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  1. #121 Reply With Quote
    La fionda dei cereali  Luceija's Avatar
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    Kleine, knisternde Blitze jagten über das Wasser. Ihre winzigen Adern krallten sich in die bläuliche Oberfläche und rauschten in alle Richtungen davon, nachdem sie ihrer Quelle entsprungen waren. Unkontrolliert und völlig ungefährlich, aber diesen kurzen Reiz auf der Haut hinterlassend, den jeder in der Umgebung spüren würde. Leif war stumm, aber nicht geräuschlos, dafür jedoch völlig überrascht ins Wasser geschlagen. Für wenige Sekunde umfing das Meer seinen Körper vollständig, presste sich an ihn und ließ ihn nur schwerlich wieder gehen, als er auftauchte. Das der Schwede Luceija nicht mit sich gerissen hatte, fiel ihm erst jetzt auf. Sie stand, selbstgefällig grinsend, noch immer vor ihm und sah ihn an. Etwas aus dem Gleichgewicht, aber stabil. Bis er kurzentschlossen ihrem Arm fischte, sie ruckartig in seine Richtung zog und ebenfalls untergehen ließ. Zwei Sekunden und sie tauchte unversehrt neben ihm wieder auf. Schnaufend, nach Luft schnappend, aber-...lachend? "Mir war nicht klar, dass du vor dem Essen noch eine Runde schwimmen gehen willst.", bemerkte er grinsend und nahm nur langsam Notiz davon, wie sie neben ihm saß: Zufrieden. Lachend. Bildschön und ja-...unwiderstehlich. Es war kein einfaches, niederes Verlangen, sondern mehr. Sein Arm der sie umfasste, an sich zog, wobei all das kaum schnell ging, obwohl er diesen Moment nicht erwarten konnte. Sie tatsächlich küssend, wie sie es ihm eben schuldig geblieben war. Es war kein einzelner Kuss, den er ihr gab, sondern diese aufrichtig liebevolle Zuneigung, mit der Leif sie auf sich zog, ihr Gesicht umfasste und sie küsste. Wieder und wieder, ohne ein Ende anzudeuten, nicht aber ohne kurze, intensive Blicke in ihr Grün. Eine Absicherung einfordernd, ob er das hier noch durfte. Sie küssen und SO ansehen durfte, in diesem völlig durchnässten Stoff, den auch er trug, Haare, die sich nass an die Stirn beider hefteten in diesem Moment, der vielleicht viel zu weit gingen, weil sie offiziell nicht mehr dieses Paar waren, als dass sie sich scheinbar fühlten.


    Annalisa - Bianco, Nero e Grigio

    Sie hätte damit rechnen müssen, dass er zurück schlug. Aber sie ließ sich so ablenken, wie er sich hatte ablenken lassen, durch dieses überaus listige Manöver einer Frau, die genau das vorgehabt hatte: Ihn wenigstens einmal den Geschmack dieses über alle Masse perfekten Meeres schmecken zu lassen und zu spüren, wie gut es sich anfühlen konnte. Und wie ultimativ gut es sich wirklich anfühlen konnte bemerkte sie nun sogar selbst, als sie über sie beide lachte, selbst wieder auftauchte, es genoss, dass es dieser Moment war der die absolute Schwere der letzten Monate von ihnen abwusch, der reinigte, was sich anfühlte als wäre es nie wieder zu beseitigen. Und wenn es nur für diesen Moment war, in dem sie sich zu ihm und auf ihn und in diese Küsse ziehen ließ. Sie mit den Armen Halt an ihm fand und das Meerwasser ihrer Heimat von seinen Lippen schmeckte. Es liebte, wie perfekt er aussah. Liebte, wie viel er hier investiert hatte, nur um sie wieder und wieder zu retten. Um ihr dieses Lächeln zu schenken, welches sie jetzt hatte und sich keine Sekunde so anfühlte, als wären sie auseinander, obwohl sie es waren. Obwohl in jedem Kuss die Wahrheit steckte: Dass das hier, also ein friedliches, entspanntes, leichtes Leben, nicht mehr ohne den anderen funktionieren würde. Obwohl keiner diese Wahrheit aussprach. Stattdessen klebte ihre Hand in seinem Gesicht, fuhr durch die vollkommen nassen, blonden Haare und alles was sie zwischen Millionen Küssen sagte, war: "..und ich hab geglaubt du wolltest Kochen und keinen Fisch zum Abendessen mit bloßer Hand fangen."
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  2. #122 Reply With Quote
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    Annalisa - Bianco, Nero e Grigio

    Sie hätte damit rechnen müssen, dass er zurück schlug. Aber sie ließ sich so ablenken, wie er sich hatte ablenken lassen, durch dieses überaus listige Manöver einer Frau, die genau das vorgehabt hatte: Ihn wenigstens einmal den Geschmack dieses über alle Masse perfekten Meeres schmecken zu lassen und zu spüren, wie gut es sich anfühlen konnte. Und wie ultimativ gut es sich wirklich anfühlen konnte bemerkte sie nun sogar selbst, als sie über sie beide lachte, selbst wieder auftauchte, es genoss, dass es dieser Moment war der die absolute Schwere der letzten Monate von ihnen abwusch, der reinigte, was sich anfühlte als wäre es nie wieder zu beseitigen. Und wenn es nur für diesen Moment war, in dem sie sich zu ihm und auf ihn und in diese Küsse ziehen ließ. Sie mit den Armen Halt an ihm fand und das Meerwasser ihrer Heimat von seinen Lippen schmeckte. Es liebte, wie perfekt er aussah. Liebte, wie viel er hier investiert hatte, nur um sie wieder und wieder zu retten. Um ihr dieses Lächeln zu schenken, welches sie jetzt hatte und sich keine Sekunde so anfühlte, als wären sie auseinander, obwohl sie es waren. Obwohl in jedem Kuss die Wahrheit steckte: Dass das hier, also ein friedliches, entspanntes, leichtes Leben, nicht mehr ohne den anderen funktionieren würde. Obwohl keiner diese Wahrheit aussprach. Stattdessen klebte ihre Hand in seinem Gesicht, fuhr durch die vollkommen nassen, blonden Haare und alles was sie zwischen Millionen Küssen sagte, war: "..und ich hab geglaubt du wolltest Kochen und keinen Fisch zum Abendessen mit bloßer Hand fangen."


    Es war warm. Dieses Wasser, welches sich um ihre Hüften und Beine rankte, sie mit jeder Welle mehr zudeckte und aufnahm. So perfekt nach Freiheit und diesem sorglosen Leben roch und schmeckte, das sie beide im Grunde nur verdient haben konnten. Über das Kleingedruckte all dessen hier machte sich in diesem Moment keiner Gedanken. Es war Liebe, der immer noch etwas im Weg stand. Morgen früh, an jedem anderen Tag, aber nicht jetzt, als Leif sie hielt, ihre Worte mit einem milden Lächeln erwiderte, aber nicht antwortete, bevor er sie nicht noch einmal geküsst hatte. "...ich wollte kochen, ja...", bemerkte er flüsternd und grinste düster, gab ihr 'Schuld' an der jetzigen Situation, die er zweifelsohne genoss. Seine Hände lagen längst nicht mehr in ihrem Gesicht, sondern hatten sich weiter verirrt. Ihre Schultern gespürt, ihre Hüfte, sie weiter an den eigenen Körper gezogen und die Finger leicht im Stoff ihrer Jeans und ihres Oberteils vergraben. Es leicht nach oben geschoben, um diese perfekte Haut zu fühlen. Unaufdringlich, aber durchaus-...nah. Ohne Erwartungen, ohne Druck, denn ja-...sie sollte sich auf andere Dinge konzentrieren, als auf sie beide. Doch all das war weit entfernt. Selbst für Leif.
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  3. #123 Reply With Quote
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    Es war warm. Dieses Wasser, welches sich um ihre Hüften und Beine rankte, sie mit jeder Welle mehr zudeckte und aufnahm. So perfekt nach Freiheit und diesem sorglosen Leben roch und schmeckte, das sie beide im Grunde nur verdient haben konnten. Über das Kleingedruckte all dessen hier machte sich in diesem Moment keiner Gedanken. Es war Liebe, der immer noch etwas im Weg stand. Morgen früh, an jedem anderen Tag, aber nicht jetzt, als Leif sie hielt, ihre Worte mit einem milden Lächeln erwiderte, aber nicht antwortete, bevor er sie nicht noch einmal geküsst hatte. "...ich wollte kochen, ja...", bemerkte er flüsternd und grinste düster, gab ihr 'Schuld' an der jetzigen Situation, die er zweifelsohne genoss. Seine Hände lagen längst nicht mehr in ihrem Gesicht, sondern hatten sich weiter verirrt. Ihre Schultern gespürt, ihre Hüfte, sie weiter an den eigenen Körper gezogen und die Finger leicht im Stoff ihrer Jeans und ihres Oberteils vergraben. Es leicht nach oben geschoben, um diese perfekte Haut zu fühlen. Unaufdringlich, aber durchaus-...nah. Ohne Erwartungen, ohne Druck, denn ja-...sie sollte sich auf andere Dinge konzentrieren, als auf sie beide. Doch all das war weit entfernt. Selbst für Leif.



    Noch mehr Küsse folgten. Arme, die sich um den Hals des Arztes wanden um sich zu halten. Jede nahende Welle machte all das hier schöner und machte intensiver was ohnehin schon die Luft zum Kochen brachte. "..tust dus noch?", fragte sie so, während er eigentlich keine Zeit für eine Antwort bekam, aber sich die Sizilianerin gnädig zeigte, als er sie mit beiden Händen am Hinterkopf hielt und ansah. Selbst so beschissen sehnsüchtig in dieses Grau sah. Lächeln musste, weil er so perfekt aussah mit diesen nassen Haaren und der durchnässten Kleidung. Ein kurzer, herausfordernder Blick folgte, einmal erneut, wie sie ihre Lippen sanft gegen seine presste und dann ihn schließlich mit sich nach unten drückte, flach hinunter, sodass sie das Wasser einnahm für einen Moment..in dem sie ihn unter dieser Wasseroberfläche küsste.
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  4. #124 Reply With Quote
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    Noch mehr Küsse folgten. Arme, die sich um den Hals des Arztes wanden um sich zu halten. Jede nahende Welle machte all das hier schöner und machte intensiver was ohnehin schon die Luft zum Kochen brachte. "..tust dus noch?", fragte sie so, während er eigentlich keine Zeit für eine Antwort bekam, aber sich die Sizilianerin gnädig zeigte, als er sie mit beiden Händen am Hinterkopf hielt und ansah. Selbst so beschissen sehnsüchtig in dieses Grau sah. Lächeln musste, weil er so perfekt aussah mit diesen nassen Haaren und der durchnässten Kleidung. Ein kurzer, herausfordernder Blick folgte, einmal erneut, wie sie ihre Lippen sanft gegen seine presste und dann ihn schließlich mit sich nach unten drückte, flach hinunter, sodass sie das Wasser einnahm für einen Moment..in dem sie ihn unter dieser Wasseroberfläche küsste.


    Es war die bildliche Variante ihres Zustandes: Diese Schwebe, in der sie sich nunmehr nicht nur emotional befanden. Unwissend, was der andere dachte und wollte, wohin das alles hier überhaupt führen würde. Es hielt Leif nicht davon ab, sie zu küssen. Nicht einmal darüber nachzudenken, irgendwann wieder Luft holen zu müssen, denn er würde keinem einzigen, notwendigen oder nicht notwendigen Teil seines Lebens je wieder nachkommen wollen, wenn er dafür das hier haben konnte. Nur durchbrochen vom kurzen Moment, indem sie ihn wieder an die Oberfläche ziehen musste. Luft holte, wobei er ihr wenig Zeit ließ und seine Lippen sofort wieder auf ihre setzte. Nur flüsterte, als er etwas sagen musste. "..sicher-...", erklärte er und lächelte sie an. Grub eine seiner Hände in den Boden unter ihnen, den Sand, durch den er sie beide hier hielt, obgleich die Wellen sehr seicht waren, die andere Hand versenkte er in ihrem Haar. "..aber es ist nicht so, als hätte schwimmen nicht auch seinen Reiz. Ich hab das jeden Abend gemacht, als du noch nicht hier warst.", erzählte er ihr und küsste sie wieder. Ganz so, als habe er nie vor aufzuhören.
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    Es war die bildliche Variante ihres Zustandes: Diese Schwebe, in der sie sich nunmehr nicht nur emotional befanden. Unwissend, was der andere dachte und wollte, wohin das alles hier überhaupt führen würde. Es hielt Leif nicht davon ab, sie zu küssen. Nicht einmal darüber nachzudenken, irgendwann wieder Luft holen zu müssen, denn er würde keinem einzigen, notwendigen oder nicht notwendigen Teil seines Lebens je wieder nachkommen wollen, wenn er dafür das hier haben konnte. Nur durchbrochen vom kurzen Moment, indem sie ihn wieder an die Oberfläche ziehen musste. Luft holte, wobei er ihr wenig Zeit ließ und seine Lippen sofort wieder auf ihre setzte. Nur flüsterte, als er etwas sagen musste. "..sicher-...", erklärte er und lächelte sie an. Grub eine seiner Hände in den Boden unter ihnen, den Sand, durch den er sie beide hier hielt, obgleich die Wellen sehr seicht waren, die andere Hand versenkte er in ihrem Haar. "..aber es ist nicht so, als hätte schwimmen nicht auch seinen Reiz. Ich hab das jeden Abend gemacht, als du noch nicht hier warst.", erzählte er ihr und küsste sie wieder. Ganz so, als habe er nie vor aufzuhören.


    "Das hier..?", fragte sie mit einem listigen lächeln. Hob leicht die Braue. Und setzte nochmal zu einem zärtlichen, intensiven Kuss an. Dann biss sie sich zart auf die Unterlippe und sah ihn einen Moment lang an. Lächelte erst, wischte sich das Salzwasser aus dem Gesicht und lachte nochmals zart. Vielleicht weil sie ihren eigenen Witz lächerlich fand. Aber kurz musste sie zurückblicken, daran denken, wie schmerzlich diese Zeit war, die sie alleine zurückgelassen wurde. Hätte er nicht theoretisch all DAS machen können? Selbst jetzt könnte er das noch.
    Sie hatte ihm vermutlich zu lange wortlos in die Augen gesehen und musste sich mit einem Blinzeln zurückholen. Diese Lederjacke die sie trug war mit Wasser voll-gesogen und fühlte sich an als habe man links und rechts einen Amboss auf ihre Schultern gestemmt. Und das war der Moment an dem vermutlich alles aus der Bahn geriet. An dem sie die Jacke während des permanenten Blickkontaktes, ohne ein Lächeln, auszog - erst den einen Ärmel, dann den anderen, und hinter sich in einem Paket an den Strand warf, wo es die Wellen nicht mit sich ziehen konnten..
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  6. #126 Reply With Quote
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    "Das hier..?", fragte sie mit einem listigen lächeln. Hob leicht die Braue. Und setzte nochmal zu einem zärtlichen, intensiven Kuss an. Dann biss sie sich zart auf die Unterlippe und sah ihn einen Moment lang an. Lächelte erst, wischte sich das Salzwasser aus dem Gesicht und lachte nochmals zart. Vielleicht weil sie ihren eigenen Witz lächerlich fand. Aber kurz musste sie zurückblicken, daran denken, wie schmerzlich diese Zeit war, die sie alleine zurückgelassen wurde. Hätte er nicht theoretisch all DAS machen können? Selbst jetzt könnte er das noch.
    Sie hatte ihm vermutlich zu lange wortlos in die Augen gesehen und musste sich mit einem Blinzeln zurückholen. Diese Lederjacke die sie trug war mit Wasser voll-gesogen und fühlte sich an als habe man links und rechts einen Amboss auf ihre Schultern gestemmt. Und das war der Moment an dem vermutlich alles aus der Bahn geriet. An dem sie die Jacke während des permanenten Blickkontaktes, ohne ein Lächeln, auszog - erst den einen Ärmel, dann den anderen, und hinter sich in einem Paket an den Strand warf, wo es die Wellen nicht mit sich ziehen konnten..


    Es geriet aus der Bahn. Widersprüchliche Gefühle, die sich mischten. Sie, die sich diese Jacke von den Schultern schob, entweder unbewusst in diesem unpassenden Moment oder-...sie, die dieses Angebot machte. Die ebenso viel zu schnell in diesen Küssen und dieser Zuneigung versank, wie der Schwede es tat, der nunmehr ebenso listig lächelte. Es hatte in diesen Wochen ohne sie keine Frau gegeben. Keine Einzige, die er auch nur ansah, wie er sie ansah, geschweige denn wie er seinen 'Fehler' Alicia oder dieses unbekannte Ding angesehen hatte. Nein, da war niemand, außer Arbeit und die Dinge die er ausschließlich mit sich selbst teilte, was-...durchaus auch Unmengen an Pizza und Bier gewesen waren. Natürlich. Aber es war genau diese Wirkung, diese Art, mit der sie unbewusst all das innert kürzester Zeit mit ihm tat, ihn zögern und so wahnsinnig werden ließ, wie absolut keine Frau es je sonst getan hatte. "Ich bin für gewöhnlich-...ohne Klamotten schwimmen gegangen, ja...", erwiderte er kurz vor einem Kuss, den er ihr gab und der wieder so viel mehr wurde, "...aber, da du uns beide jetzt so ins Wasser geworfen hast...", gab er die Geschichte halbwahr wieder und erneut wurde dieses Grinsen deutlich, "...ist es sicher besser, wenn wir...zurück ins Haus gehen und beide sofort diese nassen Sachen loswerden, damit du-...", er hauchte die letzten Worte nur noch, grinste breiter und konnte nicht von ihren Augen, geschweige denn ihren Lippen lassen, "...und ich...nicht krank werden oder...das ganze Haus zu einem neuen Sandstrand machen...", seine Stimme wurde kaum lauter, aber dieser Vorschlag hatte eine Tendenz. Besonders dann, als er sie erneut küsste und sie, die Hand noch immer in ihr Haar vergraben, bei sich hielt. Zweifellos ohne, dass es wehtun würde, aber mit der deutlichen Botschaft, dass er sie kaum je wieder loslassen wollte.
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  7. #127 Reply With Quote
    Held Shepard Commander's Avatar
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    Hanna Karvas

    Sprosse für Sprosse stieg Thadera die Feuerleiter empor, diesem abgenutzten Teil das sicher schon ewig nicht mehr überprüft worden war. Das Metall unter ihren Fingern war rau und porös, manche Sprosse bog sich leicht nach unten wenn zuviel Gewicht auf ihr lastete. Doch es ging aufwärts, auch wenn es sich für die Asari eher anfühlte als würde sie immer tiefer in die Scheiße sinken. Sie atmete tief durch und schaute kurz nach unten. Vermutlich war es normal das man kurz über seine Entscheidungen nachdachte, wenn diese einen in ein Haus voller bewaffneter Schläger führte. Dennoch war sie entschlossen, hatte sich auf ihr Ziel fokussiert. Sie würde nicht scheitern, nicht direkt auf der Zielgeraden.
    Dennoch hatte sie ein mieses Gefühl bei der Sache.
    Dieses Gefühl wurde dann auch noch dadurch bestärkt, dass sich ihr turianische Begleiter von ihnen verabschiedete, sehr zur Überraschung seiner Asari Teamkolleginnen. Nach einem kurzen Wortgefecht gab die muskulöse Asari nach, Thadera mischte sich nicht ein. Die beiden kannten sich offensichtlich schon lange und was war schon normal an so einem Tag? Vielleicht war es ja irgendein Geheimbefehl von der Spectre, oder ein erneuter Anfall turianischer Initialzündungen. Handelten alle Turianer mit einem Arm so undurchsichtig, oder sorgten die undurchsichtigen Handlungen dafür das solche Turianer nur einen Arm hatten? Ein philosophisches Gedankenspiel, doch es blieb keine Zeit.
    Lärm von unten kündigte den Zugriff an, es war Zeit ihren Teil beizutragen. Jezz brach mit biotischer Kraft durch eines der verbliebenen Fenster. Thadere richtete kurz die Weste welche ihr Vox gegeben hatte. Dann umhüllte ein blauer Schein ihre ebenso blaue Haut und die Füße der Asari stießen sich vom Plateau ab. Wie ein blauer Blitz schlug sie im Raum ein.

