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  1. View Forum Posts #81 Reply With Quote
    Frühstücksdirektor John Irenicus's Avatar
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    John Irenicus is offline
    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Ich finde ja ehrlicherweise schon, dass ich es mir da ziemlich leicht gemacht habe und hätte auch härtere Kritik daran voll akzeptiert, aber anders habe ich es leider ("leider" nur im Kontext des Wettbewerbs, ich bin mit der Story wie sie jetzt ist schon zufrieden) nicht hinbekommen. Eigentlich wollte ich ja gerne eine Geschichte im Gothic-Universum schreiben, weil ich das eben so als die große spannende Herausforderung empfunden habe, diese Wikipedia-Artikel möglichst elegant und unauffällig in eine Gothic-Geschichte einzubinden. Aber als ich dann die Artikel hatte, hatte sich dieser Plan auch schnell wieder erledigt. Gerade bei diesen Orten hatte ich keine Ahnung, wie ich die in eine Gothic-Geschichte einbauen sollte. Eine Stadt in Myrtana oder Varant oder so, die eben einfach Benton oder Khanat Schirwan heißt? Das wär ja auch sehr einfallslos gewesen, und so gut passen diese Namen jetzt auch nicht in die Gothic-Welt. Ich hätte irgendwie die Charakteristika dieser Orte auf Gothic-Orte übertragen können, also z. B. ein Ort in Myrtana, in den viele Leute aus Khorinis eingewandert sind und in dem es viele Kutschenfahrer gibt, aber das kam mir auch nicht so richtig zwingend vor. Und wie Inline-Speedskating in Khorinis aussehen könnte, da hatte ich jetzt auch keine wahnsinnig gute Idee (und vor allem auch keinen Bock drauf, so eine Sport-Story zu schreiben, denn wenn ich mir da jetzt ein Gothic-Äquivalent zum Inline-Skating ausgedacht hätte, dann wäre das wohl ziemlich schnell zum Zentrum der Geschichte geworden). Deswegen hab ich mich dann doch in ein Echtwelt-Szenario geflüchtet. Bin mal gespannt, wie du das bei deiner Geschichte hingekriegt hast, die ja eine astreine Gothic-Story zu sein scheint!
    Also klar, dass du dir die Sache damit leicht(er) gemacht hast, wird man kaum bestreiten müssen. Aber "fairerweise" oder einfach ums interessanter zu machen, hast du es ja nicht bei diesem bloßen Mechanismus "Jemand spielt Gothic" belassen, sondern eben diese Gameboy-Adaption erdacht und die dann ja auch noch sehr in die Geschichte integriert. Und das finde ich dann eben wieder gut! Und das finde ich dann auch besser, als eine Story zu schreiben, die dann irgendwann wegen der unvereinbaren Begriffe auseinanderfliegt. Das macht beim Schreiben dann ja auch keinen Spaß, wenn man so viel Zeit in eine Story investiert und man zwar den Begriffsvorgaben irgendwie genüge tut, die Story als solche aber einfach nicht gut wird. Regonas hat sich ja auch wegen seiner Story geärgert, das ist ja auch einfach frustrierend. Von daher hast du das schon richtig entschieden, würde ich sagen.

    Und bei meiner Story habe ich deshalb auch sicherlich an vielen Stellen nicht so detailreich die gezogenen Artikel verwertet, sondern habe da schon der eigentlichen Story den Vorrang eingeräumt. Ob es dann eine wirklich "astreine" Gothic-Story geworden ist, das wirst du dann ja sehen.

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Ich habe auch zwischendurch mal gedacht, dass es ein bisschen ähnlich ist wie in "Tremor", nur dass der Niedergang hier eher auf der körperlichen Ebene stattfindet. Jedenfalls war ich mir schon ziemlich sicher, dass du so etwas ansprechen würdest.
    Ich weiß im Gegenzug ja auch schon ein paar Sachen, die du über meine Kategorie-4-Story sagen wirst, von daher.

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Ist mir übrigens genauso passiert! Ein echter Schockmoment, den ich unbedingt mal in einer Story unterbringen musste, um ihn endlich zu verarbeiten. (Nur zur Beruhigung: Danach ging es zum Glück weniger unangenehm weiter als in der Geschichte, ich habe also noch all meine Gedärme und Beine beisammen.)
    Oha.

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Nee nee, keine Sorge, diesmal sag ich nix in der Richtung!
    Aber denken schon, oder wie?

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Ich hatte ja mal kurz drüber nachgedacht, an den Anfang so eine Art Warnhinweis zu setzen, weil ich mir vorstellen kann, dass man so eine Story jetzt nicht unbedingt lesen will, wenn man in Kürze einen Krankenhausaufenthalt vor sich hat. Dann hätte man aber natürlich schon ziemlich genau gewusst, was in der Story so passieren wird, weswegen ich das dann doch lieber gelassen habe. Außerdem konnte ich gar nicht so gut einschätzen, wie das alles wirken würde, und ob es nicht am Ende doch eher lustig als bedrückend wirkt.
    Naja, so eine "Triggerwarnung" hätte dann wohl doch zu viel gespoilert. Sobald man merkt, worauf es hinausläuft, kann man dann ja immer noch aufhören zu lesen. Und eine gewisse Komik trägt es ja trotzdem auch noch in sich. Ich glaube, ob man das dann eher schlimm oder eher lustig findet, ist dann einfach eine Typfrage.

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Hirn-OPs werden ja tatsächlich manchmal bei vollem Bewusstsein durchgeführt, insofern ist das glaube ich gar nicht mal so weit hergeholt. Also, ich erinnere mich noch an einen Fall, bei dem eine Musikerin während der OP ihr Instrument spielen sollte, damit die Ärzte irgendwie sehen konnten, welche Gehirnareale dabei aktiviert werden und diese dann bei der OP in Ruhe lassen konnten, mit dem Ziel, dass die Musikerin danach immer noch ihr Instrument spielen kann (oder so ähnlich).
    Ja, an diesen Fall hatte ich jetzt in diesem Zusammenhang auch sofort gedacht.

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    So wahnsinnig komplex war das meiste, was ich mir so ausgedacht hatte (und wozu z. B. auch diese Amir-Szene gehört) jetzt eigentlich gar nicht mal, aber die Vorgaben sind mir dann eben leider wirklich in die Quere gekommen und passten irgendwann nicht mehr zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte. Bei "Glas" war das ja noch eher andersrum, da hätte ich die Vorgaben schon noch umsetzen können, aber da hatte ich mich zu sehr verzettelt in dem ganzen Gedöns, was ich mir ausgedacht hatte.
    Von "Glas" würde ich übrigens sogar noch lieber eine Fortsetzung lesen.

  2. View Forum Posts #82 Reply With Quote
    Deus Laidoridas's Avatar
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    Laidoridas is offline
    Quote Originally Posted by DerGroßeDummeMann View Post
    Naja, was ich meine ist, dass er wirklich gar kein Licht außer dem Fernseher hat und trotzdem nichts tut (habe mich vielleicht etwas unverständlich ausgedrückt). Das beeinflusst sein Leben dann ja schon negativ, aber er tutbtrotzdem nichts dagegen. Im Vergleich dazu kommt man ja ohne Nachttischlampe schon relativ gut aus.
    Ja, hab ich auch so aufgefasst, das war jetzt auch nicht so ernst gemeint von mir.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Also klar, dass du dir die Sache damit leicht(er) gemacht hast, wird man kaum bestreiten müssen. Aber "fairerweise" oder einfach ums interessanter zu machen, hast du es ja nicht bei diesem bloßen Mechanismus "Jemand spielt Gothic" belassen, sondern eben diese Gameboy-Adaption erdacht und die dann ja auch noch sehr in die Geschichte integriert. Und das finde ich dann eben wieder gut! Und das finde ich dann auch besser, als eine Story zu schreiben, die dann irgendwann wegen der unvereinbaren Begriffe auseinanderfliegt. Das macht beim Schreiben dann ja auch keinen Spaß, wenn man so viel Zeit in eine Story investiert und man zwar den Begriffsvorgaben irgendwie genüge tut, die Story als solche aber einfach nicht gut wird. Regonas hat sich ja auch wegen seiner Story geärgert, das ist ja auch einfach frustrierend. Von daher hast du das schon richtig entschieden, würde ich sagen.
    Ja, genau, ich hab dann eben auch lieber eine Story geschrieben, auf die ich Lust hatte.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Ich weiß im Gegenzug ja auch schon ein paar Sachen, die du über meine Kategorie-4-Story sagen wirst, von daher.
    Ist es etwa eine Reisegeschichte?

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Aber denken schon, oder wie?
    Nee, auch das nicht! Du hast da nix falsch verstanden oder verpasst oder sonstwas.

    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Von "Glas" würde ich übrigens sogar noch lieber eine Fortsetzung lesen.
    Da finde ich es ja auch sehr schade, dass ich die nicht zuende geschrieben habe. Glaube aber eher nicht, dass ich die nochmal weiterschreiben werde. Da müsste ich mich erst auch nochmal richtig einlesen, und ob mir dann was Besseres einfallen würde als vor ein paar Jahren, das steht ja auch in den Sternen. Wobei ich dann natürlich den Vorteil hätte, dass ich ein paar Sachen in den schon geschriebenen Posts nochmal abändern könnte, was dann sicher schon einiges einfacher machen würde. Naja, erstmal muss ich mich jetzt mal um die MiMo-Story kümmern!

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    Irenicus-Bezwinger  MiMo's Avatar
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    MiMo is offline
    Der Weg des Lee
    von Oblomow
    Kapitel 3

    Das dritte Kapitel - das nehme ich mal vorweg - hat mich nicht so gut unterhalten wie die ersten beiden. Dafür enthält es einfach zu viele langwierige Wegbeschreibungen, Absprachen, Beschreibungen... Gleich zu Beginn wird noch einmal recht ausführlich die Episode um Marlon rekapituliert, der darauf folgende Weg führt noch einmal an den Orten vorbei, die man in den ersten beiden Kapiteln schon kennengelernt hat... Bis die Truppe endlich auf Bengar trifft, sind schon eine Menge Worte gefallen.
    Auf Bengars Hof sind mir Lee und seine Leute erstaunlich unsympathisch. Lee ist Bengars Meinung ja ganz offensichtlich egal, er versucht da nicht einmal groß zu verhandeln oder ihm irgendein Angebot zu machen. Die Verzweiflung in allen Ehren, hätte ich schon erwartet, dass er wenigstens versucht nach einem Kompromiss zu suchen. Merkwürdig finde ich dann aber vor allem, dass er nicht mit seinen Männern in der Scheune sondern mit in Bengars Doppelbett schläft. Klar ist ein Bett bequemer und jemand sollte Bengar im Auge behalten, aber merkwürdig mutet die Szene auf jeden Fall an. Im Folgenden kommt es, wie es fast schon kommen musste: Milizen suchen den Hof auf, finden Lee und nehmen ihn gefangen. Dabei ist es ihr Glück, dass die Milizen auch ohne ihre Anwesenheit schlimmen Ärger gemacht hätten, denn so können sich die Söldner am Ende des Tages als Retter profilieren. Wer das Spiel gespielt hat, ahnt natürlich worauf das hinauslaufen soll, aber ich finde es ganz schön, hier mal eine ausführliche Erklärung zu bekommen, wie es eigentlich dazu kam, dass Lee und Co. von Onar angeheuert worden sind.
    Das Beseitigen der Leichen ist dann wieder unnötig langatmig geworden. Erst wird groß geredet, wer genau wo hin geht und welche Aufgabe erledigt, und dann gibt es auch noch eine ausführliche Beschreibung der Wanderung über das Weidenplateau inklusive Trinkpause. Es hätte dem Kapitel wahrscheinlich gut getan, diesen Teil zu raffen.

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    Halbgott Oblomow's Avatar
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    Oblomow is offline
    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
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    So, dann will ich mich mal an „Der Weg des Lee“ von unserem geschätzten Oblomow begeben. Ich glaube, ich habe noch nie ein Stück von der Story gelesen, weil ich mir immer gedacht habe: Das mache ich, wenn der Oblomow die mal zum Wettbewerb anmeldet. Tja, und nun ist es so weit!
    Ist dem Vorgänger ja nicht anders gegangen. Auch wenn der Grund weshalb dies die diese 'erste' Fortsetzung ist eigentlich auf die Wahl Eddies zurückzuführen ist, der sich das aber auch noch nicht zu Gemüte geführt hat :/
    Erinnern kann ich mich, dass ich schon „Das neue neue Lager“ damals in einem Rutsch zu einem Wettbewerb gelesen habe, sehr viele Seiten Text – an deren Inhalt ich mich wiederum kaum erinnern kann. Von daher wird mein Kommentar vielleicht manchmal etwas fehlgehen, weil ich nicht auf das Wissen zurückgreifen kann. Ich habe mir aber das Ende von „Das neue neue Lager“ jetzt noch einmal angesehen, um wenigstens diesbezüglich im Bilde zu sein. Abgesehen davon konzentriere ich mich aber voll und ausschließlich auf diese Story hier!
    Das Gorn-Kapitel wird wohl noch am ehesten eine Rolle spielen, tut es aber noch nicht
    Die Geschichte hat ihren Ursprung ja vor nicht ganz einem Jahrzehnt, und ich finde, man merkt ihr das Alter insoweit an, als sie noch eine typische Story des Story-Forums „von damals“ ist: Nicht abgehoben, nicht zu fancy, einfache eine Gothic-Story, viele bekannte Charaktere, die eine Reise unternehmen, und dann passiert mal dies, mal das. So zumindest fängt diese Story hier an, dass noch deutlich verbindlichere Sachen als „mal dies, mal das“ passieren werden, ist aber natürlich auch schon klar. Was ich aber meine, ist, dass das alles einfach schön erzählt ist, zumindest die meiste Zeit, relativ unaufgeregt und für deine Verhältnisse, wenn man mal an ein Werk wie „Müll“ denkt, auch überraschend zugänglich. Nichtsdestotrotz gibt es auch hier in der Story recht früh diese gewisse Form von Grusel, wie man sie von deinen Geschichten zuweilen kennt, und auch der Umgang der Leute miteinander, das ist so etwas, was man von dir auch erwarten würde. Aber naja, ich fange mal beim Beginn an, bevor ich hier schon vorgreife!
    Ist ja auch tatsächlich das Freizeitprojekt quasi. Wenn ich nach längerer Pause wieder ins Schreiben zurückkommen will editier ich dann meist ein paar Sätze ans Ende des aktuellen Kapitels


    Das erste Kapitel ist tonangebend für das, was ich oben meinte: Hier wird einfach erzählt, was die Truppe um Lee so bei ihrer Exkursion nach dem Fall der Barriere erlebt. Ich bin übrigens schon hier ganz erstaunt, wie leicht dir das von der Hand zu gehen scheint, so viele Charaktere zu „verwalten“. Es hilft natürlich, dass es alles alte Gothic-Bekannte sind, aber wie du schon recht früh mehrere Figuren gleich ein bisschen zur Geltung bringst, ohne dass es in ein allzu bemühtes und offensichtliches „Schaulaufen“ oder gar eine Gesprächsaufteilung à la „Tick, Trick und Track“ ausartet. Das finde ich schon einmal sehr angenehm, wie sich überhaupt das ganze Kapitel angenehm liest, sodass ich es auch überhaupt nicht auseinanderziselieren brauche.
    jo danke, schön wenn sowas klappt, auch wenn ich mich glaub selber noch daran erinnere im inneren Bild einfach mal Teile des Gefolges vergessen zu haben...
    Wobei ich schon hervorheben will, dass mir besonders gut die Szene bei Orlans Taverne gefallen hat. Wie die Bauern dort eher hilflos mit den Bögen herumhantieren und Orlan nach außen hin den starken Verteidiger spielen will, muss, man aber auch nachvollziehen kann, warum er das tut, das war schon eine tolle Idee und gut dargestellt.

