Page 20 of 20 « First ... 9131617181920
Results 381 to 387 of 387
  1. #381 Reply With Quote
    Halbgöttin Fawks's Avatar
    Join Date
    Sep 2010
    Location
    Bayern
    Posts
    9,702
    vorheriger Post: Wie denn nun weiter? ~ Antwort von: Glandis

    [Bild: Aril_Ava.png] »'mae bestätigte Glandis Arils Vermutung, dass sie zurückkehren wollte. Doch der Haken folgte natürlich:
    »Mutter …« Sie stockte erneut. »Mutter würde ich gern wiedersehen. Aber …« Aril warf ihr einen aufmunternden Blick zu und fuhr fort, ihren Arm zu streicheln. »Die Hüterin wird stark dagegen sein. Bin ja letztlich im Unfrieden weg. Habe die verbleibenden Sachen des Vaters genommen …«

    Schweigend fuhr Aril damit fort, den Arm der Elfe zu tätscheln. Die Erklärung würde kommen.
    »Ich weiß nicht einmal, ob die Hüterin weiß, warum ich weg bin? Doch … doch die Fähigkeiten des in den Schatten gehen hatten ihren Preis. Aber das werde ich dort nicht erzählen können. Aber schließlich …« mit einem Mal erhob sie Glandis und zog Aril in ihre Arme. Überrascht erwiderte die Adlige den Druck. »Ich werde bei meinem Clan keine Shemlen vorstellen können. Es tut mir so leid … wenn ich bei dir bleiben möchte, geht es nicht!«

    Aril biss sich auf die Lippen. Sie hielt Glandis fest, bis diese die Umarmung löste.»Wir sollten losreiten, etwas weiterkommen und ein Lager für die Nacht finden.« Aril hatte schon gedanklich den Sattel von Trovao bestiegen, sodass sie auf dem Ritt nachdenken konnte. Aber es kam noch eine Frage von Glandis, mit der sie nicht gerechnet hatte: »Aril, kannst du denn zu den deinen zurück?«

    Aril ließ sich ausnahmsweise Zeit mit der Antwort.
    Sie ging, mit Glandis zusammen, zu den Pferden und begrüßte Gwess mit einem Streicheln über den Rücken. Die Stute blieb still stehen.

    "Dann lass uns weiterreiten - im Lager finden und Orte aussuchen bist du besser als ich!" meinte Aril und nahm Trovaos Zügel, um ihn wieder aus dem Gebüsch herauszuführen.
    Während sie wartete, dass Glandis sich anschloss, kehrten ihre Gedanken an ihre Heimat zurück.
    Ja, sie war abgehauen, anstatt ihrer Mutter zu gehorchen. Aber ihrer Meinung nach war es nicht weiter tragisch. Sie hatte diesem Schönling von Verehrer ohnehin schon jegliche Hoffnung genommen, und dass ihr eigener Bruder den Gast auf seinem Schloss bei Intimitäten mit der Zofe der Schloßherrin erwischt hatte, hatte seine Chancen völlig zunichte gemacht.
    Nein, sie hatte niemanden verscheucht oder abgewiesen, der von Bedeutung gewesen war. Sie hatte keine Schande über ihre Familie gebracht, weil sie einen Mann nicht heiraten wollte.
    Sie war losgezogen um Nien begleiten zu können. Oder, wie sie immer wieder gesagt hatte, um ihn zu suchen.
    An sich ein edles Ansinnen, aber mit derart wenig Vorbereitung und Ausrüstung - ohne Karte, Verpflegung und Kameraden, die ihr halfen - war das von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen und stellte nicht mehr dar, als die trotzige Flucht einer Adelstochter vor den Maßnahmen ihrer Mutter.
    Das wiederum warf einen großen Schatten auf sie - nichtsdestotrotz war sich Aril sicher, dass man sie daheim wieder aufnehmen würde. Zunächst wäre man froh, dass sie wieder aufgetaucht war. Dann gäbe es ein großes Donnerwetter und danach wäre wieder alles wie zuvor.

    Es sei denn....
    Ein Gedanke kam ihr so plötzlich, dass sie stehen blieb.
    Sie drehte sich zu Glandis und sagte leise: "Ich glaube schon, dass sie mich zuerst schimpfen, aber dann aufnehmen würden. Es sei denn Nien ist wirklich etwas passiert. Sie würden mir viel schwerer verzeihen können, wenn sie nicht nur sich um meinen Bruder sondern auch um mich sorgen mussten. Vielleicht habe ich sie wichtige Zeit oder Leute gekostet, die nach mir statt meinem Bruder suchen mussten."
    Sie setzte langsam den Weg fort und gestand sich genauso leise ein "Ich glaube, ich habe Angst davor, dass es so sein könnte. Aber sonst kann ich nirgends hin..."
    Fawks is offline
  2. #382 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
    Join Date
    Dec 2010
    Location
    Alte Militärbasis
    Posts
    21,486
    vorheriger Post: stockende Antworten ~ Antwort von: Aril

    Aril & Glandis | In der Nähe eines Fereldischen Wachpostens • Eine kleine Idee

    [Bild: VR_Gladis_1.png] »Aril, kannst du denn zu den deinen zurück?« Diese Frage war Glandis sehr spontan über die Lippen gerutscht. Es war eine delikate Frage. Denn es konnte geschehen, dass der Gefragte seine Lage richtig erkannte. Vielleicht war diese ebenso aussichtslos. Aber es war eventuell auch eine Chance.

    Doch die Antwort kam nicht sofort. Dieses Überlegen, Wohlbedenken der Antwort, aber vielleicht auch Zögern konnte ja alles bedeuten. Eine erhoffte Lösung vielleicht? Oder ein Schwanken, ein Unschlüssig sein auf der anderen Seite? Die Dalish war sich nicht sicher was kommen würde. Je länger es dauerte, um so mehr neigte sich ihre Auffassung zu einem „Nein“. Doch Aril sagte bisher nichts. In diesem Moment kam Glandis in den Sinn, sie hatte etwas vergessen. Etwas, dass ihrer Begleiterin sehr wichtig war. Sie hatte in ihrer Antwort nicht an en Bruder gedacht. Denn wegen dem waren sie jetzt hier. Sie wollten nach Ostagar. Bevor sie den Kommandanten trafen, wollten sie dahin. Doch jetzt schien alles unklar. Glandis hatte Aril davon reden hören vielleicht doch nicht zu dem südlichen Grenzpunkt zu wollen. Eventuell hatte das auch diese Fragekonstellation ausgelöst. Aber sie erinnerte sich auch daran, wie Aril im Detail an ihrer Familie hing. Da war der im vorherigen Lager gezeigte Knopf mit dem Familienwappen. Es war ein nach unten gehaltenes Schwert neben einem Schild, den ein einfaches Kreuz schmückte. Aber sie dachte auch an das Flüchtlingslager, wo sie ein Schreiben von Nien Nuemb gefunden hatten. Dieses Schreiben hatte auch der Kommandant des Wachpostens gesehen. Aber nicht sonderlich darauf reagiert. Glandis kam nicht mehr dazu sich auszumalen, wenn sie alle oder ein Teil der Soldaten nach Ostagar gezogen wären.

