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    Dass sie immer noch so dümmlich in ihrer Traumwelt steckte, einer Blase die längst geplatzt war, zeigte, wie sie reagierte, als Zora den letzten Satz gerade ausgesprochen hatte. Sie blickte auf und hatte sich eindeutig verhört als sie geglaubt hatte, sie habe 'wirst du deinen Arzt sehen, klar?' gehört. Denn es war stupides Wunschdenken. Idiotie. Und begriff ziemlich schnell selbst, dass es eben jene sein musste. Den Kopf senkend musterte sie den gereinigten Stoff. Fein, wohlriechend. Er roch stark nach der eigentlichen Besitzerin, was sie feststellte, als sie ihre Nase gegen das Material drückte und daran roch, bevor sie ein bestätigendes 'Hm.' äußerte. Ein Gefühl wie zur Verhandlung verbreitete sich in Lucis Venen. Aber dennoch reagierte sie wie automatisiert. Das Handtuch rutschte von ihrem schmalen Körper auf die Matratze eines Bettes, dass als einziges noch an ihn erinnerte. Dessen Decke und Kissen so anders und so..friedlich nach einer Heimat roch die sie verloren hatte. Entrückt dachte sie, während sie sich geistesabwesend mit den mitgebrachten Textilien kleidete, noch einmal an den Satz zurück und stellte sich die stumme Frage, ob es möglich war, überhaupt noch einen anderen Arzt aufzusuchen ohne Anfälle zu bekommen die sie lange nicht mehr gehabt hatte. Sie schob den Gedanken wieder beiseite, so, wie die Hand die Zora angeboten hatte um sie aufstehen zu lassen und ihr in die Hose zu helfen, wo die Unterwäsche kaum mehr Aufwand gebraucht hatte als sich entsprechend zu drehen. Sie wollte das hier alleine machen, egal wie anstrengend es war und wie ausgezehrt ihr Körper schien. "Wenn das hier so ausgeht wie du denkst", woran sie nicht glaubte, aber sie wollte ihren Willen gesichert wissen, "und wenn ich überlebe, dann bring mich bitte sofort wieder hier her zurück." Sie vermied den Gedankengang zu Sergio, der ihr in diesem Moment die Reste des Herzens gänzlich gebrochen hätte. "Ich halt es selbst in Norditalien nicht länger aus als absolut dringend nötig."

    Der letzte Knopf des Hemds fügte sich ihren Fingern und präsentierte eine Frau, die eindeutig nicht sie selbst war - aber zumindest angezogen. Selbst die qualitativ hochwertige Ware der britischen Blondine hing schätzungsweise ein bis zwei Kleidergrößen zu groß an ihr - schlicht weil ihr Körperbau schon ein gänzlich anderer war. Unheimlich schmal und gar nicht mit diesem Power-Karrierefrau-Image versehenen Hochglanzkörper gesegnet wie ihre Schwägerin. Aber sie nahm es hin. Durchaus dankbar nicht nackt durch die Strassen laufen zu müssen oder gar Cerberus vorzusitzen. So gab sie wenigstens-..nein, sie wollte nicht darüber nachdenken. Aber doch? -..würde so wenigstens eine schöne Leiche geben. Sie stellte sich die Frage, ob man ihren Körper verbrennen wurde, wenn sie tot war. Allein, damit keine Ergebnisse in andere Hände fielen. Es erschien ihr wahrscheinlich.


