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    Deus Avatar von VRanger
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    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • Eine alte Zusage

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Es hatten sich ihre Blicke gekreuzt. Und Glandis sagte daraufhin leise in ihrer Muttersprache: »‚hannad‘«. Sie hatte in dem Auf und Ab den ihr Geist, ihr Körper und ihr Ich gerade durchlief nicht darauf geachtet, dass es die Muttersprache war, in der sie sprach. Man konnte es durchaus als unhöflich beachten, den Aril war ja der Sprache nicht mächtig. Und in den wenigen Tagen konnte die Adlige bei Interesse ein paar Wortstücke aus dem Dalish aufgeschnappt haben. Doch es war eben nicht sicher, ob sie den Inhalt von »‚hannad‘« der Dalish-Elfen verstanden hatte. Doch Aril fragte nicht. Stattdessen nickte sie erneut mit einem gar wundervollen Gesichtsausdruck, der zu dem nichts zeigte, was der Tag in den Gefühlen ihrer Begleiterin fabriziert hatte. So konnte Glandis nicht erkennen, dass es hier eine Stelle gab, die sie gerade richten konnte. Und so blieb es bei dem »‚hannad‘«, wie es gesprochen war.

    Denn nach dem Nicken mit der überaus freundlichen Mimik folgte eine Frage von Aril: „Fühlst du dich besser? Ist die Kälte weg?“

    Die Dalish schaute mit einem erschrockenen Blick um sich. Sie musste sich erst klar werden, dass nur sie gemeint sein konnte. Zu sehr war sie beim Essen in diese Sache abgeglitten. Das machte sie immer so, wenn es ihr nicht gut ging. Sie kapselte sich in ihrem Kopf auf die zu verrichtende Sache ab. Damit war ein Versinken in ein kleines Stück heile Welt möglich. Sie hatte diese Gabe nicht von Natur aus. Nein, die hatte sie einst von ihrer Hüterin des Clans erlenen können. Eigentlich eine wunderbare Fügung. Denn man konnte es überall gebrauchen. Dazu gehörte natürlich auch die Jagd. Dort konnte man eins werden mit der Umgebung und war dann eines der Lebewesen, die in dem Wald auf Pirsch waren. Das schärfte die Sinne ungeheuer. Und diese mentale Stärke war es auch gewesen, die das in den Schatten gehen als nutzbringend adaptiert hatte. Aber die Frage von Aril holte sie zurück aus ihrer geistigen Hülse, brach die Hülle auf und lies die Welt wieder Zutritt haben zu ihrem Sein.

    Ja, es war alles wieder da. Auch die Erinnerung. Auch ein Versprechen, zumindest in den Augen der Dalish. Es hatte sich manifestiert und so schaute sie etwas traurig auf Aril zurück. Es musste gesagt werden und es sollte gesagt werden. Sie zog ein wenig Luft durch die Nase und dann sprach sie:

    »Aril, danke, dass du fragst. Die Kälte ist nicht weg.«

    Sie machte eine Pause, schaute sich mehrfach um. Sie wusste nicht, wo sie anfangen sollte. Bis ihr die Idee kam, nicht auf die Frage zu antworten.

    »Weist du,« sagte sie ausweichend, »ich habe das schon einmal erlebt. Dieses Durchdringen meines Geistes und meines Körpers. Es ist etwas, warum du mich sogar am Flussbaum gefragt hattest. Dort wollte ich es nicht erzählen. Schließlich hatte dann der Wind Deine Bitte aus meinem Gedächtnis mitgenommen.« Dabei vollzog sie unwillkürlich eine öffnende Bewegung ihrer Hände. Wobei am Schluss die Handflächen zu sehen waren. Sie verhielt sich dabei so, als wenn der Wind immer Bitten mitnehmen konnte. Dann sprach sie weiter, den Blick auf Aril gerichtet:

    »Nun ist deine Bitte wieder da. Du hattest mich gefragt, was eine Brutmutter ist? Ich habe es nicht erzählt. Obwohl ich es dir sagen kann. Damals bei der Legion der Toten gab es diese Kälte, diese alles auffressende Gewalt auch. Leider ist sie nun hier …«

    Sie seufzte und fügte noch an: »Es ist einfach nur schrecklich!«

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    Halbgöttin Avatar von Fawks
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    vorheriger Post: El ~ Antwort von: Glandis

    [Bild: Aril_Ava.png]
    Auf Ihre Frage blickte sich Glandis erschrocken um, so als ob sie gerade erst erwacht wäre und die Lage sondieren müsste. Aril war verwirrt.
    War sie so sehr in Gedanken gewesen? War es etwas anderes? Aril erinnerte sich daran, wie Glandis sie einmal im Verdacht gehabt hatte, von einem Dämonen besessen zu sein, denn damals hatte sie auch viel geschwiegen und war abwesend gewesen.
    Aus der Verwirrung wurde langsam Sorge. Aber erst einmal wollte sie die Antwort der Elfe abwarten.

    Als hätte sie darauf gewartet sog Glandis ein wenig Luft durch die Nase und begann zu sprechen:
    »Aril, danke, dass du fragst. Die Kälte ist nicht weg.«

    Aril wartete geduldig. Egal was kam, es war gut, dass sie sprach.

