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  1. View Forum Posts #301 Reply With Quote
    Deus Laidoridas's Avatar
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    Laidoridas is offline
    Ich finde die Musik nach wie vor super, allerdings wirkt sie mit fortgeschrittener Spieldauer dann schon ein bisschen penetrant, weil sie so sehr auf Melodien setzt, die man dann immer wieder zu hören bekommt. Da müssten einfach mehr Tracks drin sein, die sich nicht so in den Vordergrund drängen, so wie es ja in den ersten beiden Gothic-Spielen auch war.

    Das Spiel an sich macht übrigens inzwischen richtig Spaß, muss ich gestehen. Das ist besser als ich es in Erinnerung hatte, auch die Dialoge sind noch viel besser als jetzt z. B. zuletzt in Elex. Es fehlt halt einfach die Story, und das Nahkampfsystem ist auch nach wie vor hakelig und fummelig. Aber Spaß machts trotzdem, insofern kann ich meine begeisterten Ersteindrücke von damals jetzt ein bisschen besser verstehen.

  2. View Forum Posts #302 Reply With Quote
    Undead  DerGroßeDummeMann's Avatar
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    DerGroßeDummeMann is offline
    Ja, ich fand den Varant-Soundtrack auch deutlich atmosphärischer. In Myrtana gab es ja gefühlt immer nur dieses eine Stück, das einem nach der xten Wiederholung tierisch auf die Nerven geht und das halt total überdramatisch war. Sowieso bin ich eher ein Fan von weniger aufdringlichen Soundtracks, der Fallout-Soundtrack ist ja auch richtig gut.

  3. View Forum Posts #303 Reply With Quote
    Deus Laidoridas's Avatar
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    Laidoridas is offline
    Zumindest in Braga läuft ja aber auch nur ein ca. einminütiges Stück in Dauerschleife. Das ist dafür aber auch sehr gut.

  4. View Forum Posts #304 Reply With Quote

  5. View Forum Posts #305 Reply With Quote
    Undead  DerGroßeDummeMann's Avatar
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    DerGroßeDummeMann is offline
    Hab gerade, als ich in der Buchhandlung saß, zwei Personen überhört, die sich darüber unterhielten, wie schlimm doch Romane sind, die im Präsens und in der Ich-Perspektive geschrieben sind, und dass sie noch einen Roman durchgelesen haben, der eines der beiden Stilmittel verwendet. Da der Roman, den ich dann schreiben will, wenn ich mit den diesjährigen Wettbewerbsgeschichten fertig bin, gerade in der ersten Person und Ich-Perspektive geplant ist, war ich natürlich entsprechend unerfreut.
    Zunächst einmal ist es ja wohl eine der urtümlichsten Formen des Geschichtenerzählens, wenn jemand erzählt, was ihm im Leben so wiederfahren ist. In diesem Fall verwendet der Erzähler selbstverständlich die Ich-Perspektive. Und das ist ja auch eine der großen Stärken der Ich-Perspektive: es wirkt als ob der Erzähler direkt zum Leser spricht und ihm seine ganz persönliche Geschichte erzählt. Während der auktoriale Erzähler nur zeigt, was passiert (während der Leser sich als Beobachter fühlt), bezieht der Ich-Erzähler den Leser viel stärker in die Handlung mit ein. Weiterhin wirkt der Ich-Erzähler einfach menschlicher dadurch, dass er nicht aus der Perspektive eines allwissenden Beobachters sondern mittendrin ist und am Geschehen selber teilnimmt und seine subjektive Sicht der Dinge von sich gibt, und genau diese subjektive Sicht, diese Frosch-Perspektive im Gegensatz zur auktorialen Vogelperspekte kann den Roman reizvoll machen und für Spannung sorgen.

    Die Aversion gegen das Präsens kann ich eher verstehen, da der klassiche Geschichtenerzähler zumindenst vorgibt, von Begebenheiten zu berichten, die sich wirklich so ereignet haben. Da ist natürlich das Präteritum die natürlichere Wahl (obwohl ja durchaus auch manchmal das Präsens zum Berichten vergangener Ereignisse verwendet wird). Dennoch finde ich das Präteritum manchmal zu behäbig. Da finde ich die Unmittelbarkeit des Präsens interessanter, vor allem in Kombination mit der Unmittelbarkeit des Ich-Erzählers. Darüber hinaus klingen manche Sätze und Gedanken im Präsens einfach besser. Zu guter Letzt ist das Präsens nicht so gestelzt, und näher dran an der gesprochenen Sprache, was je nach dem welche Art von Geschichte man schreiben will, auch ein großes Plus sein kann.

  6. View Forum Posts #306 Reply With Quote
    Frühstücksdirektor John Irenicus's Avatar
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    John Irenicus is online now
    "Ich habe zwar noch nie einen Roman gelesen, der aus der Ich-Perspektive erzählt, aber solche Romane sind echt furchtbar." Naja, fairerweise haben sie ja offenbar von durchgelesen gesprochen, aber ein bisschen komisch wirkt's ja trotzdem.

