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[RPG] Schreibthread Team 1 (Nur für Teilnehmer!) #1

  1. #1
    Held
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    Sep 2006
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    ~ Schreibthread Team 1 ~

    Das RPG Forenspiel geht nun in die entscheidende Phase, die Charakterbögen sind alle angekommen und die Teams warten darauf endlich loslegen zu können. Dies hier ist der Thread in dem ihr (Team 1) eure Story verfasst und euer RPG betreibt. Hier gehört ausschließlich eure Geschichte rein, keine Besprechungen und kein OT (Ausnahme s. §10 des Regelwerkes)! Untenstehend sind nochmals die Regeln und die Steckbriefe aufgelistet, dies dient zu einer schnelleren Orientierung. Am 21.04.08 geht es los, die Dauer beträgt 6 Wochen reine Schreibzeit, in diesem Sinne:

    Viel Spaß!

    ________________________________________________________________

    Die Regeln:


    1. Es gelten sämtliche Forenregeln. Nichtbeachten kann eine disqualifikation eines Schreibers, eines Teams oder sogar eine Sperre bzw. einen Bann nach sich ziehen.
    2. Abschreiben, Ideenklau und teamübergreiffende Absprachen jeglicher Art sind verboten und führen sofort zu einer disqualifikation des gesamten Teams.
    3. Anweisungen von Administratoren, Moderatoren und Juroren ist unbedingt folge zu leisten.
    4.Die Entscheidungen von Juroren oder Forenmitarbeitern sind zunächst unantastbar. Wenn sich jemand schlecht oder ungerecht behandelt fühlt, bitte eine PN an mich, vorher aber dennoch den Anweisungen folgen.
    5. Jeder Posting muss mindestens 20 Zeilen haben.
    6. Doppelpostings sind verboten.
    7. Die Vorgeschichte ist unabänderlich. Sie beinhaltet die Grundlage um vernünftig bewerten zu können. lediglich Ergänzungen sind möglich.
    8. Namen von gegebenen Personen und Orten müssen beibehalten werden.
    9. Änderungen des Charakterprofils sind nach Beginn des Wettbewerbs unmöglich.
    10. Die Befehle "<IN>" und "<OUT>" dürfen benutzt werden um Erläuterungen oder Anfangs auch Chrakteraussehen und Waffenaussehen (auch mit Bildern) zu erläutern, dabei gilt: <IN> - Alles fließt in die Bewertung mit ein und gilt als Storyfortsetzung.
    <OUT> - Geschriebenes ist für die Bewertung belanglos und ist als eine Art Fußnote anzusehen.
    11. Keine Signaturen im Schreibthread.
    12. Jedes Teammitglied muss eingebunden werden und selber Abschnitte der Geschichte schreiben.

    _________________________________________________________________________

    Charakterprofile Team 1:


    ~ Ammar ~
    Name: Hasran al-Qadir
    Alter: 43
    Geschlecht: Mensch
    Klasse: Elementarmagier / Intrigant
    Waffe: Nur ein Dolch als letzte Zuflucht
    Magie: Beherrscht die Kombination der Elemente Luft und Feuer um täuschen echte Illusionen (inkl. Geräusche) zu erschaffen. Sonst nur kleinste elementare Manipulationen, also keine Feuerbälle werfen oder fliegen. Eher Lichtzauber und Wärmezauber wenn es kalt ist. Keine Kenntnisse auf dem Gebiet der Heilung.
    Rüstung: Keine, nur teure Kleidung.
    Stärken: vollendeter Intrigant, versteht es Menschen zu manipulieren. Magie. Gutes Aussehen.
    Schwächen: manchmal zu selbstsicher, keine direkten Kampffertigkeiten, liebt das bequeme Leben (Wein, weiches Bett, gute Kleidung, Frauen...)
    Beschreibung: Schwarze Haare, nicht lang aber auch nicht richtig kurz, so bis in den Nacken. Trägt als Bart einen Henriquarte (siehe Wiki), also um den Mund aber nicht an den Wangen. Bevorzugt dunkle Kleidung aus Seide, manchmal mit Gold- oder Silberfarben verziert. Dunkle feurige Augen, Hakennase.
    Geschichte: Hasran wurde auf der Insel Skig geboren. Eltern waren arm, aber seine magische Begabung wurde früh erkannt und er wurde ins Kloster aufgenommen und dort ausgebildet. Eltern seitdem nicht mehr gesehen, der Erwartung nach inzwischen tot.
    Nachdem er seine Ausbildung schnell beendet hatte (er hat seine Lehrer überredet früh viel von ihrem Wissen mit ihm zu teilen), hat er das Interesse am Klosterleben verloren. War ihm nicht aufregend und nicht luxuriös genug.
    Ist also auf's Festland gefahren und hat im Königreich Adamant eine Karriere als Händler begonnen. Durch seine magischen und weltlichen Fähigkeiten schneller sozialer Aufstieg, mußte aber vor kurzem wegen einem "Missverständnis" mit einem einflußreichem Adligen fliehen und konnte zähneknirschen nur mit Kleidung und einem kleinen Beutel Gold entkommen. Jetzt sucht er wieder nach einer Möglichkeit zu Reichtum und Macht zu gelangen.

    ~ Claw ~
    Name: Velson
    Alter: 38
    Geschlecht: männlich
    Rasse: Mensch
    Klasse bzw. Beruf: Bandit, Wegelagerer, Dieb, Strolch, Räuber...
    Waffe: Bogen und zwei Langdolche
    Rüstung: Lederrüstung und zerrissene Kleider
    Stärken: sehr flink und geschickt, findet immer einen Fluchtweg
    Schwächen: goldgierig, ist nicht gerade der stärkste, kann einer Kneipe nur schwer aus dem Weg gehen
    Beschreibung: kurzes, leicht ergrautes Haar (mit Fett nach hinten "gestylt"), dunkelgrüne Augen, vernarbtes Gesicht, Dreitagebart... alles in allem sehr ungepflegter Eindruck;
    zerrissene, verdreckte Klamotten, unter der eine Lederrüstung steck; Handschuhe, Stiefel und Ledergürtel, in denen zwei lange Dolche stecken; Köcher und Bogen auf dem Rücken; mehrere Lederbeutel am Gürtel befestigt
    Geschichtliches: Velson ist ein Bandit, wie er im Buche steht. Viel ist über seine Vergangenheit, überhaupt über sein ganzes Leben jedoch nicht bekannt. Er zog oft mit verschiedenen Gruppen marodierender und plündernder Gleichgesinnter durch die Ländereien und sammelte sich für einen Banditen ein recht ansehnliches Vermögen ein. Jedoch wurde er irgendwann von seinem Räuberhauptmann gelinkt, beraubt und zum Sterben in einer Schlucht mit gefräßigen Bestien zurückgelassen. Wie er es jedoch geschafft hatte, dort wieder hinaus zu kommen, ist sein Geheimnis. Überhaupt schafft es Velson aus nahezu jedem Schlamassel wieder heraus zu kommen, sei es mit Lügen, Betrügereien, Diebstahl oder mit Hilfer seiner beiden Klingen.
    Wo sich der Bandit gegenwärtig aufhält, ist unbekannt. Jedoch ist in diversen Gegenden ein gehöriges Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Gerüchte besagen, er hätte sich schon einmal selbst ausgeliefert, um das Gold zu kassieren und danach vor den überrumpelten Soldaten wieder zu flüchten...

    ~ yvain ~
    Name: Naeema
    Alter: 23
    Geschlecht: weiblich
    Rasse: Mensch
    Beruf: Schmied
    Waffe: zwei Kurzschwerter, Dolch
    Rüstung: Kettenhemd
    Stärken: durch ihre Arbeit hat sie eine gewisse Kraft, durch das Leben in den Bergen: unanfälligkeit für Kälte; würde alles für ihre Freunde tun; weiß, wie sie Menschen für eine Sache überzeugen kann
    Schwächen: sehr hitziges Temperament; gerät leicht in Rage; handelt oft, bevor sie nachdenkt; sehr misstrauisch Fremden gegenüber
    Beschreibung: lange, schwarze Haare, zum Zopf geflochten, hellgraue Augen, mittelgroß, schlank, trägt eine eng anliegende Hose aus schwarzem Leder, kniehohe Lederstiefel, in dem ein Doch steckt, ein gestepptes Wams und darüber ein Kettenhemd
    Geschichtliches: Naeema wuchs in den Falar-Bergen auf. Ihr Vater war ein vortrefflicher Schmied, der sie – auf ihr Drängen hin – schon früh in seiner Zunft unterrichtete. Ihr älterer Bruder lehrte sie den Umgang mit dem Schwert und dem Bogen, mit denen sie bald schon sehr geschickt war.
    Als die Truppen von König Galliard II dort einmarschierten, lehnte sie sich gegen die Besatzer auf und hatte schon bald eine kleine Gruppe von Rebellen um sich geschart, mit denen sie den feindlichen Truppen das Leben schwer machte. Doch durch einen Verrat wurde Naeema gezwungen, aus den Bergen zu fliehen und in Minit Unterschlupf zu suchen.

    ~ Tim ~
    Name: Tim
    Alter: 22
    Geschlecht: Mensch
    Klasse: Söldner
    Waffe: schartige Klinge
    Rüstung: kaputtes Kettenhemd , verschlissener Kapuzenmantel, abgewetzte Arm- und Beinschienen
    Stärken: mittelmäßiger Einhandkämpfer, Taschendieb, wenn er gut bezahlt wird loyal, schlagfertig
    Schwächen: risikofreudig, selbstsicher, unfreundich
    Beschreibung: schulterlange braune Haare, schmutzig, groß gewachsen, stark, mehrere Narben
    Geschichte: wurde auf dem Festland geboren. Nachdem seine Eltern gestorben waren schlug er sich mit Taschendiebstählen und kleineren Jobs durch. Später wurde er zum Söldner.

