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  1. #301 Reply With Quote
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    Jun 2009
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    Nach dem Gespräch mit Beyo und dem kleinen Streit zwischen ihr und Sahenia, ging Yelyna zu ihrer Mutter, die zur Zeit auf der Citadel beschäftigt war und dort ein Apartment besaß.
    Dort angekommen, hatte sie sich gleich bei ihrer Mutter ausgeheult, ihr die ganze Geschichte über Beyo und Kyron erzählt, doch diese versuchte beruhigend auf sie ein zu reden und ihr klar zu machen, dass nun die Behörden sich darum kümmern würden und die Verantwortlichen ihre gerechte Strafe bekamen.

    "Mum, ich habe Beweise dafür, dass Beyo Vhan ein eiskalter Killer ist." schrie Yelyna wütend, die sich immer mehr in diese Sache hinein steigerte. Hastig suchte sie die Aufnahme auf ihrem Omni und spielte sie ab. Leises Rauschen.
    Yelyna versuchte es nochmal, doch wieder war nur Rauschen zu hören und Azuna betrachtete ihre Tochter skeptisch.
    "Kann es sein, dass du dich zu sehr von deinen Rachegelüsten leiten lässt?" wollte die Mutter wissen und machte sich langsam Sorgen um ihre Tochter. Zumal sie gerade auch keine Zeit für sowas hatte. In Green Meadows war eine unglaublich Katastrophe geschehen und viele verloren dort ihr Leben, unter anderem eine turianische Freundin von ihr, sowie einige Bekannte.
    Verärgert sah Yelyna zu ihrer Mutter auf.
    "Nairobi muss mein Omni gehackt und die Beweisaufnahme gelöscht haben." vermutete Yelyna. Ihre Mutter seufzte. "Gibt es denn garnichts, was ich oder sogar du tun könntest, um diesen Verbrecher ein für alle mal hinter Gitter zu bringen?" flehte Yelyna.
    "Hör zu, mein Mädchen. Die Behörden übernehmen das jetzt und wenn Beyo Vhan ein eiskalter Killer ist, zumal er auch ein Geständnis abgelegt hat, dass Verfahren läuft.... dann wird er eine angemessene Strafe bekommen. Also, lass es gut sein und vertrau unseren Gesetzen." versuchte Azuna ihre Tochter zu beruhigen und verließ die Küche.
    Sie hatte andere, wichtigere Dinge, um die sie sich kümmern musste. Sie wollte Syren Vox beim Wiederaufbau und bei seiner Wahl unterstützen...

    Yelyna blickte ihrer Mutter hinterher. "Pah... Gesetze." murmelte sie wütend vor sich hin. Sie vertraute den Gesetzen nicht mehr. Sie wollte, dass Beyo auf das strengste bestraft wurde.... das er dafür bezahlte, was er Kyron angetan hatte. Sie hasste Beyo und würde alles tun, um ihn leiden zu sehen....
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  2. #302 Reply With Quote
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    Ledersessel waren ihm einfach nicht geheuer. Untermalt von sorgfältig ausgesuchtem Neo-Smooth-Jazz und mit einem gekonnt gemischten Cocktail in der Hand war es durchaus nicht einfach, sich zu beklagen. Und dennoch rutschte Julian unentwegt auf der glatten Oberfläche des Sitzpolsters hin und her und ärgerte sich dabei über die knarzenden Geräusche, die auf dem eigentlich so bequemen Sitzmöbel bei jeder Bewegung entstanden. Jedes Mal, wenn er es sich gerade einigermaßen bequem gemacht hatte, bemerkte er nach weniger als einer Minute, wie er wieder mit dem Körper viel zu weit in den Sessel gerutscht war und sich erneut hochziehen musste. So angenehm diese Hotellobby zunächst schien, so heimtückisch war sie jetzt. Beinahe mürrisch kaute er deshalb auf dem Strohhalm, durch den er seinen Gin Tonic mit Zimt, Minze und Orange sog.
    "Unfassbar, nicht wahr?", überfiel ihn eine Frauenstimme von der Seite und noch bevor der Doktor eine aufrechte Sitzhaltung annehmen und aufsehen konnte, verschluckte er sich an seinem Getränk, hustete wiederholt, verschüttete im Versuch, das Glas mit zuckendem Körper abzustellen, den Inhalt auf sein Hosenbein und konnte schließlich erst nach äußerst peinlichen dreißig Sekunden Luft zur Antwort holen.
    "Wie bitte?", entgegnete er mit etwas kratziger Stimme und nahm einen Schluck von seinem Getränk um den rauen Hals zu befeuchten. Erst jetzt sah er zu der Frau neben sich auf, die in ihrer Allianz-Ausgehuniform einen wesentlich seriöseren Eindruck machte als er mit seinem fleckigen Hosenbein.
    "Ich meine den Prozessausgang. Der ganze Aufwand, beinahe werfen sie den Doktor vielleicht sogar ins Gefängnis und schließlich gibt die Patientin alles zu. Die Dinge sind am Ende doch nie, wie sie scheinen, schätze ich", resümierte die Allianzsoldatin. Erst jetzt erkannte er, dass sie auf sein Datapad blickte, auf dem ein Beitrag zum Prozessverlauf aufgerufen war. Julian lächelte nur leicht, als er verstand, worum es ging und nickte, doch entgegen seiner üblichen Plapperlaune schwieg er zu diesem Thema. Obwohl seine Aussage genau so ausgefallen war wie geplant, war der Prozess schließlich ganz anders verlaufen als erwartet. Dass Dr. Svensson nun aber vorerst nicht auf Proteus zurückkehren würde, blieb nach wie vor unumstößlich. Darum hatte sich Julian daran gemacht, die Ermittlungen zu den Anschlägen selbst näher mitzuverfolgen und seinen Aufenthalt in London direkt hierfür zu nutzen.
    "Ich... Nehme an, Sie sind meine Eskorte zum Saint Medard?", wich Julian nur vom Thema ab und war froh, sich endgültig aus dem braunen Ledersessel erheben zu dürfen.
    "Sehr richtig Doktor. Specialist Lewin, bereit zur Abholung. Ein Transporter wartet bereits vor dem Gebäude. Wenn Sie nicht zu lang im Militärkrankenhaus bleiben, bekommen Sie vielleicht sogar noch heute Abend ihren Rückflug nach Proteus."
    "Kanns kaum erwarten. Ein nebliger, grauer, regnerischer Ort wäre eine willkommene Abwechslung zu London", seufzte Julian mit trockener Ironie in der Stimme, trank seinen Drink eilig aus und folgte nach einer vorausschickenden Geste.

    Die Pathologie war auch in diesem hochmodernen Militärkrankenhaus ein wenig prestigeträchtiger Teil der Anlage, versteckt in der zweiten Unteretage und nur mit grauen oder weißen Panelen geschmückt, beleuchtet in kaltem Weiß, das auch die wenigen Lebenden in dieser Stadt der Toten geisterhaft erscheinen ließ. Specialist Lewin schien selbst nicht gern ihre Zeit hier zu verbringen und überhaupt biss sich das kräftige dunkelblau ihrer Uniform mit dem kalkweißen Umfeld, doch auch wenn das Lächeln aus ihrem Gesicht gewichen war, erfüllte sie ihre Pflicht und öffnete Julian die automatische Schiebetür zum Sezierraum. Sie schluckte, schien nicht vorzuhaben, ihre Eskortepflicht zu genau zu nehmen und schickte Julian mit einer kurzen Geste in den Raum, vor dem sie selbst offenbar warten wollte.
    Etwas verständnislos darüber zuckte Julian mit den Schultern und betrat den recht großen Raum mit etwa einem Dutzend leeren Metalltischen. Nur einer, der in der Mitte des Raumes, war nicht leer sondern trug die ikonische Form eines abgedeckten Körpers auf sich - nur zu erkennen an der länglichen Form und der im weißen Tuch sichtbaren Erhebung der Nasenspitze am Kopfende. Zusätzlich zu Konservierungs- und Desinfektionsmitteln lag der Geruch von Eisen in der Luft, der sich noch verstärkte, als Julian sich dem Körper näherte. Er zögerte nicht lang, zog routiniert das Laken hinunter bis zu den Knien des Toten - und war bei aller Routine dann doch etwas überrascht über den Anblick: Statt des üblichen weiß-roten oder manchmal schwarzbraunen Massakers bot sich ihm vor allem ein Bild, das im ersten Moment eher an Maschinenräume denken ließ. Hier lag zwar der äußeren Form nach ein menschlicher Körper, doch dadurch, dass der Hinterkopf und Teile des Hirnschädels fehlten, offensichtlich von den Austrittsgeschwindigkeiten von Großkalibern zerborsten, fiel die Einordnung dennoch erstmal schwer. Überzogen war alles mit tiefschwarzen Schlieren und Wunden. Wo sich üblicherweise unsichtbar Arterien und Venen zogen, sah man schwarze Linien deutlich durch die Haut hindurch. Besonders kurios war jedoch der Anblick des bereits eröffneten Brustkorbs, durch den sich vor der Lunge Strukturen zogen, die eher an mechanische Schläuche als an Atemwege erinnerten - noch zu organisch für Implantate, aber mit Sicherheit keine klassischen Organe und Gewebe. Und auch hier: alles in ein tiefes Schwarz getaucht. Instinktiv die Brauen in Skepsis eng zusammengeschoben, griff Julian nach einem Skalpell neben sich, um eine der schlauchartigen Strukturen zu zertrennen und zu sehen, was daraus austreten würde, doch noch bevor die Klinge das Ziel erreichte unterbrach in hallend die Stimme eines Mannes von der anderen Seite des Raumes.
    "Bitte nichts anfassen!", rief ein etwas schrullig wirkender Mann mit kahlem Kopf und dafür umso gewaltigerem, grauen Bart und watschelte unter wehendem Ärztekittel zu Julian hinüber.
    "Sie müssen Professor Bensson-Fitch sein?", schlussfolgerte Julian schnell und nutzte diese Vorstellung, um das Skalpell unauffällig wieder wegzulegen.
    "So ist es, Doktor Ward. Und entgegen meiner Nachricht von vorhin muss ich meine Gastfreundschaft doch kurz ausfallen lassen. Wie Sie sicher unschwer sehen können, haben wir hier einen Fall, der besonderer wissenschaftlicher Aufmerksamkeit bedarf und ich kann daher leider keine Kontamination der Parameter riskieren"
    Das typische Handeschütteln blieb aus - Bensson-Fitch trug riesige, weiße Gummihandschuhe, die eher wie für einen Raumanzug gemacht schienen und auch diese waren voll mit der schwarzen Flüssigkeit, die Julian irgendwo zwischen Ferrofluid, geronnenem Blut und Öl einzuordnen suchte.
    "Sehr verständlich, Professor. Gibt es hier denn schon eine erste Einordnung, wonach Sie genau forschen möchten?"
    "Geth natürlich. Sind Sie so eine Art Idiot?", bellte der kleine, alte Mann nur zurück und ging auf Julian zu, bis dieser keine Wahl hatte, als sich nach hinten abdrängen zu lassen.
    "Drachenzahnflüssigkeit?", fragte Julian überrascht und schien den Professor damit für einen Moment zumindest überrraschen zu können.
    "Das... Vermuten wir, ja. Allerdings kennen wir Subjekte bisher nur in einem komplett konvertierten Zustand. Dieser hier ist anders. Es schien keinen Einstich um Rückenmark zu geben, wie es sonst notwendig zu sein scheint. Die Metamorphose schien diesmal weniger vom Rückenmark als von der Zirbeldrüse und dem Mittelhirn auszugehen. Hirnferne Regionen sind weniger konzentriert befallen und in der unteren Körperhälfte finden wir noch überwiegend rotes Gewebe und Reservoirs mit unverändertem Blut."
    Julian erkannte, wie er dieses Spiel spielen konnte: So verschlossen der kleine und verärgerte Mann war, wenn man sein neues Forschungsobjekt berühren wollte, so war er doch zu fasziniert von diesem Fundus an Wissen, als dass er dieses nicht hätte teilen wollen.
    "Hirnzentrierte Metamorphose? Da müsste man doch eine langsamere Umwandlung vermuten. Aber Blutreservoires sprechen dafür, dass die Umwandlung innerhalb weniger Stunden gekippt ist. Das macht keinen Sinn", tauchte Julian sofort in das Gespräch ein und fand sich wenig später bereits Seite an Seite mit dem Professor neben dem fremdartigen Leichnam, den er bis eben noch abzuschotten versucht hatte.
    "Hm, jaja, daran hatte ich natürlich auch schon gedacht", murmelte Bensson-Fitch mit einem Ton der Julian eher zu verstehen gab, dass diesem Julians Erkenntnis völlig neu war.
    "Es muss einen Auslöser gegeben haben, der die überreife Initialphase schlagartig beendet und in eine beschleunigte Sekundärphase übergeleitet hat. Haben Sie das Mittelhirn schon genauer untersucht?"
    "Einen Auslöser, jaja...",wiederholte der Professor zunächst nickend, offenbar angetan von der neuen Theorie, "Aber eine Mittelhirnuntersuchung erweist sich als schwierig. Zwei Kugeln, eine aus dreißig Grad, eine aus fünfundneunzig Grad, haben fast alle Teile jenseits des Frontallappens liquidiert"
    "Sie könnten die vorhandene Flüssigkeit entnehmen und zellweise analysieren. Natürlich sehr teuer, aber ich sehe..."
    "Sie sagen mir nicht, wie ich das zu untersuchen habe. Jaja, ich kenne das, hätten gerne auch Ihren Nachnamen auf der Veröffentlichung, aber behalten Sie Ihre Ratschläge bitte für sich. Ich schicke Ihnen eine Kopie der Abhandlung gerne in vier bis sechs Monaten zu", schwenkte die Stimmung des dicklichen Zwergs plötzlich um und schon in der nächsten Sekunde spürte Julian auf beiden Seiten bestimmend zupackende Griffe an seinen Oberarmen, die ihn von der Leiche weg in Richtung Tür zogen. Wann hatte Bensson-Fitch den Sicherheitsdienst gerufen?
    "Melden Sie sich nächstes Mal bitte früher an. Den vorläufigen Bericht bekommen Sie von der Stationssicherheit, aber alle weiteren Akten halte ich zu Forschungszwecken zurück. Gute Reise, Doktor."
    Noch ehe er wirklich eine passende Antwort finden konnte, hatte man ihn aus der Tür begleitet und ließ diese zugleiten. Specialist Lewin, die vorherige Eskorte, begleitete die beiden Lakaien und Julian in deren Griffen lediglich, aber schien davon ebenso irritiert zu sein wie Julian.
    "Sieht aus, als könnte ich den Flug doch noch bekommen, Specialist"


    Die Ermittlungen hinsichtlich Eldfell-Ashland waren dürftig, hinsichtlich Gei Hinnom gab es fast keine Auskunft. An sich sollte Akina nicht sonderlich überrascht sein. Es gab nur wenig Gründe warum sich die Allianz groß mit einem Energiekonzern beschäftigen sollte. Wenn überhaupt wäre das Aufgabe des Kartellamtes, sicher nicht die des Nachrichtendienst. Zu Gei Hinnom gab es bis auf einen Erkundungsbericht und einen Artikel über Grabplünderungen nicht viele fundierte Informationen. Dafür wunderbar viele Theorien, von vielsagenden Seiten wie "Tinfoil Society", "Seekers of Truth" und "Geheimnisse der Protheaner". Akina sparte sehr viel Zeit, indem sie diese Seiten ignorierte.
    Ermittlungen hinsichtlich der Energiefirma waren von ihrer derzeitigen Position aus wohl eine Sackgasse. Zudem sah sie immer noch keinen logischen Grund warum Eldfell-Ashland Interesse an Proteus haben sollte.

    Die Japanerin hatte sich deswegen ihrer anderen Spur gewidmet, der Geth Theorie. Verschiedene Forschungsberichte über kybernetische Veränderungen flimmerten jetzt auf ihrem Bildschirm. Ebenso hinsichtlich der mentalen Manipulation durch Geth-Geräte. Manches waren Hypothesen welche einen genauen Beleg erforderten. Andere Abhandlungen waren hingegen sehr spezifisch, so spezifisch das es für jemanden fachfremden nicht leicht war zu verstehen. Zwei leere Thermoskannen lagen inzwischen neben ihr, außerdem eine halb verzehrte Mahlzeit. Vermutlich würde sie bald wieder losstapfen müssen um neuen Kaffe zu holen. Und zu pinkeln, ein teuflischer Nebeneffekt des erhöhten Kaffeekonsums. Jetzt verkniff sie sich noch beides und scrollte durch den Text. Sie hatte einen neuen Antrag an den Nachrichtendienst gestellt. Dieses Mal über Geth Transformationen und Erkenntnisse hinsichtlich der Drachenzähne. Themen mit denen sich die Allianz mehr beschäftigt hatte. Allerdings auch Themen die teilweise unter Verschluss standen. Fraglich ob sie eine Freigabe erhalten würde. Sie hatte ihren Bericht an Ravi schon verfasst um ihn über die neuen Erkenntnisse hinsichtlich Biggles zu informieren. Vielleicht würde ihr das bei der Freigabe helfen.

