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  1. View Forum Posts #61
    Krieger Sheyra's Avatar
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    Sheyra is offline
    Sheyra erstarrte mitten im Schritt. Ein einzelner, kräftiger Atemzug entwich zwischen ihren Zähnen. Die Finger spielten lautlos mit dem Griff des blutbesudelten Schwertes, das sie wieder auf ihrer Schulter balancierte.
    Sie unterdrückte den Impuls, Zähne zu knirschen, Fingerknöchel knacken zu lassen oder einfach auf der Stelle zurückzugehen und ihren Handschuh um etwas zusätzliches Blut aus Frollos Nase zu bereichern. Stattdessen drehte sie sich bewusst langsam um, Blick auf seine Augen, und ging mit ruhigen Schritten zurück. Dicht genug, um seinen Atem riechen zu können, blieb sie vor ihm stehen. Er war nur unwesentlich größer als sie selbst, doch ihre Stiefel und Rüstung glichen das aus.
    "So. Erstens: Deine Ratschläge kannst du dir sonstwohin stecken. Zweitens: Ich habe kein Problem mit euch Männern, ich habe ein Problem mit dir. Vermutlich, weil ich ebenso Probleme mit den restlichen, rückgratslosen Stiefelleckern habe, die sich einbilden, Leute mit großen Sprüchen und pseudostarken Auftreten beeindrucken zu können. Eigentlich dachte ich, ich hätte mich auf dem Schiff klar genug ausgedrückt."
    Sie zuckte die Schultern.
    "Aber man kann nicht alles haben, nicht wahr? Drittens: Wenn du ein Problem mit mir hast, können wir das gerne auch auf eine "männlichere" Art regeln."
    Das Schwert glitt von ihrer Schulter und die Spitze bohrte sich wenige Millimeter neben Frollos Stiefel in den Boden.
    "Also, Frollo? Haben wir ein Problem?"

  2. View Forum Posts #62
    Ritter Dekker's Avatar
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    Dekker is offline
    Dekker stieß seinen Atem schnell aus, unwillkürlich musste er lächeln, er wusste nicht warum, aber er musste nunmal jetzt in dieser völlig blödsinnigen Situation lachen. Obwohl er hoffte, dass diese Regung seines Gesichts unter seinem Schal verborgen, aber bereits im nächsten Moment wusste er, dass dieses Teufelsweib seinen Fall aus der Rolle bemerkt hatte.
    Dekker blickte zum Rest der Gruppe hinüber, Griffin war bereits kurz davor dazuzutreten und die Situation zu schlichten, aber ein unscheinbares Kopfschütteln Dekkers signalisierte, dass er die Sache im Griff hatte.
    Kurz wog er innerlich ab, was er tun konnte, war die Situation wirklich so prekär, dass man sich prügeln musste? Wollte er sich mit seiner zweiten Persönlichkeit auch noch den Ruf verderben? Die Gruppe würde so ein Verhalten nicht akzeptieren, ganz zu schweigen vom Ältesten des Nebelordens.
    Schwanz einziehen kam für Dekker nicht in Frage, nicht vor diesem Weib, er konnte und durfte sich keine Schwäche eingestehen, nein, jetzt kneifen war keine gute Idee, nicht in dieser Situation.
    Ein guter Spruch? Von wegen, >Los, dann regeln wir die Situation eben<, alá >Ich habe die dickeren Eier in der Hose<, war vor diesem Weib wohl keine gute Idee, denn sie würde nicht kneifen, dessen war sich Dekker bewusst.
    'Du willst dich mit mir prügeln? Jetzt? Und hier?', fragte Dekker mit seinem herablassendsten Tonfall.
    Arrogant zog sein Blick sich von ihren Stiefeln über ihre Rüstung bis zu ihrem Gesicht nach oben. Und dann, ehe die Frau in irgendeiner Weise reagieren konnte, griff Dekker zu und langte ihr an die gepanzerten Brüste.
    Obwohl er nichts unter der Plattenpanzerung spüren konnte, stemmte Dekker direkt danach die Hände in die Hüften.
    'Sorry, aber dafür bist du noch nicht reif, sprech mich nach der Pubertät nochmal an.'

  3. View Forum Posts #63
    Krieger Sheyra's Avatar
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    Sheyra is offline
    Im ersten Moment kam keine Reaktion.
    Im zweiten wurden Sheyras Augen wenige Millimeter schmaler.
    Im dritten packte sie Frollos Handgelenk, machte einen schnellen Schritt an seiner Seite vorbei, hakte einen Fuß hinter seinen Stiefel und nutzte den Hebel, um ihn schwungvoll über ihre Schulter zu ziehen. Als er hart auf dem Boden aufschlug, grub sich ein Stiefelabsatz unangenehm schwer in seinen Nacken und presste das Gesicht tiefer in den Dreck.
    Wenigstens etwas, das sie von ihrem Vater gelernt hatte. Sheyra war selbst verwundert, wie gut es funktionierte. Wobei Frost mit Sicherheit wieder Grund zum Meckern gefunden hätte.
    "Ich hoffe, dir hat gefallen, was du gefühlt hast." Trotz der Wut kamen die Worte erstaunlich ruhig. "Scheint langsam zu einer Angewohnheit zu werden, vor mir im Dreck zu liegen."

  4. View Forum Posts #64
    Ritter Dekker's Avatar
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    Dekker is offline
    Er lag vor ihr im Dreck, Dreck war überall, in seinem Gesicht in jeder Falte seiner Kleidung, zusätzlich hatte er einen Schuh im Nacken. Skurril war durchaus ein guter Ausdruck für diese Situation. Ein gestandener Krieger lag vor irgendeinem Weib im Staub, ihren Schuh im Nacken und Dreck im Mund.
    Aber wenn man die Vorgeschichte kannte, so war skurril eine Untertreibung und auch bizarr traf es nicht mehr.
    Sie hatten sich kurz gezofft, ehe der Pirscher dieser Tussi einfach an die Brüste gelangt hatte und schelmisch gelacht hatte.
    'Joar, war ganz nett, aber lass dich mal wieder melken, sonst wird die Milöch käsig, das schmeckt doch niemandem!'
    Dekker spürte, dass etwas mehr Gewicht auf den Schuh in seinem Nacken verlagert wurde, aber jetzt galt es eben mehr Dreck zu werfen, als zu fressen.
    'Sheyra, ach komm schon, gefällt's dir? Ich finde es richtig heiß, los! Unterwerfe mich!'
    Es fühlte sich beinahe so an, als würde sein Kopf gleich im Erdreich versinken, aber das war jetzt egal, jetzt musste er durchhalten und Stärke beweisen!
    'Sheyra, Süße, los! Zeig's mir!', dann ging alles ganz schnell, Dekker riß beide Arme nach oben, griff nach dem Stiefel und wand sich blitzschnell raus. Sheyras Stiefel stampfte ins Leere und gab Dekker einen Moment Zeit um aufzustehen.
    Er wischte sich den Dreck von der Backe und schaute Sheyra, die sich wieder gefangen hatte, an.
    'Danke, heiße Nummer', sagte er, wieder in seiner perfekten Arroganz, ehe er sich umdrehte und in Richtung Griffin lief. Der Hüter stand abseits der anderen und so war Dekkers Gesicht komplett aus deren Blickfeld verschwunden, was ihm die Möglichkeit gab, den Schal herunterzuziehen, breit zu grinsen und mit den Lippen die Worte zu formen "Ich hab ihre Titten berührt!".

