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AfD die zweitstärkste Partei

  1. #81 Reply With Quote
    Ritter Thorn1030's Avatar
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    Ist auch kein Wunder. Durch davonlaufen ist noch kein Kampf gewonnen worden.
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  2. #82 Reply With Quote
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    Ist auch kein Wunder. Durch davonlaufen ist noch kein Kampf gewonnen worden.
    durch aussitzen und durchmerkeln aber auch nicht.
    Peregrine is offline

  3. #83 Reply With Quote
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    Interessant wäre eine Wählerstromanalyse in dem Zusammenhang. Besonders interessant, auf wessen Kosten gewann die AfD? Und wohin gingen die linken Stimmen?
    Findet man hier für Brandenburg und hier für Sachsen. Jeweils einfach soweit runterscrollen, bis man zur Wählerwanderung kommt.

    In beiden Bundesländern gewinnt die AfD offenbar hauptsächlich auf Kosten der CDU.
    Während in Brandenburg die Linke vor allem Stimmen an die SPD verloren hat, wanderten die Linke-Wähler in Sachsen vor allem zu CDU und AfD.
    Matteo is offline

  4. #84 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Matteo View Post
    In beiden Bundesländern gewinnt die AfD offenbar hauptsächlich auf Kosten der CDU.
    Die meisten Stimmen kommen aus dem Nichtwählerbereich.
    Fantasy ist ein Subsetting. Es ist immer ein Misch-Setting, egal ob mit SciFi oder mit Mittelalter. Fantasy kann nicht für sich alleine stehen.
    Die Egoperspektive hat ein höheres Immersionspotenzial, die feste Third-Person Ansicht hat jedoch meist eine höhere Immersion.


    Bei einem Spiel verkörpert das äußere Konzept die Gedanken, das innere Konzept das Herz und die Musik die Seele. Erst in völliger Harmonie dieser 3 Eigenschaften kann ein Spiel zum Meisterwerk aufsteigen.
    Xarthor is offline

  5. #85 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Matteo View Post

    In beiden Bundesländern gewinnt die AfD offenbar hauptsächlich auf Kosten der CDU.
    Während in Brandenburg die Linke vor allem Stimmen an die SPD verloren hat, wanderten die Linke-Wähler in Sachsen vor allem zu CDU und AfD.
    Klingt beides logisch. Rechte Wähler, die sich noch weiter nach rechts bewegen und linke Wähler, die versuchen, strategisch zu wählen. Die Linken in Sachsen eher weniger. Die AfD glänzt ja meines Wissens nicht unbedingt als Verteidigerin des Sozialstaates oder von Arbeitnehmerrechten.
    abaris is offline

  6. #86 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by abaris View Post
    Klingt beides logisch. Rechte Wähler, die sich noch weiter nach rechts bewegen und linke Wähler, die versuchen, strategisch zu wählen. Die Linken in Sachsen eher weniger. Die AfD glänzt ja meines Wissens nicht unbedingt als Verteidigerin des Sozialstaates oder von Arbeitnehmerrechten.
    Insbesondere in Sachsen glänzt die AfD doch mit den Forderungen nach einem besseren Sozialstaat, einem Mindestlohn von mindestens 15,40€ uvm.
    Eine SPD und auch die Grünen würden hier im Vergleich auch bundesweit ziemlich verlieren gegen. Wobei die SPD und die Grünen ja nicht wirklich soziale Politik machen.
    Die einzigen die noch sozialere Politik fordern als die AfD in Sachsen wären wohl die Linken.

    Great holy armies shall be gathered and trained to fight all who embrace evil. In the name of their gods ships shall be built to carry our warriors out amongst the stars and we will spread Origin to all the unbelievers.
    Cagigawa is offline

  7. #87 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Cagigawa View Post
    Insbesondere in Sachsen glänzt die AfD doch mit den Forderungen nach einem besseren Sozialstaat, einem Mindestlohn von mindestens 15,40€ uvm.
    Eine SPD und auch die Grünen würden hier im Vergleich auch bundesweit ziemlich verlieren gegen. Wobei die SPD und die Grünen ja nicht wirklich soziale Politik machen.
    Die einzigen die noch sozialere Politik fordern als die AfD in Sachsen wären wohl die Linken.
    Wobei zu hinterfragen ist, ob die AfD das auch tatsächlich tun würde oder nur auf Bauernfängermanier Wähler ködern möchte. Als ich mir das letzte mal das Wahlprogramm der AfD durchgelesen habe (war zur Bundestagswahl muss ich eingestehen) war was soziale Politik angeht doch ziemlich Fehlanzeige. Wobei ich es aber auch kaum ohne Kopfschmerzen geschafft habe, mir den Teil zur Umweltpolitik durchzulesen.