    Ich habe manchmal sogar dass Gefühl, dass ich eine gut geschriebene Ich-Perspektive dann sogar viel einnehmender finde. Andererseits kann ich mir manchmal kaum merken, welche Bücher aus der Ich-Perspektive ich so gelesen habe, sodass das so einen großen Unterschied ja offenbar doch nicht macht. Spontan erinnern kann ich mich aber an "Die verlorene Oase" von Hammond Innes, was jetzt sicher nichts ist, was man zwingend gelesen haben muss, aber da fand ich das mit der Ich-Perspektive schon ziemlich, ziemlich gut, das passte einfach.

    Und gegen Präsens kann man pauschal doch auch nichts haben. Man muss sich eben nur darauf einlassen. Im Übrigen funktioniert beides, also Ich-Perspektive und Präsens, auch wunderbar in Kombination, und das hätten die beiden auch gewusst, wenn sie nur "Die Berechenbarkeit" von Laido gelesen hätten! (Und auch da musste ich mich noch einmal vergewissern, ob das in der Story so ist - so sehr stören kann es also nicht.)

    Müssen also schon zwei seltsame Typen gewesen sein!

    Ich habe übrigens nur gepostet um outzupointen, dass du also auch so einer bist, der "überhört" im so ziemlich gegenteiligen Wortsinn verwendet, wohl wegen des englischen "overhear".

  7. View Forum Posts #307 Reply With Quote
    Undead  DerGroßeDummeMann's Avatar
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    DerGroßeDummeMann is offline
    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    "Ich habe zwar noch nie einen Roman gelesen, der aus der Ich-Perspektive erzählt, aber solche Romane sind echt furchtbar." Naja, fairerweise haben sie ja offenbar von durchgelesen gesprochen, aber ein bisschen komisch wirkt's ja trotzdem.
    Nee, passt doch. Weil solche Romane furchtbar sind, hatten sie noch nie einen durchgelesen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ich habe manchmal sogar dass Gefühl, dass ich eine gut geschriebene Ich-Perspektive dann sogar viel einnehmender finde. Andererseits kann ich mir manchmal kaum merken, welche Bücher aus der Ich-Perspektive ich so gelesen habe, sodass das so einen großen Unterschied ja offenbar doch nicht macht. Spontan erinnern kann ich mich aber an "Die verlorene Oase" von Hammond Innes, was jetzt sicher nichts ist, was man zwingend gelesen haben muss, aber da fand ich das mit der Ich-Perspektive schon ziemlich, ziemlich gut, das passte einfach.
    Ja, teilweise ist sowas eher subtil, aber es erzeugt halt doch Stimmung.
    Bei dieser Ewek-Geschichte, wo eine griechische Göttin in die Gothic-Welt kommt, um dort zusammen mit Alzhara ein Dimensionsportal in den Hades zu öffnen (erinnere ich mich da richtig?), war die Ich-Perspektive doch auch super. Auch wenn die sich, wie ich gerade bemerkt habe, ab einem gewissen Punkt der Story auflöst.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Und gegen Präsens kann man pauschal doch auch nichts haben. Man muss sich eben nur darauf einlassen. Im Übrigen funktioniert beides, also Ich-Perspektive und Präsens, auch wunderbar in Kombination, und das hätten die beiden auch gewusst, wenn sie nur "Die Berechenbarkeit" von Laido gelesen hätten! (Und auch da musste ich mich noch einmal vergewissern, ob das in der Story so ist - so sehr stören kann es also nicht.)
    Ja eben. Die Geschichte würde sich doch mit auktorialem Erzähler und Präteritum ganz anders lesen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Müssen also schon zwei seltsame Typen gewesen sein!
    Nicht alle Menschen auf der Welt sind "Typen".

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ich habe übrigens nur gepostet um outzupointen, dass du also auch so einer bist, der "überhört" im so ziemlich gegenteiligen Wortsinn verwendet, wohl wegen des englischen "overhear".
    Also laut Duden kann es auch "abhören" bedeuten, was dem ja schon nahe kommt. Außerdem ist "überhören", so wie ich es verwendet habe ja durchaus logisch. Man sagt ja auch "überlesen", wenn man etwas flüchtig liest. Dann kann man ja genauso gut "überhören" sagen, wenn man etwas flüchtig mithört. Darüber hinaus ist es nicht soooo ungewöhnlich, wenn ein und das selbe Wort mehrere gegenteilige Bedeutungen hat. Wenn etwa ein Auto "anhält", bleibt es stehen, wenn die Hitzewelle "anhält" heißt das, dass sie weiter geht.

  8. View Forum Posts #308 Reply With Quote
    Frühstücksdirektor John Irenicus's Avatar
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    John Irenicus is online now
    Quote Originally Posted by DerGroßeDummeMann View Post
    Nee, passt doch. Weil solche Romane furchtbar sind, hatten sie noch nie einen durchgelesen.
    Ja, klar. Aber bei solchen Aussagen habe ich eben weniger das Gefühl, dass die Versuche, sowas dann zu lesen, besonders ernsthaft waren!

