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  1. #321 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • Entsetzen / Gehorsam

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Sie suchte nach einem langen stockähnlichen Gegenstand, als sie das Lager bei Tageslicht durchschritt. Was sie aber sah, war Unordnung. So wie sie es bereits in den späten Stunden des gestrigen Nachmittags empfunden hatte, so war es bei Tageslicht auch. Sicherlich galt es beim Militär abzuwägen zwischen Aufgaben und Druck und einer gewissen Gelassenheit. Doch so etwas wie hier war ihr selbst in den vielen Posten, bei denen sie nach ihrem Vater gesucht hatte, nicht untergekommen. Es war so wie im Flüchtlingslager. Da hatte sie sich auch bei ihrem Auftrag beim Anblick der verwahrlosten Kinder fast ähnliches gedacht. Sie versuchte es zu begreifen. Konnte es aber nicht. Denn sie als Dalish waren auch auf Reisen. Vieles musste schnell verpackt werden. Um fortziehen zu können. Manches blieb auch gleich so verschnürt, wie es abgeladen wurde. Wenn man die Dinge nicht brauchte, dann war es so. Aber es war immer eine Ordnung da. Dafür sorgten schon die Ältesten, allen voran die Hüterin. Wenn es hier nicht gelang, lag es am Kommandanten. Oder sie waren einfach zu lange hier und warteten nur auf das Ende. Daraus konnte sich so ein Gewusel erklären …

    Ein Baum, besser der Stumpf eines Baumes riss sie aus den Betrachtungen. Glandis erschrak, ging in die Hocke und fühlte mit ihrer Handfläche den mit Äxten grob abgehauenen Stamm. Leise, zögerlich sagte sie: »,Aneth ara, Adahl‘« und fügte noch hinzu »,Abelas Adahl, Abelas. Sie schwieg eine Weile. Die Dalish wusste, dass ihr Mitleid den Baum nicht wieder herstellen würde. Aber es machte sie immer fassungslos, wie hier mit der Natur umgegangen wurde. Wie sie im Aufstehen war, sah sie, dass das was sie suchte aus dem Stumpf herauswuchs. An der Seite zum Wasser war noch Leben in der Wurzel. Schlanke Reiser, noch grün, wuchsen aus der alten, geborstenen Rinde. Sie konnte jetzt nicht das Messer nehmen, um hier einen abzuschneiden. So blieb ihr nur zu sagen; »,Aneth ara, Adahl‘«



    [Bild: VR_Begl_a.png] Drusus Nerva hörte sich den langen Vortrag von Mylady an. Er verzog keine Wimper. Kein Spiel einer Regung zeigte sich in seinem Gesicht. Nur das überlaute Aufsetzen des Bechers, seines Bechers, empfand er als arrogant. War ihr nicht bewusst, dass sie auch hier in den Tod gehen konnte? Mit Spionen macht man kein großes Federlesen. Auch die anderen Dinge, die er so hörte, überzeugten ihn nicht. Viel Wind um Nichts. Wichtigtuerei. Ja, das war es in seinen Augen. Und so beschloss er nur wenige Dinge zu sagen.

    »Mylady! Es war euer Bruder, der Kommandant der Truppen, der mir den Befehl erteilte hier Posten zu halten.« Er schaute sie an und wollte sicher sein, dass sie es verstanden hatte. Denn es musste ihr doch klar sein, was ein Befehl war. Oder war ihr das nicht bewusst? Sie musste doch wissen, dass im Krieg, und in diesem befanden sie sich zweifellos, immer Stützpunkte geopfert wurden, um andere zu retten. Das war das Los der einfachen Soldaten. Die Befehlshaber schoben diese in Form vom Klötzchen über Karten und wurden später gar der tollen Strategie als die Helden gefeiert. Doch wer feierte die Soldaten? Er hatte den Befehl hier zu sein. Und diesen würde er auch einhalten. Da gab es überhaupt nichts zu deuteln.

    Wie er so über diese Sache nachdachte und sich überlegte, was er schon alles gesagt bekommen hatte fragte er sich und sprach es laut aus: »Sagt Mylady, wie lange seit ihr schon von zu Hause weg?«

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  2. #322 Reply With Quote
    Held Shepard Commander's Avatar
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    [Bild: Artur_mal_ohne_Helm_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Morgana bemerkte die Fremden vermutlich noch viel später als der Rest der Gruppe, schienen sie doch schon fast unwirklich, als sie plötzlich bewaffnet aus dem umliegenden Dickicht auftauchten. Fast hätte sie die Milizionäre als ein weiteres Hirngespinst abgetan. Ein weiteres Produkt ihres erschöpften und gequälten Geistes. Die letzten 5 Tage hatte die Schwarzhaarige kaum geschlafen, jede Nacht war ein weiterer Albtraum gewesen, mit weiteren Alpmahren und Schrecken die das Nichts für sie bereitstellte. Keiner der Träume endete gut für sie und jedes Mal wachte sie schweißgebadet und mit pochendem Herzen in ihrem Zelt auf. Noch während des Erwachens verfolgte es sie, das höhnische Krächzen der schwarzen Krähe. Der Vogel war die Gemeinsamkeit in all ihren Alpdrücken, die verbindende Klammer all ihrer Qualen. Morgana fehlte der Grund ihrer Anwesenheit, die Möglichkeit diese Quelle zu versiegen. Sie war wie ein Splitter im Körper, folternd, unerreichbar und vergiftend. Die Hexe hatte in den letzten Tagen freiwillig die schlechten Wachzeiten übernommen, denn was nützte der Schlaf gar ohne Erholung?
    Der dunkle Lidstrich unter ihren Augen, hatte seine eigentliche Funktion verwirkt. Kein Ausdruck der Verruchtheit sollte er mehr erzeugen, er diente nur noch die größer werdenden Augenringe zu verbergen. Appetitlosigkeit hatte sich in ihr ausgebreitet, wenn auch marginal, so war ihr Gesicht leicht eingefallen in den letzten Tagen. Die Erschöpfung die sich insgesamt in der Gruppe ausgebreitet hatte, spiegelte sich in ihrem Gesicht fokussiert wie durch ein Brennglas wieder.
    War ihr Haar sonst immer voll und strahlend, Morgana ertappte bisweilen eine Strähne die spröde und schwach wirkte. Die Zauberin war ausgelaugt, einzig ihr eiserner Wille ließ sie weitermarschieren. Immer den anderen folgend, darauf hoffend das sich die Dinge bessern würden. Zum ersten Mal seit langer Zeit zweifelte sie an ihrer Entscheidung den anderen gefolgt zu sein. Sie fühlte sich unwohl, fand keinen Trost in der Gesellschaft. Denjenigen die sie sich normalerweise anvertraut hätte schienen alle mit sich selbst beschäftigt, oder der falsche Ansprechpartner für ihre sonderbaren Träume. Und die Person die ihr vielleicht einen Rat hätte geben können, traute Morgana nicht mehr. Zu deutlich waren für sie die Fronten aufgebrochen, als der Templer sie beschuldigt hatte. Nein, sie war zwar in Gesellschaft, aber dennoch alleine.
    Die Gespräche zwischen der Gruppe und den Dörflern erreichten sie kaum, nur dumpf vernahm sie einzelne Gesprächsfetzen, während sie einen Fuß vor dem Anderen setzte. Irgendetwas von Monstern. Natürlich. Was war schon normal in diesen Tagen?

    Sie erreichten das Dorf und stiegen den Hügel hinauf. Mealla spürte die Anstrengung, doch keinen Schmerz. Das war gut. Ihr Körper hatte sich erholt in den letzten Tagen, Tage die keine Erholung boten. Sie war nicht vollständig genesen, die nötige Ruhe dafür war ihr nicht vergönnt gewesen. Doch es ging aufwärts, ganz wie die Gruppe, stetig dem Palas entgegen. Sie konnte wieder vernünftig reiten, ihre Rüstung anlegen ohne das die Haut brannte wie Feuer. Den Bogen spannen, unter Anstrengung doch ohne das Gefühl das er sie zerreißen würde. Den Speer schwingen, nicht übermäßig kunstvoll doch besser als die meisten dieser Bauern um sie herum. Das war gut. Wenn sie sich so umhörte hatte sie das Gefühl das sie all das bald wieder benötigen würde.
    Kein Wort der Frage war in den letzten Tagen zu dem Ursprung ihrer Verletzungen gekommen. Entweder war es den Anstrengungen geschuldet, oder einem allgemeinen Desinteresse an ihrer Person. Ihr war momentan beides recht, auch wenn sie derzeit mehr als froh war mit der Gruppe zu reisen. Ohne sie wäre sie wohl kaum so weit mit ihren Verletzungen gekommen und es war nach langen Zeiten der Einsamkeit doch tatsächlich ein nettes Gefühl wenn sich jemand um einen bemühte. Vor allem dem männlichen Teil der Gruppe musste sie in dieser Hinsicht großes Lob aussprechen. Waren die Damen, sie eingeschlossen, in den letzten Tagen vor allem mit sich selbst beschäftigt gewesen, lockerten die Herren die trübe Stimmung zuweilen auf. Mealla zweifelte zwar nicht das sie auch, insbesondere Artur ebenfalls gestresst waren. Dennoch hinderte das keinen der Drei auf der Wanderschaft gegenseitige Frotzeleien, dummer Bemerkungen und Witze auszutauschen.
    Eine Eigenschaft die von der Elfe desöfteren beim männlichen Geschlecht beobachtet wurde und sie in den letzten Tagen wieder zu wertschätzen lernte.