  5. View Forum Posts #65
    Waldläufer Siggi's Avatar
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    Mar 2008
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    Siggi is offline
    Beinahe hätte Siggi laut losgelacht, mit dem Finger auf das süße Paar gezeigt und wäre vorn über gefallen, vor lauter Lachen und dem damit verbundenen Bauchweh. Nun ja, es blieb bei einem Grinsen, einem kurzen Lacher und dem schnellen Abwenden, als das Mannsweib plötzlich einen messerscharfen Blick auf ihn warf. Er tauchte sein Gesicht ins Dunkel der Schatten, das die Bäume auf den Rastplatz schleuderten. So könnte er ruhig noch ein wenig weitersitzen, entweder, bis ihm das Grinsen verflog, oder bis sein Nacken anfing Mucken zu machen. Was eine tolle Vorstellung, der Kerl packte ihr an die gut betuchten Euter, sie schaffte es, ihn zu Boden zu kriegen, und er, wieder arrogant zu antworten, auch wenn der Superheld nicht alles verstand, da er entfernt zu der restlichen Gruppe saß.
    Erneut überkam ihn ein Lachen, und um nicht aufzufallen, vergrub er sein Kichern in seinen Handflächen.

  6. View Forum Posts #66
    Waschweiber-Verführer Ornlu's Avatar
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    Mar 2007
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Ornlu is offline
    "Bei Adanos! Dekker wird das in Silden erzählen und dann werden die Jünglinge es auch dort versuchen, um Ruhm zu ernten. Gut so, dann sind die Frauen mir nicht mehr böse wegen der Spannerei oder besser noch: Sie achten nicht mehr drauf und ich muss mich nicht in einen kleinen, süßen Welpen verwandeln. - Ausgezeichnet.", dachte sich Ornlu, während er auf Dekkers Worte lediglich zwinkerte und den Daumen hoch zeigte. Er hätte sich das nicht getraut. Erst recht nicht, weil er ihren Vater kannte oder mehr schon sah. Dekker sicher nicht, aber das wäre sein Problem, wenn Papas Mädchen es Papa petzt und Papa den Strolch zeigt, wieso man sich nicht an den Brüsten seiner Tochter vergreift.
    Wie das zwischen Sheyra und Dekker hier noch ausgehen würde, würde man sehen. Auf jeden Fall warteten sie nicht darauf, dass sie sich die Birnen einschlugen, sondern gingen weiter. Am Steinkreis fanden sie nichts heraus und die einkehrende Nacht war ein weiterer Grund das Lager aufzubauen. Jenes bauten sie aber nicht im Wald auf. Bei aller Verbundenheit zur Natur, aber es war klüger sich an sichereren Orten breit zu machen, wenn man es konnte. So wanderte die Gruppe der Karte nach an eine Steilküste.

    Oben war eine weite, grasgrüne Ebene. Tief unten hörte man die Wellen an der Klippe brechen. Ein kleiner Pfad führte hinab gen Strand, doch bleiben sie oben. Der Wald war vom Lagerplatz aus einen Bogenschuss weit weg und wurde von Griffin als auch Alvar, als wohl kluge Lösung betitelt. Ornlu stimmte dem zu - wie wohl alle, denn auf anpirschende Killerkaninchen hatte wohl niemand Lust. Manche wurden mittlerweile von den Kräuterkundigen ob der Kratzer und Bisse etwas versorgt, während andere das Lager aufstellten und wieder andere sich schon dem nächsten Zielort widmeten. Seit dem Vorfall musste man vorsichtig sein. Niemand wusste was noch kommen würde und doch mussten sie weiterkommen.

    Als Ornlu sein Zeug abgelegt hatte und befand, dass sein Lager stand, gesellte er sich zur Karte. Alvar schlug vor, mehr ins Inselinnere zu gehen - sozusagen direkt in die Höhle des Löwen beziehungsweise Hirsches. Andere fanden die Idee nicht so gut. Ornlu war es egal, bis ihm etwas ins Auge fiel.

    "Kennt ihr die heiligen, meist verborgenen Quellen um Silden? Ich hab damit schon so manche Erfahrungen gemacht. Man sagt die Natur offenbart sie nur jenen, die ihrer Hilfe wirklich benötigen. Ich denke wir sind solch Fälle. Dort ist eine Quelle wie das Symbol verrät - ehm Vivin was steht dort? Ich kann auf die Entfernung nicht lesen und meine Augen sind noch ...geschwächt wegen der Kaninchenpisse, jawohl!", sprach der Druide und vertuschte sein Unvermögen richtig lesen zu können. Das Wort, das er da gelesen hatte, hatte keinen Sinn, die Buchstaben taten sich bei Ornlu ständig verdrehen oder vertauschen.
    "Kaninchenpisse? Böse Tierchen - da steht in alter Sprache 'Heilige Quelle' - du kannst das bisschen nicht lesen?", fragte Vivin.
    "Nein, wie gesagt die Kaninchenpisse und so. Achja du hast da was an der Wange.", meinte Ornlu und wies Vivin auf eine ausgefallene Wimper hin.
    "Danke - und das siehst du wieder?", meinte die Druidin skeptisch.

    "Weil...ist so...weil...egal. Wir haben doch keine Zeit! Also, wenn es sich um eine heilige Quelle in einer Grotte oder Höhle handelt und wie man auf der Karte sehen kann, es auch die einzige, größere Quelle ist, dann sehe ich dafür gewisse Möglichkeiten. Entweder hat Moreala dort Macht und manipuliert das Wasser. Da alles Leben auf der Insel davon lebt, verbreitet er so seine Macht. Es könnte sein, genauso wie, dass er sie versiegen lässt und das heilige Wasser den Durst der Tiere und Pflanzen nicht mehr stillt, sie gefügiger macht. Es könnte auch sein, dass er die heilige Quelle gar nicht unter Kontrolle hat. Wieso können wir dann dort heraus finden und vielleicht ein Mittel finden. Letztlich könnte dort auch nichts sein und nichts bewirken, aber ich denke dort vorbeischauen wäre richtig. Dämmen wir Morealas Macht ein, wird es einfacher. Was meint ihr?"
    Last edited by Ornlu; 30.12.2008 at 23:36.

