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Sklaverei

  1. #21 Reply With Quote
    Trillionär  void's Avatar
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    Quote Originally Posted by Oblomow View Post
    Um jetzt ganz genau zu sein hat das zu tun "was sie für korrekt hielten" auch nichts Entschuldendes hinsichtlich der Einschätzung, ob es Rassismus ist. Die allermeisten, die rassistisches Verhalten an den Tag legen, werden das was sie tun für korrekt halten. Die wenigsten davon aus dem Grund, dass sie sich bewusst als Übermensch definieren.
    Ich kann mich erneut irren, aber ich sehe nicht, wo ich dem Verhalten selbst Entschuldbarkeit bezüglich der Frage, ob es rassistisch ist, zuschreibe. Im Gegenteil, im ersten Posts schrieb ich, dass das Verhalten generell sehr fragwürdig ist. Also selbst wenn sie nur taten, was sie für korrekt hielten. Das Verhalten kann für sich stehend rassistisch / diskriminierend sein, ich stimme dir zu.
    Wo wir vielleicht auseinandergehen, ist die andere Häflte, also die Frage nach der Entschuldbarkeit der Ausführenden. Es stellt sich die Frage, ob es einen Unterschied macht, ob jemand aus Absicht etwas falsches tut oder nicht. Meiner Meinung nach kann das partiell, möglicherweise in gewissen Fällen sogar vollständig das Individuum entschulden. Wenn man hier nicht differenziert, sondern das passierte Verhalten als einzig relevanten Bezugspunkt nimmt, sind ihre möglicherweise neutralen/guten Intentionen natürlich in keinster Weise entschuldend, allerdings halte ich das nicht für fair, da Menschen keine sich perfekt verhaltenden Wesen sind.
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  2. #22 Reply With Quote
    Halbgott Heinz-Fiction's Avatar
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    Quote Originally Posted by Leichenteich View Post
    Das man keine Garantie hat ewig irgendwo zu arbeiten? Also da ist auch diese Sache in meiner Firma...die meisten Zeitarbeiter arbeiten wirklich lange bei uns. Viele auch über ein Jahr. Und einige wurden gefragt, ob sie übernommen werden wollen, wovon die meisten aber abgelehnt haben. In dem Fall denk ich mir, wenn es Sklaverei sein sollte, dann wohl offenbar freiwillige Sklaverei.
    Die Erfahrungen in deiner Firma weichen stark von denen ab, die ich in meiner Zeit bei einer Zeitarbeitsfirma gemacht habe
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  3. #23 Reply With Quote
    Ritter bob sheknowdas's Avatar
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    Quote Originally Posted by Oblomow View Post
    Um jetzt ganz genau zu sein hat das zu tun "was sie für korrekt hielten" auch nichts Entschuldendes hinsichtlich der Einschätzung, ob es Rassismus ist. Die allermeisten, die rassistisches Verhalten an den Tag legen, werden das was sie tun für korrekt halten. Die wenigsten davon aus dem Grund, dass sie sich bewusst als Übermensch definieren.
    Wenn wir alles in die Schublade Rassismus einsortieren, was man für gedankenlos, gestrig und Altherren-Gewäsch hält, dann erklärt man sehr viele Menschen in Deutschland zu Rassisten. Dann lässt man die Grenzen verschwimmen, dann lässt man es zu, dass widerliche, gemeingefährliche Rassisten und Hassprediger in der Masse untertauchen.

    Und was noch schlimmer ist: Man stempelt Menschen ab, die zwar gedankenverloren alte Vorurteile pflegen und Sprüche klopfen, die sich aber niemals mit braunem Mob verbrüdern würden und eine klare Grenze ziehen.
    bob sheknowdas is offline