    Schließlich blieben sie vor dem Haus des Bürgermeisters stehen, einer Behausung die so wirkte als hätte sie in früheren Tagen schon dem Stammesführer gehört. Vielleicht war dem auch so. Der Mann der jetzt vor Artur stand machte jedoch keinen besonders wilden Eindruck. Ein freundlicher junger Mann, durch Kleidung und anderer Habe deutlich als Adelsspross zu erkennen. Sein Arm steckte in einer Schlinge, es schien nur wenige Menschen in diesem Dorf zu geben die keine Blessuren aufwiesen.
    Artur hatte seinen Helm abgesetzt, schon bevor sie ins Dorf gegangen waren. Seine Augen hatten aufmerksam das Dorf und seine Bewohner beobachtet, nach Spuren des Kampfs Ausschau gehalten. Und nach den Monstern die man erwähnt hatte. Jedoch hatte er wenig entdeckt und es stank auch nicht nach dem typischen Dunst der Brut. Dennoch war in den Augen der Menschen zu sehen das zweifellos Böses sie heimgesucht hatte. Wie scheinbar jeden Winkel Fereldens.
    War doch des Ritters Miene in den letzten Tagen oft nachdenklich, gar grimmig gewesen, so zeigte sie jetzt ein freundliches Lächeln. Die Lage schien weiterhin denkbar schlecht, doch Artur schob vorerst seine Sorgen beiseite.
    "Ser Artur van Markham. Eine Freude eure Bekanntschaft zu machen Ulfric.", erwiderte der Ritter höflich.
    "Nach Orzammar sollte uns unser Weg führen, doch es sind finstere Zeiten. Keine Neuigkeiten für euch, dass sieht man mehr als deutlich. Doch auch uns führten die zahlreichen Gefahren dieser Tage auf Abwege. Unser Ziel ist weiterhin westwärts, zu den Städten der Zwerge doch die Straße schien uns nicht mehr sicher. Deshalb mussten wir uns durch die Wildnis schlagen, ihr seid die ersten freundlichen Gesicher die wir seit mehreren Tagen zu Gesicht bekommen.", erklärte der Ritter aufrichtig.
    "Doch wie ich hörte sind die Dinge für euch auch nicht zum Besten. Lot sprach von Monstern gegen die ihr kämpft. Ist es die Dunkle Brut?", erkundigte sich Artur bei dem Adligen und sah diesen fragend an.


    [Bild: KtgE3tZmvNOrh3xHiLarissa_klein.jpg] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Der junge Mann, der auf den Namen Ulfric hörte, schien sich seine gute Laune angesichts all der Schrecklichkeit nicht nehmen lassen zu wollen. Allerdings wurde seine Miene ernster, als Artur auf die Monster zu sprechen kam. „Ja, die Dunkle Brut, so scheint es. So sagten zumindest jene, die den Wesen bereits begegnet waren. Auf mich wirkten sie weniger wie Kreaturen aus Fleisch und Blut, sondern eher wie Kreaturen gewoben aus Albträumen.“ Er erschauerte. „Hier in Berewic befinden sich noch wenige Reisende mehr. Eine von ihnen, eine Kriegerin, hat diese Kreaturen schon in der Armee des Königs bekämpft. Nun geht alles den Bach runter.“ Ulfrics letzte Worte waren von Wehmut schwer und passten nicht so sehr zu seinem ansonsten heiteren Gemüt. „Sie hat uns vom Tod des Königs berichtet und vom Sieg der Horde. Es erscheint mir tatsächlich ein Albtraum zu sein, der hier gegen unsere Mauern und unsere vormals heile Welt brandet.“ Lot, der alte Kämpfer, schwieg und senkte das Haupt angesichts der schweren Worte und selbst die Hunde schienen die bedrückende Stimmung zu teilen. Ulfric, der die Lage kippen sah, bemühte sich nun wieder um freundlichere Worte. „Was ich euch anbieten kann, meine Freunde, ist eine Rast, ein einfaches Bett und ein Mahl an meiner Tafel. Ich habe auch eine Bitte – oder sollte ich es ein Angebot nennen? Aber vorerst möchte ich euch, so ihr keine weiteren Fragen habt, einladen eure Habe hier unterzubringen. Lot wird euch ein freies Haus am Marktplatz geben. Bitte, folgt meiner Einladung zu Essen heute Abend. Dann können wir in Ruhe weitersprechen.“

    *

    Das Haus, dass Lot der Gruppe zuwies, war verlassen und riesenhaft. Hier musste eins ein bedeutender Hausherr oder aber eine große Familie residiert haben. Es war angesichts der Lage im Ort leicht zu erahnen, was den vorherigen Bewohner ereilt hatte. Das Haus verfügte über vier Zimmer im unteren Stockwerk, darunter eine geräumige Küche mit Herd, großer Sitzbank und einem groben Tisch. Im Obergeschoss, das über eine Treppe im Flur des Hauses zu erreichen war und das so niedrige Decken hatte, dass lediglich Larissa dort aufrecht stehen konnte, lagen drei weitere Zimmer – ausgewiesene Schlafzimmer wie zwei alte Betten und mehrere Strohlager zeigten. Alle Schränke und Kommoden, die in diesem Haus noch standen waren restlos geplündert worden. Anscheinend ging die nachbarschaftliche Liebe nicht über ein gewisses Maß an materialistischer Bereicherung heraus. Nimue beanspruchte sofort eines der Betten für sich und wies das andere Mealla zu, die aufgrund ihrer Verwundungen die Ruhe eines echten Schlafplatzes mehr brauchte als der Rest der Gruppe. Die Pferde fanden einen Unterstand direkt neben dem Haus, Mordred argwöhnte, dass man ihnen dieses Juwel der Stadt nicht aus reiner Gastfreundschaft überließ. „Ich frage mich, was der gute Ulfric mit uns vorhat“, sagte er schelmisch und zwinkerte wie jemand der etwas wusste, was allen anderen im Verborgenen geblieben war. Auch Nimue war sich sicher, dass diese Unterkunft entweder der Versuch einer Bestechung oder Schmeichelei war. „Vielleicht wollen sie uns auch bloß nicht verärgern“, dachte sie laut nach. „Unsinn. Diese Waldbewohner haben zwar keine Ahnung vom Kampf, haben aber offenbar auch keine Angst davor“, intervenierte Haesten. „Sonst hätten sie uns im Wald nicht so sehr bedroht.“ „Vielleicht hatten sie einfach Angst?“, sagte Larissa und legte ihren Tornister mitsamt ihrem Köcher auf den Tisch in der Küche. „Es sind ja auch Zeiten, in denen die Angst allgegenwärtig ist.“ Sie schaute zu der rußgeschwärzten Decke und wunderte sich darüber, dass sie sich kaum mehr wunderte, wenn sie ein Menschenhaus betrat. Bei ihren ersten Besuchen der Shemlen-Behausungen hatte sie das urtümliche Gefühl eingesperrt zu sein. Kein Holz, Leinen oder Himmelszelt über ihr, sondern gebrannter Ton, Stein oder geschwärzte Dielen hinterließen anfangs das Gefühl drohender Zermalmung. „Wir sollten jedenfalls zu dem Abendessen gehen“, beschied Nimu abschließend. „Sicher. Schon allein, weil mein Magen so leer wie ein gebrochenes Versprechen ist“, maulte Haesten. Er ließ seinen Schild fallen und drückte den Rücken ins Hohlkreuz, dass es laut knackte. „Und so ein Lord, der tischt sicherlich gut auf.“

    *

    Haestens Vermutung ging ins Leere. Anstatt ein Festmahl mit Wildscheinbraten, Früchten und hellem, süßem Brot gab es eine dünne – wenn auch sehr schmackhafte – Lauchsuppe mit hartem Graubrot und als Nachspeise Kirschsuppe mit Hefeklößen. Haesten schaute betrübt in sein mitgebrachtes Trinkhorn, in dem ein verwässerter Wein schwappte. „Unsere Jäger waren seit Tagen nicht mehr tief im Wald und in den Randgebieten finden sie meist nur ein paar Kaninchen“, sagte Ulfric entschuldigend. Er saß, wie es sich für einen Herrn gehörte, am Kopf der langen Tafel. Zu seiner Rechten hatte er Artur postiert, zu seiner Linken saß ein Mann Ende Vierzig mit schon ergrauten Schläfen und Falten, wohl aber wachen Augen und knochigen, harten Händen. Sein Name war Peredur und er war der Leibwächter, Waffenmeister und Berater des jungen Herrn Ulfric. Er leitete die Verteidigung zusammen mit Ulfic selbst und Lot. Da sich Lot und Peredur aber in der Wache ablösten, hatte Peredur – oder Ser Peredur, wie er eigentlich genannt werden musste, war er doch ein gesalbter Ritter – geschlafen, als Artur und seine Konsorten eingetroffen waren. Mit am Tisch saßen noch weitere hochstehende Persönlichkeiten Berewics, die jedoch keiner weiteren Vorstellung oder Beachtung bedurften. Sie alle waren höflich, man merkte jedoch die Ressentiments gegenüber den Elfen und ebenso wie abgekämpft sie waren. Ulfric löffelte einarmig seine Suppe und bedankte sich mit einem lauten Ruf bei der Köchin des „Festmahls“. Peredur hingegen schaute ebenso grimmig drein wie Haesten, wenn auch aus anderem Grund vermutlich. Die Anwesenheit so vieler fremder Gesichter und Akzente schien den Ritter zu verunsichern.