    Der Kampf gegen das Molerat und später gegen die Untoten ist dagegen dann eher Gothic-Standardware, aber auch ganz gut präsentiert. Zum einen ist Busters Verletzung nicht nur Gelegenheit für Cipher, versteckte Talente zu offenbaren, sondern hat später ja auch noch ein bisschen Bewandnis beim Aufeinandertreffen mit Marlon, würde ich sagen, denn durch die Verletzung geht es Buster ja nicht so gut und er nimmt nicht so sehr an den Feierlichkeiten teil. Zum anderen wird beim Kampf gegen die Untoten am Friedhof gleich das ganz große Besteck mit dem Schattenritter ausgepackt. Da bin ich mir aber gar nicht so sicher, wie gut ich das finde, zumal der dann ja doch relativ leicht besiegt ist und ohne größere Einbußen bei Lees Trupp. Vielleicht hätten da die Goblins plus noch ein paar weitere Standard-Untote erst einmal genügt. Aber gut, gestört hat das ja auch nicht, und eigentlich ist es ja auch ganz angenehm, dass direkt zu Beginn der Geschichte eine Menge los ist.
    Das is so diese klassische Fanfiction-Action von der alle reden
    Am Ende des Kapitels trifft die Gruppe auf Marlon. Und ich muss sagen: Im Prinzip ist ja relativ schnell klar, dass dieses Aufeinandertreffen böse ausgehen muss und dass mit Marlon ganz grundlegend etwas nicht stimmt, wenn er einerseits so ostentativ grinst und andererseits sich selbst viel zu viel zum Abendbrot aufgetischt hat. Was da dahintersteckt, das habe ich natürlich nicht genau vorhergesehen, an dieser Stelle und auch noch einige Zeit danach dachte ich eher an sowas wie einen Dämon, der in Menschengestalt Opfer anlockt oder so.

    Insgesamt fand ich das erste Kapitel, ich sagte es ja bereits, angenehm zu lesen, und zwar so, dass es schlicht Lust auf den Rest der Geschichte gemacht hat. Und das ist ja etwas, was man über ein erstes Kapitel nur allzu gerne sagt.
    Freut mich zu lesen
    Fehler und Sonstiges im ersten Kapitel:

    Scavenger … so nennen wir die großen Vögel!

    Kein Fehler, aber eine unschöne Doppelung von „dabei“.

    das Wichtigste, das Lee in sein Auge fiel, war

    Hier könnte man das erste „noch“ vielleicht streichen.

    räuspernd; Ausdruck

    stoppen

    Komma weg

    Komma weg

    Da habe ich gar nicht richtig verstanden, was Cord meint.

    Verständliches



    Das zweite Kapitel dreht sich dann, wie der Name ja schon ankündigt, ganz um Marlon. Und ich muss schon sagen: Da geht es ja nun wirklich richtig, richtig zur Sache, in Videospielsprache wäre das ja vielleicht schon so eine Art „Zwischenboss“, wenn man so will. Jedenfalls kommt hier nun eine gehörige Portion Horror in die Story, wie ich finde. Der Horror und die Spannung ergeben sich, glaube ich, auch daraus, dass man als Leser ziemlich schnell die Fährte aufnimmt und jedenfalls in meinem Falle (und das will schon was heißen) sehr früh weiß, was Sache ist. Die Antwort „Oft genug“ auf die Frage, wie oft sich denn Leute zu Marlon verirren, ließ mich, in Kombination mit dem Grillfleisch, direkt „oha … Menschenfleisch?“ an den Rand kritzeln, und wenig überraschend habe ich auch damit Recht behalten (und spätestens, als die Verkostung des Fleisches relativ genau beschrieben wurde, war es dann wirklich klar). Ich vermute also, auf erzählerischer Ebene will die Geschichte damit gar nicht hinterm Berg halten. Vielmehr ist es der Effekt, dass man den Figuren der Geschichte zurufen will, dass sie bloß nicht weiteressen und dann besser abhauen sollten („An Ihrer Stelle würd' ich nur die Pommes Frites essen“). Und in der Hinsicht funktioniert das Kapitel gut, auch, weil Marlon sich ja immer mehr Auffälligkeiten herausnimmt und die Söldner in spe es trotzdem nicht checken. Da wiederum könnte ich zwar ein bisschen kritisieren, dass das doch sehr leichtsinnig von Marlon ist, zumal er ja auf die Tarnung des Ganzen angewiesen ist, da er im offenen Kampf ja keine Chance gegen die Männer hat. Andererseits zieht er die Masche, möglicherweise auch in dieser Aufdringlichkeit, ja nicht zum ersten Mal zu, und gemessen an den Köpfen, die er schon in seiner Sammlung hat, hat er damit ja einfach Erfolg. Vielleicht hätte ihm ein eeeetwas subtileres Verhalten aber trotzdem gut zu Gesicht gestanden.

    Was ich am Kapitel aber auch gut finde, ist, wie in der Erzählung so ganz kleine Abzweigungen genommen werden. So erfährt man von Buster die Geschichte, wegen welchen Vergehens er in die Kolonie gekommen ist, und das war eine schöne kleine Hintergrundstory, die dann ja auch relativ gelungen auf sein Auftreten als Akrobatiklehrer in Gothic 1 anspielt. Ingame fragt man sich ja nämlich schon, warum gerade er so ein akrobatischer Typ sein soll bzw. was ihn dazu qualifiziert, einem Akrobatik beizubringen.

    Cipher, der seine Sexualität in Frage stellt, ist auch keine allzu schlechte Idee. Bei dem Haufen Männern muss ja mal einer dabei sein, und die Spiele hatten das ja eigentlich komplett ausgespart (und nein, Mud, auf den in diesem Kapitel zu Anfang ja in anderem Zusammenhang angespielt wird, zählt nicht). Vielleicht ist das Thema hier nur dann wieder allzu direkt angesprochen, da wäre vielleicht auch ein bisschen was Unterschwelligeres schöner gewesen – ein bisschen ambivalent ist dann ja auch der Rückblick in sein bisheriges Sexleben. Da hätte es diesen Einstieg mit den „geächteten Schwulen“ so deutlich vielleicht gar nicht bedurft.
    Wenn du dich an icq-Abende aus der Zeit erinnerst, weißt du ja vielleicht auch, woher ein Großteil der Inspiration für das Marlonkapitel gekommen ist...
    Wie Ciphers Angst vor Schwulitäten ihn dann zurück in die Grabeshöhle treibt, ist natürlich eine geschickte erzählerische Entscheidung. Auch, wie er wieder zum Sumpfkrautkonsum gebracht wird, ist eine tolle Idee, ebenso wie er sich dann allen Ernstes in einen Sarg zum Schlafen legt. Einzig nicht verstanden habe ich, warum er den schweren Steindeckel offenbar über sich zuzieht – er stößt später dann ja dagegen. Das wäre mir an seiner Stelle dann doch zu unheimlich oder eventuell gefährlich gewesen. Andererseits bietet es beim Übernachten in der Wildnis vielleicht auch gerade den nötigen Schutz, von daher …

    Ab da geht es ja relativ schnell auf die Eskalation der Ereignisse hin, anhand von Buster gibt die Erzählung ja sogar einen Ausblick darauf, was den Leuten gleich blüht. Cipher kann sich dann als Retter in der Not präsentieren (mir scheint, du magst Cipher) und wartet sogleich mit einem ziemlichen badass-Spruch auf, weshalb ich diesen Moment für PotM-würdig halte:


    (lediglich der Zeitfehler wäre noch zu korrigieren: "woher das Geschoss gekommen sein musste")

    Im Moment davor, also bei Busters Abtransport, sehe ich aber zwei Unklarheiten. Zum einen weiß ich nicht, was mit diesem Satz gemeint ist:

    Das ist ja schon sehr umständlich formuliert. Werden da etwa die anderen wach und merken, dass sie gefesselt sind?
    jop
    Zum anderen habe ich beim Lesen keinen Überblick, wie und wann Buster da überhaupt von Marlon weggezerrt wird. Erst heißt es, er sei am Kragen gepackt und auf die Beine gezogen worden, dann später ist er aber doch in seiner Strohmatte gefesselt – ja was denn nun? Oder soll das beides zusammengehen können?
    muss ich mir mal nochmal anschauen
    Ganz am Ende bekommt Marlon dann ja seine (gerechte?) Strafe, wobei ich finde, dass man hier sehr gut sehen kann, wie blutrünstig die Truppe um Lee eigentlich ist. Das Menschenfleischfressen hatten sie ja auch doch relativ gut weggesteckt, und nun lassen sie einen Menschen bei lebendigem Leib verbrennen (und zerschlagen ihm vorher die Finger und so). Auch nicht gerade sympathisch! Bei einer Bemerkung in diesem Zusammenhang musste ich übrigens etwas stutzen:


    Da habe ich mich erst gewundert, weil Marlon ja doch eigentlich ganz andere Sachen mit seinen Gästen gemacht hat (geschlachtet, enthauptet, gegessen). Jetzt beim nochmaligen Drüberlesen habe ich aber die Idee, dass Cipher sozusagen das "Grillen" meinen könnte (im Anfang des dritten Kapitels wird das ja auch nochmal nahegelegt). So richtig klar wird diese Parallelität hier an dieser Stelle aber nicht, finde ich.

    Trotz der kleineren Kritikpunkte aber ein tolles Kapitel, finde ich. Ein bisschen Horrorstory, wie gesagt. Ich finde das übrigens sehr angenehm, dass die Figur des Marlon ein bisschen ein Mysterium bleibt. Man weiß gar nicht, wo er herkommt, wie lange er das schon durchzieht, was er sonst so in seinem Leben gemacht hat, wo er aufgewachsen ist, wie und warum er zum Kannibalen geworden ist ... das finde ich irgendwie ziemlich gut, dass man hier nicht direkt eine Erklärung findet (am besten noch ganz abgedroschen in Form von irgendwelchen Tagebuchaufzeichnungen, so hätte ich es nämlich wahrscheinlich gemacht), sondern dass es eben irgendwo ein Geheimnis bleibt. Das gibt dem Ganzen einerseits noch ein bisschen mehr Mystery-Touch, andererseits wirkt die Begegnung aber auch "realistischer". Man findet eben nicht einfach alles so heraus, was sich einem an Rätseln stellt. Finde ich gut so!

    Fehler und Sonstiges im zweiten Kapitel:

    Ich glaube, entweder muss ein zusätzliches Komma hinter das "ich", oder es müssen alle Kommas raus.

    Das finde ich schon arg seltsam formuliert, mit dem "in seinen Augen". Cord spürt es ja, ob sein Fuß wieder da ist oder nicht, dass da nicht Lees oder Torlofs Perspektive die maßgebliche ist, ist ja klar.

    Komma nach "schloss"

    Wütende Milizionäre trieben

    Komma weg und "essen" klein



    Das dritte Kapitel ist ziemlich lang, und trotzdem las es sich sehr schön kurzweilig. Zum einen gibt es ja noch ein bisschen Nachklapp zu der Begegnung mit Marlon, und insbesondere, dass der Kerl die Warane mit dem Menschenfleisch gefüttert hat, lässt ihn posthum nochmal einen Tick irrer wirken – und vielleicht auch selbst ein bisschen waranenhaft. Warum die Viecher allerdings „Hunger ohne Ende“ haben sollten, wenn Marlon sie doch füttert, ist mir nicht so ganz klar. Wobei, die einzige Möglichkeit ist, dass deren letzte Fütterung schon sehr lange her ist, aber gut, das kann ja auch einfach daran liegen, dass Marlons „Schlachtpläne“ aufgrund des Eingreifens von Cipher nicht so ganz aufgegangen sind. Vermutlich war schon wieder Fütterungszeit, aber dann war Marlon halt etwas – unpässlich.
    Es sollte eigentlich die Erklärung sein, weshalb Marlon an jenem Abend schon so viel auf den Grill gepackt hatte, obwohl er das ankommen der Söldner kaum erahnen konnte

    Bei der Planung, was die Truppe nun als nächstes unternehmen soll, fand ich Lee auf einmal ungewohnt leichtsinnig agierend. Mit dem Wissen, dass Miliz und Paladine auf Flüchtlingsjagd sind, jegliche Bedenken damit beiseite zu schieben, dass doch nur selten jemand auf den Höfen vorbeischaut … selbst wenn das für die restliche Zeit, also für den Normalfall stimmen sollte (woher will Lee das eigentlich wissen?), so ist es doch klar, dass das jetzt in diesem Ausnahmezustand vermutlich nicht der Fall sein wird (wie sich später ja auch erwartungsgemäß zeigt). Und überhaupt: Dass Cipher eine Gruppe von Milizen und Paladinen wegziehen sehen hat, heißt doch nicht, dass die nicht mehr wiederkommen oder sonst keiner mehr da ist. Ich hätte Lee durchaus zugetraut, im Ergebnis schon so zu entscheiden, wie er jetzt eben auch entscheidet, aber ich hätte von ihm erwartet, dass er die von mir genannten Umstände in Betracht zieht und nicht so unplausibel kleinredet.
    Stimmt schon, aber wenn ich bedenke was dieses Kapitel vor der letzten Korrektur für Probleme hatte geht das wohl noch (Problematischer find ich dass die Rettung des Hofes bis zum vorläufigen Ende der Gescichte glaub noch alles an einem Tag ist)
    Wie Lee sich dann allerdings bei Bengar einquartiert, sich in dessen Doppelbett legt und Bengar geradezu geschlagen und resigniert einfach neben ihm Platz nimmt … ja, das ist dann wiederum einfach Gold. Das ist ja für Bengar eine geradezu kafkaeske Situation, und irgendwie fügt er sich der ja auch ganz Kafka-typisch, wenn auch unter mildem Protest.

