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  1. #301 Reply With Quote
    .. loves to smile for you  BlackShial's Avatar
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    in der Wirklichkeit
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    Was bisher geschah: Faren Hamo - Großmeister der Kampfgewicht-Schule

    [Bild: AvatarTia.png]Hm.
    Welch nützlichen Begleiter die Elfe da doch gefunden hatte. Und welch mächtigen Magieweber, der selbst einen ersten Verzauberer zu übertreffen schien. Die Kirche und Templer würden ihn gewiss fürchten, wenn sie um seine Existenz wussten. Oder wussten sie gar um diese und verfolgten ihn aus Angst nicht? Vielleicht konnte er sich sogar in einen Drachen verwandeln und ganze Städte niederbrennen.
    Die Besänftigte konnte sie gar nicht ausmalen, wie viele Dämonen der kleinen Mann in seinen Träumen wohl abwehren musste. Sie hatte Respekt vor ihm. Ja, sie hatte wahrlich Respekt vor ihm.
    Eigentlich war es eine Verschwendung diesen nützlichen Begleiter auf einen untoten Eber zu werfen.
    Leider war es aber für diese Erkenntnis zu spät, wie sie mit einem einfachen „Oh ...“ anmerkte.
    Sie hatte sich nicht einmal die Mühe machen müssen mit dem Fuß auszuholen, da der Zwerg bereits genug Energie darin setzte Schwung für seinen todesmutigen Angriff zu holen.
    Ein Meister aller Schulen und dazu auch noch ein selbstsicherer Kämpfer, der es allein mit einer riesigen Bestie aufnehmen wollte.
    Ein klein wenig hoffte die Besänftigte ja, dass er es überleben würde.
    Noch bevor Tiaden den Bärtigen ebenfalls loben konnte, noch bevor sie fragen konnte was er mit seinem Lob meinte, ja sogar noch lange bevor sie zu der Erkenntnis kommen konnte, dass sie recht ungünstig im Geäst hing, brach alles unter ihr zusammen.
    Es hätte der Blonden vielleicht klar sein müssen, gab es immerhin einen Grund, weshalb gerade dieser Baum nicht für den Bau der Palisaden abgeholzt wurde. Doch wie hätte sie ahnen können, dass ihre geistreiche Idee und der heldenhafte Einsatz ihres Gefährten einen ganzen Baum zum Bersten brachten?
    Noch in dem Moment, in dem die Elfe bemerkte, dass jeglicher Halt verloren ging und sie mitsamt des kompletten Astwerkes und dem eigentlichen Kampfgewicht, welches dafür bestimmt war die Eisskulptur zu zertrümmern, in einem harten Ruck gen Boden. Die Beine anwinkelnd und sich vom Ast stoßend hoffte sie, wenigstens auf dem kleinen Dicken zu landen. Immerhin würde er ein gutes Polster abgeben.
    Ein lautes Klirren und ein dumpfer Knall waren die ersten Geräusche, die Tiaden vernahm, bevor sich alles um sie herum zu drehen begann und das unaufhörliche Knirschen die Überhand gewann.
    Das Knirschen der vereisten Fleischfetzen, der berstenden Äste und vielleicht auch das Knirschen der Knochen des kleinen Mannes.
    Kaum hörbar war mehr das Stöhnen der schlurfenden Leichen, die sich noch immer näherten und nicht bereits eingefroren oder gar zertrümmert waren.


    Was bisher geschah: Vitus Murer - Schönste Maid der Feierlichkeit

    [Bild: AvatarJo.png]Starr und mit gebleckten Zähnen - dem unsicheren und wirklich unschönen Versuch eines Lächelns – stand die Templerin da.
    „Oh ... Ich ...“
    Bei Andrastes geflochtenem Achselhaar, wie konnte Jo nur wieder in solch eine Situation geraten?
    Nicht nur, dass die turtelnden Gäste sich für ihr kleines Stelldichein genau den Ort ausgesucht hatten, an dem die Schwarzhaarige eine kurze Pause für eine Inspektion der dekorativen Rüstungen eingelegt hatte, nein ... Sie musste von all den Techtelmechtel-Gelagen der Feierlichkeit auch noch in genau das laufen, in dem eine Wache verstrickt zu sein schien.
    „Ist das hier nicht-“
    Moment!
    Mit einem leichten Kopfschütteln versuchte sich die Templerin gedanklich etwas zu fangen.
    War das? Nein! Nein, nein. Das konnte nicht sein. Aber ...
    Vielleicht doch? Ganz bestimmt sogar.
    Das bisher so unsichere und unbeholfene Lächeln wandelte sich langsam aber sicher zu einem breiten, höhnischen Grinsen, welches fast schon von einem Ohr zum anderen verlief.
    Ohh ... Das war so wundervoll! Der Erbauer möge diesen Moment für die Ewigkeit bewahren.
    „Lady Vitalina.”
    Den Namen unnötig lang gezogen, wippte Jo mit den Augenbauen.
    Im ersten Moment hatte sie noch gedacht der Mann würde damit irgendeine füllige Hofdame aus Ferelden ansprechen, die man von Gesicht her wahrscheinlich mit einem der unzähligen Mabari verwechseln würde, die sie sicherlich bei sich hatte.
    Jeglicher Gedanke der Rechtfertigung und Beantwortung der eigentlichen Frage war förmlich verflogen bei dem Anblick der holden Maid im Arm ihres strahlenden Wachman-Pffft! Nicht einmal in Gedanken konnte die Schwarzhaarige ernst bleiben.
    Unbewusst wippte Jo mit dem Schwert in der Hand und stemmte die noch freie Hand in die Hüfte.
    „Meine Holde, ich hätte nicht erwartet euch hier anzutreffen.“
    Dem knurrigen Rohling den Surcot zu überlassen war die beste Entscheidung, die sie seit langem getroffen hatte.
    Das Rot des Stoffes untermalte seine schüchternen blickenden Augen trotz Maske einfach nur ganz zauberhaft.
    „Habt ihr etwas zugelegt? Ich hätte schwören können, dass euer Hintern das letzte Mal nicht ganz so ... gigantisch wirkte.“
    Oh, wie gern hätte sie ihrem Begleiter in diesem Moment in eben diesen Hintern gekniffen.
    BlackShial is offline
  2. #302 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    vorheriger Post: Erstarrung ~ Antwort von: Aril

    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • Seit langem allein

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Sie hatte sich gefragt, als sie vor Schreck starr mit ansehen musste, wie Tom Shields, einer der hiesigen Soldaten auf sie zu kam und Aril zu mitkommen aufforderte, was das für ein Tag werden würde? Zumindest war der Start sehr verwirrend. Als dann ihre Partnerin sagte: „Also los, geht voran.“ ging der Wachmann und sie folgte ihm. Sie hingegen, immer noch gelähmt vor Verwunderung und Überraschung blieb auf diesen Brennholzkisten sitzen. Sie glaubte es nicht. Doch Aril ging mit dem Soldaten weg. Sie ging zu diesem Gebäude, wo gestern das Verhör stattgefunden hatte. So blieb sie sitzen …

    … nach einer geraumen Zeit des Erstaunt sein und des Entsetzens wurde sie doch wieder lebendig. Vielleicht war es die Sonne, die die Wand hinter ihr erreicht hatte und so mit ihrer Wärme für den nötigen Impuls sorgte. Vielleicht waren es auch die Soldaten, die zum Feuer kamen und sich aus dem dort hängenden Kessel etwas entnahmen. Vielleicht war es auch nur ihr inneres ich, dass diesen Zustand beendete. Die Dalish war sich sicher, das hing alles damit zusammen, dass sie gestern so lange in dem Schatten gewesen war. Sie hatte es lange nicht mehr so bewusst getan. Also keine Spielerei, kein Üben mit Aril, wie am Flussbaum. Hier war es ja wichtig gewesen. Wichtig für sie. Aber sie merkte jetzt welchen Preis sie zahlen musste.

    So sprang sie von der Kiste herunter und sah sich um. Sie interessierte sich dafür, wo die Wachposten die Schüsseln her hatten, in dem sie sich aus dem dunklen Kessel etwas nahmen. Beim Näherkommen zu dem großen Feuer erkannte sie den Ort. Es war ebenso eine Kiste. Darin aufgestapelt mehr oder weniger gut gereinigte Tonschalen. Sie nahm sich eine und merkte, dass sie nicht die einzige war, die das tat. Aber der nach ihr folgte sagte nichts. Auch nichts, als sie zu dem Kessel kam und sich etwas aus dieser imaginären Masse herausnahm. Sie ging zurück, setzte sich auf die schon einmal so benutzte Kisten und roch an dem Brei. Es musste irgendeine Sache mit Hirse sein. Also nahm sie ihren Löffel und kostete. Es war nicht das Weltessen, aber man konnte es zu sich nehmen. So kam Bissen für Bissen, Löffel für Löffel neues Leben in ihren Magen und mit der Wärme auch ein wenig Zuversicht, was den Tag betraf. Wie sie dabei an Aril dachte und noch einmal zu dem Gebäude sah, zu dem sie mit Tom Shields gegangen war, wurde ihr bewusst: Sie war seit Tagen zum ersten Mal allein. Wie sie das jetzt werten sollte, welche Chancen oder welche Lasten damit verbunden waren und was auf sie zukommen würde, das war ihr in diesem Moment der Erkenntnis nicht bewusst.



    [Bild: VR_Begl_a.png] Aril stand vor dem Kommandanten in dessen Zimmer. Es hatte sich seit dem Verhör nichts geändert. Die Regale waren immer noch voller Staub, ein paar Bücher lagen kreuz und quer herum. Ein paar Bilder hingen mehr oder minder schief an an den Wänden. Auch die Laterne, die er gestern angezündet hatte brannte schon und gab diesem Gewusel aus Unordnung einen besonderen Anschein. Nur die Essensreste, die gestern auf dem Tisch noch herumgestanden hatten, waren weggeräumt worden. Auch die Schreibfeder, die in einem der Gläser steckte, und mit der er gestern sich Notizen gemacht hatte, stand an dem gewohnten Platz. Ebenso das kleine Messer mit seinem Etui lag so wie gewohnt. Er vollführte eine einladende Handbewegung aus und sagte: »Mylady, einen guten Morgen und so setzt euch doch.«

    nächster Post: Frühstück
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  3. #303 Reply With Quote
    Schwertmeister Khardim's Avatar
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    Quote Originally Posted by Moku;26118204
    [COLOR=#FFFF99
    Vitus | Lovefool ♥[/COLOR]

    Was bisher geschah: Jo - Rettet Jo

    [Bild: 8fpNsU0vitus.png]Vitus hasste seine Reflexe.
    Das stimmte nicht, Vitus liebte seine Reflexe. Sie ließen ihn schließlich schnell Jos Schlafattacken ausweichen, sodass er nur mit minimalen Blessuren und halbwegs belebt am nächsten Morgen wieder aufstehen konnte.
    In der Hinsicht, ja da liebte er seine Reflexe.
    In diesem Moment leider nicht so.
    Einen Augenblick zuvor waren sie noch in ihr Gespräch vertieft, was eher hieß, dass der Wachmann weiterhin seinen Monolog führte und Vitus sich hin und wieder dazu hinreißen ließ zu nicken oder den Kopf zuschütteln, und im nächsten hörten sie ein lautes Krachen von der Turmplattform, die sie just betreten hatten.
    Vitus war sich nicht einmal sicher wie er das Manöver auf die Enge des Treppeneingangs hatte durchführen können, aber siehe da, seine aus Erfahrung und vorallem Paranoia geborenen Reflexe packten den Wachmann und wirbelten ihn in einer fließenden Bewegung herum, sodass er sich schützend vor ihm aufbauen konnte.
    Zu sehen war im ersten Moment noch nichts, aber der Turmbogen reichte weit, sodass sie ein paar Schritten gehen müssten, um die gesamte Plattform einsehen zu können.
    „Lady Vitalina,“ raunte der Mann überrascht.
    Der ehemalige Kommandant korrigierte bei den Worten umgehend seine Haltung als ihm die Situation gewahr wurde, zog die Schultern ein und bückte sich leicht damit er weniger imposant wirkte.
    Es war ja nicht so als wären sein Bart, Muskeln, ausgeprägter Kehlkopf und so ziemlich wirklich alles an ihm aussagekräftig genug, außer man war scheinbar komplett besoffen.
    In seinem Dilemma wusste er nicht einmal wie er sein Verhalten rechtfertigen wollte, weshalb ihm auch kein Ton von den Lippen kam. Stattdessen drehte er sich wortlos um und ging weiter um den Ursprung des Geräusches ausfinding zu machen.
    Dieses Mal reagierte jedoch die Wache deutlich schneller als er, bemerkte er im ersten Moment nicht einmal die am Boden kniende und offensichtlich bewaffnete Person. Noch bevor er einen Laut von sich geben konnte, hatte der Wachmann ihn bereits am Arm zurück gezogen und gegen seine Brust gedrückt, einen Arm um seine Hüfte gelegt, mit der anderen das Schwert bereits gezogen und auf den Fremden gerichtet.
    Vitus war sich sicher, dass hinter dem anderen Mann deutlich geschützer gewesen wäre, verdrehte einmal die Augen, während er überlegte, ob er sich einfach um ihn herumschleusen sollte. Nicht jeder war schließlich so blind und würde sein Geschlecht nicht auf den ersten Blick erkennen.
    „Dieser Bereich ist nur für Bedienstete und Hofdamen offen. Und Ihr seht mir nach keiner von ihnen aus. Wer seid Ihr und was macht Ihr hier?“, sprach die Wache, während Vitus seinen Kopf leichte drehte um zumindest etwas von der dritten Person mitzubekommen.


