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    Arkaner Photograph  Avatar von Narzuhl
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Narzuhl ist offline
    Die Zeit würde zeigen ob die Einsicht und Erkenntnis tatsächlich bei Noxus angekommen waren oder ob sie sich eines Tages in einer ähnlichen Situation wiederfieden würden. Narzuhl mochte für den Moment ersters glauben. Doch jetzt sollten seine Verfehlungen gerichtet werden, auf dass sie sich nicht wiederholen würden. Der Hüter zog sich gedanklich für einen Moment zurück. Einzig die Präsenz eines mächtigen Kastelldämons, des Schattendämons stand ihm zu Seite und gemeinsam kamen sie zu einem Ergebnis.

    Dann vernehmt euer Urteil: Noxus Exitus, Priester der dunklen Künste, das Siegel dass der Wassermagier euch auferlegt hat soll bestehen bleiben. Die Dämonen des Kastells und wenn es die Situation verlangt auch ich werden dafür Sorge tragen, dass das Siegel nicht an Kraft verliert. Erst wenn Beliars es euch gestatte, wird es euch erlaubt sein, das Siegel zu lösen und wieder Magie zu nutzen! Bis dahin werdet ihr lernen ohne die Fertigkeiten eure Aufgaben und Dienste so gut wie möglich zu erfüllen. Durch die Abwesenheit eurer Magie werdet ihr ihren Wert neu einschätzen lernen, werdet ihr eure Grenzen neu kennen lernen, auf dass ihr sie nicht wieder unüberlegt und zügellos einsetzen werdet. -

    Der Schattendämon verschwand und die Kore nahm seinen Platz stattdessen ein. Geht nun mit der Wanderin zwischen den Sphären. Sie wird euch zu eurem Besitz bringen. Der Hüter gedachte noch für einige Momente länger zu bleiben um das Ritaulartefakt zu untersuchen. Ein Unternehmen, dass er alleine anzugehen gedachte...

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    Ehrengarde Avatar von Noxus Exitus
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    Noxus Exitus ist offline

    Unterwelt

    Schwer hustend nahm er Kälte war. Sein Schädel pulsierte fieberartig, der Körper schmerzte in jedem Glied. Kalter Schweiß rann seinem Gesicht wie Rücken hinab, klatschte laut auf den Boden, bespritzte seine Füße. Die Kälte schmerzte. Überzeugt davon zu liegen versuchte er sich aufrichten, stellte dann fest, dass er tatsächlich saß und die Oberfläche nicht mal spüren konnte, geschweige denn genug Sinneswahrnehmung besaß, um seine eingeschlafenen Beine zu spüren.
    Langsam öffnete er die Augen. Der Ort war dunkel. Nur eine schwache Lichtquelle befand sich hinter ihm, ließ seinen abgemagerten Körper einen Schatten vor sich werfen, von einer Art Boden, wie Noxus ihn bereits gesehen hatte - doch nur ein einziges Mal.

    Die Unterwelt.

    Für einen Moment verspürte er Reue. Selbst im Tod wollte der Lebenswille nicht verschwinden, ein Faktor, der ihn seit jeher irritiert hatte. Mit einer Vergangenheit wie seiner, war es durchaus fragwürdig was seinen schwachen Herzschlag weiterhin nicht aufgeben wollte, denn großartigen Hass verspürte er gerade nicht. Frieren und grausiger Muskelkater war das einzige, was er in diesem Moment erkennen konnte.

    Seine Gedankenprozesse waren langsam, als wäre er schwerst betrunken. Die Wimpern öffneten sich so langsam, dass man meinen könnte, jemand würde versuchen eine quietschende Tür möglichst leise zu öffnen. An der fettigen Haarmähne vor sich, nahm er eine düstere Gestalt war. Unkontrolliert begann er sich zu übergeben, saute sich vom Oberkörper ab mit brennender Galle ein. Sein Atem wie nach einem stundenlangen Sprint, raunte etwas.
    »... B ... Beliar ...«, abermals folgte ein angestrengtes Husten, als ruckartig eine Kälte seinen Körper durchfloss, die er für den Tod selbst hielt.

    Kore hob seinen hängenden Kopf auf Augenhöhe, doch konnte er nur Silhouetten erahnen.

    »Beliar.«, bettelte er verzweifelt, die kleinste Lippenbewegung ließ sie bluten.

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    Lehrling Avatar von kore
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    kore ist offline

    Unterwelt - Die Bestrafung

    Kore nahm das leidende Bündel vor sich wahr, dass sich selbst Noxus Exitus nannte, doch nie deren frevelhaften Betitlung würdig bewiesen wurde. Man hatte ihm Macht verliehen, doch ließ er sich davon kontrollieren, statt sie zu meistern. Sein Wille war stark, doch mehr als verwirrt. Fanatisch, ruchlos, grausam, doch unkontrolliert. Mit seinen letzten Chance war es Caecigenus erlaubt, für sein Opfer belohnt, die Welt der Lebenden ein weiteres Mal zu betreten. Allerdings nicht ohne ...

    Die Kore sah ihre zu Fleisch manifestierten Hände langsam über das haarige, markante Kinn jenes Mannes fahren, dessen schwächliches Lebenslicht sie erlaubte, gar gewährte. Langsam näherte sie sich, schwebend und drückte ihre untoten Lippen auf die seinen.

    -- Noxus Exitus
    Geändert von kore (15.10.2015 um 22:06 Uhr) Grund: Autogramm

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    Ehrengarde Avatar von Noxus Exitus
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    Noxus Exitus ist offline

    Unterwelt

    Der Priester riss erschrocken und voller Panik sein weißes Augenlicht auf, als eisige Kälte seinen Körper ergriff. Er konnte sich weder wehren, noch wollte er. Sein Atem beruhigte, seine Wahrnehmung schärfte sich. Jeglicher Reflex sich dem Kuss zu entreißen schlug nicht nur fehl, sondern verschwand jener Impuls in der von Hybris erfüllten Leere um sie. Das Blut von den vertrockneten Lippen verriet keinen sonst so bekannten metallischen Geschmack, stattdessen eine Begierde. Als würde die Zeit langsam anhalten, näherte er sich der Oberlippe, dann, sanft, mit einem kaum erkennbaren Pulsschlag die untere. Ein ganzer Kuss formte sich, ein zweiter. Spielerisch leckte er über die eisigen schwarzen Lippen, ihre eiskalte Zunge fand seinen Weg zu der seinen.
    Mit einem Ruck, während seine Wirbelsäule laut klagte, wurde er zurück in die Sitzposition gedrängt. Zunächst dachte Noxus Exitus, simpel heiser zu sein. Er öffnete seinen Mund, doch nichts als ein Keuchen verließ seine Kehle. Er versuchte es mehrmals, bis Panik abermals sein Denken regierte. Mit aller Macht presste er Luft aus seinen Lungen, versuchte auch nur irgendeinen anderen Klang zu erzeugen, als Lechzen durch die Luftentweichung. Rasend versuchte er die Kehle der Kore zu ergreifen, doch unsichtbare Fesseln hielten ihn zurück. Ihre schwarz erfüllten Augen näherten sich seinen weißen, ihre Gesichtszüge veränderten sich nicht, doch konnte man spüren, dass sein Verhalten ihr nicht gefiel.

    Lautlos schrie er ihr entgegen, als er zusah, in ihren toten Augen spiegelnd, wie seine Haare zu Boden schwebten. Strähne für Strähne, bis letztendlich seine gesamte Mähne zu Boden gesunken war. Auch Bart, Wimpern wie Augenbrauen fielen auf Stuhl zu Blut und Erbrochenem. Erschöpft, als ihm dicke Tränen sein nun so nacktes Gesicht runterkullerten, verstand er plötzlich. Ohne ein Zucken, sagte der Blick ihn die Augen der Kore mehr als tausend Worte. Er nickte kurz, als Dunkelheit ihn einhüllte.

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Avatar von Hirni
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Hirni ist offline
    Langsam öffnete er seine Augen. Absolute Dunkelheit umgab ihn. Kein Ton war zu vernehmen. Kein Licht war zu erkennen. Es herrschte das absolute Nichts. "Bin ich tot?" schoss es Hirni durch den Kopf. Doch würde er dann wirklich denken können? Der Tod müsste doch ein Zustand des absoluten Nichts sein. Sein Zustand war aber zumindest totaler Kopfschmerz. Der Rücken tat ihm auch weh. Im Falle seines Todes würde er also nicht einmal Schmerzen verspüren, dessen war er sich sicher.
    Zumindest gab es einen Fußboden, denn er hatte nicht das Gefühl zu fallen. Dementsprechend richtete Hirni sich langsam auf, so gut es mit den Rückenschmerzen nur ging. Der Lendenwirbel-Bereich war umgeben von heissen, stechenden Schmerzen. In seinem Kopf spielten scheinbar mindestens zehn Ork-Schamanen Trommeln.
    "Bin ich hier in Beliars Reich?" fragte er sich.