    Quote Originally Posted by DerGroßeDummeMann View Post
    Ja, teilweise ist sowas eher subtil, aber es erzeugt halt doch Stimmung.
    Bei dieser Ewek-Geschichte, wo eine griechische Göttin in die Gothic-Welt kommt, um dort zusammen mit Alzhara ein Dimensionsportal in den Hades zu öffnen (erinnere ich mich da richtig?), war die Ich-Perspektive doch auch super. Auch wenn die sich, wie ich gerade bemerkt habe, ab einem gewissen Punkt der Story auflöst.
    Ja, da hatte das natürlich ja auch einen richtigen Sinn, weil sich ab dem von dir benannten Punkt ja herausstellt, das alles, was man bisher gelesen habe, tatsächlich ja nur eine Schilderung im Rahmen eines "Verhörs" war, wenn man so will. Das hätte ohne die Ich-Perspektive ja gar nicht so richtig geklappt! Das ist also ein gutes Beispiel.

    Quote Originally Posted by DerGroßeDummeMann View Post
    Nicht alle Menschen auf der Welt sind "Typen".
    Ja doch. Tut mir leid, dass sich solches Geschwätz ausgerechnet DummenMännern anheften wollte.

    Quote Originally Posted by DerGroßeDummeMann View Post
    Also laut Duden kann es auch "abhören" bedeuten, was dem ja schon nahe kommt. Außerdem ist "überhören", so wie ich es verwendet habe ja durchaus logisch. Man sagt ja auch "überlesen", wenn man etwas flüchtig liest. Dann kann man ja genauso gut "überhören" sagen, wenn man etwas flüchtig mithört. Darüber hinaus ist es nicht soooo ungewöhnlich, wenn ein und das selbe Wort mehrere gegenteilige Bedeutungen hat. Wenn etwa ein Auto "anhält", bleibt es stehen, wenn die Hitzewelle "anhält" heißt das, dass sie weiter geht.
    Okay, ich wusste gar nicht, dass das tatsächlich auch im Deutschen diese Bedeutung haben kann. In meiner Welt bedeutet "überhören" eben, dass man etwas gerade nicht gehört hat bzw. gehört hat, aber so tut, als hätte man es nicht und sofort wieder vergisst oder so. "Überlesen" habe ich aber noch nie gesagt, wenn ich etwas flüchtig gelesen habe.

  9. View Forum Posts #309 Reply With Quote
    Deus Laidoridas's Avatar
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    Laidoridas is offline
    Quote Originally Posted by DerGroßeDummeMann View Post
    Ja eben. Die Geschichte würde sich doch mit auktorialem Erzähler und Präteritum ganz anders lesen.
    Die hätte ich auf die Art auch gar nicht so schreiben können, also gerade was diese Hypnoseszenen und dann insbesondere das Ende angeht. Das hätte mit auktorialem Erzähler und Präteritum einfach nicht so funktioniert. Ich fand das ja aber schon sehr ungewohnt am Anfang und hatte auch Angst, dass es beim Lesen nerven könnte, aber am Ende war ich dann doch froh, das so gemacht zu haben. Wobei die Skepsis da auch eher dem Präsens galt, Ich-Erzähler find ich eigentlich immer ganz gut. Eweks Story ist ja schon ein gutes Beispiel, da hatte mir das auch extrem gut gefallen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Okay, ich wusste gar nicht, dass das tatsächlich auch im Deutschen diese Bedeutung haben kann. In meiner Welt bedeutet "überhören" eben, dass man etwas gerade nicht gehört hat bzw. gehört hat, aber so tut, als hätte man es nicht und sofort wieder vergisst oder so. "Überlesen" habe ich aber noch nie gesagt, wenn ich etwas flüchtig gelesen habe.
    Das wär für mich dann "Drüberlesen", während "Überlesen" für mich auch klar die Bedeutung hat, etwas beim Lesen nicht zu bemerken.

  10. View Forum Posts #310 Reply With Quote
    Sapere aude  Jünger des Xardas's Avatar
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    Jünger des Xardas is offline
    Ob Ich oder Er ist mir eigentlich recht gleich. Das hängt von der Geschichte ab und davon, was eben passt. Nur eine in der zweiten Person geschriebene Geschichte würde ich nicht lesen, das finde ich irgendwie übergriffig.