    Dort angekommen hatte Jezz schon begonnen ihren Auftrag auszuführen. Verwirrung verursachen, Chaos stiften, den Feind hemmen. Den Gegner daran hindern seine Taktik auszuführen, Gegenangriffe zu unterbinden. In gewisser Hinsicht war es für Thadera doch bekannt, wenn auch um weiten martialischer als gewöhnlich. Zurück zu den Wurzeln, in die Zeiten als Biotiball noch ein Trainingsspiel für Asari-Jägerinnen war.
    Ihre Kampfgefährtin hatte mit einem biotischen Zug schon einen der Menschen und den Turianer in die Luft gehoben, welche jetzt recht hilflos in der Luft hingen. Thadera peilte sie ohne lange zu zögern an, vollführte einen biotischen Wurf. Die geballte biotische Energie traf die beiden Söldner wuchtig in der Schwerelose. Hellblau entlud sich weitere Energie als dadurch das künstliche Feld zerbarst, biotische Explosionen erzeugte. Und beide Opfer der Kräfte unbarmherzig durch den Raum schleuderte. Der Mensch wurde von der Druckwelle weiter nach oben getragen, gegen die Decke. Zuerst gab es ein Krachen, dann ein Knacken. Dann ein leicht schmatzendes Geräusch als sich der Körper wieder von der Decke löste und seinen Weg nach unten suchte. Der Turianer wirbelte hingegen wie eine Puppe durch den Raum, bis auch sein Flug durch ein Hindernis gestoppt wurde. Ein Türrahmen beendete die unfreiwillige Levitation, doch brachte gleichzeitig den Kopf des Turianers in eine unnatürliche Position. Thadera blendete das sehr hässliche Knacken aus und fokussierte mit ihrem Blick den Batarianer vor sich. Dieser hatte seine Überraschung inzwischen abgeschüttelt und hob seine Maschinenpistole. Die Sportlerin leuchtete wieder hell auf, verlagerte ihre Barriere nach vorne. Vom künstlichen Massenfeld gezogen bewegten sich die Asari mit gewaltiger Geschwindigkeit durch den tiefblauen Tunnel auf ihren Gegner zu. Dieser drückte zwar noch ab, doch die wenigen ungezielten Projektile prallten von der Barriere ab.
    Wie ein Zug knallte die Asari gegen ihren Gegner, mit der Faust voran. Eine Kombination aus verschiedenen Knackgeräuschen zeugte vom Erfolg dieser Aktion, woraufhin der Batarianer krachend zu Boden ging.
    Von erstaunlicher Auffassungsgabe zeugte jedoch die Reaktion des verbliebenen Menschen, welcher sofort die richtigen Schlüsse aus dem Auftauchen zweier biotischer Kampfmaschinen zog. Ohne zu zögern verschwand der Söldner hinter dem Türrahmen.
    "Scheiße!", fluchten Thadera und Jezz zeitgleich. Selbst Thadera hatte den Plan mit dem Fenster für ungestüm gehalten, aber mitgehangen war mitgefangen. Jetzt mussten sie das beste aus der Situation machen. "Los weiter!", sprach sie entschlossen und nickte der Agentin zu. Sie mussten in Bewegung bleiben, man gewann eine Überzahlsituation nicht indem man rumstand. Beide hetzen aus der Tür, in den Flur. Thadera sah den Mann noch hinter der Ecke verschwinden, doch ihr biotisches Geschoß schlug nur gegen die Wand. Stattdessen hörten sie Stimmgewirr, aus beiden Seiten des Flures kommen. Kurz darauf segelte auch schon etwas um die Ecke.
    "Los zurück!", rief Jezz und zog die Sportlerin zurück in den Raum. Kurz darauf detonierte es im Flur hinter ihnen, die Wände schienen leicht zu zittern. "Granaten sind scheiße.", murmelte Thadera und erzeugte eine Barriere hinter ihrer Tür. Etwas hinter ihnen prallte daran ab, erneut folgte eine Explosion, begleitet von schreien und lautem Gefluche. "Nett, aber die nächste wird sicher einen Aufschlagzünder haben.", kommentierte Jezz angespannt, aber stattdessen brandete von draußen SMG-Feuer auf. Thadera sah die Barriere flackern, schweiß tropfte ihr von der Stirn. Lange würde eine Barriere dem nicht standhalten, insbesondere nicht einer Sprengladung.
    "Okay, also sind wir gefickt?", fragte die Sportlerin fatalistisch und schaute zu der anderen Asari. Diese ließ kurz die Nackenwirbel knacken.
    "Noch nicht, aber wohl schon an den Bettpfosten gefesselt, der Dinge harrend die da kommen.", erwiderte diese zynisch. Thadera schnaubte.
    "Bin gerade nicht in Stimmung.", erwiderte sie ließ die Barriere fallen und schleuderte eine Singularität in den Flur.
    Sie zeigte auf eine verrammelte Tür zum Nebenraum. "Schauen wir mal ob wir den Raum wechseln können. Und hoffen das Team Arschtritt unten schnell vorankommt." Jezz nickte knapp und öffnete den Kanal.
    "Hier Jezz, sind auf massiven Widerstand gestoßen und der Gegner scheinbar über eine Kiste mit Granaten gestolpert. Werden langsam eingekesselt, versuchen aber jetzt Stellungswechsel.", funkte die Asari energisch. Thadera schlug derweil mit Wucht gegen die Tür. Es splitterte. "Nochmal!", feuerte sie sich leise an.



    Wo Aas ist, da sammeln sich die Geier

    Yuika musste laut lachen als sie sich die Aufnahme auf ihrem Omnitool betrachtete. Ihre Schwester, die gerade mittels einem Vaporizer Dampf in das Zimmer blies, schaute verwirrt zu ihr herüber. "Was ist los?", fragte sie neugierig, wobei eine nach Mango riechende Wolke in Yuikas Richtung waberte. Yuika stoppte die Aufnahme und spulte sie ein Stück zurück. Airi lehnte sich herüber und sah in der recht unscharfen Aufnahme wie ein Glatzkopf von einer Frau durch eine Tür geboxt wurde. Yuika grinste zufrieden. "Meine Neugier zahlt sich aus."
    "Ist das da wo...?", hakte Airi nach und lehnte sich wieder ein Stück zurück. Ihre Zwillingsschwester nickte eifrig.
    "Genau, ich habe bevor ich gegangen bin eine kleine Kamera an meinem Beobachtungsposten installiert. Nichts besonderes, sendet an eine Cloud im Extranet, damit man es nicht auf mich zurückverfolgen kann. Mit dem richtigen Passwort kann man aber darauf zugreifen. Wollte eigentlich nur wissen ob C-Sec was unternimmt.", erklärte die Japanerin redselig und schaltete wieder auf den Livestream. Inzwischen war die Einsatzgruppe im Gebäude verschwunden. "Schneller als ich gedacht habe. Viel schneller..", sprach sie nachdenklich und betrachtete den Eingang. "Und? Jetzt gibt es eh nichts mehr zu sehen. Vielleicht höchstens wenn der Auftrag erledigt ist. Mach das aus.", entgegente Airi unbeeindruckt. Yuika schnaubte verächtlich. "Denk doch mal nach, wenn sie so schnell reagieren...das ist nicht das übliche Vorgehen von C-Sec bei Geiselnahmen." Nachdenklich trommelte sie mit den Fingern über den Tisch. Airi legte den Vaporizer beiseite.
    "Okay, was hast du vor?"
    "Auch wenn das größtenteils Kanonenfutter ist, so sind sie doch alle gut bewaffnet. Und es könnten noch mehr Waffen dort gelagert sein."
    "Die C-Sec garantiert beschlagnahmen wird.",erwiderte Airi nüchtern. "Sicher wenn sie genügend Manpower haben. Aber falls sich die Möglichkeit anbietet, unbemerkt schnell rein und wieder raus zu kommen..." "Bevor C-Sec es abriegelt. Dann könnte man einiges an Gewinn machen. Könnte klappen." "Können wir von der Lage abhängig machen, wenn es zu heiß ist lassen wir es. Aber es schadet nicht ein paar Vorbereitungen zu treffen.", verkündete die Schwarzhaarige mit leuchtenden Augen. "Also..?", hakte Airi ungeduldig nach.
    "Klemm deinen Arsch in die Rüstung, ich mache ein paar Anrufe. Schauen wir mal was der Tag noch so bringt."


    „Mister Gilles.“ Sowohl der einäugige Salarianer als auch der Mensch, die an den Monitoren im Kontrollzentrum saßen, nickten Nathan respektvoll zu. Ein weiterer Mann mit lässig vor der Brust baumelnden Mattock tat das nämliche. „Alles ruhig?“, fragte Nathan mit der professionellen Monotonie eines Werkarbeiters. „Alles gut. Die Männer gehen ihre Runden und verjagen die Schaulustigen“, sagte der Mensch, legte das rechte über das linke Bein und deutete Richtung Kamera. „Gut.“ Nathan merkte, wie von Minute zu Minute sein Herz stärker pochte. Er atmete es weg. Vier Sekunden heftig einatmen, vier Sekunden lang die Luft anhalten, vier Sekunden ausatmen, vier Sekunden die leeren Lungen in der heftigen Starre lassen. Die Nervosität legte sich. „Sind die neuen Waffen gut?“ Smalltalk. Der Mann, der an der Wand lehnte und offenbar so etwas wie eine Wache sein wollte begann sofort über die großartige Qualität seiner Person und der Mattock zu fachsimpeln. Nathan hörte gar nicht wirklich zu. Er legte die Hand auf seine Pistole. „Die hier ist nicht mehr so modern“, sagte er, zog sie vom Gürtel. Sie dekomprimierte vor der Augen der anderen drei und keiner ahnte etwas. Dann wanderte Nathans Blick von seiner Pistole zu dem Kamerabildschirm hinter dem Salarianer. Darauf war nichts zu sehen, dass wusste er. Aber die anderen nicht. „Was ist denn…?“ Alle Augen richteten sich auf den Monitor. In dem Moment schnellte Nathans Linke hoch, in ihr sein gebogenes Karambit-Messer. Mit einem schnellen Schnitt öffnete er die Halsschlagader des erschrocken dreinblickenden Wächters, jagte die Klinge in sein Kinn und ließ sich stecken. Der erste Schuss traf den Hinterkopf des Salarianers, verteilte grünliches Blut auf dem Bildschirm, den das Alien nur eine Sekunde vorher aufmerksam inspiziert hatte. Das zweite und dritte Projektil trafen Brust und Kopf des sich umdrehenden Menschen. Drei Sekunden. Der letzte Schuss galt dem sterbenden Wachmann zu Nathans Linker. Fünf Sekunden, dann lebten von vorher vier Individuen nur noch ein Mann. Der Killer warf einen schnellen Blick in den Gang, der zu dem Kontrollraum führte, sah jedoch niemanden. Rasch schaltete er die Kameras aus, verließ den Raum und versiegelte die Tür. „Commander, Schritt eins ist getan. Ich mache mich jetzt auf den Weg zum Haupttor“, funkte Gilles. „Verstanden“, gab der Spectre vom anderen Ende der Verbindung zurück.

    Der Killer kannte diese Gänge, er hatte sie sich eingeprägt. Er hatte schon gedanklich die Position bezogen, von der aus er seinen verheerenden Verrat aus begehen wollte. „Gilles!“, rief ihm jemand zu. „Keine Zeit“, antwortete er und hastete weiter. Niemand wunderte sich über die Kampfmontur, die der Killer angelegt hatte – dunkle Rüstung, Scharfschützengewehr, Pistole. In dieser Gegend musste man so herumlaufen, spätestens seit die großen Banden zerschlagen worden waren. Gilles erreichte die Konsole für die Tür mühelos. Einmal noch atmete er durch, dann drückte er den Schalter. „Die Barriere fällt, die Tür sollte sich jetzt öffnen. Willkommen im Paradies“, gab Gilles durch den Funk an T’Saari durch. „Gut. Feuer nach eigenem Ermessen.“ Gilles entfernte sich von dem Schalter. Vorerst würde niemandem auffallen, dass das Tor sperrangelweit offenstand. Der Zustand trügerischer Stille dauerte nicht lange an, dann fielen die ersten vereinzelten Schüsse und schon wurde aufgeregt über Funk gemeldet. Jegliche Disziplin war sofort dahin, ein eindeutiges Indiz für die mindere Qualität der angeheuerten Schläger. „Fuck, ich glaube wir werden von dem turianischen Militär angegriffen!“, jaulte einer. „Ich habe einen Geth gesehen“, meldete ein zweiter. „Unmöglich“, funkte ein dritter. „Idioten“, murmelte Gilles, erklomm eine kurze Leiter zu einem Laufsteg und setzte sich in den Schatten. Sein Scharfschützengewehr in den Händen lauerte er auf seine Opfer. Eine Gruppe aus sechs oder sieben Mann trabte unter ihm entlang, Gilles regte sich nicht. Zwei weitere Mann, einen Granatwerfer mit sich bringend, liefen kurz darauf in die andere Richtung. „Asari, Asari im Bunker!“, fluchte einer schnaufend. Gilles sah seine Chance gekommen, stieg hinab und ließ sich die letzten Stufen fallen. Asari, das musste der Spectre sein. Seine Überlebenschancen wären sicherlich höher, wenn er in T’Saaris Nähe war.

    Wenn es der Spectre war, dann war er in Schwierigkeiten. „Sterbt, ihr blauen Huren!“, keifte einer der beiden und feuerte Granate für Granate den Flur hinab. Am Ende bemerkte Gilles das unscheinbare Blau genutzter Biotik. Der andere Kerl ballerte ungezielt seine Maschinenpistole leer, fluchte, lud nach und setzte zu einem zweiten Sturm von Projektilen an. Gilles kniete sich ab, legte sein Gewehr an und zielte auf den Hinterkopf des Granatwerfers. Er atmete ein, sein Finger zitterte leicht am Abzug. Dann drückte er ab. Sein Ziel schnellte getroffen nach vorne, die letzte Granate explodierte von ihm ungehört. „Was zum…?“, rief der andere mit weitaus höherer Stimme, als Gilles vermutet hatte. Dann traf ihn ein Projektil mitten in die Brust. Der Mann rasselte, klappte zusammen und stützte sich auf alle viere. Nathan Gilles schob das Gewehr auf den Rücken, zückte seine Pistole und setzte dem Kerl im Vorbeigehen einen Gnadenschuss ins Genick. Vom anderen Ende kamen keine Schüsse und Gilles argwöhnte, dass die Asari ihre Waffen entweder verloren oder entleert hatten – oder sie hatten, dem Wahnsinn folgend, ohne gestürmt. Das ließ ihn aber zugleich vermuten, dass T’Saari nicht unter den Blauen war. Der Killer hob seine Waffe; sicher ist sicher. „Wenn ihr vom Spectre kommt, dann droht euch keine Gefahr“, sagte Gilles. Ein paar Augenblicke später erkannte er die Sportlerin. „Beeindruckend, dass Sie neben hervorragenden Spielleistungen auch eine ausgezeichnete Kämpferin zu sein scheinen“, schmeichelte er, lächelte und senkte die Waffe. „Geben Sie an T’Saari durch, dass ich Sie gefunden habe“, sagte er an die andere Asari, ein absurd muskulöses Modell, gewandt.
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  8. #128 Reply With Quote
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    Neth Elaren

    Nachdem Neth seine Gedanken und Bedenken zu diesem Angebot den Mädels mitgeteilt hatte, herrschte erstmal Schweigen.
    Das alles war wirklich ziemlich seltsam und nicht unbedingt gerade vertrauenserweckend. Aber wenn sie auf Aite wollten, um ihren Spuren nach zu gehen, hatten sie wohl kaum eine andere Wahl.
    "Tun wir´s." antwortete Sahenia nachdenklich auf Neth´s Frage. "Sehe ich auch so." stimmte Nairobi zu und blickte zum Salarianer rüber, der immer noch ein wenig skeptisch wirkte.
    "Ich glaube, eine bessere und vorallem Kosten günstigere Chance auf Aite zu kommen, bekommen wir vorerst wohl nicht." Die beiden Asari standen entschlossen auf und sahen zu Neth...
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  9. #129 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Forenperser View Post
    Marco

    "Uhm.....kennen wir uns?" fragte Marco bedröppelt als Liz eintrat. Seine Sicht war so verschwommen dass er sowohl ihr Äußeres, als auch ihre Stimme zunächst nicht erkannte.
    Als sie näher an ihn herantrat und ihn umgriff wurde seine Wahrnehmung jedoch klarer. "Hm....wenn du so fragst....keine Ahnung." antwortete er etwas belustigt.
    "Du, äh....wie heißt du nochmal?.......siehst echt gut aus....heh....." fügte er hinzu.
    Mit einem Mal wusste er nicht mehr wie ihm geschah. Als er wenige Momente wieder aus der kurzen Trance erwachte, bemerkte er dass er eng bei ihr stand, sie mit dem Rücken zur Wand gedrückt, und ihre Lippen sich berührten.
    "Huh....." Vorsichtig ging er wieder einige Schritte zurück. "Das.....ist neu."
    Mit einem Mal verspürte er den ungeheuren Drang sich wieder hinzusetzen. "Nun, heh.....wir sollten wieder....zurück....die suchen.....sonst noch nach uns....."
    Er öffnete die Tür und stolperte voran.

    Ein wenig anders wurde ihr in diesem Moment schon, als sie eng an ihm, mit dem Rücken zur Wand da stand und sich ihre Lippen kurz berührten. Aber es war kein unangenehmes Gefühl, ganz im Gegenteil.
    Erst jetzt wurde ihr so langsam bewusst, was sie in den vergangenen Jahren so vermisst hatte, vor lauter Arbeit und Rache. Nämlich das Leben genießen und Spaß haben.
    Das dürfte noch interessant werden. schoss es ihr durch den Kopf, während ihr ein verschmitztes Grinsen übers Gesicht huschte.
    Marco stolperte voraus und Liz folgte ihm mit etwas Abstand.

    ~•~ Lavoriamo al buio per servire la luce... siamo assassini ~•~
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  10. #130 Reply With Quote
    Schwertmeister Khardim's Avatar
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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post
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    Zitat von Forenperser[Bild: viewpost.gif]Beyo Vhan
    Ziellos irrte der Turianer durch die Straßen der Bezirke. Er hatte sich seine Kapuze übergezogen, in der Hoffnung dass niemand ihn erkennen und einen Aufstand machen würde, doch diese Maßnahme schien relativ sinnlos.
    Die meisten Leuten waren so oder so viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Sie hetzten an ihm vorbei, drängelte, stießen miteinander zusammen. Kurzum, die Stimmung war äußerst gestresst. Und wer konnte es ihnen verübeln?
    Die terroristische Gefahr stieg mit jeder verstrichenen Stunde. Wo auch immer Braelyn zuschlagen würde, es würden sicherlich noch mehr Opfer zu beklagen sein, wenn sie damit durchkam.
    Und genau dieser Punkt führte ihn wieder zur Ausgangsfrage: Was würde er dagegen tun? Was konnte er tun?
    Er hatte sich geschworen sie auszuschalten. Doch wie sollte er das anstellen? Er war so bereits nicht die größte Gefahr für sie gewesen. Und mit nur einer Hand? Überhaupt, sollte er einfach zum Rest der Gruppe zurückkehren? Dann würde er sich nur wieder endlose Belehrungen oder Beleidigungen anhören müssen.
    "Was tun, was tun....." murmelte Beyo in sich hinein und hielt plötzlich inne. Durch die Reflexion der Scheibe, welche an dem Gang entlangführte, bemerkte er etwas. Oder eher jemanden. Das Gesicht eines Menschen. Kein besonders einprägsames Gesicht, eher sogar eines das die Menschen selbst als "Allerweltsgesicht" bezeichnen würden. Niemand anderes hätte wohl irgendetwas besonderes daran gefunden.
    Doch Beyo war anders. Gerade jetzt, in dieser extremen Situation, fuhren viele seiner alten Ermittler-Instinkte wieder hoch. Auch er war damals immer verdeckt unterwegs gewesen, hatte gelernt eins mit der Masse zu werden, Leute zu sehen ohne gesehen zu werden, ihnen wie ein Schatten unsichtbar zu folgen.
    Dieser Kerl klebte an ihm, dessen war der rote Turianer sich nun sicher. Das erste Mal war er mit ihm in einem der großen Aufzüge gewesen, welche zum Präsidiums-Hafen hochfuhren. Beim zweiten Mal war er in Richtung der selben Dockingbucht unterwegs gewesen in deren Nähe er sich mit Sahenia getroffen hatte. Und jetzt war er wieder da. Nein, das war definitiv kein Zufall!
    Ohne stehenzubleiben und sich etwas anmerken zu lassen ging der Turianer weiter. Er verließ die vollen Straßen, schlug sich in die etwas schlechter beleuchteten Gänge. Auch wenn er ihn nicht sah und der Sicherheitsabstand offenbar immer größer wurde, konnte er seinen sprichwörtlichen Atem im Nacken immer noch genau spüren. Wer war der Kerl? Für wen arbeitete er? Braelyn etwa? "Würde sie es wirklich riskieren? Und vor allem hat sie....oh, ohnatürlich.....wie reizend...." Der Turianer schnaubte laut. Wieso war er nicht direkt auf das Offensichtlichste gekommen? "Dieser schleimige Kontroll-Freak! Na warte....."
    Er beschleunigte seine Schritte etwas. Dezent, so dass man von außen immer noch nicht auf die Idee kommen würde, er fühle sich verfolgt. Die Straßen wurden immer enger und schmutziger. An immer mehr Ecken bog er ab. Und schließlich fand er die perfekte Stelle....