    Ich muss ehrlich sagen dass ich mit reinerem Gewissen nach wie vor Grüne oder SPD wählen könnte, als jemand mein Kreuz bei der AfD zu machen. Das hat aber vor allem anderen moralische Gründe.
    Buzz Killington is offline

  8. #88 Reply With Quote
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    Wobei zu hinterfragen ist, ob die AfD das auch tatsächlich tun würde oder nur auf Bauernfängermanier Wähler ködern möchte. Als ich mir das letzte mal das Wahlprogramm der AfD durchgelesen habe (war zur Bundestagswahl muss ich eingestehen) war was soziale Politik angeht doch ziemlich Fehlanzeige. Wobei ich es aber auch kaum ohne Kopfschmerzen geschafft habe, mir den Teil zur Umweltpolitik durchzulesen.

    Ich muss ehrlich sagen dass ich mit reinerem Gewissen nach wie vor Grüne oder SPD wählen könnte, als jemand mein Kreuz bei der AfD zu machen. Das hat aber vor allem anderen moralische Gründe.
    Ob sie das umsetzen wage ich zu bezweifeln wie auch das ist aus dem Wahlprogramm aus Sachsen. Es geht aber dort nicht um Länderangelegenheiten.
    Es wäre also nicht mal umsetzbar.

    Ob sie allerdings den Willen dazu haben sowas durchzusetzen ist eine andere Frage.
    Die SPD und auch die Grünen spucken vor Wahlen extrem große Töne und halten diese regulär nicht ein.
    Das Prinzip ist also das gleiche beide Seiten werden vermutlich nicht das tun was im Programm steht.
    Die SPD und die Grünen haben es nur bereits mehrfach bewiesen das sie auf ihr eigenes Programm scheißen, die AfD bis jetzt noch nicht.
    Natürlich wäre es mir lieber wenn sie auch keinen Versuch dazu bekommen wer weiß was dabei rauskommt.

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  9. #89 Reply With Quote
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    Wie kommst du darauf, dass SPD und Grüne auf ihr Programm scheißen?
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  10. #90 Reply With Quote
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    Die SPD und die Grünen haben es nur bereits mehrfach bewiesen das sie auf ihr eigenes Programm scheißen, die AfD bis jetzt noch nicht.
    Das liegt eher daran, dass sie in Regierungsverantwortung Kompromisse eingehen müssen. Das musste die AfD bisher nicht. Was in solchen Situationen dabei rauskommt, sieht man aber sehr gut an den AfD-Freunden in Österreich. Als die FPÖ in Regierungsverantwortung kam, warf sie sofort das "sozial" in der Heimatpartei (NPD-Slogan übrigens) über Bord und mauserte sich zu der gleichen Armenfresser-Partei wie die Konservativen. Sie wirbt auch jetzt wieder mit "sozial" und "heimattreu". Jeder, der Augen im Kopf hat, sollte es besser wissen, allerdings fallen immer noch genügend Leute drauf rein. Sorry, mir fällt dazu nichts anderes ein als "nur die allergrößten Kälber wählen ihre Schlächter selber" oder ein simples "Idioten" ein.
    abaris is offline

