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  1. View Forum Posts #1 Reply With Quote
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    seerosal is offline

    Ein guter Mensch sein ... und dafür bezahlen.

    hallo leute, ich bin schon seit über 10 jahren in diesem forum, schreibe dies aber mit einem neuen account um unerkannt zu bleiben.
    ich muss mir das ganze einfach von der seele reden und wäre über eure erfahrungsmitteilungen etc dankbar.

    ich wollte ein guter mensch sein... was bedeutet das:
    ich versuche mich so kurz wie möglich zu fassen aber da sich alles um so ziemlich mein ganzes leben handelt, muss ich etwas weiter ausschweifen.
    von einer harten kindheit (mein vater war alkoholiker und ich habe psychisch schwere qualen dadurch erlitten-aber keine physischen) wechselte ich in ein junges erwachsenenleben das mir hoffnungsvoll erschien. denn irgendwie kam ich zum christlichen glauben. anfangs war ich noch sehr religiös. ich unterscheide zwischen glauben- und religion, mit religion meine ich wortformeln, rituale (zb katholische messen), das sprechen von immer und immer wieder denselben gebeten, sozusagen formalismus. der glaube hingegen ist für mich einfach nur das- ein glaube, ohne zwang und ohne regeln und formeln, OHNE kirche und konfession. jedenfalls war ich an christlicher theologie sehr interessiert und je mehr ich darüber lernte, offen darüber lernte, ohne von einer konfession an gewisse glaubensgrundsätze gebunden zu sein, umso mehr verstand ich, dass es eben nicht um religion geht, dass die religion etwas verwerfliches ist. aber genug der theologie es geht darum, dass ich doch durch meinen glauben eine nächstenliebe entwickelt habe, das wohl anderer menschen lag mir am herzen und so begann ich zu geben. ich habe nicht nur finanziell gegeben sondern auch in der arbeit habe ich mehr geschuftet um andere zu entlasten. dazu muss ich sagen, dass ich körperlich arbeite, wir aber auch viele frauen in der firma haben für die an manchen tagen die arbeit sehr anstrengend sein kann, an diesen tagen habe ich oft arbeiten für sie erledigt- ganz ohne je etwas als gegenleistung zu wollen. ich war glücklich zu geben. ich will ja hier auch nicht angeben wie toll ich doch bin und wie großzügig ich mich doch verhalten habe, aber ich will, dass ihr meine situation versteht. ich habe viele monate lang etwa 1000,- € (gut die hälfte meines lohnes) monatlich an gemeinnützige organisationen gespendet, wie zB licht für die welt. ich habe das oft mit freudentränen in den augen getan, es tat einfach gut zu geben- es war erfüllend ein "guter mensch" zu sein.
    so dachte ich, dass wenn ich ein segen für viele menschen bin, dass auch mein leben segensreich wird- ich dachte je mehr ich gebe umso mehr werde ich erhalten.
    mein höhenflug gipfelte darin, dass mein vater- den ich durch viele jahre des psychoterrors zu hassen lernte, mit dem trinken aufhörte und ich mich mit ihm versöhnte. zum ersten mal waren wir eine harmonische familie. ein gutes jahr hielt diese schöne zeit, dann verstarb mein, nun von mir geliebter, vater an lungenkrebs. dies konnte meinen glauben aber nicht erschüttern, ich glaubte immer daran, dass es im leben nach dem tod/im himmel- wie auch immer ihr das nennen wollt, besser ist als hier, dass praktisch dort das wahre leben wartet, so auf die art -hier, in diesem leben, die arbeit; da das vergnügen-. jedenfalls fühlte ich mich dazu berufen viel geld zu verdienen, damit ich vielen leuten finanziell helfen konnte und kam durch zufall zum aktienhandel wo natürlich viel geld zu gewinnen aber auch zu verlieren ist. schlussendlich habe ich aber so viel geld verloren, dass ich aufhörte zu geben, sogar aufhörte zu glauben. nicht der verlust eines geliebten menschen, sondern der verlust von geld hat meinen glauben zerstört- warum? ich habe wirklich viel gegeben- wie viele menschen spenden schon die hälfte ihres monatslohnes, und noch einmal, ich will nicht angeben damit, sondern euch nur meinen standpunkt klar machen. ich habe viel gegeben und dachte gott segnet mich jetzt mit noch viel reicherem einkommen um noch mehr zu geben, ich fühlte mich als wäre ich auserkoren um selbst für viele menschen ein segen zu sein. blinde können wieder sehen dank meinen großzügigen spenden, hungernde werden gespeist durch meine finanziellen spenden- das waren meine gedanken. warum sollte gott wollen, dass diese spenden jemals enden? nein größer werden sollten sie, so dachte ich. doch am ende habe ich eben so viel geld verloren, dass ich auch nichts mehr spenden wollte, das hat meinen glauben zerstört. wenn es gott gäbe, oder wenn es ihn kümmern würde- warum würde er es denn zulassen, dass meine geldspenden ein ende finden, weniger leute bekommen schließlich dadurch augenoperationen, weil ich eben keinen beitrag mehr leiste. seit dieser zeit wird mein leben zunehmed beschissener, wenn ich das so sagen darf. ich bin von viel hass und wenig lebensfreude erfüllt- suizidgedanken habe ich zwar, aber diese sind nie ernsthaft- eher hirngespinste- zumal ich ja auch noch eine familie habe die mich braucht. wenn es lichtblicke gibt in meinem leben werden diese schnell wieder zunichte gemacht und ich lande am ende nurnoch tiefer als ich zuvor war. der anlass warum ich jetzt schreibe ist solch ein geschehnis. ich wurde gefragt ob ich eine führungsposition in meiner arbeit übernehmen wolle. ich habe zugesagt, da ich viel mehr verdienen, weniger arbeiten und dadurch mehr freizeit, vor allem am wochenende, haben würde. bisher musste ich in den meisten fällen das ganze wochenende arbeiten worunter mein sozialleben auch leidet. jedenfalls war dies wieder ein hoffnungsschimmer- ein lichtblick für mich. es wurde mir so vermittelt,dass ich der einzige anwärter sei, aber nach ein paar tagen wurde mir plötzlich erklärt, dass ein anderer die stelle erhält und nicht ich. nun sitze ich hier und habe die schnauze voll. ich konnte die ganze nacht vor wut nicht schlafen und frage mich warum ich eigentlich ein guter mensch war und im grunde immer noch sein will. wäre ich ein arschloch- wären mir andere menschen scheissegal, hätte ich es bestimmt leichter im leben. ich wäre zumindest finanziell besser aufgestellt. ich habe öfter den spruch gehört -alles gute was man gibt kommt irgendwann auf einen zurück- bei mir war das definitiv nicht der fall. ich muss zu meinem jobangebot noch dazu sagen, dass, eben weil ich ein guter mensch sein wollte- und dadurch viel mehr gearbeitet, bzw mehr getan habe als nötig war, infrage kam die führungsposition zu erhalten, die leute sahen halt meinen fleiß und somit stand ich an erster stelle für den posten (scheinbar zumindest). jetzt aber sitze ich hier und frage mich warum ich mir so viel angetan habe, wofür das ganze- wozu ein guter mensch sein, wenn man doch nur draufzahlt. ich weiß nicht wie viele von euch diesen ganzen text lesen werden und ob ihr gerne aufmunternde worte sagen würdet oder mir eher ein "selber schuld" unter die nase reiben wollt. immer wenn ich mir denke, nein, es muss einen ausweg aus diesem tal geben, es wird bestimmt alles gut, dann denke ich aber an die vielen menschen in der dritten welt, leute die sich tagtäglich in einer kupfermine abrackern müssen- diese leute haben auch keine chance auf ein -alles wird gut-, nur harte arbeit und wenig lebensfreude, ihr ganzes leben lang. warum sollte es mir da besser gehen? warum sollte ich die hoffnung auf ein -alles wird gut- haben wo es bei so vielen doch nie der fall sein wird... ich will niemandem ausreden ein guter mensch zu sein, ich will es ja selber auch noch sein, aber ich bin mittlerweile soo hasserfüllt. es tat einfach gut, gutes zu tun und wenn ich euch einen rat geben darf, auch wenn ihr gutes tut, habt niemals die hoffnung etwas dafür zurück zu bekommen, schon gar nicht wenn es sich um finanzielle spenden handelt, ansonsten werdet ihr dafür ein guter mensch zu sein teuer bezahlen.

