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    Frühstücksdirektor John Irenicus's Avatar
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    Kommentare und Diskussionen zu den Geschichten, Gedichten etc. #41





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    Nachdem ich mir die Buchstabenzuordnungen von Laidoridas angeschaut habe – ja, das mache ich immer vorab, weil die Befriedigung meiner diesbezüglichen Neugier bei Erscheinen des Posts dann auch wirklich keinen Aufschub mehr duldet, Spoiler hin oder her –, dachte ich, mit seinem Wettbewerbsbeitrag zur fünften Ausgabe von Schreim naoch Buchstohm hebt er nun die ultimative Fleischkonsumkritik-Story aus der Taufe. Nach dem Hineinlesen in den ersten Post bewahrheitet sich das dann aber nur zum Teil, denn in dieser Story scheint es noch um viele andere Dinge zu gehen, an denen zunächst einmal nur oberflächlich gekratzt wurde. Da kommt sicher noch einiges auf uns Leser zu!

    Mit dem ersten Post steigt man auch direkt in eine Kneipenatmosphäre ein, wie sie klischeehaltiger kaum sein könnte, und fast habe ich ein bisschen das Gefühl, dass Laido hier aus der Not, einfach nicht aus dem „Wirt wischt mit schmutzigem Lappen“-Trope herauszukommen, dann direkt eine Tugend gemacht zu haben. Hier ist das ja nun alles noch viel überzeichneter als sonst schon, und das gilt nicht nur für Kardifs Kneipenlappenverhalten, sondern auch für das Gehabe sämtlicher anderer Gäste in seiner Kneipe: Nicht nur wird hier gerotzt und gekotzt was das Zeug hält und ganz generell der Ekelfaktor schon einmal so hochgeschraubt wie es das Setting so zulässt, auch die Sprüche, die die Herren dort kloppen, sind an stereotyper Klischeehaftigkeit wohl kaum noch zu toppen! Mir hat das beim Lesen auch Spaß gemacht, aber wo ich sonst immer so ein bisschen milde Sympathie für derartige Akteure empfinde, so fand ich die Kerle beim Lesen dann doch ziemlich unsympathisch, und die Vorstellung, selbst in dieser Kneipe unter ihnen sitzen zu müssen, hat mir beinahe einen Schauer über den Rücken gejagt. Einzig bei folgender Stelle konnte ich ein bisschen mit dem Gesagten sympathisieren:

    „Stimmt doch gar nich’“, kam es vom Tisch her gerufen, wo man die Magierdiskussion offenbar aus Spaß am Belauschen kurzzeitig unterbrochen hatte. „Alwin züchtet jetzt Molerats statt Schafe. Sind billiger, blöken nich’ und schmecken besser.“
    „Sagt Alwin“, setzte Alrik hinzu. „Ich find, sie schmecken scheiße.“
    „Du findest alles scheiße“, entgegnete Rengaru.
    „Es is’ ja auch alles scheiße“, verteidigte sich Alrik.
    Gut gekontert! Ist auch auf jeden Fall PotM-verdächtig, diese Passage.

    Überhaupt bin ich ja mal gespannt, wo in diesen Diskussionen sich das eine Detail versteckt, das am Ende noch wichtig werden wird, wie es in Laido-Storys so gute Sitte ist! Und vor allem, welche Rolle Abuyin so spielen wird. Bis auf seine Schwebaktion und den schon jetzt irgendwie als Running Gag etablierten „Ich würde sagen, das hängt vom Magier ab“Spruch ist er ja doch irgendwie sehr zurückhaltend in die Szene eingebaut, fast, als gehörte er gar nicht dazu, und in der Tat kann man sich ja fragen, was er in Kardifs Hafenspelunke eigentlich so zu suchen hat.

    Bevor man das weiter hinterfragen an, kommt dann der mir durch meine Neugier bereits gespoilerte Alwin ins Spiel, und da nimmt das Geschehen und generell die ganze Stimmung eine gehörige Wendung: Geradezu mit Gore-Faktor kommt der Schlachter ins Spiel, aber entgegen seines Berufs nicht, weil er Molerats, sondern eher sich selbst ein bisschen geschlachtet hat, von den Verbrennungen ganz zu schweigen. Bei seinem Auftreten und wie alle diese überschlimmen Verletzungen hinnehmen, wird die Szene dann ganz schon eerie, wie der Engländer wohl sagen würde, und allgemein hat Alwins Verhalten hier ja doch etwas Zombiehaftes. Die Stimmung nimmt dann kurz darauf aber auch schon den nächsten Umschwung, indem hier im Anschluss an einen unterschwelligen Pils-Pilz-Witz die Spielmechanik ausgeschlachtet wird, die es einem ja bekanntermaßen ermöglicht, auch tödliche Verletzungen durch das Knabbern ein paar herumwuchernder Kräuter oder eben Pilze wieder zu heilen. Ja, das ist hier schon so ein kleines Gefühlskarussell, was diese Szene hier anschiebt, und wenn es einen gemeinsamen Nenner zwischen den verschiedenen Stimmungen und Momenten gibt, dann ist es wohl dieses gewisse bizarre Element im Ganzen.

    Der nächste Spruch, bei dem ich lachen musste, kam dann aber auch schnell:
    „Er wollte Moleratwürste“, sagte Alwin, der die anstrengende Tischgesellschaft offenbar nach Kräften zu ignorieren versuchte. „Dicke Würste. Zehn Stück. Bis morgen früh.“
    „Heute früh“, korrigierte Rengaru. „Mittlerweile müsste es schon nach Mitternacht sein.“
    „Das weißte gar nich’ so genau“, maulte Alrik. „Erzähl nix, wasse nich’ richtig sicher weißt.“
    Ja, einfach herrlich dämlich. Sicherlich auch ein Kandidat für die PotM!

    Im weiteren Verlauf erklärt Alwin dann ja erstmal, wie er so zugerichtet worden ist, aber auch nebenbei, wie der Hauptdarsteller der Story, der ja das Molerat ist, sein Gebrechen bekommen hat. Beim vorherigen Lesen der Zuordnungen dachte ich beim Fehlen des Ringelschwanzes ja erst, du würdest auf die Situation im typisch deutschen Schweinestall anspielen, bei der sich die gestressten Schweine gegenseitig in die Ringelschwänze beißen (wenn diese prophylaktisch nicht deswegen schon abgeschnitten wurden). Naja, vielleicht ist das hier ja auch tatsächlich eine Anspielung darauf, aber tatsächlich ist die Ursache hier ja eine andere.

    „Ich sach doch, Magier sind scheiße“, brummte Alrik. „Schneiden Molerats die Schwänze ab, was für Penner…“
    Und auch das kann man ja gut und gerne als social commentary verstehen, denn die Empörung steht angesichts dessen, dass Alwin ja eben der Schlachter vom Dienst ist und ja gerade sein Geld damit verdient, die Tiere zu töten und zu verstümmeln, nicht so ganz nachvollziehbar. Also klar, man kann sich darüber aufregen, aber wenn Alrik und seine Kumpels mal ein bisschen mehr nachdenken würden, dann würden sie in Alwins Verhalten ja möglicherweise mindestens ebenso viel Grund sehen, ihn als „Penner“ zu bezeichnen. Zumal er es hier ja nun auch war, der dem Molerat – wenn auch unabsichtlich – den Schwanz abgeschnitten hat.

    Worauf ich wirklich gespannt bin – neben dem Schicksal der Wurstlieferung – ist, wie das jetzt erzähltechnisch weitergehen wird, wo das Molerat zu Person A erklärt worden ist. Meine Vermutung ist, dass hier niemals direkt aus der Perspektive des Molerats geschrieben werden wird, sondern immer aus der Perspektive von anderen, sozusagen drumherum, sodass man immer von der Außensicht erfährt, was das Molerat gerade wieder so gemacht hat. Aber mal sehen!

    Übrigens, an dieser Stelle …
    „Es dürfte aber ordentliche Orientierungsschwierigkeiten haben, wenn es keinen Ringelschwanz mehr hat“, meldete sich wieder Rengaru mit seinem erstaunlichen Fachwissen zu Wort. „Molerats können nicht besonders gut sehen, wisst ihr? Und wegen ihrer platten Nase können sie auch nicht besonders gut riechen. Nur ihr Ringelschwanz erlaubt es ihnen, sich zurechtzufinden.“
    … da dachte ich ja nun wirklich, du hättest die Vorgabe 2 aus welchen Gründen auch immer im Vorhinein schon gekannt, das passt ja wirklich unglaublich perfekt!

    Der Post geht dann jedenfalls irgendwie zuende, und er lässt mich auch ein bisschen ratlos zurück: Wohin das jetzt genau alles führen soll mit diesen Würsten, was das Molerat noch so erleben wird (naja, durch die Vorgaben kenne ich ja zumindest den Rahmen ) und vor allem welche Rolle Abuyin da spielt … alles noch sehr rätselhaft! Deswegen bin ich auch erst einmal zurückhaltend, den Anfang jetzt über den grünen Klee zu loben. So richtig Fuß gefasst habe ich in der Story jedenfalls noch nicht, aber das dürfte auch der beabsichtigte Effekt sein.

    Fehler im ersten Post:
    Halb wegdämmern aber, das war nicht weiter gefährlich und im Gegenteil sogar dringend nötig in Situation wie diesen
    Situationen
    aber der Schlachter war ja kein Oberviertelweichei und von seiner täglichen Arbeit mit Sicherkeit ganz andere Sachen gewohnt.
    Wobei „Sicherkeit“ natürlich auch sowas ist, was die Leute in der Kneipe eben so sagen könnten.



    Das einzige, was ich so wirklich vorausgeahnt hatte bezüglich des zweiten Posts, ist, dass die Geschichte zumindest auf längere Sicht noch deutlich größere Dimensionen annehmen wird als so unverbindliches Tavernengeplänkel mit ein paar Merkwürdigkeiten. Tja, und das ist ja mal sowas von eingetreten! Die meiste Zeit hat man es ja fast schon mit einer ganz anderen Geschichte zu tun, und was da konkret alles so abgehen wird, damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet – Vorgabenstellerei hin oder her. Vor allem habe ich auch unterschätzt, wie viel es in dieser Story anscheinend doch um Tiere und deren Quälerei oder Verspeiserei gehen wird. Die erste Szene beginnt ja direkt mit der Schilderung des Fischefressens wider Willen, und später geht es ja auch noch um das absurde Fleischwanzenrennen, bei dem ich mir auch nicht so wirklich vorstellen kann, dass die Wanzen das besonders gerne machen! Ich fände das auf jeden Fall interessant, wenn sich dieses Thema weiterhin ein bisschen wie ein subtiler roter Faden durch die Story zieht.

    Aber von Anfang an: Der erste Satz, mit dem die erste Szene beginnt, ist mal wieder so ein erster Satz nach Lehrbuch, will ich mal meinen, und selbstverständlich muss auch dieser Beginn den Vergleich mit dem öden „Ilsebill salzte nach.“ nicht scheuen – viel besser! Überhaupt ist das alles sehr gut geschrieben, die Stimmung ist weiterhin eerie, und ich wurde ein ums andere Mal überrascht. Denn natürlich habe ich erst geglaubt, dass der Fischfang ein Segen ist, weil er das Überleben der Person sichert, und deshalb habe ich natürlich auch geglaubt, dass der Umstand, dass der Fisch der letzte ist, einer Katastrophe gleichkommt – aber stattdessen hat sich die Person das Ende der Fischfängerei ja geradezu herbeigesehnt, und überdies bedeutet es die Freiheit von diesem Brunnengefängnis. Wie die Person da im Schacht gefangen ist, da musste ich ja irgendwie an Rapunzel denken, Rapunzel andersherum quasi! Und in einer besonders beängstigenden Version.

    Aber da war noch die Erinnerung an ihre erste Fahrt in diesem Bottich, an die Fahrt hinab, und da war auch der Gedanke, dass sie selbst die Passagierin gewesen war, die nun den Rückweg antreten würde.
    Sie war immer noch die gleiche Passagierin.
    Das Holz knirschte stärker als beim ersten Mal, kam es ihr vor. Es waren noch nicht so viele Fische in ihrem Bauch gewesen, beim ersten Mal.
    Immer noch die gleiche Passagierin.
    Die Stelle fand ich irgendwie umständlich formuliert, gerade auch den ersten Teil mit dem Rückweg und so. Diese Aufhängerei an der Eigenschaft als „Passagierin“, ich weiß nicht … mir schien das irgendwie zu gewollt zu sein, und so richtig habe ich auch nicht verstanden, was das soll. Also klar, mit dem „Immer noch die gleiche Passagierin“ soll eben nochmal bekräftigt werden, dass die Person doch nicht verändert bzw. gebrochen wurde. Aber irgendwie, ja, wie gesagt, das war vielleicht einfach ein bisschen umständlich und zu viel an dieser Stelle. Aber ist ja sicher auch Geschmackssache!

    Beim zweiten Abschnitt war ich überrascht, dass der eigentlich doch ziemlich nahtlos an den ersten anknüpft. Und dann hatte ich auch verstanden, wo ich ja die Buchstabenzuordnungen immer sofort lese, dass die Figur im Brunnen, Minkai, das Molerat ist. So oder irgendwie anders. Denn ab der Stelle habe ich lange herumgegrübelt, wie sich das nun verhält: Hat da etwa jahrelang ein Molerat im Brunnen gehockt? Was fressen Molerats überhaupt – Fisch offenbar nicht? Sind Molerats Vegetarier? Haben wir es hier mit einer hochentwickelten Untergrund-Moleratgesellschaft zu tun? Ich hätte das alles für möglich gehalten, aber als dann irgendwann auch von „Schreibern“ die Rede war, wurden meine Zweifel doch zu groß, und nach und nach hat sich dann ja aufgeklärt, dass Minkai eben nicht immer das Molerat war, sondern … ja, was eigentlich? Vermutlich ist das wieder so etwas, wo du sagen wirst, dass das deiner Meinung nach doch relativ klar aus dem Text hervorgeht, mit was für Wesen wir es da zu tun haben, aber ich bin da noch am rätseln! Es sind zumindest keine Menschen, so viel ist klar, aber vermutlich hat man es mit menschenähnlichen Wesen zu tun. Vampirwesen, Untote? Etwas in der Richtung könnte es sein, und ich dachte auch an Vampire, weil der Vater von Minkai meint, dass sie zugrunde gehen würde, noch bevor sie einen einzigen Sonnenstrahl zu Gesicht bekäme. Aber beim näheren Lesen heißt das wohl nicht unbedingt, dass Minkai oder ihre „Spezies“ besonders lichtempfindlich wäre. Möglicherweise sind es auch irgendwelche Fischwesen (oder Echsenmenschen?), immerhin scheint der Zugang zum Meer ja wichtig zu sein und Wasser eine große Rolle zu spielen. Ach, wer weiß es schon!

    „Wir wurden überrascht“, sagte der Vater, der alle Hände auf seinem Schoß übereinander gefaltet hatte, ein kleiner Berg aus langen Fingern.
    Die Beschreibung gefiel mir ganz gut!

    Mit dem Wissen um die Buchstabenzuordnungen habe ich mir übrigens bei der Erwähnung der Tante direkt gedacht, dass das wohl Sagitta sein wird. Das fand ich auch alles sehr schön eingeführt und aufgebaut, auch wenn mir noch nicht so ganz klar ist, warum sie unbedingt Sagitta brauchen und was es genau ist, was sie tun soll, um sie da zu retten, was da überhaupt los ist, warum sie so abgeschnitten sind von der Außenwelt ... alles so ein bisschen rätselhaft! Was ich mich aber auch gefragt habe:
    „Deine Tante wohnt auf einer Insel namens Khorinis. Wir wissen nichts mehr von ihr, seit wir die Oberfläche verlassen mussten, aber zuletzt wohnte sie in der Nähe eines Bauernhofes, der einem Menschen namens Onar gehört, und hat sich den Namen Sagitta gegeben. Vielleicht ist sie noch immer dort, vielleicht nicht. Du wirst die Menschen nach ihr fragen und nach ihr suchen müssen. Wenn sie die Insel verlassen hat, dann reise ihr nach. Natürlich wirst du warten müssen, bis dein neuer Körper reif genug ist für die Suche. Aber sorge dich nicht, Menschenjahre vergehen schnell und eine kleine Weile werden wir uns hier unten noch halten können.“
    Woher wissen die das denn alles? Da muss es ja eigentlich eine gute Erklärung für geben, dafür, dass es ja eigentlich keinen Kontakt (mehr) gibt. Zumal die Einleitenden Worte "Wir wissen nichts mehr von ihr" ja doch ein bisschen im Widerspruch stehen zu den folgenden Informationen, die dann ja doch recht detailliert sind. Ein bisschen habe ich mich da an Stellen in diversen Rollenspielen erinnert, wo der Questgeber irgendeinen Gegenstand sucht, dann aber derart detaillierte Informationen zum Verbleib beisteuert, dass man sich fragt, warum er nicht längst selbst losgegangen ist, um den zu holen.

    Es tut der Geschichte wahrscheinlich gut, dass nach dieser düsteren, krassen Szene, die mit dem Losschicken (oder auch der zeitweiligen Verbannung) Minkais endet, erst einmal wieder ein leichtfüßigerer Part kommt – denn das Geschehen schwenkt zum nächsten Wirt, und in der Folge wird eine um die andere PotM-würdige Passage abgefeuert!

    Aber der Reihe nach: Zunächst einmal wird ja die Idee des Fleischwanzenrennens eingeführt, die später für Minkai in Moleratgestalt ja noch wichtig wird. Da hatte ich, wie gesagt, wieder das Gefühl, dass du hier eine weitere unangemessene Art und Weise, wie Menschen mit Tieren umgehen, in der Story drinhaben wolltest. Das Ganze wird aber eher ins Lächerliche gezogen, mit einem Canthar, der an Windigkeit und Penetranz kaum zu überbieten ist und damit ja auch wirklich zu dem Kotzbrocken passt, den wir ja auch schon im Spiel kennenlernen durften. Auch Coragon hat ja so seine ganz persönliche Meinung zu Canthar, wobei die ja wohl eher mit der guten Sarah zusammenhängt! Dieses unbeholfene Gefühlsleben Coragons liest sich da wirklich witzig, zumal seine Gedanken auch später noch immer wieder vielsagend zu Sarah zurückkehren. Bei Coragon hat man schon das Gefühl, er will gar nicht recht zugeben, wie sehr er sie mag, bzw. merkt er es selbst nicht so ganz! Er fasst die Situation für sich ja betont nüchtern zusammen, aber da ist Liebe im Spiel, ohne Zweifel!

    „Ich will ja nichts sagen“, murmelte Regis, nachdem er an seinem neuen Glas genippt hatte, „aber ich glaube, das Bier ist schon fast wieder ein bisschen warm.“
    „Wirklich?“ Coragon betastete prüfend das Holz des größten Bierfasses. „Fühlt sich eigentlich immer noch schön kühl an.“
    „Hm“, machte Regis, und damit kehrte wieder Ruhe ein, in der nur ein paar Stimmen von draußen zu hören waren, am lautesten natürlich Canthars Gerede über seine Fleischwanzen. Coragon nahm das weggestellte Bierglas wieder in die Hand. Vielleicht war da ja doch noch was zu machen, was dieses dunkle Pünktchen anging. Man musste ja nicht alles immer bis zum nächsten Morgen aufschieben, und was hatte er schon Besseres zu tun?
    „Klar, es ist kühl“, sagte Regis nach ein paar Minuten des Schweigens. „Aber nicht mehr so kühl wie das Bier davor. Das war schon kühler. Jetzt ist es höchstens gerade noch kühl.“
    „Das reicht ja auch“, sagte Coragon und hielt das Glas mit einem zusammengekniffenen Auge gegen das Licht der brennenden Öllampe auf seinem Tresen. „Hauptsache kühl.“
    „Hauptsache kühl“, stimmte ihm Regis zu. „Aber man muss eben aufpassen, dass es nicht warm wird. Ich meine ja nur.“
    Grandioser Kneipendialog und auch ohne den Zusammenhang mit Vatras PotM-würdig!

    Nach einem kurzen Intermezzo mit Alwin geht es dann mit der Wanzenwette weiter, aber anders als gedacht, zumal auch meine Vermutung, die ich am Ende von Post 1 noch hatte, hier nun widerlegt wird: Es wird tatsächlich doch aus der Perspektive des Molerats, in das sich Minkai verwandelt hat, geschrieben, aber gut, wo vorher so ausdrücklich betont wurde, dass ihr ja ihr Verstand bleibt auch in der neuen Gestalt, bietet sich das wohl an! Und trotz der gewissen Lustigkeit der Szene ...
    „Die da hinten! Ich schwör’s dir, die isses!“
    „WANZENWETTE! – Die große Chance auf’s große Gold!“
    „Du hast schon fünfzig Münzen verplempert, Mann. Vielleicht lässt du’s mal lieber gut sein.“
    „WANZENWETTE! – Die letzte Runde startet jetzt!“
    „Guck dir mal die Beine von der da drüben an. Wenn das keine Läuferbeine sind, dann weiß ich’s auch nicht mehr.“
    „WANZENWETTE! – Schnell noch die letzten Wetteinsätze tätigen, bevor es zu spät ist!“
    „Die reinste Scheiße ist das hier.“
    „WANZENWETTE! – Auf Wanzen wetten, Gold einstecken!“
    ... wie durch Passagen wie die da oben (ebenfalls PotM-würdig) verursacht, so ist das Thema doch recht schnell wieder ein Ernstes: Minkai in einen Körper, in den sie doch gar nicht hingehört, und da hatte sie sich an den Körper gewöhnt, wird ihr direkt fast jeglicher Orientierungssinn geraubt, und nun muss sie sich auch noch zwischen den krabbelnden Wanzen und brüllenden Menschen bei diesem ollen Rennen zurechtfinden. Um es mit einem leicht abgewandelten Gothic-Zitat zu sagen: In ihrer Haut möchte ich jedenfalls nicht stecken! Ich finde das jedenfalls wieder sehr eindringlich beschrieben, wobei sicherlich ein großer Pluspunkt ist, dass hier nicht irgendwelches Selbstmitleid Minkais im Vordergrund steht, sondern die Probleme sehr handfest und akut sind, eben gerade was diese Orienterungslosigkeit angeht, die Minkais Ziele ja beinahe unmöglich zu erreichen macht. Die Vorgabe ist hier auch wunderbar erfüllt: Das Gebrechen macht die Reise beschwerlich, aber hallo!

    Super ist es dann natürlich auch, wie du den Gegenstand B mit allem verknüpft hast: Der Kreidestein, eigentlich nur zum Markieren der Fleischwanzenrennstrecke gedacht, wird für Minkai zum Utensil in der Not. Das finde ich schon ziemlich originell! Vor alem mochte ich auch die Beschreibung, wie sie dabei nun vorgeht, wie sie ja wirklich das Maximale aus diesem kleinen Hilfsmittel rausholen will, und gerade die Beschreibung, wie ihr das nun beim Drehen hilft, hat mich ja doch an so Dungeon-Crawler-Spiele erinnert, in denen man auf irgendwelche fiesen „Ich drehe dich in eine zufällige Richtung“-Felder gelockt wird, vorzugsweise nachdem einem vorher der Kompass durch irgendwelche ominöse Magie zerschossen wurde (so geschehen in Lands of Lore 1). Dass das Ganze dann in Konflikt mit dem Fleischwanzenrennen gerät, das war natürlich vorprogrammiert. Und ja, ich bin in der Tat gespannt, was mit Minkai am Ende nun passieren wird, ob sie doch noch flüchten kann oder erst einmal wieder – wie es bei ihr ja anscheinend gute Sitte ist – gefangen genommen wird.

    Mein Fazit zu Post 2 und allgemein habe ich mir handschriftlich unter die Story gekritzelt: Tolle Geschichte bis hierhin! Mal was sehr anderes! Denn in der Tat, irgendwie ist das ja wirklich eine ganz eigene Geschichte, und noch immer finde ich sie gar nicht so greifbar, gerade auch was die verschiedenen Stimmungslagen angeht. Alles rund um Minkai wirkt ja wirklich sehr ernst, teils ja geradezu niederdrückend, wohingegen alles, was außerhalb ihrer Wahrnehmung passiert, zwischen deftiger Kneipenkomik und absurden Szenen schwankt. Kannste auch gerne so weiter beibehalten diese Mischung!

    Fehler habe ich in Post 2 keine gefunden, auch wenn womöglich welche drin sind.



    Der dritte Post ist dann auch wieder ordentlich vollgepackt, muss man sagen! Ich bin da ja ganz begeistert, was du hier nicht nur an Text-, sondern eben auch Ideenfülle raushaust – wobei ich mich immer mehr frage, worauf die Story letzten Endes eigentlich zusteuern wird und ob die Vorgaben da dann nicht doch zu viel durcheinanderwirbeln wird. Aber gut, Stand jetzt ist das ja noch alles Zukunftsmusik!

    Das ganze beginnt ja erstmal mit einer kleinen „Charakterisierung“ Grittas, wenn man so will, und die im Spiel schon angedeuteten Nerveigenschaften dieser Frau hast du hier ja auch aufs Vortreffliche ausgewalzt. Ein bisschen neigt das natürlich zum Klischee, wie Gritta in ihrer eigenen Kotzbrockigkeit dann tatsächlich noch andere Leute als Kotzbrocken bezeichnet. Hinter dieser Oberfläche kommen dann aber zum Glück auch ein paar ernstere, „echtere“ Eigenschaften zum Vorschein, zum Beispiel, wie Gritta sich einsam fühlt und ja durchaus auch Sorge um ihren Onkel erkennen lässt. Und später dann sorgt sie sich ja sogar um das Molerat, das sie, ja gar nicht so sehr unzutreffend, für einen verwandelten Magier hält. Tatsächlich ist das Geschehen ja kurz davor, eine gute Wendung für Minkai zu nehmen, wobei diese dann aber durch einen wirklich hervorragenden Twist gestoppt wird: Was auch immer Minkai da gerade kritzelt, es ist erst einmal egal, denn Gritta kann nicht lesen. Da war ich wirklich überrascht, und es ist so eine schöne und einfache, aber eben auch so bestechend realistische Lösung, dass Minkai ja erstmal jemanden finden muss, der überhaupt lesen kann. Denn so sehr man Lesefähigkeiten ja immer voraussetzt: Jedenfalls innerhalb der Gothic-Welt wird das realistischerweise keine so verbreitete Fähigkeit sein, und dass Gritta nicht lesen kann, zumal als Frau ja wahrscheinlich eh ganz anderen gesellschaftlichen Rollen zugewiesen, ist da ja sogar wahrscheinlicher als das Gegenteil. Und trotzdem wirkt das Ganze als Twist, aber dann eben als eine sehr realistische Wendung. Finde ich sehr gelungen!

    Die Lampe neben der Tür war entzündet und tauchte den Raum in rötliches Licht, das in Grittas müden Augen brannte.
    Hier fand ich den Relativsatz nicht so schön, an der Stelle ist er nicht so passend. Ich finde das leicht ähnlich zum Problem, wenn man zum Beispiel sowas formuliert wie „Der Beklagte, der in Berlin wohnt, ...“, denn sowas impliziert dann irgendwie, dass es zwei Beklagte gibt, von denen der eine halt in Berlin wohnt und der ist hier jetzt gemeint. Hier bei deiner Passage ist das natürlich unmissverständlich und auch eine leicht andere Situation, aber irgendwie finde ich das sprachlich aus vergleichbaren Gründen nicht so gelungen.

    „Was hast du denn mitten in der Nacht am Galgenplatz gemacht?“
    „Geld verdient. Wie du weißt, bist du teuer.“
    Klingt so aus dem Zusammenhang gerissen ja nicht so, als wenn da gerade der Onkel mit seiner Nichte spricht, ähem.

    Als der weiße Stein zu Boden fiel, hob er ihn auf und steckte ihn in eine Hosentasche.
    In meiner Fantasie hast du die Stelle extra so geschrieben, damit ich als Vorgabengeber denke: „Oh-Oh, wenn der jetzt weg ist, dann wird das aber umso komplizierter mit den Vorgaben am Ende!“ Tatsächlich bleibt der Kreidestein ja aber wohlweislich mit dabei, was sich natürlich auch ein bisschen seltsam liest – denn welchen Grund sollte Thorben haben, den mitzunehmen? – aber sicherlich die sinnvollste Variante bei einer SnB-Story ist.

    Übrigens bin ich bei Gritta, wie bei einigen anderen Charakteren, noch gespannt, ob sie überhaupt nochmal „Screentime“ bekommen in der Story. Meine Vermutung lautet auch eher nein, weil ich glaube, dass es hier so ein bisschen das Erzählkonzept ist, dass du immer in neue, alltägliche und geradezu khorinisch-biedere Szenen einführst, die dann aber auf einmal ganz am Rande Bezug zum „Hauptthema“ der Story aufweisen, wobei die eingeführten Personen und generell die ganze Szene eher Trittstein denn Hauptdarsteller sind. So scheint es mir mit Gritta auch zu sein, und ich könnte mir vorstellen, dass Thorben, dessen neue Einäugigkeit und generell seltsames Verhalten am Ende dann ja nun wirklich sehr eng mit der Kernhandlung um Minkai verwoben ist, dass auch dieser Thorben nun seine „Funktion“ in der Story erfüllt hat und ad acta gelegt wird. Aber wer weiß das schon! Speziell Thorbens Rolle fand ich aber ziemlich cool, wie ich ja generell cool fand, wie in diesem Post alles auf die Begegnung mit der Mondkrähe zusteuert.

    Bis es dazu kommt, verbringt man aber erst einmal eine gewisse Zeit in Theklas Kneipe. Das ist ja auch so ein wiederkehrendes Motiv, diese Kneipensessions! Und auch hier hast du das ja wieder ganz stimmungsvoll hinbekommen, gerade auch die Idee mit diesem Steinchenspiel finde ich nett. Soll man das Spiel eigentlich als ein echtes erkennen, oder ist das jetzt einfach nur so was Ausgedachtes? So ein bisschen musste ich ja an Backgammon denken, weil ich das auch als Spiel verbucht habe, das man so als Normalmensch nicht versteht, aber wer weiß.

    „So, Jungs, jetzt aber raus mit euch. Ist schon weit nach Mitternacht.“
    Thekla war gerade damit fertig geworden, die Feldrüben nach Größe und Konsistenz zu sortieren – eine unabdingbare Vorarbeit, um ihrem Eintopf die richtige Mischung zu verpassen. Damit war sie durch für diesen Tag. Es gab nichts mehr, was sie tun konnte, um sich die Zeit zu vertreiben, und müde genug war sie schon seit ein paar Stunden. Zeit also, den Laden dicht zu machen.
    „Das kannst du gar nicht so genau wissen.“
    „Eben. Siehst du hier etwa irgendwo eine Uhr?“
    Finde ich ja schön, wie dieses Thema, ob nun schon Mitternacht bzw. der nächste Tag ist oder nicht, nochmal aufgegriffen wird. Und während anderswo das Bier zu warm ist, ist hier angeblich das Essen zu kalt, auch nicht schlecht. Wer weiß, welche Bedeutung diese scheinbar unwichtigen Details vom Anfang der Geschichte an deren Ende noch haben werden (Ich will es hier für den Fall der Fälle nur schonmal geschrieben haben)!

    Die Söldner spielten jetzt schon seit Wochen dieses merkwürdige Spiel, bei dem es augenscheinlich darum ging, ein paar Kieselsteine über den Tisch zu schieben, bis einer der beiden Spieler gewonnen hatte. Die genauen Regeln waren so kompliziert, dass sie Thekla immer noch nicht richtig begriffen hatte, aber da schien sie auch bei Weitem nicht die einzige zu sein. Dass die Partien gerne mal einen ganzen Abend in Anspruch nahmen, das lag nicht zuletzt auch daran, dass sich die Söldner regelmäßig über Einzelheiten des Regelwerks zerstritten und an besonders schlimmen Tagen sogar Änderungen daran vornahmen, nach denen ein Neubeginn nötig war.
    Klingt nach einem guten Spiel!

    „Wir haben schon weit nach Mitternacht“, sagte sie. „Das ist nun wirklich zu spät fürs Abendessen.“
    „Aber – ich konnte ja gar nicht zum Abendessen kommen!“, verteidigte sich Gunnar mit weit aufgerissenen Augen. „Ich musste die ganze Zeit auf Sekobs Feld arbeiten!“
    „Wieso das denn? Du bist doch einer von Onars Bauern.“
    „Ja, schon“, erklärte Gunnar, „aber Onar hat so einen Handel mit Sekob abgeschlossen, dass ein paar von uns ein paar Wochen lang für ihn arbeiten. Hatte ich erst nichts gegen, bis Onar gesagt hat, dass wir trotzdem auch noch weiter für ihn arbeiten sollen. Also muss ich jetzt tagsüber auf Onars Feldern schuften und nachts auf denen von Sekob. Kannst du dir vorstellen wie fertig ich bin?“
    Jetzt hält die Leiharbeit wohl schon auf Khorinis Einzug, was?

    „Ich auch nicht. Thekla, sag doch auch mal was. Sind etwa Molerats in deinem Eintopf?“
    Thekla lachte trocken auf. „Netter Versuch, Rod. Mein Eintopfrezept bleibt geheim.“
    „Naja, klar, aber wenn keine Molerats drin sind, dann kannst du das ja sagen. Dann hast du ja noch nichts verraten.“
    „Da hast du recht. Damit hätte sie echt noch nix verraten.“
    „Vergesst es“, schmetterte Thekla die Nachfragen der Söldner ein weiteres Mal ab. „Ich sage gar nichts dazu.“
    „Seht ihr“, sagte Gunnar. „Ich hab doch gesagt, dass Molerats drin sind.“
    Und mein Gedanke an der Stelle: Was, wenn Menschenfleisch drin ist?

    Die Kneipenszene in diesem Post finde ich im Vergleich zu den anderen Kneipenszenen übrigens am besten. Das liegt einerseits daran, dass du Thekla als leicht genervte, aber gleichzeitig doch viel zu gutmütige Wirtin im Angesicht der Söldner, die sich aufführen wie kleine Jungen, wirklich toll getroffen hast. Das hat auch alles so ein bisschen von lustigen Schwänken Marke „Volkstheater“ und „Bauernschwank“ oder wie man das nennt und so. Und andererseits liegt das natürlich daran, dass diese Kneipenszene mit einem so richtig spektakulären Ereignis endet, wobei das Spektakulärste daran ja sogar ist, dass das von Bronko gesichtete Wesen gerade kein Drache ist. Sondern eben die mysteriöse Mondkrähe, wie man dann erfährt.

    Ja, die Mondkrähe! Bevor es dann im Hier und Jetzt weitergeht, gibt es erstmal noch einen weiteren Rückblick in Minkais Vergangenheit, und der fällt erwartungsgemäß düster aus. Da ist der Kontrast zwischen fröhlichem Kneipenleben und dem Blick in Minkais Kindheit und Jugend voller Beklemmungen und leicht verstörender Details wieder gut gelungen, kann man nicht anders sagen! Vor allem ist auch auffällig, dass dieses beklemmende Element immer irgendwie mit diesen familiären Verhältnissen, in denen Minkai steckt, zu tun hat, oder anders gewendet, innerhalb ihrer „Art“, wenn man das so nennen will, spielt sowas wohl einfach eine große Rolle, man ist sehr eingebunden und hat wohl gerade als junges Wesen nicht wirklich Entscheidungsfreiheit über das eigene Schicksal. Minkai wirkt, ob nun innerhalb oder außerhalb des Brunnens, ja immer irgendwie wie eine Gefangene, und das setzt sich in ihren aktuellen Erlebnissen, gefangen im Körper eines Molerats, ja auch fort.

    Und es setzt sich dann ja auch darin fort, dass sie der Mondkrähe erneut begegnet, oder besser gesagt, dass sie von Thorben zu ihr hingebracht wird. Und erst dann versteht man so richtig, dass die Mondkrähe genausogut Augenkrähe genannt werden würde, und dass die erstmalige Begegnung am zwölften Geburtstag Minkais zur Folge hatte, dass sie – aus welchen Gründen auch immer – ein Auge abgeben musste. Womit Thorbens neuerliche Einäugigkeit dann ja auch geklärt wäre. Das hat jetzt ja auch schon Horror-Faktor! Überhaupt ist diese Szene gruselig gut, auch, wie hier nun alles zusammenläuft. Übrigens finde ich auch, dass das spätestens hier so ein gewisses Dark-Souls-Feeling bekommt. Ich habe nur den ersten Teil gespielt, und den auch nicht vollständig, aber ich mochte die Atmosphäre sehr, und da gibt es ja auch diesen riesigen Raben oder sogar eine Krähe. Und dämonischer Gruselkram und so, das passt ja sowieso zum Spiel!

    Die drei ersten Bilder waren einfache Zeichnungen von Menschen, einer stehend und zwei liegend mit gekrümmten Beinen. Das letzte Bild zeigte den Kopf eines Menschen, aber ohne Augen. Minkai sah die Bilder sehr gerne, obwohl sie so einfach waren. Sie konnte stundenlang am Rand des Beckens sitzen, die Beine knapp über der Wasseroberfläche baumelnd, und sich die Gesichter dieser merkwürdigen Kreaturen anschauen.
    Wahrscheinlich soll man hier als Leser scho wieder irgendetwas Bestimmtes hieraus erkennen, aber wie das mit mir immer so ist ... mit dem Wissen um die Eigenarten der Mondkrähe lässt sich zumindest die Sache mit den fehlenden Augen erklären. Auf jeden Fall ist das mit der Scherbe eine schöne Szene, auch ganz unabhängig von ihrer Bedeutung. Da kommt tatsächlich auch etwas sehr Kindliches in der jungen Minkai zum Vorschein, gerade auch, weil sie die Scherbe ja gar nicht haben darf. Und gruselig ist das ja auch irgendwie!

    Vor dem Haus stand ihre Mutter, die ihre rechten Hände nahm, ohne ihr ins Gesicht zu blicken. Der Vater ging voran, und an der Seite ihrer Mutter folgte sie ihm auf dem Weg aus dem Dorf heraus. Fort von den Kuppelhäusern, fort vom See. Niemand sagte ein Wort. Die Häute zwischen den Fingern ihrer Mutter fühlten sich klebrig an, als hätte sie seit Tagen kein Bad genommen, und Minkai fühlte sich wie festgesaugt.
    Hier gibt es ja wieder ein paar versprengelte Hinweise darauf, was für eine Art Wesen Minkai und ihre Artgenossen sind. Zumindest mal haben sie wohl mehrere Hände als ein Mensch, und dann gibt es auch noch heute zwischen Fingern, hm. Also, bei dir denke ich prinzipiell erstmal an Tentakelwesen, aber mit Händen und Fingern passt das ja auch nicht so richtig. Vielleicht sind die ja eine Art Lurker oder so, wer weiß! Die haben ja zumindest auch Krallen, die man gut und gerne Finger nennen könnte. Oder aber es sind einfach vielarmige Echsenmenschen. Tja, so wirklich weiter komme ich hier beim Raten noch immer nicht, fürchte ich!

    „Ich möchte dir helfen, Minkai. Nein, wirklich. Du musst schrecklich verloren sein. Wiedergeboren im Körper eines nackten Tiers. Verkrüppelt und gejagt. Das muss nicht leicht zu verwinden gewesen sein, nicht einmal für dich.
    Das mit dem „verwinden“ ist da ja sicherlich keine zufällige Formulierung. Wegen sowas oder auch einem Satz wie diesen …
    Ich bin dir nicht vertraut, nur weil wir einmal gemeinsam Geburtstag gefeiert haben.
    … finde ich die Mondkrähe auch richtig gruselig, speziell bei der Geburtstagssache hat es mich richtig geschaudert. Und die Krähe wirkt ja auch so fies und definitiv wie ein Wesen, mit dem man sich besser nicht anlegt. Gleichzeitig ist sie natürlich aber vor allem mysteriös, denn was das mit den gesammelten Augen soll und in welchem Verhältnis sie zu Minkais Rasse steht und was jetzt ihre Agenda ist, das bleibt alles eher unklar. Auch, wie sie Thorben dazu gebracht hat, ihr zuzuarbeiten. Sein Auge musste er ja trotzdem abgeben.

    Die Mondkrähe heißt ja nun Mondkrähe, weil sich ihr Hort auf dem Mond befindet, und das ist natürlich ein Twist, den man so nicht erwarten konnte. Also, äh, vom Namen der Krähe an schon, aber ich meine jetzt natürlich so generell! Das wird ja eine richtige planetenumspannende Story hier! Ist auf jeden Fall eine tolle Idee und ich frage mich, was da auf dem Mond noch so auf alle und vor allem mich als Leser warten wird.

    Insgesamt fand ich den Post stark, und ich glaube sogar, dass ich ihn von allen Posts dieser Story bisher am stärksten fand. Und Fehler habe ich erneut keine gefunden.



    Der vierte Post beginnt mal nicht mit einer Kneipenszene, sondern mit einer waschechten Puffszene! Während die sonstigen Blicke in die Unterhaltungsetablissements der Insel Khorinis dabei eher von drolligem bis prolligem Humor geprägt waren, bekommen wir hier allerlei Absurditäten und auch eine gewisse Deprimiertheit geboten, die so Puffbesuche wohl mit sich bringen! Tatsächlich steht diese deprimierende Stimmung dann auch nach und nach im Vordergrund, denn wie sich hier vollkommen gleichgültige Interaktion zwischen Peck und Nadja, sexuelle Langeweile und eine gehörige Portion Ekel miteinander mischen … ja, also das sollte doch selbst den enthusiastischsten Bordellbesucher ins Grübeln bringen! Ich fand die Szene in ihrer Gefühlsmischung jedenfalls gelungen!

    Das Geschehen mündet dann schnell in das Geschehen rund um Alwin, der im nicht ganz so freundlichen Austausch mit den Milizionären einen Plan enthüllt, der uns natürlich aufmerken lässt: Er will das Drecksmolerat, uns auch als Minkai bekannt, nun endgültig zu Würsten verarbeiten, und diesmal sogar aus Rache! Ist genauer betrachtet ja wirklich witzig, dass Alwin dieses Plan ganz ausdrücklich fasst, obwohl er die Molerats ja letzten Endes so oder so zum Töten hat und das ja eigentlich gar keine wirklicher Racheschwur ist, wenn er verkündet, im Prinzip genau das zu tun, was er sowieso, sprich auch bei normalem Lauf der Dinge, vorgehabt hätte. Dass Peck dann hinterher zu seinem Unglück auch noch alleine hinter Alwin hergeschickt wird, lässt für den Milizionär Böses ahnen, für den Leser aber Gutes, weil das ja durchaus weitere denkwürdige Szenen bedeuten könnte!

    Und dann gibt es doch noch die unvermeidliche Kneipenszene! Ich habe noch gar nicht nachgezählt, ob du für jeden Post eine neue Kneipe hervorzaubern kannst, zumindest mal den Freibierstand kannst du ja noch verwerten. Hier finde ich den Einstieg auch ganz gut, obwohl mir sofort klar war, dass der Echsenmenschenkram kein „echtes“ Geschehen sein kann, und das habe ich weniger in der Story selbst herausgefunden, sondern einfach durch Kenntnis des Autors: Wolltest so eine Szene als „tatsächliche“ Szene schreiben, hättest du den „Dassss issssssst dassss letzzzzzzte Mal“-Kram wohl eher weggelassen. Deshalb dachte ich früh an eine vorgelesene oder erzählte Geschichte oder ein Theaterstück oder so, letzten Endes entpuppt es sich als Traum Orlans. Aber wer weiß, ob das alles nicht später doch nochmal relevant wird! Was mir da übrigens sehr gut gefällt, ist die Einordnung dieses Vereins, der sich „Ring des Wassers“ schimpft, und im Prinzip ist dessen Relevanz und Stellung mit der Anekdote, wie Gaan und Cavalorn über die Zubereitung von Scavengerkeulen debattiert haben, hinreichend umrissen. Auch im Spiel hatte man ja schon das Gefühl, dass das mehr Schein als Sein ist, mag es auch der typischen Rollenspieldynamik geschuldet gewesen sein, dass die Leute dort nichts und man selber alles gemacht hat.

    Nachdem die obligatorische Diskussion, ob es denn eigentlich schon Mitternacht bzw. ein neuer Tag ist, auch abgefrühstückt wurde, tritt dann – für mich unerwartet schnell – auch schon Peck auf den Plan. Und ich muss sagen, sein Auftauchen ist in der Knappheit irgendwie super beschrieben. Also wie er reingerannt kommt und Deckung sucht, Orlan und Rukhar sofort aufspringen, die Schwerzer zücken und mit dem Wolf kurzen Prozess machen … ein bisschen ist das ja so, wie das halt im Spiel passiert, da wird bei sowas ja auch nicht lange gefackelt – wenn die NPCs nicht auf die Idee kommen, erstmal dreimal um den Gegner herumzulaufen, versteht sich!

    Ab hier ergeben sich (für mich) dann zwei Rätsel. Zum einen wird immer rätselhafter, was eigentlich Abuyins Rolle in dem Ganzen ist. Das wird ja schon immer verdächtiger, dass er da in irgendwelchen Kneipen hockt und komische Fragen stellt! Ich lege mich mal fest: Ihr wird am Ende als der geheime Oberbösewicht entlarvt, auch wenn das Setting für einen Oberbösewicht eigentlich noch gar nicht so richtig Raum geboten hat. Aber egal, es wird schon noch so kommen!

    Das zweite Rätsel ist, wohin Alwin eigentlich unterwegs war. Bis jetzt liest sich das ja doch so, als hätten Alwin und die Mondkrähe sich eher zufällig getroffen und dann den entsprechenden Handel abgeschlossen, andererseits kann ich mir das ja aber auch nicht vorstellen, dass Alwin da einfach so zwischen den Grabsteinen herumturnt, obwohl er doch eigentlich auf der Suche nach dem Drecksmolerat ist. So ganz krieg ich das also nicht hintereinander!

    Ein bisschen mag das auch damit zu tun haben, dass ab hier der ganze Rest des Posts doch sehr im Zeichen der Vorgabe und ihrer Erfüllung lag und es dir wohl auch schwerfiel, all das miteinander zu vereinbaren.

    Allein die Sache mit dem Kreidestein ist für denjenigen, der die Vorgaben kennt, ja auch witzig zu lesen, weil es natürlich durchaus auch Minkai ist, die ein Interesse daran hat, das Ding zu behalten, wohl noch viel mehr aber der Autor der Geschichte, der ahnt oder befürchtet, dass mit dem Gegenstand eben nochmal etwas sein könnte, und ihn deshalb möglichst nicht zurücklassen will.

    Beim Auftauchen von Sagitta oder ihren Überresten bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie das so gemeint ist: Ist sie da wirklich noch da, nur untot, oder ist das so eine Art Zauber, ein magisches Überbleibsel von ihr, dass da sozusagen bei Ankunft Minkais automatisch reaktiviert wird, womöglich aufgrund irgendwelcher Familienbande, was von der Mondkrähe so auch irgendwie bezweckt worden ist? Fragen über Fragen, und die sind ja auch nicht ganz unwichtig, wenn man bedenkt, dass Sagitta ja auf jeden Fall vor langer Zeit schon gestorben sein muss! Ganz unabhängig von den Antworten auf diese Fragen hat es das kurze Gespräch auf jeden Fall in sich, zumindest, wenn das stimmt, was da erzählt wird: Sagitta ist Schuld daran, dass auf Khorinis gar kein Mensch mehr geboren wird? Wahnsinn! Und das erklärt ja tatsächlich gut, warum Minkai nicht wie erwartet in einen Menschenkörper gelangt ist. Das ist aber tatsächlich auch eine ganz schön drastische Maßnahme, wenn sie nur zur Verhinderung gedient hat, dass man Sagitta nachfolgt.

    Diese letzten Worte der Krähe waren es, die in Minkais Kopf steckenblieben. Um diese Worte herum hatte sich eine große, lähmende Mattheit in ihr gebildet. Der verwundete, verkrüppelte Moleratkörper, in dem sie feststeckte, der sollte also ihr letzter sein. Ihre Tante hatte ihr nicht helfen können, vielleicht auch nicht wollen. Minkai wusste plötzlich: Sie war gescheitert, spätestens von dem Moment ihrer Wiedergeburt an. Sie hatte all ihre Hoffnungen auf eine Tote gesetzt.
    Diese Passage fand ich gut, da kommt Minkais Verzweiflung einfach richtig gut zum Ausdruck.

    Danach wird das Geschehen noch ein bisschen mehr vorgabengetrieben, und es wird schon sehr deutlich, dass du das sonst natürlich nie so geschrieben hättest, wie die Mondkrähe Alwins Beil schwingt und so. Das bisschen plötzliche Action an sich macht sich aber gar nicht mal so schlecht. Der einzige Nachteil ist, dass es die bisher ja doch eher mit Reden (und Augenpicken) in Erscheinung getretene Mondkrähe doch ordentlich entzaubert, weil das ja doch ein recht plumpes Agieren ist. Und auch die Erklärung mit dem Deal mit Alwin, naja, da will ich nicht durmherumreden, die lässt ja schon ein bisschen zu wünschen übrig, taugt dann wiederum doch aber ganz gut zur Vorgabenerfüllung – aber wohl auch nur dazu. Aber auch diese Dealsache trübt eben ein bisschen das Bild der gerissenen Mondkrähe, die auf einmal auf irgendwelche doch recht banal daherkommenden Handelsgeschäfte eingeht, obwohl sie doch Besseres zu tun haben müsste oder jedenfalls könnte.

    Wie dem auch sei: Ich bin mal gespannt, wie die Story jetzt weitergeht und wie du mit den kommenden Vorgaben so zurechtkommen wirst. Hier hatte ich ja nun doch leider das Gefühl, dir mit der Vorgabe ein bisschen zu sehr in die Parade gefahren zu sein. Speziell gegen Ende hat die sonst so düstere und ernste Atmosphäre im Zusammenhang mit Minkai doch ein bisschen unter der Vorgabenerfüllung gelitten. Wollen wir hoffen, dass dir kommende Vorgaben dann wieder leichter fallen werden! Gelesen habe ich diesen Post aber natürlich auch sehr gerne, nicht, dass das hier noch auf einer ungewollt zu kritischen Note endet.

    Diesmal meine ich übrigens einen Fehler gefunden zu haben:
    Sie bemerkte, dass der Boden eine neue Farbe dazu gewonnen hatte.
    Es müsste doch „dazugewonnen hatte“ heißen, oder?



    Tja, und dann ist der fünfte Post doch tatsächlich der letzte in dieser nunmehr auf absehbare Zeit unvollständig bleibenden Geschichte. Ich will jetzt noch gar nicht in eine große Gesamtbewertung der Geschichte einsteigen (zumal ich ja selbstverständlich erwarte, dass du sie wie deinen anderen Wettbewerbsbeitrag von vor zwei Jahren irgendwann einmal außer Konkurrenz weiterführen wirst. ). Aber schade isses halt!

    Am Beginn des fünften Posts muss ich dann ja direkt aufmerken, als plötzlich von einem Kraken die Rede ist. Denn das Rätsel um die „Beschaffenheit“ von Minkais Art ist ja immer noch offen, und ich hatte ja spekuliert oder es war ja mehr oder minder schon enthüllt, dass es sich um irgendwelche Tentakelwesen handelt. Zwar welche mit Händen und Fingern, aber wer weiß schon, ob Kraken ihre Fangarme nicht auch als Hände und Finger definieren! Und da es sich bei Minkais Art ja offenbar um eine intelligente Rasse handelt, passt die sprichwörtliche Intelligenz von Kraken doch ganz gut! Sollte es also etwa so sein, dass Minkai oder einer ihrer Verwandten angespült wurde?

    Aufgemerkt habe ich dann aber auch, weil die Story mit dem Geschehen um Amir und seiner Frau und diesem Tarek, der ominösen Residenz, der Herrschaft der Myrtaner auf dieser offenbar exotisch anmutenden Insel namens Sadouri und so weiter und so fort einen ja wirklich ganz neuen Aspekt hinzugewinnt! Ich dachte ja erst, diese Verhandlung sei jetzt sozusagen der „Ersatz“ oder das Äquivalent zu den sonst üblichen Kneipenszenen, aber hier wurde das Gespräch ja direkt deutlich ernster. Ich finde es jetzt umso mehr schade, dass die Geschichte mit diesem Post erst einmal abbricht, denn diese Szene hier fand ich wirklich richtig, richtig gut geschrieben, und mir schien hier ja wirklich ein ganz eigenes Setting darauf zu warten, noch viel mehr entfaltet zu werden. Mit anderen Worten: Ich habe doch sehr deutlich das Gefühl, dass mir und uns etwas entgangen ist, dadurch, dass der Wettbewerbsbeitrag nun von dir als gescheitert erklärt wurde. Ächz!

    Und um jetzt doch noch sowas wie ein Fazit zu dieser Geschichte zu ziehen:
    Teile einer Geschichte interessieren mich nicht. Hätte ich gewusst, dass ich nicht die ganze Geschichte vorgelesen bekomme, dann hätte ich von Anfang an nicht zugehört.
    Dem stimme ich nicht zu, denn:
    „Na gut.“ Die kleine Ratte wollte nicht zu viel verlangen. Ein Teil war besser als nichts.
    So und nicht anders! Wobei ...
    „Mach dir nichts draus“, rief der Rattenopa aus dem Nebenraum. „Ist schade drum, aber ich hab schon bessere Geschichten gehört.“
    ... ich da rückblickend insofern zustimmen kann, dass ich bei deinem abgebrochenen Wettbewerbsbeitrag vom letzten Mal nochmal deutlich enttäuschter war und ich das damals irgendwie auch plötzlicher fand als dieses Mal. Denn hier war ja zumindest im letzten, als ich meine insgesamt vorletzten Post doch klar geworden, dass du ein bisschen mit den Vorgaben strugglest, und deshalb war das Geschehen auf dem Mond, so vielversprechend das ja auch angekündigt war, durch eben diese Vorgaben schon zerschossen worden. Mit anderen Worten: Einen leichten Qualitätsabfall hatte ich schon bemerkt, und du hattest ja auch öffentlich viel an den Vorgaben gehadert. Von daher habe ich es auch schon befürchtet, dass du mit diesem Beitrag nicht durchhalten würdest.

    Nichtsdestotrotz hätte ich die Story echt gerne weitergelesen, gerade weil sie mit dem Geschehen um Amir noch so richtig eine zweite Luft bekommen hat! Wie viel ernster Gehalt noch in der angeschlossenen Minkai-Szene steckte, weiß ich nicht, sodass offen ist, wie es da wirklich weitergegangen wäre, aber alleine für den Rest hätte es sich gelohnt! Im Übrigen habe ich ja das Gefühl, dass das Gerede um die geheime Taverne eventuell sogar auch was mit dem (geplanten) Fortgang der Geschichte zu tun haben könnte und nicht nur Ulk war! Im Übrigen fand ich die Szene mit der Rattenfamilie, wenn auch nur eine Rausschmeißerszene zum Wettbewerbsabbruch, ja schon irgendwie sehr verstörend, das ist ja ein Familiengeflecht voller psychischem Missbrauch, wenn man sich das mal so durchliest, was die sich an den Kopf werfen.

    Tja, wie dem auch sei, nun ist der Wettbewerb für diese Story leider vorbei. Ist wie gesagt schade, aber da machste halt nix!

    Fehler in diesem letzten Post:
    „Nicht so schnell. Das beste kommt erst noch.“
    Da muss es doch das „Beste“ heißen, oder?
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  2. View Forum Posts #2 Reply With Quote
    Deus Laidoridas's Avatar
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    Laidoridas is offline
    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Nachdem ich mir die Buchstabenzuordnungen von Laidoridas angeschaut habe – ja, das mache ich immer vorab, weil die Befriedigung meiner diesbezüglichen Neugier bei Erscheinen des Posts dann auch wirklich keinen Aufschub mehr duldet, Spoiler hin oder her –, dachte ich, mit seinem Wettbewerbsbeitrag zur fünften Ausgabe von Schreim naoch Buchstohm hebt er nun die ultimative Fleischkonsumkritik-Story aus der Taufe.
    Ja, das habe ich mir schon gedacht und fand das auch ganz gut so, dass erstmal so ein Eindruck entsteht.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Mit dem ersten Post steigt man auch direkt in eine Kneipenatmosphäre ein, wie sie klischeehaltiger kaum sein könnte, und fast habe ich ein bisschen das Gefühl, dass Laido hier aus der Not, einfach nicht aus dem „Wirt wischt mit schmutzigem Lappen“-Trope herauszukommen, dann direkt eine Tugend gemacht zu haben. Hier ist das ja nun alles noch viel überzeichneter als sonst schon, und das gilt nicht nur für Kardifs Kneipenlappenverhalten, sondern auch für das Gehabe sämtlicher anderer Gäste in seiner Kneipe: Nicht nur wird hier gerotzt und gekotzt was das Zeug hält und ganz generell der Ekelfaktor schon einmal so hochgeschraubt wie es das Setting so zulässt, auch die Sprüche, die die Herren dort kloppen, sind an stereotyper Klischeehaftigkeit wohl kaum noch zu toppen!
    Also, um das mal aufzurollen: Ursprünglich hatte ich ja eine ganz andere Einstiegsszene für die Geschichte schreiben wollen, nämlich eine, in der jemand in einer Art Höhle gefangen gehalten wird und bei der Flucht feststellt, dass das durchaus so seinen Sinn hat, weil er jeden den er ansieht, mit irgendeiner Art Fluch belegt (das sollte dann das Gebrechen sein). Da kam ich dann aber beim Schreiben so gar nicht richtig rein und hatte in dem Moment auf diese Stimmung, die mit so einer einsamen Gefangenschaft in einer Höhle einhergeht, nicht so die Lust. Also habe ich die Geschichte abgebrochen und versucht, meine zweite Idee zu verwirklichen, bei der es darum gehen sollte, dass jemand von jemandem gefangengehalten wurde, der sich dann aber auch wieder nur als der Gefangene eines Unbekannten entpuppt. So Mysterygedöns irgendwie, aber ohne konkretes Ziel, wohin das eigentlich führen sollte. Da habe ich glaube ich höchstens zwei Sätze zu geschrieben, das war am Sonntagabend vor Einsendeschluss. Und als ich dann ganz verzweifelt war, habe ich meine dritte Idee genommen mit dem Molerat und Alwin, die ich eigentlich nie ernsthaft in Betracht gezogen habe und bei der ich auch nicht wusste, wie ich die so richtig auserzählen sollte, weil ich eigentlich gar nicht aus der Perspektive eines Molerats oder aus der von Alwin schreiben wollte. Dann hab ich mir halt gedacht, so ne Kneipenszene in Kardifs Kneipe, die kriegste ja wohl auf jeden Fall geschrieben, und dann erzählen sich die Leute da halt einfach von dem Molerat und Alwin. So nach dem Motto: Hauptsache überhaupt erstmal irgendwie beim Wettbewerb dabei sein. Ja, und das hat dann gleich richtig Spaß gemacht und die Szene war ruckzuck fertig. Und die ursprüngliche Szene mit dem Gefangenen in der Höhle, die fand ich dann nachher doch gar nicht so schlecht, hab sie ein bisschen abgewandelt und was anderes draus gemacht, und daraus ist dann der Anfang des zweiten Posts geworden. Deswegen ist das von der Stimmung her auch so ein krasser Bruch, weil es ursprünglich wirklich zwei unterschiedliche Geschichten waren. Aber ich fand das dann gerade ganz gut so und hab das dann so ein bisschen zu einem erzählerischen Kernmerkmal der Geschichte gemacht, wie du ja auch selber schon gesagt hast. So war das!

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Worauf ich wirklich gespannt bin – neben dem Schicksal der Wurstlieferung – ist, wie das jetzt erzähltechnisch weitergehen wird, wo das Molerat zu Person A erklärt worden ist. Meine Vermutung ist, dass hier niemals direkt aus der Perspektive des Molerats geschrieben werden wird, sondern immer aus der Perspektive von anderen, sozusagen drumherum, sodass man immer von der Außensicht erfährt, was das Molerat gerade wieder so gemacht hat. Aber mal sehen!
    Das hatte ich ursprünglich auch mal kurz so überlegt. Aber eigentlich war dann schon mit der zweiten Vorgabe klar, dass das nicht so gut funktionieren würde.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    … da dachte ich ja nun wirklich, du hättest die Vorgabe 2 aus welchen Gründen auch immer im Vorhinein schon gekannt, das passt ja wirklich unglaublich perfekt!
    Ja, das passte zum Glück wirklich mal sehr gut. Ich war mir nicht sicher, ob der fehlende Ringelschwanz wirklich als richtiges Gebrechen durchgeht, wenn er jetzt nur so eine Wunde darstellt, deswegen wollte ich auf jeden Fall noch erklären, inwiefern das Molerat jetzt dadurch eingeschränkt ist. Auch wenn das hier natürlich schon so ein bisschen albern ist, dass Rengaru das dann einfach mal so erzählt, aber gut, irgendwie passte es ja auch in die Szene.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Der Post geht dann jedenfalls irgendwie zuende, und er lässt mich auch ein bisschen ratlos zurück: Wohin das jetzt genau alles führen soll mit diesen Würsten, was das Molerat noch so erleben wird (naja, durch die Vorgaben kenne ich ja zumindest den Rahmen ) und vor allem welche Rolle Abuyin da spielt … alles noch sehr rätselhaft! Deswegen bin ich auch erst einmal zurückhaltend, den Anfang jetzt über den grünen Klee zu loben. So richtig Fuß gefasst habe ich in der Story jedenfalls noch nicht, aber das dürfte auch der beabsichtigte Effekt sein.
    Beabsichtigt war zu dem Zeitpunkt vor allem, überhaupt irgendwie in den Wettbewerb einzusteigen. Weiter hatte ich da erstmal nicht gedacht.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Das einzige, was ich so wirklich vorausgeahnt hatte bezüglich des zweiten Posts, ist, dass die Geschichte zumindest auf längere Sicht noch deutlich größere Dimensionen annehmen wird als so unverbindliches Tavernengeplänkel mit ein paar Merkwürdigkeiten. Tja, und das ist ja mal sowas von eingetreten! Die meiste Zeit hat man es ja fast schon mit einer ganz anderen Geschichte zu tun, und was da konkret alles so abgehen wird, damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet – Vorgabenstellerei hin oder her. Vor allem habe ich auch unterschätzt, wie viel es in dieser Story anscheinend doch um Tiere und deren Quälerei oder Verspeiserei gehen wird. Die erste Szene beginnt ja direkt mit der Schilderung des Fischefressens wider Willen, und später geht es ja auch noch um das absurde Fleischwanzenrennen, bei dem ich mir auch nicht so wirklich vorstellen kann, dass die Wanzen das besonders gerne machen! Ich fände das auf jeden Fall interessant, wenn sich dieses Thema weiterhin ein bisschen wie ein subtiler roter Faden durch die Story zieht.
    Ja, das war auf jeden Fall Absicht, schön dass das so aufgefallen ist.