    »Weist du, ich habe das schon einmal erlebt. Dieses Durchdringen meines Geistes und meines Körpers. Es ist etwas, warum du mich sogar am Flussbaum gefragt hattest. Dort wollte ich es nicht erzählen. Schließlich hatte dann der Wind Deine Bitte aus meinem Gedächtnis mitgenommen.«
    Sie öffnete ihre Hände und bot sie dar, so als könne der Wind die Bitten einfach immer wegnehmen. Aril nahm es hin und nickte, denn das Kommende war spannend.

    »Nun ist deine Bitte wieder da. Du hattest mich gefragt, was eine Brutmutter ist? Ich habe es nicht erzählt. Obwohl ich es dir sagen kann. Damals bei der Legion der Toten gab es diese Kälte, diese alles auffressende Gewalt auch. Leider ist sie nun hier …« Sie seufzte hörbar. »Es ist einfach nur schrecklich!«

    Jetzt sprang Aril auf und die Sorge und Unruhe und Verwirrung zeigten sich in der Art, wie sie begann auf und ab zu laufen. Das Gehörte musste sie verarbeiten, und das tat sie meistens, in dem sie redete.

    Da sie aber Glandis nicht wieder stören wollte, beließ sie es dabei, vor sich hin zu murmeln:
    "Eine Brutmutter ist dafür verantwortlich? Nun, hier ist mit Sicherheit keine Brutmutter, das hätten die Wachen ja hoffentlich bemerkt! Also ist es diese Kälte von der Brutmutter übertragen worden? Oder wird sie durch irgendetwas übertragen, womit wir Kontakt hatten?" Und so ging es hin und her.
    Nun war es Aril, die Glandis ausblendete.
    Nach einigen Minuten, dem gedanklichen und mündlichen Durchgehen alles möglichen, blieb sie stehen, hob den Kopf und sah Glandis an.

    Nach einem durchdringenden Blick sagte sie zu Glandis, mit allem Ernst in der Stimme:

    "Das verstehe ich nicht."
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    Deus Avatar von VRanger
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    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • eine Nachfrage

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Sie hatte Aril nach ihrer Aussage beobachtet. Sie wusste nicht, warum das so geschah, aber es vollzog sich so. Manchmal nehmen eben die Dinge einen anderen Lauf, als man es sich selbst ausbaldowert hatte. Es war ja auch nichts, was dann einen Aufschrei verursachen müsste, aber es kommt eben vor. So wie es jetzt Glandis überrollte genau hinzuschauen, was ihre Begleiterin so tat, wie sich bewegte, welche Gesten sie vollzog und vor allem was sie sagte. Das war insofern ein wenig verwunderlich, weil Glandis Minuten vorher sich eben dieser Lage nicht konkret bewusst war. Aber das Leben ist immer Berg und Tal und so mussten sich die Dinge vielleicht auch ausgleichen. Sie selbst tat es nicht überlegt mit einer Absicht, nach dem sie gesagt hatte: »Es ist einfach nur schrecklich!«

    Und sie sah, wie dieser Schrecken auch Aril ergriff. Denn nur so konnte man ihre Art sich zu bewegen deuten. Die Adlige war aufgesprungen und begann hin und her zu laufen. Wie sollte man so etwas einordnen? Denn ihre Rolle in der Burg ihres Vaters würde genau so ein impulsives Handeln sicherlich nicht zulassen. Frauen, besonders von Rang oder Adel, hatten so etwas nicht zu tun. Glandis schaute hin und fragte sich aber nichts. Sie von der Art und Weise was Aril tat einfach angezogen. Vielleicht traf es auch genau ihre innere Verfassung. Ihre Gefährtin sagte kein Wort. So richtig nicht. Irgendetwas wollte sie sagen, sprach es aber nicht aus. Glandis, die fast durch sie hindurch glotze, sah die sich bewegenden Lippen. Aber sie vernahm keinen Ton. Immer noch tappelte sie von einer Ecke zur anderen. Die Soldaten am Feuer wurden aufmerksam. Sie hörte nur, wie einer sagte: »Hast du der was ins Essen getan?« Ein Gegröle war die Antwort. Aber Aril schien das nichts zu stören oder sie hatte es überhaupt nicht vernommen.

    Glandis überlegte bereits, ob sie nicht hingehen, sie in den Arm nehmen und ein paar nette Worte gut zusprechen sollte. Aber es kam anders. Plötzlich blieb die Adlige stehen und musterte die Dalish. Sie bekam einen stechenden Blick. So einen den der Kommandant beim Verhör sich auch ab und zu erlaubte. Diesen hatte Glandis aus überaus beeindruckend, aber zugleich derart unangemessen empfunden. Also jetzt wurde sie begutachtet. Dann endlich sagte Aril: „Das verstehe ich nicht.“