  7. View Forum Posts #67
    Krieger Sheyra's Avatar
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    Sheyra is offline
    Eine magische Quelle?
    Sheyra hatte zwar keine Ahnung von den Bräuchen der Sildener, aber mit solchen Quellen hatte sie fast ein ganzes Leben lang Erfahrung. Wenn diese Quelle auch nur minimalst etwas mit der in Thjerenfeldt zu tun hatte, sollte es kein Problem darstellen, sie zu finden.
    Nur hatte Sheyra im Moment andere Dinge im Kopf. Die meisten drehten sich um Möglichkeiten. Möglichkeiten, einem einzelnen Menschen in möglichst kurzer Zeit möglichst große Schmerzen zuzufügen. Die anderen Gedanken beschäftigten sich eher mit Medizin. Genauer gesagt mit der Frage, welche Organe und Körperteile dranbleiben mussten, damit besagter Mensch nicht zu früh den Geist aufgab.
    Vertieft in diese Gedanken wandte sie sich ab und stapfte den Pfad zum Strand hinunter. Sie folgte dem Weg bis zum Ende und dann ziellos dem Sandteppich ein gutes Stück weiter, bis ihr der Wind durch die Felsen hart ins Gesicht schlug und weiße Gischt an den Klippen hoch nach oben griff. Dort lud sie ihr Gepäck ab, schmiss das Schwert auf den Boden und machte sich daran, die Rüstung abzulegen. Sie beeilte sich, die restliche Kleidung loszuwerden, watete trotz der harschen Brandung ins dunkle Wasser hinaus, bis ihr Kinn die Oberfläche berührte und selbst die kleineren Wellen über ihrem Kopf zusammenschlugen. Das Wasser brannte in den Augen und füllte ihren Mund mit Salzgeschmack. Es hätte sie nicht weniger kümmern können. Ihr einziger Wunsch war, dieses verdammte Gefühl abzuwaschen, dass Frollos Hände auf ihren Brüsten hinterlassen hatten. Wenn die Strömung sie dafür holen wollte, sollte es halt so sein. Es war ihr egal.
    Irgendwann -- ihre Lippen waren längst blau und ihr Körper unablässig am Zittern -- stapfte sie den Strand wieder hinauf zu dem Platz zwischen den Felsen, an dem sie ihre Sachen gelassen hatte. Selbst die Kälte konnte den Zorn nicht ersticken, der in ihr brodelte. Sie trocknete sich so gut es ging ab, wusch das größte Blut mit dem Wasser aus ihrem Trinkschlauch aus Kleidung und von der Rüstung, zog sich an und ließ sich erschöpft in den Sand fallen. Sie schlang die Arme um die Beine, stützte den Kopf auf die Knie und starrte aufs Meer hinaus, sah dem Streit zwischen Wasser und Felsen zu. Die Erinnerung an Thjerenfeldt hatte Heimweh geweckt. Was machte sie eigentlich hier draußen, auf dieser gottverlassenen Insel, irgendwo im Ozean, fernab von allem, was ihr auch nur entfernt lieb und teuer war? Sie daheim sein. An einem Ort, den sie wenigstens verstehen konnte. Zusammen mit Koris, Tarwulf, Corwen, Elistin und all den anderen aus dem Rudel. Menschen, mit denen sie sich verstand. Menschen, mit denen man reden konnte. Die einen respektierten, für das, was man war.
    Doch stattdessen schlug sie sich mit diesem verlausten Haufen notgeiler Kleinkinder herum.
    Sie brauchte Ablenkung. Knurrend tastete sie nach Rüstung und Schwert, machte sich daran, die Ausrüstung neu einzuölen und das letzte Blut loszuwerden. Die Klinge musste sauber sein, sauber und frisch geschliffen, damit sie besser durch Frollos verfluchtes Grinsen schneiden konnte. Der Gedanke motivierte, doch er schürte den Zorn auch aufs Neue. Schande, der Hass war so groß, dass er ihr Tränen in die Augen trieb.

    Ein Krebs, der aus neugierigen Stielaugen den ungewöhnlichen Eindringling in sein Revier betrachtete, fühlte sich zunehmend müder und schwächer, je länger er sich in ihrer Nähe aufhielt. So müde, wie er sich schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Noch nie zuvor, um genau zu sein. Vielleicht war es besser, sich erstmal hinzulegen und den mysteriösen Fremdling morgen genauer unter die Linse zu nehmen. Oder übermorgen. Irgendwann. Wenn er ausgeschlafen hatte ...
    Das Moos auf der Rückseite des Felsens, auf dem Sheyra saß, wurde mit jeder verstreichenden Sekunde trockener und spröder, verlor langsam jegliche Farbe, bis es die neutrale Färbung von Kalk erreicht hatte. Dann begann es zu zerfallen. Langsam und Stück für Stück, als hätte es Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte lang in der Sonne gelegen ...
    Und einige Meter über ihr, geschützt in einem kleinen Felsennest, fühlte eine Möwe den Punkt naherücken, an dem es Zeit wurde, zu dem großen Federvieh im Himmel zurückzukehren ...

  8. View Forum Posts #68
    Ritter Dekker's Avatar
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    Apr 2007
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    Dekker is offline
    Die Nacht schien ruhig, das Lager war sicher erbaut, die Sterne verströmten zumindest einige Lichtfetzen in die Dunkelheit, auch Dekkers Magen war gut gefüllt vom Proviant des Nebelordens... Aber dennoch, Schlaf fand Dekker keinen. Unruhig wälzte er sich in seinem Schlafsack umher, Gedanken quälten ihn, Gedanken an die Racheaktionen Sheyras, die ihm sicher noch einiges heimzahlen würde, aber... da war noch etwas anderes.
    Sobald Dekker die Augen schloss, griff es nach ihm, mit eisigen Klauen packte es ihn an den Schultern und rüttelte ihn... Der rot glimmende Blick durchlöcherte seinen Körper und sog alles Positive aus ihm heraus, Angst, Zorn, Hass, Wut und Verzweiflung blieben zurück... Was war das? War das Morealas nächster Angriff auf die Sildener? Oder war es nur Einbildung seinerseits?
    Wieder schloss der Pirscher die Augen, intensiv dachte er davor an etwas positives, an seine Freunde, speziell an Griffin, der Mensch, der ihm wie ein Bruder geworden war.
    Aber bereits im nächsten Moment war alles verwirkt, die Klauen packten fester zu, bohren sich in sein Fleisch, die glimmenden Augen direkt vor ihm entzogen ihm jegliche Lebensfreude, sie tilgten sie mit ihrem Blick, welcher in Dekkers Inneres eindrang und all seine Gefühle durcheinanderbrachte, die Welt seines Herzens verwüstete.

  9. View Forum Posts #69
    Neuling Moreala's Avatar
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    Moreala is offline
    Mit Kaninchen konnten sie also fertig werden, aber das war nur der Anfang, nein, es war noch weniger als der Anfang, es war das Vorwort zu einem Buch voller Leid, Verwüstung und Tod. Was Moreala jedoch mit Argwohn sah, war die wiedergenese Gemeinschaft unter den Sildenern, sie hatten sich zusammengerauft und so stellten sie tatsächlich eine Gefahr dar.
    Aber nun war die Nacht, es war Zeit ein weiteres Kapitel aufzuschlagen und die Sildener erstmals richtig zu attackieren! Moreala sammelte ein wenig seiner Kräfte und machte sich daran, alles was den Sildenern lieb und teuer war zu vernichten.
    Er fuhr auf sie nieder, sobald sie auch nur kurz einnickten war er da, packte sie mit seinen Klauen wie Schraubstöcke und leiß sie nicht mehr fort, er starrte sie an, sie standen ihm förmlich gegenüber und er durchbrach die Mauern ihres Geistes, riss sie nieder und begann sein Unheil über sie zu bringen. Sie wehrten sich. Verzweifelt. Immer wieder rissen sie die Augen auf, befreiten sich von seinen Qualen, ehe sie kurz darauf wieder zurückkehrten. Sie alle wollten den Kampf wagen, antreten, in der Hoffnung doch einen Sieg davonzutragen, aber es war zwecklos, sie waren verloren, sobald sie sich in das Reich des Schlafes begaben.
    Höhnisch musste Moreala lachen, als er erneut in ihren Geist eindrang, es war ein teuflisches Spiel, aber erst der erste Akt.
    Gleichzeitig sammelten sich im Wald die Truppen: Schrate, Goblins, vereinzelt Bären, einige Wildschweine, einfach alles was der Wald bot sammelte sich nahe der Waldgrenze und war bereit die Sildener zu attackieren.
    Moreala bezweifelte, dass die Gemeinschaft diese Nacht überleben würde, er bezweifelte, dass auch nur einer seinen Häschern entkam. Alle waren sie müde, aber konnten und durften nicht richtig schlafen, sie waren zermürbt!

