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  1. #381 Reply With Quote
    General numberten's Avatar
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    Nov 2014
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    Es war nicht viel los im Sakura Ramen Laden zu dieser Tageszeit, wie von Airi beabsichtigt. Zu den Stozeiten wren wohl alle Pltze an der Theke besetzt gewesen, whrend die nchsten Kunden schon warteten. In einem hervorragenden Laden wre dies auch abseits der Stozeiten der Fall, dieser war jedoch nur gut. Nicht berragend.
    Die Japanerin strich einmal mit ihren Stbchen ber die klare Oberflche der Shoyu Ramen und fischte dann geschickt ein Bndel Udon Nudeln aus der Suppe. Mit einem schlrfenden, saugenden Gerusch verschwanden die dicken Weizennudeln in ihrem Mund. Sie hatte Zeit, wer wute schon wann dieser Chen genau auftauchte. Leute in seinem Gewerbe waren immer ein wenig paranoid. Vielleicht war Chen auch nicht sein richtiger Name, oder er war einfach Chinese. Die hatten ja nicht mehr als zwanzig Namen. Gelassen fhrte sie sich das halbe Ei zu Gemte.
    Hinter ihr wurde das Banner vor der Tr beiseite geschoben, ein neuer Kunde betrat das Lokal und steuerte die Theke an. Der Mann setzte sich neben die Japanerin, welche ihn nur aus den Augenwinkeln betrachtete, den Fokus auf die Suppe richtend.
    Es war ein Asiate, von den Gesichtszgen her schtzte sie ihn jedoch nicht als Japaner ein. Seine Haare schien er wohl gegen die Einfachheit einer Glatze getauscht zu haben, ob willentlich oder unwillentlich konnte sie nicht erkennen. Sein Blick fiel auf die Karte vor ihm und wurde nachdenklich. Schlielich drehte er sich zu Airi um.
    "Verzeihen sie. Knnten sie mir ein Set empfehlen?", erkundigte er sich hflich bei der Japanerin, welche gerade Brhe aus der Schssel schlrfte. Klacken setzte die Brnette die schwere Schale vor sich ab und drehte sich zu ihm.
    "Nummer 57, Shoyu mit Udon. Nie eine schlechte Wahl.", antwortete sie beilufig. Sein Blick ging wieder zur Karte.
    "Mit Schwein oder Tofu?" "Grundstzlich immer Schwein, wenn sie da nicht whlerisch sind."
    "Ich danke ihnen.", erwiderte der Glatzkopf und bestellte das Gericht beim Koch hinter der Theke.
    "Eine Bitte noch." "Ja?", fragte Airi und sah ihn fragend an. "Knnten sie mir eine Serviette geben?",bat der Mann, wobei sein Blick nicht ganz zu Frage passen wollte.
    "Natrlich.", sprach die Japanerin und nahm zwei weie Servietten vom Stapel neben sich.
    Unauffllig drapierte sie den Credstick zwischen die beiden Lagen und schob diese dem Glatzkopf zu. Dieser nahm die oberste Serviette und legte sie links neben sich. Der Credstick lste sich gefhlt in Luft auf.
    "Danke. Zwei brauche ich nicht, nehmen sie die andere?" "Ja, ich bin eh gleich fertig.", erwiderte Airi und leerte die Schssel.
    Mit einem dankbaren Nicken nahm sie die Serviette zurck, wobei sie den nun darunter liegenden Datentrger verschwinden lie. Airi wischte sich den Mund ab und schmiss dann die zerknllte Serviette in den Mlleimer. Dann berwies sie dem Koch den Betrag fr die Suppe.
    "Na, dann lassen sie es sich schmecken.", verabschiedete sie sich vom Glatzkopf, der in diesem Moment seine Suppe erhielt. Dieser nickte knapp, whrend Airi den Laden verlie. Ein paar Gassen weiter steckte sie den Datentrger ein und lud ihn auf ihr Tool. Daten strmten ber den kleinen Bildschirm des Gertes. Videodateien, Bilder, Schriftstcke, alle Groto und die Golden Mask betreffend.
    "Freut mich Geschfte zu machen.", murmelte sie und verschwand dann in einen der allgegenwrtigen Passantenstrme der Station.
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  2. #382 Reply With Quote
    Held Shepard Commander's Avatar
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    Mar 2012
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    Tage wie Wassertropfen. In dem Leben von Seeva T’Saari erinnerten die flchtigen Tage, die in ihrer stndlichen Gesamtheit geschlossen geformt waren, wie Regentropfen, die einzeln in eine Wassertonne fielen. Im Einzelnen nicht sonderlich beeindruckend, in der Menge aber ein Leben fllend. Manche Tage zogen auf der brchigen Oberflche grere Kreise als andere, doch die meisten vergingen unbeachtet. Seevas Tage waren ein bisschen von beidem: ereignislos und voller Erschtterungen. Die Spectre hatte versucht in der Schnelle die Scherben aufzukehren, die durch die Zerschlagung ihrer Operationsbasis entstanden waren. Die Mitglieder ihres Teams waren auf ihren Befehl hin abgetaucht.

    Qatar ging seinen gewhnlichen, sldnerischen Geschften nach, auch wenn er Seeva gefhlt jeden Tag nach dem nchsten Vorsto fragte. Er war ein Individuum gewesen, das jeglichen Kampfgeist verloren hatte und kein Ziel mehr verfolgte. Er trieb orientierungslos von Job zu Job, fand keinen Gefallen an bestndiger Gesellschaft oder dem verspteten Versuch etwas Solides aufzubauen. Der Kampf gegen seinen alten Widersacher Vhan, seine Nemesis, hatte dem turianischen Sldner neue Lebensenergie gespendet. Er war ein rchender Geist, ein Geist, der aus widerfahrenem Unrecht geboren worden war. Und er sahn darauf, seine Rache zu vollenden.
    Pater Lacan blieb still, bis auf wenige Updates. Regelmige kurze Memos berichteten der Spectre, dass sie weder gejagt noch irgendwie digital attackiert wurden. Vhan schien mit seinem Schachzug zufrieden zu sein.
    Van Zan ging, hnlich wie Qatar, seinen eigenen Weg. Lacan versuchte, den Mann in Schwarz im Auge zu behalten, verlor seine Spur aber zumeist so pltzlich, wie er sie fand. Seeva hoffte, dass sie ihr Vertrauen nichts blindlings in den Menschen gesetzt hatte.
    Von ihrem quarianischen Techniker hatte die Spectre nichts mehr gehrt oder gesehen. Er schien abgetaucht zu sein, aus Furcht oder Verzweiflung. Awan hatte nie viel gesprochen und wenn, dann waren seine Worte getaucht in das Schwarz eines depressiven Wesens. Seeva rechnete nicht damit, den Mann noch einmal wiederzutreffen. Sie wrde es vermutlich auch gar nicht wollen. Jemand, der einmal aus der Schlacht floh, konnte kein Vertrauen mehr entgegengebracht werden.

