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[Suche] Protagonist der Böse ist

  1. #1 Reply With Quote
    Neuling
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    Guten Tag,


    Ich habe zurzeit zu viele Bücher gelesen, bei den der Protagonist „Nett“ ist. Und daher suche ich Abwechslung, deshalb bin ich auf der Suche nach einem Buch, wo der Protagonist Böse ist.
    Wie Definiere ich Protagonisten die Böse sind?
    Für mich sollte Protagonist für sein Ziel alles Mögliche versuchen, es ist egal wie er sein Ziel erreich, ob er nun 10.000 Unschuldige umbringt egal ob es Kinder, Frauen, Babys, Alte oder Männer sind.
    Das heißt für mich, er darf nicht naiv oder nett sein, sondern er soll zu seinen Feinden kaltblütig und am besten auch schlau und gerissen sein.

    Daher sind meine Kriterien:

    - optimal wäre eine Düstere Geschichte (Verrat, Mord, Krankheit, Krieg, Rassismus und ein Happy End muss es nicht geben)

    - Genre wäre für mich am Liebsten Science-Fiction, Fantasy oder Dark Fantasy (Aber andere gehen auch)

    - Es ist Wichtig, das der Protagonist Böse ist!

    - Geschlecht ist egal

    - (EDIT) Es ist egal ob der Protagonist ein Mensch ist oder nicht.

    - Sprache muss Deutsch oder Englisch sein

    Ich bin für jeden Buch Tipp Dankbar. Da ich weiß wie schwer es ist gute Bücher im Internet zufinden.

    Ich habe leider bis jetzt nur ein Buch gelesen, das dazu passt.

    - Der Prinz der Dunkelheit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Murtagks
    Murtagks is offline Last edited by Murtagks; 19.11.2018 at 20:03.

  2. #2 Reply With Quote
    Bücherwolf  HerrFenrisWolf's Avatar
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    Schwierig... klar klingt die Idee eines bösen Protagonisten erstmal reizvoll, aber eine Figur muss ja auch Qualitäten haben, damit sie dem Leser sympathisch wird und er sich für ihr Schicksal interessiert. Was ich von deiner Definition mitnehme, ist dass es dir nicht um einen "Böse weil Böse" Charakter geht, sondern mehr um eine Figur a la "das Ziel rechtfertigt die Mittel".

    Ich empfehle Dan Simmons - Hyperion Gesänge (meine Kurzreview dazu findest du hier). Es ist eher eine Ensemble-Geschichte. Du wirst darin allerdings eine Figur finden, wie du sie suchst und die ist wirklich stark geschrieben. Im zweiten Teil des Buches kommt noch eine ähnliche Figur hinzu.

    Wenn es dir um Schurken geht, bist du bei Thomas Harris - Hannibal Rising gut aufgehoben. Das schlage ich vor, weil es die Origingeschichte von Hannibal Lecter erzählt und ihn als den Hauptprotagonist behandelt. Ansonsten Bret Easton Ellis - American Psycho, ich selbst kenne nur die Verfilmung mit Christian Bale als Patrick Bateman, aber das Buch soll ziemlich krass sein, war jahrelang in Deutschland indiziert.

    Edit:

    Mario Puzzo hat Romane über die Mafia geschrieben unter anderem die Vorlage für Der Pate (und später das Drehbuch) und ein Buch über die Borgia.
    HerrFenrisWolf is offline Last edited by HerrFenrisWolf; 17.11.2018 at 17:51.

  3. #3 Reply With Quote
    Deus Trailerpark's Avatar
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    Wenn nicht menschlich: Die Albae, Die Dämonen und teilen auch die Orks.
    Trailerpark is offline

  4. #4 Reply With Quote
    Truhe  Salieri's Avatar
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    Moin.

    Also einen wirklich durch und durch bösen Protagonisten zu finden wird sicherlich schwierig. Das schafft ja nicht mal Dr. Horrible, und wenn schon ein Superbösewicht nicht komplett böse sein kann, wer kann es dann? So wie ich das sehe: Niemand. Ich mag auch von keinen plakativen schwarz-weiß Typen mehr lesen. Grau ist modern. Warum grau? Weil kaum einer doch wirklich das eine oder andere ist. Gut und Böse ist etwas für Kinder, die noch nicht verstehen, dass im Grunde jeder gute Gründe für sein Handeln hat und dann die Entscheidung über Gut und Böse gar nicht so leicht ist.

    Meine Empfehlung: The Lightbringer Series von Brent Weeks
    Da hast du mit aktuell vier Büchern gut was vor dir, der fünfte Teil soll mitte nächsten Jahres erscheinen. Allerdings sollte das ursprünglich eine Trilogie sein und wurde auf inzwischen fünf Bücher erweitert. Ich hoffe der gute Herr Weeks beschließt noch weitere Romane in diesem Setting zu schreiben.