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    Die Stelle fand ich irgendwie umständlich formuliert, gerade auch den ersten Teil mit dem Rückweg und so. Diese Aufhängerei an der Eigenschaft als „Passagierin“, ich weiß nicht … mir schien das irgendwie zu gewollt zu sein, und so richtig habe ich auch nicht verstanden, was das soll. Also klar, mit dem „Immer noch die gleiche Passagierin“ soll eben nochmal bekräftigt werden, dass die Person doch nicht verändert bzw. gebrochen wurde. Aber irgendwie, ja, wie gesagt, das war vielleicht einfach ein bisschen umständlich und zu viel an dieser Stelle. Aber ist ja sicher auch Geschmackssache!
    Über die Stelle bin ich beim Korrekturlesen auch gestolpert, ich glaub die ist auch einfach ein kleiner Bruch mit dem vorherigen Erzählstil. So ganz ideal ist das jedenfalls nicht, da stimm ich dir zu.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Beim zweiten Abschnitt war ich überrascht, dass der eigentlich doch ziemlich nahtlos an den ersten anknüpft. Und dann hatte ich auch verstanden, wo ich ja die Buchstabenzuordnungen immer sofort lese, dass die Figur im Brunnen, Minkai, das Molerat ist. So oder irgendwie anders. Denn ab der Stelle habe ich lange herumgegrübelt, wie sich das nun verhält: Hat da etwa jahrelang ein Molerat im Brunnen gehockt? Was fressen Molerats überhaupt – Fisch offenbar nicht? Sind Molerats Vegetarier? Haben wir es hier mit einer hochentwickelten Untergrund-Moleratgesellschaft zu tun? Ich hätte das alles für möglich gehalten, aber als dann irgendwann auch von „Schreibern“ die Rede war, wurden meine Zweifel doch zu groß, und nach und nach hat sich dann ja aufgeklärt, dass Minkai eben nicht immer das Molerat war, sondern … ja, was eigentlich?
    Genau deshalb wollte ich ja vermeiden, dass man sich vorher die Buchstabenzuordnungen anguckt! Man sollte ja noch nicht die ganze Zeit das Molerat im Kopf haben.
    Aber ja gut, dass du als Wettbewerbsleiter dich versichern musst, dass die Zuordnungen alle gesetzt sind, ist ja auch eh klar, insofern kann ich dir das jetzt natürlich nicht so richtig vorwerfen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Vermutlich ist das wieder so etwas, wo du sagen wirst, dass das deiner Meinung nach doch relativ klar aus dem Text hervorgeht, mit was für Wesen wir es da zu tun haben, aber ich bin da noch am rätseln! Es sind zumindest keine Menschen, so viel ist klar, aber vermutlich hat man es mit menschenähnlichen Wesen zu tun. Vampirwesen, Untote? Etwas in der Richtung könnte es sein, und ich dachte auch an Vampire, weil der Vater von Minkai meint, dass sie zugrunde gehen würde, noch bevor sie einen einzigen Sonnenstrahl zu Gesicht bekäme. Aber beim näheren Lesen heißt das wohl nicht unbedingt, dass Minkai oder ihre „Spezies“ besonders lichtempfindlich wäre. Möglicherweise sind es auch irgendwelche Fischwesen (oder Echsenmenschen?), immerhin scheint der Zugang zum Meer ja wichtig zu sein und Wasser eine große Rolle zu spielen. Ach, wer weiß es schon!
    Hier, ich!
    Ich sage jetzt mal nichts dazu, für den Fall dass ich die Geschichte noch fortführe. Auf jeden Fall geht da noch nichts ganz klar aus dem Text hervor, also das ist schon bewusst im Unklaren gehalten.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Woher wissen die das denn alles? Da muss es ja eigentlich eine gute Erklärung für geben, dafür, dass es ja eigentlich keinen Kontakt (mehr) gibt. Zumal die Einleitenden Worte "Wir wissen nichts mehr von ihr" ja doch ein bisschen im Widerspruch stehen zu den folgenden Informationen, die dann ja doch recht detailliert sind. Ein bisschen habe ich mich da an Stellen in diversen Rollenspielen erinnert, wo der Questgeber irgendeinen Gegenstand sucht, dann aber derart detaillierte Informationen zum Verbleib beisteuert, dass man sich fragt, warum er nicht längst selbst losgegangen ist, um den zu holen.
    Der Vater schildert ja den Wissensstand zu einem Zeitpunkt, als sie noch an der Oberfläche waren und sich über Sagitta informieren konnten. Da sehe ich jetzt nicht so den Widerspruch. Er sagt ja selber, dass Sagitta auch schon wieder ganz woanders sein kann und Minkai ihr dann hinterher reisen soll.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    ... wie durch Passagen wie die da oben (ebenfalls PotM-würdig) verursacht, so ist das Thema doch recht schnell wieder ein Ernstes: Minkai in einen Körper, in den sie doch gar nicht hingehört, und da hatte sie sich an den Körper gewöhnt, wird ihr direkt fast jeglicher Orientierungssinn geraubt, und nun muss sie sich auch noch zwischen den krabbelnden Wanzen und brüllenden Menschen bei diesem ollen Rennen zurechtfinden. Um es mit einem leicht abgewandelten Gothic-Zitat zu sagen: In ihrer Haut möchte ich jedenfalls nicht stecken! Ich finde das jedenfalls wieder sehr eindringlich beschrieben, wobei sicherlich ein großer Pluspunkt ist, dass hier nicht irgendwelches Selbstmitleid Minkais im Vordergrund steht, sondern die Probleme sehr handfest und akut sind, eben gerade was diese Orienterungslosigkeit angeht, die Minkais Ziele ja beinahe unmöglich zu erreichen macht. Die Vorgabe ist hier auch wunderbar erfüllt: Das Gebrechen macht die Reise beschwerlich, aber hallo!
    Ich fand das ja sehr schwierig, diese Szene zu schreiben. Sowieso jede Szene mit Minkai war immer ziemlich anstrengend, weil sie ja nie richtig was sieht und auch selber nichts sagen kann, also besteht irgendwie immer nur alles aus so schwammigen visuellen Eindrücken und dem Zuhören, was die anderen Leute in der Szene halt gerade so sagen. Das Fiese war ja auch, dass ich Minkai auch keinen anderen Körper verschaffen konnte, weil sie sonst ja das Gebrechen nicht mehr hätte. Da hab ich mir echt was eingebrockt.
    Und gerade bei der Szene hier mit der Wanzenwette hatte ich beim Schreiben das Gefühl, da immer sehr im Schwammigen und Vagen unterwegs zu sein und hatte befürchtet, dass man das als Leser gar nicht richtig nachvollziehen kann. Aber umso schöner, dass du die Szene jetzt sogar lobst.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Hier fand ich den Relativsatz nicht so schön, an der Stelle ist er nicht so passend. Ich finde das leicht ähnlich zum Problem, wenn man zum Beispiel sowas formuliert wie „Der Beklagte, der in Berlin wohnt, ...“, denn sowas impliziert dann irgendwie, dass es zwei Beklagte gibt, von denen der eine halt in Berlin wohnt und der ist hier jetzt gemeint. Hier bei deiner Passage ist das natürlich unmissverständlich und auch eine leicht andere Situation, aber irgendwie finde ich das sprachlich aus vergleichbaren Gründen nicht so gelungen.
    Hmm, an der Stelle finde ich das jetzt eigentlich ganz in Ordnung so. Es geht ja nicht um eines von mehreren Lichtern, sondern eben so um das allgemeine Licht.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    In meiner Fantasie hast du die Stelle extra so geschrieben, damit ich als Vorgabengeber denke: „Oh-Oh, wenn der jetzt weg ist, dann wird das aber umso komplizierter mit den Vorgaben am Ende!“ Tatsächlich bleibt der Kreidestein ja aber wohlweislich mit dabei, was sich natürlich auch ein bisschen seltsam liest – denn welchen Grund sollte Thorben haben, den mitzunehmen? – aber sicherlich die sinnvollste Variante bei einer SnB-Story ist.
    Er zeigt den Stein ja nachher der Krähe. Fand ich jetzt nicht so unplausibel, dass er ihr neben Minkai selbst auch das bringt, was Minkai dabei hatte. Auch wenn es natürlich wirklich in erster Linie darum ging, mir nicht im nächsten Post auch noch Gedanken darüber machen zu müssen, wie ich den Kreidestein jetzt noch irgendwie auf den Mond bekomme. Das Problem wollte ich halt mal lieber lösen, bevor es überhaupt aufkommen konnte.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Bis es dazu kommt, verbringt man aber erst einmal eine gewisse Zeit in Theklas Kneipe. Das ist ja auch so ein wiederkehrendes Motiv, diese Kneipensessions! Und auch hier hast du das ja wieder ganz stimmungsvoll hinbekommen, gerade auch die Idee mit diesem Steinchenspiel finde ich nett. Soll man das Spiel eigentlich als ein echtes erkennen, oder ist das jetzt einfach nur so was Ausgedachtes? So ein bisschen musste ich ja an Backgammon denken, weil ich das auch als Spiel verbucht habe, das man so als Normalmensch nicht versteht, aber wer weiß.
    Nee, das hat kein Vorbild. Musste halt irgendwas passieren da in der Kneipe!

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Finde ich ja schön, wie dieses Thema, ob nun schon Mitternacht bzw. der nächste Tag ist oder nicht, nochmal aufgegriffen wird. Und während anderswo das Bier zu warm ist, ist hier angeblich das Essen zu kalt, auch nicht schlecht. Wer weiß, welche Bedeutung diese scheinbar unwichtigen Details vom Anfang der Geschichte an deren Ende noch haben werden (Ich will es hier für den Fall der Fälle nur schonmal geschrieben haben)!
    Ja, da war natürlich so einiges geplant. Das wäre der ultimative Killertwist geworden!

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Und es setzt sich dann ja auch darin fort, dass sie der Mondkrähe erneut begegnet, oder besser gesagt, dass sie von Thorben zu ihr hingebracht wird. Und erst dann versteht man so richtig, dass die Mondkrähe genausogut Augenkrähe genannt werden würde, und dass die erstmalige Begegnung am zwölften Geburtstag Minkais zur Folge hatte, dass sie – aus welchen Gründen auch immer – ein Auge abgeben musste. Womit Thorbens neuerliche Einäugigkeit dann ja auch geklärt wäre. Das hat jetzt ja auch schon Horror-Faktor! Überhaupt ist diese Szene gruselig gut, auch, wie hier nun alles zusammenläuft. Übrigens finde ich auch, dass das spätestens hier so ein gewisses Dark-Souls-Feeling bekommt. Ich habe nur den ersten Teil gespielt, und den auch nicht vollständig, aber ich mochte die Atmosphäre sehr, und da gibt es ja auch diesen riesigen Raben oder sogar eine Krähe. Und dämonischer Gruselkram und so, das passt ja sowieso zum Spiel!
    Das hatte ich ja schon in der Taverne zugegeben, dass die Krähe aus Dark Souls geklaut ist. Wobei die dort natürlich nicht spricht und auch nicht so viele Augen hat. Aber dieses eindringliche Bild, wenn einen die Krähe am Anfang aus dem Untoten-Knast abholt, das hatte ich auf jeden Fall im Kopf, als ich die Idee für die Person D hatte.
    Die Kathedrale aus dem zweiten Post ist übrigens auch schon an Bloodborne angelehnt, weil man dort ständig durch so finstere und teils heruntergekommene Kirchen und Kathedralen läuft. Da hatte ich dann auch gleich Lust, die Geschichte in so einem Ambiente stattfinden zu lassen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Wahrscheinlich soll man hier als Leser scho wieder irgendetwas Bestimmtes hieraus erkennen, aber wie das mit mir immer so ist ... mit dem Wissen um die Eigenarten der Mondkrähe lässt sich zumindest die Sache mit den fehlenden Augen erklären.
    Nee, da ist dir nix Großartiges entgangen, keine Sorge.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Der vierte Post beginnt mal nicht mit einer Kneipenszene, sondern mit einer waschechten Puffszene! Während die sonstigen Blicke in die Unterhaltungsetablissements der Insel Khorinis dabei eher von drolligem bis prolligem Humor geprägt waren, bekommen wir hier allerlei Absurditäten und auch eine gewisse Deprimiertheit geboten, die so Puffbesuche wohl mit sich bringen! Tatsächlich steht diese deprimierende Stimmung dann auch nach und nach im Vordergrund, denn wie sich hier vollkommen gleichgültige Interaktion zwischen Peck und Nadja, sexuelle Langeweile und eine gehörige Portion Ekel miteinander mischen … ja, also das sollte doch selbst den enthusiastischsten Bordellbesucher ins Grübeln bringen! Ich fand die Szene in ihrer Gefühlsmischung jedenfalls gelungen!
    Ich möchte übrigens ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Szene ausnahmsweise mal nicht direkt aus meinem Leben stammt!

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Das Geschehen mündet dann schnell in das Geschehen rund um Alwin, der im nicht ganz so freundlichen Austausch mit den Milizionären einen Plan enthüllt, der uns natürlich aufmerken lässt: Er will das Drecksmolerat, uns auch als Minkai bekannt, nun endgültig zu Würsten verarbeiten, und diesmal sogar aus Rache! Ist genauer betrachtet ja wirklich witzig, dass Alwin dieses Plan ganz ausdrücklich fasst, obwohl er die Molerats ja letzten Endes so oder so zum Töten hat und das ja eigentlich gar keine wirklicher Racheschwur ist, wenn er verkündet, im Prinzip genau das zu tun, was er sowieso, sprich auch bei normalem Lauf der Dinge, vorgehabt hätte.
    Klar, aber jetzt ist es was Persönliches!

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Und dann gibt es doch noch die unvermeidliche Kneipenszene! Ich habe noch gar nicht nachgezählt, ob du für jeden Post eine neue Kneipe hervorzaubern kannst, zumindest mal den Freibierstand kannst du ja noch verwerten.
    Ich weiß gar nicht, ob das mal irgendwann ganz deutlich geworden ist, aber die Geschichte spielt nach dem Abzug der Paladine und es gibt deshalb keinen Freibierstand mehr. Der hätte dann ja auch schon da stehen müssen, wo jetzt die Wanzenwette stattgefunden hat (na gut, er hätte um die Uhrzeit geschlossen sein können oder so). Ich hatte mir aber tatsächlich schon drei Tavernen überlegt für die restlichen Posts, auch wenn ich bei einer davon noch keine Ahnung hatte, wie ich die in die Story einbauen sollte. Aber das hätte sich bestimmt irgendwie ergeben!

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Hier finde ich den Einstieg auch ganz gut, obwohl mir sofort klar war, dass der Echsenmenschenkram kein „echtes“ Geschehen sein kann, und das habe ich weniger in der Story selbst herausgefunden, sondern einfach durch Kenntnis des Autors: Wolltest so eine Szene als „tatsächliche“ Szene schreiben, hättest du den „Dassss issssssst dassss letzzzzzzte Mal“-Kram wohl eher weggelassen. Deshalb dachte ich früh an eine vorgelesene oder erzählte Geschichte oder ein Theaterstück oder so, letzten Endes entpuppt es sich als Traum Orlans.
    Ja, da hast du sicher recht. War mir sowieso nicht sicher, ob dieser ganze Einstieg jetzt so dolle ist. Aber Einstiege zu finden ist ja manchmal ziemlich schwer, und da war ich dann ganz froh, nochmal was anderes zu haben als sonst.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Nachdem die obligatorische Diskussion, ob es denn eigentlich schon Mitternacht bzw. ein neuer Tag ist, auch abgefrühstückt wurde, tritt dann – für mich unerwartet schnell – auch schon Peck auf den Plan. Und ich muss sagen, sein Auftauchen ist in der Knappheit irgendwie super beschrieben. Also wie er reingerannt kommt und Deckung sucht, Orlan und Rukhar sofort aufspringen, die Schwerzer zücken und mit dem Wolf kurzen Prozess machen … ein bisschen ist das ja so, wie das halt im Spiel passiert, da wird bei sowas ja auch nicht lange gefackelt – wenn die NPCs nicht auf die Idee kommen, erstmal dreimal um den Gegner herumzulaufen, versteht sich!
    Das hatte ich tatsächlich ganz ähnlich vor Augen, also so wie es halt auch im Spiel laufen würde, wenn da plötzlich ein Wolf in die Taverne laufen würde. Der wäre ja auch in wenigen Augenblicken platt. Und es sollte eben auch so ein richtiges Reinplatzen in die Szene sein, deswegen fand ich es auch ganz sinnvoll, dass alles ganz schnell geht an der Stelle.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ab hier ergeben sich (für mich) dann zwei Rätsel. Zum einen wird immer rätselhafter, was eigentlich Abuyins Rolle in dem Ganzen ist. Das wird ja schon immer verdächtiger, dass er da in irgendwelchen Kneipen hockt und komische Fragen stellt! Ich lege mich mal fest: Ihr wird am Ende als der geheime Oberbösewicht entlarvt, auch wenn das Setting für einen Oberbösewicht eigentlich noch gar nicht so richtig Raum geboten hat. Aber egal, es wird schon noch so kommen!
    Dieses Rätsel ist natürlich so beabsichtigt, und zu deiner Mutmaßung sage ich jetzt mal noch nichts, für den Fall dass ich die Geschichte noch fortsetze (nach deinem Kommentar sind die Chancen auf jeden Fall gestiegen ).

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Das zweite Rätsel ist, wohin Alwin eigentlich unterwegs war. Bis jetzt liest sich das ja doch so, als hätten Alwin und die Mondkrähe sich eher zufällig getroffen und dann den entsprechenden Handel abgeschlossen, andererseits kann ich mir das ja aber auch nicht vorstellen, dass Alwin da einfach so zwischen den Grabsteinen herumturnt, obwohl er doch eigentlich auf der Suche nach dem Drecksmolerat ist. So ganz krieg ich das also nicht hintereinander!
    Das hingegen ist halt einfach der Vorgabe geschuldet. Alwin musste halt diesen Pakt mit der Krähe eingehen, und dafür müssen sich die beiden ja irgendwie vor dem Treffen der Krähe mit Minkai getroffen haben. Weil ich die Krähe dämlicherweise aber schon habe sagen lassen, dass sie sich von der Stadt fernhält, musste Alwin dann eben aus der Stadt raus. Warum der nun ausgerechnet auf den Friedhof geht... ja, das ist dann eben schon so eine von diesen Stellen, an denen die Geschichte so ein bisschen unter die Räder kommt. Er latscht da halt einfach so rum auf der Suche nach dem Molerat, ne bessere Erklärung gibt es leider nicht.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ein bisschen mag das auch damit zu tun haben, dass ab hier der ganze Rest des Posts doch sehr im Zeichen der Vorgabe und ihrer Erfüllung lag und es dir wohl auch schwerfiel, all das miteinander zu vereinbaren.
    Absolut. Ich war ja wie gesagt auch schon kurz davor, abzubrechen bei dieser Vorgabe, weil ich mit der ganzen Szene auf dem Mond auch nicht so zufrieden war.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Allein die Sache mit dem Kreidestein ist für denjenigen, der die Vorgaben kennt, ja auch witzig zu lesen, weil es natürlich durchaus auch Minkai ist, die ein Interesse daran hat, das Ding zu behalten, wohl noch viel mehr aber der Autor der Geschichte, der ahnt oder befürchtet, dass mit dem Gegenstand eben nochmal etwas sein könnte, und ihn deshalb möglichst nicht zurücklassen will.
    Ja, das Blöde ist ja auch, dass man als Molerat einen Gegenstand nicht einfach mal so unauffällig die halbe Geschichte lang mit sich rumschleppen kann. Wäre ja auch blöd gewesen, wenn ich im vorletzten Post plötzlich geschrieben hätte: "Minkai holte den Kreidestein aus der linken Backentasche, den sie dort die ganze Zeit über aufbewahrt hatte." Ein Mensch hätte den Stein einfach in die Hosentasche gesteckt und dann wär er halt die ganze Zeit dabei gewesen, aber bei einem Molerat muss das dann leider ständig betont werden.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Beim Auftauchen von Sagitta oder ihren Überresten bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie das so gemeint ist: Ist sie da wirklich noch da, nur untot, oder ist das so eine Art Zauber, ein magisches Überbleibsel von ihr, dass da sozusagen bei Ankunft Minkais automatisch reaktiviert wird, womöglich aufgrund irgendwelcher Familienbande, was von der Mondkrähe so auch irgendwie bezweckt worden ist? Fragen über Fragen, und die sind ja auch nicht ganz unwichtig, wenn man bedenkt, dass Sagitta ja auf jeden Fall vor langer Zeit schon gestorben sein muss! Ganz unabhängig von den Antworten auf diese Fragen hat es das kurze Gespräch auf jeden Fall in sich, zumindest, wenn das stimmt, was da erzählt wird: Sagitta ist Schuld daran, dass auf Khorinis gar kein Mensch mehr geboren wird? Wahnsinn! Und das erklärt ja tatsächlich gut, warum Minkai nicht wie erwartet in einen Menschenkörper gelangt ist. Das ist aber tatsächlich auch eine ganz schön drastische Maßnahme, wenn sie nur zur Verhinderung gedient hat, dass man Sagitta nachfolgt.
    Das war halt so der Teil der Geschichte, den ich die ganze Zeit schon geplant hatte und der auf jeden Fall erklärt werden musste, deswegen musste Sagitta halt einfach noch ihren Auftritt haben, auch wenn sie schon tot ist. Wie das genau gemeint ist, ja, ich dachte eigentlich, dass das schon deutlich wird (jetzt kann ich es dann doch mal wieder sagen ), warum Sagitta da nochmal was sagen kann, obwohl sie tot ist. Ich will es jetzt aber lieber auch nicht erklären, weil ich die Geschichte ja noch nicht ganz abgeschrieben habe. Vielleicht würde ich das im Falle einer Fortsetzung/Überarbeitung zwar eh alles nochmal ganz anders machen, aber lieber mal nicht zu viel ausplaudern, was der Geschichte dann nachher schaden könnte.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Danach wird das Geschehen noch ein bisschen mehr vorgabengetrieben, und es wird schon sehr deutlich, dass du das sonst natürlich nie so geschrieben hättest, wie die Mondkrähe Alwins Beil schwingt und so. Das bisschen plötzliche Action an sich macht sich aber gar nicht mal so schlecht. Der einzige Nachteil ist, dass es die bisher ja doch eher mit Reden (und Augenpicken) in Erscheinung getretene Mondkrähe doch ordentlich entzaubert, weil das ja doch ein recht plumpes Agieren ist.
    Ich glaube, das Problem ist hier aber auch, dass mir die Szene von der Erzählung her nicht so gut gelungen ist. Wenn ich das besser geschrieben hätte mit dem Beilhacken, wäre es vielleicht nochmal was anderes gewesen. Mir hat das aber auch nicht gefallen, wie die Krähe hier dann so drauf ist. Und das wäre ja noch schlimmer geworden, wenn sich die Krähe jetzt auch noch als Geliebte Sagittas herausgestellt hätte. Das passte leider alles gar nicht zu der Figur, die ich mir anfangs ausgemalt hatte. Und dieses ganze Auf-den-Mond-holen-und-dann-gleich-wieder-wegbringen, das ist halt alles eher konfus und eben zu offensichtlich von den Vorgaben geleitet. Wüsste aber im Nachhinein auch nicht, wie ich es besser hätte machen können, außer von Anfang an andere Buchstabenpersonen zu wählen. Da habe ich wahrscheinlich auch einfach zu hoch gepokert, weil ich ja auch immer gerne irgendwas Originelles nehmen möchte und nicht zu sehr auf Nummer Sicher gehen will. Aber das ist dann natürlich schon riskant und kann leider auch schief gehen, wie man sieht.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Und auch die Erklärung mit dem Deal mit Alwin, naja, da will ich nicht durmherumreden, die lässt ja schon ein bisschen zu wünschen übrig, taugt dann wiederum doch aber ganz gut zur Vorgabenerfüllung – aber wohl auch nur dazu. Aber auch diese Dealsache trübt eben ein bisschen das Bild der gerissenen Mondkrähe, die auf einmal auf irgendwelche doch recht banal daherkommenden Handelsgeschäfte eingeht, obwohl sie doch Besseres zu tun haben müsste oder jedenfalls könnte.
    Dann verstehst du ja jetzt bestimmt, wieso ich angesichts der Vorgabe, dass die Krähe im Auftrag von Alwin handelt, so entsetzt war. Das passt wirklich nicht die Bohne, und diese Sache mit diesem Handel war halt das Beste, was mir dazu eingefallen ist. Ich wollte nun auch nicht, dass sich Alwin plötzlich als irgendeine Art Gott oder Überwesen oder so entpuppt, das über die Mondkrähe herrscht. Das hätte ja auch überhaupt nicht zu Alwin gepasst und die Geschichte komplett lächerlich gemacht. War halt schon echt ein harter Brocken, was du dir da hast einfallen lassen!

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Es müsste doch „dazugewonnen hatte“ heißen, oder?
    Öhm, ähm, ja, nein, also, ich glaube da ist sich die Forschung uneinig!

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Aufgemerkt habe ich dann aber auch, weil die Story mit dem Geschehen um Amir und seiner Frau und diesem Tarek, der ominösen Residenz, der Herrschaft der Myrtaner auf dieser offenbar exotisch anmutenden Insel namens Sadouri und so weiter und so fort einen ja wirklich ganz neuen Aspekt hinzugewinnt! Ich dachte ja erst, diese Verhandlung sei jetzt sozusagen der „Ersatz“ oder das Äquivalent zu den sonst üblichen Kneipenszenen, aber hier wurde das Gespräch ja direkt deutlich ernster. Ich finde es jetzt umso mehr schade, dass die Geschichte mit diesem Post erst einmal abbricht, denn diese Szene hier fand ich wirklich richtig, richtig gut geschrieben, und mir schien hier ja wirklich ein ganz eigenes Setting darauf zu warten, noch viel mehr entfaltet zu werden. Mit anderen Worten: Ich habe doch sehr deutlich das Gefühl, dass mir und uns etwas entgangen ist, dadurch, dass der Wettbewerbsbeitrag nun von dir als gescheitert erklärt wurde. Ächz!
    Ja, da wäre natürlich noch was gekommen. Diese Szene (und die daran anschließende, die noch gekommen wäre) wollte ich übrigens eigentlich schon viel früher in der Geschichte drin haben, bin dann aber zeitlich nie dazu gekommen. Und dann habe ich mich sehr geärgert, als die fünfte Vorgabe kam, weil diese beiden Szenen sehr gut als Vorbereitung dazu funktioniert hätten und es dann natürlich fantastisch gewesen wäre, sie schon früher in der Geschichte drin zu haben und nicht erst in dem Post, in dem dann diese Vorgabe kommt.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Und um jetzt doch noch sowas wie ein Fazit zu dieser Geschichte zu ziehen:

    Dem stimme ich nicht zu, denn:

    So und nicht anders! Wobei ...

    ... ich da rückblickend insofern zustimmen kann, dass ich bei deinem abgebrochenen Wettbewerbsbeitrag vom letzten Mal nochmal deutlich enttäuschter war und ich das damals irgendwie auch plötzlicher fand als dieses Mal. Denn hier war ja zumindest im letzten, als ich meine insgesamt vorletzten Post doch klar geworden, dass du ein bisschen mit den Vorgaben strugglest, und deshalb war das Geschehen auf dem Mond, so vielversprechend das ja auch angekündigt war, durch eben diese Vorgaben schon zerschossen worden. Mit anderen Worten: Einen leichten Qualitätsabfall hatte ich schon bemerkt, und du hattest ja auch öffentlich viel an den Vorgaben gehadert. Von daher habe ich es auch schon befürchtet, dass du mit diesem Beitrag nicht durchhalten würdest.
    Ja, bei der letzten Geschichte wären die ganzen Probleme wahrscheinlich erst offensichtlich geworden, wenn ich dann den nächsten Beitrag geschrieben hätte. Das war diesmal dann beim vierten Post wirklich schon ziemlich deutlich. Ich hatte davon unabhängig aber auch die ganze Zeit das Gefühl, dass so ein bisschen der "emotionale Kern" fehlt, zumindest auf individueller Ebene. Also dass es so eine Konstellation von Figuren gibt, mit denen man sympathisieren bzw. mit denen man irgendwie was anfangen kann. Hier wechseln die Figuren ja ständig durch, und Minkai lernt man erst sehr langsam über die Rückblenden kennen. Und dann ist sie auch noch ständig als Molerat unterwegs und kann sich mit niemandem unterhalten. Da waren die Hauptfiguren aus "Glas" einfach nahbarer und auch mit mehr (erkennbarer) Tiefe ausgestattet. Zumindest ist das mein Gefühl. Das liegt natürlich auch daran, dass die Einsamkeit so ein Thema der Geschichte ist und es da auch nicht gepasst hätte, wenn Minkai mit irgendeinem Buddy rumgelaufen wäre. Aber vermutlich hätte es noch mehr Rückblenden geben müssen, damit man ein besseres Gefühl dafür bekommt, mit wem man es da zu tun hat. (War ja auch noch geplant für den Post 5, aber naja... )

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Nichtsdestotrotz hätte ich die Story echt gerne weitergelesen, gerade weil sie mit dem Geschehen um Amir noch so richtig eine zweite Luft bekommen hat! Wie viel ernster Gehalt noch in der angeschlossenen Minkai-Szene steckte, weiß ich nicht, sodass offen ist, wie es da wirklich weitergegangen wäre, aber alleine für den Rest hätte es sich gelohnt!
    Ich hätte auch eigentlich schon noch Lust, diese ganzen Sachen mit Amir usw. noch weiterzuschreiben. Vielleicht würde ich dann den vierten Post wieder rausnehmen und ohne Vorgaben weitermachen. Wobei das jetzt auch schwierig ist, diese ganzen Sachen dann auch wieder zu vergessen und ganz anders weiterzumachen. Naja, mal schauen. Ich habe aber hier eher das Gefühl, dass ich da noch was draus machen könnte, als bei der letzten Geschichte, die leider einfach zu verworren war.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Im Übrigen habe ich ja das Gefühl, dass das Gerede um die geheime Taverne eventuell sogar auch was mit dem (geplanten) Fortgang der Geschichte zu tun haben könnte und nicht nur Ulk war! Im Übrigen fand ich die Szene mit der Rattenfamilie, wenn auch nur eine Rausschmeißerszene zum Wettbewerbsabbruch, ja schon irgendwie sehr verstörend, das ist ja ein Familiengeflecht voller psychischem Missbrauch, wenn man sich das mal so durchliest, was die sich an den Kopf werfen.
    Die Szene hab ich ja übrigens zuerst als tatsächliche Weiterführung der Geschichte geschrieben. Ich hing an dieser jetzt mittleren Szene fest, wo Minkai und die Krähe irgendwie in Sagittas Höhle gelangen mussten, was mir aber schon wieder so konstruiert und doof vorkam, dass ich da nicht weitergekommen bin. Und in so einer Situation, wenn man so festhängt, finde ich es manchmal ganz hilfreich, einfach mal spontan das zu schreiben, worauf man gerade Lust hat. Das war dann halt diese Rattenszene. Aber als ich die fertig hatte, war ich dann auch nicht schlauer als vorher. Aber wenigstens hatte ich eine ganz tolle Schlussszene!

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Fehler in diesem letzten Post:

    Da muss es doch das „Beste“ heißen, oder?
    Ja, stimmt. Ich bin ganz begeistert, dass da nur ein einziger Fehler drin ist, ich war nämlich zu deprimiert zum Korrekturlesen.

    Vielen Dank für den ausführlichen und wirklich großartigen Kommentar, John! Das freut mich jetzt einerseits in der Hinsicht, dass die ersten drei Posts ja tatsächlich so gut bei dir angekommen sind, wie ich mir das erhofft hatte, und bestätigt mich aber auch andererseits darin, dass es keinen großartigen Sinn gemacht hätte, die Geschichte jetzt noch gemäß der Vorgaben weiterzuführen. Die sechste Vorgabe jetzt ist ja fast noch schlimmer für die Geschichte als die fünfte, mit Alwins Ringelschwanzlosigkeit. Gut, ich hätte die Story dann zu einer komplett albernen Witzstory machen können, aber da hatte ich auch keine Lust drauf und das wäre dann auch irgendwie deprimierend gewesen. Vielleicht kann ich mich ja dazu aufraffen, zum Story-Wettbewerb noch was draus zu machen, mal schauen.

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    John Irenicus is offline
    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Ich weiß gar nicht, ob das mal irgendwann ganz deutlich geworden ist, aber die Geschichte spielt nach dem Abzug der Paladine und es gibt deshalb keinen Freibierstand mehr.
    Ah, doch, das wurde an irgendeiner Stelle doch recht deutlich gesagt, meine ich. Ich hatte es bei der Anmerkung nur einfach nicht mehr im Kopf.

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Ja, bei der letzten Geschichte wären die ganzen Probleme wahrscheinlich erst offensichtlich geworden, wenn ich dann den nächsten Beitrag geschrieben hätte. Das war diesmal dann beim vierten Post wirklich schon ziemlich deutlich. Ich hatte davon unabhängig aber auch die ganze Zeit das Gefühl, dass so ein bisschen der "emotionale Kern" fehlt, zumindest auf individueller Ebene. Also dass es so eine Konstellation von Figuren gibt, mit denen man sympathisieren bzw. mit denen man irgendwie was anfangen kann. Hier wechseln die Figuren ja ständig durch, und Minkai lernt man erst sehr langsam über die Rückblenden kennen. Und dann ist sie auch noch ständig als Molerat unterwegs und kann sich mit niemandem unterhalten. Da waren die Hauptfiguren aus "Glas" einfach nahbarer und auch mit mehr (erkennbarer) Tiefe ausgestattet. Zumindest ist das mein Gefühl. Das liegt natürlich auch daran, dass die Einsamkeit so ein Thema der Geschichte ist und es da auch nicht gepasst hätte, wenn Minkai mit irgendeinem Buddy rumgelaufen wäre. Aber vermutlich hätte es noch mehr Rückblenden geben müssen, damit man ein besseres Gefühl dafür bekommt, mit wem man es da zu tun hat. (War ja auch noch geplant für den Post 5, aber naja... )
    Naja, mit Minkai konnte ich schon irgendwie mitfühlen und ich fand das auch ganz richtig so, dass sie da sehr auf sich gestellt ist. Aber es stimmt schon, dadurch, dass die meisten anderen Figuren um sie herum oft "durchwechseln" oder eben zum Beispiel im Falle der Krähe per se keine Figuren sind, mit denen man im eigentlichen Sinne sympathisieren könnte, konzentriert sich das natürlich sehr auf Minkai. Und da sehe ich jetzt gar nicht mal so das Problem, dass sie sich nicht mit anderen Leuten unterhalten könnte, sondern dass man - für die Geschichte als solche ja nur sehr passend - eben doch relativ wenig über sie und ihre Herkunft weiß und das erst nach und nach so ein bisschen enthüllt wird.

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    Lady Xrystal is offline
    Ich habe mich ja damit zurückgehalten, die Geschichten meiner SnB-Konkurrenten zu lesen, hauptsächlich, weil ich Angst davor habe, dass mir angesichts der (sicherlich großartigen) anderen Geschichten die Motivation für meinen eigenen Beitrag flöten geht. Nun hat Laido aber offiziell seinen Ausstieg aus dem diesjährigen Wettbewerb verkündet - der perfekte Zeitpunkt also, um seine Geschichte endlich mal anzulesen.

    Ähnlich wie John ließ sich auch meine Neugier von Laidos Spoilerwarnung nicht abschrecken und so habe ich mir die Zuordnungen schon vor dem Lesen des eigentlichen Textes angeschaut. Wertester Laido, bitte verzeihe mir!

    Ich hatte ja schon im zugehörigen Diskussionsthread grob mitbekommen, worum es in deiner Geschichte geht. Dass du dich mit Minkai für einen tierischen Protagonisten entschieden hast, finde ich sehr erfrischend und ehrlich gesagt habe ich angesichts seines/ihres Gebrechens eher eine niedliche, unbeschwerte Fabel über ein Molerat, das seinen Ringelschwanz sucht, erwartet. Der Einstieg mit der Kneipenszene, inklusive Kotze und blutigen Wunden, hat mich daher kalt erwischt. Ich habe ja durchaus einen starken Magen, aber die Beschreibung Alwins, wie er da in die Kneipe schlendert, kam nicht nur unerwartet sondern war auch ziemlich, na ja, eklig.

    Generell gefällt mir die Atmosphäre, die du da mit deiner ersten Szene aufbaust. Das alles hat sowas Stammtischartiges, inklusive Halbwahrheiten, Parolen und Gothic-Zitaten. Wobei, ich muss zugeben, dass mir Letzteres stellenweise zu erzwungen schien. Konkret meine ich diesen Absatz:

    „Ich hab es immer noch drauf“, brummte Kardif und zerquetschte genüsslich eine dicke Fliege zwischen den Fingern, die gerade dabei war, in einer der halb getrockneten Bierlachen auf dem Tresen zu ersaufen.
    „Das war’s mit dir, du Mistvieh.“
    Das erste Zitat passt super gut in die Situation und hat mich sofort zum schmunzeln gebracht. Der anschließende Teil dagegen wirkt, wie gesagt, sehr erzwungen. Weder der Handlungsverlauf noch die Charakterisierung Kardifs erfordern das Zerquetschen der Fliege, die ja auch im Nachhinein keine wirkliche Rolle mehr spielt.
    Mag sein, dass das Korintenkacke ist, oder auf jeden Fall meckern auf sehr hohem Niveau, aber der ganze Absatz wirkt auf mich, als wolltest du unbedingt noch einen typischen Gothic-Spruch hinterherschieben, was ja prinzipiell nichts Schlechtes ist, an dieser Stelle aber durch die Belanglosigkeit der Szene nicht so richtig zünden kann. So im Nachhinein betrachtet hat mich dieser Absatz auch richtig aus der Geschichte und damit aus der Atmosphäre rausgezogen, weshalb ich jetzt so darauf rumreite.

    Aber, weiter im Text. Zu der Beschreibung Alwins und dessen Wunden habe ich mich ja bereits geäußert. Herrlich ist da die Reaktion der Kneipengäste, die sich ja so komplett unaufgeregt verhalten, so als wären solcherlei Brand- und Fleischwunden das Normalste der Welt. Alriks Vorschlag, Alwin solle erstmal ein Bier trinken, weckt dann auch eher den Eindruck, als leide Alwin an Herzschmerz aufgrund einer verflossenen Liebschaft und nicht an offenen, möglicherweise lebensbedrohlichen Wunden.
    Auch hier zeigt sich wieder, wie herrlich skurril du nicht nur das Setting, sondern eben auch das Spiel in die Geschichte verwoben hast. Ein paar Höllenpilze und die gröbsten Verletzungen sind verschwunden.
    Die anschließende Erzählung, wie es denn überhaupt zu Alwins Verletzungen kam, ist inhaltlich drollig und sprachlich sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt. Der ganze Teil liest sich so schön flüssig, weil du dich nicht einer einfachen Rückblende bedienst, sondern Alwin selbst erzählen lässt, in seinen eigenen Worten, in denen man seine Aufgebrachtheit richtig spüren kann. Das ist generell eine ganz große Stärke deines Posts: Jede Figur hat eine ganz eigene Art zu sprechen, wodurch ich sie alle, trotz einer gewissen Tölpelhaftigkeit und zuweilen zweifelhafter Moral, irgendwie liebgewonnen habe. Auch, wenn keiner von ihnen (außer natürlich Alwin) eine Buchstabenperson ist, so hoffe ich doch irgendwie, dass du im Laufe der Geschichte nochmal zu dieser Kneipenkonstellation zurückkehrst, weil das Zusammenspiel der Charaktere super unterhaltsam ist.

    Ja und dann, dann ist der erste Post auch schon vorbei und ich bin ehrlich gesagt ein wenig verdutzt. Ehrlich gesagt habe ich erwartet, dass noch eine Szene aus Sicht des Molerat folgt, wobei ich natürlich durch den Wettbewerb geschädigt bin und irgendwie erwartet habe, dass eine Person, die explizit in der Vorgabe vorgegeben wurde, im zugehörigen Beitrag auch in Persona auftritt. Aber das ist jetzt ein sehr subjektives, vom Wettbewerb beeinflusstes Gefühl. Denn wenn ich mir den verheißungsvollen Schlusssatz so ansehe, dann wirkt der erste Beitrag schon ziemlich abgeschlossen, rund und stimmig.

    Insgesamt kann ich nur sagen, dass ich von der erzählerischen Kunst in deinem ersten Beitrag begeistert bin. In der Kneipenszene schaffst du es mit Leichtigkeit, Ruhrpottcharme und laidoesquen Humor zu einem vergnügsamen Konstrukt zu verbinden. Besonders imponiert hat mich, wie du eine so große Gruppe an handelnden Personen mühelos handhabst, indem du jedem einzelnen Handlungsträger eine eigene Meinung in den Mund legst, die jeden von ihnen fast im Alleingang zu charakterisieren vermag. Also auch für mich, die Gothic 2 schon sehr lange nicht mehr gespielt hat und die meisten Namen nicht mehr mühelos dem entsprechenden NPC im Spiel zuweisen kann, entstand ein lebhaftes Bild voller eigenständig denkenden Figuren, was einfach beneidenswert toll ist.

    Die nächsten Beiträge werde ich mir auch noch zu Gemüte führen. Ich bin sehr gespannt, wie du die kommenden Vorgaben umsetzt und vor allem auch, ob Minkai in späteren Beiträgen auch mal selbst zu Wort kommen darf und vor allem, ob es wirklich zu Wort kommt, oder ob der Leser nur in die Gedankenwelt des Molerat eintauchen wird.

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    Laidoridas is offline
    Quote Originally Posted by Lady Xrystal View Post
    Ich habe mich ja damit zurückgehalten, die Geschichten meiner SnB-Konkurrenten zu lesen, hauptsächlich, weil ich Angst davor habe, dass mir angesichts der (sicherlich großartigen) anderen Geschichten die Motivation für meinen eigenen Beitrag flöten geht. Nun hat Laido aber offiziell seinen Ausstieg aus dem diesjährigen Wettbewerb verkündet - der perfekte Zeitpunkt also, um seine Geschichte endlich mal anzulesen.
    Das ist ja super, ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass die Geschichte so schnell (oder überhaupt ) nochmal von jemandem gelesen wird.

    Quote Originally Posted by Lady Xrystal View Post
    Ähnlich wie John ließ sich auch meine Neugier von Laidos Spoilerwarnung nicht abschrecken und so habe ich mir die Zuordnungen schon vor dem Lesen des eigentlichen Textes angeschaut. Wertester Laido, bitte verzeihe mir!
    Ja nun, es geht ja nicht um mich, sondern um euer Leseerlebnis! Ich hatte halt das Gefühl, dass der zweite Post spannender ist, wenn man nicht von Anfang an weiß, welche Buchstabenperson Minkai ist. Aber gut, an mir lag es nicht, ich habe getan was ich konnte.

    Quote Originally Posted by Lady Xrystal View Post
    Ich hatte ja schon im zugehörigen Diskussionsthread grob mitbekommen, worum es in deiner Geschichte geht. Dass du dich mit Minkai für einen tierischen Protagonisten entschieden hast, finde ich sehr erfrischend und ehrlich gesagt habe ich angesichts seines/ihres Gebrechens eher eine niedliche, unbeschwerte Fabel über ein Molerat, das seinen Ringelschwanz sucht, erwartet.
    Echt? Obwohl da noch Alwin als Person B mitmischt?

    Quote Originally Posted by Lady Xrystal View Post
    Das erste Zitat passt super gut in die Situation und hat mich sofort zum schmunzeln gebracht. Der anschließende Teil dagegen wirkt, wie gesagt, sehr erzwungen. Weder der Handlungsverlauf noch die Charakterisierung Kardifs erfordern das Zerquetschen der Fliege, die ja auch im Nachhinein keine wirkliche Rolle mehr spielt.
    Mag sein, dass das Korintenkacke ist, oder auf jeden Fall meckern auf sehr hohem Niveau, aber der ganze Absatz wirkt auf mich, als wolltest du unbedingt noch einen typischen Gothic-Spruch hinterherschieben, was ja prinzipiell nichts Schlechtes ist, an dieser Stelle aber durch die Belanglosigkeit der Szene nicht so richtig zünden kann. So im Nachhinein betrachtet hat mich dieser Absatz auch richtig aus der Geschichte und damit aus der Atmosphäre rausgezogen, weshalb ich jetzt so darauf rumreite.
    Gerade für die Charakterisierung Kardifs finde ich das Zerquetschen der Fliege jetzt schon nicht ganz unwichtig. Der doppelte Gothic-Spruch, das war dann schon absichtlich so ein bisschen penetrant gemacht, und die Belanglosigkeit sollte dann eben so ein bisschen der Witz an der Sache sein. (Das sind jetzt aber schon mehr Gedanken, als ich mir beim Schreiben dazu gemacht habe. ) Kann aber auch verstehen, wenn man das eher doof findet.

    Quote Originally Posted by Lady Xrystal View Post
    Die anschließende Erzählung, wie es denn überhaupt zu Alwins Verletzungen kam, ist inhaltlich drollig und sprachlich sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt. Der ganze Teil liest sich so schön flüssig, weil du dich nicht einer einfachen Rückblende bedienst, sondern Alwin selbst erzählen lässt, in seinen eigenen Worten, in denen man seine Aufgebrachtheit richtig spüren kann. Das ist generell eine ganz große Stärke deines Posts: Jede Figur hat eine ganz eigene Art zu sprechen, wodurch ich sie alle, trotz einer gewissen Tölpelhaftigkeit und zuweilen zweifelhafter Moral, irgendwie liebgewonnen habe.
    Das freut mich wirklich, weil ich mir gar nicht so sicher war, ob die Unterschiede da so deutlich geworden sind. Finde das auch immer nicht so leicht, jeder Person dann auch wirklich einen eigenen Charakter zu verleihen (und das Problem wird im Laufe der Geschichte auch nicht kleiner werden ). Aber schön, dass es hier anscheinend geklappt hat.

    Quote Originally Posted by Lady Xrystal View Post
    Die nächsten Beiträge werde ich mir auch noch zu Gemüte führen. Ich bin sehr gespannt, wie du die kommenden Vorgaben umsetzt und vor allem auch, ob Minkai in späteren Beiträgen auch mal selbst zu Wort kommen darf und vor allem, ob es wirklich zu Wort kommt, oder ob der Leser nur in die Gedankenwelt des Molerat eintauchen wird.
    Ich bin auch mal schwer gespannt, was du vom weiteren Verlauf so halten wirst.

    Ja, das war ja mal eine großartige Überraschung. Einmal der Kommentar an sich, und dann auch noch so voll des Lobes. Dabei dachte ich nach der Fliegenkritik am Anfang schon, dass mir meine Story jetzt aber mal links und rechts um die Ohren gehauen wird, aber da hab ich ja nochmal Glück gehabt. Vielen Dank, Xrüssi!

  6. View Forum Posts #6 Reply With Quote
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    Cherry Pie is offline
    Mir ist da an Laidos Reaktion auf meinen Kommentar nochwas aufgefallen. Was meint ihr: Bloße Stilblüte oder schonungsloses Plagiatsgeständnis?

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Ich will es jetzt aber lieber auch nicht erklären, weil ich die Geschichte ja noch nicht ganz abgeschrieben habe.

  7. View Forum Posts #7 Reply With Quote
    Deus Laidoridas's Avatar
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    Laidoridas is offline
    John Irenicus,
    wie lange möchtest du mit deinem ZA Cherry Pie noch Stimmung gegen mich machen?

    Meiner Meinung nach gehört dergleichen verboten und sollte in die Forenregeln aufgenommen werden.

  8. View Forum Posts #8 Reply With Quote
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    John Irenicus,
    wie lange möchtest du mit deinem ZA Cherry Pie noch Stimmung gegen mich machen?

    Meiner Meinung nach gehört dergleichen verboten und sollte in die Forenregeln aufgenommen werden.
    Wir sind Viele, also ziehe nicht unseren Zorn auf dich

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    John Irenicus,
    wie lange möchtest du mit deinem ZA Cherry Pie noch Stimmung gegen mich machen?

    Meiner Meinung nach gehört dergleichen verboten und sollte in die Forenregeln aufgenommen werden.
    Wenn in deiner Stadt Brandstifter Häuser abfackeln, dann wirst du dein Haus auch bewachen wollen, bevor du weißt, ob du betroffen bist. Und der Schaden für das Gemeinwohl ist auch evident, falls du nicht persönlich betroffen bist. Also versuchst du auch, deine Nachbarn mitzuschützen.

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    Lord Regonas hat seiner Story "Das Erbe der Druiden" ja schon vor einiger Zeit einen kleinen neuen Post hinzugefügt. Ich sage dazu nun: Miguel wurde widerlegt! Denn während er vorher geätzt hatte, dass die Miliz entweder korrupt oder außerdienstlich im Hafenviertel unterwegs sei, hat nun ein Milizsoldat ja tatsächlich und überdies sehr effizient und wirkungsvoll die anschwellende tätliche Auseinandersetzung zwischen Miguel und Nagur beendet. Oder sagen wir mal, zumindest aufgeschoben. Da kann Miguel ja jetzt nicht behaupten, dass die Miliz nicht für Ordnung sorgen würde! Wobei Miguel natürlich eine andere Art von "Ordnung" an dieser Stelle vorgeschwebt hat und er entsprechend nicht zufrieden damit ist. Es ist auch bemerkenswert, dass er sich gegen den Milizionär nun nicht (gewaltsam) auflehnen wollte und auch den Konflikt in der Kneipe gescheut hat. Von daher hat er wohl doch noch so etwas wie Skrupel, was die Anwendung von Gewalt betrifft.



    Ja, und dann wurden noch zwei weitere Storys aus der Feder von Regonas' fortgesetzt, nur dass dieser die Feder flugs an Ajnif weitergeleitet und sie - ja nicht zum ersten Mal - als Gastautorin engagiert hat. Da bin ich ja mal gespannt!

    Die Szene in "Raumschiff Star Bug" ist rätselhaft und aufschlussreich zugleich. Aufschlussreich ist die Erwähnung Moes, der in der anderen gleich noch zu besprechenden Story ja irgendwie weggebeamt worden war, und ganz offenbar besteht da eine Verbindung zu dieser Story und dem Mighty Alien Zwerg (der hier in diesem Post ja auch auf einmal ein bisschen anders benannt wird, nebenbei bemerkt). Rätselhaft bleibt das wie und warum und vor allem, wer diese Person ist, mit der der Mighty Alien Dwarf in dieser Sumpfszenerie spricht. Stimmungsvoll ist es dennoch. Und jetzt bin ich ja mal gespannt, welchen Superheldenaktivitäten Moe nun nachgehen wird. Erfahren werden wir es vielleicht ...

    ... im neuen Post von "Sein Name ist Moe", der ja unumwunden und ganz offen mit dem Hinweis beginnt, dass wir uns nun im Khorinis einer alternativen Realität befinden. Und tatsächlich geht es hier auf einmal nicht mehr um wildgewordene Fleischwanzen, sondern es wird auf den Tsnuami angespielt, der Khorinis in "Raumschiff Star Bug" heimgesucht hatte. Moe in seiner - von Ajnif ebenso passend dargestellten - Schroffheit will nun aber erst einmal nichts von Heldentaten und irgendeinem Meister wissen. Aber man kann ja ahnen, dass er trotzdem irgendwie in die Sache hineingeraten wird.

    Tja, die spannende Frage ergibt sich nun aus dem Zusammenspiel der beiden Storys, und für mich betrifft sie vor allem erzählerische oder "organisatorische" Dinge: Wo wird es jetzt wie in den beiden Storys weitergehen? Wird nur eine fortgesetzt, werden beide fortgesetzt? Wird Ajnif weiterschreiben, wird der Lord weiterschreiben? Oder werden sie die Geschichten nun auf sich aufteilen und von je einer Perspektive auf das Geschehen blicken? Vieles ist möglich. Ich lasse mich da mal überraschen.
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    Lord Regonas hat seiner Story "Das Erbe der Druiden" ja schon vor einiger Zeit einen kleinen neuen Post hinzugefügt. Ich sage dazu nun: Miguel wurde widerlegt! Denn während er vorher geätzt hatte, dass die Miliz entweder korrupt oder außerdienstlich im Hafenviertel unterwegs sei, hat nun ein Milizsoldat ja tatsächlich und überdies sehr effizient und wirkungsvoll die anschwellende tätliche Auseinandersetzung zwischen Miguel und Nagur beendet. Oder sagen wir mal, zumindest aufgeschoben. Da kann Miguel ja jetzt nicht behaupten, dass die Miliz nicht für Ordnung sorgen würde! Andernfalls könnt ich jetzt argumentieren, dass der Soldat Nagur auch einfach nur beschützen wollte. Wobei Miguel natürlich eine andere Art von "Ordnung" an dieser Stelle vorgeschwebt hat und er entsprechend nicht zufrieden damit ist. Es ist auch bemerkenswert, dass er sich gegen den Milizionär nun nicht (gewaltsam) auflehnen wollte und auch den Konflikt in der Kneipe gescheut hat. Von daher hat er wohl doch noch so etwas wie Skrupel, was die Anwendung von Gewalt betrifft. Ich dachte bisher, dass dies durchaus bewusst sei. Das Miguel eben nur nach Gerechtigkeit verlangt, ohne dabei jedoch die berühmten Kollateralschäden zu riskieren.



    Ja, und dann wurden noch zwei weitere Storys aus der Feder von Regonas' fortgesetzt, nur dass dieser die Feder flugs an Ajnif weitergeleitet und sie - ja nicht zum ersten Mal - als Gastautorin engagiert hat. Da bin ich ja mal gespannt!

    Die Szene in "Raumschiff Star Bug" ist rätselhaft und aufschlussreich zugleich. Aufschlussreich ist die Erwähnung Moes, der in der anderen gleich noch zu besprechenden Story ja irgendwie weggebeamt worden war, und ganz offenbar besteht da eine Verbindung zu dieser Story und dem Mighty Alien Zwerg (der hier in diesem Post ja auch auf einmal ein bisschen anders benannt wird, nebenbei bemerkt). Rätselhaft bleibt das wie und warum und vor allem, wer diese Person ist, mit der der Mighty Alien Dwarf in dieser Sumpfszenerie spricht. Stimmungsvoll ist es dennoch. Und jetzt bin ich ja mal gespannt, welchen Superheldenaktivitäten Moe nun nachgehen wird. Erfahren werden wir es vielleicht ...

    ... im neuen Post von "Sein Name ist Moe", der ja unumwunden und ganz offen mit dem Hinweis beginnt, dass wir uns nun im Khorinis einer alternativen Realität befinden. Und tatsächlich geht es hier auf einmal nicht mehr um wildgewordene Fleischwanzen, sondern es wird auf den Tsnuami angespielt, der Khorinis in "Raumschiff Star Bug" heimgesucht hatte. Moe in seiner - von Ajnif ebenso passend dargestellten - Schroffheit will nun aber erst einmal nichts von Heldentaten und irgendeinem Meister wissen. Aber man kann ja ahnen, dass er trotzdem irgendwie in die Sache hineingeraten wird.

    Tja, die spannende Frage ergibt sich nun aus dem Zusammenspiel der beiden Storys, und für mich betrifft sie vor allem erzählerische oder "organisatorische" Dinge: Wo wird es jetzt wie in den beiden Storys weitergehen? Wird nur eine fortgesetzt, werden beide fortgesetzt? Wird Ajnif weiterschreiben, wird der Lord weiterschreiben? Oder werden sie die Geschichten nun auf sich aufteilen und von je einer Perspektive auf das Geschehen blicken? Vieles ist möglich. Ich lasse mich da mal überraschen.


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    Zu Moe und Star Bug:
    Es ist noch zu früh, für irgendwelche Äußerungen diesbezüglich. Ich möchte dieses Projekt nicht tot diskutieren. Ich möchte es einfach entstehen lassen und werde dann am Ende sehen, ob es funktioniert.

    Vielen Dank!
    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul,
    ash nazg thrakatulûk, agh burzum-ishi krimpatul

    Signum

  12. View Forum Posts #12 Reply With Quote
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    John Irenicus is offline
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    Was MiMos 2. Wettbewerbsbeitrag zu Schreim naoch Buchstohm 5 (mittlerweile „Turm mit Moos – Hut mit Loch“ betitelt) angeht, bin ich ja sehr gespannt, was daraus noch wird. Aber wer weiß – vielleicht wird aus diesem hastig zusammengezimmerten Anfang ja noch der Überraschungskandidat dieses Wettbewerbs!

    Der erste Post jedenfalls endet doch sehr offen, wenn man so will! Bei Korshaan bin ich übrigens, ähnlich wie bei Thorniaiaiaiaiaiaria in der anderen Story, erstmal wieder erschrocken, aber auch hier wird sich das Geschehen ja (hoffentlich?) nicht auf die Südlichen Inseln nach ArcaniA-Lesart verlagern. Erwähnenswert: Der Einsatz des Gegenstandes, des Turmschlüssels, den Joe ja nicht einmal selbst bedient, sondern der von der Wache eingesetzt wird. Auch das erfüllt die Vorgabe ja einwandfrei, und ich finde, das ist eine schöne Lösung.

    Fehler im ersten Post:
    Seit Rengaru ihn vor ungezählten Tagen hier eingesperrt hatte - zweiffellos, um ihn für immer zum Schweigen zu bringen - hatte niemand die Tür geöffnet.
    zweifellos



    Der zweite Post ist deutlich länger, als von mir erwartet. Also gut, ich hatte ja kurz überlegt, ob sich die Story vielleicht nicht doch noch zu einer größer angelegten Geschichte auswachsen könnte, aber ich hatte jetzt schon gedacht, dass die Länge des ersten Posts Maßstab bleiben wird. Wobei: Wenn man alles einfach so herunterschreibt, dann sind längere Posts ja fast schon einfacher als kürzere Posts – beim Speedbattlen merkt man das ja auch häufiger mal, wenn man die restlichen 2 Minuten der Zeit dann noch aufs Kürzen verwenden muss.

    Die wesentlichen inhaltlichen Aspekte sind für mich die Fortschreibung von Joes Gebrechen – von der Vorgabe ja auch ein bisschen so verlangt – und vor allem das Ende des Posts. Wird es jetzt eine Serie von Racheakten und Selbstjustiz geben? Es sieht fast so aus. Aber dir traue ich auch zu, dass es einen großen Twist gibt, und dass Joe jetzt gar nicht auf sowas aus ist. Man wird es sehen. Gut gefallen hat mir übrigens auch, wie du das Gebrechen, das die Reise beschwerlich macht, mit dem Gegenstand B, diesen Hut, verknüpft hast. Das wirkt – abgesehen davon, dass der Hut ja schon ein sehr besonderer ist – doch recht ungezwungen, wie Joe den aufhebt und mitnimmt.

    Fehler im zweiten Post:
    Joe ahnte, dass er nichts besseres kriegen würde und schnappte ihn dem Wirt aus der Hand.
    Besseres
    Joe wollte mit seiner Hand nach dem Reveirs des listigen Wirts greifen
    Revers



    Der dritte Post – der am schnellsten angefertigte in der bisherigen SnB-Geschichte – ist dann in Sachen Länge wieder auf bzw. noch unter das Niveau des ersten Posts der Story gestutzt. Die Vorgabe wird hier schnell abgehakt, wobei es mir ganz gut gefällt, aus welchen Gründen bzw. in welcher Konstellation Joe als Person A und Meldor als Person D gemeinsam aufbrechen. Eher schwach ausgepräg ist dafür der Teil, dass Joe in Meldor eine alte Bekanntschaft trifft. Die könnten sich genau so gut das erste Mal richtig gesehen haben, die beiden. Aber na gut, will ich mal so gelten lassen!



    Der vierte Post enthält eine Ansage, die sich gewaschen hat:
    "Wir können dich nicht umbringen, weil dein Blut ein giftiges Gas aussondern würde. Deshalb müssen wir dich einsperren, bis du verhungerst."
    Da weiß man doch direkt Bescheid! Und so stellt sich Joes Schicksal nun als noch unglücklicher heraus als ohnehin schon vermutet.

    Ein bisschen gekünstelt erscheint ja diese Hierarchie, die sich hier entspinnt: Lord Andre ist in die Sache verwickelt und hat Rengaru beauftragt, welcher wiederum Meldor beauftragt hat. Diese "Befehlskette" hätte es ohne die Vorgaben nun auch sicherlich nicht gegeben (naja, die gesamte Geschichte ja auch nicht, von daher erübrigt sich dieser Hinweis eigentlich). Und sogar Ignaz hängt ja noch halbwegs aktiv mit drin! Alle gegen Joe, könnte man auch sagen.

    In diesem Post werden die Vorgaben wieder einmal kurz und knackig abgehandelt, wobei es bemerkenswert ist, dass Joe sogar schon wieder zurück zu Ort A gebracht wurde. Da hat aber jemand Nägel mit Köpfen gemacht! Ich bin dann mal gespannt, wie sich das weitere Vorgehen im nächsten Post unter Vorgabe 5 gestalten wird ...



    Der fünfte Post gefällt mir in seiner erneuten Knappheit ja mal gar nicht so schlecht! Denn selbst mit dem Wissen, dass das Ganze natürlich wieder höchst vorgabengetrieben ist, liest sich das alles gar nicht mal soooo unglaubwürdig. Dass insbesondere Meldor so ein bisschen dämlich ist und vorher gar nicht daran gedacht hat, dass er mit den Tränen auch Lehmar wieder zum Leben erwecken kann, passt doch eigentlich ganz gut, ebenso wie sein sehr impulsives Verhalten. Und auch, dass Lehmar ihn einst von der Straße holte, wirkt doch gar nicht mal so weit hergeholt. Das erneute Auftauchen Rengarus ist jetzt zwar nicht ganz so spektakulär und durcheinanderwirbelnd, wie die Vorgabe verlangt hat, aber aus dem Setting hier ließ sich wohl auch nicht viel mehr herausholen! Und auch wenn das Zeitknappheit und vielleicht auch mangelnden Ideen geschuldet ist: Dass Meldor am Anfang der Szene wie beschrieben seltsam unzusammenhängend spricht bzw. das Gespräch mittendrin losgeht, das hat mir auch gut gefallen, denn manche Gespräche verlaufen doch auch manchmal wirklich so. Ein Extembeispiel ist da ja „mein“ HNO-Arzt: Als ich das erste Mal bei ihm war, redete er erst noch mit einer Sprechstundenhilfe über einen Patienten, und als die Sprechstundenhilfe dann gegangen war und er mit mir ins Behandlungszimmer, hat er sozusagen den Rest des Gesprächs dann auch noch mit mir fortgeführt, obwohl ich ja gar nicht wusste, um was oder wen es ging und ich auch den Anfang des Gesprächs ja gar nicht mitbekommen hatte.