    Nachdem sie auch die letzte weichgekochte Kirsche von ihrem Stein gelutscht und selbigen auf den Boden der Schüssel gespuckt hatten, ließ Ulfric zur Freude einiger Männer ein Bierfass bringen. Er gab sich offensichtlich die größte Mühe seinen Gästen trotz der geringen Möglichkeiten den Eindruck eines Hofessens zu vermitteln. „Wenn ich könnte, so würde ich euch einen Bänkelsänger ein Ständchen singen lassen“, sagte der junge Lord mit um Verzeihung bittender Tonlage. „Aber ich glaube dieser Hof hat seit vielen Jahren keinen ordentlichen Musikanten mehr gesehen.“ Das war Mordreds Einsatz, der sich effekthaschend erhob, tief verneigte und verkündete: „Dann erlaubt mir, Herr, Euch zum Dank für das Mahl eine Ballade singen zu lassen. Denn wie es das Schicksal so will bin ich ein wahrhaftiger Barde in meiner antivanischen Heimat. Ich hole nur schnell meine Harfe, wenn Ihr erlaubt.“ Ulfric strahlte angesichts der Möglichkeit Harfenklängen zu lauschen. „Ich bitte Euch, holt sie!“ Er hätte wohl vor Freude in die Hände geklatscht, als Mordred los eilte, sein Verband hinderte ihn daran. „Sagt, Herr, was ist Euch passiert?“, fragte Nimue und schob die Schüssel von sich. Die Lauchsuppe hatte sie stark an den Turm des Zirkels erinnert und sie verdrängte das aufkommende Gefühl des Heimwehs, wenn sie an die vielen Feuerstellen, den Geruch der Bücher und die Gemeinschaft gebildeter und gewaschener Magier dachte. „Oh das?“, sagte Ulfric und hob beinahe den Arm aus der Schlinge.“Ja, das war die Dunkle Brut. Ich bin selbst er vor Kurzem in dieses Dorf gekommen. Die Ländereien meines Vaters überzieht der Krieg und als uns ein Bote mit der misslichen Lage ungeheurer Wesen hier in den Gefilden erreichte, konnte mein Vater keine Truppe aussenden. Ich bat also selbst mit einer kleinen Gruppe von Getreuen in diese Gegend zu reisen und nach dem Rechten zu schauen. Mein Vater tat sich schwer damit, mich losreisen zu lassen, erkannte aber die Notwendigkeit. ,Unsichere Grenzen bedeuten den Tod‘ pflegt er zu sagen. Also ritten Peredur und ich zusammen mit einer Handvoll Soldaten los. Nur einen halben Tagesmarsch von hier entfernt wurden wir überfallen.“ Er schüttelte den Kopf. „Ich habe es eigentlich gar nicht mitbekommen. Ein Armbrustbolzen traf mich in der Schulter und riss mich vom Pferd. Meiner guten Rüstung ist es zu verdanken, dass er nicht tief genug eindrang um meinen Knochen zu zerschmettern. Dennoch fiel ich vom Pferd, Peredur rettete mir mein Leben und geriet dadurch selbst in Bedrängnis. Die Männer, die uns begleiteten, wurde allesamt in wenigen Momenten getötet, sodass sich bald Peredur und ich alleine durch das Unterholz flüchtend wiederfanden. Wir wurden verfolgt und wären wohl zu Tode gekommen, hätten wir nicht Hilfe von einem weiteren Krieger bekommen, der auftauchte wie der schwarze Tod selbst. Er ritt die Brut nieder, die uns am nächsten war, stieg vom Pferd und schwang das Schwert wie Calenhad selbst. Doch auch er wurde gefällt. Zuvor hatte er aber ganze Arbeit geleistet und viele – mindestens ein Dutzend – dieser Biester erschlagen. Peredur nahm sich der restlichen Paar an und wir brachten unseren Retter uns ins hier in Sicherheit.“ „Dann hattet Ihr wohl Glück“, sagte Nimue gerade in dem Moment, in dem Mordred zurückkehrte, seine Harfe im Anschlag. Er ließ sie klimpern und genoss merklich die Aufmerksamkeit, die man ihm entgegenbrachte. „Einen Wunsch, Herr?“, fragte er.
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    [Bild: KtgE3tZmvNOrh3xHiLarissa_klein.jpg] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Der junge Mann, der auf den Namen Ulfric hörte, schien sich seine gute Laune angesichts all der Schrecklichkeit nicht nehmen lassen zu wollen. Allerdings wurde seine Miene ernster, als Artur auf die Monster zu sprechen kam. „Ja, die Dunkle Brut, so scheint es. So sagten zumindest jene, die den Wesen bereits begegnet waren. Auf mich wirkten sie weniger wie Kreaturen aus Fleisch und Blut, sondern eher wie Kreaturen gewoben aus Albträumen.“ Er erschauerte. „Hier in Berewic befinden sich noch wenige Reisende mehr. Eine von ihnen, eine Kriegerin, hat diese Kreaturen schon in der Armee des Königs bekämpft. Nun geht alles den Bach runter.“ Ulfrics letzte Worte waren von Wehmut schwer und passten nicht so sehr zu seinem ansonsten heiteren Gemüt. „Sie hat uns vom Tod des Königs berichtet und vom Sieg der Horde. Es erscheint mir tatsächlich ein Albtraum zu sein, der hier gegen unsere Mauern und unsere vormals heile Welt brandet.“ Lot, der alte Kämpfer, schwieg und senkte das Haupt angesichts der schweren Worte und selbst die Hunde schienen die bedrückende Stimmung zu teilen. Ulfric, der die Lage kippen sah, bemühte sich nun wieder um freundlichere Worte. „Was ich euch anbieten kann, meine Freunde, ist eine Rast, ein einfaches Bett und ein Mahl an meiner Tafel. Ich habe auch eine Bitte – oder sollte ich es ein Angebot nennen? Aber vorerst möchte ich euch, so ihr keine weiteren Fragen habt, einladen eure Habe hier unterzubringen. Lot wird euch ein freies Haus am Marktplatz geben. Bitte, folgt meiner Einladung zu Essen heute Abend. Dann können wir in Ruhe weitersprechen.“

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    Das Haus, dass Lot der Gruppe zuwies, war verlassen und riesenhaft. Hier musste eins ein bedeutender Hausherr oder aber eine große Familie residiert haben. Es war angesichts der Lage im Ort leicht zu erahnen, was den vorherigen Bewohner ereilt hatte. Das Haus verfügte über vier Zimmer im unteren Stockwerk, darunter eine geräumige Küche mit Herd, großer Sitzbank und einem groben Tisch. Im Obergeschoss, das über eine Treppe im Flur des Hauses zu erreichen war und das so niedrige Decken hatte, dass lediglich Larissa dort aufrecht stehen konnte, lagen drei weitere Zimmer – ausgewiesene Schlafzimmer wie zwei alte Betten und mehrere Strohlager zeigten. Alle Schränke und Kommoden, die in diesem Haus noch standen waren restlos geplündert worden. Anscheinend ging die nachbarschaftliche Liebe nicht über ein gewisses Maß an materialistischer Bereicherung heraus. Nimue beanspruchte sofort eines der Betten für sich und wies das andere Mealla zu, die aufgrund ihrer Verwundungen die Ruhe eines echten Schlafplatzes mehr brauchte als der Rest der Gruppe. Die Pferde fanden einen Unterstand direkt neben dem Haus, Mordred argwöhnte, dass man ihnen dieses Juwel der Stadt nicht aus reiner Gastfreundschaft überließ. „Ich frage mich, was der gute Ulfric mit uns vorhat“, sagte er schelmisch und zwinkerte wie jemand der etwas wusste, was allen anderen im Verborgenen geblieben war. Auch Nimue war sich sicher, dass diese Unterkunft entweder der Versuch einer Bestechung oder Schmeichelei war. „Vielleicht wollen sie uns auch bloß nicht verärgern“, dachte sie laut nach. „Unsinn. Diese Waldbewohner haben zwar keine Ahnung vom Kampf, haben aber offenbar auch keine Angst davor“, intervenierte Haesten. „Sonst hätten sie uns im Wald nicht so sehr bedroht.“ „Vielleicht hatten sie einfach Angst?“, sagte Larissa und legte ihren Tornister mitsamt ihrem Köcher auf den Tisch in der Küche. „Es sind ja auch Zeiten, in denen die Angst allgegenwärtig ist.“ Sie schaute zu der rußgeschwärzten Decke und wunderte sich darüber, dass sie sich kaum mehr wunderte, wenn sie ein Menschenhaus betrat. Bei ihren ersten Besuchen der Shemlen-Behausungen hatte sie das urtümliche Gefühl eingesperrt zu sein. Kein Holz, Leinen oder Himmelszelt über ihr, sondern gebrannter Ton, Stein oder geschwärzte Dielen hinterließen anfangs das Gefühl drohender Zermalmung. „Wir sollten jedenfalls zu dem Abendessen gehen“, beschied Nimu abschließend. „Sicher. Schon allein, weil mein Magen so leer wie ein gebrochenes Versprechen ist“, maulte Haesten. Er ließ seinen Schild fallen und drückte den Rücken ins Hohlkreuz, dass es laut knackte. „Und so ein Lord, der tischt sicherlich gut auf.“

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    Haestens Vermutung ging ins Leere. Anstatt ein Festmahl mit Wildscheinbraten, Früchten und hellem, süßem Brot gab es eine dünne – wenn auch sehr schmackhafte – Lauchsuppe mit hartem Graubrot und als Nachspeise Kirschsuppe mit Hefeklößen. Haesten schaute betrübt in sein mitgebrachtes Trinkhorn, in dem ein verwässerter Wein schwappte. „Unsere Jäger waren seit Tagen nicht mehr tief im Wald und in den Randgebieten finden sie meist nur ein paar Kaninchen“, sagte Ulfric entschuldigend. Er saß, wie es sich für einen Herrn gehörte, am Kopf der langen Tafel. Zu seiner Rechten hatte er Artur postiert, zu seiner Linken saß ein Mann Ende Vierzig mit schon ergrauten Schläfen und Falten, wohl aber wachen Augen und knochigen, harten Händen. Sein Name war Peredur und er war der Leibwächter, Waffenmeister und Berater des jungen Herrn Ulfric. Er leitete die Verteidigung zusammen mit Ulfic selbst und Lot. Da sich Lot und Peredur aber in der Wache ablösten, hatte Peredur – oder Ser Peredur, wie er eigentlich genannt werden musste, war er doch ein gesalbter Ritter – geschlafen, als Artur und seine Konsorten eingetroffen waren. Mit am Tisch saßen noch weitere hochstehende Persönlichkeiten Berewics, die jedoch keiner weiteren Vorstellung oder Beachtung bedurften. Sie alle waren höflich, man merkte jedoch die Ressentiments gegenüber den Elfen und ebenso wie abgekämpft sie waren. Ulfric löffelte einarmig seine Suppe und bedankte sich mit einem lauten Ruf bei der Köchin des „Festmahls“. Peredur hingegen schaute ebenso grimmig drein wie Haesten, wenn auch aus anderem Grund vermutlich. Die Anwesenheit so vieler fremder Gesichter und Akzente schien den Ritter zu verunsichern.

