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Wegen Rassismusdebatte: "Ungle Ben's" wird zu "Ben's Original"

  1. #1 Reply With Quote
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    Viele kennen sicherlich die Reisgerichte der Marke "Uncle Ben's" mit dem freundlich lächelnden schwarzen älteren Herren als Logo.
    Nun wird diese Marke aufgrund der anhaltenden Rassismusdebatte in "Ben's Original" umbenannt und das Logo geändert.

    Ich für meinen Teil kann dieses Vorgehen einfach nicht nachvollziehen. Aus meiner Sicht ist es in keiner Weise rassistisch, einen Schwarzen als Werbeträger für ein Produkt herzunehmen. Ganz im Gegenteil eigentlich. Dadurch wird doch im Grunde suggeriert, dass dieses Produkt von dem netten schwarzen Onkel Ben super lecker ist und somit erhält der Kunde doch einen positiven Bezug zum "schwarzen Mann".

    Als über Jahre auf der Verpackung von "Kinderriegel" immer nur ein weißer Junge abgebildet war, wurden auch Stimmen laut, dass dies Rassismus sei. Bald darauf gabs eine Zeit lang Kinderriegel mit einem schwarzen Kind auf der Packung.

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich insbesondere die schwarze Bevölkerung an jeder Ecke dem Rassismus ausgesetzt sieht, auch wenn gar keiner wirklich besteht. Eine schwarze Person auf ner Packung... böööööse! Eine weiße Person auf ner Packung... ebenfalls bööööse!
    Wie sehen das eigentlich andere Ethnien wie Asiaten oder Hispanics? Es wäre mir jedenfalls neu, dass sich Asiatische Menschen darüber echauffieren würden, dass nicht auch mal ein Kind ihrer Herkunft auf einer Packung Kinderriegel abgedruckt ist.

    Irgendwie geht mir diese Rassismusdebatte an dieser Stelle einfach zu weit und verliert dabei völlig die viel wesentlicheren Bereiche aus den Augen, in denen wirklich massiver Rassismus herrscht und wo es den betroffenen Menschen auch tatsächlich weh tut. Bspw. bei der Jobsuche, Wohnungssuche usw.

    Wie seht ihr das? Ist es gut und richtig, solch ein Produkt umzubenennen und das Logo zu ändern? Oder ist das eher unnützer Aktionismus, der am Grundproblem nichts ändert?
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  2. #2 Reply With Quote
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  3. #3 Reply With Quote
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    die sind meiner Meinung nach aktuell auf einen Extremen Tripp was geht und was nicht. da wird sich meiner Meinung nach aus einer Mücke einen Elefanten gemacht.


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  4. #4 Reply With Quote
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    Für mich wird da auch viel zu viel Aufhebens um mittlerweile fast jegliche Kleinigkeit gemacht.
    In einem örtlichen Tabakladen wurde der Besitzer von jemandem angezeigt, weil eine Holzfigur eines Menschen mir schwarzer Hautfarbe im Schaufenster steht. Und zwar nicht in irgendeiner Form der Unterdrückung, sondern die sitzt einfach nur da.
    Auf das Ergebnis bin ich gespannt, aber alleine die Tatsache das man wegen so etwas jemanden anzeigt.
    Im Moment wirkt es für mich so, als seinen ausnahmlos Hüter der Moral und des Anstandes unterwegs, die auf einer Welle mitschwimmen weil man dies aktuell eben so macht. Und da wird aber auch überall gesucht wo man kritisieren und Rassissmus unterjubeln kann.
    Es sollen ja nicht mal mehr Menschen, welche den Namen Mohr tragen, ihre Geschäfte nach sich benennen dürfen.
    Was mich wundert, wieso darf man denn eigentlich noch den Begriff "Führerschein" verwenden.
    Dies sollte künftig auch abgearbeitet werden, da könnten auch viele Anstoss daran nehmen.
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  5. #5 Reply With Quote

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    Und dazu hätte ich gleich eine Frage: Ist es wirklich so schwer, kurz inne zu halten und zu überdenken, welche Wirkung so viele alletägliche Äußerungen auf manche Mitmenschen hat? So schwer finde ich das nicht und es kostet auch nur wenig Zeit, bringt aber viel.
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  6. #6 Reply With Quote
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    Und dazu hätte ich gleich eine Frage: Ist es wirklich so schwer, kurz inne zu halten und zu überdenken, welche Wirkung so viele alletägliche Äußerungen auf manche Mitmenschen hat? So schwer finde ich das nicht und es kostet auch nur wenig Zeit, bringt aber viel.
    Das mit der Hautfarbe kann ich ja noch irgendwie nachvollziehen, dass jemand sich ausgeschlossen fühlen könnte. Aber es sind ja nicht nur solche Sachen. Es wird ja recht viel wegen kleinigkeiten geredet und nicht jeder Farbiger/Schwarzer füllt sich getroffen.