    ~ Lucius ~
    Name: Lucius
    Alter: 25
    Geschlecht: Männlich
    Rasse: Mensch
    Klasse bzw. Beruf: Jäger
    Waffe: Jagdbogen / Messer
    Rüstung: leichte Lederrüstung
    Stärken: Kann gut mit dem Bogen umgehen, ist ein geschickter Jäger. Er kann sich gut verstecken und ist ein Meister wenn es darum geht geräuschlos auf die Pirsch zu gehen.
    Schwächen: Mit seinem Messer kann er ausschließlich Tiere ausnehmen. Im Nahkampf ist Lucius nicht geübt, er würde ein eins gegen eins Duell stets verlieren.
    Beschreibung: /
    Geschichtliches: /
    _________________________________________________________________________
    ulthar123 is offline Last edited by Salieri; 11.08.2009 at 19:50.

  2. #2
    Sunfang Claw's Avatar
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    Dunkelheit empfing Velson, nachdem sich endlich seine Augen geöffnet hatten und seine Sinne wieder einigermaßen beisammen waren. Langsam drehte er den Kopf nach links, um in Erfahrung zu bringen, wo er sich befand. Er blinzelte, jedoch vermochte er nichts zu sehen. Selbst das Reiben an den Augen stellte sich als schwierig heraus, denn etwas kaltes, metallisches behinderte den halb benommenen Mann. Nun versuchte er mit Hilfe seiner anderen Sinne zu erfahren, an welchen Ort es ihn nun wieder verschlagen hatte...
    Abgesehen von der Dunkelheit und dem Metall an seinen Händen spürte Velson Kälte, Feuchtigkeit und ein beißender, abartiger Gestank erfüllte seine Nase. Zusätzlich hörte er gedämpfte Schreie. Schreie, die Qualen und Schmerzen ausdrückten. Schreie, die auf Folter hin deuteten. Allmählich dämmerte es ihm... er war an Eisenketten in einem dunklen, modrigen Kerker gefesselt. So langsam kehrten auch seine Erinnerungen an die letzten Geschehnisse zurück...


    Es war ein sonniger Nachmittag im Frühling. Vögel zwitscherten, die ersten Bienen summten um die Wette und eine verdreckte, abgerissene Gestalt schlurfte über einen Feldpfad entlang. Der Mensch fluchte leise vor sich hin, denn nur wenige Augenblicke zuvor war er in die Exkremente einer grasenden Kuh gestapft. Nun waren seine "schönen" Lederstiefel total verschmiert und dampften vor sich hin. Die Laune des Mannes änderte sich jedoch schlagartig, als er beim Säubern seiner Stiefel im kniehohen Gras ganz in der Nähe einen Wegweiser entdeckte. Zuerst wollte die verdreckte Gestalt dem Posten mit dem Schild keine Aufmerksamkeit schenken, doch die Neugier, wo er sich denn überhaupt im Moment befand, war größer und siegte triumphal über die stinkenden Stiefel.
    "Ohhh... ahhh !" gab der Mann von sich, nachdem er die Buchstaben auf dem Schild entziffert und sein Gehirn die soeben aufgenommenen Informationen verarbeitet hatte. Sofort zeichnete sich ein breites Grinsen auf dem verdreckten Gesicht des Mannes ab, ehe er sich mehrmals umsah. Schnell hatte er gefunden, wonach er suchte: ein feister Kaufmann, der mit einem kleinen Ochsengespann einige hundert Meter weiter weg am Wegesrand rastete.
    Sich des übermäßigen Glückes bewusst, welches er soeben erfahren hatte, spurtete er los, um seinen kurzerhand ausgearbeiteten Plan in die Tat umzusetzen. Er fing damit an, dass er zuerst einmal dem Wanderer einen kleinen Besuch abstatten wollte.
    "Halt, was wollt Ihr ?" grunzte dieser sofort, nachdem die abgerissene Gestalt ihn erreicht und von oben bis unten gemustert hatte.
    "Ihr seht aus wie ein Landstreicher... Los, verschwindet ! Ich hab hier einen Knüppel, mit dem ich Euch..."
    "So wartet doch, feiner Herr !" schleimte der aalglatte Fremde und klimperte verheißungsvoll mit einem kleinen Lederbeutel, den er flugs von seinem Gürtel gelöst hatte.
    "Ihr seid doch Kaufmann... Und ich würde gerne etwas von Euch haben. Natürlich gegen angemessenes Entgelt !"
    Bei dem Anblick des Beutels wurden dem schwitzenden Kaufmann sofort die Augen ganz feucht. Sofort merkte er, dass sich in dem Säckchen mit Sicherheit einige Münzen befinden mussten.
    "Natürlich, natürlich ! Ich habe alles was Ihr braucht ! Brot, Wurst... Töpfe, Pfannen, Rüben... ja, ich habe sogar einige schöne Werkzeuge und..."
    "Ich brauche Klamotten. Gute Klamotten. Teure Klamotten." unterbrach der Fremde.
    "Habt Ihr ein Glück ! Gerade heute habe ich ein Dutzend hochwertiger Kleider dabei. Wisst Ihr, ich wollte zu dem Anwesen reisen, dass sich hier in der Nähe befindet."
    "Dort will ich auch hin." brummte der Landstreicher unverständlich, ehe er sich räusperte und auf den Wagen deutete.
    "Da drauf ?" fragte er gespannt und näherte sich langsam dem Gespann. Eifrig nickte der Kaufmann, rieb sich die Hände und sprang auf von seinem Ruheplatz, um dem Fremden seine Waren zu zeigen. Nun war der dicke Händler ganz in seinem Element. Er sprach und sprach, erzählte dem Fremden alles über die angebotetnen Kleider. Alles... sogar Dinge, die keinen Menschen interessierten.
    "... und genau dieses hübsche Teil hab ich heute Morgen einer jungen Witwe verkauft. Sie wolltes zu der Beerdigung ihres frisch verstorbenen Gemahlen tragen."
    "Aha... so so..." brummte der Käufer vor sich hin, während seine Augen die Ware begutachteten. Nach einigen Minuten hatte er dann eine "schicke" Kombination zusammen: eine grasgrüne Hose, ein passender Gürtel, der bronzefarbig war, ein luftiges Hemd und dazu eine Jacke, die zur Farbe der Hose passte.
    "Wollt Ihr es nicht anprobieren ?" fragte der Händler etwas überrascht, doch der Fremde verneinte nur schnell und warf ihm den Sack mit dem Gold zu. Sofort packte dieser den Beutel voll Vorfreude auf, doch sein Gesicht verzerrte sich binnen Sekunden zu einer schockierten Fratze.
    "Aber... das ist ja gar kein Gold ! Das ist..."
    "Und das hier gibt es gratis dazu !" zischte der Landstreicher, hielt völlig unerwartet den Knüppel des Kaufmanns in seinen Händen und verpasste diesem einen kurzen Schlag auf den zornesroten Kopf. Sofort plumpste der Kaufmann rückwärts auf den Weg, während ihm eine dicke Beule wuchs. Neben seinen gierigen Händen lag das Säckchen, aus dem einige rostige Nägel und Steine kullerten. Sein eigenes Gold verschwand darauf im Nu in den Taschen des Räubers, der sich nun doch die feinen Kleider anzog, seine alten, verdreckten Sachen in einen Beutel steckte und mit diesem über der Schulter zu dem Anwesen in der Nähe aufbrach.