    Nachdem sie auch die letzte weichgekochte Kirsche von ihrem Stein gelutscht und selbigen auf den Boden der Schüssel gespuckt hatten, ließ Ulfric zur Freude einiger Männer ein Bierfass bringen. Er gab sich offensichtlich die größte Mühe seinen Gästen trotz der geringen Möglichkeiten den Eindruck eines Hofessens zu vermitteln. „Wenn ich könnte, so würde ich euch einen Bänkelsänger ein Ständchen singen lassen“, sagte der junge Lord mit um Verzeihung bittender Tonlage. „Aber ich glaube dieser Hof hat seit vielen Jahren keinen ordentlichen Musikanten mehr gesehen.“ Das war Mordreds Einsatz, der sich effekthaschend erhob, tief verneigte und verkündete: „Dann erlaubt mir, Herr, Euch zum Dank für das Mahl eine Ballade singen zu lassen. Denn wie es das Schicksal so will bin ich ein wahrhaftiger Barde in meiner antivanischen Heimat. Ich hole nur schnell meine Harfe, wenn Ihr erlaubt.“ Ulfric strahlte angesichts der Möglichkeit Harfenklängen zu lauschen. „Ich bitte Euch, holt sie!“ Er hätte wohl vor Freude in die Hände geklatscht, als Mordred los eilte, sein Verband hinderte ihn daran. „Sagt, Herr, was ist Euch passiert?“, fragte Nimue und schob die Schüssel von sich. Die Lauchsuppe hatte sie stark an den Turm des Zirkels erinnert und sie verdrängte das aufkommende Gefühl des Heimwehs, wenn sie an die vielen Feuerstellen, den Geruch der Bücher und die Gemeinschaft gebildeter und gewaschener Magier dachte. „Oh das?“, sagte Ulfric und hob beinahe den Arm aus der Schlinge.“Ja, das war die Dunkle Brut. Ich bin selbst er vor Kurzem in dieses Dorf gekommen. Die Ländereien meines Vaters überzieht der Krieg und als uns ein Bote mit der misslichen Lage ungeheurer Wesen hier in den Gefilden erreichte, konnte mein Vater keine Truppe aussenden. Ich bat also selbst mit einer kleinen Gruppe von Getreuen in diese Gegend zu reisen und nach dem Rechten zu schauen. Mein Vater tat sich schwer damit, mich losreisen zu lassen, erkannte aber die Notwendigkeit. ,Unsichere Grenzen bedeuten den Tod‘ pflegt er zu sagen. Also ritten Peredur und ich zusammen mit einer Handvoll Soldaten los. Nur einen halben Tagesmarsch von hier entfernt wurden wir überfallen.“ Er schüttelte den Kopf. „Ich habe es eigentlich gar nicht mitbekommen. Ein Armbrustbolzen traf mich in der Schulter und riss mich vom Pferd. Meiner guten Rüstung ist es zu verdanken, dass er nicht tief genug eindrang um meinen Knochen zu zerschmettern. Dennoch fiel ich vom Pferd, Peredur rettete mir mein Leben und geriet dadurch selbst in Bedrängnis. Die Männer, die uns begleiteten, wurde allesamt in wenigen Momenten getötet, sodass sich bald Peredur und ich alleine durch das Unterholz flüchtend wiederfanden. Wir wurden verfolgt und wären wohl zu Tode gekommen, hätten wir nicht Hilfe von einem weiteren Krieger bekommen, der auftauchte wie der schwarze Tod selbst. Er ritt die Brut nieder, die uns am nächsten war, stieg vom Pferd und schwang das Schwert wie Calenhad selbst. Doch auch er wurde gefällt. Zuvor hatte er aber ganze Arbeit geleistet und viele – mindestens ein Dutzend – dieser Biester erschlagen. Peredur nahm sich der restlichen Paar an und wir brachten unseren Retter uns ins hier in Sicherheit.“ „Dann hattet Ihr wohl Glück“, sagte Nimue gerade in dem Moment, in dem Mordred zurückkehrte, seine Harfe im Anschlag. Er ließ sie klimpern und genoss merklich die Aufmerksamkeit, die man ihm entgegenbrachte. „Einen Wunsch, Herr?“, fragte er.


    [Bild: Artur_mal_ohne_Helm_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg] & [Bild: Pd3emXcS7L16I9W4GhFeieobenohne_klein.jpg]

    Mit einer letzten Handbewegung justierte die Elfe das Schloss am Tellereisen. Dann spannte sie die Bügel der Falle. Sie erhob sich und schnappte sich einen länglichen Stock. Mit sanftem Druck berührte die Stockspitze den Teller, sofort schnappten die bezahnten Bügel wuchtig zu, gruben sich in das Holz. "Ui.", rief Thekla, das sommersproßige rothaarige Mädchen welches mit den anderen Dorfjugendlichen Feia beobachtet hatte. Ein begeistertes Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. Auch Bodek, ein schlaksiger Junge mit zerzausten dunklen Haar sah mit leuchtenden Augen die Falle an. "Und diese Eisen graben sich dann in das Fleisch dieser verderbten Brut?", fragte er erwartungsvoll und sah die blasse Elfe an. Diese entfernte den Stock aus den Bügeln und drehte sich dann zu den Jugendlichen. Es waren fünf, keine Kinder mehr, doch auch nicht so alt das man sie schon auf Patrouillen in die Wälder schicken wollte. Dort wo die Monster lauerten. Dennoch stand ihnen der Schrecken der letzten Wochen ins Gesicht geschrieben. Wenn er auch von der Unbekümmertheit eines Kindes überstrahlt worden. Erfrischende Unschuld, eine Leichtigkeit die Feia auch gerne wieder hätte. Diese Unschuld würde vermutlich auch bei diesen Kindern den Krieg zum Opfer fallen. Verzehrt von den Flammen des Krieges, eine Kindheit geraubt durch Leid und Elend.
    "Der Falle ist egal welches Fleisch in ihr steckt. Und auch die Brut kann verletzt werden, braucht Beine zum Fortbewegen.", erklärte sie selbstbewusst. Auf jedenfall ließen das die knappen Antworten ihrer eher wortkargen Begleiterin vermuten, Feia selbst war schließlich bisher keiner Brut begegnet. Nichts was sie bedauerte, doch dies würde sich wohl bald ändern. Dennoch war sie sofort einverstanden gewesen länger hier zu verweilen. Dieser Ort brauchte Hilfe und welche Hilfe konnten die Bewohner von Berewic schon in diesen Zeiten erwarten?
    Feia hatte sich in der letzten Woche eine eigene Beschäftigung geschaffen, baute Fallen welche die Verteidiger in den umliegenden Wäldern auslegen konnten, an Engstellen und vor den Palisaden. Sie war nicht umbedingt euphorisch empfangen worden, anders als Logan. Vermutlich hätte man sie gar nicht ins Dorf gelassen ohne ihre Begleiterin. Diese Leute sahen selten Elfen, vor allem keine mit Waffen. So war man jedoch distanziert, aber nicht unhöflich ihr gegenüber. Bei ihren Streifzügen durch die Ortschaft hatte sich die Elfe mit der Dorfjugend angefreundet, deren Neugier eventuelle Vorurteile der Älteren überstrahlte. Die Elfe zeigte ihnen dafür Möglichkeiten zu helfen ohne die Waffe zu schwingen und unterhielt sie mit kleineren Geschichten von ihren Reisen.
    "Kann ich auch mal die Falle spannen?", erkundigte sich Bulstryk, ein etwas kräftigerer Junge mit platten strohblonden Haar.
    Feia überlegte kurz, dann winkte sie ihn heran.
    "In Ordnung, aber schön außen anfassen und ziehen. Ich will gar nicht wissen was deine Eltern mit mir machen wenn du deine Hand zwischen diesen Zähnen verlierst."
    , ermahnte sie ihn und warf ihm einen strengen Blick hinzu. Der Junge nickte vorsichtig und kniete sich dann vor die Falle. Aufmerksam beobachtete die Elfe ihn, während er die Bügel über die Metallfeder spannte. Klackend rasteten diese in die Positionen ein.
    "Sehr schön Bulstryk. Wenn ihr mir noch ein paar mehr Metallspäne besorgt können wir auch Schrapnellfallen bauen. Für bessere Fallen fehlen mir die Materialen. Lebenssteine, Feuerkristalle damit könnten wir kleine Überraschungen bauen. Fallen die Feuer freisetzen und andere Dinge.", lobte sie den Jungen. "Sowas gibt es?", fragte Thekla neugierig.
    "Das und vieles mehr mein kleiner Feuervogel.", antwortete sie mit einem Lächeln, als plötzlich Jowek angesprintet kam.
    "Die Männer sind zurück, sie haben Fremde mitgebracht.", rief der kleine Junge mit seiner piepsigen Stimme aus.
    "Fremde? Was für welche, Reisende? Oder Banditen?", erkundigte sich Bodek und schaute den Neuankömmling ebenso neugierig an wie der Rest. Feia schritt langsam zu einem kleinen Schemel und setzte sich ab, während Jowek zu Atem kam.
    "Ich weiß nicht genau. Aber wie Banditen sehen sie nicht aus. Es war ein Ritter dabei, mit einer mächtigen schwarzen Rüstung. Der war riesig. Und zwei Elfen, die eine hatte Tätowierungen im Gesicht." "Eine Dalish? Du erzählst Schwachsinn, die Reisen doch nicht alleine. Die leben in anderen Wäldern, jagen Tiere und Menschen die sich in ihren Wäldern verlaufen."
    "Doch, so ist es aber.", erwiderte Jowek trotzig. "Und dann sind noch mehr Menschen dabei, eine Frau welche zum Zirkel der Magi gehören soll. Hat einer der Männer gemeint." "Der muss dich veralbert haben, Magier leben in Türmen. Dort leben sie und schmeißen mit Feuer, oder ringen mit Dämonen." Ich dachte sie beschwören Dämonen, deswegen gibt es Templer.", warf Bulstryk altklug ein. "Ist doch egal, schauen wir sie uns an.", warf Thekla ein. Die anderen stimmten zu und plötzlich ging es zu wie im Taubenschlag. Sofort liefen alle Jugendlichen los, den Hügel hinauf, Jowek mit Fragen bombardierend. Feia war mit einen Augenblick alleine. Dennoch lächelte sie und schaute den Kindern amüsiert hinterher. Viel Aufregung hier in Berewic.
    Die Schwarzhaarige erhob sich von ihrem Stuhl, eine gewisse Neugierde konnte sie nicht verhehlen. Ihr Blick fiel jedoch auf das Tellereisen, dieses sollte wohl besser nicht herumliegen. Die Fremden würden wohl kaum sofort wieder verschwinden.

