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    Irgendwo da draußen.....
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    Abuyin konterte seine Attacken gut, das bemerkte Talbot, jedoch ließ er sich keinen seiner Angriffe, die ins Leere liefen, auch nur im geringsten anmerken, sondern setzte direkt nach, war er doch in dieser Verhandlung nach seiner Meinung in der weitaus besseren Position.

    "Einer fachkundigen Person, richtig, das ist ein gutes Stichwort, Doktor. Geschult und ausgebildet, wie Sie es in der Psychologie sind, möchte ich Sie nach Ihrer Einschätzung fragen. Doktor Ward informierte uns ebenso, dass Doktor Svensson eine Art Nervenzusammenbruch erlitt, als Luceija in Lebensgefahr schwebte. Vielleicht wussten Sie von diesem Zwischenfall als sein guter Freund sogar? Zumindest frage ich mich: Halten Sie, als sein Freund und als Therapeut, es für möglich, dass eine solche Episode erneut oder gar häufiger auftreten könnte, wenn sich zwischen Miss Ascaiath und Doktor Svensson persönliche Krisen ergeben? Mit anderen Worten: Für wie psychisch stabil halten Sie ihn in einer Beziehung wie dieser dauerhaft?"


    Abu musste lachen. Talbot wusste wie man die Karten richtig ausspielte, das musste er einräumen. Viele andere wären wahrscheinlich schon eingeknickt. Aber er nicht. "Wirklich? Daran machen Sie eine psychische Instabilität fest? Sind Sie in einer Beziehung, Mr. Talbot? Und selbst wenn nicht, sagen wir einmal ihre hypothetische Freundin erleidet einen Unfall. Wären Sie in so einem Moment noch fähig dazu, ihren Job auszuführen als wäre nichts gewesen?" Was für eine Farce. "So oder so, ihre spekulative Frage ist nicht relevant. Denn diese Beziehung, von der sie sprechen, existiert nicht mehr."
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  2. #2
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    Hm. War es das wert..? War es das wirklich wert? Diese..Beziehung, die aktuell nicht mehr eine solche war? Egal welchen Weg sie versuchten zu gehen, keiner schien sie zu einem gemeinsamen zu leiten. Alles was geschah, war, dass sie verzweifelt gegen die nächstbeste Wand gerannt waren, in der Hoffnung all dem Unheil dass sich ankündigte irgendwie doch noch entgehen zu können. Vom ersten Moment an hatte sie ihn vergiftet. Hatte ihn in eine Welt gezogen, in die er einfach nicht gehörte. In der er sich strafbar machte, sie dort, auf dieser Trage, inmitten der Anlage und nachdem sie sich lange nicht gesehen hatten und eigentlich alles hätte abgeschlossen sein müssen, zu küssen. Leif war nie dieser Mann gewesen, der es in ihren Augen verdient hätte, ihretwegen durch eine regelrechte Hölle zu gehen. Er war immer der gutherzigste, ehrlichste und offenste Mensch gewesen, den sie hatte kennen lernen dürfen. Ein absolutes Ideal, welches sie systematisch zerstört hatte. Bis er die Notbremse zog und sie endlich abstreifte. Bis heute. Zu einem Tag an dem er für etwas kämpfte, was noch verlorener schien als es die Zulassung war.

    Sie wollte einfach nur noch zurück. Zurück zu diesem Tag hier in London. Zurück zu dem Moment, an dem sie gemeinsam in dicken Jacken durch den Schnee liefen. Die eisige, lungenfüllende Luft einatmeten und sanfter Schnee hinabrieselte und sich dickflockig in sein Haar setzte. An dem sie über ein mögliches Staffelfinale sinnierten. Und zurück zu diesem alles entscheidenden, alles verändernden Kuss, als sie eigentlich nichts anderes wollte als sich bei ihm für alles zu bedanken, was er für sie getan hatte. In England. Auf der Hochzeit ihres Bruders. Für jeden Moment, in dem er ihr Leben ein kleines bisschen besser gemacht hatte. Und es dieser Kuss war, der sie so sehr zerstörte wie wiederbelebte.

    "...was soll ich tun..?", war die Frage, die sie Max Aberg nun stellte. Ihr war nicht entgangen, dass er dieses Opfer erwähnte. Dass er den Eindruck erweckte einen Plan zu haben, vielleicht einen letzten, bevor alles verloren schien.


    Es war der unbewusste, ganz und gar nicht beabsichtigte Auswurf eines Köders für Luceija gewesen, auf den er keine Antwort erwartet hatte, denn jetzt arbeitete Max' Hirn auf derartigen Hochtouren, dass er schiere Minuten brauchte, um der Schwarzhaarigen zu antworten. In diese geradezu in Unruhe verfallenen, weiten Augen, deren Grün mehr versprach, als die bisher steinerne Fassade.
    "Ein-...Sündenbock sein.", erwiderte er schließlich, nahm einen fast zittrigen Schluck Kaffee und sprach dann weiter. "Die Tatsache nutzen, dass Richter und Geschworene Sie ohnehin für eine nur mittelmäßig glaubwürdige, trotzige Betroffene dieser ganzen Farce halten, abseits absurder Vorwürfe eines Missbrauchs. Allerdings mit dem Risiko für Sie, Luceija, dass zwar nicht Leifs Karriere daran zugrunde geht, aber sie beide als Paar. Vielleicht sogar Sie als Person, keine Ahnung."
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    Es war der unbewusste, ganz und gar nicht beabsichtigte Auswurf eines Köders für Luceija gewesen, auf den er keine Antwort erwartet hatte, denn jetzt arbeitete Max' Hirn auf derartigen Hochtouren, dass er schiere Minuten brauchte, um der Schwarzhaarigen zu antworten. In diese geradezu in Unruhe verfallenen, weiten Augen, deren Grün mehr versprach, als die bisher steinerne Fassade.
    "Ein-...Sündenbock sein.", erwiderte er schließlich, nahm einen fast zittrigen Schluck Kaffee und sprach dann weiter. "Die Tatsache nutzen, dass Richter und Geschworene Sie ohnehin für eine nur mittelmäßig glaubwürdige, trotzige Betroffene dieser ganzen Farce halten, abseits absurder Vorwürfe eines Missbrauchs. Allerdings mit dem Risiko für Sie, Luceija, dass zwar nicht Leifs Karriere daran zugrunde geht, aber sie beide als Paar. Vielleicht sogar Sie als Person, keine Ahnung."


    Luceija hatte nichts mehr dazu zu sagen. Nichts. Ihr blieben alle Worte, die sie noch irgendwie hätte aussprechen sollen tatsächlich im Hals stecken. Alles, was irgendwie nach Hoffnung geschrien hatte, wie diese verzweifelten, liebevollen Küsse in der Toilettenkabine, der beidseitige Unwille, den jeweils anderen los und gehen zu lassen...und selbst diese naiv-kindliche, so wenig neutrale Einladung zu einer Singus-Premiere nach Vancouver, strahlte keine Hoffnung mehr aus, als die Worte des Anwalts gesprochen waren. Sie hatte regelrecht auf diese Sätze gewartet. Irgendwann, zu irgendeinem Zeitpunkt hatten sie kommen müssen. Logisch betrachtet, wenn irgendetwas in ihr noch logisch sein konnte, war es der wirklich einzige Weg. Die einzige Option, dass wenigstens für ihn alles irgendwie wieder gerade gebogen werden konnte. Die Schwarzhaarige, die immer die größte Klappe von allen zu haben schien, war reglos und taub. Musterte Max Aberg, als sei er der Henker, auf den sie lange gewartet hatte. Denn dieses Ende bedeutete das, was sie ohnehin schon versucht hatte. IHR Ende. Ihr gemeinsames. Ihr eigenes. Und ganz ehrlich - was spielte es überhaupt noch für eine Rolle. Er würde es in jedem Fall so besser haben wenn sie nicht nur einfach nicht mehr Teil seines Lebens war, sondern wenn sie alles, was sie auf ihrem gemeinsamen Weg aufgebaut hatten, einfach mit sich in den Abgrund riss. Sie wusste noch nicht wie. Sie wusste nur, dass es sein musste. Dass das, worauf sie sich nur fadenscheinig vorbereitet hatte, tatsächlich eintrat.

