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Erklärt mir den Osten

  1. #21 Reply With Quote
    Held HerrFenrisWolf's Avatar
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    Quote Originally Posted by Brantgaard View Post
    @HerrFenrisWolf Antifaschismus heißt nicht nur schwarzer Block. Antifaschismus ist eine ganze Lebensphilosophie. Gelebter Alltag. Das man keine Witze über andere macht. Ob das Frauen sind, ob das Ausländer sind, ob das Menschen mit Handycaps sind. Man lacht auch nicht über solche Witze, sondern macht anderen klar, daß solche Witze einfach nicht gehen. Auch Hass und Hetze und selbst Verallgemeinerungen sind nicht okay. Ich weiß das ich das selber hier gemacht habe. Fast alles "Ossis" über einen Kamm geschoren. Es wirkt. Es verletzt. Genauso wie es jeden Homosexuellen kränkt, jeden Muslimen kränkt, jeden farbigen kränkt usw... Das darf nicht sein. Und jeder kann seinen Teil dazu beitragen. Wenn Pegida, Nazis und "besorgte" Bürger auf die Straße gehen, um ihren "Spaziergang" zu machen, dann muss die Gegendemo 10 mal so groß sein. Um den Ewiggestrigen zu zeigen, dass sie nicht Willkommen sind. Auch den Politikern von gestern, die nicht nur in der AfD sitzen, sondern auch in CDU und SPD und FDP. Wir wollen die Politik der Ausgrenzung nicht!

    DDR ein Rückblick. So sehr man vom Klassenfeind in der DDR über Westdeutschland redete, so sehr nahm man sich Westdeutschland auch als Vorbild. Auch wenn den Ostdeutschen das Westfernsehen verboten war, so wurde es geschaut. Wie die Menschen im Westen lebten. So ein Traum. Weil man das im SED Politik Büro wusste, versuchte man die BRD so gut zu kopieren, wie es nur ging. Die DDR bezeichnet man heutzutage als ein großes Gefängnis. Aber ich glaube für die meisten Insassen bot es zumindest kein schlechtes Leben. Sofern man nicht vom Staat als Bedrohung betrachtet wurde. Vieles dauerte in der DDR länger. Und trotzdem hatte man am Ende fast alles, was auch der BRD Bürger genoss. Wenn die Qualität dabei vielleicht nicht mit der der BRD gleichzusetzen war. Immerhin. Es wurde halt mehr repariert. Die Menschen halfen sich auch mehr. Die Menschen der DDR sind im übrigen nicht wegen einer Wiedervereinigung auf die Straße gegangen. Auch sollte die SED nicht abgeschafft werden. Es ging um mehr Reisefreiheit ursprünglich. "Lasst uns mal öfter in den Westen fahren. Wir kommen auch wieder zurück." Das die Wende so dermaßen an Fahrt aufnehmen konnte, daß die SED plötzlich nicht mehr an der Macht war, daß die Wiedervereinigung plötzlich Realität werden würde. Wer hätte das damals für möglich gehalten? Ich gehörte zu den Menschen, die damals gefeiert haben. Endlich wuchs zusammen, was zusammen gehört. So habe ich damals wirklich geglaubt. Aber Rostock Lichternhagen und vieles andere mehr, haben dieses Bild auch ein großes Stück weit zerstört. Die AfD könnte in einem, oder zwei Bundesländer, vielleicht stärkste Kraft werden. Ein Alptraum! Bitte lasst uns alle dafür eintreten, dass die Rechtsradikalen nicht wieder zu stark werden. Das 1933 sich nicht wiederholt.
    Ich wollt grad schreiben:"Wie ich sollte besser nicht den ganzen Tag meine Freundin verprügeln und rassistische Witze machen? Ohne Scheiß!?" aber Sarkasmus funktioniert ja nicht mal gesprochen und betont zuverlässig als Witz. Was ich zum Ausdruck bringen möchte, ist dass du mir hier Sachen erklärst die ich weiß. Die auch jeder meiner Bekannten weiß.