    Quote Originally Posted by Murtagks View Post
    Daher sind meine Kriterien:

    - optimal wäre eine Düstere Geschichte (Verrat, Mord, Krankheit, Krieg, Rassismus und ein Happy End muss es nicht geben)
    Da hast du tatsächlich alles von dem was du sagst drin. Ein Happy End ist noch fraglich.

    - Genre wäre für mich am Liebsten Science-Fiction, Fantasy oder Dark Fantasy (Aber andere gehen auch)
    Es ist ein einzigartiges Fantasysetting. Magie beherrscht die Welt und wird von den Magiern (genannt Drafter/Wandler) zur Religion idealisiert, was als Basis der Unterdrückung und Knechtschaft der ganzen Welt missbraucht wird. Einige andere erheben sich dagegen und die Welt wird nach wenigen Jahren des Friedens abermals in den Strudel eines Krieges gezogen.
    Was die Welt so besonders macht ist, dass Magie mit Licht und Farben funktioniert. Wandler müssen eine bestimmte Farbe sehen und diese wellenlänge des Lichts wandelns sie in materielle Magie um. Die Idee begeistert mich nach wie vor. Zeitlich ist es im Schießpulver-Zeitalter angesiedelt.

    - Es ist Wichtig, das der Protagonist Böse ist!
    Was die Reihe auszeichnet ist, dass niemand wirklich gut oder böse ist. Jeder hat seine eigenen Motive und wer im ersten moment gut oder böse scheint entpuppt sich im nächsten als deutlich vielschichtiger und wenn man die Motive hinterfragt kommt man darauf, dass gut und böse alles nicht objektiv entschieden werden kann.
    Lass dich nur nicht vom Anfang abschrecken. Es beginnt mit einem dicklichen Jungen (Kip), der keiner Fliege etwas tun könnte, aber es nimmt relativ schnell fahrt auf und im Verlauf der Serie macht Kip eine erstaunliche Entwicklung durch.

    - Geschlecht ist egal
    Gut, hier hast du nämlich alles. Die Erzählperspektive wechselt im Verlauf der Serie mehrfach zwischen den Hauptfiguren hin und her. So wird dann auch mal aus Sicht der vermeintlichen Antagonisten erzählt. So bekommt man wirklich alle Perspektiven mit.

    - Der Protagonist muss kein Mensch sein.
    Sind sie aber alle.

    - Sprache muss Deutsch oder Englisch sein
    Hast du beides. Ich empfehle englisch weil im deutschen wieder die neumodische Abzockmasche gebraucht wird die Bücher zu halbieren und einzelkn zu veröffentlichen. Ich habe damals noch auf deutsch angefangen, aber bereue es inzwischen. Allerdings muss man sagen, dass die Übersetzung überwiegend sehr gelungen ist.

    Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.
    Was sind das für Zeiten, wo
    Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
    Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
    Aus Bertolt Brechts "An die Nachgeborenen".
    Salieri is offline

  5. #5 Reply With Quote
    Bücherwolf  HerrFenrisWolf's Avatar
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    Da fällt mir noch Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo ein... und Michael Moorcock - Elric von Melnibone


    Quote Originally Posted by aus einer Amazon-Review:
    Nachdem ich die Elric-Saga nun gelesen habe - inklusive der Festung der Perle und der Rache der Rose - kann ich nun einerseits absolut nachvollziehen, was die Faszination um den Albinoprinzen Elric von Melniboné ausmacht, die ihn zu einer Kultfigur haben werden lassen. Herrn Moorcocks Ideen sind brilliant, ist Elric doch die verkörperte Antithese zur tolkienschen Herr-der-Ringe-Fantasy.
    Schon der Ansatz ist genial: Elric ist der Herrscher einer grausamen, alten (möglicherweise elfenähnlichen, obwohl das im Buch nie explizit erwähnt wird) Rasse, die einst weite Teile der Welt dank ihrer Drachen erobert und beherrscht hatte. Nun besitzen sie kein Weltreich mehr, obwohl sie in den aufsteigenden "jungen Königreichen" der Menschen weiterhin als Dämonen gefürchtet und verhasst sind.
    Schon in der Ausgangssituation deutet sich Elrics tragisches Schicksal an: So kann er sich, belesen, wie er ist, nicht mit den grausamen Gebräuchen seines Volkes von Folter und Eroberung identifizieren und strebt nach Höherem. Als wäre das nicht genug, ist Elric ein totaler Schwächling, der nur dank seiner magischen Drogen überhaupt die Kraft besitzt, auch nur die Hand zu heben. Damit eckt er an, und sein Cousin Yrkoon versucht von Anfang an, ihm den Thron streitig zu machen, indem er in anklagt, die Traditionen zu missachten und ein schwacher Herrscher zu sein. Im Laufe der Geschichte gibt es dadurch natürlich Konflikte, und während seiner Kämpfe mit Yrkoon verbündet sich Elric mit dem Chaoslord Arioch, einem ehemaligen Schutzpatron seines Volkes, und gelangt in den Besitz des Schwertes Sturmbringer, das die Seelen seiner Opfer trinkt und ihre Kraft an Elric weitergibt, so daß er fortan auch ohne Drogen überleben kann.
    Dieses Konzept des Herrschers und Antihelden, der ohne Magie oder Drogen nicht die Kraft zum Leben hat und sich dennoch gegen so viele Widrigkeiten durchsetzen muss, ist schon interessant. Auch die Tatsache, daß Elric nicht der strahlende Held ist, der Prinzessinnen und die Welt rettet, sondern ein von Rache getriebener Geist, dessen Entscheidungen und dessen magische Verbündete eigentlich immer dazu führen, daß sich für ihn alles zum Schlechteren wendet, fasziniert und ist für die damalige Zeit, in der die Saga erschien, glaube ich auch etwas Neues.
    All das rechtfertigt den Kult um diese Figur.
    Das Buch (Sammelband) ist nur noch Secondhand zu haben, dafür aber in der Regel ziemlich günstig. Solche Helden wie Elric waren mal modern, davon gibt es auch noch mehr.
    HerrFenrisWolf is offline

