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Reviewcenter Archiv #1

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    Deus Avatar von Pontius Pilatus
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    Premutos - der gefallene Engel
    [Bild: Premutos.jpg]

    Erscheinungsjahr: 1997
    Regie: Olaf Ittenbach
    Genre: Splatter


    Inhalt:
    Seit Anbeginn der Menschheit sorgt der gefallene Engel Premutos in regelmaessigen Abstaenden für grausigen Kahlschlag unter den Menschen, doch gelang es den Menschen immer wieder, den Daemon in seineSchranken zu weisen. Nun, in der Gegenwart, stehen seine Chancen besser, bedient er sich doch zu seiner neuerlichen Auferstehung der sterblichen Huelle des Fuestenfeldbrucker Vorstadtjuenglings Matthias.Der hält bald blutiges Stafgericht unter Verwandten und Bekannten.
    (c) by medienversand

    Meine Meinung:
    Olaf Ittenbach liefert mit Premutos seinen dritten und wohl mit abstand besten Film ab. Der Film besteht aus einem knapp 45 Minütigen vorgeplänkel, dass mehr oder weniger langweilig ist. Doch dann, auf der Geburtstagsparty geht es wirklich los... ein gorefest erster Güte, mit effekten weit über dem durchschnitt. Das Waffenarsenal von Matthias Vater wird wirklich voll eingesetzt, inklusive auftritt eines Schützenpanzers. Der Film nimmt sich auf keinen Fall ernst, auch am Anfang geschehen einige sehr absurde und ab und an sogar lustige Dinge, aber im letzten drittel wirds dann wirklich lustig^^ Dieses drittel ist auch mit sicherheit die Daseinsberechtigung des Films und hat wohl auch 100% des Budgets abgekriegt. Die Effekte sind ja, wie schon angedeutet wirklich super. Natürlich sind sie nicht auf Hollywoodstandard, aber was Olaf Ittenbach da vor die Kamera zaubert ist wirklich technisch sehr sehr gut und auch streckenweise sehr fantasievoll.
    Der Film ist zweifellos ein absoluter partyfilm und am besten mit ein paar guten Freunden vor dem Fernseher oder noch besser einem Videobeamer zu bestaunen. Da sind lachsalven garantiert! Lasst euch nicht von der niedrigen imdb Werung irritieren, wer splatterfilme mag wird den hier lieben. Wer splatter nicht mag wird einfach nur gelangweilt und angeekelt sein.

    IMDB Wertung: 5.1


    Einzelwertungen:
    Darsteller: 4
    Plot: 2
    Effekte: 9
    Anspruch: 1
    Gesamteindruck: 8

    Trailer
    Pontius Pilatus ist offline Geändert von Harbinger (04.03.2009 um 04:31 Uhr)

  2. #2 Zitieren
    Forentroll  Avatar von Harbinger
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    Ein Zombie hing am Glockenseil

    [Bild: Zombie%20hing%20am%20Glockenseil.jpg]

    Kinostart: 11.09.1980
    Genre: Horror/Splatter
    Regie: Lucio Fulci
    Darsteller: Christopher George, Catriona MacColl, Carlo De Mejo
    FSK: Indiziert/Beschlagnahmt (ungekürzte Fassung) bzw. 16 (gekürzte DVD Fassung von der VZ Handelsgesellschaft)

    Inhalt: In Dunwich, einem kleinen Ort irgendwo in den USA, begeht ein Priester Selbstmord. Das Medium Mary sieht das ganze in einer Vision und gibt kurz darauf scheinbar den Löffel ab. Lebendig begraben wird sie von dem Reporter Peter gerettet. Die beiden erfahren, dass das Ende der Welt nahe ist, da der Selbstmord des Pfarrers die Tore zur Hölle geöffnet hat. Wenn diese vor Allerseelen nicht wieder geschlossen werden, so wird der jüngste Tag gekommen sein. Also brechen die beiden nach Dunwich auf, um es mit dem Zombiepriester und seinen untoten Horden aufzunehmen.

    Kritik: Klingt ja eigentlich halbwegs durchdacht, die Story. Aber schon der Name des Regiestuhl-Besetzers sollte uns die eingeschlagene Richtung anzeigen. Denn Fulci hat es Zeit seines Lebens wieder und wieder geschafft, die besten Drehbücher gekonnt in den Sand zu setzen.
    So auch die (mit Lovecraft-Referenzen gespickte) Story vom toten Priester am Glockenseil. Denn im Endeffekt ist die Geschichte um die unzähligen Zensuren und Verbote des Streifens wohl spannender, als der Film selber. Denn bei diesem (von Fulci-Jüngern beinahe kultistisch verehrten - frag mich was die alle genommen haben...) Filmchen hat Fulci fast alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Die Story wird träge und zusammenhangslos erzählt, es werden immer und immer wieder kleinstädtische Episoden aus Dunwich eingeflochten, die so goar nix mit der eigentlichen Handlung zu tun haben, sowieso schien der Drehbuchautor keine wirkliche Ahnung zu haben, was er da schreibt, da im Endeffekt eine zufällige Szene die nächste jagt und sich am Ende sowas wie ein Gesamtbild daraus ergeben soll. Pustekuchen. Das Ding fällt schon alleine beim schiefen anschauen auseinander.
    Wo wir schon gerade bei den Verbrechen des Drehbuchschreibers sind: Viel Sinn für rationales Denken schien der Mann auch nicht zu haben. Denn irgendwie akzeptiert jeder, aber auch wirklich jeder in dem Film die Sache mit dem aufgestoßenen Tor zur Hölle, dem Ende der Welt und sowieso den ganzen herumkreuchenden Untoten schon beim ersten Hinhören mit halbem Ohr. So bricht der Mann, den wir in Ermangelung eines besseren Exemplars mal "unseren Helden" nennen, also Reporter Peter (wirklich Heldenhaft ist der Kerl maximal in der Szene, in der er die lebendig begrabene Mary rettet...), auf der Stelle nach Dunwich auf, als ihm eine alte Schachtel, die er vor grob geschätzt drei Minuten kennengelernt hat, prophezeit, dass die Welt untergehen wird.
    Dann schwenken wir doch mal fix zu den Dialogen. Meinen absoluten Liebling kann ich ganz gerne mal zitieren. Fertig? Okay, Peter und Mary stehen irgendwo in der Wildnis und haben sich verfahren. Also beginnt sie einen unsterblichen Dialog mit "Ich hab' Hunger.", woraufhin Peter, ganz Gentleman, antwortet "Gut, im Handschuhfach ist noch ein Lolli. Bedienen Sie sich." Ganz großes Kino...
    Da haben wir doch auch eine schicke Überleitung zu den darstellerischen Leistungen geschaffen. Christopher George macht als Peter gar keine so üble Figur, immerhin hat er mit grob geschätzt drei Gesichtsausdrücken etwa zwei mehr drauf, als jeder andere der Darsteller. Catriona MacColl kann ganz gut aussehen, damit hat sich's aber auch. Und dem Schauspieler von Father William Thomas, dem Zombiepriester, attestiere ich hiermit den dümmsten Gesichtsausdruck beim am Strick hängen ever...
    Weiterer Anlass für mich in schallendes Gelächter auszubrechen: die deutsche Synchronisation. Stellenweise geht die tatsächlich ganz in Ordnung, aber bei den heutzutage verfügbaren Fassungen (also auch der furchtbar verstümmelten deutschen 16er-Fassung) schien die deutsche originalsynchro von 1980 nur noch teilweise verfügbar gewesen zu sein. Also haben die findigen DVD-Bastler sich scheinbar den einen oder anderen Passanten von der Straße für ne Mark und ne halbe ins Studio geholt, ihnen ein Blatt Papier in die Hand gedrückt und sowas wie "Da ist das Mikro, bitte vorlesen" gesagt. Anders kann ich mir die lustigen "Ich hab auf einmal ne andere Synchronstimme"-Passagen nicht erklären. Aber wenn's denn wenigstens über den Film verteilt immer die gleichen geblieben wären... Nö. Da hat die eine oder andere Figur mal gut und gerne drei bis fünf verschiedene Synchronsprecher über den Film verteilt.
    Gut gut, so weit haben wir schonmal die mittelschweren Katastrophen des Films abgehakt. Kommen wir zu dem, was Fulci laut seiner unzähligen Fans (ich frag mich wo die sich alle verstecken... ich kenne persönlich nicht einen einzigen) beherrscht wie kein zweiter: Gore und Atmosphäre. Oh ja, er hat beim Zombie am Glockenseil über weite Strecken hinweg eine wirklich greifbare Atmosphäre erschaffen. Nämlich eine der Langeweile. Etwa die ersten achtzig Minuten zieht der Film sich wie Kaugummi, kommt überhaupt nicht in die Gänge, dreht sich dauernd nur im Kreis... Wer da nicht wegpennt kann sich immerhin darüber freuen, dass gegen Ende doch noch das eine oder andere Fünkchen Atmo aufkommt. In den letzten zehn Minuten schafft Fulci das unfassbare: Er macht was Anschaubares aus dem Film. Ist auch nicht groß schwer, da ist die Story eh schon so gut wie vorbei... Also, die letzten zehn Minuten haben was... Da stimmt auf einmal das Bild, der Ton... Rettet aber auch nicht viel, bei den vorherigen, unglaublich schnarchigen 80%...
    Und was war da noch? Ah, klar. Gore. Das Wort, auf das die meisten Fulci-Fans sicher schon gewartet haben. Um es kurz zu machen: Auch nix wirklich tolles. Hier und da wird mal ein wenig geschplodderd, am bekanntesten dürften wohl die zwei Szenen sein, in denen die junge Dame sich in der Fahrgastzelle ihres Autos ihrer Innereien entledigt (nettes Detail am Rande: Der Kerl, der in der Szene mit ihr rumknutscht, ist der spätere "Dellamorte Dellamore"-Regisseur Michelle Soavi) und die mit der Bohrmaschine. Die haben beide ein gravierendes Problem: Sie sehen unglaublich unecht aus. Vor allem die Bohrmaschinenszene. Ich meine... man sieht genau, dass der Bohrer nur eine Länge von etwa zehn bis zwölf Zentimeter hat. Trotzdem schafft das Ding es, dem bedauernswerten Opfer (bedauernswert, weil er in diesem Film mitspielen musste...) von einer Schläfe zur anderen zu fräsen.
    So, jetzt durchforste ich noch mal fix mein Gehirn nach irgend welchen positiven Aspekten, die ich vergessen habe... Nö. Alles drin. Und negative? Oh ja. Teleportierende Zombies, der seltsame Gehirn-Rausquetsch-Move, ständige Fulci-typische "Ich zoom auf die Augen"-Einstellungen, das seltsame Ende (ist im Schneideraum entstanden, weil das Originalmaterial verloren ging und Fulci wohl zu faul war, um das noch mal zu drehen) und und und...
    Kommen wir zum Fazit: "Ein Zombie hing am Glockenseil" ist Gülle. Klingt hart, ist aber so. Der Film hat seinerzeit wegen der überzogenen Gewaltdarstellung mächtig hohe Wellen geschlagen. Heutzutage kann man da nur müde drüber lächeln, denn da gab's schon dutzendfach brutaleres und vor allem auch handwerklich besseres. Dummerweise hat der Film abgesehen von seinen Splatterszenen nix zu bieten. Und die sind (wie fast immer bei Fulci) so selbstzweckhaft, dass man nicht drüber lachen kann. Kann man im nüchternen Zustand sowieso nicht gut über den Film. Also auch nix für wirkliche Trashfans, die sich gerne über "So bad it's good"-Movies amüsieren. In ungefähr drei bis vier Augenblicken blitzt in der ganzen Chose so was wie Kompetenz auf, der Rest des Films ist ein schlecht am Schneidepult zusammengestückeltes Stümperwerk... Zum abgewöhnen...

    Einzelwertungen
    Darsteller: 03/10 (Michelle Soavi und Christopher George sind die Höhepunkte, den Rest kann man komplett vergessen)
    Plot: 03/10 (ganz nette Grundidee, aber über längere Laufzeit hinweg versumpft das ganze doch arg)
    Effekte: 04/10 (ein paar sind gar nicht so übel, aber der Großteil ist einfach nur lachhaft)
    Anspruch: 03/10 (der Film versucht wenigstens eine halbwegs schlüssige Geschichte zu erzählen, was aber leider gründlich schief geht)
    Gesamtwertung: 01/10 (habe zwischen 1 und 2 geschwankt, aber mehr als eine glatte 1 ist es eigentlich nicht...)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 6.2)
    Link zum deutschen Kinotrailer
    Die DVD bei Amazon.de
    Harbinger ist offline Geändert von Harbinger (04.03.2009 um 04:33 Uhr)

  3. #3 Zitieren
    Deus Avatar von Pontius Pilatus
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    Erscheinungsjahr:1995
    Genre: Episodenfilm/Komödie
    FSK: 16


    Inhalt:

    der Film ist in vier unterschiedliche episoden geteilt, die sich jeweils in einem Hitelraum abspielen. Das ganze wird zusammengehalten durch den Pagen Ted.
    Die erste Episode handelt von einem Hexenzirkel, die ihre tote Göttin wiedererwecken wollen.
    Die zweite Episode von einem durchgeknallten Ehepaar, dass wohl leichte Eheprobleme hat.
    In der dritten Episode muss Ted auf die beiden Missratenen Kinder eines reichen Ehepaars aufpassen.
    Die vierte Episode handelt von 3 Männern, die eine abartige Wette laufen haben.