    Ich arbeite aktuell Geschichten aus dem innerdeutschen Grenzgebiet auf. Geschichten derer die dort gelebt haben und geblieben sind, Geschichten derer die eine Chance hatten abzuhauen und gegangen sind und Geschichten derer die an dieser Stelle der Grenze gedient haben. Ich stecke also in der Materie.
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  2. #22 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Brantgaard
    Aber Rostock Lichternhagen und vieles andere mehr, haben dieses Bild auch ein großes Stück weit zerstört.
    Dann erkläre mal bitte, wieso der kausale Zusammenhang zwischen Lichtenhagen und DDR ein anderer ist als zwischen Migration und Gewalttaten von migrierenden Menschen.

    Warum ist Dein Pauschalisierungsprinzip denn jetzt genau ein anderes als jenes, was Du bei den Anderen anklagst?
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  3. #23 Reply With Quote
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    HerrFenrisWolf Ich kenne dich persönlich nicht. Nur was man hier halt so lesen kann. Und Du bist kein Rassist und Faschist. Bestimmt auch niemand der seine Freundin schlägt. Du bist bestimmt ein feiner Kerl. Ich wollte dich auch in keinster Weise anklagen. Es geht nur um meinen Blickwinkel, den ich dir näher bringen wollte. Mein Fernglas ist aber nicht sehr scharf. Ich war nicht oft im Osten. Nur ein paar mal und das war in den 90er Jahren schon. Eine Woche Urlaub 2010 und ein Umzug, wo ich geholfen habe, 2016. Ich kenne Ostdeutschland also mehr aus den Zeitungen. Aus Foren und von Twitter. Deswegen sage ich ja, dass mein Fernrohr nicht sehr scharf ist.

    @Jean-Luc Picard Ich fordere niemals zur Gewalt auf. Ich glaube das ist schon ein großer Unterschied. Oder? Und das das keine Einzelfälle sind, bestreitet doch selber nicht mal HerrFenrisWolf. Habe ich nicht einen Grund, besorgt zu sein? Der Unterschied liegt darin, wie man mit seinem besorgt sein umgeht, denke ich. Oder seinen Vorurteilen, die glaube ich jeder in uns trägt. Und nein. Ich bin nicht der bessere Mensch. Auch ich habe meine Fehler. Sehr viel davon. Sorry.
    Brantgaard is offline

  4. #24 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Brantgaard
    Der Unterschied liegt darin, wie man mit seinem besorgt sein umgeht, denke ich.
    Das denke ich auch. Worin genau würdest Du den Unterschied sehen zwischen

    „Raus mit den Ausländern“ und

    Quote Originally Posted by Brantgaard
    Der Jammer Ossi ist mit Abstand das schlimmste, was Westdeutschland passieren konnte.
    oder

    Quote Originally Posted by Brantgaard
    Die werden niemals zufrieden sein. Die Mauer muss wieder her. 2 Meter höher und mit den Wachtürmen auf der anderen Seite.
    ???
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  5. #25 Reply With Quote
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    Ich hätte meinen ersten Beitrag wirklich mit "Achtung Satire" markieren sollen. Vor allem weil ich hier neu bin. Auch wenn ich schon seit 3 Jahren hier registriert bin. Ich bin schon geprägt von KOA und der Partei. Es geht aber wirklich nicht darum, alle anzuprangern. Eher aufzurütteln.
    Brantgaard is offline

  6. #26 Reply With Quote
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    Und wen und was genau wolltest Du jetzt aufrütteln?
    Was genau war denn jetzt Satire und was nicht?
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  7. #27 Reply With Quote
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    @ Jean-Luc Picard

    Jetzt laß doch mal. Brantgaard ist in seinem Idealismus und Feuereifer
    vielleicht etwas zu weit vorgeprescht. Das kennen wir doch alle.

    Cheers!
    wildundgesetzlos is offline

  8. #28 Reply With Quote
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    Klar kennen wir das alle.
    Aber wenn man intensive Erklärungen über die Natur des Antifaschismus als Lebensphilosophie abgibt, gleichzeitig aber irgendwie gegen Ossis ist, dann kann ein unnachgiebiger Wink mit dem Zaunpfahl auf den eigenen Blind-Spot ja womöglich produktiv sein…
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  9. #29 Reply With Quote
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    @ Jean-Luc Picard

    Brandtgaard hat seinen Fehler in der Argumentation sicher eingesehen und
    ist kuriert. Es ist halt ein Thema das ihn umtreibt. Da kann man mal was
    übersehen, oder aus der Fassung geraten. Schwamm drüber und gut is. Wir
    versauen uns noch das Wochenende.
    So. Werde jetzt noch meinen Brombeerlikör ansetzen. Schönen Abend noch
    an alle.