    Denn sie waren langsam zu den Pferden gegangen und bei Gwess angekommen. Die Stute genoss die Streicheleinheit, die sie von Aril abbekam. Dabei erklärte sie: „Dann lass uns weiterreiten - im Lager finden und Orte aussuchen bist du besser als ich!“ Glandis nickt nur. Aber die Begleiterin hatte recht. Das konnte sie wirklich. Sie blieb bei Gwess, währen Aril sich anschickte den schwarzen Rappen zu holen. Sie sah ein langsames Gehen, ein Zögern. So ein Gehen, als wenn jemand gleichzeitig über Dinge nachdenkt. Da werden zuweilen die Schritte schwer. Da wollen die Gedanken auch andere Wege gehen. So begann Glandis mit den Zügeln in der Hand ihr langsam nachzugehen. In dieser sehr ruhigen Abfolge erklärte Aril plötzlich stehend bleiben: „Ich glaube schon, dass sie mich zuerst schimpfen, aber dann aufnehmen würden. Es sei denn Nien ist wirklich etwas passiert. Sie würden mir viel schwerer verzeihen können, wenn sie nicht nur sich um meinen Bruder, sondern auch um mich sorgen mussten. Vielleicht habe ich sie wichtige Zeit oder Leute gekostet, die nach mir statt meinem Bruder suchen mussten.“

    Sie hatten in diesem gemütlichen Tempo fast das Gebüsch, welches den Treffpunkt umgab, hinter sich gelassen, das fügte die Adlige an: „ Ich glaube, ich habe Angst davor, dass es so sein könnte. Aber sonst kann ich nirgends hin ...“

    In diesem Moment, der einen Zuspruch erforderte, schoss der Dalish eine Idee durch den Kopf. Ein Vorschlag, eine Anregung für ihr weiteres Vorgehen. Sie stiegen beide auf ihre Pferde. In diesem Loswollen erklärte Glandis: »Aril, was hältst du davon, wir reiten zu deinen Eltern? Ich kann ja vor eurem Heim warten. Aber du kannst nach deinem Bruder fragen. Denn das war dir das Wichtigste.«

    Wie sie das erklärte, bereitete sich eine innere Ruhe in ihr aus. Ja, das war für sie wirklich eine gute Idee. Nien zuerst im Anwesen seine Familie zu suchen, aber gleichzeitig keine anderen Bedingungen daran zu knüpfen. Um ihrer Idee etwas Nachdruck zu verleihen, hakte sie nach: »Ich werde dich begleiten, so wie ich mit nach Ostagar gekommen wäre, auch wenn es vielleicht nicht mein Weg ist!«

    nächster Post: Ein Resümee
    VRanger is offline Last edited by VRanger; 22.05.2020 at 05:56.
  3. #383 Reply With Quote
    Halbgöttin Fawks's Avatar
    Join Date
    Sep 2010
    Location
    Bayern
    Posts
    9,702
    vorheriger Post: Eine tiefe Angst ~ Antwort von: Glandis

    [Bild: Aril_Ava.png]

    Die beiden Damen war an dem Gebüsch herausgetreten und stellten sich nebeneinander auf. Beide kletterten mühelos in den Sattel - Aril mit der Erfahrung aus vielen Jahren Reiten, Glandis mit der ureigenen Gelenkigkeit und Flinkheit der Elfen. Und kaum saßen beide fest im Sattel, schlug Glandis etwas vor: »Aril, was hältst du davon, wir reiten zu deinen Eltern? Ich kann ja vor eurem Heim warten. Aber du kannst nach deinem Bruder fragen. Denn das war dir das Wichtigste.«
    Aril hatte kaum Zeit die Zügel zu spannen und Glandis einen kurzen, scharfen Blick zuzuwerfen, da sprach sie schon weiter. »Ich werde dich begleiten, so wie ich mit nach Ostagar gekommen wäre, auch wenn es vielleicht nicht mein Weg ist!«

    Aril blickte geradeaus und ließ Glandis das Tempo und den Weg bestimmen. In ihrem Kopf war sie an einem völlig anderen Ort. Die Dalish hatte genau das ausgesprochen hatte, was Aril sich am sehnlichsten gewünscht hatte: Nicht alleine nach Hause zurückkommen zu müssen. Die Sorge vor dem, was sie dort erwartete war groß und drückend und mit Glandis an ihrer Seite würde ihre Begleiterin ihr immer wieder den Kopf zurechtrücken und ihr zeigen, was wirklich relevant war.
    Sie hätte es sich nicht eingestehen wollen, aber dieser Vorschlag von Glandis war perfekt und nahm ihr ihre Angst vor allem, was sie erwarten möge.

    Aril konnte es nicht verkneifen, und sie wollte auch gar nicht. Ein breites, strahlendes Lächeln zupfte und zog an ihren Mundwinkeln, und so herzlich lächelnd wie sonst kaum - aus purer, tiefer Glückseligkeit wandte sie sich aufrichtig an Glandis und sagte: "Das ist perfekt. Ich danke dir!"
    Und aus einer Verbundenheit heraus, die sie nicht mit Worten beschreiben konnte, fügte sie leise hinzu: "Ma serannas!"
    Fawks is offline
  4. #384 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
    Join Date
    Dec 2010
    Location
    Alte Militärbasis
    Posts
    21,486
    vorheriger Post: eine kleine Idee ~ Antwort von: Aril

    Aril & Glandis | Auf der Weiterreise • Ein Resümee

    [Bild: Aril_Ava.png] [Bild: VR_Gladis_1.png] „Wollen wir?“ hatte Aril ihre Partnerin gefragt. Diese hatte nur genickt und dann waren die beiden Frauen losgeritten. Sie wollten ein Lager für die Nacht suchen. Aber sie wollten auch möglichst weit weg von dem Fereldischen Wachposten, an dem sie einen mehrtägigen Halt durchleben mussten. Doch jetzt waren sie wieder ihres Glückes Schmied. Sie bestimmten wohin der Rappe Trovao und die braune Stute Gwess ihre Hufe setzen sollten. Es war wie ein Ritt bergab. Voller Elan, neuem Mute und Gewissheit, endlich ihre Ziele geordnet und nun angehen zu können. In diesem Reiten sagte Dalish: »Du hast Recht. Wir reiten zu Dir heim und schauen ob dein Bruder dort ist. Alles andere ergibt sich dann.«

    Die Adlige nickte, sagte aber nichts weiter. Zwischen den beiden Frauen war ein Band entstanden, wo vielen nicht mehr gesagt werden musste. Dieses Band hatte sich ergeben aus der Rettung der Dalish durch Aril, als sie mit ihrem Pferd einen schweren Hurlock auf einem Schlachtfeld von den Füßen ihrer heutigen Begleiterin zog. Es wuchs als sie ihre ersten Stunden bei einer Rast verbrachten. Dann kamen die wunderbaren Tage an einem Baum, der nahe an einem Fluss stand. Dieses Refugium, wie aus einer anderen Zeit, ermöglichte es ihnen sich kennenzulernen, aber auch sich zu erholen. Von hier starteten Erkundungen in das gestürmte Flüchtlingslager. Hier fanden sie auch die schwerverletzte Stute. Aber hier entdeckten die beiden auch einen Hinweis auf den gesuchten Bruder Nien Nuemb. Dieser, ein erfolgreicher Kommandant der Fereldischen Truppen, schien also in Ostagar zu sein. So der Inhalt der Botschaft. Aber es gab auch eine Menge zu erfahren. So konnte Aril die Dinge für sich entdecken, die man in den Schatten gehen nennt. Die Dalish hingegen erfuhr Tischsitten beim Essen, die sie nie für möglich gehalten hätte. Sie lernte, dass nicht alle aus Ferelden Shemlen sind. Aber sie mussten auch ihr Leben verteidigen. Egal ob das nun ein Trupp der Wilden Brut war oder ein Rudel Wolfe, die sie bei der Jagd herausforderten.

    Das Band hielt auch, als sie bei Drusus Nerva, dem Kommandanten des Wachpostens, ihre Nerven behalten und somit auch ihre Selbstachtung behaupten mussten.

    Jetzt, wo das Ziel klar vor ihnen lag und sie ein gutes Stück vorangekommen waren, spürten Aril und Glandis, dass sie es gemeinsam schaffen konnten.