  4. #24 Reply With Quote
    Halbgott Heinz-Fiction's Avatar
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    Ich denke dass viele Menschen rassistischer oder duskriminierender sind als sie sich selbst eingestehen wollen.
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  5. #25 Reply With Quote
    Halbgott Turambars's Avatar
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    Find ich nicht. In meiner Firma haben manche Festangestellte einen geringeren Stundenlohn als die Zeitarbeiter. Außerdem haben die Zeitarbeiter eine 38 Stunden Woche (wir 40) und sie bekommen Weihnachts- und Urlaubsgeld. (wir nicht)
    Außerhalb von Metalverabeitenden Betrieben sieht das nicht so gut aus bzw. Wenn die IG Metal nicht vertreten ist wird es mehr zu Ausbeute.
    Rache und immer wieder Rache! [
    Keinem vernünftigen
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    Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen.
    Nur Blut das soll immer wieder mit Blut
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  6. #26 Reply With Quote
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    Ich denke dass viele Menschen rassistischer oder duskriminierender sind als sie sich selbst eingestehen wollen.
    signed. Wer nennt sich selbst schon einen Rassisten?
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  7. #27 Reply With Quote
    Halbgott Seelenschnitte's Avatar
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    Ich denke dass viele Menschen rassistischer oder duskriminierender sind als sie sich selbst eingestehen wollen.
    Schon.
    Aber auf der anderen Seite denke ich, dass dies auch viel auf Unwissenheit und dem Beschimpfen dessen, der grad nicht da ist beruht. Sowie Angst vor dem Unbekannten.
    Ich habe es erlebt, wie ein einzellner Inder 20 VW-Bandarbeitern die Vorurteile durch nichts anderes ausgetrieben hat, als seine bloße Anwesenheit, und vernünftiges Betragen.

    „Die Menschen bedienen sich ihrer Vernunft nur dazu, um ihre Ungerechtigkeiten zu rechtfertigen, und die Sprache dient ihnen allein dazu, ihre Gedanken zu verbergen.“

    Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord
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  8. #28 Reply With Quote
    Trillionär  void's Avatar
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    Ich denke dass viele Menschen rassistischer oder duskriminierender sind als sie sich selbst eingestehen wollen.
    Das ist sicher richtig. Allerdings würde ich auch davon ausgehen, dass es sehr schwer ist, seine eigene Gedankenwelt in einem solch umfassenden Maß zu kennen und zu steuern, dass man nicht irgendwo von außen Vorgegebenen oder Unterbewusst/durch gewisse Erlebnisse geformten Gedanken(weisen) nachhängt, die eigentlich problematisch sind.
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  9. #29 Reply With Quote
    Deus ulix's Avatar
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    Nach der durch Trump, Fox-News und ähnliche Menschenfeinde angestifteten, nie dagewesenen Welle weißer Terroristen die aus rassistischen Motiven massenmorden, die gerade die USA heimsucht, find ich das ja fast putzig und harmlos.

    Da wird ganz gezielt identitäre Propaganda verbreitet, auch durch Fox, von wegen "Invasion", "großer Austausch" usw.
    ulix is online now Last edited by ulix; 07.08.2019 at 14:11.

  10. #30 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by void View Post
    Ich kann mich erneut irren, aber ich sehe nicht, wo ich dem Verhalten selbst Entschuldbarkeit bezüglich der Frage, ob es rassistisch ist, zuschreibe. Im Gegenteil, im ersten Posts schrieb ich, dass das Verhalten generell sehr fragwürdig ist. Also selbst wenn sie nur taten, was sie für korrekt hielten. Das Verhalten kann für sich stehend rassistisch / diskriminierend sein, ich stimme dir zu.
    Wo wir vielleicht auseinandergehen, ist die andere Häflte, also die Frage nach der Entschuldbarkeit der Ausführenden. Es stellt sich die Frage, ob es einen Unterschied macht, ob jemand aus Absicht etwas falsches tut oder nicht. Meiner Meinung nach kann das partiell, möglicherweise in gewissen Fällen sogar vollständig das Individuum entschulden. Wenn man hier nicht differenziert, sondern das passierte Verhalten als einzig relevanten Bezugspunkt nimmt, sind ihre möglicherweise neutralen/guten Intentionen natürlich in keinster Weise entschuldend, allerdings halte ich das nicht für fair, da Menschen keine sich perfekt verhaltenden Wesen sind.
    Und ich halte zumindest etwas dagegen, dass sich Polizisten durch Gewaltmonopol und Staatsdienst in einer Rolle befinden, in der besondere Sorgfalt und Reflexion erwartet werden und vonnöten sind um den Beruf auszuführen. Hinsichtlich verfassung, Grundrechte, Verhältnismäßigkeit, Staatsansehen etc.. Wenn diese Leute das dann nicht tun, dann halte ich das auch nicht einfach für so leicht entschuldbar wie bei der Otto-Normal-Person.

    Es gibt auch gedankenloses, gestriges Altherrengewäsch, das nicht rassistisch ist, zum Beispiel schlechte Witze, sexistisches Altherrengewäsch, ableistisch-gedankenloses und autoritär-gestriges. Das alles als rassistisch bezeichnet werde oder Gefahr besteht, dass dem bald so wäre ist nebenbei ein netter Strohmann.

