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Anarchie

  1. #41 Reply With Quote
    Ritter
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    Quote Originally Posted by Wocky View Post
    Stimmt. Er ist womöglich noch grundlegender.

    Das Leben ist ein erkenntnisgewinnender Prozess der vornehmlich auf tumbem Versuch und Irrtum basiert und sich auf seinem Weg dabei gewissen Zufällen und Notwendigkeiten fügen muss. Anthropozentrische Rationalität kann man bei der Betrachtung getrost vernachlässigen.
    Das sieht man schon am regelmäßigen Scheitern der klassischen, rationalitätsbezogenen Methodologie, die sich schlussendlich ausschließlich auf das Prinzip der zureichenden Begründung stützt, das die Rechtfertigung von Tatbeständen aller Art - ob ökonomische oder ordnungpolitische oder sonstwelche - durch Rekurs auf letzte, jedweder Kritik enthobene Gegebenheiten fundamentalen Charakters mit Hilfe eines logischen Ableitungsverfahrens postuliert und damit zu einem apologetisch-dogmatischen Programm führt.

    Um solche Hirngespinste kümmert sich aber der Lauf der Dinge nicht.

    Der Kapitalismus entzieht sich nicht umsonst einer strikten Definition. Er ist kein Programm und keine Ideologie. Er ist einfach ein zielloser Prozess, der sich blind zwischen Zufall und Notwendigkeit evolutionsartig vermittels Selbstorganisation, mutativ, rekombinierend und höchst selektiv seinen Weg sucht.
    Seine Eckpfeiler sind Eigentum, Profitstreben - was im Prinzip nichts anderes ist als aller Handlung einen Sinn zu geben - und das Problem der Knappheit aller Güter.
    Und damit ist der Kapitalismus uralt. Seit der Mensch nicht mehr nur jagt und sammelt wirtschaftet er und handelt im Kern kapitalistisch. Mit all dessen Folgen.
    Materielle Ungleichheit, Bedürfnisdisparität, Abhängigkeiten und Unabhängigkeit.
    Aber damit erweist er sich als außerordentlich erfolgreich und nachhaltig. Nachhaltig im Sinne von beständig. Er verschwindet nicht, wie alle bewährten, problemlösungsorientierten Konzepte und Strategien in der Natur.

    Nostalgische, idealistisch-ideologische, rührend-romantische Experimente hier und da in der Geschichte, meist basierend auf in irgendwelchen verstaubt und schlecht beleuchteten Studierstuben mühsam herbeiphilosophierten Luftschlösschen, bleiben dabei gescheiterte oder zum Scheitern verurteilte Episoden. Wie die Geschichte zeigt und zeigen wird.


    [Bild: Troll_Chiller05.gif]

    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Und das bei nur 20' Fußpflege. Aber mit Hühneraugenentfernung. o/

    Kühle, überlegte Beschreibung der tatsächlichen Zusammenhänge. Ich kann dir nur zustimmen. Du wirst allerdings kaum auf Zustimmung stoßen bei den "Wünsch dir was" Vertretern. Deren Motto ja immer noch ist, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.


