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Gesellschaftliche Spaltung – wie tief geht sie bei uns schon?

  1. #41 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Jean-Luc Picard View Post
    Bei so viel Tiefsinn...
    Sorry, schätze ich muss eben noch sehr viel lernen um dein Niveau zu erreichen und dein Verständnis auf andere eizugehen, ist beispiellos.
    Es gibt kein gut und böse, kein Richtig und kein Falsch, nur Entscheidungen und Konsequenzen.
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  2. #42 Reply With Quote
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    Gut, und dann haben wir ja jetzt auch alle notwendigen Nettigkeiten diesbezüglich ausgetauscht und kommen wieder zum Thema -->
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  3. #43 Reply With Quote
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    Warum seid ihr denn so garstig zueinander?
    Ich führt eine politiktheoretischen metaphysichen Diskussion die keinen Sieger haben wird. Das ist das böse Blut nicht wert. Disputiert lieber.
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  4. #44 Reply With Quote
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    Tut mir leid Ulix. Ich habe die Zahlen von hier https://protestinstitut.eu/tag/fridays-for-future/, aber ich finde sie gerade nicht wieder. Daher hier https://www.faz.net/aktuell/politik/...-16341221.html




    Wir waren auch eine Studentenbewegung, was den elitären Anspruch schon unterstreicht. Die Wenigsten wären überhaupt auf die Idee gekommen. Die Breite kam erst später mit der Friedensbewegung dazu eventuell auch die Anti AKW Bewegung, die Frauenbewegung war eh abgespalten, wenn du an die Frauen z.B. In der Kommune 1 denkst.fällt dir auch nur ein Modell ein. Insoweit war die Bewegung bis Zur RAF der 2. Generation auch patriachalisch.


    Man kann auch den Zusammenhang zwischen Feuer und Eukalyptusöl wissenschaftlich belegen und die Eigenschaft dieser Bäume sich ihrer ölhaltigen Rinde reglmäßig zu entledigen. Die Pflanze ist darauf angelegt "Feuer zu legen", um sich biologisch einwandfrei von Unterholz und Konkurrenzpflanzen zu befreien um die Lebendsbedingungen für ihre Samen zu verbessern. Gleiches gilt für den amerikanischen Nationalbaum, den Mammutbaum, der noch die Besonderheit aufweist, nur unter diesen Bedingungen keimfähigen Samen hervorzubringen. Wenn man nun von menschenhand derartige Brände jahrzehntelang unterdrückt, darf man sich im Ergebnis nicht wundern wenn ein solcher Megabrand zustande kommt. Die Trockenheit hat zweifellos einen Einfluss gehabt, aber der entscheidende Faktor ist auch so der Mensch, der die Natürlichkeit von Waldbränden nicht akzeptieren kann.


    Es geht nicht um die Migration an sich, sondern die Gefahr die sich daraus ergibt. Du erinnerst dich an die Diskussionen 2015 mit Saleph. Es geht kein Riss mehr durch die Familien, die Fronten haben sich geklärt und sind unverrückbarer wie im kalten Krieg. Das SChlagwort lautet Fremd. Für mich sind die Vorgänge vergleichbar einem Sprung aus dem Fenster im 20. Stockwerk und dem Versuch danach mit der Schwerkraft über die Aufprallgeschwindigkeit zu diskutieren. 2015 habe ich noch gedacht ich werde es nicht mehr erleben, jetzt bin ich mir nicht so sicher. Simmel lässt sich nicht widerlegen und der freie Fall (oder die politische abwärtsspirale nicht aufhalten).


    Wie lange werden wir brauchen bis die auch in Deutschland passiert. https://www.faz.net/aktuell/politik/...-16608795.html 2 Jahre vielleicht.


    Auch die Welt werden wir nicht retten. nicht wnn die FCKW wieder auf dem Vormarsch sind
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  5. #45 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Harvald
    Wir waren auch eine Studentenbewegung, was den elitären Anspruch schon unterstreicht. Die Wenigsten wären überhaupt auf die Idee gekommen. Die Breite kam erst später mit der Friedensbewegung dazu eventuell auch die Anti AKW Bewegung, die Frauenbewegung war eh abgespalten, wenn du an die Frauen z.B. In der Kommune 1 denkst.fällt dir auch nur ein Modell ein. Insoweit war die Bewegung bis Zur RAF der 2. Generation auch patriachalisch.
    Ja, und wozu diente dann jetzt eigentlich Dein Verweis auf elitäre Kreise bei fridays for future? War denn die Studentenbewegung wirkungslos, weil sie elitär war?