    **

    Major Huang nippte vorsichtig an ihrer Teetasse und ging nebenbei die Bericht aus Proteus durch. Die junge Lieutenant war erst seit zwei Tagen auf Proteus, hatte jedoch schon eine Vielzahl an Gesprächen und Verhören geführt. Ein beeindruckender Arbeitswille, dass musste ihr die Chinesin zugestehen. Viel konkretes war noch nicht dabei herumgekommen, dennoch war der letzte Bericht für die Nachrichtendienstlerin interessant. Genauer gesagt das beigefügte Gesprächsprotokoll. Die Erkenntnis hinsichtlich Gei Hinnom war neu. Gleichzeitig hatte man den Major darüber informiert das von der Japanerin eine Anfrage hinsichtlich Husk Metamorphosen und der Indoktrinationstheorien gestellt worden war. "Kein schlechter Gedankengang.", murmelte die Chinesin nachdenklich und rief eine Übersicht auf ihrem Bildschirm auf. Sie beschloß der Anfrage stattzugeben. Wenigstens zum Teil. Ein paar der Informationen waren äußerst sensibel, andere noch komplett wilde Theorien.
    Nach einiger Zeit hatte sie eine breite Auswahl zusammengestellt. Die Beobachtung was die Militärpolizistin mit den Daten anfangen konnte, würde sicherlich auch Informationen hinsichtlich ihrer Eignung liefern. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
    Für Jiang war die Sache interessanter geworden. Falls tatsächlich eine fremde Interessengruppe hinter dem Anschlag steckte, war die ganze Situation auf Proteus vermutlich neu zu bewerten.

    **
    Träge blinzelnd nahm Akina ihre Umgebung wahr. Sie sah eine Schreibtischplatte, dann eine Kaffeetasse. Sonderbar daran war das ihre Sichtlinie parallel zu der Tischplatte verlief. Außerdem spürte sie einen leichten Druck auf ihrer linken Schläfe. Zusätzlich, war das Speichel an ihrem linken Mundwinkel.
    "Verflucht! Ich bin eingeschlafen!", traf sie mit einem Mal die Erkenntnis. Sofort schoß die Japanerin nach oben, wobei sie fast ihre Kaffeetasse vom Schreibtisch schleuderte. Verwirrt blickte sie sich in ihrem Büro um. Ihre linke Gesichtshälfe leuchtete rot und die Haare auf der Seite waren komplett zerzaust. Peinlich berührt wischte sie sich den leichten Sabber vom Mund und massierte sanft die rote Gesichtshälfte. Wie spät war es? Sie schaute auf die kleine Uhr ihres Bildschirms und sog Luft durch die Zähne ein. "Baka!", fluchte sie.
    Seit sie weitere Informationen vom Nachrichtendienst der Allianz bekommen hatte, war sie fast komplett mit der Recherche beschäftigt gewesen. Wenn sie nicht gerade die Pflichten eines Offiziers davon abhielten, heute hatte sie auch noch als Wachoffizier fungieren müssen. Aus dem Grund hatte sie ihre Recherchen nach Dienstschluss verschoben. Erschöpft rollte sie mit ihrem Stuhl vom Schreibtisch weg. Vielleicht war es besser eine Pause zu machen, ein wenig auf den Körper zu hören. Ihr Blick fiel erneut auf die Projektion. Morgen sollte auch Doktor Ward wieder auf Proteus ankommen. Dann konnte sie ihn wegen des Obduktionsbericht fragen. Ein weiterer Grund sich auszuruhen.
    Die Japanerin erhob sich von ihrem Stuhl und suchte die Sachen zusammen. Wenn sie den Briten traf wollte sie lieber einen ausgeschlafenen Eindruck machen.


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  3. #303 Reply With Quote
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    Ihm tat bereits jetzt der gesamte Rücken weh. Dabei war er jede Stunde von einer Schwester oder einem Pfleger besucht worden, die ihm das Kissen aufschüttelten und ihn dazu anhielten, nochmal eine kleine Runde über den Gang zu nehmen. Einmal die Strecke hin, eine andere zurück, vielleicht gerademal eine Strecke, die ein vollständig gesunder Mensch unter 2 Minuten absolvierte, aber er, mit dieser doofen Krücke, noch nicht so schnell hinter sich brachte. Zumindest mobilisierte es ihn nach und nach mehr. Es bereitete ihm etwas weniger Schmerzen als zuvor und ließ den Tag schneller zu Ende gehen. Denn das Krankenhaus hatte er nun gefühlt viel zu lange gesehen. Der Geruch von Desfinfektionsmitteln schwängerte bereits zu lange seine Nase, reizte die Schleimhäute und trotz dessen, dass die Hygienestandards hier ultrahoch waren, glaubte er dennoch, dass er sich an dem ein oder anderen Patienten schlimmer anstecken könnte als während einer Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Berufsverkehr. Deshalb war er auch nicht unglücklich, wenn er die Strecke wieder zurückgehen oder taumeln konnte und sich eigenständig und viel zu umständlich ins Bett zurückwuchtete.

    Sein letzter "Ausflug" war Siebenunddreissig Minuten her. Er schaffte es bis zum Snackautomaten, holte sich einen Schokoladen-Müsliriegel mit Energiepulver von Tupari und machte es sich zwischen den Laken gemütlich. Das Papierchen wich seinem Hunger und ebnete den Weg für einen Snack den er zu sich nahm, während er neusten Nachrichten in einem eMagazin durchblätterte - The Observer - seinem liebsten, monatlich erscheinenden Magazin.

    Er rümpfte die Nase und las einen aktuellen Artikel: Attachment 48551


    Immer wieder unterbrach er sich mit schnaubendem Kommentieren, dem schräg legen seines Kopfes und bedächtigem Kauen, während er gespannt las. Dabei hätte er beinahe - aber auch nur beinahe - Hanna übersehen, die urplötzlich in der Tür stand und ihn so unheimlich herzlich Lächeln ließ. Durchflutet von einer Woge Glück die er nicht glaubte, so nochmal zu fühlen. 'Sie ist wirklich nochmal vorbei gekommen. Und es geht ihr gut!', dachte er, legte das Datapad zur Seite und richtete sich auf. "Hanna..", seufzte er erleichtert. Der Plüsch-Elcor - wachend auf dem Nachttisch - tat seinen Dienst und meldete sich mit einem unpassenden, automatischen "Affectionately: I love you." zu Wort. Nicht, ohne Craig rot werden zu lassen.


    Craig blickte von seinem Newspad auf, auf dem er einen Artikel gelesen hatte, der ihn offensichtlich spöttisch amüsierte. Hanna legte den Kopf schief. Es war gut, dass Gillespie lachen konnte, wenn eben auch nur verspottender Natur. Sie hatte Bedenken, dass die Ereignisse in den Tunneln ein derlei zerbrechliches Wesen wie den Weißhaarigen restlos vernichtet hätte. „Vielleicht kifft er die Sorgen weg“, dachte sie mit einem Anflug sardonischer Befriedigung. Gillespie bemerkte sie, sprach sie mit ihrem Vornamen an. „Hanna.“ Merkwürdig diesen Namen immer wieder von Leuten zu hören, zu denen sie ein komplexes Verhältnis hatte. Erst Beyo, nun Craig. Sie näherte sich vorsichtig seinem Bett, sah den Plüsch-Elcor und all die Blumen und Ballons, die sie ihm mitgebracht hatte und stellte fest, dass er scheinbar keine weiteren Geschenke bekommen hatte. Mit einem Wink ihrer gepanzerten Hand deutete sie auf die Präsente. „Haben Sie noch Freude an…?“ Sie räusperte sich. „Nevermind.“ Hanna blieb neben Craigs Bett stehen, schaute zu dem Weißhaarigen herunter. Sie hoffte, dass Craig das Blut auf ihrer Panzerung ignorieren konnte. „Geht es Ihnen gut?“, fragte die Blondine, um dem Schweigen entgegenzuwirken, das sich in dem Raum ausbreitete.
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  4. #304 Reply With Quote
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    Das Gespräch zwischen den beiden Männern knapp verfolgend, nickte Peyton als sie sich für eine Kanne brasilianischen Kaffee entschieden. "Die Herren haben Geschmack! Wir haben gerade noch eine Lieferung brasilianischen Bohnenkaffee bekommen..", sagte sie mit einem vergnügten Ausdruck in den braunen Augen während sie sich eine kleine Notiz machte. "Dauert einen Moment..", verabschiedete Peyton sich dann mit einem sachten Lächeln auf den Lippen, bereits drei Schritte in Richtung der Theke gehend.

    "Oh Bryna, das sieht aber nicht nach viel Liebe aus - das kannst du persönlich abliefern.", Peyton rümpfte leicht die Nase als sie.. das Erzeugnis ihrer turianischen Arbeitskollegin musterte. "Das soll ein turianischer Brunch sein?", fragte sie weiter, die einzelnen Lebensmittel nicht einmal erraten könnend. "Ach du hast keine Ahnung von unseren Essgewohnheiten, Missy.", knurrte die andere hinter der Theke. "Das was du isst sieht nie so aus...", sprach die 22jährige unschuldig während sie die Kaffeebohnen in den Automaten gab, der sie mahlen würde. "Soll ich das echt selbst abliefern?!", fragte Bryna nach und Peyton nickte. "Ich bitte darum. Mit Liebe.", antwortete die Jüngere geschäftig, sich kurz auf die Zehenspitzen stellend um den Füllstand des Automaten zu prüfen. Zufrieden verschloss sie die Maschine und betätigte einen Knopf. Das Geräusch von zermahlenden Bohnen hallte durch das Café. Dabei glitt ihr Blick wieder neugierig durch das Café, den verschiedenen Gesprächen lauschend die Bruchstückhaft an ihre Ohren getragen wurden.

    Ein paar Minuten später war der Kaffee durchgelaufen und Peyton hatte ein Tablett mit Tassen und Untertassen bestückt auf denen jeweils zwei Plätzchen drapiert wurden. Dazu stellte sie rasch noch etwas Milch und Zucker, ehe sie die fertige Kanne schlussendlich auf das Tablett stellte und so die Küche verließ. Raschen Schrittes ging Peyton zu den beiden Herren. Das Tablett auf einer Hand balancierend stellte Peyton nacheinander die Tassen, die Milch, den Zucker und die Kanne duftenden Kaffee auf den Tisch. Mit einem Lächeln hielt sie dann das Tablett flach vor ihre Brust. "Darf es noch ein Stück Kuchen oder etwas in der Art sein?"


    Ah, da kommt unser Kaffee“, sagte Duncan, lächelte der Kellnerin aufmerksam zu und nahm seine Tasse entgegen. Der kräftige Duft frisch gemahlener Bohnen erfüllte die Luft zwischen den Männern, als Ethan das schwarze Gold in die Tassen füllte. „Hier, Duncan. Trink ihn schwarz, wenn du klug bist.“ Auf die Frage nach dem Kuchen schaute Armitage sein Gegenüber fragend an. „Für mich nicht“, sagte Ethan. „Vielleicht später“, sagte dann auch Duncan und klopfte sich auf den Bauch. „Ich muss etwas auf meine Mitte achten“, log der Soldat. Er war noch immer gut in Form. Die Kellnerin entschwand wie ein Geist in ihrer gewohnten Umgebung und ließ die beiden zurück. Beide tranken den Kaffee, bewerteten ihn als sehr gut und verloren sich in Plaudereien über die alten Zeiten. Duncan und Ethan hatten sich erst auf der Citadel kennengelernt und dabei festgestellt, dass sie im Laufe ihrer Leben immer wieder die Wege des anderen gekreuzt hatten. Beide verband eine ehrliche, wenn auch selten gepflegte Freundschaft. „Wir sehen uns viel zu selten“, pflegten sie zu sagen, um sich dann wieder ein halbes Jahr nicht zu sehen. Beide hatten ein großes Interesse an der klassischen Literatur der Erde und fachsimpelten eine Weile darüber, welcher Harpunier ikonischer sei, Ned Land oder Queequeg.

    Schließlich gelangten sie wieder zur Gegenwart. „Eingangs hattest du gesagt, dass dein Artikel auch Gegenstand des Gesprächs wäre“, sagte Duncan schlau. Ethan nickte. „Er hat mit dem aktuellen Fall von Beyo Vhan und diesem Kryptogrammkiller zu tun. Du hast davon gehört?“ „Schwer, nicht davon gehört zu haben“, sagte Duncan. „Sam hatte einige Verletzte im Krankenhaus. Aber der Fall ist doch abgeschlossen, der Mörder – bessergesagt die Mörderin – gefasst.“ Ethan nickte abermals. „Das ist wahr. Und die ersten Meldungen sind nicht über mich gegangen.“ Insgeheim ärgerte sich der Journalist, dass sich weder T’Saari noch Captain Yuhki bei ihm gemeldet hatten. Andererseits gehörte er zur schreibenden Zunft und hätte kaum so schnell positive Neuigkeiten verbreitet, wie es dem Rat oder der Stationsleitung gefiel. C-Sec brauchte diese Erfolgsmeldung nach all den Pannen im Kyprogrammkiller-Fall und den Aufständen in den Tips. Weniger seriöse Nachrichtenplattformen hatten die Kämpfe in den Bezirken die „Devi’s Riots“ getauft und dieses unsägliche Synonym machte nun seine Runde. „Die Killerin sitzt fest. Aber die aktuelle Berichterstattung ist oberflächlich. Dort will ich ansetzten, die Hintergründe aufzeigen. Die Wahrheit, Duncan, die suche ich.“ Duncan Armitage lehnte sich interessiert nach vorne. „Und wie kann ich dir dabei helfen, mein Freund?“ Auch Ethan lehnte sich vor und gab der Szenerie damit einen verschwörerischen Charakter. „Ich habe eine Quelle, eine echte und exklusive. Auf die will ich mich stützen. Ich meine, mit Chance komme ich an die Protagonisten ran. Syren Vox, Thadera Cas’tivera, vielleicht sogar Beyo Vhan bevor ihn die Konsequenz seines Geständnisses einholt. Aber ich will keine Standard-Antworten, wie zufrieden die Beteiligten mit ihrem Erfolg sind, sondern die Hintergründe. Was ist passiert und wieso? Ich will die Personen beleuchten, verstehst du?“ Duncan nickte. „Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Wie kann ich dir helfen?

    Ethan legte ein Datenpad auf den Tisch, tippte den Code ein und zeigte auf ein paar Namen. „Hanna Ilias, Nathaniel Hudson, Syren Vox, Saenia Serox. Alles Ex-Militärs. Vielleicht kannst du mir da Infos beschaffen. Vielleicht sogar über Braelyn Gavros.“ Seine Augen blitzten. Duncan legte sich nachdenklich einen Finger an die Lippen. „Auf die Daten des turianischen Militärs habe ich nahezu keinen Zugriff, nur wenn ich den extra anfordere und erkläre.“ „Was ist mit den anderen?“ „Zeig mir mal die Liste.
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  5. #305 Reply With Quote
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    Ah, da kommt unser Kaffee“, sagte Duncan, lächelte der Kellnerin aufmerksam zu und nahm seine Tasse entgegen. Der kräftige Duft frisch gemahlener Bohnen erfüllte die Luft zwischen den Männern, als Ethan das schwarze Gold in die Tassen füllte. „Hier, Duncan. Trink ihn schwarz, wenn du klug bist.“ Auf die Frage nach dem Kuchen schaute Armitage sein Gegenüber fragend an. „Für mich nicht“, sagte Ethan. „Vielleicht später“, sagte dann auch Duncan und klopfte sich auf den Bauch. „Ich muss etwas auf meine Mitte achten“, log der Soldat. Er war noch immer gut in Form. Die Kellnerin entschwand wie ein Geist in ihrer gewohnten Umgebung und ließ die beiden zurück. Beide tranken den Kaffee, bewerteten ihn als sehr gut und verloren sich in Plaudereien über die alten Zeiten. Duncan und Ethan hatten sich erst auf der Citadel kennengelernt und dabei festgestellt, dass sie im Laufe ihrer Leben immer wieder die Wege des anderen gekreuzt hatten. Beide verband eine ehrliche, wenn auch selten gepflegte Freundschaft. „Wir sehen uns viel zu selten“, pflegten sie zu sagen, um sich dann wieder ein halbes Jahr nicht zu sehen. Beide hatten ein großes Interesse an der klassischen Literatur der Erde und fachsimpelten eine Weile darüber, welcher Harpunier ikonischer sei, Ned Land oder Queequeg.