    "Natürlich geht es so aus.", stellte Zora noch einmal überzeugt fest und versuchte damit, durchaus überzeugend, ihre Schwägerin und sich zu beruhigen. Sie hätte einige tiefe Atemzüge zur Beruhigung brauchen können, doch daraus wurde nichts. Bloß nicht vom Kurs abweichen, den sie hier so geradlinig fuhr. Das war der Plan. Sie huschte einige wenige Minuten herum, packte zusammen, was man noch brauchte, um die Haare der Italienerin auf der Reise zu bändigen und fixieren - wobei beides eine sehr dankbare Aufgabe war - und kam schließlich zurück zu Luceija, der sie, im Vorbeigehen und geradezu freundschaftlich, leicht in die Schulter boxte. Eine Geste, die eigenwillig schien, gerade jetzt, Zora aber zu spät auffiel. Wenigstens hatte die Sizilianerin dort keinen blauen Fleck gehabt. Das Fettnäpfchen hätte ganz ihr gehört. "Lass uns gehen.", schlug die Blonde vor, öffnete dabei schon die Tür und nickte.
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    "Natürlich geht es so aus.", stellte Zora noch einmal überzeugt fest und versuchte damit, durchaus überzeugend, ihre Schwägerin und sich zu beruhigen. Sie hätte einige tiefe Atemzüge zur Beruhigung brauchen können, doch daraus wurde nichts. Bloß nicht vom Kurs abweichen, den sie hier so geradlinig fuhr. Das war der Plan. Sie huschte einige wenige Minuten herum, packte zusammen, was man noch brauchte, um die Haare der Italienerin auf der Reise zu bändigen und fixieren - wobei beides eine sehr dankbare Aufgabe war - und kam schließlich zurück zu Luceija, der sie, im Vorbeigehen und geradezu freundschaftlich, leicht in die Schulter boxte. Eine Geste, die eigenwillig schien, gerade jetzt, Zora aber zu spät auffiel. Wenigstens hatte die Sizilianerin dort keinen blauen Fleck gehabt. Das Fettnäpfchen hätte ganz ihr gehört. "Lass uns gehen.", schlug die Blonde vor, öffnete dabei schon die Tür und nickte.



    Mehr als kurz gezuckt hatte sie nicht - sie nahm es hin wie es eben war, nickte unsicher und sah sich noch einmal in dieser Wohnung um, als verlasse sie eine gemeinsame Erinnerung. Als hoffe sie, dass doch noch jemand aus einem Schrank oder durch eine Tür stürzte und sich eifrig entschuldigte, nicht schneller von einem Notfall zurück gekommen zu sein. Irgendwie so etwas. Ein Gedankenbrei, den sich die Sizilianerin zusammen spann um nicht gänzlich verrückt zu werden. Obwohl Anzeichen wie diese einen psychischen Bruch schon bestätigten.


    James hatte auf sie gewartet, wie befohlen. Mit einem knappen, nicht respektlosen, Nicken nahm Luceija den Butler aus dem Haus ihrer leiblichen Eltern wahr, sprach mit ihm aber kein Wort, dass ihr sinnvoll erschien. Auch mit Zora war es nur das Nötigste, weil fast alles, was sie besprechen mussten schon in diesem Zimmer besprochen wurde. London wurde ebenfalls betrachtet wie die Wohnung zuvor. Ähnlich dem Moment, als sie von Proteus abgeholt und zur Villa ihrer Eltern gebracht wurde. Ein leiser Abschied an eine Stadt die sie glaubte nicht mehr wieder zu sehen und es wollte und nicht wollte zur selben Zeit.

    Kaum später waren sie am Airport, bestiegen ein Shuttle, dass für kaum mehr als sie beide gedacht war und ihnen einen problemlosen Privatflug ermöglichte - vorbei an allen Sicherheitskontrollen, vorbei an allen widrigen Umständen, die hätten aufkommen können. Dass dies der direkte Weg nach Venedig war, war sehr schnell klar. 'Sie außer Landes schaffen', hatte sie gesagt - im Witz. Wie eine Flucht wirkte es in der Tat. Eine Flucht vor einer Vergangenheit und einer Zukunft. In ein forciertes Leben.

    Auch während des Fluges gab es keine großen Gespräche, eher den typischen, recht einsilbigen Smalltalk. Die Blondine hatte während des Fluges mindestens drei, vielleicht auch vier digitale Hochglanzhefte gelesen und schwungvoll die holografischen Seiten umgeblättert. Luci hatte eines davon angesehen, die erste Seite umgeblättert und bei den Themen direkt wieder geschlossen. Eines davon war ein Magazin rund um das Thema Kind und Eltern. Definitiv...nichts für sie.
    Mittendrin hatte sie überlegt ob sie sich für die Sache mit dem Video im Gericht entschuldigen sollte. Hatte ihre Schwägerin mit Blicken durchbohrt bis sie den Blickkontakt aufgenommen hatte, dann abgesehen und aus dem Fenster geschaut. Sie entschied sich dagegen. Obwohl sie schon Luft geholt hatte - nein. Hier war ein Ort von dem sie nicht einfach verschwinden konnte wenn es ihr zu viel wurde. Taktisch unklug.. .