    Glandis gab ihr ein Lächeln zurück. Warum? Es war einfach geschehen. Aber ihr gefiel es nun mal ihre Begleiterin anzustrahlen und so tat sie es auch. Dann stand sie auf und ging die wenigen Schritte auf sie zu. Sie wusste, wie altklug ihre Handlung aussehen würde. Aber sie hatte sie bereits vorgehabt und so tat sie es auch. Sie umfasste mit ihrem rechten Arm Arils Schulter, welche ja nur von einem dünnen Hemd bekleidet war. Ihre Hand fühlte den kräftigen, von den zahlreichen Übungen und Kämpfen gestählten Oberarm. Sie empfand auch für die sich ausbreitende Wärme ein Wohlempfinden. So fragte sie: »Aril, was verstehst du nicht?« Sie schaute ihr ins Gesicht und es zuckte ein Gedankenblitz durch ihren Kopf, denn so nah waren sie sich in all den Tagen selten gewesen. Also sagte sie fragend weiter: »War es die Sache von deiner Bitte oder die vom Wind, oder wie es mir geht, oder ist es etwas anders?« Sie löste sich von ihrer Begleiterin und sagte noch aufmunternd: »Lasse es uns herausfinden. Zeit ist ja …« Und diesen Halbsatz begleitete erneut ein Lächeln.

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    Halbgöttin Avatar von Fawks
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    [Bild: Aril_Ava.png] Nach ihrem durchweg geradeheraus gesagten Satz war Aril nicht sicher gewesen was die Reaktion von Glandis sein würde. Nun, was nun geschah, das hatte sie sicher nicht erwartet, aber die Freude über die überraschende Handlung war ihr mit Sicherheit anzumerken.
    Glandis kam auf sie zu und legte ihr einen Arm eng um die Schulter, und nicht nur das, sie suchte Blickkontakt, gab Aril mit mehr als Worten zu verstehen, dass sie da war, dass sie gemeinsam da waren und einander Wärme und Sicherheit spenden konnten.
    Aril erwiderte die Umarmung und legte ihren Kopf sanft an Glandis' Schulter.
    Diese hatte ihr sogar Möglichkeit für Fragen gegeben, als sie gesagt hatte:

    U »Aril, was verstehst du nicht? War es die Sache von deiner Bitte oder die vom Wind, oder wie es mir geht, oder ist es etwas anders?« Aril sortierte ihre Gedanken. Sie wollte Glandis' großherziges Angebot auf Antworten zum einen nicht zum letzten dieser Art machen, indem sie mehr als zwei Fragen stellte. Und sie wollte nicht, dass Glandis wieder das über sie denken konnte, was wohl die meisten dachten: 'Plappermaul!'
    »Lasse es uns herausfinden. Zeit ist ja …«

    Aril hob den Kopf und sah ein aufmunterndes Lächeln.
    Sie hob den Kopf langsam an und hob eine Hand. Von dieser spreizte sie den Zeige- und Mittelfinger ab. "Zwei Sachen davon, Glandis: Die Sache mit dem Wind ist eine. Die andere ist die Brutmutter. Wie hängt es zusammen?"

    Sie biss sich auf die Zunge, bevor sie anfing, ihre zwei sorgsam gewählten Fragen mit mindestens einem halben Dutzend anderer Fragen zu erklären und zu erweitern.
    Sie merkte was sie tat und nun lächelte auch sie verstohlen.
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  5. #205 Zitieren
    Held Avatar von Shepard Commander
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    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Zitat Zitat von numberten Beitrag anzeigen

    [Bild: Artur_mal_ohne_Helm_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Steif wie ein Brett, das war eine gute Umschreibung für den Zustand in dem sich Mealla nach dem aufstehen befand. Allerdings vermutete sie das Bretter nicht bei jeder Bewegung Schmerzen hatten, ungeachtet der Tatsache das Bretter sich generell wenig von alleine bewegten. Mit Mühe stand sie von alleine auf, wobei ihre steifen Muskeln und zahlreichen Prellungen, Quetschungen und Schwellungen sie dabei erinnerten das sie mit dieser Idee nicht einverstanden waren. Ihre Gelenke schienen auch den Dienst verweigern zu wollen, das Beugen ihres linken Armes konnte sie nur gegen schmerzhaften Widerstand vollführen. Linksseitig konnte sie aufgrund der Schwellung des Auges fast gar nichts mehr sehen und schaffte es auch nicht es weit zu öffnen. Nun immerhin würde sie jetzt wohl aufbrechen und wenn sie einmal im Sattel saß würde sie es schon schaffen irgendwie zu reiten.