    Quote Originally Posted by Harvald
    Man kann auch den Zusammenhang zwischen Feuer und Eukalyptusöl wissenschaftlich belegen und die Eigenschaft dieser Bäume sich ihrer ölhaltigen Rinde reglmäßig zu entledigen. Die Pflanze ist darauf angelegt "Feuer zu legen", um sich biologisch einwandfrei von Unterholz und Konkurrenzpflanzen zu befreien um die Lebendsbedingungen für ihre Samen zu verbessern.
    Und man kann auch einfach stur sein und das Offensichtliche nicht wahrhaben wollen. Es brennen dort Regenwälder! Diese Ökosysteme haben nichts, aber auch gar nichts mit regelmäßigen Waldbränden zu tun!

    https://www.zeit.de/wissen/umwelt/20...raende/seite-2

    Nach Schätzungen sind bisher womöglich eine Milliarde Tiere in den Feuern verendet. Alle Experten sind sich einig, dass diese Dürre eine Zäsur zum bisher beobachteten darstellt. Mag es ja in der Erdgeschichte schon ganz andere Klimaveränderungen gegeben haben, aber es geht eben um die beobachtbare und messbare Geschwindigkeit des Ganzen. Aber wie gesagt, man kann stattdessen halt auch über die Samen von Bäumen faseln…


    Quote Originally Posted by Harvald
    Es geht nicht um die Migration an sich, sondern die Gefahr die sich daraus ergibt. Du erinnerst dich an die Diskussionen 2015 mit Saleph. Es geht kein Riss mehr durch die Familien, die Fronten haben sich geklärt und sind unverrückbarer wie im kalten Krieg. Das SChlagwort lautet Fremd. Für mich sind die Vorgänge vergleichbar einem Sprung aus dem Fenster im 20. Stockwerk und dem Versuch danach mit der Schwerkraft über die Aufprallgeschwindigkeit zu diskutieren. 2015 habe ich noch gedacht ich werde es nicht mehr erleben, jetzt bin ich mir nicht so sicher. Simmel lässt sich nicht widerlegen und der freie Fall (oder die politische abwärtsspirale nicht aufhalten).
    Ich denke mal, Du meinst die Diskussion mit Ilayda 2015, zumindest ist mir diese Diskussion noch im Gedächtnis. Und ja, ich kann mich auch noch an die Diskussion um das Fremde erinnern. Aber nochmal, wie viel Harvald und wie viel Deutschland steckt denn Deiner Meinung nach wirklich in dem, was Du an die Wand malst?
    Als ich hier anfänglich zwischen 2007 und 2011 Moderator war, da ging es noch nicht um Flüchtlinge, sondern ausschließlich um Menschen mit Migrationshintergrund, zu denen dieselben Szenarien angemahnt wurden. Parallelgesellschaften, jugendliche Intensivstraftäter und natürlich auch damals schon der Islam. Und ich will diesbezüglich existierende Probleme auch nicht verleugnen.

    Ich lebe seit 1998 in Berlin und seit 2005 in Neukölln. Soziale Brennpunkte sind für mich mehr oder minder Alltag. Mein Sohn ist in Neukölln in eine Kita gegangen, deren Grundstück quasi direkt in den Park Hasenhaide übergeht und die Kinder sind dort jeden Tag hingegangen. Als Eltern ohne Frage herausfordernd; wenn man in Situationen ist, in denen einem der Dealer sagt, wo man sein Kind finden kann, das sich gerade mal von der Gruppe abgesetzt hatte…ich sage mal spannend…