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Es gäbe ja auch noch einen Mittelweg zwischen "Alles im Dunkeln" lassen und dem, was sie dann gemacht haben. Eben irgendwas, das die Figur noch spannend hält und nicht ganz durchschaubar macht. Ich fand auch, dass diese Auflösung nicht so richtig zum Schlussvideo von Gothic 2 passt, wo Xardas dem Helden ja auch einfach von seinen Plänen hätte erzählen können, anstatt ihn im Glauben zu lassen, er sei jetzt zum neuen Superschurken geworden. Davon hat er ja nun auch nichts.
    In dem Glauben hat er ihn doch gar nicht gelassen. Er macht deutlich, dass er nicht Beliar dient. Und er sagt, dass er gerade erst zu begreifen beginnt, welche Möglichkeiten er hat - was auch der Grund sein könnte, weshalb er erstmal noch nichts ausplaudern will, weil noch nicht feststeht, was geht. Das mag jetzt nicht die beste Begründung sein, aber na ja, da sehe ich ausnahmsweise den Fehler mal bei Gothic 2 und nicht bei Gothic 3: Dieses ganze Auftauchen da auf dem Schiff ergibt doch keinen Sinn. Der Dialog sollte halt möglichst cool klingen und auf den Nachfolger heiß machen. Egal was da jetzt gekommen wäre, da hätte man doch immer hinterher klagen können: das hätte Xardas dem Helden ja auch gleich erzählen können!
    Naja, man wollte eben kein Runensystem mehr haben, sondern eines, bei dem die Zauber Talente sind, die man erlernt und für die man keinen Gegenstand braucht.
    Ja gut, aber ob man jetzt den Zauber direkt oder die Herstellung der entsprechenden Rune lernt, das nimmt sich ja nicht viel. Gut, einmal braucht's Zutaten, aber wieso hätte PB das unbedingt vermeiden sollen?
    Außerdem nehme ich mal an, dass es auch erklären sollte, wieso der Held, der ja in Gothic 2 Magier gewesen sein könnte, jetzt auf einmal nicht mehr zaubern kann, d. h. es sollte quasi Ausrede dafür sein, dass man da nochmal von vorne anfangen muss.
    Da hat's für Krieger ja auch keine Ausrede gebraucht. Ist einfach so.
    Ich hab halt auch nie verstanden, wieso Xardas den Orks dadurch so einen Vorteil verschafft hat, wenn er doch am Ende eine ausgleichende Lösung will. Aber vielleicht ist meine Erinnerung an die Dialoge mit Xardas im Spiel auch zu schlecht, ich hab die Erklärungen da natürlich auch nur noch sehr bruchstückhaft im Kopf. Insofern behalte ich mir vor, meine Xardas-Meinung nochmal radikal zu ändern, falls ich das Spiel jetzt nochmal durchspielen und das auf einmal alles ganz toll finden sollte.
    Da ist nun aber wirklich nichts falsch dran! Xardas will keine ausgeglichene Lösung, schon gar nicht in der schnöden Politik, die ihn nicht schert. Es ist auch falsch, dass der Xardas-Weg immer mit dem Adanos-Weg gleichgesetzt wird. Xardas will Freiheit. Er will Innos' und Beliars Einfluss verbannen, damit alle ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können. Das kann dann auch Chaos und Todschlag bedeuten. Darum ist es ja auch so blöde, dass der Held am Anfang von Götterdämmerung plötzlich so tut, als wäre Xardas' ganzer Plan Mist, weil zwei Jahre später weiterhin Krieg herrscht. Er hat nie versprochen, dass der enden würde.
    Ja, jetzt mit hochgedrehten Grafikeinstellungen und viel Vegetation sieht die Welt schon gut aus, also da habe ich dem Spiel ein bisschen unrecht getan.
    Achso, du hast auf niedrigen Einstellungen gespielt! Ja, da sieht das echt grausam aus.
    Ach so... hatte mich schon drüber gewundert, weil ich das auch gar nicht so in Erinnerung hatte. Naja, dass irgendwann nochmal ein paar Tiere in die freigeräumten Gebiete zurückkommen, fände ich auch nicht schlecht, aber das geht einfach viel zu schnell. Dadurch wird es auch schwieriger, ein Gefühl dafür zu bekommen, wo man eigentlich schon gewesen ist, wenn überall immer wieder Lurker und Scavenger rumstehen.
    Ich dachte eigentlich, das würde eine Woche dauern. Kann mich aber auch irren.
    Das habe ich bisher noch nicht gesehen, die haben alle diese generischen Namen wie Rebell, Orksöldner usw.
    Hm, aus dem QP kann das aber eigentlich nicht sein, weil wir auf dem nicht aufbauen, wir aber diese dämlichen Namen wieder zurückändern mussten

    Quote Originally Posted by DerGroßeDummeMann View Post
    Ja, dass befremdet mich auch immer (also dieses "dürfen sie streiken?" anstatt sich mit dem eigentlichen Gegenstand des Streiks zu beschäftigen). Als ich Abitur gemacht habe, haben sich die Zeitungen durchgehend beschwert, dass unsere Generation zu angepasst und nicht politisch genug ist, meistens noch in Kombination mit der grässlichen Worthülse "Generation Y". Jetzt, wo die Jugend ein Thema hat, für das sie bereit ist, auf die Straße zu gehen, sollen sie lieber brav zur Schule gehen. Ist ja nicht so, dass es sich dabei um eine globale Krise gigantischen Ausmaßes handelt, die katastrophale Folgen nach sich ziehen wird, wenn man nicht schnell und entschlossen handelt, zu der der Bundesregierung aber nichts besseres einfällt, als ihre Klimaziele zu verschieben (um nicht zugeben zu müssen, dass man nicht genug getan hat), anstatt mal mit gutem Beispiel voran zu gehen und auf EU-Ebene bzw. in Handelsabkommen strikte Klimaschutz-Vorgaben durchzusetzen und nicht so einen Wischi-Waschi-Kram wie das Pariser-Abkommen, das eh nicht bindend ist und von der Bundesregierung nicht konsequent durchgesetzt wird.