    ***

    Ganz flach auf das kalte Metall gedrückt lauerte Beyo von dem großen Metall-Container herunter. Es hatte etwas mehr Kraft als sonst gekostet, sich heraufzuziehen. Doch es hatte geklappt. Die Müllentsorgung verwendete auch nach so viel Jahren noch die selben Modelle, auf welche er schon als Jugendlicher gerne geklettert war, wenn sein Vater ihn einmal nicht zu irgendwelchen Aufgaben die er hasste abgestellt hatte.
    "Komm schon....komm schon!"
    Und endlich tauchte er auf. Vorsichtig war er gewesen, das musste der Turianer zugeben. Doch nicht vorsichtig genug. Nur noch wenige Meter, dann war er in Reichweite....
    Mit einem kräftigen Satz sprang der rote Turianer hinunter und landete mit seiner gesamten Körpermaße auf dem völlig überrumpelten Menschen. "Keine Bewegung!"
    Er handelte schnell. Natürlich wusste er, dass er mit nur einer Hand nur eine begrenzte Gefahr war. Also handelte er pragmatisch. Die Klauen seiner verbliebenen Hand griffen um den weichen, verwundbaren Hals des Mannes und drückten zu. Nur eine falsche Bewegung konnte jetzt fatal sein.
    "Sie arbeiten für ihn, nicht wahr?" hauchte er dem Mann entgegen. Dieser sah ihn zunächst so an, als wüsste er von nichts. "Verschwenden Sie nicht meine Zeit! Sie arbeiten für Vincent van Zan!" Der Griff wurde fester.
    "Richten Sie ihrem Boss folgendes aus: Ich bin nicht sein Schoßhund! Ich gehe wohin ich will, und ich habe ein privates Leben! Eines das ihn nicht einmal im Geringsten etwas angeht! Falls er sich bloß Sorgen macht, ich würde den großen Showdown verpassen, dann sagen Sie ihm er braucht sich keine Sorgen machen! Ich werde zu gegebener Zeit wieder zu ihm stoßen! Aber Sie hören auf mir zu folgen! Verstanden?"
    Zunächst erfolgte keine Reaktion. Vor Wut schnaubend verlor Beyo die Geduld. Der Gedanke alleine, dass dieser Schleimbolzen van Zan von seinem Treffen mit Sahenia erzählen würde, rief den größten Ekel den man sich vorstellen konnte in ihm hervor. Sein Griff verfestigte sich weiter. Die scharfen Klauen drangen in das Fleisch des Menschen ein, etwas rotes Blut begann zu fließen. Von der Panik gepackt nickte dieser nur hastig und Beyo ließ ihn wieder los. Hustend griff er sich an den Hals. Die Wunden waren nur oberflächlich. Doch sie hatten ihre Wirkung getan.
    "Und das hier können Sie gerne als Gruß mitgeben!" rief Beyo, immer noch wütend, und trat dem immer am Boden liegenden Kerl mit voller Wucht in die Brust. Es gab ein scheußlich krachendes Geräusch und der Mensch heulte vor Schmerzen auf. Dann richtete er sich taumelnd auf und machte dass er fortkam.

    Der Zorn war langsam etwas abgeflaut. Doch weiter wusste er immer noch nicht. Er war kurz davor zu resignieren und einfach wieder zurückzukehren, als sich sein Omni-Tool wieder meldete. Erstaunt blickte Beyo auf das holografische Display. Die Nachricht war von Karvas. Er öffnete sie und überflog den Inhalt. "Oh....."
    Nun wusste er was zu tun war.
    Captain Kaneko Yuhki
    "Wo bleibt sie nur, verdammt?"
    Unruhig ging der Captain zwischen den beiden Hauswänden der Gasse auf und ab. "Sie wird bald da sein! Keine Sorge." Rarkin versuchte ihn etwas zu beruhigen. Die Asari hatte sich vor ca. einer halben Stunde zurückgemeldet. Auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt bereits ausgerückt waren, so hatten sie sich doch an die Anweisung der Spectre-Agentin gehalten und sich bislang nur in ausreichende Entfernung zum Zielobjekt bereitgehalten.
    Nathaniel Hudson lehnte unweit von ihm an einer Wand. Etwas weiter hinten alberte Guesarie Linyria mit Thomen und Krzeminski herum, offenbar um sich die Wartezeit zu vertreiben. Sie hielt beide Arme von sich gestreckt und versuchte seine beiden Untergebenen dazu zu motivieren, sie auch nur einen Zentimeter von der Stelle zu bekommmen, was jedoch ein sinnloses Unterfangen war, egal mit wie viel Kraft die beiden sich auch dagegen stemmten. Eine derart grotesk muskulöse Asari hatte Yuhki in seiner gesamten Dienstzeit wirklich noch nicht gesehen. "Na was denn jetzt, ich dachte ihr Jungs wolltet mir zeigen wie das geht?" kicherte die Asari amüsiert und warf beide mühelos einige Schritte zurück.
    "Könnten Sie alle sich vielleicht ein wenig professioneller verhalten?" schnaubte Yuhki gereizt und öffnete den Funkverkehr, während ein halblautes "Spielverderber!" im Hintergrund zu hören war.
    "O'Grady, wie ist die Lage?" "Unverändert Captain." antwortete es, mit leichtem Rauschen. "Auf den Straßen patrouillieren gerade nicht mehr als 5 dieser Kerle....der Haupteingang und die Hintertür sind fest verrammelt.....keine Wachen davor...."
    Der junge Ire kreiste im stetigen Rhythmus in dem Transporter über ihren Köpfen und hielt die Szenerie mit dem Scharfschützengewehr im Auge. "Auch keine Aktivitäten an den Fenstern oder dem Außenplateau...."
    Die Verbindung wurde wieder unterbrochen. "Wir können eigentlich von Glück reden dass wir noch Verstärkung erhalten." sagte Rarkin. "Einerseits, ja. Andererseits wird es aber auch die Durchführung des Plans erschweren! Wollen wir es trotzdem noch durchziehen?" "Unbedingt." erwiderte der vernarbte Turianer voller Überzeugung. "Wir ziehen das durch. Oder eher gesagt, ich ziehe das durch. Kümmern Sie sich nur darum dass ihre Familie dort heil rauskommt!"
    Das würde er. Und wenn es das letzte war. Nichts würde ihn daran hindern seine Frau und die beiden Kleinen zu retten.
    "Sehen Sie mal, wenn man vom Teufel spricht!"
    Tatsächlich, da war sie. Allerdings nicht alleine.
    Sofort erkannte er Hanna Ilias, welche ihrerseits offenbar sofort Hudson erkannte und grüßte. Rarkin derweil begrüßte Syren Vox und seine Assistentin. "Ich hatte versucht Sie zu erreichen! Es freut mich sie beide bei dieser Sache dabeihaben zu können."
    Über den Anblick der Sportlerin Cas‘ tivera war er wiederum nicht sehr erfreut. Allerdings sagte er nichts dazu. Sie konnten gerade so oder so nicht wählerisch sein. Guesarie Linyria schüttelte ihr begeistert die Hand. "Hey, ich hatte es ja erst nicht geglaubt, aber wir haben ja tatsächlich prominente Unterstützung bei diesem Fall. Meinen Sie nach dieser ganzen Sache wäre eine Runde Freikarten für die Illuminates drin?"
    Thomen und Krzeminski hielten sich bei der Begrüßung im Hintergrund. Ebenfalls im Hintergrund blieb zunächst der vollkommen schwarz gekleidete Kerl, der schon vor einigen Tagen in den Tips dabei gewesen war, als sie Beyo Vhan verwundet angeschleppt hatten. Von dem roten Turianer selbst hingegen fehlte jede Spur. Und Yuhki konnte nicht sagen, dass ihn dieser Umstand störte. "T'Saari, es freut mich dass Sie hier sind!"
    Er verschwendete keine Zeit und legte sofort die Fakten auf den Tisch. "Ich habe sämtlichen möglichen Ressourcen und Ziele von Gavros' analysiert! Ich bin mir zu 99% sicher dass ihr nächstes Ziel der Präsidiumshafen sein wird! Und zwar wird sie ihn mittels einer Sprengung der unterirdischen Hauptleitung lahmlegen!" Dass dies eine Katastrophe wäre musste er bei ihr wohl nicht betonen. Auch die Tatsache, dass die Leitungen kilometerweit unter der Oberfläche der Station verliefen und es unzählige mögliche Stellen gab wo zugeschlagen werden konnte, lag für die Asari sicherlich auf der Hand. "Der Executor jedoch kann ohne konkreten Beweis nichts tun!" Womit er direkt beim nächsten war. Er begann das Video an eine der Gassenwände zu projizieren. Jeder der Anwesenden sollte wissen, wie das Gebäude was sie stürmen würden von innen aussah. Er kommentierte den Umstand, dass seine Familie auf dem Video zu sehen war, nicht weiter. "Da Sie dieses Video offenbar nicht kennen, woher waren Sie über den Ort hier im Bilde?"
    Es interessierte ihn schon, wer ihre Quelle dafür war.
    "Nun, ich bin mir sicher Sie haben ihre eigenen Pläne, und ich möchte mich nicht wieder mit ihnen streiten. Daher nur mein Angebot: Mein Leute und ich werden den Hintereingang nehmen. Wir dringen dort ein, ziehen die Aufmerksamkeit auf uns und geben dann das Signal. Dann sind Sie und ihre Leute vorne dran und wir nehmen sie gemeinsam in die Mangel. O'Grady gibt uns aus der Luft Deckung."
    "Captain!" funkte ihn dieser wieder wie auf Kommando an. "Visuelle Bestätigung! Sie ist hier! Braelyn Gavros ist im obersten Stock des Gebäudes!"
    "Sie haben es gehört! Also, ihre Befehle?"

    [COLOR=#FFFFFF]Spoiler:[COLOR=inherit][I][Bild: quote_icon.png] Zitat von numberten [Bild: viewpost.gif]
    Hanna Yuhki

    Auf einmal ging es recht schnell, Thadera konnte sich nicht darüber beschweren. Je weniger Zeit man zur Verfügung hatte, desto weniger Gedanken machte man sich um kleine Randdetails wie den Fortbestand der eigenen Existenz. Sie hätte wohl jederzeit aussteigen können, die Blicke und Nachfragen in ihre Richtung legten ihr diesen Gedanken auch nahe. Doch sie kümmerte es nicht, sie hatte ihren Entschluss gefasst und würde ihn durchziehen. Bis zum bitteren Ende.
    Vorbereitungen hatte sie in der kurzen Zeit nicht viele getroffen, zwei Nachrichten aufgenommen. Eine für ihre Mutter, eine für ihre Schwester. Wenn es schlecht lief würden ihnen diese nach ihrem Tod geschickt. Wenn es gut lief konnte sie die Nachrichten anschließend wieder löschen. Nicht optimal, aber ein Anruf hätte die Dinge nur kompliziert. Die Beiden sollten sich keine unnötigen Sorgen machen. Auf dem Weg zum Versteck blieb Thadera ungewöhnlich still und ernst, ein Zustand den sie mit vielen teilte. Eine tödliche Entschlossenheit hatte sich eingestellt.

    Schließlich standen sie vor dem sprichwörtlichen Bau des Dreschschlund, einem vierstöckigen hässlichen Gebäude in den Tips. Um genau zu sein hatten sie in einem gesunden Abstand Position bezogen, patrouillierten doch Braelyns Handlager deren Bau. Der Großteil der Anwesenden trug eine Rüstung, Thadera aufgrund mangelnder Erfahrung wieder nicht. Stattdessen trug sie unter ihren normalen Klamotten einen hautengen Anzug, ähnlich der Schutzkleidung vom letzten Mal. Nur das dieser auch die kompletten Beine bedeckte und schnittfest war. Eigentlich war es auch nur eine Weiterentwicklung vom Biotiball Training. Dort schützte er vor stumpfen Verletzungen wenn die eigene Barriere nachließ. Fast schon putzig gegenüber der schweren Rüstung von C-Sec und der Bewaffnung, aber Biotik war Thaderas Waffe.
    Die wartenden C-Sec Beamten waren fast alles Menschen, ein paar hatte sie schon damals in der Bar gesehen. Ein Turianer mit einer Prothese war da, fast wie eine Zukunftsversion für Vhan. Das der rote Turianer nicht da war, betrachteten wohl die wenigsten als Verlust. Auch Thadera war sich da unschlüssig. Die Tatsache das der Turianer am selben Tag von einem Suizidversuch zu flammenden Eifer gewechselt war, nur um dann wieder abzuhauen, waren nicht unbedingt eine Empfehlung.
    Thadera selbst schien in Augen von C-Sec auch eher unerwünscht, auch wenn es da eine sehr muskulöse blaue Ausnahme gab. Thadera war selbst nicht gerade untrainiert, aber die Asari vor ihr war ein ordentliches Kraftpaket. Die Asari schüttelte der Sportlerin die Hand.
    "Hey, ich hatte es ja erst nicht geglaubt, aber wir haben ja tatsächlich prominente Unterstützung bei diesem Fall. Meinen Sie nach dieser ganzen Sache wäre eine Runde Freikarten für die Illuminates drin?", fragte die Agentin und Thadera musste lächeln. Die Asari war ihr direkt symphatisch, erinnerte sie an eine Spielerin der Hunters. Ein Muskelpaket von Spielerin das sie mehrmals umgeknockt hatte, aber toller Charakter. "Erinnern sie mich daran wenn wir alle überlebt haben, dann kümmere ich mich darum.", erwiderte sie freundlich und erwiderte den sehr kräftigen Händedruck.
    Dann ergriff ein etwas fülligerer Mensch das Wort, begrüßte die Spectre und enthüllte sofort die Faktenlage. Diese war selbstverständlich scheiße. Das Miststück wollte den Präsidiumshafen sprengen, den Knotenpunkt der Station. Aufmerksam verfolgte sie das präsentierte Video welches neben zahlreichen weiteren Wachen im Innern, noch drei Geiseln zeigte. Thadera schluckte eventuelle Gedanken über ihre Befähigung für eine solche Aktion herunter und lauschte konzentriert den weiteren Ausführungen des Menschen. Abwartend blieb die Sportlerin stehen und erwartete das weitere Vorgehen.
    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    [COLOR=#FFFFFF]Spoiler:[COLOR=inherit][I][Bild: quote_icon.png] Zitat von Rabenkopf [Bild: viewpost.gif]
    Das Dynamische Trio & Nicht-Shaft & Lebensmüde

    Es schien wohl keinem der Anwesenden wirklich nahe zu gehen, dass der rote Turianer weg war und ein potentielles Sicherheitsrisiko darstellte. Erst recht nicht Hanna Ilias, die scheinbar nur darauf brannte, endlich losschlagen zu können. „Vox, Sorax, sind Sie dabei?“, fragte sie die beiden Turianer, „Wir könnten Ihre Unterstützung gut gebrauchen. Sieht ja so aus, als würde es bald wieder krachen."
    Sie können mit uns rechnen.“, antwortete der graue Turianer, „Aber versuchen sie sich zurückzuhalten – wir brauchen nicht noch mehr Kollateralschäden, nachdem was vor drei Tagen passiert ist. Wir müssen ein Skalpell sein, keine Atombombe – ok? Diese ganze Sache hat eh schon viel zu vielen Unschuldige das Leben gekostet.

    T’Saari beendete die Unterredung abrupt – die Nachricht, die sie erhalten hatte, bewies wie wenig Zeit sie hatten. Gemeinsam brachen sie auf und ironischerweise erreichten sie ihr Ziel auch wieder gemeinsam – auch wenn Syren und Saenia auf dem Weg dorthin ihre Ausrüstung geholt hatten und nun in voller Kampfmontur zum Ort des Geschehens gereist waren. „Wie ist die neue Crossfire?“, fragte Syren seine Begleiterin, die sich ihre neue Waffe anschaute, da sie ihre Alte verloren hatte, „Schon getestet?
    Saenia warf ihm einen Blick zu. „Sie wird ihren Job tun.“, erklärte sie ausweichend.
    Syren schwieg für einen Moment. „Du hast meine Erlaubnis.“, erklärte er schlussendlich und verwirrte die braune Turianerin, „Falls es nicht anders geht, darfst du alles machen um Gavros aufzuhalten. Sie darf NICHT entkommen. Für keinen Preis der Welt. Hast du verstanden?
    Saenia blickte ihn an, ihr Blick unleserlich. „Verstanden.“, erklärte sie nickend.

    Ihr Ziel befand sich ein weiteres Mal in den Tips – einen Ort der bereits genügend Leid täglich sah und nun noch mehr zu sehen bekam. Sie alle waren gekommen – außer Beyo Vhan. Dieser war immer noch spurlos verschwunden. „Wir kümmern uns hinterher um ihn.“, erklärte Syren, als er die besorgte Miene seiner Begleiterin sah, „Er wird seiner Strafe nicht entkommen. Das ist ein Versprechen.“, versicherte er ihr.
    Erst hinterher bemerkte er, dass Thadera immer noch eher in Zivil hier war als irgendwie auf eine Kampfsituation vorbereitet, weswegen er kurzerhand zum Fahrzeug ging, mit dem C-Sec angekommen war. „Haben sie etwas für Asari?“, fragte er den dortigen Beamten, der eigentlich nur dafür zuständig war Extra-Munition zu verwalten, aber auch andere Ausrüstung dabei hatte – für den Fall der Fälle.
    Mit einer entsprechenden Weste ging Syren zur Sportlerin, die sich mit einem Asari-Äquivalent einer Bodybuilderin zu unterhalten schien. Ohne Worte presste er die Weste Thadera in die Hände. „Anziehen, Miss Cas’tivera.“, befahl er ihr schlicht, „Wir brauchen keine weiteren unnötigen Toten. Die ist für Biotiker ausgelegt, also sollte es sie keineswegs im Kampf stören.“, und noch bevor sie ihm widersprechen konnte, hatte er sich umgedreht und war zu Saenia zurückgekehrt.[/quote]



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    Die Dreiviertelstunde, die T’Saari bis zum Treffen ausgelobt hatte, reichte Vincent mehr als aus, um noch ein paar Nachforschungen anstellen zu lassen und sich ein frisches Hemd anzuziehen. Während er das abseits seiner Vendetta unaufhörlich weiterlaufende Tagesgeschäft eines Information Brokers auf seinem OmniTool verfolgte, lenkte Chen den Wagen zum vereinbarten Treffpunkt. Die Klimaanlage hielt den Fond angenehm kühl, Chen war so zuvorkommend gewesen, während der Wartezeit etwas zu Essen zu besorgen und der Verkehr war ruhig. Vincent ließ in Gedanken die Geschehnisse der letzten Tage Revue passieren; er hatte schon viel mitgemacht, aber so jemand wie Gavros war ihm noch nie in die Quere gekommen. Es würde sich zeigen, wer sich am Ende durchsetzen würde, doch der Mann in Schwarz war sich sicher zu wissen, wer es war. Ansonsten würde er gar nicht zum Treffpunkt fahren.
    Irgendwo auf halber Strecke meldete sich Vas über sein OmniTool: ,,Vhan hat unseren Mann abgeschüttelt und ist verschwunden.“, kam er direkt zur Sache. Vincent verzog verärgert den Mund. ,,Hat er geplaudert?“,,Nein, keine Sorge. Der war über zwei Ecke angeheuert, er wusste nicht einmal, wem er da folgt, geschweige denn in wessen Auftrag. Hat alles bis zu seinem Auffliegen artig gefilmt und mir die Aufnahmen geschickt. Die Jungs kümmern sich jetzt um ihn.“
    ,,Sehr gut. Vergiss Vhan für den Moment. Schnapp dir Germain und mach dich auf den Weg zum Präsidium. Chen kommt später zu euch.“
    ,,Geht klar. Vor Ort einfach abwarten?“
    ,,Vor Ort einfach abwarten.“
    Vas legte auf. Er wusste, worauf das hinauslaufen würde. Allein der Umstand, dass er Germain mitbringen sollte, war ein todsicheres Zeichen.
    Vincent deaktivierte sein Tool und schloss für den Rest der Fahrt die Augen.

    Vor Ort angekommen überprüfte der Mann in Schwarz noch einmal seine Ausrüstung und gab Chen dann mit einem Kopfnicken die Erlaubnis, zu verschwinden. Er schloss sich wortlos dem Rest der Truppe an und machte eine rasche Inventur: Eine Handvoll C-Sec, eine Spectre, Vox und die altbekannte Truppe abzüglich Vhan. Von der Dorfpolizei mal abgesehen hätte es schlimmer sein können. Er hatte sich schon mit deutlich schlechter trainierten und ausgerüsteten Leuten ins Gefecht gestürzt.
    Wie von selbst richteten sich alle Blicke unruhig auf T’Saari, Spectre standen außerhalb jeder Hackordnung und dadurch ohne Ausnahme an der Spitze jeder einzelnen. Sie besprach mit dem etwas untersetzten Captain von C-Sec den Vorgehensplan, aber wenn Gavros nicht außerordentlich stark nachgelassen hatte, würde ihr Plan spätestens beim Betreten des Gebäudes wertlos werden. Das was dann kam, war das, worauf es ankommen würde.[/quote]


    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Den Rittern helfend, geben Waffenschmiede,
    die Rüstung nietend mit geschäft‘gem Hammer,
    der Vorbereitung grauenvollen Ton.