    Aber es gab und gibt in diesem Zusammenhang auch immer die andere Seite. Nämlich Normalität statt diffuser Angst. Normalität, dass in Kita, Schule und allem anderen eben ein abenteuerlicher Mix an Menschen da ist. Normalität, dass völlig unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen. Und am Ende geht es nach meinen Erfahrungen relativ selten wirklich um Kultur (gibt es natürlich, aber meiner Meinung seltener als angenommen), es geht letztendlich immer um Bedürfnisse. Aber dadurch, dass es ein Aufeinanderprallen von so vielen Hintergründen ist, werden Konflikte häufig anders kanalisiert. Während ich als Kind meine Nachbarin damals auf dem Dorf halt einfach als fiese Fettel angesehen habe, weil sie unsere Tannen im Garten vergiftet hatte (ist tatsächlich wahr) würde man heute eben erst mal nach „kulturellen“ oder „ideologischen“ Gründen suchen, warum genau der Andere ein Arsch ist.
    Lange Rede kurzer Sinn, vielleicht fokussierst Du Dich einfach zu sehr auf Deinen Erfahrungsbereich, wenn Du die Zukunft des Restes abstrahierst. Machen wir natürlich alle, aus unserer Haut können wir nicht raus, aber dennoch…
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  6. #46 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Jean-Luc Picard View Post
    Aber dadurch, dass es ein Aufeinanderprallen von so vielen Hintergründen ist, werden Konflikte häufig anders kanalisiert. Während ich als Kind meine Nachbarin damals auf dem Dorf halt einfach als fiese Fettel angesehen habe, weil sie unsere Tannen im Garten vergiftet hatte (ist tatsächlich wahr) würde man heute eben erst mal nach „kulturellen“ oder „ideologischen“ Gründen suchen, warum genau der Andere ein Arsch ist.
    Ich habe da etwas andere Erfahrungen gemacht. Die Suche nach dem anderen, dem Fremden, um sich selbst überlegen zu fühlen, kann ich bis in die Mitte der 70er Jahre nachvollziehen. In Österreich erfolgte damals die Migration und auch die Gastarbeiter-Fluktuation vorwiegend aus Jugoslawien und die wurden - zumindest im Wiener Raum - abschätzig "Tschuschen" genannt. Der Unterschied zu heute. Die Regierung und die Parteienlandschaft verstärkten diese Strömungen nicht. Im Gegenteil. Die Regierung startete eine Plakatkampagne mit dem Slogan "I haaß Kolaric, du haaßt Kolaric – warum sogn´s zu dir Tschusch?", ein Kind und einen Fremden zeigend und in Anspielung darauf, dass viele Wiener Migrationshintergrund und Namen aus eben diesen Regionen hatten.

    [Bild: 01_kolaric.jpg]

    Interessanterweise wiederholte sich diese Art des Rassismus in den frühen 90er Jahren nicht, als das Zerbrechen und der Krieg in Jugoslawien eine Unzahl von Flüchtlingen, vowiegend bosnische Moslems, nach Österreich spülte. Die Gemeinden und Nachbarn nahmen sie auf. Viele blieben, eine von ihnen ist heute Justizministerin. Das Klima war noch nicht so verhetzt, wie es sich heute darstellt und wie es seit 2015 von den rechten Parteien zum Stimmengewinn immer mehr instrumentalisiert und aufgeheizt wird. Heute kann man tatsächlich, wenn man die Foren von Zeitungen oder auch Social Media-Kanäle besucht, von einem Klima des Hasses sprechen. Nicht mehr nur Geringschätzung, sondern tatsächlicher Hass auf gewisse (vorwiegend muslimische) Volksgruppen. Was heute oft gesagt wird, hatte seit dem Ende des Dritten Reiches im öffentlichen Diskurs keinen Platz mehr. Heute scheint es vielen normal und die Grenzen des Sagbaren werden immer weiter verschoben. Tatkräftig unterstützt von der Politik.
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  7. #47 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by abaris
    Was heute oft gesagt wird, hatte seit dem Ende des Dritten Reiches im öffentlichen Diskurs keinen Platz mehr. Heute scheint es vielen normal und die Grenzen des Sagbaren werden immer weiter verschoben. Tatkräftig unterstützt von der Politik.
    Ich weiß nicht, ich glaube das nicht so wirklich, aber das sind dann vielleicht auch wieder eher meine Erfahrungen.

    Dass heute wieder Dinge gesagt werden, die man früher nicht gehört hat, liegt meiner Einschätzung nach nicht daran, dass diese Dinge vor 20 0der 30 Jahren niemand hätte sagen mögen oder sich niemand getraut hätte. Zumindest in der sozialen Umgebung, in der ich aufgewachsen bin (ländlich, wirtschaftlich stabil, konservativ) gab es halt keinen Grund, „Es“ auszusprechen.