    Zudem wenn man auf jeden Rücksicht nehmen würde, dürfte man gar nichts sagen, weil das empfinden von jeden einzelnen anders ist.

    Meiner Meinung wird die Gesellschaft immer extremer bzw. driftet stark in die jeweiligen ecken ab.


    PS: Wenn eine Schwarze so auf die Frage reagieren würde, fände ich es sogar recht Cool und Humorvoll.
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  7. #7 Reply With Quote
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    Und dazu hätte ich gleich eine Frage: Ist es wirklich so schwer, kurz inne zu halten und zu überdenken, welche Wirkung so viele alletägliche Äußerungen auf manche Mitmenschen hat? So schwer finde ich das nicht und es kostet auch nur wenig Zeit, bringt aber viel.
    Ich glaube Du verstehst mich da nicht so ganz.
    Natürlich kann man nicht mit allem, nur weil es immer so war, auch weiter so machen weil es immer so war. Das ist mir klar und sehe ich auch genauso. Und dafür bin ich im Übrigen auch schon Anfang der Neunziger lauthals auf die Strassen gegangen.
    Was mich aktuell nur einfach stört ist die sich entwickelnde Sogwirkung, und ich das Gefühl habe jeder beginnt alles zu kritisieren nur weil man es grade so macht.
    Es ist mir egal ob es jetzt Schaumkuss, Paprikasauce oder Original heisst.
    Ich habe zuhause eine wunderschön geschnitzte Figur aus dunklem Holz, welche ich vor über zwanzig Jahren einem dunkelhäutigen Mann abgekauft habe. Würde die bei mir im Fenster stehen würde ich dafür wohl angeprangert werden. Wieso?
    Ich interpretiere Dein Bild im Übrigen so, dass sich die beiden Mädchen so gar keine Gedanken um Hautfarbe und Gleichberechtigung machen, und sie die "Unterschiede" als selbstverständlich ansehen. Was auch richtig ist.
    Aber können Menschen und vor allem Kinder wirklich lernen, dass alle Menschen gleich sind, wenn man z.B. "weisse Kinder" auf der Kinderschokolade ablichten darf, aber eben kein dunkelhäutiges weil es dann rassistisch sein könnte (falls die Ausdrucksweise nicht politisch korrekt ist bitte ich um Entschuldigung, dies hat keinen Hintergrund)?
    Das ist die Entwicklung mit der ich ein Problem habe.

    Ich bin ein Mensch mit einem extrem schwarzen (darf man das noch so nennen?) Humor, der gegen jegliche Menschheitsformen inklusive mir selbst geht, und über gewisse Dinge sollte man dann in seinem Umfeld auch noch lachen dürfen, ohne gleich als Rassist angesehen zu werden.
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  8. #8 Reply With Quote
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    Ich glaube nicht, dass solche Zugeständnisse und Solidaritätsbekundungen seitens großer Firmen gegenüber der Bürgerrechtsbewegung ein Produkt ehrlichen guten Willens sind. Viel eher habe ich den Eindruck, dass man damit den antikapitalistischen Teilen dieser Bewegung den Wind aus den Segeln nehmen will.
    There is a dark land where mysteries and confusions abound,
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  9. #9 Reply With Quote
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    Ich habe das Gefühl, die Mehrheit hier weiß gar nicht den Hintergrund weswegen es hier eine kritische Vergangenheit mit den Wörtern gibt.

    Lest euch doch einfach mal diesen Link durch https://de.m.wikipedia.org/wiki/Onkel-Tom-Syndrom
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  10. #10 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Raider View Post
    Ich glaube nicht, dass solche Zugeständnisse und Solidaritätsbekundungen seitens großer Firmen gegenüber der Bürgerrechtsbewegung ein Produkt ehrlichen guten Willens sind. Viel eher habe ich den Eindruck, dass man damit den antikapitalistischen Teilen dieser Bewegung den Wind aus den Segeln nehmen will.
    Absolut. Ist gut und billig für die Firma, so eine Aktion. Und man kriegt Punkte bei einigen Zeitgenossen, für reine Symbolpolitik.
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  11. #11 Reply With Quote
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    Interessant, aber gleichzeitig ist doch genau das die allgegenwärtige Kritik hier. Da wird von einer Sache wie "Uncle Tom" automatisch auf Rassismus bei "Uncle Ben's" geschlossen. Mag ja sein, dass es gewisse Parallelen gibt, aber man könnte es genauso gut umgekehrt interpretieren: man ehrt jene Schwarze für ihr Durchhaltevermögen und ihre Kraft und hebt gleichzeitig den guten Charakter hervor.