    Fehler im fünften Post:
    Inzwischen suchten ihn diverse Trugbilder von hämlisch lachenden Hafenbewohnern ein.
    hämisch
    "Darin befindet sich ein äußerst seltener Trank, von dem eigentlich angenommen wurde, das es ihn schon seit Jahrhunderten nicht mehr gibt,
    dass es



    Der sechste Post ist notgedrungen actionreich, und in seiner Knappheit liest er sich ein bisschen so, wie ich als Fünftklässler oder so glaubte, wie eine gute Geschichte geschrieben sein müsse. Schlag auf Schlag bringt der eine hier den anderen um und der Kreis der handelnden Personen wird ratzfatz dezimiert. Die Vorgabe verlangt es aber auch schließlich so! Und ich finde, im Rahmen dieser „Ich schreibe in wenigen Minuten einfach mal was hin“-Story ist das auch konsequent umgesetzt – und liest sich auch gar nicht mal so schlecht. Die Idee, dass Ignaz nun auch noch an den Tränen interessiert ist, fand ich zum Beispiel so als überraschende Enthüllung abseits der Vorgabe gar nicht schlecht. Die Erklärung Rengarus dagegen, dass er Joes Einbuchtung sozusagen als Ablenkung benutzt hat, um selber in Ruhe nach dem Heilmittel forschen zu können, naja … den Zusammenhang sehe ich da jetzt nicht so wirklich! Insgesamt finde ich es übrigens spieze, dass du die Story, die du ja eigentlich nur als Beweis gepostet hast, dass man auch in 15 Minuten mal eben schnell einen Wettbewerbsbeitrag zusammenzimmern kann, bis hierhin weitergeführt hast, und ich hoffe, dass du mit ihr dann auch noch den letzten Schritt bis zur Vollendung gehen wirst.

    Fehler bzw. Formulierungskram:
    Es war Joe fraglich, wieso sie es wagten, sich mit ihm in einem Raum aufzuhalten.
    Die Formulierung ist glaube ich nicht ganz richtig: Normalerweise „ist“ etwas fraglich, oder es „erscheint“ einem fraglich, nicht aber „ist ihm etwas fraglich“.
    Vielen Dank also, dass ihr mir so eine Hilfe wahrt!
    wart



    Der siebte Post, das Grande Finale, Abschluss einer epischen Story: Er fällt gewohnt kurz aus. Tatsächlich hätte ich mir trotz des heruntergeschraubten Anspruchs der Geschichte doch einen schöneren Showdown zum Schluss gewünscht, vielleicht auch einen etwas kreativeren Einsatz des löchrigen Hutes – aber immerhin wurde letzterer überhaupt irgendwie nachvollziehbar eingesetzt, und das finde ich dann ja doch ganz gut. Die unvorhergesehene Auswirkung der Gebrechensheilung rangiert auf der Originalitätsskala auch eher so im Mittelmaß, aber ich finde, das las sich dann ganz gut, denn beim Lesen habe ich auch kurz nicht gecheckt, was da jetzt eigentlich los ist mit Joe. Irgendwie bekommt die Geschichte so am Ende auch eine Art Moral, eine Art „Be careful what you wish for“, und irgendwie, ich weiß auch nicht, gönne ich Joe diesen Ausgang auch, der hier in dieser Geschichte auch einfach nur ein Drecksack unter Drecksäcken war.

    Fehler im siebten Post:
    und riss ihn mit sch zu Boden.
    sich



    Ja, was für eine Geschichte! Gestartet als Projekt um zu beweisen, dass man in ca. 10 Minuten sehr wohl einen Wettbewerbsbeitrag zusammenzimmern kann, ist diese Story tatsächlich bis ins Finale gekommen, weshalb sie auch ganz offiziell eine Chance auf den Wettbewerbssieg hat! Ein bisschen hatte ich zwar gehofft, dass du der Story im Laufe des Wettbewerbs doch ein bisschen mehr Liebe schenkst, zumal der zweite Post dann ja auch schon deutlich länger war als der erste, aber letzten Endes pendelte sich das Niveau dann ja wieder schnell dort ein, wo es mit dem ersten Post begonnen hatte. Nichtsdestotrotz natürlich Hut ab, dass du die Story konsequent weitergeführt hast – gerade in einem SnB-Wettbewerb braucht man ja häufig allein für die Hauptstory jede freie Minute!
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  13. View Forum Posts #13 Reply With Quote
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    Als ich den ersten Post zu MiMos 1. Wettbewerbsbeitrag zu Schreim naoch Buchstohm 5 - mittlerweile für mich nicht ganz nachvollziehbar „Zwielichtlodern“ betitelt - gelesen hatte, habe ich mir auf die letzte Seite meines Ausdrucks erstmal „Alles typisch MiMo“ notiert. Denn tatsächlich wird recht schnell klar, dass es hier wieder um eine „larger than life“-Story gehen wird, mit Göttern und sonstigen mächtigen Wesen und alles was so dazugehört! Ab Auftritt von Karna fühlte ich mich dann auch ein wenig ins „Gellert“-Setting versetzt, denn so wie Karna sich verhält, hätte er auch gut ein Dämon auf Burg Götterfall oder so sein können. Aber gut, bevor ich hier möglicherweise unangemessene Vergleiche ziehe, will ich mich einfach mal dem ersten Post von Anfang an widmen!

    Zunächst einmal hatte ich nämlich eine ganz andere Vorahnung, nämlich die, das dieses Bündel, das Arn auf dem Rücken trägt, eine Art „MacGuffin“ für den Rest der Story werden wird, also ein Gegenstand, der die Story irgendwie antreibt, den alle haben wollen oder der irgendwohin muss, ohne dass er währenddessen mal richtig benutzt wird. Damit lag ich natürlich erstmal falsch, aber jedenfalls kann ich festhalten, dass ich da natürlich schon neugierig war, was in diesem Bündel drin ist, denn dass es ein wichtiges Bündel ist, daran wird ja kein Zweifel gelassen.

    Bei der Erwähnung von Thorniaria bin ich übrigens kurz zusammengezuckt, weil ich eine Hardcore-ArcaniA-Story vermutete … aber dieser Eindruck hat sich dann ja nicht bestätigt. Wobei sich die Story natürlich immer noch dahin entwickeln kann, von daher sollte ich mich mal nicht zu sicher fühlen.

    Was wirklich richtig gut gelungen ist, ist die Atmosphäre zu Beginn. Also, diese Art von Niedergeschlagenheit und Gefahr, die Schilderung der vergangenen Verluste, die Aussichtslosigkeit der Situation – das hat mich alles schon ziemlich gepackt. Auch, wie es immer tiefer und tiefer in diesen Berg hinab geht … das war alles so anschaulich, da habe ich mich schon fast selbst als Teil der Expedition gefühlt. Ich finde, das Ganze hat hier auch ziemliches Herr-der-Ringe-Feeling.

    Mit zunehmender Depression stellte er fest, dass es ihre letzte Fackel war, die Neoras in Händen hielt.
    Das ist eine nette Doppeldeutigkeit. So eine Untergrundhöhle ist vielleicht nicht ganz eine „Depression“ im geographischen Sinne (oder vielleicht doch?), aber jedenfalls so ähnlich, und der Gemütszustand passt ja auch, bei dem, was Arn vorher so mit sich ausdiskutiert hat.

    „Wenn die Steinplatte von Guuv existiert“, antwortete Neoras heiser, „muss sie sehr weit unten sein. Sie stammt schließlich aus einer Zeit, aus der keine Überlieferungen erhalten geblieben sind.
    Naja, keine Überlieferungen, außer der Steinplatte selbst, was? Wobei ja ersten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar ist, ob es sie überhaupt gibt, und ich zweitens gar nicht weiß, was das für eine Steinplatte ist. Vielleicht enthält sie ja gar keine historischen Inschriften aus vergangener Zeit, wer weiß.

    Arns Unbill züngelte nur kurz auf. Diese verrückten Magier von Khorinis waren sich also nicht einmal sicher, dass überhaupt existierte, wonach sie suchten? Wäre er nicht so erschöpft, hätte er diese Erkenntnis gewiss nicht unkommentiert gelassen. Doch was machte er sich vor? Er war nie jemand gewesen, der sich bei anderen Gehör verschaffte. Er hätte mit einer zynischen Erwiderung vielleicht den einen oder anderen Lacher von den anderen Lastenschleppern eingestrichen, aber doch nichts an seinem Schicksal geändert.
    Ich weiß nicht, ob ich die Stelle nicht auch einfach überinterpretiere, aber mir scheint, das ist schon eine recht wichtige Passage zur Charakterisierung Arns! Er scheint mir eine Art „Mitläufer“ zu sein, aber nicht im Sinne eines gewissenlosen Opportunisten, sondern eben im Sinne eines Menschen, der Schwierigkeiten hat, seinen eigenen Weg bewusst zu wählen, sich – wie ausdrücklich beschrieben – bei anderen Gehör zu verschaffen und eventuell überhaupt zu wissen, was er selber will. Kann sich sicher der ein oder andere drin wiederfinden!

    Die Magier hatten sich noch nicht einmal umgewandt, da war ihre Fackel schon nur noch ein kleiner heller Punkt über ihm.
    Als nächstes spürte er den Aufprall, der ihm alle Luft aus den Lungen trieb. Das harte Bündel grub sich schmerzhaft in sein Rückgrat. Er hörte Serpentes unartikuliert schreien und fluchen. Seltsam, das hatte er bei den anderen nicht gemacht, die in die Tiefe gestürzt waren. Nicht einmal bei diesem Karras, der stellvertretender Expeditionsführer gewesen war.
    Ich weiß gar nicht, ob Arn hier wirklich ahnungslos ist, oder ob er das gerade weil er weiß, woran das liegt, so lakonisch kommentiert. Denn der Grund liegt auf der Hand: Serpentes geht es natürlich um das Bündel, nicht etwa um den Menschen!

    Arns Gedanken, die er sich im Angesicht seines vermeintlich nahenden Todes macht und die vor allem so Familienkram betreffen, die fand ich dann ja einen Tick langatmig, aber direkt danach ist die Story schon wieder ganz nach meinem Geschmack, denn nun tritt eben dieser Karna auf, der da ganz unten in seinem Gefängnis eingesperrt ist. An dieser Stelle und auch schon vorher hatte das neben diesem Herr-der-Ringe-Feeling auch ein bisschen einen Baldur's-Gate-Einschlag, jedenfalls hätte ich mir diesen Abstieg hinunter auch als eine große Quest bei Baldur's Gate vorstellen können, und der Zusatzdungeon aus dem Add-On des zweiten Teils mit dem „Eingekerkerten“ kommt dem ja auch schon ein bisschen nahe, wenn man so will.

    Der Dialog dann hat mich wie gesagt an die Art und Weise erinnert, wie auch die Dämonen im Gellert-Universum so reden, Karna hätte da gut hineingepasst. Was mir sehr gut gefällt, ist, wie Karna offenbar schon so lange aus der „realen Welt“ raus ist, dass er Arn gar nicht einordnen kann: Gott oder Tier, dazwischen scheint es für ihn nichts zu geben, und in der Tat scheint ihn das Konzept „Mensch“ erst einmal zu überfordern. Schöne Stelle(n)!

    „Das Konzept des Todes hat also die Zeit überdauert… Aber niemand hat den Stein von Guuv seither bewegt, das hätte ich sonst bemerkt. Wie kann das sein?“ Karna schien inzwischen mehr mit sich selbst als mit Arn zu sprechen.
    … und mit dem Leser, um ihm wichtige Informationen bzw. mysteriöse Andeutungen zukommen zu lassen.

    Tja, und dann gibt es ohnehin eine Enthüllung nach der nächsten. Schnell wird klar, dass Karna wohl so etwas wie ein Kind Innos' ist, und dann platzt auch noch das Bündel auf, und es kommt raus, dass Arna die ganze Zeit unbemerkt mächtige Artefakte bei sich getragen hat. Wahnsinn! Tatsächlich werden hier dann ja auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht und Karna befreit sich mit dem Hammer selbst (gut, das gab die Vorgabe auch irgendwo vor). Aber finde ich schon gut, wie Arn gar keine Zeit gelassen wird, sich auf die Situation einzustellen.

    Karna trat aus seinem Käfig hervor und zum ersten Mal konnte Arn seinen Körper vollständig erkennen. Arn stieß einen rasch unterdrückten Schrei aus, als er den Arm des Gottes erkannte. Oder zumindest was davon übrig war. Etwa auf Höhe des Ellenbogens endete Karnas Arm einfach in einer lang gezogenen, dünner werdenden Matsche. Im selben Moment erkannte Arn, dass der Griff des Hammers hinter Karna in die Höhe ragte. Er lag auf dem Stumpf der zerstörten Säule und Karnas Hand hielt seinen Griff immer noch fest umschlossen. Das abgerissene Stück Arm baumelte trist hinunter.
    Die Stelle finde ich nicht ganz optimal formuliert, ich musste jedenfalls mehrmals drüberlesen und auch weiterlesen, um richtig zu verstehen, wie das gemeint ist, „dass der Griff des Hammers hinter Karna in die Höhe“ ragt und so.

    Den Aufbruch Karnas finde ich dann auch insofern etwas seltsam, als er erst den Hammer mitnehmen will, was ja wirklich auch wohl mal nicht schaden kann, dann aber einfach so von diesem Vorhaben ablässt, weil weder er noch Arn ihn transportiert bekommen. Ein bisschen wirkt das danach, als hätte dir das nicht in den Kram gepasst, dass die Vorgabe verlangt, dass der Gegenstand zurückbleibt. Aber wer weiß! Letzten Endes hat Karna in dem Augenblick ja wohl eh keine Wahl, und es passt zu seinem bisher dargestellten Charakter, dass er mit solchen Problemen dann einfach schnell abschließt.

    Das Gebrechen A ist hier auch typisch MiMo, das ist ja schon leicht verkopft mit dieser Trennung zwischen Gott und seinem Attribut, und dann auch noch dieser Name … aber ja, das ist immerhin wohl wirklich etwas sehr Seltenes. Natürlich ist das Gebrechen dadurch auch ein bisschen „unbeschränkt“, will sagen, die Folgen/Symptome dieses Gebrechens, das kann ja jetzt noch alles Mögliche sein. Ich hätte mir also vermutlich auch sowas ausgesucht!

    Ja, also ich muss sagen, mir hat der erste Post dieser Story wirklich gut gefallen – ich freue mich sehr auf die Story und ihre sechs weiteren Posts.

    Fehler im ersten Post habe ich nur einen gefunden:
    hatte Serpentes jeden Vorschlag einen dieser Wege zu nehmen, vehement abgeschmettert.
    Hier meine ich, muss entweder ein Komma weg oder eines hinzu: Entweder ganz ohne Komma, oder noch eines nach „Vorschlag“.



    Die am Ende des ersten Posts aufgekommene, wenn auch leicht verzweifelte Aufbruchsstimmung Arns wird zu Beginn des zweiten Posts erst einmal gekonnt niedergedrückt, denn ganz so einfach wird das Verlassen der Höhle – auch weil die Vorgabe es für Karna verlangt – dann natürlich doch nicht!

    Die Felsen, die sich nur Dank dem Glühen von Karnas Augen gegen die Dunkelheit abhoben
    Ich hätte jetzt gesagt, das müsste „von der Dunkelheit abhoben“ heißen, und nicht „gegen“, aber naja, warum denn eigentlich nicht.

    Überhaupt will ich weiterhin nicht in Arns Haut stecken, der ja nun auch überhaupt nicht abschätzen kann, wohin das alles noch führen wird, gerade auch in Gegenwart des doch leicht reizbaren Karnas, der ja nun wirklich nicht der freundlichste Reisegefährte ist.

    Der Fund des toten Karras, nun, für meinen Geschmack ist der ein wenig zu flott abgehandelt, aber andererseits hat das auch gute Gründe. Erst einmal bleibt die Szene ja nicht stehen, sondern Karna ist in Bewegung, wie gegen Ende dieser Passage ja auch schön gezeigt wird, sodass ein längeres Brüten über dieser Szene auch nicht gepasst hätte. Und zweitens hat Arn ja jetzt sowieso keine sonderlich emotionale Bindung zu dem Magier. Und, drittens, ist so ein toter Karras in Anbetracht der anderen Dinge, die Arn hier jetzt so mitmachen muss, sowieso eher eine Randnotiz. Von daher geht das wohl schon in Ordnung so, wie der Fund hier inszeniert wurde!

    „Ist das wieder dieser… Nukleozid?“, erinnerte Arn sich an das Wort.
    Hier musste ich stutzen, denn ich war der Meinung, dass der Name dieses Gebrechens nur in der Zuordnungsliste, nicht aber im ersten Post aufgetaucht war. Und eine kurze Suche scheint das zu bestätigen. Woher will sich Arn also an das Wort erinnern?

    „Quatsch. Hörst du nicht? Der ist so ölig, dass er nicht das geringste Geräusch verursacht. Du meinst wahrscheinlich den Fakir.“
    Das heißt, ganz am Boden dieser Höhle sitzt ein riesiger Kerl mit Turban auf einem Nagelbrett?

    Insgesamt geht es in diesem Post ganz MiMo-untypisch ja eher gemächlich zu. Es wird viel geredet und erklärt – was ich von Karna ja nicht so erwartet hätte, für mich als Leser aber natürlich angenehm ist. Und das, was dann an Action passiert – das Auftauchen des Flötzenwurms – wird dann auch eher erhaben und anmutig beschrieben als in Krach-Bumm-Peng-Devise. Gleichwohl ist das, was da passiert, spektakulär, zumal Hane dann auch noch allen Ernstes in diesem Flötzenwurm vermutet wird! In so ein riesiges Viech eintreten, das hat natürlich was. Der zweite Aspekt, der das so spektakulär macht, ist der Gegenstand B, der ja zu einer größeren Gruppe von Gegenständen gehört, nämlich den Artefakten Innos', die ja offenbar aus mehr bestehen als „nur“ dem Auge, dem Hammer und dem Schild. Schere und Schloss, nicht schlecht. Die Nachfrage nach der Schere fand ich dann übrigens auch ziemlich witzig, ebenso wie Karnas Antwort darauf (und genau so, dass sie buchstäblich nichts wiegt). Aber scheint ja wirklich ein mächtiges Artefakt zu sein!

    Ja, und gegen Ende des Posts bin ich ja mal richtig voller Vorfreude, denn ich bin gespannt, wie es im Inneren des Flötzenwurms nun aussehen wird! Von überraschenden Architekturen bis hin zum maximalen Ekelschlammbad ist ja hier nun alles möglich. Mal sehen, was du daraus machst.

    Fehler im zweiten Post:
    Endlos ließ er die Aura Innos über den Boden schleifen
    Aura Innos’ – den Apostroph hattest du glaube ich auch schon bei den Erwähnungen im ersten Post vermissen lassen.
    Alles Rufen half nichts, Karna hielt nicht inne, wandt sich nicht noch einmal um.
    wandte



    Der dritte Post ist wiederum ziemlich gesprächstlastig. Ich glaube, das ist so eine neue Facette von dir, MiMo, die sich schon in „Megalithen“ abgezeichnet hat! Bei der ganzen „Lore“, die du hier aufziehst, ist das wohl aber auch nötig. Wobei man als Außenstehender von den Gesprächen häufig auch eher mit neuen Fragen denn neuen Antworten zurückgelassen wird, und der Eindruck, dass man es hier mit einer „larger than life“-Story zu tun hat (was immer das genau eigentlich ist), bestätigt sich immer wieder und wieder.

    Wobei es zunächst ja recht profan weitergeht: Neben der erneuten Erkenntnis, dass das Mitführen der Scherenhälfte durch Arn durchaus Gefahrenpotential birgt, dreht es sich dann zunächst einmal um die Ausscheidungen des Flötzenwurms und seine sonstigen Vorlieben – Stichwort Götterleber. Das war ein schöner Einfall, wie ich finde, und das muss ja wirklich eine Delikatesse sein! Jedenfalls recht selten, würde ich mal vermuten, dass ein Flötzenwurm so etwas zu fressen kriegt.

    Der Höhlendreck brandete über sie hinweg und Arn erkannte, dass die schleimige Haut direkt vor ihm aus dem Erdreich aufstieg.
    Hier bin ich mit mir selber uneins, wie ich dieses Einführen von „die schleimige Haut“ finde. Mit dem „die“ wird das ja schon formuliert, als sei direkt vorher schon etwas mit der Haut gewesen, aber hier tritt sie ja sozusagen als „eine“ schleimige Haut das erste Mal auf. Andererseits: So, wie es formuliert ist, wirkt das Auftauchen halt umso plötzlicher, und das passt ja durchaus gut. Letzten Endes kommt es also darauf, was du hier an der Stelle bezwecken wolltest.

    Als die beiden danach den Flötzenwurm „entern“ und vor allem wie sie das tun, da hat mich das Ganze ja endgültig an die Sandwürmer aus „Dune“ erinnert, gerade auch wie eine Seite der Wurmhaut aufgerissen wird … bei Dune klettern die Leute zwar nicht in den Wurm hinein, aber ansonsten hat das alles schon durchaus Ähnlichkeiten. Finde ich so oder so jedenfalls einen coolen Moment.

    Ein beißender Gestank stieg ihm in die Nase und in seinem Mund hatte er einen brennenden Geschmack.
    Finde ich eigentlich gar nicht so schlecht, zur Beschreibung auch einfach mal ein simples „hatte“ zu verwenden. Aber trotzdem liest sich das stilistisch hier nicht so toll.

    „Wir sind hier… in der Blutbahn des Flötzenwurms?“, fragte Arn heiser. Allmählich fragte er sich, ob er in Wirklichkeit nicht irgendwo in einem Fieberwahn vor sich hinfantasierte. Genau genommen war ihm das sogar lieber als tatsächlich in der riesigen Hauptschlagader eines überdimensionalen Wurms herumzuirren.
    Das mit dem Fieberwahn ist ja durchaus nicht unrealistisch, immerhin könnte Arn ja tatsächlich einfach nur entkräftet irgendwo in einer Ecke liegen und Halluzinationen haben. Naja, ich halte das für nicht sehr wahrscheinlich, und die Story will das an dieser Stelle ja auch ersichtlich nicht als realistische Option präsentieren. Aber schön fand ich die Idee allemal! An dieser und anderen Stellen kommt übrigens auch sehr schön die Dynamik zwischen den beiden doch grundverschiedenen Charakteren Karna und Arn zum Tragen: Während erster das wilde Treiben und Geschnetzel durch den Wurm ja super abkann und teils ja sogar genießt, nimmt Arn so ein bisschen die Rolle von „Du und Ich“ ein, von demjenigen, der da einfach reingezogen wird in einen Strudel voller Gefahren, dem er selbst niemals Herr werden könnte, und der dabei auf so eine irre Type wie Karna angewiesen ist. Da kann ich mich gut hineinversetzen!

    Arn schluckte, betete noch einmal, dass alles nur ein Traum war, und stieg in den Schlitz. Nie hatte er sich vorgestellt, wie es sich anfühlte geboren zu werden. Doch als er mit seinem Kopf voran in den nächsten Hohlraum vorstieß und sich das Fleisch beim Übertreten hauteng an ihn presste und seinen Schleim an ihm zurückließ, da konnte er sich die Vorstellung nicht verkneifen, dass es sich genau so anfühlte.
    Die Stelle gefiel mir auch, dass ist ein nachvollziehbarer Vergleich. Lustigerweise nachvollziehbar, muss man sagen, denn ich weiß natürlich genausowenig, wie das denn war, als ich geboren wurde (und ich kam sowieso per Kaiserschnitt, davon mal ab).

    Nach all dem, was hier schon rund um den Flötzenwurm erwähnt oder konsumiert wurde – gewisse Entleerungen, Götterleber – habe ich beim Flötzenextrakt übrigens den Verdacht, dass es sich hier um ein Sekret handelt könnte, das Sperma oder Urin nahekommt. Nicht nur deshalb hatte ich natürlich Sorge beim so reichhaltigen Konsum durch Arn, denn wer weiß schon, ob das für Menschen denn genauso trinkbar ist wie für andere Wesen. Da bin ich wirklich mal gespannt, ob Arn da noch Nebenwirkungen von spüren wird! Überhaupt finde ich dieses Wandeln durch den Flötzenwurm, mit dem Beständigen Aufschlitzen neuer Wege und so, ziemlich spannend. „Schön“ wollte ich jetzt nicht sagen, weil es ja durchaus Ekelfaktor hat. Aber es gefällt mir einfach gut!

    Man muss sagen: So gut sich das alles las, im Vergleich zu dem, was danach kommt, war es sozusagen Vorgeplänkel, denn jetzt kommen die großen Enthüllungen und neuen Charaktere! Dass Karna Hane gespürt haben will, ließ mich beim Gedanken an die nächste Vorgabe natürlich schmunzeln, aber letzten Endes passt das für dich ja doch alles sehr gut, denn immerhin bestehen hier ja Familienbande. Überhaupt scheint es hier ja doch viel um Familie zu gehen, Götterfamilie eben, und ein bisschen sehe ich hier auch diese eigentümliche Vater-Sohn-Beziehung aus den Gellertstorys … nun, ich will nicht sagen, recycled, aber das scheint sich ja zum wiederholenden Motiv bei dir zu entwickeln! Ist ja aber auch nichts schlechtes, wie eben deine Gellert-Storys oder auch Werke wie beispielsweise Final Fantasy X beweisen!

    „Göttin der Bewegung?“, echote Arn verständnislos. „Heißt das, sie hat… Bewegung erschaffen?“
    „Was ist daran so schwer zu verstehen?“, herrschte Karna ihn an. „Vor ihrer Geburt gab es halt keine Bewegung. Alles war starr. An den Raum-Zeit-Koordinaten fixiert, an denen es halt verankert war. Erst durch Reis Existenz wurden diese Anker gelöst. So wie das Feuer meines Vaters erst nach meiner Geburt leuchtete. Und jetzt stell keine dummen Fragen mehr.“
    Arn nickte. Er durfte nicht vergessen, dass Karna ihn jederzeit töten konnte.
    Das hat PotM-Potential, gerade mit diesem lakonischen Schluss.

    Im folgenden Verlauf entwickelt sich das alles dann nun weiter in Richtung High Fantasy, denn spätestens wenn solche Namen wie „Zuruul“, „Hasudril“ oder „Guuv“ fallen, weiß man ja eigentlich schon, was los ist. Hier kommt wieder diese Perspektive des Außenstehenden zum Tragen, und Arn, der ja mindestens mal genausowenig weiß, worum es da genau geht und sich alles aus dem Gespräch der anderen erschließen muss (und dabei die meiste Zeit auch ignoriert wird), ist da ein guter Anker und Identifikationspunkt für den Leser. Wobei er für meine Begriffe ab und zu ein bisschen zu verständnislos nachfragt, zum Beispiel ganz am Ende, als er nochmal fragt, ob Rei denn jetzt etwa den Flötzenwurm lenkt, obwohl das ja nach dem vorher Gesagten eigentlich sonnenklar war. Aber gut, ich habe gut Reden, ich bin ja auch nicht in Arns miserabler körperlicher und mentaler Verfassung. Unabhängig davon habe ich dieses Zwiegespräch mit all seinen Andeutungen und Rätselhaftigkeiten gern gelesen, und es kamen halt immer wieder gute Stellen. Schön fand ich zum Beispiel auch das hier:
    „So weit bist du also gegangen, um Hane zu beschützen“, sagte Karna und zum ersten Mal schwang so etwas wie Anerkennung in seinen Worten mit. „Du hast dich mit dem Flötzenwurm verbunden, um ihn lenken zu können und Innos so anzugreifen. Er hat geglaubt, dass der Wurm nur rein zufällig seinen Weg kreuzt, nicht wahr?“
    „Das Verhalten von Tieren unterliegt seiner Ordnung nicht“, antwortete Rei.
    Logisch, das Tier hat er ja auch nicht erwählt!

    Was mir in dem Gespräch, das ja voller gegenseitiger Vorhaltungen steckt, auch gut gefällt: Karna verliert zum ersten Mal so richtig die Fassung. Vorher ist er ja eher souverän, cool, weiß sein Wissen und seine Macht auszuspielen, ist gegenüber Arn herablassend, sonnt sich in seiner Überlegenheit … und hier nun im Gespräch mit Rei wirkt er fast schon wie ein trotziger kleiner Junge, und vor allem wie jemand mit echten Gefühlen. Das ist doch mal eine Überraschung! Und es macht Karna als Figur auch nochmal einen Tick interessanter. Während er vorher ja auch einfach so ein Standarddämon hätte sein können, bekommt er hier nun richtig Identität eingehaucht.

    „Ist der Flötzenwurm jetzt tot oder nicht?“, entrutschte Arn die Frage, bevor er sie sich recht überlegt hatte.
    Schrödingers Flötzenwurm, was?

    Ich hoffe, es ist klar geworden: Mir hat auch dieser Post gut gefallen. Ich mag das Setting, auch wenn ich Angst bekomme, dass mich Familienbande und kryptische Namen alsbald überfordern könnten. Abgesehen davon habe ich aber keine Sorgen, dass mich die Geschichte auch noch bis zum Ende hin an der Stange halten wird. Und jetzt kommt ja auch nochmal ordentlich Bewegung rein, mit dem Flötzenwurm als Transportmittel – bisher waren Arn und Karna ja allein schon verletzungsbedingt auf einen eher kleinen Aktionsradius beschränkt. Aber jetzt, so scheint es mir, kann es richtig losgehen!

    Fehler habe ich im vierten Post übrigens keine gefunden.



    Bei Post Nr. 5 habe ich das Gefühl, dass die Geschichte relativ geradlinig fortgeführt wird, aber den Eindruck habe ich wahrscheinlich auch nur, weil ich die Vorgaben und Buchstabenzuordnungen kenne! Es wäre ja wirklich mal interessant, zu wissen, ob die Enthüllung, dass Hane längst tot ist, für Nichtwisser, was Vorgaben und Zuordnungen angeht, ein richtiger Twist ist, oder ob sich der Verdacht, dass das Wiedersehen mit Hane nicht ganz so freudig ausfallen könnte, auch bei Lesern ohne Zusatzinfos einnisten kann. Naja, das ist für mich jetzt eher eine theoretische Frage, eines kann ich aber sagen: Bis zu dem Fund, also dem Betreten des Schiffs, wird ja doch gehörig Spannung aufgebaut. Und so ein Schiff auf so einem Lavasee, ja, was soll man dazu sagen, das muss einem ja einfach gefallen, gerade bei so einem Setting! Tatsächlich wäre das sogar ein kleiner Kritikpunkt von mir, weil ich finde dass das Schiff und seine Eigenheiten durchaus noch hätten stärker in Szene gesetzt werden können, denn um die Obsidian ging es ja nun schon sehr ausführlich, und da fällt ihr Betreten ja doch ein wenig ab so im Vergleich zu den Erwartungen.

    Andererseits muss man ja aber auch sagen, dass die Obsidian selber in diesem Abschnitt der Geschichte naturgemäß gar nicht so im Vordergrund steht, denn vielmehr geht es um Kane und seinen Schmerz, aber auch um Rei, und überhaupt wird hier alles wieder mit Dialogen ausgefochten, wobei speziell in dieser Szene ja gar nicht so viel gefochten wird sondern sich eher Resignation breitmacht. Ungewöhnlich für einen MiMo, der ein Göttersetting beackert, wo sich im Normalfall direkt alle gegenseitig plattmachen könnten! Andererseits muss man auch bemerken, dass vorgabengemäß Kane, aber eben auch Rei ja nicht so wirklich bei vollen Kräften sind, sodass der Konflikt ohnehin nicht wirklich handfest ausgetragen werden kann.

    Schritt für Schritt näherte er sich der Tür, durch die Karna aus seinem Sichtfeld verschwunden war. Hinter ihr lag eine Treppe.
    Hier hatte ich ja übrigens kurz einen Schockmoment, weil ich dachte, dass „ihr“ bezöge sich auf Karna, womit ich ihm über vier Posts lang das ganz falsche Geschlecht zugeordnet hätte.

    Den Zusammenbruch Karnas finde ich ganz gut geschildert, insbesondere mochte ich das Detail, wie sich seine Schreie mehr und mehr menschlich anhören. Es ist wohl aber gut, dass das Ganze nicht so in die Länge gezogen wird, zumal mit dem für deine Storys mittlerweile ja unvermeidlichen Samen – hier Nucelos genannt – dann auch schnell ein ganz neuer Aspekt ins Spiel kommt! Denn die Idee, dass Arn, der bisher ja nur immer der „Hinterherläufer“ im Geschehen war, Identifikationsfigur und Brückenbauer für den Leser, eventuell selbst in ein zumindest semigöttliches Stadium oder so aufsteigen könnte, hat ja durchaus ihren Reiz! Jetzt legt das Ende des Posts natürlich nahe, dass es bei Arn doch nicht geklappt hat und er futsch ist, aber gerade weil das Ende das so nahe legt, habe ich Hoffnung, dass es eben doch genau anders kommt und Arn die Einverleibung des Nucelos überlebt! Vielleicht stellt sich am Ende auch beides als wahr heraus: Der alte Arn ist tot, aber es kommt sozusagen ein neuer Arn zum Vorschein. Wir werden sehen!

    Vorher passieren natürlich noch einige andere Sachen, wobei ich da aber das Gefühl habe, dass sie doch sehr vorgabengetrieben sind. Der anschwellende Konflikt zwischen Karna und Rei ist da an sich noch recht „natürlich“ geraten, dass Rei nun den Hammer Innos' benutzt schon weniger, und ihre Beauftragung durch Innos, Karna wieder einzusperren, kommt mir dann ehrlich gesagt doch etwas dünn begründet vor. Das ändert aber übrigens alles nichts daran, dass ich die Szene als solche gut finde, vor allem auch, wie Rei auf einmal noch immer ans Herz gekettet aus dem Inneren des Flötzenwurms heraustritt – filmreif! Die Motivation der einzelnen Charaktere finde ich aber auch noch immer nicht ganz eingängig. Das kann übrigens auch daran liegen, dass ich mich vom Setting doch immer noch ein wenig ausgeschlossen fühle, denn wenn weiter von den ganzen Göttern, Hasrudil und so gesprochen wird, wenn es um das „Virnana“ geht oder um den Stein von Guuv, wenn allerlei Erklärungen rund um den Nucelos gesponnen werden und wie er sich wann wie verbindet und was das alles mit der Seele zu tun hat – ja, dann wirkt das auf mich doch sehr verkopft und tritt alles doch sehr als „Konstrukt“ nach außen, ohne mich aber nach innen mitzunehmen. Mit anderen Worten: Ich als Leser verbeiße mich dann eher in den Einzelszenen, das große Ganze dahinter lässt mich aber zuweilen immer noch etwas ratlos zurück.

    Überrascht hat mich übrigens tatsächlich der allerletzte Satz des Posts, der ja noch einmal eine – für mich – unerwartete Brücke ganz an den Anfang schlägt, wo Arn scheinbar belanglos über Vergangenheit und seine Mama sinniert hatte, und gerade die Stelle hatte mir ja nicht ganz so gut gefallen. Für mich stellt sich jetzt die Frage, ob der letzte Satz hier nun einfach eine tolle Pointe in Anspielung an diese Gedanken darstellen soll, oder ob er eine tatsächliche Idee, einen wirklichen Gedanken Arns darstellt, der wirklich froh darüber ist, seiner Mutter zum Namenstag nur eine Blume vom Wegesrand geschenkt hat. Bei beiden Varianten muss ich aber rätseln: Geht es hier nur um eine Pointe, dann verstehe ich sie nicht so recht – soll das etwa meinen, dass es bei Arns Schicksal nun besser ist, dass seine Mutter keine weiteren Erinnerungsstücke von ihm hat? Sollte es dagegen um etwas Handfestes gehen, weiß ich natürlich noch nicht, worauf das hinauslaufen soll. Mysteriös!

    Insgesamt war das eine solide Fortsetzung, wobei das „Finale“ dieses Posts natürlich noch schöner gewesen wäre, wenn es nicht so vorgabengetrieben wäre! Aber das ist ja meine Schuld. Am allermeisten bin ich aber eh gespannt darauf, ob und wie es mit Arn weitergeht.

    Fehler im vierten Post:
    Es war ein ganz anderer Schrei als bei den vielen Wutausbrüche, die er schon miterlebt hatte.
    Wutausbrüchen



    Am Beginn des fünften Posts gefällt mir ja am meisten, dass der Post mit einer richtigen Überaschung aufwartet. Denn dass Arn es doch noch schafft und nun zum gottähnlichen Wesen geworden wieder die Bildfläche betritt, das war ja doch irgendwo vorhersehbar. Dass es aber nochmal zu einer Begegnung mit Serpentes und Neoras kommen würde – ja, das überrascht mich aber mal mindestens so sehr wie Arn selbst!

    Vor allem, wie Serpentes und Neoras hier in Szene gesetzt sind, gefällt mir überaus gut. Das trifft vor allem auf Serpentes zu, der ja hier den Part des Fanatikers übernimmt, während Neoras ja zurückhaltend ist und vermutlich auch gar nicht so sehr mit Serpentes' Verhalten einverstanden ist. Wie Serpentes hier aber jedwede Zurückhaltung ablehnt und nur noch das eine Ziel vor Augen hat und bei dessen Erreichung keine Skrupel kennt, ja, das kann sich wirklich sehen lassen! Ein bisschen ist Serpentes so, wie ich mir die Apokalyptischen Templer in Gothic I gewünscht hätte, die dort da ja leider nicht viel mehr waren als halt ein paar Gegner. Hier aber bekommen wir das volle Programm, und gerade auch wie Serpentes ständig von den Tränen Innos' trinkt, illustriert das seinen Wahnsinn auch sehr schön. Bei den Handgreiflichkeiten – oder eher: Magiegreiflichkeiten – gegenüber Arn zeigt sich da auch, denn Serpentes müsste ja eigentlich schon bemerken, dass er gegen Arn vermutlich eher keine Chance hat, aber entweder es ist ihm völlig egal, oder er bemerkt es in seinem Wahn eben doch nicht.

    Die Fähigkeit, die Arn nun erworben hat, nämlich irgendwelche absurden Flügel zu erschaffen, entweder frei in seiner Hand oder an anderen Objekten, finde ich übrigens ein bisschen … nunja, absurd eben. Mir scheint das ja ein bisschen umstandskrämerisch zu sein, einem Felsbrocken Flügel zu verleihen, damit er als (selbstständig agierendes) Geschoss gegen jemanden eingesetzt werden kann, weil das ja im Prinzip fast schon wie eine Art Telekinese, nur eben mit Showeffekt ist. Ich weiß nicht, so richtig was damit anfangen konnte ich bisher jedenfalls nicht, mag es auch irgendwo originell sein!

    „Hane war ein wunderbarer Mensch“, murmelte er benommen.
    Hm, naja, ein Mensch war sie aber doch nicht wirklich, oder?

    Originell und interessant finde ich aber den Blick in Hanes Erinnerungen, der Arn jetzt nun offensteht – und ganz offenbar ist der breitschultrige Mann mit dem borstigem Bart Innos! Die gezeigten Szenen sind dann auch gar nicht mal so götterspezifisch, sondern könnten auch unter normalen Menschen vorkommen, gerade sowas Fieses wie diese kräftige Ohrfeige, die Rei sogar zu Boden wirft . Da merkt man richtig, dass sich nicht nur Menschen, sondern auch und vor allem Götter ziemlich widerlich verhalten können – und ebenso ziemlich kaputte Familiengeschichten haben. Das war hier in der Story ja vorher schon so ein bisschen angedeutet worden, dass es vor allem auch um Familienbande und dergleichen geht, und hier wird jetzt richtig Ernst damit gemacht.

    An einer Stelle war ich aber etwas verwirrt, und das könnte daran liegen, dass du da Namen vertauscht hast:
    In der nächsten Szene fehlte der Mann. Rei saß schluchzend und am ganzen Körper zitternd an einem Tisch und Rei hatte von hinten ihre Arme um sie gelegt.
    Dann war Rei plötzlich eine erwachsene Frau. „Mutter?“
    Rei wandte sich zu ihr um, tiefe Ringe unter den Augen.
    „Du vermisst ihn immer noch, nicht wahr?“
    Rei machte eine wegwerfende Handbewegung. „Nach so langer Zeit? Nein, bestimmt nicht. Ohne ihn sind wir besser dran. Das weißt du.“
    Ich tippe darauf, dass das erste „Rei“ ein „Hane“ sein müsste (wobei das auch andersrum ginge) und jedenfalls das dritte „Rei“ wieder ein „Hane“. Dann jedenfalls würde das für mich Sinn ergeben!

    Das mit den Jadeflügeln als Gegenstand C finde ich für dieses Setting hier übrigens wunderbar gelöst. Dadurch, dass Arn den Nucleos Hanes geschluckt hat, ist sozusagen eh ihr ganzer Nachlass auf ihn übergegangen, und dann passt es auch, dass er nach dem Blick in die Erinnerungen die Jadeflügel beschwören kann. Eine recht organische Vorgabenumsetzung an dieser Stelle, will ich meinen!

    Als Arn Kane und Rei dann einholt, fällt mir etwas auf, was ich vorher gar nicht so bemerkt habe, glaube ich: Für eine Götting der Bewegung ist Rei momentan ja erstaunlich unbeweglich, wo sie doch ans Herz des Flötzenwurms genagelt ist. Wie dem auch sei: Der Moment, in dem Arn die Jadeflügel als Rettung präsentiert, hat mir gut gefallen. Danach oblag dir dann aber die Aufgabe, die Jadeflügel nicht nur sowohl als Wiederbelebungsgegenstand für Hane, sondern auch als Heilungsgegenstand für Karna zu präsentieren, und hier wird das, auch im Zusammenspiel mit Rei, ja doch etwas verworren bzw. unbefriedigend: Zum einen gab es bei Rei nun kaum noch Gefühle, die sie gegenüber Hane als Person C offenbaren konnte, wir haben es hier lediglich mit einer Intensivierung der Gefühle zu tun, aber das ist ja eigentlich nur ein geringer quantitativer Unterschied und kein Qualitätssprung, mehr ein Betonen, dass sie ihre Tochter wirklich lieb hat und sie zurück will, aber das wusste man ja eigentlich schon. Bei Karna hingegen ergibt sich ein äußerst interessanter Zwiespalt, denn er ist vom Tod Hanes ja nun genau so, wenn nicht noch schlimmer getroffen, tut jetzt andererseits aber aufgrund nicht so wirklich schlüssiger Erklärungen kund, dass er sich mithilfe der Jadeflügel heilen will, weil dies die Zukunft bedeute, der sich für sich und Hane wünsche. Tja, hm … also, ich glaube, ich hätte die Lösung besser gefunden, dass Karna in der Tat lieber Hane wiederbelebt als sich geheilt hätte, Rei aber aufgrund ihres Misstrauens gegenüber Karna und weil sie ja generell nichts von ihm hält, nur irrigerweise annimmt, dass er die Jadeflügel für rein egoistische Zwecke verwenden will. Das hätte die Vorgabe ja auch erfüllt und wäre meiner Meinung nach auch schlüssiger gewesen. Eine andere Variante, die eher meinen Geschmack getroffen hätte, wäre noch gewesen, Karna einfach direkt vollkommen selbstsüchtig darzustellen, nach dem Motto: Klar habe ich Hane geliebt und hätte sie gerne wieder zurück, aber wenn es hier auch um mich gehen kann und ich mich von meinem Gebrechen befreien kann, dann ist das viel wichtiger als Hane. Das hätte Karna dann als Person erscheinen lassen, die immer groß mit Worten und exaltierter Emotion gegenüber Hane hantiert hat, dabei aber, wenn es ernst wird, dann doch lieber nur an sich denkt. Das hätte ich Karna nämlich auch zugetraut. Das geht hier vielleicht auch ein kleines bisschen in die Richtung, aber eben nicht konsequent genug, denn hier ist es ja doch so eine Art Mischung: Karna will sich selbst heilen und Hane nicht wiederbeleben, aber trotzdem tut er das auch irgendwie aus Liebe zu Hane – oder behauptet es zumindest. Nunja.

    Was dann folgt, ist eine Auseinandersetzung, die mir super gefällt: Scherenklinge vs. Aura! Das ist wirklich eine gute Idee, und das ist mir ja auch noch gar nicht so aufgefallen, dass im direkten Aufeinandertreffen der beiden Artefakte mindestens eine der beiden Eigenschaften unvollkommen sein muss. Wobei man hier ja gar keine Klärung dieser Frage erreicht, weil Karna dann ja etwas ganz anderes mit der Scherenklinge vorhat. Ein bisschen erinnert mich dieses Ausmaß der Zerstörung ja an Dragonball Z, wo hinterher auch alle so übertrieben mächtig sind, dass sie mal eben versehentlich Planeten zerstören und sowas.

    Der Post hat dann auch ein richtiges kleines Finale, denn nach dem an sich schon sehenswerten Fund des nun untot daherschlurfenden Expeditionsführer treten zum zweiten Mal vollkommen unverhofft Neoras und Serpentes wieder auf den Plan, und diesmal dreht Serpentes sogar noch mehr auf. Und das ganze Geschehen ist wunderbar auf die Vorgabe gemünzt, denn nicht nur ist das Auftauchen Innos' fürwahr spektakulär, es ist auch auf eine originelle Weise herbeigeführt, denn er taucht nicht einfach auf, weil er es selbst gerade zufällig will, sondern er wid gezielt durch Serpentes beschworen. Das hat was, und ich finde, hier machst du dir die Vorgabe auch geschickt zu eigen, statt dich von ihr herumbugsieren zu lassen. Sehr gut! Im Übrigen fällt mir bei Karnas Reaktion darauf wieder auf, dass das zwischen ihm und Innos schon ein bisschen was von der Gellert-Xardas-Beziehung hat.

    Bei all der zur Schau gestellten Macht Innos' bin ich natürlich gespannt, wie du das in Vorgabe 6 regeln wirst, dass Innos selber am Nukleozid leidet und daher durchaus ein bisschen gebrechlicher sein müsste. Aber wahrscheinlich lässt sich das irgendwie zurechtbiegen, dass er seine Kraft in diesem Moment auch aus dem einfallenden Licht schöpft oder was auch immer. Dir wird schon was einfallen – denn an Einfallsreichtum hat es der Story bisher ja nicht gemangelt!

    Fehler im fünften Post:
    „Dann bist du ein Feind der Kirche und Innos selbst.“
    Innos’ – denn ohne den Genitiv bekommt der Satz hier sogar eine ganz andere Bedeutung.
    Ein paar Schwanenflügel erschien über seiner leeren Hand
    Hier müsste es ja wahrscheinlich „Paar“ heißen, da ja vermutlich wirklich „ein Paar“ Flügel gemeint sind und nicht „einige Flügel“ oder so.
    „Nun wirst du sehen, dass diese Expedition all die Opfer Wert war.“
    wert



    Der sechste Post führt das Kampfgeschehen eigentlich ziemlich gut fort und die schon länger in den Startlöchern stehende Action entfaltet sich hier dann auch endgültig. Ich glaube, die Vorgabe spielt dir da auch ganz gut in die Karten – dieser Kampf Jeder gegen Jeden war ja auch am Ende von „Megalithen“ vorhanden, und das Geschehen hier erinnert mich auch insgesamt sehr daran.

    Zunächst wird ja aber der Auftritt Innos' nochmal ein bisschen ausgewalzt. Mir gefällt, wie Arn spürt, dass er, trotz Schlucken des Nucleos, eben lange kein Vergleich zu einem Gott wie Innos ist. Ein bisschen seltsam finde ich aber, dass Innos hier zunächst ja schon auftritt wie ein Pfund Mett, dann aber sichtlich – und vorgabengemäß – am Nukleozid gebricht. Was ich genau meine, ist, dass ich gedacht hätte, dass er mit dem Wissen um sein Gebrechen gar nicht erst versucht, hier direkt mit einem Feuerball zu schmeißen. Also, er wirkt hier irgendwie unvorbereitet hinsichtlich seiner Gebrechen. Aber gut, vielleicht hat er auch einfach nur gehofft, dass es klappt, und seine Hand nicht sofort zerbröselt.

    Beim Wort Nucleos hätte ich mir ja übrigens einen anderen Plural vorgestellt als einfach nur „Nucleos“, zum Beispiel „Nuclei“ oder „Nucleoi“ oder irgendwie so. Ich glaube, das mit „os“ ist dann ja ein griechischer Wortstamm, aber da können Leute wie Ewek oder Laido oder so wahrscheinlich mehr zu sagen.

    Der untote Führer stand inzwischen direkt vor dem Stein von Guuv und kratzte mit seinen verstümmelten Fingern gierig an dem Stein.
    Das hier fand ich nicht so schön formuliert mit der Dopplung „vor dem Stein“ und „an dem Stein“.

    Karna stieß mit der einen Scherenklinge nach ihr, doch die Aura fing den Hieb im letzten Moment ab.
    Damit ist es dann jetzt da doch entschieden, wer von beiden lügt: Die Scherenklinge schneidet eben nicht durch alles, wohl aber fängt die Aura alle Angriffe ab. Wobei das hier natürlich auch daran liegen könnte, dass die Schere eben nicht vollständig ist – es besteht die Möglichkeit, dass eine vollständig zusammengesetzte Schere eben doch auch die Aura durchschnitten hätte oder dass beim Aufeinanderprallen sonstwas passiert wäre. Naja, wer weiß, vielleicht kommt die große Auflösung dann ja noch im siebten Post der Story.

    Die Obsidian ist auf dem Weg hierher. Steuerte Rei trotz des erbitterten Kampfes noch zeitgleich das riesige Schiff durch die Höhlen hierher?
    Das hier fand ich ebenso nicht so schön formuliert mit dem doppelten „hierher“.

    Wenn er sie mit den Jadeflügeln rettete, würden Karna und sein Vater nicht eher ruhen, wie sie sich an ihm gerächt hatten. Im wortwörtlichen Sinne.
    Da habe ich mich gefragt, was denn der nicht wortwörtliche Sinne gewesen wär – und habe mich dann gefragt, worauf sich die Bemerkung überhaupt bezieht, also ob nun auf das Ruhen oder auf das Rächen. Mit anderen Worten: Diese Stelle habe ich nicht so recht verstanden.

    Ein Stück Zunge fiel zu Boden.
    Tja, das hätten die Beteiligten in Xrüssis Story gut gebrauchen können.

    Alles, was noch an sie erinnerte, waren die abgetrennten Adern, die abgetrennt und Blut spritzend durch die Höhle schlackerten, die Enden merkwürdig zerfasert.
    Zum einen ist hier die doppelte Erwähnung des Abgetrenntseins natürlich nicht gut. Zum anderen frage ich mich beim letzten Teil des Satzes aber auch: Was genau unterscheidet bloß zerfaserte Adern von merkwürdig zerfaserten Adern, worin liegt also die Merkwürdigkeit der Zerfaserung an dieser Stelle – und gibt es etwa den Standardfall einer Aderzerfaserung, von dem es solche Abweichungen gibt, dass man sie direkt merkwürdig findet? Mit anderen Worten: So ganz weiß es nicht, was mir diese Formulierung nun sagen soll!

    So, jetzt habe ich viel an Einzelstellen herumgekrittelt, und ich finde ich tatsächlich, dass der Post deshalb stilistisch nicht ganz so sauber ist wie die vorherigen Posts. Rein inhaltlich habe ich aber bis auf die paar Haarspaltereien oben wenig am Post auszusetzen, denn hier kam jetzt ungefähr so eine Art Post, wie ich ihn halt von dir erwartet habe! Tatsächlich scheinst du hier ja auch wirklich bemüht zu sein, alles für ein großes Finale zusammenzuraffen, zumindest scheint mir das der wesentliche Grund dafür zu sein, warum auch noch die Obsidian herbeigeholt werden soll! Und auch sonst passiert hier ja schon einiges, und vor allem gibt es ja auch einige Wendungen. Am besten gefallen in dieser Hinsicht hat mir das „Auftauchen“ von Neoras (und passiverweise auch Serpentes), bei denen ich mich während des Lesens dieses Posts ja schon gefragt habe, was diese beiden nun eigentlich gerade machen. Dass Neoras dann direkt einen Nucleos aufnehmen soll, das war ja eine spannende Idee, und da fand ich es ja fast schon schade, dass der Plan direkt darauf wieder zunichte gemacht wird – aber dafür ist das eben, wie gesagt, eine tolle Wendung, und dieses Hin und Her sorgt auch für angenehme Action. So richtig dicke kommt es dann ja aber mit der Öffnung dieses Nirvana, äh, Virnana-Zugangs, und das finde ich vor allem deshalb toll, weil hier nun auch mit dem „Schlachtfeld“, also den räumlichen Gegebenheiten der Kampfzone gearbeitet werden kann. Denn wie man sieht, sollte man dem schwarzen Loch lieber nicht zu nahe kommen …

    Abseits vom Kampfgeschehen gefällt mir dann aber am meisten … nunja, eben das Abseits des Kampfgeschehens! Wie Arn sich nämlich – auch durch die Vorgabe angeregt – aus der Kampfzone entfernt, das fand ich doch irgendwie wunderbar. Die ganze Zeit war er ja doch Fremdkörper in diesem Kampf, zu deren Ausfechtung er doch gar nicht berufen ist. Er ist da in etwas hineingeraten und macht das, was er von Anfang an ja eigentlich wollte: Irgendwie wieder aus dieser Sache herauskommen. Das fand ich sehr nachvollziehbar, und dementsprechend mochte ich auch das Ende dieses Posts sehr. Indes: Es ist ja nicht gesagt, dass er nicht nochmal irgendwie zurückkehrt, wer weiß das schon. Oder aber wir erfahren, was er da draußen jetzt eigentlich noch treibt – ob das jetzt ein endgültiger Abschied aus der laufenden Story ist, weiß ich jedenfalls nicht! Falls doch, dann fordere ich natürlich eine Spin-Off-Story mit ihm. Ich hatte ja übrigens erwartet, dass er, durch Abstoßen seines Nucleos, seine Flügel und so wieder verliert, aber das ist ja anscheinend nicht der Fall. Wahrscheinlich wird er nun nach und nach selber am Nukleozid leiden?

    Wie auch immer: Trotz der von mir hier ungewöhnlich vielen bemäkelten Einzelstellen fand ich diesen Post doch durchgängig gut und unterhaltsam zu lesen – und ich freue mich auf das Finale der Story!

    Fehler im sechsten Post:
    Arn verkrampfte sich als der einstige Gott von Ordnung, Licht und Feuer auf ihn zurannte, die Augen vor Erregung aufblitzend.
    Da muss – meiner Meinung nach – ein Komma nach dem „sich“ gesetzt werden.
    Auge in Auge standen sie sich gegenüber, doch Innos Finger bewegten sich plötzlich kaum noch vorwärts.
    Innos’ Finger



    Der siebte Post, das grande Finale! Und ich finde, um das vorwegzunehmen, dass der siebte Post wirklich recht finalwürdig ist, weil es hier nochmal spannend wird, weil es einige Twists gibt, und weil … nunja, weil Xardas auftaucht, den der Leser natürlich lange erkennt, bevor er Arn seinen Namen nennt. Und damit bekommt diese Story ja nun auch eine ausdrückliche Verknüpfung zur Gellert-Story!

    Überhaupt ist das für mich eine schöne Überraschung, dass es hier nun doch direkt mit Arn weitergeht. Und ich finde, hier wird seine „Außenseiter“-Perspektive, falls man ihn in diesem Handlungsgeflecht überhaupt noch Außenseiter nennen kann, wunderbar genutzt: Wie er von oben sieht, wie Thorniara vom endlos langen Scherenschnitt geradezu gespalten wurde, das ist schon ein toller Moment.

    Dass Xardas dann darauf setzt, dass Karna sich einem Menschen verpflichtet fühlt, der ihn gerettet hat … nunja, also mein erster Gedanke war ja eigentlich der Arns, nämlich, dass man auf Karna an der Stelle lieber nicht setzen sollte. So oder so ist das natürlich ein ganz guter Twis, dass Arn, den ich aus dieser Story ja so gut wie abgeschrieben hatte, nun doch wieder am Geschehen teilnehmen soll. Und tatsächlich hat Xardas ja auch ganz gute Argumente, warum Arn das tun sollte, wobei die Beurteilung, dass es allein seine Fehler waren, die zu all dem geführt haben, natürlich auch recht einseitig ist. Aber gut, Xardas will damit ja auch was erreichen und macht das ganz geschickt! Die Idee, dass Arn zu den Göttern gehört, wenn er seine Fehler nicht mehr korrigieren mag, ist natürlich auch ein interessanter Gedanke, weil das Göttliche an dieser Stelle nun wirklich nicht mehr sympathisch wirkt. Es ist aber auch nur konsequent: Natürlich wird ein Gott seine Fehler eher nicht korrigieren, immerhin ist ein Gott ein Gott und daher zumindest aus der Selbstsicht fehlerlos! Also, äh, vielleicht – zumindest würde das ganz gut zu den göttlichen Akteuren hier passen, und dass Arn da nicht wirklich zugehören will, das ist dann ja nun auch sehr nachvollziehbar.

    Wenn Karna oder Innos, wer auch immer, siegreich und wieder im Vollbesitz seiner Kraft an die Oberfläche zurückkehrte, würde die Welt wie er sie kannte, aufhören zu existieren.
    Ich glaub der Lesbarkeit des Satzes würde es gut tun, wenn man das letzte Komma streicht. Das liest sich so nämlich irgendwie holperig.

    „Eines noch“, ergänzte der Fremde. Er schien bemerkt zu haben, dass Arn einen Entschluss gefasst hatte. „Obwohl du Hanes Nucleos verloren hast, ist die Verankerung in deiner Seele nicht zerstört worden. Vermutlich hat es damit zu tun, dass du deinen Nucleos freiwillig herausgegeben hast. Vielleicht hat noch nie jemand zuvor so etwas getan.“
    Arn nickte. Also konnte er die Jadeflügel erneut an sich nehmen, sie vor Innos und Karna beschützen, und zusehen, wie sie beide dem Nukleozid erlagen.
    Vermutlich hat es aber auch damit zu tun, dass das aus erzählerischer Sicht einfach irgendwie notwendig ist, dass er die Flügel noch beschwören kann, oder?

    Er ließ sich einfach kopfüber zurück in den Spalt fallen. Mit seinem rechten Flügel korrigierte er noch einmal leicht seine Flugbahn, dann tauchte er in die kühle Dunkelheit der Höhlen ein. Nie hatte er sich träumen lassen, freiwillig noch einmal in dieses endlose System verwinkelter Gänge einzutauchen.
    Das mit dem „nie“ ist seltsam formuliert. So ein „nie“ impliziert ja, als habe es tatsächlich eine gewisse, relevante Dauer oder Zeitspanne gegeben, in der Arn sich das hätte träumen lassen können. Aber hier hatte er doch eigentlich gar keine Gelegenheit, an sowas zu denken, weil er doch gerade erst raus aus dem Höhlensystem war.

    Die Sache mit der Sinnstiftung in Arns Leben und seinen Eltern und seinen Saufkumpanen und so, das soll glaube ich so ein bisschen daran anknüpfen, was vorher schon sporadisch über Arns Leben erzählt worden ist, mit seiner Mutter und so. Aber auch hier zündet das für mich nicht wirklich. Überhaupt finde ich war Arn doch einfach als Nobody in die Geschichte geworfen und als solcher doch irgendwie auch etabliert, da brauchte es für mich so ein Ausgreifen in sein früheres Leben gar nicht. Und dieser Moment hier, wo er jetzt auf einmal irgendwie einen Sinn erkennt und sich so lebendig fühlt, ich weiß nicht, ich finde das eher kitschig und das jetzt nicht auf die beste Art und Weise.

    Er begann zu fallen und nur langsam besann er sich daran, wie er seine Flügel bewegte.
    Die Formulierung „besann er sich daran“ ist verquer, man besinnt sich ja nicht „an etwas“, zumindest würde ich das nicht so sagen. „Besann“ als solches, was ja auf „Besinnung“ abstellt, passt in dem Zusammenhang ja generell nicht, gemeint ist hier eher ein „Entsinnen“, also er entsann sich, wie das mit dem Flügelbewegen nochmal funktioniert. So verstehe ich das jedenfalls.

    Die Sonnen, die sie aufeinander schleuderten, detonierten mitten in der Luft und tauchten den Ausläufer in ein Meer aus Flammen.
    Welchen Ausläufer denn, der Ausläufer von was?

    Abgesehen von der sprachlichen Spitzfindigkeit oben finde ich die Schilderung des Geschehens aus der Beobachterperspektive Arns wieder einmal gelungen, und man hat hier nun wirklich das Gefühl, dass man es mit brandgefährlichen Göttern zu tun hat, die rücksichtslos Kollateralschäden an der unter ihnen liegenden Erde in Kauf nehmen. Da erscheint Xardas' Auftrag, dem Ganzen ein Ende zu setzen, nur umso dringlicher.

    Eine weitere große Überraschung gibt es dann bei der Scherenklinge, und damit konnte nun wirklich niemand rechnen (denn nicht einmal Innos schien Bescheid zu wissen): Die eine Hälfte zerstört alles, die andere Hälfte heilt alles! Dass das nun vorher nicht erwähnt oder von Innos bemerkt wurde … naja gut, der Überraschungseffekt ist dann umso größer. Vor allem für Innos – der hat es dann nämlich auch hinter sich, und auch das ist ja irgendwo ein großer Moment.

    Dabei finde ich es auch schön, dass das Geschehen nicht total geradlinig abläuft, sondern erst einmal durch Arns Bewusstlosigkeit unterbrochen wird. Ich finde, das hat was, und so wirkt das Finale auch nicht so gehetzt. Und es wird mit Karna dann ja auch noch einmal neu spannend: Ja, er hat Arn gerettet, aber das auch nur, um die Jadeflügel von ihm zu fordern. Und wie das Geschehen dann abläuft, ja, das ist nun der nächste von mir in keinster Weise vorhergesehener Verlauf. Und das sage ich deshalb, weil man die Ankunft der Obsidian durchaus hätte vorhersehen können, wie hier im Post ja auch nochmal dargelegt wird – es war ja ganz klar gesagt, dass die Obsidian unterwegs sei, und naja, hier ist sie nun! Der weitere Verlauf ist auch wirklich spannend, und da habe ich mir am Rand auch direkt mal ein „schon jetzt ein gutes Finale“ hingeschrieben, denn wie Karna den verkohlten Körper Hanes birgt und dann die Jadeflügel einsetzt, da hält man doch schon den Atem an.

    Ja, und dann kommt direkt der nächste Twist, denn Hane ist alles andere als froh darüber, wiedererweckt worden zu sein – und springt kurzerhand auf Nimmerwiedersehen ins Virnana. Und hier weiß ich nicht, wie gut ich diese Stelle wirklich finde. Also, die inhaltliche Idee, dass Hane gerade nicht wiedererweckt werden wollte, dass sie sich einsam fühlt, dass ihr ein Karna gerade nicht reicht, und dass sie einen Beliar tun wird, ihm ein weiteres Paar Jadeflügel herzuzaubern – das finde ich wirklich gut, ebenso wie ihren konsequenten Sprung ins Virnana. Und auch, dass das Ganze irgendwie sehr schnell geht, dass Karna davon überrumpelt wird, mag ich. Nur – mir ist das alles trotzdem einen Tick zu salopp geraten. Gerade Hane wirkt hier angesichts des ja eigentlich sehr ernsten und emotionalen und #deepen Themas doch ein bisschen flach, fast ein wenig kindisch und zickig, und dieses Tiefe, Tragische, was ich hier an der Situation eigentlich erwartet hätte, das bleibt außen vor. Mit anderen Worten: So ganz hat die Szene dann doch nicht bei mir gezündet, und ich habe auch das Gefühl, um einen guten, also noch viel besseren Moment geprellt worden zu sein. Übrigens: Dass Arn die Reaktion Hanes irgendwie einkalkuliert haben soll … es ist zwar dadurch erklärbar, dass er mit ihr einen Erinnerungsschatz teilt und so, aber das war ja nun alles arg spekulativ von Arn, auf so einen Ausgang des Ganzen zu setzen.