    *

    Es war nicht das heiterste Mahl an dem die Gruppe je teilgenommen hatte, dennoch eine Verbesserung zu den Tagen in der Wildnis. In Kriegszeiten war die Tafel nur kärglich gedeckt und ihr Gastgeber gab sich alle Mühe seine Gäste ordentlich zu bewirten. Seinem Wunsch nach Musik kam Mordred nach, der wohl froh über die Gelegenheit war sich wieder ein wenig in den Mittelpunkt zu stellen. Nun vielleicht half ein wenig Musik die trübe Stimmung zu vertreiben. Wenigsten für einen Moment.
    Während Mordred auf Wünschen von Ulfric und seinen Mannen, "Calenhad, der silberne Ritter" zum Besten gab, schlürfte Mealla gemächlich die Suppe. Sie war warm, das war für die Elfe momentan die Hauptsache. Sie war ebenso wie Larissa ans Ende der Tafel gesetzt worden, was sie vermutlich als Entgegenkommen ansehen konnte. Sicherlich saßen normalerweise keine Elfen an der Tafel des Herren. Während die Tevinteranin artig ihre Suppe löffelte, sah Morgana aus als würde sie jedem Moment einnicken und mit dem Gesicht in der Schüssel landen. Ab und zu führte jedoch ihre Hand fast schon mechanisch den Löffel zu ihrem Mund und zerstreute die Vermutung das sie schlief. Ihr Banknachbar, ein älterer Herr war mehr als aufmerksam und schien sehr bemüht ihren Becher zu befüllen wenn sie ihn ein wenig leerte. Eine Geste die von der Schwarzhaarigen jedoch vermutlich nicht wahrgenommen wurde.
    Meallas Sitznachbar, ein Mann mittleren Alters mit kleineren Narben im Gesicht wechselte seine Miene häufig zwischen sauertöpfisch und höflich. Er redete mit Mealla, auch wenn es mehr den Eindruck hatte das er mit sich redete.
    "Mehr Reisende als gewöhnlich hier in der Gegend. Volk aus allen Ländern scheint dieser Tage unterwegs zu sein. Lord Ulfric meint dies ist nicht schlecht, in Zeiten wie diesen. Er mag wohl recht haben.", beschied der Mann und nahm einen Schluck aus seinem Horn. Mealla, die nicht sicher war ob er sie angesprochen hatte, schaute weiter geradeaus, lauschte der Musik und aß weiter ihre Suppe. "Nein sicherlich nicht, die Ankunft von der Dame Logan war eine willkommene Entwicklung. Eine wahre Schildmaid Fereldens. Aber ihre Begleiterin, eine elfische Streunerin. Herumtreiberin, da bin ich mir sicher.", murmelte er in seinen Schnauzbart und schaute dann zu Mealla herüber. "Ich meine Elfe mit Waffen, keine von dem fahrenden Volk, soviel ist sicher. Sowas gehört sich nicht.", sprach er zu Mealla, scheinbar Bestätigung suchend. Die Elfe, die sich gerade nicht sicher war ob ihre Haare komplett die Ohren verdeckten, oder der Mann die Tatsache ignorierte schaute ihn kurz skeptisch an. Nachdem ihr Gesprächspartner jedoch zu keiner Erkentniss kam, beschloß sie kein Fass aufzumachen. "Sicherlich, eine Elfe mit Waffen ist verrückt.", erwiderte sie trocken und leerte dann ihre Schüssel. "Wohl wahr.", sprach der Mann erfreut über die Bestätigung, die Ironie nicht bemerkend. "Sicherlich, sie hat sich benommen und ist sehr hilfsbereit. Aber die Jugend des Ortes umschwärmt sie immerzu, ich fürchte das sie ihnen Flausen in den Kopf setzt.", fügte er nachdenklich an und kratzte mit seinem Finger in der leeren Schale.

    Feia trug immer noch ihre Kleidung vom Tage, eine schwarze Hose mit Halbschuhen, sowie eine ausgewaschene graue Bluse. Ihre einzige Waffe war ein kleines Messer, der Rest lag in der Unterkunft die man ihr zur Verfügung gestellt hatte. Das Dunkel war schon hereingebrochen und wie sie gehört hatte, wurden die Neuankömmlinge vom Herren Ulfric in seiner Halle bewirtet. Feia hatte nicht vor sich selbst einzuladen, wollte jedoch einen kleinen Blick auf die Gruppe werfen. Unbemerkt war sie durch die Tür geschlüpft und verbarg sich in den Schatten der Halle. Musik erklang momentan in der Halle, begleitet von einer melodischen Stimme. Feia mochte Musik und freute sich über die fröhlichen Klänge. Sie selbst sang auch nicht schlecht, wobei der Sänger ihr in diesem Punkt absolut überlegen war. Zudem spielte er die Harfe sehr melodisch, auch wenn die Elfe lieber zu den Klängen einer Fiedel das Tanzbein schwang. Während die Tafel hell erleuchtet war, lagen die Ränder der Halle im tiefen Schatten. Die Schwarzhaarige verschmolz mit den Schatten und blieb schließlich hinter einer Holzsäule stehen. Neugierig betrachtete sie die Gesellschaft. Sie erkannte die Honoritäten des Dorfes wieder. Der Ritter war vermutlich der groß gewachsene Blonde, im dunklen Gambesson. Die Rothaarige war vermutlich die erwähnte Zauberin, ihre Kleidung legte es nahe. Zu ihrer Überraschung erkannte Feia die Schwarzhaarige Frau als jene vor den Mauern Highevers. Zwei Elfen waren an der Tafel, eine war eine blonde Dalish, die andere eine geschunden aussehende Brünette. Ansonsten waren noch der blonde Sänger anwesend und ein bärtiger Hüne mit langen blonden Haar.
    Der Blick der Elfe wanderte wieder über die Tafel und blieb kurz an der Dalish und der Schwarzhaarigen hängen, ihr fielen die Worte ihrer Cousine ein. Von den beiden Frauen die Schmuggelgut kaufen wollten. Von einer Magierin die zusammen mit Templern die Stadtwache bekämpft hatten. Ein Ritter mit schwarzer Rüstung und ein Seemann die ebenfalls Stadtwachen bekämpft hatten. Eine Dalish die einem Ritter in den Hintern geschoßen hatte. Konnte das die Gruppe sein die Highever vor ihrer Ankunft in Aufruhr versetzt hatten? Falls ja würde das ihre Begleiterin vermutlich ebenfalls interessieren.
    Die Musik endete und Applaus erhob sich in der Halle. Worte wurden am Ende der Tafel gesprochen. Feia hätte sich ohne Probleme näher heranschleichen können, doch sie beschloß vorerst zu gehen. Man würde sie sicher zu gegebener Zeit informieren und falls nicht würde sie es dennoch erfahren. In einem Dorf blieb nichts geheim. Im Schutz der Schatten verließ sie die Halle.

    "Hervorragend mein Herr. Ich danke euch für diese Vorführung.", bedankte sich Ulfric und applaudierte wie der Rest der Herrschaften. "Es tut gut wieder den Klang von Musik in diesen Hallen zu hören." Während Mordred den Applaus dankbar entgegen nahm, beschloß Artur langsam das eigentliche Thema anzusprechen.
    "Und wir sind geehrt als Gäste an eurer Tafel speisen zu dürfen, Lord Ulfric. Eure Gastfreundschaft ist eine seltene Tugend, in diesen Zeiten. Jedoch denke ich es wäre angebracht nun über eure Schwierigkeiten zu sprechen. Ihr spracht von einer Bitte an uns, einem Angebot wie ihr es nanntet. Würdet ihr uns dieses nun näher unterbreiten?", erkundigte sich der Ritter höflich.
    numberten is offline Last edited by numberten; 06.10.2019 at 20:09.
  4. #324 Reply With Quote
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    vorheriger Post: Klare Worte und Nägel mit Köpfen ~ Antwort von: Glandis

    [Bild: Aril_Ava.png]

    »Mylady! Es war euer Bruder, der Kommandant der Truppen, der mir den Befehl erteilte hier Posten zu halten.«
    Der Kommandant blickte sie an, als erwarte er Widerspruch.
    Nun, das hatte sie tatsächlich nicht gewusst. Trotzdem! Wenn die Lage sich veränderte, mussten auch Befehle überdacht werden. Speziell dann, wenn der amtierenden Feldherr im Verdacht stand, nicht mehr am Leben zu sein.

    Dass er seinen Befehl befolgen musste stand außer Frage. Aril wusste das. Sie selbst war im Befehle befolgen nicht allzu erfolgreich. Sonst wäre sie nämlich nicht hier sondern mittlerweile mit diesem adligen Schnösel verheiratet.
    Wie sollte sie es ihm verständlich machen? Sie fühlte sich hilflos. Wäre jetzt der Zeitpunkt ihm einen Befehl zu erteilen?
    Sie spürte, dass sie sich nicht traute. Wenn er sie für eine Spionin hielt und davon überzeugt war, dann wäre das ihr Todesurteil.
    Sie gab nur zu bedenken: "Und wie lange wollt ihr auf einen neuen Befehl warten, wenn euer Feldherr vielleicht tot ist? Wenn sie alle von der Brut dahingerafft wurden? Würdet ihr es nicht bereuen, wenn heute Abend die Brut dieses Lager hier überrennt und ihr die Möglicheit hattet, dieses Schicksal von euch abzuwenden, indem ihr auf die Schwester eures Befehlshabers hört?"

    Sie sprach ruhig, ohne Anklage im Ton und konnte nicht verhindern, dass ihre Stimme ein wenig zitterte.
    Es stand so viel auf dem Spiel und sie wusste sich keinen Rat mehr.

    In die entstandene Stille hinein fragte er plötzlich: »Sagt Mylady, wie lange seit ihr schon von zu Hause weg?«
    Aril blickte verdutzt. "Nun, mit Sicherheit wesentlich kürzer als es sich anfühlt. Und es fühlt sich an wie Jahre."
    Sie überlegte stirnrunzelnd.
    "Nun, der Fund von Glandis, das Erholen am Bach, der Flussbaum, die Brut, das Untersuchen des Lagers, die Hütte, Gwess, Der Wald, die Wölfe, das Reh und die Fallen und natürlich das riesige Schlachtfeld..." sie zählte alles an den Fingern auf und war sich nicht sicher, ob sie nicht etwas vergessen hatte. Durcheinandergewürfelt war es in jedem Fall... Sie mühte sich ehrlich die Tage einzuschätzen und antwortete "Ich schätze es sind zwischen zwei oder zweieinhalb, vielleicht auch drei Wochen."