    Cheers!
    wildundgesetzlos is offline

  10. #30 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by wildundgesetzlos
    Werde jetzt noch meinen Brombeerlikör ansetzen.
    Davon will ich dann aber was abhaben.

    Aber meiner Meinung nach ist Brandtgaard mehr als fähig, diesbezüglich für sich selbst zu sprechen.
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  11. #31 Reply With Quote
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    Ich bin nicht gegen Ossis. Ich bin gegen Nazis und Faschisten. Ich bin gegen Intoleranz als ganze. Ich habe es an mir selbst erlebt, wie es ist, ein Außenseiter zu sein und ausgegrenzt zu werden. Ich habe es bei anderen erlebt. Es ist nicht schön. Bei mir war es die die Stimme. Die mich zu einem Außenseiter machte. Mich dazu brachte, mich zu verstecken. Selbst als das Problem vorbei war und meine Stimme seltsamer Weise wieder normal klang. Andere werden wegen ihr Frisur, oder Haarfarbe, andere wegen Tätowierungen abgelehnt.
    Brantgaard is offline

  12. #32 Reply With Quote
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    Ich verstehe absolut, was Du meinst. Und es geht mir auch nicht darum, Dir unredliche Motive zu unterstellen.
    Dennoch zeigen sich in Deinen Ausführungen eben genau solche Tendenzen, gegen die Du selbst argumentierst. Ich lasse jetzt mal den Beitrag, den Du als Satire bezeichnest raus. Aber was genau meintest Du denn beispielsweise mit
    „Und das das keine Einzelfälle sind, bestreitet doch selber nicht mal HerrFenrisWolf. Habe ich nicht einen Grund, besorgt zu sein?“
    Was würdest Du einen AfDler antworten, wenn er Dich fragen würde, ob er denn nicht auch einen Grund hätte, wegen der ganzen Ausländer, die hier Verbrechen begehen besorgt zu sein? Schließlich sind das ja auch keine Einzelfälle...würde der AfDler sagen

    Du hast Dich in Post 20 stark gemacht für die Idee, dass sowas nicht sein darf. Und ich nehme Dir auch ab, dass Du das so meinst. Aber an dem Punkt, wo dieser Mechanismus Dich selbst betrifft, scheinst Du mehr differenzieren zu wollen. Wenn Du nicht „gegen Ossis“ bist, wie würdest Du dann jetzt am ehesten neuformulieren, worum es Dir in Deiner Kritik an der Wende ging?
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  13. #33 Reply With Quote
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    Ich habe doch schon gesagt das ich nicht ohne Fehler bin. Das ich wie viele Menschen Vorurteile in mir trage. Da gibt es nichts zu beschönigen dran. Und haben dich die Progrome in Lichternhagen nicht verstört? Diese schrecklichen Bilder vom grenzenlosen Hass. Und die Menge um diese Verbrecher hat auch noch applaudiert, fand diese Verbrechen auch noch gut. Zu der Zeit habe ich mir zum ersten Mal die Frage gestellt, ob die Wiedervereinigung eine so gute Sache war. Natürlich muss ich mir eingestehen, daß ich sehr Medien fixiert dabei bin. Denn was tun die Medien denn? Sie berichten nur, wenn etwas schlimmes passiert. Und geilen sich daran richtig auf. Der normale Alltag der Menschen interessiert dabei nicht. Das nicht jeder Ostdeutsche morgens, nach dem Aufstehen, erst einmal den Führer Gruß macht, dann die 3 Strophen der Hymne singt und dann den Tagesablauf plant, wie Linke klatschen und Ausländer jagen, ist klar. Auch wenn die Medien, zum Teil, so ein Bild uns zu vermitteln zu versuchen. Ich verstehe auch, dass einige nicht ganz klar mit dem kommen, was ich tue. Die Seite KOA, kriminelle Ossis abschieben war als Satire gemeint. Denjenigen den Spiegel vorzuhalten, die mit den gleichen Argumenten gegen Ausländer agieren. Das habe ich auch so gemacht. Trotzdem haben viele die Seite und auch mich wohl falsch verstanden. Nicht missverstehen. Ich war nicht der Betreiber der Seite, die Facebook wohl gelöscht hat.