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    Ritter
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    Stiller Leser is offline
    Aehm, würde es dir was ausmachen, den Text etwas zu formatieren?

    Kürzere Zeilen, Absätze?

    Es ist echt schwer zu lesen.

  3. View Forum Posts #3 Reply With Quote
    General Weltenschmerz's Avatar
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    Weltenschmerz is offline
    Wenn du Geld spendest damit du mehr Geld erhältst ist das keine selbstlose Spende sondern eine Investition.
    Man kann ja vom christlichen Glauben halten was man will, aber ich denke das ist nicht gerade die Botschaft die Jesus vermittelt hat.
    Ich bin sowas von Sig.

  4. View Forum Posts #4 Reply With Quote
    Ritter
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    Stiller Leser is offline
    "ich war glücklich zu geben. ich will ja hier auch nicht angeben wie toll ich doch bin und wie großzügig ich mich doch verhalten habe, aber ich will, dass ihr meine situation versteht. ich habe viele monate lang etwa 1000,- € (gut die hälfte meines lohnes) monatlich an gemeinnützige organisationen gespendet, wie zB licht für die welt. ich habe das oft mit freudentränen in den augen getan, es tat einfach gut zu geben- es war erfüllend ein "guter mensch" zu sein.
    So dachte ich, dass wenn ich ein segen für viele menschen bin, dass auch mein leben segensreich wird- ich dachte je mehr ich gebe umso mehr werde ich erhalten."