    Dann verschwand das Kohleschwarz und die leere Hülle nahm seinen Platz ein, die Arn bei seinem ersten Besuch auf der Obsidian mit Karna vorgefunden hatte.
    Den Satz habe ich einfach nicht verstanden. Wer nimmt wo welchen Platz ein und was genau hat Arn wie auf der Obsidian vorgefunden?

    Aber gut, das soll jetzt alles auch nicht zu negativ klingen, denn ich habe das Geschehen wirklich mit Spannung verfolgt. Nichtsdestotrotz: Die nachgeschobene Erklärung für Karnas Zusammenfall fand ich dann auch ein bisschen unbefriedigend. Ich nämlich hätte auch die Variante sehr gut gefunden, in der Karna nicht durch ein starkes Gefühl dahingerafft wird und einfach aufgibt, sondern die, in dem es tatsächlich der Nukleozid im Wege des Zeitablaufs ist, der ihn dort dahinrafft. Hier nun aber wird ausdrücklich gemeint, dass das Gefühl dem Nukleozid zuvorgekommen sei. Also, ich hätte es dann wenigstens besser gefunden, wenn das einfach offengeblieben wäre und man auch eine Art Zusammenwirken hätte annehmen können. Jedenfalls die Vorstellung oder die Frage, ob die Zeit selbst bei einem versöhnlichen Wiedersehen mit Hane überhaupt gereicht hätte, um Karna vor dem Tod durch Nukleozid zu bewahren, wäre doch eine spannende gewesen – und vermutlich hätte die Zeit dann ja auch nicht gereicht (indes, was ist eigentlich mit Karnas Herz – ist das auch mit verpufft?).

    Das abschließende Gespräch mit Xardas, muss ich sagen, hat mich dann doch ein wenig enttäuscht. Da ist der Funke bei mir nicht übergesprungen, weil einige Stellen dann doch so ein bisschen ins Geschwafel abdriften und nicht viel von dem haben, was ich an Scharfsinnigkeit Xardas' erwarten würde. Sätze wie „Obgleich man das Schicksal des Einzelnen nie gering schätzen darf, sollte man auch nicht vergessen, das der Vielen in die Waagschale zu werfen“ und „Doch muss das Alte dem Neuen erst Platz machen, dmait etwas wirklich Neues entstehen kann. Sonst gibt es keine richtige Verbesserung.“ sind für mich jetzt nicht gerade der Weisheit letzter Schluss und im letzteren Fall auch eher unbeholfen. Gut, die zuletzt zitierte Bemerkung bezieht sich auf die Scherenklinge und wie sie das Virnana verschwinden lässt, aber das fand ich inhaltlich ja auch ein bisschen verkopft (wenn auch im tatsächlichen Geschehen irgendwie sehr cool).

    Letzten Endes lässt mich das Abschlussgespräch also ein bisschen unbefriedigt zurück. Allerdings finde ich die Abschlussszene mit Arns Heimkehr dann doch noch einmal ganz gut, weil sie angemessen deprimierend ist. Aus den wenigen Sätzen lese ich jedenfalls schon irgendwie raus, dass Arn sich da nun doch sehr entfremdet fühlt, und wer weiß, vielleicht war das in Wahrheit auch schon so, bevor er auf die Expedition gegangen ist. Vielleicht ist Arn dann auch doch einfach so ein klassischer Außenseitertyp, der nirgendwo richtig dazugehört. Man muss sagen: Durch die Mischform, in der er sich nun befindet, ist er spätestens jetzt jemand, er nirgendwo voll zuzuordnen ist. Und das ist doch irgendwie ein tolles Ende und auch ein passendes für diese Geschichte: Arn, der irgendwie in diesen mächtigen Götterkonflikt rücksichtslos hereingezogen und dann von ihm auch irgendwie rücksichtlos wieder herausgespuckt wurde, sodass man nun am Ende gar nicht weiß, ob man sich eigentlich für ihn freuen soll, ob er aus der Sache eigentlich wirklich gut wieder herausgekommen ist oder nicht. Das ist eine schöne Ambivalenz, finde ich, und das hinterlässt auch einfach ein Gefühl, wie ich es am Ende von Geschichten mag!

    Fehler im siebten Post:
    Ohne dich, wäre die Welt nie an diesen Abgrund gerückt.
    Komma weg
    Beliar ist außerhalb der Sphäre Adanos keine Bedrohung.
    Sphäre Adanos’



    Ja, dann wird es Zeit für das abschließende Fazit! Kurioserweise habe ich die Posts, die mir an der Geschichte wohl am besten gefallen haben, auch am meisten kritisiert. Das gilt insbesondere für den siebten Post, den ich insgesamt für einen würdigen Finalpost halte, wenn ich auch diverse Sachen zu bemängeln hatte.

    Ganz grundsätzlich war das wieder eine typische MiMo-Geschichte, und den Zusammenhang zur Gellert-Geschichte und der Megalithen-Sache, den hattest du ja selber auch schon herausgestellt, und spätestens hier am Ende mit Xardas' Auftritt ist das Ganze ja auch in den rechten Kontext gesetzt. Es gibt hier Götter, wieder einmal auch viel Familiengeschichte, und ich finde, mit Arn hast du einen Protagonisten dabei gehabt, der eigentlich immer irgendwie Randfigur war, aber gerade dadurch und die dadurch mitgebrachte Beobachterperspektive ein toller Charakter ist. Ich konnte jedenfalls immer mit ihm mitfühlen, und für mich war er auch einfach das Einfallstor in diese Geschichte. Für mich hat er dann auch den Eindruck abgemildert, irgendwie ausgeschlossen zu sein bei dem Kram, den die Götter so diskutieren (also auch der „Lore“, die dahintersteht), denn ich war dann ja mit ihm zusammen ein bisschen außen vor.

    Allerdings fand ich, und hier kommt jetzt die Kritik, dass die Story oft nicht so richtig gezündet hat – zumindest bei mir nicht. In den Anfangsposts gab es dann eben auch immer Phasen, wo viel geredet wurde, was mich dann aber nicht wirklich gepackt hat, und die ursprüngliche Faszination, dass das alles da in diesem unterirdischen Gängegemäuer stattfindet, die hatte sich auch schnell erschöpft. Mit Orten bzw. Vehikeln wie dem Flötzenwurm oder der Obsidian im Lavasee gab es zwar immer mal wieder Glanzpunkte, aber irgendwie hatte das Ganze dann auch etwas von einer Perlenschnur, auf der gewisse Highlights hintereinander aufgereiht waren, aber nicht so recht miteinander verschmolzen sind, und so richtig richtig drin war ich in der Geschichte dann meist doch nicht. Und da sich der Vergleich insbesondere mit „Megalithen“ irgendwie aufdrängt, muss ich sagen, dass mir genannte Geschichte dann doch deutlich besser gefallen hat. Das ist vielleicht ein bisschen ein unfairer Vergleich, weil diese Geschichte hier ja eben eine andere und auch anders angelegte ist, aber ich finde, sie ist in allen Belangen eben auch ein bisschen kleiner und schmaler angelegt als „Megalithen“ oder eben dein Gellert.

    Die ganz große Faszination für die Story bleibt bei mir also aus, mag es auch immer wieder faszinierende Einzelstellen gegeben haben. Nichtsdestotrotz habe ich die Story gerne gelesen, das sei immer wieder betont, aber auch wenn ich nicht ganz den Finger drauflegen kann, auf das, was mir gefehlt hat: Irgendwas hat mir an der Story eben doch gefehlt, weswegen das Fazit ist: Gute Geschichte, aber von dir haben mir schon viele andere Geschichten besser gefallen!
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    Last edited by John Irenicus; 23.05.2019 at 22:56.

  14. View Forum Posts #14 Reply With Quote
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    Eine besondere Freude war es, dass Lady Xrystal auch noch einen Wettbewerbsbeitrag zu Schreim naoch Buchstohm 5 beigesteuert hat!

    Und man muss sagen: Nicht nur dafür, dass der erste Post erklärtermaßen erst kurz vor Schluss „finalisiert“ wurde, liest der sich doch ganz gut! Mir hat der Erzählstil, der auch ein bisschen etwas Märchenhaftes, Anekdotenhaftes hat, jedenfalls gut gefallen, ebenso wie die beiden mysteriösen Hauptcharaktere in dieser „Einführung“, wie man diesen ersten Post auch bezeichnen könnte. Königin Irdorath finde ich dabei ja noch einen Tick interessanter, gerade weil sie einerseits ja nun wirklich als edle und weise Herrscherin dargestellt wird, andererseits dann aber die Gefangenschaft Ejns nicht so wirklich nachvollziehbar ist. Man kann also wirklich darüber rätseln, was ihre Motive bei der ganzen Sache sind, und warum sie sich so verhält, wie sie sich eben verhält …

    Sie war eine weise Frau, die bestens um ihre Makel wusste
    Nur ab und zu, da schaute sie vorbei, ohne ein Wort zu sagen.
    An dieser Stelle schrieb ich als Notiz: Als hättest du es von Anfang an geahnt ... denn hier dachte ich natürlich an die viel später kommende Vorgabe 6, bei der herauskommen soll, dass Person B das Gebrechen A ebenfalls hat. Und was hätte hier näher gelegen, als bei Königin Irdorath ebenso die Stummheit aufgrund rausgeschnittener Zunge anzunehmen?

    Ejnaschka, so hieß der Mann, der Ejn als Rufnamen bevorzugte, denn Ejn ließ sich leichter schreiben als Ejnaschka.
    Was zumindest mir in Zukunft viel Copy&Paste ersparen wird. Naja, so kompliziert ist der Name ja aber auch nicht zu schreiben.

    Ejnaschka ist jedenfalls sogar noch einen Tick rätselhafter, denn über ihn weiß man noch weniger. Der wäre auch ein guter Hauptcharakter für ein Rollenspiel, finde ich, bei dem es dann auch darum ginge, mehr über seine Vergangenheit zu erfahren. Und das Gebrechen, dass in der Sprachlosigkeit aufgrund des unfreiwilligen Zungenverlusts besteht, gefällt mir auch ziemlich gut. Das hat so etwas, nunja, angenehm Grausames – Ejn wirkt dadurch wirklich ziemlich gezeichnet.

    Dadurch, dass hier in diesem ersten Post „nur“ ins Setting eingeführt und die Charaktere vorgestellt werden, bin ich – insbesondere eben bei Ejn – umso gespannter, wohin sich das nun entwickeln wird.

    Insgesamt halte ich das also für einen ziemlich gelungenen Startpost, denn er macht Lust auf mehr.

    Fehler:
    Mit großen Augen bestaunte er den Prunk des Ratssaal
    des Ratssaals



    Der zweite Post schildert dann im direkten Anschluss Ejns (eher gemächliche) Flucht – und betreibt außerdem ein bisschen „Nacherfüllung“ oder auch Klarstellung, was einen Teil der Vorgabe zum ersten Post betrifft, nämlich, indem Ejn sich den Erzring, das Ausbruchshilfsmittel, abstreift und dieser Gegenstand nun tatsächlich an Ort A verbleibt. Allerdings heißt das nicht, dass die Vorgabe im ersten Post noch nicht erfüllt gewesen wäre, denn da Ejn dort den Ort A auch noch nicht verlassen hatte (was er auch nicht zwingend musste), war ja auch der Ring noch am Ort A verblieben. Von daher alles im grünen Bereich, würde ich mal sagen!

    Der Rest des Posts wirkt dann, ähnlich wie auch schon der erste Post, irgendwie leicht surreal. Ob das ein Nebeneffekt ist, weil du den Text so runterschreiben und runterhasten musstest, weiß ich nicht. Aber die Wahrnehmung Ejns wirkt irgendwie verschleiert, und dafür, dass er da so auf der Flucht ist, liest sich das doch irgendwie langsam, und als befände sich Ejn in einer Art Blase, die seine Wahrnehmung trübt. Ist übrigens nicht der schlechteste Effekt! Dazu passt dann auch der Auftritt Velayas, die ja auch irgendwie wie eine Traumgestalt auftaucht und ebenso schnell wieder von einem offenbar Erziehungsberechtigten zum Verschwinden gebracht wird.

    Beim Auftritt Velayas, die ja die Person C ist, musste ich natürlich aufmerken! Das ist ja schon ziemlich mutig, die in den Vorgaben ja eher indirekt auftauchende Person hier direkt in Person ins Spiel zu bringen, und natürlich habe ich mir hier schon so meine Gedanken gemacht, wie du die Vorgabe 4 dann lösen wirst. Aber gerade diese unwirkliche, traumartige Atmosphäre könnte ja direkt der Schlüssel sein, und wenn man so will, da hat Velaya in dieser kurzen Szene ja auch irgendwie etwas Geisterhaftes. Von daher hast du dir damit auch keine unüberwindbaren Hindernisse geschaffen.

    Deshalb wunderte er sich auch nicht, dass sich ein unangenehmes, fast schmerzhaftes Ziehen in seinem Magen ausbreitete. Zum Glück gab es überall Bäume und so pflückte Ejn sich einen saftigen grünen Apfel, den er sich in seine Tasche steckte.
    … und nur deshalb nicht sofort verzehrte, weil die Vorgabe es so will, was? Wobei die Erklärung kurz danach …
    Ejn genoss es zu hungern und zu frieren, denn er hatte bereits vergessen, wie es sich anfühlte.
    … ja auch reeelativ plausibel für dieses Verhalten ist.

    "Ich kannte mal eine Velaya", grölte der eine. "Aber die hatte ne andere Haarfarbe. Und größere Möpse."
    "Die kleinen, spitzen Dinger von der Tischlergöre sind aber auch nicht schlecht."
    Boys will be boys.

    Plötzlich wurde das Gesicht der Frau ganz blass und sie begann zu schreien, ehe sie in Ohnmacht fiel.
    Girls will be girls. - Naja, um zu einer ernsthafteren Bewertung zurückzukehren: Da hast du dich gegen Ende des Posts ja doch ziemlich in Klischees gewälzt, und gerade diese „Standardhysterie“ die diese Frau da abzieht, die taugt ja nicht einmal für tolle Effekthascherei, sondern ist einfach … ja, so standard. Auch bringt das die Story nicht wirklich weiter und ist auch nicht so wirklich für die Vorgabenerfüllung nötig. Da wäre es wahrscheinlich sogar besser gewesen, wenn du diese Begegnung ganz rausgelassen hättest, statt sie um diesen Hysterie-Moment zu, öhm, bereichern! Die Stummheit durch die fehlende Zunge hast du unabhängig davon aber so ganz grundsätzlich gut eingesetzt, um die Reise beschwerlich zu machen.

    Generell finde ich so die erste Hälfte des Posts, sagen wir bis einschließlich der Begegnung mit Velaya, besser als den Rest, der danach kommt. Da war die Atmosphäre einfach dichter, stimmiger, und auch wenn da jetzt nicht die allergrößten Ideen gezündet wurden, so hat sich das doch einfach schön gelesen. Alles danach fällt demgegenüber, auch aus oben genanntem Grund, ein wenig ab.

    Insgesamt habe ich mich aber natürlich über den Post gefreut und hoffe jetzt umso mehr, dass du im Zwei-Wochen-Rhythmus durchhältst, damit sich die Geschichte, die jetzt ja so langsam in Fahrt gekommen ist, auch richtig entwickeln kann! Denn über die Hintergründe von Ejn und auch der rätselhaften Königin Irdorath, über ihre Beweggründe und Ziele, ja, darüber weiß man ja noch immer nicht detailliert Bescheid, und ich hoffe doch mal, dass die Story wenigstens lange genug durchhält, dass man als Leser mehr davon erfährt!

    Fehler im zweiten Post:
    Der Stein hatte keinen Kratzer abbekommen, allerdings glaubte Ejn, dass er heller geworden war und feine, glasige Linien zeichneten sich auf der Oberfläche ab.
    Hier würde ich ein Komma nach dem „war“ setzen, wobei ich keinen Anspruch auf die Richtigkeit dieser Meinung erhebe!
    erklang eine laute, tobende Stimme, so tief, dass sie Ejns Körper zum zittern brachte.
    zum Zittern
    Ein Teil von ihm wunderte sich, dass die königliche Garde noch nicht ausgesand wurde, um Ejn zu suchen.
    Eher: worden war, und ausgesandt statt ausgesand
    Immer wieder blitze ihr Gesicht in seinen Gedanken auf.
    blitzte
    Ejn war sich sicher, dass sie ihm für die Nacht unterschlupf gewähren würde.
    Unterschlupf



    Beim dritten Post, fand ich, ging es erst einmal ein bisschen ziellos weiter, ich weiß auch nicht. Daran ist natürlich auch die Vorgabe schuld. Die gewisse Ziellosigkeit passt zwar eigentlich sehr gut dazu, was Ejn da erlebt, denn er selbst ist ja auch ein bisschen ziellos unterwegs, aber gefühlt dümpelte die Story dann auch ein bisschen herum. Wobei ich hier ganz bewusst „gefühlt“ sage, denn eigentlich wird das Geschehen ja relativ gut und relativ überraschend dann doch wieder zur Person C hingeführt. Von daher ist dieses Intermezzo in der Tischlerei ja doch ziemlich gut an das Geschehen aus dem Post vorher angeknüpft. Mein „Problem“ beim Lesen speist sich wohl eher daraus, dass dann doch alles sehr knapp beschrieben ist und sehr schnell geht. Speziell die Begegnung mit dem Alten scheint mir nicht so richtig „auserzählt“, und auch die erste „Tatortbesichtigung“ hätte vielleicht einfach ein bisschen eindringlicher sein können. Ein kleines bisschen gerafft wirkt das alles schon (die Gründe dafür kenne ich natürlich ). Auch, dass Velaya jetzt schon irgendwie in der Kaserne ist und verhört werden kann, wo es doch einerseits gerade erst die große Enthüllung war, dass sie ihren Vater getötet haben könnte und das andererseits ja wohl auch nicht so sicher war, wie des Alten Reaktion auf Erscheinen des vermeintlichen Täters am Tatort belegt … dem Ganzen merkt man meiner Meinung nach schon an, dass es mit der heißen Nadel gestrickt worden ist! Denn was der Alte erzählt, ist ja geradezu widersprüchlich: Erst hieß es, das Mädchen sei verschwunden, und nun weiß er plötzlich, dass sie in der Kaserne zum Verhör bereitsteht? Naja … :P

    Was den Post für mich interessant macht, sind eher die Personen- bzw. Buchstabenverhältnisse mit Blick auf noch kommende Vorgaben. Insbesondere die nächste Vorgabe 4 wird jetzt natürlich doch noch schwierig zu erfüllen, wenn Person C schon vor langer Zeit gestorben sein soll. Auch das Verhalten der Person D wird zumindest nicht so sonderlich überraschend kommen: Gerade weil du das Ganze gut für dich verwenden kannst, geht dadurch ja schon eine Art Twist verloren. Ich bin gespannt, wie du die Vorgabe 4 für dich lösen wirst – und hoffe natürlich auch, dass du es tun wirst! Und wenn du dann ein wenig mehr Zeit zum Verfassen dieses nächsten Posts hättest, dann wäre das natürlich auch prima …

    Fehler habe ich im dritten Post übrigens keine gefunden!



    So wie bei Rhobars Story kann ich nun auch hier konstatieren, dass der vierte Post wieder besser als der dritte ist! Das magst du selbst vielleicht anders sehen, weil du hier womöglich unterhalb deiner eigenen Ansprüche geblieben bist, aber ich fand den Post doch ganz gut zu lesen.

    "Sie hätte einfach nur nachsalzen müssen!", beendete der Alte seine Erzählung über den ersten Scavangereintopf seiner Schwester. "Dann hätte die Brühe auch geschmeckt!"
    Da musste ich natürlich ebenso wie Ejn schmunzeln, aber aus leicht anderen Gründen: Je mehr dieser blöde Ilsebill-Satz gedisst wird, desto besser finde ich das natürlich.

    Übrigens kann ich mir vorstellen, wie nervig das für Ejn sein muss, der sich diese ganzen Anekdoten des Alten anhören muss, aber ja selber gar nichts dazu sagen kann und der Alte das wohl als Aufforderung dazu missversteht, die ganze Zeit weiterlabern zu dürfen.

    Der Rest des Posts ist dann natürlich vor allem damit beschäftigt, die Vorgabe zu erfüllen bzw. zu lösen. Das Velaya ein Geistermädchen ist, das ist ja irgendwie schon eine naheliegende Lösung. Wobei der Alte dazu im Vorpost ja irgendwie auch nichts gesagt hatte (naja, konntest du als Autorin ja auch schlecht vorausahnen ), es hieß ja, das Mädchen sei verschwunden, stünde aber trotzdem zum Verhör bereit. Naja, wir können ja mal so tun, als sei das eben seine Beschreibung für das Phänomen gewesen, das wir nun hier sehen.

    Ein bisschen konfus bleibt das Ganze dennoch, weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass hier etwas "doppelerklärt" oder verschachtelt wird: Zum einen ist Velaya ja als Geisterscheinung in dem Ring gefangen. Im Körper dieses Mädchens ist dann aber wiederum eine andere Frau, die schon vor langer Zeit gestorben ist, wobei das Mädchen selbst ja auch schon vor langer Zeit gestorben ist, und jetzt sind sie da als Geister in diesem Ring gefangen? Tja, hm, das ist ja schon ein bisschen schwierig zu durchblicken! Vor allem erklärt das nicht zufriedenstellend den ersten Auftritt von Velaya, als Ejn ihr – vermeintlich – begegnet ist. Aber gut, wahrscheinlich war das das Beste, was du auf die Schnelle aus der Vorgabe machen konntest! Und wie gesagt: Selbst wenn ich das hier als Lösung dann doch noch etwas unbefriedigend und verwirrend finde, so habe ich das eben doch ganz gerne gelesen. Wobei sich die Qualität des Posts für mich dann eher aus den Beschreibungen der Situationen, aus Ejns Anspannung und Inneneinsichten ergibt, das war nämlich wirklich wieder schön zu lesen.

    Und nun bin ich mal gespannt, was du aus der fünften Vorgabe machen wirst und ob du dich ein weiteres Mal kurz vor Schluss über die Ziellinie schieben kannst!

    Fehler im vierten Post:
    "Sie hätte einfach nur nachsalzen müssen!", beendete der Alte seine Erzählung über den ersten Scavangereintopf seiner Schwester.
    Scavenger, nicht Scavanger!
    Er seufzte leise und Ejn wurde das Gefühl nicht los, dass den Alten etwas bedruckte.
    Der arme Alte, zu Tode lithografiert!
    Was hatte das zu bedeutet?
    bedeuten
    Der Erzbrocken zersplitterte in tausend teilen
    in tausend Teile
    Stumm blieb er sitzen, den Blick geradeaus auf den Tisch gerichtet, an dem zuvor der Geist von Velaya zerstört worden war."
    Die Gänsefüßchen am Schluss sind zu viel.



    Wieder eine Bewertung vorab: Auch der fünfte Post hat mir ganz gut gefallen. Ich finde auch, dass du die Vorgabe doch recht gut integriert hast, auch wenn die Story durch diese ganzen bereits durchgeführten und geplanten „Geist aus Körper raus, Geist in Körper rein“-Aktionen natürlich ein bisschen konfus geworden ist. Dennoch habe ich bei diesem Post nicht das Gefühl eines ständigen Hin und Her um der Vorgabe willen. Stattdessen werden die Szenen hier ja langsam aufgebaut und erklärt, es kommt auch mal zu längeren Dialogen und ganz allgemein wirkt die Story hier nicht mehr so getrieben. Das ist schon einmal eine gute Weiterentwicklung!

    Es wird recht gut in das kommende Geschehen eingeführt, denn das Verhalten des Alten, wie er sich auf einmal wieder sehr nett gegenüber Ejn gibt, verleitete mich zur Notiz, dass es ja (mittlerweile) undurchschaubar geworden ist, wie der Alte Ejn gegenüber gesonnen ist. Genau das ist dann auch gerade Inhalt dieses Posts und genau das macht sich der Alte zunutze, denn das so ausführlich beschriebene Wässerchen, dass er Ejn zu trinken gibt, entpuppt sich tatsächlich als Schlafmittel bzw. auf magische Weise vom Alten manipuliert.

    Die folgende, längere Szene ist dann ein Albtraumszenario, das sicherlich auch in einem Kapitel von „Therapeia“ hätte vorkommen können. Ejn findet sich allein mit dem Alten in dessen Kabuff wieder – allein, wenn man die beiden nacheinander auftauchenden Leichen nicht mitzählt. Hier wird übrigens auch schnell klar, welchen Tippfehler du gerne verbessert hättest, denn die Notiz „AM“ hätte Ejn ja wohl nicht aus den Buchstaben seines vollen Namens abmalen können, jedenfalls nicht das M. Die Idee als solche fand ich aber richtig gut, wie er da mühsam die Buchstaben abmalen muss. Wobei er ja insoweit Schreib- und Lesefähigkeit hat, dass er ja wohl in etwa weiß, wie Wörter geschrieben werden. Vermutlich orientiert er sich dann einfach nach den Lauten.

    Der Alte wirkt in der Folge immer verrückter, und selbst seine Vergangenheitsgeschichte, so ernst und tragisch sie auch daherkommt, bietet mit der Verwandlung seiner Frau in eine Bestie ja durchaus eine Verrücktheit. Der Avatar Innos' hatte dann ja offenbar recht mit seinem Verdacht bezüglich der Frau? Ein bisschen nebulös bleibt das ja alles noch, da muss man ja davon ausgehen, dass der Herr Kampfmagier einen übergroßen Schattenläufer geheiratet hat! Nichtsdestotrotz bringt das einiges an Licht ins Dunkel, und es gibt dem Alten eine Hintergrundgeschichte und auch eine Persönlichkeit, die ja vorher größtenteils auf „der alte Typ sein“ beschränkt war. Gut so!

    Dass Velaya, also die Original-Velaya, als seine Tochter enthüllt wird, war hier in diesem Post zu einem relativ frühen Zeitpunkt klar. Ich finde auch, dass das eine gute Enthüllung ist und die Vorgabe gut erfüllt. Auch, wie der Alte seine Beweggründe schildert, ist das sehr nachvollziehbar. An einer Stelle hätte ich als Autor aber anders entschieden:
    “Vor einigen Jahren spazierte ich nichtsahnend durch die Straßen im Südviertel, als ich eine Stimme hörte. Jemand rief nach einer Velaya. Natürlich wusste ich, dass damit nicht meine Velaya gemeint war, aber dennoch blieb ich stehen, um zu sehen, woher die Stimme kam. Das war der größte Fehler meines Lebens.”
    Hier an dieser Stelle dachte ich erst, es liefe jetzt darauf hinaus, dass der Alte dann aufgrund dieser Begegnung selber den Plan gefasst und aktiv darauf hingewirkt hat, Velayas Geist in diesen Körper zu bringen, weil er vor Sehnsucht nicht mehr anders konnte. Ich dachte also, darin hätte dann der Fehler gelegen, dass sich der Alte selbst in so eine emotionale Zwangslage verfrachtet hat, und fand das eine richtig gute Idee. Daher war ich ein wenig ernüchtert, als wenige Sätze später enthüllt wurde, dass der Alte das ursprünglich eben nicht aktiv gesteuert hat, sondern sich der Geist selbst Bahn gebrochen hat. Das halte ich für die weniger interessante Variante, gerade auch im Hinblick auf die Charakterbildung des Alten. Aber letzten Endes ist das auch Geschmackssache, nicht mehr und nicht weniger.

    Schön finde ich in dieser Szene auch, wie das Geschehen dann doch wieder kippt. Hat man ja erst geradezu Mitleid mit dem Alten und versteht man seine Beweggründe, bemerkt man schnell, dass er doch vorrangig durch seinen Wahn getrieben ist und irgendwie gar nicht so sehr an seine Velaya denkt, sondern an sich und seine Interessen. Die Aggressivität, mit der er sein Vorhaben gegenüber Ejn verteidigt, spricht da Bände.

    Vorgabengemäß gibt es am Ende noch den Auftritt von Königin Irdorath, der Person B. Ob der jetzt so spektakulär geraten ist wie die Vorgabe fordert, das lasse ich jetzt mal dahingestellt sein. Spektakulär ist es natürlich, wie du dir, zumindest so wie es da aussieht, eine sehr leichte Erfüllung der Vorgabe 6 verbaut hast. Ganz zu Anfang hatte ich schon angedeutet, wie perfekt es gepasst hätte, Königin Irdorath nun das gleiche Gebrechen wie Ejn anzudichten, aber hier nun muss sie ausgerechnet sprechen. Vielleicht kann man das Ganze ja aber noch mit königlicher Bauchrednerei oder schlicht Magie erklären …

    Insgesamt ist dieser Post wahrscheinlich einer der stärksten in dieser Geschichte, einfach weil hier mal ein wenig Zeit und „Ruhe“ darauf verwendet wird, die Dinge richtig zu erklären und zu inszenieren, insbesondere was den Charakter und die Hintergrundgeschichte des Alten angeht. Dadurch wirkte die Erzählung hier nicht so „dünn“ wie in so manch anderem bisherigen Post in dieser Geschichte. Von daher: Ruhig weiter so!

    Fehler im fünften Post:
    Schließlich war er offiziell ein gefangener von Königin Irdorath
    Gefangener
    Schreiend verlor der gebrechliche Mann seinen halt
    Halt



    Xrüssi überrascht mit einem recht langen sechsten Post. Und in diesem Post passiert dann auch eine ganze Menge, und die Vorgabenerfüllung ist entsprechend nicht mit ein paar Sätzen abgehandelt. Ob ich den Inhalt dann aber wirklich so gut finde – nunja.

    Ich spreche mal direkt die Sache an, bei der ich nicht weiß, wie ich sie so bewerten soll. Es ist natürlich dieses magische Duell, das ja eher ein Triell ist, wie MiMo es wohl nennen würde! Eben ein Kampf Jeder gegen Jeden, wie gefordert. Und ich muss sagen: Das hat sich ja schon spannend gelesen und auch sehr zum Mitspielen eingeladen. Ich fand das auch ganz gut, wie Ejn da komplett ohne Vorkenntnisse einfach hereingezogen wird und sich dann irgendwie da durchmanövrieren muss. Dass ihn der Alte dabei so mentorenhaft unterstützt … ja, da zeigt sich wieder, dass für mich von Anfang bis Ende überhaupt nicht klar ist, mit welcher Gesinnung der Alte Ejn eigentlich gegenübertritt. Ich hätte das jedenfalls nicht erwartet, dass er Ejn, der ja sein Konkurrent im Kampf um die Zunge ist, so gut zuredet und ein wenig unterstützt.

    Daran schließt sich dann auch das Grundproblem an, was ich mit dieser Szene habe: Sie ist in sich locker-flockig geschrieben, spannend, recht witzig, irgendwie absurd – und das ist es gerade: Sie ist zu absurd, sie kommt zu unvorhergesehen, sie passt sich nicht so gut in diese Story ein. Vermutlich hat das damit zu tun, dass du eine Meinung von deiner Story hast, bei der du dir dann denkst „Ach komm, jetzt ist es eh egal.“ Ich aber finde, dass die Story gerade auch durch den Post davor, aber eigentlich auch durchgehend, eine durchaus ernste Atmosphäre mit sich getragen hat, die diversen vorgabenbedingten Konstruktionen und eventuell auch Löchern in der Handlung insgesamt ja doch getrotzt hat. Von daher hätte es mir viel besser gefallen, wenn diese ernste Atmosphäre hier weitergeführt worden wäre (ist sie zu Anfang des Posts ja auch auf alle Fälle), statt die Handlung in so ein Spiel kippen zu lassen. Mit anderen Worten: Das Duell fand ich ziemlich schön ausgedacht, aber es hätte wahrscheinlich besser in einer anderen Geschichte Platz gefunden. Ist jedenfalls meine Meinung!

    Den Teil vor dem Ausbruch dieses Triells fand ich dann schon besser. Mir hat insbesondere auch gefallen, wie du dieses Ärgernis vom Ende des letzten Posts, dass die Königin nämlich gesprochen hat, gelöst hast: Sie hat einfach eine Sprecherin hinter sich herschleichen, deren Rolle sich wirklich nur im Dasein als Sprachrohr der Königin erschöpft. Ich finde das wirklich passend, auch wie Ejn erst glaubt, dass sei so eine Marotte von ihr, weil sie sich zu fein sei, persönlich mit Leuten zu sprechen. Das gibt – im Rahmen des Settings – ja doch ein ziemlich realistisches Bild ab und hat auch einen eigenen Wert für die Geschichte und die Charakterdarstellung dieser mysteriösen Königin Irdorath. Das liest sich also gar nicht so sehr nach Hinbiegen der Story um der Vorgabe zu genügen. Von daher gut gelöst das Ganze!

    Jetzt mal zu den Einzelstellen, zu denen ich was anzumerken habe:

    Als die Schreie des Alten verstummten, starrte Ejn ihn sofort an.
    Also das ist ja mal maximal seltsam formuliert. Hat Ejn etwa während der Alte schrie, die ganze Zeit krampfhaft weggeschaut, nur um ausgerechnet nach dem Verstummen mit so einer Starrattacke zu beginnen? Das wäre ja doch sehr merkwürdig, und ein Grund, zumal in der Story selbst nicht angedeutet, will mir dafür nicht einfallen. Und gerade auch diese Formulierung mit „sofort“ … nee, also da ist dir kein Ilsebill-würdiger Einstiegssatz in die Szene gelungen!

    Aber das änderte nichts daran, dass Ejns Plan seine Hoffnung darauf, endlich wieder sprechen zu können, in sein Herz gerammt hatte.
    Und hier ist die Formulierung wohl zu kunstvoll für mich geraten, denn so ganz verstanden, was mit diesem „in sein Herz gerammt hatte“ gemeint sein soll, habe ich nicht.

    "Es geht um die Zunge", schlussfolgerte der Schatten der Königin. Sie klang unsicher, aber sie widmete sich wieder dem Schreiben in ihren Händen. "Ich wurde bereits darüber informiert, dass sich Ejnaschka bei dir aufhält. Auch, wenn ich nicht verstehe, wieso er ausgebrochen ist, schließlich habe ich dafür gesorgt, dass es ihm an nichts fehlt."
    Mir fehlt meine Freiheit, dachte sich Ejn und er hätte es der Königin auch gerne gesagt.
    Das hingegen ist eine schöne Stelle, finde ich. Hat durchaus auch PotM-Potential, eventuell! Sie funktioniert auch ohne zu wissen, dass Ejn nicht sprechen kann, ganz gut.

    Hinter ihren geraden, nur leicht vergilbten Zähnen befand sich nichts weiter als ein dunkler Gang hinab zur Kehle.
    Hey, das finde ich ja mal gut, statt immer nur von weißen Zähnen zu reden, wenn es darum geht, die Kauleiste eines Charakters als gutaussehend zu beschreiben. Es gibt zwar durchaus Leute, die haben wirklich einfach richtig weiße Zähne (also auch ohne irgendwelche Tricks), aber für die meisten Menschen sind es ja doch nur 50 Shades of Yellow. Und wer da nur leicht vergilbte Zähne hat, der gehört zahnfarbentechnisch ja schon zur Oberschicht. Und wenn sie dann auch nur gerade sind … in der Tat, wahrhaft königlich.

    Es mochte seltsam klingen, aber Ejn war erleichtert. Er wusste nun, wieso die Königin ihn jahrelang in ihrer Bergfeste festgehalten hatte und wieso er, abgesehen von der Freiheit selbst, stets alles hatte.
    Beim ersten Lesen dachte ich mir, dass das in der Tat seltsam ist, bei genauerem Nachdenken kann ich das aber ganz gut nachvollziehen: Das muss Ejn ja wirklich ordentlich gewurmt und geradezu in Grübelorgien gestürzt haben, warum die Königin ihn festhalten, gleichzeitig aber so „umsorgen“ ließ. Wobei man sagen muss, dass die Motivation der Königin dann wohl doch sehr viel damit zu tun hat, was die Vorgaben hier fordern. Denn dass man mit Rumforschen an Ejn allein wohl zu keinem Ergebnis kommt (angenehm gruselig übrigens die Sache mit diesen Experimenten, an die Ejn sich nie erinnern konnte), das muss der Königin ja doch recht früh aufgefallen. Aber gut, man lässt dann ja nichts unversucht, um so ein Gebrechen zu heilen, von daher. Es bleibt natürlich doch ein bisschen vage, was für Experimente das gewesen sein sollen – mehr als der Versuch, Ejn eine neue Zunge anzunähen oder sie sonstwie magisch zu erschaffen, fällt mir nicht ein –, aber das nehme ich dann mal so hin!

    Die ganz groß vorgabengetriebene Konstruktion ist dann aber die, dass Königin Irdorath einfach mal ein Gesetz erlassen hat, dass zungenlose Menschen exekutiert, noch dazu ein Gesetz, welches sie auch trifft. Oh weh. Also, die Vorgabe ist damit sicherlich erfüllt, aber der Inhalt ist dann doch ziemlich missraten – ich denke, das darf ich hier dann auch mal so klar sagen. Dass die Königin ein Szenario erschafft, in dem sie selbst bedroht wird, noch dazu nur weil sie Ejn einerseits freilässt, das dann aber doch nicht so wirklich will … ja, hier ist viel Widersprüchliches drin, und bei der Feststellung lasse ich es dann auch mal bewenden. Sicherlich einer der größten, wenn nicht der größte Schwachpunkt in der gesamten Geschichte bisher.

    In ihrem Sturz fiel der Königin die Zunge aus der Hand.
    Aus der Kategorie „Sätze, die man so auch noch nicht in Geschichten gelesen hat.“ Sehr schön.

    Ein bisschen unspektakulär ist dann auch die Erklärung für Ejns Armschmerzen, die nachgeschoben werden: Der Alte hat ihn vorher unterwegs einfach fallen gelassen. Nun gut, warum nicht.

    Den Schluss des Posts finde ich an sich übrigens gut erzählt, und zwar in der Hinsicht, dass der Alte schnell und – zumindest für Ejn – unvorhergesehen dahingerafft wird, obwohl vorher alles ja noch eigentlich ganz knorke aussah. Das hat mir gut gefallen. Trotzdem ist mir das irgendwie zu knapp geraten. Ich sage mal so: Ich hätte das vermutlich eher so geschrieben, dass die Erkenntnis, dass der Zauber nicht Ejn sondern den Alten trifft, genau so serviert wird, wie du es hier getan hast: Knapp, schnell, kompromisslos. Dann aber hätte ich den Sterbevorgang des Alten eher länger beschrieben, um das Ganze noch ein wenig zu melken. Wie gesagt, ich hätte das wohl so gemacht. Damit ist nicht gesagt, dass das auch wirklich die bessere Variante gewesen wäre …

    Insgesamt, das kam hier ja jetzt deutlich hervor, hatte ich an diesem Post schon einiges herumzunörgeln. Andererseits habe ich ihn trotzdem gerne gelesen, zumal das Triell als solches ja auch schön und originell geschrieben ist. In der Gesamtbewertung ist das hier deshalb auch sicherlich kein schlechter Post. Er hat auch, wie gezeigt, seine guten Momente – diese sind aber leider nicht konsistent genug und werden dann auch immer wieder von gewissen „Ausfällen“ untergraben. Von daher: Gemischte, wenn auch wohlwollende Gefühle!

    Fehler im sechsten Post:
    Viel Zeilt zum überlegen blieb ihm ohnehin nicht, denn er hörte erneut das Geräusch von rasselden Knochen.
    zum Überlegen; rasselnden Knochen

    … und außerdem noch der „Scavanger“ - der kommt hier mehrmals vor, obwohl es eigentlich „Scavenger“ heißt.



    Der siebte Post ist für einen Finalpost doch recht kurz geraten – und das, obwohl es jetzt nicht gerade an noch ausstehenden Erklärungen gemangelt hätte. Will sagen: Für die Klärung aller noch offenen Fragen und Zusammenhänge und für einen runden Anschluss hätte ich schon mit mehr Text gerechnet. Aber vielleicht ist es dir ja auch gelungen, das Ganze in nur wenigen Worten vernünftig abzuschließen – werde ich jetzt ja sehen!

    Tja, und nachdem ich das jetzt gelesen habe, kommt mir ein Gedanke, den ich beim Lesen dieser Story insgesamt immer wieder mal hatte: So schlecht, wie du wahrscheinlich glaubst, ist das doch alles gar nicht!

    Klar, den Gegenstand-B-Apfel hast du jetzt nicht wirklich elegant einbauen können, sodass der Einsatz dieses Gegenstandes zu einem mehr oder weniger albernen Fingerzeig auf die Gothic-Lore gerät, denn dort ist ja nun einmal vorgeschrieben, dass der Apfel stärkt. Immerhin zeigst du aber Detailbewusstsein dahingehend, dass es sich nach der Feuerball-Selbstentzündung natürlich um einen gebratenen Apfel, ja einen Bratapfel handeln muss!

    Und auch der Zombieabschluss ist vielleicht ein bisschen zu salopp geschrieben, wobei das hier tatsächlich nur an der Knappheit und vielleicht auch Wortwahl des Ganzen liegt, denn rein inhaltlich ist das doch eine schöne Idee mit einem tragischen Ausgang, dass die von Ejn mit letzter Kraft wiederbelebte Velaya nun direkt unvorhergesehen den Zahn der Zeit zu spüren bekommt – in dieser Hinsicht hast du die Abschlussvorgabe also ziemlich gut erfüllt, finde ich.

    Und den Weg zum definitiven Ende, den fand ich dann eben auch gar nicht so schlecht. Nachdem ich vorher mit dem plötzlich eingeführten Runenduell im Kontext dieser Geschichte ja noch fremdelte, habe ich das jetzt in diesem Post dann schon eher hinnehmen können – auch wenn das Duell dann ja relativ schnell beendet wird. Aber wer weiß, bei noch mehreren Spielzügen wäre es vielleicht auch eintönig geworden, sodass du vermutlich sogar genau die richtige Länge getroffen hast. Und ordentlich Dramatik ist ja auch noch einmal drin, und insbesondere natürlich die Beschwörung der Armee der Finsternis bildet einen schönen, radikalen Schlusspunkt in diesem Kampf. Von daher: So absurd das Szenario auch ist, hier in diesem Post konnte es mich dann eben doch ein wenig einnehmen, und ja, das Duell war dann auch noch spannend zu verfolgen.

    Ejn wollte schreien. Erneut sah er fünf Symbole, von denen er kein einziges kannte.
    Wie viele verdammte Runen gibt es eigentlich?!
    Ist halt abwechslungsreiches Gamedesign!

    und so konnte Ejn hinauf zur Königin blicken, die ihn angrinste, siegessicher und zugleich belustigt.
    ..., ultrasüß und doch verlogen!

    Was mir übrigens auch noch aufgefallen ist: Die Stimme der Königin sollte nach ihrem Tod ja konsequenterweise nichts mehr sagen, da die Königin ja nun wirklich nicht mehr sprechen kann. Und trotzdem weist sie die Leute dazu an, Ejn zu ergreifen. Entweder der Schatten ist also ein bisschen aus seiner Rolle gefallen – oder aber er hat in Wahrheit ohnehin die ganze Zeit die Fäden in der Hand gehabt. Das zwingt doch geradezu zu einer Fortsetzungsstory!

    Fehler im siebten Post:
    Der Boden beebte
    bebte



    Ja, und dann ist es auch schon Zeit für das Fazit zur Geschichte insgesamt! Klar, man sollte festhalten: Dein volles schreiberisches Können hast du hier natürlich nicht gezeigt, und dass diese Story deinen Ansprüchen lange nicht genügt und auch nicht genügen konnte, ist offensichtlich – und angesichts des Entstehungsmodus auch nur nachvollziehbar. Und so ist es auch kein Wunder, dass man statt von Plottwists eher von Plotholes eingenommen wird und die Story so manches Mal verwirrende Wege einschlägt, um einerseits der knapp bemessenen Schreibzeit, aber auch den querschießenden Vorgaben zu genügen. Manchmal blieben dann auch Formulierungskunst und Wortgewalt auf der Strecke – wobei das dann aber der Aspekt ist, wo du noch am meisten konstant gut warst. Und daneben gab es ja auch inhaltlich immer mal wieder gute Ideen, auch wenn der ganze Kern der Story verworren bleibt. Trotz dieser Widrigkeiten, das sage ich ganz offen, habe ich die Story die meiste Zeit aber auch gerne gelesen. Im Prinzip war das alles, mag es jetzt auch keine Glanzsstory geworden sein, ja doch ein Beleg dafür, dass du hier mal wieder eine richtige Story schreiben solltest!
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  15. View Forum Posts #15 Reply With Quote
    Deus Laidoridas's Avatar
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    Kommentieren muss sich wieder lohnen, finde ich, deswegen kriegt Xrüssi als Dank für ihren Kommentar zu meiner Geschichte jetzt auch als erste einen Kommentar von mir! Was aber natürlich nicht bedeutet, dass ich Milde walten lassen werde.

    Im ersten Post steckt schon eine ganze Menge Zeug, alles komprimiert in einen gar nicht mal so langen Text. Der Großteil davon ist ja eine Einleitung in Schauplatz und Zeitraum der Erzählung, die mir beide schon mal gut gefallen. Insbesondere Irdorath als Schauplatz (oder zumindest Startpunkt) der Handlung finde ich klasse, weil das ja immer noch ein vergleichsweise unverbrauchtes Setting ist. Finde es auch witzig, wie jeder was ganz anderes aus Irdorath macht: Bei Oblomow ist es eine Müllkippe, bei meiner zweiten SnB-Story war es eine Glasmanufaktur und bei dir ist es jetzt ein magisches Inselreich im Wohlstand mit einer Königin, die auch noch genauso heißt wie die Insel (bzw. vermute ich mal, dass dann wohl eher die Insel später nach der Königin benannt werden wird, denn bisher wurde ja noch kein Name der Insel genannt). Ein bisschen liest sich das Ganze auch wie der Einstieg in ein Märchen, auch wenn ich mal vermute, dass sich der Schreibstil später dann doch noch mehr zum Szenischen hin wandeln wird (zumindest habe ich in den hinteren Posts schon größere Mengen an Dialogen ausmachen können, was ja eher dafür spricht). Da werde ich mit meinem Urteil dann mal abwarten bis zum Schluss, um zu schauen wie sich das insgesamt so darstellt. In der zweiten Hälfte des Posts kommt dann die eigentliche Gefangenschaft, die ja laut Vorgabe behandelt werden sollte, ins Spiel. Und das ist schon ein ganz spannendes Mysterium, weil man ja wirklich keine Ahnung hat, wieso Ejn über Jahre hinweg gefangen gehalten und dabei regelmäßig von der Königin besucht wird. Es scheint ja fast so als wäre er der Königin als Teil eines Handels verkauft worden, und als würde er allein durch seine Anwesenheit irgendeinen Nutzen erfüllen. Da bin ich mal gespannt, wie sich das auflösen wird, das ist auf jeden Fall ein schöner Aufhänger für die Geschichte. Ähnlich merkwürdig ist natürlich auch, dass die Königin ihm diesen Ring A.K.A. Gegenstand A geschenkt hat, damit wird es ja sicher auch was Bestimmtes auf sich haben (könnte vielleicht sogar ein Aquamarinring sein?). Bei der Erwähnung des Rings finde ich die Formulierung übrigens nicht ganz optimal:
    Während er mit seiner Hand über den Riss streichelte, fiel ihm er Ring an seinem Finger auf.
    Das liest sich ja so, als wäre ihm der Ring gerade zum ersten Mal aufgefallen und als wäre der vorher nie an seinem Finger gewesen. Aber offenbar hat er den ja schon sehr lange. Also würde ich da glaube ich eher sowas wie „...fiel sein Blick auf den Ring an seinem Finger“ draus machen. Aber das ist natürlich eher eine Kleinigkeit. Gravierender ist da schon, dass ein kleines Detail der Vorgabe nicht erfüllt wurde: Denn der Gegenstand A bleibt ja bis zum Schluss an Ejns Finger und wird also nicht an Ort A zurückgelassen. Das werde ich natürlich in meiner Schlussbewertung knallhart abstrafen!
    Ja, so insgesamt ein guter Einstieg, der mir in einer ausführlicher auserzählten Variante aber wohl noch besser gefallen hätte. So ist der Zeitdruck schon ein bisschen zu spüren und es wird eben nur das Nötigste erzählt, damit die Geschichte funktioniert. Dafür liest sich das dann aber doch sehr schön, eben wie gesagt ein bisschen wie ein Märcheneinstieg. Interessant finde ich übrigens, dass du genau wie ich auch einen Hauptcharakter hast, der nicht sprechen kann. Das fand ich ja schon manchmal ziemlich anstrengend beim Schreiben, insofern bin ich mal sehr gespannt, wie du mit der Herausforderung umgegangen bist.

    Zum Glück ist dir wohl selber aufgefallen, dass der Gegenstand A noch nicht da ist, wo er eigentlich hinsoll, weshalb Ejn ihn dann zum Beginn des zweiten Posts direkt mal zurück in sein Gefängnis schmeißt. Das wirkt dann aber schon ein bisschen sehr konstruiert, insbesondere dass er ihn auf einmal so wütend weg pfeffert, nachdem er ihn gerade noch vor Dank geküsst hat. Das ist ja doch eine ziemliche Achterbahn der Gefühle, die jetzt nicht so richtig gut nachzuempfinden ist.
    Es folgt dann eine, naja, wenn ich ganz ehrlich bin etwas kitschige Szene, in der Ejn anscheinend seine große Liebe trifft, ein Mädchen mit goldbelocktem Haar, das auch wieder direkt einem Märchen entsprungen zu sein scheint und sich dann aber direkt als Miss Badewanne Velaya höchstpersönlich entpuppt. Wobei ich mich jetzt lieber noch nicht zu früh darauf festlegen will, dass es sich dabei wirklich um die Velaya handelt, denn wenn die in der Geschichte hier so um die zwölf ist, dann dürften die Ereignisse von Gothic 1 ja nur maximal zwanzig Jahre später stattfinden, denn älter als maximal Anfang dreißig ist Velaya da ja nicht (behaupte ich jetzt mal anhand meiner Erinnerung an ihre Hauttextur ). Das würde dann aber wohl nicht so richtig gut zu dem passen, was man über die Verhältnisse auf dem Festland, auf Khorinis (das ja wohl gerade erst von Menschen besiedelt wurde) und auch auf Irdorath selbst weiß. In nur zwanzig Jahren dürfte dieses Königreich wohl eher nicht zugrunde gehen und durch einen Schwarzmagiertempel ersetzt werden, der dann auch noch von der Weltkarte verschwinden und später wieder aufgefunden werden muss. Also, beim näherem Drübernachdenken gehe ich dann mal davon aus, dass das wohl eine andere Velaya sein wird. Und das kann ja gut sein, denn schon auf Irdorath kennen die Leute offenbar noch andere Velayas. Jetzt kommt mir ja glatt der Gedanke, dass die andere Velaya mit den dicken Möpsen und der anderen Haarfarbe die Velaya sein könnte – aber das passt dann zeitlich ja genauso wenig. Naja, egal, guter Name auf jeden Fall!
    Ein bisschen übertrieben fand ich dann vielleicht, dass die Dame beim Anblick der fehlenden Zunge gleich so durchdreht und in Ohnmacht fällt, wodurch dann plötzlich die Stadtwache Jagd auf Ejn macht (immerhin aber stilecht mit Gothic-Zitat!). Die Reise hätte ja für Ejn auch allein dadurch beschwerlich sein können, dass er nicht nach Velaya fragen kann, da hätte es dieser Extremreaktion jetzt aus meiner Sicht gar nicht bedurft.
    Insgesamt hat mir der Post also ein bisschen weniger gut gefallen als der Erste, weil mir sowohl die Begegnung mit der holden Goldenen und die eben erwähnte Schlussszene eher zu überzeichnet waren. Gleichzeitig wird die Erzählung damit aber auch ganz konsequent im märchenhaften Stil fortgesetzt. Mal sehen ob das wirklich bis zum Schluss so bleibt. Gespannt bin ich übrigens darauf, wie du es hinkriegst, dass Velaya dann nachher schon vor langer Zeit gestorben ist, nachdem sie hier so lebendig auftaucht.

    Die Frage nach der Märchenhaftigkeit beantwortet sich ja eigentlich jetzt schon direkt mit Post 3 und dem Mord am Tischler, der die Geschichte plötzlich ein bisschen in Richtung Krimi rückt. Da Ejn ja auf der Insel keinen kennt außer die Leute in der Bergfestung, ist es auch ganz folgerichtig, dass Person D ein Bediensteter der Königin ist. Passt natürlich auch insofern gut zur späteren Vorgabe 4, als es ja jetzt schon ganz offensichtlich ist, dass die Person D die Person A zurück zu Ort A bringen will, da hattest du also ohne es zu wissen schon eine sehr geschickte Wahl getroffen. Wieder gibt es auch Hinweise darauf, dass hier irgendwie Magie im Spiel ist, denn der alte Mann von der Garde scheint Ejn ja teleportiert zu haben, und auch der Ring kommt nochmal ins Spiel. Da hier auch Adanos genamedroppt wird, gehe ich mal weiterhin von einer Verbindung zum Ring des Wassers oder etwas in der Richtung aus.
    Eigentlich also ein ganz gelungener Post, bei dem aber das Ende leider etwas konfus geraten ist, auch im Hinblick auf die Vorgabenerfüllung. Der alte Mann sagt ja erst, dass Velaya verschwunden sei, nur um dann kurz darauf mit Ejn zur Kaserne aufzubrechen, weil eben diese Velaya da gleich verhört werden solle. Man könnte das jetzt vielleicht so interpretieren, dass er dermaßen großes Vertrauen in seine Kollegen hat, dass er felsenfest davon überzeugt ist, dass sie Velaya in kürzester Zeit finden und zur Kaserne bringen werden, aber naja… ich schätze mal eher, dass du dich da in der mutmaßlichen Hektik kurz vor Abgabeschluss ein bisschen verzettelt hast und es jetzt einfach so gemeint ist, dass Velaya dann doch schon gefasst und in die Kaserne gebracht wurde.

    Puh, jetzt wird die Story ja plötzlich ganz schön kompliziert. Hoffentlich habe ich das jetzt alles auch richtig verstanden. Aber mal der Reihe nach: Zu Beginn kann ich nämlich noch ganz unkompliziert rummeckern, denn dass der Alte nun auf einmal den Ring schon dabei hat, weil er ihn in Ejns altem Gefängnis gefunden hat, das passt ja leider nicht dazu, dass er bei der ersten Begegnung mit Ejn noch so überrascht von dessen Flucht war. Außer natürlich er hat ihm da irgendwie was vorgespielt, aber dazu gibt es ja eigentlich keinen Grund. Muss ich also knallhart als Fehler verbuchen!
    Danach wirds dann aber so richtig interessant. Wie gesagt bin ich mir nicht sicher alles verstanden zu haben, denn der Velaya-Geist widerspricht dann ja auch noch den Erklärungen des Richters, was es schwieriger macht, die tatsächlichen Hintergründe herauszufiltern. So wie ich das verstehe, ist es aber wohl so, dass Velaya schon lange tot ist (klar, muss ja auch so sein wegen Vorgabe) und die Tochter des Tischlers Jarub war (im ersten Moment war ich übrigens bei dem Namen ein bisschen irritiert, weil ich ganz selbstverständlich davon ausgegangen war, dass der Tischler Thorben heißt ). Dieser Jarub hat nun nekromantische Experimente durchgeführt, um den Geist einer ganz anderen Frau, die auch schon vor langer Zeit gestorben ist, in den Körper dieses Mädchens zu verfrachten, damit es wieder zum Leben erwacht. Natürlich hat sie dann aber den Verstand und die Erinnerungen dieser ganz anderen, älteren Frau, die nicht begeistert ist von ihrem neuen Körper und daher den Tischler (entweder absichtlich oder vielleicht auch unabsichtlich) so erschreckt, dass dieser sich übel den Kopf stößt und prompt auf sehr blutige Weise stirbt (an der Stelle braucht es dann ein bisschen Fantasie, damit das mit dem blutüberströmten Tatort zusammenpasst, aber gut, vielleicht ne dicke Ader getroffen oder so ). Anschließend hat sie ihren neuen Körper wieder verlassen und ihn dabei nach eigenen Angaben wohl irgendwie vollständig zerstört, um sich in einen Erzbrocken zu flüchten, in der Hoffnung, auf diese Weise der Strafverfolgung zu entgehen. Irgendwie haben die Stadtwächter der Insel das aber wohl spitzgekriegt und den Erzbrocken zur Kaserne gebracht, um dem Geist jetzt den Prozess zu machen. Okay, so weit passt das ja einigermaßen zusammen, aber ein paar offene Fragen bleiben natürlich. Vor allem passt dieser Körperhass der lange toten Nicht-Velaya erstmal nicht so gut mit dem fröhlichen, lächelnden Mädchen vom Anfang zusammen. Da wirkte sie ja nun wirklich nicht wie ein Zombie, der seinen eigenen Körper nicht leiden kann. Außerdem müsste Velayas Körper ja schon verwest sein, wenn sie bereits vor langer Zeit gestorben ist, aber danach sah sie bei der Begegnung mit Ejn nicht aus (na gut, vielleicht gut einbalsamiert oder so). Und wie es ein Tischler hinkriegt, diesen ganzen Nekromantiezauber zu wirken, wo er den Geist her hat usw., das ist auch alles noch unklar, kann aber natürlich noch geklärt werden. Einen Widerspruch gibt es aber noch, der sich nicht so leicht auflösen lässt: Die Männer, die Ejn im zweiten Post belauscht, hätten doch ganz anders von Velaya geredet, wenn sie schon vor vielen Jahren gestorben wäre. Gut gefallen hat mir aber dann die gnadenlose Zerstörung des Geistes per Hammerschlag, da wird nicht lange gefackelt im Gerichtssaal. Vermutlich wolltest du damit auch dem Vorwurf entgegen wirken, die Person C über Umwege doch noch am Leben halten zu wollen?
    Achja, einen Aspekt muss ich hier noch ansprechen: Kann man denn wirklich, mal ganz unabhängig davon ob man ein Zombiemädchen mit Fremdgeist ist oder nicht, dafür ins Gefängnis oder gar an den Strang gebracht werden, weil man jemanden erschreckt hat? Das würde man doch eigentlich eher unter einem Unfall verbuchen, oder? Ich frage mich ja auch, woher man das eigentlich weiß mit dieser Erschreckungssache, denn es war doch niemand dabei bei dem Mord (ansonsten hätte es ja nie Zweifel an der Identität des Täters bzw. der Täterin gegeben). Da ergibt sich jetzt noch nicht so ein richtig schlüssiges Bild für mich – und ganz schön knallhart kommt mir die Rechtsprechung auf der Insel auch vor, da scheint die Freundlichkeit der Königin nicht so richtig auf die Richter abgefärbt zu haben.
    Der letzte Aspekt der Vorgabe war dann ja kein Problem. Man könnte hier höchstens kritisieren, dass Ejn das ja nicht erst in diesem Moment bewusst wird, was Person D vorhat, da die Person D das schließlich schon im dritten Post so angekündigt hatte. Aber ich wüsste jetzt auch nicht, wie man das besser hätte lösen können, insofern geht das schon in Ordnung so.

    Um Himmels Willen. Nach dem Lesen von Post Nr. 5 möchte mich bitte korrigieren: Jetzt wirds richtig kompliziert. Und es kommt auf einmal auch eine ordentliche Portion Ekel ins Spiel, so wie hier mit Frauenleichen und vor allem dann der abgeschnittenen Zunge herumhantiert und -geschmissen wird. Gleichzeitig werden aber auch einige Hintergründe aufgeklärt, was aber nicht bedeutet, dass die Geschichte für mich dadurch irgendwie durchschaubarer geworden wäre. Wichtig ist wohl vor allem erstmal, dass sich der ursprünglich noch (trotz der dubiosen Gefangenhaltung Ejns) gutmütig wirkende Alte zwar als eine Art Wassermagier entpuppt (was ja zuvor schon angedeutet worden war), dabei aber gleichzeitig auch zum Fiesling wird. Wobei es das fiese Lachen da jetzt für meinen Geschmack nicht gebraucht hätte, denn seine Taten allein und das was er da alles so erzählt sind ja schon verdächtig genug. Die nächste Erkenntnis: Beide Toten heißen Velaya. Da wittere ich ja gleich so einen Trick, um der Person C gleich zwei Personen auf einmal zuzuordnen! Wobei es sich ja jetzt noch mehr als zuvor so darstellt, dass die Person, mit der es Ejn kurz mal zu tun hatte, eine Art Verschmelzung der beiden Velayas darstellt, insofern kann man das wahrscheinlich so durchgehen lassen. Ansonsten… ja, das ist echt eine ganze Menge Zeug was hier erzählt wird. So hundertprozentig weiß ich jetzt auch nicht, ob ich das alles erfasst habe. Was ich auf jeden Fall nicht verstanden habe, ist die Sache mit Tischler-Velayas Leiche. Die galt ja erst noch als verschwunden, taucht hier jetzt aber auf einmal auf. Wobei sich das ja noch so erklären lässt, dass der immer noch namenlose Witwer des Tiers die Leiche schlicht geheim gehalten hat, da er ja immerhin verantwortlich für zumindest einen Teil dieser nekromantischen Verwicklungen ist. Wie es aber sein kann, dass die Tochter durch Enthauptung gestorben ist, das versteh ich gar nicht. Die lief doch am Anfang nicht kopflos rum, als Ejn sie getroffen hat. Oder hab ich irgendwas völlig missverstanden? Auch die Sache mit der Fischgeisttrennungszauberspruchrolle hab ich nicht kapiert. Die hat der Alte doch gar nicht gebraucht bei seinem Plan? Oder war das nur so als Vorstufe gemeint zu der Menschengeisttrennung? Es wirkte ein bisschen so, als wollte er jetzt irgendwie ihren Geist in einen vorher geistlos gemachten Fisch transferieren, was dann ja aber gar nicht passiert (und wohl auch eher Quatsch gewesen wäre). Um die Liste der von mir nicht kapierten Dinge noch zu vervollständigen: Wieso will der Alte seiner Tochter nach der Wiederbelebung Körperteile amputieren? Einfach nur weil er böse ist? Der ganze Plan zielte doch darauf ab, seine Tochter unsterblich zu machen, wieso dann auf einmal diese Grausamkeit ihr gegenüber? Und eins noch: Warum streicht Ejnaschka die Buchstaben „Ejn“ durch, um dann nochmal seinen ganzen Namen zu schreiben, wenn er „Ejn“ doch auch ganz einfach zu „Ejnaschka“ vervollständigen könnte? Okay, das ist jetzt wahrscheinlich nicht so die ganz entscheidende Frage, aber gewundert hats mich trotzdem. Der ist doch nur stumm und nicht blöd, oder?
    Allerdings, bei aller Kritik: Rein atmosphärisch und stilistisch fand ich den Post ganz klar am stärksten bisher, da sind wirklich sehr stimmungsvolle Passagen drin und die Spannung der merkwürdigen Situation, in die Ejn da geraten ist, wird gut vermittelt. Ich habe auch das Gefühl, dass du hier mit mehr Ruhe geschrieben hast als insbesondere in den ersten drei Posts und wahrscheinlich auch einfach mehr Zeit zum Schreiben hattest, was sich gleich positiv bemerkbar macht.
    Diese ganze Sache mit der Zunge am Ende, das ist dann natürlich schon ein bisschen absurd und auch sehr eindeutig den Vorgaben geschuldet. Und dass Ejn dann allen Ernstes plant, sich jetzt selber diese Leichenzunge anzunähen und irgendwie diese Zauberspruchrollen einzusetzen, obwohl er nicht mal alle Buchstaben des Alphabets kennt, das fand ich jetzt auch nicht soo glaubwürdig. Gleichzeitig hat mir das in dieser ganzen Ekelhaftigkeit dann aber schon irgendwie gefallen. Dieses Zungenannähen wäre auch sowas, was gut in Planescape Torment passieren könnte, wenn man da so eine magische Zunge als Item finden würde, und das ist jetzt ja nicht die schlechteste Assoziation.
    Zum Schluss gibts dann noch den geforderten Auftritt der Königin Irdorath, womit sich, was ja nun doch überraschend kommt, auch die vermeintlich gutmütige Vorzeigeherrscherin als Schurkin entpuppt – und sogar ganz explizit als noch boshaftere Schurkin als der alte Wassermagier! Wie ich das finden soll, weiß ich jetzt nicht so richtig, denn ich fand den Gedanken eigentlich ganz gut, dass die Königin vielleicht gute Gründe dafür hat, Ejn gefangen zu halten, und war gespannt, welche das sein würden. Jetzt gehe ich mal eher davon aus, dass es einfach irgendwas Fieses ist, was ich ein bisschen weniger spannend fände. Aber mal sehen – einen effektvollen Auftritt hatte sie auf jeden Fall, da kann ich jetzt nix gegen sagen!

