung, inklusive (nur eine kleine Auswahl) Enthauptungen, guten alten "Aus eins mach zwei"-Schlägen mit dem "Conan"-Schwert (putzig), Gesichtspenetration mittels Machete, die eine oder andere Zerfleischung, explodierende Köpfe, Torsos, Zombies und sonst noch was auch immer explodieren kann, abgebissene Hoden, Kopfschüsse und haste nich gesehen, hier steckt eine Menge drin. Handwerklich wie gesagt sehr kompetent und oft für einen Lacher gut, obwohl ich mich schwer tue, den Film selbst eine Komödie zu nennen. Er ist unterhaltsam und zerrt auch an den Lachmuskeln, aber die tatsächlich offensichtliche Comedy fehlt mir über weite Strecken.
    Macht nix, die ist dafür durch die darstellerischen Leistungen gegeben. Es gibt ein paar wenige Pappnasen in diesem Streifen, die ihre Sache ganz gut machen. Christopher Stacey als Walter zum Beispiel, der wohl die coolste Sau des ganzen Streifens ist, Regisseur Olaf Ittenbach als dessen Sohn Matthias könnte auch übler sein, wenn sein Overacting auch hin und wieder wirklich grauenhafte Züge annimmt. Andre Stryi und Ella Wellmann als Hugo und Tanja könnten wohl auch was, wenn die Nachsynchronisierung des Films nicht so hammermäßig in die Hose gegangen wäre, die besten Rollen verkörpern allerdings Anke Fabre als fieses Ekelpaket Edith und ein namenloser Kerl (ich weiß es halt nicht, er wird bei IMDB nicht aufgeführt und im Nachspann konnte ich ihn auch mehr schlecht als recht ausmachen), der im Prolog des Films eine kleine Rolle hat (Kenner erinnern sich vielleicht an "Dafür wirst du bezahlen... Mit deinem Blut!"... der Kerl ist einfach klasse). Der Rest des Casts ist durch die Bank entsetzlich schlecht, wobei die mieserabelste Akteurin des ganzen Films wohl die Zahnärztin ist, bei der Matthias sich am Anfang des Streifens herumtreibt. Grauenhaft, ok!!! Aber auch bei allen anderen Rollen fällt es schwer, nette Worte zu finden.
    Aber als trashgestählter Splätterfreund (ja, auch in meinem Alter noch) sind Darsteller ja eh eher Nebensache, die braucht's normalerweise nur in ernstgemeinten Dramen und sonst sind sie nettes Bonbonpapier (wie hier Walter halt, ich liebe ihn nun mal, so cool ist der Typ), genau wie eine logische, zusammenhängende Story... Die hat "Premutos" auch irgendwo und als ich den Film heute mal wieder sah, da wurde mir ein weiteres Mal bewußt, wieviel Mühe Ittenbach eigentlich in die Storyline des Films gesteckt hat... Und wie unglaublich überflüssig das Ganze ist, da eh niemand, der sich für solche Themen interessiert, je einen Blick auf diesen Film werfen wird. Die Kreuzigungsszene erwähnte ich ja schon (interessante Idee, den Premutos-Mythos mit Jesus Auferstehung zu verbinden), aber auch sonst sind die Szenen von Walters Gebuirtstagsfeier - so dämlich sie teilweise auch anmuten mögen - irgendwo schon recht harter Tobak. Klar, der durchschnittliche Splädda-Zuschauer amüsiert sich darüber, wie sich hier die einzelnen Ehepaare gegenseitig in die Pfanne hauen und sicher ist die ganze Situation ziemlich überspitzt gezeichnet (genau wie die Figuren, die total stereotype Karrikaturen darstellen... bestenfalls), aber mir persönlich blieb das Lachen schon hin und wieder im Halse stecken. Was wir hier geboten kriegen ist irgendwo relativ kompetentes Familiendrama, inklusive ein paar sehr bedenklichen Szenen, die in diesem Film natürlich ziemlich deplaziert und eben verschwendet wirken, da es im Endeffekt ja doch darauf hinaus läuft, dass unsere "Helden" die Zombies killen oder von eben diesen verhackstückt werden. Dadurch verliert jeder vorher angefangene Handlungsstrang völlig seine Bedeutung und Aussage, aber die partielle Wirkung ist durchaus da. Ob das den Film jetzt besser oder schlechter macht kann ich nicht genau beurteilen, es macht ihn einfach sehr befremdlich. Ich weiß nicht, ob das Ittenbachs Intention war, aber so wirkt der Film - zumindest für meine Begriffe - auf mehreren Ebenen, als Splatter-Spaß und in Ansätzen als extrem dysfunktionales Familienportrait... Sort of. Ach, drauf geschissen, eh ich mich hier noch um Kopf und Kragen rede...
    Kommen wir zum Fazit: "Premutos" ist ein merkwürdiger Film. Etwas langatmig geraten, dafür mit einem anbetungswürdigen Ende, das einfach nur noch verdammt viel Laune macht. Da stören nicht mal mehr die größtenteils ziemlich bedrömmelten Darsteller. Was den Film aber wirklich bemerkenswert macht sind diese Anflüge des Versuchs einer tatsächlichen Plotte, die nix mit Splädda satt zu tun hat, sondern eben diese gestörten Ehen und Familien zu portraitieren versucht und ein paar ziemlich kranke Gedanken verfolgt. Das nimmt dem Film etwas den Drive, den er als Splatter-Spaß nötig hätte, verleiht ihm aber in wenigen Augenblicken eine geradezu Gedärme-auswringende (no pun intended, naja, ein bißchen... ich dachte wohl an den englischen Ausdruck "gut wrenching") Bösartigkeit, die wahrlich schockiert. Immer nur sehr kurz, danach wird wieder gesplattert und das macht auch Freude, aber vielleicht ist es gerade dieser bizarre Gegensatz, der "Premutos" so gut macht, denn eine Freude ist der Film auf jeden Fall für jeden aufgeschlossenen Cineasten, höhö!!!