    ~ • ~



    Ein Resümee sei erlaubt. Denn Fawks und ich schreiben jetzt seit 2014 an dieser Geschichte (Prolog und Ankunft und hatten eigene Karten). Auch wenn es jetzt eine Atempause in dem Auf und Ab von Schreibe und Antwort, Antwort und Schreibe geben wird, so war es doch eine bewegende Zeit. Eine Zeit, bei der privat viele tolle Dinge geschehen sind, von denen beide Autoren auch in Teilen vom Wissen teilhaben konnten. Was wiederum einen schönen Moment darstellt. Aber es war auch eine gute Leistung. Denn es wurden über 650 Post geschrieben, allein beim Fereldischen Wachposten über 150. Die dort erlebten zwei Tage begannen im Januar 2018. Ob es für Aril und Glandis auf dem Papier eine Fortsetzung geben wird oder ob sie in der Phantasie der Autoren sich fortentwickeln, das liebe Leser und Leserinnen steht auf einem anderen Blatt.

    Ich bedanke mich gern im Namen von Fawks und mir für das Interesse und das stille Mitlesen.
    VRanger is offline
  5. #385 Reply With Quote
    .. loves to smile for you  BlackShial's Avatar
    Join Date
    Nov 2010
    Location
    in der Wirklichkeit
    Posts
    3,654
    Was bisher geschah: Faren Hamo

    [Bild: AvatarTia.png]Mit einem prüfenden Blick musterte die Elfe die Klinge ihres Templerschwertes. Die Klinge war noch immer verrußt von der ersten Magieexplosion, welche der Zwerg verursacht hatte. Auch wenn man den Ruß nur schwerlich unter dem dickflüssigen Blut und den verrottenden Fleischfetzen zu erkennen vermochte.
    Sie sollte die Klinge dringend reinigen, da das Schwert sonst nicht mehr lange seinen Nutzen erfüllen würde. Außerdem war der Geruch des Zwerges schon so stark, dass man potentielle Nahrung anlocken konnte, die sonst nur Fressen im Müll der Städte suchte. Und Raubtiere verscheuchte. Außer vielleicht Aasfresser.
    Sie musste eine solch starke Geruchsquelle also nicht auch noch mit sich herumtragen.
    Sich mit einem Bein auf eine der noch zappelnden Leichen stellend, um diese so zu fixieren, wischte die Blonde ihre Klinge an den letzten Überresten ihrer Kleidung sauber. Soweit es eben möglich war.
    Eine geübte Handbewegung beförderte die Klinge wieder zurück in ihre Schwertscheide und die Besänftigte machte sich auf, ihrem Begleiter zu folgen.
    „Ser Zwerg?“
    Er mochte Recht haben, sie sollten sicherlich weiter. Aber sie hatten das Lager aus einem bestimmten Grund aufgesucht.
    „Sollten wir nicht nachsehen, ob der Mensch etwas Wertvolles bei sich hat?“
    Wie war noch gleich sein Name? Sie konnte sich nicht erinnern. Aber so wichtig war dieser auch nicht, immerhin weilte er zu diesem Zeitpunkt gewiss nicht mehr unter den Lebenden. Nachdem er von ihnen getrennt wurde, waren seine Überlebenschancen ziemlich direkt auf Null gesunken.
    „Das Lager mochte bereits geplündert gewesen sein, aber er war hier erst eingetroffen. Und er wirkte nicht wie ein einfacher Bettler.“
    Aber gewiss auch nicht wie ein Adelsmann.
    Dennoch, weit entfernt sollte er nicht liegen, denn weit würde er ohne sie nicht gekommen sein.

    Ein leichter Ruck, gefolgt von einem seltsamen Geräusch holte die Elfe aus ihren Gedanken.
    Sie ließ ihren Blick hinter sich wandern, bewegte sich aber weiterhin hinter dem Zwerg her. Mit einer gespielt unzufriedenen Miene beäugte die junge Frau das durchtrennte Wesen, welches sich mit dem einem Arm, der ihm noch geblieben war, an ihrem Umhang festhielt. Es bedeutete keinen besonderen Kraftakt die verfaulte Leiche hinter sich herzuzerren, war ihr doch kaum mehr geblieben als eben dieser Arm, ein Teil des Brustkorbes und der Schädel, der mindestens ebenso von der Eismagie des zwerigschen Verzauberers in Mitleidenschaft gezogen wurde, wie der Rest seines Körpers. Der noch vorhandene Unterkiefer grub sich wie eine Schaufel durch den Waldboden, was die lebendigen Überreste dazu brachte Dreck zu gurgeln.
    „Hm …”
    Tiaden hatte ihr Schwert bereits weggesteckt und dafür würde sie es gewiss nicht noch einmal beschmutzen. Sie hielt inne, griff nach ihrem roten Umhang und versuchte sich genug Halt für die nächste Aktion zu verschaffen.
    Mit einem kräftigen Ruck zerrte das Spitzohr an seinem Mantel, hievte damit die halbe Leiche nach oben und beförderte sie vor sich, direkt auf den Einmetermann zu.



    Was bisher geschah: Lady Vitalina Murer

    [Bild: AvatarJo.png]Es war in dem Moment, als plötzlich die Welt Kopf zu stehen schien, als die Templerin bemerkte, dass sie vielleicht etwas zu weit gegangen war. Das Vielleicht wurde gedanklich so ziemlich zeitgleich durch ein definitiv ersetzt, als sie gänzlich den Halt verlor, den sie mit einem Bein am Geländer gerade noch so gewährleisten konnte.
    „Ver-!“
    Weit kam die junge Frau mit dem Ausruf nicht, als sie nach einer Drehung wie die eines orlaisiansichen Kreiselspielzeuges schaffte, sich mit wilden Armbewegungen in dem Vorhang des Fenster festzukrallen, was sie direkt gegen die Steinmauer des Turmes beförderte.
    Mit weit aufgerissenen Augen versuchte Jo gewahr zu werden, was da gerade passiert war und wie zum Henker sie es geschafft hatte, sich vor dem sicheren Tod zu retten.
    „Erbauer ... hab Dank.“
    Ein langes Seufzen entrann ihrer Kehle, als sie den Blick nach unten wandern ließ und erkennen musste, wie tief der Weg nach unten eigentlich war.
    Beim Erbauer, sie konnte froh sein in den letzten Tagen kein üppiges Mahl gehabt zu haben, andernfalls hätte sie sich in die feine Herrenhose geschissen.
    Wild atmend presste sie die folgenden Worte heraus, als sie all ihre Kraft darauf konzentrierte an dem Leinenstoff heraufzuklettern.
    „Bei Andrastes krustiger Bremsspur, wenn ich draufgehe, stehe ich von den Toten wieder auf, nur um in euer nächstes Bier zu pissen!“
    Stück für Stück schaffte es die Schwarzhaarige sich dem Fenstersims zu nähern. Zumindest bis sie mit einer Quaste kollidierte, die ihr jegliche Sicht nahm. Die Rivaini hatte noch nie verstehen können, weshalb man solch einen unsinnigen Mist an allen möglichen Stofffetzen hatte anbringen müssen. In dieser Situation noch viel weniger
    „Und wenn ich das hier überlebe, dann macht euch darauf gefasst direkt neben einem fetten Haufen von mir aufzuwachen!“
    Und da war es schon geschehen: Jo hatte versehentlich nach dem letzten Wort ihrer Drohung zu tief eingeatmet, dabei eine Kordel in den Rachen bekommen, verschluckt und würgend den Halt verloren.
    „Sch-!“
    Mit einem festen Griff im Vorhang konnte sie sich zwar erneut retten, musste aber mit Entsetzen feststellen, dass der Stoff ebenso wie ihre Blase kurz davor stand zu reißen.
    Sie wollte nicht sterben. Schon gar nicht vollgepisst vor Angst im Vorgarten eines selbstverliebten Lords, der sich wahrscheinlich in genau diesem Moment den Arsch nach dem Abendschiss von seinen Bediensteten pudern ließ. Mit hastigen Beinbewegungen versuchte es die Templerin in Bewegung zu kommen, an der Mauer entlang, hin und her, um zu der einzigen Möglichkeit zu gelangen, die sie jetzt noch zu retten vermochte: Der Balkon schräg unter ihr. Zeitgleich mit jedem Atemzug sank sie tiefer und tiefer, der Lebensfaden in Form eines recht unansehnlichen, blauen Vorhangs an den letzten Fasern bis zum Zerreißen gespannt.
    Jo schloss die Augen.
    Dem letzten Ruck, welcher das Verlieren allen Halts signalisierte, folgte wenige Augenblicke später ein so harter Aufprall, dass es der Schwarzhaarigen jegliche Luft aus den Lungen presste.
    Sie war tot, oder?
    Zitternd und mit einem zerrenden schmerz im ganzen Körper öffnete die junge Frau wieder die Augen. Der blaue Lebensfaden glitt im seichten Wind neben dem Balkon zum Abgrund herab.
    Scheiße, sie hatte überlebt ...
    Scheiße, sie hatte überlebt!
    Ihre schmerzenden Lungen mit Luft füllend rollte sie sich auf den Rücken und streckte die Arme auf beiden Seiten von sich.
    „Erbauer ... ich schulde dir was.“
    Lachend feierte die Templerin die Schmerzen, die sie dankend entgegennahm, wenn dies doch der Preis dafür war, dass ihr die Chance die Liebe ihres Lebens wiederzufinden nicht genommen wurde.
    „E-Erbauer?“
    BlackShial is offline Last edited by BlackShial; 13.06.2020 at 23:46.
  6. #386 Reply With Quote
    Held Shepard Commander's Avatar
    Join Date
    Mar 2012
    Location
    Schleswig-Holstein
    Posts
    5,252
    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Quote Originally Posted by numberten View Post