    Die Asari sa mit angewinkeltem Bein in ihrem Schalensessel und verfolgte das Blitzen und Blinken von Datenstrmen auf den Monitoren vor ihr. Ihr Geist war entspannt, ihre Atmung regelmig. Sie hatte zu viel Zeit im Kampf verbracht, als dass sie dem erdrckenden Gefhl einer sich abzeichnenden Niederlage nicht durch fokussierte Stille wrde entrinnen knnen.
    Irgendetwas neues?
    Seeva drehte sich um. Odessa, oder besser Narissa, stand im Trrahmen hinter ihr. Ihre wachen Jadeaugen blickten an Seeva vorbei und auf den Bildschirm.
    Nein“, antwortete die Spectre und schttelte sachte den Kopf. Narissa zuckte die Achseln.
    Besser als etwas Schlechtes, oder?
    Vermutlich“, sagte Seeva schleppend und betrachtete ihre ldierte Attentterin. Narissa hatte sich gut erholt und das Krankenhaus vor einigen Tagen verlassen. Die Verwundung wrde eine Narbe zeichnen und bescherte Schmerzen, die Narissa mit Betubungsmitteln unterdrckte. Die Attentterin trug einen lockeren hellgrauen Anzug aus weichem Stoff. Es wrde noch Wochen, wenn nicht gar Monate dauern, bis sie wieder eine Kampfpanzerung anlegen konnte; trotzdem lchelte sie. Seeva hatte Narissa von dem Moment an, in dem sie sie aus der Zelle geholt hatte, fr verrckt gehalten. Sie hatte ihre Meinung nicht mageblich verndert. In Narissa brannte ein Feuer, dass ihr berleben sicherte, das allerdings auch fast ins Manische abdriftete.
    Die blonde Killerin kam langsam auf Seeva zu. Ihre Bewegungen verrieten, dass sie sich zu schonen versuchte. Seeva argwhnte, dass Narissa hrter tat, als sie wirklich war. Allerdings wren andere an dem Schuss, den sich die Menschenfrau eingesteckt hatte, gestorben. Bis zu ihrer vollstndigen Rekonvaleszenz versteckte sie sich in Seevas Apartment.

    Narissa erreichte Seeva, die den Blick nicht von der Attentterin nahm. Ihre Kiefer malten aufeinander, als die Blondine neben ihr stehen blieb und die Augen auf die Bildschirme heftete. Narissas Lippen bewegten sich beim Lesen des Namens „Lacan“ und dem kurzen Statusupdate, dass der Priester geschickt hatte. Dann schaute sie zu der Spectre, legte ihren rechten Zeigefinger – der, mit dem sie auch den Abzug ihrer Waffe bettigte – auf Seevas angewinkeltes Knie und drckte sachte. Seeva lie das Bein sinken und Narissa lie sich, der Bewegung folgend, auf Seevas Oberschenkeln nieder. Ihre grnen Augen fixierten die der Asari, als sie die Arme locker um deren Hals legte und ihren Lippen einen sanften aber bestimmenden Kuss aufdrckten. Seeva erwiderte den Kuss und schloss die Augen. Universale Energie pulsierte durch Seevas Krper, einer biotischen Welle nicht unhnlich. Sie hrte Narissa leise kichern.
    Ich mag es, wenn deine Haut so leicht leuchtet. Dann bist du erregt“, sagte die Attentterin. Seeva sagte nichts, sondern ffnete die Augen. Ihre eigentmliche Art von Beziehung war einem Geflecht aus Gefechtshitze, Todesnhe und Verzweiflung entsprungen. Sie hatte – ohne, dass es jemals vorher irgendeine Art von Anziehung oder Vorahnung gegeben htte – in dem Moment begonnen, da Seeva im Krankenhaus ein Gebet fr die Attentterin gesprochen und ihr einen spirituellen – fast mythologisch angehauchten – Kuss gegeben hatte. Narissa hatte pltzlich die Augen geffnet und sie seitdem nicht mehr von Seeva genommen. Wie ein Tier, das die Asari gerettet hatte und das seine Dankbarkeit nun im loyalen, bedingungslosen Folgen ausdrckte, blieb die Attentterin an ihrer Seite und Seeva, die verdrngte Einsamkeit nicht aushaltend, hatte Narissa in ihr Apartment, in Bett und in ihr Leben gelassen – zumindest vorerst.
    Du solltest schlafen“, sagte Seeva streng, nachdem sich ihre Lippen mit einem feuchten, saugenden Gerusch voneinander gelst hatten. „Zuletzt hast du immer nur drei Stunden am Stck geschlafen.
    Ich schlafe viel zu viel“, protestierte Narissa nonchalant und warf den Kopf zurck. „Und du, du schlfst gar nicht.
    Das stimmte. Seeva kannte nur die kurzen Phasen dmmernder Inaktivitt, die zwischen ihren endlosen Stunden des Wachzustands quetschten. Allerdings verbrachte sie hinreichend Zeit in einer meditativen Entspannungshaltung, die Krper und Geist Kraft spendete, eine Form, die Menschen wie Narissa vllig fremd war.
    Die Asari lste sich aus der Umarmung, schob die Attentterin von sich und stand auf.
    Geh ins Bett. Sieh etwas Nachrichten oder lese etwas“, schlug Seeva vor. Narissa machte einen Schmollmund. Sie langweilte sich zunehmend, was der geduldigen Asari manchmal das Gefhl gab, sie msse sich mehr um einen anspruchsvollen Gast denn um einen Kampfgefhrten kmmern.
    Ich denke, ich mache ein paar Crunches“, erwiderte die Attentterin, die ihren Versuch nach Unterhaltung abgeschmettert sah. Sie fasste Seeva an der Hfte, gab ihr einen Kuss und ging, allerdings nicht ohne sich im Trrahmen umzudrehen und zu fragen, ob die Asari ebenfalls hungrig sei. Seeva seufzte, verneinte und wandte sich wieder den Bildschirmen zu. In der Zeit der Ablenkung hatte sie ein gutes Dutzend Nachrichten erhalten, alle mehr oder minder irrelevant. Tatschlich fand sich aber auch eine Nachricht von Tiberias Qatar im Postfach. Seeva vermutete eine formlose Nachfrage nach zuknftigen Aktionen. Die Wahrheit berraschte sie. Tiberias schrieb: „V.Z. ist bei B.Vhan.“
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  3. #383 Reply With Quote
    #17  Forenperser's Avatar
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    Irgendwo da drauen.....
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    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Quote Originally Posted by Khardim View Post