    Moors
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  2. #42 Reply With Quote
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    Egal wie ihr den Kapitalismus zu verteidigen versucht. Der Kapitalismus ist keine natürliche Ordnung, ist keine Selbstverständlichkeit, die man akzeptieren muss. Der Kapitalismus ist ein falsches und krankes System. Man kann glaube ich sagen. Seit Beginn der Währung fing das System der Habgier an. Das einige Menschen begriffen, wie man diese Geldwährung ausnutzen kann, um mehr Macht zu bekommen. Und so könnte man den Kapitalismus auch besiegen. Die Währung abschaffen und den Menschen, zum Beginn jedenfalls, bis ein besseres System gefunden wird, Güter und Lebensmittel per Gutschein zur Verfügung zu stellen, die aber Namensgebunden sind. Und zeitlich befristet. Für das bessere, weil ehrlichere und fairere System weltweit einsetzen. Das muss unsere Aufgabe sein. Dann klappt das auch mit der Befreiung. Viele dachten bisher. Wir sind die freien Menschen. Hier stehen zwar Zäune, wie bei einem Gefängnis. Für uns ist das nicht gemacht. Doch! Wir sind die Gefangenen. Alle. In diesem falschen System. Aber es muss nicht so sein. Wir haben die Kraft das Gefängnis zu sprengen und frei zu sein. Wie die Natur das mal vorgesehen hat für uns alle!
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  3. #43 Reply With Quote
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    Egal wie ihr den Kapitalismus zu verteidigen versucht. Der Kapitalismus ist keine natürliche Ordnung, ist keine Selbstverständlichkeit, die man akzeptieren muss. Der Kapitalismus ist ein falsches und krankes System. Man kann glaube ich sagen. Seit Beginn der Währung fing das System der Habgier an. Das einige Menschen begriffen, wie man diese Geldwährung ausnutzen kann, um mehr Macht zu bekommen. Und so könnte man den Kapitalismus auch besiegen. Die Währung abschaffen und den Menschen, zum Beginn jedenfalls, bis ein besseres System gefunden wird, Güter und Lebensmittel per Gutschein zur Verfügung zu stellen, die aber Namensgebunden sind. Und zeitlich befristet. Für das bessere, weil ehrlichere und fairere System weltweit einsetzen. Das muss unsere Aufgabe sein. Dann klappt das auch mit der Befreiung. Viele dachten bisher. Wir sind die freien Menschen. Hier stehen zwar Zäune, wie bei einem Gefängnis. Für uns ist das nicht gemacht. Doch! Wir sind die Gefangenen. Alle. In diesem falschen System. Aber es muss nicht so sein. Wir haben die Kraft das Gefängnis zu sprengen und frei zu sein. Wie die Natur das mal vorgesehen hat für uns alle!
    Das Geldsystem gibt es aber schon so lange es den Menschen gibt. Wenn der Kapitalismus zu dem Zeitpunkt begonnen hat hat Wocky (Gott hab ihn seelig) recht und er ist humansystemimmanent.

    + Ich könnte mir nicht vorstellen wie man es ohne mich in ein Gefängnis zu stecken schaffen könnte dass ich mich noch unfreier fühle als wenn man mein Leben mit personalisierten, zeitlich begrenzten Gutscheinen für mich durchplant.
    Ich bin sowas von Sig.
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  4. #44 Reply With Quote
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    Das Geldsystem, was wir heute kennen, wurde in der Bronzezeit eingeführt. Und auch damals diente es dazu, die Menschen auszubeuten. Durch das Geldsystem wurden, wie heute, nur sehr wenige, sehr reich. Die meisten Menschen müssen ein Leben lang arbeiten, um zu überleben. Wer das Glück hat, in eine Familie geboren zu werden, die Geld ohne Ende besitzt, wird niemals den Druck haben, arbeiten zu müssen. In der Bronzezeit gab es sicherlich den Kapitalismus noch nicht. Aber Ausbeutung, Versklavung, Korruption und Kriege, kennen wir bis heute. Wenn auch unter anderen Bezeichnungen.

    Es gibt bereits theoretische Überlegungen zu einer Welt ohne Geld. Ich weiß nicht, ob darunter ein System ist, was in der Praxis funktionieren würde. Insofern würde ich auf eine Übergangslösung setzen. Und ich verspreche dir, dass Du diesen so gut wie nicht spüren wirst. Ob Du mit € Noten einkaufst, oder mit Papier, wo Gutschein drauf steht. Das wird keinen großen Unterschied machen. Es geht darum, dass Du mit diesen Gutscheinen keine Deals machen kannst, Dich nicht auf Kosten anderer bereicherst. Deswegen müssten die personalisiert sein. Das ganze nicht mit den Wertmarken verwechseln, die es nach dem 2. Weltkrieg gab.
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  5. #45 Reply With Quote
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    Das Geldsystem, was wir heute kennen, wurde in der Bronzezeit eingeführt. Und auch damals diente es dazu, die Menschen auszubeuten. Durch das Geldsystem wurden, wie heute, nur sehr wenige, sehr reich. Die meisten Menschen müssen ein Leben lang arbeiten, um zu überleben. Wer das Glück hat, in eine Familie geboren zu werden, die Geld ohne Ende besitzt, wird niemals den Druck haben, arbeiten zu müssen. In der Bronzezeit gab es sicherlich den Kapitalismus noch nicht. Aber Ausbeutung, Versklavung, Korruption und Kriege, kennen wir bis heute. Wenn auch unter anderen Bezeichnungen.
    Das ist ja dann schon fast so lange wie es den modernen Menschen gibt.