    Er konnte sich noch an den Kampf gegen die Riesenspinne erinnern. Olivia hatte irgendeinen Plan gehabt, Esteban hatte im Hintergrund zufrieden gesessen und sich alles angeschaut. Und er selber? Er war der einzige Trottel der einen Versuch gestartet hatte, sie zu bekämpfen. Jedoch war dies nicht wirklich erfolgreich gewesen. War er nicht gegen die Wand geprallt, nach einer Attacke des riesigen Arachnoiden? Vielleicht befand er sich ja gerade in ihrem Magen. Doch sehen Spinnenmägen wirklich so aus?
    "Eher unwahrscheinlich. Spinnen zersetzen ihre Feinde mit Giften. Ich bin aber noch komplett. Glaube ich zumindest."
    Gerade als er seinen ganzen Körper nach fehlenden Körperteilen abtasten wollte, erschien ein gleißendes, helles Licht direkt vor ihm. Geblendet zog Hirni die Hand zum Schutz vor den Augen. Als es wieder Dunkel wurde, und die Schwärze das Licht gänzlich verschluckt hatte, tanzten helle Punkte ihm herum. Nebenwirkungen des blendend hellen Lichtes, gleiches trat auch auf wenn man in die Sonne schaute und dann die Augen wieder schloß.
    Als sich seine Sinne von dem hellen Licht erholt hatten, erkannte Hirni eine leicht schimmernde Gestalt vor ihm. Sie stand direkt vor ihm, und hatte etwas von der Statue Vabuns in der Eingangshalle des Kastells.
    Neugierig schritt der Schwarzmagier näher, betastete die Skulptur. Der Stein schien Marmor zu sein. Sie war nicht bemalt, dementsprechend war es das kalte natürliche grau-weiß der Statue, die die Dunkelheit hier wenigstens etwas verschwinden ließ. Eine Hand leicht nach vorn gestreckt, die andere angewinkelt am Körper a genelgt, umgab die Frau vor ihm einen Umhang, der auch um den Kopf geschlungen war.
    Und obwohl der Mund der Statue geschloßen blieb, sprach sie zu ihm...

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    Lehrling Avatar von kore
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    kore ist offline
    Vor ihr stand der neue Besucher der Unterwelt. Wie alle ihrer Besucher war er auf der Suche. Auf der Suche nach Antworten.
    Das einzige Licht in der Umgebung ging von ihrem marmorweißen Stein aus, und so wusste sie, dass er ihr voll und ganz zu hörte. Und so sprach sie zu ihm:
    "Hirni. Du bist auf der Suche nach deinem magischen Wissen. Ich werde dir zeigen, was aus deinen magischen Kräften geworden ist. Doch warne ich dich: Du wirst sehen, was geschehen ist. Nicht, was noch geschehen wird. Lerne also aus dem, was du siehst. Momentan magst du dich nicht mehr daran erinnern, doch glaube mir: All dies ist so geschehen und du kannst es nicht mehr rückgängig machen. Folge dem Gang, auf dem wir uns hier befinden. Gehe weiter, egal was du siehst. Du kannst die Dinge nicht ungeschehen machen! Auch eingreifen wirst du nicht können, egal wie verstörend die Bilder sein werden... Am Ende des Weges werden wir uns wiedersehen, und du wirst verstehen..."

    Und so verschwand die Kore wieder, und überliess Hirni sich selbst. Und seinen Antworten...

    Hirni
    Geändert von Hirni (20.11.2015 um 12:11 Uhr)

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Avatar von Hirni
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    Hirni ist offline
    Verwirrt schaute hirni der verschwindenden erscheinung hinterher. Er würde antworten auf seine fragen bekommen? Was für fragen denn? "Vielleicht... meine magie?" Vermutete er nach kurzem grübeln. Es gab nur einen weg dies herauszufinden... und der lag vor ihm. Eine tür erschien in der dunkelheit, auch sie wurde entsprechend beleuchtet durch eine fackel. Der schwarzmagier ging darauf zu. Das licht der fackel vermochte nicht, die dunkelheit zu bekämpfen. Hirni streckte seine arme nach links und rechts aus und stellte fest, das er sich einem schmalen gang befand, die wände waren glatt und fühlten sich weich an. Jedoch konnte er nicht erschließen um welches material es sich hier handelte.
    An der tür angekommen griff er zur fackel und nahm sie aus der halterung. Er griff an den türknauf und drehte ihn langsam, gespannt, was ihn dort hinter wohl erwarten würde.

    Der raum war groß und zugig, auch hier herrschte völlige dunkelheit. Hirni schaute sich um und erkannte silhouetten links von sich. Sie wurden immer deutlicher und er erkannte sich selbst. Gekleidet wie ein wohlhabender mann, in einem gut ausgestattetem zimmer. In einem sessel sitzend beobachtete er ein kleines mädchen, welches mit puppen spielte. War es etwa seine tochter? Ein komisches gefühl der beklommenheit überkam ihm. Die kore sprach von dingen, die sich bereits ereignet hatten. Doch er konnte sich nicht erinnern, jemals vater gewesen zu sein?
    Im hintergrund deckte eine blonde frau den tisch. Er erkannte einen ehering um ihren finger. Und auch hirnis doppelgänger trug einen ring? Auch daran konnte er sich bei bestem willen nicht erinnern! Die kleine familie wirkte glücklich. Hirnis magengrube kniff sich zusammen. Doch warum? Er war gerade zeuge eines glücklichen familienlebens. Wusste sein körper mehr als sein gedächtnis?
    Das bild der glücklichen familie verschwand und änderte sich. Es war noch immer der gleiche raum. Diesesmal jedoch saß er nicht im sessel. Selbiger war blut verschmiert... und 2 weibliche leichen lagen am fuße des kamins. Die einer erwachsenen frau.... und die eines kleinen mädchens...

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Avatar von Hirni
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Hirni erkannte schon bald, das er die szenerie nun aus den gleichen augen sah, und mit den gleichen gefühlen erlebte wie vor einigen jahren. Er war nun er selbst in dieser.... vision? Rückblende? Erinnerung? Was auch immer es war, er kannte die gefühle die ihn überkamen. Schmerz und hass. Trauer und wut. Hoffnungslosigkeit. Und das verlangen nach rache. Er rollte sich auf dem boden zusammen, schlug die arme über seinen kopf, schrie und weinte! Als er sich beruhigt hatte, er wusste nicht wie lange er nun schon so auf dem boden lag, vielleicht stunden oder tage, blickte er wieder auf.

    Das bild der beiden leichen im zimmer war verschwunden. Im lichtschein der fackel erkannte er blut an seinen händen. Hatte er etwa seine eigene familie hingerichtet? Oder kam es vom umarmen der toten, vom abschied der geliebten person? Er wusste es nicht. Eine stimme aus der dunkelheit sprach zu ihm: "mit diesen morden begann der zerfall eines königreiches. Ein herrscher wurde gestürzt, ein tyrann wurde geboren. Schreckliches leid wurde über menschen gebracht. Und doch gab es vergebung. Alles mit der magie beliars. Und schritt für schritt wirst du dich wieder erinnern, schwarzmagier!"

    Die stimmlage verursachte starke schmerzen in hirnis körper. Weniger im kopf wie bei den dämonen. Mehr in mark und knochen, in den eingeweiden. Sein herz zog sich kurz zusammen. Unendliche qualen für einen kurzen augenblick, dann verschwanden sie wieder. Hirni blickte in die dunkelheit... und erkannte die nächste tür.