    Die Schwarzhaarige nickte nur kurz und knapp. Wie sehr sie all das hier wieder und wieder brach, würde er, Max Aberg, vermutlich als Einziger und Letzter sehen. Dass sie blinzelte, die Träne verlor, die hier niemals hingehörte, aber ihre Züge abwandte und wieder aus dem Fenster sah. "Es ist vermutlich das einzige, was ich wirklich kann.", sie lachte erschlagen. Das Lachen erreichte ihre Augen nicht. Der Finger aber die Träne und machte sie unschädlich, bevor sie das tarnende Makeup zersetzte.
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    Luceija hatte nichts mehr dazu zu sagen. Nichts. Ihr blieben alle Worte, die sie noch irgendwie hätte aussprechen sollen tatsächlich im Hals stecken. Alles, was irgendwie nach Hoffnung geschrien hatte, wie diese verzweifelten, liebevollen Küsse in der Toilettenkabine, der beidseitige Unwille, den jeweils anderen los und gehen zu lassen...und selbst diese naiv-kindliche, so wenig neutrale Einladung zu einer Singus-Premiere nach Vancouver, strahlte keine Hoffnung mehr aus, als die Worte des Anwalts gesprochen waren. Sie hatte regelrecht auf diese Sätze gewartet. Irgendwann, zu irgendeinem Zeitpunkt hatten sie kommen müssen. Logisch betrachtet, wenn irgendetwas in ihr noch logisch sein konnte, war es der wirklich einzige Weg. Die einzige Option, dass wenigstens für ihn alles irgendwie wieder gerade gebogen werden konnte. Die Schwarzhaarige, die immer die größte Klappe von allen zu haben schien, war reglos und taub. Musterte Max Aberg, als sei er der Henker, auf den sie lange gewartet hatte. Denn dieses Ende bedeutete das, was sie ohnehin schon versucht hatte. IHR Ende. Ihr gemeinsames. Ihr eigenes. Und ganz ehrlich - was spielte es überhaupt noch für eine Rolle. Er würde es in jedem Fall so besser haben wenn sie nicht nur einfach nicht mehr Teil seines Lebens war, sondern wenn sie alles, was sie auf ihrem gemeinsamen Weg aufgebaut hatten, einfach mit sich in den Abgrund riss. Sie wusste noch nicht wie. Sie wusste nur, dass es sein musste. Dass das, worauf sie sich nur fadenscheinig vorbereitet hatte, tatsächlich eintrat.

    Die Schwarzhaarige nickte nur kurz und knapp. Wie sehr sie all das hier wieder und wieder brach, würde er, Max Aberg, vermutlich als Einziger und Letzter sehen. Dass sie blinzelte, die Träne verlor, die hier niemals hingehörte, aber ihre Züge abwandte und wieder aus dem Fenster sah. "Es ist vermutlich das einzige, was ich wirklich kann.", sie lachte erschlagen. Das Lachen erreichte ihre Augen nicht. Der Finger aber die Träne und machte sie unschädlich, bevor sie das tarnende Makeup zersetzte.


    "Luceija, wenn es den Hauch einer Chance gibt, dass Leif und Sie diese Sache unbeschadet überstehen, dann bitte überhören Sie meinen unmoralischen Rat, okay? Aber falls nicht, ich meine-...Sie müssen nicht gleich lügen, Gott bewahre, dazu darf ich Ihnen keinesfalls raten, aber sagen Sie nochmal aus. Erzählen Sie die beste Version Ihrer beider Wahrheit, die Ihnen einfällt. Und falls, nur falls etwas wirklich ausufern und Sie Hilfe brauchen sollten, regel ich das. Es endet hoffentlich nicht mit einem neuen Prozess, aber-...Naja, ich bin auf Ihrer Seite."

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    "Luceija, wenn es den Hauch einer Chance gibt, dass Leif und Sie diese Sache unbeschadet überstehen, dann bitte überhören Sie meinen unmoralischen Rat, okay? Aber falls nicht, ich meine-...Sie müssen nicht gleich lügen, Gott bewahre, dazu darf ich Ihnen keinesfalls raten, aber sagen Sie nochmal aus. Erzählen Sie die beste Version Ihrer beider Wahrheit, die Ihnen einfällt. Und falls, nur falls etwas wirklich ausufern und Sie Hilfe brauchen sollten, regel ich das. Es endet hoffentlich nicht mit einem neuen Prozess, aber-...Naja, ich bin auf Ihrer Seite."



    "Nehmen Sies mir nicht übel wenn ich Ihnen sage, dass mich das einen scheiß interessiert.", sagte sie, immer noch mit gleichermaßen leiser Stimme, zu diesem Anwalt. Sie meinte es nicht mal böse. Es war einfach was es war. Nichts, was ihr irgendetwas wirklich bringen oder ab jetzt noch helfen würde. Wenn es hart auf hart kam, und das würde es, dann war sie nämlich ohnehin allein. Und, so glaubte sie, das war wahrscheinlich nicht mal das schlechteste. Sie leckte sich die Lippen und sah ins nichts. Der Kaffee war in ihrer Hand zur lauwarmen Plörre geworden und ihr Magen zu sehr zu einem von Übelkeit dominierten Klumpen geworden, als dass jemals wieder so etwas wie Kaffee ihren Hals hätte hinabgekippt werden können. "Wissen Sie, ich bin an einem Punkt angekommen - nein, ich hab den Punkt schon überschritten, an dem es mich auch nur noch irgendwie interessiert hätte, was aus mir wird. Es ist mir inzwischen einfach egal. Sie haben mich gefragt, was ich nach dieser Verhandlung vor habe....aber darauf gibts einfach keine verdammte Antwort. Denn da ist nichts, was auf mich wartet. Eine neue Verhandlung wird es nicht geben, auch, wenn sie mich verurteilen. Entweder ich bin auf Omega oder Tot. Das eine schließt das andere nicht unbedingt aus. Also bitte tun Sie nicht so als würde es da noch irgendetwas geben außer der Gewissheit, dass Leif unbeschadet aus dieser Verhandlung kommt. Die Zeit, sich gegenseitig etwas vorzulügen ist vorbei."
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  6. #6
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    Max nickte. Sich selbst unweigerlich fragend, welchem Typ Mensch die Frau ihm gegenüber angehörte. Wahrscheinlich überdramatisierte sie, richtig? Das musste er sich einreden. Andernfalls würde er unverantwortlich handeln, schickte er sie jetzt ein weiteres Mal in den Zeugenstand.
    "Leif wird warten.", prophezeite er ihr, dabei hörte es sich beinahe schon nach einem Schwur an, den er einfach so zu vergeben wusste. "Er wird warten. Was immer dort oben noch passiert."
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    Max nickte. Sich selbst unweigerlich fragend, welchem Typ Mensch die Frau ihm gegenüber angehörte. Wahrscheinlich überdramatisierte sie, richtig? Das musste er sich einreden. Andernfalls würde er unverantwortlich handeln, schickte er sie jetzt ein weiteres Mal in den Zeugenstand.
    "Leif wird warten.", prophezeite er ihr, dabei hörte es sich beinahe schon nach einem Schwur an, den er einfach so zu vergeben wusste. "Er wird warten. Was immer dort oben noch passiert."