    Die sechste Vorgabe war ja wieder ein ordentliches Brett, insbesondere in Hinblick auf das Gebrechen A, an dem nun auch noch die Königin leiden muss. Da war ich aber echt positiv überrascht, wie gut du das hingekriegt hast bzw. wie gut das auch schon von vornherein in die Geschichte passte. Denn tatsächlich hat die Königin ja immer geschwiegen, wenn sie Ejn besucht hat, und wenn man das so im Nachhinein nochmal liest, könnte man glatt glauben, du hättest schon zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass sie auch an der Sprachlosigkeit leiden muss. Allerdings hast du die Königin ja am Ende des fünften Posts noch was sagen lassen, was aber ganz gut mit dieser Schattengestalt erklärt wird, die für sie das Sprechen übernimmt. Klar kann man sich jetzt drüber streiten, ob das so glaubwürdig ist, dass die Königin sämtliche Antworten schon vorformuliert hat, sodass die Vorleserin immer was Passendes zum Vorlesen findet, aber da das meiste davon ja in die „Ich erkläre euch jetzt mal meinen Plan“-Richtung geht, ist das im Rahmen so eines „Der Schurke erklärt sich selbst“-Stereotyps schon ganz okay so. Außerdem fand ich die Vorstellung selbst schon klasse, dass die Königin jemand anderes für sich sprechen lässt. Die Erklärung, dass heimlich Experimente an Ejn durchgeführt wurden, wäre natürlich noch überzeugender gewesen, wenn es am Anfang irgendwas gegeben hätte, das auch (vielleicht auch nur andeutungsweise) darauf hingewiesen hätte, aber das ist natürlich so das übliche Schreim-naoch-Buchstohm-Problem, dass man auch nicht für jede mögliche spätere Vorgabe schon im Voraus was vorbereiten kann. Insgesamt fand ich die Vorgabe aber auf jeden Fall ziemlich souverän gelöst. Nur dem Aspekt der Lebensbedrohlichkeit des Gebrechens A merkt man an, dass er dir wahrscheinlich ziemliches Kopfzerbrechen bereitet hat, denn dass die Königin da nun so ein Gesetz erlässt, das wohl einfach nur aus purer Grausamkeit geboren ist und sie selber total unnötigerweise in Lebensgefahr bringt, wirkt jetzt schon arg konstruiert. Gleichzeitig passt es auch nicht so gut dazu, dass sich die Königin doch nach außen hin als gütig und volksnah inszeniert, denn dieses Gesetz ist ja ganz unmissverständlich grausam. War natürlich auch wirklich schwer, sich da irgendwas Überzeugendes auszudenken, aber vielleicht hätten die Beweggründe der Königin für so ein Gesetz zumindest ein bisschen verständlich gemacht werden können.
    An der zweiten Hälfte des Posts hab ich dann aber nix zu beanstanden. Das ist gleichermaßen skurril wie unterhaltsam, wie die drei sich da plötzlich so kartenspielmäßig mit Zaubern angreifen, und wie Ejn es dann immer mit ein bisschen Glück schafft, den Zauber richtig zu kontern. Ich hatte ja eher mit so einem großen Geprügel um die Zunge gerechnet, aber so gefällt mir das viel besser. Vielleicht hätte der Tod des Alten noch ein bisschen spektakulärer in Szene gesetzt werden können, der ja jetzt doch sehr plötzlich kommt. Andererseits wäre das gerade deshalb sicher auch ein gelungener Überraschungsmoment für jemanden, der die Vorgaben nicht kennt.

    Im letzten Post wird der Zweikampf zwischen Ejn und der Königin dann erstmal schön dramatisch zugespitzt, indem Ejn einige fiese Zauberwirkungen über sich ergehen lassen muss und sich dann schließlich sogar selber verbrutzelt, um die feindlichen Insekten zu bekämpfen. Dass er dabei immer so schmunzelt und lächelt, naja, weiß nicht ob das jetzt in seiner Situation so naheliegend ist, aber ist wahrscheinlich einfach ein harter Hund, der Ejn! Jedenfalls hat mir das alles gut gefallen, bis es dann zum Ende des Kampfes kommt, den ich leider nicht so gelungen finde. Dass Ejn da kurz vor dem Tod noch genüsslich einen gebrannten Apfel futtert, um sich zu stärken (hatte er vielleicht in Gefangenschaft schon ein paar Äpfel gegessen und das war jetzt der letzte Apfel, um Stärke +1 zu kassieren? ), ist schon ziemlich weit hergeholt. Und dass den Sieg dann der schon einmal vergeblich eingesetzte Armee-der-Toten-Zauber bringt, den Ejn jetzt auf einmal beherrscht, ohne dass man so richtig wüsste warum, und die Königin einfach von Skeletten geplättet wird, hm, naja… also ich behaupte mal, das wäre origineller gegangen! Ich hatte ja ein bisschen drauf gehofft, dass Ejn die Königin nochmal dazu bringt, sich in eine Blutfliege zu verwandeln und er sie dann mit dem Apfel einfach abschmeißt, das hätte ich zumindest witziger gefunden. Das wirkt jetzt jedenfalls leider wieder ein bisschen so, als hätte es schnell gehen müssen (auch wenn ja laut Postdatum noch fast eine Stunde Zeit war). Besser gefällt mir da schon die letzte Wendung, dass es Ejn zwar mit seiner letzten Handlung noch schafft, die Tischler-Velaya wiederzubeleben, aber sie dabei versehentlich zu einem Zombie macht. Auch hier ist das aber ein bisschen zu knapp gehalten, weswegen mich das Finale jetzt insgesamt nicht so umgehauen hat.

    Und so als Gesamtfazit? Also, man kann der Geschichte auf jeden Fall nicht vorwerfen, dass zu wenig in ihr passiert! Die hat ja wirklich so einige Überraschungen zu bieten, und von der Märchenhaftigkeit, die ich ihr am Anfang noch attestiert habe, ist zum Schluss wirklich gar nichts mehr übrig geblieben. Gleichzeitig gibt es aber auch eine ziemlich große Zahl an Ungereimtheiten, an denen die Schwierigkeiten der Vorgabenerfüllung deutlich zu erkennen sind und bei denen einiges dann nicht mehr so gut zu früheren Teilen der Geschichte passt. Auch aus den beiden AntagonistInnen bin ich bis zum Schluss nicht so richtig schlau geworden – sowohl der Alte (ich muss da übrigens immer an die ZDF-Krimiserie denken) als auch die Königin werden ja ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte auf einmal als ganz fies dargestellt, ohne dass man jetzt so richtig wüsste, warum eigentlich. Beim Alten kann ich seine Beweggründe durch den Rückblick mit den göttlichen Ereignissen um seine Frau noch etwas besser nachvollziehen, aber bei der Königin ist mir wirklich ganz unklar geblieben, wieso die eigentlich auf einmal so böse ist. Sie hat ja Ejn immer trotz Gefangennahme gut behandelt und ihn sogar mit Schmuck beschenkt usw., da wirkte es zunächst eigentlich eher so, als hätte sie ein schlechtes Gewissen und würde versuchen, die Gefangenschaft so gut wie möglich wettzumachen. Am Ende aber ist Ejn dann plötzlich ihr Sklave und sie erlässt noch extra dieses ultrafiese Gesetz, um ihm das Leben schwer zu machen (und sich selber auch). Das macht dann eher den Eindruck, als hätte einfach noch eine Erzschurkin her gemusst, ohne dass es so richtig gut zur ursprünglichen Figur der Königin gepasst hätte.
    Gleichzeitig muss man aber auch sagen: Unterhaltsam war die Story schon, gerade dadurch, dass immer irgendwas Neues passiert und sich die Situation, in der sich Ejn befindet, mehrmals radikal ändert. Also, deine rundeste oder durchdachteste Geschichte ist das mit Sicherheit nicht, man kann den SnB hier schon sehr gut rauslesen. Spaß gemacht zu lesen hat sie aber trotzdem, vor allem in den etwas detailfreudiger erzählten Posts in der zweiten Hälfte. Insofern schön dass du sie zuende gebracht hast - da könnten sich andere mal ein Beispiel dran nehmen!
    Last edited by Laidoridas; 26.05.2019 at 22:35.

  16. View Forum Posts #16 Reply With Quote
    Irenicus-Bezwinger  MiMo's Avatar
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    Was MiMos 2. Wettbewerbsbeitrag zu Schreim naoch Buchstohm 5 (mittlerweile „Turm mit Moos – Hut mit Loch“ betitelt) angeht, bin ich ja sehr gespannt, was daraus noch wird. Aber wer weiß – vielleicht wird aus diesem hastig zusammengezimmerten Anfang ja noch der Überraschungskandidat dieses Wettbewerbs!
    Naja, für mich war ziemlich klar, dass er von vorn bis hinten hingerotzt sein wird.
    Ich hab auch mehrmals überlegt, den letzten Post kurz nach Abstimmungsbeginn zu posten, damit sich die armen Leser nicht durch diese Story mit Loch quälen müssen und vielleicht sogar durch die Existenz einer vierten zu lesenden Geschichte abgeschreckt werden...
    Der erste Post jedenfalls endet doch sehr offen, wenn man so will! Bei Korshaan bin ich übrigens, ähnlich wie bei Thorniaiaiaiaiaiaria in der anderen Story, erstmal wieder erschrocken, aber auch hier wird sich das Geschehen ja (hoffentlich?) nicht auf die Südlichen Inseln nach ArcaniA-Lesart verlagern. Erwähnenswert: Der Einsatz des Gegenstandes, des Turmschlüssels, den Joe ja nicht einmal selbst bedient, sondern der von der Wache eingesetzt wird. Auch das erfüllt die Vorgabe ja einwandfrei, und ich finde, das ist eine schöne Lösung.

    Fehler im ersten Post:

    zweifellos



    Der zweite Post ist deutlich länger, als von mir erwartet. Also gut, ich hatte ja kurz überlegt, ob sich die Story vielleicht nicht doch noch zu einer größer angelegten Geschichte auswachsen könnte, aber ich hatte jetzt schon gedacht, dass die Länge des ersten Posts Maßstab bleiben wird. Wobei: Wenn man alles einfach so herunterschreibt, dann sind längere Posts ja fast schon einfacher als kürzere Posts – beim Speedbattlen merkt man das ja auch häufiger mal, wenn man die restlichen 2 Minuten der Zeit dann noch aufs Kürzen verwenden muss.
    Der zweite Post war natürlich wie alle anderen auch einfach nur runtergeschrieben. Ich war aber auch überrascht, wie ausgeschmückt der dann doch geworden ist.
    Die wesentlichen inhaltlichen Aspekte sind für mich die Fortschreibung von Joes Gebrechen – von der Vorgabe ja auch ein bisschen so verlangt – und vor allem das Ende des Posts. Wird es jetzt eine Serie von Racheakten und Selbstjustiz geben? Es sieht fast so aus. Aber dir traue ich auch zu, dass es einen großen Twist gibt, und dass Joe jetzt gar nicht auf sowas aus ist. Man wird es sehen. Gut gefallen hat mir übrigens auch, wie du das Gebrechen, das die Reise beschwerlich macht, mit dem Gegenstand B, diesen Hut, verknüpft hast. Das wirkt – abgesehen davon, dass der Hut ja schon ein sehr besonderer ist – doch recht ungezwungen, wie Joe den aufhebt und mitnimmt.

    Fehler im zweiten Post:

    Besseres

    Revers



    Der dritte Post – der am schnellsten angefertigte in der bisherigen SnB-Geschichte – ist dann in Sachen Länge wieder auf bzw. noch unter das Niveau des ersten Posts der Story gestutzt. Die Vorgabe wird hier schnell abgehakt, wobei es mir ganz gut gefällt, aus welchen Gründen bzw. in welcher Konstellation Joe als Person A und Meldor als Person D gemeinsam aufbrechen. Eher schwach ausgepräg ist dafür der Teil, dass Joe in Meldor eine alte Bekanntschaft trifft. Die könnten sich genau so gut das erste Mal richtig gesehen haben, die beiden. Aber na gut, will ich mal so gelten lassen!
    Ja, da hab ich halt einfach darauf gebaut, dass im Hafenviertel wohl jeder jeden kennt. Da war es mir dann sogar wichtig, keine allzu große Vertrautheit zwischen ihnen anzudeuten, weil die sich ja auch lange nicht sehen durften!


    Der vierte Post enthält eine Ansage, die sich gewaschen hat:

    Da weiß man doch direkt Bescheid! Und so stellt sich Joes Schicksal nun als noch unglücklicher heraus als ohnehin schon vermutet.

    Ein bisschen gekünstelt erscheint ja diese Hierarchie, die sich hier entspinnt: Lord Andre ist in die Sache verwickelt und hat Rengaru beauftragt, welcher wiederum Meldor beauftragt hat. Diese "Befehlskette" hätte es ohne die Vorgaben nun auch sicherlich nicht gegeben (naja, die gesamte Geschichte ja auch nicht, von daher erübrigt sich dieser Hinweis eigentlich). Und sogar Ignaz hängt ja noch halbwegs aktiv mit drin! Alle gegen Joe, könnte man auch sagen.

    In diesem Post werden die Vorgaben wieder einmal kurz und knackig abgehandelt, wobei es bemerkenswert ist, dass Joe sogar schon wieder zurück zu Ort A gebracht wurde. Da hat aber jemand Nägel mit Köpfen gemacht! Ich bin dann mal gespannt, wie sich das weitere Vorgehen im nächsten Post unter Vorgabe 5 gestalten wird ...
    Ich glaube, das war auch einder Posts, mit denen ich die größten Probleme hatte. Weil die Konstellation einfach so unpassend war...


    Der fünfte Post gefällt mir in seiner erneuten Knappheit ja mal gar nicht so schlecht! Denn selbst mit dem Wissen, dass das Ganze natürlich wieder höchst vorgabengetrieben ist, liest sich das alles gar nicht mal soooo unglaubwürdig. Dass insbesondere Meldor so ein bisschen dämlich ist und vorher gar nicht daran gedacht hat, dass er mit den Tränen auch Lehmar wieder zum Leben erwecken kann, passt doch eigentlich ganz gut, ebenso wie sein sehr impulsives Verhalten. Und auch, dass Lehmar ihn einst von der Straße holte, wirkt doch gar nicht mal so weit hergeholt. Das erneute Auftauchen Rengarus ist jetzt zwar nicht ganz so spektakulär und durcheinanderwirbelnd, wie die Vorgabe verlangt hat, aber aus dem Setting hier ließ sich wohl auch nicht viel mehr herausholen! Und auch wenn das Zeitknappheit und vielleicht auch mangelnden Ideen geschuldet ist: Dass Meldor am Anfang der Szene wie beschrieben seltsam unzusammenhängend spricht bzw. das Gespräch mittendrin losgeht, das hat mir auch gut gefallen, denn manche Gespräche verlaufen doch auch manchmal wirklich so. Ein Extembeispiel ist da ja „mein“ HNO-Arzt: Als ich das erste Mal bei ihm war, redete er erst noch mit einer Sprechstundenhilfe über einen Patienten, und als die Sprechstundenhilfe dann gegangen war und er mit mir ins Behandlungszimmer, hat er sozusagen den Rest des Gesprächs dann auch noch mit mir fortgeführt, obwohl ich ja gar nicht wusste, um was oder wen es ging und ich auch den Anfang des Gesprächs ja gar nicht mitbekommen hatte.
    Ich fand die fünfte Vorgabe für diese Geschichte absolut furchtbar. Ein Gegenstnd der gleichzeitig diese Krankheit heilen und einen Toten wiederbeleben kann, ist halt einfach absurd. Wäre das hier mein Herzensbeitrag gewesen, wäre ich da wirklich vertzweifelt gewesen! Glaubwürdig finde ich es jedenfalls nicht, dass man einen Lehmar, der schon lange Zeit tot ist, durch ein Getränk wieder zum Leben erwecken kann. Direkt nach dem Tod vielleicht, aber nachdem Verwesung und so schon eingesetzt haben?

    Fehler im fünften Post:

    hämisch

    dass es



    Der sechste Post ist notgedrungen actionreich, und in seiner Knappheit liest er sich ein bisschen so, wie ich als Fünftklässler oder so glaubte, wie eine gute Geschichte geschrieben sein müsse. Schlag auf Schlag bringt der eine hier den anderen um und der Kreis der handelnden Personen wird ratzfatz dezimiert. Die Vorgabe verlangt es aber auch schließlich so! Und ich finde, im Rahmen dieser „Ich schreibe in wenigen Minuten einfach mal was hin“-Story ist das auch konsequent umgesetzt – und liest sich auch gar nicht mal so schlecht. Die Idee, dass Ignaz nun auch noch an den Tränen interessiert ist, fand ich zum Beispiel so als überraschende Enthüllung abseits der Vorgabe gar nicht schlecht. Die Erklärung Rengarus dagegen, dass er Joes Einbuchtung sozusagen als Ablenkung benutzt hat, um selber in Ruhe nach dem Heilmittel forschen zu können, naja … den Zusammenhang sehe ich da jetzt nicht so wirklich! Insgesamt finde ich es übrigens spieze, dass du die Story, die du ja eigentlich nur als Beweis gepostet hast, dass man auch in 15 Minuten mal eben schnell einen Wettbewerbsbeitrag zusammenzimmern kann, bis hierhin weitergeführt hast, und ich hoffe, dass du mit ihr dann auch noch den letzten Schritt bis zur Vollendung gehen wirst.
    So ganz genau weiß ich auch nicht mehr, wie ich mir das gedacht hatte. Vielleicht auch ein bisschen, weil die Miliz wegen der üblichen Verbrechen wieder hinter Rengaru her waren? Da kann so eine Pandemie natürlich ablenkend behilflich sein.
    Fehler bzw. Formulierungskram:

    Die Formulierung ist glaube ich nicht ganz richtig: Normalerweise „ist“ etwas fraglich, oder es „erscheint“ einem fraglich, nicht aber „ist ihm etwas fraglich“.

    wart



    Der siebte Post, das Grande Finale, Abschluss einer epischen Story: Er fällt gewohnt kurz aus. Tatsächlich hätte ich mir trotz des heruntergeschraubten Anspruchs der Geschichte doch einen schöneren Showdown zum Schluss gewünscht, vielleicht auch einen etwas kreativeren Einsatz des löchrigen Hutes – aber immerhin wurde letzterer überhaupt irgendwie nachvollziehbar eingesetzt, und das finde ich dann ja doch ganz gut. Die unvorhergesehene Auswirkung der Gebrechensheilung rangiert auf der Originalitätsskala auch eher so im Mittelmaß, aber ich finde, das las sich dann ganz gut, denn beim Lesen habe ich auch kurz nicht gecheckt, was da jetzt eigentlich los ist mit Joe. Irgendwie bekommt die Geschichte so am Ende auch eine Art Moral, eine Art „Be careful what you wish for“, und irgendwie, ich weiß auch nicht, gönne ich Joe diesen Ausgang auch, der hier in dieser Geschichte auch einfach nur ein Drecksack unter Drecksäcken war.
    Mit der Verwendung des Huts bin ich eigentlich ganz zufrieden. Sonst war ich da auch nicht mehr groß motiviert, der Geschichte mit einem besonders deepen Ende aus der Grabbelkiste zu helfen... Da war ja auch einfach nichts mehr zu retten.
    Fehler im siebten Post:

    sich



    Ja, was für eine Geschichte! Gestartet als Projekt um zu beweisen, dass man in ca. 10 Minuten sehr wohl einen Wettbewerbsbeitrag zusammenzimmern kann, ist diese Story tatsächlich bis ins Finale gekommen, weshalb sie auch ganz offiziell eine Chance auf den Wettbewerbssieg hat! Ein bisschen hatte ich zwar gehofft, dass du der Story im Laufe des Wettbewerbs doch ein bisschen mehr Liebe schenkst, zumal der zweite Post dann ja auch schon deutlich länger war als der erste, aber letzten Endes pendelte sich das Niveau dann ja wieder schnell dort ein, wo es mit dem ersten Post begonnen hatte. Nichtsdestotrotz natürlich Hut ab, dass du die Story konsequent weitergeführt hast – gerade in einem SnB-Wettbewerb braucht man ja häufig allein für die Hauptstory jede freie Minute!
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    Ich hatte zwischendurch mit meinem ersten Beitrag wirklich genug zu kämpfen! Mehr als mal zwischendurch eine halbe Stunde war da für diesen Beitrag einfach nicht drin. Ein bisschen lächerlich ist es schon, dass ich jetzt der erste bin, der mit zwei Beiträgen in der Abstimmung eines SnB steht, das fühlt sich richtig gecheatet an. Aber so konnte ich immerhin sicherstellen, dass es überhaupt eine Abstimmung gibt, wenn die anderen alle wegbrechen sollten. Es ist ja auch gerade SnB-untypisch, dass ganze 80% der Beiträge es ins Finale geschafft haben. So gesehen ist Laido auch etwas ganz besonderes gelungen: Er ist als erster klar Letzter in einem SnB.


    Auf den Kommentar zu Zwielichtlodern hab ich mich ja nun wirklich über 15 Wochen gefreut. Das war dann auch so ein Morgen, wo ich am liebsten noch ein bisschen weiter U-Bahn gefahren wäre, um auch den Rest noch zu lesen.
    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
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    Als ich den ersten Post zu MiMos 1. Wettbewerbsbeitrag zu Schreim naoch Buchstohm 5 - mittlerweile für mich nicht ganz nachvollziehbar „Zwielichtlodern“ betitelt
    Mit der Namensgebung tu ich mich auch irgendwie jedes Mal schwerer, dieses Mal bin ich mit dem Endergebnis aber deutlich zufriedener als bei Götterurteil. Nachdem ich über mehrere Tage hinweg Vorschläge wie "Vermächtnis der Götter", "Flügel der Freiheit", "Arn vs. Licht und Ordnung", "Unendliche Götter, lodernde Flügel", "Prisma der Menschlichkeit" oder auch "Die Ikarus-Parallele" auf diverse Briefumschläge gekritzelt hatte, haben sich meine Ideen immer mehr um das Wort Lodern bewegt. Bei Licht- und Feuergöttern sowie lodernden Ambitionen fand ich das einfach schön passend. Und das Zwielicht spiegelt natürlich die dunklen Höhlen wieder, in denen der Großteil der Geschichte genauso wieder wie die zwielichtigen Ambitionen, die nicht nur die Götter sondern auch die Klostermagier und eventuell sogar Xardas hier verfolgt. Und überzeugt hat mich dann halt, dass diese Kompositum einfach das richtige Gefühl vermittelt, wenn ich es mir durchlese. Die Zeiten, wo mir so schmissige Titel wie "Gellerts desaströses Götterdebakel" einfallen, sind aber wohl Geschichte.
    - gelesen hatte, habe ich mir auf die letzte Seite meines Ausdrucks erstmal „Alles typisch MiMo“ notiert. Denn tatsächlich wird recht schnell klar, dass es hier wieder um eine „larger than life“-Story gehen wird, mit Göttern und sonstigen mächtigen Wesen und alles was so dazugehört! Ab Auftritt von Karna fühlte ich mich dann auch ein wenig ins „Gellert“-Setting versetzt, denn so wie Karna sich verhält, hätte er auch gut ein Dämon auf Burg Götterfall oder so sein können. Aber gut, bevor ich hier möglicherweise unangemessene Vergleiche ziehe, will ich mich einfach mal dem ersten Post von Anfang an widmen!
    So ganz kann die Geschichte natürlich leider nicht mit Gellerts Reifeprüfung und Megalithen mithalten. Sie ist ja auch nur halb so kurz. Trotzdem bin ich ganz froh, dass das Trio jetzt komplett ist.
    Zunächst einmal hatte ich nämlich eine ganz andere Vorahnung, nämlich die, das dieses Bündel, das Arn auf dem Rücken trägt, eine Art „MacGuffin“ für den Rest der Story werden wird, also ein Gegenstand, der die Story irgendwie antreibt, den alle haben wollen oder der irgendwohin muss, ohne dass er währenddessen mal richtig benutzt wird. Damit lag ich natürlich erstmal falsch, aber jedenfalls kann ich festhalten, dass ich da natürlich schon neugierig war, was in diesem Bündel drin ist, denn dass es ein wichtiges Bündel ist, daran wird ja kein Zweifel gelassen.
    So ein bisschen stimmt das ja auch. Serpentes wollte das Bündel ja auch haben und zu dem Stein von Guuv bringen. Nur ist dieser rote Strang der Geschichte einfach hinter dem ganzen Rest der Geschichte zurückgetreten.

    Bei der Erwähnung von Thorniaria bin ich übrigens kurz zusammengezuckt, weil ich eine Hardcore-ArcaniA-Story vermutete … aber dieser Eindruck hat sich dann ja nicht bestätigt. Wobei sich die Story natürlich immer noch dahin entwickeln kann, von daher sollte ich mich mal nicht zu sicher fühlen.
    Langzeitziel ist natürlich das Trio mit einer Story zu der Göttin aus ArcaniA zu einem Quartett auszubauen. Ist ja logo!
    Was wirklich richtig gut gelungen ist, ist die Atmosphäre zu Beginn. Also, diese Art von Niedergeschlagenheit und Gefahr, die Schilderung der vergangenen Verluste, die Aussichtslosigkeit der Situation – das hat mich alles schon ziemlich gepackt. Auch, wie es immer tiefer und tiefer in diesen Berg hinab geht … das war alles so anschaulich, da habe ich mich schon fast selbst als Teil der Expedition gefühlt. Ich finde, das Ganze hat hier auch ziemliches Herr-der-Ringe-Feeling.
    Herr der Ringe ist ja gar nicht meins, aber es freut mich, dass die Atmosphäre so herübergekommen ist. Das war ja auch das, was ich von Anfang an für die Story im Kopf hatte: Dass Arn eigentlich die ganze Zeit nur nach oben will, aber stattdessen immer tiefer hinab gelangt, an Orte, an denen noch nie ein Mensch gewesen ist... Leider hab ich es später wohl nicht mehr geschafft diese Atmosphäre aufrecht zu erhalten. Inspiriert hat mich dazu ja Walter Moers "Stadt der träumenden Bücher", wo ich Hildegunsts Irrreise durch die Katakomben einfach großartig fand, weshalb ich auch nach wie vor auf den dritten Band warte, der aber vielleicht gar nicht kommen wird.

    Das ist eine nette Doppeldeutigkeit. So eine Untergrundhöhle ist vielleicht nicht ganz eine „Depression“ im geographischen Sinne (oder vielleicht doch?), aber jedenfalls so ähnlich, und der Gemütszustand passt ja auch, bei dem, was Arn vorher so mit sich ausdiskutiert hat.


    Naja, keine Überlieferungen, außer der Steinplatte selbst, was? Wobei ja ersten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar ist, ob es sie überhaupt gibt, und ich zweitens gar nicht weiß, was das für eine Steinplatte ist. Vielleicht enthält sie ja gar keine historischen Inschriften aus vergangener Zeit, wer weiß.


    Ich weiß nicht, ob ich die Stelle nicht auch einfach überinterpretiere, aber mir scheint, das ist schon eine recht wichtige Passage zur Charakterisierung Arns! Er scheint mir eine Art „Mitläufer“ zu sein, aber nicht im Sinne eines gewissenlosen Opportunisten, sondern eben im Sinne eines Menschen, der Schwierigkeiten hat, seinen eigenen Weg bewusst zu wählen, sich – wie ausdrücklich beschrieben – bei anderen Gehör zu verschaffen und eventuell überhaupt zu wissen, was er selber will. Kann sich sicher der ein oder andere drin wiederfinden!
    Die ursprüngliche Idee beinhaltete auch, Arn innerhalb der Geschichte zu einem deutlich stärkeren Charakter zu machen. Dazu sollte er erstmal ganz klein anfangen, um sich dann irgendwann rasant zu steigern. Er hat sich ja auch irgendwie ein wenig verändert, aber auch nur mit Druck von Xardas und irgendwie ist die Entwicklung halt nicht so richtig fertig geworden. Das war auch einer der Gründe für diese letzte Szene in Thorniara. Sie sollte eben verdeutlichen, dass er sich doch ziemlich verändert hat.

    Ich weiß gar nicht, ob Arn hier wirklich ahnungslos ist, oder ob er das gerade weil er weiß, woran das liegt, so lakonisch kommentiert. Denn der Grund liegt auf der Hand: Serpentes geht es natürlich um das Bündel, nicht etwa um den Menschen!
    Ach, ich hatte eigentlich gehofft, dass das in dem Moment noch nicht so sonnenklar ist.
    Arns Gedanken, die er sich im Angesicht seines vermeintlich nahenden Todes macht und die vor allem so Familienkram betreffen, die fand ich dann ja einen Tick langatmig, aber direkt danach ist die Story schon wieder ganz nach meinem Geschmack, denn nun tritt eben dieser Karna auf, der da ganz unten in seinem Gefängnis eingesperrt ist. An dieser Stelle und auch schon vorher hatte das neben diesem Herr-der-Ringe-Feeling auch ein bisschen einen Baldur's-Gate-Einschlag, jedenfalls hätte ich mir diesen Abstieg hinunter auch als eine große Quest bei Baldur's Gate vorstellen können, und der Zusatzdungeon aus dem Add-On des zweiten Teils mit dem „Eingekerkerten“ kommt dem ja auch schon ein bisschen nahe, wenn man so will.

    Der Dialog dann hat mich wie gesagt an die Art und Weise erinnert, wie auch die Dämonen im Gellert-Universum so reden, Karna hätte da gut hineingepasst. Was mir sehr gut gefällt, ist, wie Karna offenbar schon so lange aus der „realen Welt“ raus ist, dass er Arn gar nicht einordnen kann: Gott oder Tier, dazwischen scheint es für ihn nichts zu geben, und in der Tat scheint ihn das Konzept „Mensch“ erst einmal zu überfordern. Schöne Stelle(n)!


    … und mit dem Leser, um ihm wichtige Informationen bzw. mysteriöse Andeutungen zukommen zu lassen.
    Salamitaktik, hab ich von lunovis gelernt!
    Tja, und dann gibt es ohnehin eine Enthüllung nach der nächsten. Schnell wird klar, dass Karna wohl so etwas wie ein Kind Innos' ist, und dann platzt auch noch das Bündel auf, und es kommt raus, dass Arna die ganze Zeit unbemerkt mächtige Artefakte bei sich getragen hat. Wahnsinn! Tatsächlich werden hier dann ja auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht und Karna befreit sich mit dem Hammer selbst (gut, das gab die Vorgabe auch irgendwo vor). Aber finde ich schon gut, wie Arn gar keine Zeit gelassen wird, sich auf die Situation einzustellen.
    In dem Moment war ja meine größte Angst, dass Person A irgendwann wieder an diesem Ort eingesperrt werden muss. Dann hätte ich ja noch irgendwie jemanden finden müssen, der diese Steinsäule anständig repariert.

    Die Stelle finde ich nicht ganz optimal formuliert, ich musste jedenfalls mehrmals drüberlesen und auch weiterlesen, um richtig zu verstehen, wie das gemeint ist, „dass der Griff des Hammers hinter Karna in die Höhe“ ragt und so.

    Den Aufbruch Karnas finde ich dann auch insofern etwas seltsam, als er erst den Hammer mitnehmen will, was ja wirklich auch wohl mal nicht schaden kann, dann aber einfach so von diesem Vorhaben ablässt, weil weder er noch Arn ihn transportiert bekommen. Ein bisschen wirkt das danach, als hätte dir das nicht in den Kram gepasst, dass die Vorgabe verlangt, dass der Gegenstand zurückbleibt. Aber wer weiß! Letzten Endes hat Karna in dem Augenblick ja wohl eh keine Wahl, und es passt zu seinem bisher dargestellten Charakter, dass er mit solchen Problemen dann einfach schnell abschließt.
    Da ich die fünf Artefakte an einem Ort versammeln wollte, passte mir das nicht. Da war ich aber noch zuversichtlich, dass das im Verlauf der Geschichte schon klappen wird, schließlich gibt es ja notfalls auch noch Serpentes. Viel schwieriger war es aber irgendeinen Grund zu finden, warum man den Hammer nicht mitnehmen kann.
    Das Gebrechen A ist hier auch typisch MiMo, das ist ja schon leicht verkopft mit dieser Trennung zwischen Gott und seinem Attribut, und dann auch noch dieser Name … aber ja, das ist immerhin wohl wirklich etwas sehr Seltenes. Natürlich ist das Gebrechen dadurch auch ein bisschen „unbeschränkt“, will sagen, die Folgen/Symptome dieses Gebrechens, das kann ja jetzt noch alles Mögliche sein. Ich hätte mir also vermutlich auch sowas ausgesucht!

    Ja, also ich muss sagen, mir hat der erste Post dieser Story wirklich gut gefallen – ich freue mich sehr auf die Story und ihre sechs weiteren Posts.
    Im ersten Post war noch alles in Ordnung, da war ich auch noch ganz euphorsch. Vor allem, weil es sogar der längste erste Post ist, den ich je im Rahmen eines SnB geschrieben habe.
    Fehler im ersten Post habe ich nur einen gefunden:

    Hier meine ich, muss entweder ein Komma weg oder eines hinzu: Entweder ganz ohne Komma, oder noch eines nach „Vorschlag“.



    Die am Ende des ersten Posts aufgekommene, wenn auch leicht verzweifelte Aufbruchsstimmung Arns wird zu Beginn des zweiten Posts erst einmal gekonnt niedergedrückt, denn ganz so einfach wird das Verlassen der Höhle – auch weil die Vorgabe es für Karna verlangt – dann natürlich doch nicht!


    Ich hätte jetzt gesagt, das müsste „von der Dunkelheit abhoben“ heißen, und nicht „gegen“, aber naja, warum denn eigentlich nicht.

    Überhaupt will ich weiterhin nicht in Arns Haut stecken, der ja nun auch überhaupt nicht abschätzen kann, wohin das alles noch führen wird, gerade auch in Gegenwart des doch leicht reizbaren Karnas, der ja nun wirklich nicht der freundlichste Reisegefährte ist.

    Der Fund des toten Karras, nun, für meinen Geschmack ist der ein wenig zu flott abgehandelt, aber andererseits hat das auch gute Gründe. Erst einmal bleibt die Szene ja nicht stehen, sondern Karna ist in Bewegung, wie gegen Ende dieser Passage ja auch schön gezeigt wird, sodass ein längeres Brüten über dieser Szene auch nicht gepasst hätte. Und zweitens hat Arn ja jetzt sowieso keine sonderlich emotionale Bindung zu dem Magier. Und, drittens, ist so ein toter Karras in Anbetracht der anderen Dinge, die Arn hier jetzt so mitmachen muss, sowieso eher eine Randnotiz. Von daher geht das wohl schon in Ordnung so, wie der Fund hier inszeniert wurde!


    Hier musste ich stutzen, denn ich war der Meinung, dass der Name dieses Gebrechens nur in der Zuordnungsliste, nicht aber im ersten Post aufgetaucht war. Und eine kurze Suche scheint das zu bestätigen. Woher will sich Arn also an das Wort erinnern?
    Herrje... Dass der Name gar nicht gefallen ist, ist natürlich blöd. Gilt die Vorgabe dann überhaupt als erfüllt? Da war ich natürlich wie selbstverständlich von ausgegangen, dass der Name gefallen ist.

    Das heißt, ganz am Boden dieser Höhle sitzt ein riesiger Kerl mit Turban auf einem Nagelbrett?
    Nö, irgendein riesiges gruseliges Monster, das sogar noch den Flötzenwurm übertrifft und leider keinen Auftritt bekommen hat.
    Insgesamt geht es in diesem Post ganz MiMo-untypisch ja eher gemächlich zu. Es wird viel geredet und erklärt – was ich von Karna ja nicht so erwartet hätte, für mich als Leser aber natürlich angenehm ist. Und das, was dann an Action passiert – das Auftauchen des Flötzenwurms – wird dann auch eher erhaben und anmutig beschrieben als in Krach-Bumm-Peng-Devise. Gleichwohl ist das, was da passiert, spektakulär, zumal Hane dann auch noch allen Ernstes in diesem Flötzenwurm vermutet wird! In so ein riesiges Viech eintreten, das hat natürlich was. Der zweite Aspekt, der das so spektakulär macht, ist der Gegenstand B, der ja zu einer größeren Gruppe von Gegenständen gehört, nämlich den Artefakten Innos', die ja offenbar aus mehr bestehen als „nur“ dem Auge, dem Hammer und dem Schild. Schere und Schloss, nicht schlecht. Die Nachfrage nach der Schere fand ich dann übrigens auch ziemlich witzig, ebenso wie Karnas Antwort darauf (und genau so, dass sie buchstäblich nichts wiegt). Aber scheint ja wirklich ein mächtiges Artefakt zu sein!
    Erst wollte ich ja den Flötzenwurm zu Person C machen, so als Nervenkitzel. Als mir dann aber einfiel, dass es ja durchaus Romanzen geben kann, hab ich die Idee lieber verworfen. Im Nachhinein bin ich da eigentlich ganz froh drüber, weil sein Inneres mir als Ort B gleich noch viel besser gefällt.
    Mit deinen ganzen Orten hast du mich ja sowieso total ins Trudeln gebracht, weil es in diesen riesigen Höhlen ja natürlicherweise nichts Besonderes geben sollte. Außer eben den Platz mit dem Stein von Guuv. Und da bin ich nun natürlich heilfroh, dass ich den nicht als Ort verwurstet habe, sonst hätten sie da ja schon viel früher hinkommen müssen. Und dann wär ich in der Gellertsituation gewesen, mein eigentliches Finale schon in Post 3 rauskloppen zu müssen.

    Ja, und gegen Ende des Posts bin ich ja mal richtig voller Vorfreude, denn ich bin gespannt, wie es im Inneren des Flötzenwurms nun aussehen wird! Von überraschenden Architekturen bis hin zum maximalen Ekelschlammbad ist ja hier nun alles möglich. Mal sehen, was du daraus machst.

    Fehler im zweiten Post:

    Aura Innos’ – den Apostroph hattest du glaube ich auch schon bei den Erwähnungen im ersten Post vermissen lassen.

    wandte



    Der dritte Post ist wiederum ziemlich gesprächstlastig. Ich glaube, das ist so eine neue Facette von dir, MiMo, die sich schon in „Megalithen“ abgezeichnet hat! Bei der ganzen „Lore“, die du hier aufziehst, ist das wohl aber auch nötig. Wobei man als Außenstehender von den Gesprächen häufig auch eher mit neuen Fragen denn neuen Antworten zurückgelassen wird, und der Eindruck, dass man es hier mit einer „larger than life“-Story zu tun hat (was immer das genau eigentlich ist), bestätigt sich immer wieder und wieder.
    An Lore gab es dieses Mal wirklich viel, das stimmt. Das liegt aber natürlich auch daran, dass diese ganzen Götter die letzten Jahrtausende mit Nichtstun verbracht haben und nun erst die Handlungsimpulse von damals ausführen. Das war wirklich ein Akt, all die Motivationen irgendwie zu erklären und gleichzeitig gewisse Unstimmigkeiten innerhalb der beiden Gellertgeschichten und zwischen der Reifeprüfung und Megalithen auszubügeln. Denn die waren ja bis zu dieser Geschichte alle drei auch ohne Zwielichtlodern schon nicht ordentlich miteinander vereinbar. Zwielichtlodern vervollständigt mit seiner ganzen Lore also nicht nur das Trio sondern dient auch zugleich als Kleber. Es gibt bestimmt irgendeinen Marvelfilm, der eine ähnliche Funktion für die Avengers übernimmt.
    Wobei es zunächst ja recht profan weitergeht: Neben der erneuten Erkenntnis, dass das Mitführen der Scherenhälfte durch Arn durchaus Gefahrenpotential birgt, dreht es sich dann zunächst einmal um die Ausscheidungen des Flötzenwurms und seine sonstigen Vorlieben – Stichwort Götterleber. Das war ein schöner Einfall, wie ich finde, und das muss ja wirklich eine Delikatesse sein! Jedenfalls recht selten, würde ich mal vermuten, dass ein Flötzenwurm so etwas zu fressen kriegt.
    Vielleicht war es früher aber auch einfach üblich, sich eine Leber rauszureißen, wenn man eine Mitfahrgelegenheit brauchte.

    Hier bin ich mit mir selber uneins, wie ich dieses Einführen von „die schleimige Haut“ finde. Mit dem „die“ wird das ja schon formuliert, als sei direkt vorher schon etwas mit der Haut gewesen, aber hier tritt sie ja sozusagen als „eine“ schleimige Haut das erste Mal auf. Andererseits: So, wie es formuliert ist, wirkt das Auftauchen halt umso plötzlicher, und das passt ja durchaus gut. Letzten Endes kommt es also darauf, was du hier an der Stelle bezwecken wolltest.

    Als die beiden danach den Flötzenwurm „entern“ und vor allem wie sie das tun, da hat mich das Ganze ja endgültig an die Sandwürmer aus „Dune“ erinnert, gerade auch wie eine Seite der Wurmhaut aufgerissen wird … bei Dune klettern die Leute zwar nicht in den Wurm hinein, aber ansonsten hat das alles schon durchaus Ähnlichkeiten. Finde ich so oder so jedenfalls einen coolen Moment.
    Von Dune hab ich ja noch nicht mal was gehört, das kann ich wirklich gar nicht einordnen.

    Finde ich eigentlich gar nicht so schlecht, zur Beschreibung auch einfach mal ein simples „hatte“ zu verwenden. Aber trotzdem liest sich das stilistisch hier nicht so toll.


    Das mit dem Fieberwahn ist ja durchaus nicht unrealistisch, immerhin könnte Arn ja tatsächlich einfach nur entkräftet irgendwo in einer Ecke liegen und Halluzinationen haben. Naja, ich halte das für nicht sehr wahrscheinlich, und die Story will das an dieser Stelle ja auch ersichtlich nicht als realistische Option präsentieren. Aber schön fand ich die Idee allemal! An dieser und anderen Stellen kommt übrigens auch sehr schön die Dynamik zwischen den beiden doch grundverschiedenen Charakteren Karna und Arn zum Tragen: Während erster das wilde Treiben und Geschnetzel durch den Wurm ja super abkann und teils ja sogar genießt, nimmt Arn so ein bisschen die Rolle von „Du und Ich“ ein, von demjenigen, der da einfach reingezogen wird in einen Strudel voller Gefahren, dem er selbst niemals Herr werden könnte, und der dabei auf so eine irre Type wie Karna angewiesen ist. Da kann ich mich gut hineinversetzen!
    Da bekommt die Geschichte so einen kleinen Einschlag von Götterurteil, was? Nur dass Karna natürlich längst nicht so sympathisch ist wie Tarelom.

    Diese Fiebertraumerwähnung diente natürlich vor allem dazu, ein Notfalltürchen zu haben, falls die Geschichte mal überhaupt nicht zu einer Vorgabe passt. Man hätte ja nicht gleich bis ganz zum Anfang zurückspringen müssen. Ich bin aber froh, dass ich diesen Anker nicht benutzen musste.


    Die Stelle gefiel mir auch, dass ist ein nachvollziehbarer Vergleich. Lustigerweise nachvollziehbar, muss man sagen, denn ich weiß natürlich genausowenig, wie das denn war, als ich geboren wurde (und ich kam sowieso per Kaiserschnitt, davon mal ab).

    Nach all dem, was hier schon rund um den Flötzenwurm erwähnt oder konsumiert wurde – gewisse Entleerungen, Götterleber – habe ich beim Flötzenextrakt übrigens den Verdacht, dass es sich hier um ein Sekret handelt könnte, das Sperma oder Urin nahekommt. Nicht nur deshalb hatte ich natürlich Sorge beim so reichhaltigen Konsum durch Arn, denn wer weiß schon, ob das für Menschen denn genauso trinkbar ist wie für andere Wesen. Da bin ich wirklich mal gespannt, ob Arn da noch Nebenwirkungen von spüren wird! Überhaupt finde ich dieses Wandeln durch den Flötzenwurm, mit dem Beständigen Aufschlitzen neuer Wege und so, ziemlich spannend. „Schön“ wollte ich jetzt nicht sagen, weil es ja durchaus Ekelfaktor hat. Aber es gefällt mir einfach gut!
    Das hätte ich im weiteren Verlauf der Geschichte natürlich auch noch für überraschende Notfalländerungen gebrauchen können und das war auch genau der Hintergedanke bei Karnas Hinweis auf nebulöse Nebenwirkungen. Da das aber eher als erste Stufe auf Arns Weg zur Macht sein sollte und er dann ja plötzlich sogar gleich einen Nukleos eingepflanzt bekam, hat er diese Stufe leider übersprungen.
    Man muss sagen: So gut sich das alles las, im Vergleich zu dem, was danach kommt, war es sozusagen Vorgeplänkel, denn jetzt kommen die großen Enthüllungen und neuen Charaktere! Dass Karna Hane gespürt haben will, ließ mich beim Gedanken an die nächste Vorgabe natürlich schmunzeln, aber letzten Endes passt das für dich ja doch alles sehr gut, denn immerhin bestehen hier ja Familienbande. Überhaupt scheint es hier ja doch viel um Familie zu gehen, Götterfamilie eben, und ein bisschen sehe ich hier auch diese eigentümliche Vater-Sohn-Beziehung aus den Gellertstorys … nun, ich will nicht sagen, recycled, aber das scheint sich ja zum wiederholenden Motiv bei dir zu entwickeln! Ist ja aber auch nichts schlechtes, wie eben deine Gellert-Storys oder auch Werke wie beispielsweise Final Fantasy X beweisen!


    Das hat PotM-Potential, gerade mit diesem lakonischen Schluss.

    Im folgenden Verlauf entwickelt sich das alles dann nun weiter in Richtung High Fantasy, denn spätestens wenn solche Namen wie „Zuruul“, „Hasudril“ oder „Guuv“ fallen, weiß man ja eigentlich schon, was los ist. Hier kommt wieder diese Perspektive des Außenstehenden zum Tragen, und Arn, der ja mindestens mal genausowenig weiß, worum es da genau geht und sich alles aus dem Gespräch der anderen erschließen muss (und dabei die meiste Zeit auch ignoriert wird), ist da ein guter Anker und Identifikationspunkt für den Leser. Wobei er für meine Begriffe ab und zu ein bisschen zu verständnislos nachfragt, zum Beispiel ganz am Ende, als er nochmal fragt, ob Rei denn jetzt etwa den Flötzenwurm lenkt, obwohl das ja nach dem vorher Gesagten eigentlich sonnenklar war. Aber gut, ich habe gut Reden, ich bin ja auch nicht in Arns miserabler körperlicher und mentaler Verfassung. Unabhängig davon habe ich dieses Zwiegespräch mit all seinen Andeutungen und Rätselhaftigkeiten gern gelesen, und es kamen halt immer wieder gute Stellen. Schön fand ich zum Beispiel auch das hier:

    Logisch, das Tier hat er ja auch nicht erwählt!
    So hab ich das noch gar nicht betrachtet.
    Du hast mir da aber richtig in die Parade gefahren, mit deinem Person B-Nukleozid. Wie episch wäre das denn geworden, wenn Arn und Co. sich gegen einen Innos mit voller Macht und drei Nucleos hätten zur Wehr setzen müssen? Da hatte ich mir auch schon richtig Gedanken gemacht, was das Attribut Ordnung ihm für Kräfte verleiht. Nämlich, dass er dann einfach Gesetze erlassen kann, denen dann einfach alle folgen müssen. Der Flötzenwurm war hier schon als eine Art Geheimwaffe für diesen Moment angelegt, und auch Karnas Bemerkung, dass er sich seinem Vater widersetzen kann, weil das halt ein Gesetz ist, das höher steht als irgendwelche adhoc-Gesetze von Innos. Tjaja, stattdessen gabs jetzt nur Scherengefuchtel.
    Was mir in dem Gespräch, das ja voller gegenseitiger Vorhaltungen steckt, auch gut gefällt: Karna verliert zum ersten Mal so richtig die Fassung. Vorher ist er ja eher souverän, cool, weiß sein Wissen und seine Macht auszuspielen, ist gegenüber Arn herablassend, sonnt sich in seiner Überlegenheit … und hier nun im Gespräch mit Rei wirkt er fast schon wie ein trotziger kleiner Junge, und vor allem wie jemand mit echten Gefühlen. Das ist doch mal eine Überraschung! Und es macht Karna als Figur auch nochmal einen Tick interessanter. Während er vorher ja auch einfach so ein Standarddämon hätte sein können, bekommt er hier nun richtig Identität eingehaucht.
    Diesen Eindruck verbuche ich als Erfolg! Ich fand es auch recht naheliegend, dass Karna einen ganz anderen Eindruck auf Arn macht, der keine Götter kennt, als auf einen anderen Gott, erst recht, wenn dieser auch noch deutlich älter ist.

    Schrödingers Flötzenwurm, was?

    Ich hoffe, es ist klar geworden: Mir hat auch dieser Post gut gefallen. Ich mag das Setting, auch wenn ich Angst bekomme, dass mich Familienbande und kryptische Namen alsbald überfordern könnten. Abgesehen davon habe ich aber keine Sorgen, dass mich die Geschichte auch noch bis zum Ende hin an der Stange halten wird. Und jetzt kommt ja auch nochmal ordentlich Bewegung rein, mit dem Flötzenwurm als Transportmittel – bisher waren Arn und Karna ja allein schon verletzungsbedingt auf einen eher kleinen Aktionsradius beschränkt. Aber jetzt, so scheint es mir, kann es richtig losgehen!
    Ich hatte mir für den vierten Post dann auch unbedingt das Ziel gesetzt, die Action endlich vom Stapel zu lassen. Am Ende des dritten Posts war ich richtig frustriert, dass ich mich von den Vorgaben in so eine Reiselabernische drängen ließ.
    Fehler habe ich im vierten Post übrigens keine gefunden.



    Bei Post Nr. 5 habe ich das Gefühl, dass die Geschichte relativ geradlinig fortgeführt wird, aber den Eindruck habe ich wahrscheinlich auch nur, weil ich die Vorgaben und Buchstabenzuordnungen kenne! Es wäre ja wirklich mal interessant, zu wissen, ob die Enthüllung, dass Hane längst tot ist, für Nichtwisser, was Vorgaben und Zuordnungen angeht, ein richtiger Twist ist, oder ob sich der Verdacht, dass das Wiedersehen mit Hane nicht ganz so freudig ausfallen könnte, auch bei Lesern ohne Zusatzinfos einnisten kann. Naja, das ist für mich jetzt eher eine theoretische Frage, eines kann ich aber sagen: Bis zu dem Fund, also dem Betreten des Schiffs, wird ja doch gehörig Spannung aufgebaut. Und so ein Schiff auf so einem Lavasee, ja, was soll man dazu sagen, das muss einem ja einfach gefallen, gerade bei so einem Setting! Tatsächlich wäre das sogar ein kleiner Kritikpunkt von mir, weil ich finde dass das Schiff und seine Eigenheiten durchaus noch hätten stärker in Szene gesetzt werden können, denn um die Obsidian ging es ja nun schon sehr ausführlich, und da fällt ihr Betreten ja doch ein wenig ab so im Vergleich zu den Erwartungen.
    Da hast du mir auch ein ganz schönes Schnippchen geschlagen, weil es natürlich mein Masterplan war, dass Hane Arn Flügel verleiht und er so ein wenig mächtiger wird und endlich Hoffnung fassen kann, die Oberfläche zu erreichen. Weil mich diese Stagnation in der ersten Hälfte der Geschichte genervt hat, hab ich dann aber lieber Nägel mit Köpfen gemacht, als diesen Plan auch noch zu streichen.
    Btw, da ich zu dieser Geschichte wohl kein Making-Of machen werde: Hane ist das japanische Wort für Feder. Und Karnas Name entstammt einem Sonnengott aus Fate/Apocrypha, dessen Kampfstil ich einfach saucool finde. Und weil Fate Fate ist, dürfte es auch in der realen Mythologie irgendeinen Karna geben, der was mit Sonne zu tun hat, das hab ich aber nicht weiter recherchiert.

    Mit der Obsidian hatte ich auch sooo viel vor...
    Der eigentliche Sinn der Szene, in der Arn geflügelte Steine auf die Magier hetzt, war, den Leser darauf vorzubereiten, dass auch Gegenständen Flügel wachsen könenn, damit sich dann niemand beschwert, wenn irgendjemand im Finale auf einer geflügelten Obsidian in den Kampf zieht. Wenigstens ist die Obsidian am Ende noch einmal aufgetaucht, ich hätte ihr aber auch lieber einen größeren Auftritt geschenkt.
    Der Kommentar erinnert mich gerade immer wieder daran, wie viel Potenzial ich bei der Geschichte verschenkt habe. Doofes Berufsleben.
    Andererseits muss man ja aber auch sagen, dass die Obsidian selber in diesem Abschnitt der Geschichte naturgemäß gar nicht so im Vordergrund steht, denn vielmehr geht es um Kane und seinen Schmerz, aber auch um Rei, und überhaupt wird hier alles wieder mit Dialogen ausgefochten, wobei speziell in dieser Szene ja gar nicht so viel gefochten wird sondern sich eher Resignation breitmacht. Ungewöhnlich für einen MiMo, der ein Göttersetting beackert, wo sich im Normalfall direkt alle gegenseitig plattmachen könnten! Andererseits muss man auch bemerken, dass vorgabengemäß Kane, aber eben auch Rei ja nicht so wirklich bei vollen Kräften sind, sodass der Konflikt ohnehin nicht wirklich handfest ausgetragen werden kann.


    Hier hatte ich ja übrigens kurz einen Schockmoment, weil ich dachte, dass „ihr“ bezöge sich auf Karna, womit ich ihm über vier Posts lang das ganz falsche Geschlecht zugeordnet hätte.

    Den Zusammenbruch Karnas finde ich ganz gut geschildert, insbesondere mochte ich das Detail, wie sich seine Schreie mehr und mehr menschlich anhören. Es ist wohl aber gut, dass das Ganze nicht so in die Länge gezogen wird, zumal mit dem für deine Storys mittlerweile ja unvermeidlichen Samen – hier Nucelos genannt – dann auch schnell ein ganz neuer Aspekt ins Spiel kommt! Denn die Idee, dass Arn, der bisher ja nur immer der „Hinterherläufer“ im Geschehen war, Identifikationsfigur und Brückenbauer für den Leser, eventuell selbst in ein zumindest semigöttliches Stadium oder so aufsteigen könnte, hat ja durchaus ihren Reiz! Jetzt legt das Ende des Posts natürlich nahe, dass es bei Arn doch nicht geklappt hat und er futsch ist, aber gerade weil das Ende das so nahe legt, habe ich Hoffnung, dass es eben doch genau anders kommt und Arn die Einverleibung des Nucelos überlebt! Vielleicht stellt sich am Ende auch beides als wahr heraus: Der alte Arn ist tot, aber es kommt sozusagen ein neuer Arn zum Vorschein. Wir werden sehen!
    Da war natürlich die Taufe Vater des Gedankens. Nur tauft sich ein Gott natürlich nicht in Wasser sondern in Lava!

    Vorher passieren natürlich noch einige andere Sachen, wobei ich da aber das Gefühl habe, dass sie doch sehr vorgabengetrieben sind. Der anschwellende Konflikt zwischen Karna und Rei ist da an sich noch recht „natürlich“ geraten, dass Rei nun den Hammer Innos' benutzt schon weniger, und ihre Beauftragung durch Innos, Karna wieder einzusperren, kommt mir dann ehrlich gesagt doch etwas dünn begründet vor. Das ändert aber übrigens alles nichts daran, dass ich die Szene als solche gut finde, vor allem auch, wie Rei auf einmal noch immer ans Herz gekettet aus dem Inneren des Flötzenwurms heraustritt – filmreif! Die Motivation der einzelnen Charaktere finde ich aber auch noch immer nicht ganz eingängig. Das kann übrigens auch daran liegen, dass ich mich vom Setting doch immer noch ein wenig ausgeschlossen fühle, denn wenn weiter von den ganzen Göttern, Hasrudil und so gesprochen wird, wenn es um das „Virnana“ geht oder um den Stein von Guuv, wenn allerlei Erklärungen rund um den Nucelos gesponnen werden und wie er sich wann wie verbindet und was das alles mit der Seele zu tun hat – ja, dann wirkt das auf mich doch sehr verkopft und tritt alles doch sehr als „Konstrukt“ nach außen, ohne mich aber nach innen mitzunehmen. Mit anderen Worten: Ich als Leser verbeiße mich dann eher in den Einzelszenen, das große Ganze dahinter lässt mich aber zuweilen immer noch etwas ratlos zurück.
    Das ist natürlich ärgerlich, dass ich eigentlich genau denselben Fehler gemacht habe wie bei Megalithen. Nur dass es hier keine bodenständigen Phil&Vatras-Szenen gab, die einen wieder abgeholt haben.
    Überrascht hat mich übrigens tatsächlich der allerletzte Satz des Posts, der ja noch einmal eine – für mich – unerwartete Brücke ganz an den Anfang schlägt, wo Arn scheinbar belanglos über Vergangenheit und seine Mama sinniert hatte, und gerade die Stelle hatte mir ja nicht ganz so gut gefallen. Für mich stellt sich jetzt die Frage, ob der letzte Satz hier nun einfach eine tolle Pointe in Anspielung an diese Gedanken darstellen soll, oder ob er eine tatsächliche Idee, einen wirklichen Gedanken Arns darstellt, der wirklich froh darüber ist, seiner Mutter zum Namenstag nur eine Blume vom Wegesrand geschenkt hat. Bei beiden Varianten muss ich aber rätseln: Geht es hier nur um eine Pointe, dann verstehe ich sie nicht so recht – soll das etwa meinen, dass es bei Arns Schicksal nun besser ist, dass seine Mutter keine weiteren Erinnerungsstücke von ihm hat? Sollte es dagegen um etwas Handfestes gehen, weiß ich natürlich noch nicht, worauf das hinauslaufen soll. Mysteriös!
    Gemeint war tatsächlich, dass Arns Mutter ihn so einfacher vergessen kann und nicht so traurig ist, wie wenn sie jeden Tag auf eine selbstgeschnitzte Holzfigur oder sowas schauen würde.
    Insgesamt war das eine solide Fortsetzung, wobei das „Finale“ dieses Posts natürlich noch schöner gewesen wäre, wenn es nicht so vorgabengetrieben wäre! Aber das ist ja meine Schuld. Am allermeisten bin ich aber eh gespannt darauf, ob und wie es mit Arn weitergeht.

    Fehler im vierten Post:

    Wutausbrüchen



    Am Beginn des fünften Posts gefällt mir ja am meisten, dass der Post mit einer richtigen Überaschung aufwartet. Denn dass Arn es doch noch schafft und nun zum gottähnlichen Wesen geworden wieder die Bildfläche betritt, das war ja doch irgendwo vorhersehbar. Dass es aber nochmal zu einer Begegnung mit Serpentes und Neoras kommen würde – ja, das überrascht mich aber mal mindestens so sehr wie Arn selbst!

    Vor allem, wie Serpentes und Neoras hier in Szene gesetzt sind, gefällt mir überaus gut. Das trifft vor allem auf Serpentes zu, der ja hier den Part des Fanatikers übernimmt, während Neoras ja zurückhaltend ist und vermutlich auch gar nicht so sehr mit Serpentes' Verhalten einverstanden ist. Wie Serpentes hier aber jedwede Zurückhaltung ablehnt und nur noch das eine Ziel vor Augen hat und bei dessen Erreichung keine Skrupel kennt, ja, das kann sich wirklich sehen lassen! Ein bisschen ist Serpentes so, wie ich mir die Apokalyptischen Templer in Gothic I gewünscht hätte, die dort da ja leider nicht viel mehr waren als halt ein paar Gegner. Hier aber bekommen wir das volle Programm, und gerade auch wie Serpentes ständig von den Tränen Innos' trinkt, illustriert das seinen Wahnsinn auch sehr schön. Bei den Handgreiflichkeiten – oder eher: Magiegreiflichkeiten – gegenüber Arn zeigt sich da auch, denn Serpentes müsste ja eigentlich schon bemerken, dass er gegen Arn vermutlich eher keine Chance hat, aber entweder es ist ihm völlig egal, oder er bemerkt es in seinem Wahn eben doch nicht.
    Ja, ab dem fünften Post hatte ich die Geschichte wieder besser unter Kontrolle würde ich sagen. Da war mir nämlich auch aufgefallen, dass ich mir die Posts 2-4 immer erst beim Schreiben überlegt habe und deshalb auch so von den Vorgaben hin und her geschleudert wurde. Ab dem fünften Post hab ich mir die Szenen wieder schön brav vor dem Schreiben aufgeteilt. Da hatte ich dann natürlich auch das Ziel wieder klarer vor Augen, alle Artefakte zu versammeln. Und da war es dann ganz schön, Serpentes mit dem Auge Innos wieder auftreten zu lassen. Alternativ hätte auch der untote Führer mit der zweiten Scherenhälfte vorbeikommen können, aber das wär ja nicht spektakulär genug gewesen, um Arns neuen Kräfte zu demonstrieren. Und sowieso gefällt es mir eigentlich ganz gut, wie der erst am Stein von Guuv dazustößt und das Chaos perfekt macht.
    Die Fähigkeit, die Arn nun erworben hat, nämlich irgendwelche absurden Flügel zu erschaffen, entweder frei in seiner Hand oder an anderen Objekten, finde ich übrigens ein bisschen … nunja, absurd eben. Mir scheint das ja ein bisschen umstandskrämerisch zu sein, einem Felsbrocken Flügel zu verleihen, damit er als (selbstständig agierendes) Geschoss gegen jemanden eingesetzt werden kann, weil das ja im Prinzip fast schon wie eine Art Telekinese, nur eben mit Showeffekt ist. Ich weiß nicht, so richtig was damit anfangen konnte ich bisher jedenfalls nicht, mag es auch irgendwo originell sein!
    Hanes Kräfte waren nun mal nicht für einen Kampf gemacht. Da hatte Arn schon ziemlich Glück, dass er die ausversehen so effektiv einsetzen konnte. Eigentlich war Hanes Lebensaufgabe ja nur, irdischen Tieren Flügel zu geben und so der Schöpfung Vögel hinzuzufügen. Und das fand ich als Tochter der Mutter der Bewegung auch ganz schlüssig. Gerade auch als Parallele zu Feuer und Licht bei Innos und Karna.