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Avatar von Hirni
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Hirni durchschritt die nächste Tür, wieder umgab ihn völlige Dunkelheit. Jedoch mit einem Unterschied: In diesem Raum waren 2 rote Striche zu seiner rechten zu erkennen. Sie wirkten wie Blut, welches aus einer Wunde heraus quoll. Langsam, Schritt für Schritt ging er voraus, seine Füße trugen ihm zu den Strichen und seine Hand tastete nach Ihnen, als er davor stand. Sie fühlten sich kalt an, klebrig. Doch ob sie abfärbten an seinen Fingern vermochte er ob der Dunkelheit nicht zu erkennen. Zumindest klebten seine Hände und Finger nicht selber, als er sie gegeneinander presste. So ging er davon aus, dass die Substanz an der Wand nicht abfärbte.
    „Zwei blutige Striche für zwei Tote auf deinem Wege.“ Donnerte die Stimme. Erneut fuhr es ihm durch Mark und Bein. Gänsehaut überkam ihm, und er wünschte sich das Donnern der Dämonen im Kopf zurück, welches er im Kastell erdulden musste.
    „Wieso sollte ich für den Tot meiner Familie zuständig sein?“ erkundigte sich der Schwarzmagier.
    „Falsche Worte an die falschen Personen… Man sollte nicht zu sehr damit prahlen was man ist oder wer man war… Schwarzmagier!“ war die nicht gerade schmerzfreie Antwort. Hirni verfluchte sich selbst dafür, eine Frage gestellt zu haben. Besser war es, die Dinge selbst in Erfahrung zu bringen durch die Erinnerungen und Bilder, die auf ihn zukamen, denn mit Frage und Antwort Spielchen. „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold…“ grummelte er dementsprechend.
    „So ist es. Manchmal ist es besser, Dinge nicht auszusprechen…“ schlug es ihm entgegen. „Sowohl hier, als auch an der Oberwelt…!“ Hirni sackte zusammen. Die Pein war kaum auszuhalten. Konnte der Kerl nicht einfach Ruhe geben? Oder war dies hier eine Frau? Er vermochte es nicht zu sagen. Noch immer stellte er sich die Frage, wo er hier eigentlich war. Jedoch schien er nicht mehr in den Katakomben zu sein. Auch nicht im Kastell. War nicht gerade die Rede von einer Oberwelt gewesen? Befand er sich demnach hier gerade in der Unterwelt? Gab es überhaupt so etwas? Er wusste es nicht.

    Weiterhin stellte sich die Frage, was er mit dem Tod seiner Familie am Hut hatte? War er unvorsichtig gewesen? Hatte sich mit den falschen Leuten angelegt?
    „Was habe ich getan?“ flüsterte er leise, als ihm urplötzlich Erinnerungen durch den Kopf schossen. Anstatt wie jeder andere Dorfbewohner in dem Dorf, in dem er sich mit seiner Familie zurückgezogen hatte, mit dem Schwerte zu verteidigen, war er mit Magie gegen die Angreifer vorgegangen. Beschworene Skelette und Zombies, magisch verschlossene Türen und willenlose Angreifer, die sich vor Angst vor Ihm in die Hose gemacht hatten. Die Angreifer waren zwar zurück geschlagen, das Dorf erfolgreich verteidigt worden. Jedoch hatten ihn die Einwohner daraufhin weniger als Helden, denn mehr als bösen Magier und Zauberer gesehen. Ein Hexer und Schwarzmagier konnte nur ein böses Omen für das Dorf dar stellen. Und so hatte ein wütender Mob im Suff sich an seiner Familie vergangen und sie getötet, während er außer Haus war, anstatt ihn selber aufzuknüpfen.
    Voller Wut und Zorn war der Blondschopf daraufhin zum Herrscher des kleinen Königreiches gegangen, um dort Bericht zu erstatten und Gerechtigkeit vor Gnade walten zu lassen.
    Weiter konnte er sich nicht erinnern, ab da war es wieder, als wenn eine Tür in seinem Kopf abgeschlossen wäre, die erst wieder geöffnet werden musste.
    „Jetzt verstehst du, warum deine Familie durch deine Taten sterben musste. Ein Schwert wäre sinniger gewesen denn die dunkle Magie. Beide würden noch leben, wenn du dich zusammen gerissen hättest. Wie es weiter ging möchtest du wissen? Nun, dreh dich um und schau es dir an…“ Vor Schmerz ging Hirni zu Boden, kauerte dort am Boden zusammen und fing an zu weinen. Er wollte nicht wissen, wie es weiter ging. Doch war dies wohl der einzige Weg, seine Erinnerungen zurück zu erlangen, hier heraus zu kommen… und seine Magie wieder zu bekommen. Doch wollte er sie jetzt noch? Im Moment wollte er nur noch hier liegen bleiben und sterben. Egal, welche Bilder in seinem Rücken nun noch zum Vorschein kommen würden...
    Geändert von Hirni (23.11.2015 um 17:13 Uhr)

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Avatar von Hirni
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Hirni ist offline
    "Gib nicht auf, Hirni. Aus jedem Ende entsteht ein Neuanfang, so bist doch auch du wieder zurück ins Kastell gekommen." säuselte eine liebliche Stimme durch den Raum, welche seine Schmerzen sofort vergessen ließen. Er fühlte Glück und Zufriedenheit, statt Trauer und Wut. Hoffnung verspürend stand er langsam wieder auf, die Stimme war eine Wohltat. Er wünschte, sie würde niemals aufhören zu erklingen. Doch kaum war er wieder auf den Beinen, donnerte es wieder durch Mark und Bein.
    "Ja, richtig. Steh auf und schaue wie es weiter geht. Lerne daraus und wisse, wie man es das nächste Mal besser machen könne!" Hirni widerstand diesesmal den Versuch, in die Knie zu gehen. So langsam verstand er, dass es hier in der Dunkelheit nicht nur Böses gab, sondern auch Gutes. Sterbend zurück lassen wollte man ihn scheinbar nicht. Und solang er sich hier durchkämpfte, solange würde ihn die liebliche Stimme durch diese Hallen führen. Und so drehte er sich um, und schaute in die nächste Erinnerung.

    Er sah sich selbst, in einer Art Thronsaal. Auf dem etwas höher gelegenen Podest saß auf einem geschwungenen Holzstuhl ein bärtiger Mann mit wetter gegerbtem Gesicht. Sein Berater, ganz in Schwarz gekleidet, stand zu seiner rechten. Ein Ritter in prunkvoller Rüstung zur Linken. An den Seiten waren die Schaulustigen zu sehen. Haus und Hof waren interessiert, was es diesesmal bei der Audienz des Königs gab. Sicherlich war dieser vorgetragene Fall eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Schafsdiebstählen und Fischkutterverpfändungen. Hirni sah sich selbst in diesem Thronsaal. Aufgebracht und wild gestikulierend erzählte er scheinbar dem Hofe den Vorfall.
    Worauf der Hirni aus der Erinnerung nicht achtete, konnte Hirni in der Dunkelheit gut erkennen. Ängstliche Gesichter und verstörte Blicke wurden getauscht zwischen den Menschen vom Hofe. Auch der König rutschte unzufrieden auf dem Stuhl hin und her, sich nicht in seiner Haut wohlfühlend. Der Berater machte ein finsteres Gesicht, und der Ritter hatte seine Schwerthand auf dem Heft seiner Klinge liegen.

    Dementsprechend verwunderte es Hirni nicht, wie in der Erinnerung gezeigt wurde, dass der Berater dem König etwas ins Ohr tuschelte, dieser dann aufstand um sein Urteil zu fällen... und es scheinbar gegen Hirni richtete. Nekromantie, Geisterbeschwörung und Ketzerei gegenüber dem Glauben Innos wurden dem Schwarzmagier vorgeworfen. Und ehe er handeln konnte, zu Perplex um irgendetwas zu tun, wurde er in die Verliesse des kleinen Schloßes gesperrt. In Ketten an einer Wand in einem fauligen Keller gesperrt, so endete der Ausflug Hirnis vor dem Gerichtshofe des Königs. Die Erinnerung endete hier.
    Doch nicht in Hirnis Kopf, da kamen neue Dinge zum Vorschein. Man hatte ihn schon vorher dieser Verbrechen angeschwärzt beim Herrscher des Reiches. Und dieser hatte nur auf eine Bestätigung Hirnis gewartet, der selber vor Wut und Trauer nicht klar denkend all seine Aktionen gegen die Banditen haargenau darstellte. Ein gefundenes Fressen für die Rechtssprechung, und so wurde er eingekerkert. Der Prozess sollte ihm gemacht werden, am Strick sollte er am Ende baumeln.

    "Da siehst du, was geschieht wenn man die Klappe nicht halten kann, Schwarzmagier!" brüllte ihm die schmerzende Stimme wieder entgegen. "Es war dumm von dir zu glauben, beim König Hilfe zu gelangen. Er war ein Gottesfürchtiger Mann! Doch du bist blind vor Trauer zu ihm hingerannt und bist von alleine ins offene Messer gelaufen. Dummkopf!" Umso lauter der Kerl sprach, um so heftiger wurden die Schmerzen. Es fühlte sich so an, als würde ihm das Herz zerreissen. Die Lunge schien zu platzen, und dann diese Kopfschmerzen dabei. Der Schmerz endete auch nicht so abrupt wie bei den Dämonen, nein, er blieb noch einige Momente im Körper.
    "Ich muss hier schnell raus... Irgendwie. Der Kerl bringt mich wirklich noch um..." dachte Hirni und rannte in die völlige Dunkelheit... Obwohl er noch nirgends eine weitere Tür finden konnte. Doch es war ihm in dem Moment egal. Er wollte nur weg von hier. Weg von den Schmerzen. Weg von den Erinnerungen, die noch auf ihn zu kommen mochten...