    Was für eine bodenlose Frechheit, dass die Leute, die die Folgen dieser Politik tragen werden, deswegen auf die Straße gehen.

    Ich denke, diese Einstellung, demonstrierende Schüler oder Greta Thunberg auf persönlicher Ebene anzugreifen oder ihnen Faulheit vorzuwerfen, liegt vor allen darin begründet, dass man, wenn man sich auf sachlicher Ebene mit dem Thema beschäftigen würde, sich eingestehen müsste, dass man noch lange nicht genug für die Umwelt macht. Dabei schämt man sich nicht, zu den abstrusesten Mitteln zu greifen. So durfte ich mir neulich anhören, der Klimawandel sei ein "Luxus-Problem", obwohl er doch ganze Regionen, die vor allem in ärmeren Entwicklungs- und Schwellenländern liegen, so gut wie unbewohnbar machen wird. Die Begründung dieser Ansicht hatte dann irgendwas mit diesem Prinz (?) von Monaco zu tun, der alleine durch seine Eigenschaft, aus dem monegassichen Fürstengeschlecht zu stammen, die gesamte Bewegung delegitimiert. Das alles ist so offensichtlich unlogisch, dumm und, wie du wahrscheinlich sagen würdest, unaufgeklärt, dass man sich wundern muss, wie man erwarten kann, mit solch einer Meinung überhaupt ernst genommen zu werden. Das ist ja auch bei AfD Heinis immer der Fall, dass die trotz erdrückender Evidenz sagen: "Ich kenne mich mit dem Klimawandel überhaupt nicht aus, aber in unserer Partei gibt es Leute, die meinen, dass es ihn nicht gäbe/er nicht menschengemacht sei." Und solche Leute, die sich nicht einmal ansatzweise mit dem Gegenstand der Diskussion beschäftigt haben, werden dann in Talkshows eingeladen und erwarten, dass ihr vollkommen unfundierter Standpunkt als gleichwertig betrachtet wird, und versuchen das Wissen der Gegenseite durch ihr eigenes Unwissen zu widerlegen. Sowieso ist dieser Versuch Wissen durch Unwissen zu widerlegen ziemlich unverschämt.
    Der Fehler ist, dass viele darauf reinfallen, wenn diese Leute so tun, als wären sie an einer Diskussion interessiert. Das sind sie aber gar nicht. Es ist nicht so, dass sie eine Meinung haben, von der sie nicht merken, dass man die nicht ernst nehmen kann, und dass sie von dieser Meinung abzubringen wären, wenn man ihnen deren Unsinnigkeit nur zeigen könnte. Es ist gar nicht deren Anspruch, eine ernstzunehmende Meinung zu haben oder dass irgendetwas Sinn ergeben soll. Sie verweigern sich der Vernunft, ja sobald man ihnen ein bisschen zuhört, merkt man schnell, dass sie an Vernunft gar nicht glauben. Im Grunde sind diese Leute gar keine Menschen. Es sind Brüllaffen. Und der klügste Mensch auf Erden kann in einen Affenkäfig steigen, um mit denen zu diskutieren, er kann die besten möglichen Argumente vorbringen: die Waffen werden nur rumbrüllen und ihn mit ihrem Kot bewerfen. Am Ende wurde von den Affen keiner überzeugt, aber der kluge Mensch ist voller Scheiße.
    Letztendlich ist es kein intellektuelles Problem. Diese Leute können sich nicht erlauben, sich auf die Sache einzulassen und sich überzeugen zu lassen. Was käme denn dabei heraus? Zunächst einmal ist das eine schreckliche Einsicht, der nur wenige gewachsen sind. Das sieht man ja an Thunberg: Die ist zunächst depressiv geworden angesichts des Klimawandels, und es ist ja auch eine niederschmetternde Bedrohung, da ist es einfacher, sie zu verdrängen. Und dann müsste ich ja anfangen, etwas an meiner Lebensweise zu ändern, andernfalls müsste ich mir ja eingestehen, ein böser Mensch zu sein, und so böse sind diese Leute nun doch nicht, dass sie das gerne machen wollen (das ist wichtig, dass man zumindest diesen Funken von Gewissen erkennt, der darin liegt, sich selbst betrügen zu müssen; wer vollends verworfen wäre, könnte ja eingestehen, dass er einfach die Sau rauslässt und sich um die Folgen nicht schert).
    Aber an erster Stelle steht bei der Aufklärung die Selbstkritik. Wenn einen solche Verweigerung gegenüber der Vernunft und dem Berührtwerden stört, sollte man sich vor allem selbst kritisch prüfen, ob man das nicht ebenfalls in bestimmten Fällen tut, und hier an sich arbeiten.