    Ich weiß nicht, was Du dir erhofft hast, zu erhalten. Ich würde den Satz etwas umschreiben, weil ich glaube, dass es das für dich besser trifft:

    Dass wenn Du eine Hilfe für viele Menschen bin, auch dir die Menschen helfen und je mehr Du gibst, desto mehr wirst Du von Ihnen erhalten.

    Das ist nicht unbedingt das, was im NT gemeint ist, dazu wäre das auch nur ein kleiner Teil der Botschaft.
    Erwarte keinen Lohn für deine Mühen. Das wäre schon mal ein guter Anfang. Wenn Du nach der Bibel (NT) gehen möchtest, geht es nicht um irdischen Lohn.

    Hass jedenfalls ist keine Lösung. Durch Hass wird es dir jedenfalls nicht besser gehen und Du wirst dich nur in die Tiefe ziehen
    und wenn Du auch hier nach der Bibel gehen willst, wäre das genau das Gegenteil der Botschaft.

  5. View Forum Posts #5 Reply With Quote
    Halbgott Turambars's Avatar
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    Turambars is offline
    Wegen verzockten Geld und einer stelle die du nicht bekommen hast bist du jetzt Hass erfüllt?

    Steh auf versinke nicht in Selbstmitleid und Versuch erneut eine höhere Position zu erlangen aber meist muss man dann mehr Arbeiten mit vielen Überstunden.
    „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

    Mammon ist das Geld das man zum Beispiel durch Aktien gewinnt.
    Es wird die Zeit kommen,
    da das Verbrechen am Tier
    ebenso geahndet wird,
    wie das Verbrechen am Menschen.


    Leonardo da Vinci (1452 - 1519)
    Last edited by Turambars; 20.10.2019 at 10:44.

  6. View Forum Posts #6 Reply With Quote
    Deus EfBieEi's Avatar
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    EfBieEi is offline
    Ich bin nicht der Meinung dass jemand ein guter Mensch wird wenn er Geld spendet. Das sieht mir mehr nach Selbstprofilierung aus.

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    Halbgöttin da_irga's Avatar
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    da_irga is offline
    Quote Originally Posted by seerosal View Post
    ....
    Man spürt, wie frustriert du bist. Und ich kann verstehen, warum das so ist. Du sprichst von "ich dachte je mehr ich gebe umso mehr werde ich erhalten.". Warum du nun unzufrieden bsit, kann ich mir wie folgt erklären. Du bist oder warst zu selbstlos, führst dein Leben ohne Selbstwert. Fühlst dich verantwortlich für andere und hast dich dabei ganz selbst vergessen. Das führt dazu, dass du ein fremdbestimmtes Leben fürhst. Das bestätigen die Tränen, die du beim Spenden hattest. Du gibst, um (Anerkennung) zu bekommen (auch wenn du mir vielleicht jetzt nicht glauben magst) und bist dann traurig, weil sich dahinter keine Magie verbirgt. Du gibst schließlich FREMDEN etwas, aber viel mehr Wert wären Geschenke an Freunde (und damit meine ich nicht Geldspenden, sondern Geschenke, die von Herzen kommen. Z. B. eine Flasche Rum oder eine Tüte Chips für einen lustigen Abend).

    Du solltest unbedingt anfangen, Verantwortung über dich selbst zu übernehmen. Fragen bzgl. dich selbst stellen. Wer bist du? Was magst du? Wie kannst du dich selbst glücklich machen? Ich mein, schau dich an, du hast nen guten und sicheren Job, scheinst auch schlau zu sein. Kauf dir doch schöne Sachen mit deinem Geld. Höre auf, dich verantwortlich für andere Leben zu fühlen. Du meinst es zwar nett, in Wirklichkeit wirst du ausgenutzt. Das ist diese Lieblosigkeit an der du nun Hass gewinnst.

    Durch das Defizit durch deinen Vater kann ich mir gut vorstellen, dass du verstärkt nach Anerkennung strebst. Deshalb kommt es auch zu den (übertriebenen) Spenden. Erst wenn du dieses Streben nach frembestimmender Anerkennung ablegen kannst, führst du ein glückliches Leben.

    Setze dir Ziele, denn du scheinst aktuell gar keine wirklichen Ziele zu haben, sondern verfledderst dich nur im Denken "ich will auch mal eine Gegenleistung, ich hab so viel gegeben, aber irgendwie bin ich nicht glücklich, trotz dessen dass ich so ein "guter" Mensch bin". Das ist erschöpfend. Mit der Kirche/Religion versuchtest du Struktur und Ziele ins Leben zu bringen. Setze dir realisierbare und echte Ziele: Z. B. am Wochenende einmal aus dem Haus zu kommen und dir was zu gönnen. Bei mir ist das beispielsweise Eis-Kaffee trinken in der Stadt. Oder triff dich mit Freunden und Familie - mit Leuten, die dir wichtig sind und die dir das Gefühl von Geborgenheit geben.

    Ich drück dir die Daumen und Wünsche dir alles Gute!
    Last edited by da_irga; 20.10.2019 at 10:57.