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Avatar von Hirni
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    "Fliehe nicht, tapferer Anhänger Beliars. Dir kann hier kein körperliches Leid zugefügt werden. Ich beschütze dich vor den Gefahren dieser Dunkelheit." säuselte die liebliche Stimme, und sofort blieb Hirni stehen. Sie hatte Recht, wie konnte er vor seinen eigenen Erinnerungen fliehen? Es waren Teile seiner Geschichte, und unvollständige Gedanken sorgten vielleicht dafür, dass er momentan keine Magie wirken konnte.
    Und so schaute er sich um, und erkannte eine schemenhafte Tür in der Dunkelheit. Sie war dieses mal nicht erleuchtet, lediglich rote Linien sorgten als Umriss dafür, dass er sie erkennen konnte. Zielstrebig steuerte er darauf zu, seine Augen hatten sich an die Dunkelheit langsam gewöhnt. Er wusste nicht, wie lang er nun schon hier war. Tage? Wochen? Monate? Er vermochte es nicht zu sagen. Doch abgesehen von den Schmerzen von Mr. Donner-Stimme verspürte er keine Müdigkeit oder sonstiges.
    Es war körperlich unangenehm, dieser ständige Wechsel zwischen Glücksgefühle und körperlicher Pein. Zwischendurch, wenn die beiden Stimmen nicht zu ihm sprachen, fühlte er sich, wie er sich nun einmal als Hirni fühlte. Und bei den Erinnerungen, die er sich anschauen musste, überkamen ihm sämtliche Gefühle gleichzeitig.
    "Körperliches Leid vielleicht nicht. Aber psychisch mach ich dich zum Wrack, das verspreche ich dir!" durchfuhr es ihn wieder. Hirni hielt sich an der Tür fest, die er mittlerweile erreicht hatte, um nicht wieder zu Boden zu sinken.

    Er riss die Tür auf, als würde er der Stimme so entkommen, und blickte sofort in eine Erinnerung: Der Berater des Königs stand bei Ihm, erklärte dass er hier soviel Runenmagie wirken könne, wie er wollte. Ein magischer Schutz würde dafür sorgen, das seine Runenmagie nicht funktioniere. Er würde hier unten nun auf Ewigkeiten verrotten, es sei denn der König ließe Gnade walten und ihn hängen oder verbrennen. Er solle sich darauf vorbereiten, seinen Tod gefunden zu haben durch die Torheit seine Familie verteidigen zu wollen mit magischen Mitteln der schwarzen Kunst. Laut lachend hatte er sich daraufhin verabschiedet.
    Hirni konnte sich daran erinnern, wie er über das Detail mit der Runenmagie verwundert war. Diese war doch schon längst verfallen, und man zog seine Magie aus den magischen Strömen der Umgebung? Und so hatte er versucht, einen Untoten Diener zu beschwören in Form einer kleinen Untoten Maus. Mit Erfolg, wie er erfreut feststellte. Schnell ließ er sie wieder in sich zusammensinken, so dass nur noch ein paar kleine Knochen an den Hokuspokus erinnerten, sammelte seine magischen Kräfte erneut und dachte daran, wie er sich hier nun aus der Misere befreien konnte. Der Plan war schnell geschmiedet. Es galt die Wachen zu erledigen, sich hier von der Wand irgendwie zu befreien, und dann aus dem Verließ entkommen zu können. Dies würde sicherlich nicht ohne Tote von Statten gehen, doch er musste dies wohl oder übel so hinnehmen. Den König und seinen Berater würde er auch noch einen Besuch abstatten wollen.

    Hirni formte also in Gedanken ein mächtiges Skelett mit großen Zweihänder, ließ es vor der Zellentür, die er im Blick hatte, materialisieren und freute sich über die Panik die beide Wachen vor seiner Zelle erfasste. Ehe sie irgendwie reagieren konnten, kämpfte der Knochenmann sie nieder. Hirni gab ihm den Befehl den Kerkerschlüssel zu besorgen und ihn zu befreien. Er sah sich selbst, wie er sich nach der Befreiung die Handgelenke rieb und war über sich selbst verwundert. In seiner Erinnerung sah er hasserfüllt und Rache lüstern aus. Doch wen sollte es verwundern? Dieses Königreich, in dem er sich zurück gezogen hatte um mit seiner Familie Ruhe zu finden hatte seine Existenz zerstört. Nun würde er das Königreich zerstören, das sah er selbst in seinen Gedanken der Erinnerung.
    Der Blondschopf sah gebannt den Bildern zu, die sich nur langsam bewegten. War er wirklich zu so etwas fähig gewesen? Er sah sich selbst einen großen Steingolem beschwören, wie dieser Mauern und Türen einschlug, Wachen zerdrückte als wären sie lästige kleine Fliegen und zusammen hinterließen sie eine Spur der Verwüstung. Genießerische Züge ließen sich auf den Hirni in der Erinnerung ablesen. Der Schwarzmagier erschrak vor sich selbst, als er sich so sah.
    Im Thronsaal angekommen zückte der auf Rache Getrimmte seine Klinge, ließ den Berater des Königs vom Golem erschlagen und stach den König selbst nieder. Eine Schar Ritter stürmten den Ort und fanden einen Schwarzmagier auf dem Thron vor. Mit den Worten "Der König ist Tot, lang lebe der König!" sollte er sich selber krönen über dieses kleine Königreich. Und jeder, der dem widersprechen wollte wurde eingeschüchtert von dem mächtigen Golem, den Hirni beschworen hatte.

    Die Erinnerung verblasste vor ihm. Jedoch blieb sie in seinem Kopf stecken. Wie war er zu so etwas nur fähig gewesen? Konnte die Liebe zu seiner Familie wirklich solch niederen Vorgänge in ihm auslösen? War Rache das Motiv, um ein ganzes Königreich zu stürzen und sich selbst zum Herrscher zu ernennen?
    Doch wie konnte er diesen Thron bitte halten? Schließlich würde er nicht die Ganze Zeit die Verbindung zum Golem halten können. Es würde ihn Körperlich und seelisch viel zu sehr schwächen.
    "Dies alles wirst du in der nächsten Erinnerung erfahren, mein lieber tyrannischer Schwarzmagier." lachte die dunkle Stimme laut auf. "Ich feiere dich heute noch dafür, dass du so ein Gemetzel angerichtet hast. Viele unschuldige Seelen mussten an diesem Tage durch deine Hand sterben... Du kannst sie selber zählen. Schau mal zu deiner Rechten." Nur langsam und zögerlich blickte Hirni hinüber. Und in großen schwarzen Lettern prangte die Zahl Zwanzig an einer blutverschmierten Wand vor Ihm auf. Damit erklärte sich auch der rote Schein, der durch die Tür geschimmert war. Fassungslos sank er zu Boden und vernahm in seinem Kopf das laute Lachen der dunklen, schmerzerfüllten Stimme. Die Schmerzen, die dadurch verursacht wurden waren mit einem Male nicht ansatzweise so schlimm wie jene, die er gerade seelisch erlitt. So viele unschuldige Menschen... alle gestorben durch seine Hand.
    Geändert von Hirni (26.11.2015 um 13:45 Uhr)

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Avatar von Hirni
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    Hirni stand noch immer vor der großen Zahl, die ihm aufweisen sollte für wieviele Morde er verantwortlich sei. Langsam glaubte er, dies alles würde hier nur ein schlechter Traum sein, er im Koma liegen oder im Kokon der Spinne, die darauf wartete seinen Körper mit den Giften endlich langsam Stück für Stück zu zersetzen. Wenn sie denn noch Giftdrüsen besaß.
    „Was… was ist danach passiert? Nachdem ich mordend und metzelnd durch die Gewölbe dieses Schlosses gelaufen war?“ fragte der Schwarzmagier nach einiger Zeit. Wenn Zeit denn hier noch eine Rolle spielte, wo auch immer er gerade war.

    Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis eine Antwort kam. In der Zwischenzeit konnte er diesen Ort wenigstens etwas erkunden. Es war der erste Raum, in dem wirklich die Umrisse der Umgebung zu erkennen waren. Der Boden war gefliest, dennoch kam kein Laut von ihnen wenn er über ihnen lief. Zumindest hatte er keine Geräusche wahrgenommen während seines Aufenthalts in dieser Dunkelheit.
    Die Fliesen schienen aus Marmor zu bestehen, sie schimmerten Rot Weiß. An der Wand, die ihn anprangerte, erkannte er Gesichter. Schemenhafte Schatten, die ihn aus geisterhaften Augen anstarrten. Ihre Blicke waren Kalt und anklagend. Er erkannte einige wieder, darunter das Gesichts des Königs, des Beraters und seiner kleinen Familie. Da war ihm klar dass er hier ins Antlitz derer schaute, die in seinen Erinnerungen umgekommen waren. Er schaute weg, schloss die Augen… und sah die Gesichter nun vor seinem Geiste.

    „Du kannst Ihnen nicht mehr entfliehen. Dass du dich nicht mehr erinnern konntest, war vor allem zu deinem Selbstschutz. Du konntest dein Leben im letzten Jahr unbeschwert genießen, ohne Gewissensbisse. Doch dies wird nun vorbei sein… Wenn du hier wieder rauskommst, werden dich diese Ereignisse bis in deine tiefsten Träume verfolgen.“
    Hirni hatte damit gerechnet. Wie hätte es auch anders sein können? Es war also scheinbar wirklich so, als wäre in seinem Geiste eine Tür verschloßen worden. „Du willst also wissen wie es weiter geht? An die Lösung deiner magischen Probleme gelangen?“ Die Stimme donnerte laut durch die Dunkelheit. „Eine Erinnerung schulde ich dir noch. Sie wird es dir beantworten… Und dann sprechen wir uns von Angesicht zu Angesicht!“

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Avatar von Hirni
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    Er sah das Dorf, in dem er gelebt hatte. Die Einwohner, die ihn verraten hatten. Spielende Kinder, arbeitende Bauern und Frauen, welche Wäsche wuschen und andere Hausarbeiten erledigten. Es wirkte idyllisch. Hirni konnte verstehen, warum er dort mit seiner Familie gelebt hatte. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie sich an seiner Familie vergriffen hatten, nur weil er die schwarze Kunst studiert hatte.
    Das Bild vor ihm verblasste. Flammen traten in der Dunkelheit auf, Häuserumrisse waren zu erkennen, brennende Leichen auf dem Boden. Das Feuer hüllte das komplette Dorf ein. War es sein Werk gewesen? Er konnte es nicht fassen.
    "Indirekt war es dein Werk, ja! Du hast dir Söldner besorgt und sie dafür bezahlt, dieses Gemetzel für dich zu erledigen. So sollte es dir wohl leichter fallen, Rache zu nehmen. Während der Zeit sassest du auf deinem Thron, die ganze Zeit die magische Verbindung aufrecht erhaltend weil du einen Hinterhalt befürchten musstest. "Dein" Volk hasste und fürchtete dich, und das zu Recht. Der wenige Schlaf, die ständige magische Belastung deines Körpers... Das alles resultierte langsam im Wahnsinn. Deshalb hast du für das knusprige Grillfest gesorgt. Es war eine gute Entscheidung, das muss ich schon sagen. Ich hätte es nicht besser machen können..." Erschallte es in seinem Kopf. Der Schmerz, der sonst durch seine Eingeweide fuhr, blieb aus. Die Kopfschmerzen waren nicht da. Fassungslos stand Hirni im Raum und fragte sich, wie er zu solch Taten fähig war? Und wieso spürte er gerade nicht den üblichen Schmerz?

    "Dreh dich um. Ich stehe hinter dir. Oder du stehst vor dir selbst. Das kann man sehen wie man will..." flüsterte ihm die bekannte Stimme ins Ohr. Sie klang wie er selbst. Wie konnte das sein? Bisher war die Stimme immer voll von Schmerzen, nun war sie nur erfüllt von Hass und Schlechtigkeit, Wahnsinn sprang aus ihr heraus. Doch an der Tonlage erkannte er seine eigene Stimme, eindeutig. Zitternd drehte er sich um... und sah sich selbst. Er konnte sozusagen in sein eigenes Böses Ich schauen. Dicke Augenringe, glattes langes, schwarzes Haar. Ein kleiner schwarzer Spitzbart säumte das Gesicht und unterstrich damit die Boshaftigkeit. In den Augen konnte er puren Wahnsinn erkennen. Ein großes Schwert hing an seiner Hüfte, und er spürte die große Magische Kraft, die von Ihm selbst ausging.
    Neben sich erkannte er noch einmal sich selbst. Diesesmal jedoch ohne Bart, mit kurzen Haare und er blickte in blaue, freundliche Augen. Es war ein exaktes Abbild seiner selbst im Hier und Jetzt!
    Die ganze Szene wirkte wie das Teufelchen und das Engelchen, welche in so vielen Geschichten auf der Schulter der Protagonisten saßen und demjenigen Gute und Schlechte Gedanken zu flüsterten.
    Der linke, gute Hirni richtete nun das Wort an Ihn.
    "Ich war die ganze Zeit da, habe dafür gesorgt das du hier nicht an deinen eigenen Schmerzen und Zweifeln zu Grunde gehst. Nur einmal musste ich einschreiten, bevor du hier gestorben wärst. Ich bin sozusagen dein Schutzengel. Zu meiner Rechten erkennst du erneut dich... So bist du am Ende gewesen, nach einem halben Jahr als Herrscher des Königreiches Sanitas. Eine kleine Provinz nördlich des Festlandes. Wie du aus der ganzen Geschichte heraus gekommen bist? Ich zeige es dir."

    Hinter den Beiden Erscheinungen kam die letzte Erinnerung auf. Er sah sich selbst, in Schwarz gekleidet im Schutze der Dunkelheit aus dem Schloß fliehend. Eine Revolte der Bürger, die scheinbar längst überflüssig war, war aufgekommen. In einer Sackgasse gelangt, dem wütenden Pöbel auf den Fersen, nutzte er seine letzten magischen Reserven und teleportierte sich aus dem Schloß raus aufs Festland. Dort angekommen sackte er in sich zusammen und wurde von einem Eremiten aufgelesen.
    "Er selbst war Druide und pflegte dich Gesund, brachte dich wieder auf die rechten Bahnen. Der Wahnsinn wurde langsam aus dir getrieben, und um einen runden Abschluß deiner Therapie zu erlangen, sperrte er deine eh nur noch spärlichen magischen Kräfte durch ein magisches Ritual und die entsprechenden Erinnerungen, die du hier allesamt gesehen hast."

    Für Hirni klang dies alles nach einem schlechten Traum. Er konnte das alles nicht glauben. Zu solchen Taten war er fähig? War eine Überanspruchung der Magie wirklich dazu in der Lage, den menschlichen Geist so zu verwirren?
    "Ja, das ist sie. Die Magie ist ein gefährliches Utensil. Das weisst du doch. Das Kastell hat dich, beim wiederbetreten des Gebäudes, wieder "aufgelesen" und dich hier in die Unterwelt geschickt damit du deiner Taten gewahr wirst. Du sollst daraus lernen, und nicht die Dinge für immer vergessen. Es gibt dir deine magischen Kräfte zurück. Jedoch musst du den Umgang mit dieser neu erlernen. Auch die Heilerischen Fähigkeiten und dein Alchimistisches Wissen wirst du dir neu beibringen müssen. Es ist also so, als würde der Teil deines Gehirns, welcher für die magischen Kräfte und dein magisches Wissen verantwortlich ist, ersetzt worden durch einen neuen Teil. Der alte, kaputte Teil ist raus, der neue ist drin. Dein Gehirn wurde sozusagen restauriert. Wie eine alte Holztruhe, die kaputt gegangen ist. Sorge dafür, dass du deine Kräfte nicht erneut überstrapazierst. Lerne aus den Fehlern deiner Vergangenheit und denke immer an die Taten, die du als Magie-Wahnsinniger vollbracht hast.
    Deshalb stehen wir hier vor dir. Damit du nicht nur die Erinnerungen in deinem Kopf aufrufen kannst, sondern auch immer ein Bild deinerseits vor Augen haben wirst, wie du im Wahnsinn ausgesehen hast.
    Wir werden nun wieder verblassen. Du hingegen wirst nun noch einige Stunden hier in der völligen Dunkelheit bleiben, um Zeit zu haben darüber nachzudenken wie du nun deine wieder erlangten Magischen Fähigkeiten sinnvoll trainieren willst. Dann wird schon bald auch die Kore kommen, dich abholen und dich zurück ins Kastell bringen."