    Naja, aber solchen Leuten wird halt in der Medienlandschaft im Rahmen der Neutralität und Meinungsfreiheit eine Bühne gegeben, auch wenn sie rein gar nichts zu sagen haben. Wenn man aber so argumentiert müsste man ja auch Flacherdlern und Reichsbürgern eine Bühne geben.
    Tut man ja teils auch. Ich habe letztens erst einen Artikel gelesen, wo irgendein Journalist einen Tag mit einem Flacherdler verbracht hatte und darüber schrieb, dass das eigentlich ein ganz netter und aufgeweckter Typ ist, der halt nur ein paar komische Ansichten hat und mit dem man ruhig mal reden sollte.
    Es gibt halt kaum journalistisches Ethos. Die vielgerühmte Neutralität ist da tatsächlich das Problem. Die ist Zeichen unserer ausgeklärten Zeit und eben des Unglaubens an Vernunft, von dem ich sprach: Dahinter steht am Ende der Glaube, dass es keine Wahrheit gibt. Denn wenn es eine gäbe, bräuchte ich ja nicht neutral zu sein, dann sollte ich auf Seiten eben der Wahrheit stehen.
    Dass das, was manche Journalisten so zusammenschreiben (oder wie im Fall Relotius frei erfinden), teilweise doch sehr schlampig ist, merke ich immer dann, wenn ich mich zufällig mit dem Thema auskenne und sofort zwei drei Sachen finde, die widerlegbar falsch sind, oder halt, wenn ich Formulierungen lese, die offenbar Fehlübersetzungen aus dem Englischen sind.
    Oh ja, das ist grausam. Es gibt nichts Schlimmeres als Zeitungsartikel über Philosophie z.B. Alle paar Jahre ist ja xter Todestag oder Geburtstag von irgendwem. Dann gibt’s da zwei kurze oberflächliche Seiten und dann muss ich so was lesen:
    Philosophie versteht sich für Fichte nicht von selbst. Man kann sie nicht einfach erlernen, sondern sie verdankt sich, wie bei Plato, einer "Erleuchtung".
    Das ist schon bösartig verleumderisch.
    Und es kann mir ja auch keiner erzählen, dass o ein Schmierfink jemals auch nur eine Seite Fichte gelesen hat. Das läuft doch so in der Redaktion: „Hey Dieter, wir brauchen noch einen Artikel für Seite 9 von dir.“ „Und worüber soll ich schreiben?“ „Keine Ahnung… guck mal hier, Google sagt, heute ist zweihundertster Todestag von Fichte. Mach einfach einen Artikel über den.“ „Wer?“ „Keine Ahnung, schlag’s halt bei Wikipedia nach.“

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Ich finde die Musik nach wie vor super, allerdings wirkt sie mit fortgeschrittener Spieldauer dann schon ein bisschen penetrant, weil sie so sehr auf Melodien setzt, die man dann immer wieder zu hören bekommt. Da müssten einfach mehr Tracks drin sein, die sich nicht so in den Vordergrund drängen, so wie es ja in den ersten beiden Gothic-Spielen auch war.
    Es war wohl auch gedacht, dass es viel mehr Stücke geben sollte. Wahrscheinlich für jede Stadt eins. Dieses Stadt-Theme z.B. ist ja dem Namen nach nur für Trelis gedacht, da hätten Montera oder Geldern wohl was anderes bekommen. Das Blöde ist, dass es sogar noch ein paar mehr Stücke gibt als die, die man dauernd hört, dass die aber kaum genutzt werden. Z.B. gibt es ein Silden-Theme. Das erklingt aber nirgends in Silden, sondern nur an einem einzigen Ort im Spiel: Derecs Bauernhof bei Trelis [Bild: roter_ugly.gif]
    Das Spiel an sich macht übrigens inzwischen richtig Spaß, muss ich gestehen. Das ist besser als ich es in Erinnerung hatte, auch die Dialoge sind noch viel besser als jetzt z. B. zuletzt in Elex. Es fehlt halt einfach die Story, und das Nahkampfsystem ist auch nach wie vor hakelig und fummelig. Aber Spaß machts trotzdem, insofern kann ich meine begeisterten Ersteindrücke von damals jetzt ein bisschen besser verstehen.
    Genau das sage ich ja immer! Es gibt eigentlich kaum einen einzelnen Dialog oder eine Quest, die irgendwie an sich „falsch“ wären oder weit hinter dem Niveau der Vorgänger zurückblieben. (Anders als bei Elex oder so…) Deswegen ist das Spiel in Reddock oder Kap Dun auch noch ganz spaßig und ich glaube auch, dass keiner, der das Spiel hinterher so schrecklich findet, das hier am Anfang bei den ersten Dialogen schon fand. Was fehlt ist halt irgendein übergeordnetes Ganzes, was fehlt sind eine Story mit rotem Faden und Kapiteln, Fraktionszugehörigkeit, eine lebendige, sich entwickelnde Welt, Beziehungen zu den NPCs, weil man auch mal zu ihnen zurückkehrt usw.

