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Fantasie Sprache für Roman

  1. #1 Reply With Quote
    Abenteurer Brantgaard's Avatar
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    Sep 2016
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    Hallo liebe Community,

    Ich schreibe eine Geschichte, über zwei Welten quasi. Ein Forscherteam hat eine alte Stadt freigelegt, aus der Bronzezeit, von einer unbekannten Kultur erbaut. Wir erleben die Forscher dabei, wie es ihnen Stück für Stück gelingt, aus den Fragmenten der Vergangenheit, mehr und mehr ein Puzzle zu Formen und dabei erfahren sie, was damals geschah. Und wir sehen die Stadt, wie sie vor vielen tausenden Jahren war. Aus den Augen einer jungen Priesterin. Die später einen Hilferuf verfasst. Die Geschichte gefällt mir schon ganz gut. Aber immer überlege ich, ob nicht etwas fehlt. Vielleicht eine Sprache und eine Schrift? Aber ehrlicher Weise kenne ich mich mit Sprachen auch nicht so gut aus. Wie könnte so eine Sprache aussehen? Die Grammatik, die Schrift? Letztendlich ist aus der Zeit der Bronzeverarbeitung auch nicht viel übrig geblieben. Ausgestorbene Sprachsprachen haben keine Spuren meist hinterlassen. Ist meine Idee vielleicht eine Mission Impossible? Was ich nicht erwarte sind fertige Konzepte. Aber vielleicht hat ja jemand einen Tipp, oder eine Idee?

    Liebe Grüße,
    Mathias
    Brantgaard is offline

  2. #2 Reply With Quote
    Held HerrFenrisWolf's Avatar
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    Ich kann dir nur einen Rat aus meiner eigenen Schreiberfahrung geben und der lautet im Wesentlichen: Lass die Finger davon...

    So, das wäre der kurze Ratschlag, hier kommt das Protfolio von Ideen.

    Du könntest natürlich anfangen eine eigene Sprache entwickeln, in dem du Grundzüge von Vokabeln und Grammatik skizzierst. Es gibt auf Napflix einen Vortrag von dem Typ der sich Klingonisch ausgedacht hat. Das würde aber den Rahmen für den Umfang einer Geschichte sprengen, wenn du nicht vor hast noch viel mehr im selben Universum zu machen. Außerdem wäre Wissen in Onomastik und Linguistik dafür sinnvoll, was du wahrscheinlich nicht hast.

    Mein Tipp ist es wenig tatsächlich machen, also vielleicht eine Hand voll Vokabeln ausdenken*, viel mit Umschreibung andeuten (also Vergleiche, es erinnert an... es könnte sein ...) -> ergo die reine Vorstellung einer altertümlichen Sprache im Leser wecken, in dem du nur vage in Aussicht stellst. Überlasse es dem Leser sich in seinem Kopf diese Sprache auszumalen, ihren Klang zu bilden und dergleichen.

    Schreiben bzw. Beschreiben ist für mich auch die Kunst von Andeutung und Auslassung. Wenn jemand in einer Szene eine Pistole hält, spielt das Modell in 70% der Fälle keine Rolle, weil es für die Geschichte an sich nicht wichtig ist, zu wissen, was für ein Modell es ist oder wie es funktioniert. Also reicht es völlig auf der abstrakten Ebene zu bleiben und nur von einer Pistole zu schreiben. Der Leser füllt die Leerstelle selbst. Warum sollte es also mit einer Sprache anders sein?

    * wenn du dich tatsächlich für die Erschaffung "altertümlicher Sprachen" interessierst, recherchiere zu der Sprache die in Far Cry Primal benutzt wird, dafür hat man sich tatsächlich das Klangbild einer voreisenzeitlichen Sprachkultur überlegt, ähnliches solltest du zu Prometheus finden (Sprache der Erbauer/Engineers), oder zur Turk-Sprache der Dothraki in der Serie Game of Thrones.
    HerrFenrisWolf is offline

  3. #3 Reply With Quote
    Abenteurer Brantgaard's Avatar
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    Vielen Dank HerrFenrisWolf für deine Einschätzung und deine ausführliche Antwort. Bisher hatte ich mir noch keine großen Gedanken darüber gemacht, Fantasie Sprachen in meinen Roman einzubauen. Ich glaube aber, das Du recht hast. Im schlimmsten Fall arbeite ich nur noch an dieser Sprache und mein Roman selber würde nicht fortgesetzt werden. (Eine Sprache erfindet man nicht in Tagen, sondern Jahren.) Was schade wäre. Und ich laufe nicht Gefahr, dass meine Sprache nachher als unrealistisch empfunden wird. Und wie Du schon schreibst. Ich sollte es lieber der Fantasie des Lesers überlassen, was der Forscher da übersetzt, oder wie meine Bronzezeit Kultur spricht.
    Brantgaard is offline

  4. #4 Reply With Quote
    Truhe  Salieri's Avatar
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    Aug 2007
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    Ich stimme zu. Eine eigene Sprache zu erfinden ist ne menge Arbeit. Gelegentlich sieht man halbgare Versuche in manchen Werken, die aber vorn und hinten Schwachstellen aufweisen. Man muss ne Menge bedenken, das sind nicht nur ein paar Vokabeln, sondern Grammatik, Satzbau, Aussprache (manche erfinden einfach ein paar Wörter, die dann in einer bekannten Sprache ausgesprochen werden, das macht keinen Sinn, andere Sprachen kommen mit einer eigenen Aussprache), man muss sich also auch überlegen welche Buchstaben in welcher Konstellation wie ausgesprochen werden, usw.
    Ich würde ebenfalls dazu raten höchstens ein paar Wörter einzustreuen die ohne jeden Zusammenhang sind. Sollte man sich auch weiterhin in dem Universum bewegen wollen kann man das dann von Anfang an gründlich planen. Aber so vertust du nur deine Zeit die besser in eine gute Geschichte investiert wäre.
    Was die Schrift angeht wäre ggf. auch eine Bildersprache angebracht. Alternativ wäre die Keilschrift eine historische Vorlage.
    Was sind das für Zeiten, wo
    Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
    Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
    Aus Bertolt Brechts "An die Nachgeborenen".
    Salieri is offline

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