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    La fionda dei cereali  Luceija's Avatar
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    Alessio Ascaiath | Neapel, Caffe

    Alessio hielt sich bedeckt, weil er kochte. Innerlich brodelte er so hell wie der Vesuv zu seinen besten Zeiten. Vermutlich auf ähnliche, wenngleich nicht exakte Weise wie sein Bruder, aber er war genervt, erzürnt, nahezu hasserfüllt – und gleichzeitig konnte er nichts davon sein. Es glich einer Unmöglichkeit ein derartig feuriges Temperament einzudämmen und unter Kontrolle zu halten, nicht direkt auszurasten und den jungen D’Alessandro mitsamt Sanna an ihren nicht vorhandenen Kragen über den Tisch zu ziehen und ihnen den Schädel mit der Kaffeetasse einzuschlagen. Aber es gelang ihm – es gelang ihm sogar weiterhin seine Maske in Form von freundlichem Lächeln aufrecht zu erhalten, während er seinen Kopf am Rand der Lehne auf der Hand stützte und er seine Nägel an den Lippen spürte. Er nahm die Rolle des Beobachters ein. Er wusste, dass Gaius, Luca, nicht gut darauf reagierte, wenn man seine Familie mit in Verhandlungsmaschen zog und sie gegen ihn einzusetzen versuchte. Und noch weniger würden sowohl die Sannas als auch die D’Alessandros eine Ahnung davon haben, in welch prekäre Situation sie sich hier manövriert hatten. Sie hatten nicht nur sich selbst sondern auch ihre eigenen Familien zu einem willigen Spielball dieser Versammlung gemacht:
    Alessio hatte so lange gewartet wie es nötig gewesen war. Hatte zugehört, sich alles angehört und war sich im Klaren darüber, dass die Beiden Männer hier gerade öffentlich die Ehre seines Bruders und die gesamte Ehre der Familie Ascaiath in den Dreck zu ziehen versuchten. Sie wollten ihn nicht ernst nehmen, wurden aufmüpfig und präsentierten einem ohnehin schon alternden Mann, der nichts mehr liebt als seine Kinder und seine Familie, obendrein noch eine solche Akte, die Gaius‘ Leid und den Verlust seines eigen Fleisch und Blutes demonstrierte. Ohne Scham verteilte der naive Neapolitaner Forschungsergebnisse wie Cantuccini und ließ die Männer auf Bilder und Aufzeichnungen blicken und in intimste Momente und Emotionen die mit Ausschlägen in Positive und Negative Richtungen verbunden waren, einsehen, die sie schlicht nichts angingen. Jeder normal sterbliche, der keine Drohung provozieren wollte, hätte einzelne Daten gefiltert herausgezogen und präsentiert. Aber nicht Ennio. Oh nein..

    Alessios Blick streifte durch den Raum und fand sich an einem der Security wieder, die unauffällig für Sicherheit sorgten und damit auch direkt subtil auf die Autorität der prominenten Gäste im Raum hinwiesen. Und es war nur ein Blick. Ein kurzer, aber direkter Blick in die Augen des in Richtung Eingang stehenden Mannes, der, nach einigen Sekunden, seinen Blick aufnahm und noch weitere zwei Sekunden wartete, bis er sich langsam umdrehte, wenige Schritte in Richtung Ausgang nahm, er den Finger an sein Ohr setzte und etwas an jemanden weitergab, der sich nicht im Raum befand. Dann, unauffällig, stellte er sich wieder an den selben Ort, an welchem er schon zuvor wachsam gestanden hatte, zurück. Alessio sagte nichts zu ihm und tat auch sonst nichts, was etwas in diese Richtung hin assoziiert hätte. Aber dass er seinem Bruder nun die Hand auf die Schulter legte, ruhig aber bestimmt, war wiederum das Zeichen für Gaius, dass in die Wege geleitet wurde, was sie schon vorab abgesprochen hatten. Nach außen hin war es nur der Versuch, den älteren Don zu beruhigen und ihm zu versichern, dass er ihm beistand.

    „Cosa pensi di fare? Was glaubt ihr, was ihr da tut?, fragte der jüngere Ascaiath mit einem scheinbar freundlichen Gesichtsausdruck und einer anklagend und ausschweifend gestikulierenden, freien Hand. „Quest' uomo lavora da anni con i vostri padri per portare la pace. E siamo stati tutti bene con esso. Noi tutti meritano più che abbastanza. Avere abbastanza aree di Napoli, Italia e il mondo per rendere i nostri nipoti ancora più ricchi. E così Dieser Mann hat mit euren Vätern zusammen jahrelang für Frieden gesorgt. Und es ging uns allen gut damit. Wir alle haben mehr als genug verdient. Haben genug Gebiete Neapels, von Restitalien und der Welt um unsere Urenkel damit noch reich zu machen. Und SO, er deutete die Akte an, „Ecco come mi ringrazio? Con immagini nude di mia nipote e sua figlia che la mostrano qui intorno come foto di serie A? Informazioni che non ti appartengono? E solo derubato senza cercare la conversazione? Sono deluso in te, Ennio. Si agisce come un ragazzo ingenuo che getta via l' eredità di suo padre per un po' di potere. Stai rompendo il cuore. So dankt ihr es? Mit Nacktbildern meiner Nichte und seiner Tochter* die ihr hier herumzeigt wie Serie A Bildchen? Informationen, die euch nicht gehören? Und einfach nur überfallen, ohne vorher das Gespräch zu suchen? Ich bin enttäuscht von dir, Ennio. Du verhältst dich wie ein naiver Junge der das Erbe seines Vaters für ein bisschen Machtgefühl einfach so hinwirft. Du brichst mir das Herz.


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    * Natürlich keine Nacktbilder für gewisse Zwecke. Sondern eigentlich fur medizinische Zwecke um Gewicht/Wachstum/etc zu dokumentieren.
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  2. #2
    #17  Forenperser's Avatar
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    Irgendwo da draußen.....
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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post
    Das erste was Hanna hörte, nachdem sie aus ihrem dämmernden Delirium erinnern erwachte, war ein Knall. Ein Knall, den sie als Schuss identifizierte. Jahrelang antrainiertes Verhalten ließ sie klarsehen, obwohl sie noch immer den Drang hatte sich zu übergeben. „Scheiße, was zur Hölle läuft hier?“, rief sie, den zusammengebrochenen Turianer betrachtend. Ein weiterer Trick des Killers. Sie hatten gedacht, sie könnten den Killer in die Falle locken doch nun waren sie selbst in der Falle. Van Zan krümmte sich am Boden, Sorax eierte umher wie ein kopfloses Huhn und Vhan verzweifelte an sich selbst und dem, was er angerichtet hatte. Hanna schleuderte die Raptor fort, packte stattdessen Van Zan an seinem Kragen und zog ihn zur nächsten Wand. Seine Schulter packend richtete sie ihn auf. Seine Augen waren so verdreht, dass Hanna nur das Weiß sehen konnte und sein Kinn glänzte noch immer vom unkontrollierten Speichel. „Fuck!“, brüllte Hanna ihrem Gegenüber ins Gesicht. Keiner der anderen schien verletzt zu sein – außer psychisch. „Sorax, helfen Sie Vhan“, befahl Hanna, packte den roten Turianer und zerrte ihn von seinem grausamen Machwerk fort. „Vhan!“ Die Blondine feuerte dem Turianer eine, die sich gewaschen hatte. Der Schmerz schien Beyo zumindest etwas abzulenken. „Kommen Sie zu sich, Vhan. Wir können hier nicht bleiben.“ Sie griff den Turianer und zog ihn weiter fort von der Leiche. „Sorax, herkommen. Sofort! Stützen Sie Vhan. Ich kümmere mich um Van Zan.“ Den Mann in Schwarz nahm Hanna im Gamstragegriff, den schlaffen Leib über die Schultern gelegt. Sie stöhnte, der hagere Mann war schwerer als er aussah. Vermutlich trug er noch einiges bei sich, was auf den ersten Blick nicht erkennbar war. „Los, verschwinden wir von hier.“

    *

    Anastasia tastete sich durch die Dunkelheit. Je tiefer sie in den Tunnel stieg, dem Gang, den sie gewählt hatte, desto finsterer wurde es. Die Seitenwände waren mehr zu erahnen, als zu sehen. Und ein Ende schien nicht in Sicht. Anfangs noch mit der Pistole im Anschlag und vorsichtig vorrückend, eilte Anastasia nun schnell atmend durch den Korridor, die Augen nach jeder tastenartigen Erhebung absuchend. Ein rhythmisches Klacken tief aus dem Innern der Station begleitete ihren hastigen Weg: *Klonk* „Ich werde diese Ebenen nie wieder betreten“, murmelte sie leise. Darum mochte sie die interne Ermittlung: In der Regel verließ man das Revier nicht. Und wenn, dann bewegte man sich meist nur von Polizeistation zu Polizeistation. *Klonk* „Autsch!“ Anastasias tastende Hände hatten etwas Gezacktes gestreift. „Was ist das?“, richtete sie die Frage an sich selbst, die Finger auf die Erhebung legend um sie nicht wieder an die Dunkelheit zu verlieren. Die Vorrichtung lag tief in der Wand. Anastasia betastete sie vorsichtig. *Klonk* Es war ein Schaltmodul, unbeleuchtet und vermutlich inaktiv. „Was soll’s. Der Versuch schadet wohl nicht?!“ Ohne zu wissen, welche Konsequenzen es haben würde, drückte die Polizistin auf die Tasten. *Klonk* Etwas im Innern der Wand summte und einen Moment später… Stille. Anastasia hielt den Atem an. Selbst das rhythmische metallene Klopfen war verstummt. Plötzlich zerriss ein knackendes Geräusch die Stille und Lichter begannen der schwarzen Wand einem aufgezeigten Fluchtweg gleich zu leuchten. Anastasia bemerkte, dass das Licht nur in die Richtung aktiv war, in der Nate wartete. Ein gutes Zeichen, wie die Polizistin fand. Auf einmal zuckte direkt neben ihr ein weißes Licht. Die Blondine betrachtete es mit eigentümlichem Interesse. Es vibrierte schwach, als wäre es in der Dunkelheit des Ganges ebenso verloren, wie sie selbst. „Ein Irrlicht“, flüsterte sie. Anastasia hatte bereits zuvor ein ähnliches Licht gesehen, ein so flackerndes, lebendes Licht und sie hatte ihm diesem Namen gegeben. Es war damals gewesen, als Anders und sie in ihre gemeinsame Wohnung gezogen waren. Am Anfang hatten sie noch in einem halbfertigen Zuhause gesessen. Die blickdichten Rollos, die das immerwährende Licht der Citadel aussperrten, waren noch nicht angebracht worden; und da war es: direkt vor ihrem Schlafzimmerfenster pulsierte das weiße Licht. Es war wohl ein defekt in der Beleuchtung der Station gewesen, aber in Zeiten der Nacht stach es klar hervor, aus Dunkelheit und verschwommenem Gleißen. Anastasia hatte Anders darauf aufmerksam gemacht, während sie in dem noch kahlen Schlafzimmer kuschelten. „Wie ein Gespenst“, hatte sie gesagt. „Ein Gespenst aus Licht?“, lachte ihr Verlobter. „Aus Sternenlicht.“ Viele Monate noch schaute Anastasia beinahe täglich nach ihrem Sternenlicht, dem Irrlicht inmitten des Weltalls. Es beruhigte sie. Meistens betrachtete sie es, wenn sie auf Anders wartete, der ihr Frühstück ans Bett brachte. Damals, als die Beziehung noch jung war. Er sang dabei immer gerne Lieder aus einer Zeit, in der Musik noch Musik war. „Sing for your supper and you get breakfast“, gehörte zu seinen Lieblingen. Dann irgendwann verschwand das Licht und auch die Gesänge. Sicherlich hatten die Keeper den Defekt behoben. Doch noch immer erinnerte sie sich gerne daran, an das Licht und den Beginn des Rests ihres Lebens – zusammen mit Anders.

    Anastasias Pupillen weiteten sich leicht. Sie spürte etwas, eine Präsenz in der Dunkelheit des Ganges auf der unbeleuchteten Seite. Direkt in ihrem Rücken. Das Weiß pulsierte mit fast hypnotischer Wirkung, doch Anastasia hob den Kopf. Ihr Nacken kribbelte, als stünden unsichtbare Finger kurz vor einer Berührung. „Instinkt“, nannten es die Polizisten, die länger dienten. Instinkt. Anastasias rechte Hand bewegte sich wenige Zentimeter zum Gürtel. „Jetzt oder nie!“ Der Gedanke erfasste sie voller Klarheit. In einer raschen Bewegungsabfolge zuckte die Hand zur Waffe, zeitgleich spürte sie biotische Energie ihren Körper fluten während sie sich um einhundertachtzig Grad drehte. Noch bevor sie die Drehung vollendet hatte, dekomprimierte sich die Pistole in ihrem Griff. Dann knallte es laut. Anastasia spürte etwas Schweres auf ihrer Brust. Ihr Körper vollendete die Drehung, doch stoppte er nicht. Wuchtig schleuderte er weiter herum, bis sie eine Millisekunde in den beleuchteten Gang schauen konnte. Dann riss die Wucht sie von den Beinen und Anastasia schlug der Länge nach hin. Ihr blonder Kopf schlug hart auf den stählernen Boden, doch sie spürte es nicht. Rasch bildete sich aus Blutlache, ihr Ursprung: Anastasias durchschlagener Brustkorb. Das Projektil hatte sie glatt durchdrungen, hatte Aorta und Vagusnerv zerfetzt. Anastasia Nix‘ Tod dauerte nur wenige Sekunden. In denen sah sie vor den in Verwunderung aufgerissenen Augen kaum mehr als ein weißes Licht direkt vor ihr, wie es über den stahlgrauen Boden tanzte. Und sie dachte, dass sie Musik hörte.

    *

    *Klonk*
    Nathan erhob sich, das Gewehr noch immer im Anschlag. Der Leib dort inmitten des Ganges aber bewegte sich nicht mehr. „Bei Ex-Spezialeinheiten sollte man aber immer vorsichtig sein“, dachte der Killer. Und Hanna Ilias hatte seinen Auftraggebern zufolge schon mehr als nur ein Attentat überstanden, eines sogar ebenfalls von einem Scharfschützen ausgeführt. Die Konsequenz damals war, dass die Agentin stinksauer wurde. Nathan hatte nicht vor, diesen Fehler zu wiederholen. Schritt um Schritt näherte er sich der Toten. Um sie herum hatte sich bereits eine Blutlache gebildet, die einen massiven Verlust versprach. Nathans Shreddermunition hatte Ilias‘ biotische Barriere glatt durchschlagen. Nathan fluchte innerlich. Warum hatte ihm niemand gesagt, dass die Agentin auch noch Biotikerin gewesen war? „Drauf geschissen“, dachte der Killer angesichts des Leichnams. Die stand nicht mehr auf, soviel war sicher. „Auftrag ausgeführt.“ Nathan überlegte, ob er sich auch noch um den Partner der Agentin kümmern sollte. Der hatte Nathan erst auf ihre Spur gebracht, indem er wie ein dümmlicher Streifenpolizist „C-Sicherheit“ durch die verlassenen stählernen Gedärme der Station gebrüllt hatte. Andererseits stand der heute nicht auf Nathans Speisekarte also, wieso ein Risiko eingehen? *Klonk* Der Killer aktivierte seinen Sensor, wandte den Blick ab und machte sich auf, aus diesem Gewirr von Tunneln wieder zu verschwinden.

    *

    Hanna seufzte erleichtert als sie Van Zan unsanft absetzte. Nach einer gefühlten Ewigkeit war die Agentin, die neben Sorax die einzige mit klarem Verstand gewesen war, an einer verdächtig aussehenden Lucke vorbeigelaufen. Das Ding war wohl ein Wartungsschacht, der vor langer Zeit seinen Dienst versagt hatte. Kühle, frische Sternenluft wehte aus einem Spalt herein und brachte etwas Hoffnung mit sich. Trotz müder Beine hatte Hanna die Tür so lange getreten, bis die Servomotoren der Hydraulik müde aber feindselig zischten und der Behandlung schließlich kleinbeigaben. Die Tür öffnete sich und gab den Blick auf einen riesigen, lichtdurchfluteten Tunnel frei. Er war groß genug, dass Shuttles hindurchschweben konnten und Hanna war sich sicher, dass sie das auch taten. Draußen befand sich ein Steg und auf dem hatte sie Van Zan nun abgelegt. Sorax und Vhan folgten. Hanna sah sich um, konnte außer ihnen aber niemanden erspähen. Nun kehrte Ruhe ein und in Hanna kochte Wut auf. Den müden Van Zan hinter sich lassend, drängte sich an Sorax vorbei und packte den roten Turianer am Schlafittchen, zog ihn herum und drückte ihn gegen die Außenseite der Wand. „Was zum Teufel läuft hier für eine Scheiße, Sie Arschloch?“, fauchte die Blondine. Als Vhan nicht sofort antwortete, zog sie ihn ein Stück zurück und warf ihn erneut gegen das Metall. „Reden Sie, man!“


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    Quote Originally Posted by Rabenkopf View Post
    Das erste, was Saenia nach einer kurzen Weile wahrnehmen konnte, war die verzerrte Stimme des Killers. Er sprach wieder. Die braune Turianerin versuchte den Wortlaut auszumachen, aber es erwies sich als schwieriger als erwartet. "...Mörder...", war eines der ersten Worte, die sie verstand.
    Sie hob ihren Blick hoch und blickte auf Beyo Vhan, dem diese Worte galten. Als sie gerade damit anfing mehr Worte zu verstehen, öffnete sich eine geheime Tür und ein grelles Licht leuchtete in den Raum. Saenia musste ihre Augen bedecken, denn sie reagierten sehr empfindlich darauf – als wenn sie einen Kater hätte.
    PAMM! PAMM! PAMM! Wenn ihre Augen schon empfindlich reagierten, dann taten es ihre Ohren beim Knall der Waffe umso mehr. Sie presste ihre Zähne zusammen, klatschte sich ins Gesicht und versuchte die verzerrte Wahrnehmung endlich loszuwerden.
    "Fuck!", hörte sie die Menschenfrau schreien. Ihre Atmung hatte sich so weit es ging normalisiert und ihr Blickfeld war wieder einigermaßen klar, als sie einen Blick auf Beyo Vhan warf: er saß zusammengesungen neben einem Körper. "Sorax, helfen sie Vhan.", rief die Menschenfrau erneut und erregte auf diese Weise Saenias Aufmerksamkeit. Zeitgleich lief die C-Sec-Agentin zum roten Turianer, packte ihn, schrie ihn an und verpasste ihm sogar einen deftigen Schlag. Gar nicht gut…wurde der Turianerin klar und ging nun in Richtung des Turianers, während ihre Schritte nur langsam wieder die Sicherheit versprühten, die sie gewohnt war.
    Sie brauchte nicht die weiteren Worte der Menschenfrau um zu wissen, was sie tun musste: sie ergriff Vhan und legte seinen Körper auf ihre Schulter. Sie warf der Leiche einen Blick zu, aber sie erkannte das turianische Gesicht nicht. "Los,verschwinden wir von hier.", wies sie Ilias an, nachdem sie sich den Mann in Schwarz gepackt hatte. Sie ging bereits vor, als Saenia ihren Kopf schüttelte. Seine Falle ist aufgegangen…sinnierte sie frustriert und ging der Menschenfrau nach.

    *

    „Diese Tunnel ziehen sich über Kilometer, Sir.“, informierte Aelius ihn, „Keine Ahnung ob wir dort jemals etwas finden werden.“
    Die beiden Turianer befanden sich im Lagerbereich eines Sky-Vans, vor sich Bildschirme, die von den Computerspezialisten des dunkelgrauen Turianers bedient wurden. Auf einem wurde die Karte des ganzen Tunnelnetzwerks in diesem Teil der Citadel angezeigt. „Die Wartungstunnel sind mehrheitlich von Keepern bevölkert.“, erinnerte sich Syren an die Besprechung zu diesem Thema ein Leben her, „Aber es wimmelt dort auch von den ärmsten Mitgliedern der Gesellschaft – Lebenszeichen abzusuchen wird also nicht helfen.“, er beugte sich vor und sprach eher zu einem der Computerspezialisten, „Gibt es da unten Kameras?“
    „Auf der Citadel wimmelt es nur von Kameras, aber die wenigsten wissen das, Sir.“, erklärte eine Salarianerin, „Keiner weiß warum die Erbauer so viele von ihnen installiert haben. Die meisten sind aber abgeschaltet. Wir könnten ein paar reaktivieren…“, sie tippte herum und auf ein paar der Bildschirme erschienen Bilder der Tunnel, „…die Suche könnte eine Weile dauern. Wir wissen leider nicht welche Tunnel sie benutzt haben…“
    Syren schaute sich die Kameraaufnahmen an: auf den meisten konnte man nur den leeren Tunnel sehen; einige der Kamerabilder hatten sogar so eine schlechte Qualität, dass sie kein brauchbares Bildmaterial lieferten; wiederum auf anderen sah er ein paar Bettler und einen toten Keeper…
    „Warten sie…“, erklärte er, bevor die Salarianerin weiterschaltete, „Warum ist der Keeper tot?“
    Die Computerspezialistin tippte ein bisschen herum, immer wieder einen Blick auf die Kamera werfend. Zunächst zoomte sie das Bild raus, wodurch eine weiß bemalte Wand sichtbar wurde. „Reinzoomen geht nicht, Sir, die Kamera reagiert nicht.“, erklärte die Salarianerin, die versuchte den Prozess umzukehren.
    „Funktionieren die Kameras um diese hier herum besser?“, hakte Syren stattdessen nach.
    Wieder folgte ein Herumgetippe und die Kameras fingen an weitere Tunnel darzustellen – in einer war eine Leiche. „Wir scheinen etwas gefunden zu haben…“, erkannte Aelius neben dem hellgrauen Turianer.
    „Wer ist das?“, fragte Syren stattdessen nach und seine Stimme klang unsicher, als er erkannt hatte, dass es ein Turianer ist, „Können wir die Person identifizieren?“
    Die Salarianerin versuchte wieder das Bild näher heranzubringen – dieses Mal mit Erfolg. Die Leiche stellte sich als jemand heraus, den Syren nicht wiedererkannte. Die Spannung, die ihn beim Anblick der Leiche befallen hatte, fiel langsam von ihm ab. „Nun?“, wiederholte er seine Frage.
    „Werden wir wohl nicht ohne eine passende Datenbank herausfinden können.“, stellte Aelius fest, als er etwas auf einer der anderen Bilder bemerkte, „Dort!“
    Syren drehte sich dorthin um und erkannte einen weiteren Tunnel – wo für einen kurzen Moment sich bewegende Personen zu erkennen gewesen waren. „Haben wir Kameras an weiteren Stellen?“, fragte er und glaubte Saenia erkannt zu haben. Eine paar Momente später wurde eine andere Kamera aktiviert und dieses Mal waren die vier Personen klar zu erkennen. „Da ist sie.“, entwich es dem dunkelgrauen Turianer.
    „Und sie scheint in Ordnung zu sein.“, erkannte Syren, nachdem er sie sich kurz genauer angeschaut hatte, wie auch die Personen neben oder auf ihr, „Wohin sind sie unterwegs?“
    Die Salarianerin tippte ein bisschen herum und wenige Momente später erklärte sie: „Dort wo wir sie abholen könnten.“