    Am frühen Abend hatte er dann das erreicht, was er sich vorgenommen hatte: Er hatte sich das Vertrauen der Edelleute auf dem Landsgut mit Hilfe einiger Lügen über eine Banditengruppe, die er auf dem Weg zum Hof bezwungen hatte, ergaunert und saß nun mit der gesamten Familie, die so dankbar wie naiv war, zusammen am Abendtisch.
    "Erzählt mir mehr, Harry !" rief das Familienoberhaupt halb lachend und prostete dem vermeindlich Gleichgesinnten mit einem Becher voll Wein zu.
    "Ja bitte, Graf ! Erzählt uns mehr über Eure Reisen !" rief ein kleiner Junge, der ganz fasziniert von den ausgeschmückten Geschichten des Fremden war. Die anderen Anwesenden nickten eifrig, während einige Mägde so langsam damit begannen, die Teller der Sitzenden mit allerlei Speisen zu füllen; es gab Fleisch in vielen verschiedenen Variationen, allerlei Gemüse, Klöße, Brot, Kartoffeln, Rüben und auch Obst.
    "Nun..." begann dieser sogenannte Harry und stopfte sich einen gewaltigen Kloß in den Mund. Er merkte sofort, dass in diesen Tagen des Krieges Heldengeschichten verdammt gut bei den einfachen Leuten ankamen. Schmatzend und kauend fuhr er daher fort.
    "Vor einigen Tagen noch ist mir etwas seltsames geschehen... In der Tat, etwas höchst gefährliches sogar ! Ein besonders berüchtigter Bandit, der übrigens ein verdammt gutausehender, charmanter Weiberheld ist, wollte mich überfallen ! Sofort erkannte ich den Tagedieb ! Es war Velson, der Berüchtigte !"
    Sofort hielt er inne und ließ die gesprochenen Worte wirken. Die Kinder sahen sich nur ratlos an, während die älteren Anwesenden verwirrte Blicke austauschten.
    "Wir haben gehört, der Kerl wäre tot ! Und naja, so berüchtigt ist der Bandit nun auch wieder nicht... Ich meine, dieser Grimhold der Unbarmherzige soll viel gefährlicher und..."
    "Ach, Grimhold... PAH !" entgegnete der Gast lauthals und lenkte die Aufmerksamkeit damit von dem alten Stallmeister, der zusammen mit den Edelleuten speisen durfte, wieder auf sich.
    "Ich meine... der ist doch nur ein Aufschneider, der sich mit Taten von diesem... Velson rühmt. Ich hab diesen nämlich getroffen und kann Euch sagen, der ist ein wahrer Teufelskerl !" rettete sich der nun wieder schneller futternde Harry und schenkte der hübschen Tochter des Gutbesitzers ein Augenzwinkern. Sofort errötete diese leicht und gab sich Mühe, ein Kichern zu verhindern.
    "Also mit Raub, Mord, Wegelagerei und Hurerei kann man sich beim besten Willen nicht rühmen." warf ein gewisser Onkel Tom ein und klopfte mit der Faust auf den Tisch.
    "Richtig, richtig..." entschärfte Harry die Lage und fuhr hastig fort. "Aber bewundernswert ist doch alleine schon die Tatsache, wie dieser Velson mit einfachen Mitteln zu solch einer Bekanntheit gekommen ist... Auf jeden Fall wollte ich gerade erzählen, wie er mir heute Morgen begegnet ist und... Jaa, ich dachte sofort, es wäre um mich geschehen. Schließlich entkam nicht jedermann solch einem Teufelskerl..."
    "Und wie habt Ihr es dennoch geschafft, Graf Harry ?" drängte der kleine Junge, der nun seinen halbleeren Teller von sich wegschob und mit großen Augen den Edelmann betrachtete.
    "Nun... nun, es war in der Tat nicht leicht. Wir fochten eine ganze Weile lang, etwa... so !"
    Harry sprang auf, nahm eines der Messer vom Tisch und duellierte sich mitten im Raum mit einem imaginären Gegner.
    "Er war mir bei weitem haushoch überlegen. Doch das Schicksal wollte wohl, dass ich überlebe. Denn ein richtig fetter Kaufmann kam just in dem Moment, als mich dieser Schurke entwaffnet hatte, mit seinem Ochsengespann durch den Wald gefahren. Der Händler machte so viel Lärm wie eine ganze Kompanie Soldaten des Königs, die ausrückten, um gegen die Eindringlinge aus Killmar zu kämpfen ! Das war auch der Grund, warum Velson der Berüchtigte von mir abließ und das Weite suchte. Denn gegen eine ganze Gruppe von Soldaten hat auch er keine Chance."
    Zögernd stimmten die Anwesenden mit ein, denn sie hatten erwartet, dass noch irgend ein Knaller kommen würde, welcher die Geschichte abrundete. Dies erkannte auch Harry, der sofort wieder das Wort ergriff.
    "Und nur vor wenigen Stunden geschah das Unglaubliche, dass ich doch tatsächlich diesem Grimbald, den Ungehobelten, begegnete. Er hatte seine ganze Truppe dabei und alle wollten sie mir mein Hab und Gut entreißen. Doch ich konnte sie davon überzeugen, mir die Chance auf einen fairen Zweikampf zu geben. Nach langem hin und her willigten sie mir auch ein. So musste ich gegen jeden einzelnen dieser Nichtsnutze antreten, bis ich schließlich alle, bis auf ihren Hauptmann, bezwungen hatte. Der war in der Tat nicht gerade erfreut darüber, was für einen Sauhaufen er befehligte. Und so wollte er seinen Leuten zeigen, wie toll und stark er doch sei. Und ich glaubte es kaum, als er mich attackierte und ich ihn innerhalb weniger Sekunden in den Staub geschickt hatte. Tjaa, das hat ihn ganz schön überrascht. Und seine Leute ebenfalls !"
    "Wow !" rief der kleine Junge, ehe die Tochter des Gutsbesitzers eine unpassende Frage stellte:
    "Sagt, edler Herr... Mit was habt ihr eigentlich gegen die Banditen gekämpft ?"
    "Vermutlich mit seinem Charme !" spottete der Onkel und stand auf, um aus dem Raum zu verschwinden. Er glaubte Harry kein Wort.
    "Natürlich nicht." erwiderte dieser augenzwinkernd. "Ich war ja auch noch nicht ganz fertig, mit meiner Geschichte... Nun, ich kämpfte natürlich mit meinem goldenen Schwert, das meine Familie schon seit Jahrhunderten weitergegeben hatte. Dummerweise war der Hauptmann Grimbald ein seeehr schlechter Verlierer. Er hetzte alle seine Leute auf mich und auf der Flucht verlor ich dieses wertvolle Erbstück... Nun, es war nur ein toter Gegenstand. Das Leben meiner Person war dagegen doch sehr viel wertvoller." endete Harry und erntete dafür tosenden Applaus von dem Landadel.
    "Hört hört !"
    "Weise gesprochen, Graf !"
    "So ist... das wäre ein gewaltiger Verlust für uns alle, wenn Ihr jetzt tot wärt !" schwärmte die Tochter und der Onkel konnte im Hintergrund nur den Kopf schütteln.
    "Was für Trottel." brummte er unhörbar und verschwand dann in den Nachbarraum. Kurz darauf begannen die Mägde, den Tisch abzuräumen.
    "Nun denn, Harry... Es wäre uns natürlich eine Freude, wenn Ihr die Nacht hier verbringen würdet. Also nur, wenn Ihr möchtet !"
    "Er möchte !" rief die hübsche Tochter sofort und wurde purpurrot, nachdem sie alle anstarrten.
    "Wenn Ihr darauf besteht, so soll es sein !" grinste Harry ihnen entgegen und rieb sich unter dem Tisch die Hände. Sein Plan war bis jetzt voll aufgegangen.

    Irgendwann in der Nacht stand er leise auf. Vorsichtig zog er sich seine Klamotten an und warf einen letzten flüchtigen Blick auf das warme Bett hinter sich. Darin lag die völlig entkleidete Tochter des Gutsherren, die mit einem absolut beglückten Lächeln vor sich hin schlummerte.
    "Gehabt Euch wohl, werte Dame... Auch ich, Velson der Beglückende, war über diese Begnung sehr erfreut." flüsterte der Bandit leise vor sich hin und schlich sich vorsichtig aus dem Zimmer. Es dauerte nicht lange, bis er das Familienvermögen entdeckt hatte. Mit einem Dietrich fingerte er die Truhe im großen Wohnraum des Hauses auf und bediente sich nach Herzenslust an den Gold und Silberstücken. Jedoch stahl er nicht alles, denn er war ein Ehrenmann... gewissermaßen halt. Dann schlich er vorsichtig in den ersten Stock des Hauses, bediente sich dort noch an einem Schrank mit goldenen Kelchen, ehe er sich zum Gehen umdrehte. Doch etwas stimmte plötzlich nicht. Das Gemälde hinter ihm sah in dem Dämmerlich plötzlich anders aus. Es hatte eine wutentbrannte, dicke Fratze.
    "Oh..." entfuhr es Velson, als er den Kaufmann erkannte, den er am Tage überfallen hatte. Neben ihm stand der Gutsherr und ein Knecht mit einer Kerze, der dem Kaufmann anscheinend die Tür geöffnet hatte.
    "DAS IST DER DRECKSKERL... ER HAT MICH ÜBERFALLEN UND..."
    "Herr, er hat die Goldtruhe geplündert !"
    "Und er hat unsere Tochter BEGATTET !" schrie plötzlich die hysterische Frau des Gutsherren, die entsetzt aus dem Zimmer der jungen Schönheit gestürmt kam.
    "Ähm... schuldig, in allen Anklagepunkten. Doch nun... entschuldigt mich, der große Velson... Velson der Befriedigende, Velson der Gerissene, Velson der Stü...RZENDE !" rief der Bandit, ehe er hinterrücks durch das geöffnete Fenster des ersten Stocks in einen Heuhaufen auf dem Hof stürzte. Schnell kämpfte er sich frei, während im ganzen Landhaus die Lichter angingen. Fackeln wurden entzündet, Mistgabeln ergriffen und nun nahm der dreiste Dieb die Beine in die Hand. Er flitzte, so schnell es ihm mit der ganzen Beute möglich war. Zwar waren die Bestohlenen dicht hinter ihm, doch irgendwann verloren sie den Dieb in der Dunkelheit...