    Schließlich gelangten sie wieder zur Gegenwart. „Eingangs hattest du gesagt, dass dein Artikel auch Gegenstand des Gesprächs wäre“, sagte Duncan schlau. Ethan nickte. „Er hat mit dem aktuellen Fall von Beyo Vhan und diesem Kryptogrammkiller zu tun. Du hast davon gehört?“ „Schwer, nicht davon gehört zu haben“, sagte Duncan. „Sam hatte einige Verletzte im Krankenhaus. Aber der Fall ist doch abgeschlossen, der Mörder – bessergesagt die Mörderin – gefasst.“ Ethan nickte abermals. „Das ist wahr. Und die ersten Meldungen sind nicht über mich gegangen.“ Insgeheim ärgerte sich der Journalist, dass sich weder T’Saari noch Captain Yuhki bei ihm gemeldet hatten. Andererseits gehörte er zur schreibenden Zunft und hätte kaum so schnell positive Neuigkeiten verbreitet, wie es dem Rat oder der Stationsleitung gefiel. C-Sec brauchte diese Erfolgsmeldung nach all den Pannen im Kyprogrammkiller-Fall und den Aufständen in den Tips. Weniger seriöse Nachrichtenplattformen hatten die Kämpfe in den Bezirken die „Devi’s Riots“ getauft und dieses unsägliche Synonym machte nun seine Runde. „Die Killerin sitzt fest. Aber die aktuelle Berichterstattung ist oberflächlich. Dort will ich ansetzten, die Hintergründe aufzeigen. Die Wahrheit, Duncan, die suche ich.“ Duncan Armitage lehnte sich interessiert nach vorne. „Und wie kann ich dir dabei helfen, mein Freund?“ Auch Ethan lehnte sich vor und gab der Szenerie damit einen verschwörerischen Charakter. „Ich habe eine Quelle, eine echte und exklusive. Auf die will ich mich stützen. Ich meine, mit Chance komme ich an die Protagonisten ran. Syren Vox, Thadera Cas’tivera, vielleicht sogar Beyo Vhan bevor ihn die Konsequenz seines Geständnisses einholt. Aber ich will keine Standard-Antworten, wie zufrieden die Beteiligten mit ihrem Erfolg sind, sondern die Hintergründe. Was ist passiert und wieso? Ich will die Personen beleuchten, verstehst du?“ Duncan nickte. „Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Wie kann ich dir helfen?

    Ethan legte ein Datenpad auf den Tisch, tippte den Code ein und zeigte auf ein paar Namen. „Hanna Ilias, Nathaniel Hudson, Syren Vox, Saenia Serox. Alles Ex-Militärs. Vielleicht kannst du mir da Infos beschaffen. Vielleicht sogar über Braelyn Gavros.“ Seine Augen blitzten. Duncan legte sich nachdenklich einen Finger an die Lippen. „Auf die Daten des turianischen Militärs habe ich nahezu keinen Zugriff, nur wenn ich den extra anfordere und erkläre.“ „Was ist mit den anderen?“ „Zeig mir mal die Liste.
    "So schnell die Maschine es zu ließ", grinste Peyton dem Älteren entgegen und reichte ihm seine Tasse, mit stillem Amüsement den Tipp vernehmend den er seinem gegenüber gab. "Da spricht ein wahrer Kenner.", fügte sie dem, mit einem Zwinkern, hinzu. Sie selbst konnte Kaffee nichts abgewinnen. Lediglich den Geruch empfand sie als angenehm, wenn sie dann aber einen Schluck nahm und dabei das Gesicht verzog, wusste sie, dass man es bei manchen Dingen lieber beim Geruch belassen sollte.
    Ein heiteres Lachen drang aus ihrer Kehle als sie die Worte ihres Kunden vernahm, der davon sprach, dass er auf seine Linie achten müsse. "Ist der Schlankheitswahn nun auch in der Herrenwelt angekommen?!", seufzte sie theatralisch, ehe sich wieder ein Lächeln auf ihre Lippen schlich. "Falls Sie es sich anders überlegen... Ich hab Sie im Blick.", damit wandte sie sich wieder von den beiden Herren ab und ging zu einen der benachbarten Tische um das dort stehende Geschirr abzuräumen.

    Bryna stand mit gestrafften Schultern in der Küche, eine Pfanne in den Klauen welche mit energischen Bewegungen gereinigt wurde. Peyton betrachtete einen Moment die Szenerie, ehe sie das dreckige Geschirr verräumte und den Schnellspülgang wählte. Geräuschvoll trat die Maschine ihren Dienst an. Der Blick der Brünetten strich wieder über den Rücken ihrer Freundin. "Alles okay?", Bryna antwortete mit einem unverständlichen Brummen und Knurren. "Dann schmoll' halt weiter...", raunte die 22jährige und schnappte sich einen kleinen Eimer Wasser und einen Lappen um die freigewordenen Tische abzuwischen.

    Rasch ging Peyton die Tische ab, als sie Gesprächsfetzen von den beiden Herren mitbekam, denen sie eben noch den brasilianischen Kaffee gebracht hatte. Einer davon war offensichtlich Journalist und es drehte sich um den Kryptogramm-Killer. Peyton hatte das natürlich mitbekommen - wie hätte sie auch nicht. Es war seltsam und beängstigend davon zu hören. Es war auch irgendwie surreal, denn von solchen Fällen las man - oder zumindest sie - sonst nur in Büchern oder sah man in einer inszenierten Kriminalserie - nichts was einen tatsächlich bis vor die eigene Haustüre verfolgen könnte. Der abendliche Gang zur Wohnung war immer etwas schneller gewesen als zuvor, die Sicherheitskonsole des Appartements wurde doppelt kontrolliert. Vielleicht war sie auch einfach ein wenig paranoid gewesen, doch letztlich wusste man nicht nach wem oder was dieser Mörder jagte. Es hatte kein wirkliches Muster gegeben. Ihr Bruder hatte sich so gut wie jeden Abend gemeldet.
    Dann die Verhaftung von Beyo Vhan, einem Turianer von dem Peyton noch nie etwas gehört hatte. Es war beruhigend gewesen, den vermeintlichen Mörder gefasst zu sehen. Sie hatte sich wieder sicherer gefühlt.
    Nachdenklich strich sie sich eine dunkle Strähne hinters Ohr, ging zum nächsten Tisch und wischte diesen ebenfalls nass ab. Peyton erinnerte sich noch gut an den Moment als die Meldung kam, dass ein Wohnprojekt des Politikers Syren Vox gesprengt worden war. Sofort hatte sie versucht Bryna zu erreichen, die im Tayersi-Arm der Citadel lebte. Ihrer Freundin war zum Glück nichts passiert. Die junge Brünette hatte darauf bestanden, dass Bryna für eine gewisse Zeit bei ihr einzog; interessanterweise hatte sie die Turianerin nicht überreden müssen. Ziemlich schnell hatte sich die Ältere ziemlich wohl in ihrer Wohnung gefühlt und eine angenehme Routine war dabei über sie beide gekommen.

    Peyton schüttelte in einer nachdenklichen Geste leicht ihren Kopf und schob die Gedanken gewaltsam beiseite. Besorgt flackerte ihr Blick in Richtung der beiden Männern die sich jeweils vorgelehnt hatten. Ob sie vermuteten, dass sie gelauscht hatte? Der Gedanke war ihr unangenehm und es war eigentlich auch gar nicht ihre Absicht gewesen, sich auf das Gespräch der beiden zu konzentrieren. Die junge Frau beeilte sich mit dem letzten Tisch und schaute sich dabei im Café um. Doch es waren keine neuen Kunden eingetroffen und die verbliebenen wirkten vertieft in ihre Gespräche, Getränke und Gerichte.
    Peyton verharrte einen Moment, dann griff sie nach dem Eimer und begab sich wieder hinter die Theke, zu Bryna, die gelangweilt gegen eben jene lehnte. "Hat dich jemand da draußen krumm angemacht?", überrascht schaute Peyton auf, kippte das Wasser in einen Abfluss. "Ne, wieso?", hinterfragte die junge Frau und ließ noch einmal klares Wasser in den Eimer laufen. "Du guckst so.", die blecherne Stimme der Turianerin drang forsch an ihre Ohren. "Oh. Ne. Habe gerade ein Gespräch von zwei Kunden mitbekommen die sich über den Kryptogramm-Killer unterhielten." - "Ah, okay. Du hast also gelauscht?", der neckende Tonfall der Älteren war kaum zu überhören. "Jaein.", seufzte die junge Brünette und trocknete sich die Hände, den Blick wieder über die einzelnen Tische gleiten lassend. Sie hatte bereits jetzt ein schlechtes Gewissen. "Zum Glück wurde die Sache aufgeklärt. Zwar ist Vhan nicht der Mörder gewesen aber er war wohl ein korruptes Arschloch, hab nur halb zugehört als sein Geständnis übertragen wurde.", raunte Bryna, deren Mandibeln sich einen Moment hoben und senkten. "Hm.. ja. Ich glaub ich könnte nicht mehr ruhig schlafen wenn ich solchen Dingen verwickelt wäre.", gab Peyton zu bedenken, Bryna lachte hart auf. "Du könntest nicht Mal mehr schlafen wenn du aus Versehen einem Pyjak auf den Schwanz treten würdest.", Peyton betrachtete ihre Freundin einen Moment schweigend, ehe sie eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahrnahm. Neue Kundschaft. "Das nennt man Gewissen, Bryna.", raunte sie der Turianerin neckisch zu, dann löste sich die junge Brünette von der Theke und ging den Leuten mit einem fröhlichen Lächeln entgegen.
    SO ONE - TWO - THREE
    TAKE MY HAND AND COME WITH ME
    BECAUSE YOU LOOK SO FINE
    THAT I REALLY WANNA MAKE YOU MINE

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    Ok, ok, ich hab’s verstanden – keine Kontrolle übernehmen.“, entgegnete der Salarianer als beide Asari eine gemeinsame Front bildeten und ihm widersprachen.
    Er schluckte hörbar.
    Während die beiden sich mit der Entscheidung abgefunden hatten, fühlte sich Neth alles andere als sicher. Er saß völlig verkrampft in seinem Sitz und hatte ständig einen Blick auf die Crew des Schiffes. Immer wenn jemand von der Crew etwas unvorhersehbares tat, folgten die Augen des Salarianers jeder noch so kleinen Bewegungen, kein Detail übersehend, nur um hinterher festzustellen, dass das Crewmitglied zum Klo ging oder sonst irgendwo, wo Neth es nicht sehen konnte. So verbrachte er die nächsten Stunden der Reise und verlor jedes Gefühl für das Vergehen der Zeit – hellwach und kaum blinzelnd.
    Luna döste währenddessen zu seinen Füßen und auch die beiden Asari genossen den Flug entspannt, genauso wie die meisten anderen Gäste an Bord.

    Als das Raumschiff nach ein paar Sprüngen durch Massenportale einmal mehr aus dem ÜLG kam, warf der verkrampfte Salarianer einen Blick durch ein Außenfenster, nach draußen: ein Planet war dort unweit zu erkennen. Aufgrund des Schlafmangels hatte Neth zunächst Schwierigkeiten ihn einzuordnen, aber am Ende stellte sich heraus, dass er ihn schon mal gesehen hatte: er sah genauso aus wie die Projektion von Aite, die er im Vorfeld zur Reise angeschaut hatte. Sie waren also tatsächlich an ihrem Ziel angekommen und das völlig unbeschadet.
    Neth konnte das nicht glauben und unbemerkt öffnete sich sein Mund. Erst dann drehte er sich zurück, warf erneut einen Blick auf die Crew und stellte urplötzlich fest wie müde er doch war, als diese entspannt einen Kaffee genoss. Er war eingeschlafen noch bevor seine Augen Zeit genug hatten sich zu schließen.
    "Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das was übrig bleiben muss, wie unwahrscheinlich es auch sein mag, die Wahrheit." - Sherlock Holmes alias Sir Arthur Conan Doyle
    "Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." - Mahatma Ghandi
    "Eine Falle zu erkennen ist eine Sache, sie zu umgehen eine völlig andere." - Ranma 1/2
    "Mein Name ist Ozymandias, König der Könige. Schauet auf mein Werk, ihr Mächtigen, und verzweifelt." - Ozymandias
    "Der größte Trick des Teufels ist es die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert." - Die üblichen Verdächtigen
    "Nichts ist unmöglich, solange du es dir vorstellen kannst." - Professor Hubert Farnsworth
    "Maybe you are right...maybe we can't win this. But we'll fight you regardless. Yes, people will die. Maybe we'll lose half of the galaxy...maybe more. However insignificant we might be: We will fight, We will sacrifice and We will find a way....that's what humans do!" - Commander Shepard
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    Es war einmal der 28. Juni 2017...

    Der Epilog in Zwei Teilen - Teil 1: Fünf Tage, Fünf Nächte & Der Epilog in Zwei Teilen - Teil 2: Jedes Ende ist auch nur ein Anfang

    …Er arbeitet mit einem Verbrecher zusammen!“, schrie Trumbo schon fast in das Mikro, „Hat denn etwa schon jeder vergessen, dass Beyo Vhan der Prozess droht? Und Syren Vox hat sich VON ANFANG AN offen auf seine Seite gestellt und ihn sogar vor C-SEC versteckt! Das ist eine STRAFTAT! Das ist kein Verhalten für einen Sektionsrat, das ist das Verhalten eines gewöhnlichen Kriminellen, wie es SYREN VOX einer ist!
    Im Hintergrund konnte man leichten Beifall hören. Syes Griff um sein Glas Viskanier wurde fester, obwohl er selbst es nicht wahrnahm. Der Moderator der aufgenommenen Sendung, ein Volus, versuchte die Lage bisschen zu beruhigen: „Sie müssen…chrrr…nicht schreien,…chrrr…Mr. Trumbo. Unsere Technik ist…chrrr…auf dem neuesten Stand.
    Ich schreie nur, wenn ich die WAHRHEIT verkünde!“, entgegnete der Mensch, der bereits leicht rot angelaufen war, „Und Syren VOX ist ein VERBRECHER! Genauso wie Beyo Vhan, Braelyn Gavros, der Kryptogramm-Killer, die Geth oder wie auch immer das ganze Pack sonst so heißt! Sie stecken alle unter einer Decke und-!“, und hier schaltete der graue Turianer die Aufnahme aus.
    Er seufzte. Die Sendung, bei der Trumbo dort aufgetreten war, gehörte zwar nicht zu den meist geschauten – selbst allein auf dem Tayseri-Arm, geschweige denn auf der Citadel – aber, dass sie ihn eingeladen hatten, war bereits ein Novum. Normalerweise luden ihn nur Sendungen ein, wo ein ihm zustimmendes Publikum auf ihn wartete. Der leise Beifall im Hintergrund beunruhigte Syren.

    Er nahm einen Schluck aus seinem Viskanier, bevor er sein Omni-Tool aktivierte. Martin Trumbo war nicht das einzige Problem, dem er sich stellen musste. Er tippte bisschen herum und eine weitere Aufnahme wurde gestartet.
    Ein Turianer mit dunkler Plattenfarbe und weißer Gesichtsmarkierung war dort zu sehen, eine Bauuniform tragend mitsamt Helm. Im Hintergrund konnte man eine Baustelle finden, wo es emsig zu Gange ging. „Mein Name ist Sharicus Thero und ich bin Bauunternehmer.“, fing der Turianer an zu sprechen, mit ruhiger und gefasster Stimme, während die Kamera auf ihn zuzoomte, „Seit 20 Jahren arbeite ich bereits auf der Citadel, hier in Sektion Pernicies, und gehöre zum Besten meines Faches.“, das Gesicht füllte nun das Bild aus, „Ich war da, als die Batarianer die Station verließen und dabei die Hood niederbrannten.“, eine Nahaufnahme aus einem anderen Winkel, „Ich half mit sie wiederaufzubauen.“, und wieder zurück zum vorherigen Bild, „Ich war da als die Geth die Station angriffen und die Meadows zerstörten.“, erneut eine Nahaufnahme, dieses Mal aus dem gegenteiligen Winkel, „Ich half mit sie wiederaufzubauen.“, und zurück zur Frontalsicht, „Und ich bin jetzt auch hier, nachdem Syren Vox nicht verhindern konnte, dass das Green Heart von dieser gemein gefährlichen Irren in die Luft gesprengt worden ist. Und ich werde dabei helfen es wiederaufzubauen.“, seine Stimme war bestimmter geworden, energischer, selbstsicher, „Aber dafür brauche ich eure Hilfe!“, ein roter Kreis mit der Zahl 232 in der Mitte erschien neben seinem Gesicht, fast genauso groß wie dieses, „Beweist eure Unterstützung für Antrag 232 in der nächsten Sektionsversammlung, so dass eure Stimme gehört wird. Denn solange dieser Antrag nicht durch die Versammlung durch ist, sind meine Hände gebunden. Politik…“, er sprach dieses Wort mit einem abfälligen Tonfall aus, „…bindet meine Hände. Sie verhindert, das ich alle mir zur Verfügung stehenden Kräfte nutzen kann um das Green Heart wiederaufbauen. Größer, prächtiger und mit einem Monument, zum Andenken an alle Verstorbenen. Das Green Heart soll wahrlich das Herz von Pernicies werden, für alle und jeden.“, er spreizte seine Arme, während die Kamera auszoomte, „Machen wir es möglich. Gemeinsam. Der erste Schritt in die richtige Richtung. Stimmt für Antrag 232.“ Zum Abschluss konnte man sein ernstes Gesicht sehen, dass man unter gewissen Gesichtspunkten wohl als stolz bezeichnen könnte, während die transparente Version der Hierarchie-Flagge im Hintergrund flatterte und die Hymne zu hören war.
    Sye seufzte erneut und trank seinen Viskanier aus. Er hatte sich Antrag 232 angeschaut – in erster Linie ein Versuch Bauregulierungen abzubauen. Das Problem lag im Detail: wenn der Antrag durch kam, wäre es deutlich einfacher Schmiergelder als etwas ‚Legales‘ hinstellen zu können. Und das so kurz nachdem ich herausgefunden habe wer alles so Schmiergelder verteilt, dachte sich Syren verbittert, Ganz sicher kein Zufall – die Frage ist, wie viel wissen sie? Ich hoffe Ethan ist sicher…

    Er stand auf und ging zu seiner kleinen Theke, wo seine Flasche Viskanier stand. Sie war fast vollständig geleert, auch wenn er am heutigen Tag kaum etwas davon getrunken hatte. Die letzten Tage waren stressiger gewesen. Und er hatte gedacht, dass das Fangen von Gavros der Höhepunkt sein würde – er hatte sich geirrt. Er schenkte sich den Rest ein und legte die Flasche beiseite. Vielleicht sollte ich mir was positives anhören, bevor der Abend ausklinkt, dachte sich der graue Turianer und fing an auf seinem Omni-Tool herum zu tippen, bevor er den Befehl an sein Terminal schickte. Erst hinterher nahm er das Glas und ging zurück zu seinem Schreibtisch, wo auf dem Bildschirm ein roter Turianer erschien. Er fing an zu sprechen: „Ich bin froh, dass diese furchtbare Tragödie endlich zu Ende und vollständig aufgeklärt ist…
    Bevor er weit gekommen war, unterbrach sich die Aufnahme, denn sein Tool klingelte. Es war Saenia. „Was gibt es Neues?“, fragte Sye, das Glas nicht der Kamera zeigend.
    Saenia schien nichts bemerkt zu haben. Mit fester Stimme antwortete sie nur: „Es gibt Neuigkeiten von Paul.
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    Rabenkopf is offline Last edited by Rabenkopf; 02.12.2019 at 13:32.