    Ihr Kopf gegen die Scheibe gelehnt blickte die Italienerin konsequent von einer Landschaft weg, die zweifelsohne zumindest ein Teil ihrer Heimat war. Norditalien bezeichnete sie nicht so - aber es war der heimat-nahste Ort an dem sie die letzten...fünfzehn Jahre oder so gewesen war. Es kribbelte in ihren Fingern. Es wurde ihr übel. Unwohl. Es ging ihr alles andere als gut, aber sie tarnte es. Entzugserscheinungen? Möglich. Sie würde jemanden töten für ein paar, beruhigende Pillen.. . Die diese innere Panik stoppten, wenn sie diesen Boden sah. Typischere Gebäude. Und viele...so unheimlich viele Menschen an diesem privaten Airport, inmitten einer der Inseln Venedigs. "...ich glaube mir wird schlecht.", gab sie zu und presste die Lippen gegeneinander.
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    Mehr als kurz gezuckt hatte sie nicht - sie nahm es hin wie es eben war, nickte unsicher und sah sich noch einmal in dieser Wohnung um, als verlasse sie eine gemeinsame Erinnerung. Als hoffe sie, dass doch noch jemand aus einem Schrank oder durch eine Tür stürzte und sich eifrig entschuldigte, nicht schneller von einem Notfall zurück gekommen zu sein. Irgendwie so etwas. Ein Gedankenbrei, den sich die Sizilianerin zusammen spann um nicht gänzlich verrückt zu werden. Obwohl Anzeichen wie diese einen psychischen Bruch schon bestätigten.


    James hatte auf sie gewartet, wie befohlen. Mit einem knappen, nicht respektlosen, Nicken nahm Luceija den Butler aus dem Haus ihrer leiblichen Eltern wahr, sprach mit ihm aber kein Wort, dass ihr sinnvoll erschien. Auch mit Zora war es nur das Nötigste, weil fast alles, was sie besprechen mussten schon in diesem Zimmer besprochen wurde. London wurde ebenfalls betrachtet wie die Wohnung zuvor. Ähnlich dem Moment, als sie von Proteus abgeholt und zur Villa ihrer Eltern gebracht wurde. Ein leiser Abschied an eine Stadt die sie glaubte nicht mehr wieder zu sehen und es wollte und nicht wollte zur selben Zeit.

    Kaum später waren sie am Airport, bestiegen ein Shuttle, dass für kaum mehr als sie beide gedacht war und ihnen einen problemlosen Privatflug ermöglichte - vorbei an allen Sicherheitskontrollen, vorbei an allen widrigen Umständen, die hätten aufkommen können. Dass dies der direkte Weg nach Venedig war, war sehr schnell klar. 'Sie außer Landes schaffen', hatte sie gesagt - im Witz. Wie eine Flucht wirkte es in der Tat. Eine Flucht vor einer Vergangenheit und einer Zukunft. In ein forciertes Leben.

    Auch während des Fluges gab es keine großen Gespräche, eher den typischen, recht einsilbigen Smalltalk. Die Blondine hatte während des Fluges mindestens drei, vielleicht auch vier digitale Hochglanzhefte gelesen und schwungvoll die holografischen Seiten umgeblättert. Luci hatte eines davon angesehen, die erste Seite umgeblättert und bei den Themen direkt wieder geschlossen. Eines davon war ein Magazin rund um das Thema Kind und Eltern. Definitiv...nichts für sie.
    Mittendrin hatte sie überlegt ob sie sich für die Sache mit dem Video im Gericht entschuldigen sollte. Hatte ihre Schwägerin mit Blicken durchbohrt bis sie den Blickkontakt aufgenommen hatte, dann abgesehen und aus dem Fenster geschaut. Sie entschied sich dagegen. Obwohl sie schon Luft geholt hatte - nein. Hier war ein Ort von dem sie nicht einfach verschwinden konnte wenn es ihr zu viel wurde. Taktisch unklug.. .