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    Deus Leichenteich's Avatar
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    Leichenteich is offline
    ich find, das deine Motivation, etwas gutes zu tun, die falsche ist. Du sagst es selbst immer wieder. Du hast immer gern gegeben, aber ich find deine Motivation ist die falsche.

    Man kann geben, weil man etwas gutes erreichen möchte.

    Und man kann etwas geben, weil man etwas gutes erreichen möchte und dafür anerkannt werden will. So wie sich für mich dein Post ließt ist zweiteres der Fall. (und ich muss auch sagen, dass du dir angewöhnen solltest Absätze zu machen)

    Wer etwas gutes tuen will, nur aus dem Grund weil er eben irgendwo was verbessern möchte, der beschwert sich nicht, wenns mal im eigenen Leben nicht so gut läuft. Warum hast du denn gespendet? Für die anderen oder für dich? Und warum erwähnst du das jetzt, wo es Probleme gibt? Natürlich, weil du dir etwas erhofft hast. Von deinem Gott.

    Mein loser Tipp an dich: Wenn du geben willst, dann weil du es kannst und weil dir das geben ansich eine Freude bereitet. Wenn du etwas gibst und dich beschwerst, dass du so einen harten Weg hast, dann hast du nichts gespendet, sondern quasi etwas geliehen. In dem Falle von deinem Gott. Und stell dir selbst die Frage, ob du etwas geschenkt bekommen willst, wenn du weißt, dass da irgendwo eine Bedingung daran hängt.

    Wie gesagt, du hast wahrscheinlich mit gutem Gedanken gespendet, aber wenn du solche Sachen schreibst, war es nicht nur der allgemein gute Gedanke, warum du gehandelt hast.

    Je mehr ich gebe, umso mehr erhalte ich auch funktioniert nur, wenn man gibt, ohne das man das erhalten erwartet.
    [Bild: an7NU9VJMJDqloZiCbabylon_sig.jpg]

    "Nach unser Tournee durch die Sowjetunion sind wir jetzt aus der Volksrepublik Ungarn zurück gekommen"

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    Halbgöttin da_irga's Avatar
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    da_irga is offline
    Quote Originally Posted by Leichenteich View Post
    ich find, das deine Motivation, etwas gutes zu tun, die falsche ist. Du sagst es selbst immer wieder. Du hast immer gern gegeben, aber ich find deine Motivation ist die falsche.

    Man kann geben, weil man etwas gutes erreichen möchte.

    Und man kann etwas geben, weil man etwas gutes erreichen möchte und dafür anerkannt werden will. So wie sich für mich dein Post ließt ist zweiteres der Fall. (und ich muss auch sagen, dass du dir angewöhnen solltest Absätze zu machen)

    Wer etwas gutes tuen will, nur aus dem Grund weil er eben irgendwo was verbessern möchte, der beschwert sich nicht, wenns mal im eigenen Leben nicht so gut läuft. Warum hast du denn gespendet? Für die anderen oder für dich? Und warum erwähnst du das jetzt, wo es Probleme gibt? Natürlich, weil du dir etwas erhofft hast. Von deinem Gott.

    Mein loser Tipp an dich: Wenn du geben willst, dann weil du es kannst und weil dir das geben ansich eine Freude bereitet. Wenn du etwas gibst und dich beschwerst, dass du so einen harten Weg hast, dann hast du nichts gespendet, sondern quasi etwas geliehen. In dem Falle von deinem Gott. Und stell dir selbst die Frage, ob du etwas geschenkt bekommen willst, wenn du weißt, dass da irgendwo eine Bedingung daran hängt.

    Wie gesagt, du hast wahrscheinlich mit gutem Gedanken gespendet, aber wenn du solche Sachen schreibst, war es nicht nur der allgemein gute Gedanke, warum du gehandelt hast.

    Je mehr ich gebe, umso mehr erhalte ich auch funktioniert nur, wenn man gibt, ohne das man das erhalten erwartet.
    ja, sehe ich auch so.

    wobei: wenn man etwas gibt, sollte man keine gegenleistung erwarten. sobald man eine gegenleistung erwartet, ist da meist ein psychisches Problem dahinter. man fordert ja dann schließlich etwas, damit es einem "besser geht". stichwort "fremdbestimmung".

    habe meinem kumpel 100 Euro gespendet für ein neues auto, weil sein altes einen motorschaden hatte. jeder aus dem freundeskreis gab ihm 100 euro. wir taten es, weil er uns leid tat. die einzigste gegenleistung, die kam war: er umarmte uns und sagte "danke". das wars. mehr muss auch nicht. er war verzweifelt genug.

    ich kaufe mir jetzt selbst vom eigenen geld ein neues auto. ganz ohne zutun von ihm. ich könnte jetzt auch sagen "und wer hilft MIR jetzt bei meinem auto?!". aber es tangiert mich nicht. ich kauf es mir einfach und bin ganz happy dass ich es bald abholen kann. genauso wie ich happy war, dass ich meinem kumpel damals helfen konnte. das allein hat mich glücklich gemacht. eine gegenleistung wär mir eher unangenehm gewesen. weil dann isses ja wieder sowas wie ein "handel".