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    Epilog Teil 1

    Drei Tage nach Verhaftung von Braelyn Gavros

    Thadera


    „Danke, dass du erschienen bist. Geh doch bitte nach hinten, Lara wartet dort schon mit den anderen.“, begrüßte Thadera die angekommene Asari sichtlich berührt. Sie war über jeden Trauergast erfreut, der kam und es waren viele gekommen. Ehemalige Spielerinnen von Zari, Trainerkolleginnen, Mitglieder des kleinen Verein den sie ehrenamtlich vor ihrem Tod betreut hatte. Laraveria hatte das alte Team angerufen und dieses hatte ebenfalls noch ein paar Kontakte gehabt. Auch Thadera hatte in den letzten Tagen noch ein paar Bekannte von Zari kontaktiert. Recht kurzfristig, das wusste sie. Dennoch waren welche gekommen. Sie war nicht allein mit ihrer Trauer, nicht die einzige Person, die diesen Verlust beklagte. Es tröstete die Sportlerin, gleichermaßen wie es sie bekümmerte.

    Thadera kratzte sich an der Schulter, dort wo der Träger ihres schwarzen Kleides juckte. Sie trug nicht oft Kleider, auf jeden Fall nicht privat. Auf Galas oder dergleichen hatte sie sich früher natürlich immer aufgebrezelt. Doch dies hier war ungewohnt, kein Rampenlicht, kein Teppich oder nichtigen Anlässe. Nur Personen die durch ihre gemeinsame Trauer verbunden wurde. Die Asari seufzte hörbar, alles fühlte sich heute langsam und schwer an. „Thadera.“, riss sie plötzlich eine wohlbekannte Stimme aus ihren düsteren Gedanken. Die Sportlerin wandte sich um, erkannte die helle, eisblaue Asari vor sich. „Ela. Es ist schön das du gekommen bist Schwesterherz.“, entgegnete die Asari und umarmte ihre Schwester. Kurz verharrten die beiden Asari in der Umarmung, dann lösten sie sich nach einem kurzen abschließenden Drücken. Elaveria schaute zu ihrer Schwester hinauf, welche sie wohl um einen Kopf überragte. „Das ist doch selbstverständlich. Du..siehst in Ordnung aus.“ „So kann man beschissen wohl auch ausdrücken.“, antwortete Thadera und lächelte verlegen. „Mutter konnte wohl nicht?“, fragte sie mit leichter Enttäuschung. Ela schüttelte leicht den Kopf. „Nein, sie konnte nicht so kurzfristig Illium verlassen. Sie entschuldigt sich aufrichtig und will versuchen dich in den nächsten Tagen zu besuchen. Sofern du auf der Citadel bleiben willst.“, erwiderte die eisblaue Asari und schaute Thadera aufmunternd an.
    „Das ist lieb von ihr. Es war auch ein wenig meine Schuld das es alles so kurzfristig wurde. Wollte erst die Feier veranstalten wenn ihre Mörderin geschnappt ist..“, antwortete Thadera und kratzte sich betrübt am Hinterkopf. Elaveria legte ihr aufmunternd die Hand auf die Schulter.
    „Und das ist sie. Es ist vorbei Thadera. Heute nehmen wir Abschied von Zari und dann…sie hätte sicher gewollt das du nach vorne schaust. Nicht in die Vergangenheit.“, merkte die Asari an und lächelte gutmütig. „Ja, hätte sie wohl..“, murmelte Thadera nachdenklich und schaute leicht zu Boden.


    Die Trauerfeier begann, Laraveria eröffnete sie mit einer kleinen Rede. Der Anfang von vielen Reden und Vorträgen. 450 Jahre Lebensjahre boten genügend Stoff für Reden. Thadera erfuhr Details über ihre Trainerin, die sie für sie neu waren, von Weggefährten aus ihren Anfängen. Aber auch von den weniger schmucklosen Tagen, auf der Citadel. Nicht so ruhmreich, doch ebenso wertvoll für all jene denen sie mit Worten und Taten beiseite gestanden hatte. Verschiedene Spezies waren zur Feier gekommen, wenn auch Asari die Mehrheit stellten. Dennoch, gerade die Anekdote eines Volus schaffte es die Sportlein sowohl zu Tränen zu rühren als auch ihr ein Schmunzeln zu entlocken. Thadera erwischte sich häufiger dabei, wie ihre Augen feucht wurden und Tränen ihr Gesicht entlang perlten.
    Sie hatte sich vorgenommen stark zu bleiben, doch das fiel schwer, wenn all die unterdrückten Emotionen der letzten Tage sich Bahn brachen. Die Jagd hatte ihre Trauer emotional umgeleitet, doch jetzt war sie vorbei. Jetzt fühlte sie es wieder. Das Loch in ihrem Herzen. Jede kleine Anekdote über Zari, erinnerte sie daran. Daran wen sie verloren hatte. Und wie wichtig diese Asari doch für sie gewesen war. Thadera fühlte sich zwischendurch als hätte sie einen wachsenden Kloß im Hals, der ihr die Luft abschnürte. Eine eisblaue Hand legte sich beruhigend auf ihre, umklammerte diese. Die Sportlerin drückte fest die Hand ihrer Schwester, eigentlich zu fest. Doch Elaveria verzog keine Miene, legte stattdessen ihre freie Hand um die Schultern ihrer Schwestern. Der Kloß löste sich auf, die Luft strömte wieder durch Thaderas Körper.


    Letztlich war es soweit, alle die wollten hatten ihre Rede gehalten. Alle bis auf Thadera. Sie spürte wie viele Blicke zu ihr wanderten. Sie war Aufmerksamkeit gewohnt, hatte ihr halbes Leben im Licht der Öffentlichkeit verbracht. Doch das hier war anders. Langsam erhob sich die Asari, wobei es sich anfühlte als würde sich ein Elcor auf ihre Schultern legen. Schließlich stand sie, leicht wackelig. Doch ihre Beine konnte niemand unter dem Tisch sehen. Elaveria schaute sie aufmunternd an, Lara ebenfalls. Sie war hier unter Freunden, Leidensgenossen. Trauernde, wie sie. Es gab nichts was man falsch machen konnte. Thaderas Stand wurde fester, sie hob ihren Kopf und schaute zu den Gästen.

    „Es wurde schon vieles heute über Zari gesagt. Gute und schöne Dinge, von Leuten, die sie schon viel länger kennen als ich die Ehre hatte.“
    , begann Thadera und schaute kurz zu einer der ehemaligen Klassenkameradinnen der Asari. „Personen, die ihr Leben bereichert haben und Personen, denen sie ihr Leben bereichert hat. Ich gehöre wohl zweifellos zu der letzten Gruppe.“, gab Thadera bekümmert zu.
    „Ich würde gerne sagen das ich ihr das Leben immer leicht gemacht habe, doch ich weiß es besser. Ich habe ihr nicht immer so zugehört wie es klug gewesen wäre. Ihre Ratschläge nicht befolgt, ihr die kalte Schulter gezeigt, weil ich dachte das ich es besser wusste. Dummheiten, die man später bereut.“, verkündete die Sportlerin und schaute kurz betreten zu Boden. Dann hob sie wieder den Kopf.
    „So viele Dummheiten. Doch Zari war keine Asari die aufgab. Die jemanden aufgab. Wenn ich eines bei all diesen guten, wundervollen und mitfühlenden Reden bemerke…Dann ist es die große Hilfsbereitschaft und Leidenschaft die Zari in all ihren Handlungen vermittelte. Sie hat für andere gelebt und jene geprägt die mit ihr Umgang pflegen durften. Bewusst und unbewusst.“
    , fügte sie betreten an.
    „Erst jetzt wo sie weg ist, fällt mir die ganze Tragweite dessen auf. Ich vermisse sie, wie wir wohl alle. Ein unnötiger Verlust, uns allen gewaltsam entrissen.“
    , fuhr Thadera fort und bemerkte wie ihr langsam wieder das Wasser in die Augen stieg. Die Asari machte eine kurze Pause.
    „Doch auch wenn wir diesen Verlust nicht rückgängig machen können, so dürfen wir eines nicht vergessen. Sie lebt weiter. In uns, die wir uns an sie erinnern. Uns an ihr Engagement erinnern und uns ein Beispiel daran nehmen sollten. Indem wir uns um die kümmern die wir lieben. Und denen helfen die es nicht selbst können. Ich denke wenn wir das beherzigen, wenn ich das für mich beherzige..dann kann sie niemals endgültig für mich sterben.“
    , verkündete Thadera während die Tränen ihre Wangen herabliefen.
    „Ich danke euch allen das ihr gekommen seid.“
    , endete sie leicht aufgelöst und sank schlussendlich auf ihren Stuhl zurück.


    ***

    Katharina



    Katharina schritt durch die Stahltür und betrat den Lagerraum, welcher sich im Keller des Gebäudes befand. Es war nicht einfach gewesen hierhin zu finden, der Fahrer hatte sich durch ein Labyrinth von Gassen schlängeln müssen. Aber das war wohl auch Sinn der Sache. Airi erwartete die Halbasiatin schon und lehnte an einer der Kisten. Yuika sortierte derweil weiter hinten auf einem Tisch verschiedene Waffen. Yuika stieß sich von der Kiste ab und ging auf ihre Arbeitgeberin zu. Sie trug ein schwarzes Tank Top, weswegen Kathy zum ersten Mal die Irezumi bemerkte. Auch ihre Zwillingsschwester trug kurze Ärmel und offenbarte die weitflächigen Tätowierungen. Normalerweise hätte sich die Deutsche nichts dabei gedacht, sie selbst war ja auch stark tätowiert. Jedoch wusste sie das es in Japan abseits von gewissen Kreisen eher verpönt war. Vermutlich sollte sie beizeiten ein paar Mitarbeitergespräche mit den beiden führen.

    „Gefällt ihnen was sie sehen?“, fragte Yuika herausfordernd und lachte. Kathy wurde aus ihren Gedanken gerissen. Hatte sie gestarrt?
    „Das ist noch nicht alles, wir haben den Rest auf andere Lager aufgeteilt. So viele Waffen sollte man nicht an einem Platz aufbewahren.“, erklärte die Japanerin und verwies stolz auf die Kisten hinter sich. Kathy nickte zustimmend, jetzt kapierend das die Waffen gemeint waren. „Eindeutig zu wenig Schlaf in den letzten Tagen.“, schalt sie sich und schüttelte innerlich den Kopf.
    „Ausgezeichnet. Lief alles reibungslos?“, erkundigte sie sich interessiert.
    „Ja, schnell rein und wieder raus. Kein Widerstand oder ähnliches.“, meldete sich Yuika von hinten und kam langsam herangeschritten. „Größtenteils fast neuwertige Ware. Und nicht der minderwertige Kram den man gerne auf dem Schwarzmarkt von Korlus oder Omega findet. Manche Teile sind vermutlich Militärkram. Ein wenig Billigware ist aber natürlich auch dabei.“, erklärte die Schwarzhaarige.
    „Hervorragende Arbeit.“, erwiderte Kathy anerkennend. Die beiden Zwillinge hatten ihre Erwartungen bisher mehr als übertroffen. Neugierig schritt sie an die Kisten heran du warf einen Blick hinein. Viele Pistolen und SMGs, aber auch Sturmgewehre, Schrotflinten. Sogar Scharfschützengewehre.
    „Ein paar schwere Waffen waren auch dabei.“, rief Airi hinter ihr und setzte sich auf eine der Kisten. Die Halbasiatin nickte stumm. Wo hatte diese Bekloppte nur diese ganzen Waffen herbekommen? Wenn man sich das so alles ansah war die Station wirklich sehr glimpflich davongekommen.
    Jetzt saß die Turianerin im Knast und die Lage begann sich wieder zu normalisieren. Auch in den Tips würde wohl wieder etwas Ruhe einkehren, auf jeden Fall würden sich die Augen der Obrigkeit wieder auf das Viertel richten. Kein Politiker konnte nach Aufständen nichts tun. Außer er wollte sein Amt verlieren. Da wo sie herkam war zu Wahlkampfzeiten auch immer die Polizei eingerückt. Stärke zeigen.
    „Was haben sie jetzt mit den Schätzchen vor?“, erkundigte sich Airi neugierig. Katharina drehte sich um. „Einen kleinen Teil würde ich verkaufen. Die minderwertige Ware, sorgt für schnelles Geld. Und richtet wenig Schaden oder Aufmerksamkeit an.“,erklärte sie nachdenklich. „Sollen wir das für sie erledigen?“, hakte Yuika ein. Katharina schüttelte den Kopf.
    „Nicht direkt. Suchen sie ein paar Zwischenhändler. Nutzen sie Tarnnamen, machen sie es nicht selbst. Ich will nicht, dass man Rückschlüsse auf sie zieht. Oder noch schlimmer, auf mich.“, erläuterte die Halbasiatin nachdenklich. „Wie sie wünschen.“, antwortete Yuika und Airi nickte zustimmend. Kathy nickte zufrieden.
    „Immerhin habe ich sie doch als Sicherheitskräfte angestellt. Ganz offiziell übrigens.“, verkündete Katharina gespielt feierlich. Airi hob verwundert eine Augenbraue. „Ach?“ „Ja, die Notwendigkeit bestand. Mein Anwalt hat sich darum gekümmert, sie wurden mir jetzt quasi von der Blackthorne Company weitervermittelt. Die sind eine Sicherheitsfirma die auch Freelancer vermittelt.“, fügte Kathy an. „Kennen wir, aber die wollten dafür eine Vermittlungsgebühr haben.“, warf Yuika ein. „Ja, das verbuchen wir unter Arbeitgeberanteil. Die Firma ist im Citadel Rat anerkannt, ihre Mitarbeiter dürfen auf der Citadel Waffen tragen. Abseits von Bezirken wie dem Präsidium natürlich.“ „Ah, daher weht der Wind. Gut, wenn sie die Kosten tragen, nichts dagegen.“, entgegnete Airi und streckte sich auf der Waffenkiste. „Was ist mit dem Rest?“, fragte sie und klopfte mit der flachen Hand auf die Waffenkiste.
    Dafür sollten wir bessere Abnehmer finden als irgendwelche Kleinganoven. Vielleicht verschiffen wir auch einen Teil. Erstmal müssen wir abwarten und beobachten was jetzt passiert.“ Die beiden Zwillinge nickten zustimmend. „Ich verstehe. Den Kopf unten halten, während die eiserne Faust des Gesetzes zuschlägt.“, merkte Airi an und verschränkte die tätowierten Arme. Katharina lächelte milde.
    „Nun, ganz untätig werden wir auch nicht rumsitzen.“


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    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Quote Originally Posted by Forenperser View Post

    Marco Lagos

    "Ulkiger Kerl, dein Freund." bemerkte Marco als er neben Stephen Platz nahm und das Skycar sich erhob. "Erfrischend frei und gerade heraus."
    Dennoch hatte er noch kein vollständiges Vertrauen zu ihm, wie auch (um ehrlich zu sein) mit allen hier. Es war einfach seine persönliche Macke, er brauchte lange ehe er jemanden vollständig an sich ran ließ.
    "Es sei denn ist es Alkohol im Spiel....." Peinlich berührt dachte er an die kurze Szene im Flieger und hoffte inständig, dass Liz ihn nicht so bald darauf ansprechen würde.
    Der Flug ging nicht besonders lange. Nun war Marco wirklich gespannt, wen er noch alles treffen würde.