    Und das ist der Punkt: man kann Dinge interpretieren, wie man will. Und man will, wie einem die eigenen Gedanken so in den Sinn kommen. Ich könnte der schwarzen Frau im Video unten Rassismus unterstellen, weil sie verlangt, dass auch im ländlichen Raum, wo vielleicht 3 Schwarze neben 1000 Weiße Frauen wohnen, Produkte für Schwarze vorhanden sind. Das hat nichts mit Rassismus, sondern mit Kapitaldenken zu tun, dass es dort solche Produkte nicht gibt. Die schwarzen Menschen, die mir in meiner Stadt am Tag über den Weg laufen, kann ich durchschnittlich an einer Hand abzählen. Da laufen mir mehr Russen oder Türken über den Weg und die sind auch nicht überall bildlich auf Werbung präsent.

    Das ist positiver Rassismus und wirkt eindimmensional auf ein multidimmensionales Problem.

    Das ist absolut das Gleiche wie Feminismus und Gendersprache. Wenn man es mit der Gendersprache z.B. wirklich ernst nehmen würde, würde man neue neutrale Wörter einsetzen. Dann wäre nicht nur die Lesbarkeit und Verständlichkeit (Stichwort Barrierefreiheit) weiterhin gegeben, sondern obendrein auch jegliche andere Gender mit einbezogen. Also statt "liebe Bürger:Innen" wäre dann "liebes Bürgerium" (oder welche Wortneuschöpfung man anstreben will) eine echte Alternative. Aber so wie das aktuell der Fall ist, kann ich das nicht ernst nehmen.

    Noch interessanter wird das Ganze, wenn man es anspricht. Da wird nicht sachlich diskutiert, sondern unsachlich geantwortet und teilweise einfach nur aus Prinzip inhaltslehres Kontra gegeben. Aber ja, was soll ich sagen? Es gibt nicht nur schwarz und weiß und das sollten sich jene Leute mal durch den Kopf gehen lassen.
    Fantasy ist ein Subsetting. Es ist immer ein Misch-Setting, egal ob mit SciFi oder mit Mittelalter. Fantasy kann nicht für sich alleine stehen.
    Die Egoperspektive hat ein höheres Immersionspotenzial, die feste Third-Person Ansicht hat jedoch meist eine höhere Immersion.


    Bei einem Spiel verkörpert das äußere Konzept die Gedanken, das innere Konzept das Herz und die Musik die Seele. Erst in völliger Harmonie dieser 3 Eigenschaften kann ein Spiel zum Meisterwerk aufsteigen.
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  12. #12 Reply With Quote
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    Richtig. So wie der Ex-Präsident Barack Obama oder Lewis Hamilton, der zweitbeste Rennfahrer nach Michael Schumacher.
    Und sehe ich es auch als Rassismus, wenn statisch belegt werden kann, dass zum Beispiel auch in Deutschland der Anteil Dunkelhäutiger, die Hühnerprodukte kaufen, besonders Produkte aus Hühnerfleisch, bei ihnen höher ist als bei den 'eingeborenen Europäern"?
    Und man soll sich auch mal überlegen, ob, wenn "James Earl Jones" auf einem "Uncle Ben´s-" bzw. einem "Ben´s Original-Glas" drauf ist, ob es nicht doch von einer ganz bestimmten Zielgruppe gekauft wird.
    Und was halt ich von der "gendergerechten Sprache". Ich meine, es ist schon in Ordnung, wenn Bürgermeister*innen bei "Liebe Bürger und Bürgerinnen" bleibt. Klar, da würden sich zwar die, die kein eindeutiges Geschlecht haben, sich beleidigt fühlen, wenn man von den Gedanken über diese Menschen als "reine" Frau bzw. als "reiner" Mann ausgeht. In Wirklichkeit wollen sie sich so genannt haben, wie sie sich fühlen.
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    Lemimus is offline