    Und danach kommt in meinen Augen gleich ein Fehlschluss: Dass diese gemeingefährlichen Rassisten in der Masse untertauchen können wird nicht als Problem dieser Masse sondern jener, die das benennen (Linke und Kommunisten, die altbekannten Staatsfeinde eben), dargestellt.
    Was hier abgeht ist doch, dass rassistische und kulturchauvinistische Stereotypen und Ansichten aus Deutschland nie verschwunden sind, sondern eben von dieser breiten Masse stets geteilt wurden. Nicht umsonst findet sich hier eine Zeitung wie die BILD in der Mitte der Gesellschaft, die lustig vom Pleitegriechen bis zum vergewaltigenden Asylmissbraucher Feindbilder schüren kann ohne Konsequenzen erwarten zu müssen (außer gesteigertem Absatz wegen der reißerischen Schlagzeilen).

    Es gibt natürlich unterschiedliche Qualitäten in der Ausprägung, ob manche militant sind oder nur Stammtischpöbler, etc., aber deswegen sind die einfachen gedankenverlorenen Rechten von ihrer Verantwortung nicht freizusprechen. Denn verantwortung haben sie, insbesonder als Deutsche, rassistischen Tendenzen entgegenzutreten.

    Dass sie sich zudem nicht mit den gewaltbereiten Rechten verbrüdern würden halte ich für ein Gerücht. Wie schnell sowas gehen kann, hat die Nazidiktatur gezeigt. Die ach so harmlosen Rechten, geben da sehr schnell gute Ortsvorsteher ab. Und erste leichte Kollaborationen haben wir doch schon mit einem ungeheuerlichen Schweigen zu rechten Umtrieben. Wie sonst ließe sich die Gleichgültigkeit gegenüber den NSU-Ermordeten darstellen und dem Umgang des Staatsapparats damit. Als "Dönermorde" bezeichnet hat man das als Problem der Anderen, der Türken, die, die nicht so richtig dazugehören, in weiten Kreisen der Bevölkerung weggeschwiegen, anstatt es als den verachtenswerten Angriff auf unsere Gesellschaft, auf unsere Gemeinschaft, auf unsere Mitbürger zu behandeln, wie es sich gehört. Was ist mit dem großen Schweigen zu brennenden Asylunterkünften.

    Ja, man kann vielleicht naiv sagen, dass Schweigen ja keine Zustimmung bedeutet. Es lässt sich aber leicht feststellen, dass da Duldung bis Befürwortung mitschwingt. Die gemeingefährlichen "Rassisten und Hassprediger" sind im Gegensatz zu dem Herrn Kommentator auch in der Lage dazu das entsprechend zu deuten.
    Oblomow is offline

  11. #31 Reply With Quote
    „Ich bin ein Karpfen“   Dark_Bauer's Avatar
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    Quote Originally Posted by Heinz-Fiction View Post
    Ich denke dass viele Menschen rassistischer oder duskriminierender sind als sie sich selbst eingestehen wollen.
    Ich denke aber eben auch, dass viele Menschen weit weniger rassistisch sind, als ihnen zugeschrieben wird.
    Dark_Bauer is offline

  12. #32 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Dark_Bauer View Post
    Ich denke aber eben auch, dass viele Menschen weit weniger rassistisch sind, als ihnen zugeschrieben wird.
    Hast du Beispiele? Das würde mich sehr interessieren
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  13. #33 Reply With Quote
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    Man ist sehr schnell dabei Leuten Rassismus vorzuwerfen, als eben nicht, nur weil eine unbedachte oder dümmliche Handlung erfolgt ist. Gerade in der Zeit wo der Begriff überinflationär rausgehauen wird kommt dies sehr schnell vor, wie man auch teilweise hier an vielen Stellen sehen kann.

    Der wirklich praktizierte Rassismus wird dadurch viel zu stark in seiner Form des Anprangerns verwässert und einer Kultur der Doppelmoral unterworfen, was äußerst gefährlich ist.
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  14. #34 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by VaNaDiN View Post
    Wenn ich im 21. Jahrhundert den Begriff Sklaverei lese ist meine erste Assoziation immer: Zeitarbeiter
    Quote Originally Posted by Cagigawa View Post
    Wäre auch das naheliegendste
    Lohnarbeit ist naheliegender.

