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Warum wurde der Sozialismus nicht verwirklicht?

  1. #41 Reply With Quote
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    "Warum gabs das nicht?"

    "Gab es."

    "Aber nicht genug und vor langer Zeit. Ich hatte zwar Unrecht, aber das würde ich so nie zugeben."

    Die chinesische Führung hat sich vom Sozialismus verabschiedet. Es gibt kein kapitalistischeres Land auf der Erde.
    ulix is offline

  2. #42 Reply With Quote
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    Eine Diskussion kommt nicht zu Stande. Hm.
    Seltsamerweise interessiert es die Forumslinken gar nicht warum der Sozialismus nie verwirklicht wurde.
    Zumindest gibt es keinerlei Erklärversuche und keine systematischen Vorschläge wie man es besser machen kann.
    Doch erst wenn es hier Fortschritte gäbe, wäre Sozialismus denkbar.
    Nein. Ich bin der Ansicht, der Sozialismus wurde verwirklicht. Ich bin der Ansicht, die Sowjetunion und die Staaten des Warschauer Paktes praktizierten eine Form von Sozialismus. Ob diese Form gut oder schlecht war, ist eine ganz andere Diskussion. Die Republik Kuba praktiziert eine Form von Sozialismus. Die Demokratische Volksrepublik Korea praktiziert... naja, sie praktiziert eine beschissene nationalistische Abweichung, aber im Grunde ist auch ihr Juche eine Art von Sozialismus. In diesen Staaten gab es und gibt es nur ein Minimum an privater Wirtschaft und gab und gibt es de fakto keine kapitalistische Klasse, wie es sie in kapitalistischen Staaten gibt. Versteh mich nicht falsch. Das ist keine Wertung dieser Staaten in irgendeiner anderen Form. Wir können gerne darüber sprechen, weshalb in diesen Staaten keine liberalen demokratischen Rechtsstaaten wie die kapitalistischen Modelldemokratien (welche nebenbei auch nur eine kleine Minderheit der kapitalistischen Staaten darstellen) waren. Aber diese Staaten haben, in einigen Fällen länger als ein halbes Jahrhundert, ohne Kapitalismus existiert.

    Hier mal ein Video, das sich, offensichtlich aus leninistischer Perspektive, der Frage annimmt, ob die UdSSR sozialistisch waren:

    [Video]
    Raider is online now Last edited by Raider; 11.08.2019 at 19:45.

  3. #43 Reply With Quote
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    Aber diese Staaten haben, in einigen Fällen länger als ein halbes Jahrhundert, ohne Kapitalismus existiert.
    Ohne Kapitalismus heißt aber noch lange nicht, dass sie sozialistisch wären.

    Ja, der real existierende Sozialismus des ehemaligen Ostblocks entstammt dem sozialrevolutionären Zweig der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Aber für mich hat sich dieser Teil der Bewegung von den Idealen des Sozialismus verabschiedet, als Lenin konstatierte, dass das Proletariat nur zu trade-unionistischem Denken in der Lage sei und deshalb von Berufsrevolutionären der Partei geführt werden müsste. Was danach kam, war eine Parteiendiktatur, welche die Arbeiter eher knechtete denn befreite.

    Der real existierende Sozialismus hat sich historisch erledigt, darüber brauchen wird nicht weiter zu reden. Warum also sollte darüber weiter mit jemanden diskutieren, dessen einzige Vorstellung vom Sozialismus die real existierende ist und dabei ignoriert, dass es noch einen weiteren zweig der Arbeiterbewegung gab, welche seit nunmehr eineinhalb Jahrhunderten mehr oder weniger rfolgreich agiert?
    smiloDon is offline

  4. #44 Reply With Quote
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    Ohne Kapitalismus heißt aber noch lange nicht, dass sie sozialistisch wären.

    Ja, der real existierende Sozialismus des ehemaligen Ostblocks entstammt dem sozialrevolutionären Zweig der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Aber für mich hat sich dieser Teil der Bewegung von den Idealen des Sozialismus verabschiedet, als Lenin konstatierte, dass das Proletariat nur zu trade-unionistischem Denken in der Lage sei und deshalb von Berufsrevolutionären der Partei geführt werden müsste. Was danach kam, war eine Parteiendiktatur, welche die Arbeiter eher knechtete denn befreite.