    Relativ vorhersehbar – siehe auch schon oben – kommt es dann zur Durchsuchung von Bengars Hof durch „Offizielle“, und es stehen gehörige Schwierigkeiten ins Haus. Das ist an sich schon spannend, zumal Lees Celebrity-Status seine Situation dann ja auch alles andere als verbessert (wobei sicherlich auch mal eine Situation interessant wäre, wo ein einzelner ihm glaubt und die Anschuldigungen gegen ihn für unwahr hält, aber vielleicht kommt das ja noch in der Geschichte vor). Die eigentliche Stärke des ganzen Kapitels liegt darüber hinaus aber für mich darin, dass es diese, nunja, „postkoloniale“ bzw. „postbarrieriale“ Lage auf Khorinis einfach mal darstellt. Ich will jetzt nicht den Vergleich des „wilden Westens“ bemühen, aber hier ist ja nun schon ein deutlich größerer Effekt des Barrierenfalls zu sehen als in Gothic II (das ja aber auch erst ein paar Wochen nach dem Fall der Barriere beginnt, was für die Story hier umso besser ist, denn so wirkt sie richtig lückenschließend). Mir gefällt das jedenfalls ziemlich gut, die umherstreifende Ordnungsmacht, verunsicherte Bauern, herumstreunende Sträflinge – und dazu passt dann auch, wie das mit Lees Entführung letztlich geregelt wird. Zack, werden die Milizen umgebracht, und ein Bauer bittet vorher sogar noch darum, die Leichen doch bitte einfach irgendwie zu vergraben. Ja, doch, ich kann mir richtig vorstellen, dass es in der Zeit unmittelbar nach Zusammensturz der Barriere genau so gewesen sein muss! Und deswegen ist Kapitel III vermutlich auch mein liebstes Kapitel bisher (aber auch wegen vieler kleiner Einzelstellen, zum Beispiel das „Flammenverzehren“-Vergleich ganz zu Anfang oder die Bemerkungen über eigentlich sehr blutrünstige Vögel, deren gefälliges Zwitschern darüber hinwegtäuscht, dass sie gierige Beutegreifer sind).

    Fehler und Sonstiges im dritten Kapitel:

    „zurückgekommen“ müsste es wohl heißen

    gefangener

    Der Satz ist komisch formuliert, wäre das erste „dass“ ein „sodass“, würde es schon runder klingen, aber noch immer etwas umständlich.

    das aus dem Inneren drang, vermischte

    Hm, geht das auch mit dieser Genitiv-Konstruktion? Ich kenne es nur als „allem Anschein nach“ …

    Das ist nicht so schön formuliert mit dem doppelten „Licht“.

    Komma nach „haben“ um den Einschub zu beenden

    ein weiteres Mal

    vielleicht

    Es ist schon klar, dass sich „diese kleine Tropfen“ auf den Tau beziehen, aber es liest sich doch irgendwie seltsam.

    Da stimmt die Zeit nicht, „aufgesucht hatte“ wäre zum Beispiel passend, oder eben „hatte aufsuchen müssen“.

    Finde ich nicht so schön die Wiederholung mit „Drang“.

    Komma weg

    Das mit dem „geschockt“ klingt hier an dieser Stelle nicht so elegant, auch weiß ich gar nicht so recht, was mir das insgesamt sagen soll, also wohl, dass sich auch die Bauern irgendwie retten konnten?

    Komma weg

    nach vorne

    Das Komma nach „geworfen“ müsste weg und stattdessen eins hinter „herausragten“, an sich übrigens eine schöne Beschreibung.

    irgendetwas

    Komma weg

    Es tut mir leid

    Musste hier ein bisschen lachen.



    Kapitel IV ist ein relativ kurzes Kapitel, gemessen an der Bedeutung, die sein Inhalt hat: Es ist die weichenstellende Entscheidung Onars, Lee und seine Leute als Söldner auf dem Hof zu beschäftigen! Die Kürze gerät dem Kapitel aber nicht zum Nachteil, einzig das Gespräch mit Onar wird mir ein bisschen zu schnell erfolgreich beendet, da hätte vielleicht ein bisschen Bedenkzeit des sonst ja so skeptischen Großbauern realistischer gewirkt. Aber sei's drum: Es ist ja durchaus eine gute erzählerische Entscheidung, die Dinge nicht unnötig in die Länge zu ziehen.
    Soll gegen Ende des aktuell letzten Kapitels etwas nachvollziehbarer werden
    Was hier an diesem Kapitel sehr durchkommt, mehr als vorher schon, ist, wie Lee seine Sprechweise anpasst, je nachdem, mit wem er es zu tun hat. Innerhalb seiner Truppe redet er ja relativ normal bis rau, kurze und knappe Anweisungen und so weiter. Wendet er sich nach außen, verwendet er sogar die „Sie“-Anrede (ist diskutabel, wie gut die eigentlich ins Gothic-Setting passt, für mich wirkt sie dann doch immer ein bisschen wie ein Fremdkörper) und schlägt häufig einen eher „höfischen“ Ton an, den er ja auch entsprechend am Königshof gelernt hat. Manche Bauern mag er damit beeindrucken, manchen eher als eitler Geck daherkommen. Ich finde es eigentlich ganz passend, dass Lee seinen jeweiligen Redestil nach taktischen Gesichtspunkten aussucht. Lediglich im Gespräch mit Onar finde ich das an einer Stelle etwas übertrieben:

    „lebensspendender Nahrungslieferant“ klingt schon sehr gestelzt, und ich glaube auch nicht, dass das eine Formulierung ist, von der Lee glauben kann, dass sie Onar besonders beeindruckt.
    Mich dünkt, Sie behalten damit Recht
    Was mir gut gefällt, ist, wie die Bauern allgemein auf die Neuankömmlinge reagieren. Die nämlich begrüßen sie nicht als Retter oder willkommenen Schutz in der Not, sondern stehen ihnen wirklich abweisend gegenüber, und man merkt, dass sie durchaus die Meinung haben, die Dinge selber in die Hand nehmen zu können, und zu den „Dingen“ gehört dann auch im Zweifel, die Sträflinge um Lee bei nächster Gelegenheit achtkantig vom Hof zu schmeißen. Das, finde ich, ist eine tolle Ausgangssituation (die ja auch auf gewisse Ansätze im Spiel Bezug nimmt, meine ich); die Söldner haben einen schweren Stand und müssen sich den Respekt erst verdienen. Gut!

    Insgesamt sehe ich also auch dieses Kapitel positiv, mag es auch kurz sein.

    Fehler und Sonstiges in Kapitel IV:

    Bengars Hof

    Das erste Komma muss weg. Und: Ob diese Leute wohl zu Dexters späterer Bande gehören?

    Komma nach „hingen“

    den anderen

    Sehr seltsamer Satzbau, eher: „Sein kleines Gefolge hatte dem mit offenen Mund zugeschaut und …“

    Komma weg

    Komma nach „war“



    Zu Anfang des fünften Kapitels ruft Lee dann erst einmal die Autonome Republik Onaristan aus, zumindest klingt es so, und ich bin am Überlegen, ob ich Lees Gerede über den Hof als eigenen Staat nicht einen Tick zu viel finde. Gerade Lee hätte ich da eine nüchternere Betrachtungsweise unterstellt, andererseits wählt er diese Worte vielleicht auch bewusst etwas großkotzig, um so seine Leute besser auf Linie bringen zu können. Wer weiß.

    Im Zentrum des Kapitels steht aber Lees Begegnung mit, ja, wer ist es eigentlich, Maria? Jedenfalls die Dame, die die Wäsche trägt, und da gehen sich die beiden ja bald gegenseitig an die Wäsche, aber nicht im netten Sinne. Ich finde die Szene deshalb sehr gut, weil sie eine andere Facette vom sonst doch seeehr kontrolliert auftretenden Lee zeigt. Dass er da bald am Ausrasten ist, das kommt überraschend, ist eine neue Seite an ihm und lässt ihn auch sehr menschlich wirken. Eine gute Szene, finde ich!

    Abgesehen davon passiert im Kapitel nicht viel, aber das muss es ja auch nicht. Was vielleicht noch erwähnenswert ist, wie du Lares' Rolle hier wieder etwas ausbaust – wie schon im Kapitel davor. Ein bisschen ist er ja sowas wie der „Joker“, also der Witzemacher und Sprücheklopfer, der Mann mit der großen Klappe, der aber trotzdem geduldet wird. Steht ihm ganz gut, finde ich!

    Insgesamt also auch ein ganz gutes Kapitel!

    Fehler und Sonstiges in Kapitel V:

    Ein Punkte sollte schon hinter das II.

    Assassinen

    Komma weg

    Bei der Formulierung mit dem „jener“ klang das erst so, als würde Buster seinen Anführer Lee wegschicken.

    stüzte

    vom vielen Rumstehen



    Das sechste Kapitel ist auch eher kurz, und sein Titel hält, was er verspricht. Es geht nicht nur, aber vor allem um Sekob bzw. dessen Hof. Und Sekob wird hier nun wirklich als ziemliches Ekel präsentiert, und das passt zu dem, was man aus dem Spiel so von ihm mitbekommt – dagegen wirkt Till ja nachgerade sympathisch! Dass Lee da überhaupt keinen Bock auf den Bauern hat, kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Abgesehen davon passiert aber nicht viel im Kapitel, außer eben, dass die Söldner schon anfangen, sich Respekt zu verdienen: Der Feldräuberschuss von Cipher – wieder einmal Cipher, bin mir mittlerweile sicher, dass du den besonders magst! – ist ja schon ein ziemlicher badass-Moment.
    Gut, den hab ich ja schon im neuen Lager aufgebaut
    Fehler und Sonstiges im sechsten Kapitel:

    Kein Fehler, aber mir ist aufgefallen, dass du ab diesem Kapitel die Kapiteltitel gar nicht mehr unterstrichen hast, im Gegensatz zu vorher.

    Komma nach „war“



    Kapitel VII ist wieder ein längeres Kapitel, und hier passiert dann ja auch einiges. Vor allem aber wird erst einmal ein bisschen Hofleben präsentiert, und wie die Bauern da bei Theklas Küche stehen und schwatzen, das ist schon ziemlich gut getroffen. Gut finde ich auch, wie nochmal der Widerstand der Bauern, gemeint die allgemeine Antipathie gegen die Söldner, thematisiert wird. Und ja: Natürlich war bei dem Bauern, der Lee auffällt, tatsächlich schon ziemlich klar, dass der allzu bald noch Ärger machen würde.

    Bis es so weit ist, wird aber erst einmal Eintopf gegessen. Dass Theklas Spezialeintopf so ausgiebig thematisiert wird und auch wirklich sehr besonders schmeckt, dagegen habe ich nichts einzuwenden. Die Reaktion der Söldner finde ich dann aber doch weit, weit überzogen, das geht ja schon ins Parodistische über, und spätestens, als Cipher Tränen weint, wird es doch zur Karikatur. Ich weiß nicht genau, ob das so beabsichtigt war, aber mir geht das zu weit, es passt auch sonst nicht in die eher ernst und „bodenständig“ gehaltene Geschichte hinein. Tränen in den Augen hätte ich allenfalls wegen Flashbacks hinsichtlich des letzten, missglückten Fleischkonsums plausibel gefunden.
    Ich hab das eher so gesehen, dass die Söldner das erste Mal seit ihrer Inhaftierung wieder mal etwas gescheit gekochtes gegessen haen, weshalb ichs eigentlich immer noch nicht so überzogen finde
    Ähnlich fehl am Platze erschien mir dann zunächst auch Theklas Verhalten gegenüber Lee, diese aufdringliche Süßholzraspelei. Ein bisschen wird es dann zwar damit erklärt, dass das eben so Theklas Masche ist. Immerhin lässt sich Lee dann ja gar nicht mal so sehr einwickeln, von daher geht die Szene im Ergebnis wohl doch in Ordnung.

    Schön fand ich dann die Auseinandersetzung mit diesem besonders aufmüpfigen Bauern. Wie am Ende Lee dessen Axt in den Dachfirst schleudert und sie im Balken steckenbleibt, das ist ein schönes Bild. Was mir aber richtig gut gefällt, ist, dass es damit ja nicht getan ist. Ich hätte gedacht, okay, so perlenschnurartig wie die Story bisher aufgebaut war, ist die Sache mit diesem Bauern erstmal abgefrühstückt, aber kaum ist Lee von Grom wieder da, taucht er ja erneut auf und sucht richtig Stunk. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, das fand ich gut.

    Das Gespräch mit Grom selbst fand ich auch gar nicht so schlecht. Es ist eine schöne Ergänzung zum Spiel, dass hier der Versuch unternommen wird, zu erklären, warum Grom eigentlich so krasse Ausweidungsskills hat. Ein bisschen dubios wirkt das aber auch nach den Erklärungen noch. Und ich muss sagen: Die Begegnung mit Marlon steckt mir ja noch immer in den Knochen, da hätte ich, wenn es nicht gerade Grom gewesen wäre, schon Angst gehabt, dass Lee hier direkt wieder auf einer Speisekarte landet.

    Alles in allem trotz der Kritikpunkte ein schönes Kapitel (auch wegen der Beschreibungen: Das Paillettenkleid aus (bzw. „von“, naja) Schatten zum Beispiel) – und ich bin gespannt, was eigentlich auf diesem mysteriösen Zettel steht, vor allem, da der Bauer ihn ja unbedingt haben will.