    Die beiden Abbildungen seinerselbst verschwanden langsam, es wirkte als würden sie sich mit der Dunkelheit verbinden. Wieder allein gelassen setzte er sich auf den Boden, schlug die Hände über den Kopf und fing bitterlich an zu weinen. Er hatte seine magische Kraft wieder. Doch zu welchem Preis?

  14. Beiträge anzeigen #54 Zitieren
    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Avatar von Hirni
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    Hirni spürte den starken magischen fluss, der seinen körper durch strömte. Es fühlte sich gut an. Aber auch fremd nachdem er so lange nicht mehr die magie in seinem körper ertasten konnte. Hirni verspürte jedoch auch eine große angst und respekt vor dieser macht. Sie war also wirklich so stark, wie er es gesehen hatte? Nur durch ständige magische kräfte konnte der mensch dem wahnsinn anheim fallen?

    Er hatte bisher immer angenommen, sein magisches potenzial zu kennen. Zu wissen wozu er im stande war und das er seine magischen kräfte auch als hohepriester nicht überstrapatzierte. Doch dem war wohl nicht so.
    Nach einiger zeit des grübelns und nachdenkens hatte er einen entschluss gefasst: er würde seine kampffähigkeiten im stab nun meistern und seine magischen fähigkeiten schulen um wieder die dunklen künste zu praktizieren. Jedoch würde er sie nie mehr unbedacht einsetzen um menschen zu verletzen. Die verteidigung durch den kampfstab musste vor dem einsatz der magie stehen! Sein schwert würde er einmotten. Es war an der zeit sich den scharfen klingen zu entledigen.
    "Und dann muss ich meine heilerischen fähigkeiten wieder schulen... na da kommt ja einiges auf mich an arbeit zu..." fasste er zusammen.

    Er war dem kastell nun dankbar für diesen umgang. Man konnte nicht immer nur die augen verschliessen. Der vergangenheit muss man sicht genauso stellen, wie der zukunft. Er würde aus diesen dingen lernen. Und auch angemessen trauern um seine familie... die er nur kurz für sich erlebt hatte...

    Als er sich all dessen gewahr wurde, durchschnitt gleissendes licht den dunklen raum und blendete ihn...

  15. Beiträge anzeigen #55 Zitieren
    Lehrling Avatar von kore
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    Die kore hatte ihren auftrag erfüllt, dem schwarzmagier durch den gang hier in der unterwelt wieder einmal geholfen.
    Er hatte dazu gelernt, erinnerungen bewältigt und wurde sich bewusst, das auch er mit seinen magischen fähigkeiten vorsichtig sein musste.

    Wortlos glitt sie auf ihn zu und streckte die hand aus. Ehe hirni sich versah, würde er wieder im kastell sein und in seinem bett aufwachen. Er würde denken das alles nur ein traum gewesen ist und er durch zufall seine kräfte zurück erlangt hatte. Zumindest der erste augenblick würde so sein. Danach würde er erkennen.

    Als der ehemalige hohepriester seine hand ausstreckte und ihre marmorglatte haut berührte, blendete ihn erneut ein heller strahl. Der strahl der ihn zurück in seine gemächer bringen würde...

    hirni

  16. Beiträge anzeigen #56 Zitieren
    Lehrling Avatar von kore
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    kore ist offline
    »Willkommen in meiner Welt«, sprach die Kore zu der Besucherin, die eben das Portal durchschritten hatte.
    »Für mich ist alles vorbestimmt und es gibt keine Zufälle. Ich wusste, das du kommst. So wie ich von allen anderen wusste. Ja, und auch von allen nach dir.«
    Sie machte eine einladende Geste, indem sie den Arm ausbreitete.
    »Für dich und deine gesamte Welt mag es großer Zufall sein, was dir geschieht. Und das ist nur ein Unterschied von ganz vielen.«
    Sie lächelte sanft.
    »Ich wünsche dir Glück auf deinen Wegen. Magst du finden, was dir fehlt, magst du erfahren, was du zu wissen begehrst. Damit du deinem Leben einen tieferen Sinn geben kannst.«
    Sie hüllte sich in ihr lang fallendes Kleid, zog eine faltenreich fallende Stoffbahn über ihren Kopf, so dass sie nicht nur ihr Haar, sondern auch ihr Gesicht bedeckte und damit verblasste sie, bis Madlen allein im grauen Licht stand.
    Ein steiniger Weg breitete sich vor ihr aus und lud sie ein, ihm zu folgen.

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    Schwertmeister Avatar von Madlen
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    In der Unterwelt

    Gerade noch war Madlen mit Nicolei auf dem Weg in die Bibliothek gewesen und plötzlich wurde sie von einem starken Sog erfasst und…nun, wo genau war sie dann gelandet? Ein kurzer Augenblick, die Lider haben sich geschlossen und wieder geöffnet und mit einem Mal waren keine massiven Steinmauern oder unzählige Bücherregale in ihrem Sichtfeld, sondern eine Frau? Möglich oder auch nicht. Das Wesen sprach zu Madlen, wirkte beinahe freundlich. Und mit einem Mal war sie wieder weg und dann...ein steiniger Weg und Nebel. Dicht, zähflüssig und massiv. Es wirkte beinahe so, als würde er mit Absicht versuche, sie am Weiterkommen zu hindern. Instinktiv hatte sie ein etliche Male nach ihrem Begleiter gerufen, doch wusste sie eigentlich, dass sie keine Antwort bekommen würde. Trotzdem hörte sie erst auf zu rufen, als ihre Stimme schon heißer wurde. Der dichte Wall aus kleinsten Wassertropfen hatte von Anfang an ihre vergeblichen Hilfeschreie unterdrückt und in sich aufgesogen. Und es half leider alles nichts, sie musste sich durch diese unbekannte Gegend kämpfen. Madlen hatte keine Ahnung wo sie war. Sie wusste nur, dass sie vermutlich alleine hier wandelte. Zumindest hoffte sie das.

    Und mit einem Mal flüsterten Stimmen. Zuerst war es ein leises Säuseln, doch je weiter die Bardin in den Nebel vorstieß oder möglicherweise auch zurück ging, desto lauter wurde das anhaltende Reden. Konnte man dort nicht einen großen Baum in herbstlicher Blüte erkennen? Eine grüne Wiese, bedeckt von buntem Laub und eine schemenhafte Gestalt? Eiligen Schrittes – beinahe schon laufend – ging Madlen in diese Richtung. Doch anstatt näher zu kommen, schien es so, als würde sie sich entfernen. Als die junge Frau auf ihre Füße sah, bemerkte sie, wie sich diese rückwärts bewegten. Je mehr sie dagegen ankämpfte, desto schneller wurde sie. Panisch blickte sich die Fürstin um. Sie erkannte in der Ferne weite Wüste, sternenklare Himmel und brennende Häuser. Diese wichen dann auf einem den unendlichen Weiten des Meeres und mit einem Mal hörte sie auch das Knarzen eines Schiffes. Keine menschlichen Stimmen oder Ähnliches, sondern nur die Geräusche der Umgebung. Und dann Setarrif. Gut, es wirkte verschwommen, aber sie wusste, dass es nur die Stadt sein konnte. Dunkle Gassen und plötzlich seltsam verworrene Kreaturen, die über ihre Beute herfielen. Und dann schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf: Bin ich am Ende doch gestorben?
    Die Erinnerungen verschmolzen zu einer Einheit und der dichte Nebel war wieder das einzige, was sich vor Madlen auftat. Und dann, ein dunkles, kehliges Lachen. Einem dumpfen Grollen leicht, wie ein Steinschlag im Gebirge. „Nein!“, donnertes im Anschluss. „Du bist zwischen den Welten und wirst es immer sein. Sterben kannst du nicht vollständig. Du bist verdammt!“ Danach ein erneutes, tiefes Lachen. Dann Stille. Völlige, vollkommene Stille. Nichts war zu hören und mit einem Mal wirkte es so, als würde der Nebel näherkommen. Ein dunkler Schatten kam auf sie zu, zog die Prinzessin zu sich. Eine schemenhafte Gestalt war bald zu erkennen. Es roch nach frischem Schnee und der Boden war plötzlich weiß und unberührt. Der Himmel selbst – konnte man in diesem Fall davon sprechen? – war bewölkt und leichter Schneefall setzte sein. Feines Puder, welches von oben nach unten fiel und alles mit einer friedlichen Stimmung benetzte. „Freiheit!“, sprach eine ihre bekannte Stimme. Erschrocken riss Madlen die Augen auf und blick unwillkürlich stehen, als sie erkannte, wer es war. Ata, ihr erster Mann. „Das war das Einzige, was du immer wolltest oder? Nun, jetzt hast du sie!“ – „Wie meinst du das?“ – „Auf alle Ewigkeit wirst du zwischen den Welten wandeln, verdammt dazu die Brücke ins Jenseits zu sein. Sollte dein irdischer Körper sterben, so wird dein Geist die Seelen in dieser Welt begleiten. Frieden wirst du nicht finden, dafür hast du Freiheit!“ – „Was soll das für eine Freiheit sein?“ – „Die Freiheit, ewig zu existieren. Niemand hat davon gesprochen, dass es leicht sein wird, aber du wirst nie vergehen.“ – „Das ist nicht gerecht!“ – „Das ist das Leben, was du gewählt hast!“