    ,,Dass ich zu Ihnen komme hat zwei Grnde: Erstens kennen Sie mich, auf jeden Fall besser als Ihr Vater. Stellen Sie sich vor, ein Unbekannter, noch dazu ein Mensch, stellt sich bei Ihrem Vater vor und erzhlt ihm das, was ich Ihnen gerade erzhlt habe. Sie mgen mich weder mgen noch mir vertrauen, Beyo, doch Sie haben gesehen, wie ich arbeite und wissen, dass ich mir solche Dinge nicht ausdenke. Ihr Vater wei das nicht und wrde mir vermutlich schneller die Tr zeigen als ich Quod Puritas sagen kann. Nicht zuletzt, weil die Vorstellung, dass seine Assistentin in die Angelegenheit verwickelt ist fr ihn noch unglaubwrdiger klingen muss, als fr Sie.“

    Vincent dachte an die Vorbereitungen an dieses Gesprch zurck. Er hatte darber nachgedacht, Vhan Senior direkt aufzusuchen, sich zu zeigen und dem Patriarchen klar zu machen, dass seine Plne nicht so geheim waren, wie er sich das ursprnglich gewnscht hatte. Doch dafr war es noch zu frh und bei so einem Gesprch wre viel mehr zu verlieren als zu gewinnen gewesen. Der Weg ber Beyo mochte der lngere sein und auch dieser war nicht ohne Unwgbarkeiten und Risiko, doch im Moment konnte jeder Rckschlag der letzte sein.

    ,,Der zweite und wichtigere Grund ist, dass die Krfte, die ihrem Vater schaden wollen frher oder spter auch Sie ins Visier nehmen werden, Beyo. Die Feinde ihres Vaters haben gezeigt, dass sie keine Skrupel kennen und die Ressourcen haben, an mehreren Fronten zu kmpfen. Der Prozess gegen Sie wird die nchste werden, auch wenn er eigentlich nichts mit ihrem Vater zu tun hat.“

    Etwas vernderte sich im Gesichtsausdruck von Vhan Junior. Die Skepsis wich nicht, aber in seinem Kopf schien ein neuer Gedankengang angesprungen zu sein. Der Mann in Schwarz lehnte sich nach vorn und setzte nach:

    ,,In den nchsten Tagen werden die Familien derer, die durch Ihre … Aktivitten bei C-Sec zu Schaden gekommen sind Angebote erhalten, ihre Interessen als Nebenklage vor Gericht vertreten zu lassen. Das Honorar fr diese Vertretung wird unverschmt niedrig und die in Aussicht gestellte Kompensation unverhltnismig hoch sein, das kann ich Ihnen versprechen ohne diese Angebote gelesen zu haben. Und verlassen Sie sich darauf: Einige, wenn nicht alle dieser Angehrigen werden das Angebot annehmen und diese ach so rechtschaffenden Anwlte mit dem Mandat ausstatten, gegen Sie zu prozessieren, Beyo. Nur das es dabei dann nicht darum gehen wird, den Geschdigten zu ihrem Recht zu verhelfen, sondern nur dazu, den Prozess gegen Sie als Bhne zu nutzen, um Dreck auf Sie, Ihre Familie und vor allem Ihren Vater zu werfen. Die Anwlte der Nebenklage werden ein juristisches Blutbad im Saal anrichten, dass ber Wochen auf allen Kanlen der Station laufen wird.“

    Die Szene nahm vor Vincents innerem Auge Gestalt an und er war sich sicher, dass es bei Beyo hnlich war. Er mochte sich mit seinem eigenen Schicksal als Verurteilter abgefunden haben, aber ob er in seinen berlegungen jemals daran gedacht hat, was fr Folgen dieser Prozess auf die Personen um ihn herum haben knnte, wusste der Mann in Schwarz nicht. Er traute dem Turianer, wie so oft, auch in dieser Hinsicht nicht allzu viel zu.

    ,,Wenn Ihnen das als Grund dafr reicht, warum ich in dieser Angelegenheit zu Ihnen komme, mchte ich Ihnen darlegen, was jetzt zu tun ist: Ich werde durch Mittelsleute versuchen, den Bemhungen der Gegenseite im Hinblick auf die Nebenklage entgegenzuwirken. Rechnen Sie nicht damit, sich gar keiner Nebenklage gegenber zu sehen, aber jede Familie, die der Gegenseite keine Munition liefert, muss hier als Sieg betrachtet werden.“

    Und nun kam Vincent zum eigentlichen Grund seines Besuchs:

    ,,Viel wichtiger aber, als den Widersachern Ihres Vaters im Gerichtssaal gegenberzutreten wird es sein, ihre Hintergrnde und Motive aufzudecken, die mir, wie ich bereits sagte, grtenteils noch unbekannt sind. Wenn Sie also irgendetwas ber Quod Puritas wissen oder Ihnen etwas einfllt, was mit all dem, was ich Ihnen grade erzhlt habe, in Zusammenhang stehen knnte, dann bitte ich Sie, es mir zukommen zu lassen, damit ich versuchen kann, dieser Verschwrung gegen Ihren Vater auf den Grund zu gehen.“

    Vincent hatte keine Ahnung, ob Beyo etwas ber die Machenschaften seines Vaters wusste oder vielleicht sogar Teil davon war, aber selbst wenn sich blo herausstellen wrde, dass er nichts wusste, war dies ein Informationsgewinn. Der Mann in Schwarz lehnte sich auf dem Sofa ein wenig zurck und verschrnkte die Hnde ineinander.