    Vier Mal piepte es, dann folgte der klickende Ton sich öffnender Schlösser. „Lange ist’s her“, dachte Hanna und schaute in den Spint, der in ihrem Kleiderschrank einen besonderen Platz ganz weit hinten links einnahm. Die metallische Tür fiel neben den T-Shirts, Hosen, Kleidern und Jacken so lange nicht auf, bis Hanna den kleinen Punktstrahler an der Oberseite aktivierte. Hinter den sich öffnenden Türen kam ein Outfit zum Vorschein: ein Kriegsoutfit. „Lange ist’s her“, murmelte sie diesmal halblaut und betrachtete die Panzerung, die fein säuberlich sortiert vor ihr lag. Es war Jahre her, seit sie ihren Kampfanzug das letzte Mal getragen hatte, länger sogar seit er das letzte Gefecht gesehen hatte. Grau, hart, voller Kratzer, Brandnarben, Abschürfungen – das perfekte Äquivalent zu Hannas Seele. Hannas Fingerspitzen fuhren über den unnachgiebigen Stahl, der schon so oft ihr Leben geschützt hatte. Beide – Träger und Rüstung – schienen vor Aufregung zu vibrieren. Die Blondine legte die Hand vollends auf die Brustplatte, dort wo im Tragen ihr Herz drunter schlug. „0- neg“, wies ein Symbol aus. Hanna packte den Brustpanzer, zog ihn hervor, wog ihn. Ein bekanntes Gefühl flutete sie. Sie merkte, wie sie lächelte.

    Wie eine zweite Haut fühlte es sich an. Keine bequeme Kleidung, kein Bett, keine Entspannungsdecken konnten Hanna das Gefühl geben, das sie verspürte nun da sie ihre Panzerung trug. Kaum erstaunt hatte sie festgestellt, dass sie ihr noch immer wie angegossen passte. Routiniert befestigte Hanna ihre Waffen – Pistolen, Messer, Magazine. T’Saari hatte zugesagt noch weitere Waffen zu organisieren. Sie schnappte sich ihren Visor, verstaute Zigaretten, Tabletten und Co. in einer Tasche am Gurt und machte sich auf zum Treffpunkt.


    *

    Seeva betrachtete die Teams. „Ordentliche Truppe“, dachte sie zufrieden. Selbst die Sportlerin sah aus, als könnte sie an der Front dienen. Was ihr an Taktik fehlte würde sie zweifelsohne durch ungezügelte Wut wettmachen. Van Zan wirkte wie immer bereit. Seeva würde es nie gestehen, aber sie mochte den Pragmatiker. Sie legte ihn in der Kategorie „nützlich“ ab, sollte er den Kampf überleben. Angesichts dessen, dass er von Anfang an dabei gewesen und selbst ein feindliches Zusammentreffen mit ihr überlebt hatte, standen ihre Chancen nicht schlecht auch in Zukunft auf den Mann in Schwarz zurückgreifen zu können. Hanna Ilias hatte sich in Schale geworfen und ließ keinen Zweifel daran, dass sie zum Kämpfen hier war. Nämliches ließen auch Syren Vox und Saenia Sorax erkennen. Der Politiker trug eine Panzerung, ebenso wie seine rechte Hand. Die gewählte Ausrüstung war die eines professionellen Söldners, neueste Technik. Vox setzte seine Gelder offensichtlich nicht nur für wohltätige Zwecke ein. Vermutlich konnten Turianer gar nicht anders als sich an Kriegsgerät zu erfreuen. In dieser Beziehung standen sie Batarianern oder Kroganern nicht nach.
    Der Gedanke an diese Spezies ließ Seeva einen Blick auf das Vorfeld werfen. Einen Kroganer hatte sie nirgends erkannt. Gilles schien Recht zu behalten; die patrouillierenden Waffenträger hatten den zivilen Shuttlebus mit dem Seeva die Gruppe zum Treffpunkt geflogen hatte entweder nicht gesehen oder nicht als Bedrohung bewertet. Seeva pflückte ein Fernglas vom Gürtel. Sie selbst trug eine komplette Panzerung in mattem Weiß. Die Farbe hellen Knochens akzentuierte das Blau ihrer Haut und das Schwarz der feinen Linien des Kampfanzugs, die zwischen den flexibel angebrachten Panzerplatten aufblitzten. Die Asari ließ den Blick schweifen, zählte Gegner, analysierte. Glück, so hieß es, sei schließlich das Ergebnis von Vorbereitung.

    „Mit freundlichen Grüßen von Special Agent Hunter.“ Nathaniel Hudson überreichte Hanna eine Waffe. Die Blondine schaute beinahe gerührt drein. Es war nicht irgendeine Waffe, es war ihre Waffe. Die M-55 Argus, das modifizierte Sturmgewehr das sie ebenso wie ihre Panzerung durch die Zeit beim Militär begleitet hatte. Hanna umfasste den Griff, spürte wie die Waffe zuckte und sich dekomprimierte. „Endlich ist mein Arm wieder vollständig“, raunte sie und lächelte tiefsinnig. „Haben Sie…?“ Hudson schüttelte den Kopf. „Er wäre sicherlich mitgekommen“, sagte Hanna. In ihrer Stimme lag mehr Zuneigung als Hudson, als sie selbst, gedacht hätte. Sie vermisste Will Hunter und die Leichtigkeit der Fälle, die sie mit ihm assoziierte. Hudson erkannte die Verbindung zum Partner und nickte traurig. „Sorry, Hudson. Hatte nicht dran gedacht“, sagte Hanna, der schlagartig bewusst wurde, dass sie Will nicht an das Nichts verloren hatte. „Wir kriegen sie. Heute endet es.“ Sie packte Nate an dessen gepanzerter Schulter, gab ihr einen aufmunternden Stoß. Nathaniel Hudson trug die einfachen aber guten Schutz bietenden Panzerungen im Blau der Citadel-Security. Der Detective schulterte eine Avenger, ein Standardmodell. „Waren Sie beim Militär?“, wandte sich Hanna an Nate und fragte sich, ob sie ihm die Frage bereits gestellt hatte. „War ich“, bestätigte er. „Marines, Portalbewachung. Das einzige Gefecht in dem ich dabei war wurde gegen ein paar Piraten geführt.“ „Sie haben sich beim Angriff auf die erste Basis gut geschlagen“, versuchte Hanna ihn zu motivieren. Nate nickte. „Ja, ganz toll. Am Ende…“ Nate merkte, wie ihm die Tränen in die Augen traten. Hanna zückte ihre Zigarettenschachtel, zündete zwei an und reichte Nate eine davon. „Hey, Hudson. Reißen Sie sich zusammen. Mit den Tränen in den Augen können sie schlecht zielen.“ Der andere Cop lächelte gequält, zog an der Zigarette und blies Rauch und Schmerz fort. Nervös trommelte er mit den Fingern auf seinem Helm. „Das wird hart, oder?“, fragte er. „Es ist nur eine weitere Schlacht“, sagte Hanna und zuckte mit den Schultern. „Entweder wir schaffen es oder eben nicht. So wie jedes Mal. So wie jeden Tag, an dem wir aufstehen und zum Dienst gehen.“ Hanna entließ Rauch durch die Nase. „Macht doch keinen Unterschied ob du heute stirbst oder morgen.“ Nate lachte voller bitterer Ironie. „Ich hab eine Tochter, wissen Sie?“ „Nicht daran denken, Nate. Machen Sie sich keine Sorgen um ihre Zukunft. In den nächsten Minuten, Stunden, sehen Sie nur das Ziel, kapiert? Dann kommen Sie auch nach Hause.“ Nate nickte zum Zeichen, dass er verstanden hatte. Dann deutete er auf seinen Kopfschutz. „Wo ist Ihr Helm?“ „Ich trage keinen. Er hilft nicht und er stört beim Kämpfen“, antwortete Hanna.


    *

    Yuhki hatte sein eigenes Team auf die Beine gestellt. Seeva erkannte neben dem Captain und seinem turianischen Gegenpart Rarkin auch ihre muskulöse Artgenossin mit dem Spitznahmen Jezz. Drei Männer mit mittelschweren Kampfpanzern aufgerüstet warteten auf Yuhkis Befehl. Zu ihnen zählten jene Störenfriede, die in der Bar eine Schießerei angefangen hatten sowie ihr vermeintliches Opfer, Nathaniel Hudson. Gavros hatte offenbar die seltene Gabe aus Feinden Freunde zu machen. Zusammengenommen bestand ihre Truppe aus zwölf Mann – Gilles nicht mitgezählt. Selbst Gavros müsste die Aussichten auf einen Sieg angesichts dieser Schlagkraft beerdigen. Vor dem Komplex hatte Seeva zehn Leute gezählt, dazu vermutlich mindestens vier auf der anderen Seite und nochmal diese Anzahl im Innern. Nathan Gilles schätze die Zahl der angeheuerten Schläger auf dreißig. Allerdings war er der Ansicht, dass mindestens die Hälfte von ihnen bei angedeuteter Niederlage fliehen würde.

    Gavros‘ Ende musste schnell kommen. Yuhkis Verdacht ihres nächsten Ziels basierte nur auf Mutmaßungen, konnte aber bei dem Wahnsinn in dem sich die Turianerin befand zutreffen. „Melden Sie Ihren Verdacht den Kollegen. Und dann machen Sie sich kampfbereit“, sagte Seeva und ließ Yuhkis Frage nach ihrer Quelle unbeantwortet zurück. Dann rief sie den Rest der Truppe zusammen. Sie projizierte die Karte des Gebäudes auf den Boden, um die herum die Anwesenden einen Kreis bildeten. Als Seeva sicher war, dass jeder sehen und sie hören konnte, begann sie ihren Plan zu erklären. „Generell ein guter Plan, den Sie vorgeschlagen haben, Captain. Aber ich habe bereits einen Mann im Gebäude. Er hat Befehl die Barriere am Haupteingang zu deaktivieren und die Türen zu öffnen. Prinzipiell haben wir mehrere Optionen.“ Die blauen Finger deuteten auf die Zugänge. „Ein Hintereingang, ein Vordereingang, die oberen Etagen und“, sie tippte auf die Mauer: „…Durchbrüche mit Sprengstoff.“ Seeva hatte eine heimliche Vorliebe für das Hochjagen von Objekten. „Wichtig ist, dass Gavros uns nicht entkommt also müssen wir nach Möglichkeit alle Eingänge bedienen. Captain Yuhki, Sie nehmen Ihre beiden Männer und Agent Ilias. Sie soll Ihren Trupp befehligen.“ Jeglichen Protest verbat sich der Spectre. „Ich schätze, dass sie mehr Kampferfahrung besitzt als Sie drei zusammen. Captain Rarkin, Sie und Ihre Kollegin nehmen die Leiter, um in die nächste Etage zu gelangen. Sie müssen nicht stürmen, nur aufhalten, verstanden? Miss Cas’tivera, folgen Sie den beiden und halten Sie die Stellung dort mit Ihnen.“ Der hässliche Turianer warf der Asari-Sportlerin einen Blick zu und nickte. „Mister Vox! Sie, Miss Sorax, Mister van Zan und Detective Hudson greifen den Haupteingang an. Sobald die Barriere fällt sollten sie einen guten Zugang haben. Wenn nicht, dann lege ich meine Hoffnung auf Sie, Mister van Zan. Sie wirken wie ein Mann, der nicht unvorbereitet in einen Kampf zieht und der über genug technischen Spielkram verfügt, um sich in derlei Systeme zu hacken und diese zu umgehen. Detective Hudson, Sie werden diesem Mann nicht von der Seite weichen, verstanden?“ „Ma’am“, sagte Nate zustimmend. „Ich selbst bleibe auf dieser Position oder bewege mich über das Schlachtfeld und gebe weitere Anweisungen per Funk. Der Auftrag aller lautet jedoch: Halten Sie Gavros auf! Sie darf das Gebäude nicht verlassen!

    Was ist mit den Geiseln?“, fragte Hanna und knirschte mit den Zähnen. Der Plan missfiel ihr zusehends. „Gavros wird hunderte töten, tausende vielleicht. Der Verlust dieser Menschen wäre bedauerlich aber ist unter Umständen ein notwendiges Opfer.“ „Bullshit“, sagte Hanna. „Sie sind unschuldig, oder? Entweder wir retten alle oder gar keinen.“ Seeva drückte ihr Kreuz durch. Auf ihrer Miene lag ein bedrohlicher Schatten. „Das hier ist nicht der richtige Platz für Idealismus, Agent. Sie haben einen Auftrag. Erledigen Sie ihn.“ „Ich habe bei Dienstantritt einen Eid abgelegt: Diejenigen zu verteidigen, die es selbst nicht können.“ „Agent Ilias, ich habe Sie aus einem bestimmten Grund für diese Mission ausgewählt. Lassen Sie mich jetzt nicht an meiner Wahl zweifeln. Die Geiseln sind wichtig, aber sie haben keine Priorität.“ Hanna schaute in die Augen der Asari und erkannte eine Kälte, die selbst Braelyn Gavros einen Schauer den Nacken hinabgejagt hätte. „Verstanden“, sagte Hanna unzufrieden. „Sie sind ein Profi. Verhalten Sie sich so.

    Schweigen breitete sich aus. „Also. Irgendwelche Anmerkungen zum Plan oder letzten Worte?“, frage der Spectre.


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    Captain Kaneko Yuhki

    Der Japaner spürte Rarkin's festen Griff auf seiner Schulter als er sich bereit machte der Asari lautstark zu widersprechen, gerade wo sie auf die Priorität der Sicherheit seiner Familie zu sprechen kam. Er wandte den Kopf und sah den Turianer an. Dieser schüttelte nur Kopf. Yuhki folgte dem stummen Rat seines Mitstreiters und schwieg.
    Bloß nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie würden seine Frau und die Mädchen dort lebendig raus bringen, egal wie die Umstände waren. Die Asari hatte seinen Plan gelobt. Wieso den Grundstein für ein positiveres Zusammenarbeiten wieder zerstören?
    Die Teams waren gebildet. Die Aufgaben verteilt. „Also. Irgendwelche Anmerkungen zum Plan oder letzten Worte?"Da es noch nicht alle von Ihnen wissen, sage ich Ihnen jetzt worum es hier geht: Um nichts weniger als den Präsidiumshafen. Braelyn Gavros will die zentrale Energieversorgung zerstören. Kommt sie damit durch, wird die Zerstörung des Green Heart wie ein Kindergarten dagegen aussehen."
    Wieder stieß Karvas ihn ein wenig an. Zu spät wurde ihm bewusst, dass eine solche Wortwahl wohl vor allem gegenüber Syren Vox äußerst taktlos erschien. "Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen dass es nicht dazu kommt!" Egal mit welchen Mitteln.
    Die Aufmerksamkeit der gesammelten Gruppe zerstreute sich wieder, verschiedene Individuen begannen noch untereinander Gespräche zu führen. "Biotik-Power!" rief Guesarie Linyria mit einem breiten, begeisterten Grinsen und bot der Sportlerin Cas’tivera einen blau-leuchtenden Handschlag an.
    "Sie haben es gehört Rarkin." hauchte der Japaner dem vernarbten Turianer zu. "Ihre oberste Priorität ist es, Gavros am Entkommen zu hindern. Es wird schwer werden...." "Ich weiß. Aber wir können jetzt keinen Rückzieher mehr machen! Sie hat mich für die Leiter eingeteilt, das ist unser Glück! Das heißt, wir können die Plan wie angedacht starten. Ich schaffe das schon! Und keine Sorge. Sie sehen ihre Familie lebendig wieder."
    "Dann viel Glück Captain Rarkin...." Die beiden Männer gaben sich die Hand und entfernten sich mit einem letzten Nicken in Richtung ihrer jetzigen Teams. Es war schon verrückt, wie viel gegenseitiger Respekt jetzt zwischen den beiden herrschte, wo sie sich früher doch nie so wirklich hatten leiden können. Tragödien hatten eben auch etwas Positives. Fast schon schade war es, dass sie schon sehr bald nicht mehr zusammenarbeiten konnten, egal wie diese Sache ausging....

    "Miss Ilias. Es freut mich, Sie wohlbehalten wiederzusehen, auch wenn die Umstände erfreulicher sein könnten." Mit einem freundlichen Gesicht schüttelte er ihr die Hand. "Wie es aussieht, hatten Sie Recht was Beyo Vhan anging....nun, ich gebe offen zu dass ich nicht klar gedacht habe, und hoffe wir können diese Sache nun hinter uns lassen."
    "Sind bereit zum Ausrücken, Ma'am." sagte Thomen, der gerade die Munition seiner M-99 Saber kontrollierte. "Erwarten ihren Befehl." sagte auch Krzeminski, der seine M-96 Mattock geschultert hatte. Ein schweres Gerät, welches er heute zum allerersten Mal außerhalb von Simulationen im Feld testete.
    Schon komisch, wie schnell die Befehlskette sich ändern konnte. Vor wenigen Tagen erst war Agent Hanna Ilias ihm unterstellt worden. Und nun befehligte sie ihn und seine Männer. Aber so war das Leben halt. Voller unerwarteter Wendungen.

    Officer Niall O'Grady

    "Team 1, haltet euch rechts. 2 feindliche Ziele patrouillieren in der Gasse einen Klick links von euch." hauchte der junge Ire mit rauchiger Stimme in den Kommunikator.
    "Noch 3....2....1!"
    Klick
    Beinahe lautlos zog er den Abzug der M-97 Viper. Das Projektil fand ihr Ziel. Durch das Zielfernrohr sah er, wie die linke Kieferhälfte des dunkelplattigen Turianers nahezu explodierte. Der Mensch neben ihm hatte kaum Zeit entsetzt zur Seite zu stolpern, da traf ihn das zweite Projektil auch bereits direkt in den Hals. Tief atmete der junge Polizist ein.
    Er beobachtete, wie sein Boss und seine beiden Kollegen in kampfbereiter Stellung und unter der zielgenauen Anweisung von Agent Hanna Ilias weiter vorrückten.
    "Team 2, ein einzelnes Individuum biegt in die Gasse ein, die ihr gerade entlanglauft! Kein klares Schussfeld!" "Kein Problem Kleiner! Hör zu und lehn dich zurück." klang die beinahe belustigte Stimme der muskulösen Asari Guesarie Linyria durch den Kanal. Im nächsten Moment hörte er einen überraschten Aufschrei, dann ein paar dumpfe Schläge, gefolgt von einem weiteren unterdrückten Schrei und schließlich einem Knacken, das durch Mark und Bein ging.
    "Weg ist frei. Team 3, in Deckung bleiben. Warten auf mein Signal....."
    Er sah, wie sich der letzte Trupp, die Vierergruppe unter Leitung des Politikers Syren Vox, an den gegenüberliegenden Ecken der kleinen Seitenstraße in Stellung begab. Die 5 Söldner kamen der Stellung immer näher....
    "Feuer!" Zeitgleich mit dem Befehl drückte der Ire wieder ab. Der Schuss fand jedoch ein wenig zu halbhoch sein Ziel und durchschlug die Schulter des anvisierten Feindes. Sofort folgten die anderen seinem Beispiel und feuerten ihre Waffen ab. Jeder traf sein Ziel, und jeder der Söldner ging sofort chancenlos zu Boden.
    Nur der von ihm Verwundete schaffte es, sich hinter den großen, stählernen Müllcontainer zu ziehen. O'Grady hatte immer noch freies Schussfeld. Er zielte auf den Kopf des Kerls und zögerte plötzlich. Ein Mensch, nicht viel älter als er, mit aschblondem Haar und Sommersprossen. Seine Augen gezeichnet von Furcht. Plötzlich sah Niall, wie der Junge an seinen Kommunikator griff. Ohne nachzudenken betätigte er den Abzug, und sah wie die Kugel diesmal genau ins Schwarze traf. Oder eher gesagt, in den Mund des Söldner, den dieser gerade im Begriff gewesen war zu öffnen.
    Ein kalter Schauer umfing ihn. Und es lag nicht an der Höhe des Skycars.
    "Die Straße ist sauber! Los, los!"
    Die Gruppen rückten vor. Nun war das Gebäude nahezu in Griffweite....

    ****


    "Keiner der Idioten da draußen gibt eine Antwort!" Wütend knallte der tätowierte Glatzkopf hinter sich die Tür zu. "Wieso sind die Armleuchter eigentlich da draußen, wenn man doch sowieso alles selbst machen muss? Die kriegen nie wieder einen Cheeseburger von mir mitge - "
    Mit einem halblauten Aufruf der Überraschung stolperte der Mann ein paar Schritte zurück.
    "Hey Mann, pass gefälligst auf wo du hinge - !"
    Er stockte. Verdutzt blickte er auf das blonde, ca 1,7 m große Etwas, mit dem er gerade zusammengestoßen war, und das fest wie ein Fels vor ihm stand, zu ihm aufblickte mit unerschrockenen, grünen Augen. Sein Hirn ratterte und er begann zu begreifen. Grinsend bleckte er seine gelben Zähne. "Du musst schon verdammt dämlich sein, alleine hier runter zu kommen!"
    Plötzlich traten aus dem Schatten der Gasse 3 weitere Gestalten hervor. Allesamt gepanzert, bewaffnet und mit einem bestimmten Abzeichen auf der Brust.
    "Oh.....sch - "
    Krack
    Weiter kam er nicht. Die Wucht des Schlages traf krachend gegen sein Gesicht. Und mit einem lauten Schrei flog er durch die eben noch von ihm geschlossene Tür.

    Zeitgleich.....