    Morgana hatte den Ausführungen der anderen aufmerksam zugehört, auch den Umstand das man sich wieder Probleme machte wo keine sein sollten. Warum sie nicht einfach den Seeräuber zurückließen und weiterzogen erschien ihr nicht besonders schlüssig, am Besten auch ohne den Templer, aber der beharrte wenigstens nicht wie eine Gräfin darauf nicht ohne sein Gepäck weiterzureisen. Ein simples, "Dann holt es und kommt nach.", schien ihr die ehrlichste Antwort zu sein, aber Mordred schien ohne seinen neuen Saufkumpan nicht weiterziehen zu wollen. Ein weiterer Umstand den sie nicht nachvollziehen konnte, schien aber wohl unter das Mysterium der "Männerfreundschaft" zu fallen. Logik war da Fehl am Platz.
    Da sich keiner von den Trotteln jedoch wieder in der Stadt sehen lassen konnte, schienen sie Nimue und Morgana selbst dafür ins Auge gefasst zu haben, ein Plan für den sich Nimue, wohl von der Situation ähnlich begeistert wie Morgana, bereit erklärte. An sich ein guter Gedanke, würde aber die Abreise wohl weiter nach hinten verzögern. Also überwand sich Morgana und meldete sich widerwillig zu Wort. "Ich habe daran keinerlei Interesse, aber ich würde mich trotzde bereit erklären in die Stadt zu gehen um die Sache schnell zu erledigen und hier zu verschwinden.", erklärte sie und stand von ihrem Platz auf. "Ich würde allerdings vorschlagen das ich euch nicht begleite, sondern an eurer statt gehe. Ihr könnt zwar die Farbe eurer Augen oder Haare ändern, aber euere Klamotten stechen bei Tage trotz Schlamm immer noch aus der Masse hervor. Außerdem, auch wenn ich immer noch nicht weiß was überhaupt vorgefallen ist, so wart ihr doch wohl trotzdem anwesend als dieses Fiasko seinen Anfang nahm und könnt so leichter wiedererkannt werden.", sprach Morgana und erwähnte dabei gleich nochmal das für einen Teil der Gruppe immer noch nicht klar war, warum sie gestern überhaupt um ihr Leben rennen mussten. Eine der vielen Fragen die sich die Hexe stellte, genau wie die wer eigentlich die nicht gerade hilflose Mealla fast totgeprügelt hatte.
    "Letztendlich geht es mir aber auch nicht darum das ich unbedingt unaufälliger bin, sondern das ihr so direkt Zeit habt euch um die zu kümmern, welche gestern Verletzungen davon getragen haben und wir so aufbruchsbereit sind wenn unser stumpfer Herr der Meere seine Habe wieder hat.", sagte Morgana und schaute in Richtung von Mealla welche gerade versuchte ihre Satteltaschen am Pferd zu befestigen. Dabei schien sie sich mehr am Pferd zu stützen als dieses zu beladen, was ein bemitleidenswertes Bild abgab, da sie es dennoch weiter versuchte.

    Da die Schwarzhaarige nicht Unrecht hatte und auch Nimue vermutlich nicht unfroh war sich den Gang in die Stadt zu sparen, machte sie sich nach Erhalt der Liste nach kurzer Verabschiedung wieder auf in Richtung Stadt. Nachdenklich studierte sie die Liste von Haesten, wobei ihr auffiel das dieser für einen stinkenden Seemann gar nicht so eine hässliche Schrift hatte. Besser als die von Mealla und auch als Larissa wenn diese nicht mehr übte. Die Dalish dazu zu bringen schöner zu schreiben als ein Barbar schien der Hexe für die nähere Zukunft gar kein so schlechtes Lernziel zu sein. Langsam näherte sie sich wieder der Stadt, sie hatte ihre Tasche und Stab zurückgelassen und trog nur ihren Mantel über dem Kleid, welche beide nach gestern mit Schlamm überzogen waren. Das war widerlich, aber momentan wohl in ihrem Sinne. Der Himmel war immer noch dunkel bewölkt, aber das Gewitter hatte endlich aufgehört. In Reichweite der Stadtmauern sah Morgana dann das es wohl nicht einfach sein würde hinein zu kommen, das Tor war verschlossen und mehrere Wagen standen auf dem Pfad ohne Einlass zu erhalten. Der vorderste Waagenführer schien gerade mit dem Wachhabenden zu diskutieren: Was soll das heißen bis auf weiteres geschloßen? Ich habe Waren, die ich liefern soll. Verderbliche Waren!" "Ach was, so wie ihr ausseht sind die wahrscheinlich schon verdorben. Ich befolge nur Anweisungen, die Straßen und Häuser werden gerade nach gefährlichen Invid, Indivit, äh Personen durchsucht. Solange kommt keiner rein oder raus. Nicht mal eine Maus." "Tja, Ratten sind ja wohl scheinbar schon genügend in der Stadt.", erwiderte der Fuhrmann spöttisch. "Ja mach nur weiter so, dort drüben hängen noch ganz andere Großmäuler. Ein paar sind schon durchgerottet und haben Platz gemacht.", drohte der Wachsoldat, winkte dann aber ab und ging von den Zinnen weg. Ein wütendes Gemurmel ging durch den Stau und auch Morgana fluchte leise und ging ein wenig abseits des Weges parallel zur Stadtmauer. Das hätte sie bedenken sollen, vielleicht wäre Nimue in ihrer Katzengestalt doch besser geeignet gewesen. Aber garantiert würde sie nicht zurückgehen und das sagen und außerdem zweifelte sie das eine Katze durch das geschlossene massive Tor kam. Die Hexe ging zu einem Stück wo sie das Tor sehen konnte, aber nicht direkt in der Nähe war und betrachtete nachdenklich die Stadtmauer. Vielleicht sollte sie einfach zurückgehen und sagen das die Stadt abgeriegelt war, jedoch bezweifelte sie das diese unumstößliche Wahrheit den Sturkopf Haesten dazu bewegen würde seine Sachen aufzugeben. Wieso zog ihre Gruppe bloß manchmal immer solche sonderbaren Gestalten an?