    Meine Meinung:

    Der Film wurde mir schon dutzenden Leuten empfohlen und streckenweise in den Himmel gelobt. Dem wird der Film beigott nicht gerecht. Klar, er ist nicht wirklich schlecht, für einen langweiligen Fernsehabend auch ganz angemessen, aber keine der Episoden mag mich wirklich zu überzeugen. Die erste ist absolut langweilig, die Hexen sehen nichtmal sonderlich gut aus (wohl auch Geschmackssache^^). Es passiert einfach nicht wirklich was. Die "Story" dahinter ist strunzdämlich und nichtmal Wert so genannt zu werden. Auch die zweite Episode kann überhaupt nicht überzeugen. Der durchgeknallte Ehemann wird zwar recht überzeugend dargstellt, aber wenn diese Situation spannend sein soll, dann wurde das Ziel absolut verfehlt. Nur die Szene wo Ted sich aus dem Klofenster lehnt ist recht lustig, mit dem Pfeil der auf ihn deutet^^ Und dem Typen der aus dem Fenster über ihm rausschaut...
    Die dritte Episode ist der Lichtblick des Filmes. Die beiden Kinder spielen super mit, die Ideen sind recht lustig und Teds versuche die Kinder ins Bett zu bekommen sind recht gut und lustig. Antonio Banderas spielt seine Rolle als Mafiosi sehr gut. Die Szene wo er am Ende reinkommt und das Chaos sieht... wirklich sehr lustig xDDD Oder auch wo der Sohn die Zigarette hinter sich wirft und dann alles nochmehr brennt...(wegen einer Zigarette^^) Der übergang zwischen der dritte und der vierten Episode ist auch super... wo Ted mit den drei Kiffenden und Playstation zockenden Frauen telefoniert... einfach genial xDDD
    Auch die vierte Episode ist recht gut (basiert auch auf einer Kurzgeschichte von Roald Dahl, welchen ich vergöttere)... ohne zu spoilern kann ich leider nicht wirklich viel sagen, aber Teds reaktionen und allgemein die Geschichte ist recht lustig. Ausserdem spielt Quentin Tarantino und Bruce Willis mit.
    Tim Roth spielt die Rolle des gestressten Pagen Ted wirklich genial. Seine Mimik ist streckenweise äusserst lustig, wenn sie auch etwas übetrieben sind. Effekte gibt es quasi keine...


    Einzelwertungen:
    Darsteller: 7
    Plot: 5 (die ersten beiden 3, die anderen 7, als mittelwert für den ganzen Film 5)
    Effekte: 4
    Anspruch: 4
    Gesamteindruck: 5

    IMDB Wertung: 6.3
    Trailer auf youtube
    Die DVD bei Amazon.de
    Pontius Pilatus ist offline Geändert von Harbinger (12.06.2009 um 19:52 Uhr)

  4. #4 Zitieren

    Silent Dreams
    Avatar von DeadPoet
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    2. DVD Erscheinung war: 04.06.2007

    3. Surival Horror

    4. Studenten aus den USA & Australien machen Ausflug nach Brasilien.
    Nachdem der Reisebus verunglückt , haben sie die Wahl 10 Stunden auf den nächsten Bus zu warten oder in ein kleines Strandparadies zu gehen, wo es von weißem Strand und hübschen Brasilianer/innen nur so wimmelt.
    Doch bald stellt sich das Ganze als eine Touristenfalle heraus.

    5. Der Film beginnt recht interessant, der agressive viel zu schnell fahrende Reisebusfahrer ist wohl der Horror für jedem Urlauber, zumal es der Wirklichkeit durchaus entsprechen kann.
    Nachdem die Reisenden aus dem Bus klettern können, begeben Sie sich also in das Urlaubsdörfchen.
    Wer Hostel kennt, wird hier wohl einige Parallelen bemerken. Es gibt Logvögel, ein bisschen Softsex und Urlaubsatmosphäre.
    Als der böse Dotoorrr auftaucht, wird das ganze dann ein typischer Survival Horror. Die Charaktere werden für Teenie Horror Verhältnisse recht ordentlich dargestellt, aber Anspruch sollte man natürlich nicht suchen.
    Es gibt einige ganz nette Splatterscenen (Stift ins Auge), bleibt aber noch im normalen Rahmen. Von der Handlung her gibt es ein paar kleinere Wendungen im Film so dass nicht alles offensichtlich ist.
    Die Mischung aus Urlaubsatmosphäre und Menschenjagd war für mich okay. Daher es gibt z.B. einige hübsch anzusehende Tauchscenen in Kombination mit Action.
    Aus meiner Sicht kann man sich ihn ansehen, er ist relativ spannend, aber man sollte nicht so viel erwarten - vor allem nicht als Horror Veteran. Das Gruselige an dem Film ist vielleicht, dass vieles in dem Film durchaus so passieren könnte.

    Der Film ist meiner Meinung nach ein ordentlicher Horrorfilm für die ganze Familie, die sich anschließend freuen, dass sie dieses Jahr keinen Sommerurlaub in einem exotischen Land gemacht haben.

    6. IMDB Wertung: 4.8

    7. Darsteller = 5 (Weder nervig noch besonders Eindrucksvoll. Ansehnlich, ich fand den brasilianischen Führer am sympathistischen, gefolgt vom großen "Du darfst das nicht und zieh dein BH wieder an" Bruder)
    Plot = 6 (Grundidee find ich sehr gut und deshalb kann man auch gut in den Film eintauchen, ein paar weitere Wendungen und das Ende find ich prinzipiell auch okay)
    Effekte= 6 (Für Ottonormalgucker passend, für Horror Veteranen zu soft.)
    Anspruch = 3 (Dümmlich wirkt er jetzt nicht, aber mehr als Popkorn Kino auch nicht)
    Gesamteindruck = 6

    8. Trailer
    Die DVD bei Amazon.de
    DeadPoet ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:02 Uhr)

  5. #5 Zitieren
    Forentroll  Avatar von Harbinger
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    DVD-Start: 24.05.2007
    Genre: Fantasy/Drama
    Regie: Don Coscarelli
    Darsteller: Bruce Campbell, Ossie Davis, Ella Joyce
    FSK: 12

    Inhalt: In einem Altersheim in Texas vegetiert ein alter Mann ohne Freunde, ohne Verwandte, ohne Illusionen, dafür mit einem Geschwür an seinem besten Stück dahin. Sein Name ist Sebastian Haff. Zumindest behauptet das die Oberschwester. Er ist da ganz anderer Meinung. Er ist Elvis Presley, der King Of Rock, der seinen Lebensabend hier fristet, weil er vor langer Zeit genug von dem Rummel um seine Person hatte und mit einem gewissen Sebastian Haff den Platz getauscht hat. Doch etwas seltsames geht in dem Altersheim vor. Irgend etwas jagt die Bewohner und frisst ihre Seelen...

    Kritik: Es ist etwa zwei Jahre her, dass ich zum ersten Mal von "Bubba Ho-Tep" gehört habe. Der Name Bruce Campbell ließ mich aufhorchen, denn der Mann ist spätestens seit dem ersten Anschauen von "Tanz der Teufel" (eher schon seit "Die Abenteuer des Brisco County Jr.") eine Legende für mich. Auch Don Coscarelli dürfte dem geneigten Splatterfan ein Begriff sein, realisierte er doch immerhin die allseits bekannte und beliebte Splattersaga "Das Böse". Dazu eine abgedrehte Story... Ich hatte mich schon auf eine blutrünstig-witzige Horrorkomödie gefasst gemacht. Oh wie falsch ich doch lag...
    "Bubba Ho-Tep" ist kein Horrorfilm. "Bubba Ho-Tep" ist auch keine Komödie. Denn der Film ist weder gruselig noch besonders lustig. Fantasy trifft den Kern der Sache auch nur halbwegs. Denn im Herzen ist "Bubba Ho-Tep" die Geschichte eines Mannes, der seinen Lebensabend erreicht hat und der sich angesichts seines nahenden Todes mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzt. Denn die abstruse Story um die seelenfressende Mumie (ja, ich meine das genau so, wie es da steht) bildet im Prinzip nur einen Rahmen, damit Bruce Campbell seine Rolle als alter, verbitterter Elvis ausleben kann.
    Und wie er das tut. Bruce Campbell spielt den King nicht, er ist schlicht und ergreifend der King. Wenn er mit riesiger Brille und Gehhilfe durch die tristen Korridore des Altersheims stakst, dann hat man nicht das Gefühl den aufschneiderischen Ashley J. Williams aus den "Tanz der Teufel"-Filmen vor sich zu sehen, ein Bild, das sich dem geneigten Zuschauer so gut wie immer aufdrängt, wenn er Bruce Campbell irgendwo sieht. Die anderen Darsteller machen ihre Sache auch ziemlich gut, vor allem Ossie Davis kann ich nur hervorheben... Ich verrate mal lieber nicht, welche Rolle er spielt.
    Achtung, jetzt kommt die Holzhammer-Überleitung: Was machen die Darsteller meistens vor der Kamera? Richtig, sie reden. Und wenn man das alleine macht, dann nennt man das Monolog. Und davon gibt es eine ganze Menge in "Bubba Ho-Tep". So lässt Elvis sich oft und gerne über die Vergangenheit aus, sehnt sich nach seiner Familie, die nicht weiß, dass er noch lebt, fragt sich ob seine Frau Priscilla ihn besuchen würde, wenn sie es wüsste... Und bei diesen Passagen kann man nicht anders, als Sympathie für den griesgrämigen alten Mann entwickeln.
    Hin und wieder wird dann auch in eine Rückblende geschnitten, in der Campbell einen jüngeren Elvis spielt. In diesen werden selten Worte gesprochen, viel mehr wird alles von bluesig-rockig-melancholischer Musik untermalt, die zwar nicht von Elvis Presley selbst stammt, aber ganz ohrenscheinlich (schönes Wort) eine Homage daran darstellen soll. Und man kann darüber sagen was man will, der Score passt einfach wunderbar zu den Bildern.
    Sowieso ist die ganze Inszenierung überaus gelungen. Das Pacing ist hier und da ein wenig... sagen wir mal, lahmarschig. Aber im Prinzip stört das gar nicht so sehr. Der Film lässt sich eben Zeit. Denn obwohl man eigentlich die ganze Zeit nur Elvis beobachtet, wie er sich mit seinen Mitmenschen unterhält, wie er in der Gegend herum spaziert, wie er hin und wieder die Mumie verfolgt... es wird nicht langweilig.
    Effekte gibt es wenige. Einer wäre Campbells Gegenspieler selbst, die Mumie mit Stiefeln und Hut. Durchaus gut gemacht, aber relativ zweitrangig. Ansonsten ein paar Sternenverschiebungen, Skarabäen und noch ein paar Kameratricks. Nichts außergewöhnliches, aber darauf kommt es in dem Film wahrlich nicht an.
    Und noch ein paar Worte zur Atmosphäre des Films: dicht und wahrlich ergreifend. Der Film hat eine sehr melancholische Grundstimmung und trägt diese über die ganze Lauflänge hinweg bis zum großen Finale. Und auch wenn das Ende sicherlich kein Happy End ist, so lässt es den Zuschauer doch mit einer befriedigten, positiven Stimmung zurück.
    Kommen wir zum Fazit: Wer bei "Bubba Ho-Tep" eine Komödie, einen Horrorfilm oder etwas in der Richtung erwartet, der wird möglicherweise enttäuscht sein. Ich war es nicht. Denn der Film ist so außergewöhnlich, so einprägsam, so unterhaltsam, so gut. Es gibt nur wenig Blut, es gibt wenige Scherze (die wenigen sind allerdings ziemlich gut), es gibt viele Dialoge und viel Charakterentwicklung. Bruce Campbell und Ossie Davis spielen fantastisch, die Story ist erfrischend, die Inszenierung makellos. Minimales Problem: Die Vermischung des ernsthaften Themas und der abgedrehten Story ist nicht immer perfekt gelungen. Aber darüber kann man hinweg sehen. Ein absolut sehenswerter Film. Für jeden. Und einer der wenigen Filme, bei denen ich bedenkenlos sagen kann, dass er schön ist.

    Einzelwertungen
    Darsteller: 08/10 (Bruce Campbell und Ossie Davis sind genial, der Rest des Casts liefert eine zumindest solide bis positive Leistung ab)
    Plot: 08/10 (abgedreht genial, leider mit wenigen Überraschungen)
    Effekte: 05/10 (wenige Effekte, die sind dafür handwerklich sehr ordentlich)
    Anspruch: 08/10 (ganz sicher kein Party-Film, sehr tiefgründig das)
    Gesamtwertung: 8.5/10 (ein Film der wirklich nahe geht und den ich mir immer wieder anschauen kann... möchte man bei der abstrusen Prämisse gar nicht vermuten)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 7.4)
    Link zum Trailer
    Die DVD bei Amazon.de

    P.S.: Nächstes Jahr soll das Prequel, "Bubba Nosferatu", in die Kinos kommen. Ich freu mich schon.
    Harbinger ist offline Geändert von Harbinger (10.01.2010 um 16:30 Uhr)

  6. #6 Zitieren
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    Erscheinungsjahr: 2005
    Genre: Splatter/Komödie
    FSK: 16

    Inhalt:
    Das ganze beginnt ganz normal, wie eine zweitklassige amerikanische Teeniekomödie. Hauptfigur Nathan und seine Freunde haben die üblichen Sorgen mit Mädchen etc... doch dann wird Nathan unabsichtlich von seiner Mutter getötet, welche ihn dann per Vodoo ins Leben zurückholt... er ist noch kein Zombie im eigentlichen Sinn, aber er ist untot, sehr stark und hungrig auf (Menschen-)Fleisch. Er beist als "unabsichtlich" einen Mitschüler, weswegen sich die Zombieplage ausbreitet... jetzt heißt es kämpfen.

    Meine Meinung:
    Wirklich sehr lustiger funsplatter aus Irland... Man merkt zwar deutlich, dass es ein independentfilm ist, doch das budget ist trotzdem ganz ok, die Schauspieler durchaus gut (auch wenn der ein oder andere wohl an der Bushaltestelle gecastet wurde), die Effekte recht überzeugend und auch die Schauplätze sind recht gut auswählt... Es gibt die ein ander andere echt eklige Szene (ich sag nur Blowjob^^) und am Ende ein richtiges effektfeuerwerk mit einem Mähdrescher und ner Menge Zombies (ist allerdings recht schnell geschnitten, aber trotzdem genial^^)... die Witze sind meist recht witzig, vorallem die beiden Freunde von Nathan sind wirklich recht witzig... Wir haben uns streckenweise recht amüsiert über die beiden... Die Masken der Zombies sind durchaus sehr gut, können leicht mit teureren Produktionen mithalten... Was den Splatterfreund natrlich besonders freud, ist dass alle Effekte Handgemacht sind(von Bob Keen, der unter anderem die Effekte von Hellraiser 1-3 gemacht hat), da ist nichts nachbearbeitet. Wie bei den meisten Funsplattern sollte man auch diesen hier am besten in einer fröhlichen Runde mit einigen Freunden ansehen, dann entfalltet er erst sein richtiges potential.