  10. View Forum Posts #70
    Waschweiber-Verführer Ornlu's Avatar
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    Mar 2007
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Ornlu is offline
    Der Kampf tobte. Es bebte, es rüttelte, Risse kamen überall auf und graue Schleier strömten hinein. Hässlichste Geräusche ertönten, wie die Schreie von zehn gehäuteten Harpyien, ehe er flüchten musste. Er hätte noch standgehalten, hätte noch gegen gehalten, doch sollte sich sein Feind in Sicherheit wiegen. Sollte Moreala denken, dass Ornlu nicht so stark war und er deshalb sein mentales Schild so einfach durchbrechen konnte.
    Meditiert hatte Ornlu, suchte darin Ruhe und merkte dann, wie sich etwas anschlich, dass nicht nur auf sein Gemüt schlug. Ein Kampf der, der Vorbote des richtigen Kampfes war. Ornlu vertraute auf seine Intuition, das Gespür des Jägers. Es war was in der Luft und sammelte sich. Was wusste er nicht, aber Halma würden sie hier nicht spielen.
    "Die Schlacht hast du gewonnen, den Krieg wirst du aber verlieren.", prophezeite Ornlu in Gedanken, ehe er seine Augen aufriss und ins Lagerfeuer blickte. Lodern tat es, war mehr Glut als Geäst und tanzte im leichten Meereswind hin und her.
    "Ich hab da ein ganz mieses Gefühl.", knurrte Ornlu, ehe er aufstand und seinen Bogen spannte, sowie Pfeile vorbereitete. Danach griff er in einen Lederbeutel, ließ es etwas rascheln, ehe er Bohnen hervorholte und sich etwas abseits der anderen setzte. Die ließ er in aller Ruhe langsam mittels Magie aufkeimen, so dass sie schon kleine Stränge ergaben und wie eine Schar Blindschleichen wirkten. Manche der Sildener schauten verwundert, manche vertrauten auf Ornlu und wieder andere dachten wohl an einen Eigenbrötler. Ornlu vorbereitete sich jedoch, sein Bauchgefühl hatte immer mehr zu sagen als sein Kopf.

  11. View Forum Posts #71
    Ritter Dekker's Avatar
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    Dekker is offline
    'Du wirst sterben. Du wirst das alles hier nicht überleben. Jeder von euch wird sterben! Ihr hab keine Chance, ihr seid des Tode-'
    Dekker schreckte hoch, schweißgebadet saß er senkrecht in seinem Lager, er tastete nach seinen Schultern. Ein Glück die Klauen waren verschwunden.
    Er stand direkt vor ihm, er hatte ihn angeschaut und ihm gedroht!
    Stumm liefen Dekker die Tränen über die Wangen und versickerten in seinem Schal. Im Lager war es ruhig, ging es den anderen ähnlich? Er war kurz davor jemanden zu wecken und zu fragen, aber er wusste, dass wenn nur er so geplagt wurde, das ganze relativ blöd aussehen würde.
    Auf einmal griff dieser Hass wieder nach ihm, diesmal nicht der ihm eingeflösste, sondern sein eigener Hass auf diesen Moreala, auf diese Welt, auf seine Kreaturen.
    Schon stand Dekker neben seinem Schlafsack, er hatte in Kleidung geschlafen, nur seinen Waffengurt band er sich um. Sein Schwert und seinen Bogen, seine wichtigsten Ausrüstungsgegenstände, er würde es diesem Moreala zeigen.
    Vorsichtig, behutsam und jeden Lärm vermeidend stieg er über die anderen Schlafenden und bahnte sich seinen Weg gen Wald. Ihr Wiesenplateau war etwas höher gelegen, als die Waldgrenze, kaum einen Bogenschuss war es entfernt von den ersten Bäumen. Dekker rannte die ersten Schritte, seine steifen Beine wachten langsam wieder auf, der Wind trocknete seine Tränen.
    Abrupt blieb der Pirscher stehen.
    'Komm schon! Moreala! Ich habe ja riesige Angst vor dir!'
    Schrie er mit dem Wind in den Wald hinein. Ungehört verhallte sein Schrei, seine Aufforderung, seine Herausforderung zwischen den Bäumen.
    'Los! Zeig mir deine Macht! Kämpfen wir ohne Bandagen! Los! Komm! Zeig mir dein Gesicht, ich zeige dir meins! Auf ZEIG DICH!'
    Dekker riss seinen Schal herunter und schüttelte die Kapuze ab, jetzt war er nicht mehr Frollo, Frollo, der eine Rolle spielen musste, von dem niemand genau wusste wer er war, nicht mal er selbst. Jetzt war er Dekker, Pirscher des Waldes, Meister der Sehne und der Klinge, Abgesandter und Spion Sildens, Träger von Raddecks Schwert.
    Ssswwwuuusssccchhh, die silber glänzende Klinge fuhr aus der Scheide, er reckte sie gen Himmel!
    'LOS!', schrie Dekker in den Wald.
    Sein Gesicht verzerrte sich zu einer Fratze, er war bereit für den Kampf, er würde Moreala töten! Noch in dieser Nacht!
    Und jetzt kam die Antwort. Rötlich glimmte er plötzlich knapp hinter der Waldgrenze, dutzende Augenpaare glühten auf einmal in Morealas Farbe, dem tiefen, hasserfüllten Rot.
    Dekker erstarrte, seine Klinge sank langsam gen Boden. Er wollte kämpfen, er wollte nicht sterben.
    'Olé', schrie der Jäger und rannte bereits den Weg zurück das Plateau hinauf. Er spürte die Präsenz Morealas, er spürte jeden der Schergen hinter sich... und er zweifelte. Er zweifelte an sich selbst, an der Stärke der Gruppe, an der Möglichkeit diesen Gegner zu besiegen.
    'ALAAAAARM', verzweifelt überschlug sich Dekkers Stimme, als er den Rand des Lagers erreichte. Noch immer loderte das Lagerfeuer im Zentrum und er erkannte in einiger Entfernung Ornlu, der sich nun zu Dekker umdrehte.
    'Sie kommen!', es war mehr ein wahnsinnig intensives, durchdringendes Flüstern, das Dekkers Kehle entronn.
    Er blickte in die Augen Ornlus und irgendwas passierte in Dekker, irgendetwas durchflutete ihn, war es Ornlus Aura? Er wusste, dass er ein sehr mächtiger Druide war...
    'Dekker ist also endgültig wieder da?', kam Ornlus Stimme.
    Eine Frage, die Dekker nur mit einem Nicken beantwortete.
    Er blickte wieder in Richtung Wald. Die Nacht des Kampfes war also endgültig gekommen!
    Er zog eine handvoll Pfeile aus seinem Köcher und steckte sie neben sich in die Erde. Immernoch glimmte es gefährlich aus den Wäldern. Es kam auf einmal Bewegung ins Lager. Die Sildener machten sich bereit, hier zu triumphieren... Oder hier zu sterben.
    Dekkers erster Pfeil lag auf der Sehne, er spannte sie mit aller Kraft die er besaß. Er brauchte nicht zu zielen, er wollte ja nichts treffen. Das Geschoss nahm seine Bahn, durchschnitt die Luft, getragen vom Wind und schlug wenige Meter vor der Waldgrenze in das Erdreich ein.
    'BIS HIER HIN UND NICHT WEITER!', brüllte Dekker in die Nacht und er wusste, dass die Schlacht begonnen hatte.

  12. View Forum Posts #72
    Waschweiber-Verführer Ornlu's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Ornlu is offline
    Was Dekker wieder trieb? Jedenfalls trieb er den Feind zu ihnen. Besser jetzt, als unzähliges warten, bis es knallt. Vielleicht sogar besser, konnte Moreala nicht mehr indirekt stören, sondern tat es nun direkt durch seine manipulierten Schergen. Den Kampfstab warf er neben sich, trieb die Sildener an, sich zu bewegen und spannte nach Dekkers Schuss auch sogleich seinen ersten Pfeil an. Griffin, Rhys und Alvar waren sogleich auch hellwach da und vorbereiteten sich als Schützen. Corax erschuf für sie eine Lichtkugel vor Ort, während Vivin die erste Lichtkugel gen Wald entsandte und aufsteigen ließ. Licht brauchten sie.
    "Ich gebe Kommandos! Pfeile immer auf ein Ziel. Ornlu halt den Bogen einfach so wie ich im selben Winkel und schieß dann mit mir ab! Rest für den Nahkampf bereit machen!", rief Griffin, der Ornlu als einfachen Schützen ausgebildet hatte. Ornlu nickte lediglich und zog nun mehr die Sehne samt Pfeil an. Die Augen fixierten die Ziele, deren Konturen im Schein der Lichtkugeln immer sichtbarer wurden. Bären und Wildschweine traten aus den Schatten, Goblins die mit schäumenden Mündern wie besessen Drohgebärden von sich stießen und mit ihren Knüppeln auf den Boden klopften. Schrate traten mit ihren grobschlächtigen Waffen hervor, Scavenger krähten herum, wieder erschienen ein paar Kaninchen und auch so manch anderes Getier der Wälder.