    "Das Tor ist verschloßener als der Schoß einer ehrwürdigen Mutter, nicht wahr?", bemerkte eine weibliche Stimme hinter ihr gefolgt von einem knackenden Geräusch. Morgana drehte sich ruckartig um und erblickte plötzlich eine Person hinter sich, eine Elfe um genau zu sein. Sie war etwas kleiner als die Hexe und hatte noch einen blasseren Teint als Morgana. Rabenschwarzes Haar fiel ihr leicht wellig über die Schultern. Das Knacken welches Morgana vernommen hatte kam durch einen grünen Apfel von dem sich die Elfe ungerührt einen weiteres Stück lautstark abbiss. War die Frau schon die ganze Zeit hier gewesen, oder hatte sie sich angeschlichen. Morganas Blick fiel jetzt auf die Lederrüstung, an der zwei Schwerter und verschiedene Phiolen befestigt waren. Wie eine harmlose Passantin sah sie nicht aus, auch wenn sie jetzt im Moment nicht besonders bedrohlich wirkte, bedächtig kauend, mit einem interessierten Blick auf die andere Schwarzhaarige gerichtet. "Habt ihr mich beobachtet?", fragte Morgana misstrauisch. Die Elfe kaute langsam den Apfel und schluckte ihn dann lautstark herunter. "Mitnichten Madame. Ich habe die Stadt beobachtet und da kamt ihr auf einmal in mein Blickfeld. Ihr saht suchend aus, nach einem Einlass suchend. Das habe ich daran erkannt das ich auch am überlegen war wie ich reinkomme.", erklärte die Elfe beschwichtigend. Morgana war immer noch skeptisch, selbst wenn es stimmte, was wollte sie dann von ihr? "Vielleicht liegt ihr richtig, habt ihr denn einen Weg gefunden?" "Naturellement. Es ist eigentlich ganz einfach. Man kann durch das Hafenbecken schwimmen, was ich bei den Temperaturen allerdings nicht empfehlen würde...oder man klettert einfach über die Mauer.", erklärte die Elfe in einem Tonfall als ob es das einfachste der Welt wäre. "Das nennt ihr einfach?", erwiderte Morgana verächtlich. "Nun vielleicht das falsche Wort, aber es ist halt eine Möglichkeit. Aber ihr klettert wohl nicht oft?", erkundigte sich die Elfe neugierig. Morgana hob kurz ihren Rocksaum an und sah sie provokativ an. "Was denkt ihr?" "Das euch das Kleid gut steht, aber es zum klettern denkbar ungeeignet ist." "Richtig. Aber danke für eure Tipps. Hatte es einen bestimmten Grund warum ihr mich angesprochen habt, oder gebt ihr Fremden nur gerne ungewollte Ratschläge?", antwortete die Hexe leicht schnippisch. "Manchmal. Aber hauptsächlich saht ihr hilfsbedürftig aus und ich helfe je nach Situation gerne. Was wollt ihr denn in der Stadt?" Morgana seufzte kurz, wieso unterhielt sie sich noch weiter? "Etwas für jemanden holen, auch wenn euch das ja nichts angeht.", erklärte die Hexe. Letztendlich war es doch egal. Die Elfe schien jetzt noch interessierter und Morgana wusste nicht ob das gut war. Vom Aussehen her war Halsabschneiderin, eine mögliche Berufsbezeichnung für die Rabenschwarze. "Ich verstehe, also ist eure Person selbst in der Stadt nicht erforderlich? Wisst ihr ich muss tatsächlich in die Stadt hinein, vielleicht könnte ich es euch holen." "Ihr wollt rein und wieder raus um einer Wildfremden etwas zu holen. Verschaukelt mich nicht, so hilfsbereit ist niemand der noch ganz bei Trost ist.", erwiderte Morgana ungläubig. "Ihr seid etwas zynisch finde ich und ihr hört nicht richtig zu. Ich muss rein, raus komme ich natürlich nicht. Aber ich könnte die Gegenstände vielleicht von der Mauer abseilen wenn es sich nicht um einen Schrank handelt. Und wenn ihr mir einen kleinen Anreiz bieten könnt.", antwortete die Elfe jetzt auch etwas schnippisch, aber entgegenkommend. "Nun das erscheint mir realistischer als Altruismus. Vielleicht könntet ihr mir dann wirklich helfen, sofern ihr überhaupt hinein kommt.", antwortete Morgana jetzt etwas freundlicher und lächelte. "Ihr solltet öfters lächeln, macht einen hübscher. Also, was kann euch die gute Feia denn aus der Stadt holen." "Nun ich hätte eine Liste, aber wie kann ich sicher gehen das ihr euch den Kram nicht einfach schnappt wenn ihr wisst wo es ist und es für euch behaltet?", fragte Morgana und taxierte Feia misstrauisch. "Gar nichts. Allerdings bekommen Sachen die man nicht abholt für gewöhnlich nach kurzer Zeit Füße und zwar keine die sie zu dem Besitzer tragen. Ihr könnt natürlich auch warten bis man die Tore wieder öffnet.", verkündete die Elfe ehrlich. "Wisst ihr was, es ist nicht mein Kram und ihr seid immerhin eine Option, auch wenn ich euch noch nicht in der Stadt sehe. Hier ist die Liste, ich vermute ihr findet auch irgendwelche Wertsachen darunter, ich kann eh nicht verhindern das ihr sie durchsucht. Nehmt euch da einfach eine Entschädigung, falls es der Wirt nicht längst schon geklaut hat.", verkündetete Morgana fatalistisch. Auf der Liste waren eh keine Berge von Reichtümern aufgeführt und sie musste nur das bringen was drauf stand und würde sicher nicht seine Börse zählen. Die Elfe lachte amüsiert. "Weiß der Besitzer das ihr so freigiebig mit seiner Habe seid?" "Ach das ist vermutlich eh nicht ehrlich erworben." "Euer Bekannter ist Händler?", scherzte Feia. "In Ordnung, ich sehe was ich machen kann. Unweit von hier ist ein kleiner Kamm im Gelände, dort könnt ihr euch ein wenig verbergen aber die Mauer beobachten. Ich werde dann die Sachen an der Mauer herunterlassen, wie ihr es dann holt bleibt euch überlassen.", erklärte die Elfe und zeigte zuerst in das Gelände und dann auf einen bestimmten Mauerabschnitt. "Ihr wollt wirklich klettern?", fragte Morgana ungläubig. "Ja, zum schwimmen ist es zu kalt."

