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Verdacht auf Spionage-Kamera in meinem Zimmer

  1. #1 Reply With Quote
    Waldläufer ZetaZero's Avatar
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    Sep 2016
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    Ich wohne in einem Wohnblock und bin sicher, dass ich von dem Bewohner über mir in einem der Zimmer ausspioniert werde, etwa mit einer versteckten Kamera. Lange Zeit fingen über mir immer dann Lärmbelästigungen an, wenn ich anfing am Computer zu arbeiten, oder mich schlafenlegte. Das kann er unmöglich gehört haben, vor allem das Touchpad des Computers nicht. Das ging Wochen so, zu unterschiedlichen Zeiten. Dann hat er nach und nach vermehrt mit einzelnen Sätzen Dinge kommentiert, die man nicht hören, sondern nur in diesem Raum sehen kann und sich somit in gewisser Weise verraten. Die Böden sind hellhörig und wenn mein Zimmer gemeint ist, sagt er es besonders laut. Er hat zB. mehrmals geschrienen, warum ich die Decke anglotzen würde, als ich sie nacheiner Kamera abgesucht habe. Zu dem Zeitpunkt wurde mir dann auch erster bewusst, wie es zu den gezielten Ruhestörungen gekommen ist.

    Ich lebe nun übergangsweise nur noch in dem Zimmernebenan und dort haben die Probleme aufgehört. Auch die Ruhestörungen, wenn ich am Computer bin, weil er es nicht mehr sehen kann. Nur mein Bett kann ich leider nicht in das andere Zimmer verlegen.

    Jetzt habe ich Probleme, herauszufinden, wie genau das Zimmer ausspioniert wird und wie ich es für die Polizei nachweißlich mache. Sehr unwahrscheinlich (aber auch nicht ausschließbar), dass er oder jemand anders vor meinem Einzug irgendwo etwas in dem Zimmer angebracht hat. Den Feuermelder habe ich deshalb vorrübergehend von der Decke entfernt. Die Lampe hat eine alte, undurchsichtige Glasschüssel. Das Fenster hat eine blickdichte Gardine, die von mir angebracht wurde. Die Wände und Böden sind weißangestrichen. Keine erkennbare Kamera oder ähnliches.

    Sollte es nicht jemand in dem Raum angebracht haben, bleibt wahrscheinlich nur die Möglichkeit, dass er von oben irgendwie ein Lochgebohrt hat und dadurch etwas gesteckt hat. Aber das kann ich mir auch nicht vorstellen, dass man an der Decke dann nichts davon sieht. Aber ich kenne mich auch nicht mit den Möglichkeiten in diesem Bereich aus.

    Meine nächste Überlegung wäre, einen speziellen Dienst dafür zu kontaktieren. Der Bewohner scheint halt dauerhaft, zumindest zu den Zeiten, wenn ich da bin, in dem Zimmer über meinem zu sein und kann, falls er etwas durch den Boden gesteckt hat, dass vielleicht schnell entfernen, ohne das es auffällt.

    Gab es so einen Fall hier im Forum schon mal? Habt ihr Ratschläge für mich?


    In dem Haus gehört jede Wohnung einem anderen Vermieter.Ich habe meinem Vermieter das bereits so mitgeteilt, aber er nimmt mich nichternst damit.
    ZetaZero is offline

  2. #2 Reply With Quote
    Metasyntaktische Variable  foobar's Avatar
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    Direkt hinter dir! Buh!
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    Eine einfache (aber natürlich nicht 100%ig zuverlässige) Möglichkeit, versteckte Kameras zu entdecken, ist, im Dunkeln mal langsam mit der Kamera vom Smartphone den ganzen Raum abzusuchen. Hintergrund ist, dass Überwachungskameras, die auch im Dunkeln sehen sollen, mit Infrarot-LEDs ausgestattet sind. Die kann man zwar mit bloßem Auge nicht sehen, aber die meisten Photosensoren reagieren auch auf diesen Teil des Spektrums (deswegen funktioniert die Dunkelsicht mit IR-LEDs ja auch). Wie gut dein Handy das kann, kannst du z.B. mit der Fernbedienung vom Fernseher testen. Da ist ja auch eine IR-LED drin. Du solltest über die Kamera des Smartphones ein mehr oder weniger deutliches Flackern sehen können, wenn du einen Knopf auf der Fernbedienung drückst.

    Erfolgt die Übertragung via Funk, kann man versuchen, die Übertragung via SDR mit einem geeigneten DVB-T-Stick zu finden.

    Wenn die Überwachungstechnik nicht mit Batterien versorgt wird (was etwas unpraktisch ist, da die natürlich irgendwann leer sind und gewechselt werden müssen), hängt sie vielleicht am Stromnetz. Also mal testweise Sicherung für diesen Raum rausmachen und gucken, was passiert. Man kann dann (wenn die Sicherung raus ist) auch mal alle Steckdosen und Lichtschalter öffnen. Die Lampe ebenso. Heutzutage kann man Kameras extrem klein machen. Da reicht teilweise ein Loch vom Durchmesser einer Stecknadel. Die sind schwer zu sehen. Aufmachen und die Elektronik suchen scheint mir erfolgreicher.