    Sie berührte Max an der Schulter. Ungefragt. Und fast so, als wäre es nötig, ihn zu trösten. In irgendeiner Art und Weise. Nur kurz, mit einem leichten Druck, den er vermutlich kaum spüren würde. Es war die Antwort auf seine Hoffnung. 'Nein, wird er nicht.', was ihr so stark und so plötzlich klar wurde, dass sie tatsächliche Angst davor hatte, zurück in diesen Saal zu gehen. Nicht, weil sie nicht glaubte, eine erneute Aussage durchzustehen. Sondern weil sie ihm gegenüber sitzen würde. Weil sie ihm in die Augen sehen musste, wenn sie tat, was sie tat.

    "Lassen Sie uns gehen.."
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  8. #8
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    Einiges hatte sich in wenigen Minuten verändert. Die Treppen schienen sich vervielfältigt zu haben, der Aufstieg war zäh und Max selbst war kalt. Solche Dinge wie diese hier, hatte er selten getan. Beschämt war er kaum, aber sein Bauchgefühl ahnte Schlimmeres, als sein Verstand zu glauben vermochte. Selbst die Tür zum Saal schien sich gegen ihn zu wehren und ging nur schwerlich auf. Ein Gerichtsdiener hielt sie schließlich für sie beide, die sie gemeinsam eintraten. Förderlich einem weniger verschworenen Eindruck war, dass Luceija ihren Becher samt Kaffee irgendwo losgeworden war oder ihn hatte stehen lassen. Im Gegensatz zu Max, der hier vor aller Augen geradezu etwas ZU freimütig wirkte, als die Schwarzhaarige rasch wieder Platz nahm und er vorne seinen Tisch umrundete, sich aber nicht setzte, um die kurze Aufmerksamkeit des vorsitzenden Richters sogleich zu nutzen.
    "Euer Ehren, Verzeihung-...", begann er sofort, "Eher zufällig hat sich auf dem Rückweg in den Gerichtssaal ein Gespräch mit der Zeugin Miss Ascaiath ergeben, die ich, sicher überraschend, aber unbedingt noch einmal in den Zeugenstand bitten möchte. Auch dank der recht einseitigen Befragungen unseres Kollegen Talbot hier vorne, scheinen wichtige Details und Merkmale der Aussage der Zeugin abhanden gekommen zu sein. Wie bereits gesagt, aber hiermit noch einmal formal: Ich möchte beantragen, Miss Ascaiath erneut als Zeugin zu hören. Insbesondere Bezug nehmend auf das kürzlich gezeigte Video."
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    Einiges hatte sich in wenigen Minuten verändert. Die Treppen schienen sich vervielfältigt zu haben, der Aufstieg war zäh und Max selbst war kalt. Solche Dinge wie diese hier, hatte er selten getan. Beschämt war er kaum, aber sein Bauchgefühl ahnte Schlimmeres, als sein Verstand zu glauben vermochte. Selbst die Tür zum Saal schien sich gegen ihn zu wehren und ging nur schwerlich auf. Ein Gerichtsdiener hielt sie schließlich für sie beide, die sie gemeinsam eintraten. Förderlich einem weniger verschworenen Eindruck war, dass Luceija ihren Becher samt Kaffee irgendwo losgeworden war oder ihn hatte stehen lassen. Im Gegensatz zu Max, der hier vor aller Augen geradezu etwas ZU freimütig wirkte, als die Schwarzhaarige rasch wieder Platz nahm und er vorne seinen Tisch umrundete, sich aber nicht setzte, um die kurze Aufmerksamkeit des vorsitzenden Richters sogleich zu nutzen.
    "Euer Ehren, Verzeihung-...", begann er sofort, "Eher zufällig hat sich auf dem Rückweg in den Gerichtssaal ein Gespräch mit der Zeugin Miss Ascaiath ergeben, die ich, sicher überraschend, aber unbedingt noch einmal in den Zeugenstand bitten möchte. Auch dank der recht einseitigen Befragungen unseres Kollegen Talbot hier vorne, scheinen wichtige Details und Merkmale der Aussage der Zeugin abhanden gekommen zu sein. Wie bereits gesagt, aber hiermit noch einmal formal: Ich möchte beantragen, Miss Ascaiath erneut als Zeugin zu hören. Insbesondere Bezug nehmend auf das kürzlich gezeigte Video."


    Van Oostveen hatte durchaus seine Mühe, die Priorität für einen Moment zu ordnen. Er lauschte Talbots Ausführungen, als der Anwalt mitsamt der Zeugin wieder eintrat, dies wenigstens nahezu lautlos, sodass keine nennenswerte Störung auftrat. In der erstbesten Pause jedoch reagierte er mit dieser Forderung, die der Richter erst noch bedenken musste. "Was soll das heißen? Die Zeugin wurde bereits gehört und als vermeintliches Opfer - fühlen Sie sich dazu in der Lage nochmals auszusagen, Miss Ascaiath?"

    Sie fühlte sich...irgendwie in der Lage. "Ja." Aber irgendwie auch nicht. Die Monotonie bewies es. Diese Angst vor Leifs Anblick. Die Angst vor dem, was danach kam.

    Unsicher wog er ab, ging dann jedoch auf Max Abergs Bitte ein. "Herr Staatsanwalt, Miss Sjörgen, haben Sie noch Fragen an den Zeugen Doktor al Sharidi?"
    Zumindest Alicia, die mit deutlich überwältigtem Blick ihren Kollegen Max anstarrte, dann aber viel zu spät zum Richter zurück sah, war sich sicher, dass es sinnvoller war, das zu hören, was Luceija zu sagen hatte, als weiter Abuyin zuzuhören, der schon jetzt Leif mehr als nur in den Himmel lobte. Vermutlich führte Letzteres weniger zu einem befriedigenden Ergebnis als die Chance, Ascaiath Licht in die Sache bringen zu lassen. Und einmal mehr war sie froh darum, dass sie hier als Anwaltsduo anwesend waren. Max hatte ein Händchen für Zeugen wie sie - aber was er erfahren hatte, hätte sie zu gerne noch vorab mit ihm abgesprochen.. "Nein euer Ehren."
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    Abu musste lachen. Talbot wusste wie man die Karten richtig ausspielte, das musste er einräumen. Viele andere wären wahrscheinlich schon eingeknickt. Aber er nicht. "Wirklich? Daran machen Sie eine psychische Instabilität fest? Sind Sie in einer Beziehung, Mr. Talbot? Und selbst wenn nicht, sagen wir einmal ihre hypothetische Freundin erleidet einen Unfall. Wären Sie in so einem Moment noch fähig dazu, ihren Job auszuführen als wäre nichts gewesen?" Was für eine Farce. "So oder so, ihre spekulative Frage ist nicht relevant. Denn diese Beziehung, von der sie sprechen, existiert nicht mehr."
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    Van Oostveen hatte durchaus seine Mühe, die Priorität für einen Moment zu ordnen. Er lauschte Talbots Ausführungen, als der Anwalt mitsamt der Zeugin wieder eintrat, dies wenigstens nahezu lautlos, sodass keine nennenswerte Störung auftrat. In der erstbesten Pause jedoch reagierte er mit dieser Forderung, die der Richter erst noch bedenken musste. "Was soll das heißen? Die Zeugin wurde bereits gehört und als vermeintliches Opfer - fühlen Sie sich dazu in der Lage nochmals auszusagen, Miss Ascaiath?"

    Sie fühlte sich...irgendwie in der Lage. "Ja." Aber irgendwie auch nicht. Die Monotonie bewies es. Diese Angst vor Leifs Anblick. Die Angst vor dem, was danach kam.