    Einzelwertungen:
    Darsteller: 6 (einige sehr sehr gut, andere etwas schwach... insgesamt ne 6)
    Geschichte: 5 (Anfangs standardhollywoodgesülze, später Zombies...)
    Effekte: 7 (man sieht eindeutig, dass alles selbst gemacht wurde und das zahlt sich wieder mal aus)
    Anspruch: 3
    Gesamtwertung: 7 (wer funsplatter ala Dead and Breakfast etc mag wird den hier lieben)

    IMDB Wertung: 5.0
    Trailer bei youtube
    Pontius Pilatus ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:04 Uhr)

  7. #7 Zitieren
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    Kinostart: 18.04.1980
    Genre: Horror/Splatter
    Regie: Marino Girolami
    Darsteller: Ian McCulloch, Alexandra Delli Colli, Sherry Buchanan
    FSK: Indiziert/Beschlagnahmt (ungekürzte Fassung) bzw. 16 (gekürzte DVD-Fassung)

    Inhalt: In einem New Yorker Krankenhaus verschwinden Leichenteile. Der Täter wird gestellt, entzieht sich dem Justizvollzug allerdings durch einen beherzten Sprung aus dem nächstbesten Fenster. Das FBI findet heraus, dass er von einer Südseeinsel stammt, auf der ein mörderischer Kannibalenkult, die Kito-Sekte, haust. Also brechen FBI-Gesundheits-Agent Dr. Peter Chandler und die Antropologin Lori Ridgeway auf, um den Kannibalenpack einen Besuch abzustatten.

    Kritik: Willkommen in der Abteilung "Mogelpackung Par Excellence". Denn, auch wenn ich damit ein wenig spoilere: Wer den Film ausem Regal holt, um sich Kämpfe zwischen Zombies und Kannibalen anzuschauen, der wird sich ziemlich ärgern. Sowas gibt's in diesem Filmchen nämlich exakt handgezählt einmal und diese kurze Prügelei dauert grob geschätzt zweieinhalb Sekunden.
    Wer den Film ausem Regal holt, um sich eine antropologische Studie über Südsee-Kannibalen anzuschauen, der hat eben so wenig Spaß dran. Denn die netten Herren Menschenfresser sind in dem Film irgendwie leicht debil geraten, hüpfen aus Fenstern, rennen schreiend auf Menschen mit Feuerwaffen zu und futtern auch ganz gerne mal an ihren Opfern, während noch ein paar lebendige Menschlein mit Knarren rings rum stehen und draufballern. Nicht gerade Harvard-Absolventen, diese Inselvölker.
    Wer den Film allerdings ausem Regal holt, um mal wieder ordentlich zu lachen, der könnte wohl Erfolg damit haben. Zumindest mit der ersten halben Stunde. Denn die ist stellenweise wirklich zum Schreien komisch.
    Das fängt schon an, als in der Eingangssequenz unser mysteriöser Leichenteil-Dieb sich mit einer Säge an einem toten Körper zu schaffen macht und die abgesägte Hand nicht nur wackelt als wäre sie aus Gummi (was sie zweifelsohne ist), sondern auch noch lustig quietschende Geräusche von sich gibt. Gut, kann man verzeihen, der Film wurde 1979 gedreht. Da war noch nicht viel mit teuren CGI-Effekten.
    Was sich dann einem aber im Vorspann an musikalischer Untermalung bietet spottet jeder Beschreibung. Zu tollen Standbildern (weiße Namen vor einem dunklen Hintergrund, der wohl New York bei Nacht darstellen soll) springt uns was ins Ohr, von dem ich immer noch nicht sicher bin, ob es jetzt ein Spannung erzeugender Herzschlag, frühe Versuche in Richtung elektronische Musik oder das Kreischen eines Affen sein sollte. Könnte alles sein...
    Gut, genug über Einzelszenen gemeckert. Werfen wir doch mal einen Blick auf das... ähm, ja... Gesamtkunstwerk. Die Ausstattung geht größtenteils in Ordnung, die Dschungelszenen sind sogar gar nicht so übel. Sieht zwar nicht wirklich nach Urwald aus, lässt sich aber verkraften. Ganz im Gegensatz zu den Kannibalen- und Zombiemasken. Die Kannibalen haben sich ein wenig mit Kreide oder Kalk eingebrieben und sehen deswegen leicht weißlich aus, was allerdings lediglich ziemlich lächerlich wirkt. Und die drei bis vier Zombies, die manchmal so in der Gegend rumstehen und nicht wirklich was zu tun haben, sehen eher aus wie Menschen, die ordentlich mit der Plautze in ne Schlammpfütze gefallen sind. Dagegen waren die Fulci-Exemplare aus "City Of The Dead" wahre Wunder der modernen Trickkunst.
    Schwenk zu den Darstellern. Da sieht's ausnahmsweise mal gar nicht so übel aus. Ian McCulloch, bekannt unter anderem aus Fulcis "Woodoo" (wohl der einzig halbwegs gute Film von dem Mann), der übrigens Back To Back mit "Zombies Unter Kannibalen" gedreht wurde (was die gleichen Sets und die gleichen Darsteller erklärt), ist gar kein so mieserabler Schauspielrecke. Er bringt den Peter recht sympathisch rüber und hat sogar ein paar verschiedene Mienenspiele drauf. Alexandra Delli Colli als Lori zieht sich wenigstens hin und wieder aus... Ist auch schon der Höhepunkt ihrer Darstellerei. Peter O'Neal, der den filmeigenen Mad Scientist mimt (jau, der wurde auch noch mit dem Holzhammer ins Skript gekloppt), liefert wohl die beste Leistung im ganzen Film ab. Irgendwo zwischen genial und verrückt, ein verschrobener Bösewicht, den man einfach gern haben muss. Und Ex-Wrestler Dakkar, der des Doktors Gehilfen Molotto spielt, macht im prinzip auch nix falsch.
    Ganz im Gegensatz zur deutschen Synchronisation. Da haben wir nämlich die gleichen "Eigenheiten", die schon "City Of The Dead" zu bieten hatte... Sprich: "Hier sind fünf Euro, du bist unser neuer Synchronsprecher." Teilweise leicht bescheuert, aber ich konnte mich ganz gut drüber amüsieren.
    Amüsieren ist übrigens ein gutes Stichwort. Das tut der Film nämlich ganz großartig. Zumindest die ersten dreißig Minuten lang. Filminterne Logik ist, wie bei so vielen italienischen Splatterstreifen, mal wieder Mangelware ("Setzen Sie mich bitte da bei dem Steakhaus ab." - "Aber ich dachte, Sie wären Vegetarierin..." - "Bin ich ja auch. Aber hin und wieder will ich mich ja doch mal verwöhnen..." Classic Stuff...), die Geräuschkulisse des Films ist herrlich blöd (mein Liebling war der immer wieder auftretende "Kito-Sekte-Gedächtnis-*Pling*"-Sound, wenn man mal wieder das kunsthistorisch höchst anspruchsvolle Symbol des Kannibalenstamms zu Gesicht bekam), die Dialoge sind zum Schreien, genau wie die zusammengestückelte Synchro. Fehlt eigentlich nichts für einen gediegenen Trash-Abend, oder?
    Nicht ganz. Denn sobald die Reisegruppe New York verlässt nimmt die (unfreiwillige) Gag-Dichte leider ab. Über weite Strecken langweilt der Film dann einfach nur, hat zwar den einen oder anderen recht heftigen Splattereffekt zu bieten um Gorehounds bei der Stange zu halten, bringt einen aber nur noch selten zum Lachen. Ein paar gute Szenen gibt's noch (eine davon beinhaltet einen namenlosen einheimischen Gepäckträger und einen Speer), aber eigentlich kriegt man dann nur noch Geschplodder, Urwald und gelegentlich Alexandra Delli Colli nackt zu sehen.
    Also, Humor ist zmindest im ersten Drittel genug vorhanden. Wie sieht's denn mit den anderen Aspekten aus, die so ein Horrorfilm erfüllen sollte? Spannung? Von Anfang an absolut im Keller. Ausstattung? Mein Favorit war der aus dem Fenster fallende Dummie, dem im Flug ein Arm verloren ging... Blood & Gore? Reichlich. Das ist das einzige, womit der Film in den letzten zwei Dritteln wirklich punkten kann. Die Effekte sind gut über die Lauflänge verteilt, wirken teilweise ein wenig plump und lachhaft (Gesicht Vs. Außenbordmotor), gehen aber größtenteils doch recht in Ordnung.
    Kommen wir zum Fazit: "Zombies unter Kannibalen" ist genau das, was man von einem Splatterstreifen der ausgehenden 70er aus Italien erwartet. Ein strunzdummer Film mit einer lächerlichen Handlung und viel Blut und Gekröse. Und natürlich unfreiwillig komisch. Dieser hier kann sogar noch mit ein paar halbwegs kompetenten Darstellern punkten. Wenn die letzten zwei Drittel genau so lustig gewesen wären, wie das erste, dann hätten wir es mit einer richtig hammermäßigen Trashgranate zu tun, so ist der Film allerdings lediglich als Partyfilm mit ein paar Kumpels und reichlich Bier halbwegs zu gebrauchen. Kann man sich mal angesehen haben, muss man aber nicht. Auf jeden Fall besser als die meisten Fulcis zusammen. Schlechter allerdings als "Woodoo".

    Einzelwertungen
    Darsteller: 05/10 (Ian McCulloch und Peter O'Neal reißens raus, der Rest dümpelt so vor sich hin)
    Plot: 03/10 (wenn man mal über die Zombie-Mogelpackung hinweg sieht isses ein ganz normaler Kannibalenfilm mit recht dümmlicher Story)
    Effekte: 07/10 (reichlich und für die Zeit wohl ganz gut, für Splatterfans allemal einen Blick wert)
    Anspruch: 02/10 (huhu, es gibt einen Plottwist, allerdings einen sehr halbherzigen, der eigentlich gar nicht richtig passen will, ansonsten alles ganz großer Käse)
    Gesamtwertung: 05/10 (wie gesagt, das erste Drittel macht viel Spaß, danach flacht's ab, trotzdem kein mieser Film, bei Leibe aber auch kein guter)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 5.0)
    Link zum Trailer
    Die DVD bei Amazon.de
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    Erschienen: 1996
    Genre: Komödie/Musical/Splatter
    Regie: Trey Parker
    Drehbuch: Trey Parker und Matt Stone
    FSK: 16

    Inhalt:
    Eine Gruppe Männer zieht trotz böser Vorzeichen nach Colorado. Sie treffen dabei auf allerlei komische Typen, unter anderem japanische Indianer, durchgeknallte Trapper, verrückte Südstaatler. Ausserdem scheinen die Typen recht singbegeistert zu sein, denn sie stimmen immer wieder ein fröhliches und zum schreien komisches Liedchen an.
    Da ihr Führer absolut unfähig ist brauchen sie für die Reise wesentlich länger als die veranschlagten 4 Wochen und ihnen geht bald das Essen aus...

    Meine Meinung:
    Ich sag eins vorweg: Der Film ist wirklich ein Meisterwerk. So einen abgefahren Film mit so abgefahrenen Liedern sieht man wirklich selten! Aber jetzt von Anfang an... Wie einige schon bemerkt haben, stecken hinter dem Film die Macher von Southpark, Trey Parker und Matt Stone. Die beiden haben den Film in ihrer Studienzeit gedreht und anscheinend schon damals einen absolut durchgedrehten Humor gehabt. Er ist zwar nicht ganz so abartig wie Southpark Streckenweise, aber nicht minder lustig. Die Lieder sind alle von Trey Parke komponiert und haben dahingehend auch einiges zu bieten. Einige davon (lets build a snowman und Sphedoinkle) haben bei uns schon absoluten Kultstatus. Die Schauspieler sind durch die Bank genial und das teilweise etwas fehlende Talent machen sie mit locker mit der Begeisterung und hingabe Wett mit der sie ihre Rollen spielen. Man sieht wirklich, dass jeder Spaß beim drehen dieses Filmes hatte und damit nicht einfach das schnelle Geld erreicht werden sollte. Sie konnten sich scheinbar alle komplett in ihre Rolle hineinversetzen. Neben den genialen Hauptcharacteren sind aber auch die meisten Nebencharactere (die Indianer, die Trapper, der Südstaatler etc) super besetzt und spielen ihre Rolle mit viel Hingabe. Effekte sieht man nicht sonderlich viele (am Anfang ein kewles Gemetzel, wo allerlei Gliedmaßen dran glauben müssen (Arm, Zunge etc) und am Ende nochmal) aber die sind auf recht hohem niveau, wenn man bedenkt, dass für den Film nicht sonderlich viel Geld zur verfügung stand. Ausserdem sind sie alle "echt" also nicht mit dem Computer nachgeholfen. Die Story ist, so einfach und langweilig sie klingt, absolut genial und passt einfach 1A dazu.... Die Lieder wie schon gesagt auch super, mit einprägsamer Melodie und so richtig schön zum mitsingen. Man sieht der großen Tanzszene am Ende zwar an, dass es nicht alles Profis sind, doch machen sie alle ihren Job durchaus gut. Der Kampf gegen den Pfarrer(?) am Ende ist wirklich genial gemacht, wir haben uns sowas von einen abgelacht.
    Ich kanns nur immer wieder sagen, ein genialer Film, sollte man auf jedenfall gesehen haben. Lasst euch nicht davon zurückschrecken, dass gesungen wird, alle Lieder sind genial und ohne ausnahme absolut passend.