    Beyo Vhan

    Das war es also, wieso er hier war. Eigentlich machte es Sinn. Alle Strnge liefen zusammen, zu dieser einen, schicksalshaften Verhandlung vor Gericht.
    Der Turianer atmete so gleichmig er konnte ein und aus. Er konnte seine innere Unruhe jedoch damit nicht berspielen. Das hier war keine Ruhe vor dem Sturm. Alles war bereits aus dem Ruder gelaufen. Er sa im Auge des Orkans, jeder Schritt vor oder zurck wrde ihn in die Luft reien.
    Er griff zunchst nach einem weiteren Glas, merkte jedoch dass seine Hand zitterte und stellte es vorsichtig wieder hin.
    "Falls ich ihr Angebot annehmen wrde....." begann er langsam. "......was genau verstehen Sie in diesem Fall darunter, den Nebenklgern entgegenzuwirken ? Was fr Mittelsmnner wollen sie dafr einsetzen? Falls sie an Einschchterung oder auch blo an Bestechung denken, dann muss ich Sie enttuschen. Ich habe mich sicher nicht gestellt, um nun einen Freispruch durch unlautere Mittel zu erlangen."
    Etwas anderes konnte er sich kaum vorstellen. Wie sonst wollte er etwas derartiges bewirken?
    "Und was den Rest angeht.....falls diese Gruppierung wirklich existiert, habe ich von ihr noch weniger Ahnung als Sie es offenbar bereits haben."
    Beyo seufzte. "Aber ich......denke, ich kann wenigstens versuchen mit ihm darber zu sprechen. Sehen, was dabei herauskommt. Und vielleicht....aber auch nur vielleicht benachrichtige ich Sie dann."
    Die Meinung seines Vaters ber ihn konnte ohnehin kaum weiter absinken. Und wenn wirklich etwas daran stimmte.....dann wrde es nichts schaden.
    Mit aufmerksamen Blicke musterte er den dunkel gekleideten Menschen weiter. Noch gespannter darber was er auf seine Frage erwidern wrde, war er darauf was sein Ziel bei all dem hier wirklich war. Es stand auer Frage dass er seinen eigenen Vorteil verfolgte. Vielleicht waren es sogar seine Leute, welche die von ihm erwhnten Familien vertreten wollten......und er wollte ihm somit ein Angebot machen, das er nicht ablehnen konnte. Oder aber er warf eine Mnze, und egal welche Seite nach oben zeigen wrde, er wrde Profit damit schlagen.

    Decius Vhan

    "Und diese Information ist absolut sicher korrekt?" "Is' sie." ertnte Elysa Zokhar's monoton klingende Stimme am anderen Ende der Leitung. "Seeva T'Saari. Ratsspectre." "Verdammt."
    Der alte Turianer schloss das Dossier und strich sich nachdenklich ber die Mandibeln. Er hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Nicht so frh. "Ich danke Ihnen, Miss Zokhar." Die Verbindung wurde beendet.
    Wie hatte das passieren knnen? So frh eine solche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen war nicht Teil des Plans gewesen. Es wrde alles ndern.
    Eilig tippte er eine Nachricht an Tilios Vorix, der sich aktuell auf Invictus befand. Der Transport zurck zur Erde musste beschleunigt abgeschlossen werden.
    Dann dachte er nach. "Es ist ja noch nichts verloren." dachte er sich. Er hatte ja so oder so vorgehabt, den Kopf nun zunchst etwas unten zu halten. Vielleicht mussten sie das nun einfach nur etwas lnger tun......
    "Mister Vhan!" Jodacus' Stimme holte ihn aus seinen Gedanken. "Ich habe es abgeliefert. Niemand hat mich gesehen."
    "Sehr gut." Damit war die andere Sache, die er erledigt haben wollte, auch schon einmal vom Tisch.
    Er vernahm weitere Schritte und sah, dass Denaya auf ihn zutrat. Es war an der Zeit.

    Malonigrus Petalin

    "Haben Sie es geschafft Doc?" "J-ja..."
    Lechis wischte sich ber die Stirn. "Ich habe den Code, den Sie mir gesagt haben, zusammen mit Miss Zokhar eingespeist und auf ihre Spracherkennung gespeichert. Und ich habe den.....den Limiter entfernt."
    "Nicht so viel Geschwafel Doc, Details!" hakte Petalin begierig nach. "Sobald dieser Sprengsatz.....sobald Sie hochgehen, werden sie einen Umkreis von gut 5 Metern in Mitleidenschaft ziehen."
    Der dunkle Turianer lachte voller Begeisterung. Nicht nur war es nun nicht mehr mglich, ihn einfach so gefangen zu nehmen. Nein, er wusste bereits jetzt, wenn er einmal sterben wrde, dann mit einem groen Knall!
    Die Tr ging auf. Vhan und seine schweigsame Assistentin traten ein. "Sind Sie fertig?" "Ja Sir, wir - " "Dann raus! Sorgen Sie dafr dass Raxh durchkommt! Und verdoppeln Sie die Arbeit an Alpha-Omega!"
    Hektisch gehorchte der Doktor und strmte aus dem Raum. "Wie fhlen Sie sich?" "Besser denn je." Mit einem breiten Grinsen stand der hnenhafte Turianer vom Bett auf. "Ein paar kleine Kleinigkeiten vielleicht noch, aber nichts was mich lange und auf betrchtliche Weise einschrnken wird."
    "Gut." Der alte Turianer tippte nebenbei etwas auf seinem Omni-Tool. "Dann werden Sie jetzt sofort gehen."
    Petalin nickte und begann sofort smtliche Sachen zusammenzusuchen um schnell aufzubrechen. Denaya, Vhan's Assistentin, beobachtete ihn mit stummer, gefhlskalter Miene. Es gab nicht viel was den dunklen Turianer beunruhigte, aber diese Frau hatte eine absolut undurchschaubare Aura an sich, und nicht blo weil sie nie sprach. Sie wurde offenbar blo von ihrer Loyalitt zu Vhan angetrieben. Es wrde durchaus eine Weile dauern, bis er sich an ihre Gesellschaft gewhnt hatte, welche er nun vorerst zwangsweise ertragen musste.
    "Vielleicht nur eins noch Mister Vhan....." begann er pltzlich leise und grinste breit. "Was ist mit dieser.......anderen Sache, die sie erledigt haben wollten?" "Was soll damit sein?" erwiderte der Alte mit gereizter Miene. "Jodacus Wozyos hat die Nachricht bereits berbracht. Keine weiteren Schritte mehr ntig." "Wirklich nicht? Meinen Sie nicht, die Nachricht sollte ein wenig.....deutlicher ausfallen?"
    Wtend offenbar darber, dass er es gewagt hatte ihm zu widersprechen machte Vhan einen Schritt auf ihn zu. Petalin zuckte instinktiv zurck, jedoch unntigerweise, denn Vhan hatte sich bereits wieder gebremst.
    "Gut, meinetwegen. Sie haben Recht. Gehen Sie und erledigen Sie es. Aber lassen Sie ihn am Leben! Und richten Sie ihn auch nicht zu sehr zu! Eine deutliche, aber gemigte Nachricht! Haben Sie das verstanden? Und danach tauchen sie ohne Umschweife unter!"
    "Sicher, sicher!" Mit vorfreudiger Miene lie Petalin die Fingerknochen knacken.