    Unsicher wog er ab, ging dann jedoch auf Max Abergs Bitte ein. "Herr Staatsanwalt, Miss Sjörgen, haben Sie noch Fragen an den Zeugen Doktor al Sharidi?"
    Zumindest Alicia, die mit deutlich überwältigtem Blick ihren Kollegen Max anstarrte, dann aber viel zu spät zum Richter zurück sah, war sich sicher, dass es sinnvoller war, das zu hören, was Luceija zu sagen hatte, als weiter Abuyin zuzuhören, der schon jetzt Leif mehr als nur in den Himmel lobte. Vermutlich führte Letzteres weniger zu einem befriedigenden Ergebnis als die Chance, Ascaiath Licht in die Sache bringen zu lassen. Und einmal mehr war sie froh darum, dass sie hier als Anwaltsduo anwesend waren. Max hatte ein Händchen für Zeugen wie sie - aber was er erfahren hatte, hätte sie zu gerne noch vorab mit ihm abgesprochen.. "Nein euer Ehren."


    Der Staatsanwalt wollte gerade ausholen, seinen vorbereiteten Angriff zu Ende zu führen - zu erklären, wie eine Beziehung mit Luceija eben keiner üblichen entsprach und wie ein offenbar psychisch labiler Leif Svensson mit dem chaotischen Lebensstil Luceijas zwangsläufig in Lebenskrisen geraten würde, die ihm die Ausübung seines Berufes unmöglich machen würden. Doch als Abuyin dann erwähnte, dass die Beziehung gar nicht mehr bestand, wurde Talbot eiskalt erwischt. Die Information war ihm neu - das änderte seine gesamte zurechtgelegte Argumentationsstruktur, doch als er gerade nach diesem Schrecken neu Atem holte, um einen neuen Weg einzuschlagen, bemerkte er, dass gerade der zweite Anwalt Leifs vor das Richterpult trat und offenbar ein Anliegen an den Richter zu wenden hatte. Talbot kam diese eigentlich mehr als unhöfliche Unterbrechung nun jedoch sehr gelegen, da er ohnehin berfürchtete, mit den unbekannten Fakten und dem recht widerwilligen, weiterhin zu Leif loyalen Dr. Al Sharidi nur die aufgenommene Fahrt seines Gnadenstoßes wieder zu verlieren. Abu nahm ihm den Wind aus den Segeln, und so war er froh um einen Vorwand, sich verfrüht aus seiner Position zurückzuziehen. Und so ließ er Max vor den Richter treten, natürlich nicht, ohne selbst näherzukommen und die Absprache mit anzuhöhren, wie es sein Recht war. Max hatte tatsächlich vor, so bald wie möglich den geplanten Ablauf aufzubrechen und erneut Luceija in den Zeugenstand zu rufen. Talbot befürchtete eine gefährliche Abwehrstrategie, benötigte aber tatsächlich aktuellere Informationen über den Beziehungsstatus der beiden, sodass er etwas widerwillig zustimmte und zurück an seinen Platz trat. Als der Richter dann wie erwartet Luceija nach ihrer Befähigung zur Aussage fragte und bei ihrem Bejahen bei Talbot nahchhakte, ob er sein Verhör hiermit beenden wolle, antwortete dieser wie abgesprochen mit einem "Keine weiteren Fragen an Doktor Al Sharidi", und setzte sich mürrisch an seinen Tisch, um einige eilige Notizen zu machen und einige Fakten aus der Akte aufzufrischen.
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    Der Staatsanwalt wollte gerade ausholen, seinen vorbereiteten Angriff zu Ende zu führen - zu erklären, wie eine Beziehung mit Luceija eben keiner üblichen entsprach und wie ein offenbar psychisch labiler Leif Svensson mit dem chaotischen Lebensstil Luceijas zwangsläufig in Lebenskrisen geraten würde, die ihm die Ausübung seines Berufes unmöglich machen würden. Doch als Abuyin dann erwähnte, dass die Beziehung gar nicht mehr bestand, wurde Talbot eiskalt erwischt. Die Information war ihm neu - das änderte seine gesamte zurechtgelegte Argumentationsstruktur, doch als er gerade nach diesem Schrecken neu Atem holte, um einen neuen Weg einzuschlagen, bemerkte er, dass gerade der zweite Anwalt Leifs vor das Richterpult trat und offenbar ein Anliegen an den Richter zu wenden hatte. Talbot kam diese eigentlich mehr als unhöfliche Unterbrechung nun jedoch sehr gelegen, da er ohnehin berfürchtete, mit den unbekannten Fakten und dem recht widerwilligen, weiterhin zu Leif loyalen Dr. Al Sharidi nur die aufgenommene Fahrt seines Gnadenstoßes wieder zu verlieren. Abu nahm ihm den Wind aus den Segeln, und so war er froh um einen Vorwand, sich verfrüht aus seiner Position zurückzuziehen. Und so ließ er Max vor den Richter treten, natürlich nicht, ohne selbst näherzukommen und die Absprache mit anzuhöhren, wie es sein Recht war. Max hatte tatsächlich vor, so bald wie möglich den geplanten Ablauf aufzubrechen und erneut Luceija in den Zeugenstand zu rufen. Talbot befürchtete eine gefährliche Abwehrstrategie, benötigte aber tatsächlich aktuellere Informationen über den Beziehungsstatus der beiden, sodass er etwas widerwillig zustimmte und zurück an seinen Platz trat. Als der Richter dann wie erwartet Luceija nach ihrer Befähigung zur Aussage fragte und bei ihrem Bejahen bei Talbot nahchhakte, ob er sein Verhör hiermit beenden wolle, antwortete dieser wie abgesprochen mit einem "Keine weiteren Fragen an Doktor Al Sharidi", und setzte sich mürrisch an seinen Tisch, um einige eilige Notizen zu machen und einige Fakten aus der Akte aufzufrischen.


    Talos - Endgame
    [Video]


    Van Oostveen traf die Entscheidung, den Zeugen Al Sharidi vorzeitig gehen zu lassen, nicht halbherzig. Er hatte eine ungefähre Ahnung davon, wie viel nützlicher die Aussage der direkt betroffenen Luceija Ascaiath im Vergleich zu der eines zu Leif loyalen Freundes wie dem Psychologen war. Nicht, weil er die Personen unterschiedlich bewertete, sondern einzig, weil es Luceija war, die diesen Sex auf dem Video mit dem Angeklagten gehabt hatte. Die diese Beziehung geführt hatte, die, laut Al Sharidi, nicht länger existierte. Und das musste, so war auch dem Richter klar, mehr bedeuten. Ohnehin waren die Aussagen der Neununzwanzigjährigen Italienerin bislang sehr flach ausgefallen. Da war der kurze Ausbruch bei Daigles Aussage. Aber damit hatte es sich. Und nun saß sie dort, auf einem Stuhl, ganz am Gang, im Wissen, dass sie nun gleich wieder nach vorne würde kommen müssen, aber in keiner Weise eingeschüchtert oder anders als arrogant und monoton, wie sie vorab schon wirkte. Der Richter beobachtete die junge Frau einen Moment lang. Sah zu, wie ihre restliche Familie einige Stühle weiter in der Mitte saßen, zu ihr sahen, und insbesondere ihr Bruder immer wieder versuchte, Kontakt zu ihr aufzunehmen.


    Vigilio verstand nicht, was sie hier tat. Er hatte schon nicht verstanden, weshalb sie es zugelassen hatte, der Bitte des Anwalts nach draußen zu folgen. Denn es waren gängige Praktiken, die Vigilio auch bei mangelnder Karriere als Jurist verstehen konnte. Aber gleichzeitig sah er auch, wie tief diese Verhandlung gesunken war. Wie wenig Auswege es für Leif noch gab, der im wahrsten Sinne mit dem Rücken zur Wand stand und den Kreis um sich mit jeder Aussage willentlich noch enger zog. Mit gewissem Wohlwollen betrachtete er, dass der Schwede seine Schwester zu schützen versuchte – aber, wie auch schon so viele Male zuvor, war kaum einer in der Lage, sie wirklich vor sich selbst zu schützen. Vor der vermeintlichen Dummheit nochmals auszusagen. „Wieso tut Sie das…?!“, flüsterte er seiner Frau Zora zu. Wieso. Er wünschte, er könne ihr sagen, dass Leif einen Plan gefasst hatte um sie lebenslänglich zu schützen. Er wünschte er hätte die Option ihr ein paar bessere Neuigkeiten auf den Weg zu geben. Wobei es unersichtlich war, ob es irgendetwas zu ihrem Wohlbefinden beigetragen hätte.