    *

    Endlich wieder frische Luft – oder zumindest das, was dem am nächsten kam hier auf der Citadel. Sie hätten die Wartungslucke um ein Haar unbeachtet hinter sich gelassen, aber nachdem für einen kurzen Moment ein kleines grünes Licht darüber aufgeblinkt war, hatten sie sie bemerkt. Ilias hatte sie mit brutaler Gewalt traktiert – Wer hätte gedacht, dass so etwas funktioniert? – wonach die Luke geöffnet werden konnte. Sie gelangten in einen lichtdurchflutenden Tunnel: er war weit weniger verdreckt als die bisherigen und wirkte sogar wie öffentlicher Raum. Die Vierergruppe befand sich auf einem Steg, auf dem zunächst Ilias und dann auch Saenia ihre jeweilige Last ablegten.
    Es ist ruhig hier…dachte sich die braune Turianerin, aber die bisherigen Tunnel waren auch nicht wirklich Orte voller Leben gewesen. Sie schaute sich ein bisschen um, nur um zu sehen ob sie weiterhin alleine waren, als sie den Gesichtsausdruck auf Hannas Gesicht sah. Oh Nein…konnte sie noch denken, als sich die Menschenfrau an ihr vorbeidrängte und den roten Turianer packte, nur um ihn gegen die nächste Wand zu pressen, dabei knurrend: "Was zum Teufel läuft hier für eine Scheiße, Sie Arschloch?", wobei die Antwort in Form von Schweigen offenkundig nicht das war, was sie hören wollte, weswegen sie den Kopf des Turianers erneut gegen die Wand prallen ließ, "Reden sie, man!"
    „Das bringt nichts.“, erklärte die Turianerin und ergriff einen der Arme der Menschenfrau und drückte sie herunter, „Ich kenne das. Schock. Ohne eine Drogenspritze von einem Arzt, werden sie jetzt nichts aus ihm herausbekommen.“, sie warf einen Blick auf Beyos leere Augen, „Wenn wir Pech haben könnte er noch Stunden in diesem Zustand verharren…“, sie drehte ihren Kopf wieder zu Ilias, „…wir sollten uns erst einmal sammeln und darüber nachdenken, was jetzt getan werden kann.“, sie ließ die Menschenfrau los, „Können sie Hudson oder Nix irgendwie kontakten? Sicherlich wollen sie wissen, wie es ihrem Freund geht.“
    Die Menschenfrau knirschte noch mit den Zähnen, aber sie ließ Beyo am Ende los – wohl aber eher weil sie eh keine Antworten aus ihm hätte herausbekommen können. Saenia wiederum ging zum Geländer des Steges und blickte herunter: von Zeit zu Zeit konnte man Skycars vorbeifahren sehen, aber wirklich stark befahren war dieser Tunnel nicht. „Ich glaube ohne fremde Hilfe kommen wir nicht herunter.“, sprach sie das Offensichtliche aus, „Kennen sie jemanden, der uns abholen kann?“
    In diesem Moment erkannte sie einen Sky-Van, der gerade abbog und direkt auf sie zufuhr. Was zum…? dachte sie sich und griff bereits instinktiv nach ihrem Gewehr, dabei sprechend: „Wir kriegen Gesellschaft!“
    Der Sky-Van flog direkt auf den Steg zu, wobei er anfing abzubremsen. Noch im letzten Moment erkannte sie das Logo auf dessen Außenwand. „Nicht schießen!“, befahl sie und drückte Ilias‘ Waffe herunter, „Die gehören zu uns.“ Der Van blieb am Steg stehen und eine der Außentüren glitt auf. Die erste Person, die heraustrat überraschte Saenia: „Sir?!“
    Syren sprang vom Van. „Endlich haben wir dich gefunden.“, erklärte der Turianer, der bereits keinen Helm mehr trug, „Für meine Leibwächterin bist du echt schwer zu finden. Geht es dir gut?“
    Die Turianerin fing an stramm zu stehen. „Nur ein bisschen benommen, Sir, sonst nichts.“, erklärte sie pflichtbewusst.
    Syren nickte und blickte auf die anderen drei Gestalten – mit Ausnahme der C-Sec Agentin schien keiner bei Bewusstsein zu sein, „Wir haben hier ein paar Verletzte.“, und warf daraufhin einen Blick in den Van, wo einer von Aelius‘ Leuten heraussprang, vermutlich ein Sanitäter.
    „Sir.“, erregte die Turianerin wieder seine Aufmerksamkeit, „Es gibt da einiges zu erzählen. Da unten…wir haben ein paar Leichen zurückgelassen.“, Aelius trat jetzt ebenfalls aus dem Van, „Es tut mir Leid, aber Lirox ist tot. Er gehört zu den Leichen.“
    Der dunkelgraue Turianer blickte sie an und nickte. „Wir werden sie abholen, wenn wir alle hier in Sicherheit sind.“, erklärte er, wobei er einen misstrauischen Blick auf die Menschenfrau warf, die irgendwie feindselig aussah, „Wir haben bereits den Ort gefunden, wo er getötet wurde.“
    „Ich weiß es gibt viel zu erzählen, aber nicht hier.“, mischte sich nun Syren wieder ein, „Wir haben zwar die Kameras in diesem Bereich ausgeschaltet, aber wer weiß ob der Killer nicht doch irgendwie zuhört – wir sollten uns lieber rar machen.“, er blickte auf Ilias, „Ich kenn einen guten Ort wo wir fürs erste sicher sind. Ich hoffe sie begleiten uns.“, er blickte zu Aelius, „Ist wohl aktuell der sicherste Platz auf der ganzen Citadel neben dem Citadel-Turm, nicht wahr, Aelius?“
    Der andere Turianer nickte. „Darauf können sie wetten.“


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    Quote Originally Posted by Khardim View Post

    Mit einem heiseren Schrei fuhr Vincent aus dem dunklen Schlaf, der der noch dunkleren Ohnmacht und dem Schmerz gefolgt war. Er kehrte zurück von dem Ort, an den sein Verstand verbannt worden war, während die Krämpfe ihn geschüttelt hatten. Er kam wieder zu sich und vergaß im Moment des Erwachens die finsteren Träume, die ihn gepeinigt hatten. Nur der Schmerz, der echte, körperliche Schmerz, der blieb.
    Selbst in der halb sitzenden Position, in die er hochgeschreckt war, musste der Mann in Schwarz sich mit einer Hand abstützen, um nicht wieder in sich zusammenzusinken. Sein ganzer Leib schien zu brennen oder eher verbrannt zu sein; das Gefühl der Erschöpfung und der verkrampften Muskeln fühlte sich an, als hätte jemand Asche zwischen die Zellen seines Körpers gerieben. Sein Mund war elend trocken und tief im Rachen hatte er einen Geschmack, als wäre dort etwas grausam verendet. Insgesamt fühlte er sich mies, doch gewährte sein zurückgekehrter Verstand ihm nicht den Luxus, sich diesem Gefühl des Elends hinzugeben, denn drängender als jedes Leid war die Beobachtung, die Vincent machen musste:

    Er hatte keine Ahnung wo er war, geschweige denn, wie er dorthin gekommen war.
    Mit schnellen Blicken verschaffte er sich einen Überblick und stellte fest, dass er allein war. Immerhin etwas. Der Raum um ihn herum sah aus wie eine kleine Krankenstation: Ein paar Betten, medizinische Gerätschaften, Bildschirme, Vorratsschränke. Er schien der einzige Patient zu sein, doch selbst wenn er sich in einer Schweizer Kurklinik wiedergefunden hätte, wären allein der rätselhafte Modus seines Herkommens und die Tatsache, dass er bis auf die Unterhose entkleidet war, Grund genug gewesen, um ihn weiter unstet umherblicken zu lassen. Er nahm sich zusammen und schaffte es, sich an die Bettkante zu setzen. Auf einem Rollcontainer neben dem Bett entdeckte er seine Sachen, Kleidung, OmniTool und Waffen lagen sorgfältig bereitgestellt dort und warteten auf ihren Besitzer. Der Mann in Schwarz erinnerte sich, wie ihm seine Pistolen aus den Händen geglitten waren, als das Gas ihn in die Knie gezwungen hatte. Was danach kam, lag in einem zähen Nebel, der sich nur langsam und widerwillig lichten wollte.
    Mit unsicheren Schritten kämpfte er sich zu seinen Sachen und vor und schnappte sich das OmniTool. Informationen waren stets das beste Hilfsmittel. Als er sich umdrehte und wieder zum Bett zurückging, oder besser -stolperte, sah er auf dessen anderen Seite einen mobilen Nachttisch, auf dem etwas zu essen und eine große Flasche Wasser stand. Zumindest nahmen die zu intellektuellen Manövern befähigten Teile seiner Person an, dass es sich um Wasser handelte. Die weniger komplizierten Teile bestätigten diese These dann sogleich, denn noch bevor er einen Gedanken fassen oder verstehen konnte, was er da tat, saß er im Schneidersitz auf dem Bett und hielt die Flasche mit beiden Händen an den Mund, um in großen und vor allem lauten Schlucken zu trinken. Sein ausgedörrter Mund jubilierte, zumindest bis er sich verschluckte und schmerzhaft husten musste. Vincent atmete einige Male tief durch und verschloss die Flasche dann wieder. Nun galt es herauszufinden, was passiert war und wo er sich befand.

    Zehn Minuten später hatte Vincent ein mehr als nur grobes Bild davon, was in den letzten vier Stunden geschehen war und sogar die Kraft gefunden, sich wieder anzuziehen. Seine Waffe lag rechts neben dem Teller, während er aß und sich von einer V.I. vortragen ließ, was sich während seiner Ohnmacht auf der Citadel ereignet hatte. Zeit, um den Rest des Kreuzers zu erkunden und mit seinen drei unfreiwilligen Mitflüchtlingen zu sprechen, war später noch genug. Vox würde auch einige nützliche Informationen beisteuern können, aber was das große Bild anging, verließ sich Vincent nach wie vor auf sein eigenes Netzwerk.
    Es war gut zu erfahren, dass C-Sec nach dem Mörder Vhan, Saenia Sorax, Hanna Ilias und einem bisher nicht identifizierten dritten Komplizen fahndete. Jeder halbwegs fähige Profiler würde zwar binnen 24 Stunden herausfinden können, dass es sich dabei um den Mann in Schwarz handelte, doch hatte Vincent die meisten davon entweder indirekt auf seiner Gehaltsliste oder sehr direkt in seiner Hand, sodass ein allzu frühes Auffliegen kein Problem sein sollte. Während er das recht akzeptable Kombüsenfutter verschlang, fütterte der Broker die üblichen Kanäle mit allem, was über den Killer und sein Vorgehen gelernt hatte, seit sie sein Versteck betreten hatten. Schnell und ohne das es ihn groß überraschte stellte sich heraus, dass Tharok Aritus, der Bruder des glücklosen Unschuldigen, den Vhan und seine korrupte Bande hinter Gitter gebracht hatte, nicht der Kryptogramm-Killer sondern seit etwas über einem Jahr tot war. Sein Name tauchte im Verzeichnis der Opfer eine Gasexplosion auf Oma Ker auf und bewies damit, dass Vhans Theorien nicht viel besser als seine Pläne waren. Neben dieser Information bekam er auch Zwischenberichte über die Untersuchungen, die C-Sec inzwischen in den Tunneln anstellte. Seine Wangenmuskeln spannten sich für den Bruchteil einer Sekunde, als er von Schicksal von Nix las. Eine verfluchte Verschwendung von Potential. Den Auftragsmörder, der hinter Ilias her war, hatten die Dorfbüttel natürlich nicht dingfest machen können, was hieß, dass es durchaus sein konnte, dass ihr Verfolger in diesem Moment das Schiff infiltrierte und den Mann in Schwarz aus einem Lüftungsschacht heraus beobachtete. Er unterbrach seine Mahlzeit, als die Tür zum Schiffslazarett zischend beiseite glitt. In der Hand, die eben noch eine Gabel gehalten hatte, lag auf einmal die zur Tür gerichtete Pistole, deren Mündung nicht einen Zoll zitterte. ,,Guten Abend. Wem von Ihnen darf ich danken, dass er oder sie mich den ganzen Weg hierher geschleppt hat?“ Die höflichen Worte wollten nicht ganz zur drohend erhobenen Waffe passen, doch bestand kein Zweifel, dass beide Statements vollkommen ernst gemeint waren.


    Einige Stunden später
    Wie ein unaufhörlicher, dichter Regenschauer kam Wasser gleichmäßig aus dem Duschkopf geflossen und prasselte zu Boden. Der ganze Raum war schon lange von dichten, die Sicht versperrenden Dampfschwaden durchzogen. Doch der rote Turianer saß nach wie vor zusammengekauert in der Ecke, spürte die Tropfen auf seine aufgequollene Haut prasseln, während sein Gehör nur noch dumpfe Echos wiedergab. Draußen an der Tür klopfte jemand. Wie lange konnte er nicht sagen. Wohl schon eine ganze Weile. Er wusste nicht einmal genau wo hier überhaupt war. Das letzte woran Beyo sich nach der Periode der Besinnungslosigkeit erinnern konnte, war wie er auf einem Krankenbett aufgewacht war. mit einer Infusion am Arm. Die verspätete Nachwirkung des Schocks den er erlitten hatte, war so schlimm gewesen dass er mittels einer Adrenalindosis wieder aus einer Art Wachkoma geholt werden musste. Zitternd hob er eine Hand und starrte auf die Innenfläche. Kyron's Blut war schon lange von seiner Haut abgewaschen, doch vor dem geistigen Auge sah er es immer noch an sich kleben. Ebenso wie die weit aufgerissenen, toten Augen seines Freundes ihn verfolgten. Wer wusste schon was er in den letzten Momenten seines viel zu kurzen Lebens gedacht hatte? Hilflos, ohne eine Verständigungsmöglichkeit, dem Tod durch jemanden ausgeliefert dem er vertraut hatte, der genau wie er Opfer eines grausamen Spieles geworden war. Unwillkürlich musste er an seine eigenen Worte von vor 12 Jahren denken. Wie er Malkizan und Javed damals vor den möglichen Konsequenzen ihrer Handlungen gewarnt hatte. Dass irgendwie, irgendjemand eines Tages an ihnen Rache üben würde, für all die Dinge die sie so vielen angetan hatten. Und nun war es soweit. Er hatte im Laufe seines Lebens schon viele Schmerzen erleben müssen, physische wie psychische. Doch weder Malkizan, noch Vourn, noch irgendjemand von Cerberus hatte ihn jemals das fühlen lassen. Die Gewissheit dass alles was geschehen war, gerade im Moment geschah oder noch geschehen würde unbestreitbar seine Schuld war.
    Eine weitere undefinierbar lange Zeitspanne verstrich. Und irgendwann schließlich erhob Beyo sich, schaltete das Wasser aus und begann sich abzutrocknen. Seine Beine waren bereits eingeschlafen und auch sein restlicher Körper fühlte sich kraftlos an. Die Kleidung, welche ihm bereitgelegt worden war, war fast gänzlich in Weiß gehalten und erweckte ein wenig den Eindruck einer Krankenhauskluft. Vor der Tür war niemand mehr. Offensichtlich war er so lange darunter gewesen, dass man es aufgegeben hatte auf ihn zu warten. Vielleicht gab es hier ja auch mehrere Badezimmer. "Wo ist hier überhaupt?" fragte er sich wieder im Stillen. Mit vorsichtigen Schritten, fast schon wie vor einigen Stunden in den Tunneln der Citadel, ging der Turianer den langen Gang entlang. Die Bauweise ließ darauf schließen dass er sich in einem Schiff befand. Sicher sein konnte er sich jedoch nicht, denn es gab hier keine Sichtfenster. Das Ende des Ganges war erreicht. Vor ihm befand sich eine Tür, mit der klassischen, grünen holografischen Oberfläche in der Mitte zum Öffnen. Zsssch. Die Tür schwang auf und Beyo war sich nun definitiv sicher: Das war ein Schiff. Sogar ein recht großes. Doch neben Sichtfenstern sah er auch etwas anderes, oder eher jemanden. Ilias, Sorax und sogar der offenbar kurierte van Zan standen dort, zusammen mit niemand anderen als Syren Vox. Eigentlich nicht überraschend, wenn man bedachte dass Sorax für ihn arbeitete. "Hallo..." In Ermangelung besserer Worte trat Beyo in den Raum. Den verschiedenen Bildschirmen nach zu urteilen schien es eine Art Kommandozentrale zu sein. "Ich habe - " "Wir unterbrechen unser laufendes Programm für eine Sondermeldung. Vor Ort im Kithoi Bezirk spricht nun Captain Kaneko Yuhki, 12. Revier!" Alle Blicke wanderten sofort zu einem der Bildschirme, welcher in höchster Lautstärke lief. "Bürger und Bürgerinnen der Citadel." Yuhki stand dort, vor den Türen des Polizeireviers, beide Hände hinter dem Rücken verschränkt und mit steinerner Miene, während es um ihn herum blitzte und dutzende Mikrofone auf ihn gerichtet waren. In seinen Augen schimmerte eine Mischung von unterdrückter Wut, Trauer und grimmiger Entschlossenheit. "Es ist meine Pflicht als Captain des Kithoi Bezirks ihnen mit tiefem Bedauern mitteilen zu müssen dass der Mörder, welcher unter dem Namen Kryptogramm-Killer bekannt ist und diese Station bereits seit ganzen 3 Monaten unsicher macht, ein weiteres Mal zugeschlagen hat. Doch wo er zuvor noch feige aus dem Untergrund zuschlug und zwischen jedem seiner Morde Zeit verstreichen ließ um nur ein geringes Maß Aufmerksamkeit zu erregen, so ist es dieses Mal direkt eine ganze Reihe an Toten, die es zu beklagen gilt. Vor wenigen Stunden haben meine Männer im Tunnelsystem der Citadel 5 Leichen gefunden. 3 davon...waren Mitarbeiter bei C-Sicherheit. Ein weiterer befindet sich noch im kritischen Zustand. " Ein entsetztes Aufstöhnen ging durch die Reihen der Journalisten. Wortfetzen wie "Wer ist jetzt noch sicher?" oder "Was wird als nächstes passieren?" waren zu hören. "Zudem hat der Killer unweit der Position dieses Massaker einen ganzen Häuserblock in die Luft gejagt. Die dabei verwendeten Sprengsätze sind noch nicht identifiziert, aber es ist bereits sicher dass es sich um hochwertige Militärausrüstung handeln muss." "Wie konnte so etwas passieren?" hakte einer der Journalisten ein. "Wie kann es sein dass dieser Wahnsinnige die Station monatelang so dermaßen unterwandern konnte? Wieso konnte er noch nicht gefasst werden?" Yuhki seufzte, wandte den Blick kurz ab und holte tief Luft. "Weil er nicht alleine agiert." antwortete er dann und setzte mit bebender Stimme nach: "Er hat Hilfe bekommen. Aus unseren eigenen Reihen." Nun war das totale Chaos ausgebrochen. Alles schrie durcheinander, das Bild wackelte, erst nach ein paar Minuten kehrte wieder Ruhe ein. Der Japaner holte die Hände hinter dem Rücken hervor und tippte auf sein Omni-Tool, welches sich daraufhin direkt mit dem Bild verband und ein Foto projizierte. Dem Turianer stockte der Atem. Das waren sie. Alle 4. "Ganz vorne sehen sie Beyo Vhan, selbst ein ehemaliger Mitarbeiter von C-Sicherheit welchen wir vor 2 Nächten bereits aufgrund dringenden Tatverdachtes festgenommen hatten, aber kurz darauf wieder freilassen mussten. Wir haben an 2 Opfern in Form von Fingerabdrücken und einem Schussbild nun den endgültigen Beweis dafür dass er, wie bereits vermutet, der Kryptgramm-Killer ist. Agent Hanna Ilias, die Frau hinter ihm, wurde erst gestern in meinen Zuständigkeitsbereich versetzt und hat kurz darauf versucht ihm ein Alibi zu verschaffen." Beyo versuchte ungesehen einen kleinen Seitenblick auf Hanna zu erhaschen. Sie war so schon wütend genug auf ihn. Aber nun....? "Die beiden anderen Individuen konnten wir bislang noch nicht identifizieren." Kein Wunder. Saenia's Gesicht war halb abgewandt und nur verschwommen zu sehen. Van Zan's Aufnahme war klarer, aber bei dem zwielichtigen Hintergrund dieses Mannes waren seine biometrischen Daten wahrscheinlich nicht einmal im Archiv der C-Sec gespeichert. "Soeben ist der stationsweite Fahndungsbefehl an alle Reviere raus gegangen. Wir bitten zudem jeden Bürger dieser Station um Mithilfe. Viel zu lange wurde diese Bedrohung auf die leichte Schulter genommen. Dieser Mörder und seine Komplizen werden zur Rechenschaft gezogen werden." "Das Citadel News Network wird sie über alle weiteren Updates in diesem Fall auf dem Laufenden halten." Dann wurde ausgeblendet. Ohne aufsehen zu müssen spürte er dass sämtliche Blicke wieder auf ihm hafteten. "Es tut mir Leid....."

    Valeynia Vhan, wenig später
    "Nein....nein, ich habe nichts zu sagen! Gehen Sie einfach. Gehen Sie! Lassen Sie mich zufrieden!" Die Tür schlug zu, verriegelte sich und Valeynia sank kraftlos mit dem Rücken an sie gedrückt zu Boden. Schluchzend vergrub sie ihr Gesicht in beiden Handflächen. Draußen hörte sie noch das Stimmengewirr der Paparazzi. "Decius?...." flüsterte sie leise in ihren Kommunikator hinein, nachdem das Piep-Geräusch am anderen Ende der Leitung aufgehört hatte. "Decius...bitte komm heim. Sag denen dass sie verschwinden sollen....bitte hilf mir, ich kann nicht mehr....Beyo, er...." "Halte durch Val." Die Stimme ihres Ehemannes klang wie immer fest und kraftvoll. Woher er all diese innere Stärke nahm, selbst wenn alles um sie herum zusammenzubrechen schien...es war beinahe unheimlich. "Ich bin bald bei dir. Hab keine Sorge. Die Sache mit Beyo...es wird sich alles aufklären...ganz bestimmt." Die Turianerin schluckte noch einmal und fasste sich dann ein wenig. "Gut...gut, ich werde durchhalten. Aber bitte komm schnell, hörst du?" "Versprochen....ich muss nur noch eine Sache erledigen...."

    Der Kryptogramm-Killer
    Eine Sache. Eine letzte Sache galt es noch zu erledigen um sein verhasstes Opfer weiter aus der Reserve zu locken, ehe ihn die Verzweiflung endgültig innerlich zerreißen würde. >>Sehr gut. Alles wie geplant....<< Nebenbei warf er einen Blick auf das laufende Newsprogramm. Er und seine lächerliche kleine Bande waren jetzt ganz oben auf der Abschussliste, überall und in jedem Winkel der Station. Dann tippte er weiter auf seinem Omni-Tool....
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    “Hiiiiilfe, sie ist hinter mir her!“, konnte man plötzlich ein Schrei hören. Neth drehte seinen Kopf in die Richtung aus der der Schrei gekommen war und erkannte, dass eine verletzte Frau die Treppen hochtorkelte und in den Raum trat. Die Söldner hielten sie auf der Stelle auf und richteten ihre Waffen auf sie – wodurch ein Cerberus-Logo erkennbar wurde.
    Zu Neths Überraschung reagierte nun Sahenia und ergriff die verletzte Menschenfrau mit ihrer Biotik. “Was sind das für Experimente?! Was wollt ihr hier?!“, verhörte sie sie mit Wut in der Stimme.
    Ich hoffe sie bringt sie nicht um, bevor sie etwas gesagt hat…sorgte sich der Salarianer. Er hatte keine Gnade mit Cerberus – er hatte zwar nur Geschichten über sie gehört, aber das was sie hier angestellt haben, sprach dafür, dass viele der Geschichten wohl der Wahrheit entsprachen. Trotzdem war eine lebende Informationsquelle besser als eine Tote und die Menschenfrau sah ziemlich mitgenommen aus – Sahenia könnte sie auch ungewollt töten.
    Glücklicherweise war die Frau nicht in der Stimmung irgendein Geheimnis zu bewahren – sie plauderte wie aus dem Nähkästchen. Das klingt nicht gut…kommentierte Neth das Gesagte übe eine Banshee.
    Das Verhör endete abrupt als erneut ein Schrei zu hören war – er kam ganz offenkundig die Treppen herauf. Neth beobachtete wie die beiden Asari – Sahenia und diese Mira – der Cerberus-Forscherin ein Ende versetzten. Zu kurzsichtig – sie wäre euer Beweis gewesen! stellte der Salarianer entnervt fest, als sich die Söldner bereits darauf vorbereiteten, was auch immer gerade die Treppe hochkam, einen würdigen Empfang zu bereiten.
    “Konntest du die Infos herunter laden?“, fragte Zulan, der andere Salarianer, plötzlich an Neth gewandt.
    „Etwas habe ich sicherlich…“, stellte der orangene Salarianer fest, „Was die plötzliche Zerstörung des Terminals überlebt hat, wird sich aber erst ergeben, wenn ich die Zeit und Ruhe habe es mir anzuschauen – wie gesagt es waren jede Menge Daten auf dem Terminal.“, er hielt Lunas Leine fester, „Aber das sollten wir später ergründen – jetzt sollten wir wohl erst einmal überleben.“
    Er aktivierte sein Omni-Tool und befahl der Drohne die Treppen runter zu gleiten Er brauchte sie nur ein Stock runterzumanövrieren, als er auf dem Holo-Bildschirm einen Schatten erkennen konnte – nur damit die Verbindung zur Drohne einen Moment später abgebrochen wurde. „Es kommt!“, rief er als er plötzlich etwas hinter sich spürte. Er musste sich nicht umdrehen um zu wissen, dass hinter ihm nur der Tod lauerte. Irgendwie wusste er, dass sein Ende gekommen war…Verdammt…
    Es war die Hündin, die ihr Herrchen im letzten Moment nach vorne zog und ihn auf diese Weise vor dem Angriff einer Klaue rettete. „Hinter uns!“, konnte der Salarianer noch schreien, bevor er sich von Luna von der aktuellen Position wegziehen ließ.