    Sie hob die Schultern. "Warum?"
    Fawks is offline
  5. #325 Reply With Quote
    Legende Annalena's Avatar
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    Kasim

    [Bild: Sarah_klein.png]
    Ser Kasim schien nicht verletzt zu sein und Sarah war erleichtert. Sie reisten noch nicht lange zusammen, doch die junge Frau fühlte sich wohl in seiner Gesellschaft und sein Verlust wäre sehr schmerzhaft für sie. Auch wenn sie dies nie zugeben würde. Sarah senkte den Kopf und atmete tief ein und aus als Ser Kasim nach ihrem Wohlbefinden fragte. Was sollte sie sagen? Sie war nicht verletzt, aber… Vorsichtig drehte sie den Kopf zu dem Templer und wandte sich blitzschnell wieder ab. Tränen füllten ihre Augen, doch sie versuchte verzweifelt diese nicht fallen zu lassen. Er war tot, daran bestand kein Zweifel und sie war schuld daran. Sie hatte sein Leben beendet. Sie hatte war schuldig.

    „Ich…“, begann sie, doch ihre Stimme versagte. Verzweifelt vergrub sie ihr Gesicht in ihren Händen als laute Schluchzer ihren Körper schüttelte. Warum hatte sie das getan? Sie war eine Heilerin und heilte Menschen. Sie tötete sie nicht. Das war nicht das, was eine Heilerin tat. „Was habe ich getan? Das ist nicht was ich wollte… ich wollte nicht… ich…“ Sie wollte ihn nur aufhalten, ihn davon abhalten Ser Kasim weh zu tun, doch jetzt war er tot. Getötet durch ihre Hand. Der Erbauer würde sie dafür bestrafen, denn sie hatte einen Menschen getötet, einen seiner Diener. „Der Erbauer wird mich bestrafen. Nicht wahr? Vielleicht sollte ich mich den Templern stellen. Ich sollte ihnen sagen, dass ich… dass ich...“ Erneut schluchzte sie und ihre Stimme versagte.
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  6. #326 Reply With Quote
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    vorheriger Post: Entsetzen / Gehorsam ~ Antwort von: Aril

    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • Ein Fundstück / echtes Erstaunen

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Die Dalish benötigte eine Weile, bis sich ihr innerer Blick wieder aufklärte. Es war auch nicht verwunderlich bei der Unordnung. Aber Glandis fing sich. Sie konnte nicht genau sagen, was sie in dieser Zeit getan hatte. Zumindest war sie nirgendwo angestoßen. Als sie alles wieder mit einem klaren Blick erfassen konnte, stand sie an der Rückseite des Gebäudeteils, in dem die Pferde untergebracht waren. Auch hier zeigten sich das Alter des Gebäudes und die Einfachheit der Bauweise. Es war schon eine widersprüchliche Sache. Zum einen verschlissen die Soldaten mit ihrer Art das Anwesen. Doch ohne sie würde es ebenso verfallen. Zumindest schaute man, dass es im Haus trocken blieb. Davon zeugten viele geflickte Stellen am Dach. Es sah von hier wie ein bunter Hund aus. Da, wo man den gebrannten Ziegel noch hatte, waren welche von den alten Dachziegeln eingeschoben worden. Aber man hatte auch sich mit Holz beholfen. Auch zierte ein Leinenstück, welches mit Farbe überstrichen worden war, die Dachhaut. Glandis wusste, dieses fragile Gebäudeteil wurde ohne die Hand des Menschen keinen starken Wind, geschweige Sturm überdauern. Wie ihr Blick so über den Behelf wanderte, sah sie an dem Dachkasten angebrachte Haken. Darin hin etwas längeres. Sie ging näher heran, um es genauer betrachten zu können. Dabei schob sie mit dem rechten Fuß die hier sehr hoch stehenden Brennnesseln zur Seite. Sie reichten ihr zum Teil bis an die Brust. Sie wollte sich nicht brennen und hatte ja Zeit. Als genügend von den Pflanzen für einen Weg umgeknickt waren und sie nah genug heran war, griff sie nach den langen Stücken, die unter dem Dachvorsprung hingen. Es war das Gesuchte. »Eine Stippe,« dachte sie. Aber sie sah, dass sie zum Angeln nicht mehr zu gebrauchen waren. Zu lange waren sie dem Wetter ausgesetzt gewesen. Aber als Gegenstand um sich die Zeit anzeigen zu lassen, dafür reichte es allemal. Sie machte sich auf zu dem kleinen Lagerplatz und hoffte Aril vorzufinden …



    [Bild: VR_Begl_a.png] Drusus Nerva hatte gefragt: »Sagt Mylady, wie lange seit ihr schon von zu Hause weg?« Er sah, wie sie mit den Fingern begann etwas aufzuzählen. Er war entsetzt, so etwas bei einer Dame von Rang sehen zu müssen. Aber es begründete zugleich, dass er eine für ihn wichtige Frage gestellt hatte. Umso mehr überraschte ihn die Antwort: „Ich schätze es sind zwischen zwei oder zweieinhalb, vielleicht auch drei Wochen.“ Er konnte direkt nicht antworten. Denn damit, mit so einer kurzen Abwesenheit von der Familie der Nuemb, eines mittleren Adelshauses in Highever, hatte er nicht gerechnet. Es war das erste Mal überhaupt, dass sich eine Spur von Überraschung auf seinem sonst sehr beherrschten Gesicht breitmachte. Aril schien das auch bemerkt zu haben. Denn sie fragte nach: „Warum?“
    Hier hatte sich der Kommandant wieder im Griff. Er schmunzelte sie an und antwortete: »Es ist nicht wichtig. Mich hatte nur interessiert, wie lange Mylady von zu Hause weg ist.« Und weil er wusste, dass es eine Nachfrage geben könnte, fügte er noch an: »Nichts für ungut!«
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  7. #327 Reply With Quote
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    Faren | Pferde am Strand

    Was bisher geschah: Tia - Wiegt bestimmt mehr als zehn Ochsen

    [Bild: kOhI9ET9IVJdhEfaren.png]Faren stöhnte. Und stöhnte. Und stöhnte erneut. Nachdem die Welt endlich aufgehört hatte sich zu drehen, gewann ersteinmal seine Übelkeit die Oberhand. Er kotze das bisschen Nahrung, das er noch im Magen hatte samt gelber Zierflüssigkeit auf den Boden, der irgendwie so verdächtig nah warm, dass er Spritzer in sein Gesicht abbekam. Er merkte auch, dass die Krämpfe, die normalerweise mit dem Kotzen einhergingen deutlich schmerzhafter waren als sonst.
    Nachdem er einen Moment auf den Brei am Boden starrte, noch immer unangenehm nah, versuchte er den Geschmack aus dem Rachen zu würgen, griff blind nach irgendeinem Stoff, mit dem er sich den Mund abwischen konnte.
    Erst dann versuchte er sich seiner Umgebung gewahr zu werden.
    Er lag auf dem Boden. Um ihn herum Holzsplitter, halb aufgetaute Fleischstücke – ein Déjà-vu beschlich ihn, erinnerte ihn die Szene ein wenig an die Pferde am Strand – und die Elfe, die wie ein Strich in der Landschaft wirkte, wog offensichtlich mehr als ein duzend Kornsäcke und das wusste er auch nur, weil sie anscheind direkt auf ihn gelandet war und nicht einmal daran dachte, sich von ihm runter zubewegen. Zufälligerweise war auch der Stoff, nach dem er gegriffen hatte, ihr roter Mantel gewesen.
    Damit konnte er leben.
    Der Eber war von der Bildfläche verschwunden. Faren nahm an, dass das die Fleischstücke waren, die überall verteilt waren. Zumindest davor waren sie jetzt sicher. Doch es gab noch immer Untote, die in schlurfenden Schritten auf sie zukamen. Allerdings waren es deutlich weniger als vorher und eine Menge, der sie Herr werden konnten.
    Zumindest die Elfe, mit ihrem Schwertkampf.
    Genau, er hatte bisher die komplette Arbeit gemacht.
    Er würde hier einfach liegen bleiben und die Elfe machen lassen.
    Außerdem hatte er das Gefühl, dass der Geruch von dem Erbrochenem und dem faulen Fleisch seinem Magen wirklich nicht gut tat.
    Liegen bleiben und Kotzen.
    Toller Plan!


    Vitus | An einem besseren Ort

    Was bisher geschah: Jo - Rettet Jo Schmeißt Jo aus dem Fenster

    [Bild: 8fpNsU0vitus.png]Vitus wuchs mit vielen Schwestern auf. Mit zuvielen. Er war es gewohnt, in ihre Kleider gesteckt und an einer Leine durch die Straßen ihres Dorfes gezerrt zu werden, während die anderen Dorfkinder sich über ihn lustig machten.
    Vitus war in seiner Templerausbildung der Fußabtreter gewesen. Die anderen Rekruten hatten sich einen Spaß daraus gemacht ihn nach dem Latrinenputzen mit den dreckigen Eimern zu überschütten. Er war es gewohnt die demütigsten Bestrafung hinzunehmen – von buchstäblichen Stiefellecken nach tagelangen Marsch durch den Sumpf bis nackt Runden um die Garnison zu laufen.
    Er hatte alles mit Apathie hingenommen, war von der Eintönigkeit ihres Einfallsreichtums schon fast gelangweilt gewesen.
    Um so wundersamer waren deshalb seine Gedanken in dieser Situation.
    Denn Vitus wollte im Boden versinken.
    Besser noch, Vitus wollte von einem Haufen Marbari zerfleischt werden.
    Nein, noch besser, er wollte dass Jo von den Marbari zerfleischt wurde.
    War es zu spät seine Meinung zu ändern und doch wieder gen Ostagar zu marschieren? Vitus war sich sicher, dass Ostagar in diesem Moment ein besserer Ort wäre. Selbst im Surcot, bewaffnet mit einem Fächer. Selbst wenn die Dunkle Brut seinen Kopf als Trophäe herumschleppte.
    Ohne Frage, er hatte Jo gesucht, aber beim Erbauer – der sicherlich feixend auf ihn herabblickte – wieso musste er ihn in dieser Situation finden? Und wieso nur konnte dieser Grünschnabel nicht einmal etwas Sinnvolles von sich geben? Außerdem, wo hatte er die Kleidung her?
    Der Arm des Wachmannes drückte sich bei den Worten des anderen fester gegen seinen Bauch, das Schwert noch immer drohend erhoben. „Lady Vitalina, kennt ihr diesen Rüpel etwa? Außerdem habt Ihr,“ der Wachmann stieß das Schwert auffordernd in Jos Richtung, „meine Frage nicht beantwortet.“
    Moku is offline Last edited by Moku; 13.10.2019 at 00:35.
  8. #328 Reply With Quote
    Waldläufer Sonmoon's Avatar
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    Sarah
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    "Seht mich an!" Kasim rüttelte an ihren Schultern und brachte sie dazu zu sich aufzusehen. "Es ist nicht eure Schuld, in Ordnung? Ihr habt mich gerettet! Er hat euch keine Wahl gegeben...." Das waren vielleicht nicht die günsitgsten Worte. Wohl aber die treffendsten. Natürlich war jedes Leben kostbar. Doch sie hatten diesen Konflikt nicht begonnen. Der Templer war auf Blut aus gewesen und hatte nicht mit sich reden lassen. sehen. "Ist schon gut....." Ohne viel darüber nachzudenken nahm der Chevalier sie in den Arm, als er merkte dass sie sich nicht beruhigen konnte. Er hielt sie, feste an sich gedrückt. "Lasst es raus....lasst das alles von euch...." Er erinnerte sich noch sehr gut daran, wie es bei ihm gewesen war. Als er das erste Mal das Leben eines anderen Menschen genommen hatte. Es veränderte einen. Auch wenn man ein guter Mensch war, so war man nach so einem Ereginiss nicht mehr der selbe. Und nur die Zeit würde zeigen, wie Sarah mit dieser Erfahrung leben würde....
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  9. #329 Reply With Quote
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    [Bild: Artur_mal_ohne_Helm_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg] & [Bild: Pd3emXcS7L16I9W4GhFeieobenohne_klein.jpg]