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    Quote Originally Posted by BlackShial View Post
    Was bisher geschah: Vitus Murer - Schönste Maid der Feierlichkeit

    [Bild: AvatarJo.png]Starr und mit gebleckten Zähnen - dem unsicheren und wirklich unschönen Versuch eines Lächelns – stand die Templerin da.
    „Oh ... Ich ...“
    Bei Andrastes geflochtenem Achselhaar, wie konnte Jo nur wieder in solch eine Situation geraten?
    Nicht nur, dass die turtelnden Gäste sich für ihr kleines Stelldichein genau den Ort ausgesucht hatten, an dem die Schwarzhaarige eine kurze Pause für eine Inspektion der dekorativen Rüstungen eingelegt hatte, nein ... Sie musste von all den Techtelmechtel-Gelagen der Feierlichkeit auch noch in genau das laufen, in dem eine Wache verstrickt zu sein schien.
    „Ist das hier nicht-“
    Moment!
    Mit einem leichten Kopfschütteln versuchte sich die Templerin gedanklich etwas zu fangen.
    War das? Nein! Nein, nein. Das konnte nicht sein. Aber ...
    Vielleicht doch? Ganz bestimmt sogar.
    Das bisher so unsichere und unbeholfene Lächeln wandelte sich langsam aber sicher zu einem breiten, höhnischen Grinsen, welches fast schon von einem Ohr zum anderen verlief.
    Ohh ... Das war so wundervoll! Der Erbauer möge diesen Moment für die Ewigkeit bewahren.
    „Lady Vitalina.”
    Den Namen unnötig lang gezogen, wippte Jo mit den Augenbauen.
    Im ersten Moment hatte sie noch gedacht der Mann würde damit irgendeine füllige Hofdame aus Ferelden ansprechen, die man von Gesicht her wahrscheinlich mit einem der unzähligen Mabari verwechseln würde, die sie sicherlich bei sich hatte.
    Jeglicher Gedanke der Rechtfertigung und Beantwortung der eigentlichen Frage war förmlich verflogen bei dem Anblick der holden Maid im Arm ihres strahlenden Wachman-Pffft! Nicht einmal in Gedanken konnte die Schwarzhaarige ernst bleiben.
    Unbewusst wippte Jo mit dem Schwert in der Hand und stemmte die noch freie Hand in die Hüfte.
    „Meine Holde, ich hätte nicht erwartet euch hier anzutreffen.“
    Dem knurrigen Rohling den Surcot zu überlassen war die beste Entscheidung, die sie seit langem getroffen hatte.
    Das Rot des Stoffes untermalte seine schüchternen blickenden Augen trotz Maske einfach nur ganz zauberhaft.
    „Habt ihr etwas zugelegt? Ich hätte schwören können, dass euer Hintern das letzte Mal nicht ganz so ... gigantisch wirkte.“
    Oh, wie gern hätte sie ihrem Begleiter in diesem Moment in eben diesen Hintern gekniffen.


    [Bild: Char_Lothar.png] Raschelnd glitt ein weiteres Blatt Pergament zu Boden und ging sanft auf dem Stapel der zuvor für unterinteressant befundenen Schriftstücke nieder. Das stetige Licht der Kerze tauchte die gegerbte Tierhaut in ein sanftes Rot, spendete Ser Lothar jedoch nur grade genug Licht, um keine Kopfschmerzen beim Entziffern der Briefe zu bekommen. Der alte Ritter saß mit den Unterarmen aufgestützt am Schreibtisch des Banns und durchforstete ein Schreiben nach dem nächsten. Der frühere Schlossherr hatte viele Briefkontakte gehabt und, zu Ser Lothars Glück, eine geschwungene, angenehm zu lesende Handschrift. Was ihm jedoch abging waren gradlinige Gedankenverläufe und die Fähigkeit, auf den Punkt zu kommen. Der Ritter wusste, dass er in dieser Hinsicht wenig Recht hatte, jemand anderen einen Vorwurf zu machen, doch wünschte er sich nach der dritten überverklausulierten Danksagung, die schlussendlich doch in eine zweifach verdeckte Drohung mündete, dass der verstorbene Bann dem Empfänger einfach einen abgetrennten Pferdekopf ins Bett gelegt hätte.
    Vom Treiben des Festes war in diesem abgelegenen Bereich des Schlosses nichts zu hören, doch konnte Ser Lothar während seiner Nachforschungen auch nicht ignorieren, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis Abernache dahinterkommen würde, dass er nicht aus dem Verkehr gezogen worden war. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Vitus und Jo inzwischen ins Schloss vorgedrungen sein mussten und früher oder später auf seine Hilfe zählen würden.

    Er ließ das zuletzt gelesene Schreiben mit einem Seufzen zu den anderen zu Boden segeln und rieb sich die Augen. Er hatte nichts finden können, das auch nur im Entferntesten mit der ausbleibenden Verstärkung oder Abernache zu tun hatte. Mit vom vielen Lesen müden Blick suchte der Ritter nach einem anderen Ablagefach oder einer Mappe, die ihm mehr Hoffnung machte. Alle Schuber und Rollenhalter sahen inzwischen gleich aus und waren unbeschriftet, entweder hatte der alte Bann ein sehr gutes Gedächtnis gehabt oder im Kampf gegen das Pergament vor langer Zeit resigniert. Wahllos griff Ser Lothar in ein Regal und zog den Pergamentstapel hervor, der darin lag. Dichte Staubwolken erhoben sich und machten die wenig Hoffnung auf aktuelle Geschehnisse in den Schriften. Als der Ritter in das nun leere Fach schaute, um sicherzugehen, dass er alle Pergamente hatte, stutzte er. Mit dem Licht der zur Hilfe herbeigenommenen Kerze erkannte er bei näherer Betrachtung, dass der Boden des Faches nicht aus Holz war, sondern selbst pergamenten. Er überprüfte die Oberfläche vorsichtig mit der Hand und stellte fest, dass sie etwas nachgab. Ohne weiter nachzudenken zückte der Ritter seinen Dolch und machte sich am doppelten Boden zu schaffen, der auch schnell nachgab und ein Geheimfach preisgab. Ser Lothar griff hinein und fischte einen dicken Stapel von Schriften hervor, die sich als Briefe entpuppten. Ohne dem staubigen Haufen, den er zuvor aus dem Fach genommen hatte weitere Beachtung zu schenken, machte er sich an die Durchsicht. Es dauerte nicht lange, bis er fand, was er suchte. Seine Augen flogen immer schneller über die Zeilen, Seite für Seite. Mit jeder vervollständigte sich ein Bild in seinem Geist, das mit jedem Detail verstrickter, aber vor allem niederträchtiger wurde. Die Kiefer der Ritters pressten fest aufeinander, als er den letzten Brief gelesen hatte. Er steckte die Pergamente ein, löschte das Licht und verließ das Schreibzimmer in Richtung Ballsaal.
    Khardim is offline
  4. #304 Reply With Quote
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    Kasim

    [Bild: Sarah_klein.png]
    Erleichtert blickte Sarah den Chevalier an als dieser ihrem Vorschlag zustimmte. Er fand aufmunternde Worte für den Jungen und sie konnte nicht anders als dankbar, und bewundernd, zu lächeln. Ser Kasim war ein charmanter junger Mann und er würde eines Tages sicherlich eine Frau sehr glücklich machen. Sie blinzelte erschrocken über ihre Gedanken und senkte den Kopf damit niemand ihre geröteten Wangen erkennen konnte. Was war los mit ihr?

    Nachdem sie im Sattel saß half Ser Kasim dem Jungen auf das Pferd. Sarah presste ihre Lippen zusammen als ihre Wunde schmerzte. Sie hatte wohl ihre Wunde mit unbedachten Bewegungen etwas zu sehr gereizt. Es würde eine Weile dauern bis sie geheilt war und während die Kräuter bei der Heilung halfen, so hatte sie nichts, was die Schmerzen lindern konnte. Dazu müsste sie einen Trank brauen, wozu sie keine Möglichkeit hatte, und selbst wenn sie diese hätte, ihr fehlten die nötigen Kräuter dazu. Vielleicht war die nächste Ortschaft nicht zu weit entfernt und sie konnte dort ihre Wunde richtig versorgen. Sie überlegte ob sie etwas sagen sollte, doch entschied sich dagegen.

    „HALT!“, sagte plötzlich eine laute Stimme und Sarah drehte sich sofort in deren Richtung. Die junge Frau konnte sich einen kleinen Schmerzensschrei nicht verkneifen, als ihr Wunde bei der plötzlichen Bewegung brannte. Sie blinzelte als sie einen Mann erkannte, der der Rüstung nach zu urteilen ein Templer war. Er hatte seine Waffe gezogen und sie wunderte sich, warum er kampfbereit erschien. Sarah musterte den Mann und sah sofort, dass er verletzt war. Doch bevor sie irgendetwas sagen konnte, sprach der Templer. „Ihr wart eine Gefangene eines Blutmagiers und seid hiermit festgenommen. Widersetzt Euch und ich sehe mich gezwungen euch zu töten.“ Sarah wurde blass und erstarrte. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen und fing an zu zittern als sie den Templer furchtsam ansah.
    Annalena is offline
  5. #305 Reply With Quote
    Held Shepard Commander's Avatar
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    Quote Originally Posted by numberten View Post

    [Bild: Feieobenohne_mini.jpg]

    Feia war ein wenig überrascht, als die hellblonde Kriegerin ihr anbot gemeinsam zu reisen. Irgendwie hatte sie die Frau eher als Einzelgängerin eingeschätzt, doch der erste Eindruck konnte ja leicht täuschen. Die Elfe überlegte kurz, sie hatte keine Ahnung in welche Richtung diese Logan reisen wollte. Jedoch hatte sie selbst derzeit kein Ziel, was es einfach machte eine gemeinsame Richtung zu finden. Gesellschaft zu haben klang angenehmer, als bei prasselnden Regen nur mit sich selbst und den düsteren Gedanken allein zu sein. Im Notfall konnte sie ja immer noch eine andere Richtung einschlagen.
    "Ein kluger Gedanke und ein guter Vorschlag. Ich nehme ihn gerne an.", verkündete Feia freundlich und lächelte erquicklich.
    "Ich räume nur schnell meine Sachen zusammen, dann können wir aufbrechen.", erklärte die Elfe und ging zu ihrem Rucksack.

    Vorsichtig verstaute sie ihre Habe wieder in ihrem Rucksack und hüllte sich in den noch immer klammen Reisemantel. Dann packte sie ihre Schwerter soweit aus, dass sie diese wieder ohne Probleme ziehen konnte. Letztendlich lösten sie doch mehr Probleme als sie verursachten. Sorgsam schnallte sie sich die Schwerter um und nahm dann ihren Rucksack auf. Beim Wirt bezahlte sie noch schnell ihre Rechnung und erwarb ein wenig Proviant. Es war schwer zu sagen wann sie das nächste Mal Gelegenheit dazu bekam. Dann wandte sie sich noch kurz an die andere Elfe. "Falls mehr von ihnen kommen werden und sich nach ihnen erkundigen..", sprach sie und wies auf die inzwischen fast komplett gefledderten Leichen. "Lüge. Beschimpf uns ruhig als Abschaum, verdoppel unsere Zahl und behaupte das sie edelmütig versucht haben die Ordnung zu bewahren. Hasse sie ruhig, aber zeig es ihnen nicht. So überlebst du länger.", ermahnte sie die Elfe umsichtig. Diese schaute widerwillig drein, nickte dann aber knapp. "Trage stets zwei Gesichter, eines für die Shemlen und eines für dein Volk.", murmelte sie leise auf elfisch ein altes Sprichtwort der Stadtelfen. Feia nickte bestätigend. Manchmal war dies leider nötig. Sie drückte der Elfe ein wenig Geld was erübrigen konnte unaufällig in die Hand und ging dann Richtung Ausgang.

    Vor der Taverne traf sie dann auch schon Logan, welche ein sehr hübsches Pferd am Zügel führte. Feia war zwar keine Reiterin, hatte aber genügend aus dem Sattel geholt um ein gutes Pferd zu erkennen. Dieses hier war von hervorragendem Wuchs, sicherlich nicht billig gewesen. Ihr Blick wurde kurz nachdenklich, die Kriegerin hatte nicht den Eindruck vermittelt zum reitenden Stand zu gehören. Aber wenn sie genau darüber nachdachte hatte sie ja den Wirt darauf angesprochen.
    "Zuhören hilft.", ermahnte sie sich selbst. Sie trat an die Kriegerin und Pferd heran. "Ein hübsches Tier habt ihr dort. Ich hoffe es macht euch nichts aus mit einer Fußgängerin zu reisen.", erklärte sie wohlwollen und trat in den Regen hinaus.
    "Obwohl, dieses Wetter ist wohl eh weder für Roß noch Reiter gedacht.", sprach sie und versank prompt mit dem linken Stiefel fast zur Hälfte im Schlamm. "Merde!", fluchte sie leise und zog das Schuhwerk mit einem schmatzenden Geräusch aus dem Loch. "Tja, manchmal ist es scheiße wenn man recht hat.", erklärte sie mit einem verlegenen Lächeln und zog sich die Kapuze zurecht. Ihre himmelblauen Augen funkelten gutgelaunt unter der schwarzen Kapuze hervor.
    "Nun ich würde sagen ihr geht vor, ich folge euch? Was ist überhaupt euer Ziel wenn ich fragen darf?", erkundigte sie sich höflich. "Keine Sorge, ihr müsst keine genauen Details nennen, falls es geheim ist. Solange wir vorerst einen gesunden Abstand zu hier und Highever bekommen ist mir fast jede Richtung recht.", fügte sie direkt beschwichtigend an.
    Wenn sie mit ihrer Vermutung richtig lag und Logan eine Kämpferin des alten Herrschers war, würde sie wohl kaum ihre Pläne einer Fremden mitteilen.


    [Bild: Logan_klein.jpg]

    Logan zog sich die schwere Kapuze tief ins Gesicht. Dicke Regentropfen perlten von dem fellbesetzten Saum herab, topften auf Logans lange, sommersprossenbedeckte Nase. „Ihr sprecht wahre Worte gelassen aus. Dieses Wetter ist nicht ideal und selbst für fereldische Sommer erstaunlich eklig“, raunte sie nicht weniger harsch als das Wetter. Es regnete oft in Ferelden, doch meist verlagerten sich die Regenfronten auf Frühling und Herbst. Vielleicht hatte die Verderbnis mit dem dunklen Himmel zu tun. Logan hob den Kopf, schaute in die fast stofflichen schwarzen Wolken. Der Regen benetzte ihre Haut. „Die Kirche sagt, dass die Magier den Himmel verdorben haben. Vielleicht ist die Dunkle Brut schuld an diesem Wetter…“, sagte Logan. Die Kriegerin zog an Llamreis Zügel, das Pferd setzte sich in stoischer Gelassenheit in Bewegung. „Ich gehe gen Westen. Ich habe…“ Logan legte die Hand voller Vorsicht auf die gewachste Ledertasche, in der der Brief an die Couslands lag, den sie den getöteten Howe-Kriegern abgenommen hatte. Sie würde das Schreiben dem nächsten adligen Ritter und Befehlshaber der Couslands übergeben. Das bedeutete aber, dass sie sich dem Einflussgebiet Howes wieder näheren musste. „Im Westen sind mehr von denen, die wir gerade massakriert haben. Es wird sicherlich nicht weniger gefährlich“, erklärte Logan warnend. Unter ihren Füßen platschten die Pfützen, Logans hervorragende Stiefel hielten das Wasser aber draußen. Die Kälte, die der Regen mit sich brachte aber erreichte ihre Haut.
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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post

    [Bild: Logan_klein.jpg]

    Logan zog sich die schwere Kapuze tief ins Gesicht. Dicke Regentropfen perlten von dem fellbesetzten Saum herab, topften auf Logans lange, sommersprossenbedeckte Nase. „Ihr sprecht wahre Worte gelassen aus. Dieses Wetter ist nicht ideal und selbst für fereldische Sommer erstaunlich eklig“, raunte sie nicht weniger harsch als das Wetter. Es regnete oft in Ferelden, doch meist verlagerten sich die Regenfronten auf Frühling und Herbst. Vielleicht hatte die Verderbnis mit dem dunklen Himmel zu tun. Logan hob den Kopf, schaute in die fast stofflichen schwarzen Wolken. Der Regen benetzte ihre Haut. „Die Kirche sagt, dass die Magier den Himmel verdorben haben. Vielleicht ist die Dunkle Brut schuld an diesem Wetter…“, sagte Logan. Die Kriegerin zog an Llamreis Zügel, das Pferd setzte sich in stoischer Gelassenheit in Bewegung. „Ich gehe gen Westen. Ich habe…“ Logan legte die Hand voller Vorsicht auf die gewachste Ledertasche, in der der Brief an die Couslands lag, den sie den getöteten Howe-Kriegern abgenommen hatte. Sie würde das Schreiben dem nächsten adligen Ritter und Befehlshaber der Couslands übergeben. Das bedeutete aber, dass sie sich dem Einflussgebiet Howes wieder näheren musste. „Im Westen sind mehr von denen, die wir gerade massakriert haben. Es wird sicherlich nicht weniger gefährlich“, erklärte Logan warnend. Unter ihren Füßen platschten die Pfützen, Logans hervorragende Stiefel hielten das Wasser aber draußen. Die Kälte, die der Regen mit sich brachte aber erreichte ihre Haut.