    Morgana hatte sich flach hinter die Kammspitze gelegt und beobachtete den Mauerabschnitt. Die Mauer war mehrere Meter hoch und ging steil nach oben. Sie konnte sich nicht vorstellen wie die Elfe da hoch wollte und dann auch noch unentdeckt. Die Elfe die sich als Feia vorgestellt hatte ging hingegen direkt auf den Mauerabschnitt zu. Plötzlich jedoch begannen ihre Konturen zu verschwimmen, wurden schemenhaft und nebulös. Morgana rieb sich kurz die Augen und schob es auf den Schlafentzug, aber mit jedem Schritt zur Mauer schien die Elfe weiter zu verschwimmen und verschwand plötzlich aus ihrem Blickfeld. Fassungslos suchte die Hexe das Vorfeld mit den Augen ab, war sie am träumen?

    Das Miasma strömte leise und bedächtig aus der geöffneten Phiole und umhüllte die schwarzhaarige Elfe wie eine persönliche Wolke. Ein Wolke die das Licht auf spezielle Weise brach und damit Feia aus dem Sichtfeld von Zuschauern entfernte. Schließlich erreichte sie das Mauerwerk und kontrollierte nochmal ob ihre Ausrüstung fest saß. Die Mauer war stabil und massiv, mehrere Meter hoch und war trotz ihres Alters vermutlich immer noch äußerst standhaft. Dennoch ragten ungleichmäßig behauene Steine hervor und auch der Zahn der Zeit hatte seine Spuren hinterlassen. "Dann wollen wir mal.", sprach Feia leise und rieb sich ihre Fingerspitzen mit einem Puder ein. Dann begann sie zu klettern, langsam und bedächtig immer den Körper fest an die Mauer gepresst. Stück für Stück arbeitete sie sich hoch und erreichte schließlich einen Überhang, dort wo das Zinnwerk anfing war die Mauer leicht vorgerückt. Sie stoppte, über sich waren Stimmen zu hören. Zwei Wachen schienen sich auf ihrem Wachgang die Zeit zu vertreiben. Angespannt wartete die Elfe, die Finger fest in die Fugen gekrallt, mit den Füßen den optimalen Halt suchend. Solche Kletterpartien luden nicht zu langen Pausen ein. Schließlich gingen die beiden Plaudertaschen endlich weiter. Feia atmete leise aus, jetzt noch der Überhang und sie war oben. Vorsichtig tastete ihre Hand über den Stein nach oben und fand schließlich Halt. Mit ihren Beinen stieß sie sich ab und kraxelte mit wenigen Zügen weiter nach oben, froh dann endlich ihre Hände über den Mauerrand legen zu können. Vorsichtig zog sie sich hoch, schaute in den Wehrgang und kletterte dann über die Mauer. Sie war drinnen.

    *

    Morgana hasste es zu warten, auch weil sie keine Ahnung hatte wie lange und ob die Elfe es überhaupt geschafft hatte. Und wenn doch war es ungewiß ob sie wirklich die Sachen rausgeben würde. Warum auf Almosen hoffen wenn man alles haben konnte? Schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit, die aber vermutlich nicht viel länger als zwei Stunde gewesen sein konnte, entdeckte die Hexe schließlich Bewegung an der Mauer. Auf der Mauerkrone selbst war nichts zu erkennen, aber dafür konnte sie ein kleines Bündel sehen welches sich langsam nach unten bewegte. Ungläubig verharrte die Hexe kurz, machte sich dann aber langsam in Richtung Mauer auf. Momentan schienen nicht viele Soldaten auf der Mauer zu sein, vermutlich suchten die meisten innerhalb der Stadt. Und sie selbst war ja keine Bedrohung der man groß Beachtung schenkte. An der Mauer angekommen entdeckte sie schließlich das Bündel, mit einem Tau umwickelt dessen Ende von oben fallen gelassen worden war. Vorsichtig hob die Hexe das Paket auf und schaute nach oben. Natürlich war niemand zu erkennen, hätte sie auch gewundert.