    [Bild: Pd3emXcS7L16I9W4GhFeieobenohne_klein.jpg]

    "Und sie sind fertig.", verkündete Feia feierlich und holte mit einer improvisierten Bäckerschaufel die Zimtschnecken aus dem Ofen. Ein wohliger Geruch kam ihr entgegen, eine Kombination aus Zimt und den herrlichen Duft den nur frisch gebackene Teigwaren verbreiten konnten. Thekla sah ihr dabei mit leuchtenden Augen zu. Geschickt balancierte die Elfe die Schnecken auf der Holzschaufel und legte sie sanft in einem dafür vorbereiteten Korb ab. Kurz darauf näherte sich schon eine kleine Hand welche nach einer der Backwaren greifen wollte. Wie ein Blitz drehte sich die Backschaufel und blieb kontrolliert vor dem Gesicht des Mädchens stehen.
    "Noch nicht!", ermahnte sie Feia und lächelte verschmitzt. Thekla zog kurz eine Schnute, dann jedoch ihre Hand zurück. Die Schwarzhaarige nickte zufrieden und ließ dann die Backschaufel sinken.
    "Außerdem sind die noch viel zu heiß. Du würdest dir die Finger verbrennen mon coeur. Deshalb..", erklärte sie und legte ein paar der Zimtschnecken in einen anderen kleinen Weidenkorb,"bringst du die restlichen Zimtschnecken zu den Jungs. Bis du da bist sollten sie abgekühlt sein. Und nicht vorher naschen, ich werde sie fragen wie viele angekommen sind."
    Die Elfe legte die Bäckerschaufel beiseite und deckte den großen Korb mit einem dünnen Tuch ab, dann gab sie ihn dem Mädchen.
    "Kommst du nicht mit?", fragte Thekla und sah Feia mit großen Augen an. Feia schüttelte mitleidig den Kopf.
    "Tut mir Leid, du siehst doch, ich habe zu tun. Was meinst du warum ich dir nicht alle gebe?", merkte sie an und streckte dem Mädchen die Zunge heraus. Diese schaute kurz empört, lachte dann aber und streckte auch kurz die Zunge heraus. Dann schnappte sie sich den Korb und lief davon. "Bis später Feia." "Bis später, grüß die Anderen."

    Fröhlich eine orlaisianische Melodie summend, schnappte sich die Elfe das Wägemesser und begann ein Bündel Kräuter zu zerhacken. Dann bemerkte sie eine Gestalt näher kommend, klein gebückt, aber doch recht vital. Das Gesicht erinnerte aus einer Mischung aus einem knorrigen Baum und die Falten eines Bluthundes. Das krause weiße Haar stob in alle Richtungen davon und war nur widerwillig mit einem Kopftuch gebändigt worden. Als die alte Hortensie das Wort erhob präsentierte ihre restlichen Zähne, viele waren es nicht mehr.
    "Feia, meine Kleine. Was rieche ich denn hier? Es erinnert mich weder an die Düfte eines Herbariums noch, an den süßlichen Duft des Weingeistes. Hast du dich wieder ablenken lassen?", erkundigte sie sich und lachte schrill. Feia lächelte, sie mochte Hortensie. Die Alte hatte eindeutig ein wenig zu lange im Wald gelebt, aber unter ihrer Schrulligkeit schlummerte eine gewaltige Hilfsbereitschaft. Die Elfe hatte schon immer ein Faible für die Außenseiter der Gesellschaft, letztendlich war sie doch selbst eine. "Ich? Niemals Hortensie. Ich habe nur ein kleines Nebenprojekt während meiner Arbeit durchgeführt. Hier."
    Die Elfe reichte der alten Frau den Korb mit den verbliebenen Zimtschnecken, worauf diese recht beachtlichen Erker darüber hielt und schnüffelte. "Backwaren? Was ist das für ein süßlicher Geruch?", fragte sie und nahm eine der noch heißen Schnecken. Vorsichtig brach sie diese auseinander, worauf ein frisches Knacken zu vernehmen war und ein duftender Dampf aus dem Inneren aufstieg. Skeptisch nahm sie einen Bissen und lächelte dann zufrieden. "Mhm. Mhmmmm. Köstlich."
    "Das ist Zimt. Und ein wenig Honig den ich ergau..ergattern konnte.", erklärte die Elfe fröhlich.
    "Weisst du kleines, ich habe hier in der Gegend eigentlich fast nie Elfen gesehen, selbst Dalish laufen mehr im Inneren des Waldes herum. Aber wenn die alle so sind wie du, dürfen gerne mehr vorbeikommen.", verkündete Hortensie anerkennend.
    "Ohhh. Ich werde noch rot.", bedankte sich Feia ergriffen. "Das wäre nicht schlecht, ein wenig Farbe würde dir nicht schaden. Immerhin seid ihr wohl nicht alle so bleich. Ich habe gehört das bei dieser neuen Gruppe auch Elfen dabei sind, die sollen eine gesündere Gesichtsfarbe haben.", erwiderte Hortensie und knabberte an der Zimtschnecke.
    "Freiland Elfen."
    , erklärte die Schwarzhaarige lachend und legte das Wägemesser beiseite.
    "Was weiß ich. Elf ist für mich Elf. Spitze Ohren, glatte Haut. Auf den Charakter kommt es an.", meinte die Kräuterfrau und verschlang den Rest der Schnecke.
    "Und du hast einen guten Charakter, das gefällt mir. Würdest du etwas für mich tun?", fragte die Alte freundlich. Feia nickte.
    "Ohne zu wissen was, vielleicht bist du nicht nur liebenwürdig sondern auch dumm.", erwiderte Hortensie gewitzt und lachte wieder meckernd. "Aber gut, ich danke dir. Bringe doch diese Wundumschläge zu Mari. Die kennst du doch, oder?"
    "Die mich anfangs nicht mit dem Arsch anschauen wollte?" "Wer wollte das schon, du bist fremd hier. Aber ja, die. Und nimm doch etwas von deinem Alkohol und dieser Wundsalbe mit."
    "Mach ich, soll ich ihr was ausrichten?" "Nö, was denn? Das das Wetter schön ist?" Feia lachte und schüttelte den Kopf.