    „Hinter uns!“....
    Im Augenwinkel beobachtete Sahenia noch erschrocken, wie eine riesige Klaue nach Neth schlug und seine Hündin es gerade noch schaffte, ihr Herrchen vor dem sicheren Tod zu bewahren.
    Gleichzeitig folgte ein biotischer Angriff, der die ganze Gruppe durch die Gegend schleudern ließ. Selbst die Gegenstände, die zuvor noch im Raum standen, flogen durch die Luft.
    Während Neth, seine Hündin, Yelyna und Sahenia ein wenig Mühe hatten wieder auf die Beine zu kommen, standen Randallas Leute recht flott wieder auf den Beinen und richteten ihre Waffen auf die Banshee. Im Strahl der Taschenlampen sahen sie ihre Gegnerin.
    Eine ausgemergelte, 3,50m große Asari, mit Husk typischer grauer, metallener Haut, aus denen Schläuche ragten, stand in der Tür. Ihre ungewöhnlich langen Arme, an deren Ende sich riesige Klauen befanden und ihre einzige Nahkampfwaffen waren. Ihr ausgemergeltes, metallenes Gesicht aus dem zwei dunkle Augen starrten, während der Mund, der keine Lippen hatte und die Zähne ungehindert hervor blitzten und dem ohnehin schon scheußlichen Erscheinungsbild fast schon ein groteskes Grinsen auf zu setzen schien.
    “AHHHHH....“ schrie Yelyna hysterisch auf und sprang hinter einen umgeworfenem Schreibtisch in Deckung.
    “Worauf wartet ihr eigentlich noch?.... Feuer!!!“ rief Randalla ihrer Truppe zu und alle schossen aus allen Rohren.
    “Wir müssen ihre Schilde schwächen!“ rief Mira und wollte gerade eine biotische Attacke setzen, als die Banshee sich mit Hilfe eines Warp-Feldes hinter die Truppe teleportierte.
    “Hinter euch!“ schrie Sahenia. Hastig sprangen Randalla, Fox, Mira und Zulan auf die Seite, um den Klauen zu entgehen, während Sahenia versuchte die Banshee mit Biotik an die Wand zu schleudern. Doch diese wehrte den Angriff ab, was der Truppe die nötige Zeit verschaffte, die Position zu wechseln und die Banshee in die Zange zu nehmen....

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    Als Marco den Mann Technische Fehlfunktionen sagen hörte, spürte er sofort wie an seiner Schläfe eine Ader anfing zu pochen. Hektisch nahm er eine blutdrucksenkende Tablette aus der Hosentasche und schluckte sie. "Das ist völlig unmöglich." erwiderte er dann und bemühte sich ruhig zu bleiben. "Ich arbeite bereits seit 8 Jahren für ExoGeni, und bislang gab es noch nie irgendwelche Komplikationen! Meine Arbeit war immer den Anforderungen gerecht gewesen! Und mehr!" Misstrauisch beäugte er den blonden Kerl. Etwas an seinen großen Augen war irgendwie unheimlich. "Für wen sagten sie arbeiten sie noch gleich?" Dann fiel ihm auf dass hier draußen wo sie standen irgendwie nicht gerade der beste Ort für ein solches Gespräch war. "Bevor wir das fortsetzen....möchten wir vielleicht zu meiner Unterkunft fahren? Sie ist nicht weit. Ich besitze ein eigenes Appartment etwas abseits der Hauptsiedlung."
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  5. #5
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    Als Marco den Mann Technische Fehlfunktionen sagen hörte, spürte er sofort wie an seiner Schläfe eine Ader anfing zu pochen. Hektisch nahm er eine blutdrucksenkende Tablette aus der Hosentasche und schluckte sie. "Das ist völlig unmöglich." erwiderte er dann und bemühte sich ruhig zu bleiben. "Ich arbeite bereits seit 8 Jahren für ExoGeni, und bislang gab es noch nie irgendwelche Komplikationen! Meine Arbeit war immer den Anforderungen gerecht gewesen! Und mehr!" Misstrauisch beäugte er den blonden Kerl. Etwas an seinen großen Augen war irgendwie unheimlich. "Für wen sagten sie arbeiten sie noch gleich?" Dann fiel ihm auf dass hier draußen wo sie standen irgendwie nicht gerade der beste Ort für ein solches Gespräch war. "Bevor wir das fortsetzen....möchten wir vielleicht zu meiner Unterkunft fahren? Sie ist nicht weit. Ich besitze ein eigenes Appartment etwas abseits der Hauptsiedlung."

    Entweder war dieser Marco ein ausgezeichneter Schauspieler, der von diesen Vorfällen wusste und gekonnt seinen Text abspulte. Zur Bekräftigung seiner Aussage sogar hektisch auf irgendwelche Tabletten zurück griff, um den Schein zu wahren. Oder... er hatte wirklich keine Ahnung von all dem, was Stephens anfängliche Vermutung -das irgendwas faul war an der Sache- nur bestärkte und Marco‘s Reaktion damit in keinsterweise überraschend für ihn war.
    Aber um sicher zu gehen, was für einen Mann er da vor sich hatte, brauchte Stephen mehr Informationen.
    “Wir sind selbstständige und unabhängige Ermittler, die zu 90% von den Firmen angeheuert werden, für die die betreffende Person arbeitet. In ihrem Fall ExoGeni!“ antwortete der Blondschopf ruhig und beobachtete sein gegenüber genau, der ihn wiederum misstrauisch beäugte.
    “Ich habe ein paar Berichte über Vorfälle vor liegen, in denen Sie eindeutig als Hauptverdächtiger genannt werden.“ erklärte der Amerikaner ruhig und mit gedämpfter Stimme, als ein paar Leute an ihnen vorbei gingen.
    “Aber dies scheint wirklich nicht der richtige Ort zu sein!“ räumte der Blondschopf ein und die beiden verließen das Gebäude.
    Allerdings war sich Stephen auch nicht ganz sicher, ob Marco‘s Apartment ein besserer Ort war, schließlich könnte das ganze auch eine Falle sein?!
    Ganz zu schweigen davon, wenn Marco Stephen‘s wahre Identität kennen würde, ob er dann immer noch sein Apartment vorschlagen würde...?
    Allerdings war sich Stephen seiner Stärken bewusst und sollte dieser Marco irgendwas versuchen, würde er ihn ohne mit der Wimper zu zucken ausschalten.
    “Wo müssen wir lang?“ fragte der Blondschopf vor dem Gebäude.

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    Im gerade noch von Stimmen belebten Raum trat augenblicklich Stille ein. Eine betretene Stille in der alle Anwesenden ihre Aufmerksamkeit auf den Bildschirm richteten, auf dem Captain Yuhki vor der Presse sprach. Ein vernichtendes Statement, gleichermaßen gespickt mit Wut, Ohnmacht und Unwahrheit. Hanna betrachtete den mahlenden Kiefer des Japaners, die im Kameralicht silbrig glänzenden Schweißperlen auf seiner Stirn und dem glattrasierten Kinn. Für die Journalisten waren die Aussagen des Polizisten ein gefundenes Fressen, für Hanna war es ein Dolchstoß in den Rücken. „Das kann doch nicht wahr sein“, hauchte sie, die Augen auf den Bildschirm geheftet. Wie konnte jemand derart dummes und kurzsichtiges in eine so hohe Position aufsteigen? Und wieso zum Teufel ließ der Commander oder gar der Executor ihn gewähren? Die Blondine fuhr sich mit der Hand durch das Haar, das sie zu einem Pferdeschwanz zusammengefasst hatte. Hanna trug einen grau-weißen Trainingsanzug, den ihr die Leute auf deren Schiff sie sich befand zum Ersatz für die Kleidung gegeben hatten, die man gerade dekontaminieren ließ. Wer wusste schon, was in diesen Tunneln an Stoffen waberte. Hanna schüttelte verweigernd den Kopf, verschränkte die Arme. Drei tote C-Sicherheit-Mitarbeiter; das bedeutete vermutlich, dass entweder Hudson oder Nix getötet worden waren. Das Gefühl von Verlust breitete sich im Herz der Blondine aus. Die beiden Internen hatten gegen sie ermittelt, doch hatten sie zusammen gekämpft – und das schweißte auf eine Art zusammen, deren Beschreibung beispiellos war. Hannas Mund öffnete sich und schloss sich wieder – der Agentin fehlten die Worte. Denn gerade hatte Captain Yuhki sie, Agent Hanna Ilias, zur Mittäterin des Kryptogramm-Killers erklärt. Hanna spürte Blicke, die auf sie gerichtet wurden. Verstohlene Blick, abschätzende Blicke, sogar den ein oder anderen skeptischen. Sie ignorierte sie. Ansonsten hätte man sie wohl tatsächlich wegen Mordes verhaften können. Schmerz breitete sich im Innern ihres Schädels aus, pochte heftig gegen ihre Schläfen als wolle sich dort mit aller Macht ein unterdrückter Gedanke freimeißeln. Wie hatte das alles so furchtbar schiefgehen können?

    Kurz nach dem Eintreffen der kleinen Gruppe aus Turianern hatte Hanna eigentlich die C-Sicherheit informieren wollen. „Das können Sie auf dem Schiff machen“, hatte man ihr knapp geantwortet. „Das Schiff“ stellte sich als Basis einer Sicherheitsfirma von einem Mann namens Aelius heraus. Dieser wiederum stand in Beziehung zu Syren Vox, einem von ihren „Rettern“ und Saenia Sorax‘ Auftraggeber. Und ein Berufspolitiker. Nun waren sie auf dem Schiff, einem vermutlich nicht mehr flugtauglichen aber gut eingerichteten Ding irgendwo in den Citadel-Docks. Und statt die C-Sicherheit zu erreichen, erreichte die C-Sicherheit sie. Zumindest in einem abstrahierten Sinne. „Ist der denn bescheuert?“, fragte Hanna an niemanden bestimmtes gerichtet. Ihre Augen suchten Vhan. Sie fand ihn, stieß einen Finger in seine Richtung. „Sie, Vhan, wir werden das jetzt klären! Kommen Sie her!“

    *

    Nate öffnete die Flasche, ließ die bernsteinfarbene Flüssigkeit in das Glas pütschern und stellte sie dann noch immer geöffnet beiseite. Sein leerer Blick starrte an einen Punkt an der dunklen Wand während seine Finger krampfhaft das Glas umklammerten. Der Detective saß auf dem Boden, lehnte sich an sein Sofa in dem abgedunkelten Raum. Bei ihm waren nur eine Flasche Whiskey, ein Glas und sein Kater Mitch, der ihn mitleidig anschaute. Er hatte aufgehört zu trinken doch wenn es für jemals in seinem Leben einen Grund gegeben hatte wieder damit anzufangen, so war es zweifellos dieser Tag. Alkohol und das flüchtige Delirium war die einzige Hoffnung die er hatte, um die vergangenen Stunden vergessen zu lassen.

    Als er das Kratzen an der Tür gehört hatte, hatte er fest mit einem weiteren Angriff des Killers gerechnet. Stattdessen erschienen Leute vom 12. Revier, erkannten ihn rasch und halfen ihm mit Gillespie. „Er muss ins Krankenhaus. Sofort!“, hatte Nate gerufen und war dann den Protest hinter sich lassend in die Tunnel gestürzt.
    Es war kalt, feucht, dunkel. Es war der Schrecken, dem er gerade entkommen war. Nate zückte seine Pistole, eilte im Laufschritt voran. Gillespie kümmerte ihn nicht, Ilias kümmerte ihn nicht, der Killer kümmerte ihn nicht. „Anastasia!“ Das Echo seiner Stimme verhallte ungehört. Nate stoppte, spähte in einen dunklen Gang, die Predator mit beiden Händen umschlossen. Er durchquerte Räume von denen er überzeugt gewesen war, die gesehen zu haben und gelangte schließlich an den Punkt, wo er und seine Partnerin sich getrennt hatten. Wieder rief er und wieder bekam er keine Antwort. Also lief er weiter. Und weiter. Und weiter.

    Beinahe hätte Nate die leichte Erhebung übersehen, vielleicht wäre er sogar über sie gestolpert. Einzig ein flackerndes Licht an der Wand hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Dann bemerkte er es. Das etwas dort am Boden, den Leichnam der einmal Anastasia Nix gewesen war. Die Erkenntnis traf Nate härter als alles in seinem Leben zuvor, raubte ihm den Atem. Er wollte ihren Namen sagen, doch bekam er kaum mehr als ein ersticktes Geräusch zustande. Im nächsten Moment war er bei ihr, las sie vom Boden auf. Blut klebte an seinen Händen, an seinen Unterarmen. Sie war so glitschig, dass sie ihm fast entglitten wäre. „Any“, flüstere er. Die eigenen Tränen konnte er unmöglich zurückhalten und es war auch nicht nötig. Wieso falsche Scham an den Tag legen während er den leblosen Leib in seine Umarmung hievte. „Any“, wimmerte er und wiegte das tote Fleisch wie ein Kleinkind. „Any!“, murmelte er und vergrub das Gesicht über das dicke Tränen kullerten in ihrer Schulter. So, sie wiegend und umklammert, fanden ihn die Kollegen von C-Sicherheit.

    Man hatte ihn nach Hause geschickt, wo er auf den psychologischen Dienst. Und seitdem trank er. Wenn er nicht trank, dann weinte er und manchmal machte er auch beides. Die einzige Gesellschaft, die Nate zuließ war sein Kater, weshalb sein Terminal ihm auch regelmäßig neue Nachrichteneingänge meldete.

    *

    Schmutziges Wasser sammelte sich am Abflussgitter, wirbelte dort und verschwand lautlos. Die Dusche nach dem Auftrag gehörte für Nathan Gilles einfach dazu. Dann erinnerte er sich an die vielen Kämpfe, die er im Einsatz schlagen musste nur um danach Mal um Mal ungeduscht ins nächste Gefecht zu stürzen. Das Wasser spülte alles weg, Dreck, Schweiß, Blut wenn welche dort war und die Anspannung. Nathans Dusche war fast ein eigenes Stück Zimmer und der vermutlich größte Luxus in seinem Apartment. Nicht, dass der Rest schäbig wäre, es war aber zumeist funktional. Funktionaler Kühlschrank, funktionale Couch, funktionale Frau. „Schatz? Ein Nachrichteneingang!“ Nathan spuckte einen Strahl Wasser aus, drehte den Kopf und öffnete die Augen. „Von wem?“ „Weiß ich nicht, unterdrückt“, kam es zurück. Nathan machte eine Handbewegung und der Wasserstrahl endete sofort. Er stieg aus der Dusche, nahm sich ein Handtuch und huschte aus dem Bad. Die kühle Luft des Apartments ließ ihn leicht frösteln während er nasse Abdrücke seiner Füße auf dem Boden hinterließ. „Hier Gilles“, sagte er, als er beim Apparat angekommen und die Verbindungstaste gedrückt hatte. „Können Sie reden?“ „Einen Moment.“ Nathan stellte auf den Privatmodus. Die Stimme des anderen klang jetzt nur noch in seinen Ohren. „Ja?“ „Agent Ilias ist nicht tot.“ „Was?“ „Sie ist am Leben.“ Nathan schüttelte den Kopf, was sein Gesprächspartner nicht sehen konnte. Er rief sich ins Gedächtnis wie er sie getroffen hatte. „Ich habe es geprüft, die Frau die ich getroffen habe…“ „…war nicht Hanna Ilias!“, beharrte die Stimme. „Ich… ah“ Nathan verhaspelte sich leicht. „Unerheblich. Zumindest vorerst. Sie wird mit einer Reihe an Morden in Verbindung gebracht und ist nun auf der Fahndungsliste von C-Sicherheit. Das heißt, sie stellt für uns keine Gefahr dar.“ „Ich soll es also nicht zu Ende bringen?“ „Nein. Zumindest nicht jetzt.“ Nathan zögerte. „Und… das Geld?“ „Behalten Sie es.“ Der Killer entspannte sich sachte, obwohl er wusste, dass so etwas nicht umsonst war. „Aber wenn wir Ihre Dienste wieder benötigen, bearbeiten Sie den Auftrag mit Priorität und kostenlos.“ „Solange es keiner vom Rat sein soll, geht das für mich klar“, antwortete Gilles. „Gut. Wir kontaktieren Sie bei Bedarf.“ „Danke, Sir.“ „Und Gilles, nächstes Mal keine Fehler!“ Das Gespräch endete abrupt. „Fuck!“, zischte Nathan und deaktivierte das Tool. Dann hatte er wohl jemanden getötet, der nicht hätte sterben müssen. Nicht, dass sich Gilles nun ein Gewissen zulegen würde, dass er zu belasten gedachte aber diese Art Fehler war der Grund, warum einen später niemand mehr anheuerte.

    *

    „Der hat sie doch nicht mehr alle!“ Die Stimme des Executors war selbst durch die starke Verzerrung der Sprachübertragung noch wutschäumend. „Ich werde umgehend Konsequenzen ansetzen! Dieser Aufruf zur Lynchjustiz… Das war nicht mit mir abgesprochen.“ „Unwichtig, Executor. Der Rat hat bereits ein Eingreifen angesetzt. Ich habe meine Befehle.“ Seevas Stimme war kalt und abgeklärt. Die Asari war hochkonzentriert, lenkte das Skycar manuell durch die Schwaden aus Flitzern. Durch die Kommanlage drang ein bedeutungsschweres Seufzen. „Commander T’Saari, meiner Meinung nach ist ein Spectre-Einsatz ein wenig überzogen.“ „Da gebe ich Ihnen sogar Recht. Ein Killer und seine Komplizen sollten für gewöhnlich ein Problem der C-Sicherheit bleiben. Aber wie ich bereits sagte: Befehl ist Befehl. Und anscheinend haben Ihre Männer nicht die Absicht die sich immer weiter zuspitzende Lage auf kurze Sicht nicht zu entspannen.“ „Ich… Wie Sie meinen. Dann bleibt mir wohl nichts anderes, als Ihnen gutes Gelingen zu wünschen.“ „Danke, Executor.“ Seeva deaktivierte den Commlink und bemühte stattdessen das Navigationssystem. Auf einem Holobildschirm an der Scheibe wurde ihr eine verbliebene Reisedauer von drei Minuten angezeigt. Genug, um sich einen Plan zu machen.

    „Entschuldigung Ma’am, aber Sie können hier nicht rein.“ Seeva war vom Parkplatz durch die erste Schleuse gekommen, ohne dass sie jemand auch nur bemerkt hatte. Sie hatte die zweite Schleuse und die Rezeption passiert, ihr gerader Gang und beständiger Blick hatte keine Frage aufkommen lassen. Erst als sie den Schritt in Richtung eines Sicherheitsbereiches, der Büros, wandte, wurden zwei mit Avenger-Gewehren bewaffnete Polizisten auf sie aufmerksam. Seeva trug selbst keine schwere Waffe, sie hatte die Schrotflinte im Wagen gelassen. Seit dem Geth-Angriff wurden derart auffällige Tötungswerkzeuge misstrauisch beäugt, auch wenn der Träger eine Erlaubnis hatte. An ihrer Seite steckte ihre Phalanx und selbst wegen der fasste der Mensch der beiden Polizisten sein Gewehr fester und hob es leicht. Der andere, ein Salarianer, streckte ihr abwehrend die Hand entgegen. „Das ist ein abgesperrter Bereich.“ „Ich bin autorisiert. Spectre Angelegenheiten.“ Der Salarianer stutze einen Moment. „Ich prüfe das.“ Er scannte T’Saari, dann nickte er. „Das System erkennt Sie als Spectre. Sie können passieren.“ Seeva durchquerte die Absperrung aus elektronischem Hinweisband. „Ich suche Captain Yuhki.“ Der Salarianer erklärte, dass der Captain sich in seinem Büro eine Ebene höher befand. Er rief jemanden, der Seeva zu ihm bringen sollte, einen jungen Mann namens Niall. Der wirkte etwas aufgelöst, entschuldigte sich aber für seine Zerstreutheit. „Verzeihen Sie, Ma’am, hier ist die Hölle los. Einer unserer Kollegen, ein Freund von mir…“ Der Rotschopf brach ab und schaute betreten zu Boden. Seeva hatte schon beim Betreten des Reviers gehört, wie sich Beamte über den Tod eines „Boles“ ausgetauscht hatten, ebenso wie mehrere andere Opfer erwähnt wurden. „Schon in Ordnung. Sie müssen nichts erklären“, sagte Seeva mitfühlend. Der andere nickte und wischte sich über die Nase, dann deutete er auf ein Büro am Ende des Ganges. „Der Captain ist dort.“ Seeva bedankte sich, nahm die letzten Meter zum Gang im weiten Schritt und trat in das Büro ein ohne zuvor zu klopfen. Yuhki saß am Schreibtisch und starrte auf einen Bildschirm. Die Anwesenheit der Asari ließ ihn aufblicken. „Captain Yuhki? Ich bin Seeva T’Saari von der Abteilung Special Tactics and Reconnaissance.“ Die Asari stellte sich vor den Schreibtisch; so, dass Yuhki an ihr vorbei keinen Blick in den Gang werfen konnte. Die Hände legte sie hinter dem Rücken zusammen, begradigte sich und schaute auf den Captain hinab. „Sie berichten ab jetzt an mich.“
    Shepard Commander is offline Last edited by Shepard Commander; 13.02.2018 at 18:41.