    Tränen rannen der jungen Frau über das Gesicht. „Mein Leben sollte an deiner Seite sein. Die Freiheit, mit dir alt zu werden. Nichts hätte uns aufhalten können. Und man hat sie mir genommen. Ich wollte dich nie töten, doch der dunkle Orden hatte mich in seinem Bann gezogen. Was soll das für ein ewiges Leben sein, wenn du nicht hier bist. Alles sind fort. Elesil, Marcel, Vinona, Dorumbar, Thranduil und all die anderen. Und jetzt habe ich auch noch Sonja in Gefahr gebracht, indem ich mit ihr in dieses verfluchte Kastell gekommen bin um mit dir zu sprechen. Und warum, nur damit du mir sagen kannst, dass ich auf ewig die Freiheit der Zwischenwelt genießen kann. Ich habe dich damals gebraucht und das tue ich auch noch heute, Ata. Was ich getan habe, kann ich mir nicht verzeihen und wenn es irgendeine Möglichkeit, dich wieder ins Leben zu holen, so würde ich sie ergreifen. Koste es, was es wolle. Ich bin schon verdammt, was soll mir also noch passieren?“

    „Du hast ja keine Ahnung!“ Die Gestalt in Form ihres ersten Mannes wurde zu einem Schatten und verschwand gänzlich. Mit ihr ging auch der Schnee und Madlen war wieder im Nebel gefangen. „Wärst du wirklich bereit alles zu tun?“ – „Ja!“ – „Dann verschwinde du Närrin!“ Das laute kehlige Lachen ertönte erneut und die Bardin blickte sich verzweifelt um. Sie war wieder allein…
    Geändert von Madlen (19.03.2018 um 21:19 Uhr)

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    Und mit einem Mal…unendlich weite Ebenen. Sanfter Wind wehte durch hüfthohes Gras, wiegte es von einer Seite auf die andere. Die junge Frau sah sich um, konnte in drei verschiedenen Richtung nichts anderes erkennen, als die gleiche Landschaft. Als sie sich nach Norden – oder doch Süden, Westen oder Osten?...welche Richtung auch immer – wandte, machte sie am Rande von ihrem Sichtfeld gerade noch die Ausläufer einer Bergkette aus. Und da dies scheinbar die einzige Orientierung darstellte, ging Madlen in diese Richtung los.
    Sie fühlte den warmen, sommerlichen Wind auf ihrer Haut und blickte an sich hinab. Sie trug nicht mehr die dunkle Rüstung, sondern das grüne, lange Kleid, welches sie damals in Thorniara benutzt hatte, um sich als Priestess auszugeben. Spielerisch streckte die Fürstin ihre beide Arme zur Seite aus und fühlte die hohen Grashalme an ihren Fingerspitzen. Während sie weiter durch die Ebenen streifte, schloss sie die Augen und wollte einfach nur ihre Umgebung spüren und mit all ihren Sinnen wahrnehmen, ohne dabei zu sehen. Es fühlte sich mit einem Mal alles so real an und doch sagte ihr Verstand, dass nichts von all dem hier echt war. Ihrer eigentlichen Seele aber war dies egal. Es war ihre Heimat. Das wusste Madlen instinktiv. Sie wandelte auf Pfaden im goldenen Tal. Vermutlich das Riamar Tal und die Erhebungen in der Ferne könnten das Len’theod oder das Bruchsteingebirge sein. Genau konnte die junge Frau dies nicht einschätzen, da sie zuvor nie dort gewesen war. Sie kannte die Landschaft nur von Karten.

    „Mein großes Mädchen!“, sprach plötzlich eine Frau hinter ihr. Erschrocken drehte sich die Fürstin einmal um ihre eigene Achse und erkannte zuerst verschwommen eine Person. „Du bist endlich hier!“ Angestrengt blickte die Bardin in die Richtung ihres Gesprächspartners. Sie erkannte hell blondes, beinahe weißes Haar. Die Gesichtszüge der Frau kamen ihr bekannt vor. Es war beinahe so, als würde sie in einen Spiegel blicken. Und doch, je mehr sie entdeckte, desto klarer wurden die Konturen und Madlen machte einige feine Unterschiede aus. Die Nase war anders, dann die Stirn, die Wangenknochen und die Augenfarbe. „Wer bist du?“, fragte sie vorsichtig. Ein helles Lachen ertönte von der Fremden. Es hörte sich beinahe wie Gesang an, so klar war der Ton. „Sie genau hin und du wirst erkennen!“ – „Wie soll ich dich kennen, wenn ich dich noch nie gesehen habe?“ – „Mit deinem Herzen, hör auf dein Inneres!“ Einige Augenblicke sah die Prinzessin angestrengt in die Richtung der Frau und mit einem Mal wurde ihr alles klar. „Mutter?“ Erneut ein klares Lachen und aus diesem entstanden viele und Madlen war plötzlich von Personen umkreist, die ihr bekannt vorkamen. „Und auch Barin…“, sprach Lady Constie Aynur. „…Lord Zevi Aynur, Lady Karin Aynur, Lady Constie Alert, Lord James Alert und viele andere Mitglieder deiner Familie!“
    Ein lautes Donnern ertönte wie aus dem Nichts in der Ferne, kam schnell näher und wiederholte sich innerhalb weniger Augenblicke unzählige Male. Der Himmel zog sich zu, es wurde pechschwarz. In der Ferne konnte man ein rötliches Glühen erkennen, dichter Rauch zog in ihre Richtung. Madlen konnte ihn wegen der Dunkelheit nicht sehen, aber sie roch ihn. Genauso wie das Blut sterbender Menschen, deren Schreie sie hören konnte. Ein metallisches Sirren war zu hören und endete in einem dumpfen, matschigen Ton. Spitze Schwerter die in weiches Fleisch getrieben wurden.

    Als die junge Frau ihre Aufmerksamkeit wieder ihren Verwandten und ihrer Familie widmete, verzogen sich deren Gesichter zu hässlichen Fratzen. Die Wesen zeigten mit unnatürlich langen Fingern auf sie. Mal kicherten sie, mal schrien sie unverständlich Worte. Und dann teilte sich die Menge und Ata schritt in einer dunklen Rüstung durch die Lücke hindurch. Die Fürstin erkannte ihn nicht, aber sie wusste unwillkürlich, dass er es war. „Du solltest doch fliehen.“, begann er verärgert zu sprechen. „Du bist hier unerwünscht, verstehst du das nicht?“ Tränen traten Madlen in die Augen, als sie die Worte hörte. „Aber…“ – „Genug!“, donnerte ihr verstorbener Mann. „Siehst du nicht, dass wir alle nur wegen dir hier sind! Anstatt in deiner Heimat nach dem Rechten zu sehen, deinen angestammten Platz einzunehmen, hüpfst du auf einer Insel herum und nennst Menschen deine Freunde, die nichts mit dir zu tun haben!“ – „Das ist nicht wahr!“, sprach die Bardin leise, kaum hörbar. „Das ist nicht wahr!“, brüllte sie mit einem Mal laut. „Ich habe mein Leben lang alles für mein Umfeld getan und wurde dafür benutzt. Man hat mich manipuliert und du wurdest mir weggenommen. Man hat mich betrogen, weshalb Marcel tot und Vinona weg ist. Und jetzt soll ich Sonja, die letzte Person, die mir auf diesem verdammten Flecken Erde geblieben ist, alleine lassen. Nein, meine Heimat ist lang genug ohne mich ausgekommen. Solange ich nicht sicher sein kann, dass Sonja in Sicherheit ist oder mit mir in das goldene Tal wandert, dann bleibe ich auf Argaan.“

    „Warum bist du dann hier?“, fragte Ata mit plötzlich ungewohnt sanfter Stimme. Madlen schloss kurz die Augen und als sie sie wieder öffnete, waren alle Verwandte weg und auch ihr Gesprächspartner. Der Nebel war wieder da und die Welt hatte sich erneut verändert.