  13. #13 Reply With Quote
    Mir ist das egal. Da ich das Produkt nicht kaufe. Reis ist Reis. Ich halte die Wirkung für Gering. Das ist ein Markenname mehr nicht. Ist halt wie mit Mohr... Ich habe nicht die Zeit und die Lust mich mit allen möglichen Sachen zu beschäftigen. Die Leute, mit denen ich mich umgebe, stört das nicht bzw. interessiert das nicht.
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  14. #14 Reply With Quote
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    Die Diskussion um Uncle Bens ist nicht gut mit Kinderschokolade vergleichbar. Besser vergleichbar wäre es, wenn es eine Marke auf dem deutschen Markt gäbe bei der Betroffene antisemitische Klischees sehen würden.
    Der liebe schwarze Küchenonkel (es ist kein Zufall, dass es ein schwarzer „Onkel“ ist) ist ein Motiv, das man tatsächlich auf die Sklaverei zurückverfolgen kann. Es geht daher nicht um die Frage, ob der abgebildete Mensch nur schwarz oder nur weiß ist, sondern in welchem Kontext hier ein schwarzer Mensch abgebildet ist.

    Es gibt einfach in der amerikanischen Geschichte viele, viele rassistische Klischees, die auch lange, lange nach der Sklaverei und nach Jim Crow weiter tradiert wurden. Dementsprechend besteht in den USA diesbezüglich eine völlig andere Sensibilität zur klischeehaften Darstellung von Schwarzen und das auch zu Recht. Uncle Bens und Aunt Jemima sind Klischees aus einer Zeit, in der Rassismus keine Frage von politischer Einstellung war, sondern rechtlicher Standard.
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  15. #15 Reply With Quote

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    Quote Originally Posted by captain clegg View Post
    Ich glaube Du verstehst mich da nicht so ganz.
    Natürlich kann man nicht mit allem, nur weil es immer so war, auch weiter so machen weil es immer so war. Das ist mir klar und sehe ich auch genauso. Und dafür bin ich im Übrigen auch schon Anfang der Neunziger lauthals auf die Strassen gegangen.
    Was mich aktuell nur einfach stört ist die sich entwickelnde Sogwirkung, und ich das Gefühl habe jeder beginnt alles zu kritisieren nur weil man es grade so macht.
    Es ist mir egal ob es jetzt Schaumkuss, Paprikasauce oder Original heisst.
    Ich habe zuhause eine wunderschön geschnitzte Figur aus dunklem Holz, welche ich vor über zwanzig Jahren einem dunkelhäutigen Mann abgekauft habe. Würde die bei mir im Fenster stehen würde ich dafür wohl angeprangert werden. Wieso?
    Das frage ich mich allerdings auch. Denn ich kann nicht nachvollziehen, warum man dich anprangern sollte, nur weil du diese Figur von einem Menschen mit schwarzer Hautfarbe gekauft hast. Aber vielleicht fehlen mir nur ein paar Hintergrundinformationen.

    Und von einer Sogwirkung würde ich nicht sprechen, wohl aber von einem kritischen gesellschaftlichen Dialog. Es wird ja auch nichts verboten, der Sprachgebrauch ändert sich. Das ist aber ein ganz normaler Vorgang.
    Quote Originally Posted by captain clegg View Post
    Ich interpretiere Dein Bild im Übrigen so, dass sich die beiden Mädchen so gar keine Gedanken um Hautfarbe und Gleichberechtigung machen, und sie die "Unterschiede" als selbstverständlich ansehen. Was auch richtig ist.
    Aber können Menschen und vor allem Kinder wirklich lernen, dass alle Menschen gleich sind, wenn man z.B. "weisse Kinder" auf der Kinderschokolade ablichten darf, aber eben kein dunkelhäutiges weil es dann rassistisch sein könnte (falls die Ausdrucksweise nicht politisch korrekt ist bitte ich um Entschuldigung, dies hat keinen Hintergrund)?
    Das ist die Entwicklung mit der ich ein Problem habe.
    Quote Originally Posted by Progrinator View Post
    Das mit der Hautfarbe kann ich ja noch irgendwie nachvollziehen, dass jemand sich ausgeschlossen fühlen könnte. Aber es sind ja nicht nur solche Sachen. Es wird ja recht viel wegen kleinigkeiten geredet und nicht jeder Farbiger/Schwarzer füllt sich getroffen.

    Zudem wenn man auf jeden Rücksicht nehmen würde, dürfte man gar nichts sagen, weil das empfinden von jeden einzelnen anders ist.