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    „Hinter uns!“....
    Im Augenwinkel beobachtete Sahenia noch erschrocken, wie eine riesige Klaue nach Neth schlug und seine Hündin es gerade noch schaffte, ihr Herrchen vor dem sicheren Tod zu bewahren.
    Gleichzeitig folgte ein biotischer Angriff, der die ganze Gruppe durch die Gegend schleudern ließ. Selbst die Gegenstände, die zuvor noch im Raum standen, flogen durch die Luft.
    Während Neth, seine Hündin, Yelyna und Sahenia ein wenig Mühe hatten wieder auf die Beine zu kommen, standen Randallas Leute recht flott wieder auf den Beinen und richteten ihre Waffen auf die Banshee. Im Strahl der Taschenlampen sahen sie ihre Gegnerin.
    Eine ausgemergelte, 3,50m große Asari, mit Husk typischer grauer, metallener Haut, aus denen Schläuche ragten, stand in der Tür. Ihre ungewöhnlich langen Arme, an deren Ende sich riesige Klauen befanden und ihre einzige Nahkampfwaffen waren. Ihr ausgemergeltes, metallenes Gesicht aus dem zwei dunkle Augen starrten, während der Mund, der keine Lippen hatte und die Zähne ungehindert hervor blitzten und dem ohnehin schon scheußlichen Erscheinungsbild fast schon ein groteskes Grinsen auf zu setzen schien.
    “AHHHHH....“ schrie Yelyna hysterisch auf und sprang hinter einen umgeworfenem Schreibtisch in Deckung.
    “Worauf wartet ihr eigentlich noch?.... Feuer!!!“ rief Randalla ihrer Truppe zu und alle schossen aus allen Rohren.
    “Wir müssen ihre Schilde schwächen!“ rief Mira und wollte gerade eine biotische Attacke setzen, als die Banshee sich mit Hilfe eines Warp-Feldes hinter die Truppe teleportierte.
    “Hinter euch!“ schrie Sahenia. Hastig sprangen Randalla, Fox, Mira und Zulan auf die Seite, um den Klauen zu entgehen, während Sahenia versuchte die Banshee mit Biotik an die Wand zu schleudern. Doch diese wehrte den Angriff ab, was der Truppe die nötige Zeit verschaffte, die Position zu wechseln und die Banshee in die Zange zu nehmen....
    Als nächstes folgte eine biotische Schockwelle. Luna schaffte es gerade noch rechtzeitig Neth soweit weg zu zerren, das sie ihn nicht weit zur nächsten Wand geworfen hat – trotzdem schmerzten seine Glieder. Luna wurde auch getroffen, erholte sich aber trotzdem deutlich schneller als ihr Herrchen, obwohl sie schnell zu ihm kam und ihn anfing zu beschnüffeln. Als sie sicher war, dass es Neth einigermaßen gut ging, leckte sie sein Gesicht.
    Der Salarianer brauchte mehr Zeit um sich überhaupt wieder in einer sitzenden Position aufzurichten. Zunächst sah er wie die Söldner als erstes wieder auf den Beinen waren und etwas mit ihren Taschenlampen beleuchten. Dieses Etwas ließ Neth seine Augen aufreißen. Beim Leisetreter…schoss es ihm in den Kopf als er die hochgewachsene, ausgezerrte Hülle sah, die einstmals wohl eine Asari gewesen sein müsste. Das was den Salarianer noch mehr erschreckte als ihre toten, leeren, schwarzen Augen war aber das Grinsen, dass dieses Wesen scheinbar bewusst aufsetzte und bei ihm den Eindruck erweckte aus dem nächstbesten Horror-Vid geschlüpft zu sein.
    “AHHHHH...!!“, schrie Yelyna voller Angst und sprang schnell in Deckung hinter einem vorhin umgeworfenen Schreibtisch. Neth tat dasselbe, wobei er Luna in schützender Manier umklammerte – sie zitterte. „Schon gut, Kleine, Schon gut…“, murmelte er geistesabwesend, während sein Blick auf der Monstrosität lag.
    Die Söldner fingen an auf das Wesen zu feuern, wobei sie kein Blatt vor den Mund hielten: was sie abfeuern konnten, feuerten sie auch ab.
    Ohne nennenswerten Erfolg.
    Eine Barriere umgab das Wesen und alle Kugeln fielen einfach herunter, wenn sie sich der Banshee näherten. Die Asari-Söldnerin versuchte gerade eine biotische Attacke auf das Wesen abzufeuern, als es verschwand. Was?! konnte Neth noch denken, als die Banshee hinter den Söldnern wieder auftauchte. Sie versuchte die Söldner mit ihren Klauen zu traktieren, diese konnten aber noch rechtzeitig zur Seite springen. Sahenia mischte sich nun auch in den Kampf ein, versuchend die Banshee mit ihrer Biotik gegen die Wand zu schleudern. Doch das ausgemergelte Wesen schrie nur in Richtung der jungen Asari und beendete damit ihren Angriff ohne auch nur einen Kratzer erlitten zu haben.
    Desto trotz konnten die Söldner die Ablenkung nutzen um die Banshee von allen Seiten einzukreisen. Sie feuerten mit ihren Waffen und auch Biotik auf die Schilde der ehemaligen Asari, wobei sie immer näher kamen – das erwies sich als Fehler. Die Banshee sammelte in ihrem Kern biotische Energie und Neth konnte gerade noch rechtzeitig seine viel zu nahe Position hinter dem Schreibtisch verlassen um nicht vom Angriff eingehüllt zu werden. Trotzdem schleuderte die Schockwelle ihn weg und er landete direkt neben Yelyna, die kaum in der Lage war ihren Kopf über den Schreibtisch zu heben.
    Neth legte Luna neben die Asari und warf einen Blick auf das Kampffeld: die Söldner lagen wieder überall zerstreut und versuchten sich aufzurappeln, während die Banshee sich zu Sahenia teleportierte, die unweit seiner Position auf ihrem Bauch lag. Die junge Asari versuchte sich auf ihre Knie zu kämpfen, wurde aber von einem erneuten Schrei der Banshee gegen die nächste Wand geschleudert. Sie erschien Neth kurz betäubt von dem Aufschlag, während die Banshee wieder auf sie zuging und das Feuer ignorierte, was auf ihren Rückenschilden einprasselte.
    Der Salarianer aktivierte sein Omni-Tool und wenige Sekunden später erschien eine rote Drohne neben ihm. Diese schwebte schnurstracks auf die Banshee zu, während Neth noch schrie: „Deckung!“ Die Drohne explodierte noch bevor die Banshee auf sie reagieren konnte und ließ dieses Mal die ausgemergelte Gestalt gegen eine Wand fliegen, wobei man klar erkennen konnte, dass ihre Schilde zusammengebrochen waren. „Angriff!“, schrie der Salarianer noch verzweifelt, selbst keine andere Waffe als die zerstörte Drohne besitzend.
    "Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das was übrig bleiben muss, wie unwahrscheinlich es auch sein mag, die Wahrheit." - Sherlock Holmes alias Sir Arthur Conan Doyle
    "Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." - Mahatma Ghandi
    "Eine Falle zu erkennen ist eine Sache, sie zu umgehen eine völlig andere." - Ranma 1/2
    "Mein Name ist Ozymandias, König der Könige. Schauet auf mein Werk, ihr Mächtigen, und verzweifelt." - Ozymandias
    "Der größte Trick des Teufels ist es die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert." - Die üblichen Verdächtigen
    "Nichts ist unmöglich, solange du es dir vorstellen kannst." - Professor Hubert Farnsworth
    "Maybe you are right...maybe we can't win this. But we'll fight you regardless. Yes, people will die. Maybe we'll lose half of the galaxy...maybe more. However insignificant we might be: We will fight, We will sacrifice and We will find a way....that's what humans do!" - Commander Shepard
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    Entweder war dieser Marco ein ausgezeichneter Schauspieler, der von diesen Vorfällen wusste und gekonnt seinen Text abspulte. Zur Bekräftigung seiner Aussage sogar hektisch auf irgendwelche Tabletten zurück griff, um den Schein zu wahren. Oder... er hatte wirklich keine Ahnung von all dem, was Stephens anfängliche Vermutung -das irgendwas faul war an der Sache- nur bestärkte und Marco‘s Reaktion damit in keinsterweise überraschend für ihn war.
    Aber um sicher zu gehen, was für einen Mann er da vor sich hatte, brauchte Stephen mehr Informationen.
    “Wir sind selbstständige und unabhängige Ermittler, die zu 90% von den Firmen angeheuert werden, für die die betreffende Person arbeitet. In ihrem Fall ExoGeni!“ antwortete der Blondschopf ruhig und beobachtete sein gegenüber genau, der ihn wiederum misstrauisch beäugte.
    “Ich habe ein paar Berichte über Vorfälle vor liegen, in denen Sie eindeutig als Hauptverdächtiger genannt werden.“ erklärte der Amerikaner ruhig und mit gedämpfter Stimme, als ein paar Leute an ihnen vorbei gingen.
    “Aber dies scheint wirklich nicht der richtige Ort zu sein!“ räumte der Blondschopf ein und die beiden verließen das Gebäude.
    Allerdings war sich Stephen auch nicht ganz sicher, ob Marco‘s Apartment ein besserer Ort war, schließlich könnte das ganze auch eine Falle sein?!
    Ganz zu schweigen davon, wenn Marco Stephen‘s wahre Identität kennen würde, ob er dann immer noch sein Apartment vorschlagen würde...?
    Allerdings war sich Stephen seiner Stärken bewusst und sollte dieser Marco irgendwas versuchen, würde er ihn ohne mit der Wimper zu zucken ausschalten.
    “Wo müssen wir lang?“ fragte der Blondschopf vor dem Gebäude.


    Unabhängige Ermittler. Das klang schon einmal nicht ganz koscher. Oder war er wieder nur argwöhnisch?
    "Ich bin wirklich gespannt auf den Inhalt dieser Berichte." Nach wie vor versuchte er möglichst ruhig zu bleiben. Vielleicht war ja alles nur ein Missverständnis...."Kommen Sie mit. Ich habe einen Speeder direkt um die Ecke stehen. Es ist nicht weit." In der Tat waren sie nach wenigen Minuten Fahrt da. Marco's Appartmentcontainer lag abgelegen von der Hauptsiedlung, unweit der Felder der Kolonie. Er war froh darum, dass die Firma ihm einen etwas abgelegeneren Ort verschafft hatte, hier fühlte er sich nicht so eingeengt. Andererseits würde es hier auch keiner mitbekommen wenn etwas passieren würde....Andererseits, was konnte schon passieren? Nachdem der Speeder abgestellt war, ging er voran und entriegelte die Tür. "Nur herein." Es war nicht groß, aber dafür wenigstens gemütlich. "Bitte vorsichtig beim Vorbeigehen, nichts umwerfen." Einer seiner Bogen-Prototypen hing dort an der Wand, unweit des Tisches mit den 2 Stühlen, an welchen sie sich nun setzten. Auf dem Tisch stand bereits eine Flasche mit Wasser, Marco stellte noch 2 Gläser dazu. "Nun denn...fangen wir am besten noch einmal ganz von vorne an."
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    Vincent van Zan

    Mit einem heiseren Schrei fuhr Vincent aus dem dunklen Schlaf, der der noch dunkleren Ohnmacht und dem Schmerz gefolgt war. Er kehrte zurück von dem Ort, an den sein Verstand verbannt worden war, während die Krämpfe ihn geschüttelt hatten. Er kam wieder zu sich und vergaß im Moment des Erwachens die finsteren Träume, die ihn gepeinigt hatten. Nur der Schmerz, der echte, körperliche Schmerz, der blieb.
    Selbst in der halb sitzenden Position, in die er hochgeschreckt war, musste der Mann in Schwarz sich mit einer Hand abstützen, um nicht wieder in sich zusammenzusinken. Sein ganzer Leib schien zu brennen oder eher verbrannt zu sein; das Gefühl der Erschöpfung und der verkrampften Muskeln fühlte sich an, als hätte jemand Asche zwischen die Zellen seines Körpers gerieben. Sein Mund war elend trocken und tief im Rachen hatte er einen Geschmack, als wäre dort etwas grausam verendet. Insgesamt fühlte er sich mies, doch gewährte sein zurückgekehrter Verstand ihm nicht den Luxus, sich diesem Gefühl des Elends hinzugeben, denn drängender als jedes Leid war die Beobachtung, die Vincent machen musste:

    Er hatte keine Ahnung wo er war, geschweige denn, wie er dorthin gekommen war.
    Mit schnellen Blicken verschaffte er sich einen Überblick und stellte fest, dass er allein war. Immerhin etwas. Der Raum um ihn herum sah aus wie eine kleine Krankenstation: Ein paar Betten, medizinische Gerätschaften, Bildschirme, Vorratsschränke. Er schien der einzige Patient zu sein, doch selbst wenn er sich in einer Schweizer Kurklinik wiedergefunden hätte, wären allein der rätselhafte Modus seines Herkommens und die Tatsache, dass er bis auf die Unterhose entkleidet war, Grund genug gewesen, um ihn weiter unstet umherblicken zu lassen. Er nahm sich zusammen und schaffte es, sich an die Bettkante zu setzen. Auf einem Rollcontainer neben dem Bett entdeckte er seine Sachen, Kleidung, OmniTool und Waffen lagen sorgfältig bereitgestellt dort und warteten auf ihren Besitzer. Der Mann in Schwarz erinnerte sich, wie ihm seine Pistolen aus den Händen geglitten waren, als das Gas ihn in die Knie gezwungen hatte. Was danach kam, lag in einem zähen Nebel, der sich nur langsam und widerwillig lichten wollte.
    Mit unsicheren Schritten kämpfte er sich zu seinen Sachen und vor und schnappte sich das OmniTool. Informationen waren stets das beste Hilfsmittel. Als er sich umdrehte und wieder zum Bett zurückging, oder besser -stolperte, sah er auf dessen anderen Seite einen mobilen Nachttisch, auf dem etwas zu essen und eine große Flasche Wasser stand. Zumindest nahmen die zu intellektuellen Manövern befähigten Teile seiner Person an, dass es sich um Wasser handelte. Die weniger komplizierten Teile bestätigten diese These dann sogleich, denn noch bevor er einen Gedanken fassen oder verstehen konnte, was er da tat, saß er im Schneidersitz auf dem Bett und hielt die Flasche mit beiden Händen an den Mund, um in großen und vor allem lauten Schlucken zu trinken. Sein ausgedörrter Mund jubilierte, zumindest bis er sich verschluckte und schmerzhaft husten musste. Vincent atmete einige Male tief durch und verschloss die Flasche dann wieder. Nun galt es herauszufinden, was passiert war und wo er sich befand.

    Zehn Minuten später hatte Vincent ein mehr als nur grobes Bild davon, was in den letzten vier Stunden geschehen war und sogar die Kraft gefunden, sich wieder anzuziehen. Seine Waffe lag rechts neben dem Teller, während er aß und sich von einer V.I. vortragen ließ, was sich während seiner Ohnmacht auf der Citadel ereignet hatte. Zeit, um den Rest des Kreuzers zu erkunden und mit seinen drei unfreiwilligen Mitflüchtlingen zu sprechen, war später noch genug. Vox würde auch einige nützliche Informationen beisteuern können, aber was das große Bild anging, verließ sich Vincent nach wie vor auf sein eigenes Netzwerk.
    Es war gut zu erfahren, dass C-Sec nach dem Mörder Vhan, Saenia Sorax, Hanna Ilias und einem bisher nicht identifizierten dritten Komplizen fahndete. Jeder halbwegs fähige Profiler würde zwar binnen 24 Stunden herausfinden können, dass es sich dabei um den Mann in Schwarz handelte, doch hatte Vincent die meisten davon entweder indirekt auf seiner Gehaltsliste oder sehr direkt in seiner Hand, sodass ein allzu frühes Auffliegen kein Problem sein sollte. Während er das recht akzeptable Kombüsenfutter verschlang, fütterte der Broker die üblichen Kanäle mit allem, was über den Killer und sein Vorgehen gelernt hatte, seit sie sein Versteck betreten hatten. Schnell und ohne das es ihn groß überraschte stellte sich heraus, dass Tharok Aritus, der Bruder des glücklosen Unschuldigen, den Vhan und seine korrupte Bande hinter Gitter gebracht hatte, nicht der Kryptogramm-Killer sondern seit etwas über einem Jahr tot war. Sein Name tauchte im Verzeichnis der Opfer eine Gasexplosion auf Oma Ker auf und bewies damit, dass Vhans Theorien nicht viel besser als seine Pläne waren. Neben dieser Information bekam er auch Zwischenberichte über die Untersuchungen, die C-Sec inzwischen in den Tunneln anstellte. Seine Wangenmuskeln spannten sich für den Bruchteil einer Sekunde, als er von Schicksal von Nix las. Eine verfluchte Verschwendung von Potential. Den Auftragsmörder, der hinter Ilias her war, hatten die Dorfbüttel natürlich nicht dingfest machen können, was hieß, dass es durchaus sein konnte, dass ihr Verfolger in diesem Moment das Schiff infiltrierte und den Mann in Schwarz aus einem Lüftungsschacht heraus beobachtete. Er unterbrach seine Mahlzeit, als die Tür zum Schiffslazarett zischend beiseite glitt. In der Hand, die eben noch eine Gabel gehalten hatte, lag auf einmal die zur Tür gerichtete Pistole, deren Mündung nicht einen Zoll zitterte. ,,Guten Abend. Wem von Ihnen darf ich danken, dass er oder sie mich den ganzen Weg hierher geschleppt hat?“ Die höflichen Worte wollten nicht ganz zur drohend erhobenen Waffe passen, doch bestand kein Zweifel, dass beide Statements vollkommen ernst gemeint waren.
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    Einige Stunden später
    Wie ein unaufhörlicher, dichter Regenschauer kam Wasser gleichmäßig aus dem Duschkopf geflossen und prasselte zu Boden. Der ganze Raum war schon lange von dichten, die Sicht versperrenden Dampfschwaden durchzogen. Doch der rote Turianer saß nach wie vor zusammengekauert in der Ecke, spürte die Tropfen auf seine aufgequollene Haut prasseln, während sein Gehör nur noch dumpfe Echos wiedergab. Draußen an der Tür klopfte jemand. Wie lange konnte er nicht sagen. Wohl schon eine ganze Weile. Er wusste nicht einmal genau wo hier überhaupt war. Das letzte woran Beyo sich nach der Periode der Besinnungslosigkeit erinnern konnte, war wie er auf einem Krankenbett aufgewacht war. mit einer Infusion am Arm. Die verspätete Nachwirkung des Schocks den er erlitten hatte, war so schlimm gewesen dass er mittels einer Adrenalindosis wieder aus einer Art Wachkoma geholt werden musste. Zitternd hob er eine Hand und starrte auf die Innenfläche. Kyron's Blut war schon lange von seiner Haut abgewaschen, doch vor dem geistigen Auge sah er es immer noch an sich kleben. Ebenso wie die weit aufgerissenen, toten Augen seines Freundes ihn verfolgten. Wer wusste schon was er in den letzten Momenten seines viel zu kurzen Lebens gedacht hatte? Hilflos, ohne eine Verständigungsmöglichkeit, dem Tod durch jemanden ausgeliefert dem er vertraut hatte, der genau wie er Opfer eines grausamen Spieles geworden war. Unwillkürlich musste er an seine eigenen Worte von vor 12 Jahren denken. Wie er Malkizan und Javed damals vor den möglichen Konsequenzen ihrer Handlungen gewarnt hatte. Dass irgendwie, irgendjemand eines Tages an ihnen Rache üben würde, für all die Dinge die sie so vielen angetan hatten. Und nun war es soweit. Er hatte im Laufe seines Lebens schon viele Schmerzen erleben müssen, physische wie psychische. Doch weder Malkizan, noch Vourn, noch irgendjemand von Cerberus hatte ihn jemals das fühlen lassen. Die Gewissheit dass alles was geschehen war, gerade im Moment geschah oder noch geschehen würde unbestreitbar seine Schuld war.
    Eine weitere undefinierbar lange Zeitspanne verstrich. Und irgendwann schließlich erhob Beyo sich, schaltete das Wasser aus und begann sich abzutrocknen. Seine Beine waren bereits eingeschlafen und auch sein restlicher Körper fühlte sich kraftlos an. Die Kleidung, welche ihm bereitgelegt worden war, war fast gänzlich in Weiß gehalten und erweckte ein wenig den Eindruck einer Krankenhauskluft. Vor der Tür war niemand mehr. Offensichtlich war er so lange darunter gewesen, dass man es aufgegeben hatte auf ihn zu warten. Vielleicht gab es hier ja auch mehrere Badezimmer. "Wo ist hier überhaupt?" fragte er sich wieder im Stillen. Mit vorsichtigen Schritten, fast schon wie vor einigen Stunden in den Tunneln der Citadel, ging der Turianer den langen Gang entlang. Die Bauweise ließ darauf schließen dass er sich in einem Schiff befand. Sicher sein konnte er sich jedoch nicht, denn es gab hier keine Sichtfenster. Das Ende des Ganges war erreicht. Vor ihm befand sich eine Tür, mit der klassischen, grünen holografischen Oberfläche in der Mitte zum Öffnen. Zsssch. Die Tür schwang auf und Beyo war sich nun definitiv sicher: Das war ein Schiff. Sogar ein recht großes. Doch neben Sichtfenstern sah er auch etwas anderes, oder eher jemanden. Ilias, Sorax und sogar der offenbar kurierte van Zan standen dort, zusammen mit niemand anderen als Syren Vox. Eigentlich nicht überraschend, wenn man bedachte dass Sorax für ihn arbeitete. "Hallo..." In Ermangelung besserer Worte trat Beyo in den Raum. Den verschiedenen Bildschirmen nach zu urteilen schien es eine Art Kommandozentrale zu sein. "Ich habe - " "Wir unterbrechen unser laufendes Programm für eine Sondermeldung. Vor Ort im Kithoi Bezirk spricht nun Captain Kaneko Yuhki, 12. Revier!" Alle Blicke wanderten sofort zu einem der Bildschirme, welcher in höchster Lautstärke lief. "Bürger und Bürgerinnen der Citadel." Yuhki stand dort, vor den Türen des Polizeireviers, beide Hände hinter dem Rücken verschränkt und mit steinerner Miene, während es um ihn herum blitzte und dutzende Mikrofone auf ihn gerichtet waren. In seinen Augen schimmerte eine Mischung von unterdrückter Wut, Trauer und grimmiger Entschlossenheit. "Es ist meine Pflicht als Captain des Kithoi Bezirks ihnen mit tiefem Bedauern mitteilen zu müssen dass der Mörder, welcher unter dem Namen Kryptogramm-Killer bekannt ist und diese Station bereits seit ganzen 3 Monaten unsicher macht, ein weiteres Mal zugeschlagen hat. Doch wo er zuvor noch feige aus dem Untergrund zuschlug und zwischen jedem seiner Morde Zeit verstreichen ließ um nur ein geringes Maß Aufmerksamkeit zu erregen, so ist es dieses Mal direkt eine ganze Reihe an Toten, die es zu beklagen gilt. Vor wenigen Stunden haben meine Männer im Tunnelsystem der Citadel 5 Leichen gefunden. 3 davon...waren Mitarbeiter bei C-Sicherheit. Ein weiterer befindet sich noch im kritischen Zustand. " Ein entsetztes Aufstöhnen ging durch die Reihen der Journalisten. Wortfetzen wie "Wer ist jetzt noch sicher?" oder "Was wird als nächstes passieren?" waren zu hören. "Zudem hat der Killer unweit der Position dieses Massaker einen ganzen Häuserblock in die Luft gejagt. Die dabei verwendeten Sprengsätze sind noch nicht identifiziert, aber es ist bereits sicher dass es sich um hochwertige Militärausrüstung handeln muss." "Wie konnte so etwas passieren?" hakte einer der Journalisten ein. "Wie kann es sein dass dieser Wahnsinnige die Station monatelang so dermaßen unterwandern konnte? Wieso konnte er noch nicht gefasst werden?" Yuhki seufzte, wandte den Blick kurz ab und holte tief Luft. "Weil er nicht alleine agiert." antwortete er dann und setzte mit bebender Stimme nach: "Er hat Hilfe bekommen. Aus unseren eigenen Reihen." Nun war das totale Chaos ausgebrochen. Alles schrie durcheinander, das Bild wackelte, erst nach ein paar Minuten kehrte wieder Ruhe ein. Der Japaner holte die Hände hinter dem Rücken hervor und tippte auf sein Omni-Tool, welches sich daraufhin direkt mit dem Bild verband und ein Foto projizierte. Dem Turianer stockte der Atem. Das waren sie. Alle 4. "Ganz vorne sehen sie Beyo Vhan, selbst ein ehemaliger Mitarbeiter von C-Sicherheit welchen wir vor 2 Nächten bereits aufgrund dringenden Tatverdachtes festgenommen hatten, aber kurz darauf wieder freilassen mussten. Wir haben an 2 Opfern in Form von Fingerabdrücken und einem Schussbild nun den endgültigen Beweis dafür dass er, wie bereits vermutet, der Kryptgramm-Killer ist. Agent Hanna Ilias, die Frau hinter ihm, wurde erst gestern in meinen Zuständigkeitsbereich versetzt und hat kurz darauf versucht ihm ein Alibi zu verschaffen." Beyo versuchte ungesehen einen kleinen Seitenblick auf Hanna zu erhaschen. Sie war so schon wütend genug auf ihn. Aber nun....? "Die beiden anderen Individuen konnten wir bislang noch nicht identifizieren." Kein Wunder. Saenia's Gesicht war halb abgewandt und nur verschwommen zu sehen. Van Zan's Aufnahme war klarer, aber bei dem zwielichtigen Hintergrund dieses Mannes waren seine biometrischen Daten wahrscheinlich nicht einmal im Archiv der C-Sec gespeichert. "Soeben ist der stationsweite Fahndungsbefehl an alle Reviere raus gegangen. Wir bitten zudem jeden Bürger dieser Station um Mithilfe. Viel zu lange wurde diese Bedrohung auf die leichte Schulter genommen. Dieser Mörder und seine Komplizen werden zur Rechenschaft gezogen werden." "Das Citadel News Network wird sie über alle weiteren Updates in diesem Fall auf dem Laufenden halten." Dann wurde ausgeblendet. Ohne aufsehen zu müssen spürte er dass sämtliche Blicke wieder auf ihm hafteten. "Es tut mir Leid....."

    Valeynia Vhan, wenig später
    "Nein....nein, ich habe nichts zu sagen! Gehen Sie einfach. Gehen Sie! Lassen Sie mich zufrieden!" Die Tür schlug zu, verriegelte sich und Valeynia sank kraftlos mit dem Rücken an sie gedrückt zu Boden. Schluchzend vergrub sie ihr Gesicht in beiden Handflächen. Draußen hörte sie noch das Stimmengewirr der Paparazzi. "Decius?...." flüsterte sie leise in ihren Kommunikator hinein, nachdem das Piep-Geräusch am anderen Ende der Leitung aufgehört hatte. "Decius...bitte komm heim. Sag denen dass sie verschwinden sollen....bitte hilf mir, ich kann nicht mehr....Beyo, er...." "Halte durch Val." Die Stimme ihres Ehemannes klang wie immer fest und kraftvoll. Woher er all diese innere Stärke nahm, selbst wenn alles um sie herum zusammenzubrechen schien...es war beinahe unheimlich. "Ich bin bald bei dir. Hab keine Sorge. Die Sache mit Beyo...es wird sich alles aufklären...ganz bestimmt." Die Turianerin schluckte noch einmal und fasste sich dann ein wenig. "Gut...gut, ich werde durchhalten. Aber bitte komm schnell, hörst du?" "Versprochen....ich muss nur noch eine Sache erledigen...."