    Fehler und Sonstiges in Kapitel VII:

    Ich verstehe die Idee dahinter, sprachlich und klanglich finde ich das aber doch nicht so gut mit dem „-gunst“.

    Assassinen

    Da ist ein Leerzeichen zu viel.

    Ziel

    Komma weg



    Kapitel VIII, das neueste Kapitel, aber auch schon knapp drei Jahre alt. Ich finde ja, dass du über die Jahre so den Stil und den Ton der Geschichte erstaunlich gut beibehalten hast!
    Vor drei Jahren wurde der Post gesetzt, der Großteil des Inhalts stammt tatsächlich aus 2019
    Beim Ringen um den Zettel habe ich übrigens erst viel weniger als Lee verstanden. Mir kam zwar kurz der Gedanke, dass auf dem Zettel eine Liebesbotschaft stehen könnte, dann aber habe ich mich gefragt, warum Thekla und Grom sich gegenseitig Zettel senden sollten, wenn sie doch nicht weit voneinander entfernt wohnen. Eine Erklärung ist, weil sie ihre Beziehung geheimhalten müssen, aber dann sind solche Zettelmitgaben ja gerade kontraproduktiv. Eine andere wäre, dass der Weg ins Tal einfach zu gefährlich für Thekla ist, und das wird es dann wohl sein (obwohl Grom ja seinerseits zum Hof kommen könnte und dazu ja wahrscheinlich sogar gute Vorwände finden könnte, aber naja).
    Den Reiz von Liebesbriefen hast du aber auch nie gekannt, oder?
    Mal ganz abgesehen davon, dass doch beide beschäftigt sind...

    An sich find ich diese Art „Auflösung“, warum dem Bauern, der sich als Gunnar entpuppt, der Zettel so wichtig ist, aber eine gute Idee. Und es eröffnet Lee ja einen gewissen diplomatischen Weg, und das finde ich gut, dass er den Bauern, der seine Stellung auf dem Hof gefährdet, nicht durch bloßes Niederkloppen „unschädlich“ macht. Hier greifen die Geschehnisse also ganz gut ineinander.

    Was mich dann aber wunderte, war, dass Lee sich selbst als vielbeschäftigten Mann sieht und auf einmal so müde und erschöpft ist. Denn mal ehrlich: So viel hat er doch an dem Tag noch überhaupt nicht gemacht. Bei Sekob gewesen, gefressen, bei Grom gewesen.
    Bengar gerettet, Leichen entsorgt, eigentlich ist es eher viel zu viel für einen Tag *husthust*
    Also ich glaube, als Bauer auf den Feldern würde Lee wohl nichtmal einen halben Tag überstehen. Ein bisschen bin ich deshalb aber geneigt, Lees Erschöpfung nicht nur mit den Geschehnissen des vergehenden Tages, sondern mit den in der Tat kräftezehrenden, anstrengenden, „stressigen“ Tagen davor zu begründen. Dann passt es wieder – ebenso wie ihn ja auch die Last der Verantwortung ein wenig niederdrücken muss, was Torlof später ja auch so ein bisschen anklingen lässt. Nichtsdestotrotz: Hier an dieser Stelle ist diese Erschöpfung ein bisschen seltsam „geframed“. Insgesamt dient es immerhin dazu, Lee noch ein bisschen „menschlicher“ darzustellen, und auch beim Einschlafen wird gezeigt: Der Kerl hat Schwächen und Schwachpunkte, absolut (und die zeigen sich übrigens auch in der Fiesheit gegenüber Grom, den Zettel zurückzuhalten )! Den Dialog kurz davor mit Wolf fand ich übrigens ziemlich gut.

    Die Szene zwischen Onar und Torlof fand ich dann auch gut, zumal hier ja auch der Grundstein für Torlofs spätere exponierte Stellung auf dem Hof des Spiels gelegt wird. Vergleichbares geschieht dann ja im Gespräch zwischen Onar und Lee: Hier wird ja vorbereitet, dass Lares als Kundschafter in die Stadt geschickt wird. Diese kleinen Anbindungen ans und lückenfüllenden Erklärungen zum Spiel machen diese Geschichte auch ein bisschen aus, finde ich. Das ist auch sehr klassisch „Fanfiction“, aber im besten Sinne. Lees Erinnerungen an Hagen sind dabei auch ganz nett, ebenso wie der Ton, auf der die Szene mit Onar und damit das Kapitel endet.

    Von daher: Mit diesem Post hast du die Geschichte souverän ins Jahr 2016 geführt!

    Fehler und Sonstiges in Kapitel VIII:

    Kein Fehler und eigentlich sogar präziser beschrieben, da die Idee (nicht aber deren Ausführung) nun einmal bestand, aber eine „wäre“-Formulierung fände ich trotzdem passender.

    Tja, hm, geht das eigentlich? Oder sollte man das eh schlicht und ausschließlich im übertragenen Sinne verstehen?

    Derartiges

    Morgen

    Hier müsste ein Komma hinter „kam“ stehen. Allerdings finde ich die Formulierung ohnehin nicht gut: Was meint das, „die nach Torlof kam“, inwiefern „kam“ sie denn?

    Das ist etwas ungelenk formuliert.

    ihm

    Armee

    Das Komma muss weg. Der Rest des Satzes wirkt aber auch seltsam, mit dem doppelten „Reaktion“ und so, da hast du dich wohl zwischen zwei möglichen Varianten des Satzes verheddert.

    Komma nach „hat“

    Rhobar II.; außerdem ein Komma nach „sind“



    Ja, und damit bin ich am vorläufigen Ende der Story angekommen, oder besser gesagt, eben am vorläufigen Ende des Storythreads! Und ich muss sagen: Auf die Story, die ich so lange habe links liegen lassen, auf die habe ich beim Lesen sehr schnell sehr viel Lust bekommen, und jetzt würde ich mir natürlich mittelfristig eine Fortsetzung wünschen. Denn: Obwohl die Story ganz sicher nicht als großes Kunstwerk daherkommt, keine von deinen sonst deutlich durchdachteren, man kann auch sagen „verkopfteren“ Storys ist, lässt sie sich doch gut und unterhaltend lesen, kommt dabei aber auch nicht flach daher, trotz ihrer linearen Struktur. Sie ist Gothic-Fanfiction traditioneller Couleur, ist eng am Spiel, aber nicht sklavisch nacherzählend, baut Brücken zu der ingame-Lore und präsentiert neue Ideen. Noch dazu sind die Dialoge die meiste Zeit gelungen, und ein paar ungelenker Formulierungen zum Trotz hast du auch immer wieder schöne Beschreibungen parat. Handwerklich und erzählerisch gut finde ich auch, wie du die vielen Charaktere alle halberlei zur Geltung bringst, ohne dass dieses „zur Geltung bringen“ als Selbstzweck erscheinen würde. Lares, Lee, Torlof, Cipher, auch Wolf oder Buster – sie alle bekommen hier ein bisschen Charakter, und das finde ich bei so einer großen Gruppe schon eine Leistung, zumal ja auch Leute von außen wie Thekla, Grom, Gunnar und Onar, oder zeitweilig eben auch ganz neue Kreationen wie Marlon dazukommen, die als Figuren ja auch entwickelt werden wollen. Das gelingt dir alles recht gut, alle Achtung! Ich jedenfalls habe mich beim Lesen von Anfang bis eben zu diesem vorläufigen Ende gut unterhalten gefühlt.
    ------------------------------------------------------------------------------
    Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, John.
    Und auch vielen Dank fürs Fehlerfinden, ich werde die Korrekturen dann nach dem Wettbewerb angehen und dann auch vielleicht wieder das letzte Kapitel erweitern oder gar mal wieder einen neuen Post beginnen. Ich bin auch positiv überrascht, dass die Geschichte doch so gut anzukommen scheint, nachdem sie ja niemand zu lesen wollen schien...

    Beste Grüße,

    Oblomow Ende.

  6. View Forum Posts #86 Reply With Quote
    Frühstücksdirektor John Irenicus's Avatar
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    John Irenicus is offline
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    Wenn du dich an icq-Abende aus der Zeit erinnerst, weißt du ja vielleicht auch, woher ein Großteil der Inspiration für das Marlonkapitel gekommen ist...
    Oh lala

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    Es sollte eigentlich die Erklärung sein, weshalb Marlon an jenem Abend schon so viel auf den Grill gepackt hatte, obwohl er das ankommen der Söldner kaum erahnen konnte
    Ah, okay, jetzt verstehe ich das, und so passt das auch besser. Bei dem Überangebot von Grillgut war ich ja ursprünglich davon ausgegangen, dass Marlon das halt im Zweifel alles alleine verputzt hätte, aber ursprünglich war ich ja auch noch davon ausgegangen, dass Marlon irgendwie so ein Dämon ist oder so, der das entsprechend schafft, aber da er ja doch ein ganz "normaler" Mensch ist, kann das ja wirklich nicht für ihn alleine gedacht gewesen sein. Hätte ich aber nicht gedacht, dass Warane darauf Wert legen, ihr Fleisch gegrillt zu bekommen. Aber das kann ja auch eine Eigenheit Marlons sein, der sich einfach am Geruch vom gegrillten Menschenfleisch erlabt.

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    Ich hab das eher so gesehen, dass die Söldner das erste Mal seit ihrer Inhaftierung wieder mal etwas gescheit gekochtes gegessen haen, weshalb ichs eigentlich immer noch nicht so überzogen finde
    Naja, aber da hätte ich gedacht, realistischerweise hätte man so nen Eintopf doch auch selber innerhalb der Barriere kochen können. Also, sicher nicht so einen guten wie Theklas Eintopf, aber doch immerhin einen gescheiten Eintopf!

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    Den Reiz von Liebesbriefen hast du aber auch nie gekannt, oder?
    Ich habe halt nie einen Liebesbrief bekommen.

    Quote Originally Posted by Oblomow View Post
    Bengar gerettet, Leichen entsorgt, eigentlich ist es eher viel zu viel für einen Tag *husthust*
    Ja gut, das hatte ich da gar nicht mehr so auf dem Schirm, dass das alles der selbe Tag ist. Das ist dann schon nicht allzu wenig. Ich würde aber trotzdem sagen: Lee ist ja kein Bürohengst oder so, der sollte es ja eigentlich gewohnt sein, auch mal viel Stress zu haben!

  7. View Forum Posts #87 Reply With Quote
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    Na in mindestens einem Kommentarthread hattest du mehr Posts als ich.

    ------------------------------------------------------------------------------
    Ein paar Worte zu Lord Regonas' neuer Story "Fellan der Donnergott" und dem neuen Post in selbiger Geschichte. Wobei ich zur Fortsetzung gar nicht so viel zu sagen weiß. Erst einmal Dankeschön, dass du dieses gruselige Bild hinter einem Spoiler versteckt hast.
    Das hat Bedeutung

    Inhaltlich dreht sich die Handlung nun um den namensgebenden Fellan. Ist natürlich schon eine gewisse Ironie, dass der so paranoid daherkommende Zwangsreparierer nun tatsächlich ohne Dach überm Kopf dasteht, zumindest, was seine eigene Hütte angeht. Da hatte er mit seinen Prognosen, dass die Hütte zusammenstürzen wird, ja doch recht.
    Hehe

    Seine Aufnahme im Kloster erfolgt dann ja ziemlich problemlos. Ich bin mir auch noch nicht so sicher, ob Parlan wirklich verstanden hat, dass Fellan nur vorübergehend im Kloster Bleibe sucht. Ich hatte da ja erst gedacht, Fellan will halt nur die Nacht über bleiben, um dann tagsüber seine Hütte aufzubauen oder was auch immer. Aber offenbar sind die Weichen auf einen längeren Aufenthalt gestellt. Wenn es so ist, kann Fellan sich aber eigentlich glücklich schätzen. Jeder andere hätte dafür 1.000 Goldstücke und ein Schaf zahlen müssen.
    Er ist halt der Donnergott

    Meine Vorahnung ist jetzt natürlich, dass Fellan im Kloster irgendwie seine Donnergottfähigkeiten entdeckt. Aber vielleicht kommt es auch ganz anders. Noch kann ich nur spekulieren!
    Ich gebe nichts auf Spekulääähtionen...
    ------------------------------------------------------------------------------
    Dankeschööön
    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul,
    ash nazg thrakatulûk, agh burzum-ishi krimpatul

    Signum

  8. View Forum Posts #88 Reply With Quote
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    Als nächste Story steht bei mir "Luteros Ultimatum" von MiMo auf dem Wettbewerbsprogramm. Und da wusste ich schon nach ein paar Zeilen, woran ich hier bin: Nämlich an einer ziemlich klassischen Früh-MiMo-Story mit dem Kernkonflikt "Eklige fiese Oberstadtbewohner gegen hübsche junge Frau", wie es dann auch später nochmal ähnlich in "Verunreinigtes Licht" zu lesen war. An diese Story habe ich mich tatsächlich die ganze Zeit erinnert geführt: Ähnlich wie dort scheint auch in "Luteros Ultimatum" die wohlhabendere Stadtbevölkerung quasi ausschließlich aus sadistischen Menschenfeinden zu bestehen, gegen die sich die Protagonistin nun durchsetzen muss. Auch die Rolle der Miliz als bereitwillige Helfer der fiesen Machthaber ist eine ganz ähnliche, wobei hier bislang nur Wambo als eine Art Auftragskiller (sogar ganz assassinenmäßig mit Kapuze im Gesicht ) im Vordergrund steht. Und in Sachen exzessiv zur Schau gestellter Fiesheit hast du dann auch in dieser früher entstandenen Geschichte schon alles aus der Tube gedrückt, was sich rausdrücken ließ! Hier eine kleine Auswahl:
    „Das ist Nadja, die hab ich erst vor wenigen Tagen aufgegriffen. Gerade erst sechzehn und trotzdem verdammt geil im Bett. Ich hab sie selbst getestet. Und ganz unter uns: Sie wird der neue Star meiner lieben Laterne.“ Mit gierigem Ausdruck in den Augen betrachtete er seine Neuanschaffung.

    Ein fanatisches Glitzern trat in die Augen des Fremden und sein Mund breitete sich zu einem gierigen Lächeln, das die schwarzen Stummel, die einst Zähne gewesen sein mochten, unfeierlich entblößte.