    Quote Originally Posted by Leichenteich View Post
    Find ich nicht. In meiner Firma haben manche Festangestellte einen geringeren Stundenlohn als die Zeitarbeiter. Außerdem haben die Zeitarbeiter eine 38 Stunden Woche (wir 40) und sie bekommen Weihnachts- und Urlaubsgeld. (wir nicht)
    Und was hat die Höhe des Lohns damit zu tun, ob du ein Sklave bist oder nicht? In Griechenland gab es Sklaven, die sehr gut gestellt waren, z.B. als Lehrer der Söhne irgendwelcher reichen Herren. Das ändert nur nichts an der Sklaverei. Auch Sicherheit ändert nichts daran. Sklaven können sehr sicher sein, finanziell sorgenlos, safe, können es gemütlich haben...
    lali is offline

  15. #35 Reply With Quote
    Trillionär  void's Avatar
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    Quote Originally Posted by Oblomow View Post
    Und ich halte zumindest etwas dagegen, dass sich Polizisten durch Gewaltmonopol und Staatsdienst in einer Rolle befinden, in der besondere Sorgfalt und Reflexion erwartet werden und vonnöten sind um den Beruf auszuführen. Hinsichtlich verfassung, Grundrechte, Verhältnismäßigkeit, Staatsansehen etc.. Wenn diese Leute das dann nicht tun, dann halte ich das auch nicht einfach für so leicht entschuldbar wie bei der Otto-Normal-Person.
    Machtpositionen verlangen natürlich Sorgfalt und Reflexion für eine verantwortungsvolle Ausübung der Stelle. Aufgrund dessen, dass diese Anforderungen jedem bekannt sein sollten und weil schlecht besetzte Machtpositionen zu einem wesentlich größeren Desaster führen als anderswo, ist ein strenger/er Maßstab gerechtfertigt. Bei Polizisten ist das halt schwierig, da zu wenige Menschen sowohl die Qualifikationen optimal erfüllen, als auch in diesem Job landen/sich für den überhaupt interessieren.
    void is offline

  16. #36 Reply With Quote
    Halbgott Leichenteich's Avatar
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    Quote Originally Posted by lali View Post

    Und was hat die Höhe des Lohns damit zu tun, ob du ein Sklave bist oder nicht? In Griechenland gab es Sklaven, die sehr gut gestellt waren, z.B. als Lehrer der Söhne irgendwelcher reichen Herren. Das ändert nur nichts an der Sklaverei. Auch Sicherheit ändert nichts daran. Sklaven können sehr sicher sein, finanziell sorgenlos, safe, können es gemütlich haben...
    Ok, wenn du es so willst, dann nehmen wir eben Sklave, so wie es definiert ist. Als Sklave wird man gezwungen eine bestimmte Arbeit zu verrichten. Auch völlig egal, ob man Lehrer ist, ob man finanziell sorgenlos und sicher ist. Man muss das machen, weil man gezwungen wird. Welcher Zeitarbeiter wird aber gezwungen seine Arbeit zu machen? Jeder hat doch die Möglichkeit zu kündigen. Jeder kann sich nach anderer Arbeit umsehen.

    Ich bin ganz ehrlich, jeden den ich kenne, der was anderes machen wollte und sich auch wirklich dahinter geklemmt hat, der hat auch was anderes gefunden. Das Problem heutzutage ist meiner Meinung nach eher, dass die Menschen immer und immer mehr die Verantwortung für sich selbst an andere abgeben. Man gibt die Verantwortung für ein schönes Leben an den Partner ab (solange er/sie es mitmacht)... man gibt die Verantwortung für seinen übergewichtigen Körper an seine "schlechten Gene" ab...und Leute geben die Verantwortung für ein passendes Arbeitsumfeld+Entlohnung an Parteien ab oder gar noch schlimmer: An den Arbeitgeber.

    Wie viele Kollegen kenne ich, die über meine Firma schimpfen und schimpfen, aber absolut garnichts dafür tun, dass sie in eine andere Situation kommen.

    Ich dagegen hab ich meinem Leben musste in meinem Leben noch nicht mal nach einer Lohnerhöhung fragen. Ich arbeite so, dass meine Firma nur sehr schwer auf mich verzichten kann und wenn ich mich nicht fair behandelt+entlohnt fühle, suche ich mir etwas anderes. Das weiß meine Firma auch und deswegen bekomme ich auch regelmäßig Lohnerhöhungen, ohne zu fragen.