    Hm, naja, ein Mensch war sie aber doch nicht wirklich, oder?
    Hm, ich könnte jetzt schwadronieren, dass ihre Art zu fühlen sie für Arn zu einem Menschen gemacht hat, aber gedacht hab ich mir das in dem Moment glaub ich nicht.
    Originell und interessant finde ich aber den Blick in Hanes Erinnerungen, der Arn jetzt nun offensteht – und ganz offenbar ist der breitschultrige Mann mit dem borstigem Bart Innos! Die gezeigten Szenen sind dann auch gar nicht mal so götterspezifisch, sondern könnten auch unter normalen Menschen vorkommen, gerade sowas Fieses wie diese kräftige Ohrfeige, die Rei sogar zu Boden wirft . Da merkt man richtig, dass sich nicht nur Menschen, sondern auch und vor allem Götter ziemlich widerlich verhalten können – und ebenso ziemlich kaputte Familiengeschichten haben. Das war hier in der Story ja vorher schon so ein bisschen angedeutet worden, dass es vor allem auch um Familienbande und dergleichen geht, und hier wird jetzt richtig Ernst damit gemacht.
    Wieso sollte das denn Innos sein? Das war natürlich Hanes Vater.
    An einer Stelle war ich aber etwas verwirrt, und das könnte daran liegen, dass du da Namen vertauscht hast:

    Ich tippe darauf, dass das erste „Rei“ ein „Hane“ sein müsste (wobei das auch andersrum ginge) und jedenfalls das dritte „Rei“ wieder ein „Hane“. Dann jedenfalls würde das für mich Sinn ergeben!
    Damn, da hast du natürlich recht. Übler gehts ja eigentlich kaum, wo die Szene doch sowieso schon so verwirrend angelegt war. Wie soll man das denn noch verstehen??
    Das mit den Jadeflügeln als Gegenstand C finde ich für dieses Setting hier übrigens wunderbar gelöst. Dadurch, dass Arn den Nucleos Hanes geschluckt hat, ist sozusagen eh ihr ganzer Nachlass auf ihn übergegangen, und dann passt es auch, dass er nach dem Blick in die Erinnerungen die Jadeflügel beschwören kann. Eine recht organische Vorgabenumsetzung an dieser Stelle, will ich meinen!
    Vor allem ist es mir gelungen diese vollkommen abstruse Vorgabe, zugleich Tote zum Leben zu erwecken und eine Krankheit zu heilen, mit nur einer einzigen Wirkung des Gegenstands zu erklären.
    Als Arn Kane und Rei dann einholt, fällt mir etwas auf, was ich vorher gar nicht so bemerkt habe, glaube ich: Für eine Götting der Bewegung ist Rei momentan ja erstaunlich unbeweglich, wo sie doch ans Herz des Flötzenwurms genagelt ist. Wie dem auch sei: Der Moment, in dem Arn die Jadeflügel als Rettung präsentiert, hat mir gut gefallen. Danach oblag dir dann aber die Aufgabe, die Jadeflügel nicht nur sowohl als Wiederbelebungsgegenstand für Hane, sondern auch als Heilungsgegenstand für Karna zu präsentieren, und hier wird das, auch im Zusammenspiel mit Rei, ja doch etwas verworren bzw. unbefriedigend: Zum einen gab es bei Rei nun kaum noch Gefühle, die sie gegenüber Hane als Person C offenbaren konnte, wir haben es hier lediglich mit einer Intensivierung der Gefühle zu tun, aber das ist ja eigentlich nur ein geringer quantitativer Unterschied und kein Qualitätssprung, mehr ein Betonen, dass sie ihre Tochter wirklich lieb hat und sie zurück will, aber das wusste man ja eigentlich schon. Bei Karna hingegen ergibt sich ein äußerst interessanter Zwiespalt, denn er ist vom Tod Hanes ja nun genau so, wenn nicht noch schlimmer getroffen, tut jetzt andererseits aber aufgrund nicht so wirklich schlüssiger Erklärungen kund, dass er sich mithilfe der Jadeflügel heilen will, weil dies die Zukunft bedeute, der sich für sich und Hane wünsche. Tja, hm … also, ich glaube, ich hätte die Lösung besser gefunden, dass Karna in der Tat lieber Hane wiederbelebt als sich geheilt hätte, Rei aber aufgrund ihres Misstrauens gegenüber Karna und weil sie ja generell nichts von ihm hält, nur irrigerweise annimmt, dass er die Jadeflügel für rein egoistische Zwecke verwenden will. Das hätte die Vorgabe ja auch erfüllt und wäre meiner Meinung nach auch schlüssiger gewesen. Eine andere Variante, die eher meinen Geschmack getroffen hätte, wäre noch gewesen, Karna einfach direkt vollkommen selbstsüchtig darzustellen, nach dem Motto: Klar habe ich Hane geliebt und hätte sie gerne wieder zurück, aber wenn es hier auch um mich gehen kann und ich mich von meinem Gebrechen befreien kann, dann ist das viel wichtiger als Hane. Das hätte Karna dann als Person erscheinen lassen, die immer groß mit Worten und exaltierter Emotion gegenüber Hane hantiert hat, dabei aber, wenn es ernst wird, dann doch lieber nur an sich denkt. Das hätte ich Karna nämlich auch zugetraut. Das geht hier vielleicht auch ein kleines bisschen in die Richtung, aber eben nicht konsequent genug, denn hier ist es ja doch so eine Art Mischung: Karna will sich selbst heilen und Hane nicht wiederbeleben, aber trotzdem tut er das auch irgendwie aus Liebe zu Hane – oder behauptet es zumindest. Nunja.
    Dass Karna sich selbst dann doch wichtiger ist war natürlich so gedacht. Ich bin jetzt aber auch zu faul genauer zu analysieren, wieso das so verworren rüberkam. Dass Rei keine großartig neuen Gefühle mehr für Hane zu enthüllen hatte, hat mir auch echt Bauchschmerzen gegeben. Deswegen hatte ich ja im Fragenthread auch nachgehakt, inwiefern das ein neues Gefühl sein muss. Explizit wollte ich den Fakt, dass sie ihr eigenes Leben für Hane geben würde, als neue Offenbarung verkaufen:
    „Sie war schon immer mein Ein und mein Alles. Ich werde sie wieder ins Leben zurückholen, koste es, was es wolle. Wenn nötig, opfere ich auch mein eigenes Leben, wenn nur meine Hane wieder leben kann!“
    Was dann folgt, ist eine Auseinandersetzung, die mir super gefällt: Scherenklinge vs. Aura! Das ist wirklich eine gute Idee, und das ist mir ja auch noch gar nicht so aufgefallen, dass im direkten Aufeinandertreffen der beiden Artefakte mindestens eine der beiden Eigenschaften unvollkommen sein muss. Wobei man hier ja gar keine Klärung dieser Frage erreicht, weil Karna dann ja etwas ganz anderes mit der Scherenklinge vorhat. Ein bisschen erinnert mich dieses Ausmaß der Zerstörung ja an Dragonball Z, wo hinterher auch alle so übertrieben mächtig sind, dass sie mal eben versehentlich Planeten zerstören und sowas.
    Ich hatte ja die Sorge, dass die Lösung viel zu offensichtlich ist. Man hätte natürlich rechtfertigen können, dass die Scherenklinge selbst die Aura schneidet, aber was hätte es denn für einen Sinn, zwei Artefakte in Auftrag zu geben und bei einer absoluten Abwehr dann direkt einzukalkulieren, dass die doch zerstört werden kann und man am Ende möglicherweise wieder mit nur vier Artefakten dasteht. Das wollte ich natürlich insbesondere für dieses Beschwörungsritual auf keinen Fall, dass einer der Gegenstände flöten geht. Und dankenswerterweise gab es ja auch keine Vorgabe, die einen der Gegenstände zerstört hat. Sonst wär ich ja bei jedem der Gegenstände arm dran gewesen.
    Der Post hat dann auch ein richtiges kleines Finale, denn nach dem an sich schon sehenswerten Fund des nun untot daherschlurfenden Expeditionsführer treten zum zweiten Mal vollkommen unverhofft Neoras und Serpentes wieder auf den Plan, und diesmal dreht Serpentes sogar noch mehr auf. Und das ganze Geschehen ist wunderbar auf die Vorgabe gemünzt, denn nicht nur ist das Auftauchen Innos' fürwahr spektakulär, es ist auch auf eine originelle Weise herbeigeführt, denn er taucht nicht einfach auf, weil er es selbst gerade zufällig will, sondern er wid gezielt durch Serpentes beschworen. Das hat was, und ich finde, hier machst du dir die Vorgabe auch geschickt zu eigen, statt dich von ihr herumbugsieren zu lassen. Sehr gut! Im Übrigen fällt mir bei Karnas Reaktion darauf wieder auf, dass das zwischen ihm und Innos schon ein bisschen was von der Gellert-Xardas-Beziehung hat.
    Dieser epische Auftritt von Person B hat mir natürlich super in den Kram gepasst, schließlich hab ich die ganze Zeit auf nichts anderes hingearbeitet.
    Meine Sorge war viel eher, dass Person B zu früh in der Story auftreten muss. Aber da haben mir die Vorgaben ausnahmsweise mal gut zugespielt.
    Bei all der zur Schau gestellten Macht Innos' bin ich natürlich gespannt, wie du das in Vorgabe 6 regeln wirst, dass Innos selber am Nukleozid leidet und daher durchaus ein bisschen gebrechlicher sein müsste. Aber wahrscheinlich lässt sich das irgendwie zurechtbiegen, dass er seine Kraft in diesem Moment auch aus dem einfallenden Licht schöpft oder was auch immer. Dir wird schon was einfallen – denn an Einfallsreichtum hat es der Story bisher ja nicht gemangelt!
    Du erinnerst dich bestimmt, wie ich im Fragenthread geflucht habe, dass ich diesen Post nicht schon ein paar Sätze früher beendet habe. Es ließ sich über das Sonnenlicht aber noch halbwegs schlüssig erklären, finde ich.
    Fehler im fünften Post:

    Innos’ – denn ohne den Genitiv bekommt der Satz hier sogar eine ganz andere Bedeutung.

    Hier müsste es ja wahrscheinlich „Paar“ heißen, da ja vermutlich wirklich „ein Paar“ Flügel gemeint sind und nicht „einige Flügel“ oder so.

    wert



    Der sechste Post führt das Kampfgeschehen eigentlich ziemlich gut fort und die schon länger in den Startlöchern stehende Action entfaltet sich hier dann auch endgültig. Ich glaube, die Vorgabe spielt dir da auch ganz gut in die Karten – dieser Kampf Jeder gegen Jeden war ja auch am Ende von „Megalithen“ vorhanden, und das Geschehen hier erinnert mich auch insgesamt sehr daran.

    Zunächst wird ja aber der Auftritt Innos' nochmal ein bisschen ausgewalzt. Mir gefällt, wie Arn spürt, dass er, trotz Schlucken des Nucleos, eben lange kein Vergleich zu einem Gott wie Innos ist. Ein bisschen seltsam finde ich aber, dass Innos hier zunächst ja schon auftritt wie ein Pfund Mett, dann aber sichtlich – und vorgabengemäß – am Nukleozid gebricht. Was ich genau meine, ist, dass ich gedacht hätte, dass er mit dem Wissen um sein Gebrechen gar nicht erst versucht, hier direkt mit einem Feuerball zu schmeißen. Also, er wirkt hier irgendwie unvorbereitet hinsichtlich seiner Gebrechen. Aber gut, vielleicht hat er auch einfach nur gehofft, dass es klappt, und seine Hand nicht sofort zerbröselt.
    Ich denke auch, dass die Götter gar nicht so gut einschätzen können, was ihr Körper mitmacht und was nicht. Sonst hätte Karna vielleicht auch nicht ganz so doll zugehauen, als er sich aus dem Säulenkäfig befreit hat. Wobei Innos natürlich deutlich berechnender rüberkommen soll als sein hitzköpfiger Sohn, das stimmt schon...

    Beim Wort Nucleos hätte ich mir ja übrigens einen anderen Plural vorgestellt als einfach nur „Nucleos“, zum Beispiel „Nuclei“ oder „Nucleoi“ oder irgendwie so. Ich glaube, das mit „os“ ist dann ja ein griechischer Wortstamm, aber da können Leute wie Ewek oder Laido oder so wahrscheinlich mehr zu sagen.
    Dass das Griechisch ist, war mir bewusst, aber ich hab ja keine Ahnung von Griechisch.

    Das hier fand ich nicht so schön formuliert mit der Dopplung „vor dem Stein“ und „an dem Stein“.


    Damit ist es dann jetzt da doch entschieden, wer von beiden lügt: Die Scherenklinge schneidet eben nicht durch alles, wohl aber fängt die Aura alle Angriffe ab. Wobei das hier natürlich auch daran liegen könnte, dass die Schere eben nicht vollständig ist – es besteht die Möglichkeit, dass eine vollständig zusammengesetzte Schere eben doch auch die Aura durchschnitten hätte oder dass beim Aufeinanderprallen sonstwas passiert wäre. Naja, wer weiß, vielleicht kommt die große Auflösung dann ja noch im siebten Post der Story.
    Stimmt, den Moment hätte ich natürlich viel mehr herausstellen müssen.

    Das hier fand ich ebenso nicht so schön formuliert mit dem doppelten „hierher“.


    Da habe ich mich gefragt, was denn der nicht wortwörtliche Sinne gewesen wär – und habe mich dann gefragt, worauf sich die Bemerkung überhaupt bezieht, also ob nun auf das Ruhen oder auf das Rächen. Mit anderen Worten: Diese Stelle habe ich nicht so recht verstanden.
    Das war so gemeint, dass in diesem Fall das baldige ewige Ruhen der Beiden ja unvermeidbar geworden wäre. Die sich anschließend also nicht nur ein bisschen ausruhen, sondern wirklich ruhen würden. Naja, passt nicht wie Arsch auf Eimer, das gebe ich zu.

    Tja, das hätten die Beteiligten in Xrüssis Story gut gebrauchen können.
    Vielen Dank für die Erfahrung, in einer rappelvollen U-Bahn schallend laut loszulachen. War super!

    Zum einen ist hier die doppelte Erwähnung des Abgetrenntseins natürlich nicht gut. Zum anderen frage ich mich beim letzten Teil des Satzes aber auch: Was genau unterscheidet bloß zerfaserte Adern von merkwürdig zerfaserten Adern, worin liegt also die Merkwürdigkeit der Zerfaserung an dieser Stelle – und gibt es etwa den Standardfall einer Aderzerfaserung, von dem es solche Abweichungen gibt, dass man sie direkt merkwürdig findet? Mit anderen Worten: So ganz weiß es nicht, was mir diese Formulierung nun sagen soll!

    So, jetzt habe ich viel an Einzelstellen herumgekrittelt, und ich finde ich tatsächlich, dass der Post deshalb stilistisch nicht ganz so sauber ist wie die vorherigen Posts. Rein inhaltlich habe ich aber bis auf die paar Haarspaltereien oben wenig am Post auszusetzen, denn hier kam jetzt ungefähr so eine Art Post, wie ich ihn halt von dir erwartet habe!
    Ja, so habe ich die Posts auch von mir erwartet.
    Tatsächlich scheinst du hier ja auch wirklich bemüht zu sein, alles für ein großes Finale zusammenzuraffen, zumindest scheint mir das der wesentliche Grund dafür zu sein, warum auch noch die Obsidian herbeigeholt werden soll! Und auch sonst passiert hier ja schon einiges, und vor allem gibt es ja auch einige Wendungen. Am besten gefallen in dieser Hinsicht hat mir das „Auftauchen“ von Neoras (und passiverweise auch Serpentes), bei denen ich mich während des Lesens dieses Posts ja schon gefragt habe, was diese beiden nun eigentlich gerade machen. Dass Neoras dann direkt einen Nucleos aufnehmen soll, das war ja eine spannende Idee, und da fand ich es ja fast schon schade, dass der Plan direkt darauf wieder zunichte gemacht wird – aber dafür ist das eben, wie gesagt, eine tolle Wendung, und dieses Hin und Her sorgt auch für angenehme Action. So richtig dicke kommt es dann ja aber mit der Öffnung dieses Nirvana, äh, Virnana-Zugangs, und das finde ich vor allem deshalb toll, weil hier nun auch mit dem „Schlachtfeld“, also den räumlichen Gegebenheiten der Kampfzone gearbeitet werden kann. Denn wie man sieht, sollte man dem schwarzen Loch lieber nicht zu nahe kommen …

    Abseits vom Kampfgeschehen gefällt mir dann aber am meisten … nunja, eben das Abseits des Kampfgeschehens! Wie Arn sich nämlich – auch durch die Vorgabe angeregt – aus der Kampfzone entfernt, das fand ich doch irgendwie wunderbar. Die ganze Zeit war er ja doch Fremdkörper in diesem Kampf, zu deren Ausfechtung er doch gar nicht berufen ist. Er ist da in etwas hineingeraten und macht das, was er von Anfang an ja eigentlich wollte: Irgendwie wieder aus dieser Sache herauskommen. Das fand ich sehr nachvollziehbar, und dementsprechend mochte ich auch das Ende dieses Posts sehr. Indes: Es ist ja nicht gesagt, dass er nicht nochmal irgendwie zurückkehrt, wer weiß das schon. Oder aber wir erfahren, was er da draußen jetzt eigentlich noch treibt – ob das jetzt ein endgültiger Abschied aus der laufenden Story ist, weiß ich jedenfalls nicht! Falls doch, dann fordere ich natürlich eine Spin-Off-Story mit ihm. Ich hatte ja übrigens erwartet, dass er, durch Abstoßen seines Nucleos, seine Flügel und so wieder verliert, aber das ist ja anscheinend nicht der Fall. Wahrscheinlich wird er nun nach und nach selber am Nukleozid leiden?
    Ich hatte ja ganz furchtsam gefragt, ob es okay ist, wenn Arn neben Person A und B verbleibt, aber noch ehe die Antwort kam, wurde mir dann auch klar, dass es so viel schöner ist. Dieser Moment, in dem Arn endlich die Höhlen verlässt, gefällt mir persönlich jedenfalls auch sehr. Das Lob dafür gebührt aber nicht mir, sondern den Vorgaben.

    Er hätte eigentlich selbst am Nukleozid gelitten, ja, das wird ja im letzten Post noch aufgegriffen. Die Flügel verliert er natürlich nicht. Die Vögel haben die ihnen verliehenen Flügel ja auch behalten, obwohl Hane längst tot ist.

    Wie auch immer: Trotz der von mir hier ungewöhnlich vielen bemäkelten Einzelstellen fand ich diesen Post doch durchgängig gut und unterhaltsam zu lesen – und ich freue mich auf das Finale der Story!

    Fehler im sechsten Post:

    Da muss – meiner Meinung nach – ein Komma nach dem „sich“ gesetzt werden.

    Innos’ Finger



    Der siebte Post, das grande Finale! Und ich finde, um das vorwegzunehmen, dass der siebte Post wirklich recht finalwürdig ist, weil es hier nochmal spannend wird, weil es einige Twists gibt, und weil … nunja, weil Xardas auftaucht, den der Leser natürlich lange erkennt, bevor er Arn seinen Namen nennt. Und damit bekommt diese Story ja nun auch eine ausdrückliche Verknüpfung zur Gellert-Story!
    Der kam mir da halt gerade recht, um noch den letzten Kleber zwischen die Loren der drei Geschichten zu gießen.
    Überhaupt ist das für mich eine schöne Überraschung, dass es hier nun doch direkt mit Arn weitergeht. Und ich finde, hier wird seine „Außenseiter“-Perspektive, falls man ihn in diesem Handlungsgeflecht überhaupt noch Außenseiter nennen kann, wunderbar genutzt: Wie er von oben sieht, wie Thorniara vom endlos langen Scherenschnitt geradezu gespalten wurde, das ist schon ein toller Moment.

    Dass Xardas dann darauf setzt, dass Karna sich einem Menschen verpflichtet fühlt, der ihn gerettet hat … nunja, also mein erster Gedanke war ja eigentlich der Arns, nämlich, dass man auf Karna an der Stelle lieber nicht setzen sollte. So oder so ist das natürlich ein ganz guter Twis, dass Arn, den ich aus dieser Story ja so gut wie abgeschrieben hatte, nun doch wieder am Geschehen teilnehmen soll. Und tatsächlich hat Xardas ja auch ganz gute Argumente, warum Arn das tun sollte, wobei die Beurteilung, dass es allein seine Fehler waren, die zu all dem geführt haben, natürlich auch recht einseitig ist. Aber gut, Xardas will damit ja auch was erreichen und macht das ganz geschickt! Die Idee, dass Arn zu den Göttern gehört, wenn er seine Fehler nicht mehr korrigieren mag, ist natürlich auch ein interessanter Gedanke, weil das Göttliche an dieser Stelle nun wirklich nicht mehr sympathisch wirkt. Es ist aber auch nur konsequent: Natürlich wird ein Gott seine Fehler eher nicht korrigieren, immerhin ist ein Gott ein Gott und daher zumindest aus der Selbstsicht fehlerlos! Also, äh, vielleicht – zumindest würde das ganz gut zu den göttlichen Akteuren hier passen, und dass Arn da nicht wirklich zugehören will, das ist dann ja nun auch sehr nachvollziehbar.
    Ich hab mir bei den Argumenten auch echt einen abgebrochen, weil das irgendwie überzeugend sein musste, obwohl es überhaupt nicht zu Arn passt, so proaktiv einzugreifen.

    Ich glaub der Lesbarkeit des Satzes würde es gut tun, wenn man das letzte Komma streicht. Das liest sich so nämlich irgendwie holperig.


    Vermutlich hat es aber auch damit zu tun, dass das aus erzählerischer Sicht einfach irgendwie notwendig ist, dass er die Flügel noch beschwören kann, oder?


    Das mit dem „nie“ ist seltsam formuliert. So ein „nie“ impliziert ja, als habe es tatsächlich eine gewisse, relevante Dauer oder Zeitspanne gegeben, in der Arn sich das hätte träumen lassen können. Aber hier hatte er doch eigentlich gar keine Gelegenheit, an sowas zu denken, weil er doch gerade erst raus aus dem Höhlensystem war.

    Die Sache mit der Sinnstiftung in Arns Leben und seinen Eltern und seinen Saufkumpanen und so, das soll glaube ich so ein bisschen daran anknüpfen, was vorher schon sporadisch über Arns Leben erzählt worden ist, mit seiner Mutter und so. Aber auch hier zündet das für mich nicht wirklich. Überhaupt finde ich war Arn doch einfach als Nobody in die Geschichte geworfen und als solcher doch irgendwie auch etabliert, da brauchte es für mich so ein Ausgreifen in sein früheres Leben gar nicht. Und dieser Moment hier, wo er jetzt auf einmal irgendwie einen Sinn erkennt und sich so lebendig fühlt, ich weiß nicht, ich finde das eher kitschig und das jetzt nicht auf die beste Art und Weise.
    Das ist eben der klägliche Rest, der von der tollen Charakterentwicklung Arns geblieben ist.

    Die Formulierung „besann er sich daran“ ist verquer, man besinnt sich ja nicht „an etwas“, zumindest würde ich das nicht so sagen. „Besann“ als solches, was ja auf „Besinnung“ abstellt, passt in dem Zusammenhang ja generell nicht, gemeint ist hier eher ein „Entsinnen“, also er entsann sich, wie das mit dem Flügelbewegen nochmal funktioniert. So verstehe ich das jedenfalls.


    Welchen Ausläufer denn, der Ausläufer von was?
    Des Gebirges.
    Abgesehen von der sprachlichen Spitzfindigkeit oben finde ich die Schilderung des Geschehens aus der Beobachterperspektive Arns wieder einmal gelungen, und man hat hier nun wirklich das Gefühl, dass man es mit brandgefährlichen Göttern zu tun hat, die rücksichtslos Kollateralschäden an der unter ihnen liegenden Erde in Kauf nehmen. Da erscheint Xardas' Auftrag, dem Ganzen ein Ende zu setzen, nur umso dringlicher.
    Ursprünglich war es als Privileg Karnas geplant, dass er als Schöpfer der Sonne noch Strahlen mit ihr verschießen kann. Aber nun, da Innos so geschwächt war, fiel mir fürs Kräftegleichgewicht auch nichts weiter ein, als dass das eben allen ehemaligen Trägern des Lichtnucleos zusteht.
    Eine weitere große Überraschung gibt es dann bei der Scherenklinge, und damit konnte nun wirklich niemand rechnen (denn nicht einmal Innos schien Bescheid zu wissen): Die eine Hälfte zerstört alles, die andere Hälfte heilt alles! Dass das nun vorher nicht erwähnt oder von Innos bemerkt wurde … naja gut, der Überraschungseffekt ist dann umso größer. Vor allem für Innos – der hat es dann nämlich auch hinter sich, und auch das ist ja irgendwo ein großer Moment.
    Nun ja, die andere Scherenklinge hatte doch sogar schon Tote wiederbelebt.

    Dabei finde ich es auch schön, dass das Geschehen nicht total geradlinig abläuft, sondern erst einmal durch Arns Bewusstlosigkeit unterbrochen wird. Ich finde, das hat was, und so wirkt das Finale auch nicht so gehetzt. Und es wird mit Karna dann ja auch noch einmal neu spannend: Ja, er hat Arn gerettet, aber das auch nur, um die Jadeflügel von ihm zu fordern. Und wie das Geschehen dann abläuft, ja, das ist nun der nächste von mir in keinster Weise vorhergesehener Verlauf. Und das sage ich deshalb, weil man die Ankunft der Obsidian durchaus hätte vorhersehen können, wie hier im Post ja auch nochmal dargelegt wird – es war ja ganz klar gesagt, dass die Obsidian unterwegs sei, und naja, hier ist sie nun! Der weitere Verlauf ist auch wirklich spannend, und da habe ich mir am Rand auch direkt mal ein „schon jetzt ein gutes Finale“ hingeschrieben, denn wie Karna den verkohlten Körper Hanes birgt und dann die Jadeflügel einsetzt, da hält man doch schon den Atem an.

    Ja, und dann kommt direkt der nächste Twist, denn Hane ist alles andere als froh darüber, wiedererweckt worden zu sein – und springt kurzerhand auf Nimmerwiedersehen ins Virnana. Und hier weiß ich nicht, wie gut ich diese Stelle wirklich finde. Also, die inhaltliche Idee, dass Hane gerade nicht wiedererweckt werden wollte, dass sie sich einsam fühlt, dass ihr ein Karna gerade nicht reicht, und dass sie einen Beliar tun wird, ihm ein weiteres Paar Jadeflügel herzuzaubern – das finde ich wirklich gut, ebenso wie ihren konsequenten Sprung ins Virnana. Und auch, dass das Ganze irgendwie sehr schnell geht, dass Karna davon überrumpelt wird, mag ich. Nur – mir ist das alles trotzdem einen Tick zu salopp geraten. Gerade Hane wirkt hier angesichts des ja eigentlich sehr ernsten und emotionalen und #deepen Themas doch ein bisschen flach, fast ein wenig kindisch und zickig, und dieses Tiefe, Tragische, was ich hier an der Situation eigentlich erwartet hätte, das bleibt außen vor. Mit anderen Worten: So ganz hat die Szene dann doch nicht bei mir gezündet, und ich habe auch das Gefühl, um einen guten, also noch viel besseren Moment geprellt worden zu sein. Übrigens: Dass Arn die Reaktion Hanes irgendwie einkalkuliert haben soll … es ist zwar dadurch erklärbar, dass er mit ihr einen Erinnerungsschatz teilt und so, aber das war ja nun alles arg spekulativ von Arn, auf so einen Ausgang des Ganzen zu setzen.


    Den Satz habe ich einfach nicht verstanden. Wer nimmt wo welchen Platz ein und was genau hat Arn wie auf der Obsidian vorgefunden?
    Um es im Neudeutsch zu sagen: Man sieht im Zeitraffer, wie der Körper in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehrt. Also erst die Verbrennungen durch die Lava verschwinden, dann der zusammengefallene Körper sich mit Fleisch fühlt, die ungesunde Farbe verschwindet... und eben die gesunde Hane übrigbleibt.
    Aber gut, das soll jetzt alles auch nicht zu negativ klingen, denn ich habe das Geschehen wirklich mit Spannung verfolgt. Nichtsdestotrotz: Die nachgeschobene Erklärung für Karnas Zusammenfall fand ich dann auch ein bisschen unbefriedigend. Ich nämlich hätte auch die Variante sehr gut gefunden, in der Karna nicht durch ein starkes Gefühl dahingerafft wird und einfach aufgibt, sondern die, in dem es tatsächlich der Nukleozid im Wege des Zeitablaufs ist, der ihn dort dahinrafft. Hier nun aber wird ausdrücklich gemeint, dass das Gefühl dem Nukleozid zuvorgekommen sei. Also, ich hätte es dann wenigstens besser gefunden, wenn das einfach offengeblieben wäre und man auch eine Art Zusammenwirken hätte annehmen können. Jedenfalls die Vorstellung oder die Frage, ob die Zeit selbst bei einem versöhnlichen Wiedersehen mit Hane überhaupt gereicht hätte, um Karna vor dem Tod durch Nukleozid zu bewahren, wäre doch eine spannende gewesen – und vermutlich hätte die Zeit dann ja auch nicht gereicht (indes, was ist eigentlich mit Karnas Herz – ist das auch mit verpufft?).
    Mir wären die unerwarteten Folgen aber noch nicht direkt genug für Karna gewesen, wenn Hane einfach nur gesprungen wäre. Es war ja gerade die Erfüllung der Vorgabe, dass dann das absolut unerwartete passiert: Karna war gar kein so harter Hund, wie er und alle anderen immer gedacht haben, er war ganz im Gegenteil so labil, dass er diesen Verlust überhaupt nicht verkraften konnte. Dass Hane nicht glücklich ist, war zu erwartbar, und dass sie sich ins Virnana stürzt, keine direkte Folge für Karna.
    Aber auch abseits der Vorgaben, fand ich es so viel schöner. Dass Karnas hartes Herz bricht und er nicht am Nukleozid stirbt, obwohl man das im Moment von Hanes zweitem Tod für unvermeidbar hält.

    Das abschließende Gespräch mit Xardas, muss ich sagen, hat mich dann doch ein wenig enttäuscht. Da ist der Funke bei mir nicht übergesprungen, weil einige Stellen dann doch so ein bisschen ins Geschwafel abdriften und nicht viel von dem haben, was ich an Scharfsinnigkeit Xardas' erwarten würde. Sätze wie „Obgleich man das Schicksal des Einzelnen nie gering schätzen darf, sollte man auch nicht vergessen, das der Vielen in die Waagschale zu werfen“ und „Doch muss das Alte dem Neuen erst Platz machen, dmait etwas wirklich Neues entstehen kann. Sonst gibt es keine richtige Verbesserung.“ sind für mich jetzt nicht gerade der Weisheit letzter Schluss und im letzteren Fall auch eher unbeholfen. Gut, die zuletzt zitierte Bemerkung bezieht sich auf die Scherenklinge und wie sie das Virnana verschwinden lässt, aber das fand ich inhaltlich ja auch ein bisschen verkopft (wenn auch im tatsächlichen Geschehen irgendwie sehr cool).
    Dass die Schere so nachgeklatscht eingeführt wurde, war wirklich nicht so schön. Die hätte besser schon von Innos oder Karna zusammengebaut und erklärt werden sollen, so dass im Nachgang dann nur noch die Vernichtung Virnanas mit ihr passiert wäre.
    Der Dialog ist natürlich in großen Teilen auch nicht nur für diese Geschichte sondern für das Gesamtwerk wichtig.
    Letzten Endes lässt mich das Abschlussgespräch also ein bisschen unbefriedigt zurück. Allerdings finde ich die Abschlussszene mit Arns Heimkehr dann doch noch einmal ganz gut, weil sie angemessen deprimierend ist. Aus den wenigen Sätzen lese ich jedenfalls schon irgendwie raus, dass Arn sich da nun doch sehr entfremdet fühlt, und wer weiß, vielleicht war das in Wahrheit auch schon so, bevor er auf die Expedition gegangen ist. Vielleicht ist Arn dann auch doch einfach so ein klassischer Außenseitertyp, der nirgendwo richtig dazugehört. Man muss sagen: Durch die Mischform, in der er sich nun befindet, ist er spätestens jetzt jemand, er nirgendwo voll zuzuordnen ist. Und das ist doch irgendwie ein tolles Ende und auch ein passendes für diese Geschichte: Arn, der irgendwie in diesen mächtigen Götterkonflikt rücksichtslos hereingezogen und dann von ihm auch irgendwie rücksichtlos wieder herausgespuckt wurde, sodass man nun am Ende gar nicht weiß, ob man sich eigentlich für ihn freuen soll, ob er aus der Sache eigentlich wirklich gut wieder herausgekommen ist oder nicht. Das ist eine schöne Ambivalenz, finde ich, und das hinterlässt auch einfach ein Gefühl, wie ich es am Ende von Geschichten mag!

    Fehler im siebten Post:

    Komma weg

    Sphäre Adanos’



    Ja, dann wird es Zeit für das abschließende Fazit! Kurioserweise habe ich die Posts, die mir an der Geschichte wohl am besten gefallen haben, auch am meisten kritisiert. Das gilt insbesondere für den siebten Post, den ich insgesamt für einen würdigen Finalpost halte, wenn ich auch diverse Sachen zu bemängeln hatte.

    Ganz grundsätzlich war das wieder eine typische MiMo-Geschichte, und den Zusammenhang zur Gellert-Geschichte und der Megalithen-Sache, den hattest du ja selber auch schon herausgestellt, und spätestens hier am Ende mit Xardas' Auftritt ist das Ganze ja auch in den rechten Kontext gesetzt. Es gibt hier Götter, wieder einmal auch viel Familiengeschichte, und ich finde, mit Arn hast du einen Protagonisten dabei gehabt, der eigentlich immer irgendwie Randfigur war, aber gerade dadurch und die dadurch mitgebrachte Beobachterperspektive ein toller Charakter ist. Ich konnte jedenfalls immer mit ihm mitfühlen, und für mich war er auch einfach das Einfallstor in diese Geschichte. Für mich hat er dann auch den Eindruck abgemildert, irgendwie ausgeschlossen zu sein bei dem Kram, den die Götter so diskutieren (also auch der „Lore“, die dahintersteht), denn ich war dann ja mit ihm zusammen ein bisschen außen vor.

    Allerdings fand ich, und hier kommt jetzt die Kritik, dass die Story oft nicht so richtig gezündet hat – zumindest bei mir nicht. In den Anfangsposts gab es dann eben auch immer Phasen, wo viel geredet wurde, was mich dann aber nicht wirklich gepackt hat, und die ursprüngliche Faszination, dass das alles da in diesem unterirdischen Gängegemäuer stattfindet, die hatte sich auch schnell erschöpft. Mit Orten bzw. Vehikeln wie dem Flötzenwurm oder der Obsidian im Lavasee gab es zwar immer mal wieder Glanzpunkte, aber irgendwie hatte das Ganze dann auch etwas von einer Perlenschnur, auf der gewisse Highlights hintereinander aufgereiht waren, aber nicht so recht miteinander verschmolzen sind, und so richtig richtig drin war ich in der Geschichte dann meist doch nicht. Und da sich der Vergleich insbesondere mit „Megalithen“ irgendwie aufdrängt, muss ich sagen, dass mir genannte Geschichte dann doch deutlich besser gefallen hat. Das ist vielleicht ein bisschen ein unfairer Vergleich, weil diese Geschichte hier ja eben eine andere und auch anders angelegte ist, aber ich finde, sie ist in allen Belangen eben auch ein bisschen kleiner und schmaler angelegt als „Megalithen“ oder eben dein Gellert.

    Die ganz große Faszination für die Story bleibt bei mir also aus, mag es auch immer wieder faszinierende Einzelstellen gegeben haben. Nichtsdestotrotz habe ich die Story gerne gelesen, das sei immer wieder betont, aber auch wenn ich nicht ganz den Finger drauflegen kann, auf das, was mir gefehlt hat: Irgendwas hat mir an der Story eben doch gefehlt, weswegen das Fazit ist: Gute Geschichte, aber von dir haben mir schon viele andere Geschichten besser gefallen!
    ------------------------------------------------------------------------------
    Dein Fazit kann ich sehr gut nachvollziehen, John! Ich bin im Großen und Ganzen auch nicht richtig zufrieden mit der Geschichte, aber in dem gegebenen Zeitrahmen war mir einfach nicht mehr möglich. Ich hab aber auch die Erfahrung gemacht, dass ich die Szenen beim nochmaligen Lesen dann meist sehr viel besser fand als in meiner Erinnerung. Es ist eben genau wie du sagst, die einzelnen Szenen sind ganz in Ordnung, aber die Geschichte als solches lässt einen roten Faden, einen konsequenten Spannungaufbau vermissen.

    Trotzdem oder gerade deswegen vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar, John! Ich habe mich über das großzügige Lob sehr gefreut.

  17. View Forum Posts #17 Reply With Quote
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    Von wegen „bescheidene[r] Beitrag“! Der Rhob himself hat zum diesjährigen Schreim naoch Buchstohm einen Wettbewerbsbeitrag abgeliefert, der sich zumindest in seinem ersten Post in Sachen Länge und Ideenfülle ordentlich sehen lassen kann!

    Den Schreib- bzw. Erzählstil finde ich übrigens von Anfang wieder gelungen, das ist ja glaube ich so ein bisschen der moderne Rhob: Es scheint immer so ein bisschen Ironie, Humor und Sinn für Absurdes durch, durchaus auch ein bisschen Sarkasmus, aber im Grundsatz ist es eine ernste, bis hierhin in gewisser Weise auch „harte“ Geschichte, der die Blödelei so fern ist wie Aachen Santiago de Chile. Gut, die Blödelei kann natürlich noch kommen, aber so, wie es jetzt ist, ist das eigentlich doch eine gute Mischung!

    Wie alle vorangegangenen Kriege fand auch dieser schließlich ein Ende und die Paladine zogen wieder ab.
    Das ist so eine Stelle, die damit punktet: Hier wird normal erzählt, aber durchaus auch mit ein bisschen Witz, leicht ironischem Kommentar und so.

    Der Einstieg ist dann wohl diese Rahmenhandlung, die du schon einmal erwähnt hast: Hyglas steht vor Gericht – oder besser gesagt: vor dem Richter, den du natürlich standesgemäß als selbstgefälligen Willkürentscheider dargestellt hast – und muss sich zu irgendwas erklären („Höchstverrat“ – sehr schön), und dann wird jetzt ja wohl ein sehr langer Rückblick losgehen, der, wie man sieht, dann ja selber auch noch auf mehreren Zeitebenen spielt. Finde ich aber schon ganz gut so und auch gar nicht so sehr verwirrend, ich kam mit der verschachtelten Erzählweise bis jetzt gut klar und würde dann auch mal sagen, dass das schon die richtige Entscheidung von dir war, das mit der Rahmenhandlung jetzt einfach mal durchzuziehen!

    Ich erinnerte mich gelesen zu haben – vermutlich in einem anderen Leben – dass der menschliche Körper sich, ohne Reglung durch den ewigen Kreislauf Innos' größter Schöpfung, einen eigenen Rhythmus aneignet, der länger dauert, als ein Tag.
    Ich meine das auch mal gelesen zu haben, oder das war noch etwas anderes, jedenfalls war da von 25 Stunden die Rede.

    Wie dem auch sei, das Gefängnis, was dann beschrieben wird, hat es natürlich in sich. Die Pyramide mit zahllosen Kammern und Räumen, kaum Licht, kaum Wasser, kaum Nahrung ... an der Stelle könnte die Story wirklich ins absolut Bedrückende fallen, aber mit den bereits angesprochenen humorigen Auflockerungen zwischendurch und diesem gewissen, leicht ironischen Erzählstil, gibt es einen guten Ausgleich. Ich finde, aus Hyglas spricht da desöfteren eine (nachvollziehbare) Resignation, aber eher eine bissige Resignation, gar nicht so sehr als Bitterkeit, sondern eher auch als Müdigkeit präsentiert.Tja, ich weiß auch nicht so recht, wie ich das beschreiben soll, es ist wohl von allem ein bisschen!

    Das mit der Manasucht ist ein interessantes Gebrechen, auch sehr schön nah am Gothic-Setting. Ich finde das auch schön beschrieben, auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit und nicht so die Schiene „höhö der alte Manajunkie wa?“ fahrend. Der genaue Zusammenhang zu den Antimagiekristallen ist mir beim Lesen aber nicht klar geworden. Also, dass sie per se ungünstig für einen Magier sind, das ist natürlich klar, aber hier wurde das ja so eingeleitet, dass Hyglas besonders von ihrer Präsenz betroffen ist, mehr noch als andere Magier, und das ja offensichtlich gerade wegen seiner Manasucht. Aber im Prinzip hätte ich das als zwei unabhängige Phänomene eingestuft: Die Antimagiekristalle verhindern das Zaubern, die Manasucht hingegen ist vor allem eine verschärfte Form der magischen Erschöpfung – wobei letztere ja gar nicht eintritt, wenn man gerade eh nicht zaubern kann. Oder wirken die Antimagiekristalle so, dass sie nicht etwa nur die Zauber blocken, sondern aktiv dem Magier seine Energie entziehen? Wie gesagt, so ganz klar wird das hier nicht.

    Nur so ließ sich erklären, dass das antimagische Feld scheinbar überall in meinem Gefängnis konstant war
    Scheinbar oder anscheinend?

    Dann beginnt ja auch schon die nächste Zeitebene, das sich mit Hyglas' Leben im Kloster befasst. Und ich muss sagen, wie das Ganze aufgezogen ist, mit „Die göttliche Kraft der Gestirne“ und Hyglas' Wunsch nach einem Observatorium, das finde ich schon ziemlich interessant, das sind tolle Ideen.

    Der sich daraus entspinnende Erzählstrang ist aber nicht minder interessant: Eine mysteriöse Teleportrune, bei der man nicht weiß, wo sie hinführt! Das hat es in den Spielen ja eigentlich viel zu wenig (bzw. überhaupt nicht?) gegeben, dafür, dass das so ein wirkungsvolles Mittel ist, um Spannung aufzubauen. Wie das Ganze hier beschrieben wird, macht auch was her, gerade auch die nachvollziehbaren Überlegungen, dass man das natürlich besser nicht einfach mal so ausprobiert, wohin die Rune einen führt. Ein bisschen stirnrunzeln musste ich aber bei dem Vorgehen, sich einfach auf den Hof des Großbauern zu teleportieren. Das kann ein Feuermagier einfach mal so machen, ohne sich behelligen lassen zu müssen? Oder sind die Söldner schon gar nicht mehr da? Weil man von denen doch wenigstens fiese magierfeindliche Sprüche oder so erwarten würde!

    Etwas enttäuscht packte ich die Rune wieder in meine Tasche. Irgendwie hatte ich erwartet – oder zumindest gehofft – dass der Teleport mich in eine bislang unentdeckte Kammer geführt hätte. Natürlich sind unentdeckte Kammern nicht ohne Grund unentdeckt, weshalb ich vermutlich großes Glück hatte, an der Oberfläche anzukommen. Ich wusste nicht, was mich dazu getrieben hatte, das Risiko einzugehen, aber je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst, wie leichtsinnig ich war.
    Der Absatz wirkt ein bisschen dahingeschrieben. Erstens ist mir der Zusammenhang zu den unentdeckten Kammern bzw. dass sie nicht grundlos unentdeckt sind und der Rune nicht klar. Und der zweite Teil dieses Absatz mit dem „aber je mehr ich darüber nachdachte“ wirkt auch komisch, als vor allem mit dem „aber“, das einen Widerspruch andeutet, der im Teilsatz vorher ja aber gar nicht zu finden ist.

    Coragons folgende Rolle ist natürlich äußerst mysteriös! Mit ihm als „Gefangennehmer“ von Hyglas hätte ich so natürlich nie gerechnet (und Hyglas selbst ja auch nicht), und es deutet ja alles darauf hin, dass er im Auftrag eines oder mehrerer anderer handelt. Wobei das natürlich nicht so sein muss. Hier ist jedenfalls alles möglich! Zwischendrin hatte ich ja die Idee, das Ganze habe eigentlich Gorax gegolten, den Coragon ausschalten wollte, um der Weinproduktion des Klosters zu schaden, damit er selber … ja, was auch immer, keinen Wein mehr verkaufen muss? Das schien dann also schnell nicht mehr plausibel, zumal es Coragon ja offenbar darauf ankam, dass nur irgendwer in die Falle tappt. Vermutlich wird es darum gegangen sein, dass es irgendjemand mit Affinität zu Magie ist. Ob Coragon dabei wohl im Auftrag Beliars handelt, möglicherweise von ihm besessen ist? Er weiß das schon. Ich bin sehr gespannt, ob und was zu dem Thema in kommenden Posts so herauskommen wird!

    Ich war gefangen, gefangen im Inneren der Pyramide, von der bisher niemand wusste, dass sie überhaupt ein Inneres hatte.
    Naja, stimmt das denn? Also erstens ist die Annahme, dass die Pyramide einfach ein massiver Klotz ohne Innenräume ist, schon sehr fernliegend, und zweitens hätte man diese Annahme, selbst wenn man sie gehabt hätte, doch sicherlich irgendwie widerlegen können.

    Wenn das Ganze aber irgendwie von Beliar eingefädelt sein sollte, so stellt sich die Frage, warum er sich erst jetzt, sprich nach so und so vielen Tagen (oder vermeintlichen Tagen) an Hyglas wendet. Etwa, weil nun der Zeitpunkt gekommen ist, da Hyglas so mürbe durch die Gefangenschaft geworden ist und nach jedem Strohhalm greift? Jedenfalls scheint es genau das zu sein, was hier passiert, denn er gibt sich den Einflüsterungen Beliars ein Stückweit hin. Indes: Der Klaue verfällt er dann ja doch nicht – oder mit den Worten des Endes: Noch nicht. –, was natürlich auch ein bisschen durch die Vorgabe bedingt ist, dass der Gegenstand A am Ort A zurückbleiben muss. Das letzte Wort wird hinsichtlich der beliarschen Einflüsterungen aber wohl wirklich noch nicht gesprochen sein!

    Ja, das war ja schonmal ein vollgepackter erster Post! Ich bin wirklich gespannt, wie sich das alles weiterentwickelt. Hoffentlich bleibst du mit der gleichen Energie dran, die du in den Auftakt der Story gesteckt hast!

    Fehler im ersten Post (in etwa kurz nach der Hälfte häuften sie sich):
    Der Feuermagier Hyglas, der in seiner Sträflingskleidung einen weitaus weniger beeindruckenden Anblick machte, als es in seiner Robe der Fall gewesen wäre, verzog das Gesicht
    Das sind wieder diese Sachen, wo ich mir unsicher bin, Kommasetzung bei „als“. Im Grundsatz gehe ich davon aus, dass bei einem vergleichenden als kein Komma gesetzt wird („Ich sehe beeindruckender aus als du“), aber da hier jetzt auch noch so eine Konstruktion mit „gewesen wäre“ dranhängt … also, ich würde das Komma da weglassen, aber vielleicht äußert sich ja nochmal jemand dazu, der da mehr Ahnung von hat! Jedenfalls sollte aber am Ende des Satzes ein Punkt stehen.
    Aber da mein Hunger größer war, als meine Abscheu vor unangemessenen Vergleichen, richtete ich mich so gut es mir möglich war auf, und machte mich auf die Suche.
    Bei diesem „als“ sehe ich es so wie oben … und das Koma nach „auf“ würde ich weglassen …
    Die verfluchte Teleportrune, die mich überhaupt erst hierher gebracht hatte, nutzte ich seit dem, um Tag für Tag einen Strich in die Wand meiner Schlafkammer zu ritzen.
    seitdem
    Durch intensives Studium der arkanen Künste, Übung oder auch dem Einsatz von Tränken, können Menschen ihre magische Energie steigern.
    den Einsatz von Tränken
    Im Grunde kann jeder zum Magier werden, Einigen fällt es jedoch leichter als anderen.
    einigen (oder sowohl „Einigen“ und „Anderen“ groß, ich weiß gar nicht, was da richtig ist!)
    Oder weitaus schlimmeres bewirken...
    weitaus Schlimmeres
    Mir war damals schon klar, dass die ungewöhnliche Konstellation der Gestirne einen unheilvollen Einfluss ausgeübt hatte.
    Zeiformen: Wahrscheinlich eher „klar gewesen“
    „Der Rat ist viel zu Kurzsichtig“, grummelte ich.
    kurzsichtig
    Da das Gebiet gut erkundet und dokumentiert war, beschloss ich das Risiko einzugehen.
    Hier würde ich ein Komma nach „beschloss ich“ setzen, damit sich das im ersten Lesen nicht wie „beschloss ich das Risiko“ anhört.
    Darin verborgen lag das geheimnisvolle Portal, dass sie schließlich in das nördlich gelegene Tal gebracht hatte.
    das
    „Na Endlich!“, rief plötzlich eine Stimme hinter mir.
    Na endlich
    Verrätst du mir auch, was das ganze soll?
    das Ganze
    Aus dem lächeln wurde jetzt ein Grinsen
    Lächeln
    Ist 'ne lange Geschichte, aber eine Gute!
    gute
    In der Zunehmenden Dunkelheit kaum zu erkennen
    zunehmenden
    Was immer Coragon hier auch für eine Entdeckung gemacht haben mag
    gemacht haben mochte
    ich habe hier etwas wirklich wichtiges entdeckt
    etwas wirklich Wichtiges
    Magie sei Dank legten nur wenige von uns zu Fuß größere Strecken zurück, als den Weg von unserer Schlafkammer bis zur Kirche und weiter in die Bibliothek.
    Hier würde ich auch wieder das Komma vor dem „als“ bzw. nach „zurück“ weglassen.
    Das letzte, was ich hörte, bevor ich mit einem lauten Platschen im Wasser landete, waren Coragons Worte:
    „Das Letzte“ wohl groß, glaube ich!
    Mein Blick fiel wieder auf die Tafel, auf einen ganz Bestimmten Begriff.
    bestimmten



    Eines vorab: Der zweite Post knüpft in Sachen Qualität an den ersten Post an – finde ich gut, dass du das Niveau weiter hochhältst! Vor allem habe ich auch immer mehr Spaß an dem Wechsel der Erzählebenen und -perspektiven, gerade diese Rahmenhandlung mit dem Gerichtsprozess lockert das teils ja doch sehr ernste Geschehen immer mal wieder auf und „holt einen zurück“; andererseits ist es aber auch erzählerisch ein gutes Mittel, um die verschiedenen Perspektiven, hier eben zum Beispiel von Homer, ganz zwanglos einzuführen und mit der restlichen Geschichte zu verknüpfen. Das funktioniert alles schon sehr gut so, finde ich!

    Einen wirkungsvollen Moment lieferte die „Außenperspektive“ Homers zum Beispiel an dieser Stelle:
    Auf der Pritsche im Inneren lag eine Gestalt. Dem Geruch und dem verfilzten Bart nach zu urteilen, jemand der schon lange nicht mehr in halbwegs zivilisierten Gegenden unterwegs war.
    Das kam bei Hyglas natürlich noch nicht so richtig hervor, weil er sich selbst ja nicht betrachten konnte. Der muss ja mittlerweile aussehen wie Catweazle, oder halt noch schlimmer. Finde ich gut, dass du die Perspektive von Homer genutzt hast, um das auch nochmal deutlich ins Bewusstsein zu rufen.

    Ich kramte in meiner Tasche, bis ich fand wonach ich suchte: Eine Essenz der Heilung. Nicht besonders stark, aber es sollte helfen Hyglas wieder zu Kräften zu kommen lassen.
    Der Magier nahm den Trank dankbar entgegen und leerte das Fläschchen in einem Zug.
    Mein erster Gedanke war, dass ein Manatrank ihm wohl eher geholfen hätte, aber den bekommt er dann später ja auch noch.

    Das gleiche geschah wohl auch bei der Taverne „Zur toten Harpye“ im Zentrum der Insel – die zufällig das Hauptquartier des Rings des Wasser in diesem Teil der Welt war.
    Finde ich gut, wie du die leichte Absurdität dieses Umstands hier noch einmal schön in den Mittelpunkt stellst.

    Die dann ja doch recht ausschweifende Erzählung Homers (das klingt richtig nach Schulunterricht, wenn ich das so sage) gefällt mir vor allem deshalb gut, weil nicht nur die Beobachterperspektive auf Hyglas' Verhalten eingenommen wird, sondern auch Coragon mal ganz am Rande vorkommt. Das ist natürlich ein toller Moment in der Schilderung, weil man als Leser der Geschichte längst weiß, was Coragon da eigentlich eingefädelt hat.

    Ein bisschen seltsam finde ich, dass die Magier entschieden haben, die Portalbruchstücke (ich dachte übrigens, es seien nur drei, aber anscheinend steckte auch schon im Spiel bereits eines im Portal, und man hat halt nur die restlichen drei gesucht?) wieder an ihren Ausgangsorten zu verstecken, obwohl das doch gerade unsicher ist! Was dann ja zur Folge hat, dass offenbar noch mehr Vorkehrungen getroffen werden mussten, was dann doch viel zu aufwendig ist. Da hätte ich ja zum Beispiel lieber mal die Kumpels Feuermagier gefragt, ob die eines der Teile im Keller in der Bibliothek verstecken könnten usw. Nunja.

    Die kleine Geschichte um die Dammlurkerklaue hat mir auch ganz gut gefallen, weil sie das Spielgeschehen so schön aufgreift und ausschmückt. Aber so richtig wichtig schien mir das für die Story und für Attila jetzt nicht so sein, wo die herkommt, aber naja, wenn der Richter fragt ... und ist ja wirklich ein schönes Detail der Erzählung!

    Gegen Ende des Posts springen die Erzählperspektiven ja doch ein bisschen schnell hin und her, was ich an sich gar nicht schlecht finde. Mir hätte aber ein konsequenterer Bezug zur Rahmenhandlung gefallen: Eigentlich war Homer ja jetzt im Prozess dran, zu erzählen, und trotzdem wechselt jetzt, ohne Rückkehr in den Gerichtssaal und erneutes Aufrufen Hyglas', die Perspektive wieder zu letzterem. Kann man natürlich machen, aber ist, wie gesagt, nicht zu hundert Prozent konsequent!

    Was mich am Ende der Begegnung Hyglas-Homer übrigens irritiert: Die Klaue Beliars, die ja noch einmal ganz ausdrücklich als gefährlich beschrieben wird, liegt da jetzt die ganze Zeit einfach so herum, quasi für jedermann und jederfrau greifbar? Wenn das mal nicht schiefgeht ...

    Ja, wie gesagt, ich fand den zweiten Post auch ziemlich gelungen, ich finde das schon ziemlich spannend, wie du das alles aufbaust, und hoffe natürlich, dass dir die Vorgaben nicht zu große Striche durch die Rechnung machen werden. Aber ich bin zuversichtlich, dass du das schon alles in deine Story integriert bekommst!

    Fehler im zweiten Post:
    Jemand – oder etwas – ist aus der Pyramide herausgekrochen.
    war aus der Pyramide herausgekrochen
    Er trug etwas, das eindeutig mal eine Robe der Feuermagier gewesen ist.
    gewesen war
    Als er mich mit erhobener Waffe erblickte, wich er zurück, was ihm offenbar sehr anstrengte.
    ihn
    Ich entschied, dass vorerst keine Gefahr bestand und steckte das Messer weg.
    Hier hätte ich nach „bestand“ ein Komma gesetzt, aber weiß ich gar nicht, ob das sein muss oder überhaupt richtig ist.
    Andererseits, den Spuren nach ist er zumindest beim Loch in der Pyramide gewesen.
    war ... gewesen
    Einer der Steinkreise lag auf den Feldern des Großbauern – kein sehr Sicherer Ort um etwas zu verstecken.
    sicherer
    „Das beste wird sein, wenn du dich zum Hof des Bauern Lobart aufmachst
    das Beste
    Also raus mit der Sprache, was hat es mit diesem Dammkurker auf sich?
    Dammlurker
    Schon seit Tagen machte sich ein Lurker, eine Art große, langbeinige Echse, die für gewöhnlich in Seen und Tümpeln lebte, am Fundament des Damms zu schaffen. Warum es ausgerechnet dort seine Klauen wetzen musste
    „warum es“ passt da grammatikalisch ja nicht so ganz, oder?
    Er erkundigte sich später noch ein paar Mal, ob mit dem Damm alles in Ordnung sei, aber davon abgesehen, sah ich ihn nicht wieder.
    Beim Komma nach „abgesehen“ bin ich mir nicht ganz sicher.
    Er bastelte mir aus der Klaue einen Anhänger, den ich seit dem als Glücksbringer bei mir trug.
    seitdem
    Natürlich wäre es wohl besser, direkt zum Kloster zu gehen, aber es stand zu viel auf dem Spiel
    besser gewesen



    Beim dritten Post ist es wirklich schade, dass der größere Rückblick in weiten Teilen der Zeitnot zum Opfer gefallen ist. Die Vergangenheit von Alligator Jack alias Jakob, die noch dazu eine gemeinsame mit Hyglas ist – da hätte ich nun doch gerne mehr von gelesen! Von daher hoffe ich, dass du dein Versprechen einlöst, den Rückblick nach Ablauf des Wettbewerbs zu vervollständigen, und ganz ausdrücklich behalte ich mir vor, zu gegebener Zeit darauf zu pochen! Aber zurück zur Gegenwart – oder jedenfalls einer der vielen Gegenwarten, die uns in dieser Story präsentiert werden, die aber auch alle irgendwie Vergangenheiten sind. Oder irgendwie so.

    Direkt zu Anfang habe ich mich ja ein wenig gefragt, wie Daron Hyglas eigentlich direkt auf den ersten Blick erkennen kann, wo er doch von langer Gefangenschaft gezeichnet und verändert ist und zudem, soweit die Beschreibungen vermuten lassen, auch kein oder kaum ein Wort gesagt hat, sodass Daron ihn auch nicht an der Stimme erkennen konnte. Aber gut, wenn man sich schon so lange kennt, dann erkennt man sich wohl auch nach so lange Zeit wieder, deswegen nehme ich das mal so hin!

    Was mich besonders überrascht hat, ist, dass hier nun sogar auf die Risen-Lore zurückgegriffen wird – bei der Erwähnung von Caldera habe ich natürlich aufgemerkt, und dass Alligator Jack und Hyglas ihre gemeinsame Vergangenheit dort haben, ist ja doch eine recht originelle Idee.

    „Woher wussten die Magier, dass ich heute ankommen würde? Die Abfahrt meines Schiffes hat sich immer wieder verzögert, weil angeblich orkische Galeeren nahe der südlichen Inseln gesehen worden sind
    Der Rückblick bricht hier ab, aber die Stelle fand ich trotzdem schön, weil es auf die Frage ja eigentlich auch eine ganz gute Antwort gibt: Vielleicht wussten es die Magier tatsächlich nicht, aber man hat das gemacht, was man wohl eben gemacht hat, zu Zeiten, als Reisende sich nicht mal eben melden konnten: Der Bote ist halt einfach jeden Tag für mehrere Stunden am Hafen gewesen und hat gewartet, ist irgenwie wieder nach Hause gegangen und hat das den nächsten Tag wieder gemacht, und immer so weiter eben! Naja, oder es gibt hier eben doch eine magische Erklärung.

    Was ich bei der Begegnung zwischen Jakob/Jack und Hyglas interessant und auch gut gemacht finde: Spätestens hier wirkt Hyglas in Auftreten und Redeweise überhaupt nicht mehr magierhaft. So ein „Lass es drauf ankommen“ hat ja wahrscheinlich wirklich eher was vom jungen Novizen, der er war, als er Jakob kennengelernt hat. In Gesellschaft bestimmter Leute verhält sich Hyglas dann eben anders, was ja durchaus auch nichts Unnormales ist.

    „Na gut. Er wollte ins Minental. Genauer gesagt in das alte Orkdorf. Allerdings wird er Schwierigkeiten haben dort hinzukommen. Die einzige Brücke dorthin ist eingestürzt, also werden wir ihn wohl fluchend vor den Überresten der Brücke finden.“
    Woher weiß er das denn eigentlich, dass die Brücke eingestürzt ist? Er muss dann ja auch mal dort gewesen sein!

    Dass Jack dann am Ende mit Hyglas mitreist, das scheint mir dann übrigens auch eine recht vorgabengetriebene Entscheidung zu sein.

    Ja, also insgesamt fand ich den Post auch schon ganz gut, aber insbesondere, weil du den wohl interessantesten Part, den Rückblick, nicht vollständig erzählen konntest, fehlt dem Post natürlich etwas. Ich finde ihn deshalb auch spürbar schwächer als die ersten beiden Posts. Deswegen hoffe ich umso mehr, dass du beim nächsten Post wieder etwas mehr „Luft“ hast und sich das auch auf die Qualität des Geschreibsels niederschlägt!

    Fehler im dritten Post:
    „Ich muss Gestehen, wir hätten nicht geglaubt
    gestehen
    Ich hatte alte Schriften im Kloster von Farangar studiert
    Faranga
    Auch wenn ich nur ein Novize war, hatte ich vermutlich schon mehr gelernt, also so mancher altehrwürdige Magier.
    als so mancher
    Nach meiner Rückkehr nach Vengard, würde ich mit Sicherheit endlich in den ersten Kreis der Magie aufgenommen werden.
    Da würde ich das Komma weglassen.



    Vorab: Den vierten Post finde ich wieder besser als den dritten Post, und er funktioniert auch gut, ohne dass man den Rückblick im letzten Post vollständig kennt!