    „Ich kenne die Namen der beiden Sklaven nicht, die die Schandtat verübten. Wissen Sie, ich pflege mir nur Namen von bedeutenderen Personen zu merken“, bemerkte der Arzt pikiert.

    Als die kleinen, von dem speckigen Gesicht umrahmten Augen seine Sklavin fanden, leuchteten sie auf und der breite Mund verzog sich zu einem breiten Grinsen. „Seeeehr gut, Wambo, wirklich seeeehr gut.“ Lutero weidete sich an der nur in ihr mit Blut voll gesogenes Nachthemd gekleideten Vitalia, deren Augen ganz verquollen waren. Ihre sonst so scharfe Zunge, schien sie heute verlegt zu haben. Mit stumpfem Blick starrte sie zu Boden, mied den Blick des fetten Mannes.
    „Was ist mit Snaf?“, hakte Lutero breit grinsend nach.
    Vitalia würgte bei dem Klang dieses Namens erbärmlich. Wambo schlug sie beiläufig, damit sie still war, und antwortete dann, das eine Wort genüsslich in die Länge ziehend: „Tot.“
    „Seeeehr gut. Und das Gold? Wo ist das Gold?“ Luteros breites Grinsen wurde noch breiter.
    Kurios find ich übrigens, wie du hier und noch an einer anderen Stelle das Wort "unfeierlich" benutzt hast:
    Die Fackel, die er fallen gelassen hatte, lag draußen vor der Hütte und beschien ihn unfeierlich von hinten.
    Also, bei der Stelle oben weiß ich ja noch, was gemeint ist, aber eine Fackel, die jemanden unfeierlich bescheint? Wie sieht das denn dann aus?

    Was sich jedenfalls ebenfalls als rote Fettspur durch die Geschichte zieht, das sind die unzähligen Beschreibungen des ekelhaften Fettsacks Lutero. Ich glaube, wenn ich dick wäre, hätte ich mich da wahrscheinlich beim Lesen ein bisschen diskriminiert gefühlt. Du bist da ja durchaus auch kreativ, z. B. in diesen beiden Passagen hier, die aber gleichzeitig auch schon weit über die Grenze des Karikaturhaften hinausgehen:

    „Hiergeblieben!“, röhrte das menschliche Walross und nahm hektisch zwei Stufen auf einmal.

    Zumindest stand Matteo plötzlich im Türrahmen von Luteros Schlafzimmer und hatte freien Blick auf den fladenförmigen Körper seines Bosses, der von einer vornehmen Bettdecke, die jedoch mit Fettflecken übersät war, verdeckt wurde. Darüber war Matteo auch ziemlich froh, nicht auszudenken wenn die Decke nicht da… halt. Nicht weiterdenken.
    Dass das Bett dann auch noch Fettflecken haben muss... naja gut, auf jeden Fall kann man dir nicht vorwerfen, bei der Charakterisierung Luteros halbe Sachen gemacht zu haben! Wäre ich mir nicht ziemlich sicher, dass du nie Monkey Island 2 gespielt hast (oder?), würde ich jetzt übrigens mutmaßen, dass Lutero von dem Gouverneur der Insel Phatt Island inspiriert ist, der dort den ganzen Tag im Bett liegt und sich durch so Rohre mit komischen Soßen füttern lässt:
    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)

    Wobei der eigentlich noch sympathischer ist als Lutero hier.
    Jedenfalls: Für meinen Geschmack war das alles, auch wenn ich dann immer mal wieder drüber schmunzeln musste, schon eine ganze Nummer zu dick aufgetragen. Auch wie dann so die Sklaverei in Khorinis ganz selbstverständlich betrieben wird (was ja der größte Unterschied zum Spiel ist), das passt zwar natürlich gut ins Gesamtbild der Geschichte, aber es war mir dann in der Summe einfach zu viel des Bösen, vor allem weil die Leute ja auch alle nur böse sind. Lutero hat keine anderen Charaktereigenschaften als Niedertracht, Faulheit usw. Und auch so Leute wie der Arzt Stolker oder Wambo scheinen alle nur dazu da zu sein, um der Protagonistin das Leben so schwer wie möglich zu machen. Das war mir dann alles ein bisschen zu platt von der Charakterdarstellung her, und das würdest du auch heute viel besser hinbekommen.

    Gleichzeitig kann ich jetzt aber nicht behaupten, dass mich die Geschichte nicht unterhalten hat. Es ist ja auch immer ordentlich was los, und man kann zu keinem Zeitpunkt voraussehen, in welche Richtung sich die Handlung bewegen wird. Nach dem ersten Post war ich mir ziemlich sicher, dass es eben darum gehen wird, dass sich Lutero von Vitalia um den Finger wickeln lassen wird und es dann in der Geschichte darum gehen wird, wie er versucht, abzunehmen und vielleicht auch ein besserer Mensch zu werden oder so. Das Ultimatum, das Vitalia ihm da am Ende des ersten Posts stellt, taucht ja schließlich auch im Titel der Geschichte auf (wobei ich mich gefragt habe, ob die nicht eigentlich eher "Vitalias Ultimatum" heißen müsste, schließlich ist Vitalia es ja, die Lutero ihr Ultimatum stellt), und dazu kommt noch diese große Überschrift "Frühling", die darauf schließen lässt, dass man jetzt Lutero durch die vier Jahreszeiten begleitet, wie er versucht, rechtzeitig bis zum Ende des Ultimatums muskulös und gutaussehend zu werden (eine ja schon ziemlich absurd hoch gegriffene Forderung, muss man sagen ). Aber dann nimmt die Geschichte sehr schnell eine ganz andere Wendung: Vitalia flüchtet mit dem Sklaven Snaf (bei dem ich natürlich zuerst dachte, dass es sich um den Koch aus dem alten Lager handeln würde, den man hier in seinem Leben vor der Inhaftierung kennenlernt, aber dann war er ja auf einmal tot) und wird von Wambo gejagt, bis sie sich schließlich wieder bei Lutero im Haus befindet und jetzt gar nicht mehr in der Position ist, irgendein Ultimatum zu stellen. Es scheint ja auch so zu sein, dass sie selbst davon ausgeht, wieder mit Lutero in die Kiste hüpfen zu müssen, sobald er genesen ist, weshalb sie dann auch versucht, diese Genesung möglichst hinauszuzögern und dabei mit dem Arzt aneinander gerät. Das hat also alles gar nicht mehr so viel mit der titelgebenden Prämisse zu tun. Ich vermute mal, dass du beim Schreiben des ersten Posts auch noch was anderes im Kopf hattest, als das was du danach geschrieben hast? Wahrscheinlich weil du auf eine Lutero-macht-Fitness-Geschichte dann doch keine Lust mehr hattest? So richtig planvoll wirkt die Handlung dadurch jedenfalls nicht, aber das kann natürlich auch täuschen. Vielleicht war es ja auch geplant, dass Vitalia ihr Ultimatum doch noch irgendwie durchsetzen kann und dass das alles noch Teil der Anfangsphase der Geschichte ist, bevor es dann mit dem Sommer, Herbst und Winter weitergehen sollte. Und wie gesagt, die Unberechenbarkeit der Handlung hat mir dann auch ganz gut gefallen. Mit Snafs Tod hätte ich z. B. auch nicht gerechnet. So ein bisschen habe ich aber auch das Gefühl, dass die Geschichte mit dem letzten Post in einer kleinen Sackgasse angekommen war und du vielleicht selbst nicht wusstest, wie es jetzt noch weitergehen sollte, nachdem die große Flucht schon einmal gescheitert war? Dass es nun um so Kabbeleien mit dem Arzt geht, das wirkt nach der ganzen Dramatik ja auch ein bisschen antiklimaktisch. Aber das ist alles schwer zu beurteilen, wenn man nicht die ganze Geschichte kennt.

    Ich geh jetzt mal ein paar Stellen durch, die ich mir notiert habe:
    Oben wartete Vitalia auf ihn. Sie war die beste Frau der Stadt. Bromor hatte ihm viel Geld dafür gegeben, dass er sie von der Straße geholt hatte. Wäre er dieser Bitte nicht nachgekommen, würde das Bordell am Hafen schon längst am Ende sein. Es gab keine bessere als sie.
    Das hab ich ja am Anfang überhaupt nicht verstanden, also wieso Bromor Lutero Geld gibt, dass er Vitalia "von der Straße holt"... Ich dachte dann zwischendurch mal, dass Vitalia sich vielleicht auf eigene Faust prostituiert hat und damit Bromor das Geschäft schwer gemacht hat, aber es scheint ja sogar so zu sein, dass sie einfach kostenlos mit jeder Menge Männern schläft und deshalb keiner mehr Bock auf Bromors Damen hat? Oder ist es einfach nur, weil sie so gut aussieht, dass jeder merkt, wie hässlich die Bromor-Girls im Vergleich sind? Also, so ganz bin ich nicht schlau draus geworden!

    Der Sklave kauerte leise wimmernd über dem Kronstöckelsalat und versuchte die Soße wegzuwischen. Morgen würde er eine fürchterliche Strafe bekommen. Natürlich musste er den neuen Teppich von seinem eigenen Gold kaufen.
    Das hier scheint mir ein handfester Logikfehler zu sein! Denn wie kann ein Sklave einen teuren Teppich von seinem eigenen Gold kaufen? Wenn er so viel Gold hat, dann heißt das wohl, dass er bezahlt wird für seine Arbeit? Aber dann ist er doch kein Sklave sondern ein Angestellter.

    Unruhig starrte er auf den hühnereigroßen Fleck am Boden zu seinen schmutzigen Füßen. Sein Atem beschleunigte sich. Gleich würde er zusammengeschlagen werden. Doch plötzlich beschleunigte sein Puls noch einmal beträchtlich und ein kühner Gedanke kam ihm. Umsichtig setzte er seinen Fuß auf den Fleck, sodass dieser ihn ganz verdeckte, dann blickte er zu seinem Meister auf und sagte schmierig: „Mir ist es wider Erwarten gelungen den Fleck zu beseitigen, Meister.“
    „Achja?“, misstrauisch zog er eine fettige Augenbraue hoch. „Zeig mir die Stelle.“
    „Es war dort, Meister“, antwortete Snaf und zeigte auf eine Stelle zwei Meter links von ihm.
    Lutero watschelte hinüber und bückte sich ächzend, wobei eine massige Bewegung durch seinen überdimensionalen Bauch fuhr. Der breite Hausherr musste sich eingestehen, dass da tatsächlich kein Fleck war. Also erhob er sich und rümpfte mit der Nase.
    Hier kommt mir Lutero ein bisschen sehr doof vor, dass er auf so einen billigen Trick reinfällt. Das war vermutlich aber Absicht, oder? Später schöpft Lutero ja auch nie Verdacht, wenn Vitalia ihm plötzlich wieder Honig ums Maul schmiert. Für einen einflussreichen Händler ist das aber vielleicht nicht ganz so glaubwürdig, dass der dann so dumm ist. Irgendwas muss der doch drauf haben, um in so eine Position gekommen zu sein und sich dort halten zu können.

    „Aber, aber…“, erwiderte Lutero schnell und setzte wieder sein affektiertes Lächeln auf, das ihm nicht einmal der blinde Mann abgekauft hätte, dem er gestern seine Frau gepfändet hatte.
    Was ist denn damit gemeint, "seine Frau gepfändet"? Ist die jetzt seine Sklavin? Aber warum wird die dann nie erwähnt?

    „Matteo! Ich leide Schmerzen! Nimm einem geschändeten Mann in der Blütezeit seines Lebens nicht seine Zeit!“, polterte Lutero ungehalten.
    „Äh, ja“, erwiderte Matteo beflissen, machte die letzten Schritte auf den Schemel zu und setzte sich bedächtig. In der Blütezeit seines Lebens stand Lutero wohl tatsächlich. Er hatte noch keinen Menschen gesehen, dessen Gestalt weniger aufgeblüht war.
    Hier müsste es wahrscheinlich "mehr" statt "weniger" heißen, oder? Ansonsten verstehe ich nicht, was damit gemeint ist. Es geht doch darum, dass Lutero fett ist, nehm ich mal an?

    Ja, also du merkst es wahrscheinlich, meine absolute Lieblingsgeschichte von dir ist das jetzt nicht, dazu waren mir die Figuren zu eindimensional und die dargestellte Niedertracht zu reißerisch inszeniert. Wäre das ein Film, würde man wahrscheinlich von einem Exploitation-Film sprechen. Unterhaltsam war das aber wie gesagt trotzdem von Anfang bis Ende, und es gab auch immer wieder Ideen, die mir gut gefallen haben, z. B. der Kronstöckelsalat, der im Gothic-Kontext ja wirklich die perfekte Dekadenzspeise ist. Ob es für meine Stimme in der zweiten Kategorie reichen wird, das hängt jetzt natürlich noch von der Konkurrenz ab. Ausgeschlossen ist das jedenfalls nicht, denn an den durchaus gegebenen Unterhaltungswert müssen die anderen Geschichten ja auch erstmal rankommen. Also mal schauen!

  9. View Forum Posts #89 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Das Ultimatum, das Vitalia ihm da am Ende des ersten Posts stellt, taucht ja schließlich auch im Titel der Geschichte auf (wobei ich mich gefragt habe, ob die nicht eigentlich eher "Vitalias Ultimatum" heißen müsste, schließlich ist Vitalia es ja, die Lutero ihr Ultimatum stellt), und dazu kommt noch diese große Überschrift "Frühling", die darauf schließen lässt, dass man jetzt Lutero durch die vier Jahreszeiten begleitet, wie er versucht, rechtzeitig bis zum Ende des Ultimatums muskulös und gutaussehend zu werden (eine ja schon ziemlich absurd hoch gegriffene Forderung, muss man sagen ).
    Wer weiß, vielleicht ist das ja auch so geplant, dass die Geschichte immer mehr kippt, und zwar wieder zu Lasten Vitalias, und dann ist es eben doch noch Lutero, der seinerseits ein Ultimatum an Vitalia stellt: Wenn du nicht bis Zeitpunkt X mit mir geschlafen hast, dann ... ja, was auch immer Lutero da noch so Fieses androhen könnte, was er noch nicht getan hat.