    Feia musste breit grinsen als die Kriegerin vom fereldischen Sommer sprach. Der Sommer tropfte ihr gerade vom Saum der Kapuze in den Mund und floss das Kinn herab. Kaum vorzustellen wie erst der Herbst war, geschweige denn der Winter. Das Klischee von den ungewaschenen Barbaren war auf jedenfall nicht wahr, man konnte hier ja gar nicht erst vor die Tür gehen ohne mit Wasser in Kontakt zu kommen. Oder falls doch, wusch man sich vermutlich nicht um die Haut vor dem Wasser abzudichten.

    Der Ansatz mit der Brut schien nicht verkehrt, als Sündenbock waren diese Gesellen vermutlich nicht verkehrt. Schließlich sollten sie ja die Verkörperung der Sünde schlechthin sein. Obwohl sie in Ferelden wüten sollten, hatte die Elfe bisher nicht ihre Bekanntschaft gemacht. Sie war auch nicht sonderlich wild auf ein Treffen mit irgendwelchen hässlichen Monstern. Die Monster die sich hinter einem normalen Aussehen verbargen hatten ihr bisher immer gereicht.
    Und scheinbar würde sie diesen bald wieder begegnen, Logan sprach von dem Weg nach Westen, durch die Ländereien unter Howes Herrschaft. Mehr Messerarbeit die geleistet werden müsste, keine Ruhe für die Verdammten.
    "Nun wo es ist es schon sicher in solch kriegerischen Tagen? Wohlauf, dann gen Westen. Dort wo sich die Sonne zum schlafen hinlegt kann es ja nicht allzu schlecht sein.", scherzte und schaute hinauf in den schwarz bewölkten Himmel. Die Sonne schien in Ferelden wohl eh mehr zu schlafen als woanders.
    "Ihr schreitet voran Schildmaid, die Elfe wird euch folgen.", verkündete Feia gutgelaunt und stapfte hinter Ross und Reiterin her.
    "Und falls ihr Zeit und Muße dafür habt, dürft ihr mir gerne mehr über diese Ländereien und ihrem neuen Herren erzählen. Je mehr ich über jene erfahre, desto eher kann ich euch vielleicht auf der Reise behilflich sein."
    , erkundigte sich die Elfe höflich und verwies mit dem Daumen auf die sich entferndende Taverne. Dort wo die toten Howe Soldaten ruhten, ein Zustand den wohl nach Wunsch ihrer Begleiterin weitere nachfolgen sollten.
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  7. #307 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by numberten View Post

    Feia musste breit grinsen als die Kriegerin vom fereldischen Sommer sprach. Der Sommer tropfte ihr gerade vom Saum der Kapuze in den Mund und floss das Kinn herab. Kaum vorzustellen wie erst der Herbst war, geschweige denn der Winter. Das Klischee von den ungewaschenen Barbaren war auf jedenfall nicht wahr, man konnte hier ja gar nicht erst vor die Tür gehen ohne mit Wasser in Kontakt zu kommen. Oder falls doch, wusch man sich vermutlich nicht um die Haut vor dem Wasser abzudichten.

    Der Ansatz mit der Brut schien nicht verkehrt, als Sündenbock waren diese Gesellen vermutlich nicht verkehrt. Schließlich sollten sie ja die Verkörperung der Sünde schlechthin sein. Obwohl sie in Ferelden wüten sollten, hatte die Elfe bisher nicht ihre Bekanntschaft gemacht. Sie war auch nicht sonderlich wild auf ein Treffen mit irgendwelchen hässlichen Monstern. Die Monster die sich hinter einem normalen Aussehen verbargen hatten ihr bisher immer gereicht.
    Und scheinbar würde sie diesen bald wieder begegnen, Logan sprach von dem Weg nach Westen, durch die Ländereien unter Howes Herrschaft. Mehr Messerarbeit die geleistet werden müsste, keine Ruhe für die Verdammten.
    "Nun wo es ist es schon sicher in solch kriegerischen Tagen? Wohlauf, dann gen Westen. Dort wo sich die Sonne zum schlafen hinlegt kann es ja nicht allzu schlecht sein.", scherzte und schaute hinauf in den schwarz bewölkten Himmel. Die Sonne schien in Ferelden wohl eh mehr zu schlafen als woanders.
    "Ihr schreitet voran Schildmaid, die Elfe wird euch folgen.", verkündete Feia gutgelaunt und stapfte hinter Ross und Reiterin her.
    "Und falls ihr Zeit und Muße dafür habt, dürft ihr mir gerne mehr über diese Ländereien und ihrem neuen Herren erzählen. Je mehr ich über jene erfahre, desto eher kann ich euch vielleicht auf der Reise behilflich sein."
    , erkundigte sich die Elfe höflich und verwies mit dem Daumen auf die sich entferndende Taverne. Dort wo die toten Howe Soldaten ruhten, ein Zustand den wohl nach Wunsch ihrer Begleiterin weitere nachfolgen sollten.


    [Bild: Logan_klein.jpg]

    Logan stieß einen nassen, verächtlichen Pfiff aus. Neue Herren, die Elfe hatten einen merkwürdigen Humor. Sicherlich eine Eigenart des alten Volks und die einer Ausländerin dazu. Die Kriegerin brachte erst einmal ein paar Meilen zwischen sich und das Gasthaus, ehe sie zu sprechen begann.
    Ich weiß nicht, was ich über Ferelden erzählen soll. Ich habe Ferelden nie verlassen, kann also keine Vergleiche ziehen. Es ist grün und weit und wenn es denn nicht regnet wirklich schön. Die Leute in Ferelden lieben Hunde, vor allem die Mabari, falls Ihr wisst, was das ist. Ich selbst mag Katzen lieber“, fügte sie schulterzuckend hinzu. „Ihr wisst sicherlich, dass Ferelden vor einigen Jahrzehnten noch unter orlaisianischer Besatzung war und sich seine Freiheit erst erkämpfen musste. Es scheint unfair zu sein, dass Fereldens Volk so kurz nach diesem Kampf einen weiteren um die eigene Existenz führen soll. Den alten Kriegern wird einfach keine Rast vergönnt.“ Die Blonde merkte, wie sie im Folgenden schweigsamer wurde. „Die schwerste Tragödie aber traf uns erst vor wenigen Wochen. Unser großer Herrscher, König Cailan, ist mitsamt einem großen Teil unseres Hochadels bei Ostagar im Süden in einer Schlacht gegen die Dunkle Brut gefallen. Er starb als Held“, behauptete sie kühn. „Nun haben Opportunisten wie Arl Howe und Theryn Loghain – achtete nicht auf die Ähnlichkeit der Namen – die Herrschaft übernommen, weil sie ihre Truppen aus der Schlacht heraushielten. Mein Lehnsherr, Theyrn Cousland, wurde von Howe in seiner eigenen Burg in der Nacht angegriffen. Der Theyrn und Howe waren dereinst Freunde. Er nutzte diese alte Beziehung, um seine Truppen in die Burg meines Herrn zu bringen, wartete bis der Sohn des Theryn mit dem Großteil der Cousland-Truppen zum König marschiert war und schlug dann zu.
    Logan spie aus, um ihre Missachtung auszudrücken. „Dreckige Made. Wäre ich dort gewesen…“ Traurig schüttelte die den Kapuzenkopf. „Ich war in Ostagar, kämpfte gegen stinkende Monster anstatt meinen Herr gegen den Dolch im Rücken zu verteidigen. Viele Menschen in Highever starben durch die Hand der Howes. Mein Bruder war einer von ihnen.“ Logan streckte sich, berührte ihre Axt am Gürtel. Sie fragte sich, warum sie entgegen ihrer Natur derart redselig war. Es war ein schweres Thema, doch gleich dem Regen fiel eine Last von ihr während sie sprach. „Howe und alle die ihm folgen sollen sterben“, beschied sie. Sie schaute zu der Elfe, legte die Härte des ganzen Landes in ihren Blick. „Für mich ist dieser Kampf persönlich.“ Das Land lag ihr am Herzen. Ihre Rache auch.
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    [Bild: kasimava.jpg]
    Gerade wollte Kasim sich daran machen auf sein eigenes Pferd zu steigen, da hatte auch schon eine neue Gefahr sie eingeholt. Doch diese war keine, die er einfach so erschlagen konnte. "Seid gegrüßt Ser." Mit beschwichtigender Miene ging der Chevalier auf den Templer zu.
    "Meine Name ist - " "Es ist mir gleichgültig wie euer Name lautet! Sie kommt mit mir! Stellt euch mir nicht in den Weg!"
    Kasim versuchte seinem Gegenüber beruhigend eine Hand auf die Schulter zu legen, doch das war ein Fehler. Mit einer ruckartigen Bewegung schlug der Templer mit seinem Schwert nach ihm. Gerade noch rechtzeitig trat er einen Schritt zurück, die Klinge streifte seinen Brustpanzer.
    "Ser! Bitte, zwingt mich nicht das zu tun! Wir sind nicht eure Feind!" Doch der Templer hörte nicht. Er war völlig in seinen Wahn verfallen. Sah Sarah als eine Gefahr an und ihn als jemanden, der ihn an der Ausführung seiner Aufgabe hinderte.
    Klinge traf auf Klinge. Der Junge, welcher immer noch bei Sarah saß, begann vor Schreck zu schreien.
    Kasim spürte, dass sein Körper sich noch nicht vollständig von dem Konflikt zuvor erholt hatte. Sein Stand war nicht feste genug, seine Finger zitterten am Heft des Zweihänders. Ungelenk parierte er zwei Schläge seines äußerst kräftigen Gegners und stolperte zurück. Ein dritter Schlag, und sein Schwert flog einige Meter mit der Spitze voraus in den Boden, wo es steckenblieb. Noch bevor er weiter reagieren konnte, traf ihn ein weiterer, kräftiger Schlag in die Brustgegend und er fiel nach hinten auf den Rücken. Das Gewicht der Rüstung ließ ihn hilflos am Boden liegend zusehen, wie der Templer die Waffe über ihm erhob. War dies das Ende?.....
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  9. #309 Reply With Quote
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    vorheriger Post: Ein bisschen Abneigung ~ Antwort von: Glandis

    [Bild: Aril_Ava.png] Arils Gedanken rasten, als sie hinter Tom Shields herschritt. Sie spürte, dass Glandis nicht hinter ihr war und das machte ihr Angst. Oder war es die Tatsache, dass Glandis so völlig abwesend und leer gewirkt hatte?
    Ihre Begleiterin schien seit gestern einiges durchzumachen. Ihr Kollaps, ihre Vision, ihre beharrliche Schweigsamkeit und das noch beharrlichere Ausweichen von konkreten Fragen und Plänen. Aril wusste sich keinen Reim darauf, nur dass es seit Ihrer Ankunft am Flussbaum so ging.

    Und was sollte sie nun tun? Glandis hatte warhlich nicht so ausgesehen als würde sie irgendeinen Plan in die Tat umsetzen. Und es alleine zu versuchen wäre leichtsinnig. Auf der anderen Seite wäre das vielleicht eine nicht genutzte Chance.
    Welche Möglichkeiten hatte sie? Nun als erstes würde sie sich anhören, was Nerwa zu sagen hatte. Daraus entsprang noch keine Verpflichtung.

    Und dann gab es mehrere Optionen. Sie konnte weiterhin ehrlich sein, oder wenn Glandis ihr vielleicht ein Zeichen schickte, dass sie doch anwesend war um Verwirrung zu stiften, dann konnte sie immer noch auf den Fluchtplan zurückgreifen.

    Für den Moment würde sie passiv bleiben. Und weiter auf ihren Tatsachen beharren - schließlich war es die Wahrheit.

    Shields ließ sie in das "Büro" von gestern eintreten, das sich wahrlich kaum verändert hatte.
    Die Essensreste waren entsorgt worden, die Kerze brannte, Tinte und Feder standen griffbereit.
    Die Waffen von Aril und Glandis lagen hinter dem Kommandant auf der Kommode, wo er sie gestern platziert hatte.

    Aril blinckte sehnsüchtig auf ihre Schwerter.