    Einzelwertungen:
    Darsteller: 8 (zwar nicht alle mit riesigem Schauspieltalent gesegnet, aber durch die begeisterung beim Spielen wird das bei weitem Wettgemacht)
    Plot: 5 (ist relativ einfach gehalten, aber auch nicht der Hauptteil des Filmes)
    Effekte: 5 (am Anfang und am Ende, die dafür recht gut)
    Anspruch: 5 (sollte eigentlich jeder verstehen, aber damit man alles wirklich kapiert sollte man schon mit beiden Augen zusehen)
    Gesamtwerung: 9 (die genialen Lieder, die abgedrehten charactere, die netten Effekte... bei dem Film passt einfach alles!)

    imdb Wertung: 7.1

    Trailer bei youtube
    Die DVD bei Amazon.de

    Das Lied "let´s build a snowman!
    und der Trappersong
    Pontius Pilatus ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:06 Uhr)

  9. #9 Zitieren
    Knight Commander Avatar von Pheenix
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    Erscheinungsjahr: 2007
    Genre: Sci-Fi, Thriller, Horror
    FSK: 12
    Regie: Danny Boyle
    Drehbuch: Alex Garland
    Cast: Rose Byrne, Chris Evans, Cillian Murphy, Hiroyuki Sanada, Michelle Yeoh

    Inhalt: Wir befinden uns im Jahre 2057. Die Sonne ist am versagen. Die Erde befindet sich bereits in einem solaren Winter. Ein Raumschiff, die Icarus II, wird mit einer achtköpfigen Crew zur Sonne geschickt. Sie trägt die letzte Hoffnung der Menschheit: Eine riesige Bombe, die die Sonne wiederanzünden soll. Vor sieben Jahren war bereits ein Raumschiff, die Icarus I, mit der selben Mission gestartet, doch sie verloren den Kontakt zur Erde ...

    Kritik: Sci-Fi, ein Genre mit vielen Gesichtern. Man kennt sie als Abenteuerfilme (Odyssee im Weltraum), Märchen (Star Wars) oder Actionfilme (Independence Day). So eine riesige Vielfalt, so wenige im Kino. Sci-Fi ist im Vergleich zu Action oder Komödien Mangelware im Kino. Leider. Nach Star Wars III aus dem Jahre 2005 hat man nicht mehr viel gehört. Nun kommt der Engländer Danny Boyle (Trainspotting, 28 Days Later) und bringt mit dem Back-to-basic-Film einen fantastischen Sci-Fi-Streifen auf die Leinwand.

    Da wir schon bei Boyle sind, wer 28 Days Later gesehen hat, wird seine Handschrift bei Sunshine sofort wieder erkennen. Die Bilder sind kühl und klar, die Kameraführung ruhig. So kennt man es aus 28 Days Later. Ebenso findet man die schnellen Einschnitte von einzelnen Bildern wieder, die bei so manchen für Herzflimmern sorgen. Apropos Bilder, man sollte die Panorama Ausblicke aus dem Raumschiff besonders erwähnen. Sie sehen einfach verzaubert schön aus.

    Der Film fängt eigentlich erstmal ruhig an. Keine große Aufregung, die Reise zur Sonne läuft nach Plan. Wie die Reise überhaupt möglich ist, wird erklärt. Die Besatzung schickt Nachrichten an die Geliebten auf der Erde. Es gibt ein bisschen WG-Streit. Such is life! Aber dann taucht die verlorene Icarus I plötzlich auf dem Radar auf. Spätestens jetzt merkt man, dass nun mehr und mehr der Thrilleraspekt zum Vorschein kommt, der sich dann den kompletten restlichen Film durchzieht. Spannung pur! Hier soll auch nicht weiter gespoilert werden, aber so viel sei gesagt: Horror darf auch noch mitmischen.

    Wer nun aufmerksam gelesen hat, denkt sich eventuell: „Irgendwo kenn das doch her.“ Richtig, Plot und Stil erinnern stark an Odyssee im Weltraum und Apollo 13. Da versucht Danny Boyle auch gar niemand etwas vor zu machen. Nach seinen eigenen Aussagen, ist der Film eine Art Remake. Wiederbelebung des alten Sci-Fi. Tut eigentlich gut, nach all dem Action-Boom-Boom wie Armageddon oder Independence Day. Die Idee, dass man die Sonne mit einer Bombe neuanzünden muss, klingt irgendwie seltsam, aber doch ganz kreativ.

    Zum Cast gibt es nicht viel zu sagen: Sie machen ihre Sache hervorragend. Hauptdarsteller Cillian Murphy, der schon in 28 Days Later mit Boyle gearbeitet hatte, spielt fast den selben Charakter wie schon in 28 Days Later: zurückhaltend, nachdenklich und in Notfallsituationen handlungsbereit. Dementsprechend meistert er seine Aufgabe ohne jegliche Probleme. Neben ihm sollte noch besonders Chris Evans erwähnt werden, der bisher in eher in Popcorn-Rollen wie Final Call oder Fantastic Four. Er kann diesmal in der Rolle als Mace, dem die Mission über sein eigenes Wohl und der der Crew geht, voll und ganz glänzen. Auch der restliche Cast, deren Namen man doch irgendwo her kennt (z.B. Hiroyuki Sanada aus Last Samurai), hat genug Bildschirmzeit und kann sich zeigen.

    Hierbei sei bemerkt, dass kein Crewmitglied, die so ziemlich den kompletten Cast darstellt, blas bleibt. Jede Figur ist glaubenswürdig. Man kann mit jedem mitfühlen, verstehen. Jeder Figur hat seine Bedeutung im Ablauf, jeder seine eigenen Handlung. In diesem Punkt hat das Drehbuch definitiv gute Arbeit geleistet. Da kommt dann ein weiterer interessanter Aspekt des Films ins Spiel: moralische Fragen werden aufgetischt. Würdest du einen unschuldigen Menschen umbringen, wenn du damit die Rest der Menschheit vielleicht (!) retten könntest? Diese und mehr, findet man immer wieder im Film wieder. So was geht unter die Haut.

    Einen kleinen Mangel hat der Film dann doch noch: Das Ende. Die Bilder sind wunderschön und einem Finale würdig. Die Spannungskurve macht auch keine Probleme. Das Problem: Alles geht um einen Zacken zu schnell. Während der Film überwiegend eine langsame Erzählgeschwindigkeit hat, wird man hier regelrecht überrumpelt. Auch die Kamera kommt langsam ins Rasen. Großes Boom-Finale. Aber vielleicht ist das ja auch positiv?

    Fazit: Sci-Fi-Thriller, so würde ich den Film beschreiben. Neben den klassischen Sci-Fi-Aspekten bietet der Film nervenraubende Spannung. Großartige Bilder (Wer die Chance hat, sollte sich den Film unbedingt auf Großleinwand anschauen.), wunderbare Charakterzeichnung, intelligente Dialoge mit moralische Frage und kleineren Horror-Elementen. Was will man mehr? Wem sich mit Apollo 13 anfreunden kann, lässt sich der Film empfehlen, denn Danny Boyle ist da ein kleines Meisterstück des klassischen Sci-Fis gelungen.

    IMDb-Wertung: 7,3/10

    Persönliche Wertung:

    Darsteller: 9/10 - Herausragend
    Plot: 5/10 - Überaus simpel, aber die Umsetzung kann überzeugen
    Effekte: 10/10 - Panorama-Ausblicke ins All, düstere Raumschiffwracks: Umwerfend!
    Anspruch: 8/10 - Die moralischen Aspekte kommen nicht zu kurz und können überzeugen

    Gesamtwertung: 8/10 - Der exakte Durchschnitt der vier Einzelpunkten. Auf jeden Fall sollte jemand, der was mit Sci-Fi anfangen kann, einen Blick darauf werfen.

    Trailer: Click me!
    Die DVD bei Amazon.de
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    Deus Avatar von Pontius Pilatus
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    Erscheinungsdatum: 1985
    Genre: Horror/Splatter
    Regie: Stuart Gordon
    Darsteller: Jeffrey Combs, Barbara Crampton, Bruce Abbott
    FSK: indiziert/ungeprüft

    Inhalt:
    Dr Herbert West hat ein Serum entwickelt mit welchem er tote Menschen und Tiere wieder ins Leben zurückholen kann. Doch das ganze funktioniert nicht wie gewollt, denn die reanimierten scheinen sehr aggressiv und irgendwie Zombiehaft zu agieren. Nachdem er sein Serum in der Schweiz in einem ungünstigen Moment ausprobiert hatte flüchtet West nac Amerika, wo er seine Studien fortsetzt. Dort wird er Untermieten bei dem jungen Dr. Dan Cain, der mit der Tochter des Dekans, Meg, zusammen ist.
    Einer der Ärtzte ist eifersüchtig auf Wests Serum und zwingt ihn mit seiner hyspnosetechnik ihm das Serum zu geben. Doch das lässt West nicht so auf sich sitzen.

    Meine Meinung:
    Re-Animator ist zweifellos ein Meilenstein in der Horrorfilmgeschichte und zählt mit Tanz der Teufel wohl den bekanntesten dieser Zeit. Der Film war damals ein unglaublicher Erfolg und zog eine Menge Nachahmer an, welche aber niemals die genialität des Originals erreichten.
    Der Film basiert auf der Kurz Geschichte „Herbert West, Re-Animator“ von H.P. Lovecraft, die zwar in einigen Details abgewandelt wurde, aber im Film doch zu 100% greift und jeden Zuschauer mitreissen lässt. Man kann sich sehr gut in die Rolle von Dan Cain hineinversetzen, wenn er mitbekommt was sein Untermieter so in seinem Zimmer treibt. Auch später, als er immer wieder von Zweifeln ob seiner Tätigkeit geplagt wird.
    Jeffrey Combs verkörpert die Rolle des genial-verrückten Herbert West einfach perfekt und kann deswegen zusammen mit Bruce Campbell zu den Stars des Genres gezählt werden. Aber auch die anderen Schauspieler sind alle gut bis sehrgut. Bruce Abbott spielt die Rolle des unerfahrenen und etwas unfreiwilligen Helfers von Herbert West perfekt und Barbara Crampton zeigt, dass sie nicht nur gut aussehen kann. Auch die anderen Rollen sind alle sehr gut besetzt, also was Schauspieler angeht kann man bei dem Film wirklich nichts bemängeln.
    Die Effekte sind alle durchwegs genial, auch wenn der Film etwas daran krankt, dass viele Schauplätze etwas zu dunkel sind, weswegen manchmal das Effektfeuerwerk, das sich da vor einem ausbreitet garnicht wirklich sieht. Aber der Film hat wirklich viele und zu der damaligen Zeit auch richtungsweisende Effekte. So zum Beispiel der abgetrennte Kopf von Dr. Hill zwischen den nackten Schenkeln von Meg. Oder der Kopflose torkelnde Körper von Hill. Das komplette Ende ist dann ein großses Gemetzel, wo es wirklich nurnoch Spaß macht zuzusehen. Auch in diesem Film wurde nicht mim Computer Nachgeholfen (nicht verwunderlich, ist ja auch schon älter), aber die Effekte sehen trotz dem Alter noch sehr gut aus. Man sieht dem Film hierbei sein Alter wirklich sogut wie nicht an. Können sich leicht mit aktuelleren Produktionen wie Dead and Breakfast oder Evil Alien messen.
    Der Film ist zwar durchwegs ernst gemeint (mit sicherheit ernster als die Nachfolger), aber auch in dem Film gibt es schon eine Menge witziger Szene, so zum Beispiel Dr. Hill und sein Körper.
    Die Musik sticht in Re-Animator stellenweise wirklich sehr herraus, gerade am Anfang ist sie geradezu umwerfend.

    Einzelwertungen:
    Darsteller: 9 (wirklich alle sehr gut besetzt, besonders Jeffrey Combs ist unschlagbar gut.
    plot: 8 (sehr gut, mit guten wendungen, intressanten Charakteren und nachvollziehbaren Handlungen.)
    Effekte: 8 (leider meist etwas zu dunkel, sodass man oft nicht genug sieht, aber wirkliche Zuckerstücke dabei, für jeden Gorefanatiker ein Augenschmauß.)
    Anspruch: 8 ( durch die intressante Geschichte, die gut ausgearbeiteten Charaktere etc mit sicherheit etwas für das reifere Publikum. (mal ganz abgesehen von den Effekten^^))
    Gesamtwertung: 8 (nurnoch getoppt von dem noch genialeren Nachfolger.)

    imdb Wertung: 7.3
    Trailer bei youtube
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  11. #11 Zitieren
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    Mystery science theater 3000 The Movie

    [Bild: MST3K.jpg]

    Erscheinungsdatum: 1996
    Genre: Komödie/Science Fiction
    Darsteller: Michael J. Nelson
    Regie: Jim Mallon

    Inhalt:
    Dies ist der Film zu der ausserhalb des englischsprachigen Bereichs total unbekannten TV-Serie Mystery science theater 3000, welche davon handelt, dass zwei verrückte Wissenschaftler einen Reinigungskraft mit einem Raumschiff ins All schießen um ihn mit den schlechtesten aller Filme zu quälen. Der technisch begabte Mike Nelson baut sich dort aus Teilen des Raumschiffs ein paar Roboterkollegen. Crow T. Robot, Tom Servo, Gypsy und Cambot (cambot sieht man nie, da er ja die Kamera ist). Sie schaun sich also die von den Wissenschaftler geschickten Filme an, doch damit sie nicht den Verstand verlieren kommentieren sie diese auf vollkommen Hirnrissige Weise. Der großteil des Filmes besteht also aus dem gezeigten Film (in MST3K: The Movie ist es "This silent Earth") und der ersten Bankreihe eines Kinos, wo Mike Nelson mit Crow und Tom Servo sitzt. Im Film gibt es aber auch eine Reihe von anderen Szenen.

    Meine Meinung:
    Ich hab den Film vor langer langer Zeit in tiefster Nacht mit einem Freund im Fernsehen gesehen. Wir waren begeistert. Wir haben gelacht bis uns der Bauch wehtat und noch mehr. Wir sind gleich am nächsten Tag ins Geschäft gegangen und haben den Film gekauft. Mittlerweile hab ich den Film mit sicherheit schon mehr als 15mal gesehen und finde ihn immer noch lustig, auch wenn ich jede Szene auswendig mitsprechen kann.