    Ihr Kopf gegen die Scheibe gelehnt blickte die Italienerin konsequent von einer Landschaft weg, die zweifelsohne zumindest ein Teil ihrer Heimat war. Norditalien bezeichnete sie nicht so - aber es war der heimat-nahste Ort an dem sie die letzten...fünfzehn Jahre oder so gewesen war. Es kribbelte in ihren Fingern. Es wurde ihr übel. Unwohl. Es ging ihr alles andere als gut, aber sie tarnte es. Entzugserscheinungen? Möglich. Sie würde jemanden töten für ein paar, beruhigende Pillen.. . Die diese innere Panik stoppten, wenn sie diesen Boden sah. Typischere Gebäude. Und viele...so unheimlich viele Menschen an diesem privaten Airport, inmitten einer der Inseln Venedigs. "...ich glaube mir wird schlecht.", gab sie zu und presste die Lippen gegeneinander.


    Zora reagierte alles andere als umgehend. Sie war derart vertieft in eine Kolumne, behauptend, ein kontrovers diskutierter Artikel ihrer - zugegeben sehr entfernten - Kollegin Emily Wong über schlechte Arbeitsbedingungen bei einem Modehersteller auf Beckenstein sei nur ein verspäteter Racheakt gegenüber dessen CEO, seines Zeichens auch Exfreund der Reporterin, dass sie rein gar nichts von dem registrierte, was vor sich ging. Die Lippen abwechselnd schürzend, manchmal den Zeilen mit offenem Mund folgend, schüttelte die Britin erbost die blonden Locken, als ihre Schwägerin sich meldete. Noch in rasender Geschwindigkeit weitere Zeilen lesend, bevor sie aufsah, vernahm Zora endlich das gefühlt leichenblasse Gesicht der Sizilianerin. "Macht dein Magen Probleme?", wollte sie wissen, steckte rasch das Magazin weg und zog die Sonnenblende bei der Italienerin runter, reichte ihr Wasser und fühlte mütterlich ihre Wangen. "Nicht nach draußen sehen. Trink.", befahl sie. "Und gerade hinsetzen, dann fällt das Atmen leichter.", ergänzte sie, fasste ihr Gegenüber an der Schulter und drückte sie leicht in den Sitz zurück. Aus dem Netz des Vordersitzes fummelte sie eine Tüte, die mit lustigem Aufdruck das Kotzen erleichtern, fast schon als Trivialität ins Lächerliche ziehen wollte und reichte sie ausgefaltet Luceija, während sie darauf achtete, ob alsbald Farbe in ihr Gesicht zurückkehrte.
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    Zora reagierte alles andere als umgehend. Sie war derart vertieft in eine Kolumne, behauptend, ein kontrovers diskutierter Artikel ihrer - zugegeben sehr entfernten - Kollegin Emily Wong über schlechte Arbeitsbedingungen bei einem Modehersteller auf Beckenstein sei nur ein verspäteter Racheakt gegenüber dessen CEO, seines Zeichens auch Exfreund der Reporterin, dass sie rein gar nichts von dem registrierte, was vor sich ging. Die Lippen abwechselnd schürzend, manchmal den Zeilen mit offenem Mund folgend, schüttelte die Britin erbost die blonden Locken, als ihre Schwägerin sich meldete. Noch in rasender Geschwindigkeit weitere Zeilen lesend, bevor sie aufsah, vernahm Zora endlich das gefühlt leichenblasse Gesicht der Sizilianerin. "Macht dein Magen Probleme?", wollte sie wissen, steckte rasch das Magazin weg und zog die Sonnenblende bei der Italienerin runter, reichte ihr Wasser und fühlte mütterlich ihre Wangen. "Nicht nach draußen sehen. Trink.", befahl sie. "Und gerade hinsetzen, dann fällt das Atmen leichter.", ergänzte sie, fasste ihr Gegenüber an der Schulter und drückte sie leicht in den Sitz zurück. Aus dem Netz des Vordersitzes fummelte sie eine Tüte, die mit lustigem Aufdruck das Kotzen erleichtern, fast schon als Trivialität ins Lächerliche ziehen wollte und reichte sie ausgefaltet Luceija, während sie darauf achtete, ob alsbald Farbe in ihr Gesicht zurückkehrte.