  11. View Forum Posts #311 Reply With Quote
    Undead  DerGroßeDummeMann's Avatar
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    DerGroßeDummeMann is offline
    Quote Originally Posted by Jünger des Xardas View Post
    Das ist schon bösartig verleumderisch.
    Und es kann mir ja auch keiner erzählen, dass o ein Schmierfink jemals auch nur eine Seite Fichte gelesen hat. Das läuft doch so in der Redaktion: „Hey Dieter, wir brauchen noch einen Artikel für Seite 9 von dir.“ „Und worüber soll ich schreiben?“ „Keine Ahnung… guck mal hier, Google sagt, heute ist zweihundertster Todestag von Fichte. Mach einfach einen Artikel über den.“ „Wer?“ „Keine Ahnung, schlag’s halt bei Wikipedia nach.“
    Das schlimmste Jubiläumsartikel, den ich je gelesen habe, war zu der Mathematikerin Emmy Noether (Avatar DerKleinenKlugenFrau). In dem Artikel wird als einziges ihrer Resulatate das Noether-Theorem erwähnt, in dem es unter anderem darum geht, dass der Energieerhaltungssatz äquivalent zu der Homogenität der Zeit ist (also der Annahme, dass zu jedem Zeitpunkt die gleichen physikalischen Gesetze gelten). In Wirklichkeit ist das Noether-Theorem aber viel allgemeiner und zeigt einen Zusammenhang zwischen Symmetrien eines physikalischen Systems (sowas wie Homogenität des Raumes, Isotropie des Raumes, Homogenität der Zeit) und seinen Erhaltungsgrößen (Impuls, Drehimpuls, Energie). Im Artikel wurde dieser sehr allgemeine Satz als "Zusammenhang zwischen Energie und dem Rest der Physik" dargestellt, was einfach falsch ist, da die Energie laut Noether-Theorem nicht mit "dem Rest der Physik" sondern ziemlich genau nur mit der Homogenität der Zeit zusammenhängt. Später im Artikel wird dann gesagt, sie habe zum Beweis "die Methoden der modernen Algebra" verwendet. Zwar hat Emmy Noether die moderne Algebra mitbegründet, mit dem Noether-Theorem hat das allerdings nur am Rande zu tun, indem sie "Symmetrie" als algebraischen Begriff auffasst. Für den Beweis hat sie aber hauptsächlich Variationsrechnung (eine Art verallgemeinerten Differentialkalkül) verwendet.
    Das ist dann leider nur die Spitze des Eisberges, denn obwohl der Noether-Jubiläums-Artikel sich einen feministischen Anstrich geben will, geht es darin nur am Rande um Noethers Forschung (oder auch nur ihre Person), sondern hauptsächlich um die Arbeiten anderer (männlicher) Wissenschaftler. Wenn in dem Artikel mal was über Emmy Noether selber steht, dann geht es hauptsächlich darum, ob irgendwelche Straßen nach ihr benannt sind oder was ein paar random Zeitgenossen über sie gesagt haben, was dann aber auch nur auf so Kram wie "sie ist eine gute Mathematikerin, aber alle anderen Frauen sind dumm" oder "das Noether-Theorem ist toll" hinausläuft. Dabei wird peinlich genau darauf geachtet, dass man Frau Noether und ihr Werk nie für sich selber sprechen lässt, sondern es im Artikel erst durch das Lob Einsteins an Bedeutung und nach ihr benannten Schulen an Bedeutung gewinnt. Und dann gibt unter der Überschrift "Sexismus und Diskriminierung, lange vor #MeToo" sowas:
    Obwohl auch viele weitere Forscher, wie Albert Einstein oder David Hilbert, ihre genialen Arbeiten anerkannten und bewunderten, hatte ein "Fräulein" jenseits von Putztätigkeiten und dergleichen laut eines preußischen Erlasses trotzdem nichts zu suchen an einer Universität.
    Dabei bleibt unerwähnt, dass Fräulein Emmy Noether an der Universität keinesfalls geputzt hat, sondern als eine der ersten Frauen in Deutschland promoviert hat (denn anders als die Formulierung suggeriert, war Frauen in Preußen der Zugang zu Universitäten durchaus erlaubt, nur die Habilitation bzw. Lehre als Privatdozent war Frauen untersagt) und dank der Unterstützung ihres Förderers David Hilbert (den ich als Avatar trage), der erst versuchte Noethers Habilitation beim preußischen Bildungsministerium durchzusetzen und sie nach Ablehnung des Antrages trotz Verbot lehren ließ, indem er die von ihr gelehrten Veranstaltungen unter seinem Namen ankündigte. Der Artikel scheitert also auch darin, Noethers Kampf gegen eine sexistische Bildungsbehörde korrekt darzustellen. Und davon abgesehen ist die Teilüberschrift mit Bezug zu "#MeToo" ja mal absolut idiotisch, weil es eben nicht um sexuelle Belästigung sondern um Gleichberechtigung geht. Und dass Frauen "lange vor #MeToo" (also in diesem Fall im Kaiserreich) Opfer von Sexismus und Diskriminierung waren versteht sich ja so von selbst, was den Bezug auf MeToo nur noch befremdlicher macht. Das ist halt nur so eine oberflächliche pseudofeministische Pose, die der Autor glaubt verwenden zu müssen, sobald es mal am Rande um Frauen geht, und in diesem Artikel geht es ja wirklich nur am Rande um Frauen.