  11. #91 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Cagigawa View Post
    Ob sie allerdings den Willen dazu haben sowas durchzusetzen ist eine andere Frage.
    Die SPD und auch die Grünen spucken vor Wahlen extrem große Töne und halten diese regulär nicht ein.
    Das Prinzip ist also das gleiche beide Seiten werden vermutlich nicht das tun was im Programm steht.
    Die SPD und die Grünen haben es nur bereits mehrfach bewiesen das sie auf ihr eigenes Programm scheißen, die AfD bis jetzt noch nicht.
    Natürlich wäre es mir lieber wenn sie auch keinen Versuch dazu bekommen wer weiß was dabei rauskommt.
    SPD und Grüne standen auch schon wie mein Vorposter angemerkt hat, mehrfach in der Regierungsverantwortung in welcher sie Kompromisse eingehen mussten. Ich werfe der SPD z.B. nach fast 20 Jahren auch nicht mehr die Agenda 2010 vor, da es aus damaliger Sicht vielleicht unvermeidbar gewesen ist.
    Die AfD ist bisher nur die Protestpartei welche in noch keiner Verantwortung stand (und das meiner bescheidenen Meinung nach hoffentlich auch nie tun wird). Interessant ist allerdings, dass die AfD eine logische Konsequenz aus dem Handeln oder nicht-Handeln der Altparteien ist und insbesondere ohne die Flüchtlingskrise so wahrscheinlich nicht existieren würde. Die AfD kann trotzdem große Töne spucken, da sie vom Regieren selbst halt auch keine Ahnung hat. Im Bundestag wird da auch nur auf NSDAP-Manier gestört und der Saal verlassen (ich weiß dass der Vergleich ausgelutscht ist, aber wenn man sich z.B. Hitler Aufstieg des Bösen anschaut sind die Vergleiche zu naheliegend).

    Um nochmal auf die Kernaussage zurückzukommen: in einer Demokratie ist es generell äußerst schwer, Wahlversprechen so einzuhalten wie sie gegeben sind. Da es sich beim Wahlkampf um nichts anderes als Werbung handelt verkaufen sich schlagende Slogans wahrscheinlich einfach besser als "wir werden versuchen das so und so durchzusetzen". Jeder Wähler weiß das ja im Prinzip sowieso.
    Buzz Killington is offline

  12. #92 Reply With Quote
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    Die Flüchtlinge sind nicht das eigentliche Problem. Es ist genauso wie man im Mittelalter nach Schuldigen für die Pest und vor dem 2. WK nach Schuldigen für die Wirtschaftskrise gesucht und gefunden zu haben glaubte.

    Das Problem mit dem Osten ist, dass die DDR zu stark verbrannte Erde hinterlassen hat. Man kann den Soli noch um 300 Jahre verlängern und hunderte von Milliarden in die Regionen pumpen, da wird nie ein Baden-Württemberg oder Bayern draus. Die Region ist und bleibt strukturschwach, die Arbeitslosigkeit ist groß und die wenigen Arbeitsstellen bringen kaum Brot auf den Tisch. Es ist wohl eben doch nicht so einfach, wie einige nach dem Mauerfall meinten, blühende Landschaften, den Weltkrieg doch noch gewonnen. Nein, heute sagt der perspektivlose Ostdeutsche, in der DDR war es besser geregelt, jeder hatte Arbeit und was zu beißen, heute kommt der Flüchtling und nimmt mir alles weg (läuft mit Handy und Designerklamotten herum, fährt nen Benz, bezieht H4 gleich von mehreren Stellen), da ziehen wir doch lieber die Mauer wieder hoch.

    Gut, die etablierten Parteien haben keine blühenden Landschaften mit Vollbeschäftigung gebracht - wenn man genauer hinsieht, war es wohl auch ein Ding der Unmöglichkeit. Aber, soll die AfD etwa jetzt dafür sorgen? Wer glaubt das denn, bitteschön? Nicht mal der perspektiv- und arbeitslose Ostdeutsche. Daher wird es auch nicht zu mehr als einer Klatsche für's Establishment dienen. Und, als Bayer (u.a.) kann man sich schön zurücklehnen und im Biergarten über die Wahlergebnisse im Osten philosophieren. Das hilft keinem.
    DWS is offline Last edited by DWS; 19.09.2019 at 13:45.

  13. #93 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by DWS View Post
    Die Flüchtlinge sind nicht das eigentliche Problem. Es ist genauso wie man im Mittelalter nach Schuldigen für die Pest und vor dem 2. WK nach Schuldigen für die Wirtschaftskrise gesucht und gefunden zu haben glaubte.