    »Mylady, einen guten Morgen und so setzt euch doch,« sprach Drusus Nerwa sie an.
    Ohne zu zögern setzte sie sich, lgte die Hände aneinander und sah den KOmmandanten abwartend an.
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  10. #310 Reply With Quote
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    vorheriger Post: Seit langem allein ~ Antwort von: Aril

    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • Frühstück

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Der Brei hatte seine Wirkung. Dieses Gemisch, welches irgendetwas mit Hirse an sich hatte, brachte Leben in die Dalish. Denn sie fragte sich bei der sich im Inneren ausbreitenden Wärme, was wohl mit den Pferden sei. Also erhob sie sich in und machte sich auf den Weg. Die Soldaten um sie herum, nahmen sie nicht zur Kenntnis. Was sie schon stark verwunderte. Keine gierigen Blicke, die an dem Körper der jungen Frau hingen. Denn sie war ja nur mit einem Leinenhemd und ihren ledernen Beinhosen und artgleichen Stiefeln bekleidet. Gut die waren elfischen Handwerks und stärkten auch ein wenig die Ausdauer. Aber es kamen auch keine sonst in den Städten üblichen Sprüche, wie »Spitzohr« oder dergleichen. So wunderte sie sich doch. Sie nahm sich vor mit dem Wachposten einen einsilbigen Dialog zu führen. Sie trat ein und hatte für einen kurzen Moment seine Aufmerksamkeit. Und wie dieser sich in seine lümmelnde Haltung, gestärkt durch einen Mauervorsprung und eine Hellebarde zurückbegeben wollte, fragte sie Ihn mit einer Handbewegung auf die braune Stute und den schwarzen Hengst: »Gefüttert?« Er knurrte zurück: »Hab Wache!« Sie ließ in seinen gewohnten Platz einnehmen und fragte nicht weiter. Sie wurde von beiden Tieren aufmerksam beobachtet und mit einem Schwanzwedeln begrüßt. Aber die aufgestellten Ohren, zeigten ihr an, dass die beiden um vieles aufmerksamer waren als der Wachposten. Sie begann zu suchen, konnte aber so richtig außer etwas Heu nichts finden. So nahm sie etwas davon und breitete es vor den Pferden aus. Dann lief sie zu dem Soldaten zurück. Dieser blickte sie erstaunt über die Unruhe während seines Dienstes an, sagte aber nichts. Sie sagte fragend: »Futter?« Er schien zu wissen, was sie für eine war. Er maulte oder murrte nicht. Vielleicht war es auch der Ton den er gewohnt war. Er blieb an der Wand angelehnt, zeigte nicht einmal in die Richtung, als er sagte: »Rechts, drittes Fass.«

    Glandis fand das Fass und hob den Deckel. Darin lagen Äpfel. Manche noch knackig, das waren aber die wenigsten. Manche waren in dem Zustand »na ja« und andere wiederum hatten ihre beste Zeit schon hinter sich. »Es ist Zeit diese heraus nehmen, sie verderben alles andere«, dachte sie sich. Aber sie wollte kein Aufsehen und griff sich ein paar von den guten. Die Braune bekam einen Apfel zuerst. Sie spürte, wie die Stute Äpfel mochte. Glandis war froh, dass es hier noch so etwas zum Futtern gab. Ein Schubs an ihren Rücken, leicht ausgeführt, erinnerte sie daran, dass es den Schwarzen auch gab. Sie lachte nur leise und hielt beiden Pferden die Äpfel hin und legte die anderen mit zu dem Heu. Dann schritt sie zu dem Wachposten und baute sich wieder vor ihm auf. Der schien endgültig die Nase voll zu haben. Denn er wartete nicht, bis er gefragt wurde: »Was noch?«, wurde sie gefragt. Sie antwortete: »Wasser?«

    Er brummte zurück: »Eimer steht bei den Fässern!« Sie sagte nichts, griff sich zwei von jenen Holzdingern und verließ den Stall, um Wasser zu suchen …



    [Bild: VR_Begl_a.png] Aril war seiner Aufforderung sich an den Tisch zu setzten nachgekommen. Er griff sich einen Korb, der etwas abseits gestanden hatte und hob ihn auf den Tisch. Er sagte bei dem Eindecken nur: »Mir wurde berichtet, dass ihr noch kein Frühstück hattet.« Er legte einen Teller nebst Besteck vor sie ihn. Ein Glas und einen Becher entnahm er dem Behältnis. Bei der Karaffe sagte er: »Muss nicht mit Wasser verdünnt werden, der Rote ist dünn genug.« Es fanden sich etwas Käse, ein Stück Speck, welcher gut duftete, helles Brot, ein paar Äpfel und schließlich auch ein Krug mit Wasser. Nach dem er alles vor ihr ausgebreitet hatte, sagte er: »Mylady, lasst es euch schmecken.«
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    [Bild: Logan_klein.jpg]

    Logan stieß einen nassen, verächtlichen Pfiff aus. Neue Herren, die Elfe hatten einen merkwürdigen Humor. Sicherlich eine Eigenart des alten Volks und die einer Ausländerin dazu. Die Kriegerin brachte erst einmal ein paar Meilen zwischen sich und das Gasthaus, ehe sie zu sprechen begann.
    Ich weiß nicht, was ich über Ferelden erzählen soll. Ich habe Ferelden nie verlassen, kann also keine Vergleiche ziehen. Es ist grün und weit und wenn es denn nicht regnet wirklich schön. Die Leute in Ferelden lieben Hunde, vor allem die Mabari, falls Ihr wisst, was das ist. Ich selbst mag Katzen lieber“, fügte sie schulterzuckend hinzu. „Ihr wisst sicherlich, dass Ferelden vor einigen Jahrzehnten noch unter orlaisianischer Besatzung war und sich seine Freiheit erst erkämpfen musste. Es scheint unfair zu sein, dass Fereldens Volk so kurz nach diesem Kampf einen weiteren um die eigene Existenz führen soll. Den alten Kriegern wird einfach keine Rast vergönnt.“ Die Blonde merkte, wie sie im Folgenden schweigsamer wurde. „Die schwerste Tragödie aber traf uns erst vor wenigen Wochen. Unser großer Herrscher, König Cailan, ist mitsamt einem großen Teil unseres Hochadels bei Ostagar im Süden in einer Schlacht gegen die Dunkle Brut gefallen. Er starb als Held“, behauptete sie kühn. „Nun haben Opportunisten wie Arl Howe und Theryn Loghain – achtete nicht auf die Ähnlichkeit der Namen – die Herrschaft übernommen, weil sie ihre Truppen aus der Schlacht heraushielten. Mein Lehnsherr, Theyrn Cousland, wurde von Howe in seiner eigenen Burg in der Nacht angegriffen. Der Theyrn und Howe waren dereinst Freunde. Er nutzte diese alte Beziehung, um seine Truppen in die Burg meines Herrn zu bringen, wartete bis der Sohn des Theryn mit dem Großteil der Cousland-Truppen zum König marschiert war und schlug dann zu.
    Logan spie aus, um ihre Missachtung auszudrücken. „Dreckige Made. Wäre ich dort gewesen…“ Traurig schüttelte die den Kapuzenkopf. „Ich war in Ostagar, kämpfte gegen stinkende Monster anstatt meinen Herr gegen den Dolch im Rücken zu verteidigen. Viele Menschen in Highever starben durch die Hand der Howes. Mein Bruder war einer von ihnen.“ Logan streckte sich, berührte ihre Axt am Gürtel. Sie fragte sich, warum sie entgegen ihrer Natur derart redselig war. Es war ein schweres Thema, doch gleich dem Regen fiel eine Last von ihr während sie sprach. „Howe und alle die ihm folgen sollen sterben“, beschied sie. Sie schaute zu der Elfe, legte die Härte des ganzen Landes in ihren Blick. „Für mich ist dieser Kampf persönlich.“ Das Land lag ihr am Herzen. Ihre Rache auch.



    [Bild: Feieobenohne_mini.jpg]

    Entgegen ihrem üblichen Habitus blieb die Elfe schweigsam als die Kriegerin schließlich ihre Fragen beantwortete und das prasseln des Regens mit ihrer Stimme unterbrach. Logan war für Feia überraschend mitteilsam und es kam der Elfe vor als würde ihre Begleiterin sich dabei ein wenig den Schmerz von der Seele reden. Es war mehr als offensichtlich das solcher auf ihrem Herzen lag, Feia kannte dies nur zu gut. Allzuselten war in den letzten Jahren ihr Herz frei von Leid und Zorn gewesen, getrieben von Hass und dem Drang nach Vergeltung. Rache hatte sie in dieses Land geführt und Rache schien auch ihre Begleiterin anzutreiben, wie ein unbarmherziger Peitschenzwinger, nicht zu fassen aber dennoch präsent.
    Deshalb ließ Feia reden, verzichtete auf Zwischenbemerkungen. Mochte ihrer Ansicht nach der Verlust des Hochadels auch ein Grund zum Feiern sein, es war mehr als offensichtlich das Logan es anders sah. Verständlich waren doch die alten Adligen nur durch neue ersetzt worden und Aasgeier brachten selten gute Eigenschaften mit sich. Außerdem konnte sie die Vorgänge in Orlais nur schwerlich mit den hiesigen vergleichen. Sicherlich hatte man nicht die Chevaliers vertrieben um sich eigene Monster schaffen zu wollen.

    Bedächtig stapften ihre Stiefel durch den Schlamm, der Regen perlte ihr Gesicht hinab. Logan erklärte ihren eigenen Verlust und bekräftigte ihr Streben nach Rache. Der Blick den sie Feia schenkte zeigte Entschlossenheit und Härte.
    "Das verstehe ich, vielleicht sogar besser als ihr ahnen könnt. All der Schmerz den sie euch zugefügt haben werdet ihr ihnen vergelten. Das Feuer der Rache wird euch wärmen an kalten Tagen wie diesen, euer Verlust euch antreiben wenn die Beine den Dienst versagen mögen. Ich hoffe das ihr eure Rache bekommt und das sie euch Zufriedenheit schenkt wenn der Tag kommt.", erwiderte sie verständnisvoll. In ihrem himmelblauen Blick verklärte sich, jedoch gepaart mit einer gewissen Bitterkeit. Zufriedenheit war etwas was ihr die Vergeltung selten geschenkt hatte. Es war ein ewiger Kampf.
    "Ich habe keine Probleme mit euren Zielen und werde euch sicher nicht hindern, solange wir gemeinsam reisen. Monster müssen bekämpft werden, seien es offensichtliche, oder welche die sich hinter freundlichen Masken verbergen.", erklärte sie zustimmend. Sie selbst hatte den Kampf mit diesem Howe nicht angefangen, aber sie würde nicht zurückschrecken.
    Feia unterstrich ihre Aussage mit einem beherzten Nicken, dann richtete sie ihren Blick wieder nach vorne. Es war nicht ratsam ihre neue Gefährtin am Anfang der Reise mit weiteren Fragen zu löchern, insbesondere da diese sich vermutlich selbst ihren Teil über die Elfe dachte. Stattdessen summte die Schwarzhaarige leise, trieb sich selbst zum Marsch im Regen an.
    Ein altes Lied aus besseren Tagen kam ihr in den Sinn und die Elfe begann es zu singen, sehr leise so das der prasselnde Regen ihre schwachen Töne sofort zu schlucken schien. Jedoch laut genug um ihre eigene Laune zu bessern, die düsternen Gedanken hinfortspülend. Etwas was der Regen nicht vermochte.

    L'amour de moi, s'y est enclose
    Dedans un jolie jardinet
    Ou croit la rose et le muguet
    Y aussi fail le passerose

    Ce jardin est belle et plaisant
    Il est garni de toutes fleurs
    On y prend son ebattement
    Autant la nuit comme le jour

    Helas il n'est si dous chose
    Que de ce doux rossignolet
    Qui chant au soir et au matinet
    Quand il est las il se repose

    Ce jardin est belle et plaisant
    Il est garni de toutes fleurs
    On y prend son ebattement
    Autant la nuit comme le jour



    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    ungefähre Übersetzung
    Hab meine Liebe verborgen
    In einem hübschen Garten,
    Dort wachsen Rosen, Maiglöckchen
    Und ebenso die passerose (Bauernrose)

    Der Garten ist hübsch und angenehm.
    Und verziert mit jeder Blume
    Wir gehen dort zu unserem Vergnügen
    Am Tage, jedoch meistens bei Nacht

    Ach, dort ist nichts süßer
    als die liebliche Nachtigall
    welch singt am Abend und am Morgen
    Ist er dort, ruht er sich aus

    Der Garten ist hübsch und angenehm.
    Und verziert mit jeder Blume
    Wir gehen dort zu unserem Vergnügen
    Am Tage, jedoch meistens bei Nacht
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  12. #312 Reply With Quote
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    Kasim

    [Bild: Sarah_klein.png]
    Ser Kasim sprach einige Worte mit dem Templer und Sarah legte beruhigend ihre Hand auf die Schulter des Jungen, der schrie. „Bitte“, sagte sie mit zitternder Stimme, „legt die Waffe nieder Ser Templer. Ich komme mit Euch.“ Doch der Templer reagierte nicht und begann einen Kampf mit Ser Kasim. Selbst sie konnte sehen, dass der Chevalier nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. „Bleib auf dem Pferd, Yoshi“, sagte sie zu dem Jungen, der aufgehört hatte zu schreien und sie mit angsterfüllten Augen ansah. Sie lächelte ihn an bevor sie vom Pferd stieg.

    Sarahs Herz raste und sie lief vorsichtig zu den beiden Männern. Ein kleiner Schrei entfuhr ihr als der Templer Ser Kasim entwaffnete und zu Boden stieß. Die Waffe blieb vor ihr in der Erde stecken und mit Entsetzen sah sie wie der Templer den Chevalier töten wollte. Sie reagierte ohne Nachzudenken und nahm den Zweihänder in beide Hände. Die junge Frau hatte noch nie eine Waffe in der Hand gehalten und war von dem Gewicht überrascht, doch sie hatte keine Zeit zum Nachdenken, den das Leben von Ser Kasim war in Gefahr. „Bitte tötet ihn nicht. Ich komme mit Euch.“ Sie versuchte noch einmal an die Vernunft des Templers zu appellieren, doch es war ohne Erfolg. Als sich die Waffe senkte um Ser Kasim zu durchbohren hob sie das zweihändige Schwert mit einem Schrei und schlug es wie einen Knüppel in die Richtung des Templers. Dieser gab einen gurgelnden Laut von sich bevor er sie mit weit aufgerissenen Augen ansah und zu Boden sank. Sarah atmete schwer und ließ die Waffe fallen bevor sie neben Ser Kasim auf die Knie ging. „Seid Ihr in Ordnung?“ Die junge Frau wagte es nicht zu dem Templer zu schauen, denn sie wusste nicht wie sie reagieren würde, sollte sie ihn getötet haben. Als Heilerin hatte sie zwar schon Leute sterben sehen, doch sie hatte noch nie ein Leben wissentlich beendet.
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  13. #313 Reply With Quote
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    vorheriger Post: Ruhig bleiben! ~ Antwort von: Glandis

    [Bild: Aril_Ava.png]
    Vieles hatte Aril erwartet- aber nicht, dass der Kommandant Anstalten machte, ihr ein Frühstück zu servieren. Ungläubig beobachtete sie seine Bewegungen als er den Tisch deckte.Teller, Besteck, Glas und Becher. Eine Karaffe, aus der es säuerlich duftete. Wein, sie erkannte den Gerucht. Er fügte hinzu »Muss nicht mit Wasser verdünnt werden, der Rote ist dünn genug.« Arils Mundwinkel zuckten. Ja, so ein besäufnis käme ihr für das Seelenheil gerade recht. Aber es wäre hochgradig unklug. Nur gut, dass das mit dieser Verdünnten "Plörre" nicht ging.
    Sie hatte sich gerade damit abgefunden, dass sie guten Wein noch einige Zeit nicht kosten würde, als ihr der erschreckende Gedanke durch den Kopf schoss: "Was, wenn er mich vergiften will?"
    Auf den ersten Blick völlig absurd. Er hat ihnen versprochen sie anzuhören und ehrlich mit ihnen zu sein. Er schien noch so etwas wie Ehre zu besitzen, was man von den lüsternen, stinkenden Streihähnen auf den heutigen Schlachtfeldern kaum behaupten konnte.
    Andererseits - auf den zweiten Blick wären damit seine Probleme auf einen Schlag gelöst. Die unliebsame Schwester - oder auch nicht - seines Generals wäre an irgendeinem Fieber oder an einer Unverträgichkeit elendiglich verreckt. Kein Wunder, wenn eine Adlige mit einer Elfen unterwegs ist und im Wald Vogelbeeren speist.
    Die Soldaten hier würden den Mund halten, da war sich Aril sicher.
    Blieb nur Glandis.
    Nun, WENN Drusus Nerva beschlossen hatte, sich Arils zu entledigen, dann lag Glandis' einzige Chance in der Flucht.
    Dummerweise wusste sie das nicht.