    Es gibt bereits theoretische Überlegungen zu einer Welt ohne Geld. Ich weiß nicht, ob darunter ein System ist, was in der Praxis funktionieren würde. Insofern würde ich auf eine Übergangslösung setzen. Und ich verspreche dir, dass Du diesen so gut wie nicht spüren wirst. Ob Du mit € Noten einkaufst, oder mit Papier, wo Gutschein drauf steht. Das wird keinen großen Unterschied machen. Es geht darum, dass Du mit diesen Gutscheinen keine Deals machen kannst, Dich nicht auf Kosten anderer bereicherst. Deswegen müssten die personalisiert sein. Das ganze nicht mit den Wertmarken verwechseln, die es nach dem 2. Weltkrieg gab.[/QUOTE]

    Wann bekommt man den Gutscheine für neu erfunde Dinge?
    Und was wenn ich mir ein Surfbrett kaufen möchte? Bekommt jeder Mensch einen Surfbrettgutschein? Oder muss man da für ein paar Jahre zusammensparen?
    Und was hindert mich daran mir ein Surfbrett von jemand anderem zu ertauschen der es sich für seinen Gutschein kauft obwohl er keines braucht?
    Am besten tausche ich gegen Gold (Schmuckgutscheine wird es ja auch geben müssen). Damit kann er sich dann etwas ertauschen was er braucht.
    Klingt eigentlich gar nicht so schlecht. Vielleicht könnte man das Gold dann auch in einheitliche größen formen?
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  6. #46 Reply With Quote
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    Den modernen Menschen gibt es laut der Wissenschaft schon seit knapp 150.000 Jahren. Insofern stimmt dein Argument schon mal nicht.

    "Haben, haben, haben." Nimm es mir bitte nicht übel. Aber so klingst Du ein wenig für mich. Stell dir bitte vor, das jeder so wäre. Standig das neuste Surfbrett Model, oder andere Dinge, haben muss. Und was bringt es überhaupt? Ich weiß und das ist erforscht. Wenn ein Mensch etwas neues bekommt, stellt sich ein Glücksgefühl ein. Das haben wir aus der Steinzeit geerbt, als es einen Vorteil mit sich brachte, nach einer anstrengenden und gefährlichen Jagdt, Beute mit nach Hause zu bringen. Nach dem selben Prinzip belohnen wir uns, in dem wir mit einem Klick etwas aus dem Onlineversand bestellen. Dieses Glücksgefühl wirkt ähnlich wie eine Droge, aber verklingt auch recht schnell. Egal, ich schweife ein wenig ab. Aber Fakt ist es. Wir brauchen nicht ständig alles neu. Aber vielleicht ist ja eine Zeit, mit ein wenig Verzicht, auch mal etwas Gutes. Oder?
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  7. #47 Reply With Quote
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    Den modernen Menschen gibt es laut der Wissenschaft schon seit knapp 150.000 Jahren. Insofern stimmt dein Argument schon mal nicht.
    Es gibt auch sehr unterschiedliche Meinungen dazu seit wann es Währungen gibt. Manchein durchaus angesehener Antropologe behauptet nämlich schon immer