    Dunkelheit, ja... Hier im Kerker war es wirklich dunkel. Stockdunkel. Sogar noch dunkler als in dieser Nacht, in der er zur nächsten Stadt geflüchtet und dort dummerweise in die Arme eine Patrouille von Soldaten gelaufen war. Natürlich glaubte diese keiner seiner Geschichten. Schließlich hatte er wertvolle Dinge dabei und sah nicht wie ein Adeliger aus (die feinen Klamotten hatte er kurz vorher weggeschmissen und sich seine alten, abgerissenen Kleider wieder angezogen).
    Die Konsequenz war, dass man ihn anhand eines Steckbriefes wirklich als Velson identifizierte und ihn daher in die Hauptstadt brachte. Dort wurde er schnell in den dunkelsten Kerker geworfen, um am Tage darauf der kriegsmüden Bevölkerung vorgeworfen zu werden. Denn das Lynchen von Gesetzlosen war dieser Tage sehr beliebt... Und Velson war äußerst gesetzlos. Die Verbrechen, die man ihm vorwarf, hätten wohl nicht auf eine Papierrolle gepasst, die man überlicherweise den Vorlesern kurz vor der Urteilsverkündung gab.
    "Wird Zeit von hier zu verschwinden." dachte sich der Überlebenskünstler nach einer Weile und fingerte sich in seinem fettigen Haar herum. Dort hatte er eine Haarnadel versteckt, die er der jungen Bauersfrau vom Hof gestohlen hatte. Damit war es ihm ein leichtes, die Ketten zu knacken. Doch dummerweise kam just in dem Moment eine Wache mit einer Fackel zu der Zelle. Ein Schlüssel klimperte und das Schloss der massiven Eichentür sprang auf. Ein großer Wächter trat ein und forderte den Gefangenen auf, aufzustehen.
    "Wird Zeit zu gehen." knurrte der bleiche Mann und deutete auf den Ausgang. "Beweg dich, Abschaum !"
    Langsam und seufzend stolperte Velson voran. Er hatte die Ketten zwar geknackt, jedoch hielt er sie an seinen Händen, um nicht direkt aufzufallen. Um seine Fassade aufrecht zu erhalten, begann er auch schnell, sich über die Gesamtsituation auszulassen.
    "Du, es ist aber noch nicht morgen... Ich meine, wenn ihr schon einen Gefangen lynchen wollt, so lasst ihn doch wenigstens noch ein letztes Mal seinen Spaß haben. Zum Beispiel mit den Burgfräuleins oder..."
    Es knallte. Sofort hatte der Kerkermeister reagiert und dem Gefangenen eine geklatscht. Dieser beschwerte sich zwar erneut, doch half es nichts. Er wurde weiter aus dem Kerkertrakt getrieben. Das enttäuschendste an der ganzen Sache war jedoch, dass man nur einen Mann geschickt hatte, um ihn hinaus zu eskortieren...
    Dieser Umstand änderte sich jedoch schneller, als ihm lieb war. Am Ausgang des Kerkertraktes warteten zwei Elitesoldaten der Königswache.
    "Schon besser." murmelte der Räuber. Endlich schien man seine Potenzial entdeckt zu haben, seine tödlicher Charme, seine aufreißerische...
    "Da gehts lang, du Sauhund !" fauchte einer der Wachen und stieß Velson mit seiner Hellebarde in eine andere Richtung, als er eigentlich gedacht hatte. Dieser Weg führte jedoch nicht zum Ausgang, sondern in eine recht große Halle. Und in der befand sich sogar etwas äußerst Ungewöhliches: Ein Thron.
    "Seit wann haben denn Kasernen einen Thron ?" fragte Velson irritiert, ehe man ihm die Beine wegriss und ihn so auf die Knie zwang. Ein prächtig gekleideter, älterer Mann mit einer Krone auf dem Haupt betrat die Szene und setzte sich mit todernster Miene auf den edlen Stuhl. Sofort klappte Velson das Kinn hinunter. Solch eine Aufmerksamkeit hatte er nun wirklich nicht erwartet... Der König von Adamant starrte ihn nun mit einem Gemisch aus Abscheu und Verzweiflung entgegen. Was hatte all dies zu bedeuten, und wer zur Hölle waren die Fremden, die nun ebenfalls die Halle betraten und sich ratlos umsahen ?
    Bevor der König anfing zu sprechen, trat ein Offizier des Militärs auf den Plan. Er näherte sich Velson auf Tuchfühlung und flüsterte diesem ins Ohr.
    "Du kleiner Bastard kniest hier vor unserem König... Ich rate dir, dich zu benehmen. Sonst werde ich dir eigenhändig den Kopf abschlagen und ihn den Krähen zum Fraß vorwerfen..." flüsterte der Mann drohend, der sich als irgend ein General herausstellte.
    "Du bist hier, weil unser weiser Herrscher alle verfügbaren Kräfte braucht, um den Einfall von Killmar zu stoppen. Leider sind wir gezwungen, auch auf solch eine Brut wie dich zurückzugreifen. Aber der König hat von deinen ach so tollen Überlebensfähigkeiten gehört... Pahhh ! Du bist nur Dreck und ohne diese Gerüchte wärst du schon tot !"
    "Ach ?" fragte Velson, nachdem er sich gefangen hatte. Er klimperte kurz mit seinen Ketten, ehe er theatralisch seine Fesseln auf den Teppichboden fallen ließ. Völlig erstaunt blickte der General hinunter auf den Boden, während sich ein Dolch seiner Kehle näherte. Sofort erkannte der Offizier, dass es sein eigener war, der nun seine Existenz bedrohte.
    "Wer ist jetzt so gut wie tot ?"
    "GENNUUGGG !" donnerte er plötzlich vom König und alle hörten mit ihrem Tun und Treiben augenblicklich auf. Auch die Fremden, die zuvor eingetreten und sich leise miteinander unterhalten hatten, hielten nun ihre Klappen. Velson gab vorsichtig den Dolch zurück, während der auf Rache sinnende General sich von ihm entfernte. Nun wollte er endlich einmal wissen, was hier los war...
    Claw is offline

  3. #3
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    Naeema fühlte sich noch immer fremd in der großen Stadt, obwohl sie nun schon seit einiger Zeit hier wohnte.
    Aber man konnte das Leben in den einsamen Falar-Bergen nicht mit dem einer belebten Stadt vergleichen. Es gab so viele Unterschiede!
    Die junge Frau vermisste ihre Familie und ihre Freunde schrecklich. Wie es ihnen wohl seit ihrer Flucht ergangen war? Hoffentlich litten sie nicht allzu sehr unter den Besatzern! Naeema konnte nur beten, dass ihre Familie nicht an ihrer statt bestraft worden war.
    So in Gedanken versunken bemerkte sie nicht, dass sich ihr entzwischen ein Soldat genähert hatte. Fast wäre sie mit ihm zusammengestoßen, doch als er sie ansprach, sah sie auf.
    "Junge Dame, wir kommen vom König! Er möchte Euch sprechen! Begleitet uns bitte sofort zum Schloss!", teilte er ihr mit.
    Verwundert fragte Naeema: "Was? Der König? Will mich sehen?"
    Der Krieger nickte. "Ja! Scheinbar hat er von Eurer kleinen Rebellentruppe gegen die Besatzer der Falar-Berge gehört. Wenn Ihr mir jetzt folgen mögt!"
    Mit gerunzelte Stirn lief Naeema neben dem Soldaten her.
    Doch als sie an sich herunter sah, ergriff sie eine leichte Panik. Sie turg noch immer ihr Kettenhemd und die Lederhose. [I]So[I] konnte sie sich doch nicht dem König zeigen.
    Aber als sie den Soldaten darauf ansprach, winkte er nur ab.

    Endlich im Thronsaal angekommen, bemerkte Naeema, dass sie nicht die einzige Besucherin war. Drei Männer waren bereits anwesend, die, genauso wie sie, etwas ratlos dreinsahen.
    "Seid Ihr auch hier, weil der König mit Euch sprechen will?", wollte Naeema neugierig von ihnen wissen.
    Ein kurzes Nicken war die einzige Antwort, die sie erhielt, denn das Gespräch zwischen einem General und einem sehr zerlumpt aussehenden Mann zog Naeemas Aufmerksamkeit auf sich. Die beiden schienen sich zu streiten und plötzlich hatte der General einen Dolch am Hals.
    "Genug!", rief der König plötzlich dazwischen. Augenblicklich war es still im Thronsaal.
    Fragend blickte Naeema den König an.
    Was sollte das ganze? Warum waren sie hier? Gespannt wartete sie auf eine Antwort auf ihre Fragen.
    yvain is offline Last edited by yvain; 27.04.2008 at 17:01.

  4. #4
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    Für eine ganzen Moment herrschte Stille und keiner rührte sich. Da zog der General plötzlich mit einem hämischen Grinsen sein Schwert.

    "Ihr habt einen Fehler gemacht, mein König", zischte er und spuckte aus. "Niemand wird daran zweifeln, dass es dieser dreckige Verbrecher war der euch getötet hat! Ihr seid ein zu schwacher König um Killmar die Stirn zu bieten". Mit raschen Schritten und ehe jemand reagieren konnte trat der General zu dem König und lies sein Schwert in hohem Bogen niedersausen. Er traf genau die Mitte des Kopfes und hätte ihn wohl gespalten - wenn denn da noch ein Kopf gewesen wäre. Denn wo der König stand war nur noch Leere.

    Der General stand einen Moment wie angewurzelt auf der Stelle und blickte dann verwundert an sich herab, direkt auf den Armbrustbolzen der tief in seine Brust eingedrungen war.

    Plötzlich flimmerte die Luft in einer Ecke des Raums und zwei Figuren wurden sichtbar : Der König und ein in dunkler Seide gekleidete bärtige Mann.
    "Ich habe meinen Teil der Abmachung wohl erfüllt", sprach Hasran zum König, "Ich hoffe ihr habt mein Gold."

    "Gemach", schmunzelte der König. "Ihr werdet euer Gold haben - aber nicht jetzt. Wir haben hier noch einiges zu besprechen und ich hoffe auch ihr werdet längerfristig in meine Dienste treten. Es soll euer Schaden nicht sein. Alles was ihr verloren habt und mehr - kann wieder euch gehören."
    Hasran hob nur leicht seine Augenbraue hoch und schaffte es dennoch mit dieser simplen Geste eine einzigartige Kombination von Arroganz und milder Neugier zum Ausdruck zu bringen.
    Ammar is offline Last edited by Ammar; 28.04.2008 at 23:45.