    "Salve auf den großen Bären da in der Mitte! Zielen! Feuer!", rief Griffin, noch ehe der Feind anstürmte. Ein Blinzeln später surrten fünf Pfeile durch die Luft. Einer traf in den Kopf, zwei in den Nacken - dies reichte. Ornlus Pfeil traf immerhin fast den Bären. Doch um sich um sein Schützenglück Gedanken zu machen, blieb keine Zeit. Griffins nächstes Kommando kam sofort, während der Feind nun mehr anstürmte.
    "Feuer!", hallte es aus des Hauptmanns Kehle, ehe diesmal vier Pfeile den zweiten Bären niederstreckten. Ornlus Pfeil traf am besten, weil er ein Kaninchen dahinter traf.
    "Eine noch! Feuer frei!", brüllte Griffin und meinte eine Salve auf mehrere Ziele. Ornlu spannte lediglich die Sehne samt Pfeil wieder ein, verfolgte Griffins Bewegung und fixierte das Ziel was auch der Bogenmeister fixierte, dann senkte Ornlu seinen Bogen leicht und schoss. Den anvisierten Schrat traf er nicht, aber einem Goblin wurde der Knüppel aus der Hand geschossen. Wer wohl wirklich der bessere Schütze war, war nun klar gestellt. Ornlu warf seinen Bogen einfach hin, hob seinen Kampfstab auf und lief hinter die Reihen. Dort legte er den Kampfstab wieder ab und kniete sich vor den kleinen Ranken hin. Er brauchte etwas Zeit für seinen Zauber und bis dahin auch Ruhe. Die Kämpfe entfachten. Rhys streckte gerade noch einen Keiler mit einem Schuss zu Boden, während Alvar einen der Schrate über sein Schild nahm und in die Luft hebelte.
    Es war klar, dass sie hier auf jeden Fall die härtesten Gegner zuerst niederstrecken mussten, um eine Chance zu haben.

    Ornlu ließ die Ranken wachsen und wachsen, stieß mächtige Magieschübe aus und formte aus den nun mehr vielen langen Ranken drei dickere. Eine blieb reglos beim Druiden, während die anderen beiden geformt wurden. In geübter Technik, bekamen die Ranken einen spitzen Kopf der langsam mehr und mehr verhölzerte und härter wurde, ehe Ornlu befand, dass es reichte.
    Wie zwei große Schlangen krochen die Ranken ins Kampfgetümmel und machten dies was Ornlu beabsichtigte. Gelenkt von den Händen, Fingern und immer stärker werdender Magie, wurden die Ranken auch schneller und fanden gemeinsam sogleich ihr erstes Ziel. Kaum um die Beine des Schrats umschlungen, ballte Ornlu die Fäuste und baute immensen druck auf die Knochen und Muskeln des Schrats auf. Als es dann knackte, war es ein leichtes Spiel für Orthego dem Schrat den Gnadenstoß zu verpassen. So schnell es ging, löste Ornlu seine zwei verlängerten Arme und brüllte Corax zu den sich ihm nähernden Goblin platt zu machen. Die Rankenschlangen indes, jagten einem Wildschwein hinterher, welches Melford jagte. Ornlu stieß immer wieder eine Hand spitz nach vorne, so dass seine 'Rankenschlangen' wie Dolche an einer Kette nach vorne stießen um ihr Ziel zu treffen. Einfach war es nicht, doch Ornlu wäre nicht er selbst, wenn er bei sowas schon in Knie geht. Alle kämpften, mussten kämpfen.
    Last edited by Ornlu; 31.12.2008 at 12:08.

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    Ritter Dekker's Avatar
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    Dekker is offline
    Ein Zischen und ein weiteres rot loderndes Augenpaar verglühte. Dekker stand Seite an Seite mit Griffin und feuerte seine todbringenden Geschütze in die Menge der Feinde. Diese stürmten die Steigung hinauf, wo sie von der Gemeinschaft empfangen wurden. Orthego und dieser Mjelfjord oder wie er hieß bildeten direkt die erste Kampflinie. Beide warfen sich in die Feinde, die hauptsächlich goblinischer Herkunft waren.
    Dekker warf seinen Bogen zu Boden, es war Zeit Raddecks Schwert singen zu lassen! Die Horde Angreifer drängte die erste Kampflinie unerbittlich zurück, schon wuselten die ersten Goblins zwischen den Schützen hindurch. WO war eigentlich Ornlu?
    Zuerst hatte der Druide einige Pfeile abgeschossen, aber sich dann weiter zurückgezogen, wo war er?
    Dekker fuhr herum und erkannte Ornlu sofort. Auch seine Augen glimmten in einem Rot, allerdings in einem unterschiedlichen zu den Schergen Morealas und Dekker kannte dieses Rot... Es war das Rot, wenn er Magie wirkte. Hochkonzentriert fuchtelte Ornlu herum und war sich anscheinend nicht der zwei Goblins bewusst, die auf ihn zu stürmten.
    'Verdammt', murmelte Dekker und gab Griffin nonverbal zu verstehen, dass er seine Position verlassen musste. Der Hüter nickte bloß, ehe auch er sich endgültig ins Getümmel stürzte.
    Dekker fuhr herum, die Goblins hatten Ornlu bereits fast erreicht und fuchtelten mit ihren kleinen Knütteln herum.
    Corax war auch gebunden und Ornlu sah nicht so aus, als würde er auf die Gobbos reagieren können. Aber wofür hatte man denn ein Schwert?
    Große Sätze ließen Dekker die Entfernung bitzartig überbrücken, schon war er direkt hinter den beiden Goblins, welche ihn noch nicht bemerkt hatten.
    Der erste Schlag war direkt für den langsameren der beiden tötlich, der Kopf fiel, getrennt vom Rumpf, auf den Boden und alarmierte so seinen Kollegen.
    Quietschig brummend drehte der Gobbo sich um und hob seine Keule. Dieses Viech ist kaum nen Meter groß, dachte Dekker, als er den Kleinen ins Leere laufen ließ und direkt zur Gegenattacke ansetzte. Der Hieb war gewaltig, wie ein Zahnstocher zerbrach der Knüppel des Goblins und damit auch seine Gegenwehr.
    Wie ein heulendes Mädchen drehte sich der Goblin herum und nahm die Beine in die Hand. Für einen Moment dachte der Pirscher daran der Minigrünhaut zu folgen, aber es gab wichtigeres zu tun.
    'SIGGI! Hierher!', schrie Dekker aus voller Kehle und der Schwertkämpfer, der gerade auf dem Weg zu einem weiteren Goblin war, fuhr herum.
    'SCHÜTZE ORNLU!', brüllte Dekker, der Schwertkämpfer nickte und ließ von dem Goblin ab.
    Dekker drehte sich um, irgendetwas war da! Er hörte Geräusche, ein Pflatschen, er hörte Wasser verbunden mit Fußtritten.
    'Lurker', sagte Dekker mehr zu sich selbst. Wenn diese Amphibien über den Strandpfad kamen, dann waren sie verloren, sie konnten keine Zweifrontenschlacht führen! Er musste versuchen sie noch auf dem Pfad abzuhalten, dort hatte er eine Chance sie aufzuhalten!
    Dekker wetzte durch das Lager, sprang über Schlafsäcke und über das ausgehende Feuer. Ein Glück, sie waren noch nicht auf dem Plateau angekommen! Zügig erreichte er die Mündung des Pfades und erkannte, weshalb die Lurker noch nicht da waren... Sheyra!
    Dieses Teufelsweib stand auf dem Pfad und hielt die Lurker schwertschwingend auf, welche sie aber immer mehr be- und zurückdrängten. Es blieb keine Zeit zu verlieren und es blieb auch keine andere Möglichkeit, als Seite an Seite mit ihr zu kämpfen. Dekker stürmte den schmalen Pfad herab, bis er an Sheyras Seite war.
    'Hi, wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Dekker.', erwähnte der Pirscher beiläufig und holte zu seinem näcbhsten Hieb aus.