    Aber nungut, mal zum Film... Der Film beginnt leider nicht mit dem genialen aus der Serie bekannten Introsong, wo das ganze erklärt wird, sondern Dr. Forrester (der verrückte Wissenschaftler) erklärt uns um was es geht. Dann Schnitt ins Raumschiff. Mike Nelson lauft in einem Hamsterrad. Plötzlich hört er Klopfgeräusche.... Er geht zusammen mit Gypsy und Tom Servo zum untersten Levels des Raumschiffs. Dort ist Crow gerade dabei einen Tunnel zurück zur Erde bauen, mit einigen unverhergesehenen (bzw, vorhergesehenen, dennn wie man später erfährt hat Crow das auf seinem Plan notiert. Sogar doppelt unterstrichen) Zwischenfällen verbunden. (Die Hülle bricht beinahe)... Schon bei der Szene haben wir sowas von gelacht, denn die Kommentare der drei sind sowas von genial. Ich zitiere mal sinngemäß:

    Tom Servo: "Crow, was machst du da?!"
    Crow: "Ich baue uns einen Tunnel zurück zur Erde!"
    *Die Hülle bricht und alles wird rausgesogen, die vier halten sich irgendwo fest.*
    Tom Servo: "verdammt, damit hab ich nicht gerechnet. Reich mir mal meine Pläne.
    Danke... oh, da stehts ja. Die Hülle bricht und wir werden alle sterben. Ich habs sogar unterstrichen. Aber ich habs trotzdem gemacht ;_;"
    Mike Nelson: "ja, das versteh ich"

    Das klingt jetzt geschrieben garnicht so genial wie es im Film ist...

    egal, weiter im Text. Nach dieser Einleitungsszene beginnt der Film "This Islang Earth" und der Wahnsinn beginnt wirklich... Zu wirklich jeder Szene fallen den drei ein absolut hirnrissiger Kommentar ein. Das ist leider unmöglich zu beschreiben, das muss man einfach gesehen haben....
    Ich muss hier noch ein großes Lob an die deutsche synchronisation abgeben, denn die ist wirklich unschlagbar gut. Man merkt wirklich, dass das Leute gemacht haben, die große Fans der Serie waren, denn sie haben garnicht versucht die englischen Wortspiele zu übersetzen, sondern haben eine komplett eigenständige synchronsiation gemacht, wodurch man auf englisch und auf deutsch zwei sehr unterschiedliche Filme sieht. Auf deutsch nimmt der Film sogar darauf rücksicht, dass in eier Szene von This Island Earth auf Deutsch die Synchronstimmen gewechselt wurden (der Film kam zuerst geschnitten heraus)... absolut genial, sowas wünsche ich mir auch für andere Filme! (wobei das hier auch etwas einfacher ist, da man nicht auf lippensynchronität achten muss. Der Film und besonders die Serie sind absichtlich billig gehalten, denn es geht ja schließlich um das Thema B-Movies.
    Die Schauspieler sind ganz in Ordnung, aber halt auch auf B-Movie stand. Die Effekte (ganz ganz selten) sind eher schlecht als recht, aber großteils sieht man ja nur This Island Earth, deswegen stört das wirklich nicht im geringsten.
    Geschichte ist natürlich auch quasi nicht vorhanden.

    Einzelwertungen:
    Darsteller: 6 (sind ganz ok, aber 90% des Filmes sieht man sie nur komplett schwarz von hinten, also eher unwichtig, wichtig sind ihre Kommentare
    Plot: 5 (quasi nicht vorhanden, auch wegen dem bezug zu This Island Earth. stört aber nicht, denn darum gehts nicht.
    Effekte: 5 (eine Windmaschine und die Roboter. Die sehen dafür recht gut aus.)
    Anspruch: 7 (ist ähnlich wie zB bei den Simpsons auch für jüngere Semester verständlich, aber viele Sprüche sind doch eindeutig für ältere Personen gedacht, da auch (vorallem im original) viel Bezug zu Politik und Gesellschaft genommen wird)
    Gesamtwertung: 9 (ich bin zwischen 9 und 10 gehangen, da der Film wirklich quasi untoppbar ist, aber dann doch die 9 genommen, man muss ja platz nach oben lassen^^)

    imdb Wertung: 7.2

    Trailer gibt es leider keinen, tut mir wirklich leid^^ Aber man kann sich sehr viele Folgen von MST3K auf googlevideo ansehen, da das copyright freigegeben wurde. Wird auch mehrmals in der Serie dazu aufgerufen die Folgen aufzuzeichnen und weiterzugeben.

    Man kann sich sogar den ganzen Film bei youtube ansehen, denke auch hier wird das copyright freigegeben sein, dezidiert weiß ichs aber nur von der Serie. (is auf youtube aber auf englisch) klick
    Die DVD bei Amazon.de
    Pontius Pilatus ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:12 Uhr)

  12. #12 Zitieren
    Deus Avatar von Pontius Pilatus
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    Erscheinungsjahr: 1990
    Genre: Splatter/Komödie
    Regie: Brian Yuzna
    Darsteller: Jeffrey Combs, Bruce Abbott, David Gale und Kathleen Kinmont

    Inhalt:
    Die Ärzte Herbert West (Jeffrey Combs) und Dan Cain (Bruce Abbott) haben als einzige das Massaker an der Miskatonic Universität überlebt. Sie tauchen unter, um Gras über die Sache wachsen zu lassen. Nach einiger Zeit beenden sie ihren freiwilligen Einsatz in einem blutigen Bürgerkrieg in Peru. Sie kehren an die Miskatonic Universität zurück, doch zumindest Dan hat die Nase voll und will seit Megs Tod in Teil eins nichts mehr davon wissen. Herbert denkt da ganz anders: Er hat nämlich herausgefunden, dass sich das Bewusstsein nicht nur im Gehirn befindet, sondern in jedem Körperteil. So kann er mit seinem Serum nicht nur Tote reanimieren, sondern auch jedes Körperteil zum Leben erwecken. Herbert kann Dan schliesslich überreden, eine eigene Braut aus Körperteilen zu kreieren, und Dan macht nur mit, weil die Braut Megs Herz in sich schlagen haben wird. Doch ein Cop (Claude Earl Jones) und Dr. Hills (David Gale) Schädel werden den beiden noch jede Menge Ärger einbringen...

    Meine Meinung:
    Da nach Re-Animator anscheinend zuerst keiner daran dachte eine Fortsetzung zu drehen, schleicht sich hier ein kleiner Logikfehler ein. Denn am Ende von Teil 1 wurde der Kopf von Dr. Hill ja zerquetscht, taucht aber in Teil 2 wieder vollständig auf. Ist aber nicht weiter schlimm, denn Teil zwei toppt den absolut genialen ersten Teil nochmal bei weitem was die Effekte angeht und ist was die Geschichte und die Charactere angeht zumindest auf dem gleichen Level.
    Der Soundtrack kann wieder super überzeugen, wurde anscheinend sogar 1:1 aus dem ersten Teil übernommen. Etwas unkreativ, passt aber trotzdem super dazu und stört daher eigentlich nicht.
    Die Effekte sind wieder erstklassig, vorallem das Fingerviech geht wohl in die Geschichte ein. Ist zwar nur am Anfang zu sehen und auch da leider viel zu selten, aber es ist einfach total cool, wie dieses 5 Fingrige Teil sich herumbewegt. Überhaupt wird in Teil 2 mehr wert auf Humor gelegt als im ersten (der dritte ist ja dann teilweise nurnoch witzig). Sehr viele recht witzige Kommentare.
    Die Geschichte an sich ist diesmal weiter von der Lovecraft Vorlage entfernt, sie lehnt sich jetzt enger an Frankensteins Braut an, was aber nicht stört, da der geniale Dr. West wieder mitspielt und alleine er ist es wert den Film anzusehen... Dan Cain wird zwar auch wieder recht gut gespielt, gefallt mir aber trotzdem nicht soooo gut. Liegt aber weniger an der fehlenden Schauspielkunst, als am Character an sich.
    Teil 2 ist meiner Meinung nach der beste, auch wenn viele den dritte bevorzugen. Mir sind dort die effekte aber etwas zu sauber und professionell, ich mag da lieber die etwas trashigeren Effekte in Bride of the Re-Animator.
    Achja, das meiste ist wieder handgemacht, auch wenn ich ab und an etwas CGI gesehen haben will. (ich schwöre aber nix^^).
    Lustig fand ich das Hand-Fuß Viech, das haben sie wirklich nett umgesetzt, wie im Kasperltheater xDD. Aber sonst alle Effekte auf hohem standart.
    Die deutsche synchronisation ist recht gut, vorallem da die englische, zumindest auf meiner DVD, etwas dumpf ist.

    Einzelwertungen:
    Darsteller: 9 (die meisten aus dem ersten Teil wieder dabei, die neuen spielen auch alle auf einem hohen Level
    Plot: 7 (etwas schwächer als im ersten, aber durchaus ok)
    Effekte: 9 (wirklich geniale Effekte, vorallem die sehr phantasievollen Körperteilgeschöpfe von Dr. West habens mir angetan. Aber auch die Braut ist genial gemacht, zuerst wie sie geschaffen wird und auch am Ende wo sie stirbt.
    Anspruch: 6 (etwas niedriger als im ersten Teil, da mehr auf Humor ausgelegt.)
    Gesamtwerung: 9 (noch ein stück besser als der geniale Vorgänger, wegen den Körpertieren und den anderen Effekten. Ausserdem wesentlich besser ausgeleutet)

    imdb Wertung: 6.0

    Trailer auf youtube
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  13. #13 Zitieren
    Koch Avatar von falcono
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    Grindhouse – Death Proof (-Todsicher)
    [Bild: DeathProof-Poster1.jpg]

    Kinostart: 2007
    Genre: Horror-Roadmovie
    Produktionsland: USA
    Länge: ca. 113 min.
    Originalsprache: Englisch
    FSK: 16 Jahre

    Stab:
    Regie, Drehbuch und Kamera: Quentin Tarantino
    Produktion: Elizabeth Avellan, Robert Rodriguez, Erica Steinberg und Quentin Tarantino
    Schnitt: Sally Menke

    Besetzung:
    Kurt Russell: Stuntman Mike
    Rosario Dawson: Abernathy
    Vanessa Ferlito: Arlene (Butterfly)
    Jordan Ladd: Shanna
    Quentin Tarantino: Warren
    Rose McGowan: Pam
    Sydney Tamiia Poitier: (Jungle) Julia Lucai
    Tracie Thoms: Kim
    Mary Elizabeth Winstead: Lee
    Zoë Bell: Zoë
    Omar Doom: Nate

    Handlung:

    Austin, Texas: Die heiße Jungle Julia (Sydney Tamiia Poitier) will mit ihren nicht minder attraktiven Freundinnen Arlene (Vanessa Ferlito) und Shanna (Jordan Ladd) das Wochenende verbringen – ohne verbindlichen Männeranhang. Einen zusätzlichen Kick verspricht Julias kühne Aktion: Die Radiomoderatorin hatte in ihrer Sendung angekündigt, dass der erste Mann, der ihre Freundin Arlene, alias Butterfly, ausfindig macht und ihr ein bestimmtes Gedicht exakt rezitiert, einen Lapdance von der Schönheit erhalten werde. Allerdings ist Butterfly in die Nummer nicht eingeweiht und zunächst wenig begeistert. Julia sieht es eher als Chance für die Gruppe, Männer aufzureißen. Doch manchmal ist der Teufel ein Eichhörnchen. Der erste Bewerber um den lukrativen Lapdance ist der äußerst eigenwillige Stuntman Mike (Kurt Russell). Er hängt in derselben Bar am Tresen bei Wasser und Virgin Margaritas ab. Eine furchteinflößende Gesichtsnarbe hat den Haudegen entstellt, was Arlene trotz reichlich Alkohol im Blut deutliches Unbehagen bereitet, als Stuntman Mike das Versprechen eingelöst haben will. Dass der höfliche Gentleman der alten Schule auch ganz anders kann, muss wenig später dessen Tresenbekanntschaft Pam (Rose McGowan) erfahren. Sie ahnt nicht, dass der Gang in Stuntman Mikes Dodge Charger ihr letzter sein wird. Stuntman Mike ist ein durchgedrehter Serienkiller, der sich alsbald auf die Verfolgung des Damentrios macht... 14 Monate später heftet sich der Psychopath in Lebanon, Tennessee, an die Fersen eines weiteren Frauengespanns. Doch Kim (Tracie Toms), Zoe (Zoe Bell), Abernathy (Rosario Dawson) und Lee (Mary Elizabeth Winstead) sind selbst Früchtchen, die Stuntman Mike besser nicht unterschätzt hätte...

    Meinung:
    Einer der Filme auf die ich mich am meisten gefreut habe und das vermutlich zur Hälfte weil es vom Kult Regisseur Quntin Tarantino kommt.
    Der Film fängt mit einem schönen fake Trailer an(zum Glück haben sie die gelassen) der auf den Namen „Thanksgiving“ hört und für die nächsten 45 min. das einstige blutige im Film bleiben wird^^. Der Film fängt mit der Nahaufnahme von Füßen an und ab dann wir erstmal gut, 45 min. NA was, geredet und zwar über nichts und wieder nichts. Doch ich persönlich fand die Unterhaltung recht unterhaltend, bis schließlich Stuntman Mike auftaucht und die Stimmung etwas hebt und man auf den ersten „Unfall“ wartet. Der Unfall an sich war recht gut und es flog sogar ein Bein durch die Luft. Das danach hat mich doch ein wenig genervt, den der Film fing wieder von vorne an, ja nur das es diesmal in einer anderen Stadt war und die lady alle sammt Stunt frauen waren. Und es wird wieder geredet, doch diesmal ging mir das echt auf den Nerv und am liebsten hätte ich vorgespullt. Doch die Action szene diemal fand ich perönlich ein deutig geiler und war mit abstand die beste szene des filmes. Nun an alle die Filme wie Clerks usw lieben und fan Von QT werken sind, sollten sich den film unbedingt anschauen, alle anderen lasst die Finger weg. Den dieser film ist bestimmt nicht Mainstream fähig und richtet sich an eine film-Geek publikum.
    Den Death Proof ist mit reichlich zitaten und anspielungen an andere filme gespickt.