    Einzelwertungen
    Darsteller: 03/10 (Stacey ist toll, Fabre und andere namenlose Darsteller auch, der Großteil aber ein Haufen untalentierter Pappnasen)
    Plot: 05/10 (der Mainplot ist relativ straight-foreward Splatterkost, diese merkwürdigen "Familiendrama"-ähnlichen Einfälle machen den Film aber doch etwas interessanter)
    Effekte: 07/10 (ganz gut realisiert, auch ziemlich interessant, aber sie fügen sich einfach nicht gut genug in den Film ein)
    Anspruch: 02/10 (es ist halt doch irgendwo Exploitation, auch wenn es irgendwo ein wenig aufrüttelt, aber einfach nicht konsequent genug)
    Gesamteindruck: 7.5/10 (irgendwo zwischen 7 und 8, ein spaßiger Splatterstreifen mit ein paar ziemlich befremdlichen Ideen)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 5.1)
    Link zum Trailer
    Harbinger is offline Last edited by Harbinger; 10.01.2010 at 16:43.

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    Laufzeit: ca. 103 Minuten
    Genre: Actionthriller
    Regie: Lexi Alexander
    Darsteller: Ray Stevenson, Dominic West, Doug Hutchison, Colin Salmon
    Gesehen auf: Englisch

    Kinostart: 5. Dezember 2008 (USA)

    Inhalt:
    Bei einem seiner Bestrafungsfeldzüge gegen die Mafia, besiegt Frank Castle den Paten Russoti und entstellt ihn fürchterlich. Allerdings bringt er auch unbewusst einen FBI-Spitzel um, was heftige Schuldgefühle in ihm auslöst. Der Mafiaboss, sich aufgrund seiner Entstellung nun Jigsaw nennend, befreit seinen gefährlichen Bruder aus der Psychiatrie und macht Jagd auf seinen Peiniger…

    Kritik:
    Ja, dieser Zeitpunkt musste früher oder später kommen. Ich habe jahrelang gewartet, jedem Gerücht über eine Fortsetzung von »The Punisher« nachgeschnüffelt, und was bekomme ich vorgesetzt? »Punisher: War Zone«. Ray Stevenson. Pfui bah. Ab diesem Zeitpunkt habe ich den Film bereits abgrundtief gehasst und seine schlechten Kritiken genossen. Doch um mitreden zu können, kommt jemand, der »The Punisher« zu seinem Lieblingsfilm erkoren hat, nicht drum herum sich auch so etwas anzuschauen. Es gibt nun also drei Punisher Verfilmungen mit drei unterschiedlichen Darstellern und drei unterschiedlichen Geschichten… und nur die goldene Mitte ist es wert überhaupt diesen Namen tragen zu dürfen.