    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Hier kommt mir Lutero ein bisschen sehr doof vor, dass er auf so einen billigen Trick reinfällt. Das war vermutlich aber Absicht, oder? Später schöpft Lutero ja auch nie Verdacht, wenn Vitalia ihm plötzlich wieder Honig ums Maul schmiert. Für einen einflussreichen Händler ist das aber vielleicht nicht ganz so glaubwürdig, dass der dann so dumm ist. Irgendwas muss der doch drauf haben, um in so eine Position gekommen zu sein und sich dort halten zu können.
    Donald Trump hat's ja auch irgendwie geschafft ...

  10. View Forum Posts #90 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by John Irenicus View Post
    Wer weiß, vielleicht ist das ja auch so geplant, dass die Geschichte immer mehr kippt, und zwar wieder zu Lasten Vitalias, und dann ist es eben doch noch Lutero, der seinerseits ein Ultimatum an Vitalia stellt: Wenn du nicht bis Zeitpunkt X mit mir geschlafen hast, dann ... ja, was auch immer Lutero da noch so Fieses androhen könnte, was er noch nicht getan hat.
    Das ist halt die Frage, ob MiMo bei der Titelwahl sehr weit vorausgeplant hat oder sehr wenig.

  11. View Forum Posts #91 Reply With Quote
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    John Irenicus is offline
    Dass MiMo bei seinen Geschichten zu sehr weiter Vorausplanung neigt, ist ja allgemein bekannt. #kladde

    Die Frage ist dann nur, war das auch schon beim 2011-MiMo zu Beginn von "Luteros Ultimatum" so, oder kam die Neigung zur detaillierten Vorausplanung erst mit dem späten MiMo?

  12. View Forum Posts #92 Reply With Quote
    Deus Laidoridas's Avatar
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    Wenn ich da an das Making of von "Vollzeitmann" denke, dann glaube ich, der hat schon damals vorausgeplant!

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    Auweia, wann soll ich mich nur all dieser tollen Kommentare gebührend widmen?? Gelesen hab ich sie schon in der U-Bahn und beim Frühstücken, also: Danke schonmal vorab, Leute!

    Der Weg des Lee
    von Oblomow
    Kapitel 4 - 6

    Im vierten Kapitel kommt für Lee und seine Männer endlich die Wende: Das Vagabundieren hat ein Ende, sie haben bei Onar eine Bleibe gefunden. Und das ging sogar erstaunlich leicht von der Hand! Er hat zwar nicht sofort Ja gesagt, aber dass er mit bloßen Worten zu überzeugen ist, ohne sich überhaupt die anderen Männer anzusehen, zu fragen, für welche Verbrechen sie verurteilt wurden, und sogar ohne jemanden zu Bengars Hof zu schicken, um sich die Geschichte um die Rettung vor der Miliz aus vertrauenswürdigerem Mund anzuhören... Nein, Onar scheint noch fauler als geizig zu sein! Bei den Bauern und sonstigen Bewohnern des Hofes kommt das Misstrauen schon deutlich echter rüber, wie sie da direkt einen Kreis um Jarvis und Co. bilden, kaum dass sie den Hof betreten haben. Ein Wunder eigentlich, dass Lee es so einfach an ihnen vorbei und sogar ins Zimmer von Onar geschafft hat. Das allein zeigt wohl schon, welch anderer Wind vor Lees Ära auf Onars Hof geweht hat, die Söldner hätten einen Fremden wie ihn doch gar nicht erst reingelassen!
    Zuvor gab es auch noch die kurze Rettung der Bauersfrau. Ich hatte erwartet, dass sie als eine weitere Fürsprecherin neben Bengars fungieren soll. Da sie diese Rolle nun aber nicht eingenommen hat, frage ich mich, welche Rolle die Szene im Kontext der Geschichte noch spielen wird. Sollte hier etwa ein Love Interest eingeführt werden? Oder sollte die Szene doch bloß dazu dienen, an Lees früheren Umgang zu erinnern?
    Ein schönes Detail fand ich auch, dass die Banditen neben der Treppe schon vor Ort sind und direkt vermutet wird, dass sie aus dem Alten Lager stammen. Das ist, gemessen an ihren Geschäften mit Dexter und Raven, ja auch gar nicht unwahrscheinlich, dass das einfach ein paar Nonames von dort waren.

    Im fünften Kapitel steht mal nicht die Gruppe als Ganzes sondern Lee ganz allein im Mittelpunkt. Der Hof erinnert ihn an sein früheres Leben - sowohl indirekt als auch direkt in der Gestalt einer Wäscherin, die ihn erkennt. Lee hab ich immer für einen kühlen Kopf, einen berechnenden Strategen gehalten. Hier sehen wir aber, wie er angesichts der heftigen und ignorant vorgetragenen Vorwürfe ziemlich schnell die Beherrschung verliert. Gerade wie er sogar ganz bewusst die Axt ziehen will, nicht aus einem Reflex, sondern sogar darüber nachdenkt und es okay findet, lässt ihn doch plötzlich sehr abgebrüht dastehen. Es stimmt schon, dass er sehr emotional wirkte, als er in Gothic 1 von dem Verrat erzählt, der ihn in die Barriere brachte, und in Gothic 3 wird er ja regelrecht zum Schlächter. In Gothic 2 kam er mir nie so vor und vielleicht liegt es daran, dass ich ein anderes Bild von ihm im Kopf habe als das hier vermittelte.
    Mit der Rage ist es aber noch nicht mal ganz getan: Lee greift sogar direkt zur Flasche und bekämpft seine Emotionen mit Alkohol. Na, wenn das so weiter geht!

    Das sechste Kapitel empfand ich als sehr unterhaltsam. Es porträtiert das Leben, das Sekob, Till und Rosi auf ihrem Hof führen ziemlich gut, denke ich. Till war mit der falsch herum gehaltenen Säge vielleicht etwas überzeichnet, aber Sekobs Grantigkeit und der Umgang mit seiner Familie hat mir gut gefallen. Schon allein nach diesem kurzen Abschnitt kann man verstehen, warum Rosi im späteren Verlauf der Geschichte von Sekobs Hof fliehen wollen wird.

  15. View Forum Posts #95 Reply With Quote
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    Oblomows "Weg des Lee" habe ich jetzt auch durchgelesen. Weil das ja eine Fortsetzung des "neuen neuen Lagers" ist, wollte ich meiner Erinnerung da natürlich vorher nochmal ein bisschen auf die Sprünge helfen und habe mir auch meinen alten Wettbewerbsabstimmungskommentar dazu durchgelesen, in dem die Story schlechter wegkam als ich sie eigentlich in Erinnerung hatte. In jedem Fall wird mein neuer Kommentar zur neueren Story jetzt positiver ausfallen, so viel kann ich schon mal vorwegnehmen.

    Erstmal kurz zum Vorwort: Das ist ja schon ungewöhnlich, dass einem gleich zu Beginn der Inhalt der Geschichte in einem Satz zusammengefasst wird. Da es hier darum geht, schon (mehr oder weniger) bekannte Ereignisse der Spielgeschichte aus der Sicht von Lee zu erzählen, ist das aber auch nicht weiter problematisch. Man weiß dann halt direkt, woran man ist, und für Überraschungen ist dann trotzdem durchaus noch gesorgt, wie ja gleich das zweite Kapitel zeigt. Was diesen Anschluss an die Magier angeht, da weiß ich jetzt aber gar nicht, worauf sich das bezieht. In den Spielen gab es das ja nicht, also nimmt die Geschichte dann vielleicht doch noch andere Wege (oder kümmert sich womöglich um Figuren, die in Gothic 3 dann einfach weg waren?). Naja, jedenfalls ist die Geschichte bislang längst nicht so weit gekommen wie es im Vorwort angekündigt wird, und das klingt ja auch nach einer ziemlich ambitionierten Geschichte vom Umfang her. Ich frage mich auch, inwiefern der namenlose Held und seine ganzen Aktionen dann noch Teil der Geschichte sein müssten, weil die ja doch sehr entscheidend sind dafür, dass Lee von der Insel wegkommt und seine Rache am König möglich wird. Das klingt ein wenig so, als würde die Geschichte dann streckenweise zur Nacherzählung der Spielhandlung werden, aber eventuell würdest du das auch durch Zeitsprünge oder so lösen, wenn die Geschichte denn jemals so weit kommen sollte. Momentan spielt sich ja alles in der Zeit zwischen Gothic 1 und 2 ab, und da ergibt sich das Problem jetzt noch gar nicht.

    Der Anfang der Geschichte ist auch so ziemlich der schwächste Teil der Geschichte, finde ich. Auch wenn es sich hier um eine Fortsetzung handelt, finde ich den Einstieg nicht so gelungen. Das fühlt sich eher so an, als wäre das einfach ein Abschnitt mitten in einer Geschichte und nicht deren Anfang:
    "Wir sollten nicht allzu lange hier verharren", bemerkte Lee und der Rest schaute etwas ungläubig zu ihm herüber. "Ich habe das Gefühl, dass etwas passieren wird und ich glaube auch nicht, dass es etwas Gutes sein wird", endete er und schritt sogleich nach vorne. "Und wohin sollen wir gehen?", fragte Lares, doch Lee zuckte nur mit den Schultern und lief weiter, während der Rest sich ebenfalls in Bewegung setzte um nicht den Anschluss zu verlieren.
    Das schließt ja ganz unmittelbar an die Handlung des Vorgängers an und vermittelt nicht so das Gefühl, dass hier irgendwas Neues beginnt, dass irgendwie Spannung aufgebaut werden soll oder so. Und auch der Rest des ersten Kapitels hat mich dann erstmal nicht so begeistert. Dass die ehemaligen Sträflinge mit ihrer neuen Freiheit nicht direkt etwas anzufangen wissen, dass sie gejagt und auch von Leuten wie Orlan angefeindet werden, das ist eigentlich eine ganz spannende Ausgangssituation. Aber was dann hauptsächlich passiert, das sind erstmal nur so ein paar eher zufällig wirkende Kämpfe gegen Molerats und Goblinskelette, eben so ganz klassisches Gothic-Story-Material. Und da habe ich dann beim Lesen gemerkt, dass mich das nicht mehr so richtig fesseln kann.

    Zum Glück ändert sich das aber mit dem zweiten Kapitel direkt wieder. Zwar werden bei der Begegnung mit Marlon in erster Linie die üblichen Kannibalenklischees ausgepackt (Menschenfleisch schmeckt wie Hühnchen - das hätte ja wenigstens wie Scavengerkeule schmecken können!), weshalb es auch sehr schnell klar war, was Marlon für einer ist, aber das hat das Kapitel jetzt auch nicht weniger unterhaltsam gemacht. Wenn man als Leser das Unheil schon ständig nahen sieht und die Leute in der Geschichte immer noch nix merken, ist das ja auch immer ganz spannend. Dazu kommt dann noch diese kuriose Szene mit Cipher, in der er einen Annäherungsversuch Marlons missinterpretiert und über seine eigene Sexualität ins Grübeln kommt, bevor er sich erstmal in einem Sarg schlafen legt. Das war sicher die absurdeste Passage der Story, hat mir aber auch gerade deswegen gut gefallen. Und es führt dann ja auch dazu, dass Cipher Buster gerade noch rechtzeitig vor dem Kannibalen retten kann - was zwar schon einigermaßen absehbar war, wenn sich die Geschichte denn gut in die Geschichte der Spiele einfügen soll (in Gothic 2 leben die ganzen Söldner ja noch), aber sich trotzdem gut lesen ließ. Die Bestrafung Marlons ist dann gnadenlos und ziemlich grausam, aber für so eine Sträflingsbande auch ganz angemessen. Überhaupt hat es mir gut gefallen, wie du in der kurzen Szene, in der Buster und Cipher über ihre Vergangenheit reden, keine Scheu vor wirklich kriminellen Vergangenheiten hast. Gerade was Buster da abgezogen hat, ist ja schon richtig heimtückisch und macht Buster nun echt nicht zum Sympathieträger, aber dass bei so einer Gruppe von Knastis auch ein paar richtige üble Typen dabei sind, wirkt da nur glaubwürdig.

    Was mich dagegen immer so ein bisschen gestört hat, ist Lares' Verhalten: Der ist ja hier ganz anders drauf als im Spiel, erweist sich bei jeder Gelegenheit als raffgieriger und gewissenloser Fiesling, der sogar Lee bei der erstbesten Gelegenheit im Stich lassen will. Irgendwann hatte ich mich aber dran gewöhnt, dass Lares hier in der Geschichte eben so drauf ist, und das wird dann ja auch konsequent so durchgezogen. Bei Lee dagegen war ich mir bis zum vorläufigen Ende nicht sicher, was das jetzt eigentlich für einer ist. Die meiste Zeit über ist er mehr so der Gentleman, gerade auch den Damen gegenüber, und scheint von allen derjenige mit den edelsten Absichten zu sein. Aber dann gibts auch z. B. so eine Stelle hier:
    "Danke, Cipher", sprach Lee schließlich ein Wort des Lobes aus. "Nur ein Danke? Wäre er nicht gekommen, wäre ich jetzt Hackfleisch", empörte sich Buster über die Wortkargheit seines Anführers, der davon jedoch ungerührt blieb. "Ich denke Cipher weiß allein, was wir ihm verdanken, aber er bleibt nach wie vor nur ein Teil der Gruppe, sonst wird das nicht funktionieren", erklärte Lee und sah herüber zu Cipher um von seinem Gesicht abzulesen, dass er sich damit zurechtfinden konnte.
    Das wirkt so, als hätte Lee da Angst, die Kontrolle über die Gruppe zu verlieren, nachdem Cipher sie alle gerettet hat, und da ist er dann plötzlich ziemlich unfreundlich. Fand ich jedenfalls nicht so sympathisch von ihm! Im letzten Kapitel gibt es noch eine ähnliche Passage (das Gespräch mit Wolf), darauf komme ich dann gleich noch zurück.

    Nach der Kannibalenepisode geht die Geschichte mit dem Milizenüberfall auf Bengars Hof gleich ganz spannend weiter. Ein bisschen hat es mich gewundert, dass Bengar den Milizen nicht einfach ehrlich sagt, dass er von den Sträflingen bedroht wurde und keine andere Wahl hat, als sie auf seinem Hof zu dulden. Ob die Milizen das akzeptieren würden, ist natürlich eine andere Frage, aber die Chance wäre ja zumindest deutlich höher als es beim Eindruck zu belassen, er wäre irgendwie mit denen verbündet. Letztendlich stellt sich diese Entscheidung dann ja aber sogar als richtig heraus, denn nachdem die Milizen von Lees Leuten geplättet worden, hat er es sich mit dem Siegern dadurch nicht völlig verscherzt. Nette Idee jedenfalls, dass die toten Milizen dann schließlich den Drachensnappern zum Fraß vorgeworden werden, die anscheinend auch Aas fressen.

