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Paritätsgesetz in Thüringen gekippt (aus PE)

  1. #1 Reply With Quote
    Deus ulix's Avatar
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    Dank an die AfD. Ich finde die Entscheidung gut und richtig. Im ernst.

    Nun ist es nicht so, dass ich prinzipiell etwas gegen verbindliche Geschlechterparität hätte, im Gegenteil. Nur ist eben so, dass solche Regelungen eindeutig den Landesverfassungen und dem Grundgesetz widersprechen.

    Also müsste man, wenn man sowas einführen wollte, die Verfassung(en) ändern. Dann, und erst dann, wäre es okay (und dann wäre ich auch dafür).

    Wie seht ihr das?
    ulix is offline

  2. #2 Reply With Quote
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    Es schmerzt in der Seele der "AfD" recht geben zu müssen. Ganz ehrlich verstehe ich die thüringische Regierung nicht, das war eine Niederlage mit Ansage. Ich sehe aber noch ein Problem. Im "Mainstream" wird nicht mehr diskutiert. Warum lässt es eine CDU und FDP zu, dass die "AfD" alleine klagt. Die kann sich jetzt wieder als Verteidiger der Verfassung darstellen. Wir müssen sowas wieder im "Mainstream" diskutieren, damit nicht die Spinner die Hoheit über solche Diskussionen erlangen.
    Namenloser_held is offline

  3. #3 Reply With Quote
    Held Lord Kaktus's Avatar
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    Wozu soll man darüber diskutieren? Sterben müssen wir. Ich mache Leistung nicht am Geschlecht fest. Eine Schaffnerin leistet genauso ihre Arbeit wie ein Schaffner.
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    Lord Kaktus is offline

  4. #4 Reply With Quote
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    Der Grundgedanke hinter solchen Regelungen ist halt schon richtig, nicht in allen Berufsfeldern wohlgemerkt, aber bei Parlamentariern schon.

    Nur die Umsetzung ist halt mal wieder so stümperhaft, dass man sich nur an den Kopf fassen kann. Hätten's irgendeine Regelung durchgesetzt, dass z.B. 40% Frauenanteil sein müssen, dann hätten sie ggf. sogar die Union dafür gewinnen können, und ggf. sogar eine Verfassungsänderung die das Ganze dann nicht direkt zum Scheitern verurteilt.
    ulix is offline Last edited by ulix; 15.07.2020 at 22:25.

  5. #5 Reply With Quote
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    Es sollten mehr Frauen in Parteien mitarbeiten. Dann löst sich das von selbst. Aber selbst bei den Grünen sind weibliche Mitglieder in der Minderheit.
    Und zwingen kann man auch niemanden.
    Stiller Leser is offline

  6. #6 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Stiller Leser View Post
    Es sollten mehr Frauen in Parteien mitarbeiten. Dann löst sich das von selbst. Aber selbst bei den Grünen sind weibliche Mitglieder in der Minderheit.
    Und zwingen kann man auch niemanden.
    Das ist aber auch wieder so eine Henne-Ei-Problematik. Wenn Mädchen und junge Frauen sehen, dass Frauen seltener Politkerinnen werden, dann verfestigt das den Eindruck, dass sie als Frauen vielleicht nicht dazu taugen. Da würde so eine Quote langfristig helfen, um den Eindruck entgegen zu wirken. Oder sie würde das Gegenteil bewirken

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    ulix is offline

  7. #7 Reply With Quote
    der wieder SEHENDE lucigoth's Avatar
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    Quote Originally Posted by Stiller Leser View Post
    Es sollten mehr Frauen in Parteien mitarbeiten. Dann löst sich das von selbst. Aber selbst bei den Grünen sind weibliche Mitglieder in der Minderheit.
    Und zwingen kann man auch niemanden.
    Wer gut ist, wird gewählt- so einfach ist das.
    Frauenquote schön und gut- wenn es aber keine guten Bewerberinnen gibt; was dann?
    In Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegediensten, um mal nur einige zu nennen, ist der Frauenanteil doch locker bei 90%.
    Da schreit auch keiner: Da müssen mehr Männer in diese Berufe. Die will ich da auch garnicht haben.
    Kann nur sagen: Klasse AFD!
    lucigoth is offline