    Donal Harlington

    Ruhelos schritt Donal das Zimmer auf und ab. Sowohl Gil's, als auch Zora's Kommunikatoren waren nach wie vor abgeschaltet. Sie wollten bei diesem Interview nicht gestrt werden, wie sie gesagt hatten. Doch wie lange wrde es noch dauern?
    Er ging zum Tisch um sich abermals die Nachricht auf dem Datenpad anzusehen.

    Ich gre Sie herzlichst Mr. Ascaiath.

    Ich wei wirklich nicht ob ihr primitives Gedchtnisvermgen oder aber ihr fehlendes Ehrgefhl Sie zu dieser Sache treibt, beides wre nach meinem Wissen ber ihre Spezies problemlos mglich.
    Woran auch immer es liegen mge, ich kann Ihnen garantieren dass ich unsere Abmachung sicherlich nicht vergessen habe.
    Vielleicht erinnere ich Sie noch einmal an die beidseitigen Bedingungen: Mein Sohn sollte sich Ihnen und ihrer Familie fr den Rest seines nichtsnutzigen Lebens nicht mehr nhern. Gleiches wurde aber auch umgekehrt versichert. Dachten Sie wirklich, ihre Ankunft wrde unbemerkt bleiben, ebenso wie ihre Absichten? Sie sind nicht ganz so unantastbar, wie Sie denken. In ihrem eigenen Umfeld vielleicht. Aber das hier ist meine Station. Der einzige Grund, wieso ich sie gewhren lasse, ist weil mir ihr Vorhaben gerade recht kommt.
    Genieen Sie also ruhig den Moment des Triumphes, den sie ohne Zweifel bald feiern werden, sobald das alles ber die Bhne gegangen ist.
    Doch ich warne Sie. Ein weiteres Vorgehen dieser Art, und Sie werden es bitter bereuen. Wgen Sie smtliche ihrer Schritte nach dem Erhalt dieser Nachricht sehr sorgfltig ab.

    DV



    Der Leibwchter war wtend. Er selbst hatte sich nie als ideologischen Anhnger der Organisation gesehen. Fr ihn war es immer eine Sache der Loyalitt gewesen, ein Zeichen seiner bedingungslosen Freundschaft zu Gil. Doch gerade konnte er den ungemeinen Hass den er sprte nicht verhehlen. Was dachte sich dieses.....Ding eigentlich, wer er war? Wie konnte jemand denken, dass er so dermaen weit ber Ihnen stand? Wie konnte er es wagen, ihnen eine solche Nachricht zu berbringen und dann feige wieder zu verschwinden?
    Es klopfte und Donal wurde aus den Gedanken gerissen. Endlich waren Sie zurck! Gil wrde schon wissen, was zu tun war. Er wusste immer ber alles Bescheid.
    "Endlich seid ihr zurck!" Donal riss die Tr auf. "Das msst ihr - "
    Er erstarrte mitten im Satz. Nicht Gil stand vor der Tr, auch nicht Zora. Jemand anderes. Etwas anderes. Der wohl grte Turianer, den er je in seinen 37 Jahren gesehen hatte!
    "Komme ich etwa ungelegen? Hast du jemand anderen erwartet? Es strt dich doch sicher nicht, wenn ich reinkomme?"
    Instinktiv griff an an die Seite, merkte dass die Pistole nicht an seinem Grtel war! Der Blick fiel nach rechts, auf den kleinen Abstelltisch neben der Tr. Er versuchte nach ihr zu greifen, sprte aber pltzlich einen unfassbar schmerzhaften Druck um sein Handgelenk, welcher ihn wieder zurckzog.
    "Ah-ah-ah!"
    Die Laune der Natur bleckte ihre Zhne und fing an zu kichern. Mit einer krftigen Bewegung stie sie ihn nach hinten. Donal stolperte unkontrolliert einige Schritte rckwrts und ber seinen Koffer, fiel unsanft zu Boden. Der pechschwarze, riesenhafte Turianer schloss derweil die Tr hinter sich.
    "Ein Kmpfer, hm? Ich mag Kmpfer!" "Fick dich, dreckige Missgeburt!" Donal erhob sich wieder und griff sofort an. Weit ausholend verpasste er dem zu gro geratenen Alien einen krftigen Schlag in die Magengegend. Die Schmerzen an der Hand aufgrund der harten Platten ignorierend setze er nach und holte mit der anderen Faust aus.
    Doch sein Gegenber fing den nchsten Schlag mit der offenen Klaue ab und hielt ihn hilflos von sich fern. Der gewaltige Grenunterschied von einem guten halben Meter wurde nun erst richtig deutlich. Ebenso wie der Krfteunterschied. Mit einem hsslichen Knacken schloss die Klaue des Turianers sich um seine Faust. Und im nchsten Moment wurde sein Arm ohne Vorwarnung umso schmerzvoller von dem Alien verdreht.
    "Doch nicht so kmpferisch hm?" hauchte der Koloss ihm mit geknstelt suselnder Stimme zu. "Fick-dich!" keuchte Donal und trat nach ihm. "Keine Sorge." erwiderte der Hne, ohne die Spur einer Reaktion. "Ich bin gleich wieder weg.....du sollst deinem Boss nur eine Nachricht von uns berbringen."
    Nun holte er aus. Und im nchsten Moment traf die massige Faust mit einem gewaltigen Krachen auf seine Nase. Die Brillenglser splitterten und Donal sprte den Geschmack des Blutes. Fr einige Momente hrte er noch das hhnische Lachen seines Gegenber, sah wie sich alles um ihn herum drehte, dann fiel er bewusstlos zu Boden.
    Forenperser is offline Last edited by Forenperser; 13.01.2021 at 08:26.