    Sicher, es wurde versucht den Film näher an die Comics zu bringen (die ich zwar nicht kenne, was aber dennoch deutlich wird). Man erkennt Parallelen zu »The Punisher« von 1989 mit Dolph Lundgren, wie das alberne unterirdische Versteck des Antihelden, in dem genauso gut die Ninja Turtles wohnen könnten, oder gewisse Nebenpersonen, zu denen Castle Kontakte pflegt. Überhaupt würde ich »War Zone« entweder als Remake oder als eine Art Fortsetzung dieses Filmes ansehen, denn mit dem einzig wahren »The Punisher« hat er nicht mehr das Geringste zu tun.

    Ein weiterer Grund, also neben dem Mitreden-können, für das Anschauen waren die Versprechungen von hemmungsloser, überzogener Brutalität. Ja, am Arsch. Verzeiht mein Französisch, aber der Film ist ja eh ab 18 und wenn man das schon nicht wegstecken kann, sollte man bei den mit fuck vollgestopften Dialogen im Streifen gar nicht erst mit Ton schauen. Das Ganze hat noch nicht Tarantino-»Niveau«, aber stellenweise wird man schon an die geistreichen Äußerungen aus »Reservoir Dogs« erinnert. Jedenfalls ist der Film bei Weitem nicht so brutal, wie ich mir das erhofft habe. Vor allem die ersten zwei Drittel sind einfach nur erbärmlich (und das nicht nur in dieser Hinsicht). Die Splatter-Effekte könnten aus jedem beliebigen B-Movie stammen, denn sogar »Mutant Chronicles« war diesbezüglich überzeugender. Zudem wird bei den richtig heftigen Szenen entweder ausgeblendet oder die Sicht des Zuschauers ist auf sehr gestellte Weise behindert. Erst zum Schluss, abgesehen von ein oder zwei Szenen vorher, spritzt das Blut ohne Ende, wenn es zum finalen Shootout geht. Um ehrlich zu sein, ist das auch so ziemlich der einzige Grund, warum ich dem Film noch mehr als 4/10 Punkten geben werde… sofern ich mich im Laufe des Reviews nicht noch umentscheiden sollte.

    Ja, schauspielerisch wage ich mich da kaum zu äußern. Ray Stevenson? Oh bitte, der Typ ist ne Flasche ohnegleichen! Auch wenn einige Stimmen lautstark behaupten, dass Thomas Jane vollkommen austauschbar war, das kann es doch nun wirklich nicht sein? Der einzige Grund, wieso man Stevenson Jane vorziehen könnte, wäre wohl der Preis. Nun gut, er sieht der Comicvorlage auch etwas ähnlicher – wenn auch einzig und allein nur vom Gesicht her. Der muskulöse Körper fehlt im einfach, und da hätte Jane locker punkten können. Außerdem hätte ich fast in meinen Bildschirm reingeschlagen, wenn ich diese grausam gestellt regungslose Fratze von Stevenson noch viel länger hätte ertragen müssen.

    Ich lasse eben Revue passieren, was mir in »The Punisher« gefallen hat… Alles. Er hatte eine kluge Story, einen unnahbaren, eiskalten Protagonisten, interessante Nebenfiguren, coole, geistreiche Sprüche und Dialoge, super Schauspieler, Top Effekte… fast alles, was diesem Film fehlt. Die Story ist totaler Mist und ein einziges Actionfilm-Klischee, die Effekte sind mäßig, coole Sprüche oder gescheite Dialoge gibt es nicht, ebenso wenig interessante Nebenfiguren. Außerdem, was mich noch am meisten gestört hat, ist der Charakter des Punishers. Er hat hier und da einen Freund sitzen, den er von Zeit zu Zeit mal besucht, er ist berechenbar, und wenn er mit der Tochter des ermordeten FBI-Agents in Kontakt kommt lässt er das totale Weichei raushängen. Sicher, das ist menschlich und so, weil wegen seiner toten eigenen Tochter… aber ist doch scheißegal! Der Punisher soll nicht menschlich sein, er soll eiskalt und unnahbar seine Feinde kaltmachen. Während Jane als Frank Castle noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden seine Nachbarin abweist, hätte Stevensons Punisher das wahrscheinlich nicht mal mit viel Überlegen ablehnen können, wenn Angela ihm um den Hals gefallen wäre.