    „Damit entlasse ich Sie aus dem Zeugenstand, Doktor Al Sharidi. Auch Sie bleiben unvereidigt. Vielen Dank, Sie dürfen Sich zurück nach hinten setzen.“, hallte Van Oostveens Stimme durch den Saal. „Miss Ascaiath – dann kommen Sie bitte nochmal zu uns nach vorne.“

    Sie, Luceija, nahm das Kommando stumm hin. Was zuvor nicht viel mehr war als ein vergleichbar kleiner Funke wuchs nun, als sie langsam und erneut von ihrem kalten Stuhl aufstand, zu einer riesigen, unerstickbar großen Flamme heran. Und ja, ihr Innerstes brannte tatsächlich regelrecht. Sie blinzelte langsam und das Brennen lag bereits in ihren Augen. Sie war müde. So müde von allem. Aber es war nicht die Zeit, nicht der Raum, um diesem Wissen in ihr, dieser Schwäche, auch nur irgendwie nachzugeben. In ihrem Inneren hatte sich so vieles aufgewirbelt und so viel war in diesen Zwei Tagen und zwischen ihrer letzten und der kommenden Aussage durcheinander geraten…aber nach außen hin war sie, ihr Gang, ihre Haltung, das leicht erhobene Kinn und der kühle, distanzierte Blick, thronend auf einem emotionslosen Gesicht, genau dasselbe. Sie schritt einmal mehr den Gang entlang nach vorne, auf viel zu unbequemen, hohen Schuhen, die Hall durch den Raum schickten. Drückte einhändig das Türchen auf, dass sie vom vorderen Bereich des Gerichtes trennte. Und passierte sofort ihn. Leif. Dessen Nähe eine wärmende, eine heilende, eine verzweifelte Aura ausstrahlte und sie längst in einen Bann zurück zog, die lediglich sein Geruch perfektionierte. Ihr Herz, oder die Stelle wo es sein musste, begann so sehr zu schmerzen, dass sie glaubte, sie werde vor allen Leuten erstochen. Zum Glück schaffte sie es selbst, diesen Weg weiter zu gehen. Weiter nach vorne, diese wenigen, kleinen Stufen hinauf auf diese Kanzel, wo sie sich setzte, ohne auf eine weitere Aufforderung des Richters zu warten. Und ohne, kaum, dass sie sich niedergelassen hatte, den Kopf nochmals anzuheben. Wenn sie ihn nun ansah, war es vorbei.

    „Wenn Sie nochmals aussagen, Miss Ascaiath, muss ich Sie erneut belehren, dass Sie hier die Wahrheit und ausschließlich die Wahrheit sagen müssen, weil Sie sich ansonsten strafbar machen.“ Sie nickte. „Ich weiß.“, bestätigte sie. „Sie müssen zudem nichts sagen, wenn Sie sich selbst einer Straftat belasten würden.“ Wieder nickte sie.

    Verzögert sah der Richter zu der Seite der Verteidigung. „Werte Verteidigung, Sie haben damit das Wort um die Zeugin erneut zu befragen.“, sagte er, mit diesem Blick, der sie anmahnte, es bessert Wert sein zu lassen. Während Luceija wartete. Auf ihren Tisch sah, auf die Maserung des Holzes die sie gestern schon angestarrt hatte. Und doch nicht vermeiden konnte, dass die Person, wegen der sie wieder hier saß, permanent passiv in ihrem Blick hatte. Sie wollte hier weg. Aber sie konnte nicht. Es gab keinen Weg mehr zurück.
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  12. #12
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    Talos - Endgame
    [Video]


    Van Oostveen traf die Entscheidung, den Zeugen Al Sharidi vorzeitig gehen zu lassen, nicht halbherzig. Er hatte eine ungefähre Ahnung davon, wie viel nützlicher die Aussage der direkt betroffenen Luceija Ascaiath im Vergleich zu der eines zu Leif loyalen Freundes wie dem Psychologen war. Nicht, weil er die Personen unterschiedlich bewertete, sondern einzig, weil es Luceija war, die diesen Sex auf dem Video mit dem Angeklagten gehabt hatte. Die diese Beziehung geführt hatte, die, laut Al Sharidi, nicht länger existierte. Und das musste, so war auch dem Richter klar, mehr bedeuten. Ohnehin waren die Aussagen der Neununzwanzigjährigen Italienerin bislang sehr flach ausgefallen. Da war der kurze Ausbruch bei Daigles Aussage. Aber damit hatte es sich. Und nun saß sie dort, auf einem Stuhl, ganz am Gang, im Wissen, dass sie nun gleich wieder nach vorne würde kommen müssen, aber in keiner Weise eingeschüchtert oder anders als arrogant und monoton, wie sie vorab schon wirkte. Der Richter beobachtete die junge Frau einen Moment lang. Sah zu, wie ihre restliche Familie einige Stühle weiter in der Mitte saßen, zu ihr sahen, und insbesondere ihr Bruder immer wieder versuchte, Kontakt zu ihr aufzunehmen.


    Vigilio verstand nicht, was sie hier tat. Er hatte schon nicht verstanden, weshalb sie es zugelassen hatte, der Bitte des Anwalts nach draußen zu folgen. Denn es waren gängige Praktiken, die Vigilio auch bei mangelnder Karriere als Jurist verstehen konnte. Aber gleichzeitig sah er auch, wie tief diese Verhandlung gesunken war. Wie wenig Auswege es für Leif noch gab, der im wahrsten Sinne mit dem Rücken zur Wand stand und den Kreis um sich mit jeder Aussage willentlich noch enger zog. Mit gewissem Wohlwollen betrachtete er, dass der Schwede seine Schwester zu schützen versuchte – aber, wie auch schon so viele Male zuvor, war kaum einer in der Lage, sie wirklich vor sich selbst zu schützen. Vor der vermeintlichen Dummheit nochmals auszusagen. „Wieso tut Sie das…?!“, flüsterte er seiner Frau Zora zu. Wieso. Er wünschte, er könne ihr sagen, dass Leif einen Plan gefasst hatte um sie lebenslänglich zu schützen. Er wünschte er hätte die Option ihr ein paar bessere Neuigkeiten auf den Weg zu geben. Wobei es unersichtlich war, ob es irgendetwas zu ihrem Wohlbefinden beigetragen hätte.