    IMDB-Wertung: 7.2

    Einzelwertung:
    Darsteller: 9 allesamt gut, wie man es bei einem film von QT erwartet
    Plot: 5 der film ist nunmal ein Grindhouse film und die spielen eben B-movies^^
    Effekte: 9
    Anspruch: 9
    Gesamteindruck: 7 durch den doch recht schleppenden 2teil des filmes

    Die DVD bei Amazon.de
    falcono ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:14 Uhr)

  14. #14 Zitieren
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    DVD-Start: Noch nicht in Deutschland erhältlich, erschienen 2005
    Genre: Drama
    Regie: Stuart Gordon
    Darsteller: William H. Macey, Julia Stiles, Jeffrey Combs
    FSK: Nicht geprüft

    Inhalt: Edmond Burke lebt ein ganz normales, geregeltes Leben. Bis er eines Tages aus einer Laune heraus eine Wahrsagerin aufsucht. Deren vorhersagen treiben ihn dazu, all das hinter sich zu lassen und auf der Suche nach dem wahren Leben durch die Straßen von New York zu wandeln.

    Kritik: Oha, Stuart Gordon. Der hat doch "Re-Animator" gedreht, "Dagon", "From Beyond", "Fortress", "Castle Freak", "Dolls", "King Of The Ants" und noch ein paar mehr relativ brutale Filmchen, die (teils zu Recht, teils zu Unrecht) den FSK 18 Bappscher tragen. Komisch, klingt der Plot-Aufhänger doch gar nicht so wirklich nach neuer Kost des Splatter-Altmeisters. Sollte Gordon also auf seine alten Tage weichherzig geworden sein und eine lahme Psycho-Drama-Krücke gedreht haben? Mitnichten. Beides nicht.
    Aber fangen wir doch mal ganz am Anfang an. "Edmond" ist kein Splatterfilm. "Edmond" ist auch kein Horrorfilm. Also entfernt Gordon sich recht weit von seinen Wurzeln, die in eben diesen beiden Genres begraben liegen. Denn mit "Edmond" inszenierte er die Verfilmung eines Theaterstücks des zweifach für den Oscar nominierten Amerikaners David Mamet (schrieb unter anderem das Screenplay für Filme wie "Hannibal", "Wag The Dog" und "Ronin"). Und die Bühnenherkunft merkt man dem Film auch stark an.
    Wir haben nur einen Protagonisten, nämlich Edmond, fantastisch gespielt vom ewigen Hollywood-Nebendarsteller William H. Macey, den wir auf seinem Weg durch die Straßen New Yorks begleiten, auf der Suche nach Zerstreuung, nach Sex, nach Spaß, direkt hinein in den Schlund des Wahnsinns. Wir beobachten, wie Edmond verschiedene Menschen trifft, die ihm scheinbar den Weg weisen, die ihm als geduldige Partner für seine Monologe dienen, die ihm auf die Sprünge helfen oder im Weg stehen.
    Bei diesen Zufallsbegegnungen tritt ein ganzer Haufen A- und B-Prominenz auf, bekannte Gesichter in kleinen Rollen (Meena Suvari als Prostituierte, Julia Stiles als Kellnerin, "Re-Animator" Jeffrey Combs als Rezeptionist in einem Motel), die genau so schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, wie sie auftauchen. Unwichtiges Beiwerk bei der Entwicklung des Plots, denn die vollzieht sich nur innerhalb von Edmond. So ist der Film quasi eine Aneinanderreihung von eben solchen Zufallsbegegnungen, in denen schier endlose Dialoge geführt werden, die teils böse, teils lustig, teils tragisch aber auf jeden Fall immer interessant sind.
    Diese Adjektive kann man übrigens auf den ganzen Film beziehen. Er ist böse und gemein, surreal, präsentiert äußerst fragwürdige Inhalte, aber man kann nicht wegsehen oder weghören. Hin und wieder musste ich beim Anschauen schon kräftig schlucken, nicht wegen expliziter Gewalt, sondern wegen dem, was sich da vor meinen Augen abspielte. Wegen dem Zwischenmenschlichen. Ja, teilweise ist der Film unangenehm und problematisch anzuschauen. Aber das gehört wohl dazu. Der Film ist keiner von der Sorte, der unterhalten will um der Unterhaltung willen. Der Film will anecken und aufrütteln, er schreckt vor nichts zurück, er zeigt Dinge, die der Zuschauer nicht sehen will. Und das macht er verflucht gut.
    Der Film hat ein paar kleinere Schwachpunkte. Der größte davon ist wohl, dass Maceys Charakter am Anfang ein wenig unfähig wirkt, wann immer er einer Prostituierten oder einer Stripperin begegnet, einen Preis genannt bekommt und mit einem "That's too expensive" antwortet (ja, das passiert ein wenig zu oft), aber davon abgesehen ist der Film auf seine Art und Weise und für seine Intention perfekt gelungen.
    Was nicht heißen soll, dass der Film perfekt wäre. Dieser Term wird zwar viel zu oft benutzt, aber auf diesen Streifen passt er wirklich wie die Faust auf's Auge: Der Film ist absolute Geschmackssache. Was wohl daran liegt, dass er ziemlich einzigartig ist. Er weißt Züge eines "American Psycho" oder eines "Die Zeit nach Mitternacht" auf, lässt sich als ganzes aber mit keinem anderen Film vergleichen, den ich gesehen habe. Deswegen sollte jeder, der die Gelegenheit hat, mal einen Blick riskieren. Es könnte sich lohnen.
    Kommen wir zum Fazit: Egal mit welchen Erwartungen man an "Edmond" heran geht, ich kann fast mit Sicherheit garantieren, dass man überascht sein wird. Der Film ist unkonventionell und ungewöhnlich, macht keinen Spaß, unterhält aber recht gut. Trotz seiner Kürze von knapp 75 Minuten wirkt er nicht zu kurz, auch nicht zu lang, sondern gerade richtig. Er ist es wert angesehen zu werden, aber höchstwahrscheinlich nicht öfter als einmal, dazu ist er wohl stellenweise zu "unangenehm". Aber das eine Mal lohnt sich sicherlich.

    Einzelwertungen
    Darsteller: 09/10 (Macey ist genial, die Nebendarsteller teilweise auch, auf jeden fall allgemein sehr gute Leistungen)
    Plot: 07/10 (interessante Prämisse, interessanter Fortgang, einziges Problem: es gibt keine wirklich allumfassende Story sondern eher kleine Episoden, die zu einem Ausgang führen)
    Effekte: --/10 (wo es keine Effekte gibt, gibt es auch nichts zu bewerten)
    Anspruch: 08/10 (die Monologe/Dialoge sind anstrengend, aber sind es auch wert gehört zu werden, auch wenn die Ansichten der Charaktere teils ziemlich krank sind)
    Gesamtwertung: 07/10 (kein Film für Jedermann, kein Film zum mehrmaligen anschauen, aber für ein mal gut)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 6.3)
    Link zum Trailer

    Man merkt vielleicht: Es ist ziemlich schwer, viel über den Film zu schreiben...
    Harbinger ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:15 Uhr)

  15. #15 Zitieren
    Deus Avatar von Pontius Pilatus
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    Dead and Breakfast

    [Bild: poster.jpg]

    Erscheinungsdatum: 2004
    Genre: Splatter/Komödie
    Regie: Matthew Leutwyler
    Darsteller: David Carradine, Ever Carradine, Brent David Fraser, Bianca Lawson,

    Inhalt:
    Die Situation ist beinahe klassisch: Sechs Twentysomethings auf der Durchreise zu einer Hochzeit sitzen im texanischen Kaff Lovelock fest, da das Personal ihrer Herberge über Nacht ablebt und der Sheriff sie für eine gründliche Untersuchung des Falles im Ort festsetzt. Aus der Hochzeit wird so nichts mehr. Statt dessen öffnet einer aus der Gruppe versehentlich eine magische Holzbox und das Böse ergreift Besitz von Lovelock. Nun werden die ohnehin nicht sonderlich gastfreundlichen Hillbillies erst so richtig ungemütlich und nachdem aus dem üblichen Tanzabend eine Fiesta de la Sangre geworden ist, sehen sich die verbleibenden fünf Freunde, der Sheriff und die wehrhafte Bibliotheksangestellte (top Rolle!) einer Übermacht skurriler, besessener Zombies gegenüber. Sie verschanzen sich also in einem alten Haus und richten ein schönes Blutbad an.

    Meine Meinung:
    Eins vorweg, der Film wirbt zwar mit David Carradine, aber er hat nur eine absolute Minnirolle und wurde wohl einfach engagiert um den Film populär zu gestalten. Trotzdem ist der Film zweifellos einer der lustigeren aktuellen Zombiefilme.
    Die Schauspieler sind alle recht gut, die meisten kannte ich auch schon, auch wenn ich jetzt nicht sagen könnte, wo sie mitgespielt haben. Sind aber zumindest keine absoluten Newcomer, sondern mehr oder weniger etabliert. Spielen alle recht gut, vorallem der Boss der Zombies hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Archivarin war zwar etwas holprig gespielt, aber ja auch nur ne kleine Nebenrolle. Wobei die auch total lustig ist xDDD
    Die Geschichte ist recht einfach und unkompliziert gehalten, wird aber nie langweilig und alles wird ausreichend erklärt.
    De,n Countrysänger der immer wieder auftritt (Anfangs als Mensch, später als Zombie) fand ich absolut genial, hat mich etwas an den Anfang des Dawn of the Dead remakes erinnert, wo ja auch ein Countrysänger singt. Aber die Lieder in Dead and Breakfast sind noch etwas abgefahrener^^. Vorallem ein Lied, wo er auf dem Wohnwagen sitzt ist unschlagbar geil, wo dann all die Zombies ihre kleine Tanzeinlage aufführen...
    Das der Zombieboss die ganze Zeit den Kopf seines Freundes als sprechpuppe benutzt fand ich auch recht amüsant, gibts einige lustige Szenen damit.
    Die Effekte sind alle erstklassig, auch wenn anfangs einiges nur im off geschieht, später sieht man alles genau. Viele blutige shootouts, abgeschlagene Köpfe, die obligatorische Kettensäge, Hämmer prügelein... alles dabei was der Splatterfan verlangt. Alle Effekte scheinen mir Handgemacht zu sein und können qualitativ leicht teuren Hollywoodproduktionen ala Dawn of the Dead oder From Dusk Till Dawn mithalten.
    Die improvisierten Schrotflinten sind ja überhaupt Kult, auch wenn sie sich da mit den Schrotpatronen vertan haben. Anfangs meinten sie ja, es wären nur 12 da. Wird aber mehr geschossen.
    Die deutsche synchronisation ist recht ordentlich, hab ihn einmal auf deutsch und zweilmal auf englisch gesehen und keine groben unstimmigkeiten gefunden. Auch wenn ich die ein oder andere Stimme falsch besetzt finde, liegt aber mehr am klang als an der Qualität.
    Der Film hat erstaunlicherweise eine FSK16 einstufung, hat mich wirklich sehr gewundert, hatte anfangs gedacht ich wäre an eine geschnittene DVD geraten, doch die ist zweifellos ungeschnitten. Lag wahrscheinlich daran, dass das ganze lustig aufbereitet ist. Lasst euch also davon nicht irritieren, und wer noch nicht 18 ist und mal nen blutigen splatter ganz legal sehen will sollte hier zugreifen.
    Ist halt ein weiterer perfekter Partyzombiefilm, aber auch alleine sehr unterhaltsam. Sollte in keiner wohlsortierten Sammlung fehlen und wird auch nicht splatterfreaks durch den Humor überzeugen.

    Einzelwertungen:
    Darsteller: 7 (alle recht gut, die kannte ich auch irgendwoher, trotzdem nichts außergewöhnliches, war aber auch nicht gefordert. Reicht also bei weitem für die ansprüche des Filmes)
    Effekte: 8 (blutig und gut umgesetzt. Können leicht mit teuren Produktionen mithalten. Kein CGI.)
    Plot: 6 (die ganze Geist Geschichte ist nicht neu, aber eine vernünftige Erklärung für die Zombies und alles weitere)
    Anspruch: 3 (unkomplizierter Funsplatter, sollte wohl jeder verstehen. Aber für ein paar anspielungen (vorallem auf splattermeilensteine) muss man bissl aufpassen.)
    Gesamteindruck: 8 (Ich liebe einfach solche Funsplatter und derhier ist zusammen mit Braindead, Bad Taste, Shaun of the Dead, Boy eats girl und noch einigen anderen bei meinen favourits

    imdb Wertung 5.8
    Trailer auf youtube
    Die DVD bei Amazon.de
    Pontius Pilatus ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:17 Uhr)

  16. #16 Zitieren
    Deus Avatar von Pontius Pilatus
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    Kettensägen Zombies

    [Bild: 113766163684336400.jpg]

    Erscheinungsjahr: 2005 (gedreht 1999)
    genre: splatter
    FSK: ungeprüft
    Laufzeit: 27 Minuten

    Inhalt:
    Eine Gruppe junger Metalheads macht sich auf, um an einem schönen Wochenende zu campen. Einer der Jungs verletzt sich an der Hand und sein Blut tropft auf eine begrabene Leiche. Durch das Blut erweckt, macht sich der Untote auf den Weg, alle Lebenden zu vernichten. Sein erstes Opfer ist ein ahnungsloser Waldarbeiter...dessen Kettensäge wird zu einem Werkzeug der Hölle. Schon bald ertönt nur noch Geschrei, Gewimmer und... das Geräusch der SÄGE.