    Dass „Jugos stinken“ und „Türken faul sind“ war halt eher selbstverständlich und erzeugte keinerlei Anrüchigkeit in privaten Gesprächen. Niemand hätte das im Radio oder im Fernsehen gesagt, aber es gab eben auch keine „Notwendigkeit“ es offen zu sagen, denn man war sich da eigentlich einig drüber (um es mal überspitzt, aber nicht wirklich übertrieben auszudrücken).

    „Sich mit Ausländern einlassen“ war in meiner Kindheit ein Synonym für soziale Missstände. Ich weiß nicht, wie es in Österreich ist, aber in Deutschland sind die Wähler der AfD nicht einfach vom Himmel gefallen. Das Potenzial gab es immer und war nie weg, es hat lediglich geschlafen, weil es den Menschen weitestgehend ganz gut ging.
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  8. #48 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Jean-Luc Picard View Post
    „Sich mit Ausländern einlassen“ war in meiner Kindheit ein Synonym für soziale Missstände. Ich weiß nicht, wie es in Österreich ist, aber in Deutschland sind die Wähler der AfD nicht einfach vom Himmel gefallen. Das Potenzial gab es immer und war nie weg, es hat lediglich geschlafen, weil es den Menschen weitestgehend ganz gut ging.
    Nur wurde dieses Potential von gewissen politischen Strömungen wieder salonfähig gemacht. Wenn der Führer einer österreichischen Partei zu SS-Veteranentreffen pilgert und die aufrechte Gesinnung der Anwesenden preist, wenn er die "ordentliche Beschäftigungspolitik" des Dritten Reiches preist, wenn ein deutscher Parteiführer den Nationalsozialismus als "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte bezeichnet und ein andereres namhaftes Mitglied das Holocaust-Mahnmal als "Mahnmal der Schande" bezeichnet, dann dreht man Steine um und öffnet die Schleusen. Natürlich waren die Resentiments immer da, aber heute traut man sich wieder. Was gewissen Strömungen in der Politik zu verdanken ist, die wie ich weiter oben gesagt habe, den vorhandenen Zorn und die Frustration in Hass für ihre Zwecke kanalisieren, die zwar keines der wirtschaftlichen Probleme lösen, die Länder aber in völkische Hassrepubliken umwandeln wollen. Die Schwachen auf die Schwächsten hetzen. Noch trauen sich die meisten nur zu reden. Aber rechtsextreme Gewalttaten nehmen von Jahr zu Jahr zu. Es sind nicht mehr nur die Glatzen in den Städten oder der Bauer, der sich am Stammtisch Luft macht. Es sind die bestens international vernetzten Anzugsträger in der Politik, die genau wissen, was man gerade noch sagen darf, ohne mit den bestehenden Gesetzen in Konflikt zu kommen und die verbale Schraube immer weiter anziehen, um das von ihnen gewünschte soziale Klima zu erzeugen.
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  9. #49 Reply With Quote
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    Völlig richtig, aber die Höckes und Haiders gibt es eben auch nur, weil sie eine Basis generieren können. Und da glaube ich der Mär von reiner Protestwahl einfach nicht – jeder Protest zeigt immer auch noch eine Richtung an.
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  10. #50 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Jean-Luc Picard View Post
    Völlig richtig, aber die Höckes und Haiders gibt es eben auch nur, weil sie eine Basis generieren können. Und da glaube ich der Mär von reiner Protestwahl einfach nicht – jeder Protest zeigt immer auch noch eine Richtung an.
    Ja, auch der Hitler konnte eine Basis generieren. Ähnlich wie die heutigen Agitatoren, die sich auf eine Wirtschaftskrise draufgesetzt haben, die viele verarmt zurückgelassen hat. Hitler lag 1928 übrigens bei 2,6 Prozent, nach dem Börsencrash schaffte er über 30 Prozent bei den Wahlen von 1932.