  5. #5
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    "Werte Anwesenden! Bestimmt hat es Euch überrascht, dass man Euch hierher gebeten hat. Ich werde Euch nun erklären, weshalb: Lange werden wir alleine in diesem Krieg nicht mehr bestehen können! Wir benötigen dringend Hilfe!
    Eure Aufgabe wird darin bestehen, dass Ihr fünf zusammen nach Skig reist und den Magiern einen Hilfegesuch überreichen werdet, bevor der Feind die Insel einnehmen kann!
    Ihr alle habt besondere Fähigkeiten und habt herausragende Dinge getan, die meine Aufmerksamkeit auf Euch gezogen haben! Ihr seid die besten für diesen Auftrag!
    Aber ein Scheitern von Eurer Seite aus würde dazu führen, dass der Feind unser Land überrennt! Denkt daran: Ihr seid die letzte Rettung für uns!
    Geht und kommt mit den Magieren von Skig zurück und Ihr werdet einen angemessenen Lohn erhalten! Sied Ihr zu spät und das Königreich wird nicht mehr das sein, das es einmal gewesen ist!", erklärte der König schließlich.
    Verwundert runzelte Naeema die Stirn.
    Wir sollen das Königreich davor bewahren, erobert zu werden?
    Die junge Frau sah die anderen vier unsicher an.
    Konnte das gut gehen? Schließlich kannten sie sich untereinander nicht!
    Doch dann beschloss Naeema alles in ihrer Kraft stehende zu tun, um Skig vor dem Feind zu erreichen, koste es, was es wolle!
    yvain is offline

  6. #6
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    Hasran runzelte einen Augenblick lang die Stirn. "Nach Skig also", murmelte er. "Ja, und ihr solltet euch dort ja bereits auskennnen und wissen an wen ihr euch wenden müßt", entgegnete der König ruhig.

    "Die meisten Magier sind wenig an weltlichen Belangen interessiert. Und nicht jeder von ihnen ist gut auf mich zu sprechen. Aber dennoch habe ich noch einige Kontakte unter den anderen Magiern aus meinem alten Kloster", überlegte Hasran halblaut. Er zögerte noch einen Moment und willigte dann ein.

    "Nun gut, ich wollte eh mal wieder dahin um mir ein paar neue magische Werke zu besorgen."

    "Das freut mich", schmunzelte der König. "Was braucht ihr an Ausrüstung?"

    "Ein Passierbrief und ein Ermächtigungsschreiben, damit wir ohne Verzögerung ein Schiff bekommen", verlangte Hasran. "Und natürlich ordentlich Goldstücke für die Reise und eventuelle Bestechungen. Die Münzen sollten allerdings nicht von hier sein, falls wir Ärger mit Killian bekommen."

    "Gut, dies alles sollt ihr haben. Seid auch ihr bereit euch auf den Weg zu machen? Habt ihr noch irgenwelchen Bedarf an Ausrüstung?", wandte der König sich an die anderen.
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  7. #7
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    Das alles sollte doch ein geschmackloser Scherz sein, oder ? Zuerst wurde der völlig ahnungslose, hilflose, schuldlose (etc.) Bandit hier her vor den König geschleift und von einem nunmehr toten General bedroht, ehe man ihm offenbarte, dass er soeben für ein Himmelfahrtskommando zwangsrekrutiert wurde. Hatte ihn eigentlich irgendwer gefragt, was er davon hielt ? Nein, natürlich nicht. Damit endete diese Horror jedoch nicht. Ganz im Gegenteil ! Ein alter Greis spielte sich plötzlich als Anführer des bunt zusammengewürfelten Trupps auf, der sich hier eingefunden hatte. Und das Schlimmste an dem ganzen war, dass es Skig ging. Nach Skig ! Das war wirklich Selbstmord, denn jeder in dem untergehenden Königreich Adamant wusste, dass die Invasoren von Killmar jede Menge Soldaten auf das Inselreich schickten, um es auf ihre Seite zu ziehen. Eigentlich war es Velson ja völlig egal, wer gerade wo an der Macht war... Schließlich war er ein Gesetzloser und er plünderte jeden aus, egal aus welchem Land derjenige stammte. Aber eines wollte er jedoch nicht: irgendwo an die Front geschickt zu werden, um für ein Königreich oder einen König zu sterben, die ihm alle sowieso irgendwann wieder an's Leder wollten. Zwar lockte das Gold, mit dem sie bezahlt werden sollten, jedoch war Velson ein Wegelagerer und kein Söldner. Er stahl lieber das Edelmetall, als dafür für irgendjemanden zu kämpfen.
    "Tut mir Leid eure anregenden Gespräche zu unterbrechen... Aber ich lehne hiermit dankend ab. Ich wünsche Euch einen schnellen Tod..." meinte er zu den Fremden, die bereits der Mission des Königs zugestimmt hatten. "Also, ein qualvoller, langer Tod muss ja wirklich nicht sein... und jaa, einen schönen Tag noch zusammen !"
    Dutzende Augen spürte der Bandit in seinem Nacken, ehe er aufrecht in Richtung Ausgang marschierte. Gegen Ende wurden seine Schritte schneller, bis er plötzlich anfing zu rennen. Jedoch hatte er nicht mit zwei Wachmännern gerechnet, die ihre Hellebarden kreuzten und Velson somit seinen Fluchtweg versperrten. Langsam drehte er sich um und sah empörte, enttäuschte und wütende Gesichter.
    "Toll..." brummte der Überlebenskünstler unmerklich, ehe der König leicht seinen Kopf schüttelte.
    "Ich fürchte, Ihr habt keinerlei Alternativen. Es sei denn, Euch beliebt es, draußen auf dem Hof am Strang zu baumeln... Ihr werdet daher also mitgehen." sprach der König gelassen und deutete auf die anderen "Freiwilligen" in dem Thronsaal. Sie alle standen da noch recht überrumpelt und sahen abwechselnd den Banditen und ihren Herrscher an.
    "Das seh ich allerdings anders !" knurrte Velson und stürmte plötzlich nach links auf eine Wand zu. Sofort sprangen die beiden Wachen an der Tür hinterher, um ihn zu ergreifen. Jedoch ahnte keiner, was nun geschah: Velson setzte zum Sprung an, stürmte einige Meter die glatte Felswand hinauf, stieß sich ab und landete mit einem Salto direkt hinter den beiden Wachen. Diesen verpasste er einen Flugtritt, mit beiden Beinen gleichzeitig, ehe kurz danach seine Hände seinen Fall auf dem Boden abbremsten. Es schepperte und dann sanken die Soldaten mitsamt ihren Hellebarden bewusstlos an der Mauer hinunter auf den Boden. Kurz darauf setzte der Bandit wieder zum Spurt an, um endlich aus dem großen und prunkvollen Thronsaal hinaus zu kommen. Beinahe hätte er es auch geschafft, beinahe hätte er wieder in Freiheit sein können, wenn nicht irgend ein harter Gegenstand von hinten seinen Kopf getroffen und der Überlebenskünstler daraufhin nicht taumelnd zu Boden gegangen wäre. Zwar robbte er noch ein kurzes Stückchen in Richtung Portal, doch dann brach er mit einem Stöhnen endgültig zusammen.
    Schwärze erfasste ihn und es wurde still um den Wegelagerer...
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  8. #8
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    Tim war völlig verdutzt gewesen als Wachen ihm befohlen hatten, ihenen zum König zu kommen, allerdings hatte er es lieber nicht riskiert, einen Fluchtversuch zu starten. Ausserdem war er sich keiner Schuld bewusst, die er in letzter Zeit begangen haben sollten. Natürlich, es war keine gute Zeitfür ihn gewesen, aber er hatte sich durch sein gespartes Geld über Wasser halten können, auch wenn es langsam zur Neige ging und er sich ernsthaft Sorgen machen musste, was er in Zukunft für einen Beruf ausüben sollte, da er zuletzt als Söldner keine Angebote mehr bekommen hatte. So wurde er also zum König gebracht. Dieser hatte einen Auftrag für ihn und vier andere, die er gar nicht kannte. Sie sollten nach Skig reisen und den Magiern ein Hilfegesuch überbringen. Schön und gut, es war seine Arbeit gefährliche Aufträge zu verrichten, aber forderte diese Mission den Tod nicht geradezu heraus? Wie sollten sie das schaffen. Doch gerade als er seine Zweifel äußern wollte, machte einer der vier anderen eindreckiger und armselig gekleideter Mann auf sich aufmerksam, indem er einfach wegrrannte. Als dieser es gerade schaffte, mit einem halsbrecherischen Sprung die beiden Wachen ausser Gefecht zu setzen flüsterte ihm der König zu:"Haltet ihn auf." Tim hatte zwar Verständnis für den armen Mann, trotzdem führte er den Befehl des Königs aus, weil er sich vor diesem beweisen wollte, in der hoffnung, dass dieser ihm als Anerkennung einen höheren Sold zahlen würde. Er warf seinen Dolch, der noch in der Scheide steckte, nachdem dem Flüchtigen und traf ihn am Hinterkopf. Dieser brach bewusstlos zusammen. "Das wird ihm eine Lehre sein," murmelte der König vergnügt. "So,wo waren wir stehen geblieben? Ah ja, die Ausrüstung. Braucht ihr noch irgendwas?"
    "Ja, besssere Waffen und eine bessere Rüstung", meldete sich Tim zu Wort.
    Der König nickte. "Sollst du kriegen. Sonst noch etwas?"
    Auch die anderen verlangten noch einige Ausrüstungsgegenstände aber Tim hörte gar nicht mehr zu. Viel zu beschäftigt war er mit der vor ihm liegenden Aufgabe...
    Tim is offline

  9. #9
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    "Ich sorge lieber dafür, dass der Kerl nicht zuviel Ärger macht", murmelte Hasran leicht irritiert und trat zu dem bewußtlosen Banditen, beugte sich über ihn und murmelte ein paar Worte.
    Abschätzend blickte er die anderen beiden. "Wir treffen uns morgen am südlichen Stadttor. Bringt den da mit und sorgt dafür dass er nicht zuviel getrunken hat...", sagte er geringschätzig.