    Etwas von der Stadt entfernt legte die Hexe den Kram ab. Leider war kein dümmlicher Junge unterwegs der es für sie schleppen konnte. Sie öffnete kurz das Bündel in dem die Liste überraschenderweise ganz oben lag und schaute ob alles da war. Es schien so und ob die Elfe etwas geklaut hatte konnte sie nicht überprüfen, sie hatte schließlich keine Ahnung und würde sicher nicht die Taschen durchsuchen. Das hätte sie in der Taverne schließlich auch nicht getan.

    Bepackt erreichte sie schließlich wieder die Höhle, wo sie von Larissa erwartet wurde, welche die Straße beobachtet hatte. Ob sie jetzt nach der Hexe oder Patrouillen Ausschau gehalten hatte wusste Morgana nicht, war aber auf jeden Fall froh ihr Gesicht wieder zu sehen. Im Inneren der Höhle angekommen, ließ sie den Kram recht unsanft auf den Boden fallen.
    "Hier eure Habe, Held der Meere. Ich habe alles mitgebracht was ihr auf eurer Liste geschrieben habt. Der Besitzer eurer Unterkunft hat es allerdings nur sehr widerwillig rausgerückt, er hat es wohl schon als sein Eigentum angesehen. Falls also doch etwas fehlen sollte, dürft ihr gerne noch selbst ein Gespräch mit ihm führen, ich laufe sicher nicht nochmal zurück.", sprach Morgana in einem leicht giftigen Tonfall zu Haesten und drehte sich dann direkt zum Rest der Gruppe um dem Seeräuber nicht zuviel Aufmerksamkeit zu widmen. "Wären wir dann soweit aufzubrechen? Noch durchsucht man vornehmlich die Stadt, aber ich denke das wird nicht mehr lange so sein."



    [Bild: mordred_klein.png]

    Nicht ohne das Gefühl beobachtet zu werden setzte sich der bunt zusammengewürfelte Haufen in Bewegung. Niemand sprach, man hatte sich stillschweigend darauf geeinigt das erste Stück des Weges nach Möglichkeit heimlich zu bewältigen. Wenn Morganas Informationen stimmten, suchten die Wachen der Stadt innerhalb der Mauern. Zugegeben schienen die wenigsten von ihnen aus Heldenholz geschnitzt zu sein und jene, die es waren würden sich unter Haestens Axthieben und Arturs Schwert sicherlich schnell in Späne verwandeln, sollten sie die Dummheit besitzen die Gruppe zu attackieren. Immerhin umfasste sie nun bereits acht Personen und kaum eine von ihnen wirkte nicht wehrhaft. Selbst Morganas schwerer Stab versprach kräftige Hiebe. Die vielleicht bedrohlichste Gestalt in dem Gespann war der Templer, der sich in eine dunkle Schweigsamkeit zurückgezogen hatte, das Haupt gesenkt aber die Muskeln gespannt, die Arme verschränkt aber die Augen wach und wütend. Der Tod eines Waffenbruders hinterließ auch bei dem bewaffneten Arm der Kirche seine Spuren.

    Die Luft war kalt, durchsiebt von Regen und kein Vogel sang. So blieb das Schweigen der Begleiter der Kohorte. Erst nach zum frühen Mittag hin zerriss ein leiser Singsang den Mantel des Schweigens. Es war Haesten, der ein Lied auf einer fremden Sprache sang – eine harte Sprache, gezimmert aus Runen und der Härte der See. Mordred begann sofort ein angeregtes Gespräch, philosophierte über die Herkunft von Musik. Seiner Meinung nach gab es Musik nur der Frauen wegen. „Worüber würde es sich sonst lohnen zu singen?“ Hasten lachte. „Also jenes Lied handelte vom Kampf, Sieg und Eroberung. Das Gefühl, wenn man sich mit Blut, Schweiß und Tränen Eroberungen unter den Nagel reißt.“ „Was lohnen Geld, Waffen und Besitz wenn man kein Weib hat, dem gegenüber man seinen Reichtum präsentiert?“, lachte Mordred. „Ja, das stimmt. Aber der Rausch des Kampfes, Mordred, das müsst Ihr doch kennen.“ Mordred schlug die Augen nieder. „Sicherlich. Nun, lasst mich später Euren Gesang mit meiner Harfe begleiten.“ Die beiden schauten in ihren Rücken den Weg hinab. Niemand war zu sehen. „Später dann also.“
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    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • vom Wind und anderen Dingen

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Aril zeigte zwei Finger ihrer Hand und sagte: „ Zwei Sachen davon, Glandis: Die Sache mit dem Wind ist eine. Die andere ist die Brutmutter. Wie hängt es zusammen?“ Glandis dachte: »‚mae pain‘«. Was soviel wie »ok, alles« bedeutete. Obwohl die Dalish natürlich niemals ok gesagt hätte. Die junge Frau musste sich richtig gegen die Erinnerungen stemmen. Denn das Wort »Brutmutter« hatte bei ihr eine Lawine an Dingen ausgelöst: Zwerge … Legion der Toten … die tiefen Wege … Tätowierungen … Stein … Vater … Kälte

    Und diese Kälte hatte sie durchfahren und war immer noch hier. Sie konnte es jetzt nicht so einfach erzählen. Sie wusste nicht warum. Doch es war einfach so. Und so schaute sie mit aufgerissenen Augen auf Aril, fasste sie an der Schulter und sagte: »Ich kann nicht.« Dann setzte sie sich hin. Mehr aus Sorge und Vorsicht. Denn sie wusste nicht, was dieser eisige Odem des Todes noch so anstellen würde. Doch nach ein paar Minuten ging es wieder. So begann sie doch zu sprechen: »Aril, manchmal fehlen einem die Worte und manchmal die Zeit und ein andermal die Inspiration oder der Mut.« Sie schaute ihre Begleiterin an. Doch die sagte nichts. Aber sie suchte den Blickkontakt. Ihre Augen sahen sich an. Die Dalish wusste, sie wollte es jetzt wissen. Aber sie selbst … einfach war es nicht.