    Natürlich gibt es immer eine Basis für sowas. Die ist allerdings nicht so groß, wie du zu glauben scheinst. Der Rest sind Protestwähler oder jene, die den völkischen Parolen, dass man es schon für die Kleinen autochthonen richten werde, wenn nur die bösen Fremden weg sind, Glauben schenken.
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  11. #51 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by abaris
    Der Rest sind Protestwähler oder jene, die den völkischen Parolen, dass man es schon für die Kleinen autochthonen richten werde, wenn nur die bösen Fremden weg sind, Glauben schenken.
    Worin würdest Du denn den konkreten Unterschied definieren, zwischen der eigentlichen Basis und denen, die den völkischen Parolen folgen? Sagt die Anfälligkeit für völkische Parolen nicht auch schon etwas aus? Diese Frage ist wahrscheinlich auch im Sinne des Eingangsposts relevant, da ich glaube, dass sich da auch vieles im Hinblick auf die Polarisierung widerfindet.
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  12. #52 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Jean-Luc Picard View Post
    Worin würdest Du denn den konkreten Unterschied definieren, zwischen der eigentlichen Basis und denen, die den völkischen Parolen folgen? Sagt die Anfälligkeit für völkische Parolen nicht auch schon etwas aus? Diese Frage ist wahrscheinlich auch im Sinne des Eingangsposts relevant, da ich glaube, dass sich da auch vieles im Hinblick auf die Polarisierung widerfindet.
    Ich würde es nicht Basis, sondern braunen Bodensatz nennen. Das sind ein paar Prozent. Heute vermutlich nicht anders als gestern, zu Hitlers Zeiten, mit seinen 2,6 Prozent 1928. Und dann gibt es die Neuen. Die haben ja vorher andere Parteien gewählt. Teilweise ebenso populistisch, wenn man sich die letzten Wahlergebnisse im deutschen Osten ansieht, wo auch eine Fluktuation von der Linken zur AfD zu beobachten war. Das sind Protestwähler, denen es um das Versprechen geht, es für sie mit einfachen Rezepten besser zu machen und den anderen Parteien eins auszuwischen. Das Völkische Element spielt da die Rolle, dass sie sich besser und in irgendeiner Form erhaben fühlen dürfen, weil sie zu den Erwählten gehören unter denen es noch Gruppen gibt, auf die man hintreten darf.

    Ebenso wie seinerzeit, als nicht quasi über Nacht, fast ein Drittel der Bevölkerung stramme Nazis geworden sind - die Kommunisten legten übrigens auch gewaltig zu - sind jetzt nicht quasi über Nacht alle auf den ideologischen Quatsch angesprungen. Das ist, wie ich meine, eben nur ein sehr kleiner Teil. Der Rest will Arbeit und soziale Sicherheit, um sich wieder in die eigene kleine Höhle zurückziehen zu können, aus der heraus man gelegentlich auf die Fremden, die Großkopferten und alle, die anders sind, schimpft.
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  13. #53 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Harvald View Post

    Auch die Welt werden wir nicht retten.
    Du hast recht Harvald!
    Diese Welt ist nicht zu retten, jedenfalls solange nicht bis die Vernunft gerettet ist.

    Die deutsche Friedensbewegung hat es nicht geschafft dass auf deutschen Boden Atomraketen stationiert werden.

    Friday's for Future wollen die Natur und die Erde retten, aber ohne Vernunft ist das zum Scheitern verurteilt.
    Es gibt kein gut und böse, kein Richtig und kein Falsch, nur Entscheidungen und Konsequenzen.
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  14. #54 Reply With Quote
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    Ja ich glaube, das die Studentenbewegung an sich wirkungslos war. Das einzig positive war, dass sie die späteren Bewegungen wie die Friedensbewegung die Umweltbewegung oder die Frauenbewegung angestoßen, vielleicht sogar möglich gemacht hat. Die haben dann aber wesentlich grössere Gruppen quer durch die Gesellschaft erfasst.

    Wir haben es aber geschafft das die Bundeswehr keine eigenen Atomwaffen bekommt und keine Neutronenwaffen stationiert wurden.

    Nein ich meine nicht den Engel der Wüste. Sie hatte mit ihrem Migrationshintergrund und einer absoluten Oberschichtvita das Problem dass sie wirklich nirgendwo hingehörte, weder hierher noch in ihr Heimatland noch zu den hier ansässigen Landsleuten. Ich meine Saleph und Smilodon die mit der Hugenottenzuwanderung in Pressen argumentierten.