    Die Verwechslungsgeschichte in Sachen Attila kommt für mich aufgrund deiner Fragen im Wettbewerbsthread natürlich nicht so überraschend, toll finde ich diesen Moment dennoch. Der Mann, den er für Attila gehalten hatte, ist also Morgan. Schön finde ich auch, wie hier der Moment genutzt wird, kurz in den Gerichtssaal zurückzukehren und dann wieder auf Homers Perspektive zu verweisen. Dieses „Auftauchen“ aus einem Erzählstrang und dann kurz danach wieder „Eintauchen“ in einen anderen Strang, das gefällt mir nach wie vor sehr gut und macht für mich auch einfach die Besonderheit dieser Geschichte aus.

    Auch inhaltlich gefällt mir das, was Homer erzählt, sehr gut, denn geradezu unausweichlich hat seine Erzählung Berührungspunkte mit dem großen Ganzen, das Gothic ausmacht: Die Barriere, bzw. hier nun die Flucht aus dem Tal nach Zusammenbruch der Barriere. Die Beschreibungen, die du dafür lieferst, gefallen mir einfach gut und bringen auch wirklich die Stimmung rüber, die das Ganze haben sollte. Gerade auch, wie sich der Reislord und seine Schläger die Bauern gewaltsam vom Leibe gehalten haben, das zeigt eben auch so richtig, was für eine Art Gesellschaft sich dort herausgebildet hatte.

    Erschrocken blickte ich auf, gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie in einem hellen Licht eine Gestalt erschien.
    „Innos?“, hauchte ich kaum hörbar. Doch kurz darauf war klar, dass es keine göttliche Erscheinung war. Gut, ich hatte noch nie einen Gott gesehen, aber ich konnte mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass Innos ein schlecht rasierter Mann in einer Lederrüstung war.
    Ich sehe hier durchaus PotM-Potenzial.

    Generell finde ich den Dialog zwischen den beiden auch sehr gelungen, gerade auch der Griff in den Beutel, um den Laib Brot herauszuholen, das ist ja wie in so Mafiafilmen, wo man auch nicht weiß, ob der Mafioso nun Geld zur Belohnung aus der Innentasche holt oder doch von dort die Pistole zur Hinrichtung zieht. Bei der Sache mit der Begnadigung durch die Wassermagier hatte ich ja auch erst den Gedanken, dass das eine Lüge sein könnte, zumal das „Vorsprechen“ bei der Stadtwache nach dem vorgestellten Plan ja auch ein immenses Risiko beinhaltete – aber dann ist ja doch alles recht problemlos gelaufen, was ich erzählerisch aber auch ganz gut so finde.

    Der zweite Teil von Homers Erzählung gefällt mir dann auch sehr gut, gerade weil er ja auch sehr geschickt die Lücken schließt, die sich vorher bei der Story ergeben hatte, also eben, wieso und weshalb die Ornamentstücke eigentlich wie und von wem zurückgebracht werden sollen und so weiter. Ich finde, das hat du auch alles ziemlich gut erzählt …
    Saturas fuhr fort uns genaue Anweisungen zu geben, doch ich hörte nur halb zu. Mir war nicht ganz klar, was er damit meinte, dass das Portal missbraucht werden könnte. Schließlich war es doch nur ein Teleporter, der den Tempel hier mit seinem Gegenstück im Süden verband. Aber die Aussicht auf ein paar freie Tage war zu verlockend, um die Entscheidung in Frage zu stellen.
    … und der typische Rhobar-Witz scheint natürlich auch immer mal wieder durch, zum Beispiel an der Stelle dort oben!

    „Also war das gar nicht Attila, sondern dieser Pirat, den Hyglas erwähnt hat. Wie hieß er noch? Gestarn?“
    „Morgan“, korrigierte der Gerichtsdiener, während er dem Richter Wein nachschenkte.
    Rein objektiv muss man ja schon konstatieren, dass diese Namensverwechslungsgags, zumal wenn wie hier sehr „unglaubwürdig“ präsentiert, nicht so der Bringer sind. Aber ich selbst finde es halt doch immer wieder witzig. Ich mag das auch, wie der Gerichtsdiener dem Richter dann noch so nebenbei Wein einschenkt, das illustriert ja auch wieder schön, was für eine Art Verhandlung und vor allem was für eine Art Richter das ist. Auch, wie der Richter, der ja offenbar wie die Made im Speck lebt und mit großer Macht zum willkürlichen Gebrauch ausgestattet, dabei trotzdem immer noch so leidend ist oder tut, das charakterisiert ihn wirklich schön und macht ihn zu einem schon irgendwie verachtenswerten Menschen, aber eben auch zu einer Witzfigur, über die man sich herrlich amüsieren kann. Gut getroffen hast du ihn!

    Nach all dem Attila-und-Morgan-Tausch muss ich aber doch nochmal nachhaken, zum Verständnis: Es ist jetzt schon so, dass Homer nie den echten Attila getroffen hat sondern dass das von Anfang an Morgan war, ne? Und nachdem der echte Attila tatsächlich vom Namenlosen getötet worden war und die entsprechende Nachricht die Runde machte, hat Morgan das halt wegerklärt, um sich seine Scheinidentität zu erhalten, ne? Oder hatte Homer tatsächlich beim ersten Aufeinandertreffen den echten Attila an der Angel, und dann beim nächsten mal war es dann Morgan, der das Spielchen mitgespielt hat? Aber das kann ja eher nicht sein …

    Wie dem auch sei, ganz unabhängig von diesen Fragen finde ich das toll, wie hier wieder alles ein wenig zusammenläuft, das wirkt auch gar nicht mal allzu sehr vorgabengetrieben. Wie sich hier nun eine gewisse Art der „Verschwörung der Piraten“ entspinnt, die die Ornamentteile sammeln wollen, das hat nun schon was. Und es erklärt sich hier auch, warum Alligator Jack eigentlich so genau um „Attilas“ Verbleib und die kaputte Brücke Bescheid wusste. Das hat durchaus was, ebenso wie ich die ganze Brückenszene sehr mag. Da merkt man richtig, dass es nun ernst wird. Hyglas' Flucht hätte ich so übrigens auch nicht erwartet, wobei ich mich frage, wohin er eigentlich geflohen ist. War das jetzt immer noch die Rune für den Teleport in die Pyramide, die er da dabeihatte? Das wäre ulkig, wenn er gerade dorthin zurückgebracht werden sollte. Aber gut, er hatte ja bereits ein Loch in die Pyramide geschlagen, sodass er da ja eigentlich auch direkt wieder entkommen kann.

    Ich bin also gespannt, wie es nun weitergeht (und wie du die kommenden Vorgaben einbauen wirst, natürlich). Wie gesagt, den vierten Post fand ich jetzt schon wieder besser als den dritten, und wenn du so weitermachst, dann hast du am Ende eine wirklich gute Geschichte erschaffen! Und das kann ich jetzt gerade ja sogar schreiben, ohne dir unnötigen Druck zu machen, weil du das hier ja alles erst am Ende liest – wobei das Ende hoffentlich eben der Abschluss der Geschichte sein wird und nicht ihr verzweifelter Abbruch.

    Fehler im vierten Post:
    wenn ich am Wegesrand eine Feuernessel oder ähnliches erblickte.
    oder Ähnliches
    Unter der Führung von Lee hatten sie und ein Großteil der Banditen sich gesammelt, organisiert und sind geschlossen losgezogen.
    waren geschlossen losgezogen
    Die ruhige Stimme des Mannes in Kombination mit den kalten, stechenden Augen, jagte mir einen Schauer über den Rücken.
    Das zweite Komma würde ich weglassen.
    Der Anflug eines Grinsens schlicht auf sein Gesicht.
    schlich
    Soweit, dass die Wassermagier mir etwas schuldeten, würde ich nicht gehen,
    So weit
    Das schlecht rasierte Gesicht kam mir vage bekannt vor, auch wenn es breiter wirkte, als in meiner Erinnerung.
    breiter wirkte als in meiner Erinnerung (ohne Komma)
    „Ist nichts persönliches“
    nichts Persönliches
    „Du weißt, was zu tun ist?“, fragte Morgan
    Hier fehlt ein Punkt am Ende.
    „Wie gesagt, ist nichts persönliches.
    ist nichts Persönliches



    Der fünfte Post ist eine starke Fortsetzung. Ich bin also froh, dass du dich vom gewissen Tief des dritten Posts wieder erholt hast und an die guten Leistungen aus dem vierten Post angeknüpft hast. Allein der schiere Umfang ist angesichts des Zweiwochenturnus schon imposant, aber was zählt, ist ja der Inhalt, und auf den will ich dann mal eingehen.

    Die Story spielt ja schnell wieder sein Trademark aus und liefert nach kurzer Standortbestimmung von Jack und Hyglas eine Rückblende. Und ich finde, hier hat die Vorgabe auch mal was Gutes bewirkt, denn wie jetzt eine tatsächliche Verbindung zwischen Jack und Attila enthüllt wird, und vor allem auch, von welcher Qualität sie ist, das passt meiner Meinung nach doch wirklich ziemlich gut. Ich habe die gesamte Geschichte um Jack und Attila wirklich gerne gelesen, das ist richtig eine Geschichte in der Geschichte und begründet ohne Kitsch und Peinlichkeiten, warum Jack etwas an Attila liegt. Auch die Art und Weise, wie der Rückblick geschrieben ist, ist einfach toll. Mehrere Szenen hatte ich beim Lesen richtig filmisch vor Augen. Das Ganze knüpft zwar schon an so gewisse „Tropes“ an, Jack als „New kid in town“ und Attila als der fast schon charmante Straßenjunge (aber nur bis es ans Töten geht), aber das versinkt alles nicht in durchgekauten Klischees oder so. Dazu kommt noch eine gehörige Portion Gothic-Feeling, wie Jack Taschendiebstahl und Schleichen lernt, Gold geklaut wird und so weiter und so fort. Das ist dir insgesamt also richtig gut gelungen. Ich könnte hier jetzt immer mal wieder Details loben, Stellen, die ich für besonders gut geschrieben halte, aber das würde hier keinen Mehrweg bringen. Als Beispiel für schöne Details und kreative Einfälle nur diese Stelle hier:
    Der Weg dorthin führte durch eine schmale Gasse, in der ich nun entspannt auf einem Fass saß und einen Apfel aß, während ich auf Attila wartete, der unserem Opfer aus der Taverne folgen würde.
    Dieses Sitzen auf dem Fass und das Apfelessen, das ist ja genau die Pose, in der Jack damals, selbst noch unbeholfener Neuankömmling, Attila zum ersten Mal begegnet ist – und jetzt hat er schon dessen Verhaltensweisen angenommen und gelernt, wie man sich unauffällig verhält. Das fand ich schön.

    Eine Frage, die sich mir gestellt hat, ist, warum Attila Jack damals eigentlich so ausdauernd geholfen hat. Er hat ihn ja richtig unter seine Fittiche genommen und sich um ihn gekümmert, obwohl es dazu jetzt erst einmal nicht so viel Anlass oder Notwendigkeit gegeben hat, wenn man das mal aus einer kühl kalkulierenden Warte heraussieht. Denn obwohl Attila ja irgendwie nett erscheint, so hat man ja doch das Gefühl, dass er vor allem Dinge tut, aus denen er Vorteile ziehen kann – allein schon, dass er als Junge vor Tötungen mal überhaupt nicht zurückschreckt, verrät einem ja schon einmal, dass er nicht immer der nette Typ ist. Allerdings kann ich mir hier durchaus eine Art freundschaftliche Motivation vorstellen, vielleicht aber auch verbrämt mit dem Gedanken Attilas, sich mit der Ausbildung Jacks einen potentiellen Partner für später heranzuziehen. Wobei ihm ja eigentlich klar sein muss, dass zumindest eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass er doch zu den Piraten kommt. Es bleibt also ein bisschen nebulös. Vielleicht ist das wirklich so eine Art Ganovenehre oder Zusammenhalt unter „Straßenjungen“, die ihn dazu bringt – oder auch die pure Langeweile, weil es sonst auf Khorinis für einen wie ihn nicht so viel zu tun gibt. Wer weiß!

    Attila saß in der Taverne der Unterstadt, nahe des Adanosschreins von Khorinis. Dort ließ sich der Kerl jeden Abend vollaufen, bevor er in den frühen Morgenstunden zurück ins obere Viertel wankte.
    Ich weiß nicht, ob das wirklich umformuliert werden muss. Aber zumindest ich dachte da beim ersten Lesen, dass mit dem Kerl, der sich volllaufen lässt, bezieht sich auf Attila, und da war ich dann ja schon ein bisschen überrascht, denn Bier hin oder her – wie jemand, der sich jeden Abend volllaufen lässt, hatte Attila ja nun nicht gewirkt.

    Ein ganz guter Einfall finde ich auch, wie Jacks Skrupel, jemanden zu töten, illustriert wird. Hier simuliert oder fingiert er ja sowas wie einen fairen Kampf. Der Selbstbetrug dürfte ihm diesen Moment aber auch klar sein, denn das macht es ja wirklich kaum besser. In der Tat bewerten ja aber einige Leute es tatsächlich anders, ob jemand „feige“ hinterrücks ermordet wird, oder „im offenen Kampf“. Nicht zuletzt der deutsche Gesetzgeber sieht das ja auch so, der einen Totschlag nicht nur Totschlag heißen lassen will, sondern ihn zum Mord heraufstuft, wenn der Täter dabei heimtückisch gehandelt hat. Indes: Bei einer Situation wie dieser wäre das Merkmal der Heimtücke wohl immer noch erfüllt, denn trotz der Ankündigung Attilas nutzt er ja immer noch Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers aus – Zeit und Gelegenheit zur Verteidigung hatte es ja trotzdem nicht. /juristischer Exkurs abgeschlossen

    Zurück bei Hyglas und Jack, sozusagen der „Hub-Ebene“ für dieses Kapitel, finde ich das ja auch einen netten Einfall, dass Jack nicht oder jedenfalls nicht richtig lesen kann. Ich habe jetzt nicht überprüft, ob er bisher in der Story nicht schonmal was gelesen hat, aber da vertraue ich dir mal, dass du da peinlich genau drauf achtest und das alles konsistent ist! Einzig bei der Umsetzung gefällt mir ein Detail nicht so ganz:
    Jack zuckte nur mit den Schultern. „Wenn du es sagst... Übernimm' du das Lesen, ich hab es nie gelernt.“
    Hier hätte ich es besser und irgendwie charmanter gefunden, wenn Jack das nicht offen angesprochen hätte, dass er nicht lesen kann. Denn dass er es wohl nicht kann, war ja direkt schon klar, als er das Buch falschrum gehalten hatte, oder zumindest lag da der Gedanke schon in der Luft. Und wenn er jetzt hier einfach nur „Übernimm du das Lesen“ gesagt hätte und nichts weiter, dann hätte man als Leser schmunzelnd gewusst, warum Hyglas das übernehmen soll. Hätte ich irgendwie spaßiger gefunden – hier an dieser Stelle fühlte ich mich sozusagen meiner eigenen Lese- und Erkenntnisleistung beraubt.

    Der Tagebucheintrag selber ist dann ja eher unspektakulär und dient lediglich der (Vorbereitung) der Vorgabenerfüllung. Der genannte Jäger im Minental wird ja wohl Gestath gewesen sein, den finde ich als Charakter ja auch immer ganz interessant. Auf die Minecrawler abstellend gibt es dann von Hyglas erst einmal theoretische Ausführungen. Hier habe ich mir notiert „Viel ausgedachter Kram“ und finde das durchaus positiv, beim nochmaligen Drüberlesen fand ich es dann vielleicht aber auch doch recht ausgedehnt und zumindest an der Grenze zur Umständlichkeit. Indes: Irgendwie muss ja, allein schon wegen der Vorgaben, begründet werden, was an speziell diesen Minecrawlern und ihren Platten denn so besonders ist und warum die von Wolf hergestellte Minecrawlerplattenrüstung als Gegenstand C so rar und special ist. Und das ist hier ja doch solide gemacht worden. Denn vor allem ist im gleichen Zug auch erklärt, warum es für Jack denn gerade diese Rüstung sein muss – eben weil Attila sie getragen hat. Ein bisschen lückenhaft bleibt aber, warum es gar keine Alternativen geben soll, wie von Jack angedeutet. Denn wenn es ein Gegenstand von Attila sein muss, dann würde ja auch das Tagebuch Attilas in Frage kommen, oder? Sicherlich kann man hier eine Zusatzerklärung einschieben, dass eine getragene Rüstung irgendwie intensiver mit der Person verbunden ist als ein bloßes Buch, aber naja – das fehlt hier noch ein bisschen! Finde ich so beim Lesen aber auch gar nicht so tragisch, muss ich sagen, mir ist das jetzt auch erst beim zweiten Drüberlesen aufgefallen.

    Nachdem Jack nun in den Gollum-Modus wechselt, kommt der von der Vorgabe indizierte Auftritt Coragons, der ja durchaus spektakulär ist, sicherlich aber noch spektakulärer hätte gestaltet werden können. Warum er jetzt sagt, dass er nicht vorhat, Hyglas wieder in der Pyramide (Ort A) einzusperren, obwohl er vorher Jack – Person D – dazu beauftragt hatte, ist im Übrigen auch ein bisschen schleierhaft. Das Argument, das wegen der Zerstörung der Wand nicht tun zu wollen, lässt sich immerhin hören, aber realistischerweise könnte die Wand – zumal mit den durch Beliar neu gewonnenen magischen Kräfte – wieder instandgesetzt werden, ähnlich, wie es zuvor mit der Brücke zum Orkdorf geschehen wird. Hier wackeln die Erklärungen also alle so ein bisschen.

    Nichtsdestotrotz: Die Fortsetzung ist, wie gesagt, eine starke. Generell ist das einfach eine Story, die es in sich hat, und ich hoffe wirklich, dass du sie im Rahmen dieses Wettbewerbs bis zum Abschluss bringen kannst. Weiter so!

    Fehler im fünften Post:
    Wegen meines geschwächten Zustands und des zusätzlichen Gewichtes durch Jack, war der Teleport unvollständig.
    Meiner Meinung nach kommt da kein Komma hin.
    Ich duckte mich hastig wieder hinter die Fässer, als ein Junge vorbeigeschlendert kam, nicht viel Älter als ich.
    älter
    die königlichen Gardisten sind nicht so trübe Tassen, wie die städtische Miliz.
    Komma weglassen
    „Hey, was haben wir denn hier?“, fragte er plötzlich, als er ganz unten am Boden der Kiste etwas großes fand.
    etwas Großes
    Allzu viel schien Attila nicht geschrieben zu haben, die meisten Einträge waren kurz, fast schon Stichpunktartig.
    stichpunktartig
    Gut, vielleicht hatte er einfach nur Angst vor den Söldnern die der fette Großbauer angeheuert hat,
    Hier müsste man ein Komma nach „Söldnern“ setzten – es sei denn natürlich, dass soll ein authentischer Tagebuchtext mit Zeichensetzungsfehlern Attilas sein.
    Im Hafenviertel falle ich damit auf, wie ein roter Scavenger!
    Das Komma würde ich hier weglassen, aber man kann es wohl auch setzen.
    Minecrawler Panzerplatten.
    Das sollte man ja in einem Wort schreiben. Oder das ist wieder sowas wie bei „Gletscher Quarz“, das im Spiel auch falsch geschrieben wird, und du willst es dabei belassen. Aber erstens halte ich davon ja grundsätzlich nur wenig, und zweitens hast du vorher ja schonmal von Minecrawlerplatten geschrieben.
    dort wirklich Dank der Barriere Jahrzehntelang von der Außenwelt abgeschottet leben konnten...
    jahrzehntelang
    Durch sein überraschendes auftauchen dauerte es
    Auftauchen



    Dass der sechste Post dieser Story überhaupt im Rahmen des Wettbewerbs erschienen ist, das ist ja nun keine Selbstverständlichkeit, stand das Ganze doch ziemlich auf der Kippe. Umso froher bin ich, dass der von Krankheit gebeutelte Rhob das doch noch hinbekommen hat. Und man muss sagen: Der Post ist zwar deutlich entschlackt, es fehlt mal wieder eine vorgesehene Rückblende und die Dialoge scheinen mir auch etwas gehetzt, aber insgesamt ist der Post dann doch solide geworden. Es ist jedenfalls keiner, der die Story jetzt total herunterziehen würde, und das ist in Anbetracht der Umstände doch eine wirklich gute Nachricht!

    Bei der fehlenden Rückblende übrigens bin ich ja wieder sehr neugierig, man will halt immer das am meisten, was man nicht hat. Umso mehr bestehe ich darauf, dass du deine Ankündigungen nach Ende des Wettbewerbs wahrmachst und die Stelle hier und auch vorher schon ergänzt.

    Was ich übrigens richtig gut finde, ist, wie du aus der doch absurden Situation, dass Coragon erstens der Drahtzieher des Ganzen sein soll und außerdem selber noch an Manasucht leidet, eine Tugend machst, und das wie so häufig, indem du mit dem Gothic-Setting wunderbar kreativ und Kenntnisreich umgehst: Coragons Spezialbier, das im Spiel ja schon irgendwie seltsam wirkte, passt hier ja ganz wunderbar hinein, und schon kannst du einen Spielinhalt als Argument hernehmen, warum das eben doch überhaupt nicht weit hergeholt ist, dass Coragon was mit Manakram am Hut hat. Richtig gut gemacht!

    Was die Sache mit den Antimagiekristallen als Lebensrettung angeht … nun, ich kann jetzt nur spekulieren, ob du das schon länger geplant hast oder ob du dir das spontan aus den Rippen geleiert hast. Hier wirkt es jedenfalls recht gehetzt erklärt, aber immerhin ist es eine Erklärung für Coragons Verhalten. Andererseits scheint mir die Dringlichkeit für das Verfrachten von Hyglas in die von Antimagiekristallen umgebene Pyramide nicht so einleuchtend: Das mit der Manasucht scheint mir ja eher ein schleichender Tod zu sein, und Hyglas hat diese Erkrankung doch schon ganz lange Zeit gehabt, ohne dass er jetzt akut zu sterben drohte. Da finde ich das jetzt nicht ganz so zwingend, dass er auf einmal dringend in Antimagiekristalle „gebettet“ werden muss – zumal er nach Verlassen seines Pyramidengefängnisses ja auch nicht wirklich gemerkt hat, dass die Manasucht einen nun akut tödlichen Verlauf nimmt. Also klar, ich kann mir schon denken, woher die erzählerischen Lücken hier kommen bzw. warum sie da sind. Aber gut, vielleicht hätte die „tödliche Phase“ der Manasucht eben jederzeit anfangen können und das wollte Coragon unbedingt aufschieben, bevor es zu spät ist. Das ist für mich Erklärung genug! Schön finde ich übrigens auch die Rückanbindung an die Sache mit dem von Hyglas gewünschten Observatorium.

    Ein bisschen Schwierigkeit schienst du aber darüber hinaus zu haben, eine konsistente Motivation für Coragon zu konstruieren: Er fährt ja nun eine Doppelschiene und will sowohl die Rüstung als Versicherung, als auch weiterhin den Deal mit Beliar, weil durch diesen ja potentiell ewiges Leben ins Haus steht. Das ist nun schon auch ein ziemliches Klischeeziel für einen Oberschurken, und im Allgemeinen fand ich das auch unnötig kompliziert an der Stelle, weiß auch nicht.

    Aus der Not eine Tugend wird’s dann aber wiederum an Ende, als sich die Ereignisse überschlagen. Wie realistisch das jetzt ist, dass Homer dort mit einem Bogen in der Hand losballert und Cavalorn und Gaan rächen will, das sei mal dahingestellt, aber der Moment und die Action funktionieren an dieser Stelle doch ganz gut. Es ist fast schon ein bisschen witzig, dass Homer kurz danach direkt wieder ausscheidet. Unabhängig davon finde ich die Lösung aber auch gut, dass er durch den Teleport verschwindet, denn das macht sich doch deutlich besser als so eine „X tötet Y und wird dann aber auch direkt von Z“-Szene, die ja sonst wirklich sehr den Eindruck gemacht hätte, es ginge hier nur darum, möglichst schnell und „kostengünstig“ die handelnden Charaktere in dieser Szene zu dezimieren.

    Insgesamt fand ich diese Fortsetzung trotz ein paar Schwächen also gar nicht so schlecht, insbesondere bist du die meiste Zeit auch deinem guten Erzählstil treu geblieben. Du konntest das Niveau trotz der widrigen Umstände also halbwegs halten. Respekt!

    Fehler im sechsten Post:
    „Seit vielen Jahren Suche ich nach einem Heilmittel.
    suche
    Zögert das unvermeidliche aber bloß hinaus.
    das Unvermeidliche
    Das ist das perverse an dieser Krankheit
    das Perverse
    und ich bin überzeugt, ohne mein eingreifen wärst du bereits tot!
    mein Eingreifen



    Nachdem der sechste Post vor allem deshalb wichtig war, überhaupt die Teilnahme am Finale zu retten, und dementsprechend „zweckmäßig“ aussah, ist der siebte Post wieder ein volles Pfund, und ich finde, alles in allem ist das ein ganz guter Abschluss der Geschichte.

    Der Abschied von Jack fällt ganz angemessen aus, finde ich. Auch diese seltsamen Gedankenspiele im Angesicht des Todes eines Menschen, wer wie wann darüber gelacht hätte, oder generell Gefühle z. B. des Humors, die sich, obwohl gar nicht „dahingehörend“, einschleichen – das fand ich schon ganz gut beschrieben.

    Objektiv betrachtet hatte er den Tod vermutlich schon hundert Mal verdient, aber bei Innos, wer ist Angesichts des Todes eines bekannten Menschen schon objektiv?
    Das hingegen fand ich etwas unpräzise formuliert, bei der Wendung „bekannter Mensch“ habe ich ja erst an sowas wie Bekanntheitsgrad gedacht, also als ob ein Prominenter sterben würde … wobei da natürlich auch viele Leute nicht objektiv sind.

    „Aber, aber“, begann Coragon. „Ich bin unbewaffnet, findest du das nicht ein bisschen ungerecht? Du als Priester Innos?“
    „Wenn du ausgeglichene Chancen willst, wende dich an einen Priester Adanos!“, presste ich hervor und machte einen Schritt auf die Teleportplattform zu.
    PotM-würdig, keine Frage.

    Ein blendendes Licht, ein ohrenbetäubendes Rauschen und wir fielen in der relativen Dunkelheit des Tempels auf den Boden.
    „Relative Dunkelheit“ liest sich komisch … aber ich glaube, das ist so Physiker-Slang, oder? Gab's da nicht mal sowas in der Astronomie mit relativer Helligkeit und absoluter Helligkeit von Sternen?

    Die Rangelei zwischen Hyglas und Coragon ist mir, obwohl ja zügig voranschreitend, vielleicht sogar einen Tick zu lang beschrieben, oder aber zu unspektakulär, es ist ja ein ziemliches Hin und Her von der wirft sich auf den, der andere wiederum auf den anderen. Oder, um es so zu sagen: So, wie sowas realistischerweise eigentlich abläuft. Von daher ist es vielleicht doch gar nicht so schlecht beschrieben. Hat auch ein bisschen was von so Heavy-Rain-Kloppereien (hartnäckig bleiben).

    Besonders schön fand ich ja übrigens das Detail, wie die beiden in diesem leeren Becken landen. Ich weiß nicht mehr genau, aber irgendwie hat mich das glaube ich immer gestört an der Stelle, also einfach beim schnellen Vorankommen, weil man da glaube ich nicht mit einem Sprung drüberhasten konnte oder weil es auch ein bisschen schwieriger war da wieder rauszuklettern, ich weiß es schon gar nicht mehr. Jedenfalls: Dass dieses Becken dort ist, das habe ich mir gemerkt, und deshalb fand ich es auch schön, das hier wiederzusehen!

    Er schlug mich, zweimal, dreimal, als hätte er völlig vergessen,dass er mich lebend brauchte – oder, als wäre es ihm egal geworden.
    Wirkt auf mich aber auch irgendwie so, als sei dir gerade beim Schreiben wieder eingefallen, dass er ihn seinem ursprünglichen Plan nach eigentlich gar nicht töten wollen dürfte.

    Die Lurkerklaue, den vorgegebenen Gegenstand B, hast du hier ja ganz natürlich zum Einsatz bringen können. Finde ich schön, dass die Vorgabe nicht alles zerschießt! Im Übrigen fand ich die Beschreibung von Coragons Tod auch ganz gut:
    Es ging so schnell, dass er nicht einmal schrie. Er hörte einfach auf zu schlagen und brach über mir zusammen. Kein Zucken, kein Röcheln. Es war ganz einfach vorbei.
    So ist das ja in Gothic manchmal wirklich, zum Beispiel wenn man jemanden mit einer Armbrust erschießt, dass die einfach nach hinten fallen ohne Mucks und man nur den Aufprall hört. Und, nunja, finde ich oft ja irgendwie sehr gut so.

    Wie Hyglas seine Entscheidung über den Einsatz der Crawlerplattenrüstung trifft, hat mir auch ziemlich gut gefallen. Dieses Für und Wider, was sich da in seinem Inneren abspielt, wie er sich dann aber doch ohne größere Gewissensbisse und sogar unter Berufung auf seinen Gott dann dafür entscheidet, Homer die Möglichkeit der Wiederbelebung und generell die Wahrheit über Attila zu verschweigen … das wirkte auf mich einfach sehr natürlich und auch nicht wie ein in die Story hineingezwungener Gewissenskonflikt.

    Ich mache mich direkt auf den Weg. Obwohl ich ja schon gerne sehen würde, wie du aus einer Rüstung einen Trank braust.“
    Ich glaube, dass wollen wir alle gerne sehen, wie sowas geht. Indes: Diesen alchemistischen Teil hast du, wie ich finde, dann doch sehr stimmungsvoll und auch nachvollziehbar beschrieben. Der Teil trug dann sogar eine eigene Spannung in sich, fand ich sehr gelungen!

    Und dann folgt ja auch direkt der nächste spannende Teil, nämlich mit dem Auftauchen der Piraten. Das ist so ein schöner „Es ist noch nicht vorbei!“-Moment, der mir an der Stelle ziemlich gut gepasst hat. Inhaltlich ist das vielleicht dann doch aber gar nicht sooo spannend, weil dieses „Der Meister hat uns dieses und jenes versprochen“-Gerede natürlich jetzt nicht Auswuchs großer Originalität ist. Und mir fällt außerdem auf, wie die Kommentare Beliars im Kursivdruck der Geschichte auch nicht etwas Wesentliches hinzufügen, hier an dieser Stelle wirken sie sogar ein wenig unbeholfen oder so nach Witzfigur-Schurken, als würde sich so ein mächtiger Gott darüber Gedanken machen, was ihm „Nettes“ für einen Widersacher einfällt. Da wirkt Beliar eher wie ein trotziges Kind, das seine Machtfantasien ausspielt, und auch wenn man Beliar natürlich so darstellen kann, wenn man will, weiß ich nicht einmal, ob das hier so gewollt ist, und besonders passend finde ich es so oder so nicht.

    Jetzt oder nie! Ich trat dem Piraten zu meiner Rechten in die Kniekehle und riss mich los. Bevor die anderen reagieren konnten, war ich schon auf halben Weg zum Labortisch. Ich achtete nicht auf die Rufe, nicht auf die Hände, die nach mir griffen. Ich hatte nur ein Ziel: Den Trank 'runterkippen, bevor sie mich wieder packen konnten! Ohne die Manasucht konnte ich wieder ungehindert zaubern und all dem ein Ende bereiten.
    Also jetzt mal abgesehen davon, dass es mit dem „wieder ungehindert zaubern“ können dann am Ende sowieso nichts wird: Die Prognose, dass das Hyglas in der Situation direkt helfen wird, finde ich auch so ein bisschen gewagt. Immerhin sind da drei Piraten direkt an ihm dran, selbst wenn er also wieder zaubern könnte, so bräuchte er doch zunächst Runen, müsste den Zauber erstmal wirken und so – und in der Zeit könnten sich doch direkt alle wieder auf ihn drauf werfen. Was ihn da also so sicher macht, dass das auf jeden Fall so hinhaut, weiß ich nicht. Also, ist da sicher seine einzige Chance, aber mir scheint, er überschätzt die Chance da total, weil er ja offenbar gar nicht wirklich ans Scheitern denkt, obwohl der Plan ja ein hohes Potential hat, schiefzugehen.

    Schön finde ich, dass du dann noch einmal Gebrauch von dieser Rahmenhandlung des Gerichtsprozesses Gebrauch machst und auch noch einmal die Perspektive wechselst – das ist ja das, was die Geschichte auch so richtig ausmacht, und auch, wenn sich das mit dem Richter und seinen Allüren in gewisser Weise auch wiederholt, so halte ich das trotzdem eben auch immer wieder für eine gelungene Auflockerung – und ein bisschen selbstironisch oder zumindest jedenfalls selbstreferenziell ist die Geschichte dabei ja auch, wenn der Richter beklagt, dass ihm die Leute erstmal alle ihre Lebensgeschichte und Kennenlerngeschichten erzählen.

    Zur Perspektive von Mika gibt es dann aber inhaltlich auch nicht so viel zu sagen von meiner Seite. Das ist eben sehr solide geschrieben und genau so, wie man sich so einen Gänsemarsch, den Begriff wählst du bei der Höhle auch sehr passend, zum Ort des Geschehens vorstellt. Das bisschen Geplänkel mit Homer, der kurzzeitig droht in den Verdacht der Beihilfe zum Mord zu geraten, ist auch ganz launig – und dann kommt es ja auch schon zum Fund von Hyglas, der da ja sehr spektakulär vor dem Portal schwebt, dann aber auch sehr unspektakulär und rustikal zu Boden gebracht wird. Ist einfach gut geschrieben, finde ich!

    Zurück beim Richter finde ich ja erst einmal lustig, dass Coragon ein „angesehene[r] Schankwirt aus der Stadt“ ist – ich schätze mal, in anderen Zusammenhängen hätte der Richter ihn niemals als „angesehen“, nunja, angesehen, aber wenn es darum geht, die Vorwürfe zu dramatisieren, muss er das an der Stelle wohl so machen.

    Coragon stellt sich dann ja auch noch als Neffe von Constantino heraus, was ich schon deshalb gut finde, weil ich die beiden Namen ab und an auch mal verwechsle. Neben der weiteren launigen „Ich erzähle vor Gericht erstmal meine Lebensgeschichte“-Anspielung gefällt mir hier vor allem die Fachdiskussion, die sich zwischen Hyglas und Coragon (und dem nun doch recht interessiert nachfragenden Richter) entspinnt. Das wirkt gar nicht mal so unrealistisch und vor allem bin ich heilfroh, dass aus Constantino nun nicht zum x-ten Mal der knorrige alte und am besten auch noch schwerhörige Alchemist herausgekehrt wurde, sondern dass er hier wirklich eine ernstzunehmende Figur ist, die ja auch ganz entscheidend zum Ausgang des Prozesses beiträgt.

    Und ganz kurz vor Toreschluss kommt ja noch ein Twist, den ich so nicht erwartet habe, und da ist dann auch eine tolle Umsetzung der Vorgabe: Womit Hyglas nämlich nicht gerechnet hat, war, dass ihn die Heilung von der Manasucht auch komplett seiner magischen Fähigkeiten beraubt hat. Das ist wirklich eine tolle, schwere Folge seiner Entscheidung, aber sie wirkt auch nicht total weit hergeholt. Vor allem aber gibt sie dem Ganzen auch ein tragisches Ende, denn auch, wenn es dadurch nun darauf hinausläuft, dass Hyglas freigesprochen wird, so hat er doch einen großen Preis zu zahlen. Und ich finde, dieser Eindruck wird dadurch noch stärker, dass nicht nur Hyglas selbst vom Verlust seiner magischen Fähigkeiten betrübt ist, sondern auch der zur Untersuchung herbeigerufene Daron. Das verdeutlicht nur nochmal, dass das eben schon was ziemlich Bitteres ist, ein Magier, der gar nicht mehr zaubern kann.

    Der Abschluss des Prozesses erfolgt dann doch sehr abrupt, und ich frage mich, ob das daran liegt, dass dir auch ein bisschen Zeit und Ideen ausgegangen sind. Andererseits fügt sich das aber auch gut in die Geschichte ein, denn erstens gibt es in diesem Verfahren ja auch nicht mehr wirklich was zu verhandeln, und zweitens hat der Richter ja schon mehrfach seine Ungeduld kundgetan, sodass es nur naheliegend ist, dass er jetzt die Chance ergreift, dass ganze zu einem Ende zu bringen. Von daher bin auch ich mit diesem Ende zufrieden, auch wenn der Prozess selber jetzt keine ganz große Pointe mehr hat.

    Fehler im siebten Post:
    Gerade, als ich die Plattform erreichte und dachte, ich wäre ich Sicherheit, schlug er zu.
    in Sicherheit
    Mit einer Geschwindigkeit, die ich ihm nicht zugetraut hätte,sprang er mich an und schlug mir den Säbel aus der Hand.
    Leerzeichen nach „hätte,“ fehlt
    als hätte er völlig vergessen,dass er mich lebend brauchte
    Auch hier ein fehlendes Leerzeichen
    Innos allein konnte entscheiden, ob er Attila seine Sünden vergibt oder nicht.
    Hier mal wieder die meiner Meinung nach wackelnde Erzähzeit – es müsste doch eher „vergab“ heißen.
    „Hab schon schlimmeres überstanden.
    Schlimmeres
    „Mit deiner Hilfe, werden wir das jedoch ändern.“
    Komma weg
    Da fällt mir bestimmt was nettes sein!
    was Nettes
    „Hey, dass ist ja mein Glücksbringer!“, rief Homer überrascht, woraufhin alle ihn irritiert ansahen.
    das
    Das eigentlich erschreckende spielte sich jedoch weiter vorne ab.
    Erschreckende
    Wieder entstand eine Pause, als der Richter über das gesagte nachdachte.
    das Gesagte



    Ja, und dann wäre ich dann auch endlich am Ende meiner persönlichen Verhandlung darüber angelangt, wie mir die Story insgesamt so gefallen hat. Das Urteil in Kurzform lautet: Gut!

    Wenn ich das ein bisschen länger begründen will, so fällt mir ein, dass ich die Story eigentlich immer nur dann ein bisschen schwach fand, wenn du für die Posts auch ersichtlich nicht genug Zeit hattest, also eben insbesondere auch eigentlich vorgesehene Rückblicke aussparen muss. Aber selbst unter widrigen Umständen hast du immer noch solide geschrieben und vor allem mal wieder einen wirklich angenehmen Schreibstil an den Tag gelegt, der gut zu lesen ist, aber dabei nicht zu flach, und auch immer wieder kleine Witze und nette Beobachtungen einbaut, dabei aber vor Klamauk und so weiter Halt macht.

    Was mir bei der Erzählung auch gefiel ist, dass du sie, wann immer du auch konntest, an die hergebrachte Gothic-Lore angeknüpft hast, und sei es auch nur bei so Detail wie Coragons Spezialbier. Und auch die teils widrigen Vorgaben hast du die meiste Zeit ja doch ganz gut gemeistert, und überhaupt fand ich dieses Gebrechen der Manasucht mit all seinen Folgen toll in die Story integriert, das wurde ja wirklich ganz zwanglos zum roten Faden der Geschichte.

    Mehrfach im Kommentar gelobt habe ich auch schon die Idee der Rahmenhandlung, und ich bin nach wie vor froh, dass du die dann doch so in die Story eingebracht hast – du warst da ja am Anfang des Wettbewerbs so ein bisschen am zweifeln. Mir hat das sehr gut gefallen, denn auch, wenn du die „Kernstory“ sicherlich auch ohne diesen Gerichtsprozess als Rahmen hättest erzählen können, so war das doch immer wieder eine nette Auflockerung und auch ein tolles Vehikel dafür, um die vielen verschiedenen Perspektiven der unterschiedlichen Charaktere in die Geschichte einzubringen, ohne dass das zusammengewürfelt gewirkt hätte. Und schön fand ich auch, wie erfrischend einfach das trotzdem war, der Geschichte zu folgen, trotz der vielen Verschachtelungen, der Rückblicke im Rückblick, der Personenwechsel und so weiter und so fort.

    Mein Fazit lautet daher: Diese Geschichte hast du wirklich gut erzählt. Im Detail waren da zwar sicher ab und zu Sachen dabei, die nicht so gut gelungen waren, aber im Großen und Ganzen halte ich das hier schon für eine gelungene Geschichte – und allein aufgrund ihrer Erzählstruktur sicherlich auch für eine, an die man sich noch lange erinnern wird.
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    Last edited by John Irenicus; 27.05.2019 at 19:18.

  18. View Forum Posts #18 Reply With Quote
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    John Irenicus is offline
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    Ich hab auch mehrmals überlegt, den letzten Post kurz nach Abstimmungsbeginn zu posten, damit sich die armen Leser nicht durch diese Story mit Loch quälen müssen und vielleicht sogar durch die Existenz einer vierten zu lesenden Geschichte abgeschreckt werden...
    Naja, vielleicht sehen die armen Leser ab diese Story zuerst und denken sich "Ach, die ist aber kurz, die lese ich", und dann sind sie schon unwiederbringlich im Wettbewerb drin und lesen die anderen, längeren Storys dann auch! Also, wer immer diese ominösen Leser denn auch sein mögen.

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    So gesehen ist Laido auch etwas ganz besonderes gelungen: Er ist als erster klar Letzter in einem SnB.
    Nun reib es dem Armen doch nicht noch so rein.






    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Mit der Namensgebung tu ich mich auch irgendwie jedes Mal schwerer, dieses Mal bin ich mit dem Endergebnis aber deutlich zufriedener als bei Götterurteil. Nachdem ich über mehrere Tage hinweg Vorschläge wie "Vermächtnis der Götter", "Flügel der Freiheit", "Arn vs. Licht und Ordnung", "Unendliche Götter, lodernde Flügel", "Prisma der Menschlichkeit" oder auch "Die Ikarus-Parallele" auf diverse Briefumschläge gekritzelt hatte, haben sich meine Ideen immer mehr um das Wort Lodern bewegt. Bei Licht- und Feuergöttern sowie lodernden Ambitionen fand ich das einfach schön passend. Und das Zwielicht spiegelt natürlich die dunklen Höhlen wieder, in denen der Großteil der Geschichte genauso wieder wie die zwielichtigen Ambitionen, die nicht nur die Götter sondern auch die Klostermagier und eventuell sogar Xardas hier verfolgt. Und überzeugt hat mich dann halt, dass diese Kompositum einfach das richtige Gefühl vermittelt, wenn ich es mir durchlese. Die Zeiten, wo mir so schmissige Titel wie "Gellerts desaströses Götterdebakel" einfallen, sind aber wohl Geschichte.
    Ja gut, so gesehen halte ich "Zwielichtlodern" dann wohl auch für die beste Wahl unter den Kandidaten. Wobei das mit dem Zwielicht in der Höhle so eine Sache ist. Ich weiß gar nicht mehr, ob das in der Story mal erklärt worden ist, aber statt Zwielicht müsste da ja eigentlich die meiste Zeit einfach nur Dunkelheit herrschen.

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Langzeitziel ist natürlich das Trio mit einer Story zu der Göttin aus ArcaniA zu einem Quartett auszubauen. Ist ja logo!
    Sollte ich Arcania dann etwa doch noch spielen müssen ... ?

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Inspiriert hat mich dazu ja Walter Moers "Stadt der träumenden Bücher", wo ich Hildegunsts Irrreise durch die Katakomben einfach großartig fand, weshalb ich auch nach wie vor auf den dritten Band warte, der aber vielleicht gar nicht kommen wird.
    Die Stadt der träumenden Bücher habe ich ja immer noch nicht gelesen bzw. gehört (habe es als Hörbuch). Sollte ich dann wohl endlich mal machen!

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    Die ursprüngliche Idee beinhaltete auch, Arn innerhalb der Geschichte zu einem deutlich stärkeren Charakter zu machen. Dazu sollte er erstmal ganz klein anfangen, um sich dann irgendwann rasant zu steigern. Er hat sich ja auch irgendwie ein wenig verändert, aber auch nur mit Druck von Xardas und irgendwie ist die Entwicklung halt nicht so richtig fertig geworden. Das war auch einer der Gründe für diese letzte Szene in Thorniara. Sie sollte eben verdeutlichen, dass er sich doch ziemlich verändert hat.
    Auch rückblickend jetzt nach Ende der Story find ich das aber schon ganz gut so, dass Arn jetzt nicht so zum Über-Obermotz geworden ist. Sowas gab es ja in deinen anderen Storys jetzt ja auch schon oft genug!

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    In dem Moment war ja meine größte Angst, dass Person A irgendwann wieder an diesem Ort eingesperrt werden muss. Dann hätte ich ja noch irgendwie jemanden finden müssen, der diese Steinsäule anständig repariert.
    Naja, das wäre aber doch sicher eines der geringeren Probleme gewesen!

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Herrje... Dass der Name gar nicht gefallen ist, ist natürlich blöd. Gilt die Vorgabe dann überhaupt als erfüllt? Da war ich natürlich wie selbstverständlich von ausgegangen, dass der Name gefallen ist.
    Naja, die Vorgabe gilt ja dadurch als erfüllt, dass ja inhaltlich einfach klar ist, was mit dem Nukleozid gemeint ist, das ist ja nicht zwingend notwendig, dass der Name im Post fällt. Da hatte ich jedenfalls überhaupt keine Verständnisprobleme im ersten Post.

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Mit deinen ganzen Orten hast du mich ja sowieso total ins Trudeln gebracht, weil es in diesen riesigen Höhlen ja natürlicherweise nichts Besonderes geben sollte. Außer eben den Platz mit dem Stein von Guuv. Und da bin ich nun natürlich heilfroh, dass ich den nicht als Ort verwurstet habe, sonst hätten sie da ja schon viel früher hinkommen müssen. Und dann wär ich in der Gellertsituation gewesen, mein eigentliches Finale schon in Post 3 rauskloppen zu müssen.
    Naja, aber das wär doch gerade dann bestimmt alles sehr großartig geworden!

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Da bekommt die Geschichte so einen kleinen Einschlag von Götterurteil, was? Nur dass Karna natürlich längst nicht so sympathisch ist wie Tarelom.
    Daran hatte ich jetzt erst gar nicht gedacht, aber stimmt, das ist wirklich so.

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Am Ende des dritten Posts war ich richtig frustriert, dass ich mich von den Vorgaben in so eine Reiselabernische drängen ließ.
    Ich kenne das ja von eigenen Geschichten: Wenn die Story dann irgendwann nur noch damit beschäftigt ist, sich selbst zu erklären.

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Btw, da ich zu dieser Geschichte wohl kein Making-Of machen werde: Hane ist das japanische Wort für Feder. Und Karnas Name entstammt einem Sonnengott aus Fate/Apocrypha, dessen Kampfstil ich einfach saucool finde. Und weil Fate Fate ist, dürfte es auch in der realen Mythologie irgendeinen Karna geben, der was mit Sonne zu tun hat, das hab ich aber nicht weiter recherchiert.
    Kane steht für:

    Kāne, den höchsten hawaiischen Gott


    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Gemeint war tatsächlich, dass Arns Mutter ihn so einfacher vergessen kann und nicht so traurig ist, wie wenn sie jeden Tag auf eine selbstgeschnitzte Holzfigur oder sowas schauen würde.
    Naja gut, das klingt ja halbwegs nachvollziehbar. Aber ich stand da ganz schön auf dem Schlauch!

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Wieso sollte das denn Innos sein? Das war natürlich Hanes Vater.
    Äh, ja, das ist eine gute Frage. Vermutlich meinte ich das, weil Innos so die einzig verfügbare Vaterfigur in der Geschichte war. Was dann ja Hane und Karna zu Geschwistern gemacht hätte, nunja ...

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Vor allem ist es mir gelungen diese vollkommen abstruse Vorgabe, zugleich Tote zum Leben zu erwecken und eine Krankheit zu heilen, mit nur einer einzigen Wirkung des Gegenstands zu erklären.
    Ich weiß gar nicht, warum du so auf der vermeintlichen Abstrusität dieser Vorgabe herumreitest: Von magisch aufgeladenen Foki über Wunschspruchrollen bis hin zu Aladdins Wunderlampe wäre da doch alles drin gewesen.

    Quote Originally Posted by MiMo View Post
    Nun ja, die andere Scherenklinge hatte doch sogar schon Tote wiederbelebt.
    Du meinst den, ähm, den Führer? Wenn man da wirklich von "Wiederbelebung" sprechen kann ... ? Jedenfalls an "Heilung" hätte ich da ja nicht gedacht.

  19. View Forum Posts #19 Reply With Quote
    Deus Laidoridas's Avatar
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    Ich mache mal weiter mit MiMos zweitem Wettbewerbsbeitrag mit dem schwer merkwürdigen Titel „Turm mit Moos - Hut mit Loch“, einfach weil das die kürzeste Geschichte ist und ich dann schon zur Hälfte durch bin, was mir das Gefühl geben wird, gut in der Zeit zu sein. Außerdem interessiert es mich ja schon, wie du das geschafft hast, diese ganzen Vorgaben in so kurzen Posts abzufrühstücken. Ich rechne mal mit einer völlig an den Haaren herbeigezogenen Nonsensgeschichte, aber mal schauen!

    Den ersten Post hatte ich während des Wettbewerbs schon mal gelesen, der baut erstmal sehr stark auf der bekannten Gothic-Quest um den im Turm eingesperrten Joe ein. Wobei im Spiel ja glaube ich Rengaru nichts mit der Sache zu tun hatte (muss wirklich mal wieder Gothic 2 spielen, merke ich an dieser Stelle wieder), und diese Grünflechte gab es da natürlich erst recht nicht. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Ignaz die Grünflechte verursacht, als er Joe vom Lurkergift heilen wollte? Das hätte vielleicht noch ein bisschen klarer formuliert werden können, denn so ist ja auch die Interpretation möglich, dass Joe von vornherein an Grünflechte und Lurkergift gelitten hat und Ignaz beides nicht heilen konnte. Der größte Kritikpunkt an diesem Post ist aber eindeutig einer, der mit der Vorgabenerfüllung zu tun hat: Joe befreit sich doch überhaupt nicht selbst mit Gegenstand A, also dem Schlüssel, aus seinem Gefängnis. Er wird eindeutig von der Stadtwache befreit, die den Schlüssel dazu benutzt – und das ist ja nun nicht das Gleiche!
    Ja, und ansonsten kann ich dazu noch gar nicht so viel sagen. Als Einstieg in die Geschichte geht das soweit in Ordnung, jetzt kommt es darauf an, was daraus noch so gemacht wird.

    Im zweiten Post nimmt die Handlung dann schon mehr Fahrt auf und es wird deutlich, was Joe nach seiner Befreiung jetzt so antreibt: Erst den Dolch zurückholen und damit dann offenbar die Leute auf seiner Liste, namentlich Ignaz, Rengaru und Lehmar abstechen. Joe wirkt auch richtig abgeranzt. Fieser als die Krankheit fand ich ja noch, dass er sich einfach so diesen blutverschmierten Hut aufsetzt, der da irgendwo rumlag (und der offenbar wichtig genug ist, um im Titel der Geschichte aufzutauchen, na da bin ich ja mal gespannt!). Die Vorgabe ist diesmal auch einwandfrei umgesetzt, da hab ich jetzt nichts zu beanstanden.

    Noch kürzer und noch bündiger als bisher geht es im dritten Post weiter. Ja, was soll man dazu anderes sagen außer dass die Vorgabe ordnungsgemäß erfüllt wurde? Gewundert hat mich ein bisschen, dass Meldor gar nichts zu Joes Grünflechte sagt. Andererseits weiß man ja nicht, ob Meldor ihn mit der Grünflechte vielleicht schon mal gesehen hatte, bevor Joe ins Gefängnis gesperrt wurde, und das deswegen nichts Neues für ihn ist.

    Und mit dem vierten Post wird es natürlich noch klarer, wieso Meldor das nicht angesprochen hat. Das ist dann wohl der erste große Twist in der Geschichte, der ja von der Vorgabe auch so vorgesehen war, und der auch überraschend gut funktioniert, finde ich. Auch wenn das jetzt vielleicht so ein bisschen redundant ist, dass Joe nun wieder in dem Turm gelandet ist, aus dem er vor gefühlt zwei Minuten erst befreit wurde… aber irgendwie musste der Turmschlüssel ja von Meldor benutzt werden, und mir wäre jetzt auch nichts anderes eingefallen als ihn natürlich an der Turmtür zu benutzen. Riskant ist dabei natürlich, dass jetzt das Vorhaben von Person D, die Person A im Auftrag der Person B wieder an Ort A zurückzubringen, nicht nur offenbart, sondern auch gleich in die Tat umgesetzt wird. Das hätte ja durchaus Probleme verursachen können, auch wenn jetzt im Nachhinein klar ist, dass sich das mit den übrigen Vorgaben schon ganz gut so verträgt.
    Bei diesem Post fand ich es übrigens etwas schade, dass er nicht ein bisschen detailfreudiger erzählt wird, weil ich es gerade bei diesen Ganzkörperanzügen schon spannend gefunden hätte, geschildert zu bekommen, woraus die bestehen und wie die in so einer Gothic-Welt dann hergestellt werden (und ob die wirklich in der Lage dazu sind, die Erreger so einer offenbar hochansteckenden Krankheit abzuhalten). Und eine offene Frage bleibt auch: Wenn das so eine koordinierte Aktion war und die ganze Zeit jemand den Turm bewacht hat, wie konnte dann diese Stadtwache am Anfang versehentlich den Turm aufschließen und Joe befreien? Es muss dann doch die ganze Truppe von ihm gewusst haben?

    Post 5 ist der Post der großen Namensverwirrung: Erst sitzt plötzlich Moe statt Joe im Turm, und dann wird auch noch Larius ins Spiel gebracht, was ich zuerst gar nicht als Fehler aufgefasst hatte. Ich nehm aber mal an, dass es da eigentlich Lehmar heißen sollte, oder? Ansonsten wäre ja die Truhe mit dem Tränentrank nicht in den Hinterlassenschaften Lehmars gefunden worden, was die Vorgabe eigentlich verlangt. Ja, und sonst… die Geschichte driftet jetzt schon in etwas weniger seriöse Gefilde ab, habe ich den Eindruck! Wie Meldor da erst nach Joes Hinweis auf die Idee kommt, dass er statt Joe auch Lehmar retten könnte, das ist natürlich schon echt bescheuert. Aber auch witzig, gerade mit diesem „Lehmar hat meinem Leben einen Sinn gegeben!“-Monolog, den Meldor dann prompt hält. Der Auftritt Rengarus am Ende lässt sich aber auch mit viel gutem Willen nicht als spektakulär beschreiben, dafür reicht so ein in den Türspalt geschobener Fuß jetzt nun wirklich nicht aus! Am Ende wird dann noch eine neue Wendung ausgepackt mit diesem Plan Ignaz‘, die Tränen zu vervielfältigen, und der gleichzeitigen Neuigkeit, dass sich gerade eine ganze Grünflechtenseuche in Khorinis auszubreiten scheint. Das ist natürlich einerseits eine ganz gute dramatische Zuspitzung fürs Finale, aber dieser Ignaz-Plan dürfte dir wahrscheinlich gleich noch im Weg stehen, wenn sich dann weiter alle um diese Flasche prügeln müssen, obwohl auch eine eindeutig vernünftigere Lösung im Raum steht.

    Aber dieses Problem hast du ja sehr gut in den Griff bekommen. Die Vorgabe wird hier sogar noch verschärft, indem nun wirklich alles und jeder an der Grünflechtenkrankheit leidet, und das sorgt dann auch für ordentlich Chaos und Action – wenn auch natürlich wieder in eher knapper Form. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht, dieser Post! Bisschen zweifelhaft ist vielleicht, ob es wirklich so nötig aus Rengarus Sicht war, sich da jetzt so völlig zu offenbaren mit seiner Krankheit, denn er hätte ja vielleicht auch irgendwie auf unauffälligere Weise versuchen können, an eine dieser Tränenflaschen zu kommen (vielleicht indem er angibt, sie einem der übrigen Infizierten bringen zu wollen oder so). Aber klar, der Dramatik in der Szene hat es natürlich gut getan.
    Achso, eine wichtige Anmerkung noch: Rengaru ist doch ein Dieb und kein Bandit!

    Im siebten Post geht dann alles ziemlich zügig dem Ende entgegen. Joe bringt Rengaru mit dem Hut um – wobei ich hier ein bisschen enttäuscht war, dass es überhaupt keine Rolle spielt, dass dieser Hut ja ein Loch hat, was sich beim Versuch, jemanden damit zu ersticken, bestimmt als Problem herausstellen könnte. Also klar, Joe hat dann wahrscheinlich einen lochlosen Teil des Hutes auf Rengarus Gesicht gepresst, aber nachdem dieses Loch sogar im Titel der Geschichte steht, hatte ich da jetzt schon auf irgendeine Art von Relevanz gehofft. Aber gut, das Moos im Titel taucht ja gleich gar nicht auf in der Geschichte, da ist das Loch im Vergleich wohl noch besser weggekommen. Der vorgabengemäße Schlusstwist, dass sich Joe durch den Genuss der Tränen in einen Geist verwandelt, den würde ich mal als „ganz okay“ bewerten. Einerseits schon ganz nett, wie Joe da vom Regen in die Traufe gerät, andererseits habe ich das Gefühl, dass diese ganze Geisterthematik nicht so gut in die Geschichte reinpasst. Das wirkt schon eher wie ein Fremdkörper, weil ja auch bisher nichts darauf hingedeutet hat, dass der Trank so eine Wirkung haben könnte bzw. dass so ein Geisterzustand generell eine Rolle spielen könnte. Besser hätte es mir wohl gefallen, wenn sich der Twist irgendwie aus dem ergeben hätte, was bisher schon Teil der Geschichte war, aber nachdem die Geschichte ja nicht die Längste ist, gab es da vielleicht auch nicht so das großartige Angebot. Fast besser gefällt mir jedenfalls die etwas subtilere zweite Pointe: Da Ignaz ja auch an den Grünflechten erkrankt war, dürften sich durch das Wegtragen seines Körpers jetzt auch die Milizen damit angesteckt haben, was die Grünflechte dann wohl endgültig zur Superseuche werden lässt. Vielleicht ist Joe damit am Ende sogar der einzige, der die Epidemie irgendwie über„lebt“ hat.

    Und damit wäre ich dann auch schon durch! Das hat sich jetzt ein bisschen angefühlt wie ein Speedbattle zu lesen, das du mit dir selbst geführt hast (fehlt ja auch nur noch ein Post), und dann wäre es ein wirklich ausgesprochen stimmiges und rundes Speedbattle gewesen. Tatsächlich fand ich die Geschichte jetzt auch im Rahmen so eines Zweitbeitrags gar nicht so schlecht gelungen, und die meisten Vorgaben hast du auch souverän und teils besser als ich das erwartet hätte gelöst. Nur im ersten Post gab es einen Fehler, ansonsten passte das ja alles ganz gut so. Eine besonders spektakulär gute Geschichte ist das jetzt zwar am Ende nicht, aber schon eine, die sich ohne größere Logikfehler gut lesen lässt und mich ganz gut unterhalten hat (und zumindest im Vergleich der letzten Posts auch besser als die „Schnapsexperimente“ damals ). Und, äh, ja, fertig geworden ist sie außerdem auch noch, was ja auch keine Selbstverständlichkeit ist, habe ich mir sagen lassen. Trotzdem rechne ich mal stark damit, dass dein anderer Wettbewerbsbeitrag eine ganz andere Hausnummer sein wird, aber dazu dann später mehr!

  20. Visit Homepage View Forum Posts #20 Reply With Quote
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    Erstmal eines vorweg: Keine Sorge, Post Nr. 3 habe ich auf meinem Computer schon überarbeitet und Post Nr. 6 kommt auch noch dran. Sobald die Abstimmung vorbei ist, kommen die fehlenden Rückblenden

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    ------------------------------------------------------------------------------
    Von wegen „bescheidene[r] Beitrag“! Der Rhob himself hat zum diesjährigen Schreim naoch Buchstohm einen Wettbewerbsbeitrag abgeliefert, der sich zumindest in seinem ersten Post in Sachen Länge und Ideenfülle ordentlich sehen lassen kann!

    Den Schreib- bzw. Erzählstil finde ich übrigens von Anfang wieder gelungen, das ist ja glaube ich so ein bisschen der moderne Rhob: Es scheint immer so ein bisschen Ironie, Humor und Sinn für Absurdes durch, durchaus auch ein bisschen Sarkasmus, aber im Grundsatz ist es eine ernste, bis hierhin in gewisser Weise auch „harte“ Geschichte, der die Blödelei so fern ist wie Aachen Santiago de Chile. Gut, die Blödelei kann natürlich noch kommen, aber so, wie es jetzt ist, ist das eigentlich doch eine gute Mischung!
    Ich kann's einfach nicht lassen
    Hatte ja ein wenig Sorge, dass der Kontrast zwischen der durchaus ernsten Story und der doch eher flapsigen Rahmenhandlung zu groß sein könnte. Einer der Gründe, weshalb ich am Anfang gezögert habe, die Rahmenhandlung drinzulassen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Das ist so eine Stelle, die damit punktet: Hier wird normal erzählt, aber durchaus auch mit ein bisschen Witz, leicht ironischem Kommentar und so.

    Der Einstieg ist dann wohl diese Rahmenhandlung, die du schon einmal erwähnt hast: Hyglas steht vor Gericht – oder besser gesagt: vor dem Richter, den du natürlich standesgemäß als selbstgefälligen Willkürentscheider dargestellt hast – und muss sich zu irgendwas erklären („Höchstverrat“ – sehr schön), und dann wird jetzt ja wohl ein sehr langer Rückblick losgehen, der, wie man sieht, dann ja selber auch noch auf mehreren Zeitebenen spielt. Finde ich aber schon ganz gut so und auch gar nicht so sehr verwirrend, ich kam mit der verschachtelten Erzählweise bis jetzt gut klar und würde dann auch mal sagen, dass das schon die richtige Entscheidung von dir war, das mit der Rahmenhandlung jetzt einfach mal durchzuziehen!
    Rückblickend bin ich auch froh, das dirngelassen zu haben. Der zweite Grund, weshalb ich gezögert habe, war übrigens der offensichtliche: Wäre blöd gewesen, wenn eine der Vorgaben Hyglas Tod gefordert hätte


    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ich meine das auch mal gelesen zu haben, oder das war noch etwas anderes, jedenfalls war da von 25 Stunden die Rede.

    Wie dem auch sei, das Gefängnis, was dann beschrieben wird, hat es natürlich in sich. Die Pyramide mit zahllosen Kammern und Räumen, kaum Licht, kaum Wasser, kaum Nahrung ... an der Stelle könnte die Story wirklich ins absolut Bedrückende fallen, aber mit den bereits angesprochenen humorigen Auflockerungen zwischendurch und diesem gewissen, leicht ironischen Erzählstil, gibt es einen guten Ausgleich. Ich finde, aus Hyglas spricht da desöfteren eine (nachvollziehbare) Resignation, aber eher eine bissige Resignation, gar nicht so sehr als Bitterkeit, sondern eher auch als Müdigkeit präsentiert.Tja, ich weiß auch nicht so recht, wie ich das beschreiben soll, es ist wohl von allem ein bisschen!