  4. #384 Reply With Quote
    Schwertmeister Khardim's Avatar
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    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Quote Originally Posted by Forenperser View Post
    Beyo Vhan

    Das war es also, wieso er hier war. Eigentlich machte es Sinn. Alle Strnge liefen zusammen, zu dieser einen, schicksalshaften Verhandlung vor Gericht.
    Der Turianer atmete so gleichmig er konnte ein und aus. Er konnte seine innere Unruhe jedoch damit nicht berspielen. Das hier war keine Ruhe vor dem Sturm. Alles war bereits aus dem Ruder gelaufen. Er sa im Auge des Orkans, jeder Schritt vor oder zurck wrde ihn in die Luft reien.
    Er griff zunchst nach einem weiteren Glas, merkte jedoch dass seine Hand zitterte und stellte es vorsichtig wieder hin.
    "Falls ich ihr Angebot annehmen wrde....." begann er langsam. "......was genau verstehen Sie in diesem Fall darunter, den Nebenklgern entgegenzuwirken ? Was fr Mittelsmnner wollen sie dafr einsetzen? Falls sie an Einschchterung oder auch blo an Bestechung denken, dann muss ich Sie enttuschen. Ich habe mich sicher nicht gestellt, um nun einen Freispruch durch unlautere Mittel zu erlangen."
    Etwas anderes konnte er sich kaum vorstellen. Wie sonst wollte er etwas derartiges bewirken?
    "Und was den Rest angeht.....falls diese Gruppierung wirklich existiert, habe ich von ihr noch weniger Ahnung als Sie es offenbar bereits haben."
    Beyo seufzte. "Aber ich......denke, ich kann wenigstens versuchen mit ihm darber zu sprechen. Sehen, was dabei herauskommt. Und vielleicht....aber auch nur vielleicht benachrichtige ich Sie dann."
    Die Meinung seines Vaters ber ihn konnte ohnehin kaum weiter absinken. Und wenn wirklich etwas daran stimmte.....dann wrde es nichts schaden.
    Mit aufmerksamen Blicke musterte er den dunkel gekleideten Menschen weiter. Noch gespannter darber was er auf seine Frage erwidern wrde, war er darauf was sein Ziel bei all dem hier wirklich war. Es stand auer Frage dass er seinen eigenen Vorteil verfolgte. Vielleicht waren es sogar seine Leute, welche die von ihm erwhnten Familien vertreten wollten......und er wollte ihm somit ein Angebot machen, das er nicht ablehnen konnte. Oder aber er warf eine Mnze, und egal welche Seite nach oben zeigen wrde, er wrde Profit damit schlagen.

    Decius Vhan

    "Und diese Information ist absolut sicher korrekt?" "Is' sie." ertnte Elysa Zokhar's monoton klingende Stimme am anderen Ende der Leitung. "Seeva T'Saari. Ratsspectre." "Verdammt."
    Der alte Turianer schloss das Dossier und strich sich nachdenklich ber die Mandibeln. Er hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Nicht so frh. "Ich danke Ihnen, Miss Zokhar." Die Verbindung wurde beendet.
    Wie hatte das passieren knnen? So frh eine solche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen war nicht Teil des Plans gewesen. Es wrde alles ndern.
    Eilig tippte er eine Nachricht an Tilios Vorix, der sich aktuell auf Invictus befand. Der Transport zurck zur Erde musste beschleunigt abgeschlossen werden.
    Dann dachte er nach. "Es ist ja noch nichts verloren." dachte er sich. Er hatte ja so oder so vorgehabt, den Kopf nun zunchst etwas unten zu halten. Vielleicht mussten sie das nun einfach nur etwas lnger tun......
    "Mister Vhan!" Jodacus' Stimme holte ihn aus seinen Gedanken. "Ich habe es abgeliefert. Niemand hat mich gesehen."
    "Sehr gut." Damit war die andere Sache, die er erledigt haben wollte, auch schon einmal vom Tisch.
    Er vernahm weitere Schritte und sah, dass Denaya auf ihn zutrat. Es war an der Zeit.

    Malonigrus Petalin

    "Haben Sie es geschafft Doc?" "J-ja..."
    Lechis wischte sich ber die Stirn. "Ich habe den Code, den Sie mir gesagt haben, zusammen mit Miss Zokhar eingespeist und auf ihre Spracherkennung gespeichert. Und ich habe den.....den Limiter entfernt."
    "Nicht so viel Geschwafel Doc, Details!" hakte Petalin begierig nach. "Sobald dieser Sprengsatz.....sobald Sie hochgehen, werden sie einen Umkreis von gut 5 Metern in Mitleidenschaft ziehen."
    Der dunkle Turianer lachte voller Begeisterung. Nicht nur war es nun nicht mehr mglich, ihn einfach so gefangen zu nehmen. Nein, er wusste bereits jetzt, wenn er einmal sterben wrde, dann mit einem groen Knall!
    Die Tr ging auf. Vhan und seine schweigsame Assistentin traten ein. "Sind Sie fertig?" "Ja Sir, wir - " "Dann raus! Sorgen Sie dafr dass Raxh durchkommt! Und verdoppeln Sie die Arbeit an Alpha-Omega!"
    Hektisch gehorchte der Doktor und strmte aus dem Raum. "Wie fhlen Sie sich?" "Besser denn je." Mit einem breiten Grinsen stand der hnenhafte Turianer vom Bett auf. "Ein paar kleine Kleinigkeiten vielleicht noch, aber nichts was mich lange und auf betrchtliche Weise einschrnken wird."
    "Gut." Der alte Turianer tippte nebenbei etwas auf seinem Omni-Tool. "Dann werden Sie jetzt sofort gehen."
    Petalin nickte und begann sofort smtliche Sachen zusammenzusuchen um schnell aufzubrechen. Denaya, Vhan's Assistentin, beobachtete ihn mit stummer, gefhlskalter Miene. Es gab nicht viel was den dunklen Turianer beunruhigte, aber diese Frau hatte eine absolut undurchschaubare Aura an sich, und nicht blo weil sie nie sprach. Sie wurde offenbar blo von ihrer Loyalitt zu Vhan angetrieben. Es wrde durchaus eine Weile dauern, bis er sich an ihre Gesellschaft gewhnt hatte, welche er nun vorerst zwangsweise ertragen musste.
    "Vielleicht nur eins noch Mister Vhan....." begann er pltzlich leise und grinste breit. "Was ist mit dieser.......anderen Sache, die sie erledigt haben wollten?" "Was soll damit sein?" erwiderte der Alte mit gereizter Miene. "Jodacus Wozyos hat die Nachricht bereits berbracht. Keine weiteren Schritte mehr ntig." "Wirklich nicht? Meinen Sie nicht, die Nachricht sollte ein wenig.....deutlicher ausfallen?"
    Wtend offenbar darber, dass er es gewagt hatte ihm zu widersprechen machte Vhan einen Schritt auf ihn zu. Petalin zuckte instinktiv zurck, jedoch unntigerweise, denn Vhan hatte sich bereits wieder gebremst.
    "Gut, meinetwegen. Sie haben Recht. Gehen Sie und erledigen Sie es. Aber lassen Sie ihn am Leben! Und richten Sie ihn auch nicht zu sehr zu! Eine deutliche, aber gemigte Nachricht! Haben Sie das verstanden? Und danach tauchen sie ohne Umschweife unter!"
    "Sicher, sicher!" Mit vorfreudiger Miene lie Petalin die Fingerknochen knacken.