    Captain Karvas Rarkin

    Vorsichtig, so leise und bedacht wie möglich, stieg Karvas Stufe für Stufe weiter hinauf. Jezz folgte ihm auf wenige Zentimeter Entfernung, die Sportlerin Cas’tivera direkt hinter ihr. "Wie ist die Lage an den Fenster?" hauchte er in den Kommunikator hinein. "Sauber." tönte es zurück. "Bewegt euch weiter!" Er fühlte sich,wie auf dem Präsentierteller. Es brauchte nur einer der Kerle, die sich dort drinnen im Gebäude verschanzt hatten, eines der Fenster öffnen und hinaussehen, und sie waren geliefert. Doch offenbar war das Glück weiter mit ihnen. "Da sind wir ja schon Karvas. Siehst du, alles glatt gegangen!" sagte Jezz. Ja, nun waren sie dort wo sie hinsollten. Oder eher gesagt, wo sie laut Plan hinsollten. An die Hauswand gedrückt spähte Karvas seitlich durch das große Sichtfenster, welches am Ende eines Ganges im ersten Stock des Gebäudes lag.
    "Ich sehe 4 Kerle." murmelte er. "1 Turianer, 2 Menschen, sogar ein Batarianer. Außerhalb des Sichtfeldes womöglich noch mehr." "Die schaffen wir! Ich gehe vor und halte eine Barriere für uns aufrecht! Du kommst direkter hinter mir und schießt! Und unser Sportass bringt sämtliche Deckungen zum Schweben!"
    "Ihr müsst ohne mich rein." Er erntete verwirrte Blicke. "Wie? Verscheisserst du uns? Das ist nicht der verdammte Zeitpunkt für Witze Karvas. Wir haben einen Plan - "
    "Ich habe einen Plan." unterbrach er sie mit fester Stimme.
    "Karvas?"
    "Bitte Jezz. Wir kennen uns schon seit Jahren. Du musst mir jetzt einfach vertrauen ok?"
    Es dauerte einige Momente, dann nickte sie. "Wenn wir diese beschissene Sache überstanden haben - "
    Mit einem Mal drangen von unten dumpfe Geräusche zu ihnen hoch. Stimmengewirr, Schusswechsel, Explosionen!
    "Verdammt! Wir haben keine Zeit mehr! Los jetzt, rein da! Ich zähle auf euch!"
    Mit einem kräftigen Schubser beförderte er Jezz direkt in Richtung der großen Scheibe. Sie leuchtete blau auf, das Glas zersprang und sofort hörte er die erschrockenen Rufe der Söldner im Inneren. Thadera Cas’tivera folgte ihr.
    Während der Kampfeslärm immer lauter wurde, sah Karvas hinauf zu dem metallenen Außenplateau am Ende der Feuertreppe, 3 Stockwerke über ihm.....

    Braelyn Gavros

    "Was war das?!"
    Mit großen, schnellen Schritten kam die blasse Turianerin aus ihrer Zentrale, dem nächsten verfügbaren Schläger entgegen.
    "Es ist - wir werden angegriffen!"
    "Angegriffen?!" Mit schäumender Miene packte Braelyn den halbgroßen Menschen und presste ihn an die Wand.
    "Ich habe keine Ahnung wie - ! Es muss C-Sicherheit sein! Mehrere Teams! Sie haben schwere Bewaffnung!"
    "Verdammt! Nein! Nein, nein, nein, nein, nein!" Sie ließ den Mann zu Boden fallen und hastete zurück vor ihren Bildschirm, auf welchem sie fieberhaft zu tippen begann.
    Zu früh! Es war alles viel zu früh! Wie hatte man Sie hier finden können?
    "Gilles!" brüllte sie in ihren Kommunikator. "Gilles, verdammt, melden! Wie ist ihre Position? Unternehmen Sie was!"


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    Quote Originally Posted by numberten View Post
    Hanna Karvas

    Sprosse für Sprosse stieg Thadera die Feuerleiter empor, diesem abgenutzten Teil das sicher schon ewig nicht mehr überprüft worden war. Das Metall unter ihren Fingern war rau und porös, manche Sprosse bog sich leicht nach unten wenn zuviel Gewicht auf ihr lastete. Doch es ging aufwärts, auch wenn es sich für die Asari eher anfühlte als würde sie immer tiefer in die Scheiße sinken. Sie atmete tief durch und schaute kurz nach unten. Vermutlich war es normal das man kurz über seine Entscheidungen nachdachte, wenn diese einen in ein Haus voller bewaffneter Schläger führte. Dennoch war sie entschlossen, hatte sich auf ihr Ziel fokussiert. Sie würde nicht scheitern, nicht direkt auf der Zielgeraden.
    Dennoch hatte sie ein mieses Gefühl bei der Sache.
    Dieses Gefühl wurde dann auch noch dadurch bestärkt, dass sich ihr turianische Begleiter von ihnen verabschiedete, sehr zur Überraschung seiner Asari Teamkolleginnen. Nach einem kurzen Wortgefecht gab die muskulöse Asari nach, Thadera mischte sich nicht ein. Die beiden kannten sich offensichtlich schon lange und was war schon normal an so einem Tag? Vielleicht war es ja irgendein Geheimbefehl von der Spectre, oder ein erneuter Anfall turianischer Initialzündungen. Handelten alle Turianer mit einem Arm so undurchsichtig, oder sorgten die undurchsichtigen Handlungen dafür das solche Turianer nur einen Arm hatten? Ein philosophisches Gedankenspiel, doch es blieb keine Zeit.
    Lärm von unten kündigte den Zugriff an, es war Zeit ihren Teil beizutragen. Jezz brach mit biotischer Kraft durch eines der verbliebenen Fenster. Thadere richtete kurz die Weste welche ihr Vox gegeben hatte. Dann umhüllte ein blauer Schein ihre ebenso blaue Haut und die Füße der Asari stießen sich vom Plateau ab. Wie ein blauer Blitz schlug sie im Raum ein.

    Dort angekommen hatte Jezz schon begonnen ihren Auftrag auszuführen. Verwirrung verursachen, Chaos stiften, den Feind hemmen. Den Gegner daran hindern seine Taktik auszuführen, Gegenangriffe zu unterbinden. In gewisser Hinsicht war es für Thadera doch bekannt, wenn auch um weiten martialischer als gewöhnlich. Zurück zu den Wurzeln, in die Zeiten als Biotiball noch ein Trainingsspiel für Asari-Jägerinnen war.
    Ihre Kampfgefährtin hatte mit einem biotischen Zug schon einen der Menschen und den Turianer in die Luft gehoben, welche jetzt recht hilflos in der Luft hingen. Thadera peilte sie ohne lange zu zögern an, vollführte einen biotischen Wurf. Die geballte biotische Energie traf die beiden Söldner wuchtig in der Schwerelose. Hellblau entlud sich weitere Energie als dadurch das künstliche Feld zerbarst, biotische Explosionen erzeugte. Und beide Opfer der Kräfte unbarmherzig durch den Raum schleuderte. Der Mensch wurde von der Druckwelle weiter nach oben getragen, gegen die Decke. Zuerst gab es ein Krachen, dann ein Knacken. Dann ein leicht schmatzendes Geräusch als sich der Körper wieder von der Decke löste und seinen Weg nach unten suchte. Der Turianer wirbelte hingegen wie eine Puppe durch den Raum, bis auch sein Flug durch ein Hindernis gestoppt wurde. Ein Türrahmen beendete die unfreiwillige Levitation, doch brachte gleichzeitig den Kopf des Turianers in eine unnatürliche Position. Thadera blendete das sehr hässliche Knacken aus und fokussierte mit ihrem Blick den Batarianer vor sich. Dieser hatte seine Überraschung inzwischen abgeschüttelt und hob seine Maschinenpistole. Die Sportlerin leuchtete wieder hell auf, verlagerte ihre Barriere nach vorne. Vom künstlichen Massenfeld gezogen bewegten sich die Asari mit gewaltiger Geschwindigkeit durch den tiefblauen Tunnel auf ihren Gegner zu. Dieser drückte zwar noch ab, doch die wenigen ungezielten Projektile prallten von der Barriere ab.
    Wie ein Zug knallte die Asari gegen ihren Gegner, mit der Faust voran. Eine Kombination aus verschiedenen Knackgeräuschen zeugte vom Erfolg dieser Aktion, woraufhin der Batarianer krachend zu Boden ging.
    Von erstaunlicher Auffassungsgabe zeugte jedoch die Reaktion des verbliebenen Menschen, welcher sofort die richtigen Schlüsse aus dem Auftauchen zweier biotischer Kampfmaschinen zog. Ohne zu zögern verschwand der Söldner hinter dem Türrahmen.
    "Scheiße!", fluchten Thadera und Jezz zeitgleich. Selbst Thadera hatte den Plan mit dem Fenster für ungestüm gehalten, aber mitgehangen war mitgefangen. Jetzt mussten sie das beste aus der Situation machen. "Los weiter!", sprach sie entschlossen und nickte der Agentin zu. Sie mussten in Bewegung bleiben, man gewann eine Überzahlsituation nicht indem man rumstand. Beide hetzen aus der Tür, in den Flur. Thadera sah den Mann noch hinter der Ecke verschwinden, doch ihr biotisches Geschoß schlug nur gegen die Wand. Stattdessen hörten sie Stimmgewirr, aus beiden Seiten des Flures kommen. Kurz darauf segelte auch schon etwas um die Ecke.
    "Los zurück!", rief Jezz und zog die Sportlerin zurück in den Raum. Kurz darauf detonierte es im Flur hinter ihnen, die Wände schienen leicht zu zittern. "Granaten sind scheiße.", murmelte Thadera und erzeugte eine Barriere hinter ihrer Tür. Etwas hinter ihnen prallte daran ab, erneut folgte eine Explosion, begleitet von schreien und lautem Gefluche. "Nett, aber die nächste wird sicher einen Aufschlagzünder haben.", kommentierte Jezz angespannt, aber stattdessen brandete von draußen SMG-Feuer auf. Thadera sah die Barriere flackern, schweiß tropfte ihr von der Stirn. Lange würde eine Barriere dem nicht standhalten, insbesondere nicht einer Sprengladung.
    "Okay, also sind wir gefickt?", fragte die Sportlerin fatalistisch und schaute zu der anderen Asari. Diese ließ kurz die Nackenwirbel knacken.
    "Noch nicht, aber wohl schon an den Bettpfosten gefesselt, der Dinge harrend die da kommen.", erwiderte diese zynisch. Thadera schnaubte.
    "Bin gerade nicht in Stimmung.", erwiderte sie ließ die Barriere fallen und schleuderte eine Singularität in den Flur.
    Sie zeigte auf eine verrammelte Tür zum Nebenraum. "Schauen wir mal ob wir den Raum wechseln können. Und hoffen das Team Arschtritt unten schnell vorankommt." Jezz nickte knapp und öffnete den Kanal.
    "Hier Jezz, sind auf massiven Widerstand gestoßen und der Gegner scheinbar über eine Kiste mit Granaten gestolpert. Werden langsam eingekesselt, versuchen aber jetzt Stellungswechsel.", funkte die Asari energisch. Thadera schlug derweil mit Wucht gegen die Tür. Es splitterte. "Nochmal!", feuerte sie sich leise an.



    Wo Aas ist, da sammeln sich die Geier

    Yuika musste laut lachen als sie sich die Aufnahme auf ihrem Omnitool betrachtete. Ihre Schwester, die gerade mittels einem Vaporizer Dampf in das Zimmer blies, schaute verwirrt zu ihr herüber. "Was ist los?", fragte sie neugierig, wobei eine nach Mango riechende Wolke in Yuikas Richtung waberte. Yuika stoppte die Aufnahme und spulte sie ein Stück zurück. Airi lehnte sich herüber und sah in der recht unscharfen Aufnahme wie ein Glatzkopf von einer Frau durch eine Tür geboxt wurde. Yuika grinste zufrieden. "Meine Neugier zahlt sich aus."
    "Ist das da wo...?", hakte Airi nach und lehnte sich wieder ein Stück zurück. Ihre Zwillingsschwester nickte eifrig.
    "Genau, ich habe bevor ich gegangen bin eine kleine Kamera an meinem Beobachtungsposten installiert. Nichts besonderes, sendet an eine Cloud im Extranet, damit man es nicht auf mich zurückverfolgen kann. Mit dem richtigen Passwort kann man aber darauf zugreifen. Wollte eigentlich nur wissen ob C-Sec was unternimmt.", erklärte die Japanerin redselig und schaltete wieder auf den Livestream. Inzwischen war die Einsatzgruppe im Gebäude verschwunden. "Schneller als ich gedacht habe. Viel schneller..", sprach sie nachdenklich und betrachtete den Eingang. "Und? Jetzt gibt es eh nichts mehr zu sehen. Vielleicht höchstens wenn der Auftrag erledigt ist. Mach das aus.", entgegente Airi unbeeindruckt. Yuika schnaubte verächtlich. "Denk doch mal nach, wenn sie so schnell reagieren...das ist nicht das übliche Vorgehen von C-Sec bei Geiselnahmen." Nachdenklich trommelte sie mit den Fingern über den Tisch. Airi legte den Vaporizer beiseite.
    "Okay, was hast du vor?"
    "Auch wenn das größtenteils Kanonenfutter ist, so sind sie doch alle gut bewaffnet. Und es könnten noch mehr Waffen dort gelagert sein."
    "Die C-Sec garantiert beschlagnahmen wird.",erwiderte Airi nüchtern. "Sicher wenn sie genügend Manpower haben. Aber falls sich die Möglichkeit anbietet, unbemerkt schnell rein und wieder raus zu kommen..." "Bevor C-Sec es abriegelt. Dann könnte man einiges an Gewinn machen. Könnte klappen." "Können wir von der Lage abhängig machen, wenn es zu heiß ist lassen wir es. Aber es schadet nicht ein paar Vorbereitungen zu treffen.", verkündete die Schwarzhaarige mit leuchtenden Augen. "Also..?", hakte Airi ungeduldig nach.
    "Klemm deinen Arsch in die Rüstung, ich mache ein paar Anrufe. Schauen wir mal was der Tag noch so bringt."


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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post
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    „Mister Gilles.“ Sowohl der einäugige Salarianer als auch der Mensch, die an den Monitoren im Kontrollzentrum saßen, nickten Nathan respektvoll zu. Ein weiterer Mann mit lässig vor der Brust baumelnden Mattock tat das nämliche. „Alles ruhig?“, fragte Nathan mit der professionellen Monotonie eines Werkarbeiters. „Alles gut. Die Männer gehen ihre Runden und verjagen die Schaulustigen“, sagte der Mensch, legte das rechte über das linke Bein und deutete Richtung Kamera. „Gut.“ Nathan merkte, wie von Minute zu Minute sein Herz stärker pochte. Er atmete es weg. Vier Sekunden heftig einatmen, vier Sekunden lang die Luft anhalten, vier Sekunden ausatmen, vier Sekunden die leeren Lungen in der heftigen Starre lassen. Die Nervosität legte sich. „Sind die neuen Waffen gut?“ Smalltalk. Der Mann, der an der Wand lehnte und offenbar so etwas wie eine Wache sein wollte begann sofort über die großartige Qualität seiner Person und der Mattock zu fachsimpeln. Nathan hörte gar nicht wirklich zu. Er legte die Hand auf seine Pistole. „Die hier ist nicht mehr so modern“, sagte er, zog sie vom Gürtel. Sie dekomprimierte vor der Augen der anderen drei und keiner ahnte etwas. Dann wanderte Nathans Blick von seiner Pistole zu dem Kamerabildschirm hinter dem Salarianer. Darauf war nichts zu sehen, dass wusste er. Aber die anderen nicht. „Was ist denn…?“ Alle Augen richteten sich auf den Monitor. In dem Moment schnellte Nathans Linke hoch, in ihr sein gebogenes Karambit-Messer. Mit einem schnellen Schnitt öffnete er die Halsschlagader des erschrocken dreinblickenden Wächters, jagte die Klinge in sein Kinn und ließ sich stecken. Der erste Schuss traf den Hinterkopf des Salarianers, verteilte grünliches Blut auf dem Bildschirm, den das Alien nur eine Sekunde vorher aufmerksam inspiziert hatte. Das zweite und dritte Projektil trafen Brust und Kopf des sich umdrehenden Menschen. Drei Sekunden. Der letzte Schuss galt dem sterbenden Wachmann zu Nathans Linker. Fünf Sekunden, dann lebten von vorher vier Individuen nur noch ein Mann. Der Killer warf einen schnellen Blick in den Gang, der zu dem Kontrollraum führte, sah jedoch niemanden. Rasch schaltete er die Kameras aus, verließ den Raum und versiegelte die Tür. „Commander, Schritt eins ist getan. Ich mache mich jetzt auf den Weg zum Haupttor“, funkte Gilles. „Verstanden“, gab der Spectre vom anderen Ende der Verbindung zurück.

    Der Killer kannte diese Gänge, er hatte sie sich eingeprägt. Er hatte schon gedanklich die Position bezogen, von der aus er seinen verheerenden Verrat aus begehen wollte. „Gilles!“, rief ihm jemand zu. „Keine Zeit“, antwortete er und hastete weiter. Niemand wunderte sich über die Kampfmontur, die der Killer angelegt hatte – dunkle Rüstung, Scharfschützengewehr, Pistole. In dieser Gegend musste man so herumlaufen, spätestens seit die großen Banden zerschlagen worden waren. Gilles erreichte die Konsole für die Tür mühelos. Einmal noch atmete er durch, dann drückte er den Schalter. „Die Barriere fällt, die Tür sollte sich jetzt öffnen. Willkommen im Paradies“, gab Gilles durch den Funk an T’Saari durch. „Gut. Feuer nach eigenem Ermessen.“ Gilles entfernte sich von dem Schalter. Vorerst würde niemandem auffallen, dass das Tor sperrangelweit offenstand. Der Zustand trügerischer Stille dauerte nicht lange an, dann fielen die ersten vereinzelten Schüsse und schon wurde aufgeregt über Funk gemeldet. Jegliche Disziplin war sofort dahin, ein eindeutiges Indiz für die mindere Qualität der angeheuerten Schläger. „Fuck, ich glaube wir werden von dem turianischen Militär angegriffen!“, jaulte einer. „Ich habe einen Geth gesehen“, meldete ein zweiter. „Unmöglich“, funkte ein dritter. „Idioten“, murmelte Gilles, erklomm eine kurze Leiter zu einem Laufsteg und setzte sich in den Schatten. Sein Scharfschützengewehr in den Händen lauerte er auf seine Opfer. Eine Gruppe aus sechs oder sieben Mann trabte unter ihm entlang, Gilles regte sich nicht. Zwei weitere Mann, einen Granatwerfer mit sich bringend, liefen kurz darauf in die andere Richtung. „Asari, Asari im Bunker!“, fluchte einer schnaufend. Gilles sah seine Chance gekommen, stieg hinab und ließ sich die letzten Stufen fallen. Asari, das musste der Spectre sein. Seine Überlebenschancen wären sicherlich höher, wenn er in T’Saaris Nähe war.

    Wenn es der Spectre war, dann war er in Schwierigkeiten. „Sterbt, ihr blauen Huren!“, keifte einer der beiden und feuerte Granate für Granate den Flur hinab. Am Ende bemerkte Gilles das unscheinbare Blau genutzter Biotik. Der andere Kerl ballerte ungezielt seine Maschinenpistole leer, fluchte, lud nach und setzte zu einem zweiten Sturm von Projektilen an. Gilles kniete sich ab, legte sein Gewehr an und zielte auf den Hinterkopf des Granatwerfers. Er atmete ein, sein Finger zitterte leicht am Abzug. Dann drückte er ab. Sein Ziel schnellte getroffen nach vorne, die letzte Granate explodierte von ihm ungehört. „Was zum…?“, rief der andere mit weitaus höherer Stimme, als Gilles vermutet hatte. Dann traf ihn ein Projektil mitten in die Brust. Der Mann rasselte, klappte zusammen und stützte sich auf alle viere. Nathan Gilles schob das Gewehr auf den Rücken, zückte seine Pistole und setzte dem Kerl im Vorbeigehen einen Gnadenschuss ins Genick. Vom anderen Ende kamen keine Schüsse und Gilles argwöhnte, dass die Asari ihre Waffen entweder verloren oder entleert hatten – oder sie hatten, dem Wahnsinn folgend, ohne gestürmt. Das ließ ihn aber zugleich vermuten, dass T’Saari nicht unter den Blauen war. Der Killer hob seine Waffe; sicher ist sicher. „Wenn ihr vom Spectre kommt, dann droht euch keine Gefahr“, sagte Gilles. Ein paar Augenblicke später erkannte er die Sportlerin. „Beeindruckend, dass Sie neben hervorragenden Spielleistungen auch eine ausgezeichnete Kämpferin zu sein scheinen“, schmeichelte er, lächelte und senkte die Waffe. „Geben Sie an T’Saari durch, dass ich Sie gefunden habe“, sagte er an die andere Asari, ein absurd muskulöses Modell, gewandt.


    Die Trupps rückten in kurzem Abstand vom Sammelpunkt aus, um zeitgleich an ihren Zugriffspunkten anzukommen. Wenn T’Saaris Plan aufging, würden sie von einer Sekunde auf die nächste von allen Seiten über Gavros herfallen. Wenn.
    Vox, Sorax, Hudson und der Mann in Schwarz hatten sich bis auf eine Häuserecke an die Lagerhalle herangearbeitet. Sie kauerten einer hinter dem anderen an der Wand und warteten auf das Signal. Vincent war der einzige von ihnen ohne Panzerung und ohne Sturmgewehr, er stand an dritter Stelle und ließ gedankenverloren die Fingergelenke knacken, während die Zeit zäh wie Gummi dahintropfte. Sein Kopf war leer, frei von allem was war und gleichgültig gegenüber allem, was kommen würde. Er war bereit.