    Danach geht die Geschichte erstmal in erwartbareren Bahnen weiter: Lees Truppe kommt bei Onars Hof an, wo Lee es auch ziemlich schnell schafft, Onar von deren Einstellung als Söldnergruppe zu überzeugen. Da ja in der kurzen Zeit, in der die Söldner auf den Höfen sind, schon zwei Leute vor Feldräubern gerettet werden mussten, scheint mir diese Söldneranwerbung auch dringend nötig zu sein. Da fragt man sich ja unweigerlich, wie viele Leute da vorher täglich aufgefuttert wurden und wie die Stimmung so bei den Bauern ist. Lee gerät mit Elena aneinander, was ich zuerst für eine sich anbahnende Liebesgeschichte hielt, sich dann aber doch direkt in eine ganz andere Richtung entwickelt hat. Wobei das bei diesen ZDF-Romanzen ja auch gerne mal so ist, dass sich die Liebenden bei der ersten Begegnung unausstehlich finden, habe ich gehört! Trotzdem kommt mir eine Liebesbeziehung zwischen den beiden jetzt eher unwahrscheinlich vor, schließlich hält Elena ihn für einen Frauenmörder. Da hat mir Lee übrigens leid getan, auch wenn er sich bestimmt nicht besonders klug verhalten hat. Aber wenn einen alle für einen Killer halten und man gar nichts gemacht hat, kann man da sicher auch mal fuchsig werden.

    Das Kapitel rund um Sekob und Till liest sich dann auch ganz launig, auch wenn es erstmal nur so eine Einzelepisode bleibt und nicht so viel zur Geschichte beizutragen scheint. Die Söldner ziehen da ja einfach so ihr übliches Programm ab, retten einem Bauern das Leben und gehen dann wieder. Aber es zeigt eben, wie sie sich da auf den Höfen so allmählich Respekt verschaffen, was wahrscheinlich so die Rolle dieses Kapitels in der Geschichte ist. Lee scheint Sekob außerdem nicht ausstehen zu können, weil er ihn irgendwie an Assassinen erinnert und will deswegen nicht zum Essen bleiben. Ist schon manchmal ein komplizierter Typ, der Lee!

    Im siebten Kapitel wird Theklas legendärer Eintopf und dessen Stärkungseffekt angemessen gewürdigt. Dass das Kapitel den Namen "Eintopf mit Folgen" trägt, ließ mich schon mutmaßen, dass der Eintopf irgendwelche ungewünschten Nebenwirkungen haben könnte, aber das ist ja dann doch offenbar genau der Eintopf, den man aus den Spielen kennt. Die Folgen, das ist wohl der Auftrag, den Lee für Thekla bekommt, und der mir aber erstmal gar nicht so folgenreich zu sein schien. Dass der tatsächlich ein paar ungeahnte Konsequenzen hat, zeigt sich dann eigentlich erst im nächsten Kapitel. Nicht ganz verstanden habe ich, wieso sich Lee hier eine Ausrede einfallen lassen muss für seine Abwesenheit, nur weil er mal eben zum Holzfäller gehen will (der ja eigentlich direkt nebenan haust). Es ist doch sowieso vorgesehen, dass Lees Truppe nicht nur Onars Hof, sondern auch den von Sekob und Bengar bewacht, also wird doch niemand erwarten, dass Lee die ganze Zeit bei Onar abhängt? Wenn er dann mal kurzzeitig weg ist, dann könnte er ja einfach auf einem der anderen Höfe sein. Tatsächlich gibt es dann ja aber im nächsten Kapitel wirklich Ärger wegen dieses Ausflugs. Das konnte ich dann auch nicht so richtig nachvollziehen, aber gut, anscheinend ist Onar da ganz streng und will Lee wohl nicht weglassen von seinem Hof. Das achte und bislang letzte Kapitel fand ich aber auch insgesamt nicht so gut wie die vorhergehenden, weil mir da einige Verhaltensweisen der Leute nicht so richtig nachvollziehbar waren. Vor allem diese Sache mit Gunnar, dem pimpfigen Bauern, der den General Lee bedrohen will und eigentlich keine Schnitte gegen ihn hat: Wieso geht Lee denn bitteschön auf den Handel mit ihm ein? Der oder die anderen Bauern sind doch nun wirklich keine Bedrohung für die Söldner, und gerade nachdem Gunnar schon versucht hat, Lee zu töten (bevor der überhaupt wusste dass es um Thekla geht), hätte ich an Lees Stelle ja mal wirklich keinen Bock auf einen Handel mit dem gehabt. Grom und Thekla sind doch beide viel netter, wieso denen dann nicht zu ihrem Glück verhelfen? Hab ich nicht kapiert! Auch die Begegnung mit Wolf war dann sehr merkwürdig. Da lässt Lee wieder den Boss raushängen und quetscht ohne richtigen Grund Wolfs Schulter kaputt. Vielleicht ist das Absicht, dass Lee so unsympathische Seiten haben soll, aber das war mir hier wirklich gar nicht verständlich, wieso der so reagiert. Wolf hat sich doch sogar bei Onar für Lee eingesetzt und ihm versichert, dass Lee auf jeden Fall bald zurückkommen wird. Mir ging es da genauso wie Wolf selbst, dass ich keine Ahnung hatte, was er anderes hätte sagen sollen. Und Lee selber scheint ja auch nicht zu wissen, was er da eigentlich erwartet hat.
    Zum Schluss wird dann im Dialog mit Onar noch Lord Hagen in die Geschichte eingeführt, da läuft jetzt alles mit großen Schritten auf das bekannte Gothic-2-Szenario zu. Wie es dann weitergegangen wäre (oder vielleicht noch weitergehen wird?), das weiß man jetzt nicht so genau. Vielleicht wäre dann auch der Namenlose noch aufgetreten und es wäre wirklich zu einer auszugsweisen Gothic-2-Nacherzählung geworden.

    Insgesamt habe ich die Geschichte jedenfalls recht gerne gelesen. Das erste und letzte Kapitel fand ich wie gesagt etwas schwächer, aber dazwischen war es eine unterhaltsame Geschichte. Ein bisschen getrübt wurde das Leseerlebnis wie bei älteren Oblomow-Geschichten üblich durch die zwischenzeitliche Absatzlosigkeit (die ja aber auch nicht von Anfang bis Ende durchgezogen wird, zwischendurch lief das mal richtig gut mit den Absätzen!), und auch dein Avatar ist mir da diesmal etwas auf den Keks gegangen. Beim Lesen längerer Texte ist so ein animiertes Gif der Konzentration nicht so zuträglich, habe ich gemerkt.

    Drei Stellen hab ich mir noch rausgeschrieben, die ich etwas merkwürdig formuliert fand:
    "Ob der schläft?", fragte Buster laut Lares, doch nur kurz darauf sprang der Wirt unter dem Schreien von diversen Drohgebärden auf und beantwortete diese Frage somit selbst.
    Drohgebärden kann man doch nicht schreien, weil sie eben, ja, Gebärden sind!

    Er war dazu gewillt den Willen seines Gegenübers zu übergehen, umso mehr als dass jener ohnehin nicht seinen eigenen vertrat.
    Wenn er den eigenen Willen vertreten würde, gäbe es ja auch gar keinen Anlass dafür, diesen Willen zu übergehen, oder?

    "Aber versucht es vielleicht einmal bei Onar, er hat einen etwas eigenen Kopf und auch viel mehr Besitz, als etwa ich", empfahl er ihnen darauf, um die Situation etwas schön zu klecksen.
    Den Ausdruck "schönklecksen" hab ich zumindest noch nie gehört.

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    Der Weg des Lee
    von Oblomow
    Kapitel 7 - 8

    Im siebten Kapitel tritt Thekla mit ihrem Eintopf in den Mittelpunkt. Und in der ersten Hälfte des Kapitels muss die Faszination um Theklas Eintopf den Spannungsbogen auch beinahe gänzlich alleine stemmen. Zunächst war ich sehr angetan von der aufgeheizten Stimmung und den hochtrabenden Gefühlen beim Verzeht, doch irgendwann hatte ich ein wenig das Gefühl, dass hier nur so das Theklas-Eintopf-Standardprogramm abgespult wird. Sie gehen zu Thekla, essen ihren Eintopf, sind verzückt vor Freude, fertig. Keine großen Überraschungen.
    Einzig das Drumherum mit den mosernden Bauern verhilft da etwas Linderung. Die Erwähnung von acht Bauerngeboten, von denen Thekla offenbar gerade eins bricht, fand ich sehr interessant. Das war einfach ein Happen Lore, der das Leben auf dem Hof gut verdichten könnte, wenn er denn nicht nur bloß angerissen worden wäre.
    Doch nicht nur Thekla soll in diesem Post eingeführt, sondern auch Grom. Ich war etwas irritiert, dass Lee ihm letzten Endes nur den Korb bringt. Ich hatte das so verstanden, dass er das Holz holen soll. Als Charakter hat mir Grom aber gut gefallen. Wie er da mit einem Zelt voller Trophäen und in seliger Erinnerung an seinen Vater ein einsames vom Sägen erfülltes Leben führt... Ohne seine Vorstellung zu sehr in die Länge zu ziehen, ist die Figur aus dem Spiel hier schön weitergesponnen worden.
    Dass Lee unter den Bauern einen ernsthaften Widersacher bekommen hat, hab ich bisher nicht erwähnt, obwohl er hier am Ende doch noch für einen richtigen Cliffhanger sorgt! Bis zu diesem Moment hielt ich den Zettel für recht belanglos, doch wenn der Bauer Lee den ganzen weiten Weg durch die Wildnis folgt und ihn dann auch noch bedroht, obwohl dieser ihm seine Überlegenheit bereits demonstriert hat... Das muss ja ein richtig doller Zettel sein!
    Lees Charakter find ich in diesem Kapitel übrigens wieder nachvollziehbarer. Obwohl der Bauer ihn penetrant provoziert hat, ist er ruhig geblieben, hat sich defensiv verhalten und trotzdem einen Weg gefunden, ihn in seine Schranken zu weisen, indem er kurzerhand seine Axt im Dachfirst versenkt. Das ist ein Lee, wie ich ihn leiden kann.

    Kommen wir zum bislang und schon seit einer sehr langen Zeit letzten Kapitel der Geschichte. Und in diesem letzten Post passiert ja noch so einiges!
    Zunächst einmal lässt Lee sich auf einen merkwürdigen Handel mit Gunnar ein. Während er vorher stets bemüht war, ihn in seine Schranken zu weisen und ihm keine Macht über sich zu geben, willigt er nun einfach so in den von ihm vorgeschlagenen Handel ein - und nimmt dafür auch noch das Risiko auf sich, Grom zu verprellen, den er doch so sympathisch gefunden hatte. Überhaupt, dass es bei der Sache mit dem Zettel nur um Techteleien gehen soll, da hatte ich irgendwie was Größeres erwartet. Und hier wechselst Lee dann auch wieder in seinen Schlächtermodus, da er Gunnar den Kopf spalten will.
    Noch unverständlicher geht es mit Wolf weiter. Wolf hatte ihm gesagt, dass er nicht der richtige Mann dafür ist und Lee hatte ihm in Gedanken sogar zugestimmt. Nun hat er nichts Schlimmeres gemacht, als Onar nicht die vereinbarte Lüge sondern eine ehrlichere Antwort zu geben. Und Lee ist stinksauer auf ihn, sodass er ihm sogar die Schulter so lange quetscht, bis er Schmerzen hat? Einen seiner engsten Vertrauten? Ist Lee denn mit dem Rohrstock groß geworden? Angesichts der schlechten Vorzeichen war es doch sogar ganz passabel, dass Onar nur ein wenig ungehalten war, als Lee zurückkam. Es erscheint auch einfach unverhältnismäßig, dass Lee sogar noch saurer auf Wolf zu sein scheint, als Onar auf Lee. Lee wusste doch, was er sich mit der Sache einbrockt und hat im letzten Kapitel auch selbst noch gesagt, dass es ihm im Zweifelsfall halt egal ist, was Onar denkt. Aber im Nachhinein schiebt er alle Schuld auf Wolf ab.
    Als nächstes gibt es eine ausschweifende Erklärung, wie sehr Lee das richtige Bett zu schätzen weiß, obwohl es doch schon die zweite Nacht sein müsste, die er darin verbringt. Und die darauffolgende Waschszene ist mir dann wieder zu länglich, dafür dass sie so ereignislos ist.
    Am interessantesten ist in diesem Kapitel definitiv das Gespräch mit Onar. Dass Hagen auf der Insel eingetroffen ist und der Krieg offenbar gerade zu Ende geht, das positioniert die Geschichte an einem interessanten Wendepunkt in der Geschichte von Khorinis. Auch die Erwähnung, dass Larius offenbar Erz unterschlagen und es in einem Lager in den Bergen gesammelt hat, fand ich sehr interessant. Wüsste ich nicht, dass die Geschichte sehr wahrscheinlich gar nicht so weit kommt, wäre ich jetzt sehr gespannt, ob dieses Lager noch einmal eine Rolle spielen wird.
    Das einzige, was mich an der Szene mit Onar stört, ist der komplette Meinungsumschwung im Vergleich zu vorher. Erst war er wütender auf Lee denn je, weil dieser nun auch noch lange geschlafen hat. Und jetzt zettelt er einen Krieg mit den Paladinen an und vertraut Lee seinen ganzen Besitz an, verlässt sich darauf, dass Lee alles auskundschaftet und genug Leute anheuert. Da begibt sich Onar doch gerade aus seiner Sicht auf sehr, sehr dünnes Eis. Wenn Lee versagt, geht Onar nun doch unweigerlich mit ihm unter.