    Ulkiger Kerl?.... Mit diesen Worten würde er den Kroganer nicht unbedingt beschreiben... schoss es dem Blondschopf durch den Kopf und betrachtet Marco von der Seite. Es überraschte ihn, dass der braunhaarige überhaupt noch ein paar Worte mit ihm wechselte, nachdem was er erfahren hatte. Er nochte sich garnicht vorstellen, was in Marco gerade vorging.
    "Er war schon immer frei und gerade heraus, früher als Söldner hat ihn das in allerhand Schwierigkeiten gebracht, allerdings hat er sich dann meist auch wieder alleine daraus befreit. Als Händler wurde er dann etwas ruhiger, überlegter..." erzählte Stephen und grinste.
    Vor den beiden Herren im Transporter, saßen Liz und Lucia. Während sich Stephen´s Halbschwester gemütlich in den Sitz gelehnt hatte und den Flug genoss, merkte man bei Lucia, dass sie unruhig wurde.
    Stephen, der sie von hinten beobachtete, konnte sich gut vorstellen, weshalb die rothaarige nervös wurde, immerhin betrat sie jetzt unbekanntes Terrain,.... die Höhle des Löwen, wenn man so wollte. Umzingelt von Feinden, die sie bei der kleinsten, falschen Bewegung ausschalteten.
    Immerhin würde sie es sich jetzt zweimal überlegen, bevor sie irgendwas tat... überlegte der Blondschopf und setzte ein zufriedenes Grinsen auf.

    Bald darauf stoppte der Transporter....
    "So, da wären wir." knurrte der Kroganer und stieg aus. Marco, Lucia, Liz und Stephen folgten.



    Die Truppe stand schon vor dem Büro und warteten neugierig auf die Neuankömmlinge.
    "Bevor wir nun irgendwelche Pläne schmieden, möchte ich euch erstmal vorstellen.... diese Menschen hier zu meiner rechten sind Marco Lagos, unser Schützling; Liz Lopez, Stephen´s Halbschwester; Lucia Milano und mein bester Freund Stephen Connor." stellte der Kroganer kurz die Neuankömmlinge vor, bevor er an die Menschen gewandt weitersprach.
    "Zu meiner linken haben wir die liebreizende Kroganerin und Anführerin der Truppe Rana Weyrloc, auch Randalla genannt; neben ihr ist der Salarianer und Stellvertreter Zulan, neben ihm haben wir die verrückte Scharfschützin und Attentäterin Fox und da neben haben wir unsere Biotikerin und heiße Asari Mira. Neu in unserer Truppe ist der Turianer, Waffenexperte und Allrounder Maro; der Batarianer und Sprengstoffexperte Shan und die quirlige Quarianerin, unsere Technikerin und Hackerin Nellie Hilo vas Moreh, kurz Nellie! So, hab ich jetzt auch keinen vergessen?" Allgemeines Gelächter.

    "Scheint ja ne interessante Truppe zu sein." stellte die junge Spanierin begeistert fest und mischte sich unter die Truppe. Auch Stephen ging gleich zu Randalla, er kannte sie schon einige Jahre und da sie Crusher´s Gefährtin war, gehörte sie irgendwie immer dazu.
    Die einzigen beiden, die ein wenig unsicher -wie bestellt und nicht abgeholt- da standen und nicht so recht wussten, was sie tun sollten, waren Lucia und Marco.
    Crusher nahm Marco ein Stück beiseite. "Na Kleiner, was denkst du?"
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    Aus dem Orbit heraus machte der Planet nicht sonderlich viel her, auch wenn er recht hübsch an zu schauen war, wie Sahenia fand. Sie war sichtlich erleichtert, dass sie recht behalten hatte und sie unbeschadet an ihrem Ziel angekommen waren. Naja, fast.... mit diesem Schiff konnten sie schlecht auf Aite landen, so das sie nochmal auf Shuttles umsteigen mussten...

    Das Schiff umkreiste den Planeten.
    Nairobi sah ebenfalls ziemlich zufrieden und vorallem erleichtert aus, während der Salarianer friedlich schlummerte. Luna saß vor ihrem Herrchen und legte ihren Kopf auf seinen Schoß, während ihre Ohren sich wie ein Sonar bewegten und sie wachsam jedem noch so kleinen Geräusch lauschte. Sahenia schmunzelte.
    "Sollten wir Orange nicht langsam wecken?" wollte Nairobi wissen. Sahenia schüttelte den Kopf und blickte aus dem Fenster, wo das Schiff eine weitere Runde um den Planeten machte.
    Die Crew lief inzwischen wieder durch das Schiff und redeten die Passagiere an.
    "Orange, wach auf...." flüsterte Sahenia und rüttelte sachte an seiner Schulter. Luna stupste ihn ebenfalls immer wieder an, bis er schließlich wach wurde.
    "Wir müssen umsteigen." informierte sie ihn.

    Kurz darauf dockte das Schiff an einer kleinen Station an und die Passagiere wurden auf die Shuttles verteilt. Neth, Luna, Sahenia und Nairobi kamen zusammen auf ein Shuttle und dann ging die Reise weiter.
    Das erste, was sie zu Gesicht bekamen, als sie Richtung Planetenoberfläche flogen....
    eis engel is offline

  11. #311 Reply With Quote
    Held Rabenkopf's Avatar
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    Es war einmal der 28.05.2017...
    Syren Vox/02.12.2019

    Der Ramen-Shop im Zakera-Arm war um diese Uhrzeit spärlich besucht. Das war der Turianerin nur recht, die langsam ihre rechtsdrehenden Ramen aß. Neben sich hatte sie einen Becher eines warmen Getränks, in Greifreichweite, während bisschen weiter weg ein identischer Becher zu finden war. Während sie den ersten immer wieder zum Mund hinbewegte und vorsichtig die transparente Flüssigkeit trank, ließ sie den zweiten Becher einfach stehen. Sie warf ihm aber immer mal wieder einen Blick zu.
    Ist der für mich?“, fragte eine Stimme, die sich zu ihrer Rechten befand. Die zugehörige Person setzte sich auf den dortigen freien Platz und zeigte auf den zweiten Becher, hinzufügend, „Ich hoff das ist für Linksdreher.

    Saenia warf einen Blick auf den Rotschopf – er trug immer noch die völlig unpassende Kleidung, wie beim letzten Mal, als sie sich mit ihm hier getroffen hatte. Hier und da war sie nur durch ein paar Verbände ergänzt worden, Zeugnis ihrer letzten Begegnung. Der Rotschopf blickte sie neugierig an, sich langsam über das Schweigen wundernd.
    Nicht alles ohne Namensschild gehört dir, Paul.“, erklärte sie schlussendlich und drehte sich wieder zu ihrem Essen zurück, die Stäbchen hochhebend, „Der Becher ist für diejenigen, die ihn nicht mehr heben können.
    Der Rotschopf blickte sie verwundert an und dann wieder den Becher. „Was soll das denn heißen?“, fragte er und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Shop-Theke, „Ist das so ein Turianer-Ding?
    Es ist so ein Soldaten-Ding.“, entgegnete Saenia nur und schlürfte eine weitere Nudel herunter, bevor sie sich wieder ihm zuwandte, „Also was hast du neues?

    Paul guckte sie zunächst nur schief an, schüttelte aber schlussendlich den Kopf. Statt zu antworten holte er etwas aus seiner Weste und schob es ihr unauffällig zu – es war ein gefaltetes Stück Papier. Saenia warf einen längeren Blick auf das Stück, bevor sie einen fragenden auf den Menschen warf. „Lieber den Namen nicht so offen aussprechen, ok?
    Saenias Blick verharrte für noch wenige Momente auf dem Menschen, dann aber senkte sie ihn und hob das Papier auf. Sie entfaltete es und las es durch. „Das ist er also?“, fragte sie und faltete das Papier wieder, bevor sie es verstaute.
    Er war es.“, antwortete der Rotschopf, „Zumindest das mit den Demonstranten, keine Ahnung ob das andere…jedenfalls ist er es nicht mehr. Nicht mehr seit der Krankenhaus-Sache. Erinnerst dich noch daran? Bevor du in die ganze Killer-Sache einge-
    Komm zum Punkt.“, unterbrach Saenia ihn mit kalter Stimme.
    Trumbo hat ihn zum Teufel gejagt.“, erklärte er nach einer kurzen Pause, wo er sich zur Theke gedreht hatte, „Gab ihm die Schuld für irgendetwas – keine Ahnung was. Schon allein an den Namen ranzukommen war ziemlich nervtötend – musste mit dem großen roten Kopf persönlich darüber reden.“, er blies Luft durch die Nasenlöcher hinaus, leicht den Kopf schüttelnd, „Man könnte meinen, dass jemand der immer das sagt was er denkt, einfacher zum Reden bringen wäre, aber Pustekuchen. Geheimnisse bewahren kann er. Um ihn zum Reden zu bringen, musste ich seinen Kopf roter machen als er zuletzt bei der Talk-Show gewesen war, nachdem man ihn mittendrin in einer Triade gegen deinen Boss nach draußen eskortieren musste.
    Saenia hatte während des Zuhörens weitergegessen, aber hielt nun inne und blickte den Menschen an. Ihr Blick verriet Mitleid.
    Nicht so!“, entgegnete Paul, abwinkend, „Als wenn ich mich freiwillig in die Schusslinie seiner Spucke bewegen würde. Wein funktioniert weitaus besser. Er hat eine Schwäche für Sizilianischen.“, sie blickte ihn verwirrt an, „Unwichtig. Jedenfalls ist ihm der Name ausgerutscht…und die ganze Geschichte nach dem Krankenhaus.“, er blickte sie nun ernst an, „Und nur weil dein misstrauischer Geist das gleich fragen wird: nein, Trumbo hat immer noch nichts mit der Sache zu tun. Er ist ein Opfer.

    Saenia machte ein abfälliges Geräusch. „Keine Sorge – er ist immer noch kein Verdächtiger.“, beruhigte sie den Menschen und beendete ihre Mahlzeit, „Ich nehme an, du weißt nicht wo er ist?
    Nein und ich kann es auch nicht rausfinden.“, erklärte Paul, energisch klingend, „Der Typ hat nichts mehr mit Terra Firma zu tun, also bin ich aus dem Schneider.
    Das bist du, stimmt.“, erklärte die Turianerin und nahm nun den immer noch vollen Becher. Sie stand auf und hob den Becher über ihren Kopf, die Augen schließend. Erst nach einer Weile öffnete sie diese wieder, senkte den Becher und fing an den Inhalt über die Reste ihrer Mahlzeit zu gießen. Erst als der Becher leer war, stellte sie ihn beiseite. „Doumo arigatou.“, erklärte sie zum Verkäufer und wandte sich ab, während Paul ebenfalls aufstand und ihr folgte.
    Ich frage gar nicht erst was das sollte.“, erklärte er, bevor er sie aufhielt und sie fragte, „Du hältst dich an den Deal? Zwei Jahre?
    Zwei Jahre.“, nickte die brauen Turianerin, bevor sie sich halb abwandte, „Wenn mein Boss dazu kommt. Also bis zum nächsten Mal, Paul.
    Lieber nicht.“, erklärte er, aber sie hatte sich bereits abgewandt und war unterwegs.
    "Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das was übrig bleiben muss, wie unwahrscheinlich es auch sein mag, die Wahrheit." - Sherlock Holmes alias Sir Arthur Conan Doyle
    "Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." - Mahatma Ghandi
    "Eine Falle zu erkennen ist eine Sache, sie zu umgehen eine völlig andere." - Ranma 1/2
    "Mein Name ist Ozymandias, König der Könige. Schauet auf mein Werk, ihr Mächtigen, und verzweifelt." - Ozymandias
    "Der größte Trick des Teufels ist es die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert." - Die üblichen Verdächtigen
    "Nichts ist unmöglich, solange du es dir vorstellen kannst." - Professor Hubert Farnsworth
    "Maybe you are right...maybe we can't win this. But we'll fight you regardless. Yes, people will die. Maybe we'll lose half of the galaxy...maybe more. However insignificant we might be: We will fight, We will sacrifice and We will find a way....that's what humans do!" - Commander Shepard
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    Craig blickte von seinem Newspad auf, auf dem er einen Artikel gelesen hatte, der ihn offensichtlich spöttisch amüsierte. Hanna legte den Kopf schief. Es war gut, dass Gillespie lachen konnte, wenn eben auch nur verspottender Natur. Sie hatte Bedenken, dass die Ereignisse in den Tunneln ein derlei zerbrechliches Wesen wie den Weißhaarigen restlos vernichtet hätte. „Vielleicht kifft er die Sorgen weg“, dachte sie mit einem Anflug sardonischer Befriedigung. Gillespie bemerkte sie, sprach sie mit ihrem Vornamen an. „Hanna.“ Merkwürdig diesen Namen immer wieder von Leuten zu hören, zu denen sie ein komplexes Verhältnis hatte. Erst Beyo, nun Craig. Sie näherte sich vorsichtig seinem Bett, sah den Plüsch-Elcor und all die Blumen und Ballons, die sie ihm mitgebracht hatte und stellte fest, dass er scheinbar keine weiteren Geschenke bekommen hatte. Mit einem Wink ihrer gepanzerten Hand deutete sie auf die Präsente. „Haben Sie noch Freude an…?“ Sie räusperte sich. „Nevermind.“ Hanna blieb neben Craigs Bett stehen, schaute zu dem Weißhaarigen herunter. Sie hoffte, dass Craig das Blut auf ihrer Panzerung ignorieren konnte. „Geht es Ihnen gut?“, fragte die Blondine, um dem Schweigen entgegenzuwirken, das sich in dem Raum ausbreitete.


    Da war dieser winzige Moment, in dem der weißhaarige Terranovaner tatsächlich vergessen hatte, dass sich an ihrer zwischenmenschlichen Beziehung nie etwas geändert hatte. Dass es Teil eines Wunschdenkens war, aufgebaut mit Artikeln wie jenem, den er sich gerade durchgelesen hatte und die er, in Form minderwertigerer Berichterstattung, Tagelang nun so gelesen hatte. Ihm das Gefühl vermittelte, dass da eventuell jemand war der wartete, der ihm ein Lächeln auf die Lippen spielte, wenn er den Blick auf diesen niedlichen - wenn auch etwas rassistischen - Plüschelcor warf. Dann war da aber wieder dieses "Sie" und damit einhergehend eine kleine Mauer, die sich unsichtbar wieder zwischen beide Parteien gespielt hatte, Craig aber zu akzeptieren hatte. Er lächelte dieses Zwischenspiel einfach weg, verdrängte überzogene Gedanken und besah die Blondine an seinem Bett erstmal in aller, unangenehm-intimer Einzelheit.
    'Sie hat gekämpft', stellte er selbst fest und tastete sie mit den Blicken ab wie der wenig brauchbare Profiler, der er eben war. 'Natürlich hat sie das', tadelte er sich direkt in seinen eigenen Gedanken, 'sie ist diese Art von Frau. Hat Sie den Killer gestellt? Da ist Blut auf der Rüstung. Nicht gerade wenig. Ihr eigenes? Manches ist blau - Turianerblut.. . Ob Sie verletzt ist? Sie wird sich wohl kaum haben untersuchen lassen. Direkt-...hier her gekommen? Unwahrscheinlich. Sie nennt mich Gillespie. Sie bleibt professionell. Wieso genau kann ich das nicht?'
    Er blinzelte nach einer gefühlt minutenlangen Stille. Beide Augenfarben krochen wieder an der Blondine nach oben, fixierten ihr Gesicht, bevor er Luft holte um zu sprechen. "Ja, mir geht's gut. Meine Ärztin will mich entlassen, ich nehme an es ist nur so ne formelle, bürokratische Sache bis sie mich wieder laufen lassen. Ha. Laufen. Geht schon etwas besser, wirklich wegrennen werde ich die nächste Woche aber erstmal nicht können aber-...Han-...Miss...Ilias.", er räusperte sich, "Das Blut? Bitte sag-...en Sie mir, dass das nicht Ihres ist. Oder Sie wenigstens auf die nächste Sprechstunde warten.", wollte er wissen, sah an Hanna vorbei und versuchte, wenigstens eine Schwester zu erspähen, die einen Blick auf Hanna werfen konnte.
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    Syren Vox

    Thadera fühlte sich gut, so gut wie schon seit Wochen nicht mehr. Die Trauerfeier hatte ihr spürbar geholfen, all die Gespräche und die geteilten Erinnerungen. Sie war sich nicht sicher ob sie komplett abgeschlossen hatte, aber sie war auf dem richtigen Weg. Das fühlte sie.

    Ihre Hand war fast wieder vollkommen genesen, sie war frisch und ausgeruht. Keine Augenränder, kein glasiger Blick, momentan fühlte sie sich wie am Anfang ihrer Karriere. Voller Tatendrang, das war auch gut so. Sie hatte viel zu erledigen, ihre Idee umzusetzen. Den Grundstein dazu hatte sie schon auf der Trauerfeier gelegt. Eine Idee im kleinen Kreis geäußert, die jedoch schnell viel Sympathie gefunden hatte. Die Mannschaften waren schon gefunden, zwei alte Freundinnen würden sich in ihren Vereinen darum kümmern. Mit dem örtlichen Citadel Verein hatte sie schon wegen dem Stadion telefoniert. Auch das würde funktionieren, jetzt blieb nur noch Organisationsarbeit. Tonnen von Organisationsarbeit, aus diesem Grund hatte sie auch schon ein Planungskomitee aufgestellt. Beziehungsweise aufstellen lassen. Planungen waren nicht unbedingt ihr Metier, sie war nur dafür da, um entsprechende Türen zu öffnen und Kapital bereitzustellen.
    Jedoch war es nicht nur eine rein sportliche Veranstaltung, ein wenig Absprache mit den Behörden war auch erforderlich. Genau diese hatte die Asari heute zu diesem Ort geführt.