    Meine Meinung:
    Ein Film von metal und splatterfreaks für metal und splatterfreaks. Wer diese beiden Dinge nicht mag wird den Film hassen. Wer diese beiden Dinge mag wird sie lieben. Ich mag beides und fand den Film dahingehend genial.
    Nungut, von Anfang an... Die Darsteller sind hundsmiserabel. Haben jeweils 3 Gesichter drauf. Eins für normal, eins für schmerz und eins als Zombie. Doch mehr erwarte ich nicht und das macht einen großen Teil des Charmes des Filmes aus. Aber alle Schauspieler hatten deutlichen Spaß bei den dreharbeiten und das sieht man ihnen auch an.
    Die Effekte sind eigentlich auch mies, doch das stört wirklich überhaupt nicht, denn sie sind alle recht kreativ und recht blutig. Klar, wenn die Hand abgehackt wird sieht man, dass es nur ein rundes Holz mit etwas roter Farbe rundherum ist und wenn er dann aufsteht sieht man seinen Arm noch unterm T-Shirt, aber das macht den Film ja gerade so göttlich. Als einem die Beine abgeschnitten werden sieht man auch, dass er nur in eine Grube seitzt, die mit Blättern gefüllt wurden. Oder bei einer anderen szene, dass er mit der Kettensäge hinter seinem Bauch herumschneidet. Trotzdem sind das alles szenen, die einfach irrwitzig viel spaß machen. Außerdem haben ich und einige Freunde nach dem Film beschlossen uns auch an einem Splatter zu probieren, denn die meisten Effekte kann man wirklich zuhause nachprobieren. Außerdem ist das Maikng of recht intressant und für jeden angehenden Slatterkünstler ein Tipp^^
    In dem Film werden vielleicht 10 Sätze gesprochen (allerdings alle zu leise, typisches amateurfilmproblem halt), den rest der Zeit wird meist recht guter metalsound gespielt. Daher, wer metal hasst sollte den Film nicht unbedingt anschaun.
    Der Film ist wie gesagt nur 27 Minuten lang, doch wenn er länger gewesen wäre, wäre er einfach langweilig geworden. Aber die 30 Minuten sind einfach erstklassige Unterhaltung.
    Story besitzt der Film keine ersichtliche. Einfach eine aneinanderreihung von goreszenen mit metal Hinterlegt. Besonders lustig fand ich den zugedröhnten Hopper xDDD
    Eine Warnung am Schluss, schaut den Film nicht alleine. Alleine ist er nur zu einem Bruchteil so gut wie in Gesellschaft von ein paar guten Freunden. Der Film ist wohl der Inbegriff des Partyfilms schlechthin.
    Achja, bevor ichs vergess, der Film ist eine deutsche Prodkution.

    Einzelwertungen:
    Darsteller: 2 (alle schrecklich mies, aber was will man mehr bei dem Film^^)
    Effekte: 7 (sie sind zwar eigentlich alle mies, dafür viele und kreative effekte ohne jegliches budget)
    Plot: 1 (nicht vorhanden)
    Anspruch: 1 (nicht vorhanden)
    Gesamteindruck: 7 (in der richtigen Runde kann das bis auf eine 10er Wertung ansteigen^^)

    imdb Wertung: 6.4

    Trailer auf youtube gibts noch keinen, ich lad ihn aber nacher hoch und verlinke dann
    Pontius Pilatus ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:18 Uhr)

  17. #17 Zitieren

    Silent Dreams
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    Erscheinungsdatum: 2005
    Genre: Drama / Fantasy
    Regie: John Maybury
    Darsteller:
    Adrien Brody (The Village, King Kong)
    Keira Knightley (Fluch der Karibik),
    Kris Kristofferson (der partner von Blade mit gleicher synchronstimme ),
    Jennifer Jason Leigh (Short Cuts, The Machinist, In the Cut)

    Inhalt:
    Zuerst wird Jack im Golfkrieg von einem Jungen in den Kopf geschossen. Im lazarett wird jedoch bemerkt, dass er noch nicht so ganz tot ist. Als er wieder zurück in den USA ist, wird er auch noch des Mordes an einem Polizisten angeklagt - Jack kann sich kaum noch erinnern , wird für verrückt erklärt und in die Psychiatrie eingewiesen. Der Doktor hat eine ganz spezielle Methode für die Patienten: in einer Zwangsjacke gefesselt wird er wie ein Toter in eine Schublade gesteckt und bleibt für mehrere Stunden dort.
    In dieser Schublade passieren seltsame dinge - er findet sich plötzlich 10 Jahre in der Zukunft wieder.

    Meine Meinung:
    The Jacket ist einer dieser Filme, die man anmacht und sie bis zum Ende fesseln - ganz ohne Zwangsjacke. Ein Thriller der ganz besonderen Art, nicht nur dass er das Zeitreise Thema auf ungewöhnliche Art und Weise begegnet, der Film schafft es sogar viele Details zu integrieren, die erst beim mehrmaligen Sehen auffallen, und eine Geschichte über den Sinn des Lebens zu berichten, die wirklich berühren kann, ganz ähnlich wie "American Beauty".
    Natürlich findet man als Filmekenner ein paar Parallelen zu Filmen wie "Butterfly Effekt" oder "Donny Darko". Aber genau in diese Kategorie "Der besondere Film" lässt sich The Jacket einordnen.
    Dafür sorgen auch die Darsteller, die die Story perfekt rüberbringen und eine wunderbar dichte Atmosphäre erzeugen.
    The Jacket ist Mystery Kino mit viel Gefühl...ein Film, den wahrscheinlich viele nicht kennen - das sollte sich ändern.


    Einzelwertungen:
    Darsteller: 10 (Lustig in Fluch der Karibik 3 fand ich Kira Knightley fast schon nervig, hier wächst sie einem richtig ans Herz. Der Hauptdarsteller ist ebenfalls ein absoluter Sympathieträger. )
    Effekte: - (Wenige Effekte, aber die seltenen Momente wurden realistisch rübergebracht)
    Plot: 8 (Nicht ganz neue, aber bislang selten genutzte Idee - perfekt bis zum Ende, man hätte vielleicht noch 1 , 2 Überraschungen einbauen können)
    Anspruch: 9 (Hoher Anspruch - keine Action, dennoch verständlich, viele kleine details)
    Gesamteindruck: 9

    imdb Wertung 7.0

    Trailer
    Die DVD bei Amazon.de
    DeadPoet ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:19 Uhr)

  18. #18 Zitieren
    Forentroll  Avatar von Harbinger
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    Kinostart: 18.01.1996
    Genre: Action/Fantasy
    Regie: Paul W.S. Anderson
    Darsteller: Robin Shou, Christopher Lambert, Linden Ashby
    FSK: 16

    Inhalt: Irgendwo in einem uralten Tempel prügeln sich ein Junge und ein älterer Mann vor einem heftigen Gewitter gegenseitig die Seele aus dem Leib. Der Alte gewinnt, tötet den Jungen und holt sich seine Seele. Der Junge war Chen Kang, Bruder von Liu Kang, dem Helden unseres heutigen Films. Und der Alte war Shang Tsung, ein bösartiger Magier aus einer fremden Welt, der die Erde nur zu gerne für seinen Meister unterjochen würde. Um das zu verhindern müssen drei Sterbliche, namely Liu Kang, die Polizistin Sonya Blade und der Hollywood-Star Johnny Cage, und ein ganzer Haufen namenloses Kanonenfutter zum Mortal Kombat antreten, einer Schlacht, die das Schicksal der Welt entscheiden wird.

    Kritik: Wer kennt denn bitte den Namen "Mortal Kombat" nicht? Jahaaa, das ist dieses ultra brutale Beat 'em Up, das schon seit Erscheinen des ersten Teils für Kontroversen bezüglich Gewalt in Videospielen sorgt. Paul W.S. Anderson, Regisseur von Filmen wie "Event Horizon", "Resident Evil" oder "Soldier", nahm sich der Story des Spiels an und bastelte eine Verfilmung daraus.
    Hm... Story des Spiels? Moment, die kann man doch ungefähr mit dem ersten Satz meiner Inhaltsangabe wiedergeben, oder? Ja, stimmt schon irgendwo. Viel Story gab's bei Beat 'em Ups noch nie. Das hat aber die Produzenten der ein Jahr früher entstandenen Filme "Street Fighter" (ganz grober Mist) und "Double Dragon" (bescheuert aber lustig) nicht sonderlich gestört. Also wieso nicht auch "Mortal Kombat"?
    Gute Frage. Also machte Anderson sich mit Action-Recke Christopher Lambert in der Rolle des Lord Rayden und einem Budget von 20.000.000$ ans Werk. Und landete damit zumindest in kommerzieller Hinsicht einen ziemlichen Erfolg, denn schon am Eröffnungswochenende spielte der Film seine Produktionskosten wieder ein. Die Kritiker hingegen überschlugen sich nicht gerade mit Lob.
    Liegt vielleicht daran, dass kaum eine Story vorhanden ist. Unsere drei Helden prügeln sich von Kampf zu Kampf, mal gegen maskierte Turban-Träger, mal gegen die aus den Spielen bekannten Ninjas Scorpion, Sub-Zero und Reptile, mal gegen den vierarmigen Prinz Goro. Dabei gibt es viel Martial-Arts-Action zu bestaunen, angesichts der doch recht deftigen Videospielvorlage überraschend wenig Blut und zu hören kriegt man neben einem leicht bekloppten Techno-Soundtrack (der trotz allem gut ins Ohr geht) jede Menge bescheuerte One-Liner oder tumbe Dialoge.
    Klingt jetzt nicht soooo berauschend, aber ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und sage: Es funktioniert blendend. Die Darsteller sind allesamt keine Meister ihres Faches. Linden Ashby aka Johnny Cage hatte eine recht tragende Rolle im schrottigen Sequel zum doch recht ordentlichen Thriller "Wild Things", Robin Shou (Liu Kang) verdiente seine Brötchen in der zweiten Reihe der Kung-Fu-Filme Hong Kongs, Christopher Lambert dreht seit jeher eigentlich fast nur Müll und Cary-Hiroyuki Tagawa (Shang Tsung) durfte immerhin mal den Bösewicht in einem Baywatch-Fernsehfilm spielen (beim Anschauen des selben wollte ich immer wieder "Wirf endlich nen Feuerball!" brüllen...). Also keine wirkliche A-Prominenz. Und auf dem Gebiet der Schauspielerei auch alles andere als versiert. Aber: Man sieht den Darsteller an, wie viel Spaß ihnen die ganze Chose bereitet hat. Vor allem Linden Ashby macht eine verflucht gute Figur und hat mit Johnny Cage auch gleich noch die coolste Rolle von allen erwischt. Der zynische, arrogante Hollywood-Star, dem keiner abnimmt, dass er wirklich kämpfen kann. Das kann er nämlich. Können in dem Film alle recht gut. Die Kampfszenen sind sehr schick anzuschauen.
    An Effekten wird relativ wenig spektakuläres geboten. Vor allem Blut wird gespart bis zum geht nicht mehr. Die FSK 16 geht also durchaus in Ordnung. Und auch sonst sind die Effekte... durchwachsen. Es gibt ein paar schicke Szenen in Outworld gegen Ende, aber Prinz Goro sieht aus wie ein zu groß geratener Muppet und Reptile sieht aus wie hingekotzt. Die CGI-Effekte gehen teilweise durchaus in Ordnung, einige sind aber zum Himmel schreiend schlecht, wie beispielsweise Reptile (diese Farben...). Alles sehr trashig das...
    Jau, Trash. Das ist ein gutes Stichwort. Das ist der Film nämlich in Reinform. Es wird geprügelt, gekalauert, dummes Zeug geredet und und und. Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, hab ich mich fürchterlich über seine Dummheit und den Blödsinn, der sich da auf dem Fernsehschirm abspielte, aufgeregt. Beim zweiten Mal musste ich lachen. Seit dem hab ich den Film etwa sieben weitere Male gesehen, denn wenn man sich erst mal darauf einlässt, dann ist der Streifen unglaublich unterhaltsam und lustig.
    Kommen wir zum Fazit: Man braucht keine guten Darsteller, einen guten Plot, gute Special Effects und auch kein bißchen Hirn, um einen guten Film zu drehen. Ein wenig Spaß am Set, coole Sprüche, ordentlich Geprügel und ein Augenzwinkern reichen da schon aus. Das schafft "Mortal Kombat" mit Bravour. Ich wage sogar zu behaupten, dass der Film der wohl beste Unterhaltungsstreifen ist, den ich kenne.

    Einzelwertungen:
    Darsteller: 05/10 (keine besonderen Leistungen, aber man sieht ihnen den Spaß an)
    Effekte: 06/10 (trashige Gummimonster wechseln sich mit ein paar ultraschlechten und ein paar ganz netten CGI-Szenen ab)
    Plot: 02/10 (dümmlicher geht's kaum)
    Anspruch: 00/10 (ich weiß, die Skala geht nur bis zu einem Punkt runter, aber... Null. Nada. Niente. Nix. Nicht ein einziger Punkt für diesen Blödfug)
    Gesamteindruck: 10/10 (mag übertrieben erscheinen, aber: Ich liebe diesen Film)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 5.4)
    Link zum Trailer
    Die DVD bei Amazon.de
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  19. #19 Zitieren
    Deus Avatar von Pontius Pilatus
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    Haus der 1000 Leichen

    [Bild: haus_der_1000_leichen.jpg]

    Erscheinungsjahr: 2002
    Genre: Splatter/Komödie/Horror/Terror
    Regie: Rob Zombie

    Inhalt:
    Eine kleine Gruppe von Jugendlichen reisen durch das amerikanische Hinterland. Als die auf einer Tankstelle halten, treffen sie den merkwürdigen Captain Spaulding, welcher sich auf Anhieb mit den Typen versteht. Er überredet sie schliesslich, an einer bizarren Geisterbahnfahrt teilzunehmen. Die Jugendlichen lehnen das Angebot natürlich nicht ab. Während der Fahrt wird immer wieder von der Legende des Serienkillers Dr. Satan erzählt. Nach der gelungenen Fahrt wollen sie die Gegend erforschen, wo Dr. Satan angeblich gehängt wurde. Als sie mit dem Auto eine einsame Strasse runterfahren, sehen sie ein sehr gut aussehendes Mädchen alleine im Regen stehen und nehmen sie mit. Durch einen Schuss platzt der eine Reifen des Wagens, was die Jugendlichen aber nicht wissen. Notgedrungen begleiten sie die Anhalterinzu ihrer Hütte, ein fataler Fehler, denn dort erwartet sie eine absolut psychopatische Familie.