    Gemütlich schlenderte Feia zum Lazarett. In einem großen Korb hatte sie die Wundumschläge und ihre restlichen Zimtschnecken. Im anderen Korb gluckerten Flüssigkeiten und schauten kleine bauchige Flaschen hervor. Bei jedem ihrer Schritten gluckerte der Alkohol ein wenig und die Scheide ihres Messers schlug leicht klackernd gegen die Hüfte.
    Der vertraute Gestank des Todes schlug ihr entgegen, gemischt mit verbrannten Kräutern. Feia roch Salbei, Thymian, Sandelholz, Lorbeer und Rosmarin heraus. Doch diese hatten den gleichen Effekt wie bei einer verdorbenen Mahlzeit. Sie konnten lindern, aber nicht verbessern. Allerdings hatte Feia bei ihren alchemischen Studien gelernt solche Gerüche auszublenden. Ihr Blick suchte Mutter Mari, welche gerade ihr Gespräch mit der rothaarigen Fremden beendete. Die Zirkelmagier, wie sich Feia an ihre gestrige Observation und den Dorftratsch im Hinterkopf erinnerte.
    Schnurstracks steuerte Feia auf die alte Frau zu und sprach diese an. Vorsichtig stellte sie die Körbe vor dieser ab.
    "Seid gegrüßt Großmutter Mari. Hortensie schickt mich mit den Wundumschlägen und ich habe eine neue Ladung Alkohol gebrannt, teilweise auch schon mit Wirkstoffen vermengt.", erklärte sie und lächelte freundlich.
    "Und ich habe Zimtschnecken gebacken, falls ihr eine wollt." "Zimt..oh nein danke mein Liebes. Stell den Korb dort ab.", erwiderte sie freundlich und zeigte auf eine Stelle in der Mitte. Feia zuckte mit den Schultern und folgte der Anweisung.
    "Oh, Lady Seren? Das ist Feia. Sie ist ebenfalls eine Reisende wie ihr, vor etwa einer Woche angekommen. Seitdem hilft sie Hortensie unserer Kräuterfrau. Und brennt Schnaps, außerdem hat sie für ein paar der Verwundeteten Opi, Opaa.."
    "Opiate.", sprang Feia helfend ein. "Genau Mittel gegen die Schmerzen hergestellt. Feia, das ist Nimue Seren vom Zirkel der Magi. Sie ist eine Heilerin und will den Leuten mit ihrer Magie helfen. Vielleicht kannst du ihr auch helfen.", stellte Mari vor.
    "Nun Lyrium habe ich keines.", erwiderte Feia offen und lächelte die Zauberin an.
    "Freut mich euch kennenzulernen. Feia Mien´harel, der vollständigkeit halber. Aber Feia reicht.", fügte sie freundlich gegenüber der Rothaarigen an.
    "Weiß nicht ob ich euch helfen kann, aber wenn ihr Lösungen oder Extrakte braucht kann ich die die vielleicht destillieren.", erklärte Feia nachdenklich, bevor sie wieder eine heitere Miene aufsetzt.
    "Möchtet ihr vielleicht eine Zimtschnecke?"
    , bot die Elfe entgegenkommend an und zog das Tuch über den Backwaren. Für einen ganz kurzen Moment übertünchte der Geruch aus Zimt und dem Aroma von frischen Backwaren scheinbar die Verwesung, verführerisch aber leider auch nicht in der Lage Tote wiederzuerwecken. "Ihr könnt sie dann auch gerne später essen, hier hat man selten Appetit.", fügte die Schwarzhaarige der Lokalität entsprechend an.


    [Bild: Logan_klein.jpg] & [Bild: KtgE3tZmvNOrh3xHiLarissa_klein.jpg] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Das kratzige Geräusch eines handlichen Steins, der über Stahl kratze, füllte den Innenhof des kleinen Quartiers. Logan Revanna saß auf einer leeren Holzkiste, das lange Schwert in der linken Hand, die Spitze zum Boden gerichtet und parallel zum linken Bein haltend, fuhr sie mit stoischer Präzision die gehämmerten Linien der Klinge entlang. Sie war grimmig. Grimmig, weil sie eine der besten Kämpferinnen im ganzen Ort war und weil man sie erst heute Früh von dem Eintreffen eines Ritters und seines Gefolges unterrichtet hatte. Magier seien dabei, hatte der siebenjährige Bote berichtet. Magier und Elfen. Logan hatte ihn schon ohrfeigen wollen dafür, dass er ihr derlei absurde Märchen auftischte. Allerdings hatte sie sich eine genaue Beschreibung des Ritters geben lassen. Wer er sei und wo er herkommt, das konnte der Bursche nicht sagen. Logan argwöhnte, dass es einer von Howes oder Loghains Rittern sein könnte, die auch jedes noch so verschlafene Nest mit einer Mauer auf seine Sache einschwören sollte. Natürlich könnte ein solcher Ritter einen jungen Lord mit Geschichten von Magie und pfeilschießenden Waldbewohnern begeistern – oder einschüchtern. Ein letztes Mal wurde der Stein über die Klinge gezogen, die Logan schon in so vielen Kämpfen geführt hatte. Es war ein Meisterstück fereldrischer Schmiedekunst. Nicht so perfekt ausgearbeitet wie Zwergenklingen und nicht so verziert wie die Schwerter der Ritter von Orlais, aber ein gutes Werkzeug. Und Logan beherrschte ihr Handwerk. Vielleicht würde sie ihren Stahl schon bald gegen einen wertigeren Gegner heben müssen, als gegen die Monstren der dunklen Brut.

    Logans Gang war schwer. Das gesteppte Hemd, das darüberliegende Kettenhemd und die Bänderrüstung wogen schwer auf den Schultern der jungen Frau. Nicht so schwer, als dass es eine Belastung für sie wäre – noch nicht. Logan trug den Rundschild auf dem Rücken und die Bartaxt in der Faust. Sie hatte ihren Helm unter den Arm geklemmt als sie die drei Stufen von ihrem Quartier auf die Straße nahm – und prompt mit jemandem sehr schnellen und wendigen zusammenstieß. „Bist du des Wahnsinns fette Beute, Mädchen?“, brüllte die Kriegerin die blonde Gestalt an, die sich da katzenartig fing und sie mit großen grünen Augen, denen ein leichter Silberblick innelag, anschaute. „Verzeihung, Madame“, sagte die Elfe. Elfe? Logan traute ihren Augen nicht. Das tätowierte Gesicht, die langen spitzen Ohren, die alterslosen, feinen Gesichtszüge. Vor ihr stand ein Mitglied des Alten Volkes. Eine Dalish. „Ich bin in Eile“, verkündete die Elfe. „Ich bin Logan“, antwortete die Kriegerin ohne den unbeabsichtigten Witz ihrer Aussage zu erkennen. Sie wollte sich einfach vorstellen, denn scheinbar hatte der Junge nicht gelogen. Die Elfe machte noch größere Augen, als von Natur aus, dann machte sie eine wirklich elegante Verbeugung. „Es freut mich, Eure Bekanntschaft zu machen, Logan. Larissa Efeublatt nennt man mich“, sagte die Dalish. Logan glotzte. Nicht nur, dass sie eine waschechte Dalish sah, diese hier war redegewandter und höflicher als der Großteil der Menschen in Berewic. Die meisten knurrten nur einen Gruß oder flüsterten verstohlen. Die Elfe legte den Kopf schief, ihr dickes Haar mit diversen Zöpfen reichte ihr bis zur Hüfte. „Ich möchte Euch gar nicht weiter behelligen“, sagte sie mit der langsamen Unsicherheit, mit der man jemand offenkundig geistig umnachteten ansprach. „Habt einen schönen Tag!“