    Und dummerweise hatte Aril sich wieder eine feine, lückenlose Paranoia zusammengesponnen, die noch auf den entscheidenden Beweis wartet.
    Aber da es nur eine Karaffe auf dem Tisch gab würde sie einfach abwarten bis der Kommandant trank. Und erst wenn er es tat, würde sie es auch tun.

    Unauffällig beäufte sie den Becher und das Glas, die in der Mitte des Tisches standen. Sie konnte im inneren keine Flüssigkeit oder Beschichtung feststellen.
    Wenn, dann musste das Gift bereits in der Flüssigkeit sein.
    Das Essen war nun auch aufgetischt: etwas Käse, ein Stück Speck, welcher gut duftete, helles Brot, ein paar Äpfel und schließlich auch ein Krug mit Wasser. »Mylady, lasst es euch schmecken.«

    Aril lächelte den KOmmandanten dankbar an - in der Hoffnung, dass ihre Gedanken sich nicht zu deutlich im Gesicht widerspiegelten.

    "Das ist sehr freundlich von Euch. Ich hoffe, ihr hattet eine angenehme Nachtruhe," sagte sie betont höflich.
    "Mich dagegen trieben mehr die Gedanken um, was nun Euer Ansinnen ist, daher bin ich nicht nur dankbar für das Frühstück, sondern auch für die Gelegenheit, Klarheit zu verschaffen."
    Sie beugte sich vor, nahm ein Stück speck auf den Teller und begann es mit dem Messer, während die Gabel das Fleisch hielt, es durchzusäbeln.
    "Habt Ihr euch entschieden?"
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  14. #314 Reply With Quote
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    vorheriger Post: Frühstück ~ Antwort von: Aril

    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • Sauberes Wasser / Eine getroffene Entscheidung

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Der Wachposten war immer noch vor Ort, als die Dalish wieder zu den Pferden kam. Sie hatte in jeder Hand einen mit Wasser gefüllten Eimer. Diese stellte sie vor den Pferden auf. Beide Tiere nahmen das Angebot sofort an. Glandis würdigte den Wachposten keines Blickes. Sie nahm in etwa seine Haltung ein und lümmelte sich an die gegenüber stehende Wand. Sie hatte ja Zeit und hier bei den Pferden war es ganz angenehm. Es war schon ein erheblicher Aufwand gewesen, an richtiges Wasser zu kommen. Es war ein kleines Spiel aus man wandert am Ufer, sucht etwas, was noch nicht verunreinigt und zugleich nicht schlammig ist. Denn nur die schlammigen Stellen, da wo der Bach seit Jahren nicht mehr mit einem Frühjahrshochwasser sein eigenes Bett gesäubert hatte, nur da war das Wasser einigermaßen sauber. Doch ein Schritt hinein würde es trüben. Klar gab es tiefere Stelle danach. Aber die waren so nicht zu erreichen. Sie hatte den einfachen Weg gewählt. Eine der Holzkisten wurde vorsichtig in den Schlamm am Ufer gedrückt. Es brachte nur wenig Unruhe in das Wasser, weil ja nichts mehr nach oben gezogen wurde. Erst diese Zugbewegung wühlt alles auf. Ein paar leichte Bretter waren auch gefunden. Die organisierte sie in den für sie gedachten Schlafraum. Dort trat die Dalish eine Schrankwand gekonnt ein. Die sich ergebenden Streifen legte sie über einander. Sie als nicht besonders schwere Person konnte jetzt an das Wasser. Der eine oder andere Soldat hatte wohl zugesehen. Denn es gab anerkennende Blicke auf dem Weg zurück.

    Und ein bisschen wärmte in ihr diese Leistung ihr Selbstwertgefühl. Sie fand es schade, dass Aril nicht mit dabei gewesen war. Denn ihr waren die Pferde auch sehr wichtig.

    Doch nun lümmelte sie an der Wand und wusste, bald würden Trovao und Gwess genug von dem Wasser haben. Doch bis dahin hatte sie Zeit …



    [Bild: VR_Begl_a.png] Nach dem Aril am Tisch Platz genommen hatte, war sie auch dabei geblieben, als er diesen mit allerlei Essbarem deckte. Auch seiner Einladung war sie nachgekommen. Aber er sah ein Zögern bei der Auswahl der Speisen. Doch Drusus Nerva hatte Geduld. Er wartete darauf, dass sie zuerst sprechen und dann essen würde. So kam es auch.

    „Das ist sehr freundlich von Euch. Ich hoffe, ihr hattet eine angenehme Nachtruhe.“ Diesen Beginn der Konversation beantwortete er ohne seine Sitzhaltung zu verändern mit einem Kopfnicken. Wobei er dazu ihr eine Frage stellen würde. Diese als erste überhaupt. Das hatte er sich vorgenommen, als er sich auf das morgendliche Treffen vorbereitet hatte.

    „Mich dagegen trieben mehr die Gedanken um, was nun Euer Ansinnen ist, daher bin ich nicht nur dankbar für das Frühstück, sondern auch für die Gelegenheit, Klarheit zu verschaffen.“ Hier zeigte er keine Reaktion. Aber er sah, wie sie jetzt doch nach den Speisen griff und essen wollte. Dabei fragte sie:

    „Habt Ihr euch entschieden?“ Hier blieb es ganz seiner Rolle treu in dem er antwortete: »Ja, es steht fest.« Dann sagte er nach einer Pause weiter: »Mylady, frühstückt doch erst einmal. Ihr müsst nicht sparen. Esst euch satt. Wir haben anschließend noch genug Zeit alles zu erörtern. Auch meine Frage, die mich die Nacht über beschäftigt hatte: Warum gab es von euch diese Warnung zu einem Überfall?«
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    [Bild: KtgE3tZmvNOrh3xHiLarissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Wenn Dichter die Sagen der Helden schreiben, so schreiben sie wie ein Kampf dem nächsten folgte. Sie schreiben von den Siegen und nie von der Niederlage. Das klirrende Aufeinandertreffen der Schwerter, das Zerschellen von Speer und Schild und glorreiche Rufe inmitten blutiger Schlacht. Wenn sie später vom Held Fereldens sprechen, dann über die kleine Gruppe Gefährten, die sich ihren Weg durch das dunkle Land bahnten, ihren Weg durch Armeen der Brut hackte und schließlich auf dem höchsten Punkt Denerims die Bestie erschlugen. Selten sprechen die Dichter von jenen, die ebenfalls durch das Land reisten. Jenen, die ebenfalls ihre Schlachten gegen Monster schlugen und jene, die ebenfalls leiden mussten. Und nie singen sie von den quälend langen Stunden, die zu Tagen und Nächsten werden und in denen sich jene namenlose Helden durch die auf Karten nur angedeutete Wildnis kämpfen müssen. Wenn sie wandern und wandern und wandern. Und beim Erbauer, sie mussten wandern.

    Nimue steckte die glühenden Füße in das kühle Nass des klaren Bachs. Sie seufzte erleichtert. „Wieso habe ich den Turm bloß verlassen?“, stöhnte sie und betrachtete ihre Stiefel, die ihr gar nicht mehr gefielen obwohl sie dereinst stolz auf ihren Besitz gewesen war. Fünf Tage und vier Nächte war es nun her seit sie den Weg gen Osten eingeschlagen hatten. Und seit fünf Tagen und vier Nächten hatten sie kein Gasthaus von Innen gesehen, keinen freundlichen Bauern, die ihnen zumindest den Stall zur Verfügung stellte, nicht einmal eine Karawane, die Brot und Lagerfeuer mit ihnen teilte. Der Landstrich östlich von Highever schien wie leer gefegt zu sein. Waren es die Howes oder die Brut? Nimue ahnte nicht, dass sie die Antwort noch vor dem Aufgehen des Mondes erfahren würde…

    Das erste was Larissa sah, waren Schatten in den Bäumen. Die Straße, kaum mehr als festgetretene Erde mit vereinzelt gebrochenen Steinen weit abseits des imperialen Hochweges, führte die Gruppe durch wildes Grün. Beim Betreten des Waldes hatte sich Larissa an den Brecilianwald erinnert gefühlt. Schön war er, grün, lebendig, prächtig und doch gefährlich und dunkel. Es waren nicht die Wälder, die sie gerne besuchte, in denen sie leichten Fußes jagen konnte. Rechts von der Straße zog sich ein tiefer aber nur langsam plätschernder Bachlauf hin, zur linken erhoben sich zeitweise hohe Abschnitte natürlicher und baumbesetzter Steigungen. Es musste einer dieser Teile Ferelden sein, der durch die Besatzung Orlais leergefegt und seitdem nur spärlich besiedelt worden war. Die dicht gedrängten Bäume ließen kaum Licht durch die Kronen dringen weshalb der Wald in ständigem Zwielicht lag. Der Schatten der Bäume ließ selbst die Elfe sachte frösteln. „Die Dunkelheit liegt in diesen Wäldern“, sagte sie geheimnisvoll an ihre Gefährten gewandt. „Gebt acht wohin ihr tretet. Und traut keinem Schatten.“
    Es waren eben jene Schatten, die der Dalish auffielen. Sie bewegten sich auf der Erhöhung zu ihrer Linken. „Wir sind nicht allein“, sagte sie, wohlwissend, dass sie nun kaum den Bogen von ihrem Rücken nehmen konnte. „Was?“, fragte Haesten, der Larissa am nächsten war zu laut. Die Elfe war ihm einen vielsagenden Blick zu, ihre schmale Hand wanderte zu dem Hallahorn-Griff ihres Dolches. Haesten verstand, berührte die Axt an seinem Gürtel. Auch Mordred spürte die Anspannung. Er umklammerte die Schwertscheide, bereit zu ziehen. „Vielleicht haben wir eine Chance, wenn wir sie überraschen“, dachte Mordred, während er auf den Augenwinkeln die Schatten betrachtete. Die schienen sich gar nicht mehr verbergen zu wollen. Der Überraschungsangriff misslang noch bevor er zu tragen kam. Larissa, wie immer die Führerin der Gruppe, blieb abrupt stehen. Die anderen folgten ihrem Beispiel und starten in die glitzernden Klingen von etwa zweidutzend Piken, sahen das Schimmern einiger Pfeilspitzen auf dem quer über dem Weg liegenden jahrhundertealten Baum und die grimmigen Gesichter der Männer, die sie dort bedrohten. Mordreds Schwert fuhr zeitgleich mit dem von Haesten und Artur aus der Scheide, die anderen bewegen sich kaum. Larissa starrte einen Mann mit fahler Haut und grauem Bart an. In seinem Gesicht, dort wo einst ein Auge gewesen war, klaffte eine dunkle Höhle. Er war einer jener Männer in zerschlissenen, modrig wirkenden Rüstungen. „Die Barbaren!“, schoss es Larissa durch den Kopf. Auch Haesten schien diesen Gedanken zu hegen. „Chasind“, knurrte er. „So weit im Norden? Unmöglich“, sagte Nimue laut

    „Ihr Narren!“, bellte eine Stimme hinter der Wand aus langen Piken. „Das sind offenbar keine Monster. Runter mit den Waffen.“ Die blitzenden Klingen wurden abgesenkt und ein Mann trat hervor. Er war weder jung noch alt doch augenscheinlich der einzige Soldat in dem Gewalthaufen. Seine Uniform war älter als er selbst aber dennoch die eines fereldischen Infanteristen. Sein Blick wanderte kursorisch von einem der Reisenden zum nächsten und blieb an Artur hängen. Offenbar – und das überraschte mittlerweile niemanden mehr – hielt er ihn für den Anführer der Gruppe. „Herr“, sagte er respektvoll. „Ihr befindet Euch hier in bedrohlichen Gefilden. Wir haben seit vielen Tagen keine Reisenden mehr gesehen. Kurz nachdem die Kämpfe angefangen haben, um genau zu sein. Wir dachten schon, wir seien von der Außenwelt getrennt und würde, gleich einem geköpften Huhn, nur noch in den letzten Zuckungen liegen.“ Nimue, die Arme verschränkt, hob angesichts dieses schrägen Gleichnisses eine ihrer gleichmäßigen Augenbrauen. „Ihr… solltet mitkommen, Herr“, sagte der Mann zögerlich. „Die Straße ist nicht sicher, unser Dorf liegt nah und obgleich man es durch die Blätter nicht sehen kann nähert sich der Tag dem Ende entgegen.“ Jeder, abgesehen vielleicht von Haesten, wurde zunehmend argwöhnisch. Von was für Kämpfen sprach der Mann? Ganz Ferelden lag im Bürgerkrieg, war die Fehde zwischen Howes und Couslands gemeint? Aber Monster? „Kann die Brut bereits so weit im Norden sein?“, fragte sich Nimue. Oder waren sie erneut in ein Nest von Werwölfen, Geistern und Dämonen gestolpert. Ungewöhnlich wäre es nicht. Andererseits hatte der Mann Recht, also trat Nimue neben Artur. Die Bewaffneten waren ausreichend nervös, um die Worte ihres Sprechers gebührend zu unterstreichen. „Artur, wir sollten mit ihm gehen. Auch wir haben seit Tagen niemanden gesehen, wir brauchen Ruhe, Vorräte und Wissen über die Vorgänge hier“, sagte sie eindringlich. Der Ritter knurrte sein Einverständnis worauf der Uniformierte den Wall – oder besser gesagt die Hecke – aus Piken öffnen ließ und auf einen fast unscheinbaren Pfad deutete. „Hier entlang, Herr. Mylady.“ Er entblößte gelbe Stumpen zu einem schrägen, freundlich gemeinten Lächeln.