    Der Kryptogramm-Killer
    Eine Sache. Eine letzte Sache galt es noch zu erledigen um sein verhasstes Opfer weiter aus der Reserve zu locken, ehe ihn die Verzweiflung endgültig innerlich zerreißen würde. "Sehr gut. Alles wie geplant...." Nebenbei warf er einen Blick auf das laufende Newsprogramm. Er und seine lächerliche kleine Bande waren jetzt ganz oben auf der Abschussliste, überall und in jedem Winkel der Station. Dann tippte er weiter auf seinem Omni-Tool....
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    Van Zan

    Beyo

    Saenia

    Im gerade noch von Stimmen belebten Raum trat augenblicklich Stille ein. Eine betretene Stille in der alle Anwesenden ihre Aufmerksamkeit auf den Bildschirm richteten, auf dem Captain Yuhki vor der Presse sprach. Ein vernichtendes Statement, gleichermaßen gespickt mit Wut, Ohnmacht und Unwahrheit. Hanna betrachtete den mahlenden Kiefer des Japaners, die im Kameralicht silbrig glänzenden Schweißperlen auf seiner Stirn und dem glattrasierten Kinn. Für die Journalisten waren die Aussagen des Polizisten ein gefundenes Fressen, für Hanna war es ein Dolchstoß in den Rücken. „Das kann doch nicht wahr sein“, hauchte sie, die Augen auf den Bildschirm geheftet. Wie konnte jemand derart dummes und kurzsichtiges in eine so hohe Position aufsteigen? Und wieso zum Teufel ließ der Commander oder gar der Executor ihn gewähren? Die Blondine fuhr sich mit der Hand durch das Haar, das sie zu einem Pferdeschwanz zusammengefasst hatte. Hanna trug einen grau-weißen Trainingsanzug, den ihr die Leute auf deren Schiff sie sich befand zum Ersatz für die Kleidung gegeben hatten, die man gerade dekontaminieren ließ. Wer wusste schon, was in diesen Tunneln an Stoffen waberte. Hanna schüttelte verweigernd den Kopf, verschränkte die Arme. Drei tote C-Sicherheit-Mitarbeiter; das bedeutete vermutlich, dass entweder Hudson oder Nix getötet worden waren. Das Gefühl von Verlust breitete sich im Herz der Blondine aus. Die beiden Internen hatten gegen sie ermittelt, doch hatten sie zusammen gekämpft – und das schweißte auf eine Art zusammen, deren Beschreibung beispiellos war. Hannas Mund öffnete sich und schloss sich wieder – der Agentin fehlten die Worte. Denn gerade hatte Captain Yuhki sie, Agent Hanna Ilias, zur Mittäterin des Kryptogramm-Killers erklärt. Hanna spürte Blicke, die auf sie gerichtet wurden. Verstohlene Blick, abschätzende Blicke, sogar den ein oder anderen skeptischen. Sie ignorierte sie. Ansonsten hätte man sie wohl tatsächlich wegen Mordes verhaften können. Schmerz breitete sich im Innern ihres Schädels aus, pochte heftig gegen ihre Schläfen als wolle sich dort mit aller Macht ein unterdrückter Gedanke freimeißeln. Wie hatte das alles so furchtbar schiefgehen können?

    Kurz nach dem Eintreffen der kleinen Gruppe aus Turianern hatte Hanna eigentlich die C-Sicherheit informieren wollen. „Das können Sie auf dem Schiff machen“, hatte man ihr knapp geantwortet. „Das Schiff“ stellte sich als Basis einer Sicherheitsfirma von einem Mann namens Aelius heraus. Dieser wiederum stand in Beziehung zu Syren Vox, einem von ihren „Rettern“ und Saenia Sorax‘ Auftraggeber. Und ein Berufspolitiker. Nun waren sie auf dem Schiff, einem vermutlich nicht mehr flugtauglichen aber gut eingerichteten Ding irgendwo in den Citadel-Docks. Und statt die C-Sicherheit zu erreichen, erreichte die C-Sicherheit sie. Zumindest in einem abstrahierten Sinne. „Ist der denn bescheuert?“, fragte Hanna an niemanden bestimmtes gerichtet. Ihre Augen suchten Vhan. Sie fand ihn, stieß einen Finger in seine Richtung. „Sie, Vhan, wir werden das jetzt klären! Kommen Sie her!“

    *

    Nate öffnete die Flasche, ließ die bernsteinfarbene Flüssigkeit in das Glas pütschern und stellte sie dann noch immer geöffnet beiseite. Sein leerer Blick starrte an einen Punkt an der dunklen Wand während seine Finger krampfhaft das Glas umklammerten. Der Detective saß auf dem Boden, lehnte sich an sein Sofa in dem abgedunkelten Raum. Bei ihm waren nur eine Flasche Whiskey, ein Glas und sein Kater Mitch, der ihn mitleidig anschaute. Er hatte aufgehört zu trinken doch wenn es für jemals in seinem Leben einen Grund gegeben hatte wieder damit anzufangen, so war es zweifellos dieser Tag. Alkohol und das flüchtige Delirium war die einzige Hoffnung die er hatte, um die vergangenen Stunden vergessen zu lassen.

    Als er das Kratzen an der Tür gehört hatte, hatte er fest mit einem weiteren Angriff des Killers gerechnet. Stattdessen erschienen Leute vom 12. Revier, erkannten ihn rasch und halfen ihm mit Gillespie. „Er muss ins Krankenhaus. Sofort!“, hatte Nate gerufen und war dann den Protest hinter sich lassend in die Tunnel gestürzt.
    Es war kalt, feucht, dunkel. Es war der Schrecken, dem er gerade entkommen war. Nate zückte seine Pistole, eilte im Laufschritt voran. Gillespie kümmerte ihn nicht, Ilias kümmerte ihn nicht, der Killer kümmerte ihn nicht. „Anastasia!“ Das Echo seiner Stimme verhallte ungehört. Nate stoppte, spähte in einen dunklen Gang, die Predator mit beiden Händen umschlossen. Er durchquerte Räume von denen er überzeugt gewesen war, die gesehen zu haben und gelangte schließlich an den Punkt, wo er und seine Partnerin sich getrennt hatten. Wieder rief er und wieder bekam er keine Antwort. Also lief er weiter. Und weiter. Und weiter.

    Beinahe hätte Nate die leichte Erhebung übersehen, vielleicht wäre er sogar über sie gestolpert. Einzig ein flackerndes Licht an der Wand hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Dann bemerkte er es. Das etwas dort am Boden, den Leichnam der einmal Anastasia Nix gewesen war. Die Erkenntnis traf Nate härter als alles in seinem Leben zuvor, raubte ihm den Atem. Er wollte ihren Namen sagen, doch bekam er kaum mehr als ein ersticktes Geräusch zustande. Im nächsten Moment war er bei ihr, las sie vom Boden auf. Blut klebte an seinen Händen, an seinen Unterarmen. Sie war so glitschig, dass sie ihm fast entglitten wäre. „Any“, flüstere er. Die eigenen Tränen konnte er unmöglich zurückhalten und es war auch nicht nötig. Wieso falsche Scham an den Tag legen während er den leblosen Leib in seine Umarmung hievte. „Any“, wimmerte er und wiegte das tote Fleisch wie ein Kleinkind. „Any!“, murmelte er und vergrub das Gesicht über das dicke Tränen kullerten in ihrer Schulter. So, sie wiegend und umklammert, fanden ihn die Kollegen von C-Sicherheit.

    Man hatte ihn nach Hause geschickt, wo er auf den psychologischen Dienst. Und seitdem trank er. Wenn er nicht trank, dann weinte er und manchmal machte er auch beides. Die einzige Gesellschaft, die Nate zuließ war sein Kater, weshalb sein Terminal ihm auch regelmäßig neue Nachrichteneingänge meldete.

    *

    Schmutziges Wasser sammelte sich am Abflussgitter, wirbelte dort und verschwand lautlos. Die Dusche nach dem Auftrag gehörte für Nathan Gilles einfach dazu. Dann erinnerte er sich an die vielen Kämpfe, die er im Einsatz schlagen musste nur um danach Mal um Mal ungeduscht ins nächste Gefecht zu stürzen. Das Wasser spülte alles weg, Dreck, Schweiß, Blut wenn welche dort war und die Anspannung. Nathans Dusche war fast ein eigenes Stück Zimmer und der vermutlich größte Luxus in seinem Apartment. Nicht, dass der Rest schäbig wäre, es war aber zumeist funktional. Funktionaler Kühlschrank, funktionale Couch, funktionale Frau. „Schatz? Ein Nachrichteneingang!“ Nathan spuckte einen Strahl Wasser aus, drehte den Kopf und öffnete die Augen. „Von wem?“ „Weiß ich nicht, unterdrückt“, kam es zurück. Nathan machte eine Handbewegung und der Wasserstrahl endete sofort. Er stieg aus der Dusche, nahm sich ein Handtuch und huschte aus dem Bad. Die kühle Luft des Apartments ließ ihn leicht frösteln während er nasse Abdrücke seiner Füße auf dem Boden hinterließ. „Hier Gilles“, sagte er, als er beim Apparat angekommen und die Verbindungstaste gedrückt hatte. „Können Sie reden?“ „Einen Moment.“ Nathan stellte auf den Privatmodus. Die Stimme des anderen klang jetzt nur noch in seinen Ohren. „Ja?“ „Agent Ilias ist nicht tot.“ „Was?“ „Sie ist am Leben.“ Nathan schüttelte den Kopf, was sein Gesprächspartner nicht sehen konnte. Er rief sich ins Gedächtnis wie er sie getroffen hatte. „Ich habe es geprüft, die Frau die ich getroffen habe…“ „…war nicht Hanna Ilias!“, beharrte die Stimme. „Ich… ah“ Nathan verhaspelte sich leicht. „Unerheblich. Zumindest vorerst. Sie wird mit einer Reihe an Morden in Verbindung gebracht und ist nun auf der Fahndungsliste von C-Sicherheit. Das heißt, sie stellt für uns keine Gefahr dar.“ „Ich soll es also nicht zu Ende bringen?“ „Nein. Zumindest nicht jetzt.“ Nathan zögerte. „Und… das Geld?“ „Behalten Sie es.“ Der Killer entspannte sich sachte, obwohl er wusste, dass so etwas nicht umsonst war. „Aber wenn wir Ihre Dienste wieder benötigen, bearbeiten Sie den Auftrag mit Priorität und kostenlos.“ „Solange es keiner vom Rat sein soll, geht das für mich klar“, antwortete Gilles. „Gut. Wir kontaktieren Sie bei Bedarf.“ „Danke, Sir.“ „Und Gilles, nächstes Mal keine Fehler!“ Das Gespräch endete abrupt. „Fuck!“, zischte Nathan und deaktivierte das Tool. Dann hatte er wohl jemanden getötet, der nicht hätte sterben müssen. Nicht, dass sich Gilles nun ein Gewissen zulegen würde, dass er zu belasten gedachte aber diese Art Fehler war der Grund, warum einen später niemand mehr anheuerte.

    *

    „Der hat sie doch nicht mehr alle!“ Die Stimme des Executors war selbst durch die starke Verzerrung der Sprachübertragung noch wutschäumend. „Ich werde umgehend Konsequenzen ansetzen! Dieser Aufruf zur Lynchjustiz… Das war nicht mit mir abgesprochen.“ „Unwichtig, Executor. Der Rat hat bereits ein Eingreifen angesetzt. Ich habe meine Befehle.“ Seevas Stimme war kalt und abgeklärt. Die Asari war hochkonzentriert, lenkte das Skycar manuell durch die Schwaden aus Flitzern. Durch die Kommanlage drang ein bedeutungsschweres Seufzen. „Commander T’Saari, meiner Meinung nach ist ein Spectre-Einsatz ein wenig überzogen.“ „Da gebe ich Ihnen sogar Recht. Ein Killer und seine Komplizen sollten für gewöhnlich ein Problem der C-Sicherheit bleiben. Aber wie ich bereits sagte: Befehl ist Befehl. Und anscheinend haben Ihre Männer nicht die Absicht die sich immer weiter zuspitzende Lage auf kurze Sicht nicht zu entspannen.“ „Ich… Wie Sie meinen. Dann bleibt mir wohl nichts anderes, als Ihnen gutes Gelingen zu wünschen.“ „Danke, Executor.“ Seeva deaktivierte den Commlink und bemühte stattdessen das Navigationssystem. Auf einem Holobildschirm an der Scheibe wurde ihr eine verbliebene Reisedauer von drei Minuten angezeigt. Genug, um sich einen Plan zu machen.

    „Entschuldigung Ma’am, aber Sie können hier nicht rein.“ Seeva war vom Parkplatz durch die erste Schleuse gekommen, ohne dass sie jemand auch nur bemerkt hatte. Sie hatte die zweite Schleuse und die Rezeption passiert, ihr gerader Gang und beständiger Blick hatte keine Frage aufkommen lassen. Erst als sie den Schritt in Richtung eines Sicherheitsbereiches, der Büros, wandte, wurden zwei mit Avenger-Gewehren bewaffnete Polizisten auf sie aufmerksam. Seeva trug selbst keine schwere Waffe, sie hatte die Schrotflinte im Wagen gelassen. Seit dem Geth-Angriff wurden derart auffällige Tötungswerkzeuge misstrauisch beäugt, auch wenn der Träger eine Erlaubnis hatte. An ihrer Seite steckte ihre Phalanx und selbst wegen der fasste der Mensch der beiden Polizisten sein Gewehr fester und hob es leicht. Der andere, ein Salarianer, streckte ihr abwehrend die Hand entgegen. „Das ist ein abgesperrter Bereich.“ „Ich bin autorisiert. Spectre Angelegenheiten.“ Der Salarianer stutze einen Moment. „Ich prüfe das.“ Er scannte T’Saari, dann nickte er. „Das System erkennt Sie als Spectre. Sie können passieren.“ Seeva durchquerte die Absperrung aus elektronischem Hinweisband. „Ich suche Captain Yuhki.“ Der Salarianer erklärte, dass der Captain sich in seinem Büro eine Ebene höher befand. Er rief jemanden, der Seeva zu ihm bringen sollte, einen jungen Mann namens Niall. Der wirkte etwas aufgelöst, entschuldigte sich aber für seine Zerstreutheit. „Verzeihen Sie, Ma’am, hier ist die Hölle los. Einer unserer Kollegen, ein Freund von mir…“ Der Rotschopf brach ab und schaute betreten zu Boden. Seeva hatte schon beim Betreten des Reviers gehört, wie sich Beamte über den Tod eines „Boles“ ausgetauscht hatten, ebenso wie mehrere andere Opfer erwähnt wurden. „Schon in Ordnung. Sie müssen nichts erklären“, sagte Seeva mitfühlend. Der andere nickte und wischte sich über die Nase, dann deutete er auf ein Büro am Ende des Ganges. „Der Captain ist dort.“ Seeva bedankte sich, nahm die letzten Meter zum Gang im weiten Schritt und trat in das Büro ein ohne zuvor zu klopfen. Yuhki saß am Schreibtisch und starrte auf einen Bildschirm. Die Anwesenheit der Asari ließ ihn aufblicken. „Captain Yuhki? Ich bin Seeva T’Saari von der Abteilung Special Tactics and Reconnaissance.“ Die Asari stellte sich vor den Schreibtisch; so, dass Yuhki an ihr vorbei keinen Blick in den Gang werfen konnte. Die Hände legte sie hinter dem Rücken zusammen, begradigte sich und schaute auf den Captain hinab. „Sie berichten ab jetzt an mich.“
    Syren stand am Fenster. Hinter ihm war ein kleiner, aber behaglicher Raum. Die metallene Pritsche mit Bettzeug zu Syrens Linken deutete daraufhin, dass es sich hierbei früher wohl um eine Koje gehandelt haben muss, wobei der Umstand, dass es nur eine Pritsche war, darauf hindeutete, dass es eine Koje für Gäste oder besondere Mannschaftsmitglieder gewesen sein musste. In der Mitte des Raums war ein Schreibtisch aus Metall mehr schlecht als recht festgeschraubt worden. Auf ihm befanden sich diverse Pads, ein Terminal und eine geöffnete Flasche Braunen Viskaniers.
    Syren nahm einen Schluck des braunen, transparenten Alkohols, bevor er seinen Blick von der Finsternis des Alls auf das Pad in seiner Hand lenkte. Es handelte sich um einen Artikel des Journalisten Ethan Caine. Darin beschrieb er die Ereignisse, mit denen die Spendengala des Turianers vorbeigegangen war. Bei den Geistern, das ist gerade mal zwei Tage her…wunderte sich der graue Turianer, denn es kam ihm so vor, als wären bereits Monate seit damals vergangen sein.
    Die Tür zu seinem Raum öffnete sich. Syren warf einen Blick dahin und erkannte Saenia, die hereingetreten war. Sie trug nun ihre weiß-grüne Rüstung, selbst wenn sie nur ihre rote Brawler-Pistole als Waffe dabei hatte. „Ist das nicht übertrieben?“, fragte Syren, auf die Rüstung deutend, und wendete sich nun vollends in Richtung der braunen Turianerin, wobei er sich in Richtung seines Schreibtisches bewegte.
    „Ist DAS nicht übertrieben?“, fragte Saenia stattdessen und wies auf das Glas mit dem Alkohol, „Wären wir auf einem Planeten, wäre gerade die Sonne aufgegangen.“
    „Schon so spät?“, wunderte sich Syren und musste kurz lächeln, während er das Pad auf den Schreibtisch legte, „Hab die letzten Stunden damit verbracht mich auf den Laufenden zu bringen.“, er hob seine freie Hand mit der Handfläche in Richtung der anderen Turianerin, „Keine Sorge, mein erstes und einziges Glas.“
    Er schob den Schreibtischstuhl zu sich und setzte sich darauf, bevor er das Glas ebenfalls auf dem Tisch deponierte. Saenia verschränkte in der Zwischenzeit ihre Arme auf dem Rücken und fragte: „Sie wollten mich sehen, Sir?“
    „Ja…“, nickte Syren, „Ich wollte, dass du mir etwas zu unseren Gästen sagst.“
    „Ich glaube, dass habe ich, zwar kurz gefasst, bereits vor ein paar Stunden gemacht, Sir.“, erklärte die Turianerin pflichtbewusst.
    „Kurz gefasst ist eine leichte Untertreibung.“, witzelte der Turianer, „Jetzt da du ausgeschlafen bist, kannst du vielleicht bisschen mehr ins Detail gehen.“, Saenia nickte, „Fang mit diesem Van Zan an.“
    Die braune Turianerin überlegte kurz, bevor sie zögerlich anfing: „Ich glaub zusammenfassend kann man sagen, dass Shroox wirklich die beste Bezeichnung für ihn ist.“, sie nahm einen Atemzug, „Er ist eine zwielichtige Person, bei der man nicht genau weiß, ob er das was er sagt auch so meint. Er weiß offensichtlich mehr als er durchblicken lässt und ich bin mir immer noch ziemlich sicher, dass er uns bei der nächstbesten Gelegenheit verraten wird – auch wenn ich, ehrlich gesagt, keine Ahnung habe warum er überhaupt so weit mit uns gegangen ist.“
    Syren nickte. „So etwas ähnliches hast du auch schon nach der Party gesagt.“, erinnerte er sie.
    „Er hat Kontakte, Sir.“, erklärte die Turianerin, „Sehr gute und sehr viele Kontakte. Ich würde sogar soweit gehen ihn als Info Broker oder so etwas in der Art zu beschreiben. Und er hat eindeutig militärische Ausbildung. Er hat einen Schützen mit einem Raketenwerfer mit einem gezielten Schuss seiner Pistole erschossen, Sir.“
    Die Augen des Turianers weiten sich und seine Mandibeln bewegten sich. „Das ist beeindruckend.“, erklärte er und lehnte sich zurück, „Das war wo ihr gegen diese Attentäter gekämpft habt oder?“
    „In diesem Industriebezirk, ja, Sir.“, bestätigte die Turianerin.
    „Dem ehemaligen Bezirk.“, berichtigte Syren sie, „Wirklich mehr als Trümmer und Leichen sind davon nicht übrig geblieben.“
    „Wurden die Toten identifiziert?“, hakte Saenia nach.
    „Nicht von uns.“, erklärte Syren und beugte sich vorwärts, „C-Sec ist vor Ort. Wir werden es vermutlich über andere Kanäle erfahren.“, er nahm sein Glas und trank einen weiteren Schluck, „Was ist mit Hanna Ilias? Was hältst du von ihr?“
    Die Mandibeln der Turianerin bebten. „Sie ist…“, fing sie an, nach den richtigen Worten suchend, „…schwierig.“
    Neugier zeigte sich auf Syrens Gesicht. „Inwiefern?“
    Saenia nahm einen tiefen Atemzug. „Sie ist…temperamentvoll, aufbrausend, hat ein loses Mundwerk und erinnert mehr an einen Kriminellen aus den Devil’s Tips als an eine C-Sec Agentin.“, zählte sie auf.
    „Aber?“, hakte Syren nach, wobei er sich bei der Vorstellung ein Lächeln nicht verkneifen konnte.
    „Aber…sie ist gut.“, gestand Saenia zu, „Sie behält einen kühlen Kopf selbst in brenzligen Situationen, hat taktische und strategische Erfahrungen und kann auch sehr gut mit einem Scharfschützengewehr umgehen. Ebenso…auch wenn ihre Worte das nicht wirklich gut zum Ausdruck bringen…kann sie sehr professionell sein.“
    Syren kicherte. „Ein netter Verbündeter also…“, er senkte seinen Blick und ließ ein paar Momente verstreichen, bevor er zur letzten Person kam, „Und was ist mit Beyo Vhan?“, er lehnte sich zurück, das Glas immer noch in der Hand, „Ist er ein Täter oder ein Opfer?“
    Die Turianerin zögerte für einen kurzen Moment. „Ist das überhaupt wichtig, Sir?“, fragte sie, statt zu antworten.
    „Es würde die Taten des Killers natürlich nicht rechtfertigen.“, erklärte der Turianer sich vorwärts lehnend, „In keinster Weise. Nichts was Beyo Vhan verbrochen haben könnte, würde diesen Massenmord rechtfertigen. Aber trotzdem würde ich gerne wissen, mit wem ich es zu tun habe…“
    Saenia senkte ihren Blick. „Er ist nicht der Killer, aber er hat Dreck am Stecken.“, gestand sie schlussendlich, „Ich weiß nicht wie viel oder wie schlimm, aber scheinbar ausreichend, damit der Killer ihn dafür verantwortlich macht.“
    Syren nahm einen Schluck. „Du erwähntest ein Video?“, hakte er nach.
    „Ich hab es mir nicht genau angesehen…“, erklärte die Turianerin, „…aber es scheint, dass jemand, den Beyo Vhan verhaften und verurteilen ließ nicht ganz schuldig war.“, sie nahm einen Atemzug, „Wenn sie mehr wissen wollen, sollten wir Nachforschungen anstellen.“
    „Das tue ich bereits.“, erklärte Syren und überraschte damit die Turianerin, „Ich hab Neris damit beauftragt die C-Sec-Archive zu hacken und alles zu kopieren und herunterzuladen, was sie über Beyo Vhan besitzen.“
    Ein bedrückter Gesichtsausdruck erschien auf Saenias Gesicht. „Ich verstehe.“, erklärte sie nur.
    Syren trank seinen Viskanier zu Ende und legte das Glas auf den Schreibtisch, bevor er sich erhob. „Dir gefällt das nicht?“, fragte er währenddessen nach, „Hast du Bedenken?“
    Die Turianerin zögerte. „Wir könnten ihn ja auch fragen.“, bot sie nach einer Weile an.
    Syren unterbrach seine Bewegungen. „Und riskieren, dass er uns noch einmal belügt?“, fragte er stattdessen, bevor er seinen Kopf schüttelte, „Nein, wir haben ihm unsere Unterstützung angeboten und er hat uns trotzdem so etwas wichtiges verheimlicht. Ich bin lange genug Politiker um zu wissen, dass wir in solch einem Fall ein Plan B brauchen, damit er schön bei der Wahrheit bleibt.“, er ging auf die Turianerin zu, „Ich hab es satt im Dunkeln zu tappen, während uns der Killer immer einen Schritt voraus ist, nur weil uns ein Verbündeter nicht alle relevanten Informationen gibt.“, er legte eine Hand auf ihre Schulter, „Das musst du doch auch so sehen, Saenia?“
    Die Turianerin brauchte eine Weile für ihre Antwort. „Er…tut mir einfach nur Leid, Sir.“, erklärte sie schlussendlich, „Was auch immer er in seiner Vergangenheit getan hat, das was der Killer mit ihm anstellt, hat er nicht verdient.“
    Syren nahm seine Hand runter. „Das hat niemand verdient, schon gar nicht die Toten.“, erklärte der Turianer und wies in Richtung Tür, „Deswegen werden wir Vhan auch helfen den Killer zu stellen.“, sie verließen den Raum und traten in einen Korridor hinein, „Wenn das aber erledigt ist, sorge ich persönlich dafür, dass Vhan für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird.“
    „Sie werden ihn C-Sec übergeben?“, hakte Saenia nach, während sie nach rechts abbogen und dem Gang folgten.
    „Damit die ihn in den Knast schicken, wo er als Ex-Cop eine geringere Überlebenswahrscheinlichkeit als eine Kakerlake hat?“, erklärte Syren den Kopf schüttelnd, „Ganz sicher nicht. Für die Verbrechen, die man begangen hat, sollte man Busse tun, falls man sie bereut. Und das er sie bereut, dafür werde ich sorgen.“
    Die Turianerin entgegnete nichts darauf, während die beiden an einer Kreuzzug ankamen. Saenia bewegte sich zum linken Gang, während Syren sich nach rechts wendete. „Wo gehen sie hin, Sir?“, fragte die Turianerin verwundert.
    Syren blickte sie an. „C-Sec wird nur das über Vhan wissen, was er selbst gefälscht haben wird.“, erklärte er, „Immerhin wurde er nie verhaftet. Also brauchen wir eine weitere Quelle für Plan B.“, er drehte sich um und ging bereits den Gang entlang, „Und diese trägt schwarz.“