    Das Problem mit dem Osten ist, dass die DDR zu stark verbrannte Erde hinterlassen hat. Man kann den Soli noch um 300 Jahre verlängern und hunderte von Milliarden in die Regionen pumpen, da wird nie ein Baden-Württemberg oder Bayern draus. Die Region ist und bleibt strukturschwach, die Arbeitslosigkeit ist groß und die wenigen Arbeitsstellen bringen kaum Brot auf den Tisch. Es ist wohl eben doch nicht so einfach, wie einige nach dem Mauerfall meinten, blühende Landschaften, den Weltkrieg doch noch gewonnen. Nein, heute sagt der perspektivlose Ostdeutsche, in der DDR war es besser geregelt, jeder hatte Arbeit und was zu beißen, heute kommt der Flüchtling und nimmt mir alles weg (läuft mit Handy und Designerklamotten herum, fährt nen Benz, bezieht H4 gleich von mehreren Stellen), da ziehen wir doch lieber die Mauer wieder hoch.

    Gut, die etablierten Parteien haben keine blühenden Landschaften mit Vollbeschäftigung gebracht - wenn man genauer hinsieht, war es wohl auch ein Ding der Unmöglichkeit. Aber, soll die AfD etwa jetzt dafür sorgen? Wer glaubt das denn, bitteschön? Nicht mal der perspektiv- und arbeitslose Ostdeutsche. Daher wird es auch nicht zu mehr als einer Klatsche für's Establishment dienen. Und, als Bayer (u.a.) kann man sich schön zurücklehnen und im Biergarten über die Wahlergebnisse im Osten philosophieren. Das hilft keinem.
    Nur leider bringt die Strukturschwäche mit der Suche nach Sündeböcken der AfD ihre Wähler ein, da Menschen immer nach dem selben Schema denken und veralgemeinern. Dass wir z.B. "Wirtschaftsflüchtlinge" im Land haben, da es in deren Herkunftsländern nix zu beißen und zu arbeiten gibt und unser Wohlstand nur auf dem Rücken der dritten Welt basiert - und deren Bewohner nun auch mal ein Stück vom Kuchen abhaben wollen; das können und wollen die Menschen nicht sehen, weil es ihnen in ihrer Lage halt auch nicht weiterhilft.

    Die Strukturschwäche in den neuen Bundesländern die 40 Jahre Sozialismus mit sich gebracht haben lässt sich mit dem Soli wohl kaum wieder geradebiegen. Genauso wenig aber mit vereinfachten Parolen, welche "denen" die Schuld gibt und ein erstarken des Nationalismus bewirkt. Das Problem an der ganzen Sache ist, das Nationalismus nichts als ein Geschwür und eine Krankheit ist und Europa schon 1914 sein Gesicht gezeigt hat. Zur Problemlösung trägt er aber nunmal nichts bei, er bewirkt nur Hass durch ein "wir" gegen "die". Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht dass in der heutigen vernetzten Welt ein Erstarken des Nationalismus wie vor 100 Jahren möglich ist. Ich glaube die AfD wird ihren Höhenflug genießen und dann in 10-15 Jahren in der Versenkung verschwinden wenn sich zeigt dass sie aber auch gar nichts großartig verändern können und wollen. Die Politik der Altparteien muss sich allerdings hinsichtlich neuer Bundesländer (Innenpolitik) und der Bekämfpung von Fluchtursachen (Außenpolitik) verändern, nachdem diese Tätigkeit seit 2015 scheinbar gelähmt wurde (was bei genauerem Betrachten der Sachlage vor vier Jahren aber auch kein allzugroßes Wunder ist). Was ebenso möglich ist, ist dass die AfD sich mäßigt, anpasst und einbringt.
    Buzz Killington is offline