    Der vierköpfige Stoßtrupp wechselte kein Wort. Es gab nichts mehr zu bereden. Sie warteten auf das Zeichen und dann würde es losgehen. Die Umgebungsgeräusche der Tipps, das ferne Dröhnen von Triebwerken und das leise Existenzsummen der Citadel selbst waren zu hören, doch keiner der vier nahm sie wahr. Sie lauschten auf den Funkverkehr, ihr einzige Verbindung zu den anderen Teams und ihrem Kundschafter in der Luft. Mit kurzen, abgehackten Funksprüchen koordinierten sich die Trupps, gaben ihre Stellung durch. Ein gedämpfter Knall von oben verkündete das Ende einer arglosen Söldnerseele, die sich auf offener Straße hatte blicken lassen.

    Vox lugte blitzschnell um die Ecke und kauerte sich dann wieder in Deckung. Mit eindeutigen Handzeichen beschrieb er fünf Gegner, die auf dem Weg zur Straßenecke waren. Die Vier machten sich bereit, teilten sich in zwei Duos auf und gingen links und rechts der Straße in Stellung.
    Team 3, in Deckung bleiben. Warten auf mein Signal.....", hörte jeder von ihnen ihren Mann in der Luft. Vincent atmete einmal tief ein und dann ganz lange aus. Seine Waffen hatten kein Gewicht in seinen Händen.
    "Feuer!"
    Wie ein Mann tauchten sie aus der Deckung auf, jeder wusste, was er zu tun hatte. Eine Salve, vier Tote. Vincents Mann flog wie von einem Pferd getreten zurück, den Helm eingedrückt von der Wucht zweier Projektile. Der fünfte Söldner, der vom Feuerüberfall nur verletzt worden war, warf sich hinter einem Container in Deckung. Ein weiterer gedämpfter Knall von oben sorgte dafür, dass er nie wieder herauskommen würde.
    "Die Straße ist sauber! Los, los!"

    Jeder im Team schaute kurz zu seinem Nebenmann, dann ging es los. Sie stürmten im Laufschritt auf die Lagerhalle zu, die Waffen schussbereit erhoben. Ihre Blicke suchten die eintönig graue Häuserfront ab, suchten nach dem Glänzen eines Gewehrlaufes oder einer Bewegung hinter stumpfen Scheiben. Die Halle lag wie verlassen vor ihnen, als sie die kurze Distanz überbrückten, das übermannshohe Tor fest verschlossen. Rundherum im Torrahmen glühte schwach das Energiefeld, das das Tor schützte.
    T’Saari hatte mit ihrer Vermutung Recht, Vincent war nicht unvorbereitet gekommen und hatte keine Zweifel, die Barriere überwinden zu können. Wie lange er dafür brauchen würde, wusste er jedoch nicht und ob er so viel Zeit bekommen würde, wie er brauchte, wusste gar niemand.
    Sie erreichten das Tor ungehindert, Vincents Herz schlug laut und gleichmäßig, er spürte das Blut durch seinen Körper rauschen. Vox nickte in Richtung der Türkonsole, die unter einem abgegriffenen Metallpanel verborgen lag und wies die anderen beiden an, Deckung zu geben. Der Mann in Schwarz holsterte seine Waffen und aktivierte sein OmniTool. Das Panel ließ sich zur Seite schieben, die Konsole war aktiv. Er war grade im Begriff, die Verbindung herzustellen, als die Barriere aufflimmerte und dann verschwand. Mit einem unangenehmen Quietschen begann sich das doppelte Schiebetor der Halle zu öffnen. ,,Ist offen, los geht’s!“, verkündete der Mann in Schwarz und zog erneut seine Waffen.

    Sie schmiegten sich wie auf ein stummes Kommando hin an die Außenwand, Vox ganz vorne, direkt am Torrahmen. Das Tor hatte sich noch nicht zu Hälfte geöffnet, als von innen die ersten Kampfgeräusche erklangen. Mindestens ein weiteres Team musste es ins Gebäude geschafft haben und das offene Tor legte nahe, dass auch Gilles seinen Teil der Abmachung eingehalten hatte. Vox ließ das Team mit einer Geste die Stellung halten, lehnte sich ein Stück vor und warf einen Blick in die Halle. Seine Hände verrieten, dass die Eingangshallte leer war.
    Mit einer raschen Handbewegung ließ er das Team einrücken, blitzschnell infiltrierten sie in einer Reihe die Halle. Der Mann in Schwarz verschaffte sich Überblick: Hoher Raum über zwei Etagen, auf halber Höhe eine Galerie mit Gitterboden und Geländer, die rings herum lief. Geradeaus ein großer Durchgang zur Haupthalle, zu jeder Seite zwei Nebengänge, auf der Galerie eine weitere Tür an jeder Wand mit einer Treppe direkt davor, um von der Galerie in die Eingangshalle hinunter zu kommen. Jeder Winkel der Halle, der kein Durchgang war stand mit Kisten unterschiedlichster Größe voll, die teilweise schon seit Jahren hier zu verrotten schienen. Was auch immer hier gelagert wurde, niemand vermisste es.
    Der Gefechtslärm kam von oben, dort war auch Gavros gesichtet worden. Das Team wandte sich nach links, auf eine der drei Treppen zu, um nach oben zu gelangen. Vox übernahm wieder die Führung, Sorax und Vincent beobachteten die Galerie, Hudson sicherte nach hinten ab.
    Grade als sie die Treppe erreichten, mischte sich das Geräusch rennender Stiefel unter das Geschrei und das Gewehrfeuer aus der ersten Etage. ,,Kontakt! Neun Mann!“, brüllte Hudson und sprang, dicht gefolgt von den anderen dreien, hinter den nächsten Kistenstapel in Deckung. Der gesichtete Söldnertrupp erreichte die Halle durch den Seitengang gegenüber im Erdgeschoss, schien aber nicht auf der Suche nach ihnen, sondern vielmehr überrascht zu sein. ,,Scheiße, hier sind auch welche!“, rief einer und blieb wie vom Donner gerührt stehen, wodurch der Mann hinter ihm gegen ihn prallte.
    Der Mann in Schwarz und die anderen drei nahmen das Chaos beim Feind als willkommene Einladung und eröffneten das Feuer. Drei Söldner gingen sofort zu Boden, die anderen konnten sich hinter Kisten und anderer Ware in Deckung werfen. Vincent duckte sich wieder hinter seine Kiste und spuckte aus. Für einen Stellungskrieg mit Fußvolk hatten sie keine Zeit. ,,Wir müssen weiter!“, rief er den anderen zu, als die Gegenseite grade ihre erste Antwortsalve zu ihnen herüberschickte. Die beiden Lage trennten keine fünfzig Meter, von Kisten und Regalen sprangen abgesprengte Metallsplitter und zu Bruch gegangenen Ware durch die Gegend.

    ,,Lenkt sie ab.“, sagte Vincent grade laut genug, um von den anderen gehört zu werden und schaute zu Vox. Der Turianer schien zu begreifen, was er vorhatte, auch wenn Vincent nicht gut im Lesen von Gesichtsausdrücken bei Aliens war.
    Auf ein Zeichen von Vox belegten er, Sorax und Hudson die feindliche Stellung mit Sperrfeuer, während Vincent sich von einem Kistenstapel zum nächsten durch die Halle arbeitete. Um Geräuschtarnung musste er sich beim anhaltenden Gewehrfeuer keine Sorgen machen, aber er hielt den Kopf unten und schlängelte sich in gebückter Haltung von Deckung zu Deckung. Um sich wie auf dem Marktplatz einen Höhenvorteil zu verschaffen war die Galerie zu gut einzusehen und für ihn nicht zu erreichen, ohne unliebsame Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

    Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der der Geräuschkulisse nach zu schließen die gesamte Lagerhalle langsam im Chaos versank, erreichte Vincent die feindliche Stellung. Die verbliebenen sechs Söldner hatten sich so gut es ging verschanzt, erwiderten das Feuer von Vox und den anderen aber höchstens sporadisch. Ihnen schien mehr am Davonkommen als am Sieg zu liegen.
    Den letzten Meter kroch der Mann in Schwarz auf Knien vorwärts, um nicht doch irgendwie gesehen zu werden und drückte sich dann ganz nah an eine Kiste, hinter der direkt das Nest der Feinde lag.

    Vincent atmete einmal tief ein und dann ganz lange aus. Mit einem Satz überwand er die letzte Hürde und war dann mitten unter ihnen. Er tat, wofür er gekommen war.

    ,,Eingangshalle gesichert, Sperrfeuer einstellen.“, gab er über den Funk durch. Das unmittelbare Donnern der Gewehre verstummte, in den Gängen des oberen Stockwerkes erklang aber weiterhin Gefechtslärm aus der Ferne. Der Mann in Schwarz durchquerte die Eingangshalle und ließ dabei die Thermomagazine aus seinen Pistolen springen. Er kehrte zu Vox, Sorax und Hudson zurück, die aus der Deckung gekommen waren. ,,Wie geht’s von hier weiter?“, fragte er, während er nachlud. ,,Alle weiter nach oben oder soll jemand hier bleiben, um Gavros im Falle eines Falles den Weg nach draußen abzuschneiden?“ Er wollte besagten Fall nicht unterschätzen, die Killerin hatte sich mehr als einmal als aalglatt erwiesen und würde nach jedem Strohhalm greifen, um am Leben zu bleiben, bis ihr Plan vollendet war. Andererseits hatte er nicht vor, hier zu sitzen und zu warten, ob ihm Gavros vielleicht in die Arme laufen würde. Der Mann in Schwarz war zum Jagen gekommen, nicht zum Angeln.
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    Khardim ist unser Äquivalent für Brüste oder eben Hintern.
    Schön anzusehen und man denkt gern daran
    Khardim is offline

  11. #131 Reply With Quote
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    Was bisher geschah: Beim Asiaten um die Ecke gibt‘s das aber billiger!

    Zungeschnalzend zog der Menschenmann eine Augenbraue hoch und rümpfte missbilligend die Nase. Für gewöhnlich stellte man ihn nicth in Frage.
    Okay, okay. Er konnte es ja verstehen, immerhin war das ein brisanter Deal und für den Preis wollte man natürlich nicht die Katze im Sack kaufen. Im wahrsten Sinne des Wortes, wäre ein gewöhnlicher Vorcha kaum für mehr zu gebrauchen als ein paar Kratzspuren im Gesicht und ständiges Gefauche, weil ihm das Futter nicht passte.
    „Ich gestehe: Es kränkt mich etwas, aber ich verstehe deine Skepsis.“
    Schulterzuckend legte der Mensch den Kopf schief
    „Da ich leider keine Zuchtpapiere von ihm hab, muss es irgendwie anders funktionieren.“
    Mit diesen Worten lehnte sich der Mann zu dem noch immer fragend dreinblickenden Vorcha herab und flüsterte diesem etwas zu.

    Zögerlich nickte Aryk, beobachtete den Mann dabei, wie er sich zu der Menschenfrau herumdrehte und mit einem beschwichtigenden Lächeln auf deren Datapad deutete, welches sie die ganze Zeit über in der Hand gehalten hatte.
    Ein breites Grinsen des Menschenmannes später, hatte der Vorcha das Datapad auch schon in den Krallen und machte sich mit seinem Werkzeug daran zu schaffen.
    „Leider fehlen uns die Utensilien für ausgefallenere Sachen, wie Flugapparate aus Bambusholz und und Kunststoffplatten. Da wir hier auch keine Kartoffeln oder Sumpfgas haben, wird es eben nur etwas Kleines.“
    Unbewusst strich sich der Kerl mit den vielen Namen die Falten aus dem Anzug und versuchte die Zeit mit etwas Geschwätz zu überbrücken.
    „Solltet ihr aber mal einen Kühlschrank, Propangas und ein altes Kleidchen des hübschen Kerlchens hier übrig haben, kann er euch sicher einen Heißluftballon bauen.“
    Dabei deutete der Rothaarige mit wippenden Augenbrauen auf den Kroganer.

    „Fazt fertig!“
    Behutsam befestigte der Vorcha sein Werkzeug wieder in der Tasche, die er daraufhin wieder an seinen Gurten befestigte und brachte sich das erste Mal seit des Treffens mit dem Volus in eine stehende Position. Ohne den Aliens um ihm herum groß Aufmerksamkeit zu schenken, legte er das Gerät in sicherer Entfernung auf den Boden, zischte einmal zufrieden und entfernte sich dann wieder ein paar Schritte.

    Das einstige Display des Gerätes war nicht mehr als ein Schutz, damit die Wärmeentwicklung nicht von einem Sensor auf der Citadel entdeckt werden konnte. Die leicht deformierten Überbleibsel machten auf Signal des aktivierten Omnitools genau das, was sie auch machen sollten. Sehr zufriedenstellend.
    Langsam bildete sich etwas Rauch, welcher als großer Ring über der Gerätschaft zu schweben begann. Einzelne, kleinere Ringe fanden den Weg herauf und schwebten am oberen Rand des größeren Ringes entlang, was dazu führte, dass sich ihre Form leicht veränderte.
    „Krzeh. Zu wenig Energie.“
    Eine Explosion wäre viel besser gewesen, aber leider hatte sich der Techniker ja an die Vorgabe des Menschen halten müssen.
    „Schon gut Kleiner, ich bin mir sicher, die paar Rauchherzchen erfüllen ihren Zweck.“
    Mit einem Zwinken dem Kroganer entgegen, wandte sich Archer wieder an den Volus.
    „Ich bin mir recht sicher, dass kein anderer Vorcha eine so romantische Ader für Technik in seiner kurzen Lebenszeit hat entwickelt können, wie unser kleines Handelsgut hier. Meinst du nicht auch?“
    Natürlich wären Granaten, experimentelle Schusswaffen oder gar hochentwickelte Panzerungsupgrades deutlich eindrucksvoller gewesen, aber der kleine Geldhai im Umweltanzug konnte nicht erwarten, dass Aryk aus dem Nichts in so kurzer Zeit etwas erfinden konnte.

    [Bild: Blutlinks.png] Not even a sick game like the [Bild: MU4xeQxjjBlutDaiShi.png] can wreck my smile. [Bild: blutrechts.png]
    BlackShial is offline Last edited by BlackShial; 13.07.2019 at 22:18.

  12. #132 Reply With Quote
    Pinata  Tjordas's Avatar
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    Quote Originally Posted by numberten View Post

    Die Projektion leuchtete in einem matten orange und füllte fast den ganzen Tisch aus. Auf der Oberfläche waren verschiedene Icons und Dateien aufgeploppt. Textdateien, Bilder und Videoaufnahmen waren auf den ersten Blick willkürlich auf der Projektionsfläche verteilt. Tatsächlich steckte jedoch eine Ordnung hinter, welche durch die schlanken Finger der Japanerin ermöglicht wurde. Akina saß vor der projizierten Benutzeroberfläche, welche von ihrem Rechner im Zimmer ausgestrahlt wurde. Die Militärpolizistin trug nur ihr Allianzshirt, sowie ihre kurzen Schlafshorts, die langen Haare waren provisorisch hochgesteckt, verschiedene Stifte fixierten die Frisur. Gelegentlich zog sie einen der Stifte aus dem Dutt und machte eine kleine Notiz auf ihrem Block. Sowohl für Stifte als auch Papier musste sie immer Sonderanforderungen schreiben, beides war nicht mehr sehr innerhalb der Allianz verbreitet.
    Die Japanerin wechselte häufig ihre Sitzposition, saß mal im Schneidersitz auf ihrem Bürostuhl und kritzelte etwas auf ihren Block, setzte sich dann ordentlich auf, oder stand auf um etwas auf der Oberfläche zu verschieben oder zu vergrößern. Im Hintergrund lief mit mäßiger Lautstärke ihre Klassik-Playlist, derzeit bei Mozarts Nachtmusik angelangt- Ihre Augen wanderten zwischen den verschiedenen Icons umher, analysierten Daten und Informationen.
    Akina hatte beschloßen sich an ihrem ersten Tag etwas früher hinzulegen, war nach drei Stunden jedoch wieder aufgewacht. Sie hatte kurz überlegt sich nochmal umzudrehen, doch ihre Müdigkeit war irgendwie im Moment des Aufwachens verflogen. Drei Stunden, das waren immerhin 300 Minuten, das entsprach fünf Stunden Schlaf auf der Erde. Ausreichend, Mathematik war einfach herrlich um sich Dinge schön zu rechnen.
    Aus dem Bett war sie quasi direkt zu ihrem Rechner gewechselt, der Aufwand sich umzuziehen schien unnötig. Es bestand kein Anlass vor die Tür zu gehen und es würde sie wohl kaum jemand jetzt kontaktieren. Während ihre Hände über die Oberfläche kreisten, ein Icon verschoben und ein anderes von der Oberfläche schmissen, bemerkte sie plötzlich ein kleines Leuchten von ihrem Tool.
    Da es nur matt blinkte und kein akustisches Signal erzeugte, hieß das es keine hohe Priorität hatte. Dennoch war die Japanerin verwundert das ihr jemand um diese Zeit eine Nachricht sendete. Sanft ließ sie sich in den Stuhl hinter sich sinken und öffnete die Mitteilung. Es war eine Sprachnachricht, von Cherenkov. Das überraschte sie noch ein wenig mehr, sie hätte nicht erwartet das der Russe um die Zeit noch wach war. Eher das er nachts schlief wie ein Bär im Winterschlaf, ähnlich brummig falls man ihn weckte. Neugierig öffnete sie die Nachricht.
    "Morgen Watabe - Hab grade an Sie gedacht", begann die Nachricht, worauf eine für Akinas Geschmack recht unangemessen lange Pause folgte. Skeptisch hob sie kurz eine Augenbraue und hatte sofort diesen leicht ironischen Gesichtsausdruck des Russen vom gestrigen Gespräch vor ihrem geistigen Auge. Der Rest der Nachricht war dann jedoch tatsächlich informativ, offensichtlich war eine Überlebende des Frachters aufgewacht.
    Kurz nach ihrer Ankunft, ein erstaunlich vorteilhafter Zufall. Von dem Rest der Besatzung konnte sie niemanden befragen und auch sonst waren ihre Anhaltspunkte in dem Fall eher dürftig. Eine Zeugin jedoch, vielleicht würde die Maschinistin etwas mehr Licht ins Dunkel bringen. Den Grüntee Kommentar des Russen quittierte sie mit einem Schnauben. Vielleicht musste sie Cherenkov mal zu einer Teezermonie vergattern.
    Energisch erhob sie sich von ihrem Stuhl, griff mit den Händen alle Icons und schob sie von der Oberfläche. Stattdessen öffnete sie die Akten zu Yenny Vandernot. Bevor sie die Frau besuchte war es wohl klug sich mit der Person vertraut zu machen. Außerdem war die Maschinistin gerade erst aus dem Koma erwacht. Verwirrung, Gedächnisverluste, Orientierungsprobleme, eine sofortige Befragung war vermutlich nicht besonders zielführend. Ein Moment zur Akklimatisierung, dann würde Akina der Maschinistin einen Besuch abstatten. Hoffentlich war dies nicht nur eine Sackgasse.

    Nach drei Stunden hatte sich die Japanerin schließlich dienstfertig gemacht und schritt den Gang entlang. Der Kaffee in ihrer rechten war nicht besonders gut, aber stark. Tatsächlich konnte man ihr den Mangel an Schlaf nicht besonders ansehen. Akina strotzte trotz der frühen Stunde vor Energie, während der Rest der Station, vom Wachdienst abgesehen, vermutlich noch in der Horizontalen lag.
    Nach einem kurzen Gespräch mit der Nachtschwester führte diese sie zu dem Zimmer der Patientin. Akina bedankte sich höflich und betrat dann das Zimmer. Im Innern war es dunkel, nur die Beleuchtung der Geräte spendete etwas Licht, wenn es auch den Raum in ein schwummriges Licht tauchte. Die Soldatin ging an die Konsole und drehte an der Beleuchtung. Langsam und nicht zu stark, um die Augen der Patientin nicht zu überfordern und diese nicht zu erschrecken. Jetzt im Schein der Beleuchtung konnte sie auch die Maschinistin erkennen. Der Körper der jungen Frau war von Hämatomen übersäht, teilweise immer noch angeschwollen. Hände und Schienenbeine waren zerschmettert worden und lagen jetzt in Manschetten zur Stabilsierung. Eine zweifellos unangenehme Position, die nur wenig Bewegungsspielraum zuließ. Der Kopf der Frau drehte sich zu dem Neuankömmling. Akina lächelte die Maschinistin freundlich an und trat einen Schritt auf sie zu.
    "Guten Morgen, Miss Vandernot. Erlauben sie das ich mich vorstelle. Ich bin First Lieutenant Akina Watabe, von den Sicherheitskräften dieser Station. Ich wäre hier um ihnen ein paar Fragen zu stellen. Natürlich nur sofern sie sich dazu instande fühlen. Gleichzeitig wäre ich natürlich in der Position ihnen eventuelle Fragen zu beantworten, welche sie zweifellos beschäftigen.", stellte sich die Japanerin vor und stellte einen Stuhl unweit der Frau ab. In einem Abstand der nicht aufdringlich wirkte setzte sich die Militärpolizistin neben die Maschinistin, in einer Position aus der diese sie ohne Probleme sehen konnte.
    "Ich kann verstehen das die Ereignisse für sie einen Schock darstellen, deswegen steht ihr Wohlbefinden natürlich an erster Stelle. Fühlen sie sich wohl genug ein Gespräch zu führen?", erkundigte sich Akina rücksichtsvoll.