    Mein Erfahrungshorizont ist ziemlich breit und die Nummer mit dem Tannenvergiften mit Kupfervitriol kenne ich selbst aus eigener Erfahrung. Um Kultur geht es in der Tat wenig und doch stelle ich fest, dass das festhalten an Sitten und Gebräuchen um so hartnäckiger wird je mehr sie "bedroht" sind. Das betrifft die "hier schon länger Ansässigen" wie die Zuwanderer. Das Problem sind die, die glauben erklären zu müssen, dass man es ihnen leichter machen muss um ihnen das leben zu erleichtern. Die werden scheitern. Immer weniger sind bereit an sich etwas zu ändern oder Zugeständnisse zu machen. Der ruf nach der Mitte der Gesellschaft ist unsinnig. Die Mitte ist heute schmaler als eine Rasierklinge.

    Und so ist es am Besten jeder bleibt auf seiner Seite. Wer es nicht tut wird es sehr schwer haben oder scheitern.

    Hinsichtlich des Umweltschutzes ist dies genau der Zeitpunkt die Diskussion abzubrechen. Dein Eingangspost ging um die Waldbrände in Australien. Ich habe wissenschaftlich korrekt dem widersprochen und den Punkt der Max plank Gesellschaft angeführt, den du sogar, wenn auch versteckt in den öffentlich rechtlichen Medien findem kannst https://www.mdr.de/wissen/eukalyptus...aende-100.html https://www.faz.net/aktuell/wissen/a...-16556547.html Auch die häufig verwendeten Bilder von verdorrenden Gebieten oder den Feuern in Brasilien oder Indonesien haben rein gar nichts mit dem Klimawandel zu tun. Das sie aus den unterschiedlichsten Gründen menschgemacht sind, daran besteht kaum ein Zweifel, jedoch ist ein Kllimawandel nicht die Ursache. Mal ist es die Steuerpolitik wie in Uganda ( eine Ausnahme im Steuergesetz ermöglicht die Geldwäsche durch den Ankauf von Rindern), mal ist es der Feuer und Tierschutz wie in Australien mal ist es Soja oder Palmöl. Die Welt wird grüner. Die Sahara schrumpft zum ersten mal, da durch den Zuwachs an Energie im System die Regenfälle immer weiter in den Sahel vordringen. Max Plank Institut Könnten wir das Klima das wir in etwa 10 bis 15 Jahren haben werden konservieren wäre es ein Segen für die Menschheit, nur werden wir das nicht schaffen. Das ist einer der Gründe warum die Welt nicht zu retten sein wird https://www.faz.net/aktuell/rhein-ma...-16603990.html.
    Harvald is offline Last edited by Harvald; 03.02.2020 at 00:37.

  15. #55 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Harvald View Post
    Ja ich glaube, das die Studentenbewegung an sich wirkungslos war. Das einzig positive war, dass sie die späteren Bewegungen wie die Friedensbewegung die Umweltbewegung oder die Frauenbewegung angestoßen, vielleicht sogar möglich gemacht hat. Die haben dann aber wesentlich grössere Gruppen quer durch die Gesellschaft erfasst.
    Insofern war die Studentenbewegung eben nicht wirkungslos. Politiker haben viele Anliegen sich zueigen gemacht und sie umgesetzt. Die Welt schaut längst nicht mehr aus wie vor 1967/1968. Davor war es ein neues Biedermaier, wo jeder sich auf die Schweinshaxe und Kuli im Fernsehen zurückzog, danach begannen jede Menge Leute Forderungen zu stellen. Ich war jung zur Zeit der Friedens- und Anti-Atombewegung. Leute trauten sich durch die 68er auf die Straße zu gehen. Das war vorher völlig undenkbar.
    abaris is offline

  16. #56 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Harvald
    Dein Eingangspost ging um die Waldbrände in Australien. Ich habe wissenschaftlich korrekt dem widersprochen und den Punkt der Max plank Gesellschaft angeführt, den du sogar, wenn auch versteckt in den öffentlich rechtlichen Medien findem kannst
    Ja, aber man kann eben manchmal auch den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

    A: Die Brände sind deutlich krasser als sonst. Es brennen Wälder, die sonst eigentlich nicht von Feuern betroffen sind.