    Meiner Meinung wird die Gesellschaft immer extremer bzw. driftet stark in die jeweiligen ecken ab.


    PS: Wenn eine Schwarze so auf die Frage reagieren würde, fände ich es sogar recht Cool und Humorvoll.
    Wenn dunkelhäutige Kinder ihre eigene Hautfarbe als "nicht schön", ja sogar als häßlich bezeichnen, macht es mich nachdenklich. Diese Kinder hätten auf die Bitte, einen hautfarbenen Stift zu reichen, wie selbstverständlich einen rosafarbenen gereicht.

    Und wer heute in eine Schule oder Kindergarten geht, stellt fest, dass dort Kinder jeglicher Herkunft zusammen kommen - "Multikulti" im besten Sinne. Sie alle wachsen in einer von der hellhäutigen Majoritätsethnie geprägten Kultur auf, welche Folgen dies für die Kinder der Minoritäten haben kann, hatte ich zuvor geschildert. Ist es daher zuviel verlangt, wenn man sich bemüht, solche Klischees aufzubrechen, damit auch diese Kinder mehr positive Identifikationspersonen wählen können. Und ja, Kinder verschiedener Hautfarben auf den packungen der Kinderschokolade wäre dafür hilfreich.
    smiloDon is offline

  16. #16 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by smiloDon View Post
    Und von einer Sogwirkung würde ich nicht sprechen, wohl aber von einem kritischen gesellschaftlichen Dialog. Es wird ja auch nichts verboten, der Sprachgebrauch ändert sich. Das ist aber ein ganz normaler Vorgang.
    Ein kritischer gesellschaftlicher Dialog ist für mich auch völlig richtig, trotzdem habe ich bei nicht wenigen das Gefühl, da wird jetzt einfach mal mitgemacht weil es "in" und politisch korrekt ist, auch ohne darüber nachzudenken.
    Und dass man gewisse Dinge nicht mehr sagten sollte, steht ausser Frage.



    Quote Originally Posted by smiloDon View Post
    Wenn dunkelhäutige Kinder ihre eigene Hautfarbe als "nicht schön", ja sogar als häßlich bezeichnen, macht es mich nachdenklich. Diese Kinder hätten auf die Bitte, einen hautfarbenen Stift zu reichen, wie selbstverständlich einen rosafarbenen gereicht.
    Und wer heute in eine Schule oder Kindergarten geht, stellt fest, dass dort Kinder jeglicher Herkunft zusammen kommen - "Multikulti" im besten Sinne. Sie alle wachsen in einer von der hellhäutigen Majoritätsethnie geprägten Kultur auf, welche Folgen dies für die Kinder der Minoritäten haben kann, hatte ich zuvor geschildert. Ist es daher zuviel verlangt, wenn man sich bemüht, solche Klischees aufzubrechen, damit auch diese Kinder mehr positive Identifikationspersonen wählen können. Und ja, Kinder verschiedener Hautfarben auf den packungen der Kinderschokolade wäre dafür hilfreich.
    Niemand sollte seine Hautfarbe als hässlich empfinden, und bei Deinem Bild war ich auch eher der Ansicht, die beiden Kinder würden überhaupt keine Unterschiede erkennen.
    Ich kann in der Schule oder Kiga meiner Kinder in keinster Weise erkennen, dass dort Kinder in irgendeiner Form anders gesehen werden, weil sie von woanders herkommen.
    Ich wurde von meinem Sohn auch schonmal gefragt, warum sein Freund denn so eine dunkle Hautfarbe hat.
    Ich habe es ihm erklärt, und gut ist, ohne dem zuviel Bedeutung zu geben.

    Ich wäre übrigens auch dafür, die Kinderschokolade würde von Kindern jeglicher Nationalitäten geschmückt sein. Aber sicher würden wieder genügend Rassissmus schreien, wenn ein dunkelhäutiges Kind abgebildet wäre.