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    Kämpferin Saphiria's Avatar
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    Saphiria is offline
    Saphiria wusste nicht mehr wo ihr der Kopf stand. Erst hatte sie nicht oder nur unzureichend schlafen können, ständig hatten sie Alpträume wach werden lassen, rote Augen, immer wieder hatte sie rote Augen gesehen und Pranken, die nach ihr Schlugen.
    Jetzt musste sie sich schon wieder ihres Lebens erwehren.

    Die Schützen hatten schon gute Arbeit geleistet aber die Angreifer waren einfach zu viele und so waren sie in den Nahkampf gezwungen worden.

    Saphiria hatte darauf verzichtet eine Lichtkugel zu erschaffen, die würde nur Kraft kosten, die aber brauchte sie voll und ganz um gegen den Feind kämpfen zu können. Ihre Ausbildung war gut gewesen und obwohl Lichtkugeln von anderen Druiden erschaffen wurden konnten sie nicht wirklich das ganze Terrain abdecken. Der Sprössling verließ sich hauptsächlich auf Gehör und auf ihr Gefühl, allerdings kam sie kaum gegen die Gruppe Goblins an, die sie attackierten. Sie waren klein, dadurch fehlte ihnen die Reichweite aber ihre geringe Körpergröße hatte auch ihre Vorteile. Die Kreaturen, waren schnell, kämpften immer in Gruppen und wussten diese Stärken auch voll umzusetzen. Jeder kämpfte so gut er nur konnte, jeder wusste was von einem weiteren Sieg abhängen würde, eine Niederlage konnten sie sich nicht leisten, würde dieser wohl ihr Leben kosten.
    Drei Goblins wuselten um sie herum, ließen ihr einfach keine Ruhe, immer wieder bekam sie mal einen Schlag ab aber im großen und Ganzen gelang es der jungen Frau, sie mit ihrem Stab auf Abstand zu halten. Das konnte aber nicht alles sein, sie musste mehr Druck ausüben, gezielter auf die Köpfe schlagen. Nur was man sich vornahm und umsetzen konnte waren zwei Paar Stiefel. Saphiria fand aber immer besser in den Kampf, die Müdigkeit konnte sie zumindest teilweise erfolgreich verdrängen und sich dadurch wesentlich besser auf ihre Gegner konzentrieren. Sie wusste gar nicht was sie da alles angegriffen hatte, anfangs hatte sie etwas von einem Bären gehört aber ihr reichten die Goblins schon.

    Saphiria drehte sich um die eigene Achse, ging dabei in die Hocke und ließ ihre Hände an ein Ende des Stabes gleiten. Auf die Art traf sie einen der Gobos genau am Kopf, sie hatte förmlich hören können, wie durch die Wucht des Stabes der Schädel in unzählige Stücke zerbrach. Jetzt kam der Sprössling erst richtig in fahrt.
    Wutentbrannt kam ein weiterer Goblin auf sie zu gerannt, Saphiria stieß ihm ein Ende des Stabes in den kleinen Körper und wuchtete ihn, mit Hilfe des Schwungs über sich hinweg. Dem dritten und letzten brach die das Rückgrad. Erholen konnte sie sich aber nun nicht, ohne dass sie etwas gesehen hatte bekam sie einen Stoß von der Seite. Unsanft landete Saphiria auf dem Boden. Gerade noch gelang es ihr sich wegzudrehen. Ein Scavenger war voll auf sie zu gerannt gekommen und hätte sie noch um ein Haar erwischt.

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    King Kong Griffin's Avatar
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    Griffin is offline
    Mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht, kreiste der Hüter immer und immer wieder - jeder Zeit angriffsbereit - um seinen Waffenbruder Ornlu, der mit ein wenig Magie und zwei Ranken die bisher wirkungsvollste Waffe gegen diese Biester gefunden hatte. Es war eifnach unfassbar erstaunlich, wie scheinbar mühelos der Druide mittels seiner Magie die Pflanzen zu tödlichen Waffen machen konnte. Und das war nicht alles. Ornlu besaß eine scheinbar unerschöpfliche Bandbreite an wirklich gefährlichen Tricks, Kniffen und Spielereien mit der Magie. Aber das alles war nichts für den Hüter. Er brauchte die Nähe im Kampf. Den Blut, den Schweiß, das Leid der Gegner direkt vor Augen. Ja, das war es, was für Griffin einen Kampf ausmachte.
    »Ist das alles, was dieser Moreala drauf hat?«, fragte Griffin spöttisch ins nichts, während er sein Schwert aus dem leblosen Körper eines Schrats zog.
    »Ein paar Kuschelteddies, ein Haufen Goblins und ein, zwei Schrate? Na herzlichen Glückwunsch. Wieso sind wir eigentlich alle hier hin gekommen? Die hätten ja die Waschweiber in Silden besiegt.«, seufzte er. Bereits im nächsten Moment sauste ein ziemlich schwerer Gegenstand mit voller Wucht gegen seinen Hinterkopf. Ein ziemlich dicker, schwerer Ast.

    »Öööhm... Tschuldige und so!«, rief ein bescheuert wirkender Knallkopf und winkte beschwichtigend. »Dachte zu wärstn Schrat.« Verlegend grinsend näherte sich der Verrückte und hob seinen Ast wieder auf. Oder, wollte zumindest, denn Griffin trat mit seinem Fuß darauf. »Nicht so schnell, Kurzer. Mti dem Ding willst du kämpfen? Gegen Schrate?« »Nö. Daraus will ich ein Schiff schnitzen und das auf den Wald schmeißen. Ist doch klar...«, sagte er grinsend und zog noch mal kräftig an dem Ast. Er brach.
    »Tja...«, erwiderte der Südländer grinsend. »Kannst du jetzt wohl nur noch zwei Beiboote drauß machen...« und warf dem Mann seinen Dolch entgegen. »Aufpassen. Wertvoll.«