    FAZIT: Der wohl groteskeste Jubiläums-Artikel, den ich je gesehen habe. Es wird der Sexismus-Zeigefinger erhoben, während der Autor Noethers (nicht geringen) Beitrag zur Wissenschaft nicht das geringste bisschen Wertschätzung entgegen bringt. Kein Wort über ihr Hauptforschungsfeld, die abstrakte Algebra, kein Wort über die damals weltberühmte Göttinger Schule, der sie angehörte. Und dabei sind das alles Sachen, die jeder Drittsemester in Mathematik weiß. Ich hatte ja eigentlich vernutet, dass der Autor keine Ahnung von dem Feld hätte, aber dann fiel mir auf, dass er tatsächlich Mathematik und Physik studiert hat, was das ganze umso schlimmer macht.
    Aber jetzt mal ehrlich: wie kann man nur einen Artikel schreiben, der sein Thema so weit verfehlt?

    Tut man ja teils auch. Ich habe letztens erst einen Artikel gelesen, wo irgendein Journalist einen Tag mit einem Flacherdler verbracht hatte und darüber schrieb, dass das eigentlich ein ganz netter und aufgeweckter Typ ist, der halt nur ein paar komische Ansichten hat und mit dem man ruhig mal reden sollte.
    Es gibt halt kaum journalistisches Ethos. Die vielgerühmte Neutralität ist da tatsächlich das Problem. Die ist Zeichen unserer ausgeklärten Zeit und eben des Unglaubens an Vernunft, von dem ich sprach: Dahinter steht am Ende der Glaube, dass es keine Wahrheit gibt. Denn wenn es eine gäbe, bräuchte ich ja nicht neutral zu sein, dann sollte ich auf Seiten eben der Wahrheit stehen.
    Naja gut, vielleicht hätte ich stattdessen doch den Holocaust als Beispiel nehmen sollen. Es gibt ja Leute, die ernsthaft behaupten, man müsste die Leugnung des Holocaust legalisieren, weil Meinungsfreiheit und so. Da wird es wohl erstmal wenige Leute geben, die meinen, man sollte mit Holocaustleugnern diskutieren (auch wenn das tatsächlich manche ernsthaft so sagen), weil diese Ansicht im Gegensatz zum Klimawandel und zur flachen Erde ein starkes gesellschaftliches Tabu berührt. OK. Das Beispiel ist vielleicht ein bisschen krass, aber nicht gänzlich unpassend. Ich habe ja von vielen Leuten (nicht-Flacherdlern) gehört, die flache Erde vs Kugelerde wäre eine Art Glaubenssache und sie glaubten an die Kugelerde, auf Fragen, ob sie denn wüssten, dass die Erde eine Kugel ist, sagten sie dann aber nein. Da kann ich mir gut vorstellen, dass die selben Leute zwar oberflächlich an den Holocaust "glauben", weil das in unserer Gesellschaft halt die Norm ist, aber nicht "wissen", dass er stattgefunden hat. Dabei lässt sich beides ohne größere Mühe beweisen, aber für viele Leute gilt ja nur als Beweis, was sie mit eigenen Augen gesehen haben.
    Dass Klimagegner den Klimawandel zur Glaubenssache erklären, merkt man ja auch an dem Begriff "Klimareligion", der beweist, dass vor allem sie es sind die glauben anstatt zu wissen, denn wenn sich jemand mal ausgiebig mit den Fakten beschäftigt, dann wüsste er ja, ob der Klimawandel stattfindet oder nicht und müsste dies nicht zur Glaubensfrage erheben.

  12. View Forum Posts #312 Reply With Quote
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    Ein Kellner in dem Irish Pub, in dem ich gestern war, trug ein Final Fantasy XV-T-Shirt. Und ich war die ganze Zeit hin und hergerissen, ob ich ihn deswegen nun sympathisch oder unsympathisch finden soll. #thestruggleisreal

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    Ein Kassierer in einem der beiden Rossmanns, in die ich unregelmäßig gehe, hat den Unterarm groß und farbig tätowiert in Form eines Chocobos, eines Kaktors und eines Mogrys (alles im FFIX-Style). Da hatte ich nicht so den struggle, ihn sympathisch zu finden!

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