    „Damit entlasse ich Sie aus dem Zeugenstand, Doktor Al Sharidi. Auch Sie bleiben unvereidigt. Vielen Dank, Sie dürfen Sich zurück nach hinten setzen.“, hallte Van Oostveens Stimme durch den Saal. „Miss Ascaiath – dann kommen Sie bitte nochmal zu uns nach vorne.“

    Sie, Luceija, nahm das Kommando stumm hin. Was zuvor nicht viel mehr war als ein vergleichbar kleiner Funke wuchs nun, als sie langsam und erneut von ihrem kalten Stuhl aufstand, zu einer riesigen, unerstickbar großen Flamme heran. Und ja, ihr Innerstes brannte tatsächlich regelrecht. Sie blinzelte langsam und das Brennen lag bereits in ihren Augen. Sie war müde. So müde von allem. Aber es war nicht die Zeit, nicht der Raum, um diesem Wissen in ihr, dieser Schwäche, auch nur irgendwie nachzugeben. In ihrem Inneren hatte sich so vieles aufgewirbelt und so viel war in diesen Zwei Tagen und zwischen ihrer letzten und der kommenden Aussage durcheinander geraten…aber nach außen hin war sie, ihr Gang, ihre Haltung, das leicht erhobene Kinn und der kühle, distanzierte Blick, thronend auf einem emotionslosen Gesicht, genau dasselbe. Sie schritt einmal mehr den Gang entlang nach vorne, auf viel zu unbequemen, hohen Schuhen, die Hall durch den Raum schickten. Drückte einhändig das Türchen auf, dass sie vom vorderen Bereich des Gerichtes trennte. Und passierte sofort ihn. Leif. Dessen Nähe eine wärmende, eine heilende, eine verzweifelte Aura ausstrahlte und sie längst in einen Bann zurück zog, die lediglich sein Geruch perfektionierte. Ihr Herz, oder die Stelle wo es sein musste, begann so sehr zu schmerzen, dass sie glaubte, sie werde vor allen Leuten erstochen. Zum Glück schaffte sie es selbst, diesen Weg weiter zu gehen. Weiter nach vorne, diese wenigen, kleinen Stufen hinauf auf diese Kanzel, wo sie sich setzte, ohne auf eine weitere Aufforderung des Richters zu warten. Und ohne, kaum, dass sie sich niedergelassen hatte, den Kopf nochmals anzuheben. Wenn sie ihn nun ansah, war es vorbei.

    „Wenn Sie nochmals aussagen, Miss Ascaiath, muss ich Sie erneut belehren, dass Sie hier die Wahrheit und ausschließlich die Wahrheit sagen müssen, weil Sie sich ansonsten strafbar machen.“ Sie nickte. „Ich weiß.“, bestätigte sie. „Sie müssen zudem nichts sagen, wenn Sie sich selbst einer Straftat belasten würden.“ Wieder nickte sie.

    Verzögert sah der Richter zu der Seite der Verteidigung. „Werte Verteidigung, Sie haben damit das Wort um die Zeugin erneut zu befragen.“, sagte er, mit diesem Blick, der sie anmahnte, es bessert Wert sein zu lassen. Während Luceija wartete. Auf ihren Tisch sah, auf die Maserung des Holzes die sie gestern schon angestarrt hatte. Und doch nicht vermeiden konnte, dass die Person, wegen der sie wieder hier saß, permanent passiv in ihrem Blick hatte. Sie wollte hier weg. Aber sie konnte nicht. Es gab keinen Weg mehr zurück.


    Sie hatte den sogenannten "Plan", weiterhin nicht verstanden. Auch nicht, als sie schließlich aufstand, beidhändig über Bluse und Rock strich und mit gezielten, nahezu übertrieben grazilen Schritten auf den Sitz der Zeugin zuging. Sie kurz musterte, über Max' Worte nachdachte und schließlich die Arme um den eigenen Oberkörper schlang, womit sie weiterschritt. Es war eine sich selbst schützende Geste, die Alicia wohlbedacht platzierte. Ganz so, als müsse sie sich für diese weitere Befragung wappnen, auch wenn ihr erneuter, diesmal forcierter und ununterbrochene Blick auf Luceija Bände sprach: Die Frauen waren nicht ganz auf derselben Seite. Im Geiste vielleicht. Nicht aber hier, vor Gericht. Hier wirkte es, als sähen sich zwei lang entzweite Widersacherinnen wieder.
    "Miss Ascaiath-...", begann die Schwedin, unweigerlich mit dem singenden Akzent geprägt, den man auch von Leif kannte, "Fangen wir gleich bei dem an, was wir alle hier gerade sehen mussten. Sie, die Sex mit meinem Mandanten hat, wobei es all das auch noch auf ein Band geschafft hat, welches Doktor Svensson schwer belastet. Bitte erklären Sie dem hohen Gericht, ob dieser Verkehr, zwischen Ihnen beiden-...", sie deutete mit einer Hand zwischen dem Schweden und der Italienerin hin- und her, "Freiwillig oder unter Zwang stattfand. Unter Zwang für Sie, die hier als Opfer stilisiert wird."
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    Sie hatte den sogenannten "Plan", weiterhin nicht verstanden. Auch nicht, als sie schließlich aufstand, beidhändig über Bluse und Rock strich und mit gezielten, nahezu übertrieben grazilen Schritten auf den Sitz der Zeugin zuging. Sie kurz musterte, über Max' Worte nachdachte und schließlich die Arme um den eigenen Oberkörper schlang, womit sie weiterschritt. Es war eine sich selbst schützende Geste, die Alicia wohlbedacht platzierte. Ganz so, als müsse sie sich für diese weitere Befragung wappnen, auch wenn ihr erneuter, diesmal forcierter und ununterbrochene Blick auf Luceija Bände sprach: Die Frauen waren nicht ganz auf derselben Seite. Im Geiste vielleicht. Nicht aber hier, vor Gericht. Hier wirkte es, als sähen sich zwei lang entzweite Widersacherinnen wieder.
    "Miss Ascaiath-...", begann die Schwedin, unweigerlich mit dem singenden Akzent geprägt, den man auch von Leif kannte, "Fangen wir gleich bei dem an, was wir alle hier gerade sehen mussten. Sie, die Sex mit meinem Mandanten hat, wobei es all das auch noch auf ein Band geschafft hat, welches Doktor Svensson schwer belastet. Bitte erklären Sie dem hohen Gericht, ob dieser Verkehr, zwischen Ihnen beiden-...", sie deutete mit einer Hand zwischen dem Schweden und der Italienerin hin- und her, "Freiwillig oder unter Zwang stattfand. Unter Zwang für Sie, die hier als Opfer stilisiert wird."


    Die Kälte hatte unlängst den Raum erfasst. Alle Wände waren langsam aber sicher zu dickem Eis gefroren, so dick, dass Türen und Fenster darunter verschwanden. Tische einfroren, Stühle an ihrem Platz verlieben und eine Symbiose mit den Menschen darauf einging. Er wurde immer enger und Luceija glaubte, ihr Atem, den sie noch viel zu ruhig ausstieß, werfe dicke Wolken in diese unwirtliche Umgebung. Es schien, als ginge es von ihr aus. Als mache sie den Saal zu einem Abbild ihres Innersten, bastelte sich einen Thron der Aussichtslosigkeit. Viel zu grüne, Vigilio so ähnliche Augen hatten jede Freude und jedes Leben verloren. Sie durchbrachen den der Schwedin, der Dunkelblonden, hochgewachsenen und viel zu hübschen und grazilen Frau, bei deren Anblick alles in Luceija zu schreien begann. Sie war die Einzige, die sie fokussierte. Blendete alle anderen aus. Mitleidige Blicke ihrer Familie, Anklagende der Zeugen und Geschworenen. Und den von Leif, obwohl sie nicht mal wusste, ob er sie ansah. Ob er sie wahrnahm. Und hoffte, er würde es nicht tun.
    Am Ende der Frage, die die Schwedische Anwältin gestellt hatte und einen nur zu typischen Klang in ihrer Stimme offenbarte, beugte sich die Sizilianerin nach vorne, ließ die Strähnen an ihrem Gesicht nach vorne fallen und antwortete in ihrer fälschlicherweise kerzengeraden und geradezu überlegenen Haltung, ohne sich die Mühe zu machen, auf Englisch zu wechseln. "Volontariamente. Freiwillig.", sprach sie in das Mikrofon und sah nicht von Alicia ab. Keine Sekunde. "Non so come si possa proporre un'altra idea. Il dottor Svensson non mi ha mai stuprato, se è questo che vuoi così tanto. Ich weiß nicht, wie irgendjemand auf eine andere Idee kommen sollte. Doktor Svensson hat mich niemals vergewaltigt, wenn es das ist, was Sie so dringend wissen wollen." Diskussionen durchtrieben den Raum und erzeugten ein leises Rauschen.
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  14. #14
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    "Ehrlich gesagt ist es das, ja.", bemerkte Alicia spitz und fand sich unmittelbar vor Luceija ein. "Sie geben sicher zu, dass Videos wie jenes, das wir gesehen haben, nicht ganz üblich sind, oder-...IST es in Ihrem Fall üblich, dass Sie nicht nur mit ihrem Arzt, sondern gleich mit mehreren Männern zeitgleich verkehren UND diese Form Ihres Vergnügens aufzeichnen? Wer hat dieses Video gemacht, Miss Ascaiath? Oder sagen wir-...Wessen Geist entsprang diese unglaublich törichte Idee?"
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    "Ehrlich gesagt ist es das, ja.", bemerkte Alicia spitz und fand sich unmittelbar vor Luceija ein. "Sie geben sicher zu, dass Videos wie jenes, das wir gesehen haben, nicht ganz üblich sind, oder-...IST es in Ihrem Fall üblich, dass Sie nicht nur mit ihrem Arzt, sondern gleich mit mehreren Männern zeitgleich verkehren UND diese Form Ihres Vergnügens aufzeichnen? Wer hat dieses Video gemacht, Miss Ascaiath? Oder sagen wir-...Wessen Geist entsprang diese unglaublich törichte Idee?"