    „Warte!“ Logans Gedanken hatten wieder den Pfad zu ihrer Zunge gefunden. „Ihr seid die Neuankömmlinge, die Berewic helfen.“ „Stimmt.“ „Und Ihr seid gerade darum unterwegs?“ „Stimmt auch.“ „Und der Ritter…?“ „Aaah, Ser Artur, ja, einer meiner besten Freunde und ein treuer Weggefährte“, singsangte die Elfe munter. „Ja, der müsste hier irgendwo sein.“ Sie drehte sich einmal um sich selbst, dann zuckte sie mit den Schultern. „Er ist ziemlich groß, schwer zu übersehen.“ Sie lächelte. „Kommt er von Arl Howe? Teyrn Loghain?“ Larissa hob eine dunkle, volle Augenbraue. „Hm, nein. Er kommt aus…“ Sie tippte sich nachdenklich an die Lippen, dann klopfte sie sich gegen die Schläfe. „Wie hieß das noch…?“ „Orlais?“, rief Logan. „Nein, Awara oder so.“ „Nevarra?“ Larissa schnippte und zeigte auf Logan. „Das ist es!“ Der Kriegerin fiel ein Stein vom Herzen. Arl Howe heuerte nie Söldner an, so sagte man zumindest. Er traute nur, wer in Ferelden geboren war. Das konnte natürlich auch nur ein Gerücht sein, zumindest sank die Chance, dass der Feind sich innerhalb der Mauern Berewics aufhielt. Zinnen ließen sich schwer verteidigen, wenn man mit einem Stich in den Rücken rechnen musste.

    Die Elfe sah nun etwas gehetzter aus. „Stimmt etwas nicht?“ „Doch, ich habe bloß einen Auftrag. Ich soll zu den Köhlerhütten…“ „Dann will ich Euch nicht aufhalten. Habt Dank, Larissa Efeublatt.“ Die Dalish verneigte sich, diesmal weniger imposant, und verschwand. Und Logan beschloss, die Wälle abzuschreiten.

    *

    „Oh, Ihr seid aber ein Schätzchen“, sagte Nimue in dem Tonfall einer Frau, die Schmeicheleien als solche erkannte und dennoch genoss zu der Elfe. „Um Eure Skepsis zu beseitigen und vielleicht auch den Verdacht, Ihr hättet es mit einer Abtrünnigen zu tun: Meine unbedingte Loyalität zum Zirkel, zu Ferelden und der Krone haben mir dieses Privileg verdient.“ Nimue hob stolz den Kopf. „Aber lasst und zu jenen schweren Fällen gehen, von denen Ihr berichtet habt, meine Liebe.“
    Die beiden Frauen wagten sich tiefer in das stechend nach Kräutern, Salben und blutgetränkten Tüchern riechende Gebäude. Hier sah Nimue die Wucht des Angriffs noch deutlicher, als an den Axthiebe am Tor oder der Bolzen-gespickten Palisade. Abgetrennte Gliedmaßen, Fieberbrand, Gestöhne und Tod fühlten den Raum mit der niedrigen Decke, obwohl kleine offene Fenster an jeder Seite waren. Trotz des eindringenden Tageslichtes musste der Raum mit Fackeln beleuchtet werden. Nimue machte eine kurze Bestandaufnahme, schritt die Reihen ab – und stockte. „Beim Erbauer.“
    Sie hielt sich die Hand vor den Mund. Feia musste glauben, dass Nimue gerade einen Geist gesehen hatte; und so war es auch mehr oder weniger. Zwischen den vielen Verwundeten lag Ser Ria, der Templer. Das stolze, dunkelhäutige Haupt hatte er leicht abgewandt, auf seinen Gesichtszügen spielte Schmerz. Nimue dämmerte es. Er war es gewesen, der den jungen Lord vor der Dunklen Brut gerettet hatte, wie es gestern beim Bankett berichtet worden war. Er. Ihr Feind. Ser Ria zuckte heftig, seine Hand verkrampfte sich. Ob sein Templergeist die Anwesenheit einer Magierin spüren konnte? Nimue wich zurück. „Entschuldigt mich“, sagte sie, drängte sich an Feia vorbei und eilte ins Freie.

    Draußen sah sie in den Himmel, sah die Wipfel der dicht bei Berewic stehenden Bäume sich grün gegen das Blau abgehen. Die Lage war gerade um einiges komplizierter geworden.
    Shepard Commander is offline
  7. #387 Reply With Quote
    General numberten's Avatar
    Join Date
    Nov 2014
    Location
    Dresden
    Posts
    3,657
    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post

    [Bild: Logan_klein.jpg] & [Bild: KtgE3tZmvNOrh3xHiLarissa_klein.jpg] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Das kratzige Geräusch eines handlichen Steins, der über Stahl kratze, füllte den Innenhof des kleinen Quartiers. Logan Revanna saß auf einer leeren Holzkiste, das lange Schwert in der linken Hand, die Spitze zum Boden gerichtet und parallel zum linken Bein haltend, fuhr sie mit stoischer Präzision die gehämmerten Linien der Klinge entlang. Sie war grimmig. Grimmig, weil sie eine der besten Kämpferinnen im ganzen Ort war und weil man sie erst heute Früh von dem Eintreffen eines Ritters und seines Gefolges unterrichtet hatte. Magier seien dabei, hatte der siebenjährige Bote berichtet. Magier und Elfen. Logan hatte ihn schon ohrfeigen wollen dafür, dass er ihr derlei absurde Märchen auftischte. Allerdings hatte sie sich eine genaue Beschreibung des Ritters geben lassen. Wer er sei und wo er herkommt, das konnte der Bursche nicht sagen. Logan argwöhnte, dass es einer von Howes oder Loghains Rittern sein könnte, die auch jedes noch so verschlafene Nest mit einer Mauer auf seine Sache einschwören sollte. Natürlich könnte ein solcher Ritter einen jungen Lord mit Geschichten von Magie und pfeilschießenden Waldbewohnern begeistern – oder einschüchtern. Ein letztes Mal wurde der Stein über die Klinge gezogen, die Logan schon in so vielen Kämpfen geführt hatte. Es war ein Meisterstück fereldrischer Schmiedekunst. Nicht so perfekt ausgearbeitet wie Zwergenklingen und nicht so verziert wie die Schwerter der Ritter von Orlais, aber ein gutes Werkzeug. Und Logan beherrschte ihr Handwerk. Vielleicht würde sie ihren Stahl schon bald gegen einen wertigeren Gegner heben müssen, als gegen die Monstren der dunklen Brut.

    Logans Gang war schwer. Das gesteppte Hemd, das darüberliegende Kettenhemd und die Bänderrüstung wogen schwer auf den Schultern der jungen Frau. Nicht so schwer, als dass es eine Belastung für sie wäre – noch nicht. Logan trug den Rundschild auf dem Rücken und die Bartaxt in der Faust. Sie hatte ihren Helm unter den Arm geklemmt als sie die drei Stufen von ihrem Quartier auf die Straße nahm – und prompt mit jemandem sehr schnellen und wendigen zusammenstieß. „Bist du des Wahnsinns fette Beute, Mädchen?“, brüllte die Kriegerin die blonde Gestalt an, die sich da katzenartig fing und sie mit großen grünen Augen, denen ein leichter Silberblick innelag, anschaute. „Verzeihung, Madame“, sagte die Elfe. Elfe? Logan traute ihren Augen nicht. Das tätowierte Gesicht, die langen spitzen Ohren, die alterslosen, feinen Gesichtszüge. Vor ihr stand ein Mitglied des Alten Volkes. Eine Dalish. „Ich bin in Eile“, verkündete die Elfe. „Ich bin Logan“, antwortete die Kriegerin ohne den unbeabsichtigten Witz ihrer Aussage zu erkennen. Sie wollte sich einfach vorstellen, denn scheinbar hatte der Junge nicht gelogen. Die Elfe machte noch größere Augen, als von Natur aus, dann machte sie eine wirklich elegante Verbeugung. „Es freut mich, Eure Bekanntschaft zu machen, Logan. Larissa Efeublatt nennt man mich“, sagte die Dalish. Logan glotzte. Nicht nur, dass sie eine waschechte Dalish sah, diese hier war redegewandter und höflicher als der Großteil der Menschen in Berewic. Die meisten knurrten nur einen Gruß oder flüsterten verstohlen. Die Elfe legte den Kopf schief, ihr dickes Haar mit diversen Zöpfen reichte ihr bis zur Hüfte. „Ich möchte Euch gar nicht weiter behelligen“, sagte sie mit der langsamen Unsicherheit, mit der man jemand offenkundig geistig umnachteten ansprach. „Habt einen schönen Tag!“