    Quote Originally Posted by Brantgaard View Post
    "Haben, haben, haben." Nimm es mir bitte nicht übel. Aber so klingst Du ein wenig für mich. Stell dir bitte vor, das jeder so wäre. Standig das neuste Surfbrett Model, oder andere Dinge, haben muss. Und was bringt es überhaupt? Ich weiß und das ist erforscht. Wenn ein Mensch etwas neues bekommt, stellt sich ein Glücksgefühl ein. Das haben wir aus der Steinzeit geerbt, als es einen Vorteil mit sich brachte, nach einer anstrengenden und gefährlichen Jagdt, Beute mit nach Hause zu bringen. Nach dem selben Prinzip belohnen wir uns, in dem wir mit einem Klick etwas aus dem Onlineversand bestellen. Dieses Glücksgefühl wirkt ähnlich wie eine Droge, aber verklingt auch recht schnell. Egal, ich schweife ein wenig ab. Aber Fakt ist es. Wir brauchen nicht ständig alles neu. Aber vielleicht ist ja eine Zeit, mit ein wenig Verzicht, auch mal etwas Gutes. Oder?
    Das ist ja schnell gegangen von:
    "Ich verspreche dir du wirst es gar nicht merken" - zu "ich weiß was gut für dich ist."
    Ich sprach aber gar nicht von einem neuen Surfbrett, sondern von überhaupt einem - stellvertretend für so Dinge von denen eben nicht jeder genau n-viele braucht (oder möchte), sondern vielleicht nur jeder 100. eines.
    Es kann ja irgendetwas anderes sein - ein Rollstuhl zb.
    Oder soll man sich da auch im Verzicht üben?
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  8. #48 Reply With Quote
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    Du wirst aber doch sicher einsehen, dass Rollstühle wichtiger sind, wie Surfbretter. Das eine ist Luxus, dass andere ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit, überhaupt aus dem Haus zu kommen. Daher bin ich der Meinung, dass erst einmal Rollstühle gebaut werden. Und wenn dann noch Rohstoffe übrig sind, dürfen auch gerne Surfbretter gebaut werden. Und dann würdest auch Du sicher einen bekommen. Ich möchte dir nichts vorenthalten. Aber was ist mit dem Schmuck, den Du erwähnt hast? Und da entgegnete ich, dass wir doch bitte erst einmal das nötigste, für alle bereitstellen. Eben damit wirklich jeder erst einmal satt ist und ein Dach über den Kopf bekommt. Das jeder erst einmal eine ärztliche Grundversorgung bekommt, eine Schulausbildung und etwas Kultur. Wenn diese Basics befriedigt werden, kann man über weiteren Luxus nachdenken. Aber wir dürfen die Umwelt dabei nicht vergessen. Wir sind auf das Überleben der Umwelt angewiesen. Umgekehrt ist das nicht so. Vielleicht würdest Du doch etwas vom Wandel mitbekommen. Aber wenn jetzt alles den Bach herunter geht, weil das Klima sich gewaltig verschlechtert, für ein Überleben. Dann mussen wir alle einen sehr hohen Preis bezahlen, der mit Sicherheit dann höher ist, als bei ein bisschen Verzicht. Oder was meinst Du?
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  9. #49 Reply With Quote
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    Du wirst aber doch sicher einsehen, dass Rollstühle wichtiger sind, wie Surfbretter. Das eine ist Luxus, dass andere ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit, überhaupt aus dem Haus zu kommen. Daher bin ich der Meinung, dass erst einmal Rollstühle gebaut werden. Und wenn dann noch Rohstoffe übrig sind, dürfen auch gerne Surfbretter gebaut werden. Und dann würdest auch Du sicher einen bekommen. Ich möchte dir nichts vorenthalten. Aber was ist mit dem Schmuck, den Du erwähnt hast? Und da entgegnete ich, dass wir doch bitte erst einmal das nötigste, für alle bereitstellen. Eben damit wirklich jeder erst einmal satt ist und ein Dach über den Kopf bekommt. Das jeder erst einmal eine ärztliche Grundversorgung bekommt, eine Schulausbildung und etwas Kultur. Wenn diese Basics befriedigt werden, kann man über weiteren Luxus nachdenken. Aber wir dürfen die Umwelt dabei nicht vergessen. Wir sind auf das Überleben der Umwelt angewiesen. Umgekehrt ist das nicht so. Vielleicht würdest Du doch etwas vom Wandel mitbekommen. Aber wenn jetzt alles den Bach herunter geht, weil das Klima sich gewaltig verschlechtert, für ein Überleben. Dann mussen wir alle einen sehr hohen Preis bezahlen, der mit Sicherheit dann höher ist, als bei ein bisschen Verzicht. Oder was meinst Du?
    Na gut, das war zwar absolut nicht meine Frage - aber die Prioritäten sind damit geklärt.