  14. #94 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Buzz Killington View Post
    Die Strukturschwäche in den neuen Bundesländern die 40 Jahre Sozialismus mit sich gebracht haben lässt sich mit dem Soli wohl kaum wieder geradebiegen. Genauso wenig aber mit vereinfachten Parolen, welche "denen" die Schuld gibt und ein erstarken des Nationalismus bewirkt. Das Problem an der ganzen Sache ist, das Nationalismus nichts als ein Geschwür und eine Krankheit ist und Europa schon 1914 sein Gesicht gezeigt hat. Zur Problemlösung trägt er aber nunmal nichts bei, er bewirkt nur Hass durch ein "wir" gegen "die". Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht dass in der heutigen vernetzten Welt ein Erstarken des Nationalismus wie vor 100 Jahren möglich ist. Ich glaube die AfD wird ihren Höhenflug genießen und dann in 10-15 Jahren in der Versenkung verschwinden wenn sich zeigt dass sie aber auch gar nichts großartig verändern können und wollen. Die Politik der Altparteien muss sich allerdings hinsichtlich neuer Bundesländer (Innenpolitik) und der Bekämfpung von Fluchtursachen (Außenpolitik) verändern, nachdem diese Tätigkeit seit 2015 scheinbar gelähmt wurde (was bei genauerem Betrachten der Sachlage vor vier Jahren aber auch kein allzugroßes Wunder ist). Was ebenso möglich ist, ist dass die AfD sich mäßigt, anpasst und einbringt.
    Die beschworene Strukturschwäche ist kein Verdienst des Sozialismus, zumindest nicht unmittelbar. Denn gerade das ist ja der Witz, die Regionen die heute "danieder liegen" waren zu DDR-Zeiten wer. Die DDR hat nicht davor zurückgescheut Industrie in Randgebieten fern großer Städte anzusiedeln, oder in der Nähe der eher landwirtschaftlich geprägten innerdeutschen Grenze. Das war verknüpft mit sehr guten öffentlichen Verkehrsmitteln, die auch auf dem Land das Fehlen privater KfZ ausgleichen konnten. Nach der Wende ist davon sehr viel eingegangen, manches war in westdeutschen Wirtschaftsverhältnissen schlicht nicht lebensfähig, anderes wurde zerschlagen oder billig verschachert oder schlicht aufgegeben, zu teuer und wegrationalisiert.

    Wenn man mit dem Zug durch Ostdeutschland fährt, sieht man bei Ein- oder Durchfahren in mittelgroßen Orten viel brachliegende Industrie, teilweise völlig heruntergekommene Gebäude, teilweise aber auch sehr gut erhaltene, schicke Immobilien, die nur leer stehen. Es wurde nach der Wende nicht nur eine Menge eingerissen, es wurde auch nie ersetzt. Hier hätte es Hilfe aus öffentlicher Hand bedurft. Aber wenn es z.B. um den Bau neuer Institute oder staatlicher Einrichtungen geht, dann findet der Osten nicht statt, dann ist die Rede vom Speckgürtel um Münster oder Göttingen.

    Natürlich sind die Leute sauer, wenn die Kohlejobs weg sind, denn so viele andere Jobs gibt es in ihrer Region nicht. Da hätte man schon vor Jahrzehnten lenkend gegensteuern können. Gera ist ein Beispiel dafür, einst eine der reichsten Städte Deutschlands, heute lächerlich insolvent.
    Arthur Fleck is offline

  15. #95 Reply With Quote
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    Nachtrag, obwohl ich nicht viel von RT halte: http://www.youtube.com/watch?v=eJCx3IyoUQo&t=1m40s [u.a. geht es um die Lausitz, Kohleregion...]
    Man sieht hieran, alle Fragen und Proteste drehen sich eigentlich nur um Arbeit, ein ordentliches Auskommen, Versorgung im Alter und in Krankheit, nicht mehr abgehängt sein, die Jugend in der Region halten. Ein Baden-Württemberger SUV-Fahrer versteht sowas nicht.

    Hier hätte es Hilfe aus öffentlicher Hand bedurft.
    Nicht nur dort. Der soziale Wohnungsbau (u.v.a.) ist in ganz Deutschland seit Jahrzehnten am Boden. Dazu kommt, dass der Staat ein übler Unternehmer ist (und von Lobbyisten wie BlackRock beherrscht wird). Ich weiß nicht, ob man darüber lachen oder weinen soll.