    "Ein billiges Gasthaus ist "Der Krug", fügte er noch, schon im gehen begriffen, hinzu. "Ich dagegen bin in dem Gasthaus "Zur Krone", aber das wird sich so ein Haufen wie ihr wohl nicht leichten können".

    Zufrieden mit sich und der Welt begab er sich zu seinem Gasthaus. "Wirt! Ich möchte bezahlen, morgen reise ich ab." Der Wirt nickte. "Das macht für die drei Nächte 15 Goldstücke. Ihr wart ja immerhin in meinem besten Zimmer." Ohne mit der Wimper zu zucken zahlte Hasran die Summe. Gierig griff der Wirt nach dem Gold.

    "Der Wirt wird sich schön wundern wenn das Gold sich in zwei Tagen in Luft auflöst", dachte er schmunzelnd und bestellte sich noch einen schönen Braten und ein Glas Wein zum Abendessen. Etwas später begann die Abendunterhaltung. In dem Gasthaus traten nämlich jeden Abend andere Künstler auf um die Gäste zu unterhalten. Diesmal war es ein Flötenspieler und ein paar bezaubernde Tänzerinnen.

    Es verging keine weitere halbe Stunde bis sich ein älterer Mann zu ihm setzte. "Hasran, ich habe gehört du willst nach Skig", sagte er besorgt. "Machst du dir schon wieder sorgen", entgegnete Hasran amüsiert.

    "Du weißt genau, dass du mächtige Feinde unter den Magiern hast. Viele sehen dich als Verräter weil du dem Kloster den Rücken gekehrt hast. Mir wäre es ja egal wenn man dir die Kehle durchschneidet, aber meine Tochter würde es nicht gerne sehen", fügte er augenzwinkernd dazu. "Ich pass schon auf mich auf", antwortete Hasran lächend. "Und du und Gwen wisst beide dass ich gut auf mich aufpassen kann. Und jetzt entschuldige mich bitte, ich muß morgen früh raus."
    Ammar is offline