    Nun aber wie läuft das mit den Rollstühlen?
    Bekommt jeder Mensch einen Gutschein für einen Rollstuhl? Oder bekommt man den verschrieben? Wer entscheidet das?
    Was ist wenn man Lebensmittelunverträglichkeiten hat? Kann man seine Gutscheine dann eintauschen? Oder muss man sich seine Milch abholen wenn man laktoseintolerant ist und dann hoffen dass sie jemand gegen etwas tauscht was man verträgt?
    Wie sieht es generell mit Hobbys aus? Darf man die noch haben?
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  10. #50 Reply With Quote
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    Wie der Übergang letztendlich abläuft, falls es ihn jemals geben sollte, kann ich nicht sagen. Ich gebe nur wieder, wie ich ihn für sinnvoll erachte. Und ich versuche deine Fragen so gut es geht, zu beantworten. Aber wie gesagt. Ich gebe hier meine Einschätzung wieder. Ich habe bisher noch keinen Fahrplan für einen Übergang zu einem Anarchistischen System gesehen.
    Zu deiner Frage. Ich stelle mir einen Gutschein mit einem Punktesystem vor. Du würdest als Beispiel pro Woche einen Gutschein mit 1000 Punkten erhalten. Diese 1000 Punkte darfst Du frei einsetzen. Wenn Du keine Milch verträgst, oder Schweinefleisch wegen Deiner Religion ablehnt, oder weil Du eine Allergie gegen etwas hast, oder etwas bestimmtes einfach nicht magst. Dann musst Du das nicht nehmen. Dann nimmst Du, was Du möchtest. Sofern etwas produziert wird, kannst Du es haben. Ein Anrecht auf einen Rollstuhl bekommst Du, sofern Du einen brauchst. Der würde Dir nicht von deinen 1000 Punkten abgezogen. Und vielleicht wird Dir auch das Surfbrett nicht von den 1000 Punkten abgezogen, wenn Du die Leute überzeugen kannst, dass Wellenreiten wichtig für Dich ist.
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  11. #51 Reply With Quote
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    Du sagtest eben:
    Sofern es produziert wird
    Das führt mich zu der Frage, wer eigentlich dann was und warum produzieren soll.

    „Die Menschen bedienen sich ihrer Vernunft nur dazu, um ihre Ungerechtigkeiten zu rechtfertigen, und die Sprache dient ihnen allein dazu, ihre Gedanken zu verbergen.“

    Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord
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  12. #52 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Brantgaard View Post
    Wie der Übergang letztendlich abläuft, falls es ihn jemals geben sollte, kann ich nicht sagen. Ich gebe nur wieder, wie ich ihn für sinnvoll erachte. Und ich versuche deine Fragen so gut es geht, zu beantworten. Aber wie gesagt. Ich gebe hier meine Einschätzung wieder. Ich habe bisher noch keinen Fahrplan für einen Übergang zu einem Anarchistischen System gesehen.
    Zu deiner Frage. Ich stelle mir einen Gutschein mit einem Punktesystem vor. Du würdest als Beispiel pro Woche einen Gutschein mit 1000 Punkten erhalten. Diese 1000 Punkte darfst Du frei einsetzen. Wenn Du keine Milch verträgst, oder Schweinefleisch wegen Deiner Religion ablehnt, oder weil Du eine Allergie gegen etwas hast, oder etwas bestimmtes einfach nicht magst. Dann musst Du das nicht nehmen. Dann nimmst Du, was Du möchtest. Sofern etwas produziert wird, kannst Du es haben. Ein Anrecht auf einen Rollstuhl bekommst Du, sofern Du einen brauchst. Der würde Dir nicht von deinen 1000 Punkten abgezogen. Und vielleicht wird Dir auch das Surfbrett nicht von den 1000 Punkten abgezogen, wenn Du die Leute überzeugen kannst, dass Wellenreiten wichtig für Dich ist.
    Na jetzt kann ich mir das schon viel besser vorstellen.
    Eine Frage noch: Darf ich zu meinen Punkten Euro sagen?
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  13. #53 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Seelenschnitte View Post
    Du sagtest eben:

    Das führt mich zu der Frage, wer eigentlich dann was und warum produzieren soll.
    ..