    *
    Als die Durchsage des C-Sec Captains vorüber war, spürte Saenia für einen kurzen Moment Erleichterung. Man hatte mich nicht identifizieren können…dachte sie, aber dann warf sie einen Blick auf Beyo Vhan und Agent Ilias und fühlte sich sogar bisschen schuldig für ihre Gefühle. Hanna war fassungslos und Beyo konnte gerade mal ein kleinlautes "Es tut mir Leid....." herauspressen. Nicht das das Ilias davon abbringen würde einen Finger in seine Richtung zu weisen und ihn lauthals mit „Sie, Vhan, wir werden das jetzt klären! Kommen sie her!“ anzuschnauzen.
    Immerhin ist sie nicht handgreiflich geworden…dachte sich die Turianerin und sah zu wie der rote Turianer langsam näher kam. Saenia verschränkte die Arme, während sie einen Blick auf Syren warf – sein Blick sah nachdenklich aus, aber irgendwie wusste sie, dass die gerade gehörte Durchsage ihm ziemlich viel neuen Kummer gebracht hatte. Danach drehte sie sich zu Ilias um, flüsterte ihr dabei zu: „Vergessen sie nicht, dass wenn sie ihn krankenhausreif schlagen, sie noch länger auf Antworten werden warten müssen.“, sie wartete nicht auf eine Reaktion, sondern wendete sich nun wieder in normaler Lautstärke dem nun hinzugetretenen Beyo zu, „Am besten ist, sie fangen am Anfang an. Und lassen sie keine Details aus.“
    "Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das was übrig bleiben muss, wie unwahrscheinlich es auch sein mag, die Wahrheit." - Sherlock Holmes alias Sir Arthur Conan Doyle
    "Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." - Mahatma Ghandi
    "Eine Falle zu erkennen ist eine Sache, sie zu umgehen eine völlig andere." - Ranma 1/2
    "Mein Name ist Ozymandias, König der Könige. Schauet auf mein Werk, ihr Mächtigen, und verzweifelt." - Ozymandias
    "Der größte Trick des Teufels ist es die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert." - Die üblichen Verdächtigen
    "Nichts ist unmöglich, solange du es dir vorstellen kannst." - Professor Hubert Farnsworth
    "Maybe you are right...maybe we can't win this. But we'll fight you regardless. Yes, people will die. Maybe we'll lose half of the galaxy...maybe more. However insignificant we might be: We will fight, We will sacrifice and We will find a way....that's what humans do!" - Commander Shepard
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    Als nächstes folgte eine biotische Schockwelle. Luna schaffte es gerade noch rechtzeitig Neth soweit weg zu zerren, das sie ihn nicht weit zur nächsten Wand geworfen hat – trotzdem schmerzten seine Glieder. Luna wurde auch getroffen, erholte sich aber trotzdem deutlich schneller als ihr Herrchen, obwohl sie schnell zu ihm kam und ihn anfing zu beschnüffeln. Als sie sicher war, dass es Neth einigermaßen gut ging, leckte sie sein Gesicht.
    Der Salarianer brauchte mehr Zeit um sich überhaupt wieder in einer sitzenden Position aufzurichten. Zunächst sah er wie die Söldner als erstes wieder auf den Beinen waren und etwas mit ihren Taschenlampen beleuchten. Dieses Etwas ließ Neth seine Augen aufreißen. Beim Leisetreter…schoss es ihm in den Kopf als er die hochgewachsene, ausgezerrte Hülle sah, die einstmals wohl eine Asari gewesen sein müsste. Das was den Salarianer noch mehr erschreckte als ihre toten, leeren, schwarzen Augen war aber das Grinsen, dass dieses Wesen scheinbar bewusst aufsetzte und bei ihm den Eindruck erweckte aus dem nächstbesten Horror-Vid geschlüpft zu sein.
    “AHHHHH...!!“, schrie Yelyna voller Angst und sprang schnell in Deckung hinter einem vorhin umgeworfenen Schreibtisch. Neth tat dasselbe, wobei er Luna in schützender Manier umklammerte – sie zitterte. „Schon gut, Kleine, Schon gut…“, murmelte er geistesabwesend, während sein Blick auf der Monstrosität lag.
    Die Söldner fingen an auf das Wesen zu feuern, wobei sie kein Blatt vor den Mund hielten: was sie abfeuern konnten, feuerten sie auch ab.
    Ohne nennenswerten Erfolg.
    Eine Barriere umgab das Wesen und alle Kugeln fielen einfach herunter, wenn sie sich der Banshee näherten. Die Asari-Söldnerin versuchte gerade eine biotische Attacke auf das Wesen abzufeuern, als es verschwand. Was?! konnte Neth noch denken, als die Banshee hinter den Söldnern wieder auftauchte. Sie versuchte die Söldner mit ihren Klauen zu traktieren, diese konnten aber noch rechtzeitig zur Seite springen. Sahenia mischte sich nun auch in den Kampf ein, versuchend die Banshee mit ihrer Biotik gegen die Wand zu schleudern. Doch das ausgemergelte Wesen schrie nur in Richtung der jungen Asari und beendete damit ihren Angriff ohne auch nur einen Kratzer erlitten zu haben.
    Desto trotz konnten die Söldner die Ablenkung nutzen um die Banshee von allen Seiten einzukreisen. Sie feuerten mit ihren Waffen und auch Biotik auf die Schilde der ehemaligen Asari, wobei sie immer näher kamen – das erwies sich als Fehler. Die Banshee sammelte in ihrem Kern biotische Energie und Neth konnte gerade noch rechtzeitig seine viel zu nahe Position hinter dem Schreibtisch verlassen um nicht vom Angriff eingehüllt zu werden. Trotzdem schleuderte die Schockwelle ihn weg und er landete direkt neben Yelyna, die kaum in der Lage war ihren Kopf über den Schreibtisch zu heben.
    Neth legte Luna neben die Asari und warf einen Blick auf das Kampffeld: die Söldner lagen wieder überall zerstreut und versuchten sich aufzurappeln, während die Banshee sich zu Sahenia teleportierte, die unweit seiner Position auf ihrem Bauch lag. Die junge Asari versuchte sich auf ihre Knie zu kämpfen, wurde aber von einem erneuten Schrei der Banshee gegen die nächste Wand geschleudert. Sie erschien Neth kurz betäubt von dem Aufschlag, während die Banshee wieder auf sie zuging und das Feuer ignorierte, was auf ihren Rückenschilden einprasselte.
    Der Salarianer aktivierte sein Omni-Tool und wenige Sekunden später erschien eine rote Drohne neben ihm. Diese schwebte schnurstracks auf die Banshee zu, während Neth noch schrie: „Deckung!“ Die Drohne explodierte noch bevor die Banshee auf sie reagieren konnte und ließ dieses Mal die ausgemergelte Gestalt gegen eine Wand fliegen, wobei man klar erkennen konnte, dass ihre Schilde zusammengebrochen waren. „Angriff!“, schrie der Salarianer noch verzweifelt, selbst keine andere Waffe als die zerstörte Drohne besitzend.

    Leicht benebelt richtete sich die junge Asari nach der Attacke der Banshee wieder auf, warf dann einen kurzen Blick durch den Raum, um sich einen überblick zu verschaffen und sah schließlich besorgt zu Yelyna, Neth und Luna rüber.
    Yelyna kauerte am ganzen Körper zitternd hinter dem umgeworfenen Schreibtisch, unfähig sich zu bewegen und hielt sich mit beiden Händen die Ohren zu. Luna wurde von Neth neben Yelyna gelegt, die Hündin gehorchte, wirkte aber unruhig und zitterte am ganzen Leib. Neth aktivierte hastig sein Omni-Tool, als Sekunden später eine rote Drohne erschien und sofort auf die Banshee zu schwebte.
    Sahenia ahnte schon, was gleich passieren würde und kämpfte sich hastig auf die Beine. Dann kam auch schon Neth’s Warnung...
    „Deckung!“ schrie der Salarianer.
    Sahenia hechtete hinter einen anderen umgeworfenen Schreibtisch, während sich Randalla‘s Leute im Gang verschanzten, aus dem zuvor die Banshee kam, als die Drohne explodierte und die ausgemergelte Gestalt gegen die Wand katapultierte und dabei ihre Schilde zusammen brachen.
    „Angriff!“, schrie der Salarianer noch verzweifelt...
    Randalla, Fox, Zulan und Mira sprangen aus dem Gang und feuerten mit allem was ihnen zur Verfügung stand auf die völlig überrumpelte Banshee. Gleichzeitig kam Sahenia blau leuchtend hinter ihrer Deckung hervor.
    “Nia..... schnell, eine Singularität...“ schrie Mira, als sich die Banshee wieder zu erholen drohte.
    Die biotische Energie strömte in Sahenia’s Hände, während sie diese zu einem Kreis formte, wodurch sich ihre ganze Biotik sammelte und in Bruchteilen von Sekunden sich eine wabernde Kugel bildete und sie diese der langsam auf die Beine kommende Banshee entgegen schleuderte. Randalla‘s Truppe wich weiterhin feuernd zurück, als sich die ganze biotische Energie entladete, der Raum in ein leuchtendes blau getaucht wurde, in dessen Mitte eine Art Loch waberte und die Banshee von den Beinen gerissen wurde. Schreiend wurde die ausgemergelte Gestalt wild umher geschleudert, unfähig sich daraus zu befreien.
    “Feeeeuuuuuuer!“ schrie die Kroganerin und alle schossen was ihre Waffen her gaben.
    Ein letzter Schrei und dann implodierte die Banshee....

    Auf einen Schlag war es ganz still und die Gruppe ließ erschöpft ihre Waffen sinken.
    Sahenia rutschte erschöpft an der Wand herunter und blieb sitzen, während Neth, Yelyna und Luna langsam aus ihrer Deckung hervor kamen.
    “Irgendjemand verletzt?“ erkundigte sich Mira.

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    Alessio Ascaiath | Neapel, Caffe

    Alessio hielt sich bedeckt, weil er kochte. Innerlich brodelte er so hell wie der Vesuv zu seinen besten Zeiten. Vermutlich auf ähnliche, wenngleich nicht exakte Weise wie sein Bruder, aber er war genervt, erzürnt, nahezu hasserfüllt – und gleichzeitig konnte er nichts davon sein. Es glich einer Unmöglichkeit ein derartig feuriges Temperament einzudämmen und unter Kontrolle zu halten, nicht direkt auszurasten und den jungen D’Alessandro mitsamt Sanna an ihren nicht vorhandenen Kragen über den Tisch zu ziehen und ihnen den Schädel mit der Kaffeetasse einzuschlagen. Aber es gelang ihm – es gelang ihm sogar weiterhin seine Maske in Form von freundlichem Lächeln aufrecht zu erhalten, während er seinen Kopf am Rand der Lehne auf der Hand stützte und er seine Nägel an den Lippen spürte. Er nahm die Rolle des Beobachters ein. Er wusste, dass Gaius, Luca, nicht gut darauf reagierte, wenn man seine Familie mit in Verhandlungsmaschen zog und sie gegen ihn einzusetzen versuchte. Und noch weniger würden sowohl die Sannas als auch die D’Alessandros eine Ahnung davon haben, in welch prekäre Situation sie sich hier manövriert hatten. Sie hatten nicht nur sich selbst sondern auch ihre eigenen Familien zu einem willigen Spielball dieser Versammlung gemacht:
    Alessio hatte so lange gewartet wie es nötig gewesen war. Hatte zugehört, sich alles angehört und war sich im Klaren darüber, dass die Beiden Männer hier gerade öffentlich die Ehre seines Bruders und die gesamte Ehre der Familie Ascaiath in den Dreck zu ziehen versuchten. Sie wollten ihn nicht ernst nehmen, wurden aufmüpfig und präsentierten einem ohnehin schon alternden Mann, der nichts mehr liebt als seine Kinder und seine Familie, obendrein noch eine solche Akte, die Gaius‘ Leid und den Verlust seines eigen Fleisch und Blutes demonstrierte. Ohne Scham verteilte der naive Neapolitaner Forschungsergebnisse wie Cantuccini und ließ die Männer auf Bilder und Aufzeichnungen blicken und in intimste Momente und Emotionen die mit Ausschlägen in Positive und Negative Richtungen verbunden waren, einsehen, die sie schlicht nichts angingen. Jeder normal sterbliche, der keine Drohung provozieren wollte, hätte einzelne Daten gefiltert herausgezogen und präsentiert. Aber nicht Ennio. Oh nein..

    Alessios Blick streifte durch den Raum und fand sich an einem der Security wieder, die unauffällig für Sicherheit sorgten und damit auch direkt subtil auf die Autorität der prominenten Gäste im Raum hinwiesen. Und es war nur ein Blick. Ein kurzer, aber direkter Blick in die Augen des in Richtung Eingang stehenden Mannes, der, nach einigen Sekunden, seinen Blick aufnahm und noch weitere zwei Sekunden wartete, bis er sich langsam umdrehte, wenige Schritte in Richtung Ausgang nahm, er den Finger an sein Ohr setzte und etwas an jemanden weitergab, der sich nicht im Raum befand. Dann, unauffällig, stellte er sich wieder an den selben Ort, an welchem er schon zuvor wachsam gestanden hatte, zurück. Alessio sagte nichts zu ihm und tat auch sonst nichts, was etwas in diese Richtung hin assoziiert hätte. Aber dass er seinem Bruder nun die Hand auf die Schulter legte, ruhig aber bestimmt, war wiederum das Zeichen für Gaius, dass in die Wege geleitet wurde, was sie schon vorab abgesprochen hatten. Nach außen hin war es nur der Versuch, den älteren Don zu beruhigen und ihm zu versichern, dass er ihm beistand.

    „Cosa pensi di fare? Was glaubt ihr, was ihr da tut?, fragte der jüngere Ascaiath mit einem scheinbar freundlichen Gesichtsausdruck und einer anklagend und ausschweifend gestikulierenden, freien Hand. „Quest' uomo lavora da anni con i vostri padri per portare la pace. E siamo stati tutti bene con esso. Noi tutti meritano più che abbastanza. Avere abbastanza aree di Napoli, Italia e il mondo per rendere i nostri nipoti ancora più ricchi. E così Dieser Mann hat mit euren Vätern zusammen jahrelang für Frieden gesorgt. Und es ging uns allen gut damit. Wir alle haben mehr als genug verdient. Haben genug Gebiete Neapels, von Restitalien und der Welt um unsere Urenkel damit noch reich zu machen. Und SO, er deutete die Akte an, „Ecco come mi ringrazio? Con immagini nude di mia nipote e sua figlia che la mostrano qui intorno come foto di serie A? Informazioni che non ti appartengono? E solo derubato senza cercare la conversazione? Sono deluso in te, Ennio. Si agisce come un ragazzo ingenuo che getta via l' eredità di suo padre per un po' di potere. Stai rompendo il cuore. So dankt ihr es? Mit Nacktbildern meiner Nichte und seiner Tochter* die ihr hier herumzeigt wie Serie A Bildchen? Informationen, die euch nicht gehören? Und einfach nur überfallen, ohne vorher das Gespräch zu suchen? Ich bin enttäuscht von dir, Ennio. Du verhältst dich wie ein naiver Junge der das Erbe seines Vaters für ein bisschen Machtgefühl einfach so hinwirft. Du brichst mir das Herz.


    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    * Natürlich keine Nacktbilder für gewisse Zwecke. Sondern eigentlich fur medizinische Zwecke um Gewicht/Wachstum/etc zu dokumentieren.


    Alessio reagiert ganz in Gaius Sinne und gab dem alten Mann die Chance, sich in seine Gedanken zurückzuziehen. Er legte die Fingerkuppen aneinander und dachte nach. Die beiden Familien hatte er bereits zu seinen neuen Feinden gezählt – und damit standen sie auf einer sehr kurzen Liste mit einer noch kürzeren Halbwertszeit. Adriano Sanna war dumm genug auf das fadenscheinige Angebot des D’Alessandro einzugehen und über Gebietsabtretungen zu verhandeln. Dieser kleine Idiot, dachte sich Gaius, wird noch früh genug erfahren, dass er mit den falschen Leuten pokerte. Aber das sollte dann kaum mehr sein Problem sein. Nun, da er die Familien Sanna und D’Alessandro offiziell zu seinen Gegnern zählte, plante er deren Vernichtung. Und Gebietsabtretungen könnten dann gegebenenfalls ein Vorteil sein. Gaius machte eine beschwichtigende Geste gen Alessio. „Nun, meine Herren, ich nehme an dann ist alles geklärt, oder?“
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  12. #12
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    „Tja, im Gegensatz zu Ihnen habe ich den Großteil meines Besitzes und meiner Zukunft noch immer bei mir.“ Charis lachte voller Ironie. „Mein Schiff ist weg, meine Habe hat sich nicht wirklich verringert, ich habe gerade einen Absturz und einen lebensfeindlichen Planeten überlebt – ich glaube mittlerweile, ich kriege alles hin.“ Sie zwinkerte und zog ihren Handschmeichler aus der Tasche um damit zu spielen. Der Flug würde lang werden und irgendwie musste sie sich beschäftigen. „Aber Sie haben Recht, ich werde wohl wieder arbeiten. Und tatsächlich ist Illium da der beste Platz für mich. Ich kenne dort Leute, die meine Talente zu schätzen wissen. Reizende Vereinigung – Asaris only.“ Sie wendete den Stein in ihrer Hand, strich über die glatte, warme Oberfläche. „Sie nennen sich die Ecplise-Schwestern. Von der Söldnertruppe haben Sie vielleicht schon gehört. Diese Splittergruppe ist ziemlich… seriös. Ich hatte schon in der Vergangenheit mit ihnen zu tun. Mein Rat: Legen Sie sich nicht mit denen an. Aber deren ‚Dienstleistungen‘ könnten für Sie durchaus interessant sein.“ Charis betrachtete ihre Nägel. „Wenn ich den Kontakt herstellen soll, geben Sie mir Bescheid… und Geld.“ Die Asari wusste, dass sie den Mund gerade ziemlich voll nahm aber schon früher hatte sie positive Erfahrungen auf Illium gesammelt und sie konnte sich kaum vorstellen, dass die Schwesternschaft mittlerweile nicht mehr an ihren Qualitäten interessiert sein könnte.
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  13. #13
    La fionda dei cereali  Luceija's Avatar
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    Vigilio war seit zwei Stunden schon wieder wach. Die erste halbe Stunde hatte er damit verbracht seine neben ihm eingeschlafene Schwester zu beobachten, wie sie erschöpft von den Ereignissen auf Leifs Matratze ihren wohlverdienten Schlaf gefunden hatte. Er hatte dem sanften Heben und Senken ihres Körpers zugesehen, als sei es der beruhigende Teil einer Lavalampe und fühlte sich gut beim Gedanken daran zu wissen, dass sie hier zumindest temporäre Ruhe und Sicherheit hatten. Er genoss den Moment des fehlenden Stresses und der fehlenden Geräusche in seinem Hinterkopf und wartete, bis der simulierte Sonnenaufgang C-Darwins in die Mannshohen Fenster drang und Wunden im Gesicht der Jüngeren darstellten als seien sie Zeugnis einer Heldentat. Mit dem Daumen versuchte er abzuschätzen wie tiefgehend die Verletzung an ihrem Nasenrücken reichte und musste dazu Haarsträhnen hinter ihr Ohr verbannen. ‚Tief genug um es nicht sich selbst überlassen zu können‘, war er sich in seiner laienhaften Analyse sicher genug und verbrachte dann die zweite halbe Stunde damit, sich aus dem ausladend großen Bett, welches eigentlich dem schwedischen Mediziner bereitgestellt war, herauszuschälen, sich ein zweites Mal in diesen Räumlichkeiten ins Badezimmer zu begeben und sich zu Duschen und Frisch zu machen. Erst als der Anzug wieder saß und so gut wie nichts von dem sprach, was gestern geschehen war – außer vielleicht seinem pulsierenden Kopfschmerz in den Schläfen – verwendete er eine weitere halbe Stunde damit, zurück ins Erdgeschoss zu laufen nur um die Praxen noch geschlossen vorzufinden und dann im Gemeinschaftsraum der zuvor verlassenen Wohnung fündig zu werden: MediGel. Er entnahm das in die Wandhalterung eingelassene Paket und trug es zum Bett, wo er nur geringe Mengen auf seinem Zeigefinger verrieb und diese schließlich behutsam auf die malträtierten Stellen am und um den Nasenrücken Luceijas auftrug.

    Diese reagierte erst mit der Berührung wieder. Die ganze Zeit über, noch viel früher als Vigilio selbst, war sie in einen tiefen Schlaf gefallen und erholte sich willig von den auslaugenden Strapazen der anstrengenden, vergangenen Tage. Diese ließen die Halbitalienerin nicht einfach an sich vorbeiziehen und das machte jede Bewegung deutlich, die sie während ihres Aufwachens tat. Luci stöhnte erschlagen und zeigte sich zunächst noch unwillig die Augen zu öffnen. Ihre rechte Gesichtshälfte hatte sich in tief in Leifs Kissen versenkt. Es roch nach ihm. Reflexartig nahm sie einen tiefen Atemzug und noch während sie die Nase dafür auch nur minimalst mitbewegte, stach ihr der Schmerz wie ein Dolch ins Fleisch. Und mit einem Mal schien auch alles andere zu erwachen, was zuvor zu gut betäubt gewesen war – sei es durch Adrenalin oder Drogen: Ihr Gesicht brannte, zog und riss, der Nasenrücken pulsierte im selben Takt wie ihre Schläfen, ihr Hals war trocken und fühlte sich an, als habe sie Stacheldraht geschluckt und der gesamte, restliche Körper brannte als sei er bedeckt von tiefen, lavabesetzten Furchen. Irgendetwas an ihrer Hüfte spielte nichtmehr mit, was sie erst dann realisierte, als sie sich von ihrer Rückenlage nach Rechts in die Bauchlage rollte. „Scheiße..“, knurrte sie wehleidig und ertrug die penetranten Gliederschmerzen nur halb so tapfer wie es bislang den Anschein gemacht hatte. Instinktiv, die Augen noch nicht geöffnet sondern nun auch noch der Helligkeit wegen zusammengekniffen, griff ihre rechte Hand blind über den Rand des Bettes hinweg, in Erwartung einer bereitstehenden Flasche, idealerweise betäubender Whiskey, Wein oder Marsala, die sie aber nicht fand. Ebenso wenig, wie die normalerweise leicht zu erreichenden Pillen, die das schnelle, omeganische Frühstück abrundeten. „Verdammte…scheiße..“, fluchte sie weiter und erntete ein nahezu vergnügliches Schmunzeln ihres neben ihr auf dem Bett sitzenden Bruders. Sie wirkte frustriert, lies die ziellose Hand hängen und versenkte ihr mit MediGel benetztes Gesicht wieder halb im wohlriechenden Kissen. Zögerlich öffnete sich ein Auge und ihr wurde schmerzlich bewusst, dass sie auf C-Darwin war. Proteus. In Leifs Zimmer. Alles, was in den letzten, vielen Stunden geschehen war, kroch langsam zurück in ihre Erinnerung und komplettierte das Puzzle. „Ah…stimmt..“, schlussfolgerte die Wortkarg als sie sich unter Stöhnen zurück auf den Rücken drehte und von unten in die Augen Vigilios hinaufblickte.
    „Ich hatte fast gedacht du hättest jetzt die Nase voll von Marsala..“, spöttelte der ältere Ascaiath und hielt eine bis auf ein lächerliches Viertel geleerte Flasche einhändig in ihr Blickfeld und ergänzte das wissende Grinsen des Schwarzhaarigen. „Dann kennst du mich wirklich schlecht.“
    Vigilio reagierte nicht sofort auf ihre Aussage, sondern entzog die Flasche viel eher der Reichweite der Jüngeren und stand auf. „Unwahrscheinlich.“, wehrte er ab und wusste genau wovon der sprach. Er ging einmal um das Bett herum, zu Luceijas Seite, und machte Anstalten ihr auf zu helfen. Während er sie einhändig in eine Sitzposition verfrachtete, wusste sie kaum auf welche Schmerzreize sie zuerst reagieren sollte und äußerte sie schließlich nur in stärkerem Atmen und dem erschöpften drücken ihres Hinterkopfes gegen das Bettende. Sie seufzte. Und grinste dann auf selbige dreckige Weise zurück wie Vigilio es tat. Behutsam fand seine Hand ihren Kiefer, den er leicht anhob und damit Blickkontakt herstellte. Es war eine beruhigende Geste, wie er ihren Kieferknochen mit dem Daumen berührte. „Geh dich duschen und zieh dich an. Wir treffen uns noch mit Donal und versuchen hier ein halbwegs brauchbares Frühstück aufzutreiben.“ „Wann hast du vor zu gehen?“, war die ruhige Frage, die aus diesem Blickkontakt heraus entstand. Davon, dass sie mit ihm gehen würde, war bislang nicht die Rede gewesen und würde sie sicherlich noch überraschen. Seine Antwort verzögerte sich weiterhin. Er nahm die Hand zurück und sammelte seine Utensilien zusammen, die er in der Nacht auf Leifs Schreibtisch gelegt hatte. „Vermutlich gegen Mittag wird das Shuttle hier sein.“

    Glücklicherweise war es weniger schwer aus dem Bett zu kommen als erwartet. Ihr Körper reagierte zwar mit unschönen Schmerzimpulsen, aber auf eine verschrobene Art und Weise schien ihr das letztlich nur halb so viel auszumachen. Und spätestens, als sie sich in das gemeinsam genutzte Badezimmer vorankämpfte und hier auch ein weiteres Mal kein seltsamer Mitbewohner auf sie wartete mit dem sie sich nun hätte auseinandersetzen müssen, wusch das heiße Wasser der Dusche viele der Blessuren soweit aus, dass sie eindeutige Entspannung fand. Das MediGel kam ebenfalls zum Einsatz und verrieb sie nach der Dusche auf den wichtigsten Stellen und Bereichen der Haut, dessen Verletzungen sie zuvor garnicht so wahrgenommen hatte. Kleinere Kratzer versiegelten sich sofort, andere kühlten wenigstens und auch Muskelschmerzen linderten sich rasch. Was noch effektiver gewesen wäre war zweifelsohne etwas von ihrem Stoff. Sie musste sich nur rückerinnern, wo sie diesen gebunkert hatte.. .