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    Deus Leichenteich's Avatar
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    Leichenteich is offline
    Quote Originally Posted by da_irga View Post
    ja, sehe ich auch so.

    wobei: wenn man etwas gibt, sollte man keine gegenleistung erwarten. sobald man eine gegenleistung erwartet, ist da meist ein psychisches Problem dahinter. man fordert ja dann schließlich etwas, damit es einem "besser geht". stichwort "fremdbestimmung".

    habe meinem kumpel 100 Euro gespendet für ein neues auto, weil sein altes einen motorschaden hatte. jeder aus dem freundeskreis gab ihm 100 euro. wir taten es, weil er uns leid tat. die einzigste gegenleistung, die kam war: er umarmte uns und sagte "danke". das wars. mehr muss auch nicht. er war verzweifelt genug.

    ich kaufe mir jetzt selbst vom eigenen geld ein neues auto. ganz ohne zutun von ihm. ich könnte jetzt auch sagen "und wer hilft MIR jetzt bei meinem auto?!". aber es tangiert mich nicht. ich kauf es mir einfach und bin ganz happy dass ich es bald abholen kann. genauso wie ich happy war, dass ich meinem kumpel damals helfen konnte. das allein hat mich glücklich gemacht. eine gegenleistung wär mir eher unangenehm gewesen. weil dann isses ja wieder sowas wie ein "handel".
    Ja, genau das was ich meine schreib ich. Wenn man so nett ist und jemanden etwas gibt oder etwas spendiert, dann sollte das nur aus dem Grund sein.

    Ich hab dafür auch noch 2 Beispiele:

    Ich hatte als Kind einen Freund. Ich wusste, dass er etwas neidisch/eifersüchtig war, weil ich einen anderen besten Freund hatte. Bei dem ich oft übernachtet habe, mit dem ich alles geteilt habe und den ich generell immer sehen wollte.
    Der Freund, der neidisch war, hat irgendwann angefangen mir ständig Sachen auszugeben. Ich hab nie Taschengeld bekommen und seins war mit (ich glaub) 50 Mark im Monat ganz ordentlich. Halt immer mal beim Bäcker was ausgegeben oder mal einen Döner. Er hat sich auch immer neue Computerspiele geholt und wollte sie mit mir bei sich spielen.
    Durch all die Aktionen wurde er aber kein besserer Freund von mir. Wenn jemand etwas tut, um damit etwas zu erreichen, dann merkt man es in der Regel. Und irgendwann hat er es auch indirekt zugegeben, dass er es nicht schön findet, dass er sich so eine Mühe macht, aber nichts zurück kommt.
    Wenn ich darüber nachdenke, tut es mir wirklich Leid. Aber ich war halt ein Kind und mein Emphatieempfinden war damals denk ich auch nicht so ausgereift. Immerhin hab ich mir halt auch alles geben lassen...

    Das andere Beispiel ist eine Frau. Wir haben uns kennengelernt, alles lief gut und irgendwann hat sich zwischen uns etwas entwickelt. Nach einiger Zeit hat sich aber gezeigt, dass wir bisschen verschiedene Vorstellungen hatten. Ich mochte es z.b. nicht, dass sie mit anderen Leuten eng getanzt hat, als wir zusammen auf einem Festival waren. Ich wurde eifersüchtig, hab ihr das gesagt und quasi auch verlangt, dass sie das für mich sein lässt. Wir hatten den Streit ein paar mal auf dem Festival. Es war dazu auch noch manchmal Abends Alkohol im Spiel bei uns beiden und das hat es ehrlich gesagt nicht besser gemacht.


    Was ich damit sagen will (und vorallem als Fazit für das 2. Beispiel...ich denk das 1. ist eindeutig):
    Man sollte von niemanden etwas wirklich ERWARTEN, als von einem selbst. Man sollte seine Regeln in der Beziehung offen dar legen und darüber reden. Aber nicht verlangen, dass sich jemand danach richtet. Wenn es da zu Problemen kommt muss man selbst entscheiden, ob man das akzeptiert oder nicht. Aber jeder hat immer noch seinen eigenen Kopf und den will man auch ausleben. Wenn das für mich ein Problem war und für sie nicht, dann passt halt etwas nicht. Und im Nachhinein hab ich auch gesehen, dass da generell auch noch viel mehr nicht gepasst hat.
    Wenn man sein Herz an jemanden verschenkt, dann nicht, weil man das selbe zurück erwartet. Wenn man jemanden liebt, um geliebt zu werden, verlangt man nur. Und unbewusst, so wie bewusst mag niemand, wenn jemanden einem etwas ab verlangt.