    "Non al solito, ma succede. Sono io che ho proposto il video e l'ho distribuito ad altri due porti. Da qualche parte c'era probabilmente una lacuna e il video è entrato nell'extranet. Non aggiorno il mio Omnitool OS molto spesso. Nicht üblich, aber es kommt vor. Ich war diejenige, die das Video vorgeschlagen und an zwei weitere Anschlüsse verteilt hat. Irgendwo war dabei wohl 'ne Lücke und das Video ist ins Extranet geraten. Ich update mein Omnitool OS nicht besonders häufig.", gab die Schwarzhaarige scheinbar zu, verwischte dabei aber nur, ohne mit der Wimper zu zucken die Tatsache, dass Leif dieses Video initial gedreht hatte. Aber dass es nicht zu dem Mann passte, den er als Arzt öffentlich geben musste war ihr schnell klar. So..war es einfacher.
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  16. #16
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    "Verstehe...", murmelte Alicia, fuhr erneut mit den Augen ihre Zeugin ab und regte sich sonst in keiner Sekunde bis zur nächsten Frage, "Und Doktor Svensson wusste von diesem Video, ja? Er hat zugestimmt, es-...Ebenfalls erhalten und erhalten wollen?", verlangte die Schwedin zu wissen, dabei kannte sie die Antwort auf ihre letzte Frage. Leif hatte dieses Video erhalten, vermutlich sogar gewollt oder gar selbst gedreht. Doch hier vor Gericht ließ sich die Sache perfekt drehen. Sie hatte - noch - keine Ahnung, unter welcher Gesinnung die Italienerin hier aussagte, aber ohne Zweifel ließ sie sich zum Sündenbock modifizieren. Eine ehemals drogenkranke, offenbar an abnormen Sexpraktiken und Beziehungen außerhalb ihres Standes interessiert, der irgendwann der Gedanke gefiel, sich eine Versicherung zu schaffen, indem sie sich selbst und Leif eben dabei verewigte. Wer in Gottes Namen würde Alicia den Verdacht absprechen, dass es sich hierbei um den schlechten Versuch einer Erpressung gehandelt hatte? Oder wenigstens den Vorgeschmack darauf?
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  17. #17
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    "Verstehe...", murmelte Alicia, fuhr erneut mit den Augen ihre Zeugin ab und regte sich sonst in keiner Sekunde bis zur nächsten Frage, "Und Doktor Svensson wusste von diesem Video, ja? Er hat zugestimmt, es-...Ebenfalls erhalten und erhalten wollen?", verlangte die Schwedin zu wissen, dabei kannte sie die Antwort auf ihre letzte Frage. Leif hatte dieses Video erhalten, vermutlich sogar gewollt oder gar selbst gedreht. Doch hier vor Gericht ließ sich die Sache perfekt drehen. Sie hatte - noch - keine Ahnung, unter welcher Gesinnung die Italienerin hier aussagte, aber ohne Zweifel ließ sie sich zum Sündenbock modifizieren. Eine ehemals drogenkranke, offenbar an abnormen Sexpraktiken und Beziehungen außerhalb ihres Standes interessiert, der irgendwann der Gedanke gefiel, sich eine Versicherung zu schaffen, indem sie sich selbst und Leif eben dabei verewigte. Wer in Gottes Namen würde Alicia den Verdacht absprechen, dass es sich hierbei um den schlechten Versuch einer Erpressung gehandelt hatte? Oder wenigstens den Vorgeschmack darauf?


    Luceija nahm Atem um zu antworten, aber stockte erstmals bei einer Antwort in diesem Gericht. Ihr Blick fuhr Alicia ab, tingelte von einem Auge zum nächsten, dann...senkte er sich. Nicht voller Scham. Vielleicht nicht? Aber vermutlich nachdenklich. Oder eben wortlos. "Ich..", stammelte sie und stockte. "Uh..keine Ahnung..? Stellen Sie immer so idiotische Fragen?"
    "Miss Ascaiath - denken Sie an das Verwarngeld, dass ich Ihnen schon einmal verordnet habe. Das muss kein Einzelfall bleiben. Also antworten Sie vernünftig!"
    "Stellen Sie immer Fragen, die vollkommen irrelevant sind?"
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  18. #18
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    Van Zan

    Thadera

    Vox & Sorax

    Gut.“ Das war alles, was Hanna zu sagen hatte, als die anderen ihrer Meldung zustimmten. Die anderen begannen damit sich zu unterhalten. Van Zans Antipathie gegenüber der Asari ließ sich kaum verbergen und die ehemalige Sportlerin erwiderte sie mit unverhohlener Aggressivität. Hanna war froh, dass sie alleine arbeiten würde. Als der Blick von Thadera Hanna fragend ansah, schüttelte diese leicht den Kopf und zog eine Millisekunde lang eine entschuldigende Maske. Nate war weg, sollte Sorax ihr doch die Handschellen abnehmen.

    Je länger die Beratung dauerte, desto sicherer war sich Hanna: Das ganze Unterfangen drohte in einer Niederlage oder bestenfalls einem Pyrrhussieg zu enden. Unsicheres Gelände, zu wenig Organisation, zu wenig geeignete Kämpfer. Abwarten wäre eine Möglichkeit gewesen aber die Tatsache, dass sich der Großteil der Involvierten für Aktionen aussprach sagte ihr, dass es klüger wäre zumindest ansatzweise geschlossen vorzugehen, als dass der Killer jeden Protagonisten Stück für Stück aus dem Spiel nahm. Der Kampf gegen den Kryptogrammkiller erinnerte sie an ein Schachspiel. Und seine Seite war – abgesehen von ein paar Bauern – noch völlig intakt. Sie wiederum hatten wackelige Türme, einen irren König und einen Läufer bei dem man nicht wusste, ob er für Weiß oder Schwarz spielte.