    Insgesamt ist "Der Weg des Lee" eine angenehm klassische Fanfiction, die aber wenig aufregend erzählt ist. Die meisten Szenen plätschern eher so dahin und wie gut sie gelungen sind, das hängt stark von der Szene an sich ab. Es gibt langatmige eintönige, schöne witzige und merkwürdig unpassende Szenen, die sich einfach so aneinander reihen. Sprachlich war die Geschichte nicht mein Fall. Viele Formulierungen wirkten eher umständlich oder gestelzt. Am meisten in Erinnerung bleiben wird mir wohl definitiv das Kapitel zu Marlon, das ich wohl auch als das ohne Zweifel beste Kapitel benennen würde.

  17. View Forum Posts #97 Reply With Quote
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    Last but not least widme ich mich derjenigen Kategorie-2-Geschichte, die ich schon vor nicht allzu langer Zeit gelesen hatte und bei der ich jetzt glücklicherweise noch genug Zeit übrig hatte, um sie nochmal zu lesen - gut, die ist ja auch nicht so lang und daher schnell nochmal gelesen, und die Rede ist natürlich von der mir gewidmeten Wichtelgeschichte "Wahre Gefühle" von DGDM bzw. dessen erstem Kapitel "Manni", das daraus ja bislang erst erschienen ist! Leider ist die Geschichte jetzt für den Wettbewerb doch nicht fertiggestellt oder zumindest etwas verlängert worden, aber zumindest dieses erste Kapitel hier nimmt einem ja keiner weg (was vielleicht gar nicht mal so selbstverständlich ist, wenn ich an das Schicksal deiner armen Kategorie-4-Geschichte denke! ).

    Um gleich schon mal mit so einer Art Gesamturteil einzusteigen: Am besten an der Geschichte hat mir ganz klar der Anfang gefallen, also so diese ersten beiden Abschnitte, die richtig großartig geworden sind. Die Idee mit der (wahrscheinlich eher einseitigen) Freundschaft zwischen Mensch und Molerat ist einfach klasse, un der erste Abschnitt ist eigentlich noch lustiger, wenn man schon weiß, dass es sich bei Manni um ein Molerat handelt und sich dann auch bildlich vorstellen kann, wie Lars dem Tierchen die Nase, die Ohren und die Augen zuhält. Diese Szene war für mich auf jeden Fall das Highlight der Geschichte, insbesondere wegen der liebevollen Art, mit der Lars seinen putzigen Gefährten umsorgt. Gewürdigt werden muss auch der Name des Molerats, der sogar besonders gut passt, weil - Achtung, große Enthüllung - einer meiner Onkel auch so heißt und, äh, ja, sagen wir mal, diesem Molerat auch sonst nicht ganz unähnlich ist, wenn auch wesentlich redseliger (zumindest war er das, als ich ihn das letzte Mal getroffen habe, was jetzt auch bestimmt so zehn Jahre her ist, worüber ich aber auch nicht böse bin). Um dann gleich mal bei den Namen weiterzumachen: Der Name Lars, ja gut, da ist ja klar, wo der herkommt, aber beim Namen Thorben habe ich mich gefragt, ob der womöglich auf eine Namensähnlichkeit mit meinem tatsächlichen echten Namen abzielt, bei dem ich aber gar nicht weiß, ob der dir bekannt ist. Wenn nicht, dann hätte ja gleich zweimal der große Zufall zugeschlagen, dass der dann so gut passt. Denn ich glaube, kein Gothic-Name ist meinem tatsächlichen Namen ähnlicher!
    Was beim ersten Lesen wundert, ist dass Manni, dessen sonstige Fähigkeiten wie Grunzen usw. ja dem gewöhnlichen Molerat-Repertoire entsprechen, die letzte Wörter von etwas Gesagtem wiederholen kann. Da dachte ich zuerst, dass sei nur Einbildung von Lars, dass er so etwas in das Gegrunze hinein interpretiert, aber da Bridowitz das ja später auch bemerkt, muss Manni das wohl wirklich können. Außer natürlich Bridowitz ist auch nur Einbildung (was erklären würde, wieso er da plötzlich aus dem Nichts auftaucht), aber das glaube ich jetzt eher nicht.

    Diese Spezialfähigkeit Mannis wird zwar nicht erklärt, aber was es mit Manni sonst so auf sich hat, erfährt man dann ja im zweiten Abschnitt, als Lars mit ihm zu dem schicksalhaften Schauplatz des legendären Edwin-Molerat-Fights geht. Ab hier wird die Geschichte auch noch zu einer halben John-Wichtelgeschichte, was man ganz metamäßig dann auch gleich als einen Verweis auf meine erste Wichtelgeschichte für dich lesen könnte, die ja auch eine halbe John-Wichtelgeschichte war und sich ebenfalls auf "Edwin" bezogen hat. Hier kommt es jedenfalls zu meiner Lieblingspassage, die ich auch hiermit zur PotM (falls es diese Institution noch gibt ) nominieren möchte:
    Behutsam setzte Lars Manni auf die alte, hölzerne Bank, die dort schon seit Ewigkeiten herumstand. „Weißt du, Manni?“, fragte er Manni, aber Manni wusste wie immer nichts.
    Manni ist ja sowieso der große Sympathieträger der Geschichte, und hier ist er mir besonders sympathisch. Herrlich dann auch, wie Lars diese Hommage an Kai Hansens Molerat-Trostlied vorträgt und Mannis Vater wegen des Reims für verrückt erklären muss.

    Danach taucht, wie gesagt urplötzlich aus dem Nichts, der Sänger Kato von Bridowitz auf, und dieser letzte Teil des Kapitels fällt dann ein bisschen ab gegenüber dem Vorherigen, finde ich. Dieser ganz Dialog darüber, wer der beste Sänger ist und vor allem dann auch dieser Plan, das durch ein Versteckspiel zu entscheiden, das liest sich natürlich immer noch launig, ist mir aber ein bisschen zu ziellos erzählt irgendwie, da habe ich das Gefühl, dass die Story jetzt eher ins Leere läuft. Jedenfalls wundert es mich nicht, dass du danach Probleme hattest, weiterzuschreiben - auch wenn das natürlich eine Fehldeutung sein kann und du vielleicht einen großen Masterplan in der Hinterhand hast, liest es sich zumindest ein bisschen so, als ob du selber nicht wüsstest, was jetzt eigentlich weiter passieren soll. Das Thema Manni (ja eigentlich der Mittelpunkt der Geschichte) wird dann ja auch ziemlich schnell wieder beendet, obwohl es aus meiner Sicht zumindest interessanter gewesen wäre, an der Stelle weiterzumachen, anstatt jetzt dieses sehr absurde Versteckenspiel zu starten. Wobei ich natürlich keine Ahnung habe, wie sich das im Falle einer Fortsetzung weiterentwickeln würde, insofern wäre das vielleicht auch gar kein richtiger Kritikpunkt, wenn es nach dem Kapitel noch weitergegangen wäre.

    Alles davor ist aber auf jeden Fall toll und gespickt mit erinnerungswürdigen Passagen, diese hier möchte ich mal noch herausstellen:
    Nach einer Weile, als der Geigenklang kaum noch lauter war als das Rauschen des Windes, der im Winter kalt und harsch durch die Straßen Khorinis‘ zu wehen pflegte, verlangsamte er seinen Schritt, und begann Manni die Wunder der Stadt zu zeigen: da waren die Geschäfte mit ihren exotischen Waren, die Lars nicht einmal benennen konnte, geschweige denn wissen, wofür man sie brauchte oder wer sie kaufen sollte, da waren die reichen Händler, die mit Frauen und Töchtern, in prächtigen Pelzmänteln durch die Straßen spazierten und dann waren da noch die Huren, die unter ihrer dicken Schminke hervor lächelten, wenn man hinguckte, und ihr Lächeln einfroren und haltbar machten, sobald man wieder wegguckte.
    Insofern ist die Geschichte auch absolut ein Kandidat für meine Wettbewerbsstimme (für eine einem selbst gewidmete Wichtelstory stimmen ist doch okay, oder? Haben doch auch schon andere gemacht!). Ich merke aber schon, dass es echt schwierig wird, diese vier Geschichten mit ihren ganz unterschiedlichen Stärken und Schwächen und auch Längen gegeneinander abzuwiegen und habe momentan ganz ehrlich noch keine Ahnung, für wen ich stimmen werde. Bis heute Abend werde ich mich aber entscheiden müssen!

    Dir auf jeden Fall nochmal vielen Dank für das witzige Wichtelgeschichtenkapitel!

  18. View Forum Posts #98 Reply With Quote
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    John Irenicus is offline
    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Oblomows Geschichte ist eine eher klassische Gothic-Story, die ziemlich überzeugend die Lücke zwischen Gothic 1 und 2 schließt (John hat in seinem Kommentar ja auch noch Sachen entdeckt, die mir gar nicht aufgefallen waren, z. B. dass das abgebrannte Haus Marlons in Gothic 2 zu finden ist)
    Das war aber MiMo und nicht ich!

  19. View Forum Posts #99 Reply With Quote

  20. View Forum Posts #100 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by Laidoridas View Post
    Ups, sorry, MiMo! Habe es berichtigt.
    Ach, kein Ding. Das war mir gar nicht aufgefallen, obwohl ich die Stelle bei dir gelesen hatte. Dachte halt einfach, dass John das dann wohl auch geschrieben hat.

    Wahre Gefühle
    von DerGroßeDummeMann
    Kapitel 1

    Dass die Story eine Wichtelgeschichte ist, hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung, bis Laido das vorhin erwähnt hat. Ich fand es richtig toll, dass du die Geschichte so ambitioniert in der ersten Kategorie angemeldet und dann erstmal Post um Post für deine Zufallsgeschichte rausgehauen hast. Da hatte ich wirklich ganz große Erwartungen, dass das so den ganzen Monat weiter geht und dann am Ende zwei lange, abgeschlossene Geschichten von dir im Forum stehen, aber wir sind dieses Jahr wohl alle hinter unseren Plänen zurückgeblieben.

    Man konnte es an der Kürze schon erahnen: Die Geschichte steckt leider noch tief tief in den Kinderschuhen. Dazu muss man wohl sagen, dass ich dich auch gar nicht gefragt habe, ob du sie überhaupt in der zweiten Kategorie angemeldet haben möchtest, oder ob du sie lieber ganz vom Wettbewerb zurückgezogen hättest. Ich bin aber jedenfalls froh, dass du nicht lautstark protestiert hast und ich so den Anlass hatte die Geschichte noch einmal zu lesen. Denn erinnern konnte ich mich überhaupt nicht mehr an sie, der übliche Fluch der Wichtelgeschichten in meinem Gedächtnis.
    Ein wenig merkwürdig ist ja, dass die Geschichte Laido gewidmet ist, abgesehen von dem Namen des Protagonisten und seinem Vegetariertum aber eigentlich alles auf John zugeschnitten ist, ja die Geschichte sogar im Edwin-Universum spielt. Was du dir dabei gedacht hast, ist mir bisher noch völlig unklar. Vielleicht sollte dies eine Hommage an Laidos lang ersehnte "Planet der Molerats"-Geschichte sein.
    Nu aber mal ein bisschen inhaltlicher: Es geht also um Lars, der kurzerhand beschließt, aus der Stadt zu verschwinden und sich auf den Weg zu Orlans Taverne zu machen. Warum er dies macht, was er ausgerechnet in Orlans Taverne will, das liegt noch genauso im Dunkeln wie fast alles andere.
    Ziemlich geschickt gemacht ist die Einführung von Manni. Während ich ihn mir erst als einen schweigsamen Nachbarsjungen vorgestellt habe, dann als geistig behinderten und schließlich auch noch als körperlich behinderten Jungen (er wird ja von Lars getragen), entpuppt Manni sich schließlich als Molerat. Gerade die Tatsache, dass Manni ein paar Worte papagaienartig nachplappern kann, hat mich solange an einen menschlichen Manni glauben lassen. Dieses Detail des Nachplapperns finde ich extrem aussagekräftig in vielerlei Hinsicht. Zum einen verstärkt es das Mitleid, das man mit dem Moleratbaby aus Edwin hat, denn nun wirkt es gleich noch viel menschlicher. Und zweitens unterstreicht es, was für eine enge Bindung zwischen Lars und Manni besteht. Lars muss ja wirklich lange mit Manni geredet haben, bis es angefangen hat, Worte nachzubilden. Tatsächlich erinnert mich Manni sehr an einen Anime, den ich vor kurzem gesehen habe: Made in Abyss. Dort gibt es auch so ein Lebewesen, das eigentlich nur deformierte, bemitleidenswerte Masse ist, die ein paar nichtssagende Laute von sich gibt. Denn Manni kommt mir selbst für ein Molerat nicht ganz beisammen vor, es scheint ja nicht mal selbst laufen zu können. Aber Männchen hat es gemacht. Vielleicht ist es auch einfach nur extrem faul. Keine Ahnung.
    Ein weiteres Lob möchte ich für die kleinen Verse zwischendrin aussprechen, denn die halte ich im Gegensatz zu Bradowitz allesamt für sehr gelungen. Was etwas heißen will, wo ich doch mit Lyrik sonst so gar nichts anfangen kann. Aber wenn ich solche Verse lese, dann steigt in mir doch der Neid auf, dass ich zu so etwas einfach nicht in der Lage bin.
    Den Dialog mit Bradowitz finde ich gar nicht so schlecht, wie Laido ihn bei seiner Stimmenvergabe gemacht hat. Er weist vielerlei merkwürdige Unlogik auf, die offensichtlichste wohl, dass ein Barde sein Talent beim Versteckspiel beweisen kann. Aber gerade Dank der Einmischungen Mannis finde ich ihn wirklich sehr unterhaltsam und es hat doch etwas typisch DGDMiges, wenn die Charaktere eher unkoventionelle Gedankengänge haben und sie als ganz normal hinnehmen. Da würde ich schon drauf bauen, dass das hier nur die Vorarbeit für weitere Szenen ist.
    Wie die Geschichte konkret weiter geht, lässt sich nur schwer sagen. Bis Lars bis 1000 gezählt hat, kann Bradowitz ja schon sonst wo sein, vor allem in einer Gegen wie der um Orlans Taverne, wo die Wege überall hin führen. So schnell werden sie ihn jedenfalls nicht finden. Ob die Geschichte dann eine einzige Suche nach der Nadel im Heuhaufen wird? Ich kanns mir gut vorstellen, denn dann könnte diese kindliche Entdeckungsreise einfach weitergehen, auf der Lars und Manni hie und da einfach dieses und jenes erleben.
    Aber leider geht sie bisher nicht weiter.

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