    Ich weiß nicht, ob das jetzt richtig rüber kam. Ich muss zugeben, dass ich gerade sehr übermüdet bin. Ich war seit gestern früh unterwegs, war die ganze Nacht im Zug unterwegs und hab nur paar Stunden auf den Sitzen geschlafen. Ich leg mich aber gleich nochmal hin. Ich muss heut Abend zur Nachtschicht, weswegen ich sowieso nochmal Schlaf fassen muss. Ich lese den Post heut Abend nochmal. Und falls ich denke, dass ich mich dann besser ausdrücken kann und ich Muse zum schreiben habe, dann poste ich nochmal was. Verlasst euch aber nicht darauf.
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    "Nach unser Tournee durch die Sowjetunion sind wir jetzt aus der Volksrepublik Ungarn zurück gekommen"

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    Schwertmeister Lord Garond's Avatar
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    Ich kann ehrlich gesagt mit diesen Gedankengängen wenig anfangen. Man will gutes tun und Geld spenden um dann von Gott mit Geld und beruflichem Aufstieg belohnt zu werden. Finde ich sehr komisch.
    Ob man jetzt gläubig ist oder nicht, ich bin es nicht, man sollte niemals davon ausgehen das Gott, das Universum oder die Gesellschaft einem etwas schenkt auch wenn man noch so "gut" ist.
    Auf dem Scheißhaus meines leider verstorbenen Großvaters hängt ein Schild mit der Aufschrift "Jeder ist seines Glückes Schmied" und da steckt meiner Meinung nach viel Wahres drin. Man darf sich nicht darauf verlassen das sich alles irgendwie fügt nur weil man gutes tut. Man muss sich selbst darum kümmern.
    Das du jetzt wütend bist kann ich nachvollziehen. Wie mit dir bezüglich deiner möglichen Beförderung umgegangen worden ist, ist mies. So läuft das aber leider manchmal. Es bringt nichts jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Wenn du beruflich weiterkommen willst musst du selbst etwas dafür tun z.B. den Arbeitgeber wechseln oder dich fortbilden.

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    Ritter
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    Stiller Leser is offline
    Quote Originally Posted by Turambars View Post
    Wegen verzockten Geld und einer stelle die du nicht bekommen hast bist du jetzt Hass erfüllt?

    Steh auf versinke nicht in Selbstmitleid und Versuch erneut eine höhere Position zu erlangen aber meist muss man dann mehr Arbeiten mit vielen Überstunden.
    „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

    Mammon ist das Geld das man zum Beispiel durch Aktien gewinnt.
    "Jedenfalls fühlte ich mich dazu berufen viel geld zu verdienen, damit ich vielen leuten finanziell helfen konnte und kam durch zufall zum aktienhandel wo natürlich viel geld zu gewinnen aber auch zu verlieren ist. schlussendlich habe ich aber so viel geld verloren, dass ich aufhörte zu geben, sogar aufhörte zu glauben. nicht der verlust eines geliebten menschen, sondern der verlust von geld hat meinen glauben zerstört- warum?"
    Du gibst dir eigentlich selbst die Antwort. Man darf ruhig Geld verdienen. Man darf auch mit Aktien handeln und auch damit Geld verdienen. Aber eben nicht um des Geldes willen. So, wie es Turamber dargestellt hat. Um die Botschaft selbst ging es offensichtlich nie.

    "Zur Frage nach dem höchsten Gebot
    36 Meister, welches Gebot ist das höchste im Gesetz? 37 Er sagte zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. 38 Dies ist das höchste und erste Gebot. 39 Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten."

    Alle andere Gebote hängen daran.

    Mehr braucht es eigentlich nicht. Sogar für nicht Gläubige, die das erste Gebot nicht wollen. Daraus folgt Du sollst nicht töten, nicht stehlen, usw.. Eben alles, was man selbst nicht erleben möchte. Oder salopp: "Was Du nicht willst, was man dir tue, füge auch keinen anderen zu." Was auch in der Bibel steht.
    Last edited by Stiller Leser; 20.10.2019 at 11:42.

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    Vertraut in Hingabe.

    Gehorcht ohne Erwartung.

    Liebt ohne Bedingung.

    Wenn du im Glauben leben möchtest, halte daran fest und gib nicht auf.
    Es ist kein einfacher Weg, das große Hindernis ist oft das eigene Ego.

    Was glaubst du ist der Wille Gottes für dich was dein Leben betrifft, ist es eine eigene Familie, und/oder anderen zu helfen, ein Dienst dein Leben für andere zu leben?

    Vielleicht schaust du einmal welche Motive dich antreiben und was du im Leben wirklich möchtest.

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    Einherjer Wiedehopf's Avatar
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    Wiedehopf is online now
    So muss sich wohl Hiob gefühlt haben. Du hast viel mitmachen müssen, dein Hass ist die logische Konsequenz. Die fehlt nur noch der letzte Schritt, nämlich die Erkenntnis, dass es keinen guten Menschen geben kann, dass es keine Dankbarkeit per se gibt. Dass du nun mal leider Lügen aufgetischt bekamst, mal wieder vom Glauben, wen wundert's, aber diesen Dreck kann man leider nicht aus der Welt schaffen genauso wie seiner Anhänger welche sogar Einzug in diesen Forum geschafft haben, aber das wichtigste Ist, dass du es erkannt hast, was wirklich in dieser Welt zählt.