    Laden Sie bitte alle Blaupausen auf mein Omnitool“, erwiderte Hanna, als der turianische Politiker sie ansprach. Sie gab ein paar Kommandos in ihre Konsole ein, die Freischaltung erfolgte sofort. Dann sah sie sich das Hologramm der Tunnel genauer als beim ersten Mal an. Sie waren ähnlich, erinnerten an die stählernen Schläuche, durch die sie der Killer bereits einmal gescheucht hatte – nur sehr viel enger. Zumindest würde sie dort keinen Kroganer-Söldner erwarten müssen. Alle Tunnel waren von ähnlicher Länge und durch alle würde Hanna sich nur geduckt bewegen können. Gegebenenfalls würde sie kriechen müssen. Sie nickte langsam, nur für sich selbst. „Das sollte kein Problem werden, dachte sie und verbalisierte dann den Gedanken. „Das krieg‘ ich hin.“ Ihr Zeigefinger fuhr drei Röhren entlang. „Die drei hier scheinen mir am geeignetsten. Kaum bis keine Schrägen, so flach, dass einen vermutlich niemand erwartet und allesamt…“ sie prüfte die Legende: „…weder unter Hitze noch unter Wasser.“ Vermutlich würde sich etwas Flüssigkeit am Grunde der Tunnel befinden doch nichts was gefährlich werden könnte. „Was mich mehr interessiert ist die Ausrüstung. Haben Sie Zugriff auf Panzerung menschlichen Standards? Waffen? Sprengstoff?“ Ihre Hand beschrieb einen perfekten Kreis. „Ablenkung und Rückzugtaktik. Mit dem Sprengstoff kann ich mir notfalls einen Fluchtweg bahnen oder den Ihren decken.“ Sie begradigte den Rücken und legte die Hände auf ihren Gürtel. Eine Geste der Bereitschaft aber auch der Geduld. Vox war am Zug, niemand anderes außer vielleicht van Zan könnte ihr derlei Ausrüstung beschaffen und der würde kaum mehr Energie als nötig in das Unterfangen stecken. „Was mich zudem interessiert – und weil wir so fleißig Verbündete sammeln – wie lange haben wir Zeit? Mit Chance könnte ich ein paar alte Freunde von mir kontaktieren… Und damit meine ich keine Cops.
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  19. #19
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    Schön. Diese Form der Antwort, wartete nur auf Gegenwind. Auf den Zuschlag, den Alicia dieser Frau als Schuldige gab. Als Sündenbock, hoffentlich - sofern es nach ihr ging - alsbald demaskiert und als genau jene Zecke geräuchert, die sie in den Augen der hochgeborenen Schwedin war.
    "Irrelevant?", hakte die Schwedin nach. Sie löste ihre Arme vom eigenen Körper, stemmte einen von ihnen in ihre Hüften und lächelte. Dabei neigte sie den Kopf, sah kurz zu Boden und wirkte fast ein wenig schüchtern, irgendwie-...Anders. Als sie zu Luceija aufsah, traf sie ein wissender Blick. Einer, der der Italienerin die Schuld regelrecht einreden mochte. Genauso wie er sie an die Tatsache erinnern sollte, dass sie nie diese EINE gewesen war. Nicht gewesen sein konnte. Es war doch absurd zu glauben, dass diese zwei so unterschiedlichen Menschen freiwillig zusammenpassen konnten.
    "Hielten Sie es auch für irrelevant, dass mein Mandant, scheinbar eines Ihrer - nun glücklicherweise ehemaligen - Opfer, vor diesem Gericht beinahe für einen sexuellen Missbrauch verurteilt wurde? Während SIE im Publikum saßen, zusehend, wie diese Anklage unter Staatsanwalt Talbot, ihn zu zerstören drohte? Mir ist völlig egal, wie sehr es Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt, jetzt über diese Sache zu sprechen und das auch noch vor all diesen Leuten. Sehen Sie mich gefälligst an und sagen Sie mir, OB Doktor Svensson von diesem Video wusste und dem zugestimmt hat?"


    Er wurde unruhiger. Leif, dessen Kenntnis es sich noch immer entzog, was dieses beschissene Spiel dort vorn sollte. Wieso Luceija dem zugestimmt hatte und wieso sie sich in so lapidaren, unwahren Aussagen verstrickte. Sie war weit genug Herr ihrer Sinne gewesen, an eben diesem Abend, um zu wissen, dass ihre Antworten kaum Wahrheit beinhalteten. Nicht alle jedenfalls. Und trotz aller drängenden Blicke, all der geflüsterten Fragen in Max' Richtung, bekam er keine zufriedenstellende Antwort, rechtfertigend diese Scharade.
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  20. #20
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    Schön. Diese Form der Antwort, wartete nur auf Gegenwind. Auf den Zuschlag, den Alicia dieser Frau als Schuldige gab. Als Sündenbock, hoffentlich - sofern es nach ihr ging - alsbald demaskiert und als genau jene Zecke geräuchert, die sie in den Augen der hochgeborenen Schwedin war.
    "Irrelevant?", hakte die Schwedin nach. Sie löste ihre Arme vom eigenen Körper, stemmte einen von ihnen in ihre Hüften und lächelte. Dabei neigte sie den Kopf, sah kurz zu Boden und wirkte fast ein wenig schüchtern, irgendwie-...Anders. Als sie zu Luceija aufsah, traf sie ein wissender Blick. Einer, der der Italienerin die Schuld regelrecht einreden mochte. Genauso wie er sie an die Tatsache erinnern sollte, dass sie nie diese EINE gewesen war. Nicht gewesen sein konnte. Es war doch absurd zu glauben, dass diese zwei so unterschiedlichen Menschen freiwillig zusammenpassen konnten.
    "Hielten Sie es auch für irrelevant, dass mein Mandant, scheinbar eines Ihrer - nun glücklicherweise ehemaligen - Opfer, vor diesem Gericht beinahe für einen sexuellen Missbrauch verurteilt wurde? Während SIE im Publikum saßen, zusehend, wie diese Anklage unter Staatsanwalt Talbot, ihn zu zerstören drohte? Mir ist völlig egal, wie sehr es Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt, jetzt über diese Sache zu sprechen und das auch noch vor all diesen Leuten. Sehen Sie mich gefälligst an und sagen Sie mir, OB Doktor Svensson von diesem Video wusste und dem zugestimmt hat?"


    Er wurde unruhiger. Leif, dessen Kenntnis es sich noch immer entzog, was dieses beschissene Spiel dort vorn sollte. Wieso Luceija dem zugestimmt hatte und wieso sie sich in so lapidaren, unwahren Aussagen verstrickte. Sie war weit genug Herr ihrer Sinne gewesen, an eben diesem Abend, um zu wissen, dass ihre Antworten kaum Wahrheit beinhalteten. Nicht alle jedenfalls. Und trotz aller drängenden Blicke, all der geflüsterten Fragen in Max' Richtung, bekam er keine zufriedenstellende Antwort, rechtfertigend diese Scharade.


    Oh, Luceija sah sie an. Sie sah unlängst von den feinen Maserungen des Holzes auf, von dem Mikrofon, an welchem sie unweit sass und über es hinab nach unten zu der Blonden. Auf welche sich dieser Hass projizierte, nun aber immer stärker und keinenfalls mehr grundlos. Sie wusste oder ahnte, was dieser Blick ihr sagen wollte. Und es reizte und traf sie genau dort, wo sie im Moment idealerweise nichts mehr getroffen hätte. Und es schmerzte wie die Hölle selbst.
    Sie öffnete wieder den Mund, leichter, nicht mehr so weit, formulierte nur beinahe etwas, entließ im Ganzen aber nur etwas Luft zwischen ihren Lippen, schnaubte in einem abfälligen Ton. Zurecht geriet sie in Bedrängnis, die sie hier vor Gericht jede noch so kleine Kleinigkeit zusammenlog und so langsam glaubte man auch zu bemerken, dass sie in eben jene Ecke geriet. Die Tendenz war zunehmends sichtbar. "Non c'è nulla di importante.. Nichts davon ist wichtig...", flüsterte sie leise und etwas zu schnell für den Übersetzer. "Ich...nehms mal an? Haben Sie haben gesehen wie eh...nah das Ding war, er hätte blind sein müssen um es nicht zu sehen. Questa videocamera."
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