    Die Menschen müssen anfangen Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und aufhören die Sklaverei zu verharmlosen.
    Leichenteich is offline

  17. #37 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Leichenteich View Post
    Ok, wenn du es so willst, dann nehmen wir eben Sklave, so wie es definiert ist. Als Sklave wird man gezwungen eine bestimmte Arbeit zu verrichten. Auch völlig egal, ob man Lehrer ist, ob man finanziell sorgenlos und sicher ist. Man muss das machen, weil man gezwungen wird. Welcher Zeitarbeiter wird aber gezwungen seine Arbeit zu machen? Jeder hat doch die Möglichkeit zu kündigen. Jeder kann sich nach anderer Arbeit umsehen.
    Theoretisch schon. Aber praktisch sehen viele keine bessere Alternative.

    Das Problem heutzutage ist meiner Meinung nach eher, dass die Menschen immer und immer mehr die Verantwortung für sich selbst an andere abgeben. Man gibt die Verantwortung für ein schönes Leben an den Partner ab (solange er/sie es mitmacht)... man gibt die Verantwortung für seinen übergewichtigen Körper an seine "schlechten Gene" ab...und Leute geben die Verantwortung für ein passendes Arbeitsumfeld+Entlohnung an Parteien ab oder gar noch schlimmer: An den Arbeitgeber.
    Da ist sicher was dran. Aber...

    Ich dagegen hab ich meinem Leben musste in meinem Leben noch nicht mal nach einer Lohnerhöhung fragen. Ich arbeite so, dass meine Firma nur sehr schwer auf mich verzichten kann und wenn ich mich nicht fair behandelt+entlohnt fühle, suche ich mir etwas anderes. Das weiß meine Firma auch und deswegen bekomme ich auch regelmäßig Lohnerhöhungen, ohne zu fragen.
    Nicht jeder hat etwas, das ihn für eine Firma so unverzichtbar macht wie du. Du hast vermutlich besonders gute Skills in irgendeinem Gebiet. Klar kannst du jedem sagen: "Du musst doch nur besser werden als die anderen, dann wirst du auch besser behandelt als die anderen und bist wichtig und kriegst mehr Geld", aber praktisch sind halt viele nicht besser als die anderen. Jeder kann was wichtiges beitragen, aber es ist nicht zwingend etwas besonderes oder etwas, das in einer Firma wie der deinen gefragt ist und praktisch werden sie mangels vernünftiger Alternativen durch das System dazu gezwungen, es unter schrecklichen Bedingungen zu tun.

    Quote Originally Posted by Leichenteich View Post
    Die Menschen müssen anfangen Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und aufhören die Sklaverei zu verharmlosen.
    Ich stimme deinem ersten Punkt zu. Es ist ein Fakt, dass finanziell erfolgreiche Menschen oft viel mehr Verantwortung für sich übernehmen. Sie lassen sich nichts sagen, sie setzen sich unbedingt durch, sie machen ihr Ding, klemmen sich hinter ihre Sache, sie haben mehr Disziplin, sie sind besser organisiert usw. True. Diese Menschen sind aber immer zugleich auch abhängig von anderen Menschen, die unter schlechteren Bedingungen arbeiten müssen. Ohne die können sie nicht sein wo sie sind. Und sobald sie dazu übergehen, andere zu beschäftigen, noch in offensichtlicherem Maße. Manche Menschen in schlechteren Verhältnissen sind nicht nur mangels Disziplin da wo sie sind, sondern z.B. mangels Skrupellosigkeit. Oder was sagst du zum Beispiel zu einem Pfleger. Der scheiße bezahlt wird. Der wird überall scheiße bezahlt, da kann er hingehen wo er hingehen will. Er will aber diesen Beruf machen, er fühlt sich dazu berufen, er mag es, Menschen auf diese Weise zu helfen, aber wenn er das tut, leidet er darunter, wegen der Arbeitsbedingungen, dem geringen Lohn etc. "Hättest halt lieber was studieren sollen, mit dem du dann in so eine lukrative Branche kommst wie in die meine." Ja will er aber doch nicht. Und sein Angestelltenverhältnis ist eine Form von Sklaverei. Das ist keine Verharmlosung von Sklaverei. Wie ich sagte: Es gab immer Fälle in der Geschichte, in denen Sklaven ein sehr "gutes" Leben hatten. Und in modernen Zeiten gibt es genug Menschen, die ein fürchterliches Leben haben. Denke an die Arbeiter zu Beginn der Industrialisierung. Die hatten auch keine Alternative. Wo sollen sie denn hin? Da ist zum Beispiel der Weber Herr X. Herr X hat sein Handwerk geliebt und hätte das gerne ewig weiter gemacht und wollte sein Tuch verkaufen. Aber es kauft keiner mehr, es kann sich auch keiner mehr leisten und es gibt ja jetzt Tuch, das kostet nur einen Bruchteil von dem, was er verlangen muss, wenn er davon leben will. Tausende werden deswegen arbeitslos. Also schafft man künstlich irgendwelche neuen Arbeitsplätze, drängt die Menschen in die Fabriken, wo sie gar nicht hin wollen. Da arbeiten sie dann unter fürchterlichem Lärm und schlechter Luft für ihren Hungerlohn, um ein Tuch zu produzieren, das nicht nur handwerklich schlechter, sondern auch hässlicher ist. Waren sie zuvor ihre eigenen Herren, sind sie jetzt gezwungen, für andere Herren zu arbeiten, die im Besitz der Produktionsmittel sind (der Maschinen). Und sie werden sich diese Maschinen nie selbst leisten können. Da können sie soviel arbeiten wie sie wollen.
    lali is offline Last edited by lali; 07.08.2019 at 23:26.