    Dein Hass ist ganz natürlich und der Ausdruck auf die Reaktion dieser Welt, die wir Zivilisation nennen. Nur bleib bitte empathisch und schlau. Richte deinen Hass nur auf diejenigen, die es verdienen, keine Unschuldigen.
    Breaking the will to fight among the enemy, force them, to hunt me, they will play my game and play by my rules, I will be close, but still untouchable, no more, will I see suffering and pain

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    Deus Heinz-Fiction's Avatar
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    Heinz-Fiction is online now
    Ganz ehrlich? Für mich hört sich das so an, als seist du nur gut, damit man gut zu dir ist. So funktioniert das Leben aber leider nicht. Wenn du gut sein willst, dann tue das aus Selbstliebe und nicht, weil du von anderen erwartest, dass sie dir das zurückgeben

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    Pfützenspringerin
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    Murielle is offline
    heinz bringt es kurz und knackig auf den Punkt

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    Ehrengarde Supernoxus's Avatar
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    Supernoxus is offline
    Es tut mir wirklich leid, dass du dich so schlecht fühlst. Wenn deine Erwartung an die Welt enttäuscht wird, dann tut das natürlich weh.
    Soweit ich weis, sagt das Christentum aber auch, dass man für die guten Taten mehrfach entlohnt wird, aber das geschieht erst nach dem Tod. Das Himmelsreich ist die versprochene Entlohnung.

    Es gibt einige christliche Menschen, die alles für andere gegeben haben, um in Armut zu leben und weiterhin Bedürftigen zu helfen. Sicherlich auch viele, von denen man nie gehört hat. Die haben sich auch nie eine weltliche Entlohnung erwartet, aber schafften es trotzdem tief gläubig zu sein.


    Ich bin generell etwas verwirrt, was für eine Entlohnung du überhaupt möchtest. Du sagst zwar, dass du mehr Geld möchtest, um dann mehr zu spenden, aber dann endest du seinen Post mit der Aussage, dass man nicht die Hoffnung haben soll für sich selbst etwas zurück zu bekommen, wenn man Gutes tut.

    Jedenfalls sagst du einmal, dass du dich dazu auserkoren fühlst durch vieles monetäres Spenden für möglichst viele Menschen ein Segen zu sein. Das ist natürlich ein schöner Gedanke, und ich kann mir vorstellen, dass es sehr schmerzt, wenn man dieses Lebensziel einschränken muss.
    Ich finde es aber nicht ganz richtig, dass du denkst, das wäre die Schuld von Gott ("warum würde Gott wollen, dass diese Spenden jemals enden?"). Wenn es nach der Bibel geht, dann hat Gott allen Menschen einen freien Willen gegeben. Daher hat Gott keinen Einfluss darüber, ob die Aktien nun steigen oder sinken, oder ob du deine Beförderung nun bekommst oder nicht.
    Das entscheiden die Menschen - und kein Mensch ist allwissend und sich deiner wahrgenommenen Berufung in der selben Art und Weise bewusst, wie du selbst.

    Du sagst zwar, dass du einen Glauben ohne Kirche hast, aber ich denke, dass es sich für dich lohnen würde doch ein mal mit deinen lokalen Priester (Pfarrer oder so) darüber zu reden. Immerhin hast du in der Vergangenheit viel Sinn im Glauben gefunden. Vielleicht kann dir ein Priester helfen wieder Sinn in dem ganzen Leid zu finden, was du gerade durch machst.


    Mir scheint auch, dass du ein großes Bedürfniss nach Anerkennung hast. Du möchtest gerne gebraucht werden. Immerhin fühlst du dich auch gut dabei, dass du von der Familie gebraucht wirst, und empfindest Wut, wenn du die Möglichkeit verlierst anderen zu helfen, die dich brauchen könnten (Leute, die eine Augenoperation brauchen, bekommen sie nicht mehr, etc.).

    Es könnte dir helfen einmal inne zu halten und an all die Menschen zu denken, die du bereits geholfen hast. Sicherlich sind das bereits mehr, die meisten deiner Bekannten geholfen haben? Vielleicht könntest du dich in Zukunft mehr für deine Familie einsetzen, jetzt wo du nicht mehr spendest?
    Wenn es dir möglich ist, jetzt wo deine Beförderung sowieso weg ist, könntest du auch aufhören so viel zu arbeiten und die Zeit stattdessen in eine ehrenamtliche Arbeit stecken, in der du Menschen mit Einschränkungen betreust. Anders als deine Geldspenden können dir viele dieser Leute sogar etwas zurück geben, indem sie ihre Freude und Dankbarkeit direkt mit dir teilen.

    Wenn du deine Gefühle irgendwann nicht mehr unter Kontrolle hast, Stichwort Suizidgedanken und Wut, dann bitte geh zu einem Psychologen. Diese können dir helfen dir selbst zu helfen, ohne dir ihren Glauben aufzuzwingen.