    Die letzten drei Stunden waren selbstverständlich bereits eine emotionale Achterbahnfahrt für Yenny gewesen. Nachdem sie bereits mehrmals durch die Phasen der Panik, Resignation, Zuversicht und Rationalisierung gegangen war und das Pflegepersonal sie zumindest über die groben Zusammenhänge informieren konnte, war sie jetzt in einem Zustand angelangt, der überraschenderweise einer gewissen - zumindest äußeren - Ruhe entsprach. Entsprechend still wartete sie mit einem neugierigen und einem skeptischen Auge der Japanerin entgegen, die zu so früher Stunde in relativer Dunkelheit ihr Zimmer betrat.
    "Ähm... Guten Morgen, First Lieutenant", wiederholte sie mit kratziger Stimme aber wachen Augen, während sie Akinas Uniform musterte.
    "So geschockt und verwirrt ich tatsächlich bin... Ich muss zugeben, dass, was immer die auch hier an den Tropf hängen, mir ziemlich gut darüber hinweghilft. Für den Augenblick... Echt gutes Zeug", schmunzelte sie mit etwas schmerzverzerrtem Gesicht und einer Spur Galgenhumor in der Stimme, während sie ihren linken, geschienten Arm mit den Schläuchen daran anhob.
    "Das Personal hat mich schon ein wenig vorinformiert, was passiert ist. Aber ich fürchte, ich werde Ihnen nicht viel mehr sagen können, als sie schon wissen... Das alles macht für mich keinen wirklichen Sinn. Und da ich gerade so high bin wie mein Ex auf Omega, weiß ich nicht, ob ich Sie nicht nur mit inkohärentem Gelaber vollsülze", sprach sie ruhig und langsam, offenbar tatsächlich etwas durch die starken Schmerzmittel ausgebremst. Die Iris ihrer blauen Augen war weit geöffnet - selbst für die gedimmte Beleuchtung auffällig weit, und ihr Blick surrte oft etwas unkonzentriert umher. Netterweise hatte das Pflegepersonal sie zumindest grob hergerichtet, ihr die rotbraunen Haare gekämmt und zu einem Pferdeschwanz gebunden und die Schläuche an Mund und Nase entfernt, doch da sie gerade immer noch das typische Krankenhaustuch an sich trug, fiel ihre abgemagerte Statur und die Unzahl an Blessuren und Pflastern auf ihrer Haut überall ins Auge.
    Tjordas is offline Last edited by Tjordas; 20.07.2019 at 20:02.

  13. #133 Reply With Quote
    #17  Forenperser's Avatar
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    Quote Originally Posted by eis engel View Post
    Ein wenig anders wurde ihr in diesem Moment schon, als sie eng an ihm, mit dem Rücken zur Wand da stand und sich ihre Lippen kurz berührten. Aber es war kein unangenehmes Gefühl, ganz im Gegenteil.
    Erst jetzt wurde ihr so langsam bewusst, was sie in den vergangenen Jahren so vermisst hatte, vor lauter Arbeit und Rache. Nämlich das Leben genießen und Spaß haben.
    Das dürfte noch interessant werden. schoss es ihr durch den Kopf, während ihr ein verschmitztes Grinsen übers Gesicht huschte.
    Marco stolperte voraus und Liz folgte ihm mit etwas Abstand.


    "Oohh....." Stöhnend kam er zu sich und presste seine Augen, nachdem er sie kurz aufgeschlagen hatte, direkt wieder zusammen. Das Licht blendete furchtbar. Und mit einem Mal drangen allerlei Geräusche an seinen Gehörgang, die wie Trommelschläge an seiner Schädeldecke hallten. "Himmel...."
    Er merkte, dass er schon lange nichts alkoholisches mehr zu sich genommen hatte. Langsam begann er sich in seinem Sitz aufzurichten. Wie ein Schluck Wasser hatte er darin gehangen, den Sicherheitsgurt bereits gefährlich weit oben. Schemenhaft nahm er Liz neben sich wahr. Und plötzlich erinnerte er sich wieder an einige Bilder. Von Scham und Unwohlsein gepackt tat er so, als würde er sie nicht sehen. Stattdessen warf er einen Blick auf die Anzeigetafel und sah, dass ihr Ziel in wenigen Minuten erreicht war. Immer noch völlig benommen bestellte er sich noch ein Glas Wasser und trank es in einem Zug leer. Innerlich verfluchte er sich, dass er neben seinen üblichen Mitteln kein Aspirin eingepackt hatte.
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  14. #134 Reply With Quote
    La fionda dei cereali  Luceija's Avatar
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    Quote Originally Posted by AeiaCarol
    "Verdammt, Luci!", knurrte Leif. Er wusste, dass hierbei nichts katastrophal bedenkliches vor sich ging. Dafür atmete sie zu ruhig, ihr Puls war völlig regelmäßig und sie sah zurecht aus, als würde sie einfach nur schlafen. Doch dem Schweden schlug das Herz bis zum Hals, als er sie aus dem Sand in seine Arme hob und in Richtung Haus brachte. Auf das riesige Sofa legte und ihre Füße über die Lehne brachte, sodass sie höher als ihr Körper lagen. Und ja-...auch wenn der Anblick noch so wunderschön war, deckte er sie mit leichtem Stoff zu, selbst nicht angezogen und strich ihr über das Gesicht. Ein Griff an den Hals bescheinigte immer noch einen ruhigen Herzschlag und sie sah wahrlich eher danach aus, einfach nur zu schlafen.


    Vielleicht war es nicht die sinnigste Idee gewesen sie direkt auf dieses Sofa zu legen. Nachdem sie zusammen in diesem Salzwasser waren, der Sand sich um ihre Körper geschlungen hatte und die Haare ebenfalls komplett feucht von tyrrhennischem Meer waren, konnte es sich nur negativ auf das neue Möbelstück auswirken, auf welches er die Sizilianerin gelegt hatte. Diese seufzte leise. Kroch langsam aus ihrer Bewusstlosigkeit zurück und noch bevor sich diese Augen öffneten, hatte sich ein zartes Lächeln auf ihre Lippen gespielt. Dann sah sie dieses Wohnzimmer. Eine gewohnte Stille und hatte den Geruch von perfektem, sizilianischen Meer in der Nase. Es roch so vielschichtig nach Heimat, dass es sie überwältigte. Insbesondere, wo ihre letzten Blicke zu ihm gingen, den sie beobachtete, schwächelnd aber wenigstens wieder wach, mit demselben Lächeln. So, als habe sie nur ein bisschen geschlafen und eben nicht gerade einige Zeit ohnmächtig gewesen. "Hej...", imitierte sie den Blonden mit ihrer wenig perfekten, von ihrer Muttersprache durchzogenen Aussprache.
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  15. #135 Reply With Quote
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    Vielleicht war es nicht die sinnigste Idee gewesen sie direkt auf dieses Sofa zu legen. Nachdem sie zusammen in diesem Salzwasser waren, der Sand sich um ihre Körper geschlungen hatte und die Haare ebenfalls komplett feucht von tyrrhennischem Meer waren, konnte es sich nur negativ auf das neue Möbelstück auswirken, auf welches er die Sizilianerin gelegt hatte. Diese seufzte leise. Kroch langsam aus ihrer Bewusstlosigkeit zurück und noch bevor sich diese Augen öffneten, hatte sich ein zartes Lächeln auf ihre Lippen gespielt. Dann sah sie dieses Wohnzimmer. Eine gewohnte Stille und hatte den Geruch von perfektem, sizilianischen Meer in der Nase. Es roch so vielschichtig nach Heimat, dass es sie überwältigte. Insbesondere, wo ihre letzten Blicke zu ihm gingen, den sie beobachtete, schwächelnd aber wenigstens wieder wach, mit demselben Lächeln. So, als habe sie nur ein bisschen geschlafen und eben nicht gerade einige Zeit ohnmächtig gewesen. "Hej...", imitierte sie den Blonden mit ihrer wenig perfekten, von ihrer Muttersprache durchzogenen Aussprache.


    "Hej", erwiderte der Blonde lächelnd und fuhr über die feuchte Wange der Sizilianerin. "Was machst du nur für Sachen, Müslischleuder?", wollte er wissen und gab ihr einen unschuldigen Kuss auf die Stirn.
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    "Hej", erwiderte der Blonde lächelnd und fuhr über die feuchte Wange der Sizilianerin. "Was machst du nur für Sachen, Müslischleuder?", wollte er wissen und gab ihr einen unschuldigen Kuss auf die Stirn.


    Sie antwortete mit einem zarten Seufzen und das Lächeln schränkte sich etwas ein, als sie versuchte, die Sorge aus seinem Gesicht zu ziehen. Sehr sanfte Finger strichen dabei über seine Wange. Brauchten lange bis sie dort überhaupt ankamen. "....non preoccuparti. ...mach dir keine Sorgen.", flüsterte sie. "..che succede di tanto in tanto. ..das passiert hin und wieder."
    Ihren Körper langsam mobilisierend versuchte sie, sich wenigstens ein bisschen aufzusetzen. Ihren Rücken zu begradigen. "....i miei stivali e la mia giacca sono ancora fuori? ...liegen meine Stiefel und die Jacke noch draußen?", wollte sie vorsichtig wissen. "Il resto non importa, ma valgono qualcosa. Der Rest spielt keine Rolle, aber die sind was wert.", grinste sie langsam und wirkte dabei durch ihre Schwäche leicht beduselt, was es nur noch lieblicher wirken ließ.
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    Durch das Fernglas rückte das Gefecht auf der Ebene unter Seeva näher und doch weiter entfernt. Mit den vielen Details am Rand und dem blauen Schleier der holografischen Auflösung wirkten die Leichen der Getöteten eher wie Informationen als wie das, was sie waren. Den Kampf betrachtet die Asari taktisch, nicht emotional. Jeder Gefallene auf der Seite der Gegner brachte sie dem Sieg etwas näher. „Officer O’Grady, eine Gruppe Söldner versucht um die Hausecke herum den Vordereingang zu stürmen. Sperrfeuer“, funkte Seeva. „Verstanden“, kam es zurück und sofort begann eine Kakophonie knallender Gewehrschüsse. Zufrieden stellte Seeva fest, wie die Söldner auf dem Absatz kehrt machten und sich hinter die Hausecke retteten. „Nageln Sie sie dort fest“, sagte Seeva. „Sie dürfen dem Angriffsteam nicht in den Rücken fallen.

    Die Operation verlief gut. Vorerst. Seeva hätte Karvas nicht vertrauen sollen, sie hatte von Anfang an kein gutes Gefühl bei ihm und seinem muskelbepackten Anhang gehabt. „Karvas, was machen Sie da? Meldung!“ Der Spectre setzte fassungslos das Fernglas ab. Was bei der Göttin lief da? Karvas brachte seine Jezz in Gefahr, ebenso wie Cas’tivera und setzte sich ab? „Verflucht.“ Seeva kam ein schrecklicher Verdacht. Sie schaltete die Frequenz auf den Kanal um, der dem jüngsten Teammitglied zugewiesen war. „O’Grady, wenn Captain Karvas aus dem Gebäude zu flüchten versucht, schießen Sie ihn ab. Versuchen Sie möglichst ihn mit Betäubungsgeschossen zu erwischen. Wenn das nicht möglich ist, schalten Sie ihn aus. Spectre Befehl!“ Betretenes Schweigen am anderen Ende der Leitung. Seeva schaltete wieder auf die Gesamtfrequenz. „Teamleader, Meldung!
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    Sie antwortete mit einem zarten Seufzen und das Lächeln schränkte sich etwas ein, als sie versuchte, die Sorge aus seinem Gesicht zu ziehen. Sehr sanfte Finger strichen dabei über seine Wange. Brauchten lange bis sie dort überhaupt ankamen. "....non preoccuparti. ...mach dir keine Sorgen.", flüsterte sie. "..che succede di tanto in tanto. ..das passiert hin und wieder."
    Ihren Körper langsam mobilisierend versuchte sie, sich wenigstens ein bisschen aufzusetzen. Ihren Rücken zu begradigen. "....i miei stivali e la mia giacca sono ancora fuori? ...liegen meine Stiefel und die Jacke noch draußen?", wollte sie vorsichtig wissen. "Il resto non importa, ma valgono qualcosa. Der Rest spielt keine Rolle, aber die sind was wert.", grinste sie langsam und wirkte dabei durch ihre Schwäche leicht beduselt, was es nur noch lieblicher wirken ließ.


    "...darf es aber nicht.", entgegnete Leif seufzend, weil er sich erneut bewusst wurde, wie viel Arbeit hierbei vor ihnen lag. Dabei schätzte er die Bereitschaft der Italienerin, die eigenen Medikamente zu reduzieren, als gering oder kaum vorhanden ein, aber-...er sprach es nicht an, sondern umfasste ihre kleine Hand an seiner Wange und schloss für eine Sekunde die Augen. Lächelnd. "Ich werd' dir deine Schuhe holen.", versprach er, der selbst noch nackt war und zuerst eine Hose würde anziehen wollen, bevor er noch einmal nackt UND allein nach draußen ging. "Kommst du für den Moment zurecht?"
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    Quote Originally Posted by numberten View Post
    Sprosse für Sprosse stieg Thadera die Feuerleiter empor, diesem abgenutzten Teil das sicher schon ewig nicht mehr überprüft worden war. Das Metall unter ihren Fingern war rau und porös, manche Sprosse bog sich leicht nach unten wenn zuviel Gewicht auf ihr lastete. Doch es ging aufwärts, auch wenn es sich für die Asari eher anfühlte als würde sie immer tiefer in die Scheiße sinken. Sie atmete tief durch und schaute kurz nach unten. Vermutlich war es normal das man kurz über seine Entscheidungen nachdachte, wenn diese einen in ein Haus voller bewaffneter Schläger führte. Dennoch war sie entschlossen, hatte sich auf ihr Ziel fokussiert. Sie würde nicht scheitern, nicht direkt auf der Zielgeraden.
    Dennoch hatte sie ein mieses Gefühl bei der Sache.
    Dieses Gefühl wurde dann auch noch dadurch bestärkt, dass sich ihr turianische Begleiter von ihnen verabschiedete, sehr zur Überraschung seiner Asari Teamkolleginnen. Nach einem kurzen Wortgefecht gab die muskulöse Asari nach, Thadera mischte sich nicht ein. Die beiden kannten sich offensichtlich schon lange und was war schon normal an so einem Tag? Vielleicht war es ja irgendein Geheimbefehl von der Spectre, oder ein erneuter Anfall turianischer Initialzündungen. Handelten alle Turianer mit einem Arm so undurchsichtig, oder sorgten die undurchsichtigen Handlungen dafür das solche Turianer nur einen Arm hatten? Ein philosophisches Gedankenspiel, doch es blieb keine Zeit.
    Lärm von unten kündigte den Zugriff an, es war Zeit ihren Teil beizutragen. Jezz brach mit biotischer Kraft durch eines der verbliebenen Fenster. Thadere richtete kurz die Weste welche ihr Vox gegeben hatte. Dann umhüllte ein blauer Schein ihre ebenso blaue Haut und die Füße der Asari stießen sich vom Plateau ab. Wie ein blauer Blitz schlug sie im Raum ein.

    Dort angekommen hatte Jezz schon begonnen ihren Auftrag auszuführen. Verwirrung verursachen, Chaos stiften, den Feind hemmen. Den Gegner daran hindern seine Taktik auszuführen, Gegenangriffe zu unterbinden. In gewisser Hinsicht war es für Thadera doch bekannt, wenn auch um weiten martialischer als gewöhnlich. Zurück zu den Wurzeln, in die Zeiten als Biotiball noch ein Trainingsspiel für Asari-Jägerinnen war.
    Ihre Kampfgefährtin hatte mit einem biotischen Zug schon einen der Menschen und den Turianer in die Luft gehoben, welche jetzt recht hilflos in der Luft hingen. Thadera peilte sie ohne lange zu zögern an, vollführte einen biotischen Wurf. Die geballte biotische Energie traf die beiden Söldner wuchtig in der Schwerelose. Hellblau entlud sich weitere Energie als dadurch das künstliche Feld zerbarst, biotische Explosionen erzeugte. Und beide Opfer der Kräfte unbarmherzig durch den Raum schleuderte. Der Mensch wurde von der Druckwelle weiter nach oben getragen, gegen die Decke. Zuerst gab es ein Krachen, dann ein Knacken. Dann ein leicht schmatzendes Geräusch als sich der Körper wieder von der Decke löste und seinen Weg nach unten suchte. Der Turianer wirbelte hingegen wie eine Puppe durch den Raum, bis auch sein Flug durch ein Hindernis gestoppt wurde. Ein Türrahmen beendete die unfreiwillige Levitation, doch brachte gleichzeitig den Kopf des Turianers in eine unnatürliche Position. Thadera blendete das sehr hässliche Knacken aus und fokussierte mit ihrem Blick den Batarianer vor sich. Dieser hatte seine Überraschung inzwischen abgeschüttelt und hob seine Maschinenpistole. Die Sportlerin leuchtete wieder hell auf, verlagerte ihre Barriere nach vorne. Vom künstlichen Massenfeld gezogen bewegten sich die Asari mit gewaltiger Geschwindigkeit durch den tiefblauen Tunnel auf ihren Gegner zu. Dieser drückte zwar noch ab, doch die wenigen ungezielten Projektile prallten von der Barriere ab.
    Wie ein Zug knallte die Asari gegen ihren Gegner, mit der Faust voran. Eine Kombination aus verschiedenen Knackgeräuschen zeugte vom Erfolg dieser Aktion, woraufhin der Batarianer krachend zu Boden ging.
    Von erstaunlicher Auffassungsgabe zeugte jedoch die Reaktion des verbliebenen Menschen, welcher sofort die richtigen Schlüsse aus dem Auftauchen zweier biotischer Kampfmaschinen zog. Ohne zu zögern verschwand der Söldner hinter dem Türrahmen.
    "Scheiße!", fluchten Thadera und Jezz zeitgleich. Selbst Thadera hatte den Plan mit dem Fenster für ungestüm gehalten, aber mitgehangen war mitgefangen. Jetzt mussten sie das beste aus der Situation machen. "Los weiter!", sprach sie entschlossen und nickte der Agentin zu. Sie mussten in Bewegung bleiben, man gewann eine Überzahlsituation nicht indem man rumstand. Beide hetzen aus der Tür, in den Flur. Thadera sah den Mann noch hinter der Ecke verschwinden, doch ihr biotisches Geschoß schlug nur gegen die Wand. Stattdessen hörten sie Stimmgewirr, aus beiden Seiten des Flures kommen. Kurz darauf segelte auch schon etwas um die Ecke.
    "Los zurück!", rief Jezz und zog die Sportlerin zurück in den Raum. Kurz darauf detonierte es im Flur hinter ihnen, die Wände schienen leicht zu zittern. "Granaten sind scheiße.", murmelte Thadera und erzeugte eine Barriere hinter ihrer Tür. Etwas hinter ihnen prallte daran ab, erneut folgte eine Explosion, begleitet von schreien und lautem Gefluche. "Nett, aber die nächste wird sicher einen Aufschlagzünder haben.", kommentierte Jezz angespannt, aber stattdessen brandete von draußen SMG-Feuer auf. Thadera sah die Barriere flackern, schweiß tropfte ihr von der Stirn. Lange würde eine Barriere dem nicht standhalten, insbesondere nicht einer Sprengladung.
    "Okay, also sind wir gefickt?", fragte die Sportlerin fatalistisch und schaute zu der anderen Asari. Diese ließ kurz die Nackenwirbel knacken.
    "Noch nicht, aber wohl schon an den Bettpfosten gefesselt, der Dinge harrend die da kommen.", erwiderte diese zynisch. Thadera schnaubte.
    "Bin gerade nicht in Stimmung.", erwiderte sie ließ die Barriere fallen und schleuderte eine Singularität in den Flur.
    Sie zeigte auf eine verrammelte Tür zum Nebenraum. "Schauen wir mal ob wir den Raum wechseln können. Und hoffen das Team Arschtritt unten schnell vorankommt." Jezz nickte knapp und öffnete den Kanal.
    "Hier Jezz, sind auf massiven Widerstand gestoßen und der Gegner scheinbar über eine Kiste mit Granaten gestolpert. Werden langsam eingekesselt, versuchen aber jetzt Stellungswechsel.", funkte die Asari energisch. Thadera schlug derweil mit Wucht gegen die Tür. Es splitterte. "Nochmal!", feuerte sie sich leise an.