    *

    Berewic, so hieß der Ort zu dem der Mann, der sich ihnen als Lot vorstellte, führte. Das Dorf war wesentlich größer als Nimue erwartet hatte. Es verfügte sogar über eine Steinmauer. Diese aber war alt, der Zahn der Zeit und die heftigen Regenfälle Fereldens hatten die Steine rund und brüchig werden lassen. An mehreren Stellen war das Mauerwerk eingestürzt oder von den Bewohnern zum Bau ihrer Häuser abgetragen worden. Dort wo Lücken im Wall klafften hatten die Einwohner versucht sie mit Barrikaden aus Holz auszubessern. Nimues geringem taktischen Verständnis nach war ihnen das auch gut gelungen. Sie hatten Kampfplattformen errichtet, welche die Ecken und das Tor sowie die Seitengänge schützten. Wer auch immer sich daran zu schaffen machen wollte würde dies unter einem Hageln von Steinen, Speeren und Pfeilen tun müssen. Über der gut zwei Mann hohen Mauer erhoben sich schon aus der Ferne spitz zulaufende Ziegel- und Strohdächer. Das ganze Dorf lag umfriedet von Bäumen, im Südosten zogen stieg der Wald mitsamt einem Hügel sachte an. Vor der Mauer war ein Graben gehoben wurden, kein tiefer Graben und auch keiner der Wasser führte. Ein Mann wie Artur konnte an seinem tiefsten Punkt stehen und wäre trotzdem noch bis zum Bauchnabel sichtbar. „Ein Hindernis“, schloss die Magierin. Direkt dahinter sah sie einige Konstruktionen aus Holz, angespitzte Stöcke ineinander verschränkt. „Was sind das für Dinger?“, fragte Nimue Mordred, der sich in militärischen Dingen noch immer besser auskannte als sie selbst. Der Barde lächelte und Nimue ahnte, dass er die Antwort parat hatte und mit seinem Wissen prahlen wollte. „Das, meine Liebe“, begann er geschwollen: „sind sogenannte fereldische Reiter. Während des Unabhängigkeitskrieges von König Maric hatte die unterlegene fereldische Infanterie sie gegen die schwere Kavallerie der Orlaisianer eingesetzt.“ Er grinste breit. „Ihren Ursprung haben sie allerdings angeblich in…“ „Vielen Dank!“, unterbrach die Rothaarige ihn. „Ihr seid ein Quell des Wissens, Schwertmeister.“ Mordred war Schauspieler genug, um sein Lächeln zu behalten und deutete eine leichte Verbeugung an. Insgeheim ärgerte er sich über die Arroganz der Magierin, andererseits genügte er sich nun wieder damit, ihre Rückseite zu fixieren. Tief belaubte Bäume überlappten die Straße zum Tor hin. Zur Mauer hin hatten die Bewohner den Wald bis auf ein paar spärliche Jungbäume abgeholzt, vielleicht für das Holz, vielleicht für die Sicht. Die Helle der Holzstumpen zeugte jedoch von recht frischer Arbeit. Mordred zählte gut zwanzig Mann mit Speer und Bogen, die auf der Mauer standen und durch die Neuankömmlinge neugierig anschauten. Der sie begleitende Geruch verändert sich von warmen Holzgeruch zu starkem Harzduft und schließlich zum kalten, feuchten Geruch moosbewachsener Steine. Als sie das dunkle, steinerne Tor passierten, fröstelte es Nimue. Der Ort war alt und der Schleier hier dünn.

    Das Dorf zählte gut hundert Häuser, viele davon hatten zwei Stockwerke. Eines aus Stein, dass wohl schon immer dort gewesen war und eines aus Holz, dass die Bewohner nachträglich aufgesetzt hatten und die in vielen Fällen über zusätzlich angebrachte Treppen erreicht wurden. Larissa hatte nunmehr genug Menschensiedlungen gesehen um sagen zu können, dass diese hier etwas besonderes an sich hatte. Irgendwo im Ort bearbeitete ein Schmied einen Amboss und auch ansonsten schien Berewic alles zu haben, was auch eine Stadt offerieren würde. Im Dorf gab es auch eine Taverne. „Zum Eberkopf“ war ihr Name. Das Schild am Eingang zeigte einen abgetrennten – und noch blutenden – Wildschweinschädel mit kräftigen Hauern. „Dort könnt ihr vielleicht rasten. Es kommen selten Fremde in unser Dorf. Die Kundschaft der Taverne besteht zumeist aus heimischen Jägern, Holzfällern und Torfstechern“, sagte Lot schulterzuckend. Er führte sie weiter, durch gewundene Straßen und mit dem Hügel im Rücken des Ortes leicht ansteigend. „Wohin genau bringt Ihr uns?“, fragte sie Elfe schließlich und stellte damit wohl die Frage, die allen anderen auch auf der Zunge lag. „Nun, zu unserem Anführer, wenn man das so sagen kann“, sagte Lot verlegen. „Das alles hier bedarf einer Erklärung, die Euch dort zuteilwerden wird.“

    Die Gruppe erreichte, unter den neugierig glotzenden Augen der Einwohner, einen Palas. Wer auch immer diesen Ort erbaut haben mochte, seine Gebieter hatten sich ein repräsentatives Gebäude in sein Herz gepflanzt. Auch dieses Gebäude zeigte starke Anzeichen des Verfalls, wurde aber mit offensichtlicher Mühe daran gehindert. „Die Residenz des Bürgermeisters, zumindest damals“, erklärte Lot und schritt als erster die gut zwanzig breiten Stufen hinauf, die zu einem hohen, spitz zulaufenden Tor führten. Es war unbewacht und offen. Im Innern des Steinbaus brannte Feuer in der Mitte des Raumes. Der Rauch zog über ein Loch in der Decke ab, der Schein der Flammen beleuchtete die Weite des Raumes nur ungenügend. Larissa merkte mehrere Augen auf sich ruhen. Ein Hund knurrte während die Gruppe Lot zu einem großen, mit Fellen ausgelegten Stuhl folgte. Dort saß ein Mann, der aufsprang als er die Neuankömmlinge auf sich zukommen sah. Die Männer, die einen Halbkreis um den Stuhl gebildet hatten, fächerten sich auf und schauten ebenfalls zum Eingang der Halle. Nimue sah den Mann an, der sich von dem offenkundigen Ehrenplatz erhoben hatte. Er war jung, sehr jung, vielleicht ein oder zwei Jahre älter als Larissa. Er hatte ein glattes Gesicht, dichte, blonde Locken und freundliche, graue Augen, die sein begrüßendes Lächeln unterstrichen. „Guter Herr Lot, was bringt Ihr da für Leute?“, rief er und hob die Hand zum Gruß. Nimue stellte fest, dass sein linker Arm in einer Schlinge vor der Brust steckte. Die ausgewählte Kleidung und das verzierte Schwert in einer malachitbesetzten Schwertscheide ließen auf einen Adligen schließen. „Fremde, Herr. Sie liefen uns bei der westlichen Barrikade in die Hände.“ „Verstehe. Willkommen, willkommen. Mein Name ist Ulfric, Sohn von Bann Alstan, der Herr dieser Ländereien. Zu Euren Diensten.“ Er deutete eine knappe Verbeugung an. „Sagt, was führt Euch in diesen Teil Fereldens?“, fragte er an Artur gewandt, den er wie zuvor Lot für den Anführer der Truppe hielt.
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    [Bild: KtgE3tZmvNOrh3xHiLarissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Wenn Dichter die Sagen der Helden schreiben, so schreiben sie wie ein Kampf dem nächsten folgte. Sie schreiben von den Siegen und nie von der Niederlage. Das klirrende Aufeinandertreffen der Schwerter, das Zerschellen von Speer und Schild und glorreiche Rufe inmitten blutiger Schlacht. Wenn sie später vom Held Fereldens sprechen, dann über die kleine Gruppe Gefährten, die sich ihren Weg durch das dunkle Land bahnten, ihren Weg durch Armeen der Brut hackte und schließlich auf dem höchsten Punkt Denerims die Bestie erschlugen. Selten sprechen die Dichter von jenen, die ebenfalls durch das Land reisten. Jenen, die ebenfalls ihre Schlachten gegen Monster schlugen und jene, die ebenfalls leiden mussten. Und nie singen sie von den quälend langen Stunden, die zu Tagen und Nächsten werden und in denen sich jene namenlose Helden durch die auf Karten nur angedeutete Wildnis kämpfen müssen. Wenn sie wandern und wandern und wandern. Und beim Erbauer, sie mussten wandern.

    Nimue steckte die glühenden Füße in das kühle Nass des klaren Bachs. Sie seufzte erleichtert. „Wieso habe ich den Turm bloß verlassen?“, stöhnte sie und betrachtete ihre Stiefel, die ihr gar nicht mehr gefielen obwohl sie dereinst stolz auf ihren Besitz gewesen war. Fünf Tage und vier Nächte war es nun her seit sie den Weg gen Osten eingeschlagen hatten. Und seit fünf Tagen und vier Nächten hatten sie kein Gasthaus von Innen gesehen, keinen freundlichen Bauern, die ihnen zumindest den Stall zur Verfügung stellte, nicht einmal eine Karawane, die Brot und Lagerfeuer mit ihnen teilte. Der Landstrich östlich von Highever schien wie leer gefegt zu sein. Waren es die Howes oder die Brut? Nimue ahnte nicht, dass sie die Antwort noch vor dem Aufgehen des Mondes erfahren würde…

    Das erste was Larissa sah, waren Schatten in den Bäumen. Die Straße, kaum mehr als festgetretene Erde mit vereinzelt gebrochenen Steinen weit abseits des imperialen Hochweges, führte die Gruppe durch wildes Grün. Beim Betreten des Waldes hatte sich Larissa an den Brecilianwald erinnert gefühlt. Schön war er, grün, lebendig, prächtig und doch gefährlich und dunkel. Es waren nicht die Wälder, die sie gerne besuchte, in denen sie leichten Fußes jagen konnte. Rechts von der Straße zog sich ein tiefer aber nur langsam plätschernder Bachlauf hin, zur linken erhoben sich zeitweise hohe Abschnitte natürlicher und baumbesetzter Steigungen. Es musste einer dieser Teile Ferelden sein, der durch die Besatzung Orlais leergefegt und seitdem nur spärlich besiedelt worden war. Die dicht gedrängten Bäume ließen kaum Licht durch die Kronen dringen weshalb der Wald in ständigem Zwielicht lag. Der Schatten der Bäume ließ selbst die Elfe sachte frösteln. „Die Dunkelheit liegt in diesen Wäldern“, sagte sie geheimnisvoll an ihre Gefährten gewandt. „Gebt acht wohin ihr tretet. Und traut keinem Schatten.“
    Es waren eben jene Schatten, die der Dalish auffielen. Sie bewegten sich auf der Erhöhung zu ihrer Linken. „Wir sind nicht allein“, sagte sie, wohlwissend, dass sie nun kaum den Bogen von ihrem Rücken nehmen konnte. „Was?“, fragte Haesten, der Larissa am nächsten war zu laut. Die Elfe war ihm einen vielsagenden Blick zu, ihre schmale Hand wanderte zu dem Hallahorn-Griff ihres Dolches. Haesten verstand, berührte die Axt an seinem Gürtel. Auch Mordred spürte die Anspannung. Er umklammerte die Schwertscheide, bereit zu ziehen. „Vielleicht haben wir eine Chance, wenn wir sie überraschen“, dachte Mordred, während er auf den Augenwinkeln die Schatten betrachtete. Die schienen sich gar nicht mehr verbergen zu wollen. Der Überraschungsangriff misslang noch bevor er zu tragen kam. Larissa, wie immer die Führerin der Gruppe, blieb abrupt stehen. Die anderen folgten ihrem Beispiel und starten in die glitzernden Klingen von etwa zweidutzend Piken, sahen das Schimmern einiger Pfeilspitzen auf dem quer über dem Weg liegenden jahrhundertealten Baum und die grimmigen Gesichter der Männer, die sie dort bedrohten. Mordreds Schwert fuhr zeitgleich mit dem von Haesten und Artur aus der Scheide, die anderen bewegen sich kaum. Larissa starrte einen Mann mit fahler Haut und grauem Bart an. In seinem Gesicht, dort wo einst ein Auge gewesen war, klaffte eine dunkle Höhle. Er war einer jener Männer in zerschlissenen, modrig wirkenden Rüstungen. „Die Barbaren!“, schoss es Larissa durch den Kopf. Auch Haesten schien diesen Gedanken zu hegen. „Chasind“, knurrte er. „So weit im Norden? Unmöglich“, sagte Nimue laut

    „Ihr Narren!“, bellte eine Stimme hinter der Wand aus langen Piken. „Das sind offenbar keine Monster. Runter mit den Waffen.“ Die blitzenden Klingen wurden abgesenkt und ein Mann trat hervor. Er war weder jung noch alt doch augenscheinlich der einzige Soldat in dem Gewalthaufen. Seine Uniform war älter als er selbst aber dennoch die eines fereldischen Infanteristen. Sein Blick wanderte kursorisch von einem der Reisenden zum nächsten und blieb an Artur hängen. Offenbar – und das überraschte mittlerweile niemanden mehr – hielt er ihn für den Anführer der Gruppe. „Herr“, sagte er respektvoll. „Ihr befindet Euch hier in bedrohlichen Gefilden. Wir haben seit vielen Tagen keine Reisenden mehr gesehen. Kurz nachdem die Kämpfe angefangen haben, um genau zu sein. Wir dachten schon, wir seien von der Außenwelt getrennt und würde, gleich einem geköpften Huhn, nur noch in den letzten Zuckungen liegen.“ Nimue, die Arme verschränkt, hob angesichts dieses schrägen Gleichnisses eine ihrer gleichmäßigen Augenbrauen. „Ihr… solltet mitkommen, Herr“, sagte der Mann zögerlich. „Die Straße ist nicht sicher, unser Dorf liegt nah und obgleich man es durch die Blätter nicht sehen kann nähert sich der Tag dem Ende entgegen.“ Jeder, abgesehen vielleicht von Haesten, wurde zunehmend argwöhnisch. Von was für Kämpfen sprach der Mann? Ganz Ferelden lag im Bürgerkrieg, war die Fehde zwischen Howes und Couslands gemeint? Aber Monster? „Kann die Brut bereits so weit im Norden sein?“, fragte sich Nimue. Oder waren sie erneut in ein Nest von Werwölfen, Geistern und Dämonen gestolpert. Ungewöhnlich wäre es nicht. Andererseits hatte der Mann Recht, also trat Nimue neben Artur. Die Bewaffneten waren ausreichend nervös, um die Worte ihres Sprechers gebührend zu unterstreichen. „Artur, wir sollten mit ihm gehen. Auch wir haben seit Tagen niemanden gesehen, wir brauchen Ruhe, Vorräte und Wissen über die Vorgänge hier“, sagte sie eindringlich. Der Ritter knurrte sein Einverständnis worauf der Uniformierte den Wall – oder besser gesagt die Hecke – aus Piken öffnen ließ und auf einen fast unscheinbaren Pfad deutete. „Hier entlang, Herr. Mylady.“ Er entblößte gelbe Stumpen zu einem schrägen, freundlich gemeinten Lächeln.