    Apropos Angela… ich finde es interessant ihre Karriere in letzter Zeit zu beobachten. Obwohl sie schon seit Anfang der 90er im Geschäft ist, fiel sie mir doch erst mit ihrer Rolle in »Dexter« auf. Und jetzt sieht man sie mit zunehmender Häufigkeit: »John Rambo«, »Saw V«, demnächst in der Fortsetzung von »Der blutige Pfad Gottes«. Scheint, als könnte man da noch auf einiges gespannt sein. Ansonsten haben wir noch Colin Salmon, der in »Resident Evil« auf so wundervolle Weise zersäbelt wird und dem ich nicht in die Augen schauen kann, ohne zu erwarten, dass diese gleich zerlaufen.

    Ja, huch, das wird mein längstes Review seit langem… besser ich komme zum Schluss Der Film ist ziemlich grottig und ein Punishment für jeden Fan des »Originals« (ich sollte unbedingt eine Sekte ihm zu Ehren gründen). Ein gewöhnlicher, durchschaubarer Actionstreifen, in dem man jede Szene voraussehen und der einen wohl kaum überraschen kann. Es gibt zwei nette Szenen, die eine hängt mit einem Raketenwerfer und die eine mit einer Schrotflinte zusammen, aber ansonsten macht nur der Shootout zum Finale hin wirklich Spaß. Effekte, Schauspieler und überhaupt die ganze Aufmachung gehen schon fast in Richtung B-Movie (wenn ihr mir die leichte Übertreibung erlaubt – sie ist auch wirklich nur ganz leichter Natur) und die Figuren sind lahm, öde und miserabel gezeichnet. Ich kann nicht sagen, dass der Film langweilig ist, aber unterhalten tut er auch nicht wirklich. Man muss ihn definitiv nicht gesehen haben und schon gar nicht für bares Geld, das würde man sonst mit ziemlicher Sicherheit bereuen. Ich bin nicht enttäuscht, weil ich den Film schließlich schon vor seinem Release gehasst habe, aber nichts desto trotz gehören die Produzenten mal ordentlich gepunisht… ja, wo ist mein Held denn nur, wenn man ihn mal braucht? Und sollte er auftauchen, so hoffe ich doch, dass er dann auch wieder sein geiles Shirt mit dem coolsten Skull der Geschichte anhat – das war in diesem Film nämlich auch eine herbe Pleite.

    Bewertung:
    Darsteller: 5/10
    Plot: 2/10
    Effekte: 6/10 (Zum Ende hin besser werdend)
    Anspruch: 2/10
    Gesamteindruck: 5/10 (eine ganz schwache 5 und auch nur wegen dem Shootout zum Ende hin)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 6.6)
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  20. #60 Reply With Quote
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    Erscheinungsjahr: 1988
    Genre: Splatter
    Regie: Claudio Fargasso
    Darsteller: Jeff Stryker, Candice Daly, Nick Nicholson
    FSK: 18

    Inhalt: Ein paar Forscher legen sich auf einer Insel mit einem Voodoopriester an, der beschwört Zombies, alle sterben, außer ein kleines Mädchen. Zwanzig Jahre später treiben sich ein paar Söldner auf eben dieser Insel herum und kloppen Zombies en Masse.