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    Waldläufer Siggi's Avatar
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    Siggi is offline
    "Wauawieewa", quietschte Siggi und sprang auf, um wieder seine richtige Größe zu finden. Ein schmerzender Rücken ist eine schlimme Sache, und deswegen war es von größter Wichtigkeit, immer gerade zu stehen, Brust raus, Bauch rein, und zu schreien! Was für ein Dolch! Endlich mal eine richtige Waffe in den Händen, die letzte hielt er damals in der Hand, als er mit Tavik rumzog. Aber so wertvoll, wie der Kerl sagte, sah sie nicht aus. Vielleicht ein Zauberdolch?
    Zwei Mal schlug Siggi brummend in die Luft, in die Richtung eines sich nähernden Gobbo-Tiers. Nichts. Keine atemberaubende Magiekugel, die laut donnernd losgeschossen wurde und ihr Ziel explodieren ließ. Nichts. So sehr es im Moment auch nicht passte, kratzte er sich am Kopf und begutachtete die Klinge, den rechtmäßigen Besitzer hatte er schon aus den Augen verloren, so wie es aussah, kümmerte er sich hinten um weitere Gegner. Indessen sprang ein Goblin heran und versetzte ihm einen dicken Schlag in die Magengrube.
    Triefender Speichel bahnte sich seinen Weg aus Siggis Mund, damit hatte er nicht gerechnet, so hinterlistig konnte man nicht sein. Wieso war da nichts mit Mann gegen Mann, beziehungsweise Mann gegen kleines hässliches Unvieh. Und nun setzte der Goblin auch noch die Krone auf, schlug ihm mit einem Ast auf den Kopf und ging dann auf den Oberboss zu. Denn das war dieser Kerl wohl, so wie Siggi die Gemeinschaft beobachtet hatte. Hielt große Reden und alles drum und dran, groß und stark und so, ein richtiger G.
    Mit viel Schwung holte das Mistding schließlich aus und verpasste ihm einen kräftigen schlag an die Wade, und noch während der Zeit, die der Kämpfer brauchte um sich umzuwenden, sprang Siggi heran und trieb den Dolch immer wieder in den Rücken des Gobbos. "STIRB, STIIIIRBBBB HAHAHAHAH STIRB!!!" Flatsch Flatsch, fließ fließ, tot umfall und so. "YEAH ICH HABS IMMER NOCH DRAUF!"

  17. View Forum Posts #77
    King Kong Griffin's Avatar
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    Griffin is offline
    Dieser Kerl war irre. Total geisteskrank. Vollkommen gestört. Und Griffin hatte nicht nur einen Gedanken bei diesem Gestörten. Was, wenn er plötzlich mit dem Dolch auf Tour ging und die Leute reihenweise tötete? Dann würde man seinen Dolch bei diesem Geisteskranken finden. Das Blut Unschuldiger würde an der Klinge haften oder an dem Bekloppten. Oder wo auch immer. Jedenfalls würde man Griffin die Schuld geben, weil er einem Wahnsinnigen eine Waffe in die Hand gedrückt hatte. Dann wärs das gewesen mit der Karriere in Silden. Nichts mehr mit schönen, sildener Damen, keine romantischen Abendessen mehr mit Myra, keine Blumen mehr für Leyla, keine Spatziergänge in der Dunkelheit mehr mit... Mit wem auch immer. Jedenfalls wären die Chancen des jungen Hüters bei allen Damen Sildens auf immer gen Null. Und das wollte er nicht. Auf keinen Fall.

    »Heee!«, rief der Hüter den jungen Mann wieder zu sich, während er mit einem Goblin "kämpfte". Es war lächerlich. Die stärksten Gegner, die hier waren, waren die Bären. Und die lagen tot auf dem Boden. Das Schlachtfeld war überflutet von kleinen, wuselnden Gobbos und muffig riechenden Schraten. Es gab einfach keine Herausforderung. Elegant brachte Griffin seinen Körper in eine bessere Position und schlug dann zu. Rechts, links, rechts, links, immer in das Gesicht des Goblins.
    Nach einer klitzekleinen Atempause trat der Hüter dem grünrn Wicht gegen die Brust, drehte sich und beförderte den Gobbo mit einem Fegekick ähnlichen Tritt von den Beinen.
    »Der gehört jetzt dir.«, sagte der Hüter grinsend und mit einem blutrünstigen Schrei stürzte der Sildener mit dem Dolch sich auf den wehrlosen Goblin. Es war nicht schön und erst recht kein ehrenvoller Tod für so ein kleines Wesen, aber erstens war es verhext, zweitens hatte es versucht Griffin zu töten und drittens war das die einzige Möglichkeit gewesen, den Wahnsinnigen von einer Mordstour abzuhalten.

    »Wir kämpfen zu zweit...«, sagte der Bogenmeister mit militärischer Härte, als der Wahnsinnige sich wieder erhob. »Du rechts, ich links. Keiner von diesen Biestern darf zu Ornlu. Kapiert?«, fragte der Hauptmann nach und auf eine seltsame Art und Weise versuchte der Fremde zu salutieren. Wahnsinnig. Einfach nur total durchgeknallt und wahnsinnig.
    »KEIN Schritt nach vorne. Du bleibst immer schön bei Ornlu.«, sagte der Braunhaarige noch einmal eindringlich und sah dem Wahnsinnigen in die Augen. Er hatte kapiert.

  18. View Forum Posts #78
    Waldläufer Siggi's Avatar
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    Siggi is offline
    Jap, so war das. Er war für die Sicherheit eines hohen Druiden verantwortlich, er mit diesem Kerl. Griffin oder so hieß er, das hatte er aufgeschnappt, als Dekker ihn ein mal gerufen hatte. Oh ja. Er haben Dolch, er haben haben Dolch, er König in Schloss, König in Schloss. Tu dies, tu das. Er war König. Einen Moment in Gedanken versunken sah der Bruder in den Himmel, als ihn der Ruf seines Mitstreiters wieder zurückholte. Die grüne Armee, und damit waren nicht die Sildener Besucher gemeint, überhäuften nun den Kampfklatz, kamen verstörte Laute von sich gebend an und machten es ihren Kontrahenten schwer. Beinahe wäre Siggi schon los gerannt und hätte mit der Klinge um sich gestochen, doch da fiel ihm ein, was der Kämpfer vor wenigen Momenten noch versuchte ihm klarzumachen. Er ging einen Schritt vor und dann wieder zurück, aus seinem Po macht es Fütt Fütt. Glücklicherweise überschwemmte das Kampfgetümmel jedoch das unpassende Geräusch und ließ alles seinen gewohten Gang weiterlaufen.
    Einer der kleinen Gobbos kam auf ihn zugelaufen, schlug mit dem schweren Ast zu. Reflexartig hielt der Superheld die Klinge dagegen. Klack. Blick von Goblin und Siggi trafen sich. die Klinge ist stecken geblieben, und von einem Moment auf den anderen zog das Vieh den Ast nach oben, entriss somit seinem Gegner die Klinge und schleuderte den Dolch in eine größere Gruppe Goblins und Schrate. "WUHAHAH, NEIIIIN", schrie Siggi wütend und trat dem Goblin ins Gesicht, der kleine Körper ging zu Boden. Der Sildener fühlte sich gezwungen, jetzt Matsch zu machen, wofür auch hatte er so gute Stiefel?
    "Griffin, dein Dolch ist weg, die Goblins haben ihn geklaut, aber sie schauen nicht so aus, als wollen sie gleich weglaufen."