    http://adriana-wipperling.de/?p=145#
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  14. #34 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Brantgaard View Post
    HerrFenrisWolf Ich kenne dich persönlich nicht. Nur was man hier halt so lesen kann. Und Du bist kein Rassist und Faschist. Bestimmt auch niemand der seine Freundin schlägt. Du bist bestimmt ein feiner Kerl. Ich wollte dich auch in keinster Weise anklagen. Es geht nur um meinen Blickwinkel, den ich dir näher bringen wollte. Mein Fernglas ist aber nicht sehr scharf. Ich war nicht oft im Osten. Nur ein paar mal und das war in den 90er Jahren schon. Eine Woche Urlaub 2010 und ein Umzug, wo ich geholfen habe, 2016. Ich kenne Ostdeutschland also mehr aus den Zeitungen. Aus Foren und von Twitter. Deswegen sage ich ja, dass mein Fernrohr nicht sehr scharf ist.
    Das erklärt einiges. In Ostdeutschland gibt es kein besonderes Naziproblem. Ja ich kenne welche, aber das sind so wenige, dass es mehr um heiße Luift geht als um ein echtes Problem. Es ist wichtig Leute die einfach nur rechts und rassistisch sind nicht als Nazis zu bezeichnen, denn da ist ein himmelsweiter unterschied und sie fühlen sich dann nur in ihrer Opferrolle bestädigt. Leute die so drauf sind nennen einen Satz oft "und dann wird man gleich als Nazi bezeichnet". Und auch wenn ich es so nicht groß wahrnehme, ich muss ihnen aber recht geben, wenn Leute wie du soetwas schreiben. Ich kenne Nazis und die verheimlichen das nicht und leben ihre Meinung offen aus. Aber solange man sie in ihrer Meinung respektiert, machen selbst die i.d.R. keine Probleme.

    Wie sieht denn der Alltag hier wirklich aus?
    Es sind meistens Leute mit einem geringeren Bildungsgrad und guter sozialer Vernetzung (Arbeit reicht oft schon aus) die jegliche negative Nachricht über Ausländer aufsaugen wie ein Schwamm. Vieles davon stimmt, vieles ist sicher aber auch Fake. Da wird zum Beispiel nicht gefragt, ob das Bild von einen Kontoauszug eines "Mohammets" mit Überweisung vom Jobcenter eine viel zu hohe Regelzahlung ist oder einfach nur eine Nachzahlung - ersteres wird ohne zu hinterfragen angenommen. Aber die meisten von diesen Leuten sind auch nur in sofern rassistisch, als das es ihnen um die "faulen Ausländer" und die Verbrecher geht. Wir hatten in unserer Firma mal nen Afrikaner (vergessen welches Land genau) und bei ihm konnte ich gut feststellen, wie die selben Leute, die über Ausländer schimpfen, ihn plötzlich als Arbeitskollegen wertschätzten. Das trifft nicht für alle zu, aber sehr überwiegend. Und das ist der eigentlich interessante Punkt. Bei dem ganzen Rechtsruck ist mehr heiße Luft dabei als man denken mag. Ich denke hier hat unsere Politik stark versagt. Es gibt irgendwie nur laute Stimmen innerhalb der Politik, die stark auf der einen oder stark auf der anderen Seite argumentieren. Differenziertes Gerede und Handlung könnte alles sogar recht schnell entschärfen. Aber das versteht weder die politische "Mitte" (falls man CDU/SPD als Mitte überhaupt bezeichnen kann), als auch links davon und rechts profitiert von dem Zustand und sehen deswegen kein Änderungsbedarf.