  10. #10
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    Stöhnen... und dann, einige Augenblicke später, das Erwachen. Velson kam wieder zu sich und öffnete langsam die Augen. Er musste blinzeln, denn dieses Mal saß er nicht im Dunkeln. Recht hell war es und die Sonne schien ihm direkt durch ein Bullauge vom Himmel in die Augen. Instinktiv versuchte er mit einer seiner Hände seine Augen vor dem grellen Licht zu schützen, bis er bemerkte, dass er seine Glieder absolut nicht bewegen konnte. Seile behinderten ihn dieses Mal.
    "Nee oder... ?" brummte er genervt und sah an sich hinab. Wie er es sich gedacht hatte: der Bandit war erneut gefesselt. Wenigstens waren es dieses Mal keine Eisenketten.
    Langsam begann der Schurke nun seine nähere Umgebung wahrzunehmen. Sie überraschte ihn ein wenig, denn statt Stein sah er nur Holz. Der Boden war aus Holz, die Decke und die Wände ebenfalls und natürlich auch die Tür, die sich direkt vor ihm befand. Rundherum knarzte es bedrohlich und der Raum schwankte leicht hin und her. Nun war dem Wegelagerer klar, wo er sich befand: auf einem Schiff in Richtung Süden.
    "Wird Zeit hier endlich zu verschwinden, bevor diese Freaks wieder auftauchen." brummte Velson vor sich hin und begutachtete nun endlich das Seil. Es glühte leicht bläulich. Also schlussfolgerte der Überlebenskünstler, dass es wohl magisch war. Oder zumindest magischen Ursprunges war. Die erste Möglichkeit wäre natürlich ungünstig für den Banditen gewesen, die zweite jedoch ein lösbares Problem. Ein magisches Seil konnte Velson mit seinen vorhandenen Mitteln nicht durchtrennen, ein Seil jedoch, dass magisch herbeibeschworen worden war, war keine allzugroße Herausforderung für den Schurken. Flugs zog sich Velson also ein kleines Wurfmesser aus dem Ärmel, während er genaustens die Tür im Auge behielt. Dann fing das Säbeln an. Es dauerte nicht lange, da merkte er auch schon, dass es kein magisches Seil war. Und nur weitere Sekunden später war er dann endlich wieder frei. Jetzt konnte er aufstehen und sich umsehen.
    "Beute." flüsterte er vor sich hin, als ihm gewahr wurde, dass er sich in einem kleinen Lagerraum befand. Den Posten mit dem durchtrennten Seil umrundet, schaute sich Velson in aller Ruhe um und bediente sich nach Herzenslust. Ein Seil mit Haken taten es ihm an, genauso wie Zündsteine, ein Kompass und... seine ursprüngliche Ausrüstung ! Sowohl sein Bogen, mitsamt dem gefüllten Köcher, als auch seine beiden Langdolche in dem Lederhalfter, den sich der Bandit sofort um den Körper schnallte, befanden sich hier drinnen. Dann zog er langsam seine zerschlissene Lederjacke über und verdeckte damit seine beiden tödlichen Nahkampfwaffen. Nun hatte er alles, was er im Moment brauchte. Zwar wäre ein Happen zu essen die Krönung gewesen, doch nun stand zuerst einmal die Flucht auf dem Plan. Velson hoffte bei den Gedanken nur, dass sie sich nicht irgendwo auf hoher See befanden. Denn dann müsste er zu Plan B übergehen... und der sah dann schon etwas radikaler aus.
    Vorsichtig öffnete der Landstreicher dann endlich die nicht verriegelte Tür der Kammer. Kaum befand er sich in dem Flur dahinter, spannte er auch schon seinen Bogen und legte ein Pfeil auf. Nun schlich er langsam voran, während eine geschlossene Tür nach der nächsten hinter ihm verschwand. Als er jedoch dann beinahe die letzte Tür erreicht hatte, die einzige mit einem kleinen Guckfenster, hörte er Stimmen. Und sie kamen von draußen. Sofort richtete Velson seine Fernkampfwaffe auf die Tür und sah angespannt sowohl nach links, als auch nach rechts. Eine der Türen ! Er musste sich sofort verstecken, denn noch hatte er ja keine Ahnung, wieviele Entführer sich hier auf dem Schiff befanden. Also stieß er kurzerhand die Tür zu seiner linken auf und verschwand mit einem Satz darin. Mit einer Rolle auf dem Boden kam er in dem neuen Raum an und versetzte halb sitzend, halb liegend dem Portal einen weiteren Tritt und schon war der Raum wieder dicht.
    "Hast du das gehört ? Was war das ?" hörte Velson nun draußen einen Mann fragen.
    "Was weiß ich... Vielleicht ist der Straßentrickser wach geworden und will befreit werden !?!" antwortete eine andere Person.
    "Na, dann lassen wir ihn noch etwas warten." meinte der erste wieder und lachte dabei. Dann wurden ihre Schritte langsam leiser. Vermutlich gingen sie durch den Gang zum Lagerraum oder in irgend eine andere Kabine. Auf jeden Fall musste sich Velson nun beeilen. Rasch stand er auf, während seine Augen kurz den Raum musterten. Eine weitere Überraschung: Dieses Mal befand er sich in einer Waffenkammer.
    "Oha..." entfuhr es dem Überlebenskünstler. Jetzt hatte er natürlich einen Glückstreffer gezogen. Hier konnte er sich mit allerlei Mordinstrumenten ausrüsten, jedoch beschränkte er sich nach der Sichtung auf einen wunderschönen, sehr eleganten Rapier. Er sah teuer aus. Teurer als alles, was Velson besaß. Und eben deshalb musste er ihn einfach haben. Flugs wurde er nach kurzer Begutachtung mitsamt der Scheide an den Gürtel befestigt und dann ging es auch schon weiter, aus dem Bauch des Schiffes hinaus.
    Wieder schien ihm die Sonne hell ins Gesicht, nachdem er sich endlich wieder an der frischen Luft befand. Doch lange konnte er die wärmenden Strahlen nicht genießen, denn irgendwelche Leute hinter ihm riefen etwas.
    "Seht mal, da vorne !"
    "Hey, stehen bleiben !"
    "Er hat sich befreit !"
    Jetzt war dem Banditen völlig egal, ob sie mitten auf hoher See waren, oder nicht. Nun musste er handeln, unverzüglich. Also rannte er sofort ohne sich der ganzen Situation bewusst zu werden in Richtung Rehling, sprang hinauf und...
    "DER IST VERRÜCKT !"
    "HALT !"
    Schrieen die Leute plötzlich und ihre Stiefel auf dem Holz verrieten, dass sie schnellstmöglich in Richtung Velson liefen. Der jedoch stand mitten auf der Rehling und balancierte zwischen dem Schiffsboden und dem... Nichts ! Kein Wasser befand sich unter ihm, kein einziger Tropfen. Nein, nur etwas weißes. Etwas schwebendes. Etwas sehr bekanntes... Wolken.
    "Scheisseeee !" rief der Bandit mit weit aufgerissenen Augen entsetzt und taumelte auf der Schiffsumzäunung hin und her. Er befand sich nicht auf einem gewöhlichen Schiff inmitten des Meeres. Nein, sie waren in der Luft, im Himmel, weit über den Wolken ! So wie es aussah, hatte der König seinen letzten Trumpf ausgespielt, um sicherzugehen, dass seine neuen "Verbündeten" weder flüchten konnten, noch unterwegs von feindlichen Truppen aufgegabelt werden konnten.
    Langsam gewann Velson das Gleichgewicht wieder, ehe die Schiffsbesatzung ihn erreicht und eilig von der Rehling hinunter auf die Planken des Schiffes gedrückt hatten. Zwar befreite er sich von den Leuten, die ihn auf dem Holz festhalten wollten kurzerhand, jedoch waren es einfach zu viele, um auf ewig entkommen zu können. Und fliegen konnte der Bandit nunmal auch nicht. Also tat er in seiner Verzweiflung das, was er nur sehr selten tat: Er zog seine neue Waffe, stellte sich mit dem Rücken zur Rehling und streckte seinen Kontrahenten seine Klinge entgegen.
    "Also gut ! Wer mir an's Leder will, wird meine Fechtkunst kennenlernen !" drohte der Bandit. Jedoch erntete er nicht den gewünschten Erfolg, denn alle rundherum, insgesamt etwa ein Dutzend Mann, hoben ihrerseits ihre Waffen und alles, was man sonst noch so als Schlagstock oder dergleichen hätte benutzen können. Zwar war Velson ein Meister in der Kunst des Duellierens, jedoch war er kein kaltblütiger Killer und setzte diese Tötungsmethode nur in den größten Notfällen ein. Und das war auch der Grund, warum keiner damit rechnete, dass er gefährlicher war, als er aussah.
    Velson sah sich alle an. Alle Männer, die hier vor ihm standen, waren Leute der Crew. Sie trugen nach Rängen sortierte Uniformen und gehörten wohl der königlichen Armee an. Von den anderen Zwangsrekrutierten war jedoch keiner dabei. Es dauerte allerdings nicht lange, bis auch diese auftauchten. Das Geschrei hatte sie aus dem Schiffsinneren heraus gelockt und langsam gingen die Chancen für Velson gen 0, hier überhaupt irgendwie raus zu kommen. Bald schon standen nämlich an die 20 Personen um ihn herum. Doch keiner wagte sich, den ersten Schritt zu unternehmen. Alle lauerten darauf, dass die jeweils andere Seite begann. Diese kurzen Moment nutzte der Bandit, um einige Blicke über das Schiff zu werfen: ein gewaltiger Balon hielt dieses Wunderwerk in der Luft. An der Takelage befanden sich zudem mehrere Ruder, die vermutlich mit dem Steuerrad verbunden waren. Damit konnte man die Richtung eingeben. Zudem befanden sich an beiden Schiffsseiten seltsame, fassähnliche Metallgebilde. Sie alle besaßen eine Mündung, die nach außen, außerhalb des Schiffes, zeigten. An ihren anderen Enden jedoch waren seltsam pulsierende Kristallkugeln befestigt, bei denen selbst ein Laie erkannte, dass sie magischen Ursprungs waren.
    "Das müssen diese seltsamen Magiekanonen sein, von denen ich mal gehört habe." dachte sich der Bandit überrascht. Gerüchten zufolge waren sie in Kooperation mit dem Magiern von Skig gebaut worden. Das Gehäuse bestand aus Adamant, während der Rest von den Robenträgern entwickelt worden war. Da war es wenig verwunderlich, dass die feindlichen Invasoren von Killmar Interesse an den beiden anderen Königreichen hegten...
    "Senk endlich deine Waffe, du verdammter Spinner !" forderte plötzlich ein bärtiger Mann. Er schien der Kapitän zu sein, denn er stand zu Velson am Nächsten und strömte eine gewisse Autorität aus. Außerdem besaß er den im Vergleich zu den anderen Crewmitgliedern prunkvollsten Säbel. Und eben dieser war auf Velson gerichtet.
    "Vergesst es ! Ihr werdet mich auf keinen Fall dazu zwingen, einen beknackten Krieg zu führen !" erwiderte der Bandit, der immer noch von dem Luftschiff beeindruckt war.
    "Dann hast du nur zwei Möglichkeiten: du kämpfst und stirbst dabei, oder... du springst und stirbst ebenfalls."
    "Ich nehme Option Nummer 3: Ich kämpfe, werfe dich über Bord und kapere das Schiff !"
    Donnerndes Lachen war das Resultat. Doch mit einem blitzschnellen, völlig unvorhersehbaren Ausfallschritt und einem daraufhin folgenden, noch schnelleren Klingenangriff, verstummte das Lachen sofort. Noch ehe jemand etwas realisiert hatte, stand Velson wieder mit erhobener Klinge auf seinem alten Platz, während langsam das abgetrennte Barthaar des Kapitäns in Richtung Planken segelte. Entsetzt griff dieser an sein Kinn und jammerte seiner zerstörten Gesichtsbehaarung nach, als der Überlebenskünstler wieder das Wort ergriff.
    "Ihr kennt nun meine Fähigkeiten. Auch wenn meine Klamotten stinken, ich abgerissen und total verdreckt bin, solltet ihr mich nicht unterschätzen. Und jetzt lasst mich endlich gehen, sonst werden meine akrobatischen Künste, gepaart mit meiner Degenkunst und meinem explosivem Charme für eine Menge Stoff zum Weinen sorgen !" drohte der Bandit und sah in die Runde. Plötzlich blieb sein Blick an einer Frau hängen. Wo kam die denn her ? War sie etwa auch unter den Zwangsrekrutieren gewesen ?
    "Wenn ich Zeit hätte, würde ich die noch verführen... Aber naja. Schade um das Prachtweib, hoffentlich überlebt sie dieses Himmelfahrtskommando." dachte sich Velson und zwinkerte er ihr kurz zu. Doch plötzlich fing ein weiterer Bartträger an zu sprechen. Und von jenem wusste der Überlebenskünstler, dass er bei der "Audienz" im Thronsaal dabei gewesen war.
    "Dir wird eine Menge Gold entgehen, wenn du jetzt gehst." sprach er und versuchte in einem der wunden Punkte des Banditen zu puhlen. "Ich spreche hier nicht von ein paar Beuteln... Nein, ich meine gewaltige Haufen des Edelmetalls. Mehr, als du jemals ausgeben kannst !"
    "Ähhh..." entfuhr es Velson kurz, dann fing er sich und versuchte wieder gefährlich dreinzublicken.
    "Und stell dir vor... die ganzen Frauen ! Alle werden sie von dem großen Banditen gehört haben, der die Königreiche Adamant und Skig gerettet hat. Sie werden dir alle zu Füße liegen !"
    "Ohh verdammt... ähhhm..."
    Langsam fing der Bandit an zu schwitzen. Jedoch konnte er sich mit aller Mühe dazu bringen, nicht mit dem Sabbern anzufangen. Der Kerl da hatte verdammt gute Argumente, weshalb Velson bleiben sollte.
    "Und erst die..."
    "Ja ja ja... sei mal still, ich muss nachdenken !" unterbrach Velson und wischte sich kurz mit der freien Hand über den Mund, während der Schwertarm sich langsam senkte.
    "Klingt ja alles schön und gut, aber... ich vertrau euch nunmal nicht."
    "Wir dir auch nicht !" rief ein anderer Mann gereizt hinein. Auch er war einer der Fremden, die zu dieser Mission geschickt wurden.
    "Na, dann sind wir uns ja einig ! Das ist eine gute Basis, für eine Kooperation." sprach wieder der Alte und ließ symbolisch ein Säckchen mit Gold klimpern.
    "Das alles... und noch viel mehr !" war der erste Gedanke des Wegelagerers bei diesem Anblick und nun hatte er sich endlich entschieden. Er würde mitkommen. Fliehen konnte er ja immer noch, zum Beispiel wenn die Mission schief ging oder man so dumm war, ihm vorher genügend Beute zu überlassen. Außerdem konnte er so versuchen, die einzige Frau an Bord zu beeindrucken, um sie dann verführen zu können.
    "Wenn es am Ende auch ein großes Fest gibt, bin ich dabei." sprach er dann endlich und senkte vollends seine Waffe.
    "Natürlich." versprach der Argumentierer übertrieben und deutete auf ein Wasserfass hinter sich.
    "So viel Wein, wie du trinken kannst wird es geben !"
    "Einverstanden." brummte Velson dann, während seine Gedanken schon die Zukunft ausmalten: Wein, Weib, ein bisschen Gesang, viel Gold, noch mehr Wein und noch viel mehr Weiber. Ja, das waren doch gute Gründe, um mitzukommen !
    "Und jetzt schafft mal was zu Beißen herbei, mir hängt der Magen schon in den Kniekehlen... Außerdem will ich wissen, mit wem ich es zu tun habe."
    Die anderen Männer senkten jetzt endlich auch ihre Waffen, während der Bartträger die Schiffsbesatzung mit den Worten wegschickte, dass sie tun sollten, was der Überlebenskünstler verlangte. Essen sollte her. Und zwar auf einen Tisch mitten auf dem Deck des Schiffes. Denn keiner wollte den anderen aus den Augen verlieren. Vertrauen war ein Gut, welches man sich erst schwer verdienen musste...
    Claw is offline