    Mit einer letzten Handbewegung justierte die Elfe das Schloss am Tellereisen. Dann spannte sie die Bügel der Falle. Sie erhob sich und schnappte sich einen länglichen Stock. Mit sanftem Druck berührte die Stockspitze den Teller, sofort schnappten die bezahnten Bügel wuchtig zu, gruben sich in das Holz. "Ui.", rief Thekla, das sommersproßige rothaarige Mädchen welches mit den anderen Dorfjugendlichen Feia beobachtet hatte. Ein begeistertes Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. Auch Bodek, ein schlaksiger Junge mit zerzausten dunklen Haar sah mit leuchtenden Augen die Falle an. "Und diese Eisen graben sich dann in das Fleisch dieser verderbten Brut?", fragte er erwartungsvoll und sah die blasse Elfe an. Diese entfernte den Stock aus den Bügeln und drehte sich dann zu den Jugendlichen. Es waren fünf, keine Kinder mehr, doch auch nicht so alt das man sie schon auf Patrouillen in die Wälder schicken wollte. Dort wo die Monster lauerten. Dennoch stand ihnen der Schrecken der letzten Wochen ins Gesicht geschrieben. Wenn er auch von der Unbekümmertheit eines Kindes überstrahlt worden. Erfrischende Unschuld, eine Leichtigkeit die Feia auch gerne wieder hätte. Diese Unschuld würde vermutlich auch bei diesen Kindern den Krieg zum Opfer fallen. Verzehrt von den Flammen des Krieges, eine Kindheit geraubt durch Leid und Elend.
    "Der Falle ist egal welches Fleisch in ihr steckt. Und auch die Brut kann verletzt werden, braucht Beine zum Fortbewegen.", erklärte sie selbstbewusst. Auf jedenfall ließen das die knappen Antworten ihrer eher wortkargen Begleiterin vermuten, Feia selbst war schließlich bisher keiner Brut begegnet. Nichts was sie bedauerte, doch dies würde sich wohl bald ändern. Dennoch war sie sofort einverstanden gewesen länger hier zu verweilen. Dieser Ort brauchte Hilfe und welche Hilfe konnten die Bewohner von Berewic schon in diesen Zeiten erwarten?
    Feia hatte sich in der letzten Woche eine eigene Beschäftigung geschaffen, baute Fallen welche die Verteidiger in den umliegenden Wäldern auslegen konnten, an Engstellen und vor den Palisaden. Sie war nicht umbedingt euphorisch empfangen worden, anders als Logan. Vermutlich hätte man sie gar nicht ins Dorf gelassen ohne ihre Begleiterin. Diese Leute sahen selten Elfen, vor allem keine mit Waffen. So war man jedoch distanziert, aber nicht unhöflich ihr gegenüber. Bei ihren Streifzügen durch die Ortschaft hatte sich die Elfe mit der Dorfjugend angefreundet, deren Neugier eventuelle Vorurteile der Älteren überstrahlte. Die Elfe zeigte ihnen dafür Möglichkeiten zu helfen ohne die Waffe zu schwingen und unterhielt sie mit kleineren Geschichten von ihren Reisen.
    "Kann ich auch mal die Falle spannen?", erkundigte sich Bulstryk, ein etwas kräftigerer Junge mit platten strohblonden Haar.
    Feia überlegte kurz, dann winkte sie ihn heran.
    "In Ordnung, aber schön außen anfassen und ziehen. Ich will gar nicht wissen was deine Eltern mit mir machen wenn du deine Hand zwischen diesen Zähnen verlierst."
    , ermahnte sie ihn und warf ihm einen strengen Blick hinzu. Der Junge nickte vorsichtig und kniete sich dann vor die Falle. Aufmerksam beobachtete die Elfe ihn, während er die Bügel über die Metallfeder spannte. Klackend rasteten diese in die Positionen ein.
    "Sehr schön Bulstryk. Wenn ihr mir noch ein paar mehr Metallspäne besorgt können wir auch Schrapnellfallen bauen. Für bessere Fallen fehlen mir die Materialen. Lebenssteine, Feuerkristalle damit könnten wir kleine Überraschungen bauen. Fallen die Feuer freisetzen und andere Dinge.", lobte sie den Jungen. "Sowas gibt es?", fragte Thekla neugierig.
    "Das und vieles mehr mein kleiner Feuervogel.", antwortete sie mit einem Lächeln, als plötzlich Jowek angesprintet kam.
    "Die Männer sind zurück, sie haben Fremde mitgebracht.", rief der kleine Junge mit seiner piepsigen Stimme aus.
    "Fremde? Was für welche, Reisende? Oder Banditen?", erkundigte sich Bodek und schaute den Neuankömmling ebenso neugierig an wie der Rest. Feia schritt langsam zu einem kleinen Schemel und setzte sich ab, während Jowek zu Atem kam.
    "Ich weiß nicht genau. Aber wie Banditen sehen sie nicht aus. Es war ein Ritter dabei, mit einer mächtigen schwarzen Rüstung. Der war riesig. Und zwei Elfen, die eine hatte Tätowierungen im Gesicht." "Eine Dalish? Du erzählst Schwachsinn, die Reisen doch nicht alleine. Die leben in anderen Wäldern, jagen Tiere und Menschen die sich in ihren Wäldern verlaufen."
    "Doch, so ist es aber.", erwiderte Jowek trotzig. "Und dann sind noch mehr Menschen dabei, eine Frau welche zum Zirkel der Magi gehören soll. Hat einer der Männer gemeint." "Der muss dich veralbert haben, Magier leben in Türmen. Dort leben sie und schmeißen mit Feuer, oder ringen mit Dämonen." Ich dachte sie beschwören Dämonen, deswegen gibt es Templer.", warf Bulstryk altklug ein. "Ist doch egal, schauen wir sie uns an.", warf Thekla ein. Die anderen stimmten zu und plötzlich ging es zu wie im Taubenschlag. Sofort liefen alle Jugendlichen los, den Hügel hinauf, Jowek mit Fragen bombardierend. Feia war mit einen Augenblick alleine. Dennoch lächelte sie und schaute den Kindern amüsiert hinterher. Viel Aufregung hier in Berewic.
    Die Schwarzhaarige erhob sich von ihrem Stuhl, eine gewisse Neugierde konnte sie nicht verhehlen. Ihr Blick fiel jedoch auf das Tellereisen, dieses sollte wohl besser nicht herumliegen. Die Fremden würden wohl kaum sofort wieder verschwinden.

    *

    Es war nicht das heiterste Mahl an dem die Gruppe je teilgenommen hatte, dennoch eine Verbesserung zu den Tagen in der Wildnis. In Kriegszeiten war die Tafel nur kärglich gedeckt und ihr Gastgeber gab sich alle Mühe seine Gäste ordentlich zu bewirten. Seinem Wunsch nach Musik kam Mordred nach, der wohl froh über die Gelegenheit war sich wieder ein wenig in den Mittelpunkt zu stellen. Nun vielleicht half ein wenig Musik die trübe Stimmung zu vertreiben. Wenigsten für einen Moment.
    Während Mordred auf Wünschen von Ulfric und seinen Mannen, "Calenhad, der silberne Ritter" zum Besten gab, schlürfte Mealla gemächlich die Suppe. Sie war warm, das war für die Elfe momentan die Hauptsache. Sie war ebenso wie Larissa ans Ende der Tafel gesetzt worden, was sie vermutlich als Entgegenkommen ansehen konnte. Sicherlich saßen normalerweise keine Elfen an der Tafel des Herren. Während die Tevinteranin artig ihre Suppe löffelte, sah Morgana aus als würde sie jedem Moment einnicken und mit dem Gesicht in der Schüssel landen. Ab und zu führte jedoch ihre Hand fast schon mechanisch den Löffel zu ihrem Mund und zerstreute die Vermutung das sie schlief. Ihr Banknachbar, ein älterer Herr war mehr als aufmerksam und schien sehr bemüht ihren Becher zu befüllen wenn sie ihn ein wenig leerte. Eine Geste die von der Schwarzhaarigen jedoch vermutlich nicht wahrgenommen wurde.
    Meallas Sitznachbar, ein Mann mittleren Alters mit kleineren Narben im Gesicht wechselte seine Miene häufig zwischen sauertöpfisch und höflich. Er redete mit Mealla, auch wenn es mehr den Eindruck hatte das er mit sich redete.
    "Mehr Reisende als gewöhnlich hier in der Gegend. Volk aus allen Ländern scheint dieser Tage unterwegs zu sein. Lord Ulfric meint dies ist nicht schlecht, in Zeiten wie diesen. Er mag wohl recht haben.", beschied der Mann und nahm einen Schluck aus seinem Horn. Mealla, die nicht sicher war ob er sie angesprochen hatte, schaute weiter geradeaus, lauschte der Musik und aß weiter ihre Suppe. "Nein sicherlich nicht, die Ankunft von der Dame Logan war eine willkommene Entwicklung. Eine wahre Schildmaid Fereldens. Aber ihre Begleiterin, eine elfische Streunerin. Herumtreiberin, da bin ich mir sicher.", murmelte er in seinen Schnauzbart und schaute dann zu Mealla herüber. "Ich meine Elfe mit Waffen, keine von dem fahrenden Volk, soviel ist sicher. Sowas gehört sich nicht.", sprach er zu Mealla, scheinbar Bestätigung suchend. Die Elfe, die sich gerade nicht sicher war ob ihre Haare komplett die Ohren verdeckten, oder der Mann die Tatsache ignorierte schaute ihn kurz skeptisch an. Nachdem ihr Gesprächspartner jedoch zu keiner Erkentniss kam, beschloß sie kein Fass aufzumachen. "Sicherlich, eine Elfe mit Waffen ist verrückt.", erwiderte sie trocken und leerte dann ihre Schüssel. "Wohl wahr.", sprach der Mann erfreut über die Bestätigung, die Ironie nicht bemerkend. "Sicherlich, sie hat sich benommen und ist sehr hilfsbereit. Aber die Jugend des Ortes umschwärmt sie immerzu, ich fürchte das sie ihnen Flausen in den Kopf setzt.", fügte er nachdenklich an und kratzte mit seinem Finger in der leeren Schale.