    Das Zittern seiner Hand verriet Vhan. Vincent gelang es mit Mhe ein triumphierendes Grinsen zu unterdrcken und seine ernsthafte, zugwandte Miene aufrecht zu erhalten.
    ,,Volltreffer. Und jetzt sprich, Du Einfaltspinsel, dann verschone ich Dich vielleicht vor dem Schlimmsten, dachte er bei sich, whrend der Turianer sein Glas wieder abstellte ohne einen Schluck genommen zu haben.

    Beyo stellte Fragen, wollte Gewissheit, wollte sichergehen, dass er kein weiteres Verbrechen begehen wrde, wenn er sich von Vincent helfen lie.
    ,,Ein alter Hochschullehrer von mir leitet inzwischen eine Kanzlei auf der Erde, die sich auf Flle von Wihte-Collar-Crime und Rechtsbeugung spezialisiert hat. Die Kollegen dort arbeiten spendenbasiert und haben ein breites Netzwerk an Juristen, die hoffentlich in der Lage sein werden zu verhindern, dass unsere Gegner die kompletten Mandate der Nebenklage aufkauft. Was ihren Schuld- oder Freispruch angeht:
    Er breitete hilflos die Arme aus und zuckte mit den Schultern.

    ,,Die Nebenklage bezieht sich nur auf die Entschdigung der Opfer und deren Angehrigen vom erlittenen Unrecht, sie darf keine eigenen Antrge zum Strafma einreichen. Was sie fr die Krfte, die ihrem Vater schaden wollen, zur idealen Rolle im Prozess macht: Egal wie das Urteil ausfllt, sie bekommen die Gelegenheit Ihnen und Ihrem Vater mglichst viel rger zu machen, erklrte er. Strafrecht war nie seine Leidenschaft gewesen, aber die Grundlagen waren ihm noch ausreichend prsent, um sie knapp umreien zu knnen.

    Vhan schien erneut abzuwgen. Seine Zweifel standen ihm ins Gesicht geschrieben, aber ebenso die Furcht, seine Familie in Gefahr zu bringen, wenn er Vincents Warnung in den Wind schlug. Der Mann in Schwarz schwieg und lie ihn seinen inneren Kampf allein austragen.
    Es war beinahe tragisch: Der Turianer gab sich solche Mhe, das Richtige zu tun und ahnte nicht einmal, dass sich nur falsch entscheiden konnte.

    Schlielich willigte er seufzend ein, seinen Vater auf das Thema anzusprechen, da er selbst nichts ber Quod Puritas wisse. Vincent nickte sanft:
    ,,Ich danke Ihnen Beyo. Ich werde mein Bestes tun, um zu verhindern, dass Sie vor Gericht einer allzu bermchtigen Nebenklage gegenberstehen und wrde mich freuen, von Ihnen zu hren, wenn Sie etwas ber Quod Puritas in Erfahrung bringen knnen. Jedes bisschen Information knnte mir helfen, die Hintermnner der Verschwrung gegen Ihren Vater zu enttarnen.

    Die beiden verabschiedeten sich knapp voneinander, Beyo begleitete Vincent nicht zur Tr. Vor dem Gebude schaute der Mann in Schwarz auf seine Uhr. Er hatte noch genug Zeit zu essen, bevor das Shuttle zur Erde abhob. Er rief seinen Fahrer und lie sich zurck zum Hotel fahren, seine Laune htte kaum besser sein knnen.



    Einige Zeit spter und weit weg


    Der Mann in Schwarz sa mit berschlagenen Beinen in einem gerumigen, holzvertfelten Arbeitszimmer und schaute aus dem Fenster. Er hatte seit Ewigkeiten keinen Sonnenuntergang mehr gesehen und es auch nicht vermisst. Das Naturschauspiel jenseits des Glases bte, jetzt wo er es sah, aber trotzdem einen Zauber auf ihn aus, dessen bisherige Abwesenheit in seinem Leben er erst jetzt merkte. Lange war es her, dass er die Erde hinter sich gelassen hatte.
    ,,Was Dad wohl grade macht?, fragte er sich, ohne sich sicher zu sein, ob ihn die Antwort wirklich interessierte.

    Die groe Doppelflgeltr, die das Arbeitszimmer mit den Privatrumen verband, ffnete sich schwungvoll und riss ihn aus seinen Gedanken. Reflexartig stand Vincent auf, um seinen Gastgeber zu begren, der mit energischen Schritten auf ihn zu kam.

    ,,Mister van Zan! Wie schn, Sie zu sehen! Bitte, bleiben Sie sitzen! Wie geht es Ihnen?, tnte Professor Ferdinand Lazlo Molnar lchelnd und zeigte dabei ein Gebiss, das einem Zwanzigjhrigen gestanden htte und ein Vermgen gekostet haben musste.
    Der Mann in Schwarz ergriff die ihm dargebotene Hand und lie sich von der anderen Hand seines alten Lehrers sanft in den Sessel zurckdrcken. Molnar nahm im Sessel gegenber Platz und richtete dann beilufig sein Revers.