    „Warte!“ Logans Gedanken hatten wieder den Pfad zu ihrer Zunge gefunden. „Ihr seid die Neuankömmlinge, die Berewic helfen.“ „Stimmt.“ „Und Ihr seid gerade darum unterwegs?“ „Stimmt auch.“ „Und der Ritter…?“ „Aaah, Ser Artur, ja, einer meiner besten Freunde und ein treuer Weggefährte“, singsangte die Elfe munter. „Ja, der müsste hier irgendwo sein.“ Sie drehte sich einmal um sich selbst, dann zuckte sie mit den Schultern. „Er ist ziemlich groß, schwer zu übersehen.“ Sie lächelte. „Kommt er von Arl Howe? Teyrn Loghain?“ Larissa hob eine dunkle, volle Augenbraue. „Hm, nein. Er kommt aus…“ Sie tippte sich nachdenklich an die Lippen, dann klopfte sie sich gegen die Schläfe. „Wie hieß das noch…?“ „Orlais?“, rief Logan. „Nein, Awara oder so.“ „Nevarra?“ Larissa schnippte und zeigte auf Logan. „Das ist es!“ Der Kriegerin fiel ein Stein vom Herzen. Arl Howe heuerte nie Söldner an, so sagte man zumindest. Er traute nur, wer in Ferelden geboren war. Das konnte natürlich auch nur ein Gerücht sein, zumindest sank die Chance, dass der Feind sich innerhalb der Mauern Berewics aufhielt. Zinnen ließen sich schwer verteidigen, wenn man mit einem Stich in den Rücken rechnen musste.

    Die Elfe sah nun etwas gehetzter aus. „Stimmt etwas nicht?“ „Doch, ich habe bloß einen Auftrag. Ich soll zu den Köhlerhütten…“ „Dann will ich Euch nicht aufhalten. Habt Dank, Larissa Efeublatt.“ Die Dalish verneigte sich, diesmal weniger imposant, und verschwand. Und Logan beschloss, die Wälle abzuschreiten.

    *

    „Oh, Ihr seid aber ein Schätzchen“, sagte Nimue in dem Tonfall einer Frau, die Schmeicheleien als solche erkannte und dennoch genoss zu der Elfe. „Um Eure Skepsis zu beseitigen und vielleicht auch den Verdacht, Ihr hättet es mit einer Abtrünnigen zu tun: Meine unbedingte Loyalität zum Zirkel, zu Ferelden und der Krone haben mir dieses Privileg verdient.“ Nimue hob stolz den Kopf. „Aber lasst und zu jenen schweren Fällen gehen, von denen Ihr berichtet habt, meine Liebe.“
    Die beiden Frauen wagten sich tiefer in das stechend nach Kräutern, Salben und blutgetränkten Tüchern riechende Gebäude. Hier sah Nimue die Wucht des Angriffs noch deutlicher, als an den Axthiebe am Tor oder der Bolzen-gespickten Palisade. Abgetrennte Gliedmaßen, Fieberbrand, Gestöhne und Tod fühlten den Raum mit der niedrigen Decke, obwohl kleine offene Fenster an jeder Seite waren. Trotz des eindringenden Tageslichtes musste der Raum mit Fackeln beleuchtet werden. Nimue machte eine kurze Bestandaufnahme, schritt die Reihen ab – und stockte. „Beim Erbauer.“
    Sie hielt sich die Hand vor den Mund. Feia musste glauben, dass Nimue gerade einen Geist gesehen hatte; und so war es auch mehr oder weniger. Zwischen den vielen Verwundeten lag Ser Ria, der Templer. Das stolze, dunkelhäutige Haupt hatte er leicht abgewandt, auf seinen Gesichtszügen spielte Schmerz. Nimue dämmerte es. Er war es gewesen, der den jungen Lord vor der Dunklen Brut gerettet hatte, wie es gestern beim Bankett berichtet worden war. Er. Ihr Feind. Ser Ria zuckte heftig, seine Hand verkrampfte sich. Ob sein Templergeist die Anwesenheit einer Magierin spüren konnte? Nimue wich zurück. „Entschuldigt mich“, sagte sie, drängte sich an Feia vorbei und eilte ins Freie.

    Draußen sah sie in den Himmel, sah die Wipfel der dicht bei Berewic stehenden Bäume sich grün gegen das Blau abgehen. Die Lage war gerade um einiges komplizierter geworden.


    [Bild: Pd3emXcS7L16I9W4GhFeieobenohne_klein.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Artur_mal_ohne_Helm_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Verwundert sah Feia der Magierin hinterher als sie beim Anblick des Verwundeten fast schon panikartig das Zelt verließ. Der Mann war wahrlich in keinem guten Zustand, seine Wunden hatten sich kaum verbessert. Stattdessen lag er seit Tagen in schmerzhafter Agonie, für Feia mehr tot als lebendig. Es gab Vermutungen das er sich bei seinem Kampf vielleicht die Verderbnis zugezogen hatte. In dem Fall wäre ihm jedoch der Tod sicher. Feias Gefährtin hatte ihr von Männern berichtet die von der Verderbnis befallen wurden. Entweder starben sie qualvoller Agonie oder verwandelten sich in Ghule, verderbte Wesen. In beiden Fällen war es besser ihnen das Geschenk der Gnade zuteil werden zu lassen.
    Feia hätte Saft des schwarzen Schlafmohns anbieten können, gegen die Schmerzen und vielleicht auch für einen sanften Übergang. Doch Großmutter Mari klammerte sich bei allen Überlebenden wie dieser Bursche ans Überleben. Egal wie groß die Chancen standen. Also hatte Feia geschwiegen, das Risiko vermeidend als Giftmischerin hingestellt zu werden.
    Aber wieso hatte diese Nimue beim Anblick des Templers die Flucht ergriffen. Die Erkenntnis traf sie spät, die Elfe klatschte sich an die Stirn. "Templer! Feia du dummes Ding.", schalt sie sich selbst und schüttelte den Kopf. Dann verließ sie das Zelt.

    Draußen sah sie die Rothaarige in den Himmel starrend. Die Elfe verließ das Zelt, ihr langes Messer schlug beim gehen leicht gegen den Oberschenkel. Hier im Dorf machte es nichts wenn man sie hören konnte.
    "Ist alles in Ordnung bei euch?", erkundigte sie sich besorgt.
    "Ich muss sagen, für jemanden mit unbedingter Loyalität zum Zirkel habt ihr beim Anblick des Templers recht schnell schnell das Weite gesucht.", stellte sie verwundert fest, ohne eine große Wertung mitschwingen zu lassen. Templer und Magier, das war in jedem Land kompliziert.
    "Verzeiht, das klang wohl falsch. Ist das vielleicht ein Bekannter von euch? Ein Freund sogar?", änderte sie ihre Frage ab.
    Wenn sie aus dem Zirkel hier kam, kannte sie vermutlich jeden Templer. Und wie ihr Étincelle damals erzählt hatte, war es auch nicht ungewöhnlich das sich Templer und Magier gerne mal näher kennen lernten.