    Kritik: Eigentlich wollte ich mal wieder eine Reviewpause einlegen, aber dann fiel mir ein, dass das Wochenende vor der Tür steht, ich wohl mal wieder zu meinen Eltern fahre und da den einen oder anderen Film im Fernsehn anschauen werde, den ich dann naturlement auch wieder reviewen muss. Chronistenpflicht und so. Also drauf geschissen, dacht ich mir, saß trotzdem etwas frustriert in der Landschaft herum auf der Suche nach irgend einem Film, der in den Player wandern sollte. Denn irgendwie hatte ich Bock auf was mächtig knallig Gewalttätiges ohne Sinn und Verstand und zwar befanden sich ein paar Filme diesen Coleurs im Zehnerstapel, aber auch anspruchsvollere Kost, deswegen war's das irgendwie nicht so. Also fix alle möglichen Stapel durchwühlen und nur den Blödfug rausziehen, okay, sollte machbar sein. Im Endeffekt kam ich auf 12 Filme, die in die engere Auswahl kommen sollten, namentlich: "Izo", "American Yakuza 2", "Direct Action", "Highwaymen", "Jack Brooks Monster Slayer", "Red Scorpion", "Apocalypto", "Rhea M.", "Azumi", "Hero Wanted", "The Marine" und eben "Zombie 4: After Death". Naja, wie sich der eine oder andere schon dachte fiel die Wahl auf letzteren, also mal rin damit.
    "After Death" ist eines dieser klassischen Beispiele eines italienischen Güllefilms, der gerne eine Fortsetzung eines etwas weniger gülligen Films wäre. Namentlich nämlich eine von Lucio Fulcis "Zombie 3", der tatsächlich eine waschechte Fortsetzung von Lucio Fulcis "Woodoo" (auch bekannt als "Zombie 2", übrigens Fulcis einzig ansehbarer Film) ist, der wiederum liebend gerne eine Fortsetzung von "Dawn of the Dead" wäre. Der eine Fortsetzung von "Nacht der lebenden Toten" ist, der ein quasi Neuaufguss von "Tanz der toten Seelen"... ach, ihr versteht schon, die Kette ist laaaaaaang. Am Ende dieser Kette steht wie gesagt "After Death", ein Film auf den ich mal wieder über Badmovies.de aufmerksam geworden bin (danke dafür noch mal) und der doch gern angeschaut werden wollen würde.
    Mit knappen 80 Minuten ist das Ding hier angenehm kurz ausgefallen und man kann sagen was man will, Claudio Fragasso (der sich hier Clyde Anderson nennt, was aber nicht darüber hinweg täuschen kann, dass er unter dem Namen Drake Floyd "Troll 2" drehte) inszeniert das Ding hier überraschend flott. Überraschend deswegen, weil ich keine Ahnung hab, wieso die Chose hier trotzdem 80 Minuten dauert, denn es gibt schlicht und ergreifend keine Story. Okay, doch, ein bißchen. Am Anfang. Und die ist doof. In den ersten Minuten gibt der Film sich nämlich noch erstaunlich geschwätzig, da wird erstmal minutenlang um den heißen Brei geredet, verschiedene Leute werfen sich (leider verbal) verschiedenste Dinge an den Kopf und hinterher sind wir so schlau wie vorher, irgend was mit Forschern die Krebs heilen wollen halt, ist aber auch egal, das vergisst der Film schneller als der Zuschauer wieder. Jedenfalls fängt schon bald das Gesudel an und das ist für einen italienischen Schmodderfilm überraschend zurückhaltend, allerdings auch überraschend kompetent und gefiel mir vielleicht gerade aus diesen beiden Gründen so gut. Die Sudeleien sind weder etwas, was jetzt irgend jemanden zum Würgen bringen, jemanden persönlich beleidigen oder den geneigten Gorehound auf Knien rumrutschen lassen würde, aber sie sind adäquat, flott inszeniert und gerade deswegen so wenig selbstzweckhaft (obwohl im Endeffekt schon, im Endeffekt ist alles an diesem Film selbstzweckhaft, aber sie funktionieren). Ein paar Kopfschüsse gibt's zu bewundern, viel Gesuppe mit roter Farbe, ansonsten halt spritzendes Blut von hier und da, nichts außergewöhnliches, nichts ganz besonders fieses, prinzipiell durchgehend in Ordnung, außer vielleicht die Zombiemasken, die schwanken eher.