    In dem Büro des Sektionsrat Syren Vox herrschte ein reges Treiben, man hätte es auch als stressiges Durcheinander beschreiben können. Mitarbeiter die herumtelefonierten, Akten-Pads, die verteilt wurden, Büropersonal das gestresst auf ihre Tastaturen hämmerten. Die Jagd nach dem Killer war zwar zu Ende, doch die Aufräumarbeiten hatten gerade erst begonnen. Nichts worum sie Syren Vox oder einen seiner Angestellten beneidete. Sicherlich war der Turianer beschäftigt, Thadera wollte deswegen auch nur ein paar Minuten seiner Zeit in Anspruch nehmen.
    Zielstrebig steuerte sie das Büro des Politikers an, als sie von der resoluten Asari am Schreibtisch vor der Tür angesprochen wurde.
    „Moment, wo wollen sie denn hin?“, fragte sie leicht gestresst, scheinbar ein Gespräch auf stumm schaltend.
    „Zu Mister Vox.“, antwortete die Sportlerin wie selbstverständlich und zeigte auf das Türschild von dessen Büro.
    Die Asari runzelte kurz die Stirn und schüttelte dann den Kopf. „Das ist mir schon klar, aber haben sie auch einen Termin? Haben sie vorher angerufen?“, hakte die Dame nach und schaute Thadera nachdenklich an. „Also ich hatte mein Kommen bei ihm angekündigt.“, erwiderte die Asari etwas schwammig.
    „Für heute?“, fragte die andere Asari skeptisch und scrollte durch einen Terminkalender. „Weil hier finde ich keinen Eintrag für diese Zeit.“, sprach die Sekretärin bestimmt und sah Thadera skeptisch an. „Merkwürdig. Würden sie dann einfach Mister Vox ankündigen das ich ihn sprechen möchte?“, fragte Thadera charmant und lächelte die Asari an.
    „Ich weiß nicht so recht, Miss..“ „Cas´tivera. Thadera Cas´tivera.“, erwiderte die Sportlerin höflich.
    Die Sekretärin stutzte kurz und dann lief leicht rot an. „Miss Cas´tivera?.“,sprach sie erst stockend, dann wieder gefasst.
    „Verzeihen sie Miss, ich habe sie gar nicht erkannt.“, sprach die Sekretärin verlegen. „Ich bin nämlich ein Riesenfan.“, flüsterte sie kurz bevor sie in normaler Lautstärke fortfuhr, „ich würde kurz für sie anfragen. Einen Moment.“
    „Ich danke ihnen.“, antwortete Thadera und lächelte sie an. Die Sekretärin rutschte kurz nach hinten und sprach etwas in ihr Omnitool. Dann kam sie wieder zurück. „Er hätte kurz Zeit für sie.“, erklärte die Asari zufrieden. Thadera nickte dankbar und schritt dann zur Tür. Leise zischend öffnete diese sich.

    „Mister Vox. Ich hoffe ich habe ihnen genügend Zeit gelassen die Whisky Flasche zu verstecken. Oder was immer man als Politiker ihrer Situation derzeit trinkt.“, scherzte sie gutgelaunt zur Begrüßung bis sie einen Blick in das gestresste Gesicht des Turianers warf.
    „Ein Scherz, verzeihen sie mir. Es freut mich sie wieder zu sehen. Wie geht es ihnen?“, fügte sie schnell entschuldigend an. Höflich blieb sie vor dem Besucherstuhl stehen, setzte sich jedoch vorerst noch nicht.


    numberten is offline Last edited by numberten; 04.12.2019 at 23:46.

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    Sahenia und Nairobi

    Der Salarianer war müde. So richtig müde. Er konnte seine Augen kaum offen halten und musste immer mal wieder laut gähnen. Den Marsch vom Schiff zu Station hin zu den Shuttles verbrachte er im Halbschlaf. Hinterher wusste er nicht einmal mehr wie er seine Sachen, Luna und seinen Körper so viele Schritte hatte tun lassen können, ohne sich dessen bewusst zu sein. Als sie endlich im Shuttle waren, war das Erste was der Salarianer machte, sich auf seinen Sitzplatz setzen, sich zurücklehnen und wieder einzuschlafen – dieses Mal mit geschlossenen Augen.
    "Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das was übrig bleiben muss, wie unwahrscheinlich es auch sein mag, die Wahrheit." - Sherlock Holmes alias Sir Arthur Conan Doyle
    "Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." - Mahatma Ghandi
    "Eine Falle zu erkennen ist eine Sache, sie zu umgehen eine völlig andere." - Ranma 1/2
    "Mein Name ist Ozymandias, König der Könige. Schauet auf mein Werk, ihr Mächtigen, und verzweifelt." - Ozymandias
    "Der größte Trick des Teufels ist es die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert." - Die üblichen Verdächtigen
    "Nichts ist unmöglich, solange du es dir vorstellen kannst." - Professor Hubert Farnsworth
    "Maybe you are right...maybe we can't win this. But we'll fight you regardless. Yes, people will die. Maybe we'll lose half of the galaxy...maybe more. However insignificant we might be: We will fight, We will sacrifice and We will find a way....that's what humans do!" - Commander Shepard
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    Thadera zu Besuch

    Ich weiß, dass das Haushaltsbudget aufgebraucht ist, aber können wir nicht zumindest etwas tun?“, fragte Syren auf einen Terminal blickend wo ein älterer Turianer zu erkennen war, „Die Opfer verdienen es…zumindest etwas, damit sie nicht denken, dass sie allein gelassen werden.
    Wir können nicht 1711 Familien einfach das Begräbnis bezahlen, Mr. Vox.“, erklärte der ältere Turianer, mit grünerer Plattenfarbe, „Sofern sich die Zahl der Opfer nicht noch weiter erhöht. Ich weiß, sie haben eine Tragödie erlebt, aber die Sektionskasse ist leer – völlig leer.
    Was ist mit den Spenden?“, fragte der grauen Turianer.
    Sein älteres Gegenüber schien etwas zu überprüfen. „Sie kommen noch rein, einige von ihnen sogar sehr großzügig.“, er blickte Syren wieder mit einem strengen Blick an, „Aber wir brauchen alle von ihnen um überhaupt über die Runden zu kommen. Der Rat will momentan nichts vorstrecken und bis die hohen Tiere im Präsidium irgendetwas entschieden haben, können Monate vergehen. Auf die sollten wir nicht setzen. Wir sollten die Spenden dazu nutzen um die gröbsten Schäden zu reparieren und keine weiteren größeren Ausgaben riskieren bis die Sektionsversammlung sich endlich entschieden hat, dass ein paar zusätzliche Geldmittel notwendig sind. Auf was anderes können wir uns momentan nicht stützen, Mr. Vox.

    Syren schien kurz zu überlegen. „10%.“, erklärte er schlussendlich und erntete einen verwirrten Blick, „Zweigen sie 10% der Spendengelder dafür ab um den Familien unter die Arme zu greifen.“, und bevor der ältere Turianer protestieren konnte, „Es muss nichts großes sein, denn am Ende ist es nur Geld. Aber das letzte was wir jetzt brauchen ist, dass die Bewohner der Sektion denken, dass sie im Stich gelassen werden, wenn es ihnen gerade am dreckigsten geht. Vergessen sie nicht, Mr. Turon, am Ende sitzen wir in diesem Amt wegen ihnen. Was für Volksvertreter wären wir, wenn wir ihnen jetzt den Rücken zukehren nur um uns selbst zu retten?
    Dem grüneren Turianer gefiel das Gesagte offenkundig nicht, aber am Ende lenkte er ein. „Auf ihr Risiko, Mr. Vox.“, erklärte er schlussendlich, „Und nicht mehr als 10%.“, er seufzte, „Hoffen wir, dass die Spenden noch großzügiger werden und von weniger fragwürdigen Quellen wie den Vhans kommen werden.
    Ich weiß was man sich über sie sagt, aber glauben sie mir, die Wahrheit ist deutlich verblüffender.“, entgegnete Syren und verwirrte Turon, „Wir sprechen uns morgen wieder, Sextus.“, womit die Verbindung unterbrochen wurde.

    Der Turianer blieb zunächst auf seinem Stuhl sitzen, in derselben Pose wie zuvor. Erst nach einer gewissen Weile lehnte er sich zurück und fing an sich zu strecken, wobei man hier und da ein verdächtiges Knacken hören konnte. Erst nachdem er bisschen seine Schultermuskeln hat kreiseln lassen, aktivierte er sein Omni-Tool um seine Assistentin über den nächsten Anruf auszufragen – aber stattdessen informierte sie ihn: „Mr. Vox, Miss Cas’tivera ist hier um mit ihnen zu sprechen. Soll ich sie reinlassen?
    Thadera…?, fragte sich Syren, verblüfft übe die Anfrage, bevor er sie bejahte, Was sie wohl will…ich hoffe Gavros ist nicht ausgebüxt…
    Er erhob sich um sie zu begrüßen und reichte ihr seine Hand, die sie entgegennahm. „Ich hoffe ich habe ihnen genügend Zeit gelassen die Whisky Flasche zu verstecken.“, erklärte sie scherzhaft und Syren lächelte pflichtschuldig, „Ein Scherz, verzeihen sie mir. Es freut mich sie wieder zu sehen. Wie geht es ihnen?
    Ich scheine wohl furchtbar auszusehen…dachte sich der Turianer, bevor er auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch verwies. „Setzen sie sich nur, Miss Cas’tivera – der Stuhl beißt nicht.“, wobei er wieder das einstudierte Lächeln präsentierte, bevor er sich auf seinen eigenen Stuhl setzte, „Nun, es geht den Umständen entsprechend. Und wie geht es ihnen, Miss Cas’tivera? Was führt sie heute zu mir?
    "Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das was übrig bleiben muss, wie unwahrscheinlich es auch sein mag, die Wahrheit." - Sherlock Holmes alias Sir Arthur Conan Doyle
    "Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." - Mahatma Ghandi
    "Eine Falle zu erkennen ist eine Sache, sie zu umgehen eine völlig andere." - Ranma 1/2
    "Mein Name ist Ozymandias, König der Könige. Schauet auf mein Werk, ihr Mächtigen, und verzweifelt." - Ozymandias
    "Der größte Trick des Teufels ist es die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert." - Die üblichen Verdächtigen
    "Nichts ist unmöglich, solange du es dir vorstellen kannst." - Professor Hubert Farnsworth
    "Maybe you are right...maybe we can't win this. But we'll fight you regardless. Yes, people will die. Maybe we'll lose half of the galaxy...maybe more. However insignificant we might be: We will fight, We will sacrifice and We will find a way....that's what humans do!" - Commander Shepard
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    Vor einer ganzen Weile , Epilog 1

    Nachdenklich betrachtete Kathy die umliegenden Häuser. Das Viertel war mies, heruntergekommene Gebäude. Aber es ging. Sie hatte in Teilen Berlins viel schlimmeres gesehen. Oder auf Korlus. Auf einer Station wie der Citadel konnte man es sich nicht einfach leisten wertvolle Bausubstanz verfallen zu lassen. Nicht im Mittelpunkt der zivilisierten Galaxis. Ein paar Kinder spielten auf der Straße, mit irgendeinem Schrott. Erinnerte sie auch an früher. Nicht unbedingt gute Erinnerungen.

    Eine massige Gestalt neben ihr riss sie plötzlich aus den Gedanken. „So, dreimal Currywurst mit Pommes. Einmal sehr scharf, einmal mittel und mild.“, verkündete der bullige Kroganer mit tiefer Stimme und stellte die drei Schalen auf dem Plastiktisch ab. Ragan Graken war über 800 Jahre alt, hatte in vielen Schlachten gekämpft, seine Feinde mit ihren eigenen Gedärmen erwürgt. Jetzt briet er in seiner Imbissbude Würste in Darm oder seine berühmten Pyjak-Spieße. Manche hätten das als Rückschritt gesehen, doch wenn man den Kroganer fragte war dies bisher der am meisten erfüllende Teil seines langen Lebens. Katharina hatte das Gebäude gekauft wo sich sein Laden befand, sah jedoch keinen Grund den Kroganer nicht als Mieter zu behalten. Im Gegenzug hatte er seine Speisekarte um etwas von der heimische Imbissbudenkultur seiner Vermieterin ergänzt. Ungefragt.
    „Läuft tatsächlich ganz gut, muss ich zugeben. Wenn auch nicht so gut wie die Pyjak-Spieße.“, erklärte der Kroganer Kathy, nachdem er die Mahlzeiten abgestellt hatte. Die Halbasiatin lächelte. „Das freut mich doch zu hören. Ansonsten alles gut bei ihnen? Keine Schwierigkeiten?“, erkundigte sie sich höflich. Der Kroganer lachte grimmig. „Wegen der Gangs? Also bei mir hat noch nie jemand versucht Schutzgeld einzufordern, falls sie das meinen.“, erwiderte der Koch und ging mit einem breiten Grinsen wieder in den Laden. Kathy schüttelte lächelnd den Kopf und zog dann ihre Schale zu sich. Eine ihrer Begleiterinnen war da etwas zögerlicher. Yuika schaute skeptisch auf ihre Schale. „Sieht sehr fettig aus. Bekommt man davon Durchfall?“, fragte sie und stocherte vorsichtig in der Currysauce herum. „Manchmal.“, sagte Kathy zwischen dem Kauen und piekte eine Fritte mit der Pommesgabel auf. „Iss einfach, Schwester. Gar nicht so übel.“, warf Airi ein die schon am Essen war.
    Vorsichtig nahm ihre Zwillingschwester die Gabel in die Hand und eine Scheibe Wurst in Sauce auf. Skeptisch zerkaute die Japanerin diese langsam, als sich plötzlich ihre Augen weiteten und sie leicht purpurrot wurde. „Scharf!“, keuchte sie mit verbrannter Zunge, während ihr kalter Schweiß von der Stirn lief. „Hm, ich hatte mich schon gewundert. Das hier ist doch nicht mittlere Schärfe.“, merkte Airi an und schaute enttäuscht auf ihre Pommesschale herab. Yuika warf ihrer Schwester einen Todesverachtenden Blick zu, während sie scheinbar nicht wusste was sie mit ihrer Zunge tun sollte. „Schnell gehen sie rein, fragen sie nach Milch oder ähnlichem.“, riet ihr Katharina und die Söldnerin flitzte nach drinnen. „Sie verträgt nicht diese Art von Schärfe.“, kommentierte Airi lapidar und tauschte die beiden Schalen aus.

    Schließlich machten sich die drei Frauen auf, auch wenn Yuika sich geweigert hatte aufzuessen. Sie hatten ein wenig abseits geparkt, um sich ein paar der erworbenen Immobilien anzuschauen. Anders als bei ihren letztem Besuch trugen die beiden Japanerinnen keine Kampfmontur, sondern Rennjacken von irgendeinem Skycar-Rennstall in Tokio. Kathy trug eine recht schlichte Lederjacke, Neuerwerb. Die alte Jacke hatte sie ja auf ihrer Flucht zurücklassen müssen.

    Momentan war es recht ruhig in den Tips, wenig los auf den Straßen. Immer noch konnte man Spuren der Kämpfe erkennen. Vermutlich würde es noch dauern bis alle Schäden beseitigt wurden. Vor allem da derzeit wohl auf den Meadows der größere Fokus lag. Die Ankündigungen zum Wiederaufbau hatten jedoch wenigstens einen positiven Aspekt. Die Immobilienpreise waren wieder deutlich angestiegen.

    Die drei Frauen erreichten schließlich die Gasse wo das Skycar der Zwillinge parkte. Fast schon ein wenig zu gut für diese Gegend, doch musste man auch ein wenig lebensmüde sein den Beiden das Skycar zu stehlen. Kathy ging hinter den beiden Japanerinnen, als plötzlich Airi langsamer wurde. Katharina bemerkte wie diese ihrer Zwillingschwester einen kurzen Seitenblick zuwarf. Yuika wurde ebenfalls ein wenig langsamer, beide schienen nebensächlich etwas in ihren Jacken zu suchen. Auch Katharina hatte jetzt die Schatten in der Nebengasse bemerkt, unweit des Skycar.
    Etwas nervös wurde der Schwarzhaarigen gewahr das sie immer noch keine neue Waffe hatte. Kein angenehmes Gefühl. Scheinbar nach ihrem Sensor für das Skycar suchend, trat Airi an das Gefährt heran. Plötzlich trat eine Gestalt aus der Nebengasse.
    Doch bevor der Batarianer sein. „Hände hoch!“, vollenden konnte, wirbelte die Japanerin herum. In der Bewegung zog sie ihre Schrotflinte aus der Jacke und zog diese dem Angreifer durch das Gesicht. Während sich die Katana zischend entfaltete, führte sie einen zweiten berstenden Schlag gegen die Augen des Angreifers aus. Die Söldnerin drehte die einsatzbereite Schrotflinte in der Hand und legte ihre freie Hand an den Lauf. Ein lauter Schuss verteilte das Schädelinnere des Batarianers an der Häuserwand.
    Yuika zog zeitgleich mit ihrer Schwester die Waffe und legte auf den anderen Angreifer an, einen Vorcha. Zwei schnelle Drei-Schuss-Salven trafen das zentrale Nervensystem des Alien. Ein dritter Angreifer trat aus dem Schatten, von der Silhouette als Turianer erkennbar. Dieser legte gerade auf Kathy an, als Airi die Leiche des Batarianers gegen ihn schubste. Die Salve des Schützen verzog, nur ein Schuss prasselte am Personenschild der kauernden Halbasiatin ab. Airi feuerte einen Schrotschuss gegen das Bein des Turianers, noch während dieser zu Boden ging hatte ihm Yuika schon die Waffe aus der Hand geschlagen. Langsam legte Airi den Lauf ihrer Schrotflinte an den behelmten Kopf an.