    Wo Aas ist, da sammeln sich die Geier

    Yuika musste laut lachen als sie sich die Aufnahme auf ihrem Omnitool betrachtete. Ihre Schwester, die gerade mittels einem Vaporizer Dampf in das Zimmer blies, schaute verwirrt zu ihr herüber. "Was ist los?", fragte sie neugierig, wobei eine nach Mango riechende Wolke in Yuikas Richtung waberte. Yuika stoppte die Aufnahme und spulte sie ein Stück zurück. Airi lehnte sich herüber und sah in der recht unscharfen Aufnahme wie ein Glatzkopf von einer Frau durch eine Tür geboxt wurde. Yuika grinste zufrieden. "Meine Neugier zahlt sich aus."
    "Ist das da wo...?", hakte Airi nach und lehnte sich wieder ein Stück zurück. Ihre Zwillingsschwester nickte eifrig.
    "Genau, ich habe bevor ich gegangen bin eine kleine Kamera an meinem Beobachtungsposten installiert. Nichts besonderes, sendet an eine Cloud im Extranet, damit man es nicht auf mich zurückverfolgen kann. Mit dem richtigen Passwort kann man aber darauf zugreifen. Wollte eigentlich nur wissen ob C-Sec was unternimmt.", erklärte die Japanerin redselig und schaltete wieder auf den Livestream. Inzwischen war die Einsatzgruppe im Gebäude verschwunden. "Schneller als ich gedacht habe. Viel schneller..", sprach sie nachdenklich und betrachtete den Eingang. "Und? Jetzt gibt es eh nichts mehr zu sehen. Vielleicht höchstens wenn der Auftrag erledigt ist. Mach das aus.", entgegente Airi unbeeindruckt. Yuika schnaubte verächtlich. "Denk doch mal nach, wenn sie so schnell reagieren...das ist nicht das übliche Vorgehen von C-Sec bei Geiselnahmen." Nachdenklich trommelte sie mit den Fingern über den Tisch. Airi legte den Vaporizer beiseite.
    "Okay, was hast du vor?"
    "Auch wenn das größtenteils Kanonenfutter ist, so sind sie doch alle gut bewaffnet. Und es könnten noch mehr Waffen dort gelagert sein."
    "Die C-Sec garantiert beschlagnahmen wird.",erwiderte Airi nüchtern. "Sicher wenn sie genügend Manpower haben. Aber falls sich die Möglichkeit anbietet, unbemerkt schnell rein und wieder raus zu kommen..." "Bevor C-Sec es abriegelt. Dann könnte man einiges an Gewinn machen. Könnte klappen." "Können wir von der Lage abhängig machen, wenn es zu heiß ist lassen wir es. Aber es schadet nicht ein paar Vorbereitungen zu treffen.", verkündete die Schwarzhaarige mit leuchtenden Augen. "Also..?", hakte Airi ungeduldig nach.
    "Klemm deinen Arsch in die Rüstung, ich mache ein paar Anrufe. Schauen wir mal was der Tag noch so bringt."


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    Quote Originally Posted by Khardim View Post
    Die Trupps rückten in kurzem Abstand vom Sammelpunkt aus, um zeitgleich an ihren Zugriffspunkten anzukommen. Wenn T’Saaris Plan aufging, würden sie von einer Sekunde auf die nächste von allen Seiten über Gavros herfallen. Wenn.
    Vox, Sorax, Hudson und der Mann in Schwarz hatten sich bis auf eine Häuserecke an die Lagerhalle herangearbeitet. Sie kauerten einer hinter dem anderen an der Wand und warteten auf das Signal. Vincent war der einzige von ihnen ohne Panzerung und ohne Sturmgewehr, er stand an dritter Stelle und ließ gedankenverloren die Fingergelenke knacken, während die Zeit zäh wie Gummi dahintropfte. Sein Kopf war leer, frei von allem was war und gleichgültig gegenüber allem, was kommen würde. Er war bereit.

    Der vierköpfige Stoßtrupp wechselte kein Wort. Es gab nichts mehr zu bereden. Sie warteten auf das Zeichen und dann würde es losgehen. Die Umgebungsgeräusche der Tipps, das ferne Dröhnen von Triebwerken und das leise Existenzsummen der Citadel selbst waren zu hören, doch keiner der vier nahm sie wahr. Sie lauschten auf den Funkverkehr, ihr einzige Verbindung zu den anderen Teams und ihrem Kundschafter in der Luft. Mit kurzen, abgehackten Funksprüchen koordinierten sich die Trupps, gaben ihre Stellung durch. Ein gedämpfter Knall von oben verkündete das Ende einer arglosen Söldnerseele, die sich auf offener Straße hatte blicken lassen.

    Vox lugte blitzschnell um die Ecke und kauerte sich dann wieder in Deckung. Mit eindeutigen Handzeichen beschrieb er fünf Gegner, die auf dem Weg zur Straßenecke waren. Die Vier machten sich bereit, teilten sich in zwei Duos auf und gingen links und rechts der Straße in Stellung.
    Team 3, in Deckung bleiben. Warten auf mein Signal.....", hörte jeder von ihnen ihren Mann in der Luft. Vincent atmete einmal tief ein und dann ganz lange aus. Seine Waffen hatten kein Gewicht in seinen Händen.
    "Feuer!"
    Wie ein Mann tauchten sie aus der Deckung auf, jeder wusste, was er zu tun hatte. Eine Salve, vier Tote. Vincents Mann flog wie von einem Pferd getreten zurück, den Helm eingedrückt von der Wucht zweier Projektile. Der fünfte Söldner, der vom Feuerüberfall nur verletzt worden war, warf sich hinter einem Container in Deckung. Ein weiterer gedämpfter Knall von oben sorgte dafür, dass er nie wieder herauskommen würde.
    "Die Straße ist sauber! Los, los!"

    Jeder im Team schaute kurz zu seinem Nebenmann, dann ging es los. Sie stürmten im Laufschritt auf die Lagerhalle zu, die Waffen schussbereit erhoben. Ihre Blicke suchten die eintönig graue Häuserfront ab, suchten nach dem Glänzen eines Gewehrlaufes oder einer Bewegung hinter stumpfen Scheiben. Die Halle lag wie verlassen vor ihnen, als sie die kurze Distanz überbrückten, das übermannshohe Tor fest verschlossen. Rundherum im Torrahmen glühte schwach das Energiefeld, das das Tor schützte.
    T’Saari hatte mit ihrer Vermutung Recht, Vincent war nicht unvorbereitet gekommen und hatte keine Zweifel, die Barriere überwinden zu können. Wie lange er dafür brauchen würde, wusste er jedoch nicht und ob er so viel Zeit bekommen würde, wie er brauchte, wusste gar niemand.
    Sie erreichten das Tor ungehindert, Vincents Herz schlug laut und gleichmäßig, er spürte das Blut durch seinen Körper rauschen. Vox nickte in Richtung der Türkonsole, die unter einem abgegriffenen Metallpanel verborgen lag und wies die anderen beiden an, Deckung zu geben. Der Mann in Schwarz holsterte seine Waffen und aktivierte sein OmniTool. Das Panel ließ sich zur Seite schieben, die Konsole war aktiv. Er war grade im Begriff, die Verbindung herzustellen, als die Barriere aufflimmerte und dann verschwand. Mit einem unangenehmen Quietschen begann sich das doppelte Schiebetor der Halle zu öffnen. ,,Ist offen, los geht’s!“, verkündete der Mann in Schwarz und zog erneut seine Waffen.

    Sie schmiegten sich wie auf ein stummes Kommando hin an die Außenwand, Vox ganz vorne, direkt am Torrahmen. Das Tor hatte sich noch nicht zu Hälfte geöffnet, als von innen die ersten Kampfgeräusche erklangen. Mindestens ein weiteres Team musste es ins Gebäude geschafft haben und das offene Tor legte nahe, dass auch Gilles seinen Teil der Abmachung eingehalten hatte. Vox ließ das Team mit einer Geste die Stellung halten, lehnte sich ein Stück vor und warf einen Blick in die Halle. Seine Hände verrieten, dass die Eingangshallte leer war.
    Mit einer raschen Handbewegung ließ er das Team einrücken, blitzschnell infiltrierten sie in einer Reihe die Halle. Der Mann in Schwarz verschaffte sich Überblick: Hoher Raum über zwei Etagen, auf halber Höhe eine Galerie mit Gitterboden und Geländer, die rings herum lief. Geradeaus ein großer Durchgang zur Haupthalle, zu jeder Seite zwei Nebengänge, auf der Galerie eine weitere Tür an jeder Wand mit einer Treppe direkt davor, um von der Galerie in die Eingangshalle hinunter zu kommen. Jeder Winkel der Halle, der kein Durchgang war stand mit Kisten unterschiedlichster Größe voll, die teilweise schon seit Jahren hier zu verrotten schienen. Was auch immer hier gelagert wurde, niemand vermisste es.
    Der Gefechtslärm kam von oben, dort war auch Gavros gesichtet worden. Das Team wandte sich nach links, auf eine der drei Treppen zu, um nach oben zu gelangen. Vox übernahm wieder die Führung, Sorax und Vincent beobachteten die Galerie, Hudson sicherte nach hinten ab.
    Grade als sie die Treppe erreichten, mischte sich das Geräusch rennender Stiefel unter das Geschrei und das Gewehrfeuer aus der ersten Etage. ,,Kontakt! Neun Mann!“, brüllte Hudson und sprang, dicht gefolgt von den anderen dreien, hinter den nächsten Kistenstapel in Deckung. Der gesichtete Söldnertrupp erreichte die Halle durch den Seitengang gegenüber im Erdgeschoss, schien aber nicht auf der Suche nach ihnen, sondern vielmehr überrascht zu sein. ,,Scheiße, hier sind auch welche!“, rief einer und blieb wie vom Donner gerührt stehen, wodurch der Mann hinter ihm gegen ihn prallte.
    Der Mann in Schwarz und die anderen drei nahmen das Chaos beim Feind als willkommene Einladung und eröffneten das Feuer. Drei Söldner gingen sofort zu Boden, die anderen konnten sich hinter Kisten und anderer Ware in Deckung werfen. Vincent duckte sich wieder hinter seine Kiste und spuckte aus. Für einen Stellungskrieg mit Fußvolk hatten sie keine Zeit. ,,Wir müssen weiter!“, rief er den anderen zu, als die Gegenseite grade ihre erste Antwortsalve zu ihnen herüberschickte. Die beiden Lage trennten keine fünfzig Meter, von Kisten und Regalen sprangen abgesprengte Metallsplitter und zu Bruch gegangenen Ware durch die Gegend.

    ,,Lenkt sie ab.“, sagte Vincent grade laut genug, um von den anderen gehört zu werden und schaute zu Vox. Der Turianer schien zu begreifen, was er vorhatte, auch wenn Vincent nicht gut im Lesen von Gesichtsausdrücken bei Aliens war.
    Auf ein Zeichen von Vox belegten er, Sorax und Hudson die feindliche Stellung mit Sperrfeuer, während Vincent sich von einem Kistenstapel zum nächsten durch die Halle arbeitete. Um Geräuschtarnung musste er sich beim anhaltenden Gewehrfeuer keine Sorgen machen, aber er hielt den Kopf unten und schlängelte sich in gebückter Haltung von Deckung zu Deckung. Um sich wie auf dem Marktplatz einen Höhenvorteil zu verschaffen war die Galerie zu gut einzusehen und für ihn nicht zu erreichen, ohne unliebsame Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

    Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der der Geräuschkulisse nach zu schließen die gesamte Lagerhalle langsam im Chaos versank, erreichte Vincent die feindliche Stellung. Die verbliebenen sechs Söldner hatten sich so gut es ging verschanzt, erwiderten das Feuer von Vox und den anderen aber höchstens sporadisch. Ihnen schien mehr am Davonkommen als am Sieg zu liegen.
    Den letzten Meter kroch der Mann in Schwarz auf Knien vorwärts, um nicht doch irgendwie gesehen zu werden und drückte sich dann ganz nah an eine Kiste, hinter der direkt das Nest der Feinde lag.

    Vincent atmete einmal tief ein und dann ganz lange aus. Mit einem Satz überwand er die letzte Hürde und war dann mitten unter ihnen. Er tat, wofür er gekommen war.

    ,,Eingangshalle gesichert, Sperrfeuer einstellen.“, gab er über den Funk durch. Das unmittelbare Donnern der Gewehre verstummte, in den Gängen des oberen Stockwerkes erklang aber weiterhin Gefechtslärm aus der Ferne. Der Mann in Schwarz durchquerte die Eingangshalle und ließ dabei die Thermomagazine aus seinen Pistolen springen. Er kehrte zu Vox, Sorax und Hudson zurück, die aus der Deckung gekommen waren. ,,Wie geht’s von hier weiter?“, fragte er, während er nachlud. ,,Alle weiter nach oben oder soll jemand hier bleiben, um Gavros im Falle eines Falles den Weg nach draußen abzuschneiden?“ Er wollte besagten Fall nicht unterschätzen, die Killerin hatte sich mehr als einmal als aalglatt erwiesen und würde nach jedem Strohhalm greifen, um am Leben zu bleiben, bis ihr Plan vollendet war. Andererseits hatte er nicht vor, hier zu sitzen und zu warten, ob ihm Gavros vielleicht in die Arme laufen würde. Der Mann in Schwarz war zum Jagen gekommen, nicht zum Angeln.


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    Durch das Fernglas rückte das Gefecht auf der Ebene unter Seeva näher und doch weiter entfernt. Mit den vielen Details am Rand und dem blauen Schleier der holografischen Auflösung wirkten die Leichen der Getöteten eher wie Informationen als wie das, was sie waren. Den Kampf betrachtet die Asari taktisch, nicht emotional. Jeder Gefallene auf der Seite der Gegner brachte sie dem Sieg etwas näher. „Officer O’Grady, eine Gruppe Söldner versucht um die Hausecke herum den Vordereingang zu stürmen. Sperrfeuer“, funkte Seeva. „Verstanden“, kam es zurück und sofort begann eine Kakophonie knallender Gewehrschüsse. Zufrieden stellte Seeva fest, wie die Söldner auf dem Absatz kehrt machten und sich hinter die Hausecke retteten. „Nageln Sie sie dort fest“, sagte Seeva. „Sie dürfen dem Angriffsteam nicht in den Rücken fallen.

    Die Operation verlief gut. Vorerst. Seeva hätte Karvas nicht vertrauen sollen, sie hatte von Anfang an kein gutes Gefühl bei ihm und seinem muskelbepackten Anhang gehabt. „Karvas, was machen Sie da? Meldung!“ Der Spectre setzte fassungslos das Fernglas ab. Was bei der Göttin lief da? Karvas brachte seine Jezz in Gefahr, ebenso wie Cas’tivera und setzte sich ab? „Verflucht.“ Seeva kam ein schrecklicher Verdacht. Sie schaltete die Frequenz auf den Kanal um, der dem jüngsten Teammitglied zugewiesen war. „O’Grady, wenn Captain Karvas aus dem Gebäude zu flüchten versucht, schießen Sie ihn ab. Versuchen Sie möglichst ihn mit Betäubungsgeschossen zu erwischen. Wenn das nicht möglich ist, schalten Sie ihn aus. Spectre Befehl!“ Betretenes Schweigen am anderen Ende der Leitung. Seeva schaltete wieder auf die Gesamtfrequenz. „Teamleader, Meldung!


    Braelyn Gavros

    "Wieso sind die Kameras dort unten aus? Gilles! Verdammt...."
    Wütend tippte die blasse Turianerin weiter auf der holografischen Schaltfläche herum, während der Lärm unten immer lauter wurde und Nathan Gilles sich weiterhin nicht zurückmeldete.
    "Dieser schleimige, kleine Verräter...."
    Natürlich. Wieso hatte sie diese Variable nicht zuvor in Betracht gezogen? Dieser Mensch war ein Opportunist der feinsten Sorte. Es machte Sinn, dass er seine Haut retten wollte. Sicherlich hatte er die Angreifer hergeführt.
    "Egal!" Sie hatte jetzt keine Zeit dafür, sich irgendeine Rachefantasie für den Menschen auszudenken. Stattdessen verriegelte sie die Tür und tippte weiter. "Komm schon.....komm schon.....fast...!"
    "Keine Bewegung!"

    Captain Karvas Rarkin

    Noch bevor die Finger des Turianers sich auch nur am Abzug bewegen konnten, war Gavros schon schnell wie ein Pfeil herumgefahren.
    Das Messer traf den Lauf der Waffe und beide Gegenstände flogen außer Reichweite. Ein weiteres Messer kam auf ihn zugeschossen, Karvas duckte sich und es segelte aus dem geöffneten Fenster, durch welches der Turianer eingestiegen war.
    Eine weitere Klinge flog durch die Luft, Karvas machte einen Hechtsprung in Richtung des halbgroßen Tisches und stieß ihn vor sich um, mit der Platte voran. Während das nächste Wurfgeschoss bereits in der Tischplatte hängen blieb, gab Karvas dem Tisch einen kräftigen Tritt und er schlitterte quer durch den Raum auf seine Feindin zu. Die Turianerin sprang zur Seite und gab ihm so die Möglichkeit zu handeln. Blitzschnell sprang er vor und stieß Gavros mit der vollen Wucht seines Gewichts gegen die Wand. "Hrch!"
    Den Schmerz abschüttelnd duckte seine Feindin sich unter dem linken Schwinger des entstellten Turianers hinweg, hielt ihn am Handgelenk fest und ließ ihren freien Ellebogen krachend seine Armbeuge schnellen.
    "Gah!" Karvas umgriff das Gesicht der Mörderin mit seiner Armprothese und drückte sie von sich weg. "Was ist los Captain Rarkin?" keuchte sie. "Haben Sie das in ihrem Bezirk etwa persönlich genommen?" Instinktiv versuchte sie den selben Trick den sie zuvor angewandt hatte wieder. Doch dieses Mal traf ihr Versuch schmerzhaft auf harten Stahl. "Fahr zur Hölle Miststück!"
    Mit brachialer Gewalt schleuderte er die Turianerin durch den Raum. Unsanft kam sie mitten auf ihrer elektronischen Schaltfläche auf. Während sie sich noch berappelte, war er auch schon bei ihr und holte aus, diesmal mit dem rechten Arm.
    Im letzten Moment rollte sie sich seitlich aus dem Weg, die metallenere Faust grub sich stattdessen tief in die mechanischen Innereien des Computers, einige Funken sprühten.
    "Nein!"
    Noch während sein Gegenüber wieder zum Angriff ansetzte, versuchte Karvas seinen inneren Konflikt zu unterdrücken.
    "Beruhig dich....denk an den Plan....denk an den Plan!"
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    Quote Originally Posted by AeiaCarol View Post

    "...darf es aber nicht.", entgegnete Leif seufzend, weil er sich erneut bewusst wurde, wie viel Arbeit hierbei vor ihnen lag. Dabei schätzte er die Bereitschaft der Italienerin, die eigenen Medikamente zu reduzieren, als gering oder kaum vorhanden ein, aber-...er sprach es nicht an, sondern umfasste ihre kleine Hand an seiner Wange und schloss für eine Sekunde die Augen. Lächelnd. "Ich werd' dir deine Schuhe holen.", versprach er, der selbst noch nackt war und zuerst eine Hose würde anziehen wollen, bevor er noch einmal nackt UND allein nach draußen ging. "Kommst du für den Moment zurecht?"


    "Mhm..", bestätigte sie mit einem Seufzen und versuchte sich nochmal zu angestrengt daran, sich aufzurichten. Es gelang nur so halb, aber stetig wurde es einfacher, während Leif vermutlich nach draußen ging um die Schuhe und die Jacke zu holen. Wenigstens die wichtigsten Sachen, wie sie bereits erwähnt hatte. Während er aus dem Raum ging, gegangen war, sie war sich nicht sicher ob es Minuten oder Sekunden her war, sah sie sich um. Besah die Decke, die offensichtlich zeitnah frisch gestrichene Wand, die Glasscheiben, die diesen zweiten Raum zu etwas Wintergarten ähnlichem machten und permanenten Blick auf das Meer gewährten, schon wen man zur Türe hinein kam. Sie tastete so langsam alles ab, besah den Boden, der so unwirklich auf die wirkte, mit diesem kühlen Stein, auf dem die nackten Füsse immer so wunderschön platschten und die im Winter sanft beheizt wurden. Es war egal wie viel er renoviert haben mochte oder schon renoviert wurde, als Leif noch nicht mal die Idee dieses Hauses gehabt hatte: In jeder Ritze, jeder feinen Unebenheit der Wände war diese Seele zuhause. War er irgendwie da und Luceija wusste nicht, ob es eine anklagende Anwesenheit war. Und zwar freute sie sich, hier sein zu können aber...ob es berechtigt war? Ob es gut war, so im Ganzen? Ob er das gewollt hätte? Vermutlich nicht. Nicht so, wie er zu Tode gekommen war. Sie fühlte sich noch immer wie ein Besucher im eigenen Heim. Zuhause und doch nicht ganz akzeptiert. Es war ein Gefühl, welches sie so nicht kannte und nicht einordnen konnte.. . Selbst wenn sie es gekonnt hätte, wäre sie während Leifs Abwesenheit nicht hier umher gelaufen. Etwas wollte ihr klar machen, dass sie keine Berechtigung dazu hatte. Und...blieben sie hier? War das hier nur eine kleine Überraschung oder...meinte er es ernst und sie lebten hier? War das wirklich das Projekt? War es wirklich-...
    Sie dachte zu viel nach. Seufzte, hielt sich die Stirn mit der Hand weil darunter alles zu schwimmen schien. Und wo sie ans Schwimmen dachte...sah sie zum anderen Ende und ihren erhöht gelagerten Füssen: Sand. Sie hatte überall Sand ins Haus geschleppt.
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