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Diskussion über den real existierenden Sozialismus der DDR

  1. #21 Reply With Quote
    Ritter
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    Quote Originally Posted by meditate View Post
    ich weiß noch andere tolle sachen (heiligabend in einem anregenden gespräch eingesammelt)

    kinderferienlager 14 tage 12 Mark,
    Mischbrot 78 Pfennige,
    aber Butter 2,50 Mark,
    ein nahverkehrsfahrschein für den gesamten ostberliner nahverkehr 20 Pfennige.
    eine monatskarte 5 Mark.
    48 Pfennige ein Bier,
    20 Pfennige eine Kugel Eis,
    Essen in der Schule 55 Pfennige,
    Kinokarte 2 Mark.
    aber 8,75 Mark ein Päckchen Kaffee und der billigste Schnaps 14,50 Mark.

    Und jetzt kommts dicke
    - Kühlschrank 1100
    - Auto 25000 - 45000
    - Walkmen 700
    - Radio 1200 - 2100
    - Fernseher s/w 1250
    - Fernseher farbe 4000 - 7000
    Von welcher Zeit sind das die Preise?

    Weil eine Kugel Eis für 20 Pfennig kenne ich auch noch, ein Brötchen 15 Pfennig DM, ein Brot 1,50 DM, Kino 5 DM, Essen in der Schule gab es nicht, meine Mutter hat immer gekocht und wir waren alle schon spätestens um 13:10 zu hause (sechste Stunde bis 13:00 und nur 5 Minuten zu Fuß zur Schule) zuhause und konnten danach rumtoben, wie wir wollten.
    Das war um die 1980 rum.
    Stiller Leser is offline

  2. #22 Reply With Quote
    Schwertmeister abaris's Avatar
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    Quote Originally Posted by meditate View Post
    ich weiß noch andere tolle sachen (heiligabend in einem anregenden gespräch eingesammelt)

    kinderferienlager 14 tage 12 Mark,
    Mischbrot 78 Pfennige,
    aber Butter 2,50 Mark,
    ein nahverkehrsfahrschein für den gesamten ostberliner nahverkehr 20 Pfennige.
    eine monatskarte 5 Mark.
    48 Pfennige ein Bier,
    20 Pfennige eine Kugel Eis,
    Essen in der Schule 55 Pfennige,
    Kinokarte 2 Mark.
    aber 8,75 Mark ein Päckchen Kaffee und der billigste Schnaps 14,50 Mark.

    Und jetzt kommts dicke
    - Kühlschrank 1100
    - Auto 25000 - 45000
    - Walkmen 700
    - Radio 1200 - 2100
    - Fernseher s/w 1250
    - Fernseher farbe 4000 - 7000

    Klar, die stützten die Grundbedürfnisse und exportierten alles, was nur irgend ging. Auto musste man ja über zehn Jahre warten, wenn ich mich nicht täusche. Was importiert wurde, so wie Kaffee, war wohl auch besonders teuer.

    Ehrlich gesagt, kann ich mich gar nicht mehr erinnern, was in den 80er Jahren bei uns die gängigen Preise waren. Nicht, weil ich nicht alt genug gewesen wäre, sondern weil es einfach nicht mehr präsent ist. Ich weiß nur, dass man um 35 bis 50 Schilling (ca 5 Westmark) ein Mittagsmenü beim Wirt bekam, was heute so mit 10 Euro zu Buch schlägt. In meiner Kindheit gabs den Eskimo (Langnese) Jolly um 1 Schilling, also 15 Pfennig West. Das war in den 70ern, blieb aber auch hängen.
    abaris is offline

  3. #23 Reply With Quote

    Community Hüterin
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    Quote Originally Posted by Stiller Leser View Post
    Von welcher Zeit sind das die Preise?