    Feia trug immer noch ihre Kleidung vom Tage, eine schwarze Hose mit Halbschuhen, sowie eine ausgewaschene graue Bluse. Ihre einzige Waffe war ein kleines Messer, der Rest lag in der Unterkunft die man ihr zur Verfügung gestellt hatte. Das Dunkel war schon hereingebrochen und wie sie gehört hatte, wurden die Neuankömmlinge vom Herren Ulfric in seiner Halle bewirtet. Feia hatte nicht vor sich selbst einzuladen, wollte jedoch einen kleinen Blick auf die Gruppe werfen. Unbemerkt war sie durch die Tür geschlüpft und verbarg sich in den Schatten der Halle. Musik erklang momentan in der Halle, begleitet von einer melodischen Stimme. Feia mochte Musik und freute sich über die fröhlichen Klänge. Sie selbst sang auch nicht schlecht, wobei der Sänger ihr in diesem Punkt absolut überlegen war. Zudem spielte er die Harfe sehr melodisch, auch wenn die Elfe lieber zu den Klängen einer Fiedel das Tanzbein schwang. Während die Tafel hell erleuchtet war, lagen die Ränder der Halle im tiefen Schatten. Die Schwarzhaarige verschmolz mit den Schatten und blieb schließlich hinter einer Holzsäule stehen. Neugierig betrachtete sie die Gesellschaft. Sie erkannte die Honoritäten des Dorfes wieder. Der Ritter war vermutlich der groß gewachsene Blonde, im dunklen Gambesson. Die Rothaarige war vermutlich die erwähnte Zauberin, ihre Kleidung legte es nahe. Zu ihrer Überraschung erkannte Feia die Schwarzhaarige Frau als jene vor den Mauern Highevers. Zwei Elfen waren an der Tafel, eine war eine blonde Dalish, die andere eine geschunden aussehende Brünette. Ansonsten waren noch der blonde Sänger anwesend und ein bärtiger Hüne mit langen blonden Haar.
    Der Blick der Elfe wanderte wieder über die Tafel und blieb kurz an der Dalish und der Schwarzhaarigen hängen, ihr fielen die Worte ihrer Cousine ein. Von den beiden Frauen die Schmuggelgut kaufen wollten. Von einer Magierin die zusammen mit Templern die Stadtwache bekämpft hatten. Ein Ritter mit schwarzer Rüstung und ein Seemann die ebenfalls Stadtwachen bekämpft hatten. Eine Dalish die einem Ritter in den Hintern geschoßen hatte. Konnte das die Gruppe sein die Highever vor ihrer Ankunft in Aufruhr versetzt hatten? Falls ja würde das ihre Begleiterin vermutlich ebenfalls interessieren.
    Die Musik endete und Applaus erhob sich in der Halle. Worte wurden am Ende der Tafel gesprochen. Feia hätte sich ohne Probleme näher heranschleichen können, doch sie beschloß vorerst zu gehen. Man würde sie sicher zu gegebener Zeit informieren und falls nicht würde sie es dennoch erfahren. In einem Dorf blieb nichts geheim. Im Schutz der Schatten verließ sie die Halle.

    "Hervorragend mein Herr. Ich danke euch für diese Vorführung.", bedankte sich Ulfric und applaudierte wie der Rest der Herrschaften. "Es tut gut wieder den Klang von Musik in diesen Hallen zu hören." Während Mordred den Applaus dankbar entgegen nahm, beschloß Artur langsam das eigentliche Thema anzusprechen.
    "Und wir sind geehrt als Gäste an eurer Tafel speisen zu dürfen, Lord Ulfric. Eure Gastfreundschaft ist eine seltene Tugend, in diesen Zeiten. Jedoch denke ich es wäre angebracht nun über eure Schwierigkeiten zu sprechen. Ihr spracht von einer Bitte an uns, einem Angebot wie ihr es nanntet. Würdet ihr uns dieses nun näher unterbreiten?", erkundigte sich der Ritter höflich.


    [Bild: KtgE3tZmvNOrh3xHiLarissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Das Lied war vorbei und der letzte, der Harfe entlockte Ton, waberte verklingend durch die hohe Halle. Ulfric applaudierte noch immer, als Artur seine Frage an ihn richtete. Er lächelte gekünstelt, als wolle er den Zauber der Harfe nicht durch die unausgesprochenen Schrecken der mythischen Monstren vertreiben. Dennoch spürte er offenbar, dass der Abend nun wieder eine Wendung andeutete. Wahrscheinlich wusste er, dass es keinen Sinn machte gleich einer Katze um heißen Brei herumzustreifen. „Meine Bitte, natürlich. Nun, Ihr seid ein Ritter mit einem klaren, sicherlich ehrenvollen, Ziel im Zwergenreich“, sagt Ulfric bedacht höflich. Haesten ließ ein knurrendes Kichern hören. Man könnte Artur tatsächlich für einen hohen Herren halten, der mit seinem kleinen Hofe durch das Land zieht um Drachen zu erschlagen und Jungfrauen zu retten. Ein Harfner, der ihn begleitet, eine Magierin – vielleicht seine Gefährtin oder Heilerin – ein paar zerlumpte Diener und ein hartgesottener Krieger, der in Arturs Diensten als Leibwache und im Zweikampf den Adjutanten stellte. Dennoch war die Andeutung, dass der Ritter mehr als ein bloßer fremdländischer Söldner war eine Farce. Und darum lachte Haesten. Peredur, der weniger Feingefühl sein Eigen nannte, sagte: „Ihr seid Söldner, stimmts? Wo Krieg gärt, da finden Mietschwerter aus allen Ländern einen reich gedeckten Tisch.“ Ulfric, erschüttert von der Heftigkeit seines Kempens, starrte Artur bestürzt an. „Verzeiht, Herr. Es liegt uns fern, Euch zu belei-…“ Er verstummte, als Haesten die mächtige Pranke hob. „Wir sind Söldner. Ich für meinen Teil zumindest. Ich nehme an, Ihr wollt unsere Unterstützung im Kampf gegen eure Monster?“ Peredur nickte mit zusammengepressten Lippen. Es war offensichtlich, dass er den langhaarigen und bärtigen Krieger nicht gut leiden konnte. „So und nicht anders ist es“, sagte der Ritter. Mordred, der ein unaufdringliches Lied zu spielen begonnen hatte, zerriss versehentlich einen schiefen Ton sein Lied. Haesten kippte sein Horn den Schlot seines Rachens hinab, rülpste ungehalten und sagte dann laut: „Nein, kein Interesse.“ Er stand auf, schaute dem jungen Lord ins Gesicht uns war drauf und dran zu gehen. Nimue packte ihn am Ärmel und hinderte ihn daran. „Wir können zahlen!“, rief Ulfric sofort. Er wandte sich wieder an Artur. „Eure Rüstung und das gute Schwert, das ihr führt, zeugen von mehr als bloßem Söldnertum. Als Ritter habt Ihr doch sicherlich ebenfalls einen Eid auf den Schutz Unschuldiger abgelegt, oder, Ser?“
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    [Bild: Aril_Ava.png]
    Arils Antwort schien Nerwa kalt zu erwischen. Ihr war nicht klar, warum das so war. Ihre Nachfrage wiegelte er schmunzelnd ab: »Es ist nicht wichtig. Mich hatte nur interessiert, wie lange Mylady von zu Hause weg ist.« Nach einer kurzen Pause fügte er noch ein »Nichts für ungut!« hinzu.[/QUOTE]

    "Ich nehme das nicht für ungut. Aber nun, Kommandant, was spielt das denn für eine Rolle? Sucht ihr noch Stützungen für eure Hypothese? Hätte ich 'zwei Jahre' angegeben, dann würde es mit der Assassinenausbildung besser passen?" Sie lächelte ihn bei diesen Wort an um zu zeigen, dass sie es nicht böse meinte.
    Sie war das Thema Leid, oh ja. Aber sie würde ihn jetzt einfach direkt danach fragen.
    Nichts anderes würde helfen.

    Sie öffnete schon den Mund und fragte geradeheraus: "Also, es gibt da noch einige Sachen, die wir klären müssen. Und das Wichtigste wäre natürlich ..."
    Es kam nicht aus ihrem Mund heraus. Die Worte waren wie weggeblasen.
    Warum würde sie sich so leichtsinnig in die Höhle des Löwen begeben? Vielleicht war die Zeit gekommen, um zu agieren. Zu befehlen, wie Glandis es vorgeschlagen hatte.
    Sie konnte die Augenbrauen des Kommandanten schon fragend steigen sehen und schob hastig hinterher:
    "ob wir ein paar Schritte gehen könnten. Das Frühstück hat ganz schön träge gemacht!"
    Fawks is offline
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