  8. #8 Reply With Quote
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    Ich bin froh dass das Gesetz gekippt wurde, denn meiner Meinung nach erzeugen derartige Quotenvorschriften mehr Ungerechtigkeiten, als sie lösen.

    Ich finde ja generell nicht, dass sich Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ausgerechnet dadurch abbauen lässt, indem man gewisse Posten/Entscheidungen/Priviliegien etc. bewusst geschlechtsabhängig macht.

    Desweiteren ist das Geschlecht im Prinzip ja nur ein willkürlich gewähltes Merkmal von vielen Kriterien. Wieso eine Quote beim Geschlecht, aber keine Quote bei Behinderung, Hautfarbe, Religion, Alter etc.?
    Matteo is offline

  9. #9 Reply With Quote
    der wieder SEHENDE lucigoth's Avatar
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    Quote Originally Posted by Matteo View Post
    Ich bin froh dass das Gesetz gekippt wurde, denn meiner Meinung nach erzeugen derartige Quotenvorschriften mehr Ungerechtigkeiten, als sie lösen.

    Ich finde ja generell nicht, dass sich Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ausgerechnet dadurch abbauen lässt, indem man gewisse Posten/Entscheidungen/Priviliegien etc. bewusst geschlechtsabhängig macht.

    Desweiteren ist das Geschlecht im Prinzip ja nur ein willkürlich gewähltes Merkmal von vielen Kriterien. Wieso eine Quote beim Geschlecht, aber keine Quote bei Behinderung, Hautfarbe, Religion, Alter etc.?
    Gute Frage wegen anderer Merkmale!

    Wäre als nächstes gekommen, wenn Paritätsgesetz für Frauen durch gekommen wäre.
    lucigoth is offline

  10. #10 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by ulix View Post
    Das ist aber auch wieder so eine Henne-Ei-Problematik. Wenn Mädchen und junge Frauen sehen, dass Frauen seltener Politkerinnen werden, dann verfestigt das den Eindruck, dass sie als Frauen vielleicht nicht dazu taugen. Da würde so eine Quote langfristig helfen, um den Eindruck entgegen zu wirken. Oder sie würde das Gegenteil bewirken

    Eins von beidem. Oder beides zugleich. Nur welches mehr?
    Also an Vorbildern sollte es eigentlich nicht mangeln. Da hat ja selbst die AfD was zu bieten für Leute die deren Politik bevorzugen. Wir haben eine langjährige Kanzlerin und wenn man sich die Leute so anschaut, die vielleicht ihr "Erbe" antreten würden, also ich glaube nicht, das Merz oder Laschet oder so große Strahlkraft haben. Ok, Söder kommt gut an. Bei den Linken war lange Zeit Wagenknecht die Gallionsfigur. Was sich aber halt für jeden zeigen sollte, ist, dass es auf die Person selbst an kommt und nicht ob Männlein oder Weiblein. Da muss dann schon was kommen. Die falsche Personen und es könnnte nach hinten losgehen. Erinnere nur mal, als die FDP Philipp Rösler eingesetzt hat. War vielleicht gut gemeint, aber Rösler konnte einem schon leid tun. Wurde nicht so richtig ernst genommen. Hätte nur noch gefehlt, dass ihn jemand einen Lolli gereicht hätte. Ich meine abseits von politischen Positionen erkennt man Leute an oder eben nicht. Denke viele politische Gegner von Gysi haben ihn dennoch respektiert. Es nutzt also nichts, Frauen hinzustellen. Sondern es müssen auch welche sein, die sagen wir mal was darstellen. Man kann z.B. von der Künast politisch halten, was man will. Aber sie war eloquent, kämpferisch, suchte immer den Fokus. Das meine ich.
    Stiller Leser is offline