    „Warum bist du dann hier?“, hallte es erneut in ihrem Kopf wider, ohne dass die Worte in ihrer Umgebung erklangen. Eine schwierige Frage und doch so einfach zu beantworten oder?

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    Schwertmeister Avatar von Madlen
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    Und dann war dar nur noch Ata, sonst niemand. Madlen wusste, dass er es diesmal wirklich war. Der Nebel war verschwunden, ansonsten war nichts Greifbares in der Nähe. Ihr verstorbener Mann stand in einem Kreis aus Fackeln, dessen Licht sich im Sand spiegelte, welcher plötzlich den Boden bildete. Es herrschte die angenehme kühle Luft der frühen nächtlichen Dunkelheit in der Wüste. Die junge Frau war mit einem Mal barfuß und ihre Zehen gruben sich in den noch warmen Untergrund. Sie trug das gleiche weiße Kleid, welches sie damals bei ihrer Ankunft in Argaan anhatte. Die Fürstin konnte nicht anders, als mit schnellen Schritten auf Ata zu zugehen. Es war beinahe so, als würde sie zu ihm hingezogen werden. Als würde eine unsichtbare Kraft sie umschlingen und einem starken Sog gleich in seine Richtung riss.

    Und dann stand sie vor ihm. Er war genauso wie damals, so wie sie ihn in Erinnerung hatte. Madlen lächelte unwillkürlich, fühlte sich geborgen und unendlich glücklich. Sie sah die Narbe, welche er sich als kleiner Junge geholte hatte. Sie zog sich über seinem linken Auge hin zu seinem Ohr und war ungefähr so lang, wie ein Finger breit war. Ata hatte dort einen Stein abbekommen, als er mit seinen Freunden gespielt hatte. Seine Haare waren wie immer kurzgehalten und an den Seiten schon leicht angegraut, trotz seiner junge Jahre. Er trug eine einfache weiße Leinenhose und ein gleichfarbiges Hemd. Er sah sie an und die junge Frau blickte in seine Augen. Ein Moment der absoluten Vollkommenheit. So hatte Madlen schon lange nicht mehr empfunden. Sie fühlte sich ganz, endlich wie ein richtiger Mensch. „Du bist hier!“ – „Ja!“ Ata streckte seine Hand aus und ergriff die von der Bardin. Die beiden gingen los und durchlebten alle schönen Momente ihrer gemeinsamen Zeit. Während sie in der Ferne verschwanden, eroberte der Nebel hinter ihnen wieder die Unterwelt.

    Und dann tauchte der Pfad vor ihnen wieder auf, den die Prinzessin einst vor so langer (oder war es erst vor wenigen Augenblicken gewesen?) genommen hatte, um Ata zu finden. „Du weißt, was nun passiert oder?“ – „Ja!“, sprach Madlen mit Tränen in ihren Augen. „Ich werde immer bei dir sein, das ist kein Abschied für immer und denk daran, was wir besprochen haben!“ Vorsichtig löste sich ihr Mann aus der Umarmung und verschwand im dichter werdenden Nebel. Die junge Frau hatte keine Möglichkeit ihm zu folgen und das war auch egal. Sein Körper war konserviert worden. Davon hatte Barin damals gesprochen, als sie auf der Insel war. Das goldene Tal hatte ihn gefunden und bewahrte ihn auf. Ob sie eine Möglichkeit hatten, ihn ins Leben zurück zu holen? Madlen wagte gar nicht zu hoffen und doch ging sie mit einem Lächeln in Richtung von dem Wesen, das sie damals begrüßt hatte. Hier musste schließlich der Ausgang sein. Oder?
    Und dann war dar nur noch Ata, sonst niemand. Madlen wusste, dass er es diesmal wirklich war. Der Nebel war verschwunden, ansonsten war nichts Greifbares in der Nähe. Ihr verstorbener Mann stand in einem Kreis aus Fackeln, dessen Licht sich im Sand spiegelte, welcher plötzlich den Boden bildete. Es herrschte die angenehme kühle Luft der frühen nächtlichen Dunkelheit in der Wüste. Die junge Frau war mit einem Mal barfuß und ihre Zehen gruben sich in den noch warmen Untergrund. Sie trug das gleiche weiße Kleid, welches sie damals bei ihrer Ankunft in Argaan anhatte. Die Fürstin konnte nicht anders, als mit schnellen Schritten auf Ata zu zugehen. Es war beinahe so, als würde sie zu ihm hingezogen werden. Als würde eine unsichtbare Kraft sie umschlingen und einem starken Sog gleich in seine Richtung riss.

    Und dann stand sie vor ihm. Er war genauso wie damals, so wie sie ihn in Erinnerung hatte. Madlen lächelte unwillkürlich, fühlte sich geborgen und unendlich glücklich. Sie sah die Narbe, welche er sich als kleiner Junge geholte hatte. Sie zog sich über seinem linken Auge hin zu seinem Ohr und war ungefähr so lang, wie ein Finger breit war. Ata hatte dort einen Stein abbekommen, als er mit seinen Freunden gespielt hatte. Seine Haare waren wie immer kurzgehalten und an den Seiten schon leicht angegraut, trotz seiner junge Jahre. Er trug eine einfache weiße Leinenhose und ein gleichfarbiges Hemd. Er sah sie an und die junge Frau blickte in seine Augen. Ein Moment der absoluten Vollkommenheit. So hatte Madlen schon lange nicht mehr empfunden. Sie fühlte sich ganz, endlich wie ein richtiger Mensch. „Du bist hier!“ – „Ja!“ Ata streckte seine Hand aus und ergriff die von der Bardin. Die beiden gingen los und durchlebten alle schönen Momente ihrer gemeinsamen Zeit. Während sie in der Ferne verschwanden, eroberte der Nebel hinter ihnen wieder die Unterwelt.

    Und dann tauchte der Pfad vor ihnen wieder auf, den die Prinzessin einst vor so langer (oder war es erst vor wenigen Augenblicken gewesen?) genommen hatte, um Ata zu finden. „Du weißt, was nun passiert oder?“ – „Ja!“, sprach Madlen mit Tränen in ihren Augen. „Ich werde immer bei dir sein, das ist kein Abschied für immer und denk daran, was wir besprochen haben!“ Vorsichtig löste sich ihr Mann aus der Umarmung und verschwand im dichter werdenden Nebel. Die junge Frau hatte keine Möglichkeit ihm zu folgen und das war auch egal. Sein Körper war konserviert worden. Davon hatte Barin damals gesprochen, als sie auf der Insel war. Das goldene Tal hatte ihn gefunden und bewahrte ihn auf. Ob sie eine Möglichkeit hatten, ihn ins Leben zurück zu holen? Madlen wagte gar nicht zu hoffen und doch ging sie mit einem Lächeln in Richtung von dem Wesen, das sie damals begrüßt hatte. Hier musste schließlich der Ausgang sein. Oder?

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    Lehrling Avatar von kore
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    »Du hast gefunden, was du gesucht hast«, begrüßte sie die Gestalt, wie eh und je in lange, bleiche Gewänder eingehüllt, so dass nicht einmal das Gesicht genau zu erkennen war.
    »Doch damit ist der Zweck deiner Reise erfüllt«, erklärte sie.
    »Nur wenigen wird das Privileg zuteil, ihren Fragen und Zweifeln dort gegenüber stehen zu können, wo es keine Ablenkung gibt. In einer Welt, die den eigenen Gedanken entsprungen scheint. Oder doch nicht? Vielleicht sind die Gedanken, Wünsche und vorstellungen aller verbunden über das ganze Universum hinweg und bilden eine Welt, die größer ist, als die, die jeder, der den ich hier durch die tore leite, kennt.
    Alle sind in ihr und doch ist nie jemals jemand dort.«
    Die verhüllte Frauengestalt machte eine Pause. Dann nahm sie die Hand der Besucherin und geleitete sie durch den Nebel, der aufgezogen war, von woher auch immer.
    »Behalte die Erinnerung«, wisperte sie ihr zu, dann ließ sie die Hand los.
    Vor Madlen breitete sich einer der vielen Gänge des Kastells aus. Der Boden war mit den bekannten schwarzen und weißen Marmorplatten bedeckt wie ein Schachbrett, an den Wänden in Höhe des Kopfes glitzerte das schmale goldene Band, das die Besucher führen oder verwirren mochte. In schmiedeisernen Haltern flammten wie von Zauberhand Fackeln auf, um den Gang zu erhellen.
    Doch die verhüllte Frau war mitsamt des Nebels und allem, was er verbarg, fort. Denn dies war eine andere Welt.

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