    Solange sich die Politik nicht ändert, wird sich am Rechtsruck auch nichts ändern.
    Fantasy ist ein Subsetting. Es ist immer ein Misch-Setting, egal ob mit SciFi oder mit Mittelalter. Fantasy kann nicht für sich alleine stehen.
    Die Egoperspektive hat ein höheres Immersionspotenzial, die feste Third-Person Ansicht hat jedoch meist eine höhere Immersion.


    Bei einem Spiel verkörpert das äußere Konzept die Gedanken, das innere Konzept das Herz und die Musik die Seele. Erst in völliger Harmonie dieser 3 Eigenschaften kann ein Spiel zum Meisterwerk aufsteigen.
    Xarthor is offline

  15. #35 Reply With Quote
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    @ Mitforisten

    Vielleicht sollten wir gemeinsam mal versuchen, den Mechanismus
    des bundesweiten Rechtsrucks herzuleiten. Gerne schonungslos,
    ideologiefrei. Tut es weh? Möglicherweise.

    Jemand interessiert?
    wildundgesetzlos is offline

  16. #36 Reply With Quote
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    Der Ruck zeichnet sich meines Erachtens lediglich in Wahlentscheidungen ab. Ich glaube nicht daran, dass Deutschland insgesamt mehr nach rechts gerückt ist; das Potenzial war immer da.

    Die Merkel-Dominanz in der Union hat den rechten Flügel nicht rechter gemacht, er fühlte sich halt bloß nicht mehr vertreten. Flucht und Migration haben die Menschen nicht fremdenfeindlicher gemacht; die bereits vorhandene Tendenz hat lediglich einen großen Push bekommen, Ängste wurden beflügelt und es gab und gibt eine Bewegung, die es hervorragend versteht, auf diesen Wellen zu surfen.

    Ein Gauland oder eine Steinbach haben seit Jahr und Tag in der Politik gesessen. Man hat sie halt bloß nicht wahrgenommen. Ihre Positionen waren aber vor 15 Jahren bereits dieselben. Ich komme aus einer recht ländlichen Gegend, in der es bei vielen Menschen eine starke Grundtendenz gibt, ablehnend gegenüber allem zu sein, was nicht in das allgemeine Konzept von „normal“ passt. Das kann Nationalität betreffen, Kultur, Religion, Lebensführung, Sexualität, etc. Das war schon immer so, es spielte bloß vor 25 Jahren keine so große Rolle, weil es keine nennenswerte „Bedrohungen“ für diese Einstellungen gab. Je mehr Konzepte wie Pluralismus und Weltoffenheit als allgemein wünschenswerte Ideale in den Vordergrund gerückt sind, desto mehr wurde die oben angesprochene Grundtendenz angepiekst und gestört.

    Ich habe viele Menschen in meinem erweiterten Familienkreis, die in den 80ern glühende Anhänger der Freiheitsbewegung und der Anti-Atomkraft-Bewegung gewesen sind (zumindest nach Lippenbekenntnis) die Grünen aber heute für reines Teufelswerk halten.

    Die Gesellschaft hat sich einfach in den letzten 30 Jahren massiv verändert, auf allen relevanten Ebenen. Ökonomische Sicherheiten sind zunehmend weggebrochen, normative Vorstellungen sind heutzutage keine Selbstläufer mehr, sondern sind Diskussionsgegenstand. Das führt automatisch zu mehr Polarisierung und zu mehr Misstrauen und zu weniger Konsens.

    Und wenn dann der ultimative Konsens angeboten wird, der alles wieder gut macht, wenn man sich nur besinnen würde (ein wichtiges Grundmantra des Konservatismus), dann kann das eben sehr attraktiv sein.
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  17. #37 Reply With Quote