    *

    Berewic, so hieß der Ort zu dem der Mann, der sich ihnen als Lot vorstellte, führte. Das Dorf war wesentlich größer als Nimue erwartet hatte. Es verfügte sogar über eine Steinmauer. Diese aber war alt, der Zahn der Zeit und die heftigen Regenfälle Fereldens hatten die Steine rund und brüchig werden lassen. An mehreren Stellen war das Mauerwerk eingestürzt oder von den Bewohnern zum Bau ihrer Häuser abgetragen worden. Dort wo Lücken im Wall klafften hatten die Einwohner versucht sie mit Barrikaden aus Holz auszubessern. Nimues geringem taktischen Verständnis nach war ihnen das auch gut gelungen. Sie hatten Kampfplattformen errichtet, welche die Ecken und das Tor sowie die Seitengänge schützten. Wer auch immer sich daran zu schaffen machen wollte würde dies unter einem Hageln von Steinen, Speeren und Pfeilen tun müssen. Über der gut zwei Mann hohen Mauer erhoben sich schon aus der Ferne spitz zulaufende Ziegel- und Strohdächer. Das ganze Dorf lag umfriedet von Bäumen, im Südosten zogen stieg der Wald mitsamt einem Hügel sachte an. Vor der Mauer war ein Graben gehoben wurden, kein tiefer Graben und auch keiner der Wasser führte. Ein Mann wie Artur konnte an seinem tiefsten Punkt stehen und wäre trotzdem noch bis zum Bauchnabel sichtbar. „Ein Hindernis“, schloss die Magierin. Direkt dahinter sah sie einige Konstruktionen aus Holz, angespitzte Stöcke ineinander verschränkt. „Was sind das für Dinger?“, fragte Nimue Mordred, der sich in militärischen Dingen noch immer besser auskannte als sie selbst. Der Barde lächelte und Nimue ahnte, dass er die Antwort parat hatte und mit seinem Wissen prahlen wollte. „Das, meine Liebe“, begann er geschwollen: „sind sogenannte fereldische Reiter. Während des Unabhängigkeitskrieges von König Maric hatte die unterlegene fereldische Infanterie sie gegen die schwere Kavallerie der Orlaisianer eingesetzt.“ Er grinste breit. „Ihren Ursprung haben sie allerdings angeblich in…“ „Vielen Dank!“, unterbrach die Rothaarige ihn. „Ihr seid ein Quell des Wissens, Schwertmeister.“ Mordred war Schauspieler genug, um sein Lächeln zu behalten und deutete eine leichte Verbeugung an. Insgeheim ärgerte er sich über die Arroganz der Magierin, andererseits genügte er sich nun wieder damit, ihre Rückseite zu fixieren. Tief belaubte Bäume überlappten die Straße zum Tor hin. Zur Mauer hin hatten die Bewohner den Wald bis auf ein paar spärliche Jungbäume abgeholzt, vielleicht für das Holz, vielleicht für die Sicht. Die Helle der Holzstumpen zeugte jedoch von recht frischer Arbeit. Mordred zählte gut zwanzig Mann mit Speer und Bogen, die auf der Mauer standen und durch die Neuankömmlinge neugierig anschauten. Der sie begleitende Geruch verändert sich von warmen Holzgeruch zu starkem Harzduft und schließlich zum kalten, feuchten Geruch moosbewachsener Steine. Als sie das dunkle, steinerne Tor passierten, fröstelte es Nimue. Der Ort war alt und der Schleier hier dünn.

    Das Dorf zählte gut hundert Häuser, viele davon hatten zwei Stockwerke. Eines aus Stein, dass wohl schon immer dort gewesen war und eines aus Holz, dass die Bewohner nachträglich aufgesetzt hatten und die in vielen Fällen über zusätzlich angebrachte Treppen erreicht wurden. Larissa hatte nunmehr genug Menschensiedlungen gesehen um sagen zu können, dass diese hier etwas besonderes an sich hatte. Irgendwo im Ort bearbeitete ein Schmied einen Amboss und auch ansonsten schien Berewic alles zu haben, was auch eine Stadt offerieren würde. Im Dorf gab es auch eine Taverne. „Zum Eberkopf“ war ihr Name. Das Schild am Eingang zeigte einen abgetrennten – und noch blutenden – Wildschweinschädel mit kräftigen Hauern. „Dort könnt ihr vielleicht rasten. Es kommen selten Fremde in unser Dorf. Die Kundschaft der Taverne besteht zumeist aus heimischen Jägern, Holzfällern und Torfstechern“, sagte Lot schulterzuckend. Er führte sie weiter, durch gewundene Straßen und mit dem Hügel im Rücken des Ortes leicht ansteigend. „Wohin genau bringt Ihr uns?“, fragte sie Elfe schließlich und stellte damit wohl die Frage, die allen anderen auch auf der Zunge lag. „Nun, zu unserem Anführer, wenn man das so sagen kann“, sagte Lot verlegen. „Das alles hier bedarf einer Erklärung, die Euch dort zuteilwerden wird.“

    Die Gruppe erreichte, unter den neugierig glotzenden Augen der Einwohner, einen Palas. Wer auch immer diesen Ort erbaut haben mochte, seine Gebieter hatten sich ein repräsentatives Gebäude in sein Herz gepflanzt. Auch dieses Gebäude zeigte starke Anzeichen des Verfalls, wurde aber mit offensichtlicher Mühe daran gehindert. „Die Residenz des Bürgermeisters, zumindest damals“, erklärte Lot und schritt als erster die gut zwanzig breiten Stufen hinauf, die zu einem hohen, spitz zulaufenden Tor führten. Es war unbewacht und offen. Im Innern des Steinbaus brannte Feuer in der Mitte des Raumes. Der Rauch zog über ein Loch in der Decke ab, der Schein der Flammen beleuchtete die Weite des Raumes nur ungenügend. Larissa merkte mehrere Augen auf sich ruhen. Ein Hund knurrte während die Gruppe Lot zu einem großen, mit Fellen ausgelegten Stuhl folgte. Dort saß ein Mann, der aufsprang als er die Neuankömmlinge auf sich zukommen sah. Die Männer, die einen Halbkreis um den Stuhl gebildet hatten, fächerten sich auf und schauten ebenfalls zum Eingang der Halle. Nimue sah den Mann an, der sich von dem offenkundigen Ehrenplatz erhoben hatte. Er war jung, sehr jung, vielleicht ein oder zwei Jahre älter als Larissa. Er hatte ein glattes Gesicht, dichte, blonde Locken und freundliche, graue Augen, die sein begrüßendes Lächeln unterstrichen. „Guter Herr Lot, was bringt Ihr da für Leute?“, rief er und hob die Hand zum Gruß. Nimue stellte fest, dass sein linker Arm in einer Schlinge vor der Brust steckte. Die ausgewählte Kleidung und das verzierte Schwert in einer malachitbesetzten Schwertscheide ließen auf einen Adligen schließen. „Fremde, Herr. Sie liefen uns bei der westlichen Barrikade in die Hände.“ „Verstehe. Willkommen, willkommen. Mein Name ist Ulfric, Sohn von Bann Alstan, der Herr dieser Ländereien. Zu Euren Diensten.“ Er deutete eine knappe Verbeugung an. „Sagt, was führt Euch in diesen Teil Fereldens?“, fragte er an Artur gewandt, den er wie zuvor Lot für den Anführer der Truppe hielt.


    [Bild: Artur_mal_ohne_Helm_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Morgana bemerkte die Fremden vermutlich noch viel später als der Rest der Gruppe, schienen sie doch schon fast unwirklich, als sie plötzlich bewaffnet aus dem umliegenden Dickicht auftauchten. Fast hätte sie die Milizionäre als ein weiteres Hirngespinst abgetan. Ein weiteres Produkt ihres erschöpften und gequälten Geistes. Die letzten 5 Tage hatte die Schwarzhaarige kaum geschlafen, jede Nacht war ein weiterer Albtraum gewesen, mit weiteren Alpmahren und Schrecken die das Nichts für sie bereitstellte. Keiner der Träume endete gut für sie und jedes Mal wachte sie schweißgebadet und mit pochendem Herzen in ihrem Zelt auf. Noch während des Erwachens verfolgte es sie, das höhnische Krächzen der schwarzen Krähe. Der Vogel war die Gemeinsamkeit in all ihren Alpdrücken, die verbindende Klammer all ihrer Qualen. Morgana fehlte der Grund ihrer Anwesenheit, die Möglichkeit diese Quelle zu versiegen. Sie war wie ein Splitter im Körper, folternd, unerreichbar und vergiftend. Die Hexe hatte in den letzten Tagen freiwillig die schlechten Wachzeiten übernommen, denn was nützte der Schlaf gar ohne Erholung?
    Der dunkle Lidstrich unter ihren Augen, hatte seine eigentliche Funktion verwirkt. Kein Ausdruck der Verruchtheit sollte er mehr erzeugen, er diente nur noch die größer werdenden Augenringe zu verbergen. Appetitlosigkeit hatte sich in ihr ausgebreitet, wenn auch marginal, so war ihr Gesicht leicht eingefallen in den letzten Tagen. Die Erschöpfung die sich insgesamt in der Gruppe ausgebreitet hatte, spiegelte sich in ihrem Gesicht fokussiert wie durch ein Brennglas wieder.
    War ihr Haar sonst immer voll und strahlend, Morgana ertappte bisweilen eine Strähne die spröde und schwach wirkte. Die Zauberin war ausgelaugt, einzig ihr eiserner Wille ließ sie weitermarschieren. Immer den anderen folgend, darauf hoffend das sich die Dinge bessern würden. Zum ersten Mal seit langer Zeit zweifelte sie an ihrer Entscheidung den anderen gefolgt zu sein. Sie fühlte sich unwohl, fand keinen Trost in der Gesellschaft. Denjenigen die sie sich normalerweise anvertraut hätte schienen alle mit sich selbst beschäftigt, oder der falsche Ansprechpartner für ihre sonderbaren Träume. Und die Person die ihr vielleicht einen Rat hätte geben können, traute Morgana nicht mehr. Zu deutlich waren für sie die Fronten aufgebrochen, als der Templer sie beschuldigt hatte. Nein, sie war zwar in Gesellschaft, aber dennoch alleine.
    Die Gespräche zwischen der Gruppe und den Dörflern erreichten sie kaum, nur dumpf vernahm sie einzelne Gesprächsfetzen, während sie einen Fuß vor dem Anderen setzte. Irgendetwas von Monstern. Natürlich. Was war schon normal in diesen Tagen?

    Sie erreichten das Dorf und stiegen den Hügel hinauf. Mealla spürte die Anstrengung, doch keinen Schmerz. Das war gut. Ihr Körper hatte sich erholt in den letzten Tagen, Tage die keine Erholung boten. Sie war nicht vollständig genesen, die nötige Ruhe dafür war ihr nicht vergönnt gewesen. Doch es ging aufwärts, ganz wie die Gruppe, stetig dem Palas entgegen. Sie konnte wieder vernünftig reiten, ihre Rüstung anlegen ohne das die Haut brannte wie Feuer. Den Bogen spannen, unter Anstrengung doch ohne das Gefühl das er sie zerreißen würde. Den Speer schwingen, nicht übermäßig kunstvoll doch besser als die meisten dieser Bauern um sie herum. Das war gut. Wenn sie sich so umhörte hatte sie das Gefühl das sie all das bald wieder benötigen würde.
    Kein Wort der Frage war in den letzten Tagen zu dem Ursprung ihrer Verletzungen gekommen. Entweder war es den Anstrengungen geschuldet, oder einem allgemeinen Desinteresse an ihrer Person. Ihr war momentan beides recht, auch wenn sie derzeit mehr als froh war mit der Gruppe zu reisen. Ohne sie wäre sie wohl kaum so weit mit ihren Verletzungen gekommen und es war nach langen Zeiten der Einsamkeit doch tatsächlich ein nettes Gefühl wenn sich jemand um einen bemühte. Vor allem dem männlichen Teil der Gruppe musste sie in dieser Hinsicht großes Lob aussprechen. Waren die Damen, sie eingeschlossen, in den letzten Tagen vor allem mit sich selbst beschäftigt gewesen, lockerten die Herren die trübe Stimmung zuweilen auf. Mealla zweifelte zwar nicht das sie auch, insbesondere Artur ebenfalls gestresst waren. Dennoch hinderte das keinen der Drei auf der Wanderschaft gegenseitige Frotzeleien, dummer Bemerkungen und Witze auszutauschen.
    Eine Eigenschaft die von der Elfe desöfteren beim männlichen Geschlecht beobachtet wurde und sie in den letzten Tagen wieder zu wertschätzen lernte.

    Schließlich blieben sie vor dem Haus des Bürgermeisters stehen, einer Behausung die so wirkte als hätte sie in früheren Tagen schon dem Stammesführer gehört. Vielleicht war dem auch so. Der Mann der jetzt vor Artur stand machte jedoch keinen besonders wilden Eindruck. Ein freundlicher junger Mann, durch Kleidung und anderer Habe deutlich als Adelsspross zu erkennen. Sein Arm steckte in einer Schlinge, es schien nur wenige Menschen in diesem Dorf zu geben die keine Blessuren aufwiesen.
    Artur hatte seinen Helm abgesetzt, schon bevor sie ins Dorf gegangen waren. Seine Augen hatten aufmerksam das Dorf und seine Bewohner beobachtet, nach Spuren des Kampfs Ausschau gehalten. Und nach den Monstern die man erwähnt hatte. Jedoch hatte er wenig entdeckt und es stank auch nicht nach dem typischen Dunst der Brut. Dennoch war in den Augen der Menschen zu sehen das zweifellos Böses sie heimgesucht hatte. Wie scheinbar jeden Winkel Fereldens.
    War doch des Ritters Miene in den letzten Tagen oft nachdenklich, gar grimmig gewesen, so zeigte sie jetzt ein freundliches Lächeln. Die Lage schien weiterhin denkbar schlecht, doch Artur schob vorerst seine Sorgen beiseite.
    "Ser Artur van Markham. Eine Freude eure Bekanntschaft zu machen Ulfric.", erwiderte der Ritter höflich.
    "Nach Orzammar sollte uns unser Weg führen, doch es sind finstere Zeiten. Keine Neuigkeiten für euch, dass sieht man mehr als deutlich. Doch auch uns führten die zahlreichen Gefahren dieser Tage auf Abwege. Unser Ziel ist weiterhin westwärts, zu den Städten der Zwerge doch die Straße schien uns nicht mehr sicher. Deshalb mussten wir uns durch die Wildnis schlagen, ihr seid die ersten freundlichen Gesicher die wir seit mehreren Tagen zu Gesicht bekommen.", erklärte der Ritter aufrichtig.
    "Doch wie ich hörte sind die Dinge für euch auch nicht zum Besten. Lot sprach von Monstern gegen die ihr kämpft. Ist es die Dunkle Brut?", erkundigte sich Artur bei dem Adligen und sah diesen fragend an.
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  17. #317 Reply With Quote
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    [Bild: Aril_Ava.png]

    Auf ihre Frage, ob er eine angenehme Nacht verbracht hatte, nickte er. Ihre Fragen ließ er auch nicht unbeantwortet, allerdings fiel die Antwort in etwa so ausführlich aus wie eine von Glandis: »Ja, es steht fest.«

    Nun, das war ein Anfang. Wenn etwas feststand, dann gab es wahrscheinlich mit Argumenten nicht mehr viel zu rütteln. Das konnte nun gut oder auch schlecht sein. Allerdings - hätte der Kommandant entschieden, dass sie eine Spionin, Assasinin oder anders geartete Betrügerin sei, dann hätte er sie doch wohl nicht zum Frühstück eingeladen?
    Konnte sie also aus seinem Entschluß Hoffnung schöpfen?