  6. #6 Reply With Quote
    Neuling
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    Ich nöchte mich bei allen bedanken, die mir bis jetzt Tipps gegeben haben. : )


    Quote Originally Posted by Salieri View Post

    Hast du beides. Ich empfehle englisch weil im deutschen wieder die neumodische Abzockmasche gebraucht wird die Bücher zu halbieren und einzelkn zu veröffentlichen. Ich habe damals noch auf deutsch angefangen, aber bereue es inzwischen. Allerdings muss man sagen, dass die Übersetzung überwiegend sehr gelungen ist.

    Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.
    Danke für die Info, ich habe zufällig in meinen Haufen der ungelesenen Bücher The Way of Shadows und The Black Prism auf Deutsch gefunden. Zum Glück wurden die beiden Bücher nicht halbiert.
    Murtagks is offline

  7. #7 Reply With Quote
    So Far, So Good, So What!  Mani's Avatar
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    Die "First Law" Saga von Joe Abercrombie kann ich dir auch sehr ans Herz legen. Es gibt dort zwar nicht einen wirklich ganz klar "bösen" Protagonisten, jedoch wird nicht wirklich eine Grenze zwischen gut und böse gezogen.
    Mani is offline

  8. #8 Reply With Quote
    Halbgott Seelenschnitte's Avatar
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    Ich fand ja auch die Sorge von Helden ganz erfrischend, die keine Helden sein wollen und/oder können.
    Nimm den Never-Dead-Ned als Beispiel. Der Kerl ist ein Buchhalter bei einer Armee und wäre es liebend gerne geblieben. Aber da er nie lange tot bleibt, hat man ihm das Kommando über eine hoffnungslos versoffene Kompanie gegeben, deren frühere Kommandanten die Angewohnheit hatten, mit durchgeschnittener Kehle aufzuwachen.
    Da Ned beinahe ein Versager ist, der nichts kann und dies auch weiß, aber von den Umständen gezwungen wird überhaupt irgendwas zu tun, ist er ein Protagonist, wie man ihn nur selten findet.

    Freilich ist der Protagonist nicht böse, aber gut kann man ihn auch nicht nennen. Im Grunde ist er ein ganz gewöhnlicher Versager, der aus irgendwelchen Gründen nicht tot bleibt.
    Zumindest hat er einen bösen Arm, da ist Ned mal ohne Arm wieder aus dem Grab aufgestanden und sein, ebenfalls wieder lebender Arm war anderswo. Er wurde zwar wieder angenäht, aber seitdem hat der Arm eine aggressive Ader, die so garnicht zum lethargischen Ned passt?


    Wenn dieses Buch Interesse geweckt haben sollte, es heißt "Die Kompanie der Oger" von A. Lee.Martinez.
    Toller Humor da drinn.

    „Die Menschen bedienen sich ihrer Vernunft nur dazu, um ihre Ungerechtigkeiten zu rechtfertigen, und die Sprache dient ihnen allein dazu, ihre Gedanken zu verbergen.“

    Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord
    Seelenschnitte is offline

  9. #9 Reply With Quote
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    @ murtagks

    Patrick Süßkind : Das Parfüm

    https://www.inhaltsangabe.de/sueskind/das-parfum/

    Cheers!
    wildundgesetzlos is offline

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