    Das mit der Manasucht ist ein interessantes Gebrechen, auch sehr schön nah am Gothic-Setting. Ich finde das auch schön beschrieben, auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit und nicht so die Schiene „höhö der alte Manajunkie wa?“ fahrend. Der genaue Zusammenhang zu den Antimagiekristallen ist mir beim Lesen aber nicht klar geworden. Also, dass sie per se ungünstig für einen Magier sind, das ist natürlich klar, aber hier wurde das ja so eingeleitet, dass Hyglas besonders von ihrer Präsenz betroffen ist, mehr noch als andere Magier, und das ja offensichtlich gerade wegen seiner Manasucht. Aber im Prinzip hätte ich das als zwei unabhängige Phänomene eingestuft: Die Antimagiekristalle verhindern das Zaubern, die Manasucht hingegen ist vor allem eine verschärfte Form der magischen Erschöpfung – wobei letztere ja gar nicht eintritt, wenn man gerade eh nicht zaubern kann. Oder wirken die Antimagiekristalle so, dass sie nicht etwa nur die Zauber blocken, sondern aktiv dem Magier seine Energie entziehen? Wie gesagt, so ganz klar wird das hier nicht.
    Der Name sollte eigentlich auch nichts mit Sucht im Sinne von Abhängigkeit zu tun haben, sondern eben in der ursprünglichen Bedeutung als Krankheit (so wie Gelbsucht, oder das verwandte Wort "siechen").
    Die Kristalle hatte ich jetzt so interpretiert, dass sie eben Magie verdrängen, wodurch Zaubern unmöglich wird. Wenn man dem Effekt aber sehr lange ausgesetzt ist, wird eben nach und nach auch die Magie aus dem Körper verdrängt, was normale Menschen nicht spüren, Magier genervt zur Kenntnis nehmen und von Manasucht Betroffene eben recht deutlich merken.
    Das hatte ich von Anfang an so geplant und mir nicht etwa gerade eben aus den Fingern gesaugt *hust*


    Scheinbar oder anscheinend?
    anscheinend

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Dann beginnt ja auch schon die nächste Zeitebene, das sich mit Hyglas' Leben im Kloster befasst. Und ich muss sagen, wie das Ganze aufgezogen ist, mit „Die göttliche Kraft der Gestirne“ und Hyglas' Wunsch nach einem Observatorium, das finde ich schon ziemlich interessant, das sind tolle Ideen.

    Der sich daraus entspinnende Erzählstrang ist aber nicht minder interessant: Eine mysteriöse Teleportrune, bei der man nicht weiß, wo sie hinführt! Das hat es in den Spielen ja eigentlich viel zu wenig (bzw. überhaupt nicht?) gegeben, dafür, dass das so ein wirkungsvolles Mittel ist, um Spannung aufzubauen. Wie das Ganze hier beschrieben wird, macht auch was her, gerade auch die nachvollziehbaren Überlegungen, dass man das natürlich besser nicht einfach mal so ausprobiert, wohin die Rune einen führt. Ein bisschen stirnrunzeln musste ich aber bei dem Vorgehen, sich einfach auf den Hof des Großbauern zu teleportieren. Das kann ein Feuermagier einfach mal so machen, ohne sich behelligen lassen zu müssen? Oder sind die Söldner schon gar nicht mehr da? Weil man von denen doch wenigstens fiese magierfeindliche Sprüche oder so erwarten würde!
    Ok, das hätte ich vielleicht genauer beschreiben sollen. Im Spiel gibt es ja eine Teleportrune zu Onars Hof, bzw. zur Schafsweide direkt daneben. Deshalb habe ich diesen Ort auch in der Story erwähnt. Hätte vielleicht nur klarstellen sollen, dass es eben die Weide ist, und nicht der Platz vor dem Haupthaus, wo eine Horde überraschter Söldner rumsteht


    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Der Absatz wirkt ein bisschen dahingeschrieben. Erstens ist mir der Zusammenhang zu den unentdeckten Kammern bzw. dass sie nicht grundlos unentdeckt sind und der Rune nicht klar. Und der zweite Teil dieses Absatz mit dem „aber je mehr ich darüber nachdachte“ wirkt auch komisch, als vor allem mit dem „aber“, das einen Widerspruch andeutet, der im Teilsatz vorher ja aber gar nicht zu finden ist.
    Gemeint ist, dass eine unentdeckte Kammer vermutlich deshalb noch nciht entdeckt wurde, weil sie verschüttet oder sonst wie unzugänglich ist. Weshalb ein Teleport sehr riskant wäre.
    Und ja, das "aber" sollte ich durch ein "und" ersetzten, das würde besser passen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Coragons folgende Rolle ist natürlich äußerst mysteriös! Mit ihm als „Gefangennehmer“ von Hyglas hätte ich so natürlich nie gerechnet (und Hyglas selbst ja auch nicht), und es deutet ja alles darauf hin, dass er im Auftrag eines oder mehrerer anderer handelt. Wobei das natürlich nicht so sein muss. Hier ist jedenfalls alles möglich! Zwischendrin hatte ich ja die Idee, das Ganze habe eigentlich Gorax gegolten, den Coragon ausschalten wollte, um der Weinproduktion des Klosters zu schaden, damit er selber … ja, was auch immer, keinen Wein mehr verkaufen muss? Das schien dann also schnell nicht mehr plausibel, zumal es Coragon ja offenbar darauf ankam, dass nur irgendwer in die Falle tappt. Vermutlich wird es darum gegangen sein, dass es irgendjemand mit Affinität zu Magie ist. Ob Coragon dabei wohl im Auftrag Beliars handelt, möglicherweise von ihm besessen ist? Er weiß das schon. Ich bin sehr gespannt, ob und was zu dem Thema in kommenden Posts so herauskommen wird!
    Hat mich auch einiges an Mühe gekostet, mir da was zu überlegen
    Die Story ist aber auch erst mit den weiteren Vorgaben gewachsen. Manche Einfälle kamen früher, andere später, aber den groben Plan, auf den alles hinauslaufen würde, hatte ich glaube ich erst bei Vorgabe 4 oder 5.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Naja, stimmt das denn? Also erstens ist die Annahme, dass die Pyramide einfach ein massiver Klotz ohne Innenräume ist, schon sehr fernliegend, und zweitens hätte man diese Annahme, selbst wenn man sie gehabt hätte, doch sicherlich irgendwie widerlegen können.
    Naja, bisher hat halt niemand nachgesehen, ob da was drin ist, jedenfalls soweit Hyglas es weiß. Selbst in der realen Cheopspyramide sind ja nur ein paar wenige Kammern und Gänge, davon abgesehen ist das schon ein massiver Klotz. Am Ende des Posts stellt sich dann ja heraus, dass sie Wassermagier sehr wohl von den Kammern wussten, es aber niemandem gesagt haben, da sie dort die Klaue versteckt hielten.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Wenn das Ganze aber irgendwie von Beliar eingefädelt sein sollte, so stellt sich die Frage, warum er sich erst jetzt, sprich nach so und so vielen Tagen (oder vermeintlichen Tagen) an Hyglas wendet. Etwa, weil nun der Zeitpunkt gekommen ist, da Hyglas so mürbe durch die Gefangenschaft geworden ist und nach jedem Strohhalm greift? Jedenfalls scheint es genau das zu sein, was hier passiert, denn er gibt sich den Einflüsterungen Beliars ein Stückweit hin. Indes: Der Klaue verfällt er dann ja doch nicht – oder mit den Worten des Endes: Noch nicht. –, was natürlich auch ein bisschen durch die Vorgabe bedingt ist, dass der Gegenstand A am Ort A zurückbleiben muss. Das letzte Wort wird hinsichtlich der beliarschen Einflüsterungen aber wohl wirklich noch nicht gesprochen sein!

    Ja, das war ja schonmal ein vollgepackter erster Post! Ich bin wirklich gespannt, wie sich das alles weiterentwickelt. Hoffentlich bleibst du mit der gleichen Energie dran, die du in den Auftakt der Story gesteckt hast!

    Fehler im ersten Post (in etwa kurz nach der Hälfte häuften sie sich):

    Das sind wieder diese Sachen, wo ich mir unsicher bin, Kommasetzung bei „als“. Im Grundsatz gehe ich davon aus, dass bei einem vergleichenden als kein Komma gesetzt wird („Ich sehe beeindruckender aus als du“), aber da hier jetzt auch noch so eine Konstruktion mit „gewesen wäre“ dranhängt … also, ich würde das Komma da weglassen, aber vielleicht äußert sich ja nochmal jemand dazu, der da mehr Ahnung von hat! Jedenfalls sollte aber am Ende des Satzes ein Punkt stehen.

    Bei diesem „als“ sehe ich es so wie oben … und das Koma nach „auf“ würde ich weglassen …

    seitdem

    den Einsatz von Tränken

    einigen (oder sowohl „Einigen“ und „Anderen“ groß, ich weiß gar nicht, was da richtig ist!)

    weitaus Schlimmeres

    Zeiformen: Wahrscheinlich eher „klar gewesen“

    kurzsichtig

    Hier würde ich ein Komma nach „beschloss ich“ setzen, damit sich das im ersten Lesen nicht wie „beschloss ich das Risiko“ anhört.

    das

    Na endlich

    das Ganze

    Lächeln

    gute

    zunehmenden

    gemacht haben mochte

    etwas wirklich Wichtiges

    Hier würde ich auch wieder das Komma vor dem „als“ bzw. nach „zurück“ weglassen.

    „Das Letzte“ wohl groß, glaube ich!

    bestimmten
    Ich muss glaub ich mal die Einstellungen von Open Office überprüfen. Hab schon den Eindruck, dass die Autokorrektur da einiges verschlimmbessert


    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Eines vorab: Der zweite Post knüpft in Sachen Qualität an den ersten Post an – finde ich gut, dass du das Niveau weiter hochhältst! Vor allem habe ich auch immer mehr Spaß an dem Wechsel der Erzählebenen und -perspektiven, gerade diese Rahmenhandlung mit dem Gerichtsprozess lockert das teils ja doch sehr ernste Geschehen immer mal wieder auf und „holt einen zurück“; andererseits ist es aber auch erzählerisch ein gutes Mittel, um die verschiedenen Perspektiven, hier eben zum Beispiel von Homer, ganz zwanglos einzuführen und mit der restlichen Geschichte zu verknüpfen. Das funktioniert alles schon sehr gut so, finde ich!
    Da Stone mir ja die Dammlurkerklaue als Gegenstand B zugewiesen hatte, war es natürlich naheliegend Homer auftauchen zu lassen. Schien mir einfach ne gute Gelegenheit mal die perspektive zu wechseln, genau dafür hatte ich diese Rahmenhandlung ja überhaupt erst angefangen^^

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Einen wirkungsvollen Moment lieferte die „Außenperspektive“ Homers zum Beispiel an dieser Stelle:

    Das kam bei Hyglas natürlich noch nicht so richtig hervor, weil er sich selbst ja nicht betrachten konnte. Der muss ja mittlerweile aussehen wie Catweazle, oder halt noch schlimmer. Finde ich gut, dass du die Perspektive von Homer genutzt hast, um das auch nochmal deutlich ins Bewusstsein zu rufen.


    Mein erster Gedanke war, dass ein Manatrank ihm wohl eher geholfen hätte, aber den bekommt er dann später ja auch noch.
    Schon, aber das konnte Homer ja nicht wissen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Finde ich gut, wie du die leichte Absurdität dieses Umstands hier noch einmal schön in den Mittelpunkt stellst.

    Die dann ja doch recht ausschweifende Erzählung Homers (das klingt richtig nach Schulunterricht, wenn ich das so sage) gefällt mir vor allem deshalb gut, weil nicht nur die Beobachterperspektive auf Hyglas' Verhalten eingenommen wird, sondern auch Coragon mal ganz am Rande vorkommt. Das ist natürlich ein toller Moment in der Schilderung, weil man als Leser der Geschichte längst weiß, was Coragon da eigentlich eingefädelt hat.

    Ein bisschen seltsam finde ich, dass die Magier entschieden haben, die Portalbruchstücke (ich dachte übrigens, es seien nur drei, aber anscheinend steckte auch schon im Spiel bereits eines im Portal, und man hat halt nur die restlichen drei gesucht?) wieder an ihren Ausgangsorten zu verstecken, obwohl das doch gerade unsicher ist! Was dann ja zur Folge hat, dass offenbar noch mehr Vorkehrungen getroffen werden mussten, was dann doch viel zu aufwendig ist. Da hätte ich ja zum Beispiel lieber mal die Kumpels Feuermagier gefragt, ob die eines der Teile im Keller in der Bibliothek verstecken könnten usw. Nunja.
    Genau das ist doch der Plan gewesen. Homer sollte das letzte Stück ja ins Kloster bringen, damit es dort versteckt wird. Aber man wollte halt nicht alle Stücke an einem Ort aufbewahren. Und da ja die meisten, die von sowas überhaupt Ahnung haben, davon ausgehen, dass die Steinkreise ja schon gründlich durchsucht worden sind, würde kaum jemand auf die Idee kommen, dass die Bruchstücke wieder dort sind.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Die kleine Geschichte um die Dammlurkerklaue hat mir auch ganz gut gefallen, weil sie das Spielgeschehen so schön aufgreift und ausschmückt. Aber so richtig wichtig schien mir das für die Story und für Attila jetzt nicht so sein, wo die herkommt, aber naja, wenn der Richter fragt ... und ist ja wirklich ein schönes Detail der Erzählung!
    Das ist tatsächlich bis auf winzige Änderungen genau die Szene aus Gothic 1
    Hm, hätte ich das vielleicht nicht sagen sollen? Ist das jetzt eine Copyrightverletzung? Fällt meine Story jetzt unter Artikel 13 und führt zur Schließung der WoP?

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Gegen Ende des Posts springen die Erzählperspektiven ja doch ein bisschen schnell hin und her, was ich an sich gar nicht schlecht finde. Mir hätte aber ein konsequenterer Bezug zur Rahmenhandlung gefallen: Eigentlich war Homer ja jetzt im Prozess dran, zu erzählen, und trotzdem wechselt jetzt, ohne Rückkehr in den Gerichtssaal und erneutes Aufrufen Hyglas', die Perspektive wieder zu letzterem. Kann man natürlich machen, aber ist, wie gesagt, nicht zu hundert Prozent konsequent!
    Stimmt eigentlich. Beim Schreiben kam mir ein "Danke Homer, setzt dich! Hyglas, erzähl du weiter" aber doch irgendwie unnötig vor.
    Ich glaub, den Satz mit dem Manatrank hab ich auch nur deshalb eingebaut, um explizit klarzustellen, dass es jetzt wieder um Hyglas geht

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Was mich am Ende der Begegnung Hyglas-Homer übrigens irritiert: Die Klaue Beliars, die ja noch einmal ganz ausdrücklich als gefährlich beschrieben wird, liegt da jetzt die ganze Zeit einfach so herum, quasi für jedermann und jederfrau greifbar? Wenn das mal nicht schiefgeht ...
    Sie haben halt darauf gebaut, dass die Wassermagier schnell vor Ort sein würden. Davon abgesehen weiß ja niemand, dass die Klaue da liegt und so viele Leute treiben isch da oben eh nicht rum.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ja, wie gesagt, ich fand den zweiten Post auch ziemlich gelungen, ich finde das schon ziemlich spannend, wie du das alles aufbaust, und hoffe natürlich, dass dir die Vorgaben nicht zu große Striche durch die Rechnung machen werden. Aber ich bin zuversichtlich, dass du das schon alles in deine Story integriert bekommst!

    Fehler im zweiten Post:

    war aus der Pyramide herausgekrochen

    gewesen war

    ihn

    Hier hätte ich nach „bestand“ ein Komma gesetzt, aber weiß ich gar nicht, ob das sein muss oder überhaupt richtig ist.

    war ... gewesen

    sicherer

    das Beste

    Dammlurker

    „warum es“ passt da grammatikalisch ja nicht so ganz, oder?

    Beim Komma nach „abgesehen“ bin ich mir nicht ganz sicher.

    seitdem

    besser gewesen
    Egal wie oft ich drüberlese, ich überseh doch immer was
    Ist halt das Problem, wenn man den Text zu gut kennt, dann fällt einem sowas oft nicht auf.


    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Beim dritten Post ist es wirklich schade, dass der größere Rückblick in weiten Teilen der Zeitnot zum Opfer gefallen ist. Die Vergangenheit von Alligator Jack alias Jakob, die noch dazu eine gemeinsame mit Hyglas ist – da hätte ich nun doch gerne mehr von gelesen! Von daher hoffe ich, dass du dein Versprechen einlöst, den Rückblick nach Ablauf des Wettbewerbs zu vervollständigen, und ganz ausdrücklich behalte ich mir vor, zu gegebener Zeit darauf zu pochen! Aber zurück zur Gegenwart – oder jedenfalls einer der vielen Gegenwarten, die uns in dieser Story präsentiert werden, die aber auch alle irgendwie Vergangenheiten sind. Oder irgendwie so.

    Direkt zu Anfang habe ich mich ja ein wenig gefragt, wie Daron Hyglas eigentlich direkt auf den ersten Blick erkennen kann, wo er doch von langer Gefangenschaft gezeichnet und verändert ist und zudem, soweit die Beschreibungen vermuten lassen, auch kein oder kaum ein Wort gesagt hat, sodass Daron ihn auch nicht an der Stimme erkennen konnte. Aber gut, wenn man sich schon so lange kennt, dann erkennt man sich wohl auch nach so lange Zeit wieder, deswegen nehme ich das mal so hin!

    Was mich besonders überrascht hat, ist, dass hier nun sogar auf die Risen-Lore zurückgegriffen wird – bei der Erwähnung von Caldera habe ich natürlich aufgemerkt, und dass Alligator Jack und Hyglas ihre gemeinsame Vergangenheit dort haben, ist ja doch eine recht originelle Idee.


    Der Rückblick bricht hier ab, aber die Stelle fand ich trotzdem schön, weil es auf die Frage ja eigentlich auch eine ganz gute Antwort gibt: Vielleicht wussten es die Magier tatsächlich nicht, aber man hat das gemacht, was man wohl eben gemacht hat, zu Zeiten, als Reisende sich nicht mal eben melden konnten: Der Bote ist halt einfach jeden Tag für mehrere Stunden am Hafen gewesen und hat gewartet, ist irgenwie wieder nach Hause gegangen und hat das den nächsten Tag wieder gemacht, und immer so weiter eben! Naja, oder es gibt hier eben doch eine magische Erklärung.

    Was ich bei der Begegnung zwischen Jakob/Jack und Hyglas interessant und auch gut gemacht finde: Spätestens hier wirkt Hyglas in Auftreten und Redeweise überhaupt nicht mehr magierhaft. So ein „Lass es drauf ankommen“ hat ja wahrscheinlich wirklich eher was vom jungen Novizen, der er war, als er Jakob kennengelernt hat. In Gesellschaft bestimmter Leute verhält sich Hyglas dann eben anders, was ja durchaus auch nichts Unnormales ist.


    Woher weiß er das denn eigentlich, dass die Brücke eingestürzt ist? Er muss dann ja auch mal dort gewesen sein!

    Dass Jack dann am Ende mit Hyglas mitreist, das scheint mir dann übrigens auch eine recht vorgabengetriebene Entscheidung zu sein.

    Ja, also insgesamt fand ich den Post auch schon ganz gut, aber insbesondere, weil du den wohl interessantesten Part, den Rückblick, nicht vollständig erzählen konntest, fehlt dem Post natürlich etwas. Ich finde ihn deshalb auch spürbar schwächer als die ersten beiden Posts. Deswegen hoffe ich umso mehr, dass du beim nächsten Post wieder etwas mehr „Luft“ hast und sich das auch auf die Qualität des Geschreibsels niederschlägt!

    Fehler im dritten Post:

    gestehen

    Faranga

    als so mancher

    Da würde ich das Komma weglassen.
    Viel kann ich dazu jetzt natürlich nicht sagen. Hatte den Beitrag schon kurz nach der Abgabefrist deutlich überarbeitet und die Rückblende ist auch bereits fast fertig. Ist ähnlich wie die Jack-Attila-Rückblende eine "Geschichte in der Geschichte" geworden, der allerdings noch das Ende fehlt. Aber wie bereits am Anfang gesagt, ich reiche es auf jeden Fall nach!


    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Vorab: Den vierten Post finde ich wieder besser als den dritten Post, und er funktioniert auch gut, ohne dass man den Rückblick im letzten Post vollständig kennt!

    Die Verwechslungsgeschichte in Sachen Attila kommt für mich aufgrund deiner Fragen im Wettbewerbsthread natürlich nicht so überraschend, toll finde ich diesen Moment dennoch. Der Mann, den er für Attila gehalten hatte, ist also Morgan. Schön finde ich auch, wie hier der Moment genutzt wird, kurz in den Gerichtssaal zurückzukehren und dann wieder auf Homers Perspektive zu verweisen. Dieses „Auftauchen“ aus einem Erzählstrang und dann kurz danach wieder „Eintauchen“ in einen anderen Strang, das gefällt mir nach wie vor sehr gut und macht für mich auch einfach die Besonderheit dieser Geschichte aus.
    Da kam es mir ganz gelegen, dass die Piraten ja schon eine Rolle in der Geschichte spielten. Wenn man sich im Almanach mal die Bilder anguckt, fällt auf, dass Attila und Morgan im Spiel tatsächlich das selbe Model und die selbe Textur verwenden - Morgan ist ein wenig breiter skaliert, davon abgesehen sehen sie tatsächlich gleich aus

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Auch inhaltlich gefällt mir das, was Homer erzählt, sehr gut, denn geradezu unausweichlich hat seine Erzählung Berührungspunkte mit dem großen Ganzen, das Gothic ausmacht: Die Barriere, bzw. hier nun die Flucht aus dem Tal nach Zusammenbruch der Barriere. Die Beschreibungen, die du dafür lieferst, gefallen mir einfach gut und bringen auch wirklich die Stimmung rüber, die das Ganze haben sollte. Gerade auch, wie sich der Reislord und seine Schläger die Bauern gewaltsam vom Leibe gehalten haben, das zeigt eben auch so richtig, was für eine Art Gesellschaft sich dort herausgebildet hatte.
    An der Stelle eine kleine, total unwichtige Anmerkung: Inzwischen wurde aus "Torlof", der am Anfang erwähnt wird "Jarvis". Einfach, weil ich von Anfang an Jarvis meinte, aber die Namen verwechselt hatte

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ich sehe hier durchaus PotM-Potenzial.

    Generell finde ich den Dialog zwischen den beiden auch sehr gelungen, gerade auch der Griff in den Beutel, um den Laib Brot herauszuholen, das ist ja wie in so Mafiafilmen, wo man auch nicht weiß, ob der Mafioso nun Geld zur Belohnung aus der Innentasche holt oder doch von dort die Pistole zur Hinrichtung zieht. Bei der Sache mit der Begnadigung durch die Wassermagier hatte ich ja auch erst den Gedanken, dass das eine Lüge sein könnte, zumal das „Vorsprechen“ bei der Stadtwache nach dem vorgestellten Plan ja auch ein immenses Risiko beinhaltete – aber dann ist ja doch alles recht problemlos gelaufen, was ich erzählerisch aber auch ganz gut so finde.

    Der zweite Teil von Homers Erzählung gefällt mir dann auch sehr gut, gerade weil er ja auch sehr geschickt die Lücken schließt, die sich vorher bei der Story ergeben hatte, also eben, wieso und weshalb die Ornamentstücke eigentlich wie und von wem zurückgebracht werden sollen und so weiter. Ich finde, das hat du auch alles ziemlich gut erzählt …

    … und der typische Rhobar-Witz scheint natürlich auch immer mal wieder durch, zum Beispiel an der Stelle dort oben!


    Rein objektiv muss man ja schon konstatieren, dass diese Namensverwechslungsgags, zumal wenn wie hier sehr „unglaubwürdig“ präsentiert, nicht so der Bringer sind. Aber ich selbst finde es halt doch immer wieder witzig. Ich mag das auch, wie der Gerichtsdiener dem Richter dann noch so nebenbei Wein einschenkt, das illustriert ja auch wieder schön, was für eine Art Verhandlung und vor allem was für eine Art Richter das ist. Auch, wie der Richter, der ja offenbar wie die Made im Speck lebt und mit großer Macht zum willkürlichen Gebrauch ausgestattet, dabei trotzdem immer noch so leidend ist oder tut, das charakterisiert ihn wirklich schön und macht ihn zu einem schon irgendwie verachtenswerten Menschen, aber eben auch zu einer Witzfigur, über die man sich herrlich amüsieren kann. Gut getroffen hast du ihn!
    Den Witz konnte ich mir bei bestem Willen einfach nicht verkneifen

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Nach all dem Attila-und-Morgan-Tausch muss ich aber doch nochmal nachhaken, zum Verständnis: Es ist jetzt schon so, dass Homer nie den echten Attila getroffen hat sondern dass das von Anfang an Morgan war, ne? Und nachdem der echte Attila tatsächlich vom Namenlosen getötet worden war und die entsprechende Nachricht die Runde machte, hat Morgan das halt wegerklärt, um sich seine Scheinidentität zu erhalten, ne? Oder hatte Homer tatsächlich beim ersten Aufeinandertreffen den echten Attila an der Angel, und dann beim nächsten mal war es dann Morgan, der das Spielchen mitgespielt hat? Aber das kann ja eher nicht sein …
    Diese erste Begegnung, die "göttliche Erscheinung" war wirklich der echte Attila. Dadurch wurde er auch auf die Höhle aufmerksam, die er dann später als Versteck nutzte. Dieser Abschnitt spielt ja ca. ne Woche vor den Geschehnissen aus Gothic 2. Der Namenlose dümpelt noch unter Trümmern im Schläfertempel rum und Morgan liegt faul am Strand von Jharkendar und lässt andere die Arbeit machen^^
    Meine "interne" Erklärung, woher Morgan wusste, dass Homer und Attila sich kannten, wäre jetzt im nachhinein, dass Jack es von Attila erfahren hat, bevor Attila starb. Hatte mir aber glaube ich auch bevor die Vorgabe verlangt hat, dass Jack und Attila sich kennen, irgendeine Verbindung überlegt, die das erklären würde. Hab bloß leider die Notizen nicht mehr

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Wie dem auch sei, ganz unabhängig von diesen Fragen finde ich das toll, wie hier wieder alles ein wenig zusammenläuft, das wirkt auch gar nicht mal allzu sehr vorgabengetrieben. Wie sich hier nun eine gewisse Art der „Verschwörung der Piraten“ entspinnt, die die Ornamentteile sammeln wollen, das hat nun schon was. Und es erklärt sich hier auch, warum Alligator Jack eigentlich so genau um „Attilas“ Verbleib und die kaputte Brücke Bescheid wusste. Das hat durchaus was, ebenso wie ich die ganze Brückenszene sehr mag. Da merkt man richtig, dass es nun ernst wird. Hyglas' Flucht hätte ich so übrigens auch nicht erwartet, wobei ich mich frage, wohin er eigentlich geflohen ist. War das jetzt immer noch die Rune für den Teleport in die Pyramide, die er da dabeihatte? Das wäre ulkig, wenn er gerade dorthin zurückgebracht werden sollte. Aber gut, er hatte ja bereits ein Loch in die Pyramide geschlagen, sodass er da ja eigentlich auch direkt wieder entkommen kann.

    Ich bin also gespannt, wie es nun weitergeht (und wie du die kommenden Vorgaben einbauen wirst, natürlich). Wie gesagt, den vierten Post fand ich jetzt schon wieder besser als den dritten, und wenn du so weitermachst, dann hast du am Ende eine wirklich gute Geschichte erschaffen! Und das kann ich jetzt gerade ja sogar schreiben, ohne dir unnötigen Druck zu machen, weil du das hier ja alles erst am Ende liest – wobei das Ende hoffentlich eben der Abschluss der Geschichte sein wird und nicht ihr verzweifelter Abbruch.

    Fehler im vierten Post:

    oder Ähnliches

    waren geschlossen losgezogen

    Das zweite Komma würde ich weglassen.

    schlich

    So weit

    breiter wirkte als in meiner Erinnerung (ohne Komma)

    nichts Persönliches

    Hier fehlt ein Punkt am Ende.

    ist nichts Persönliches



    Der fünfte Post ist eine starke Fortsetzung. Ich bin also froh, dass du dich vom gewissen Tief des dritten Posts wieder erholt hast und an die guten Leistungen aus dem vierten Post angeknüpft hast. Allein der schiere Umfang ist angesichts des Zweiwochenturnus schon imposant, aber was zählt, ist ja der Inhalt, und auf den will ich dann mal eingehen.

    Die Story spielt ja schnell wieder sein Trademark aus und liefert nach kurzer Standortbestimmung von Jack und Hyglas eine Rückblende. Und ich finde, hier hat die Vorgabe auch mal was Gutes bewirkt, denn wie jetzt eine tatsächliche Verbindung zwischen Jack und Attila enthüllt wird, und vor allem auch, von welcher Qualität sie ist, das passt meiner Meinung nach doch wirklich ziemlich gut. Ich habe die gesamte Geschichte um Jack und Attila wirklich gerne gelesen, das ist richtig eine Geschichte in der Geschichte und begründet ohne Kitsch und Peinlichkeiten, warum Jack etwas an Attila liegt. Auch die Art und Weise, wie der Rückblick geschrieben ist, ist einfach toll. Mehrere Szenen hatte ich beim Lesen richtig filmisch vor Augen. Das Ganze knüpft zwar schon an so gewisse „Tropes“ an, Jack als „New kid in town“ und Attila als der fast schon charmante Straßenjunge (aber nur bis es ans Töten geht), aber das versinkt alles nicht in durchgekauten Klischees oder so. Dazu kommt noch eine gehörige Portion Gothic-Feeling, wie Jack Taschendiebstahl und Schleichen lernt, Gold geklaut wird und so weiter und so fort. Das ist dir insgesamt also richtig gut gelungen. Ich könnte hier jetzt immer mal wieder Details loben, Stellen, die ich für besonders gut geschrieben halte, aber das würde hier keinen Mehrweg bringen. Als Beispiel für schöne Details und kreative Einfälle nur diese Stelle hier:

    Dieses Sitzen auf dem Fass und das Apfelessen, das ist ja genau die Pose, in der Jack damals, selbst noch unbeholfener Neuankömmling, Attila zum ersten Mal begegnet ist – und jetzt hat er schon dessen Verhaltensweisen angenommen und gelernt, wie man sich unauffällig verhält. Das fand ich schön.

    Eine Frage, die sich mir gestellt hat, ist, warum Attila Jack damals eigentlich so ausdauernd geholfen hat. Er hat ihn ja richtig unter seine Fittiche genommen und sich um ihn gekümmert, obwohl es dazu jetzt erst einmal nicht so viel Anlass oder Notwendigkeit gegeben hat, wenn man das mal aus einer kühl kalkulierenden Warte heraussieht. Denn obwohl Attila ja irgendwie nett erscheint, so hat man ja doch das Gefühl, dass er vor allem Dinge tut, aus denen er Vorteile ziehen kann – allein schon, dass er als Junge vor Tötungen mal überhaupt nicht zurückschreckt, verrät einem ja schon einmal, dass er nicht immer der nette Typ ist. Allerdings kann ich mir hier durchaus eine Art freundschaftliche Motivation vorstellen, vielleicht aber auch verbrämt mit dem Gedanken Attilas, sich mit der Ausbildung Jacks einen potentiellen Partner für später heranzuziehen. Wobei ihm ja eigentlich klar sein muss, dass zumindest eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass er doch zu den Piraten kommt. Es bleibt also ein bisschen nebulös. Vielleicht ist das wirklich so eine Art Ganovenehre oder Zusammenhalt unter „Straßenjungen“, die ihn dazu bringt – oder auch die pure Langeweile, weil es sonst auf Khorinis für einen wie ihn nicht so viel zu tun gibt. Wer weiß!
    Ich hatte mir das schon so vorgestellt, dass das Töten für Attila nichts persönliches ist. Es ist ein Job wie jeder andere auch. Der eine schlachtet Schafe, der andere tötet Menschen. Er tötet nicht aus Vergnügen oder weil ihn jemand schief angeguckt hat, sondern weil er dafür bezahlt wird. Darüber hinaus wollte ich ihn als loyalen und - so paradox es vielleicht klingt - auch mitfühlenden Menschen darstellen, jedenfalls gegenüber Gleichgesinnten wie Homer (beide waren auf der Flucht) und Jack (beides Straßenjungen, die schon so einiges auf dem Kerbholz haben).
    Aber ja, gerade bei Jack wird auch ne Portion Langeweile eine Rolle gespielt haben

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ich weiß nicht, ob das wirklich umformuliert werden muss. Aber zumindest ich dachte da beim ersten Lesen, dass mit dem Kerl, der sich volllaufen lässt, bezieht sich auf Attila, und da war ich dann ja schon ein bisschen überrascht, denn Bier hin oder her – wie jemand, der sich jeden Abend volllaufen lässt, hatte Attila ja nun nicht gewirkt.

    Ein ganz guter Einfall finde ich auch, wie Jacks Skrupel, jemanden zu töten, illustriert wird. Hier simuliert oder fingiert er ja sowas wie einen fairen Kampf. Der Selbstbetrug dürfte ihm diesen Moment aber auch klar sein, denn das macht es ja wirklich kaum besser. In der Tat bewerten ja aber einige Leute es tatsächlich anders, ob jemand „feige“ hinterrücks ermordet wird, oder „im offenen Kampf“. Nicht zuletzt der deutsche Gesetzgeber sieht das ja auch so, der einen Totschlag nicht nur Totschlag heißen lassen will, sondern ihn zum Mord heraufstuft, wenn der Täter dabei heimtückisch gehandelt hat. Indes: Bei einer Situation wie dieser wäre das Merkmal der Heimtücke wohl immer noch erfüllt, denn trotz der Ankündigung Attilas nutzt er ja immer noch Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers aus – Zeit und Gelegenheit zur Verteidigung hatte es ja trotzdem nicht. /juristischer Exkurs abgeschlossen
    Es ist sicher eine Art Selbstbetrug, aber ich wollte Jack jetzt auch nicht von 0 auf 100 zum skrupellosen eiskalten Killer machen. Er hat schließlich noch ein, zwei Jahrzehnte Zeit dafür^^

    Funfact: Das Abfangen des Opfers in der Gasse entspricht exakt meiner Standardvorgehensweise, wenn ich in G2 die Vergessens-Spruchrolle für Ignaz teste und dafür Valentino umhaue. Tatsächlich soll der reiche, ehebrechende Schnösel auch Valentino Senior sein

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Zurück bei Hyglas und Jack, sozusagen der „Hub-Ebene“ für dieses Kapitel, finde ich das ja auch einen netten Einfall, dass Jack nicht oder jedenfalls nicht richtig lesen kann. Ich habe jetzt nicht überprüft, ob er bisher in der Story nicht schonmal was gelesen hat, aber da vertraue ich dir mal, dass du da peinlich genau drauf achtest und das alles konsistent ist! Einzig bei der Umsetzung gefällt mir ein Detail nicht so ganz:

    Hier hätte ich es besser und irgendwie charmanter gefunden, wenn Jack das nicht offen angesprochen hätte, dass er nicht lesen kann. Denn dass er es wohl nicht kann, war ja direkt schon klar, als er das Buch falschrum gehalten hatte, oder zumindest lag da der Gedanke schon in der Luft. Und wenn er jetzt hier einfach nur „Übernimm du das Lesen“ gesagt hätte und nichts weiter, dann hätte man als Leser schmunzelnd gewusst, warum Hyglas das übernehmen soll. Hätte ich irgendwie spaßiger gefunden – hier an dieser Stelle fühlte ich mich sozusagen meiner eigenen Lese- und Erkenntnisleistung beraubt.

    Der Tagebucheintrag selber ist dann ja eher unspektakulär und dient lediglich der (Vorbereitung) der Vorgabenerfüllung. Der genannte Jäger im Minental wird ja wohl Gestath gewesen sein, den finde ich als Charakter ja auch immer ganz interessant. Auf die Minecrawler abstellend gibt es dann von Hyglas erst einmal theoretische Ausführungen. Hier habe ich mir notiert „Viel ausgedachter Kram“ und finde das durchaus positiv, beim nochmaligen Drüberlesen fand ich es dann vielleicht aber auch doch recht ausgedehnt und zumindest an der Grenze zur Umständlichkeit. Indes: Irgendwie muss ja, allein schon wegen der Vorgaben, begründet werden, was an speziell diesen Minecrawlern und ihren Platten denn so besonders ist und warum die von Wolf hergestellte Minecrawlerplattenrüstung als Gegenstand C so rar und special ist. Und das ist hier ja doch solide gemacht worden. Denn vor allem ist im gleichen Zug auch erklärt, warum es für Jack denn gerade diese Rüstung sein muss – eben weil Attila sie getragen hat. Ein bisschen lückenhaft bleibt aber, warum es gar keine Alternativen geben soll, wie von Jack angedeutet. Denn wenn es ein Gegenstand von Attila sein muss, dann würde ja auch das Tagebuch Attilas in Frage kommen, oder? Sicherlich kann man hier eine Zusatzerklärung einschieben, dass eine getragene Rüstung irgendwie intensiver mit der Person verbunden ist als ein bloßes Buch, aber naja – das fehlt hier noch ein bisschen! Finde ich so beim Lesen aber auch gar nicht so tragisch, muss ich sagen, mir ist das jetzt auch erst beim zweiten Drüberlesen aufgefallen.
    Naja, es musste halt ein Kleidungsstück sein. Hatte eigentlich vor später noch näher darauf einzugehen, aber nachdem die Wiederbelebung dann ja irgendwann vom Tisch war, hab ich es dabei belassen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Nachdem Jack nun in den Gollum-Modus wechselt, kommt der von der Vorgabe indizierte Auftritt Coragons, der ja durchaus spektakulär ist, sicherlich aber noch spektakulärer hätte gestaltet werden können. Warum er jetzt sagt, dass er nicht vorhat, Hyglas wieder in der Pyramide (Ort A) einzusperren, obwohl er vorher Jack – Person D – dazu beauftragt hatte, ist im Übrigen auch ein bisschen schleierhaft. Das Argument, das wegen der Zerstörung der Wand nicht tun zu wollen, lässt sich immerhin hören, aber realistischerweise könnte die Wand – zumal mit den durch Beliar neu gewonnenen magischen Kräfte – wieder instandgesetzt werden, ähnlich, wie es zuvor mit der Brücke zum Orkdorf geschehen wird. Hier wackeln die Erklärungen also alle so ein bisschen.
    Gemeint ist, dass er nicht vorhat Hyglas für den Rest seines Lebens wegzusperren. Wobei, technisch gesehen schon, nur dass es sich dabei eben bloß noch um einen Tag oder so handeln sollte

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Nichtsdestotrotz: Die Fortsetzung ist, wie gesagt, eine starke. Generell ist das einfach eine Story, die es in sich hat, und ich hoffe wirklich, dass du sie im Rahmen dieses Wettbewerbs bis zum Abschluss bringen kannst. Weiter so!

    Fehler im fünften Post:

    Meiner Meinung nach kommt da kein Komma hin.

    älter

    Komma weglassen

    etwas Großes

    stichpunktartig

    Hier müsste man ein Komma nach „Söldnern“ setzten – es sei denn natürlich, dass soll ein authentischer Tagebuchtext mit Zeichensetzungsfehlern Attilas sein.

    Das Komma würde ich hier weglassen, aber man kann es wohl auch setzen.

    Das sollte man ja in einem Wort schreiben. Oder das ist wieder sowas wie bei „Gletscher Quarz“, das im Spiel auch falsch geschrieben wird, und du willst es dabei belassen. Aber erstens halte ich davon ja grundsätzlich nur wenig, und zweitens hast du vorher ja schonmal von Minecrawlerplatten geschrieben.

    jahrzehntelang

    Auftauchen



    Dass der sechste Post dieser Story überhaupt im Rahmen des Wettbewerbs erschienen ist, das ist ja nun keine Selbstverständlichkeit, stand das Ganze doch ziemlich auf der Kippe. Umso froher bin ich, dass der von Krankheit gebeutelte Rhob das doch noch hinbekommen hat. Und man muss sagen: Der Post ist zwar deutlich entschlackt, es fehlt mal wieder eine vorgesehene Rückblende und die Dialoge scheinen mir auch etwas gehetzt, aber insgesamt ist der Post dann doch solide geworden. Es ist jedenfalls keiner, der die Story jetzt total herunterziehen würde, und das ist in Anbetracht der Umstände doch eine wirklich gute Nachricht!

    Bei der fehlenden Rückblende übrigens bin ich ja wieder sehr neugierig, man will halt immer das am meisten, was man nicht hat. Umso mehr bestehe ich darauf, dass du deine Ankündigungen nach Ende des Wettbewerbs wahrmachst und die Stelle hier und auch vorher schon ergänzt.

    Was ich übrigens richtig gut finde, ist, wie du aus der doch absurden Situation, dass Coragon erstens der Drahtzieher des Ganzen sein soll und außerdem selber noch an Manasucht leidet, eine Tugend machst, und das wie so häufig, indem du mit dem Gothic-Setting wunderbar kreativ und Kenntnisreich umgehst: Coragons Spezialbier, das im Spiel ja schon irgendwie seltsam wirkte, passt hier ja ganz wunderbar hinein, und schon kannst du einen Spielinhalt als Argument hernehmen, warum das eben doch überhaupt nicht weit hergeholt ist, dass Coragon was mit Manakram am Hut hat. Richtig gut gemacht!
    Das mit dem Bier ist ein kleines Detail, das ich gar nicht mehr auf dem Schirm gehabt hätte, hätte ich nicht extra für diese Story wieder einen G2 Durchgang gestartet^^

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Was die Sache mit den Antimagiekristallen als Lebensrettung angeht … nun, ich kann jetzt nur spekulieren, ob du das schon länger geplant hast oder ob du dir das spontan aus den Rippen geleiert hast. Hier wirkt es jedenfalls recht gehetzt erklärt, aber immerhin ist es eine Erklärung für Coragons Verhalten. Andererseits scheint mir die Dringlichkeit für das Verfrachten von Hyglas in die von Antimagiekristallen umgebene Pyramide nicht so einleuchtend: Das mit der Manasucht scheint mir ja eher ein schleichender Tod zu sein, und Hyglas hat diese Erkrankung doch schon ganz lange Zeit gehabt, ohne dass er jetzt akut zu sterben drohte. Da finde ich das jetzt nicht ganz so zwingend, dass er auf einmal dringend in Antimagiekristalle „gebettet“ werden muss – zumal er nach Verlassen seines Pyramidengefängnisses ja auch nicht wirklich gemerkt hat, dass die Manasucht einen nun akut tödlichen Verlauf nimmt. Also klar, ich kann mir schon denken, woher die erzählerischen Lücken hier kommen bzw. warum sie da sind. Aber gut, vielleicht hätte die „tödliche Phase“ der Manasucht eben jederzeit anfangen können und das wollte Coragon unbedingt aufschieben, bevor es zu spät ist. Das ist für mich Erklärung genug! Schön finde ich übrigens auch die Rückanbindung an die Sache mit dem von Hyglas gewünschten Observatorium.
    Vorgestellt hatte ich mir das irgendwie so wie Sauerstoff: Wir können ohne nicht leben und trotzdem zerstören Sauerstoffradikale nach und nach unsere Zellen, weshalb wir mit dem Alter immer mehr "verfallen".

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ein bisschen Schwierigkeit schienst du aber darüber hinaus zu haben, eine konsistente Motivation für Coragon zu konstruieren: Er fährt ja nun eine Doppelschiene und will sowohl die Rüstung als Versicherung, als auch weiterhin den Deal mit Beliar, weil durch diesen ja potentiell ewiges Leben ins Haus steht. Das ist nun schon auch ein ziemliches Klischeeziel für einen Oberschurken, und im Allgemeinen fand ich das auch unnötig kompliziert an der Stelle, weiß auch nicht.

    Aus der Not eine Tugend wird’s dann aber wiederum an Ende, als sich die Ereignisse überschlagen. Wie realistisch das jetzt ist, dass Homer dort mit einem Bogen in der Hand losballert und Cavalorn und Gaan rächen will, das sei mal dahingestellt, aber der Moment und die Action funktionieren an dieser Stelle doch ganz gut. Es ist fast schon ein bisschen witzig, dass Homer kurz danach direkt wieder ausscheidet. Unabhängig davon finde ich die Lösung aber auch gut, dass er durch den Teleport verschwindet, denn das macht sich doch deutlich besser als so eine „X tötet Y und wird dann aber auch direkt von Z“-Szene, die ja sonst wirklich sehr den Eindruck gemacht hätte, es ginge hier nur darum, möglichst schnell und „kostengünstig“ die handelnden Charaktere in dieser Szene zu dezimieren.

    Insgesamt fand ich diese Fortsetzung trotz ein paar Schwächen also gar nicht so schlecht, insbesondere bist du die meiste Zeit auch deinem guten Erzählstil treu geblieben. Du konntest das Niveau trotz der widrigen Umstände also halbwegs halten. Respekt!
    Das ganze war ja auch gezwungenermaßen sehr hastig improvisiert. Wirklich zufrieden bin ich damit noch nicht, aber auch hier kommt ja noch die Überarbeitung. Geplant war auch ne genauere Erklärung, warum Homer gerade rechtzeitig auftaucht.
    Das mit den "ewigen Leben" ist halt auch so ne Sache. Ursprünglich sollte es bloß um die Heilung der Krankheit gehen, aber warum sollte Coragon seinen Plan noch verfolgen, wenn er die Rüstung hätte? Hyglas hätte sie ihm bereitwillig überlassen, wenn er so die Welt retten könnte. Ich brauchte halt nen Grund, warum Hyglas trotz allem die Rüstung für sich selbst wollte. Naja, in der Überarbeiteten Version wird das hoffentlich etwas glaubwürdiger

    Fehler im sechsten Post:

    suche

    das Unvermeidliche

    das Perverse

    mein Eingreifen



    Nachdem der sechste Post vor allem deshalb wichtig war, überhaupt die Teilnahme am Finale zu retten, und dementsprechend „zweckmäßig“ aussah, ist der siebte Post wieder ein volles Pfund, und ich finde, alles in allem ist das ein ganz guter Abschluss der Geschichte.

    Der Abschied von Jack fällt ganz angemessen aus, finde ich. Auch diese seltsamen Gedankenspiele im Angesicht des Todes eines Menschen, wer wie wann darüber gelacht hätte, oder generell Gefühle z. B. des Humors, die sich, obwohl gar nicht „dahingehörend“, einschleichen – das fand ich schon ganz gut beschrieben.


    Das hingegen fand ich etwas unpräzise formuliert, bei der Wendung „bekannter Mensch“ habe ich ja erst an sowas wie Bekanntheitsgrad gedacht, also als ob ein Prominenter sterben würde … wobei da natürlich auch viele Leute nicht objektiv sind.
    Ja, daran hab ich auch ewig rumformuliert - bekannt im sinne von berühmt ist mir dabei aber leider nicht eingefallen
    Wollte halt das Wort "Freund" vermeiden, da ja schon oft genug gesagt wurde, dass die beiden eigentlich nicht wirklich Freunde sind und ich auch nicht wollte, dass sein Tod ihn auf einmal zum besten Freund macht, den Hyglas je hatte. Sollte auch keine Wiederholung von der entsprechenden Szene in "Erzmen" werden
    Vielleicht wäre "nahestehend" noch ein guter Kompromiss

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    PotM-würdig, keine Frage.


    „Relative Dunkelheit“ liest sich komisch … aber ich glaube, das ist so Physiker-Slang, oder? Gab's da nicht mal sowas in der Astronomie mit relativer Helligkeit und absoluter Helligkeit von Sternen?
    Naja, gemeint ist einfach, dass es da dunkler ist
    Aus irgendeinem Grund war die Höhle in meiner Vorstellung hell erleuchtet - keine Ahnung wieso^^
    Aber die Teleporterkammer im Tempel ist halt tatsächlich recht finster.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Die Rangelei zwischen Hyglas und Coragon ist mir, obwohl ja zügig voranschreitend, vielleicht sogar einen Tick zu lang beschrieben, oder aber zu unspektakulär, es ist ja ein ziemliches Hin und Her von der wirft sich auf den, der andere wiederum auf den anderen. Oder, um es so zu sagen: So, wie sowas realistischerweise eigentlich abläuft. Von daher ist es vielleicht doch gar nicht so schlecht beschrieben. Hat auch ein bisschen was von so Heavy-Rain-Kloppereien (hartnäckig bleiben).

    Besonders schön fand ich ja übrigens das Detail, wie die beiden in diesem leeren Becken landen. Ich weiß nicht mehr genau, aber irgendwie hat mich das glaube ich immer gestört an der Stelle, also einfach beim schnellen Vorankommen, weil man da glaube ich nicht mit einem Sprung drüberhasten konnte oder weil es auch ein bisschen schwieriger war da wieder rauszuklettern, ich weiß es schon gar nicht mehr. Jedenfalls: Dass dieses Becken dort ist, das habe ich mir gemerkt, und deshalb fand ich es auch schön, das hier wiederzusehen!
    Tatsächlich habe ich diese Szene als letztes geschrieben. Alles andere war bereits fertig, auch, dass Coragons Leiche in diesem Becken gefunden wird. Musste also irgendwie den Kampf von der Teleportplattform bis in dieses Becken verlagern

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Wirkt auf mich aber auch irgendwie so, als sei dir gerade beim Schreiben wieder eingefallen, dass er ihn seinem ursprünglichen Plan nach eigentlich gar nicht töten wollen dürfte.

    Die Lurkerklaue, den vorgegebenen Gegenstand B, hast du hier ja ganz natürlich zum Einsatz bringen können. Finde ich schön, dass die Vorgabe nicht alles zerschießt! Im Übrigen fand ich die Beschreibung von Coragons Tod auch ganz gut:

    So ist das ja in Gothic manchmal wirklich, zum Beispiel wenn man jemanden mit einer Armbrust erschießt, dass die einfach nach hinten fallen ohne Mucks und man nur den Aufprall hört. Und, nunja, finde ich oft ja irgendwie sehr gut so.
    Hatte ich beim Schreiben nicht drüber nachgedacht, aber stimmt, der Vergleich passt^^

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Wie Hyglas seine Entscheidung über den Einsatz der Crawlerplattenrüstung trifft, hat mir auch ziemlich gut gefallen. Dieses Für und Wider, was sich da in seinem Inneren abspielt, wie er sich dann aber doch ohne größere Gewissensbisse und sogar unter Berufung auf seinen Gott dann dafür entscheidet, Homer die Möglichkeit der Wiederbelebung und generell die Wahrheit über Attila zu verschweigen … das wirkte auf mich einfach sehr natürlich und auch nicht wie ein in die Story hineingezwungener Gewissenskonflikt.
    Ein anderes Ende wäre auch schwierig gewesen. Hyglas hat schließlich keine Ahnung, wie er mit der Rüstung Attila wiederbeleben kann

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ich glaube, dass wollen wir alle gerne sehen, wie sowas geht. Indes: Diesen alchemistischen Teil hast du, wie ich finde, dann doch sehr stimmungsvoll und auch nachvollziehbar beschrieben. Der Teil trug dann sogar eine eigene Spannung in sich, fand ich sehr gelungen!
    Hab da allerdings etwas geschummelt. Schwefelsäure wäre stark genug, Chitin zu zersetzten, aber was Hyglas da herstellt, ist eher schwefelige Säure - und die schafft das gemäß meines chemischen Halbwissens nicht^^

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Und dann folgt ja auch direkt der nächste spannende Teil, nämlich mit dem Auftauchen der Piraten. Das ist so ein schöner „Es ist noch nicht vorbei!“-Moment, der mir an der Stelle ziemlich gut gepasst hat. Inhaltlich ist das vielleicht dann doch aber gar nicht sooo spannend, weil dieses „Der Meister hat uns dieses und jenes versprochen“-Gerede natürlich jetzt nicht Auswuchs großer Originalität ist. Und mir fällt außerdem auf, wie die Kommentare Beliars im Kursivdruck der Geschichte auch nicht etwas Wesentliches hinzufügen, hier an dieser Stelle wirken sie sogar ein wenig unbeholfen oder so nach Witzfigur-Schurken, als würde sich so ein mächtiger Gott darüber Gedanken machen, was ihm „Nettes“ für einen Widersacher einfällt. Da wirkt Beliar eher wie ein trotziges Kind, das seine Machtfantasien ausspielt, und auch wenn man Beliar natürlich so darstellen kann, wenn man will, weiß ich nicht einmal, ob das hier so gewollt ist, und besonders passend finde ich es so oder so nicht.
    Hm, naja, in erster Linie ging es mir darum, ihn auch nochmal zu Wort kommen zu lassen. Wollte ihn eh die ganze Zeit über nicht als das klischeehaft Oberböse darstellen (Har har har!) sondern einfach irgendwie... anders. Vielleicht ist es etwas ZU anders geraden

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Also jetzt mal abgesehen davon, dass es mit dem „wieder ungehindert zaubern“ können dann am Ende sowieso nichts wird: Die Prognose, dass das Hyglas in der Situation direkt helfen wird, finde ich auch so ein bisschen gewagt. Immerhin sind da drei Piraten direkt an ihm dran, selbst wenn er also wieder zaubern könnte, so bräuchte er doch zunächst Runen, müsste den Zauber erstmal wirken und so – und in der Zeit könnten sich doch direkt alle wieder auf ihn drauf werfen. Was ihn da also so sicher macht, dass das auf jeden Fall so hinhaut, weiß ich nicht. Also, ist da sicher seine einzige Chance, aber mir scheint, er überschätzt die Chance da total, weil er ja offenbar gar nicht wirklich ans Scheitern denkt, obwohl der Plan ja ein hohes Potential hat, schiefzugehen.
    Gut, er wirkt vielleicht etwas zu zuversichtlich, aber der Punkt ist ja, dass er absolut nichts zu verlieren hat. Es ist das einzige, was er tun kann, abgesehen von aufgeben und alles geschehen zu lassen.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Schön finde ich, dass du dann noch einmal Gebrauch von dieser Rahmenhandlung des Gerichtsprozesses Gebrauch machst und auch noch einmal die Perspektive wechselst – das ist ja das, was die Geschichte auch so richtig ausmacht, und auch, wenn sich das mit dem Richter und seinen Allüren in gewisser Weise auch wiederholt, so halte ich das trotzdem eben auch immer wieder für eine gelungene Auflockerung – und ein bisschen selbstironisch oder zumindest jedenfalls selbstreferenziell ist die Geschichte dabei ja auch, wenn der Richter beklagt, dass ihm die Leute erstmal alle ihre Lebensgeschichte und Kennenlerngeschichten erzählen.

    Zur Perspektive von Mika gibt es dann aber inhaltlich auch nicht so viel zu sagen von meiner Seite. Das ist eben sehr solide geschrieben und genau so, wie man sich so einen Gänsemarsch, den Begriff wählst du bei der Höhle auch sehr passend, zum Ort des Geschehens vorstellt. Das bisschen Geplänkel mit Homer, der kurzzeitig droht in den Verdacht der Beihilfe zum Mord zu geraten, ist auch ganz launig – und dann kommt es ja auch schon zum Fund von Hyglas, der da ja sehr spektakulär vor dem Portal schwebt, dann aber auch sehr unspektakulär und rustikal zu Boden gebracht wird. Ist einfach gut geschrieben, finde ich!

    Zurück beim Richter finde ich ja erst einmal lustig, dass Coragon ein „angesehene[r] Schankwirt aus der Stadt“ ist – ich schätze mal, in anderen Zusammenhängen hätte der Richter ihn niemals als „angesehen“, nunja, angesehen, aber wenn es darum geht, die Vorwürfe zu dramatisieren, muss er das an der Stelle wohl so machen.

    Coragon stellt sich dann ja auch noch als Neffe von Constantino heraus, was ich schon deshalb gut finde, weil ich die beiden Namen ab und an auch mal verwechsle. Neben der weiteren launigen „Ich erzähle vor Gericht erstmal meine Lebensgeschichte“-Anspielung gefällt mir hier vor allem die Fachdiskussion, die sich zwischen Hyglas und Coragon (und dem nun doch recht interessiert nachfragenden Richter) entspinnt. Das wirkt gar nicht mal so unrealistisch und vor allem bin ich heilfroh, dass aus Constantino nun nicht zum x-ten Mal der knorrige alte und am besten auch noch schwerhörige Alchemist herausgekehrt wurde, sondern dass er hier wirklich eine ernstzunehmende Figur ist, die ja auch ganz entscheidend zum Ausgang des Prozesses beiträgt.

    Und ganz kurz vor Toreschluss kommt ja noch ein Twist, den ich so nicht erwartet habe, und da ist dann auch eine tolle Umsetzung der Vorgabe: Womit Hyglas nämlich nicht gerechnet hat, war, dass ihn die Heilung von der Manasucht auch komplett seiner magischen Fähigkeiten beraubt hat. Das ist wirklich eine tolle, schwere Folge seiner Entscheidung, aber sie wirkt auch nicht total weit hergeholt. Vor allem aber gibt sie dem Ganzen auch ein tragisches Ende, denn auch, wenn es dadurch nun darauf hinausläuft, dass Hyglas freigesprochen wird, so hat er doch einen großen Preis zu zahlen. Und ich finde, dieser Eindruck wird dadurch noch stärker, dass nicht nur Hyglas selbst vom Verlust seiner magischen Fähigkeiten betrübt ist, sondern auch der zur Untersuchung herbeigerufene Daron. Das verdeutlicht nur nochmal, dass das eben schon was ziemlich Bitteres ist, ein Magier, der gar nicht mehr zaubern kann.

    Der Abschluss des Prozesses erfolgt dann doch sehr abrupt, und ich frage mich, ob das daran liegt, dass dir auch ein bisschen Zeit und Ideen ausgegangen sind. Andererseits fügt sich das aber auch gut in die Geschichte ein, denn erstens gibt es in diesem Verfahren ja auch nicht mehr wirklich was zu verhandeln, und zweitens hat der Richter ja schon mehrfach seine Ungeduld kundgetan, sodass es nur naheliegend ist, dass er jetzt die Chance ergreift, dass ganze zu einem Ende zu bringen. Von daher bin auch ich mit diesem Ende zufrieden, auch wenn der Prozess selber jetzt keine ganz große Pointe mehr hat.
    Viel gab es für mich einfach nicht mehr zu sagen. Eventuell könnte ich noch nen Abschnitt zunzufügen, in dem die Wassermagier sich nun endlich mal um die Klaue kümmern. Vielleicht ja wieder als Post-Credits-Szene

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Fehler im siebten Post:

    in Sicherheit

    Leerzeichen nach „hätte,“ fehlt

    Auch hier ein fehlendes Leerzeichen

    Hier mal wieder die meiner Meinung nach wackelnde Erzähzeit – es müsste doch eher „vergab“ heißen.

    Schlimmeres

    Komma weg

    was Nettes

    das

    Erschreckende

    das Gesagte



    Ja, und dann wäre ich dann auch endlich am Ende meiner persönlichen Verhandlung darüber angelangt, wie mir die Story insgesamt so gefallen hat. Das Urteil in Kurzform lautet: Gut!

    Wenn ich das ein bisschen länger begründen will, so fällt mir ein, dass ich die Story eigentlich immer nur dann ein bisschen schwach fand, wenn du für die Posts auch ersichtlich nicht genug Zeit hattest, also eben insbesondere auch eigentlich vorgesehene Rückblicke aussparen muss. Aber selbst unter widrigen Umständen hast du immer noch solide geschrieben und vor allem mal wieder einen wirklich angenehmen Schreibstil an den Tag gelegt, der gut zu lesen ist, aber dabei nicht zu flach, und auch immer wieder kleine Witze und nette Beobachtungen einbaut, dabei aber vor Klamauk und so weiter Halt macht.

    Was mir bei der Erzählung auch gefiel ist, dass du sie, wann immer du auch konntest, an die hergebrachte Gothic-Lore angeknüpft hast, und sei es auch nur bei so Detail wie Coragons Spezialbier. Und auch die teils widrigen Vorgaben hast du die meiste Zeit ja doch ganz gut gemeistert, und überhaupt fand ich dieses Gebrechen der Manasucht mit all seinen Folgen toll in die Story integriert, das wurde ja wirklich ganz zwanglos zum roten Faden der Geschichte.

    Mehrfach im Kommentar gelobt habe ich auch schon die Idee der Rahmenhandlung, und ich bin nach wie vor froh, dass du die dann doch so in die Story eingebracht hast – du warst da ja am Anfang des Wettbewerbs so ein bisschen am zweifeln. Mir hat das sehr gut gefallen, denn auch, wenn du die „Kernstory“ sicherlich auch ohne diesen Gerichtsprozess als Rahmen hättest erzählen können, so war das doch immer wieder eine nette Auflockerung und auch ein tolles Vehikel dafür, um die vielen verschiedenen Perspektiven der unterschiedlichen Charaktere in die Geschichte einzubringen, ohne dass das zusammengewürfelt gewirkt hätte. Und schön fand ich auch, wie erfrischend einfach das trotzdem war, der Geschichte zu folgen, trotz der vielen Verschachtelungen, der Rückblicke im Rückblick, der Personenwechsel und so weiter und so fort.

    Mein Fazit lautet daher: Diese Geschichte hast du wirklich gut erzählt. Im Detail waren da zwar sicher ab und zu Sachen dabei, die nicht so gut gelungen waren, aber im Großen und Ganzen halte ich das hier schon für eine gelungene Geschichte – und allein aufgrund ihrer Erzählstruktur sicherlich auch für eine, an die man sich noch lange erinnern wird.
    ------------------------------------------------------------------------------
    Danke für den Ausführlichen Kommentar
    Freut mich wirklich, dass die Geschichte trotz aller Schwierigkeiten und Unvollkommenheiten (Posts 3 und 6) so gut ankommt.

    Habe mir wirklich Mühe gegeben, die Story im Hinblick auf das Spiel authentisch zu schreiben. Wie gesagt, habe extra nochmal angefangen G2 zu spielen und habe mir die Schauplätze alle nochmal genau angeschaut. Habe sogar allen Ernstes die Stufen der Pyramide gezählt und auch mehrere ingame-Tage damit verbracht herauszufinden, ob man den Mond über der Pyramide aufgehen sehen kann
    In der Story hab ich die Zahl der Stufen dann aber doch um 100 erhöht, weil es mir einfach so wenig erschien^^
    Auch die Characktere habe ich mir nochmal genau angesehen und in den Skripten alle Dialoge nachgelesen, um ihre Eigenheiten, Ausrucksweisen etc. herauszufinden. Sowas wie Constantinos Respekt vor Dienern Innos', Jacks Stolz auf seinen Ruf als Pirat, Attilas Ausdrucksweise ("Namen sind ohne Bedeutung!") und so weiter.

    Hat mir jedenfalls wirklich Spaß gemacht, diese Story zu schreiben, und ich bin echt froh, dass trotz des Handicaps wieder Zuweisungen von anderen Leuten (in diesem Fall von Stone) zu erhalten, eine stimmige Geschichte dabei herausgekommen ist, die nicht in hanebüchernen Unsinn ausartet, wie damals "Erzmen"

    Bloß einen Namen habe ich noch nicht

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