    „Warten sie!“, befahl Kathy und richtete sich wieder auf. Langsam schritt sie zu den anderen, blaues Blut floss aus dem zerfetzten Bein des Turianers. Im Vorbeigehen warf sie einen Blick auf den toten Batarianer, neben ihm lag eine M5-Phalanx auf dem Boden.
    „Moment.“, dachte Kathy und hob die Pistole auf. Tatsächlich, angepasstes Griffstück, modifizierter Lauf. „Dich kenne ich doch.“, murmelte sie erfreut, die Waffe in der Hand wiegend. Zufrieden lächelnd trat sie an den Turianer heran. Immer noch lag der Lauf der Schrotflinte an seinem Hals.
    „Nehmen sie ihm den Helm ab!“, wies Kathy Yuika an. Klackernd fiel der turianische Helm zu Boden. Katharinas Lächeln wurde sofort breiter. „Gator. Lange nicht mehr gesehen. Ich kann nicht sagen das ich sie vermisst habe.“, erklärte sie gespielt freundlich.
    „Orlowski! Haben sie jemanden gefunden der auf ihren wertlosen Arsch aufpasst?“, erwiderte dieser grimmig und spuckte verächtlich aus. Kathy trat dicht an ihn heran. „Also bitte. Die Tatsache das jemand auf ihn aufpasst, legt doch nahe das er nicht so wertlos ist.“, erwiderte sie höflich und zog dann dem Turianer den Pistolenkolben quer durch das Gesicht. „Argh. Miststück!“, spie dieser nachdem er sich wieder gefasst hatte. „Ich hätte viel treffendere Bezeichnungen für sie. Aber lassen wir das. Bevor sie verbluten, wie lange suchen sie mich schon?“, fragte Kathy schneidend.

    „Seit sie und die Asari verschwunden sind. Tekklar hat mir aufgetragen sie zu finden. Kell hielt das alles für Zeitverschwendung, aber sie bestand darauf. Ich wusste noch wie ihr Name war, so fand ich ihre Adresse heraus.“, erklärte Gator nach kurzem Zögern.
    „Aber in ihrer Wohnung sind sie ja nie aufgetaucht. Dann kam diese ganze Terrorgeschichte und wir mussten den Kopf unten halten.“, fuhr Gator fort. Die Schwarzhaarige lachte innerlich. Die ganze Arbeit in Marans Büro und das daraus resultierende Schlafen in Hotels hatte sich in mehrfacher Hinsicht gelohnt.
    „Und nach den Anschlägen?“ „Wir fanden heraus das sie öfter in den Tips unterwegs waren, dass schien uns am geeignetsten. Wenig C-Sec.“, keuchte der Turianer und zog das verletzte Bein an. „Also nur sie haben mich gesucht? Nicht Tekklar?“, hakte Kathy nach und setzte ihren Fuß nahe dem verletzten Bein ab. „Nein, sie sind ihre Zeit nicht wert. Wollte die Asari suchen. Kommt vielleicht nach ihnen falls sie damit fertig ist.“, erklärte Gator freimütig, die unterschwellige Drohung wohl verstehend. „Wie freundlich von ihr. Wo sucht sie gerade?“, fragte Katharina.
    Gator schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung, ich sollte ihr schreiben, wenn ich sie habe. Und sie mir, wenn sie fertig ist. Bisher hatten wir keinen Schriftverkehr.“, spottete der Turianer und atmete schwer. „Aber sie ist eine hartnäckige Schlampe, die nicht aufgibt. Egal was Kell meint.“, fügte Gator an und lächelte grimmig.
    Da haben sie wohl Recht, Gator.", stimmte sie zu und machte eine kurze Pause. "Nun. Aufgrund unserer gemeinsamen Beziehung, mit all ihren Tiefs. Und Tiefs. Sollte ich ihnen wohl mehr Zeit widmen. Aber ich habe viel zu tun, deswegen sehen sie es mir nach. Wenn sie in der turianischen Hölle sind, decken sie schonmal den Tisch für Tekklar.“, verabschiedete sich die Halbasiatin kühl und hob die Phalanx.

    „Was nun Orlowski-san?“, erkundigte sich Yuika, während die drei von Gators Leichnam zum Skycar gingen. In ihrer Hand war Gators Omnitool.
    „Ja, wer ist diese Asari? Eine Freundin von ihnen?“, fragte Airi neugierig. Dies kam so unerwartet, dass Kathy kurz sehr heftig lachen musste. Irritiert schaute die Japanerin sie an. „Verzeihen sie.“, entschuldigte sich die Deutsche, sich wieder beruhigend. „Nein, das wäre wohl die falsche Bezeichnung. Es ist..kompliziert.“, erklärte die Schwarzhaarige nachdenklich. „Eine Geschäftspartnerin, wenn man so will. Charis Vale. Ich habe auch noch Schulden bei ihr.“, fügte sie an. „Ah und jetzt wollen sie warten bis sich durch diese Tekklar ihre Schulden auflösen?“, fragte Airi unschuldig.
    Katharina sah sie stumm an, kurz schienen die Gedanken in ihr zu kreisen. Dann schüttelte sie den Kopf. „Nein, natürlich nicht. Ich bezahle immer meine Schulden. Und ich habe auch keine Ambitionen sie tot zu sehen.“, entgegnete Kathy und klopfte nachdenklich auf das Autodach. „Im Gegensatz zu Tekklar, die sollte besser nicht länger auf dieser Station herumlaufen.“, fügte sie bestimmt an.
    „Also?“, griff Yuika ihre Frage wieder auf. „Sie gehen in ihre Netzwerke und schauen ob wir kurzfristig etwas Unterstützung finden. Professionelle Unterstützung!“, wies Kathy die Japanerin an. „Sie fahren zu meiner Wohnung und schauen sich diese mal an. Und entfernen eventuelle ungeladene Gäste.“, sprach sie an Airi gewandt. Die beiden Japanerinnen nickten zustimmend. Katharina klatschte zufrieden in die Hände. Langsam ließ sie sich hinten auf die Sitzbank gleiten. „Und ich werde wohl mal jemanden kontaktieren müssen.“, murmelte sie nachdenklich während sich die Tür schloss.


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  17. #317 Reply With Quote
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    "Aber gerne doch."
    , erwiderte Thadera auf die Anforderung hin und ließ sich in den Stuhl fallen. Aufmerksam hörte sie dem Turianer zu und lächelte wissend als dieser seinen Zustand erläuterte. Für jemanden mit einem gewissen Verantwortungsgefühl und als solchen schätzte sie Vox ein, war die momentane Situation derzeit wohl mehr als kräftezehrend. Auf die Gegenfrage des Politikers hin lächelte sie recht gelassen.
    "Besser als die letzten Tage. Habe die Trauerfeier abgehalten, das hat ein wenig die Unruhe genommen. Es geht aufwärts.", antwortete die Sportlerin zuversichtlich und seufzte ein wenig erleichtert.
    "Was mich hierhin führt? Nun, wie sie an meinem Blazer erkennen können bin ich in einer Art offizieller Funktion hier.", erklärte sie leicht scherzend und strich kurz über den Stoffärmel. Tatsächlich trug sie heute zur Abwechslung eine Bluse und einen dunkelblauen Blazer, nach Rücksprache mit anderen war ihr gesagt worden nicht im Trainingsanzug aufzubrechen. Als ob sie je abseits vom Training in einem solchen das Haus verlassen würde?
    "Sie fragen sich jetzt natürlich, was will die Bürgerin Cas´tivera, gar keine Citadel Bürgerin wohlbemerkt, von mir? Zwei Dinge.", fuhr Thadera motiviert fort.
    "Ich habe mich entschieden nach dieser ganzen Scheiße nicht direkt wieder nach Illium zu verduften, sondern ein wenig hilfreich zu sein. Wissen sie meine verstorbene Freundin war immer sehr in die Jugendförderung sowie Förderung von sozialen Projekten involviert und auch ich habe diesem und anderen Aspekten schon früh meine Aufmerksamkeit gewidmet. Früchte davon sind zwei Stiftungen, in welche damals ein großer Teil meines Vermögens geflossen ist. Deswegen war meine Idee, dass die Zari Thomaya Stiftung, gestern umbenannt, Mittel in den Aufbau des Tayseri Arms steckt. Und damit das möglichst sinnvoll wird, wollte ich sie nach einer Liste von Projekten und Aufbaumaßnahmen fragen die meine Stiftung fördern kann. Im Einklang mit den staatlichen Maßnahmen, damit es den Bewohnern bald wieder besser geht.", erklärte Thadera angeregt.
    "Die zweite Sache, auf der Trauerfeier habe ich viel mit alten Mitspielerinnen und Sportfunktionären geredet. Auf meine Idee hin, haben wir beschloßen ein Benefiz-Biotiball für den Wiederaufbau zu veranstalten. Ich habe dafür die Zusage von meiner Heimatmannschaft aus Illium und den Thessia Godesses. Das örtliche Biotiball-Team der Citadel würde uns ihr Stadion zur Verfügung stellen. Ob Profiteams, oder All-Star kann ich ihnen noch nicht sagen, falls sie die sportlichen Details überhaupt interessieren.",erläuterte Thadera dem Politiker hochmotiviert.
    "Und da wäre mein anderer Punkt. Würden sie für dieses Ereignis die politische Schirmherrschaft übernehmen wollen?", bat Thadera den Turianer höflich und lächelte ihn erwartungsvoll an.


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  18. #318 Reply With Quote
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    "So schnell die Maschine es zu ließ", grinste Peyton dem Älteren entgegen und reichte ihm seine Tasse, mit stillem Amüsement den Tipp vernehmend den er seinem gegenüber gab. "Da spricht ein wahrer Kenner.", fügte sie dem, mit einem Zwinkern, hinzu. Sie selbst konnte Kaffee nichts abgewinnen. Lediglich den Geruch empfand sie als angenehm, wenn sie dann aber einen Schluck nahm und dabei das Gesicht verzog, wusste sie, dass man es bei manchen Dingen lieber beim Geruch belassen sollte.
    Ein heiteres Lachen drang aus ihrer Kehle als sie die Worte ihres Kunden vernahm, der davon sprach, dass er auf seine Linie achten müsse. "Ist der Schlankheitswahn nun auch in der Herrenwelt angekommen?!", seufzte sie theatralisch, ehe sich wieder ein Lächeln auf ihre Lippen schlich. "Falls Sie es sich anders überlegen... Ich hab Sie im Blick.", damit wandte sie sich wieder von den beiden Herren ab und ging zu einen der benachbarten Tische um das dort stehende Geschirr abzuräumen.

    Bryna stand mit gestrafften Schultern in der Küche, eine Pfanne in den Klauen welche mit energischen Bewegungen gereinigt wurde. Peyton betrachtete einen Moment die Szenerie, ehe sie das dreckige Geschirr verräumte und den Schnellspülgang wählte. Geräuschvoll trat die Maschine ihren Dienst an. Der Blick der Brünetten strich wieder über den Rücken ihrer Freundin. "Alles okay?", Bryna antwortete mit einem unverständlichen Brummen und Knurren. "Dann schmoll' halt weiter...", raunte die 22jährige und schnappte sich einen kleinen Eimer Wasser und einen Lappen um die freigewordenen Tische abzuwischen.

    Rasch ging Peyton die Tische ab, als sie Gesprächsfetzen von den beiden Herren mitbekam, denen sie eben noch den brasilianischen Kaffee gebracht hatte. Einer davon war offensichtlich Journalist und es drehte sich um den Kryptogramm-Killer. Peyton hatte das natürlich mitbekommen - wie hätte sie auch nicht. Es war seltsam und beängstigend davon zu hören. Es war auch irgendwie surreal, denn von solchen Fällen las man - oder zumindest sie - sonst nur in Büchern oder sah man in einer inszenierten Kriminalserie - nichts was einen tatsächlich bis vor die eigene Haustüre verfolgen könnte. Der abendliche Gang zur Wohnung war immer etwas schneller gewesen als zuvor, die Sicherheitskonsole des Appartements wurde doppelt kontrolliert. Vielleicht war sie auch einfach ein wenig paranoid gewesen, doch letztlich wusste man nicht nach wem oder was dieser Mörder jagte. Es hatte kein wirkliches Muster gegeben. Ihr Bruder hatte sich so gut wie jeden Abend gemeldet.
    Dann die Verhaftung von Beyo Vhan, einem Turianer von dem Peyton noch nie etwas gehört hatte. Es war beruhigend gewesen, den vermeintlichen Mörder gefasst zu sehen. Sie hatte sich wieder sicherer gefühlt.
    Nachdenklich strich sie sich eine dunkle Strähne hinters Ohr, ging zum nächsten Tisch und wischte diesen ebenfalls nass ab. Peyton erinnerte sich noch gut an den Moment als die Meldung kam, dass ein Wohnprojekt des Politikers Syren Vox gesprengt worden war. Sofort hatte sie versucht Bryna zu erreichen, die im Tayersi-Arm der Citadel lebte. Ihrer Freundin war zum Glück nichts passiert. Die junge Brünette hatte darauf bestanden, dass Bryna für eine gewisse Zeit bei ihr einzog; interessanterweise hatte sie die Turianerin nicht überreden müssen. Ziemlich schnell hatte sich die Ältere ziemlich wohl in ihrer Wohnung gefühlt und eine angenehme Routine war dabei über sie beide gekommen.

    Peyton schüttelte in einer nachdenklichen Geste leicht ihren Kopf und schob die Gedanken gewaltsam beiseite. Besorgt flackerte ihr Blick in Richtung der beiden Männern die sich jeweils vorgelehnt hatten. Ob sie vermuteten, dass sie gelauscht hatte? Der Gedanke war ihr unangenehm und es war eigentlich auch gar nicht ihre Absicht gewesen, sich auf das Gespräch der beiden zu konzentrieren. Die junge Frau beeilte sich mit dem letzten Tisch und schaute sich dabei im Café um. Doch es waren keine neuen Kunden eingetroffen und die verbliebenen wirkten vertieft in ihre Gespräche, Getränke und Gerichte.
    Peyton verharrte einen Moment, dann griff sie nach dem Eimer und begab sich wieder hinter die Theke, zu Bryna, die gelangweilt gegen eben jene lehnte. "Hat dich jemand da draußen krumm angemacht?", überrascht schaute Peyton auf, kippte das Wasser in einen Abfluss. "Ne, wieso?", hinterfragte die junge Frau und ließ noch einmal klares Wasser in den Eimer laufen. "Du guckst so.", die blecherne Stimme der Turianerin drang forsch an ihre Ohren. "Oh. Ne. Habe gerade ein Gespräch von zwei Kunden mitbekommen die sich über den Kryptogramm-Killer unterhielten." - "Ah, okay. Du hast also gelauscht?", der neckende Tonfall der Älteren war kaum zu überhören. "Jaein.", seufzte die junge Brünette und trocknete sich die Hände, den Blick wieder über die einzelnen Tische gleiten lassend. Sie hatte bereits jetzt ein schlechtes Gewissen. "Zum Glück wurde die Sache aufgeklärt. Zwar ist Vhan nicht der Mörder gewesen aber er war wohl ein korruptes Arschloch, hab nur halb zugehört als sein Geständnis übertragen wurde.", raunte Bryna, deren Mandibeln sich einen Moment hoben und senkten. "Hm.. ja. Ich glaub ich könnte nicht mehr ruhig schlafen wenn ich solchen Dingen verwickelt wäre.", gab Peyton zu bedenken, Bryna lachte hart auf. "Du könntest nicht Mal mehr schlafen wenn du aus Versehen einem Pyjak auf den Schwanz treten würdest.", Peyton betrachtete ihre Freundin einen Moment schweigend, ehe sie eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahrnahm. Neue Kundschaft. "Das nennt man Gewissen, Bryna.", raunte sie der Turianerin neckisch zu, dann löste sich die junge Brünette von der Theke und ging den Leuten mit einem fröhlichen Lächeln entgegen.