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    habe brantgard gerade verwarnt. dieses forum wird nämlich hauptsächlich von ossis betreiben. ich fühlte mich ernsthaft beleidigt.
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  18. #38 Reply With Quote
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    Wenn das hier schon öffentlich gemacht wurde. @meditate Ich protestiere ganz entschieden gegen diese Verwarnung. Vor keinem Gericht dieser Welt würde das, was ich geschrieben habe, als Beleidigung anerkannt werden. Ich akzeptiere diese Verwarnung nicht. Wird diese nicht zurück genommen, verlange ich, dass mein Account hier gelöscht wird. So etwas muss ich wirklich nicht haben. Ihr habt wohl den Schuss nicht gehört. Ich fühle mich jetzt ganz entschieden beleidigt.
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  19. #39 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Brantgaard View Post
    Wenn das hier schon öffentlich gemacht wurde. @meditate Ich protestiere ganz entschieden gegen diese Verwarnung. Vor keinem Gericht dieser Welt würde das, was ich geschrieben habe, als Beleidigung anerkannt werden. Ich akzeptiere diese Verwarnung nicht. Wird diese nicht zurück genommen, verlange ich, dass mein Account hier gelöscht wird. So etwas muss ich wirklich nicht haben. Ihr habt wohl den Schuss nicht gehört. Ich fühle mich jetzt ganz entschieden beleidigt.
    Wenn du dein Konto hier gelöscht sehen magst, musst du schon eine richtig echte Mail an einen Admin schreiben. Ich empfehle Blutfeuer dafür, oder den Don, obwohl der eigentlich kein echter Admin ist. Bleib besser bei Blutfeuer.

    Alternativ kannst du aber auch einfach nicht mehr wiederkommen, wenn deine Eitelkeit hier derart herabgesetzt wird.

    „Die Menschen bedienen sich ihrer Vernunft nur dazu, um ihre Ungerechtigkeiten zu rechtfertigen, und die Sprache dient ihnen allein dazu, ihre Gedanken zu verbergen.“

    Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord
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  20. #40 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Jean-Luc Picard View Post
    Der Ruck zeichnet sich meines Erachtens lediglich in Wahlentscheidungen ab. Ich glaube nicht daran, dass Deutschland insgesamt mehr nach rechts gerückt ist; das Potenzial war immer da.

    Die Merkel-Dominanz in der Union hat den rechten Flügel nicht rechter gemacht, er fühlte sich halt bloß nicht mehr vertreten. Flucht und Migration haben die Menschen nicht fremdenfeindlicher gemacht; die bereits vorhandene Tendenz hat lediglich einen großen Push bekommen, Ängste wurden beflügelt und es gab und gibt eine Bewegung, die es hervorragend versteht, auf diesen Wellen zu surfen.

    Ein Gauland oder eine Steinbach haben seit Jahr und Tag in der Politik gesessen. Man hat sie halt bloß nicht wahrgenommen. Ihre Positionen waren aber vor 15 Jahren bereits dieselben. Ich komme aus einer recht ländlichen Gegend, in der es bei vielen Menschen eine starke Grundtendenz gibt, ablehnend gegenüber allem zu sein, was nicht in das allgemeine Konzept von „normal“ passt. Das kann Nationalität betreffen, Kultur, Religion, Lebensführung, Sexualität, etc. Das war schon immer so, es spielte bloß vor 25 Jahren keine so große Rolle, weil es keine nennenswerte „Bedrohungen“ für diese Einstellungen gab. Je mehr Konzepte wie Pluralismus und Weltoffenheit als allgemein wünschenswerte Ideale in den Vordergrund gerückt sind, desto mehr wurde die oben angesprochene Grundtendenz angepiekst und gestört.

    Ich habe viele Menschen in meinem erweiterten Familienkreis, die in den 80ern glühende Anhänger der Freiheitsbewegung und der Anti-Atomkraft-Bewegung gewesen sind (zumindest nach Lippenbekenntnis) die Grünen aber heute für reines Teufelswerk halten.

    Die Gesellschaft hat sich einfach in den letzten 30 Jahren massiv verändert, auf allen relevanten Ebenen. Ökonomische Sicherheiten sind zunehmend weggebrochen, normative Vorstellungen sind heutzutage keine Selbstläufer mehr, sondern sind Diskussionsgegenstand. Das führt automatisch zu mehr Polarisierung und zu mehr Misstrauen und zu weniger Konsens.

    Und wenn dann der ultimative Konsens angeboten wird, der alles wieder gut macht, wenn man sich nur besinnen würde (ein wichtiges Grundmantra des Konservatismus), dann kann das eben sehr attraktiv sein.
    Schön zusammengefasst, das hab ich doch irgendwo schon einmal als Artikel gelesen.
    HerrFenrisWolf is online now

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