    Weil eine Kugel Eis für 20 Pfennig kenne ich auch noch, ein Brötchen 15 Pfennig DM, ein Brot 1,50 DM, Kino 5 DM, Essen in der Schule gab es nicht, meine Mutter hat immer gekocht und wir waren alle schon spätestens um 13:10 zu hause (sechste Stunde bis 13:00 und nur 5 Minuten zu Fuß zur Schule) zuhause und konnten danach rumtoben, wie wir wollten.
    Das war um die 1980 rum.
    ich spreche von den preisen in der DDR. das war vor der wende. im osten wurden ja grundbedürfnisse niemals teurer. die preise sind also vermutlich seit einführung der HO in der DDR in den 50er jahren bis zur wende gleich geblieben.

    übrigens: wassereis kostete die kugel sogar nur 10 pfennige. die 20 waren für vanille oder schokoeis.
    meditate is offline

  4. #24 Reply With Quote
    Drachentöter Ciao's Avatar
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    Quote Originally Posted by abaris View Post
    Kann man überhaupt nicht so hochrechnen, zumal in der DDR der Mietpreis auf Teufel komm raus niedrig gehalten wurde. Also sind die 780 Euro aus der Luft geholt. Das Equivalent zahlte man in der DDR nicht.
    Neben den Mietkosten ist auch die Wohnqualität interessant. Und mit der stand es nicht überall zum Besten - klick
    Ist Euch eigentlich klar, dass wir zu den reichsten 10% der Welt gehören?
    10% von 9 Milliarden sind 900 Millionen. Und unter diesen 900 Millionen gehören unsere 80 Millionen klar zu den reicheren unter den reichsten 10%.
    Also, wie verbessern WIR die Welt? Und keine Ausreden.
    Ciao is offline

  5. #25 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Opodeldox View Post
    Das spielt keine Rolle in einem sozialistischen System, denn es findet keine Preisbildung statt. Stattdessen basiert alles auf festgelegten Preisen und zugeteilten Rohstoffen. Daher basiert der Preis von Produkten nicht auf Angebot und Nachfrage, oder dem Preis von Ressourcen, sondern einzig und allein aus dem, was die Politik festlegt. Der Preis von Produkten war willkürlich und selbst wenn man die Preise erhöht hätte, was nicht gewollt war, wäre auch dieser Preis nur willkürlich gewesen.
    Selbst wenn du "Zentralgelenkte Planwirtschaft" statt "Sozialismus" schriebst, könnte ich dir nur zum Teil zustimmen. Denn selbst im oftmals so monolithisch anmutenden Ostblock gab es zeitweise Bestrebungen, marktwirtschaftliche Prinzipien einzuführen. Da wäre als erstes die NEP in der Sowjetunion zu nennen, welche von Historikern oftmals als "taktischer Rückzug" Lenins verstanden, um den Zerfall der russischen Wirtschaft nach dem Krieg aufzuhalten. Doch die von Gorbatschow initiierte Perestrojka berief sich wieder auf diese sozialistische Phase, sie galt als historische Alternative.