    Der real existierende Sozialismus hat sich historisch erledigt, darüber brauchen wird nicht weiter zu reden. Warum also sollte darüber weiter mit jemanden diskutieren, dessen einzige Vorstellung vom Sozialismus die real existierende ist und dabei ignoriert, dass es noch einen weiteren zweig der Arbeiterbewegung gab, welche seit nunmehr eineinhalb Jahrhunderten mehr oder weniger rfolgreich agiert?
    Ich werde nicht behaupten, dass ich ein Experte in der Sache bin, ich habe mich mit der Sowjetunion ein bisschen beschäftigt und ich habe mit mit der DDR ein bisschen beschäftigt, aber ich bin der Ansicht dass sich die Notwendigkeit einer revolutionären Vorkämpferschaft in Form einer Kommunistischen Partei sich im Falle des Zaristischen Russlands aus den historischen Bedingungen ergeben hat. In den anfänglichen Jahrzehnten der Union, in denen es von Bürgerkrieg, zu Hungersnot, zu Weltkrieg ging, hatte eine sozialistische Gesellschaft, die nicht um einen starken, authoritären Staat herum organisiert war, keine langfristige Überlebenschance. Bedeutet das einen Verrat am Sozialismus? Das zu behaupten würde meiner Ansicht nach zu weit gehen. Diese Staaten haben, nach Möglichkeit, sozialistische Methoden implementiert.

    Damit behaupte ich nicht, dass die Interpretation des Sozialismus, die auf Lenin-Stalin zurückgeht auch, gerade in einem entwickelten westlichen Land, alternativlos ist. Ganz im Gegenteil. Ein theoretisches modernes sozialistisches Deutschland wäre mit Sicherheit keine "Deutsch Demokratische Replik" sondern etwas, das mit dem letzten sozialistischen Staat auf deutschem Boden mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten hätte aber in dem man die Staaten des Warschauer Pakts einfach nur als "Nicht Sozialismus" oder, gemäß dem alten trotzkyistischen Kampfbegriffes als "Staatskapitalismus" abtut, ignoriert man ein unglaublich wichtiges Kapitel der Geschichte der Arbeiterbewegung aus dem man und von dem man lernen kann.
    Raider is online now

  5. #45 Reply With Quote
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    Ich werde nicht behaupten, dass ich ein Experte in der Sache bin, ich habe mich mit der Sowjetunion ein bisschen beschäftigt und ich habe mit mit der DDR ein bisschen beschäftigt, aber ich bin der Ansicht dass sich die Notwendigkeit einer revolutionären Vorkämpferschaft in Form einer Kommunistischen Partei sich im Falle des Zaristischen Russlands aus den historischen Bedingungen ergeben hat. In den anfänglichen Jahrzehnten der Union, in denen es von Bürgerkrieg, zu Hungersnot, zu Weltkrieg ging, hatte eine sozialistische Gesellschaft, die nicht um einen starken, authoritären Staat herum organisiert war, keine langfristige Überlebenschance. Bedeutet das einen Verrat am Sozialismus? Das zu behaupten würde meiner Ansicht nach zu weit gehen. Diese Staaten haben, nach Möglichkeit, sozialistische Methoden implementiert.
    Lenin hatte sich schon lange vor der Oktoberrevolution von demokratischen und damit auch sozialistischen Prinzipien verabschiedet. In seiner 1902 erschienen Schrift "Was tun?" entwirft er eine Partei des neuen Typs, eine Kaderpartei von Berufsrevolutionären. Damit legte er die Grundlage für das autokratische System aller Ostblockstaaten.
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    Damit behaupte ich nicht, dass die Interpretation des Sozialismus, die auf Lenin-Stalin zurückgeht auch, gerade in einem entwickelten westlichen Land, alternativlos ist. Ganz im Gegenteil. Ein theoretisches modernes sozialistisches Deutschland wäre mit Sicherheit keine "Deutsch Demokratische Replik" sondern etwas, das mit dem letzten sozialistischen Staat auf deutschem Boden mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten hätte aber in dem man die Staaten des Warschauer Pakts einfach nur als "Nicht Sozialismus" oder, gemäß dem alten trotzkyistischen Kampfbegriffes als "Staatskapitalismus" abtut, ignoriert man ein unglaublich wichtiges Kapitel der Geschichte der Arbeiterbewegung aus dem man und von dem man lernen kann.
    Natürlich kann man daraus lernen. Aber wie man es auch dreht und wendet, der Marxismus-Leninismus ist historisch gescheitert.

    Aber es gab ja noch den anderen Zweig der Arbeiterbewegung, welche hierzulande mehr oder weniger erfolgreich war: die Sozialdemokratie und der von ihr propagierte demokratische Sozialismus. Und darüber lohnt sich eine weitergehende Diskussion.
    smiloDon is offline

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