    Was auch schwanken dürfte ist wohl der Gesichtsausdruck des Zuschauers zwischen... Ach, das kann man gar nicht beschreiben, also hab ich gerade mal die Kamera und ein Bildbearbeitungsprogramm angeworfen, um euch das besser zu verdeutlichen. Et voilà, klickt hier für Mimik vom Feinsten. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge, versteht sich. Ja, der Zuschauer durchlebt viele verschiedene Emotionen, die meisten davon wohl irgendwie im Zusammenhang mit Unverständnis, Entsetzen über das, was sich da auf dem Bildschirm abspielt, und natürlich die gute alte Belustigung. Und versteht das "Entsetzen" jetzt nicht falsch, der Film ist nicht schockierend, unheimlich oder was weiß ich, aber... Dass sich tatsächlich mal jemand so eine Plotte ausgedacht hat, das ist entsetzlich. Ich will jetzt gar nicht weiter ins Detail gehen, obwohl, eigentlich doch (gebt's zu, darauf habt ihr nur gewartet). Das fängt schon bei dem unglaublich dünnen Vorwand am Anfang an, wieso die Zombies überhaupt auferstehen, die irgendwie ellenlang erklärt wird, aber einfach keinen gesteigerten Sinn ergibt (also naja, auferstehen tun sie, weil der Voodoomann das so will, aber wieso dessen Tochter jetzt eigentlich gestorben ist und er den Forschern die Schuld gibt... äh... ihr versteht?), das geht weiter mit unserem Haufen Pappnasen, die wir wohl in Ermangelung von Alternativen unsere "Helden" nennen müssen... Ein vierköpfiges Söldnerteam, das WARUM AUCH IMMER irgendwo in der Nähe einer zombieverseuchten Insel herumtuckert (was irgendwie kein so großes Geheimnis bzw. keine so große Überraschung zu sein scheint, da krauchen nämlich auch Leute drauf rum, die genau deswegen da sind, aber dazu später mehr) und aus IRGEND EINEM ANDEREN GRUND, den kein Mensch versteht und auch niemand erklärt, haben unsere Mercenaries zwei weibliche Begleiterinnen aufgegabelt, die sie gar nicht so wirklich zu kennen scheinen... Okay, noch mal langsam zum mitschreiben... Söldner in einem Boot irgendwo im Nirgendwo mit... ANHALTERINNEN? Standen die irgendwann mal am Flusslauf und haben den Daumen rausgestreckt? Man weiß es nicht... Weiter im Text, bekanntermaßen treiben sich auf dem Eiland ja lebende Tote herum, was dadurch bewieisen wird, dass einer unserer Helden einen durch's Unterholz verfolgt (so auf Gutdünken mal und als er den Flüchtigen geschnappt hat verkloppt er ihn auch gleich noch nach Strich und Faden... Hallo? Was wenn das nur ein armer Buschmann gewesen wäre?), DANACH allerdings hat der Film das dringende Bedürfnis uns zu zeigen, wie ein Haufen anderer Leute aus Versehen die lebenden Toten wecken (schon wieder!?!) und die dann aufstehen... Wer war der einzelne Zombie, muss man sich da doch fragen. Der Film schert sich allerdings nicht drum. Bleiben wir doch gleich mal bei unseren Zombiefreunden, die sind nämlich welche der variablen Sorte. Manche Exemplare können sich auf Bäumen verstecken (!), dort ihren Opfern auflauern (!!) und dann auch noch cool von dort dem designierten Häppchen auf den Rücken springen (!!! sollte man mal gesehen haben), andere rennen intelligenterweise vor Menschen weg (und das gar nicht so langsam), manche können sprechen und Schusswaffen benutzen, schalten dann aber im dramaturgisch günstigsten Augenblick wieder in den Schlurf-und-Grunz-Modus zurück. Auch die Sterblichkeit der Untoten ist da so eine Sache, manche sterben wenn man ihnen einmalig einen Ast auf die Birne dengelt, andere stecken ganze Gewehrsalven weg. Das alles sorgt natürlich - wer hätte es gedacht - für jede Menge bei Freunden der gepflegt dämlichen Unterhaltung. Von dummen Charakteren, blödsinniger Architektur, Kerzen, die scheinbar zwanzig Jahre am Stück brennen können, etc. pp. will ich jetzt mal gar nicht anfangen, das kann sich jeder selbst ausmalen, kommen wir doch lieber zu den wirklich großen Problemen des Plots...