    Beruflich lebe ich auch "Multikulti", in unserer Einrichtung sind aktuell Menschen aus 19 verschiedenen Nationalitäten angestellt (die Daten wurden vor kurzem wegen eines Projektes erhoben, daher weiss ich sowas), in der nächsten Woche stelle ich noch eine Dame aus Pakistan ein, dann sind wir bei 20.
    Menschen mir dunkler Hautfarbe sind zumindest in meinem Bereich mittlerweile geschätzt bei einem Anteil von 40%. Und es gibt immer noch Kunden, die eine Versorgung durch diese ablehnen. Diesen Menschen raten wir dann an, sich einen anderen Dienst zu suchen.
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  17. #17 Reply With Quote
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    Das ist natürlich die Meinung eines Einzelnen, aber Lesenswert:

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    Quote Originally Posted by captain clegg View Post
    Das ist natürlich die Meinung eines Einzelnen, aber Lesenswert:

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    Im Endeffekt macht er genau dasselbe, was er anderen Vorwirft. Er urteilt für die anderen. Sein Maßstab ist in dieser Bewertung die Messlatte – die anderen handeln ohne nachzudenken.

    Quote Originally Posted by Andrew Onuegbu
    Viele Schwarze spielen leider ohne nachzudenken schnell die Opferkarte. Muhammed Ali ist das beste Beispiel.
    Es gibt auch Prostituierte, die bevorzugen die Bezeichnung Hure, andere finden sie beleidigend. Viele Menschen bezeichnen sich selbst ironisch mit abfälligen Begriffen, teils um zu provozieren oder teils aus Humor oder anderen Motiven. Aber es gibt nun mal keine objektive Messlatte für persönliche Betroffenheit.

    Wenn ein Jude ein Restaurant mit dem Namen „Zur Hakennase“ eröffnen würde, wäre dann damit der die Verwendung von Hakennase für Juden legitimiert?
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  19. #19 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Jean-Luc Picard View Post
    Im Endeffekt macht er genau dasselbe, was er anderen Vorwirft. Er urteilt für die anderen. Sein Maßstab ist in dieser Bewertung die Messlatte – die anderen handeln ohne nachzudenken.
    Nicht wirklich, zumindest seine geschichtlichen und etymologischen Argumente sind fundiert. Der Mohren-Begriff ist eben, im Gegensatz zum N-Wort, nicht immer negativ besetzt gewesen, sondern als neutraler oder tatsächlich positiv besetzter Begriff entstanden und wurde auch Jahrhunderte lang so genutzt. Als er der gängige Begriff für Dunkelhäutige in Europa war, gab es auch noch gar keinen Rassismus.

    Deshalb habe ich auch so meine Probleme mit Argumentationen, die da beides in einen Topf werfen.

    Quote Originally Posted by Jean-Luc Picard View Post
    Wenn ein Jude ein Restaurant mit dem Namen „Zur Hakennase“ eröffnen würde, wäre dann damit der die Verwendung von Hakennase für Juden legitimiert?
    Auch hier muss ich widersprechen. "Hakennase" als Bezeichnung für Juden beinhaltet schon als Begriff selbst ein rassistisches Klischee. Analog wäre hier wohl ein Name wie "Schlauchlippe" oder so passend. Das wäre tatsächlich nicht okay.

    (Ich reproduziere diese Rassismen gerade zur Anschauung... falls das nicht klar ist, also als Beispiele für Rassismus den ich ablehne)

    Das einzige vernünftige Argument gegen die Verwendung des Begriffes "Mohr" ist, dass sich einige Dunkelhäutige davon beleidigt oder halt peinlich berührt fühlen. Das ist ja auch in Ordnung, kann man drüber reden. Und aus Rücksicht sollte man allgemein versuchen, darauf zu achten, andere nicht versehentlich zu beleidigen oder peinlich zu berühren.

    Aber dann sollte man nicht so tun als hätte man noch andere Argumente.
    ulix is online now Last edited by ulix; 06.10.2020 at 17:26.

  20. #20 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by ulix
    Aber dann sollte man nicht so tun als hätte man noch andere Argumente.
    Die gibt es aber. Mohr muss nicht in derselben Kategorie wie das N-Wort spielen, um problematisch zu sein. Es ist eine Bezeichnung, die den Zweck hat, den betreffenden Menschen über seine Hautfarbe zu kategorisieren. Darin liegt die potenziell diskriminierende Tendenz des Wortes.

    Abgesehen davon ging mein Argument aber in eine andere Richtung. Bei den Ausführungen des Restaurantbesitzers speilt die Etymologie eigentlich keine wirklich wichtige Rolle – er legt nach seinem Empfinden die Messlatte für angebrachtes beleidigt sein fest. Das könnte der fiktive jüdische Restaurantbesitzer ebenfalls machen. Etymologie ist immer nur ein Rückblick – es gibt eben auch stets die aktuelle Ebene der Begrifflichkeit und die kann man nicht durch etymologische Hinweise relativieren.
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