    Im Café herrschte das ständige Hintergrundrauschen an Gesprächen, die einem Ort wie diesem inne lagen. Ethan und Duncan flüsterten nicht. Flüstern war verräterisch und obwohl die Dateien auf Duncans Pad sensible Informationen enthielten taten die Männer so, als würden sie sich über das letzte Biotikball-Match unterhalten. „Nathaniel Hudson: ehemals bei den Marines, hat in der Friedensflotte Poralwache geschoben“, entnahm der Major seinem Informationsnet. „Patrouillendienst, Feuergefechte mit Piraten, Hilfestellung für lokale, planetare Milizen in den Bezirken nahe der Terminus-Systeme. Ganz gewöhnliche Soldatenarbeit.“ Duncan scrollte Hudsons Akte durch. „Keine Besonderheiten, guter Soldat, ehrenhaft entlassen.“ Er zuckte die Achseln. „Passt, dass er bei der Polizei ist. Der einzige Vermerk: Hat sich wohl mal mit einem anderen Soldaten angelegt und sich ordentlich geprügelt, hat aber keinen Tadel bekommen. Hat wohl einen guten Grund gehabt.“ Er lächelte. „Solche Leute habe ich gerne in meiner Truppe gehabt. Gewissenhaft, moralisch korrekt, gutes Durchhaltevermögen.“ Er sah von dem Tablet auf. „Ich schicke dir die Daten – nur für deine Recherche!“ „Klar“, sagte Ethan. „Und Ilias?

    Duncan prüfte sein Pad. Der Soldat hob eine Augenbraue. „Da werden Sicherheitscodes abgefragt.“ Er tippte seine ID ein, dann lachte er. „Oh. Spezialeinheit, harte Kerle“, sagte er anerkennend. „Ich hab‘ mich mal bei denen beworben, als ich in der Blüte meiner militärischen Jahre war. Hab‘ es nicht geschafft.“ Auch hier scrollten die Finger während Ethan sich Kaffee nachschenkte und den Tisch erneut in kräftiges Aroma hüllte. „Der Großteil ist noch immer mit dem Siegel [Kenntnis nur nach Bedarf] versehen. Hier ist etwas!“ Duncan stieß einen Pfiff aus. „Ilias ist Trägerin des Sternenordens von Terra. Hast du eine Ahnung, was das ist?“ „Etwas Gutes?“ „So kann man es auch sagen. Die gehört zu dem Team, dass die Mörderin gejagt hat?“ Ethan nickte. „Soweit ich weiß, ja.“ „Ilias ist ein rücksichtsloser Profikiller. Weiß nicht, ob du die interviewen willst. Typen wie die sagen selten irgendetwas.“ Der Journalist zuckte die Achseln. Er würde es trotzdem versuchen, schoss sich gedanklich aber auf Hudson ein. „Vielleicht sollten wir jetzt doch noch etwas essen“, sagte er und hob die Hand gen Kellnerin.
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  19. #319 Reply With Quote
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    Da war dieser winzige Moment, in dem der weißhaarige Terranovaner tatsächlich vergessen hatte, dass sich an ihrer zwischenmenschlichen Beziehung nie etwas geändert hatte. Dass es Teil eines Wunschdenkens war, aufgebaut mit Artikeln wie jenem, den er sich gerade durchgelesen hatte und die er, in Form minderwertigerer Berichterstattung, Tagelang nun so gelesen hatte. Ihm das Gefühl vermittelte, dass da eventuell jemand war der wartete, der ihm ein Lächeln auf die Lippen spielte, wenn er den Blick auf diesen niedlichen - wenn auch etwas rassistischen - Plüschelcor warf. Dann war da aber wieder dieses "Sie" und damit einhergehend eine kleine Mauer, die sich unsichtbar wieder zwischen beide Parteien gespielt hatte, Craig aber zu akzeptieren hatte. Er lächelte dieses Zwischenspiel einfach weg, verdrängte überzogene Gedanken und besah die Blondine an seinem Bett erstmal in aller, unangenehm-intimer Einzelheit.
    'Sie hat gekämpft', stellte er selbst fest und tastete sie mit den Blicken ab wie der wenig brauchbare Profiler, der er eben war. 'Natürlich hat sie das', tadelte er sich direkt in seinen eigenen Gedanken, 'sie ist diese Art von Frau. Hat Sie den Killer gestellt? Da ist Blut auf der Rüstung. Nicht gerade wenig. Ihr eigenes? Manches ist blau - Turianerblut.. . Ob Sie verletzt ist? Sie wird sich wohl kaum haben untersuchen lassen. Direkt-...hier her gekommen? Unwahrscheinlich. Sie nennt mich Gillespie. Sie bleibt professionell. Wieso genau kann ich das nicht?'
    Er blinzelte nach einer gefühlt minutenlangen Stille. Beide Augenfarben krochen wieder an der Blondine nach oben, fixierten ihr Gesicht, bevor er Luft holte um zu sprechen. "Ja, mir geht's gut. Meine Ärztin will mich entlassen, ich nehme an es ist nur so ne formelle, bürokratische Sache bis sie mich wieder laufen lassen. Ha. Laufen. Geht schon etwas besser, wirklich wegrennen werde ich die nächste Woche aber erstmal nicht können aber-...Han-...Miss...Ilias.", er räusperte sich, "Das Blut? Bitte sag-...en Sie mir, dass das nicht Ihres ist. Oder Sie wenigstens auf die nächste Sprechstunde warten.", wollte er wissen, sah an Hanna vorbei und versuchte, wenigstens eine Schwester zu erspähen, die einen Blick auf Hanna werfen konnte.


    Er hatte das Blut doch entdeckt. Hanna drehte den Arm so, dass ihr gepanzerter Unterarm nach Oben zeigte und betrachtete die Stelle, auf die Craig deutete. „Keine Sorge“, knurrte sie grimmig. „Das ist nicht von mir.“ Dann sah sie auf und schenkte dem Profiler ein Lächeln. „Und: ja.“ Das Wort schwebte kurz zwischen ihnen. „Die Killerin ist gestellt, erledigt, von den Spectre verhaftet. Sie wird Ihnen nie wieder etwas tun, Gillespie. Das verspreche ich Ihnen.“ Hanna fand, dass sie furchtbar sentimental klang, wie eine fürsorgliche Mutter die ihrem wimmernden Kind versprach, das Monster aus dem Schrank sei nach einem gründlichen Blick und schimpfenden Worten vollends verbannt. Und wie ein Kind, das seine Decke als Schutzmauer zwischen der Realität und dem Traum nutzte, so umfassten nun Craigs Finger den weißen Stoff der Krankenhausdecke.

    Hanna drehte sich leicht und ließ sich dann auf das Bett neben den Weißhaarigen sinken. Die Matratze protestierte mit einem Stöhnen gegen die Kriegerin, deren komplette Panzerung Hanna vermutlich ähnlich viel wiegen ließ, wie einen weiteren, weniger ausgezehrten Craig. Die Polizistin griff nach Oben, löste den Knoten im Haar und ließ das Blond frei. Das strohblonde Haar mit den schwarzen Spitzen ergoss sich über ihre Schultern. Ihr Kopf fühlte sich plötzlich merkwürdig entzerrt an und ihr wurde klar, dass sie in diesem Moment in dem sie auf Gillespies Bett saß und Braelyn Gavros entweder für immer weggesperrt oder auf dem Weg ins Gefängnis doch noch der tödlichen Laune T’Saaris zum Opfer fiel, aus ihrem Leben gegangen war. Keine Hatz mehr, kein weiteres Rückzugsgefecht gegen einen Geist, beschworen aus dem Leben Beyo Vhans. Keine Gespräche mit dem roten Turianer, dem Mann in Schwarz, dem Politiker. Nur noch Ruhe. Der Gedanke begann sie beinahe sofort zu langweilen, gleichermaßen fühlte sie sich zum ersten Mal wieder entspannt. „Ich habe diesen Erfolg gebraucht“, erklärte Hanna mehr sich selbst als Gillespie. Es stimmte. Sie hatte in den vergangenen Wochen und Monaten fast nur Rückschläge erlitten, von fehlender Beförderung bis hin zur Krebsdiagnose. Sie schaute wieder zu Gillespie. „Ich bin sehr froh, dass es Ihnen gut geht. Ich hätte es mir schwerlich verzeihen können, wenn Sie bleibende Schäden von diesen Erlebnissen hätten… wegen mir.“ Sie schüttelte verneinend den Kopf, als wolle sie dieser Vorstellung verbieten, Fuß zu fassen. „Wann können Sie denn gehen? Ich bringe Sie nach Hause – wie versprochen.“ Sicherlich würden die Anwesenheit einer Polizistin und ihrer Phalanx-Pistolen den jungen Mann beruhigen, wenn er das erste Mal wieder in die eigenen vier Wände gehen musste…
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  20. #320 Reply With Quote
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    Die junge Dame trat fast unhörbar näher, sodass Vincent ihrer erst gewahr wurde, als sie direkt neben ihm stand. ,,Möchten Sie noch etwas trinken, Mister Pennyworth?“
    Er drehte den Kopf und schaute aus dem Ledersessel zu ihr auf. ,,Nein, vielen Dank. Vielleicht später noch eine andere Erfrischung.“
    Ihre Wangen bewegten sich ansprechend, als sie ein freundliches, professionelles Lächeln aufsetzte. ,,Selbstverständlich. Ich bin jederzeit für Sie da.“ Sie nickte zuvorkommend und wandte sich ab, der lange blonde Pferdeschwanz lief perfekt mittig über ihren Nacken bis zur Taille hinab.

    Vincent wandte sich wieder seinem OmniTool zu und studierte die Ereignisse der letzten Tage. Er hatte nachdem er das letzte Motel hinter sich gelassen hatte noch keine neue Bleibe angemietet und verbrachte seine Zeit als eine Art High Society Obdachloser in den Gentlemen Clubs und Teehäusern der Citadel. Auch wenn eigentlich keine Übernachtungen angeboten wurden, besaßen einige davon dennoch Betten, teilweise sogar sehr luxuriöse. Diese waren zwar nicht primär zum Schlafen gedacht, doch bisher waren noch nie Fragen gestellt worden, wenn Vincent eine Suite für die gesamte Nacht gebucht und im Voraus bezahlt hatte.
    In der Lounge des Caesar’s waren zu dieser Tageszeit nicht mehr viele Gäste, sodass der Mann in Schwarz sich in Ruhe seiner Arbeit widmen konnte. Einige stand- und trinkfeste Salonlöwen hielten sich, umgeben von leicht bekleideter und mit Geld leicht zu habender Begleitung zwar eisern an der Bar, doch übertönte ihr Geprahle und Geschäker nicht die Musik von der Bühne. Der Flügel stand verlassen da, doch kam geschmackvoller Nu Jazz aus unsichtbaren Boxen dahinter.

    Der Mann in Schwarz ließ geistesabwesend die Eiswürfel in seinem Glas klimpern und überflog die Zusammenfassungen der Präsidiumsdaten. Germain und Vas hatten bei weitem nicht alles abgreifen können, ohne zu riskieren gefasst zu werden doch auch so hatte sich eine V.I. durch Terrabyte von Daten wühlen müssen. Mehrere Algorithmen verglichen die Daten in Echtzeit mit allem, was von Vincents anderen Quellen zu Tage gefördert wurde. Offizielle Geschäftsberichte, geschmierte Mitarbeiter, gehackte Mailkonten und nicht zuletzt Geodaten formten so ein immer schärferes Bild vom Geschäftsimperium Vhan. Vincent beschäftigte sich im Moment hauptsächlich mit den öffentlich einsehbaren Informationen, um ein Bild davon zu bekommen, wie sich der Konzern selbst präsentierte. Er wollte wissen, was sein Gegner freiwillig über sich preisgab, bevor er sich dem widmete, was nicht ans Licht kommen sollte. Und das war, da bestand für ihn kein Zweifel, eine Menge.
    Seine Nachforschungen zu Vhan Senior hatten während der Jagd nach Gavros begonnen, weil sich Vincent lange Zeit sicher war, dass Beyos Vater irgendwie mit der Mordserie und den Ermittlungen in Verbindung stand. Er hatte Decius beschatten lassen und mehr als nur ein paar Ungereimtheiten in seinem Verhalten entdeckt. Da nun aber Gavros hinter Gittern saß und offenbar keinerlei Verbindung zu dem alten Vhan unterhalten hatte, stellte sich dem Mann in Schwarz die Frage, was stattdessen hinter dem Verhalten den Patriarchen steckte. Selbst wenn er nicht der Urheber von Mord und Terror war so hatte er dennoch auf jeden Fall etwas zu verbergen. Und da Vhan mit seiner „Hierarchy First“ Linie schon mehr als einmal den Interessen der Menschheit im Allgemeinen und denen Vincents im Speziellen ein Dorn im Auge gewesen war konnte es gewiss nicht schaden zu wissen, was der alte Turianer ausheckte. Information hatte immer einen Wert, sei es als Hebel oder Ware und niemand schätzte diesen Wert mehr als Vincent van Zan.
    So durchforstete er Seite um Seite Geschäftsberichte, Pressemitteilungen und die wenige Interviews, die Decius Vhan in den letzten Jahren gegeben hatte. Vor seinen Augen nahmen die Architektur des Konzerns und die Persönlichkeit von Vhan Senior immer schärfere Konturen an. Wie ein geduldig arbeitender Präparator drang er Schicht um Schicht weiter in die Tiefe vor und machte sich Notizen über seine Entdeckungen. Selbst wenn es in der Lounge Uhren gegeben hätte, wäre ihm in seinem Flow vermutlich nicht aufgefallen, wie die Zeit verging. Sein Ziel war klar und sein Fokus scharf wie eh und je.

    Zahllose Suchanfragen und dutzende Textdateien später übermannte ein Gähnen den Mann in Schwarz. Er schaute vom Display auf und stellte fest, dass er der letzte Gast in der Lounge war. Dem neu hinzugekommenen Luftzug nach zu schließen hatte man die Lüftung eingeschaltet, um den weitläufigen Raum für den neuen Tag vorzubereiten. Der Geruch von Teak und Pfefferminze, der dem Caesar’s so eigen war würde jedoch nur kurz aufgewirbelt werden, bevor er sich wieder wie eine wärmende Decke über Gespräche, Geschäfte und anderen Aktivitäten der Herrengesellschaft legte. Vincent atmete einmal tief durch, schaltete sein OmniTool ab und erhob sich. Er schüttelte sein linkes Bein aus, das sich nach dem langen Sitzen etwas taub anfühlte. Die Eiswürfel in seinem Glas waren lange geschmolzen und er trank das raumwarme Schmelzwasser mit einem schnellen Schluck. Die fokussierte Arbeit hatte ihn Durst, Hunger und die restlichen Bedürfnisse seines Körpers vergessen lassen, doch nun wo er sie unterbrochen hatte, meldete sich die organische Hülle, in der sein Verstand unterwegs war, umso lauter zu Wort.

    Das Glas tänzelte verspielt zwischen seinen Fingern, als er zu Bar ging, die bis auf die junge blonde Dame dahinter verwaist war. Sie polierte mit geübter Hand Weingläser und schien ganz in ihre Arbeit vertieft zu sein, doch wusste Vincent, dass sie ihn genau im Blick hatte. Die Aufmerksamkeit und das Entgegenkommen gehörten zum Caesar’s wie das nostalgische, aber nutzlose Polieren von Weingläsern: Moderne Spülmaschinen reinigten streifenfrei und deutlich schneller, aber die Kundschaft schätzte diese Mischung aus Nostalgie und Sinnlosigkeit, waren diese doch für viele der Männer hier zu Kernelementen ihrer Existenz geworden, die sich nur noch durch lächerlichen Reichtum ertragen ließ.
    Die Dame legte das Tuch und ein Weißweinglas beiseite, als der Mann in Schwarz sich an den Tresen stellte. ,,Tut mit Leid, Mister Pennyworth, aber die Bar ist geschlossen.“, erklärte sie ihm höflich, bevor er etwas sagen konnte. Ihr Lächeln war sanft und wohlwollend.
    ,,Könnte ich dann etwas zu trinken auf meine Suite bekommen?“, fragte Vincent ebenso sanft.
    ,,Ihre Suite?“, entgegnete die Dame. Sie schaute nicht nach, ob er eine Suite für die Nacht gebucht hatte. Sie wusste, dass er keine hatte.
    Der Mann in Schwarz legte seine Clubkarte auf den Tresen und seufzte leise, als wolle er Mitleid heischen. ,,Könnte ich noch eine der Suiten für heute Nacht bekommen? Ich bin mir sicher, dass Sie noch etwas frei haben.“
    Die Dame lächelte ihr ansprechendes Lächeln und scannte nebenbei die Clubkarte. ,,Mister Pennyworth, wir haben seit vier Stunden geschlossen und die Damen des Hauses sind alle in ihrem wohlverdienten Feierabend.“
    Vincent winkte ab und schüttelte den Kopf. ,,Mein Bett kann ich allein machen, geben Sie mir eine Suite und ein Glas Wasser und Sie sind mich los.“
    Die Dame nahm der Creditchip, der irgendwie auf dem Tresen aufgetaucht war und legte einen altmodischen Messingschlüssel an dessen Stelle. ,,Die Suite „Friedrich der Große“ steht für Sie bereit, am Ende des Ganges links.“
    ,,Vielen Dank.“
    ,,Das Glas Wasser bringe ich Ihnen gleich auf die Suite.“
    Vincent erwiderte das Lächeln der Dame und machte sich auf den Weg zu seiner Suite.
    Quote Originally Posted by BlackShial View Post
    Khardim ist unser Äquivalent für Brüste oder eben Hintern.
    Schön anzusehen und man denkt gern daran
    Khardim is offline

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