    Wie gesagt, well, there is none. Also nicht kein Problem, sondern kein Plot. Der Film basiert schlicht und ergreifend darauf, dass ein paar Leute in einer Hütte sitzen und einen Zombie nach dem anderen niederballern oder sonst wie ins nächste Leben befördern. Die Spannung tendiert da natürlich gegen den Nullpunkt, der Bodycount ist großartig, die Filmdynamik ist für'n Arsch, denn nichts, was hier gezeigt wird, führt irgendwo hin. Der Film hat selbst absolut kein Bock sich irgendwie von der Stelle zu bewegen, irgendwie eine Geschichte zu erzählen, die einen erkennbaren Verlauf hätte, der Film ist halt einfach nur da, fängt irgendwann an und hört irgendwann auf. Was von daher nicht weiter schlimm ist, weil wir auch absolut keine Charaktere hier drin haben, mit denen man mitfühlen könnte, es sind alles so flache Figuren, dass man sie außer an ihrem Äußeren (und ansatzweise ihren Namen, auch wenn ich die erst so in den letzten Minuten mitbekommen habe) gar nicht auseinanderhalten kann. Wie gesagt, kein Mitfühlen, kein Mitleiden, das Einzige, was ich mir hin und wieder wünschte, war, dass doch gerade noch ein paar Zombies angehüpft kämen, damit die zünftige Keilerei wieder losgeht. Yey.
    Die war nämlich meist gar nicht so übel. Wie gesagt, der Bodycount ist toll, auch ansonsten steckt hinter den Actionszenen mächtig Bumms. Die Pyroeffektkeule wird zwar nur selten ausgepackt, aber wenn hier Zombies verkloppt, totgeschossen oder sonst wie ausgeschaltet werden, dann macht das viel Freude. Und da der Film zu sehr großen Teilen daraus besteht (nach einem etwas drögen weil geschwätzigen Anfang, ihr könnt euch wohl denken welches Bild dazu gehört) ist das gleich noch mal so schön.
    Versteht mich nicht falsch, "After Death" ist katastrophal. Die wenigsten Schauspieler sind gut (Nick Nicholson als Rod und James Sampson als Voodoopriester gingen ganz gut in Ordnung, zweiterer durfte übrigens auch in "Ein Zombie hing am Glockenseil" mitspielen, die arme Wurst - die Hauptrolle spielt übrigens der - festhalten - Schwulenpornostar Jeff Stryker), das Skript ist entsetzlich, die Sets sind relativ nett (zumindest die Außendrehorte, die sehen ausnahmsweise wirklich nach Insel aus), die Musik, die hauptsächlich aus der Schnittmenge zwischen "Miami Vice"-Versatzstücken und ein wenig Inselflair besteht, dafür um so kaputter (wenn man mal den schmissigen Titelsong "Living After Death" abzieht, der so dermaßen von Bon Jovis "Livin' On A Prayer" geklaut klingt, dass ich das Ding einfach lieben musste... ob der Titel wohl Zufall war?), außerdem ist der Film emotional wie gesagt unter aller Sau und hat einen furchtbaren Spannungsbogen. Aber verdammich noch eins, er ist einfach extrem launig. Flott runtergekurbelt, mit mächtig Wumms hinter den Keilereien, oft unfreiwillig komisch und sowieso unterhaltsam bis zum geht nicht mehr, bleibt also wohl nur zu sagen...
    Kommen wir zum Fazit: Trashfreunde werden an "After Death" wohl absolut ihre Freude haben, das Ding ist so dermaßen hohl, so völlig inkompetent abgezogen und macht dabei eine dermaßene Freude... Fein. Etwas lustiger könnte das Teil wohl noch sein (ich laß, dass die deutsche Synchronisation da noch ziemlich förderlich ist, ich weiß es nicht, ich sah ihn auf Englisch), trotzdem sorgt der Film für gute Unterhaltung und das isses doch, was zählt, oder? Daumen hoch!

    Einzelwertungen
    Darsteller: 02/10 (was für ein Haufen von Nixkönnern...)
    Plot: 01/10 (es gibt einfach keinen... naja, es gibt ein bißchen Exposition, aber die ist doof und wird schnell wieder vergessen)
    Effekte: 06/10 (ziemlich zahm, aber doch nett und vor Allem unterhaltsam)
    Anspruch: 01/10 (total dämlich und frei von jeglichem Sinn, Zweck, jeder Botschaft und - oh, erwähnte ich es schon? - einem Plot...)
    Gesamteindruck: 07/10 (ich hatte viel Spaß und mit ein paar Kumpels und Alkohol wird der bestimmt noch besser)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 2.8)
    Link zum Trailer (spoilert absolut massiv, aber hier gibt's eigentlich nix zu spoiler... Und der Baumzombie ist drin, yey, nur zu empfehlen)
    Die DVD bei Amazon.de (Geschnittene Fassung, uncut wie immer über den Marketplace zu beziehen)
    Harbinger is offline Last edited by Harbinger; 09.03.2009 at 20:39.

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