  11. #11
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    Naeema hasste das Geschaukle des Schiffes. Ihr war schon wieder speiübel und sie hatte das Gefühl,anstelle ihres Magens eine sich wild windende Schlange in ihrem Bauch zu haben. Sie war es einfach nicht gewohnt, mit dem Schiff zu reisen. Schließlich war sie in den Bergen aufgewachsen und deshalb mit Schiffen noch nie in Berührung gekommen.
    Erschöpft legte sich die junge Frau wieder in die Hängematte in ihrer Kajüte.
    Doch auch dort fand sie keine Ruhe, nein, eigentlich wurde es nur viel schlimmer, denn diese verstärkte das Schaukeln nur noch.
    Seufzend hiefte sich Naeema hoch und trat wieder an Deck. Um sich herum befand sich kein Wasser, nur Luft! Aber trotzdem schaukelte das Schiff, als ob es sich auf hoher See befinden würde. Sie trat an die Reling und blickte nach unten, aber dichte Wolken versperrten ihr die Sicht. Wieder rebellierte ihr Magen, doch längst befand sich nichts mehr in ihm.
    Plötzlich wurde sie von lauten Rufen aufgeschreckt.
    Verwundert sah sie auf.
    Ein Mann, dieser Dieb, dem sie schon im Thronsaal des Königs begegnet war und der sich geweigert hatte, sie zu begleiten, hatte einen sehr heftigen Disput mit dem Kapitän des Schiffes und mit Hasran, dem Magier, der ebenfalls einer der Leute war, die der König beauftragt hatte, nach Skig zu gehen.
    Obwohl, Disput war unterdieben, alle drei standen mit gezogenen Waffen voreinander.
    Da der Bandit keinerlei Anstallten machte, seinen Rapier niederzulegen, sog auch Naeema ihre Kurzschwerter.
    Aber schließlich konnte Hasran ihn überzeugen, das es vielleicht doch nicht so schlecht war, diesen Auftrag des Königs auszuführen.
    Besonders die Aussicht auf Gold und Frauen schienen ihn umzustimmen.
    Typisch Mann! Ist doch immer das selbe!, dachte sie sich und steckte ihre Waffen ebenfalls weg.
    Auf den Wunsch des Diebes brachten Männer einen großen Tisch herbei und stellten ihn mitten an Deck auf.
    Auch wenn Naeema nicht den Wunsch verspürte, Nahrung zu sich zu nehmen, die sie sowieso nach kurzer Zeit wieder los werden würde, setzte sie sich, dem Banditen direkt gegenüber. Sie traute ihm nicht, kein kleines bisschen! Dennoch stellte sie sich vor, schließlich würden sie einige Ziet miteinander reisen.
    "Ich bin Naeema! Wie du grade sehr deutlich gemacht hast, hast du wohl nicht besonders viel Lust auf diesen Auftrag, oder?"
    yvain is offline Last edited by yvain; 02.05.2008 at 20:27.

  12. #12
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    Das Schaukeln auf dem Luftschiff wurde immer heftiger. Einige Matrosen schrieen etwas von "schlechter Wetterfront", doch schnell kam die Entwarnung. Zwar hatten sie ein Unwetter passiert, jedoch befand es sich unter dem Schiff und somit waren die Abenteurer nicht in Gefahr.
    "Nur für's Protokoll, nicht damit sich nachher einer beschwert: NEIN !" brummte Velson auf die Frage der Frau hin, ob er denn überhaupt Lust auf diesen Auftrag verspürte. Die Antwort war so klar und heftig gewesen, dass diese Naeema kurz erschrak. Doch Velson hatte nicht im Sinn, jetzt seine tollkühnen Künste zu demonstrieren. Er glaubte, die anderen hätten seine Position nun verstanden.
    "Ist doch klar, dass ein Freigeist sich nicht sonderlich gern entführen lässt." sprach der Bandit weiter und wirkte dabei etwas eingeschnappt. Kurz darauf packte er in einer Schüssel etwas, dass aussah, wie Fleisch. Angewidert verzog er das Gesicht und ließ es auf seinen Teller plumpsen. Mit Gabel und Messer versuchte er dann, dieses "etwas" vorsichtig zu sezieren.
    "Das ist Menschenfleisch." meinte einer gespielt todernst aus der Runde. Und der Scherz zeigte Wirkung: Würgend warf Velson das Stück Fleisch mitsamt dem Teller hinter sich in die Wolken.
    "Ich glaube, ich beschränke mich auf Gemüse und dergleichen." meinte er, nachdem er sich wieder gefasst hatte. Zuzutrauen war diesen seltsamen Menschen hier alles. Schließlich begaben sie sich absolut freiwillig auf eine selbstmörderische Mission. Velson jedoch kam nur mit, da er a) nicht einfach von hier verschwinden und b) dem Ruf des Goldes nicht widerstehen konnte.
    "Also... jetzt da ihr wisst, dass ich ein goldgieriges, versoffenes, aufreißendes Matschoschwein bin... möchte ich doch wissen, was eure Intention ist, sich von irgendwelchen hirnlosen, machtgierigen Trotteln aufschlitzen zu lassen ?" fragte der Bandit in die Runde und erntete dafür einige verbitterte Blicke.
    "Kommt schon... ihr wollt doch jetzt nicht ernsthaft mir den Schmuh mit "Für unser Vaterland" kommen, oder ? Die Zeiten sind vorbei... Könige beuten uns aus, lassen uns für ihre Krieger draufgehen oder werfen uns dem gemeinen Pöbel um sprichwörtlichen Fraß vor, wenn es ihnen nach Belustigung dürstet." munierte sich der Überlebenskünstler empört.
    "Ich jedoch tue einfach das, was meine Bestimmung ist: Ich nehme den Reichen ihr Gold ab, um..."
    "Es den Armen zu geben ?" fragte die Frau.
    "... um es selber auszugeben." vollendete der Bandit seinen Satz und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, nachdem er mit seinem Gemüse fertig war.
    "Moral ist was für Menschen, die sich unterordnen. Und ich ordne mich niemanden unter... Also, warum tut ihr euch das Ganze hier überhaupt an ?" fragte Velson, doch plötzlich schrieen die Matrosen lauter als zuvor. Dieses Mal handelte es sich jedoch nicht um irgendwelche Unwetterwolken, sondern alles drehte sich um ein weiteres Luftschiff, welches just neben ihnen aus den Wolken brach. Noch ehe man sich versah, hörte man plötzlich ein seltsames Geräusch und dann eine Art zischende Explosion. Velson sprang auf und... ließ sich sofort wieder fallen; dicht an seinem Kopf flog eine magische Masse, von unglaublich starker Hitze an ihm vorbei. Wieder und wieder wiederholten sich die Geräusche und nun wurde dem Überlebenskünstler klar, dass das zweite Luftschiff ebenfalls über diese Magiekanonen verfügte und gerade im Begriff war, sie in tausend Fetzen zu zerschießen. Der Kapitän bestätigte dies, nachdem er völlig hektisch an Deck gelaufen war. Er murmelte etwas von "... sie haben die Collector gekapert !" und "Jetzt ist das Königreich verloren !"
    Der Bandit schluckte. Er verstand: die Invasoren von Killmar hatten ein anderes Luftschiff von Adamant in ihre Gewalt gebracht und befanden sich wohl ebenfalls auf dem Weg nach Skig, um die Magier dort mit ihrer neuen mächtigen Waffe zu beeindrucken. Dummerweise waren die beiden Luftschiffe nun mitten im Himmel aufeinander gestoßen und es entbrannte allmählich eine wilde Schlacht, die vorerst ausschließlich mit diesen magischen Kanonen geführt wurde.
    "Wird Zeit für Plan... Plan E !"
    "Plan E ?" schrie Naeema, die sich noch auf den Planken lag und sich vor dem splitternden Holz duckte.
    "Jawoll ! ENTERN !" brüllte Velson irrsinnig, sprang auf, hetzte zur Takelage, krabbelte diese in Windeseile hinauf und schnappte sich dort ein Seil. Dann tat er das Dümmste, was man in solch einer Situation nur tun konnte: er enterte alleine das vollbesetzte feindliche Luftschiff !
    "Das gehört jetzt mir, dem großen Velson !" rief er, nachdem er auf dem Deck gelandet war und die absolut überraschten Soldaten von Killmar ihn entdeckt hatten. Dann begann ein ziemlich ungleicher Kampf: Rapier und halsbrecherische Akrobatik gegen dutzende Säbel, Speere und Schwerter. Insgeheim hoffte er jedoch, dass ihm seine neuen "Teamgefährten" unterstützen würden: auch wenn sie "nur" die Geschütze des eigenen Schiffes betätigten...
    Claw is offline

  13. #13
    Lehrling yvain's Avatar
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    Skeptisch hatte Naeema den Dieb beim Essen beobachtet. Aber er hatte ja schon selbst zugegeben, was für eine Sorte von Mensch er war. Nämlich die Sorte, die die junge Frau normalerweise mied. Und jetzt war sie gezwungen, mit solch einem Menschen auch noch mehr Zeit zu verbringen, als ihr lieb war.
    Außerdem traute sie Velson nicht das kleinste bisschen. Sollte diese Grupe jemals verraten werden, Naeema würde sofot den Dieb verdächtigen.
    Plötzlich tauchte ein weiters Luftschiff neben ihnen auf. Irgendeine seltsame Masse flog über ihre Köpfe inweg, sodass sich Naeema auf die Planken warf und ihren Kopf einzog.
    Neben ihr murmelte Velson irgentwas von "Plan E", sprang auf und enterte das Schiff!
    Da Naeema keine Ahnung hatte, wie man die Geschütze des Schiffes bediente, rief sie:
    "Hasran! Kümmer dich mal um die Geschütze!", weil sie dachte, der Magier vielleicht mehr Ahnung davon habe könnte.
    Dann beförderte sie sich auf die selbe Weise auf das gegnerische Schiff wie Velson.
    Sofort war auch sie von Soldaten umringt.
    Ihr rebellischer Magen und das starke Schaukel des Schiffes machte es ihr nicht unbedingt einfacher, sich erfolgreich zur Wehr zu setzten.
    Aber sie schaffte es dennoch irgendwie, zwei der Soldaten ins Jenseits zu befördern.
    Schließlich war sie an Velsons Seite und rief ihm zu: "Bist du wahnsinnig? Wir solten schleunigst wieder auf unser Schiff!
    yvain is offline

  14. #14
    Truhe  Salieri's Avatar
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    Ab hier beginnt die eventuelle Fortsetzung der Story, die nicht mit in die Wertung mit eingeflossen ist!!!
    Salieri is offline

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