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    Krieger Sheyra's Avatar
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    Sheyra is offline
    Zwei Lurker lagen im Sand. Dunkle Flecken breiteten sich rasch um sie aus. Aber das Meer hielt noch mehr bereit. Das und womöglich noch Schlimmeres.
    Sheyra hielt ihr Schwert in beiden Händen, starrte den geschuppten Bestien ausdruckslos entgegen. Blut lief über die Kreuzstange, drängte sich seinen Weg zwischen ihren Fingern hindurch. Etwas fehlte. Sie spürte keine Furcht, trotz der Übermacht. Aber auch nichts anderes. Nichts von der sonstigen Aufregung, dem sanften Zittern ihrer Hände, der erwartungsvollen Spannung in jeder Faser ihres Körpers, die sie sonst im Angesicht des Feindes überkam. Keine Verzweiflung, keine Hoffnung. Nur die stille Übereinkunft, dass diese Kreaturen zu ihrem Schöpfer zurückkehren mussten.
    Und ein kalter, grausamer Hass tief in ihrer Brust.
    Einer der vorderen Lurker senkte den Kopf und kam in einer halb watschelnden, halb schlängelnden Bewegung vorwärts. Dennoch kam er mit beachtlicher Geschwindigkeit. Sand spritzte, als Sheyra zur Seite wich und das Schwert fahren ließ. Einmal in Fahrt gebracht, erledigte die Klinge den Rest wie von selbst, schlug knapp hinter der Schulter des Lurkers ein, durch den Knochen und weiter durch die halbe Flanke. Die Wucht des Schlages ließ das Tier zur Seite kippen. Blut und Eingeweide sprudelten aus dem Leck.
    Auf einmal war Frollo neben ihr, Schwert in der Hand. Sheyra verschwendete keine Zeit mit einer Antwort, sondern konzentrierte sich weiter auf die Lurker. Ihre Augen waren glanzlos, das Gesicht starr wie die Klippen. Doch hinter ihrer Stirn arbeitete es. Gab es einen besseren Zeitpunkt, um Rechnungen zu begleichen, als die Hitze des Gefechts? Niemand würde je etwas erfahren. Man hatte genug damit zu tun, die eigene Haut zu retten.
    Die Lurker kamen dicht nebeneinander, doch irgendetwas schien sie zu bremsen. Nicht vollständig, aber ihre Angriffslust war in keinster Weise mit der suizidialen Mordlust der Karnickel zu vergleichen. Was sie jedoch nicht minder gefährlich machte.
    Als sie vorrückten, versank die Welt in Chaos. Klauen schlugen, Fänge schnappten, Körper rieben aneinander. Sheyra hackte drauflos, das Schwert zeichnete rote Spuren in die Luft, bestrich den Strand mit geheimnisvollen Kreismustern. Sand knisterte unter ihren Stiefeln, etwas prallte gegen sie, riss sie fast von den Beinen, sie spürte etwas Warmes an ihrem Oberschenkel. Dann, als sie einen Moment etwas Luft hatte, rempelte sie Frollo scheinbar zufällig an -- hart genug, um ihn zwischen den Lurkern zu Boden zu schicken.
    Vielleicht war es ein Moment der Unachtsamkeit, vielleicht ausgleichende Gerechtigkeit. Sie hörte das Schnattern eines Lurkers dicht neben ihr, sah die kräftigen Kiefer dicht vor ihrem Körper zusammenschnappen. Doch der Ansturm trug ihn weiter. Die Schnauze prallte gegen ihren Harnisch, sie fühlte sich taumeln, schlug rückwärts in den Sand, verlor das Schwert aus der Hand. Heißer Atem in ihrem Gesicht, Klauen, die über ihre Brust kratzten. Ein unglaubliches Gewicht presste die Luft aus ihren Lungen und Sheyra tiefer in den Sand. Etwas schnappte nach ihr, sie brachte einen Arm hoch, schrie auf, als etwas an ihrem Unterarm zerrte. Sie fummelte nach einem Dolch, versuchte, ihr Gesicht zu schützen, hörte den Lurker schnauben, fühlte warmen Speichel auf ihr Gesicht regnen. Obwohl sie wusste, dass es jeden Moment vorbei sein konnte, fühlte sie immer noch keine Angst.
    Der Dolch kam frei und sie stach blindlings zu. Ein Knacken, Blut im Nacken des Lurkers, das Tier schnaubte heftiger. Der Schmerz in ihrem Arm wurde unerträglich. Sie fühlte etwas Warmes unter ihrer Armschiene hervorsickern. Wieder und wieder stach sie zu, der Lurker schüttelte sich, blies blutigen Schaum in ihr Gesicht, drückte sie fester in den Sand, begann wild an ihrem Arm zu zerren. Die schiere Kraft der Bestie riss ihn fast aus dem Gelenk.
    Gerade, als sie es nicht mehr auszuhalten glaubte, ließ der Lurker los. Das Tier machte einige taumelnde Schritte seitwärts, wandte sich keuchend ab. Es versuchte sich von Sheyra wegzuschleppen, der Mund hing offen, ein dünner, blutiger Faden zog sich bis zum Boden. Dann setzte eine Veränderung ein. Um den Kiefer herum verloren die Schuppen ihren Glanz, begannen sich zu lösen und als glitzernder Regen in den Sand zu fallen. Die Haut darunter war blass und verwundbar, doch sie begann schnell zu schrumpeln, bekam Risse, legte das Fleisch frei. Selbst das Fleisch wirkte trocken und seltsam blutleer, blätterte von den Knochen wie altes Pergament. Sehnen gaben nach, Muskeln verkümmerten. Und es war nur der Anfang. Der Lurker schleppte sich qualvoll weiter, während der Zerfall sich auf Körper und Beine ausweitete. Der Bauch klaffte auf, stinkendes Sekret plätscherte in den Sand, etwas Gelbes fiel hinaus, dann etwas langes, darmartiges. Irgendwann blieb das Tier liegen, Blick starr nach vorne, die Atmung ein flaches Flüstern.
    Sheyra versuchte aufzustehen, aber ihre Beine hatten etwas dagegen. Selbst ihr guter Arm war schwer und träge, ein Fremdkörper, völlig unbrauchbar. Das einzige das blieb, war ein tief verwurzelter, alles verzehrender Hass.

  20. View Forum Posts #80
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    Griffin is offline
    »Mwaaaagh!«, rief der Krieger und schüttelte den Kopf. Unfähigkeit und Wahnsinn waren in dieser Kombination absolut ungünstig. Ach was, es war total scheisse. Absolute Oberscheisse, um genau zu sein. Einer seiner Dolche, Blutdrust, die erste Waffe, die er überhaupt in den Händen gehalten hatte, lag jetzt irgendwo in irgendeinem Wald auf irgendeinem Boden zwischen irgendwelchen Gobbos auf irgendeiner Insel, weil irgendein Idiot sie sich hatte klauen lassen. Es war zum verrückt werden, zum ausflippen. Konnte man denn heutzutage nicht mal irgendetwas von anderen erledigen lassen?
    »Pass bloß hier auf...«, brummte Griffin und wieder versuchte dieser Knallkopf zu salutieren. Es sah nicht nur total behämmert aus, sondern auch noch unnötig. Schließlich waren sie hier nicht bei der Armee von sonstwo, sondern auf einer vekackte Mistinsel irgendwo im Meer. »Ach ja... Und lass das mit dem Salutieren. Das sieht beknackt aus...«, sagte der hüter nd stürmte los. Die Klinge steckte in der Scheide auf seinem Rücken, zusammen mit dem Bogen, und gewährte ihm genau die Bewegungsfreiheit, die er jetzt brauchte. Das ganze musste schnell gehen. Rein, raus und weg, bevor irgendjemand was bemerken konnte. So, wie immer im Leben. Es gab Zeiten, da hatte man länger Zeit für rein und raus und es gab eben auch Zeiten, wo es schnell gehen musste.

    »Hiiijaaaa!«, schrie der Hüter und sprang mit nach vorne gestrecktem Bein in die Gobbo-Gruppe hinein und sah sich um, als wäre er der Gejagte. Wo war sein Dolch? Welcher dieser schleimigen Sumpftüten hatte ihm seinen Dolch geklaut? Ohne es wirklich zu merken, trampelte der Krieger auf dem Kopf des Goblins rum, den er mit seinem eindrucksvollen Tritt erst einmal auf den Boden geschleudert hatte. Dessen Artgenossen fanden das gar nicht so nett und sparten sich das übliche Geknurre vor dem Angriff. Sofort prügelten sie wild von allen Seiten aus, auf das Opfer ein und drängten sich immer weiter und weiter um den am Boden leigenden Goblin. Der arme Kerl. Niedergetrampelt von wildgewordenen Gobbos.
    Der Hüter jedoch schaffte es irgendwie - wahrscheinlich mit mehr Glück als Verstand - mit einem Goblins als Stufe auf den Rücken eines anderen zu gelangen und von dort aus frech grinsend durch die Gegend zu sehen. Überall waren die Leute am kämpfen.

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