    Die Tüte füllte sich nicht. Nunja - kaum. Ein kurzer Anflug eines Brechreizes brach über die Sizilianerin herein. Aber wo nichts war, konnte auch kaum etwas her-geboren werden. Zora war schnell zur Ansicht gelangt, dass Wasser zwar ein bisschen helfen, aber direkt nach diesem Treffen zwingend etwas zu essen her musste. Für den Übergang hielt ihr die Blonde ein kleines Heftchen mit einem Granulat unter die Nase. Nicht mehr als etwas zum kurzzeitigen aufpeppeln - kein Ersatz für einen Arzt, kein Ersatz für Essen. Aber es hielt sie zumindest solange aufrecht, wie sie dort drinnen eben ausharren musste. Luceija sah es kaum noch durch die heruntergelassene Sonnenblende - aber sie waren längst am Aeroporto Nicelli angekommen - und im Gegensatz zu Vigilio und Leif am Vortag, nicht am falschen Flughafen, von welchem aus sie noch lange hätten fahren müssen. Während sie das Granulat und das Wasser zu sich nahm und anschließend tatsächlich wenigstens nicht mehr kotzen musste, rollten sie die Via Sandro Gallo nach Südwesten, bis beinahe ans Ende dieses Inselabschnittes und - so war schnell ersichtlich - kurz vor Poveglia. Das Shuttle oeffnete sich, die Tür schob sich ausladend nach oben hin auf und eine unbändige Sommerhitze brannte sich wie eine Wand in den gut gekühlten Wagen. Es ließ Luceija seufzen. Ein wenig wohlig im Unterton, es schien seltsam mit der 'Luft Italiens' in Berührung zu kommen. Eine Wahl hatte sie nun aber in keinem Fall mehr. Nicht, als sie ausstieg, ihrer Schwägerin folgte und sich willentlich, aber wenig beeindruckt, in die brennende Luft begab. Tief, aber langsamer ein- und ausatmete und dieses Meer ansah, dass so-...unheimlich perfekt schien.

    Es war schwer alles zu ignorieren. Den Geruch von salzigem Meer in der Nase. Die pralle Sonne. Die Geräuschkulisse eines lauten Umlandes, die Gebäude mit ihrem antiken, semidemolierten Touch. Aber sie schaffte es zumindest so lange, bis sie vom Fahrer begleitet und mit einem kleinen Boot auf die nahe gelegene, sagenumwobene Insel gefahren waren. Sie war kurz davor zu heulen. Elendig zu heulen und zu verschwinden. Aber nein- sie hatte keine Wahl.
    'Bald ist alles vorbei.', wiederholten ihre Gedanken als sei es beschlossene Sache - und ihr wurde immer häufiger Gewahr, dass es so sein musste. Poveglia galt nicht umsonst als Insel ohne Wiederkehr.

    Sie durchquerten alle Sicherheitsvorkehrungen und nach Vigilios Anleitung, die Zora erhalten hatte (ebenso wie alle Sicherheitshinweise), über die er sie schon sehr früh, im Falle des Falles, aufgeklärt hatte, waren sie schnell an exakt der selben Stelle, an der ihr Bruder ihren Exfreund beinahe in den Wahnsinn hatte verfallen lassen. Und Luci hatte absolut keine Ahnung, nicht mal den Ansatz einer Idee, dass ausgerechnet der Mann, dem sie so derartig nachweinte, genau den selben Weg gegangen war wie sie und noch am Tag davor genau auf derselben Stelle gestanden hatte wie sie es nun tat. Und sie, wie er gestern, diesen "Ofen" dabei beobachtete wie er einen Aufzug frei gab.. .
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