    **

    Morgana erwachte und blinzelte mit noch klebrigen Augen. Ein wenig verdattert schaute sich sich im Raum um und brauchte um sich zu erinnern wo sie überhaupt war. Genau. Ein Kaff namens Berewic, umspült von der Dunklen Brut. Und Artur hatte sie freimütig zur Verteidigung eingeschrieben. Seufzend ließ sie sich wieder in die Matratze fallend. Die Realität vermittelte einen doch recht schnell das Bedürfnis im Bett liegen zu bleiben. Sie starrte die hölzerne Decke an.
    Natürlich hatte Artur das Arrangement auch getroffen damit sich alle erholen konnte, insbesondere sie. Tatsächlich hatte sie ein paar Stunden ohne Alpträume schlafen können, beinahe ein kleines Wunder. Sie fühlte sich immer noch müde, aber immerhin ein wenig erholt. Ihr Magen begann plötzlich zu knurren. Der Umstand das bei dem gestrigen Gelage fast im Haferbrei eingeschlafen war, hatte sie keine großen Taten an der Tafel vollbringen lassen. Jetzt jedoch meldete sich ihr Magen, zu spät, aber dafür lautstark. Grummelnd erhob sie sich, nach ihren Stiefeln Ausschau haltend.

    Ihre Unterkunft stellte sich als komplett verlassen heraus. Nichtmal Haesten lag irgendwo besoffen in der Ecke, ein Umstand den sie jetzt nicht vermisste. Leider hatte ihre tapfere Gruppe wohl auch alle Lebensmittel des Hauses geplündert bevor sie aufgebrochen waren. Die Satteltaschen waren auch nirgendwo zu finden, nur einen kleinen grünen Apfel entdeckte sie nach längerer Suche.

    Mit einem knacken verschwand ein großes Stück des Apfels in Morganas Mund, welchen diesen bedächtig kaute. Ihr Kopf arbeitete beim kauen, überlegend wo die anderen waren. Und etwas zu essen. Die Schwarzhaarige lief recht planlos über den kleinen Pfad, als ihr plötzlich ein junges Mädchen mit Sommersprossen über den Weg lief. Dieses summte heiter vor sich her.
    "Entschuldige, kannst du mit helfen Kleines?", rief sie Morgana an. Der Rotschopf blieb stehen und trabte dann beschwingt an.
    "Hallo. Ich bin Thekla.", stellte sie sich vor. "Gehörst du etwa zu diesen Abenteurern die gestern angekommen sind?", fragte sie neugierig. "Niedlich die Kleine.", dachte Morgana mit einem schmunzeln und nickte zustimmend.
    "Genau, mein Name ist Morgana. Um ehrlich zu sein suche ich gerade meine Gefährten. Hast du einen von ihnen gesehen?", erkundigte sie sich freundlich. Thekla überlegte kurz und nickte dann aufgeregt.
    "Ja, die Waldelfe wollte zu den Köhlerhütten. Den Ritter habe ich mit zwei Anderen am Wehrgang gesehen. Und die Magierin kam mir entgegen als ich von den Verwundeten kam.", erklärte das Mädchen eifrig.
    "Danke Thekla.", erwiderte Morgana und überlegte wo sie am Besten hingegen sollte, als ihr Magen wieder knurrte. Besorgt schaute Thekla sie an, während Morgana leicht verlegen lächelte und versuchte es zu ignorieren.
    "Hast du etwa Hunger?",fragte sie neugierig. Morgana winkte ab. "Geht schon, danke.", wiegelte sie ab.
    "Ach was. Man soll immer auf den Magen hören, hatte meine Oma gesagt.", erklärte sie und kramte im Korb.
    "Hier ich habe eine..äh.. Simtschnecke bekommen. Die teile ich mit dir.", bot sie an, die Schnecke präsentiernd.
    "Ich kann doch nicht deine Schnecke nehmen.", erwiderte Morgana und schüttelte den Kopf.
    "Deswegen teilen wir. Und du erzählst mir im Gegenzug dafür eines eurer Abenteuer.", verkündete das Mädchen resolut, setzte sich und klopfte mit der flachen Hand neben sich. Morgana stutzte kurz, folgte dann aber dem sanften Druck.
    Dankbar nahm sie die Hälfte der Schnecke entgegen und biss, von Thekla beobachtet, von dieser ab.
    "Hmm, die ist äußerst lecker. Hat die deine Mutter gebacken?", erkundigte sie sich freundlich. Thekla schüttelte den Kopf, ihre Miene wurde kurz traurig. "Nein, Mama ist nicht mehr bei uns. Die Monster haben sie geholt.", erklärte sie traurig.
    Morgana schalt sich innerlich kurz als Idiotin und schaute betroffen zu Boden. "Das tut mir Leid. Entschuldige die Frage."
    Thekla nickte knapp, dann verbesserte sich ihre Laune. "Feia hat die gebacken. Sie ist neu hier, so wie du.", erklärte sie, deutlich von dieser Feia begeistert. Morgana nickte, froh das Thekla wieder gute Laune hatte.
    "Sie ist eine Elfe, sehr hübsch. So wie du. Und sie hat auch schwarze Haare, schwarz wie ein Rabe.", erklärte Thekla.
    Morgana stutzte. Sowohl der Name Feia, als auch die Beschreibung kamen ihr irgendwie bekannt vor.
    "Klingt nett, hat sie auch grüne Augen wie ich?", erkundigte sich neugierig. "Nein, ihre sind blau wie der Himmel."
    Morgana schluckte die Zimtschnecke herunter. Konnte es wirklich diese Elfe sein die ihr vor Highever geholfen hatte?
    "Und was macht diese Feia?", fragte sie nach und Thekla begann zu erzählen.

    **

    Das Trio setzte seinen Rundgang fort, wobei Mordred für seine Verhältnisse ungewöhnlich ruhig blieb. Aber auch Artur redete nicht allzuviel. Mealla hatte den Verdacht das vielleicht beide einen Kater von gestern hatten. Wie auch immer das bei diesem verwässerten Wein möglich sein sollte, jedoch hatte einer der Dörfler später seinen selbstgebrannten Schnaps dargereicht.
    Der Blick der Elfe bemerkte als Erstes eine Gestalt die aus der Masse heraus ragte. Weniger aufgrund ihrer Größe, als aufgrund ihrer Erscheinung. Der Körper der Frau welche ihnen entgegen kam, atmete den Krieg scheinbar aus jeder Pore. Es gab keine großen weiblichen Rundungen an ihr, alles war im Feuer des Gefechtes auf den absolut nötigen Grad heruntergebrannt worden. Eisen in fleischlicher Hülle, ähnlich wie Mealla. Nur das dieses Eisen nicht wie die Elfe nicht kürzlich durch Schläge bearbeitet worden war, sondern trotz der Schwere der Ausrüstung einen hebenden Gang hatte.
    Auch die beiden Männer betrachteten neugierig die Kriegerin welche ihr entgegen kam, ganz eindeutig kein Teil der Dorfmiliz.
    "Seid gegrüßt.", begrüßte sie Artur höflich als sie näher gekommen war.
    "Ich vermute ihr seid diese Soldatin von der Lord Ulfric gesprochen hatte."
    , fragte er an, bevor er die drei vorstellte.
    "Ser Artur van Markham, dies sind Mordred Aromaki und Mealla Viridis.
    " Mealla nickte zustimmend und betrachtete die Aufmachung der hellhaarigen vor sich.
    "Kavalleristin?", erkundigte sie sich höflich, leicht an eine nahe Palisade gestützt. Auch ohne O-Beine hatte sie keine Probleme jemanden zu erkenn der sein Leben vornehmlich im Sattel verbrachte. Der Abrieb an der Innenseite der Hose sprach Bände und auch die Belastungsspuren der Reiterstiefel zeigten ihr das diese nicht nur zur Zier getragen wurden.
    numberten is online now
Page 20 of 20 « First ... 9131617181920

Posting Permissions

  • You may not post new threads
  • You may not post replies
  • You may not post attachments
  • You may not edit your posts
  •