  18. View Forum Posts #18 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Supernoxus View Post
    Es tut mir wirklich leid, dass du dich so schlecht fühlst. Wenn deine Erwartung an die Welt enttäuscht wird, dann tut das natürlich weh.
    Soweit ich weis, sagt das Christentum aber auch, dass man für die guten Taten mehrfach entlohnt wird, aber das geschieht erst nach dem Tod. Das Himmelsreich ist die versprochene Entlohnung.

    Es gibt einige christliche Menschen, die alles für andere gegeben haben, um in Armut zu leben und weiterhin Bedürftigen zu helfen. Sicherlich auch viele, von denen man nie gehört hat. Die haben sich auch nie eine weltliche Entlohnung erwartet, aber schafften es trotzdem tief gläubig zu sein.


    Ich bin generell etwas verwirrt, was für eine Entlohnung du überhaupt möchtest. Du sagst zwar, dass du mehr Geld möchtest, um dann mehr zu spenden, aber dann endest du seinen Post mit der Aussage, dass man nicht die Hoffnung haben soll für sich selbst etwas zurück zu bekommen, wenn man Gutes tut.

    Jedenfalls sagst du einmal, dass du dich dazu auserkoren fühlst durch vieles monetäres Spenden für möglichst viele Menschen ein Segen zu sein. Das ist natürlich ein schöner Gedanke, und ich kann mir vorstellen, dass es sehr schmerzt, wenn man dieses Lebensziel einschränken muss.
    Ich finde es aber nicht ganz richtig, dass du denkst, das wäre die Schuld von Gott ("warum würde Gott wollen, dass diese Spenden jemals enden?"). Wenn es nach der Bibel geht, dann hat Gott allen Menschen einen freien Willen gegeben. Daher hat Gott keinen Einfluss darüber, ob die Aktien nun steigen oder sinken, oder ob du deine Beförderung nun bekommst oder nicht.
    Das entscheiden die Menschen - und kein Mensch ist allwissend und sich deiner wahrgenommenen Berufung in der selben Art und Weise bewusst, wie du selbst.

    Du sagst zwar, dass du einen Glauben ohne Kirche hast, aber ich denke, dass es sich für dich lohnen würde doch ein mal mit deinen lokalen Priester (Pfarrer oder so) darüber zu reden. Immerhin hast du in der Vergangenheit viel Sinn im Glauben gefunden. Vielleicht kann dir ein Priester helfen wieder Sinn in dem ganzen Leid zu finden, was du gerade durch machst.


    Mir scheint auch, dass du ein großes Bedürfniss nach Anerkennung hast. Du möchtest gerne gebraucht werden. Immerhin fühlst du dich auch gut dabei, dass du von der Familie gebraucht wirst, und empfindest Wut, wenn du die Möglichkeit verlierst anderen zu helfen, die dich brauchen könnten (Leute, die eine Augenoperation brauchen, bekommen sie nicht mehr, etc.).

    Es könnte dir helfen einmal inne zu halten und an all die Menschen zu denken, die du bereits geholfen hast. Sicherlich sind das bereits mehr, die meisten deiner Bekannten geholfen haben? Vielleicht könntest du dich in Zukunft mehr für deine Familie einsetzen, jetzt wo du nicht mehr spendest?
    Wenn es dir möglich ist, jetzt wo deine Beförderung sowieso weg ist, könntest du auch aufhören so viel zu arbeiten und die Zeit stattdessen in eine ehrenamtliche Arbeit stecken, in der du Menschen mit Einschränkungen betreust. Anders als deine Geldspenden können dir viele dieser Leute sogar etwas zurück geben, indem sie ihre Freude und Dankbarkeit direkt mit dir teilen.

    Wenn du deine Gefühle irgendwann nicht mehr unter Kontrolle hast, Stichwort Suizidgedanken und Wut, dann bitte geh zu einem Psychologen. Diese können dir helfen dir selbst zu helfen, ohne dir ihren Glauben aufzuzwingen.
    Besser als ich es jemals hätte formulieren können!

  19. View Forum Posts #19 Reply With Quote
    Ritter Xerxes's Avatar
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    Quote Originally Posted by Heinz-Fiction View Post
    Ganz ehrlich? Für mich hört sich das so an, als seist du nur gut, damit man gut zu dir ist. So funktioniert das Leben aber leider nicht. Wenn du gut sein willst, dann tue das aus Selbstliebe und nicht, weil du von anderen erwartest, dass sie dir das zurückgeben
    Erstens das.

    Deine Taten in allen Ehren, aber so was aus rein religiösem Anreiz (=ich bekomm dafür was zurück, werde nur deswegen ein gutes Leben (nach dem Tod) haben) halte ich gar nicht mal für sooo ehrenhaft und selbstlos, wie du es schilderst. Eher egoistisch.

    Und da du ja selbst mit der Religion argumentiert hast, deine Geschichte hat mich sehr stark an das Buch von Hiob erinnert.

  20. View Forum Posts #20 Reply With Quote
    Ehrengarde Supernoxus's Avatar
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    Supernoxus is offline
    Quote Originally Posted by Lord Garond View Post
    Besser als ich es jemals hätte formulieren können!
    Danke
    Ich hoffe der Eingangsposter sieht es ähnlich.

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