    ,,Was kann ich fr Sie tun?, fragte er, noch bevor Vincent eine Chance hatte, auch nur seine erste Frage zu beantworten, geschweige denn ihn zu begren.
    ,,Ich suche einen Prozessanwalt, der sich nicht scheut, sich die Hnde schmutzig zu machen. Ich knnte mir vorstellen, dass Sie da jemanden kennen, kam Vincent direkt zu Sache.
    Molnar lachte laut auf und schlug sich mit der flachen Hand auf den Schenkel. ,,Der Mann kennt keine Umschweife, groartig. Sie haben sich kein bisschen verndert, van Zan.
    Schlagartig wurde der Alte dann ernst:,,Worum geht es?

    Vincent beugte sich im Sessel etwas vor und sttzte seine Ellenbogen auf den Armlehnen auf.
    ,,Ich kaufe die Nebenklage im Citadel-Prozess gegen Beyo Vhan. Ich brauche jemanden, der das Mandat annimmt und die Echse im Saal durch den Wolf dreht. Ihn und seine Familie. Grndlich, erklrte er seinen Plan.

    Molnar verschrnkte die Hnde ineinander und musterte Vincent darber hinweg mit ernstem Blick. Langsam hob sich seine linke Augenbraue und ein schmales, kaltes Lcheln tauchte auf seinem Gesicht auf.
    ,,Beyo Vhan Was haben Sie mit dem Prozess zu schaffen, van Zan? Der Schuldspruch ist praktisch sicher und eine Nebenklage ,,kauft man auch nicht so einfach.
    ,,Ich habe nicht gesagt, dass es einfach wird, nur, dass ich sie kaufe. Der Prozess und dessen Ausgang sind mir vollkommen egal. Vhan und seine Familie sollen nur ordentlich Federn lassen, bis der Hammer fllt. Ich brauche einen Mann frs Grobe.

    Der Professor hielt seinen Blick starr auf Vincent gerichtet und schwieg. Der Mann in Schwarz hrte frmlich die Zahnrder hinter seiner Stirn rotieren. Er war sich sicher, dass Molnar jemanden kannte, der fr den Job geeignet war. Der alte Ungar hatte Generationen von Juristen im Strafrecht ausgebildet und nicht wenigen erfolgreichen Staatsanwlte hatte er seinen Stempel aufgedrckt. Molnar selbst prozessierte nicht mehr, er beriet nur noch. Hauptschlich Leute, die nicht viel von Steuern hielten oder der Meinung waren, dass auch Menschenleben mit einem Preisschild versehen waren, wobei dem Professor die Vergangenheit seiner Klienten herzlich egal war, solange sie reich und wei waren.

    ,,Was habe ich davon, wenn ich Ihnen jemanden vermittle?, fragte Molnar, ohne seine Position oder seinen Gesichtsausdruck zu verndern.
    ,,Das bliche. Eine Hand wscht die andere, antwortete Vincent schulterzuckend.

    Der Professor zckte einen Stift aus der Brusttasche seine Sakkos und nahm einen Zettel vom Beistelltisch neben sich. Er schrieb etwas darauf, stand auf und trat an Vincent heran.
    ,,Sie hren von mir, wenn meine Hand einer Waschung bedarf. Viel Spa beim Prozess, sagte er und reichte Vincent den Zettel.
    Der Mann in Schwarz bedankte sich mit einem Nicken und stand auf.
    ,,Immer eine Freude, von Ihnen lernen zu drfen, Herr Professor.



    Noch etwas spter, dafr wieder auf der Citadel


    ,,Fuck, Fuck Fuck!, zischte Isaac und versuchte die Vibration seines OmniTools zu unterdrcken, indem er seinen Arm fest gegen seine Brust presste. Aus dem Schlafzimmer hinter ihm hrte er leises Seufzen und das Rascheln von Bettlaken. Er schlich mit seinen Schuhen in der Hand barfu weiter durch den Flur und drckte dabei seinen Arm so fest er konnte an sich. Endlich erreichte er die Apartmenttr und schlpfte hinaus, bevor seine kurzfristige Bekanntschaft endgltig wach werden konnte. Er seufzte erleichtert, richtete sich auf und ging zum Fahrstuhl, die Schuhe jetzt locker am langen Arm baumelnd neben sich.

    Den Anruf hatte er verpasst. Als sich die Fahrtstuhltren vor ihm ffneten schaute er auf sein OmniTool und sah eine Nummer, die er nicht kannte. Er betrat den Fahrstuhl und berlegte, wer ihn angerufen haben mochte, grade um diese Zeit.

    ,,Ach, was solls?, dachte er sich und whlte den Rckruf.
    Whrend es klingelte, hrte Isaac ein Gerusch, das ihn aufblicken lie. Die Tr zum Apartment seiner Spielgefhrtin hatte sich einen Spalt geffnet und einen Sekundenbruchteil sah er das Glnzen eines Augenpaars, bevor die Tr schneller aufgerissen wurde, als die des Fahrstuhls sich schlo.
    ,,Du Arschloch! Du elender, schrie sie ihm nach, doch die letzten Worte wurden von der sich schlieenden Fahrstuhltr abgeschnitten.

    ,,Mich kriegst Du nicht, lachte er in sich hinein, als pltzlich jemand den Rckruf annahm.
    ,,Isaac Wallace hier, mit wem spreche ich?, meldete er sich.
    ,,Mister Wallace, vielen Dank fr Ihren Rckruf. Ich wrde Ihnen gerne ein Angebot unterbreiten.


    Das Gesprch endete just, als der Fahrstuhl im Erdgeschoss eintraf. Isaac trat in die Lobby, schlpfte in seine Schuhe und grinste ber das ganze Gesicht. Eigentlich hatte er sich nur davongeschlichen, um im eigenen Bett schlafen zu knnen und am Morgen seine Ruhe zu haben, aber nach diesem Telefonat hatte er so gute Laune, dass er spontan beschloss, sich noch ein paar Drinks und eine weitere kurzfristige Bekanntschaft zu gnnen, um zu feiern.
    Quote Originally Posted by BlackShial View Post
    Khardim ist unser quivalent fr Brste oder eben Hintern.
    Schn anzusehen und man denkt gern daran
    Khardim is offline

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