  18. #38 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Leichenteich View Post
    Ok, wenn du es so willst, dann nehmen wir eben Sklave, so wie es definiert ist. Als Sklave wird man gezwungen eine bestimmte Arbeit zu verrichten. Auch völlig egal, ob man Lehrer ist, ob man finanziell sorgenlos und sicher ist. Man muss das machen, weil man gezwungen wird. Welcher Zeitarbeiter wird aber gezwungen seine Arbeit zu machen? Jeder hat doch die Möglichkeit zu kündigen. Jeder kann sich nach anderer Arbeit umsehen.

    Ich bin ganz ehrlich, jeden den ich kenne, der was anderes machen wollte und sich auch wirklich dahinter geklemmt hat, der hat auch was anderes gefunden. Das Problem heutzutage ist meiner Meinung nach eher, dass die Menschen immer und immer mehr die Verantwortung für sich selbst an andere abgeben. Man gibt die Verantwortung für ein schönes Leben an den Partner ab (solange er/sie es mitmacht)... man gibt die Verantwortung für seinen übergewichtigen Körper an seine "schlechten Gene" ab...und Leute geben die Verantwortung für ein passendes Arbeitsumfeld+Entlohnung an Parteien ab oder gar noch schlimmer: An den Arbeitgeber.

    Wie viele Kollegen kenne ich, die über meine Firma schimpfen und schimpfen, aber absolut garnichts dafür tun, dass sie in eine andere Situation kommen.

    Ich dagegen hab ich meinem Leben musste in meinem Leben noch nicht mal nach einer Lohnerhöhung fragen. Ich arbeite so, dass meine Firma nur sehr schwer auf mich verzichten kann und wenn ich mich nicht fair behandelt+entlohnt fühle, suche ich mir etwas anderes. Das weiß meine Firma auch und deswegen bekomme ich auch regelmäßig Lohnerhöhungen, ohne zu fragen.


    Die Menschen müssen anfangen Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und aufhören die Sklaverei zu verharmlosen.
    Das Jobcenter zwingt dich früher oder später. Von Sklaverei zu sprechen, ist zwar übertrieben, aber es gibt da autoritäre Tendenzen
    Heinz-Fiction is offline

  19. #39 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by DucklasMacDuck View Post
    Man ist sehr schnell dabei Leuten Rassismus vorzuwerfen, als eben nicht, nur weil eine unbedachte oder dümmliche Handlung erfolgt ist. Gerade in der Zeit wo der Begriff überinflationär rausgehauen wird kommt dies sehr schnell vor, wie man auch teilweise hier an vielen Stellen sehen kann.

    Der wirklich praktizierte Rassismus wird dadurch viel zu stark in seiner Form des Anprangerns verwässert und einer Kultur der Doppelmoral unterworfen, was äußerst gefährlich ist.
    ich weiß , ich hatte dich nicht explizit gefragt, aber kannst du bitte weiter ins Detail gehen? Vielleicht ein aussagekräftiges Beispiel posten?
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  20. #40 Reply With Quote
    Forenkater Matteo's Avatar
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    Quote Originally Posted by lali View Post
    Lohnarbeit ist naheliegender.
    Die pauschale Gleichsetzung von Lohnarbeit = Sklaverei finde ich lächerlich und eine geschmacklose Verharmlosung von Sklaverei.
    Matteo is offline

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