    Noch etwas lädiert aber zumindest halbwegs frisch und neu bekleidet trat sie schließlich ins Zimmer zu Gil zurück und strich sich die noch leicht feuchten, langen Haare einseitig mit der Hand über den Kopf nach Hinten. Zittrige Hände. Das leichte Schmerzmittel vom Vortag war nichts, was sie lange auf der sicheren Seite hielt. Und da sie, entgegen Leifs Wunsch, kein Interesse an einem kalten Entzug auf Proteus zeigte, würde sie schauen müssen, woher sie sich noch etwas besorgen konnte.

    „Fertig?“, fragte er, wie gewohnt auf Italienisch, öffnete die Schiebetür am Panel, dass in ein beruhigendes Grün umschlug, und deutete nach draußen. Luci ging voran nach unten, in Richtung der Kantine im Darwin-Tower, und konnte kaum an etwas anderes denken als die Frage, wo sie noch Tabletten, Spritzen oder Pulver hatte. Eszra kam ihr kurz in den Sinn, ihr Geist benebelte sich zunehmends mit Gedanken an Rauschzuständen die Bilder überdecken würden die sich in ihrem Geist breitgemacht hatten – von Tod, einem sterbenden Leif, Operationen, Schocks.
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  14. #14
    La fionda dei cereali  Luceija's Avatar
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    Wirklich viele verschiedene Optionen taten sich für die Sizilianerin wirklich nicht auf. Sie war abhängig. Daran führte kein Weg vorbei. Man musste es auch nicht beschönigen. Drumherum reden. Es war eine Tatsache. Um bei Verstand zu bleiben, um die zittrigen Finger zu verbergen und andere Zusätze wie Gliederschmerzen, Kalten Schweiß und dutzende weitere Nebenwirkungen eines Entzugs zu vermeiden, musste sie sich neuen beschaffen und in regelmäßigen Abständen zuführen. Egal ob es ein Versprechen gab, eine Beziehung oder Menschen, die sie davon abhalten wollten. Und auch gleich, ob derjenige es einfach nur gut mit ihr meinte. Die Zustände regierten sie seit ihrer Kindheit und trieben sie zu mal mehr und mal weniger fremdgesteuerten und mehr oder weniger legalen Aktionen. Diese hier war vermutlich eine der weniger legalen.

    Eben noch lief sie neben ihrem Bruder her, der den strikten Weg quer über die Anlage C-Darwins bestritt und die Kantine anpeilte, die bereits hell erleuchtet auf Hochbetrieb Essen für Angestellte und Patienten zubereitete. Ruhig aber mit einem deutlichen Hintergedanken war sie zumindest den halben Weg gefolgt aber geistig, trotz Anlass, diverse andere Dinge nochmals Revue passieren zu lassen, gedanklich ganz bei dem was eigentlich am unwichtigsten für sie sein sollte: Die Suche nach dem nächsten Schuss. Sie kalkulierte: Waren Pillen nun das was sie wollte? Was sie brauchte? Die, die sie bei sich hatte brauchten ziemlich lange bis sie wirkten und enthielten auch nicht die Wirkstoffe, die ihren Körper gerade wieder erdeten. Pulver hatte sie von Eszra erhalten, aber der schnelle Flash von Rotem Sand klang so schnell ab wie er gekommen war und würde sie nicht lange genug ruhigstellen. Was wirklich in Frage kommen sollte war etwas, was sie entweder aufkochen konnte oder bereits im flüssigen Zustand vorfand. In einer Spritze. Etwas, was sie sich zwischen die Zehen oder ins Zahnfleisch pumpen konnte, etwas, was sie auf Dauer versorgte ohne wieder zu schnell dem nächsten Schub gegenüber zu stehen. Ihr Blick wanderte über die Gebäude zu ihrer Rechten: Leifs Arbeitsbereiche waren für sie weitgehend nutzlos. Schon einmal hatte sie versucht dort einzusteigen als er sie naiverweise im Gebäude zurückgelassen hatte. Dummerweise war jeder einzelne Schrank gesichert und die Türcodes unterschieden sich massivst vom Passwort, dass ihm Zugriff auf Patientenakten und co erlaubte. Eszra selbst hatte, wie sie schon zuvor, komplett ausgeklammert. Er brauchte Vorlaufzeit um zu bestellen was sie wollte. Wirklich eine Wahl blieb ihr nicht. Außer...

    "Si va avanti. Devo fare di più. Mi incontra lì. Geh schonmal vor. Ich muss noch was holen. Treffe euch dort.", wimmelte Luceija ihren Bruder ab. Er blickte ihr zwar kurz nach und wägte die Schrittrichtung ab, setzte letztlich aber seinen Weg fort.

    Im nächsten Moment stand sie vor einem anderen Gebäude, vor dem sie sich umsah, als beginge sie ein Verbrechen, nur vorne daran zu klopfen und die 'Klingel' zu drücken, die als einzige Kommunikation diente, wo es heute keine Sprechzeiten gab und nur noch Notfälle abgearbeitet wurden..
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  15. #15
    #17  Forenperser's Avatar
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    So langsam nahm das Ganze hier nahezu bizarre Züge an. Es war hier ums Geschäft gegangen, die beiden Ascaiath's hatten es zu einer persönlichen Sache gemacht und nun wollten sie ihn und Ennio D'Alessandro als diejenigen darstellen, welche irgendwelche Geschäftsethiken brachen? "Fangen wir noch einmal von vorne an, meine Herren. Ich werde - " Biep. Biep. Biep. Irritiert sah Adriano auf den Bildschirm seines Kommunikators und stöhnte die Augen verdrehend auf. Konnte der Tag noch besser werden? Erst saß er mit diesen sturen Fossilien an einem Tisch, musste sich ihre Beleidigungen und Drohungen gefallen lassen und nun rief auch noch die eine Person an, deren Gesellschaft er wohl noch weniger schätzte als diese hier. Mit einer entschuldigenden Handgeste nahm er den Anruf entgegen. "Onkel Leo, was gibt es? Du hast dir gerade einen sehr ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht. Ich - wie bitte?" Er stockte. ".....wann?.....verdammt, wieso ruft ihr nicht sofort an?.....Okay, ich verstehe. Casa di Cura?....Ja, ja. Nein, ich komme sofort!.....Ist mir völlig egal! Sag ihnen ich bin unterwegs." Adriano beendete die Übertragung und knallte mit der linken Hand laut auf die Tischfläche. "Scusami signori, aber ich muss gehen. Sofort." Er schob die Bücher, die er mitgebracht hatte, in die Mitte des Tisches. "Ich weiß nicht ob ich wiederkommen kann....falls nicht, sehen sie die Akten ruhig durch. Vielleicht kommen wir ja doch noch zur einer Einigung." Hastig stand er auf und richtete seine Kleidung. "Addio." Nicht auf die Reaktionen seiner Gesprächspartner wartend rannte der junge Mann sofort los.
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  16. #16
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    Quote Originally Posted by Luceija View Post
    Wirklich viele verschiedene Optionen taten sich für die Sizilianerin wirklich nicht auf. Sie war abhängig. Daran führte kein Weg vorbei. Man musste es auch nicht beschönigen. Drumherum reden. Es war eine Tatsache. Um bei Verstand zu bleiben, um die zittrigen Finger zu verbergen und andere Zusätze wie Gliederschmerzen, Kalten Schweiß und dutzende weitere Nebenwirkungen eines Entzugs zu vermeiden, musste sie sich neuen beschaffen und in regelmäßigen Abständen zuführen. Egal ob es ein Versprechen gab, eine Beziehung oder Menschen, die sie davon abhalten wollten. Und auch gleich, ob derjenige es einfach nur gut mit ihr meinte. Die Zustände regierten sie seit ihrer Kindheit und trieben sie zu mal mehr und mal weniger fremdgesteuerten und mehr oder weniger legalen Aktionen. Diese hier war vermutlich eine der weniger legalen.

    Eben noch lief sie neben ihrem Bruder her, der den strikten Weg quer über die Anlage C-Darwins bestritt und die Kantine anpeilte, die bereits hell erleuchtet auf Hochbetrieb Essen für Angestellte und Patienten zubereitete. Ruhig aber mit einem deutlichen Hintergedanken war sie zumindest den halben Weg gefolgt aber geistig, trotz Anlass, diverse andere Dinge nochmals Revue passieren zu lassen, gedanklich ganz bei dem was eigentlich am unwichtigsten für sie sein sollte: Die Suche nach dem nächsten Schuss. Sie kalkulierte: Waren Pillen nun das was sie wollte? Was sie brauchte? Die, die sie bei sich hatte brauchten ziemlich lange bis sie wirkten und enthielten auch nicht die Wirkstoffe, die ihren Körper gerade wieder erdeten. Pulver hatte sie von Eszra erhalten, aber der schnelle Flash von Rotem Sand klang so schnell ab wie er gekommen war und würde sie nicht lange genug ruhigstellen. Was wirklich in Frage kommen sollte war etwas, was sie entweder aufkochen konnte oder bereits im flüssigen Zustand vorfand. In einer Spritze. Etwas, was sie sich zwischen die Zehen oder ins Zahnfleisch pumpen konnte, etwas, was sie auf Dauer versorgte ohne wieder zu schnell dem nächsten Schub gegenüber zu stehen. Ihr Blick wanderte über die Gebäude zu ihrer Rechten: Leifs Arbeitsbereiche waren für sie weitgehend nutzlos. Schon einmal hatte sie versucht dort einzusteigen als er sie naiverweise im Gebäude zurückgelassen hatte. Dummerweise war jeder einzelne Schrank gesichert und die Türcodes unterschieden sich massivst vom Passwort, dass ihm Zugriff auf Patientenakten und co erlaubte. Eszra selbst hatte, wie sie schon zuvor, komplett ausgeklammert. Er brauchte Vorlaufzeit um zu bestellen was sie wollte. Wirklich eine Wahl blieb ihr nicht. Außer...

    "Si va avanti. Devo fare di più. Mi incontra lì. Geh schonmal vor. Ich muss noch was holen. Treffe euch dort.", wimmelte Luceija ihren Bruder ab. Er blickte ihr zwar kurz nach und wägte die Schrittrichtung ab, setzte letztlich aber seinen Weg fort.

    Im nächsten Moment stand sie vor einem anderen Gebäude, vor dem sie sich umsah, als beginge sie ein Verbrechen, nur vorne daran zu klopfen und die 'Klingel' zu drücken, die als einzige Kommunikation diente, wo es heute keine Sprechzeiten gab und nur noch Notfälle abgearbeitet wurden..


    Es dauerte einen Augenblick länger als üblich, bis sich auf das Klingeln hin etwas tat, doch dann aktivierte sich am Türschalter eine Projektion des leitenden Arztes dieser Praxisräume. Etwas ermüdet und nur teilweise bei der Sache lehnte sich Julians Gesicht in Richtung der Kamera und brummte in halber Aufmerksamkeit: "Tut mir Leid, die Sprechzeiten für heute sind schon vorüber, aber Sie kö-"
    Er stockte, als er auf seiner Seite der Türkamera Luceija erkannte, wechselte dann wie auf Knopfdruck den Tonfall in einen wesentlich wacheren Gemütszustand und begann erneut: "Aah, Luci, du bist es. Augenblick!"
    Die Projektion seines bärtigen Gesichts verschwand und wenige Momente später glitt die Schiebetür der Praxis auf. Er winkte Luceija hinein, zunächst wortlos, streckte seinen Kopf anschließend kurz aus der Tür und schaute sich zu beiden Seiten des Weges um, ob jemand den außerordentlichen Besuch beobachtete, ehe er die Schleuse wieder schloss. Erst jetzt begutachtete er Luceija lächelnd und behielt seine höfliche Freundlichkeit sogar aufrecht, als er die vielen Blessuren an den unbedeckten Stellen ihrer Haut und auf ihrem Gesicht erkannte.
    "Schön dich zu sehen! Echt beschissen siehst du heute aus", stellte er mit einem freundlichen Lächeln fest, als hätte er das genaue Gegenteil gesagt und griff sie dann sacht an der Schulter, um mit ihr zur Behandlungsliege zu gehen. Er selbst sah hinter seiner üblichen Quirligkeit nicht sehr gut aus, wenn man ehrlich war, und das wenig schmeichelhafte, weiße Krankenzimmerlicht enthüllte dies erschreckend direkt: Die Tränensäcke machten sich gelblich unter seinen Augen bemerkbar, das Haar war zerzaust von den ständigen, nachdenklichen Raufereien darin und überhaupt wirkte Julian blasser als sonst.
    "Entschuldige, dass ich dich nicht direkt reingelassen habe", fuhr er fort, als er Luci mit Gesten andeutete, sich auf den Rand der Liege zu setzen. Routiniert desinfizierte er sich unterdessen die Hände, ohne überhaupt zu wissen, ob sie seine Patientin sein sollte.
    "Seit hier der Frachter runterging und das Geballer losbrach, hab ich kaum ein Auge zugetan... Was machst du überhaupt bei mir? Du bist doch im Moment gar kein Neurologiepatient mehr. Und deine Verletzungen hat sich ja offenbar auch schon jemand angesehen", brummte er die letzten Worte eher als er sie sprach und wischte dabei den restlichen Film Medigel mit dem kleinen Finger von Luceijas Nasenbein und verrieb dieses analysierend auf dem Daumen.
    Irgendetwas war seltsam an ihm, das würde Luceija wohl aus der Nähe auffallen. Seltsamer noch als er ohnehin schon war. Sein Blickkontakt war nie besonders lang; die Augen rasten viel mehr durch die Gegend und seine subtil zitternden Glieder untermauerten den nervösen Eindruck. Er schlug außerdem nach einer Fliege, die ihm offenbar um den Hals schwirrte, doch wurde auf den zweiten Blick klar, dass hier weit und breit kein Ungeziefer herumflog, sondern Julian sich dieses offenbar einbildete. Die Praxisräume der Anlage machten mit kurzwelligen Laserimpulsen automatisch allen Fluginsekten den Garaus. Dennoch klatschte er sich selbst auf den Nacken, blickte enttäuscht auf eine leere Handfläche und fluchte dann flüsternd "Mistviecher".
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  17. #17
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    Es dauerte einen Augenblick länger als üblich, bis sich auf das Klingeln hin etwas tat, doch dann aktivierte sich am Türschalter eine Projektion des leitenden Arztes dieser Praxisräume. Etwas ermüdet und nur teilweise bei der Sache lehnte sich Julians Gesicht in Richtung der Kamera und brummte in halber Aufmerksamkeit: "Tut mir Leid, die Sprechzeiten für heute sind schon vorüber, aber Sie kö-"
    Er stockte, als er auf seiner Seite der Türkamera Luceija erkannte, wechselte dann wie auf Knopfdruck den Tonfall in einen wesentlich wacheren Gemütszustand und begann erneut: "Aah, Luci, du bist es. Augenblick!"
    Die Projektion seines bärtigen Gesichts verschwand und wenige Momente später glitt die Schiebetür der Praxis auf. Er winkte Luceija hinein, zunächst wortlos, streckte seinen Kopf anschließend kurz aus der Tür und schaute sich zu beiden Seiten des Weges um, ob jemand den außerordentlichen Besuch beobachtete, ehe er die Schleuse wieder schloss. Erst jetzt begutachtete er Luceija lächelnd und behielt seine höfliche Freundlichkeit sogar aufrecht, als er die vielen Blessuren an den unbedeckten Stellen ihrer Haut und auf ihrem Gesicht erkannte.
    "Schön dich zu sehen! Echt beschissen siehst du heute aus", stellte er mit einem freundlichen Lächeln fest, als hätte er das genaue Gegenteil gesagt und griff sie dann sacht an der Schulter, um mit ihr zur Behandlungsliege zu gehen. Er selbst sah hinter seiner üblichen Quirligkeit nicht sehr gut aus, wenn man ehrlich war, und das wenig schmeichelhafte, weiße Krankenzimmerlicht enthüllte dies erschreckend direkt: Die Tränensäcke machten sich gelblich unter seinen Augen bemerkbar, das Haar war zerzaust von den ständigen, nachdenklichen Raufereien darin und überhaupt wirkte Julian blasser als sonst.
    "Entschuldige, dass ich dich nicht direkt reingelassen habe", fuhr er fort, als er Luci mit Gesten andeutete, sich auf den Rand der Liege zu setzen. Routiniert desinfizierte er sich unterdessen die Hände, ohne überhaupt zu wissen, ob sie seine Patientin sein sollte.
    "Seit hier der Frachter runterging und das Geballer losbrach, hab ich kaum ein Auge zugetan... Was machst du überhaupt bei mir? Du bist doch im Moment gar kein Neurologiepatient mehr. Und deine Verletzungen hat sich ja offenbar auch schon jemand angesehen", brummte er die letzten Worte eher als er sie sprach und wischte dabei den restlichen Film Medigel mit dem kleinen Finger von Luceijas Nasenbein und verrieb dieses analysierend auf dem Daumen.
    Irgendetwas war seltsam an ihm, das würde Luceija wohl aus der Nähe auffallen. Seltsamer noch als er ohnehin schon war. Sein Blickkontakt war nie besonders lang; die Augen rasten viel mehr durch die Gegend und seine subtil zitternden Glieder untermauerten den nervösen Eindruck. Er schlug außerdem nach einer Fliege, die ihm offenbar um den Hals schwirrte, doch wurde auf den zweiten Blick klar, dass hier weit und breit kein Ungeziefer herumflog, sondern Julian sich dieses offenbar einbildete. Die Praxisräume der Anlage machten mit kurzwelligen Laserimpulsen automatisch allen Fluginsekten den Garaus. Dennoch klatschte er sich selbst auf den Nacken, blickte enttäuscht auf eine leere Handfläche und fluchte dann flüsternd "Mistviecher".



    Wie scheiße man wirklich aussah, und dafür musste man nach dem Angriff auf die Anlage wahrscheinlich ohnehin neue Messwerte erfinden, erfuhr man wahrscheinlich wirklich nur dann wirklich ehrlich, wenn diese Einschätzungen von jemandem kamen, der selbst in einem kaum besseren, sichtbaren Zustand war wie man selbst. Alles an Julian schrie nach Verwahrlosung und Schlafentzug und Luceija war sich nicht sicher, ob er sich einfach die letzten, stressigen Tage über massivst verausgabt und null geschlafen hatte, oder ob er es sich zwischenzeitlich isoliert in einem Erdloch gemütlich gemacht hatte, aus dem er erst vor wenigen Sekunden, pünktlich zum Klingeln, hervor gekrochen kommen war. Was auch immer der Grund für seinen...'Zustand' war lies sie offen stehen. Spätestens als sich der, eigentlich doch ziemlich talentierte (immerhin hatte er ihr das Leben gerettet) Mediziner versuchte eine Fliege auf dem Nacken zu zerklatschen die effektiv einfach nicht hier war, war sie sich sicher, dass sie besser fahren würde, wenn sie sein Verhalten als absolute Normalität abtat. Immerhin wollte sie keine fachmännische Untersuchung oder seinen verdammten Rat - sie wollte eine schnelle Lösung ihres offensichtlichsten Problems.

    "Mein Bruder.", erwähnte sie eher beiläufig im Ansatz eines nutzlosen Smalltalks und guter Miene zum Bösen Spiel, als er das MediGel zwischen seinen Fingern zerrieb.

    Im Gegensatz zu Ward war sie wahrscheinlich etwas geübter darin, erste Symptome beginnenden Entzugs zu verdecken, aber aufkeimendes, unruhiges Verhalten oder, in ihrem aktuellsten Fall, der Beginn zitternder Finger und ein Teil ihres demolierten Anblicks, war sie nicht in der Lage einfach auszuradieren. "Ich weiß dass ich kein Neurologiepatient mehr bin.", bestätigte sie und versuchte mit der Wiederholung seines Satzes langsam abzutasten, ob er - oder zumindest in wieweit - er geistig bei ihr war. "Aber nach der Frachtersache gibt es kaum noch behandelnde Ärzte die einem Opiate verschreiben um die Schmerzen loszuwerden."
    Sie versuchte klug zu spielen und stützte sich, um das Zittern zu verdecken und ihre Hände abzulenken, mit diesen minimalst nach hinten auf die Liege. "Ich muss die letzte Dosis im Chaos wohl verloren haben."

    Luci war sich nicht direkt sicher gewesen ob sie die Lüge mit viel Kreativität schmücken oder eher subtil angehen sollte. In Julians Fall entschied sie sich aber spontan für die letztere Variante, die eher einer Scheinkonversation glich die man führte, um eventuelle Audiomitschnitte zu manipulieren. Natürlich konnte alles genauso gut nach hinten losgehen. Aber sie versuchte sich zumindest in einem begleitenden, wenn auch erschlagenen, dunklen Lächeln, dass in Symbiose mit einer leicht andeutend erhobenen Augenbraue die Sache vielleicht verdeutlichte.
    "Ich bin sicher du kannst mir helfen.", setzte sie auf Italienisch nach.
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    Luceija is offline

  18. #18
    Ritter Tjordas's Avatar
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    Wie scheiße man wirklich aussah, und dafür musste man nach dem Angriff auf die Anlage wahrscheinlich ohnehin neue Messwerte erfinden, erfuhr man wahrscheinlich wirklich nur dann wirklich ehrlich, wenn diese Einschätzungen von jemandem kamen, der selbst in einem kaum besseren, sichtbaren Zustand war wie man selbst. Alles an Julian schrie nach Verwahrlosung und Schlafentzug und Luceija war sich nicht sicher, ob er sich einfach die letzten, stressigen Tage über massivst verausgabt und null geschlafen hatte, oder ob er es sich zwischenzeitlich isoliert in einem Erdloch gemütlich gemacht hatte, aus dem er erst vor wenigen Sekunden, pünktlich zum Klingeln, hervor gekrochen kommen war. Was auch immer der Grund für seinen...'Zustand' war lies sie offen stehen. Spätestens als sich der, eigentlich doch ziemlich talentierte (immerhin hatte er ihr das Leben gerettet) Mediziner versuchte eine Fliege auf dem Nacken zu zerklatschen die effektiv einfach nicht hier war, war sie sich sicher, dass sie besser fahren würde, wenn sie sein Verhalten als absolute Normalität abtat. Immerhin wollte sie keine fachmännische Untersuchung oder seinen verdammten Rat - sie wollte eine schnelle Lösung ihres offensichtlichsten Problems.

    "Mein Bruder.", erwähnte sie eher beiläufig im Ansatz eines nutzlosen Smalltalks und guter Miene zum Bösen Spiel, als er das MediGel zwischen seinen Fingern zerrieb.