    Sie gab ihr Bestes, es zu versuchen. Als hätte er ihre Gedanken gelesen sagte er:
    »Mylady, frühstückt doch erst einmal. Ihr müsst nicht sparen. Esst euch satt. Wir haben anschließend noch genug Zeit alles zu erörtern. Auch meine Frage, die mich die Nacht über beschäftigt hatte: Warum gab es von euch diese Warnung zu einem Überfall?«

    Aril sagte zunächst einmal nichts. Sie hatte mit einer solch simplen Frage nicht gerechnet. Aus ihrer Sicht gab es darauf nur eine vernünftige Antwort - aber selbstverständlich gab es für einen Kommandanten, der ihr ein Spioninnen-Dasein unterstellte mindestens zwei unterschiedliche Antworten.
    Daher hörte sie auf Nerwas Wunsch und bediente sich beim Essen. Die Keule gestern war gut gewesen und sie hatte ordentlich gegessen. Aber dies hier war alles frisch, besonders die Äpfel. Sie belegte ein Stück ihres Brotes dick mit dem Speck und schnitt artig Stückchen davon ab. Hungrig verspeiste sie sie. Es folgte ein Stück Brot mit Käse Als sie damit fertig war, zerteilte sie einen Apfel ebenso mit ausgesuchter Präzision und schnitt um das Kerngehäuse herum. Auch dieser wurde nun in mundgerechte Happen zerteilt und mit Besteck gegessen. Sie war dankbar wie in einer Art und Weise essen zu können wie daheim. Vermutlich hätte sie auch jede Süßigkeit, die gemeinhin von Hand gegessen wird, mit Besteck gegessen, einfach weil es so ein schönes Gefühl war, wieder Messer und Gabel halten zu können und nicht wie ein wildes Tier Fleisch vom Knochen zu nagen.

    Sie goß sich Wasser aus der Karaffe ein, nahm den Becher in die Hand, lehnte sich im Stuhl zurück und drehte mit Bedacht das Glas zwischen den Fingern.

    "Weil es das einzig Richtige war," antwortete sie ohne Umschweife. "Hättet ihr einen Hinweis auf einen Überfall einer benachbarten Garnison erhalten - würdet ihr sie warnen oder nicht?"
    Sie schwenkte das Wasser ein wenig im Glas als wäre es ein sehr alter Branntwein, der erst ein wenig bewegt werden müsse.
    "Dass der Hauptaspekt das Leben Eurer Männer ist, das ist wohl einleuchtend. Keiner soll an diesen Wesen sterben, wenn es sich verhindern lässt. Das heißt selbstverständlich nicht, dass ich die Art der Unterbrechung meiner Reise gutheiße, aber wir reden von einem höheren Übel als Gefangenschaft oder Betrug oder Diebstahl. Die Brut rechnet nicht in solch kleinen Maßstäben. Mit diesen Wesen konfrontiert gilt entweder das Leben oder der Tod. Indem ich euch warnte habe ich mich auf die Seite des Lebens gestellt, wie es - so hoffe ich - auch jeder andere an meiner Stelle getan hätte.
    Möglich, dass sie uns noch heute überfallen und wir alle sterben. Oder nur ein Teil der Leute stirbt und ich und Glandis können ungehindert unserer Wege ziehen. Das sind Möglichkeiten, die ich mit dem Leben von Soldaten erkaufen würde, die nicht vorbereitet sind. Niemals könnte ich es mir verzeihen, geschweige denn mein Vater oder mein Bruder, wenn ich derart tief sänke."

    Der Redefluss war von ganz alleine gekommen. Sie hatte nicht weiter über ihre Familie sprechen wollen - aber vielleicht war es auf diese Art das Beste, denn obwohl sie es nicht geplant hatte war es eben ganz natürlich passiert.

    "Wie auch immer ihr euch entscheidet, Ihr seid gewarnt worden und das unabhängig von Belohnungen oder Versprechungen. Ich möchte klarmachen, dass ich diese Warnung nicht gesprochen habe, um meine Ausgangslage zu verändern oder zu verbessern. Ich möchte verhindern dass Ihr," und hier sah sie ihn ernst und auch mit der Zuneigung, die man für einen fähigen Kommandanten wie ihn entwickeln würde, an, "so etwas durchmachen müsst wie Glandis. Oder wie die Bewacher des Lagers. Oder auch nur diese widerlichen Fratzen so nahe zu sehen und zu riechen, während man sich ihnen stellt, wie ich. Es hinterlässt Narben." Sie strich sich - wieder mehr unbewusst als bewusst über die Schulter, auf der mit Sicherheit eine Narbe aus dem Kampf gegen den Hurlock-General zu finden sein würde.

    Sie holte tief Luft und atmete dann durch die Nase aus. Nun, wenn sie jede Frage so ausführlich beantwortete, dann konnte sie noch auf das Mittagessen spekulieren...
    Fawks is offline
  18. #318 Reply With Quote
    Waldläufer Sonmoon's Avatar
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    Sarah
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    Es ging alles so schnell. Innerlich hatte Kasim bereits ein Stoßgebet an den Erbauer geschickt, weshalb er das Stimmgewirr nicht hatte identifizieren können. Er kniff die Augen zusammen, in Erwartung des durchbohrenden Schmerz. Doch stattdessen spürte er nur, wie ihm etwas ins Gesicht spritzte, gefolgt von einem dumpfen Aufprall neben ihm. Überrascht schlug er die Augen wieder auf und sah was passiert war.. "Ich....denke schon. Habt Dank...." Immer noch den Schmerz im Brustbereich spürend, setzte er sich langsam auf. Der Temple lag nur wenig entfernt von ihm mit dem Bauch zur Erde, den Kopf in seine Richtung gewandt. Seine Augen waren noch weit aufgerissen vor Überraschung, doch es war keine Spur von Leben mehr in ihnen. Aus der breiten Wunde an seinem Hals sickerte das Blut. Sein Schwert lag ebenfalls bei ihm, befleckt vom Blut des Mannes der eben noch versuchte hatte ihn zu töten. Versucht hatte, ihm Sarah zu entreissen. Sarah....die nun für seinen Tod verantwortlich war....um ihn zu retten.
    "Und....wie geht es euch?"
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  19. #319 Reply With Quote
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    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • Eine leichte Brise / Eine andere Sichtweise

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Es war nicht ihre Art so sich die Zeit wegzustehen. Aber die Wand, an der sie lehnte, wärmte ein wenig. Und wer weiß wie lange die Dalish es sich dort hätte gut gehen lassen. Es war ein Lüftchen, frisch, klar ohne großen Eigenduft, welches sie an schubste. Bei der Frage, wo denn jetzt diese Briese herkam, viel ihr auf, dass sie sich überhaupt noch nicht richtig in dem Lager der Soldaten umgesehen hatte. Gut, sie kannte das Gebäude, in denen sie hatten schlafen sollen. Einer der zugewiesenen Räume hatte sich als Müllberg voller alter Möbel herausgestellt. Dann war der Bereich, wo die beiden Pferde standen. Und es war für sie auch der Teil bekannt, wo Aril mit dem Soldaten hingegangen war. Dort hatte sich der Kommandant sein Zimmer eingerichtet.

    Doch, was war das für ein Anwesen überhaupt, in dem sie jetzt feststeckte und sich ein Lüftchen um die Nase wehen lies? Das fragte sie sich und wie das in ihrem Kopf einen Raum einnahm, wusste sie was passieren würde. Denn man konnte unmöglich so an die Wand gelehnt diese Frage gründlich beantworten. Ja, Glandis war gründlich. Zu dem kam ihr in den Sinn, dass sie überhaupt noch nicht sich richtig mit dem Ort vertraut gemacht hatte. Beim Eintreffen hier an diesen Posten der Fereldischen Truppen war sie nach kurzer Zeit in den Schatten gegangen. Sie hatte sich an Aril orientiert, als es zu dem Kommandanten ging. Sein Zimmer konnte sie gut beschreiben. Den Tisch, die zwei Stühle, den Platz, wo jetzt Aril ihre Waffen lagen und vieles mehr. Denn sie hatte ja genügend Zeit dort verbracht. Es war aber auch eine Zeit, die ihr körperliches Vermögen regelrecht aufgefressen hatte. Man geht nicht so leicht über einen längeren Zeitraum in den Schatten. Dann waren sie kurz bei den Pferden gewesen und es gab ein Spiel mit Aril. Es war eine ernsthafte Sache, aber trotzdem ein Spiel. Es nannte sich: »Finde im Dunklen ein Versteck!« Doch jetzt war es hell, der Tag war gut dabei aus dem Morgen zu gehen. Sie hatte Zeit, denn Aril war ja zu dem Kommandanten gegangen. Und mit ihren Augen sah sie sich wie gestern und heut Morgen den gleichen Weg gehen.

    Wie sie ein paar Schritte gegangen war und das Lüftchen doch die Stärke hatte in ihre Bekleidung zu kriechen, kam eine zweite Frage dazu: »Werden die Soldaten sie in Ruhe lassen?« Sie wusste es nicht. Aber nur an dem gleichen Ort herumzulungern, dazu hatte sie auch keine Lust. Da kam ihr ein Ding in den Sinn, was sie in Denerim bei einem Astrologen gesehen hatte. Sie hatten es als Uhr bezeichnet. Verstanden hatte die Dalish die Sache damals nicht so richtig. Aber es erschien ihr nützlich einen Stab in die Erde zu schieben und eine Markierung am Boden zu machen. Nämlich dort, wo die Sonne ihren Schatten warf. Kam man später wieder zu den Stab war der Schatten weiter gewandert. Für sie war das eine gute Sache, denn sie orientierte sich an dem Schatten und wusste so, wann es Vormittag oder Nachmittag war. Erfreut über diese Idee machte sich Glandis daran etwas zu suchen, was dafür zu gebrauchen war und sie wollte sich den Ort ansehen, an dem sie jetzt schon mehr als einen Tag mehr oder minder freiwillig feststeckte …




    [Bild: VR_Begl_a.png] Drusus Nerva sah wie sein Gast dann doch begann das Frühstück zu sich zu nehmen. Es gab keine wesentlichen Besonderheiten bei der angebotenen Auswahl. Manche Dinge hatten sie mitgebracht, manche Dinge hier vorgefunden und einiges Händlern abgekauft, als diese hier noch vorbeikamen. Aber den letzten Kauffmann hatte er vor mehr als einen guten Monat gesehen. Von diesem stammten auch die Äpfel. Er hatte mehrere Fässer dabei. Sie waren schon einmal sortiert worden. Die Vorräte würden zur Neige gehen ohne Nachschub, das wusste er. Aber in den vielen Jahren, bei dem er bei den Truppen war, mussten sie meist selbst dafür sorgen wie sie zu etwas Essbaren kamen. Er bevorzugte nicht mit dem Schwert einkaufen zu gehen. Aber manchmal war es eben anders nicht möglich seine Soldaten bei Kräften zu halten. Sie waren auch sorgsam umgegangen und hatten nicht sofort alles Wild in der Gegend geschossen, als sie das Anwesen übernahmen. Die angrenzenden Bauern waren dafür dankbar gewesen. Sie hatten diese auch besucht und so war ein kleiner Handel entstanden. Denn die Soldaten konnten auch mal mit anpacken, wenn starke Hände gefragt waren. Doch es gab hier keine Bauern mehr. Zumindest waren diese so wie die Kaufleute ausgeblieben. Er hatte es sich nicht leisten wollen nachzuschauen und hier das Kommando so zu schwächen.

    Er sah, wie sie mit Messer und Gabel aß. Er sah auch, wie es ihr Spaß machte so zu essen. Und er sah, wie sie ein Glas mit den Fingern begann zu drehen. Er musste schmunzeln. Denn er wusste, gleich würde sie etwas sagen. Es war eine ähnliche Geste, wenn ein Frauenzimmer noch vor dem ersten Wort mit dem rechten Zeigefinger nochmal eine kecke Haarsträhne zurückstreicht. Obwohl das ein Unterfangen ist, was nichts bringt. Denn die Strähne wird immer dort sein. Er war gespannt, was sie sagen würde.

    „Weil es das einzig Richtige war“, das war ihre Antwort auf seine Frage nach dem Grund der Warnung. Das was dann folgte war eine ewig lange Begründung, warum es zu erfolgen hatte. Er blieb ruhig dabei und hörte zu. Er verzog keine Miene und hielt auch die Hände ruhig. Aber er fragte sich, ob sie wirklich so ahnungslos war, wie sie sich darstellte. Aber es war für ihn doch etwas gestelzt, so wie dieser Satz: „Ihr seid gewarnt worden und das unabhängig von Belohnungen oder Versprechungen …“, deshalb sagte er:

    »Mylady. Habt ihr darüber nachgedacht welche Wirkung diese für mich leere Warnung hatte?« Er wartete ein wenig, damit sie auch die Zeit hatte seine Frage zu verstehen. Dann sprach er weiter, sie fest anblickend: »Wir hier sind alle quasi in Alarmbereitschaft. Ein Wachposten kann jederzeit „Alarm“ rufen. Die Männer gewöhnen sich an solche Alarme …« und er fügte noch ein »…, leider« hinzu. Aber er blieb in seiner Haltung, seinem Gesichtsausdruck und ebenso bei seinen Händen in der gleichen Situation wie zuvor. Dann sagte er: »Es war eine Warnung ohne soliden Beweis. Einfach so! Vielleicht wolltet ihr gute Laune verbreiten, zeigen, wie gut ihr es meint. Bei mir wirkt das nicht. Denn hätte ich jetzt die Bereitschaft der Männer erhöht, wären sie jetzt müde, erneut verschlissen wegen einer unnützen Warnung!«

    »Sagt Mylady, hattet ihr das beabsichtigt? Oder habt ihr es als Entgegenkommen gesehen ohne an die Wirkung zu achten?« Dabei schaute er sie fest an. Sein Gesichtsausdruck war ernst geworden. Die Züge von Gelassenheit waren verschwunden. Und er fügte noch an: »Hattet ihr einen echten Grund, eine prüfbare Information für diese Warnung?«
    VRanger is offline
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