    €: Also sind die etablierten Parteien wohl doch schuldiger an der Misere, als ich dachte. Die strukturschwachen Regionen (auch im Westen) hätten längst aufgebaut werden müssen, zu Zeiten, in denen es noch zu einem Bruchteil der heutigen Kosten möglich war. Ich sehe es ähnliche wie bei der systemrelevanten Bankenrettung vor 10 Jahren, jetzt wäre die Zeit, da wieder gegenzusteuern. Stattdessen höhlt man sie aus mit Minuszinsen, Regulierungen, Bürokratie und dem Verbot, die Negativzinsen weiter zu geben an alle Bankkunden. Demnächst geht das Bankensterben los (hat eigentlich schon begonnen) und dann kostet es uns alle wieder mal 3-4 mal so viele Milliarden wie wenn man frühzeitig gegengesteuert hätte.

    €€: Statt rechtzeitiger Investitionen und loslassen der schwarzen Null, haben sich CDU und SPD zu unrecht für die fetten letzten Jahre feiern lassen. Und das auch noch bei dem Nulltarif zu dem andere Länder geradezu extra Schulden machen.
    DWS is offline Last edited by DWS; 20.09.2019 at 08:45.

  16. #96 Reply With Quote
    Bücherwolf  HerrFenrisWolf's Avatar
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    Dieser Podcast ist sehr interessant, speziell wenn das Thema auf die Narrative zur Treuhand kommt.
    HerrFenrisWolf is offline

  17. #97 Reply With Quote
    Lehrling LaSchnitzel's Avatar
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    Hab mir das ganze Interview von Tilo Jung mit Andreas Kalbitz angetan. Wieso, weiß ich auch nicht. Aber heftig, wie viele überzeugende Lügengeschichten die AfD bzw. einer der Spitzenkandidaten erfinden und im selben Atemzug Parolen wie "Wir werden auf den Gräbern tanzen" raushauen kann... Was soll ich von so einer menschenverachtenden Partei schon halten? Nichts. Zudem sind das alles offenbar Alu-Hut-Träger, die zu wissenschaftlich belegten Fakten "Lügenpresse" ruft. Ohne mir die vorherigen Antworten durchgelesen zu haben, ich bin froh, nicht in einem der neuen Bundesländer zu wohnen, lebe aber in Sorge, dass die AfD immer stärker wird...
    LaSchnitzel is offline

  18. #98 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by LaSchnitzel View Post
    Ohne mir die vorherigen Antworten durchgelesen zu haben, ich bin froh, nicht in einem der neuen Bundesländer zu wohnen, lebe aber in Sorge, dass die AfD immer stärker wird...
    Kommt drauf an, wieviele boshafte Volltrottel es gibt. Lübke und Halle haben ja schon gezeigt, was verbaler Hass bewirken kann, wenn er auf fruchtbaren Boden fällt.
    abaris is offline

  19. #99 Reply With Quote
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    Die Technik der Neuen Rechten ist, nur die gedankliche Vorarbeit zu
    leisten. Metapolitik, um Herrn Sellner kurz zu zitieren. Damit bleibt
    die eigene Weste schön sauber.

    Der Flügel, beispielsweise um Herrn Kalbitz herum, kann auf ein
    gigantisches, bundesweites Netzwerk aus Altrechten, NPDlern, Reichsbürgern
    Völkischen, Burschenschaftlern, rechten Esotherikern, usw, zurückgreifen,
    das sich über Jahrzehnte gebildet und konsolidiert hat.
    Bestens untereinnander vernetzt, ist ein schwer zu durchschauendes
    Dickicht entstanden, das innerhalb der AfD größtenteils unerkannt agiert.

    Geschützt von Trollarmeen, dreisten Verleumndern und Jubelterriern,
    wohlwollenden Online- und Printmedien wird eigenes Personal wird gezielt
    platziert und gewählt, Landes- und Ortsverbände unterwandert und gekapert.

    Der weitere Marsch nach rechts wird kaum noch zu stoppen sein, was im
    Endeffekt hoffentlich dazu führt, daß die Konservativen die Partei verlassen
    und die AfD zu einer neuen NPD wird.

    Cheers!
    wildundgesetzlos is offline

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