    Im Gegensatz zu Ward war sie wahrscheinlich etwas geübter darin, erste Symptome beginnenden Entzugs zu verdecken, aber aufkeimendes, unruhiges Verhalten oder, in ihrem aktuellsten Fall, der Beginn zitternder Finger und ein Teil ihres demolierten Anblicks, war sie nicht in der Lage einfach auszuradieren. "Ich weiß dass ich kein Neurologiepatient mehr bin.", bestätigte sie und versuchte mit der Wiederholung seines Satzes langsam abzutasten, ob er - oder zumindest in wieweit - er geistig bei ihr war. "Aber nach der Frachtersache gibt es kaum noch behandelnde Ärzte die einem Opiate verschreiben um die Schmerzen loszuwerden."
    Sie versuchte klug zu spielen und stützte sich, um das Zittern zu verdecken und ihre Hände abzulenken, mit diesen minimalst nach hinten auf die Liege. "Ich muss die letzte Dosis im Chaos wohl verloren haben."

    Luci war sich nicht direkt sicher gewesen ob sie die Lüge mit viel Kreativität schmücken oder eher subtil angehen sollte. In Julians Fall entschied sie sich aber spontan für die letztere Variante, die eher einer Scheinkonversation glich die man führte, um eventuelle Audiomitschnitte zu manipulieren. Natürlich konnte alles genauso gut nach hinten losgehen. Aber sie versuchte sich zumindest in einem begleitenden, wenn auch erschlagenen, dunklen Lächeln, dass in Symbiose mit einer leicht andeutend erhobenen Augenbraue die Sache vielleicht verdeutlichte.
    "Ich bin sicher du kannst mir helfen.", setzte sie auf Italienisch nach.


    Die Erwähnung ihres Bruders überging Julian schlichtweg und nickte nur wissend. Er war sich durchaus dessen bewusst, welch 'prominenten' Besuch er gerade hier auf der Anlage hatte, war aber nur allzu froh, wenn ihn seine Vergangenheit möglichst nicht zu früh wieder einholte und er diesem nicht begegnen oder auch nur von ihm hören würde. Es war einer der Gründe, warum man Julian in den letzten Tagen wenig außerhalb seiner Praxis sah. Es brachte ihn nicht aus dem Konzept. Er war geübt darin, sich hinsichtlich seiner Vergangenheit nichts anmerken zu lassen und seine Erschöpfung tat dem keinen Abbruch. Stattdessen nahm er sich heraus, sich einige der Blessuren etwas genauer anzusehen, hie und da einen Ärmel oder einen Uniformkragen anzuheben, um den Wundverlauf zu verfolgen oder auf eine tiefe Furche an ihrem Nacken gar ein kühlendes Eisspray aufzusprühen. Als jedoch plötzlich von 'Opiaten" die Rede war, legte Julian alle Werkzeuge nieder und stutzte. Er ließ Luceija ausreden und sah sie dabei genau mit einem berechnenden und musternden Blick an.
    "So, so", brummte er nur wieder, antwortete jedoch nicht, sondern starrte Luci stattdessen weiter schweigend in die Augen. Erst nach einigen endlosen, unangenehmen Sekunden regte er sich wieder aus seiner Versteinerung, trat mit zielstrebigen Schritten auf den Eingang seiner Praxis zu, öffnete dort ein kleines Türchen in der Wand und legte dahinter einen Schalter um, wodurch alle Geräte und Geräusche im Raum erloschen und verstummten, sodass beide nur noch im fahlen, bläulichen Licht des abgedunkelten Panoramafensters saßen. Dann schob er seinen Rollhocker vor Luceijas Liege, setzte sich mit zwischen den Knien gefalteten Händen vor sie und nahm das Gespräch wieder auf, ohne näher zu erklären, was es mit dieser eigenartigen Verdunkelungsmaßnahme auf sich hatte.
    "Also, ich kann ja nicht sagen, wie sehr du abgesehen davon", er deutete auf ihr geschundenes Gesicht "verletzt bist. Aber wenn du nicht gerade im Sterben liegst und das hier dein letzter Wille sein soll, scheinen mir Opiate doch etwas... hochgegriffen"
    Er wartete kurz ihre Reaktion ab und behielt dabei einen ernsten Blick, doch dann lehnte er sich auf einmal mit einem wissenden Lächeln zurück.
    "Also. Opiate... Okay, ja, da müsste ich was da haben", lenkte er plötzlich ein und ging hinüber zu seinem Giftschrank, den er noch immer ganz altmodisch mit einem Schlüssel verriegelt hielt. Vier Schlüsseln, um genau zu sein. Mit einem leisen Liedchen auf den pfeifenden Lippen entfaltete er einen Schlüssel nach dem anderen von seinem Bund und öffnete die vier Schlösser, bis die Panzertür quietschend aufging und er aus dem untersten Fach ein kleines, braunes Galsfläschchen herauszog. Dann verriegelte er die Tür ebenso gründlich wieder und stolzierte gemächlich zu Luceija zurück, stützte sich mit der linken Hand neben ihr auf der Pritsche auf und beugte sich weit zu ihr nach vorne, hielt dann die Flasche mit zwei Fingern lockend vor ihre Augen.
    "Hier. Du kennst dich ja mit der Dosierung aus, oder? Zu Risiken und Nebenwirkungen, etc. Blabla", bot er ihr die Droge an, ließ die Flasche dann aber doch wieder in seine Faust fallen und zog die Hand zurück, als sie danach griff. Er hielt die Faust so hinter seinen Rücken, dass sie ihm unmöglich etwas wegnehmen konnte und sie ihm bei dem Versuch unangenehm nah kommen müsste. Daher wog er sich in Sicherheit.
    "Tja, nur leider deckt deine Krankenkasse das nicht ganz ab. Aber wir werden uns schon anders einig, keine Sorge. Ich hab hier noch ein paar Dinge zu erledigen, also mach ich es kurz", wieder näherte er sich ihr grinsend noch etwas mehr an und ließ sie bewusst im Glauben, dass dies nur der Anfang seiner bedrängenden Handlungen war, bevor er dann doch zurückwich, das Fläschchen in seiner Tasche verschwinden ließ und einen kleinen Notizblock mit Stift aus der Tasche zog. Auffällig antiquiert für eine medizinische Anlage dieses Kalibers, wie selbst Luceija als Patientin erkennen dürfte. Julian setzte die Mine auf dem Papier auf.
    "Also. Ich brauche die genaue Adresse deines alten Labors mit einem... Sergio Vittore auf der Citadel. Ich weiß, den Laden gibt es schon lange nicht mehr, aber die Adresse weißt du sicher noch. Außerdem sagst du mir die Titel der Bücher, die du damals besessen hast. Alle an die du dich erinnerst. Gut nachdenken, ich merke, wenn du etwas auslässt. Dann muss ich noch eben deine Implantatschnittstelle auslesen für mein privates Datenarchiv. Achja, und für mein 'anderes' privates Archiv brauche ich noch eine Aufnahme von dir ohne die Patientenuniform. Nicht nackt, keine Sorge, so meine ich das nicht. Ich bin kein Monster", wiegte er sie in falsche Sicherheit, ließ eine bewusste Pause und fuhr dann doch fort: "Nein, ich meine mit schwarzer Spitzenunterwäsche, Strümpfen, hohen Schuhen und allem drum und dran. Habe natürlich alles schon da, du kannst dich gleich da hinten umziehen. Aber eins nach dem anderen. Also. Wie war doch die alte Adresse von Vittore?"
    Nach diesem Redeschwall blickte er nun konzentriert mit aufgesetztem Stift über die Kante seines Notizblocks in Luceijas Augen mit einem Blick, der so gar nicht schmierig, nicht einmal bedrohlich, sondern eher aufgesetzt professionell wirkte, als sei all dies Teil selbstverständlicher Teil einer ärztlichen Sprechstunde gewesen.
    Tjordas is offline Last edited by Luceija; 19.02.2018 at 01:51.

  19. #19
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    Leicht benebelt richtete sich die junge Asari nach der Attacke der Banshee wieder auf, warf dann einen kurzen Blick durch den Raum, um sich einen überblick zu verschaffen und sah schließlich besorgt zu Yelyna, Neth und Luna rüber.
    Yelyna kauerte am ganzen Körper zitternd hinter dem umgeworfenen Schreibtisch, unfähig sich zu bewegen und hielt sich mit beiden Händen die Ohren zu. Luna wurde von Neth neben Yelyna gelegt, die Hündin gehorchte, wirkte aber unruhig und zitterte am ganzen Leib. Neth aktivierte hastig sein Omni-Tool, als Sekunden später eine rote Drohne erschien und sofort auf die Banshee zu schwebte.
    Sahenia ahnte schon, was gleich passieren würde und kämpfte sich hastig auf die Beine. Dann kam auch schon Neth’s Warnung...
    „Deckung!“ schrie der Salarianer.
    Sahenia hechtete hinter einen anderen umgeworfenen Schreibtisch, während sich Randalla‘s Leute im Gang verschanzten, aus dem zuvor die Banshee kam, als die Drohne explodierte und die ausgemergelte Gestalt gegen die Wand katapultierte und dabei ihre Schilde zusammen brachen.
    „Angriff!“, schrie der Salarianer noch verzweifelt...
    Randalla, Fox, Zulan und Mira sprangen aus dem Gang und feuerten mit allem was ihnen zur Verfügung stand auf die völlig überrumpelte Banshee. Gleichzeitig kam Sahenia blau leuchtend hinter ihrer Deckung hervor.
    “Nia..... schnell, eine Singularität...“ schrie Mira, als sich die Banshee wieder zu erholen drohte.
    Die biotische Energie strömte in Sahenia’s Hände, während sie diese zu einem Kreis formte, wodurch sich ihre ganze Biotik sammelte und in Bruchteilen von Sekunden sich eine wabernde Kugel bildete und sie diese der langsam auf die Beine kommende Banshee entgegen schleuderte. Randalla‘s Truppe wich weiterhin feuernd zurück, als sich die ganze biotische Energie entladete, der Raum in ein leuchtendes blau getaucht wurde, in dessen Mitte eine Art Loch waberte und die Banshee von den Beinen gerissen wurde. Schreiend wurde die ausgemergelte Gestalt wild umher geschleudert, unfähig sich daraus zu befreien.
    “Feeeeuuuuuuer!“ schrie die Kroganerin und alle schossen was ihre Waffen her gaben.
    Ein letzter Schrei und dann implodierte die Banshee....

    Auf einen Schlag war es ganz still und die Gruppe ließ erschöpft ihre Waffen sinken.
    Sahenia rutschte erschöpft an der Wand herunter und blieb sitzen, während Neth, Yelyna und Luna langsam aus ihrer Deckung hervor kamen.
    “Irgendjemand verletzt?“ erkundigte sich Mira.
    Den Söldnern musste er das nicht zweimal sagen: sie feuerten so schnell es ihre Waffen zuließen auf die wütend schreiende Banshee. Was den Salarianer aber überraschte, war dass auch Sahenia sich in den Kampf einmischte, vollständig von der blau leuchtenden Biotik umgeben. Auf Anweisung von Mira feuerte die junge Asari obendrein eine Singularität auf die viel zu lebendige Hülle der einstigen Asari, wodurch die Banshee im sich bildenden Strudel gefangen wurde. Eine Singularität?! schoss es Neth in den Kopf, Ich hab gelesen, dass nur sehr mächtige Asari dazu in der Lage wären – wie mächtig ist diese Sahenia eigentlich?!
    Die Kroganerin befahl das Feuern auf das inzwischen sehr hilflos aussehende Wesen. Die Kugeln barsten durch ihre Hülle und der Kampf endete, als die Banshee implodierte und dabei die Singularität mitnahm.
    Zunächst folgte nur Schweigen und lautes Atmen, denn die Söldner waren offenkundig erschöpft. Luna, die scheinbar gemerkt hatte, dass die Gefahr vorbei war, marschierte schnurstracks zu ihrem Herrchen und leckte dessen Gesicht, bevor er überhaupt reagieren konnte. Dabei wedelte sie obendrein mit ihren Schwanz. „Ich freue mich auch Kleine…“, murmelte er zu ihr, während er anfing sie hinter den Ohren zu kraulen.
    Der Salarianer erhob sich langsam, genauso wie die Asari neben ihm und sie verließen ihre Deckung. Neth bemerkte wie Sahenia erschöpft an der Wand entlang rutschte, bevor sie mit ihrem Hintern den Boden berührte. “Irgendjemand verletzt?“, erkundigte sich Mira, bevor der Salarianer sein Omni-Tool hervorholte. Seine Drohne war immer noch beim Aufladen und ein kurzer Scan über seinen und den Körper von Luna machte klar, dass er sich wohl bestenfalls ein paar Schrammen und Beulen eingefangen hatte. „Nichts was ein bisschen Medi-Gel nicht wird richten können…“, erklärte er daher, während sein Blick auf die wenigen Überreste der Banshee fiel.
    Er ging hinüber, Luna folgte ihm und schleifte dabei ihre Leine hinter sich her. Er scannte die Überreste mit seinem Omni-Tool, auch wenn die Scans nicht wirklich viel hergaben – viel war auch nicht übrig geblieben: ein Stück Haut hier, ein Schlauch da und sogar bisschen Blut, sofern man die schwarze Flüssigkeit als Blut bezeichnen konnte. Was zum Teufel haben diese Cerberus-Leute nur angestellt? wunderte er sich und kam nicht umhin an die Daten zu denken, die auf seinem Omni-Tool heruntergeladen worden waren, Wird das reichen um diese Frage zu beantworten?
    Er ging zu Sahenia rüber, die immer noch an der Wand saß. Yelyna hatte sich neben ihre Freundin gesetzt, während der Salarianer auch Sahenia scannte – sie schien ein ähnliches Schicksal erlebt zu haben wie er, aber vermutlich würden einige der Beulen und Schrammen weitaus besser zu sehen sein und vielleicht die ein oder Narbe zurückbleiben, falls man sie nicht rechtzeitig behandelte. Er senkte sein Tool und fragte: „Geht es dir gut? Du hast vorhin ziemlich viel biotische Energie aufgebraucht…“
    "Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das was übrig bleiben muss, wie unwahrscheinlich es auch sein mag, die Wahrheit." - Sherlock Holmes alias Sir Arthur Conan Doyle
    "Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." - Mahatma Ghandi
    "Eine Falle zu erkennen ist eine Sache, sie zu umgehen eine völlig andere." - Ranma 1/2
    "Mein Name ist Ozymandias, König der Könige. Schauet auf mein Werk, ihr Mächtigen, und verzweifelt." - Ozymandias
    "Der größte Trick des Teufels ist es die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert." - Die üblichen Verdächtigen
    "Nichts ist unmöglich, solange du es dir vorstellen kannst." - Professor Hubert Farnsworth
    "Maybe you are right...maybe we can't win this. But we'll fight you regardless. Yes, people will die. Maybe we'll lose half of the galaxy...maybe more. However insignificant we might be: We will fight, We will sacrifice and We will find a way....that's what humans do!" - Commander Shepard
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  20. #20
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    Die Erwähnung ihres Bruders überging Julian schlichtweg und nickte nur wissend. Er war sich durchaus dessen bewusst, welch 'prominenten' Besuch er gerade hier auf der Anlage hatte, war aber nur allzu froh, wenn ihn seine Vergangenheit möglichst nicht zu früh wieder einholte und er diesem nicht begegnen oder auch nur von ihm hören würde. Es war einer der Gründe, warum man Julian in den letzten Tagen wenig außerhalb seiner Praxis sah. Es brachte ihn nicht aus dem Konzept. Er war geübt darin, sich hinsichtlich seiner Vergangenheit nichts anmerken zu lassen und seine Erschöpfung tat dem keinen Abbruch. Stattdessen nahm er sich heraus, sich einige der Blessuren etwas genauer anzusehen, hie und da einen Ärmel oder einen Uniformkragen anzuheben, um den Wundverlauf zu verfolgen oder auf eine tiefe Furche an ihrem Nacken gar ein kühlendes Eisspray aufzusprühen. Als jedoch plötzlich von 'Opiaten" die Rede war, legte Julian alle Werkzeuge nieder und stutzte. Er ließ Luceija ausreden und sah sie dabei genau mit einem berechnenden und musternden Blick an.
    "So, so", brummte er nur wieder, antwortete jedoch nicht, sondern starrte Luci stattdessen weiter schweigend in die Augen. Erst nach einigen endlosen, unangenehmen Sekunden regte er sich wieder aus seiner Versteinerung, trat mit zielstrebigen Schritten auf den Eingang seiner Praxis zu, öffnete dort ein kleines Türchen in der Wand und legte dahinter einen Schalter um, wodurch alle Geräte und Geräusche im Raum erloschen und verstummten, sodass beide nur noch im fahlen, bläulichen Licht des abgedunkelten Panoramafensters saßen. Dann schob er seinen Rollhocker vor Luceijas Liege, setzte sich mit zwischen den Knien gefalteten Händen vor sie und nahm das Gespräch wieder auf, ohne näher zu erklären, was es mit dieser eigenartigen Verdunkelungsmaßnahme auf sich hatte.
    "Also, ich kann ja nicht sagen, wie sehr du abgesehen davon", er deutete auf ihr geschundenes Gesicht "verletzt bist. Aber wenn du nicht gerade im Sterben liegst und das hier dein letzter Wille sein soll, scheinen mir Opiate doch etwas... hochgegriffen"
    Er wartete kurz ihre Reaktion ab und behielt dabei einen ernsten Blick, doch dann lehnte er sich auf einmal mit einem wissenden Lächeln zurück.
    "Also. Opiate... Okay, ja, da müsste ich was da haben", lenkte er plötzlich ein und ging hinüber zu seinem Giftschrank, den er noch immer ganz altmodisch mit einem Schlüssel verriegelt hielt. Vier Schlüsseln, um genau zu sein. Mit einem leisen Liedchen auf den pfeifenden Lippen entfaltete er einen Schlüssel nach dem anderen von seinem Bund und öffnete die vier Schlösser, bis die Panzertür quietschend aufging und er aus dem untersten Fach ein kleines, braunes Galsfläschchen herauszog. Dann verriegelte er die Tür ebenso gründlich wieder und stolzierte gemächlich zu Luceija zurück, stützte sich mit der linken Hand neben ihr auf der Pritsche auf und beugte sich weit zu ihr nach vorne, hielt dann die Flasche mit zwei Fingern lockend vor ihre Augen.
    "Hier. Du kennst dich ja mit der Dosierung aus, oder? Zu Risiken und Nebenwirkungen, etc. Blabla", bot er ihr die Droge an, ließ die Flasche dann aber doch wieder in seine Faust fallen und zog die Hand zurück, als sie danach griff. Er hielt die Faust so hinter seinen Rücken, dass sie ihm unmöglich etwas wegnehmen konnte und sie ihm bei dem Versuch unangenehm nah kommen müsste. Daher wog er sich in Sicherheit.
    "Tja, nur leider deckt deine Krankenkasse das nicht ganz ab. Aber wir werden uns schon anders einig, keine Sorge. Ich hab hier noch ein paar Dinge zu erledigen, also mach ich es kurz", wieder näherte er sich ihr grinsend noch etwas mehr an und ließ sie bewusst im Glauben, dass dies nur der Anfang seiner bedrängenden Handlungen war, bevor er dann doch zurückwich, das Fläschchen in seiner Tasche verschwinden ließ und einen kleinen Notizblock mit Stift aus der Tasche zog. Auffällig antiquiert für eine medizinische Anlage dieses Kalibers, wie selbst Luceija als Patientin erkennen dürfte. Julian setzte die Mine auf dem Papier auf.
    "Also. Ich brauche die genaue Adresse deines alten Labors mit einem... Sergio Vittore auf der Citadel. Ich weiß, den Laden gibt es schon lange nicht mehr, aber die Adresse weißt du sicher noch. Außerdem sagst du mir die Titel der Bücher, die du damals besessen hast. Alle an die du dich erinnerst. Gut nachdenken, ich merke, wenn du etwas auslässt. Dann muss ich noch eben deine Implantatschnittstelle auslesen für mein privates Datenarchiv. Achja, und für mein 'anderes' privates Archiv brauche ich noch eine Aufnahme von dir ohne die Patientenuniform. Nicht nackt, keine Sorge, so meine ich das nicht. Ich bin kein Monster", wiegte er sie in falsche Sicherheit, ließ eine bewusste Pause und fuhr dann doch fort: "Nein, ich meine mit schwarzer Spitzenunterwäsche, Strümpfen, hohen Schuhen und allem drum und dran. Habe natürlich alles schon da, du kannst dich gleich da hinten umziehen. Aber eins nach dem anderen. Also. Wie war doch die alte Adresse von Vittore?"
    Nach diesem Redeschwall blickte er nun konzentriert mit aufgesetztem Stift über die Kante seines Notizblocks in Luceijas Augen mit einem Blick, der so gar nicht schmierig, nicht einmal bedrohlich, sondern eher aufgesetzt professionell wirkte, als sei all dies Teil selbstverständlicher Teil einer ärztlichen Sprechstunde gewesen.


    Luceijas Augen durchdrangen ihr Gegenüber. Sie brannten ein tiefes, eiskaltes Loch exakt durch seine verdammte Pupille, bis es so groß wurde, dass seine Iris wüstem Frostbrand zum Opfer fielen und er letztlich wie eine verdammte, defekte Puppe vor ihr saß. Man konnte den Hass und die Abscheu kaum bemessen die sie plötzlich für den Briten empfand und ihre Gesichtszüge, die im Halbdunkel zum Teil untergingen, sprachen eine ähnlich entsetzte Sprache. Die kleine Nase rümpfte sich und pulsierte im Takt ihrer Schläfen, Blut schoss ihr in den Kopf in einer Kombination aus Hass über seine Forderungen und dem Wissen, dass das initiale Gefühl recht behalten hatte dass immer und immer und immer wieder sagte: 'Dumme Idee. Ganz. Ganz. Ganz. Dumme. Idee.' .

    "Scopare, patetico succhietto materno. Mieser, jämmerlicher Wichser.". Luci presste ihre Antwort regelrecht hervor. Sie hatte den primären Platz in diesem Raum eingenommen und wog schwer über dem, was der Mediziner für die paar Tropfen Opiate haben wollte. Dabei wurde sie nicht mal laut und musste es auch nicht. Sie durchdrang den nahezu unsichtbaren Blick ihres Gegenübers schlicht und zitterte, unsicher, ob es aus Wut oder Erwartung eines nahenden Schusses herrührte. Sie musste ehrlich mit sich sein: Sie hatte für einen Moment sogar noch mehr an Forderungen erwartet, einige hiervon wirkten sogar so willkürlich, dass sie sich wirklich fragen musste ob er sie nicht einfach nur verarschen wollte. Doch der süchtige, gierige Teil in ihr schnappte zu und war sich sicher, in der Vergangenheit deutlich mehr für deutlich weniger getan zu haben. Und so wägte sie ab. Sekundenlang, Minutenlang, während sich die beiden Teile rangelten und aufeinander einredeten, bis sie eindeutig falsch und berechnend Ward entgegen lächelte. 'Nur Bilder. Er will nicht über dich drüber' stritt sich mit 'Sei nicht so naiv zu glauben, dass es sich damit erledigt hätte. Wer so anfängt, will mehr als das. Und das weißt du.'

    Einer der beiden Parteien hatte den Kampf gewonnen und der andere verloren.
    Beide Hände verkrampften sich schmerzlich beim Umfassen des Randes der Patientenliege, als sie sich daran nach vorne drückte und, schließlich und endlich, antwortete. In einem bedrohlich-angespannten Ton, der Forderungen ihrerseits ideal unterstrich: "Guardatemi da vicino: Pass GANZ exakt auf:", initiierte sie, gestikulierte dabei sehr kurz und etwas undeutlich vor ihm mit einer Art einhändigem Pistolenmove, wobei sie die Hand nach links und rechts drehte. Wenn man es überhaupt sah war klar, dass es schon nahezu reflexartig zum Gespräch kam.

    "Non mi tocchi. Non mi stai guardando. Non stai andando a parlare con nessuno di me. Né con i tuoi amici immaginari, né con nessuno all' interno o all' esterno dei locali, con nessuno. E si sta andando a dare fuori il doppio degli oppiacei. Un colpo in questo momento e il resto dopo averlo fatto.
    Du fasst mich nicht an. Du siehst mich nicht an. Du wirst mit niemandem über mich sprechen. Weder mit deinen imaginären Freunden noch mit irgendjemandem auf oder außerhalb dieser Anlage - mit niemandem. Und du wirst das doppelte an Opiaten rausrücken. Einen Schuss sofort und den Rest nachdem die Sache erledigt ist."


    Sie zitterte wieder und leichte Schmerzen penetrierten ihr Nervensystem durch jede Faser nahe der Knochen hindurch, als seien sie es, die riefen, sie solle sich beeilen.
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