    In der Anarchie soll es nicht darum gehen, alles abzuschaffen. Die Industrie als Beispiel wird erhalten und die Arbeiter können weiter zur Arbeit gehen. Es gibt halt keine Chefs mehr, Vorarbeiter und Meister, die den Arbeitern etwas vorschreiben. Warum sollten aber die Arbeiter weiterhin zur Arbeit gehen? Warum sollten sie noch Leistung bringen? Weil wir doch den Bedarf an Gütern haben, an Lebensmitteln. Jeder von uns. Und wir sind nicht mehr von Chefs abhängig. Wir sind dann alle Mibesitzer dieser Fabrik und wirklich jeder darf Ideen einbringen. Was in einer Hirachie so nicht möglich ist. Wo die Anarchie bisher existiert hat, war sie wesentlich produktiver, als der Kapitalismus. Weil jeder Mitbestimmung hat, weil jeder seine Stärken auch einsetzen darf. Weil Unterdrückung einfach nicht zum Menschen passt. Auch wenn wir uns scheinbar an die Unterdrückung gewöhnt haben.

    Und wenn jemanden der Begriff Euro besser passt, als Punkte, ist das bestimmt auch so in Ordnung. Anarchie bedeutet Freiheit. Auch die Freiheit des Denkens.
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  14. #54 Reply With Quote
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    ..

    In der Anarchie soll es nicht darum gehen, alles abzuschaffen. Die Industrie als Beispiel wird erhalten und die Arbeiter können weiter zur Arbeit gehen. Es gibt halt keine Chefs mehr, Vorarbeiter und Meister, die den Arbeitern etwas vorschreiben. Warum sollten aber die Arbeiter weiterhin zur Arbeit gehen? Warum sollten sie noch Leistung bringen? Weil wir doch den Bedarf an Gütern haben, an Lebensmitteln. Jeder von uns. Und wir sind nicht mehr von Chefs abhängig. Wir sind dann alle Mibesitzer dieser Fabrik und wirklich jeder darf Ideen einbringen. Was in einer Hirachie so nicht möglich ist. Wo die Anarchie bisher existiert hat, war sie wesentlich produktiver, als der Kapitalismus. Weil jeder Mitbestimmung hat, weil jeder seine Stärken auch einsetzen darf. Weil Unterdrückung einfach nicht zum Menschen passt. Auch wenn wir uns scheinbar an die Unterdrückung gewöhnt haben.

    Und wenn jemanden der Begriff Euro besser passt, als Punkte, ist das bestimmt auch so in Ordnung. Anarchie bedeutet Freiheit. Auch die Freiheit des Denkens.
    Also mein Job wäre ohne meinen Chef echt schwer erträglich. Er fängt viel organisatorisches ab und managed meine Zeit.
    Wo liegt mein benefit wenn ich keinen Chef mehr habe?
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  15. #55 Reply With Quote
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    ..

    In der Anarchie soll es nicht darum gehen, alles abzuschaffen. Die Industrie als Beispiel wird erhalten und die Arbeiter können weiter zur Arbeit gehen. Es gibt halt keine Chefs mehr, Vorarbeiter und Meister, die den Arbeitern etwas vorschreiben. Warum sollten aber die Arbeiter weiterhin zur Arbeit gehen? Warum sollten sie noch Leistung bringen? Weil wir doch den Bedarf an Gütern haben, an Lebensmitteln. Jeder von uns. Und wir sind nicht mehr von Chefs abhängig. Wir sind dann alle Mibesitzer dieser Fabrik und wirklich jeder darf Ideen einbringen. Was in einer Hirachie so nicht möglich ist. Wo die Anarchie bisher existiert hat, war sie wesentlich produktiver, als der Kapitalismus. Weil jeder Mitbestimmung hat, weil jeder seine Stärken auch einsetzen darf. Weil Unterdrückung einfach nicht zum Menschen passt. Auch wenn wir uns scheinbar an die Unterdrückung gewöhnt haben.

    Und wenn jemanden der Begriff Euro besser passt, als Punkte, ist das bestimmt auch so in Ordnung. Anarchie bedeutet Freiheit. Auch die Freiheit des Denkens.
    Genau das Gleiche hat man auch schon 1789 in Frankreich gesagt. Haargenau das Gleiche.

    „Die Menschen bedienen sich ihrer Vernunft nur dazu, um ihre Ungerechtigkeiten zu rechtfertigen, und die Sprache dient ihnen allein dazu, ihre Gedanken zu verbergen.“

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    Seelenschnitte is offline Last edited by Seelenschnitte; 06.08.2019 at 18:24.

