Da ich bei den Betatests wegen meines Auslandssemesters vorher aussteigen musste, ist es wieder einzige Zeit her, dass ich die Mod durchgespielt habe. Das habe ich mit der Release-Version nun nachgeholt und wollte zum Balancing noch einige Hinweise geben.
Hier hattest du ja geschrieben, dass das Balancing nicht mehr groß angefasst wird, deswegen sind das wohl eher Tipps für deine späteren Projekte.
- Schlösseröffnen finde ich aktuell ein wenig kritisch. Wirklich jedes einzelne Schloss hat ewig viele Schritte. Da ist es egal, ob nur eine Bürste und ein Wacholder drin ist, trotzdem muss man 10 oder mehr Schritte beim Öffnen ausführen. Dazu kommt, dass es nur eine begrenzte Anzahl an Dietrichen in der Welt gibt, da die sie bei den Händlern nicht aufgefüllt werden. Am Anfang des Spiels mit wenig Geschick brechen genug von denen ab und irgendwann verkauft niemand mehr welche.
Im späteren Spielverlauf habe ich den Diebstahl dann allerdings auch nicht mehr vermisst, da ich mehr als genug Gold hatte und nicht wusste, was ich damit anfangen soll.
- Alchemie, Angeln, Schürfen und Jagdtalente LP sind LP-Schlucker. Man steigt nicht viele Stufen auf und Gold kriegt man sowieso in Massen. Bis auf Attributstränke hatte ich keine Tränke gebraut und am Ende der Mod war mein Inventar trotzdem voller Heil- und Manatränke.
- Zum Thema Goldausgeben: Bei den Hehlern kann man als Beispiel teure Ringe kaufen, darunter den Taschendiebstahl- und den Gegengiftring. Der Ring für Taschendiebstahl war für die Hauptgeschichte nötig, da ich keine 10 LP für den Mord an Alexander ausgeben wollte. Allerdings war der Ring danach ein wenig witzlos, weil es so gut wie keine NPCs gibt, die man beklauen kann.
Der Gegengift-Ring hat mich gar nicht interessiert. Mit Ausnahme der ersten zwei bis drei Spielstunden war mir Gift recht egal, da nach dem Anfang mit genug HP und Rüstung die Warane, Blutfliegen und Lurker kein Problem sind.
Ansonsten waren nur die Rüstungen zu Beginn des Spiels teuer, aber nach ein paar Stunden war man gut ausgerüstet und brauchte die nicht mehr kaufen.
Als Fazit: Es gibt zu viele Wege Gold zu verdienen (auch mithilfe von wertvollen LPs), ohne dass man je das Gold braucht. Die 1500 Gold für die Hafenarbeiter waren da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wertvolle Ausrüstung findet man überall und es gibt kaum Dinge, die sich zu kaufen lohnen.
Dazu kommt, dass ich keinen 100%-Run gemacht habe (folgt später irgendwann, wenn ich genug vergessen habe und Velen fertiggepatcht ist
). Wenn ich alle Aufträge gemacht und mein gesamtes Inventar verkauft hätte, wäre ich bestimmt reicher als Renwig.
Das war in Gothic 2 natürlich auch so und normalerweise mag ich es, wenn man sich so nah wie möglich am Original orientiert, allerdings ist das der Bereich von G2, den ich absolut nicht mag. Diese gewaltige Inflation an Gold und Ausrüstung sorgt dafür, dass die Mod für meinen Geschmack nach dem (guten) harten Einstieg viel zu leicht wird. Ändert natürlich nichts daran, dass ich die Mod unabhängig vom Balancing weiterhin klasse finde und uneingeschränkt empfehlen kann.
Ansonsten noch ein Fehler: Ich habe den Pfennigfuchser-Erfolg bereits bei 7000 Gold gekriegt. Ich nehme mal an, dass ich insgesamt in der Mod zu dem Zeitpunkt 10.000 Gold gesammelt habe, allerdings heißt es in der Erfolgsbeschreibung: "Spare 10.000 Gold oder mehr".