    Man kann auch einfach mal undurchsichtige Abdeckfolie oder -flies aus dem Baumarkt (~5 Euro) unter die gesamte Decke kleben. Sie nicht schön aus, aber wenn er dann nix mehr sehen kann, sollte das auffallen.

    Du kannst auch (bevor du ins Zimmer gehst, damit er es nicht sieht), einfach mal einen Audiorekorder (extra Gerät oder vielleicht auch nur eine App für's Handy) einschalten und verdeckt am Körper tragen. Dann kannst du seine Kommentare aufnehmen. Das Gerät muss halt empfindlich genug sein, dass der Kram auf der Aufnahme landet. Wie das rechtlich zu bewerten ist, musst du einen Anwalt fragen. Aber zumindest hast du dann einen Beweis. Ob es Sinn macht, den weiterzugeben oder ob du dir damit selbst Ärger einhandeln würdest, kannst du dann immer noch entscheiden.

    Mehr fällt mir jetzt aus dem Stegreif nicht ein.
    foobar is offline Last edited by foobar; 10.03.2019 at 15:44. Reason: Wort vergessen

  3. #3 Reply With Quote
    Retro Micky Blue Force's Avatar
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    Das ist krass. Was mir noch einfällt, kann es sein daß er Zugriff auf deine Handykamera oder Laptopkamera hat?
    Kennst du den überhaupt, habt ihr euch schon mal gestritten?
    Blue Force is offline

  4. #4 Reply With Quote

    Community Hüterin
    meditate's Avatar
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    rede mit deinem nachbarn. das wurde dir auch in dem anderen thread schon empfohlen. die vorstellung einer spionage-kamera wirkt ziemlich absurd, zumal du auch keinen anlass dazu gibst. wenn du dich allein nicht traust, nimm dir einen freund zu der aussprache mit. auf jeden fall führt an einer aussprache kein weg vorbei.
    meditate is offline

  5. #5 Reply With Quote
    Das Ziel ist im Weg urphate's Avatar
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    Perle der Voreifel
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    Natürlich sind Kameras (z.B. Endoskopkameras) heutzutage klein und erschwinglich.
    Aber wenn nicht gerade der Mossad in die Wohnung über dir eingezogen ist, sollten auch diese mit den hier beschriebenen Methoden entdeckt oder sogar ausgeschaltet werden können.

    Vermutest du einen Hackerangriff auf deine eigene Webcam an PC oder Handy, hilft ein simpler Klebestreifen oder das Abdecken oder Ausschalten des Handys (ja, das geht )

    Die von dir angesprochenen Dienste gibt es. Meist sind das Unternehmen oder Personen, die Sicherheitslösungen für die Industrie anbieten (Stichwort Industriespionage).
    Aber ich fürchte mal, dass die recht teuer sind.

    Das mit dem Reden ist eine gute Sache, grundsätzlich.

    Wenn es um Lärmbelästigung geht, würde ich auch zu allererst mal das Gespräch mit dem Nachbarn suchen.
    Allerdings würden selbst in meiner freundlichen Nachbarschaft, und wir haben wirklich keinen Ärger, die Nachbarn merkwürdig reagieren, wenn ich sie bezichtigen würde, mich mit Kameras auszuspionieren, und wie will man das freundlich formulieren ?

    "Kann es sein, dass sie vlt zufällig beim letzten Einbruch eine Kamera in meinem Schlafzimmer vergessen haben ?"

    Und, auf die Gefahr hin falsche Schlüsse zu ziehen und unrichtige Klischees zu bemühen, deine Bezeichnung "Wohnblock" lässt mich nicht zu erst an ein super freundliches Milieu denken.

    Reden solltest du aber trotzdem, zuerst mal mit Freunden.
    Schildere dein Problem, such meinetwegen mit ihnen zusammen nach möglichen Kameras.
    Mer hale Pol

    Wär ich ein Huhn, wär ich eine Legende
    urphate is offline Last edited by urphate; 13.03.2019 at 09:28.

  6. #6 Reply With Quote
    Schwertmeister Haftamo's Avatar
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    Ich würde erst einmal mögliche Positionen einer Kamera ausloten. Also dort Suchen wo Rohre oder Abdeckungen eine Verbindung nach Oben vermuten lassen, weil theoretisch, kann es bei solchen Stellen Lücken geben, die ausgenutzt werden kommen. Gibt es sie, dann kann man sie abdichten.
    Dann gibt es noch das Fenster, über das ein beobachten, indirekt über Spiegel oder eine Kamera möglich wäre.
    Nächste Option wäre dann noch die Übernahme deines Routers oder eines Gerätes mit Kamera.

    Wenn es eine hellhörige Wohnung ist, dann lässt sich der Schall etwas mit Gegenständen oder Stoffen minimieren.
    Sind die Leitungen unzureichend, wäre es auch möglich das über deren Schwankungen andere Bewohner mitbekommen wenn ein Gerät ein- oder ausgeschaltet wird.

    War hier hilft ist methodisches vorgehen mit Proben und Tests, um die Stelle zu finden, über die die Beobachtung erfolgt.

    Und das natürlich protokollieren, wenn möglich per Tonaufnahme.
    George Orwell - "There are some ideas so absurd that only an intellectual could believe them"
    Haftamo is offline

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