  11. #11 Reply With Quote
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    Ich finde es viel wichtiger Frauen generell in Vereine zu bringen, das schliesst auch Parteien mit ein. Statt es gesetzlich zu machen, sollte der Bund z.B. Betreuungskosten während Gemeinderatssitzungen übernehmen bzw. sicherstellen, damit Frauen sich besser beteiligen können. Die Parteien könnten z.B. sowas einrichten für Parteisitzungen. Sowas wird aber denke ich nicht passieren, da den Parteien ein zweiter Vorsitzender wichtiger ist...
    Namenloser_held is offline

  12. #12 Reply With Quote
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    Die Tanner ist auch nicht gerade eine Topbesetzung für den Posten als Verteidigungsministerin. Und nicht weil se eine Frau ist sondern weil sie eine totale Fehlbesetzung als Verteidigungsministerin ist.

    Ihr könnt ruhig Frauen auf irgendwelche Posten setzen um der Quote wegen aber die müssen dann auch was leisten.
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  13. #13 Reply With Quote
    objektiv falsch Heinz-Fiction's Avatar
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    Quote Originally Posted by lucigoth View Post
    Wer gut ist, wird gewählt- so einfach ist das.
    Das passiert aber unabhängig vom Paritätsgesetz nicht
    Heinz-Fiction is online now

  14. #14 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by lucigoth View Post
    Wer gut ist, wird gewählt- so einfach ist das.
    Frauenquote schön und gut- wenn es aber keine guten Bewerberinnen gibt; was dann?
    In Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegediensten, um mal nur einige zu nennen, ist der Frauenanteil doch locker bei 90%.
    Da schreit auch keiner: Da müssen mehr Männer in diese Berufe. Die will ich da auch garnicht haben.
    Das schreien sehr viele, dass mehr Männer in diese Berufe sollen. Ich zum Beispiel.

    Quote Originally Posted by Matteo View Post
    Desweiteren ist das Geschlecht im Prinzip ja nur ein willkürlich gewähltes Merkmal von vielen Kriterien. Wieso eine Quote beim Geschlecht, aber keine Quote bei Behinderung, Hautfarbe, Religion, Alter etc.?
    Da ich nicht prinzipiell gegen so eine Quote bin antworte ich mal:
    Eine Frauenquote ist nur der Anfang. Irgendwo muss man anfangen. Warum nicht da, wo 51% der Gesellschaft strukturell benachteiligt sind? Das ist doch wohl der beste Punkt, wenn man irgendwo anfangen muss. Da dürfte der gesellschatliche Widerstand am geringsten sein.

    Aber wir brauchen natürlich auch mehr Nicht-Juristen und Menschen mit Migrationshintergrund in der Politik.

    Ich würd das auch gar nicht so strikt machen, wenn erstmal die Verfassung so geändert wäre dass solche Quoten möglich sind. 40% sind eine gute Zahl. Gilt dann natürlich auch für Männer, mindestens 40% müssten männlich sein. Damit hätten ein paar wenige Landtagsfraktionen der Grünen oder der Linken dann auch ein Problemchen.

    P.S. Ein wichtiger Grund dafür, dass Männer in der Politik dominieren, sind natürlich die Rollenbilder des weiterhin bestehenden Patriarchats. Deshalb muss man erstmal da ansetzen. Gender Studies ab der 5. Klasse wär ne gute Idee (ggf. als Teil der Sozialkunde), damit Kinder lernen diese Rollenbilder in Frage zu stellen.

    Das meine ich ernst.
    ulix is offline Last edited by ulix; 16.07.2020 at 02:01.