    Meine Meinung:
    Manch einer kennt Rob Zombie ja schon als Musiker, doch ich muss sagen, auch als Regisseur ist er ein beinahe unschlagbares Genie. Er hat ja bisher erst zwei Filme gedreht(dritter in Arbeit), doch beide sind absolut genial. Einer kranker als der andere...
    Alle Schauspieler (auch wenn damals alle noch sogut wie unbekannt) sind Oskarverdächtig und spielen einfach nur genial Vorallem die Familie Firefly wird wirklich perfekt dargestellt, die Schauspieler gehen wirklich total auf in den Rollen dieser kranken Familie. Vorallem Bill Moseley(spielte auch schon in Texas Chainsawmassacre 2 mit, an welchen sich der Film auch stark anlegt) und Sheri Moon Zombie spielen absolut perfekt. Außerdem sieht Sheri Moon auch noch wirklich super aus, sie allein ist es wert den Film anzusehen... (außerdem rennt sie gerne leicht bekleidet rum xDD)
    Die Effekte sind alle recht passabel, wenn auch meist nicht sonderlich blutig. Das machen aber die abartigen Folterungen und Handlungen der Familie Firefly mehr als wett... Kann sogesehen gut an diverse der 80er anschließen bzw diese meist sogar weit übertreffen.
    Die Geschichte ist nicht neu (sehr sehr ähnlich zum originalen Texas Chainsaw massacre), aber sehr gut neu aufbereitet und auch noch nicht sonderlich oft benutzt. Man wird wirklich gefesselt und kann sich sehr gut (wie bei den meisten Terrorfilmen) in die Opfer hineinversetzen. Das Ende finde ich persöhnlich etwas komisch und passt nicht wiiirklich dazu (wobei das die letzte Szene wieder wettmacht^^), aber sie ist trotzdem sehr gut gemacht und hat mir gefallen.
    Haus der 1000 Leichen ist auch schon streckenweise sehr schwarzhumorig, vorallem Babys auftritte sind streckenweise sehr lustig. Das wird natürlich in The devils rejekts noch auf die spitze getrieben.
    Als Regisseur hats Rob Zombie wie schon gesagt wirklich drauf. Die Schnitte (sowohl Bild als auch Ton) sind streckenweise sehr schnell, was dem Film eine ganz eigene atmosphäre verleiht. Es is allerdings sein erster Film, diese merkmale sieht man dann bei the devils rejekts noch markanter, aber sie sind auch schon hier gut zu erkennen.
    Auch die Filmmusik muss man hier nochmal hervorheben, denn die ist wirklich ein weiteres Meisterwerk. Wurde aber auch von Rob Zombie selbst gemacht, was erwartet man also mehr...
    Also ich bin der Meinung, dass wir von Rob Zombie wirklich noch viele und vorallem qualitative Filme zu erwarten haben. Ich bete nur, dass er auch noch Werewolfwomen of the SS verfilmt wird... das wäre genial.
    Also wie gesagt, der Film ist unschlagbar genial, muss man unbedingt gesehen haben!

    update: Der Film nutzt sich mit der Zeit leider ziemlich ab, ich halte daher jetzt eine 9 Punkte WErtung für nichtmehr gerechtifertig. Ein guter Film ist es allemal und das erstemal macht er auch saumäßig spaß, wenn man ihn aber schon kennt isses nimma so gut.

    Achja, ich muss die genialen Menüs auf der DVD noch hervorheben, sowas wünsche ich mir bei jeder!

    Einzelwertungen:

    Darsteller: 10 (wirklich absolut genial und unschlagbar. Einer spielt besser und psychopatischer als der andere und alle gehen absolut in ihren Rollen auf)
    Effekte: 9 (nicht sonderlich blutig, dafür streckenweise einfach nur krank und durchgehend technisch sehr gut
    Plot: 7 (ist nicht neu, kommt aber wirklich super rüber und hat auch die ein oder andere überraschende (am ende sehr sehr überraschende) Wendung parat.
    Anspruch: 5 (nicht wirklich anspruchsvoll, so n Mittelding halt)
    Gesamteindruck: 8 (einer der besten Filme seit langem, ich liebe Rob Zombie, ich liebe Familie Firefly, ich liebe Sheri Moon Zombie... ich liebe alles an dem Film!

    imdb Wertung: 5.6
    Link zum Trailer auf youtube
    Die DVD bei Amazon.de
    Pontius Pilatus ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:23 Uhr)

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    Kinostart: 23.01.1986
    Genre: Action
    Regie: Mark L. Lester
    Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Vernon Wells, Dan Hedaya
    FSK: 18

    Inhalt: Zwei Müllmänner erschießen einen Kerl auf offener Straße, ein Gebrauchtwagenhändler wird von einem Pseudo-Kunden überfahren und anschließend fliegt auch noch ein bärtiger Kerl, der gewisse Ähnlichkeit mit Freddy Mercury hat, mitsamt seinem Kahn in die Luft. Zufall? Pech? Mitnichten. Denn der Täter war jedes Mal derselbe. Und wieso das Ganze? Nun, die drei Kerle gehörten zu einer mittlerweile aufgelösten Spezialeinheit, die von einem gewissen Colonel John Matrix angeführt wurde, der gemeinsam mit seiner Tochter ein beschauliches Leben in den Bergen führt. An ihn wollen die bösen Buben ran. Sie entführen seine Tochter und zwingen Matrix, den Präsidenten von Val Verde zu erschießen, dem er selbst geholfen hat, an die Macht zu kommen. Aber Matrix weigert sich, springt aus dem startenden Flugzeug und geht lieber auf Terroristenjagd.

    Kritik: 1985, kurz nach "Terminator", war der Gouvernator Arnold Schwarzenegger auf dem Höhepunkt seines Erfolges. Hatte er doch gerade mit besagtem "Terminator" und den beiden "Conan"-Filmen ein paar höchst erfolgreiche Actionstreifen abgedreht. Trotzdem war der österreichische Muskelprotz des Filme drehens noch nicht müde. Also schlüpfte er unter der Regie von Mark L. Lester (unter anderem Regisseur von "Die Klasse von 1984") in die Rolle des knallharten und doch irgendwie knuddeligen Ex-Militär-Colonels John Matrix.
    Gut, Schwarzenegger-Filme sind von Vorneherein schon mal Geschmackssache. Entweder man liebt die Art des Gouvernators oder man hasst sie. Ich für meinen Teil finde seine leicht tumben aber dafür problemlos konsumierbaren Actionfilmchen bestens gelungen. So auch diesen, der für mich schlicht und ergreifend die Definition des Wortes "Action" ist.
    Die Prämisse des Mannes der seine Tochter aus den Klauen der bösen Terroristen befreien will bildet da das perfekte Grundgerüst. Arnie schwingt sich nämlich wie gesagt (in einer wunderprächtigen Szene) aus dem fliegenden Flugzeug nach Val Verde und hat danach exakt elf Stunden Zeit um die Bösen zu finden, da er nach Ablauf dieser elf Stunden an seinem Zielort von terroristischen Schergen abgeholt werden sollte. Also muss er sich ranhalten, um die Entführer seiner Tochter nicht nur zu finden, sondern auch standesgemäß mit allerlei Handfeuerwaffen, Gartenwerkzeugen und schwererem Gerät niederzumähen.
    Der Film präsentiert sich dabei angenehm blöde und stellenweise sogar Familienfreundlich. Beispielsweise wenn Matrix im Vorspann mit seinem Töchterchen (gespielt übrigens von der jungen Alyssa Milano) Eis essen geht, ein Reh füttert, im Schwimmbad herumplanscht oder über den Rock'n'Roll philosophiert (Originalzitat aus dem Film: "Als ich noch ein kleiner Junge war und der Rock'n'Roll nach Ostdeutschland kam, da sagten die Kommunisten er wäre subversiv... Hm... Vielleicht hatten sie recht."). Von der Familienfreundlichkeit bleibt bei den zahlreichen Actionszenen nicht mehr viel übrig. Da schmeißt Matrix schon mal Menschen Klippen runter, prügelt sie durch Hotelzimmer oder tranchiert sie mit Äxten und Macheten.
    Die Dummheit des Films bleibt hingegen zum Glück über seine ganze Lauflänge aufrecht erhalten. So muss der Zuschauer zu keinem Zeitpunkt sein Gehirn anstrengen, sondern sich nur von dem Gezeigten berieseln lassen. So macht Actionkino Spaß. Und das alles in einem Tempo, dass einem garantiert nicht langweilig wird.
    Mal ein paar Takte zu den Darstellern: Arnie spielt wie immer. Sein österreichischer Akzent ist im Original nicht mehr so schlimm wie noch bei "Herkules in New York", sorgt aber doch für den einen oder anderen Schmunzler. In der deutschen Synchronfassung hat er natürlich die gewohnt markige Stimme von Thomas Danneberg. Rae Dawn Chong spielt eine Stewardess, die Matrix bei seiner Suche nach seiner Tochter begleitet. Hat eigentlich nicht viel zu tun, sieht auch nicht besonders aus, schießt dafür einmal mit einem Raketenwerfer. Auch nett. Ansonsten gibt's absolut kein Krieseln zwischen den beiden. Also keine nervige Liebesgeschichte. Wüsste auch nicht, wie jemand wie Schwarzenegger so was darstellen sollte. Vernon Wells spielt den typischen Bösewicht, der eigentlich von seinen Fähigkeiten absolut identisch mit Matrix ist, nur eben auf der dunklen Seite der Macht... äh, 'tschuldigung, auf der Seite der bösen Terroristen steht. Auch er hat nicht viel zu tun, außer hin und wieder mal einen irren Blick aufzulegen und böse Dinge zu sagen. Das macht er ganz ordentlich. Aber der Freddy-Mercury-Gedächtnisbart hätte echt nicht sein müssen. Dann ist da noch Dan Hedaya, bekannt aus Filmen wie "Die üblichen Verdächtigen", der hier den fiesen Ex-Diktator mimt. Wohl der beste Darsteller des ganzen Ensembles, macht seine Sache wirklich ganz gut. Und zu guter Letzt noch Alyssa Milano, wohl den Meisten als eine der Halliwell-Schwestern aus der Fernsehserie "Charmed" bekannt. Hier als Kinderdarstellerin, die eigentlich nur rennen, schreien und weinend in der Ecke sitzen muss. Schafft sie.
    Gut gut, so viel dazu. Also was hat der Film eigentlich noch zu bieten? Vor allem jede Menge dumme Sprüche und One-Liner. Der bekannteste dürfte wohl "Remember when I said I would kill you last? I lied!" sein. Aber auch die Tagline, mit der der Film beworben wurde, sagt da schon einiges aus. Ich meine... "Somewhere... somehow... someone's going to pay!" Ein echter Klassiker. Aber so was gehört sich ja für einen waschechten Actionfilm.
    Genau wie jede Menge Action. Und ich glaube, da schlägt "Phantom Kommando" so ziemlich jeden anderen Streifen dieses Genres um Längen, außer vielleicht "Crank", der ein vergleichbares Tempo und einen vergleichbaren Erzählfluss pflegt. Das Schöne an den Actionszenen in "Phantom Kommando" ist nicht nur ihre pure Menge oder Qualität, sondern auch die Abwechslung. Hier mal ein paar Dinge, die Matrix während seiner Suche vollbringt: ein Sprung aus einem startenden Flugzeug, eine Fahrt mit einem kaputten Jeep den Berg hinunter, eine Autoverfolgungsjagd, eine Prügelei mit unzähligen Polizisten in einem Kaufhaus, ein Messerkampf, das Töten von Terroristen mittels einer Mistgabel und geworfenen Kreissägeblättern und und und... Das Highlight bilden mit Sicherheit die letzten zehn Minuten des Films. Ohne zu viel verraten zu wollen: Im Verlauf des Films erledigt Arnie insgesamt 81 Menschen. Angesichts der etwa acht Personen, die die Bösen auf dem Gewissen haben, fragt man sich doch wirklich, wer in dem Film eigentlich der Terrorist ist...
    Natürlich ist der Film nicht perfekt. Er ist, wie bereits gesagt, strunzedumm, stellenweise recht unlogisch und hält sich nicht mit solchen Fragen auf, wie wo eigentlich Mrs. Matrix ist (oder hat John Matrix seine Tochter Jenny ganz alleine zur Welt gebracht? Würde ich ihm zutrauen...). Aber es könnte wohl schlimmer sein.
    Kommen wir zum Fazit: Leute die eine anständige Story haben wollen werden wohl ins Sofa beißen. Leute die intelligente Dialoge hören wollen wahrscheinlich gleich in den Ferseher. Leute die allerdings einfach nur Action sehen wollen werden wohl Purzelbäume schlagen. Denn davon gibt's in "Phantom Kommando" mehr, als man normalerweise in die etwa 85 Minuten packen könnte. Der Film ist schnell, witzig, unterhaltsam, brutal und macht einfach nur ungeheuer Laune. Außerdem ist er bestens als Partyfilm geeignet, da man ihn sich mit ein paar Flaschen Bier garantiert noch mal so lustig saufen kann. Also, alle Actionfans, die Filme wie "Stirb Langsam", "Crank" oder andere Arnie-Streifen gut fanden, sollten sich "Phantom Kommando" unbedingt anschauen. Und auf jeden Fall nach dem genialen Tarn-Move Ausschau halten, mit dem Colonel Matrix sich "nahezu unsichtbar" machen kann...

    Einzelwertungen:
    Darsteller: 06/10 (keine Meisterleistungen dabei, aber hey, es ist ein Schwarzenegger)
    Effekte: 04/10 (blutige Einschüsse und ein abgetrennter Arm, relativ angemessen aber nix besonderes)
    Plot: 03/10 (sehr straight ohne große Überraschungen, man weiß von Anfang an, wie's ausgehen wird)
    Anspruch: 01/10 (man kann mit dem Film seinen Spaß haben, sogar wenn man von Anfang an den Ton ausgeschaltet hat)
    Gesamteindruck: 08/10 (habe zwischen acht und neun geschwankt, mich aber für acht entschieden, weil der Film im Endeffekt sehr gute Unterhaltung ist, aber eben nicht mehr)

    Link zur IMDB-Seite (Wertung: 6.2)
    Link zum Trailer

    Kleine Notiz am Rande: John McTiernan wollte ein paar Jahre später ein Sequel zu "Phantom Kommando" drehen, aber Arnie lehnte es ab, die Hauptrolle zu spielen. Also wurde das Skript leicht angepasst und trotzdem verfilmt, allerdings nicht mit John Matrix als Hauptfigur, sondern mit einem gewissen John McClane. Daraus wurde letztendlich der erste "Stirb Langsam"-Teil.
    Harbinger ist offline Geändert von Harbinger (04.10.2009 um 17:24 Uhr)

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