  16. #56 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Weltenschmerz View Post
    Also mein Job wäre ohne meinen Chef echt schwer erträglich. Er fängt viel organisatorisches ab und managed meine Zeit.
    Wo liegt mein benefit wenn ich keinen Chef mehr habe?
    In einer Firma ist niemand alleine. Und im besten Fall unterstützen sich alle. Niemand kann alles alleine. Und ich finde das jeder seinen Job machen soll, wie er, oder sie kann. Und nicht immer dieses mehr darüber hinaus. Ohne Chef wird der Wettbewerb genommen. Das Mitarbeiter ständig versuchen, besser zu sein, wie die anderen. Um in bessere Lohngruppen eingeteilt zu werden. So werden in Firmen die Mitarbeiter in einer kapitalistischen Welt gegeneinander ausgespielt. Ich glaube aber, dass Arbeiter, wenn sie frei sind von Zwängen, produktiver sein können. Ein Muss ist das aber nicht.

    Quote Originally Posted by Seelenschnitte View Post
    Genau das Gleiche hat man auch schon 1789 in Frankreich gesagt. Haargenau das Gleiche.
    Das ganze endete in einer Katastrophe und am Ende erneut in einer Diktatur. Richtig? Immerhin weiß man ziemlich genau, was damals so alles passiert ist und schief lief und wird hoffentlich aus vergangenen Fehlern gelernt haben. Meine Einschätzung. Das ganze muss auf jeden Fall ohne Gewalt passieren. Vielleicht werden zwei, oder drei Systeme nebeneinander Existieren. Das muss ja auch nicht schlimm sein. Dann hat man sogar die Wahl, wie man Leben möchte, Freiheit und zwar grenzenlos, oder sich einem Kapitalisten, oder einem Staat unterwirft.
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  17. #57 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Brantgaard View Post
    In einer Firma ist niemand alleine. Und im besten Fall unterstützen sich alle. Niemand kann alles alleine. Und ich finde das jeder seinen Job machen soll, wie er, oder sie kann. Und nicht immer dieses mehr darüber hinaus. Ohne Chef wird der Wettbewerb genommen. Das Mitarbeiter ständig versuchen, besser zu sein, wie die anderen. Um in bessere Lohngruppen eingeteilt zu werden. So werden in Firmen die Mitarbeiter in einer kapitalistischen Welt gegeneinander ausgespielt. Ich glaube aber, dass Arbeiter, wenn sie frei sind von Zwängen, produktiver sein können. Ein Muss ist das aber nicht.
    Aber Führungskräfte haben ja auch eine Aufgabe. Sie einfach ersatzlos zu streichen wird mmn. sehr viel verkomplizieren und das Arbeiten für die produktiven Menschen viel schwieriger machen.

    Mir kommt so allgemein vor du hast ein paar sehr gut gemeinte Ideen die aber nie zuende gedacht sind.
    Ich hätte glaube ich die besten Voraussetzungen um Anhänger einer linksradikalen Idee zu werden, aber was du erzählst überzeugt mich leider kein bisschen.
    Ich rate dir (gut gemeint) deine Ideen und deine Argumentation zu überdenken. Denn wenn du es nicht schaffst mich zu überzeugen wird es dir bei kaum einem Anderen gelingen.
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  18. #58 Reply With Quote
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    Es gibt weltweit überall etliche kollektivistisch und basisdemokratisch organisierte Betriebe, in der Regel nennt sich sowas Genossenschaft.
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  19. #59 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by ulix View Post
    Es gibt weltweit überall etliche kollektivistisch und basisdemokratisch organisierte Betriebe, in der Regel nennt sich sowas Genossenschaft.
    Wie funktionieren die genau?
    Gibt es dort Führungskräfte? Wer organisiert die Arbeit?
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  20. #60 Reply With Quote
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    Es ist so, wie es ist. Es gibt Menschen die angeleitet werden wollen. Die jemanden brauchen, der über ihnen steht. Solche Leute wird man nicht für Anarchie begeistern können. Aber es sollte klar sein, dass nicht jeder erreicht werden kann.

    Anscheinend gibt es da ein Missverständnis. Was ich hier erzähle, ist nicht meine Idee. Die Idee von der ich spreche ist genauso alt, wie Marx seine Idee. Schon bei der I Internationalen zeigte sich, dass die Unterschiede zwischen Kommunisten und Anarchisten sehr groß war.
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