  15. #15 Reply With Quote
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    Irgendwie bin ich froh, das ich meine Kinder in Österreich selber unterrichten kann, sollte ich welche in die Welt setzen.
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  16. #16 Reply With Quote
    Dark_Fiction  Dark_Bauer's Avatar
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    Quote Originally Posted by Lord Kaktus View Post
    Irgendwie bin ich froh, das ich meine Kinder in Österreich selber unterrichten kann, sollte ich welche in die Welt setzen.
    Uff.
    Niemand sollte seine Kinder selbst erziehen können sollen
    Dark_Bauer is offline

  17. #17 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Matteo View Post

    Desweiteren ist das Geschlecht im Prinzip ja nur ein willkürlich gewähltes Merkmal von vielen Kriterien. Wieso eine Quote beim Geschlecht, aber keine Quote bei Behinderung, Hautfarbe, Religion, Alter etc.?
    Behindertenquote gibt es für größere Unternehmen doch. Nur zahlen die meisten leider lieber die Ausgleichsabgabe als einem Behinderten eine Chance zu geben.

    Die Magie soll den Menschen dienen und ihn nicht beherrschen.
    Böse und verderbt sind jene - Die Seine Gabe nahmen - Und sie gegen Seine Kinder verwendeten.
    Sie werden Maleficar genannt, die Verfluchten. - Sie sollen keine Ruhe in der Welt finden - Oder darüber hinaus.
    Gesang der Veränderung
    Gleichgewicht is offline

  18. #18 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by ulix View Post

    P.S. Ein wichtiger Grund dafür, dass Männer in der Politik dominieren, sind natürlich die Rollenbilder des weiterhin bestehenden Patriarchats. Deshalb muss man erstmal da ansetzen. Gender Studies ab der 5. Klasse wär ne gute Idee (ggf. als Teil der Sozialkunde), damit Kinder lernen diese Rollenbilder in Frage zu stellen.

    Das meine ich ernst.
    Das sollte generell viel stärker in die Schule kommen. Aber bitte nicht ideologisch verbrämt, sondern richtig wissenschaftlich. Leider sind Gender Studies momentan noch sehr ideologisch. Gerade der Biologie täte es gut wenn Gender Studies da mehr berücksichtigt werden. Leider haben Gender Studies sich (zurecht) ein sehr schlechten Ruf eingehandelt. Rollenbilder (auch männliche) hindern uns sehr am Fortschritt. Beispiel: Es wird ja im Kinderfall nicht nur von der Frau erwartet zuhause zu bleiben, sondern auch vom Mann erwartet weiter arbeiten zu gehen. Es reicht nicht in dem Fall sich nur die Frau anzusehen, sondern es muss als Einheit passieren.
    Namenloser_held is offline

  19. #19 Reply With Quote
    objektiv falsch Heinz-Fiction's Avatar
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    Quote Originally Posted by Dark_Bauer View Post
    Uff.
    Niemand sollte seine Kinder selbst erziehen können sollen
    Jedes Kind hat das RECHT auf Mobbing in der schule
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  20. #20 Reply With Quote
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    Naja, um in der Politik aufzusteigen, musst du doch auch durch das ganze Unterwerk, Kommunalpolitik, und enstprechende, bereits vorhandene (Männer)-Netzwerke. Letztere müssen sich ja auch gar nicht bewusst etablieren aus irgendeinem Ziel, Frauen auszuschließen. Aber vielleicht tauscht man sich mehr über die selben Themen aus, auch Hobbies, dann ergeben sich hier von selbst engere Beziehungen, gegenseitige Unterstützung, Loyalität und Förderung, wenn es um Postenvergabe geht. Durch eine Quote wird das evtl. aufgebrochen, es ist aber eine weitere Frage, ob dadurch auch eine gleichberechtigte Zusammenarbeit der Mandatsträger oder ein Bewusstseinswandel innerhalb der Organisationen erreicht werden kann.
    short message is offline

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