    B: Woran könnte das liegen? An einer Baumart, die es dort seit Millionen von Jahren gibt?

    https://australianbushfiresandclimatechange.com/

    Kurz auf Deutsch zusammengefasst wird in diesem Link von australischen Wissenschaftlern der kausale Zusammenhang zwischen den Bränden und dem Klimawandel beschrieben. Klimaveränderung ist nicht die Ursache für die Brände aber die Ursache für die Verschlimmerung. Feuerbegünstigendes Wetter führt zu mehr Bränden, die im Verhältnis früher beginnen als sonst und sich deutlich stärker ausbreiten als sonst. Regen hat abgenommen und so weiter und so weiter…

    Eigentlich war mein Post zu den Waldbränden ja aus einem anderen Thema, aber es passt eigentlich ganz gut hier rein, denn auch das Thema Klima ist typisch für eine Spaltung in den Gemütern. Die Gemüter verstellen da tatsächlich oft den Blick auf das Thema und das betrifft ganz sicher immer beide Seiten.
    Wird tendenziell zu reißerisch über den Zusammenhang von Naturkatastrophen und Klimawandel berichtet? Ja, das würde ich schon sagen. Heißt das dann, dass man Zusammenhänge diesbezüglich ausschließen kann? Nein, das heißt es nicht!

    Es ist dieselbe Logik, die häufig beim Gesamtthema angeführt wird: Klimawandel hat es schon immer gegeben, Eiszeit hier Wärme da – alles ganz normal…

    Dass es Veränderungen im Klima schon immer gegeben hat, bedeutet aber nun mal nicht, dass die derzeitige Veränderung deswegen in keinerlei kausalem Zusammenhang mit der Menschheit stehen würde.
    Die Tatsache, dass es in Australien schon immer Waldbrände gab und dass der Eukalyptusbaum Feuer mag, bedeutet nicht, dass es deswegen keine kausale Verbindung zum Klima geben würde. Ich hatte es schon gesagt, es geht um eine sich verstärkende Trockenheit. Und dass die Waldbrände in Brasilien etwas völlig anderes sind, hat eigentlich auch niemand bestritten. In diesem Zusammenhang wurde in den Medien über die Probleme diskutiert, die mit den Begehren der Wirtschaft zu tun haben, sowie mit den fragwürdigen Auswüchsen der neuen brasilianischen Regierung.

    Quote Originally Posted by Harvald
    Das Problem sind die, die glauben erklären zu müssen, dass man es ihnen leichter machen muss um ihnen das leben zu erleichtern. Die werden scheitern. Immer weniger sind bereit an sich etwas zu ändern oder Zugeständnisse zu machen. Der ruf nach der Mitte der Gesellschaft ist unsinnig. Die Mitte ist heute schmaler als eine Rasierklinge.
    Nach meiner Meinung war dieses Gefasel von der Mitte schon immer eine Illusion. Was die Politik in Wahlkämpfen eigentlich mit Mitte gemeint hat, war Menschen mit relativem Wohlstand und relativer Zufriedenheit. Die gemäßigte Mitte ist nur dann gemäßigt, wenn sie sich nicht zu viele Sorgen machen muss.
    Aber sofern ich Deine Analyse von Denen, die es leichter haben wollen richtig verstehe (vielleicht ja auch nicht) widerspricht sich Deine Argumentation doch irgendwie selbst. Denn die, die es „leichter“ haben wollen, indem nicht zu viel Fremdes um sie herum ist, gehören ja dann in dieselbe Gruppe?

    Quote Originally Posted by Harvald
    Ja ich glaube, das die Studentenbewegung an sich wirkungslos war.
    Au contraire. Für den Wandel der Gesellschaft zu einer liberaleren war sie definitiv wichtig, auch wenn viele Hauptakteure selbst ziemliche Bollerköpfe waren.
    Auch hier wieder meine Kritik an Deinem Ansatz, Du analysierst zu monokausal. Aber Gesellschaft ist hoch komplex. Es lässt sich kaum abwägen wo wir heute wären, wenn es die Studentenbewegung nicht gegeben hätte. Manche Impulse wirken schnell und unmittelbar, manche langsam aber stetig.
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