    Erwähnenswert sind ebenso die Wirtschaftsreformen mancher Satellitenstaaten in den 1960er Jahren, in der DDR als Neues Ökonomisches System der Planung und Leitung (NÖSPL), aber 1967 als Ökonomisches System des Sozialismus (ÖSS) bekannt. So führte man anfangs für die Betriebe der Grundstoffindustrie neue Regeln ein: So mussten sie
    • den aktuellen Wiederbeschaffungspreis ihres Maschinenparks in den Bilanzen aufführen
    • neue Investitionen aus ihren Betriebsgewinnen bestreiten
    und konnten
    • selbst die Waren bestimmen, für deren Fertigung sie sich die größten Absatzchancen und Gewinne errechnen
    • Gehälter und Prämien, die an Umsätzen und Gewinnen orientiert sind, zahlen
    Als Folge stieg die Produktivität im ersten Jahr um 7%.
    Doch Leonid Iljitsch Breschnew betrachtete die Reformen kritisch, obwohl das neue System an die Ideen Lenins zur Neuen Ökonomischen Politik (NÖP) angelehnt war. Daher hatte Honecker auch die Rückendeckung des Kremls, als er 1971 Ulbricht als erster Mann des Staates ablöste und damit auch die Reformpolitik beendete.
    Quote Originally Posted by Opodeldox View Post
    Ohne eine marktwirtschaftliche Preisfindung, gerät jedes wirtschaftliche System früher oder später ins schwanken.
    Diese Behauptung bedarf einer Begründung.
    Quote Originally Posted by Opodeldox View Post
    In einer absolutistischen Diktatur, zählt eine Verfassung schlicht nichts - dafür brauch es eine Gewaltenteilung, gäbe es die, wäre man keine absolutistische Diktatur mehr.
    Es ist insofern bemerkenswert, da mit der KSZE Konferenz sich die Ostblockstaaten zur Wahrung der Menschenrechte bekannten, worauf sich in Folge zahlreiche Bürgerrechtsbewegungen beriefen.

    Quote Originally Posted by Stiller Leser View Post
    Von welcher Zeit sind das die Preise?
    1949-89

    Spaß beiseite, die DDR hielt die Preise für Grundnahrungsmittel über Jahrzehnte konstant.
    smiloDon is offline

  6. #26 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by smiloDon View Post
    Selbst wenn du "Zentralgelenkte Planwirtschaft" statt "Sozialismus" schriebst, könnte ich dir nur zum Teil zustimmen. Denn selbst im oftmals so monolithisch anmutenden Ostblock gab es zeitweise Bestrebungen, marktwirtschaftliche Prinzipien einzuführen. Da wäre als erstes die NEP in der Sowjetunion zu nennen, welche von Historikern oftmals als "taktischer Rückzug" Lenins verstanden, um den Zerfall der russischen Wirtschaft nach dem Krieg aufzuhalten. Doch die von Gorbatschow initiierte Perestrojka berief sich wieder auf diese sozialistische Phase, sie galt als historische Alternative.
    Lenin's offenere Wirtschaftspolitik war von Anfang an als Übergangslösung gedacht, die der sowjetischen Wirtschaft nach dem Bürgerkrieg helfen sollte. Zum Dauerzustand sollte sie nie werden, weshalb sie, wenn auch erst nach seinem Tod, wieder abgeschafft wurde. Unter anderem deswegen, weil sich darunter langsam aber sicher wieder eine kapitalistische Klasse herausbildete. Die Wirtschaftspolitik von Gorbatschow und Deng haben doch gerade gezeigt, wie schnell die Akezeptanz von "ein bisschen" Privatwirtschaft im Sozialismus zur kompletten Restoration des Kapitalismus führen kann.

    Auch die Volksrepublik Ungarn und die Sozialistische Bundesrepublik Jugoslawien hatten, so weit ich weiß, marktwirtschaftliche Elemente, entgegen dem Diktat der Sowjetunion, wie genau die in der Praxis aussahen weiß ich aber nicht.
    There is a dark land where mysteries and confusions abound,
    where fear and terror fly together in troubled cities of absurdities.
    Raider is offline Last edited by Raider; 30.12.2019 at 09:18.

  7. #27 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Raider View Post

    Auch die Volksrepublik Ungarn und die Sozialistische Bundesrepublik Jugoslawien hatten, so weit ich weiß, marktwirtschaftliche Elemente, entgegen dem Diktat der Sowjetunion, wie genau die in der Praxis aussahen weiß ich aber nicht.
    Jugoslawien war sowieso blockfrei und kochte unter Tito sein eigenes Süppchen. Was Ungarn betrifft, es gab kleine private Läden und Handwerksbetriebe. Ich glaube mich zu erinnern, dass man als Privater keine oder nur sehr wenige Angestellte beschäftigen durfte.
    abaris is offline

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