    »Und wenn mir so ist, so wie jetzt eben …«, sie seufzte, bevor sie weiter sprach: »Dann kommt der Wind und nimmt alles von einem fort. Leise oder ruppig. So wie der Wind eben ist.« Dabei lachte sie etwas schrill. Ein Außenstehender hätte hier gut sich fragen können, ob er eine normal handelnde Frau vor sich hatte. Aber es war eben keine normale Frau, wie sie in Ferelden vorkommt. Nein! Hier erzählte eine Dalish, die viele Dinge aus der Natur der Sache sich erklärt. Da hat der Wind eine bedeutende Rolle.

    »Weißt du,« fragte Glandis ihre Partnerin, »… weißt du, dass wir ‚gwaew‘ zum Wind sagen?« Da lächelte sie, als wenn sie selbst einen logischen Fehler bemerkt hatte. »Es kann hier nicht helfen, weil, ja weil ich es selbst angeboten hatte.« Dabei schaute sie sich um, um sich zu vergewissern, dass sie wirklich allein waren. Klar waren sie allein. Von dem Wachfeuer und den Soldaten mal abgesehen. Sie hockten hier an einem alten Bauwerksrest, welcher zwischenzeitlich als Wachposten diente. Aber das vermutlich auch nur noch, weil diesem ein Kommandant vorstand, dem Befehle, auch in höchster Not, nicht ein Einerlei waren. Also sprach sie weiter:

    »Ich habe eine gesehen und bekämpft. Es war so furchtbar. Ich wusste nicht, als wir auf dieses Biest gestoßen waren, was es ist. Es war verderbt und hatte riesige Kräfte. Die von der Legion der Toten haben mir es später erklärt. Sie fangen Frauen. So wie dich oder mich. Sie füttern sie mit all den Toten. Viele sterben dabei. Doch die, die übrig bleiben, die werden Mütter der Dunklen Brut. Sie gebären neue Verderbnis. Bei einer menschlichen Abstammung werden es Hurlocks. Bei einem elbischen Ursprung sind es Kreischer und die zwergischer Herkunft werden es Genlocks.«

    Erneut schwieg Glandis. Denn die Gefühle, die Erinnerungen an ihren Besuch in Orzammar waren so greifbar nah. Sie musste sich wehren. Sie wollte die Bilder nicht mehr sehen. So sagte sie mit einem Seufzen: »Es müssen hier alle weg, so schnell es geht …«
    VRanger ist offline
  7. #207 Zitieren
    Halbgöttin Avatar von Fawks
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    vorheriger Post: Sorgfältig ausgewählt ~ Antwort von: Glandis

    [Bild: Aril_Ava.png] Obwohl Glandis entschlossen schien ihr etwas zu erzählen, war es eine sehr mühselige, zähe Angelegenheit, bis sie es endlich herausbekam.
    Aril wartete - wie sie hoffte - geduldig, zappelte nicht herum, stellte nicht eine einzige Frage und bekam eine kurze Lehre in Sachen Elfisch: »Weißt du,« fragte Glandis ihre Partnerin, »… weißt du, dass wir ‚gwaew‘ zum Wind sagen?« , Glandis beschrieb endlich näher, wie es ihr erging: »Aril, manchmal fehlen einem die Worte und manchmal die Zeit und ein andermal die Inspiration oder der Mut.«

    Und dann, nachdem sie lange genug eingeleitet hatte und Aril schon wieder fast verwirrt war, dann erzählte sie von dieser ominösen Brutmutter. Von dieser hatte Aril bei ihren Lehrern nichts erfahren, und sie meinte, dass sie sich an SO ein Wesen mit Sicherheit erinnern würde.
    »Ich habe eine gesehen und bekämpft. Es war so furchtbar. Ich wusste nicht, als wir auf dieses Biest gestoßen waren, was es ist. Es war verderbt und hatte riesige Kräfte. Die von der Legion der Toten haben mir es später erklärt. Sie fangen Frauen. So wie dich oder mich. Sie füttern sie mit all den Toten. Viele sterben dabei. Doch die, die übrig bleiben, die werden Mütter der Dunklen Brut. Sie gebären neue Verderbnis. Bei einer menschlichen Abstammung werden es Hurlocks. Bei einem elbischen Ursprung sind es Kreischer und die zwergischer Herkunft werden es Genlocks.«
    Die Braunhaarige nickte langsam und es setzte sich ein Bild in ihrem Kopf zusammen, dass Glandis Unwohlsein erklärte.

    Und dann kam der eine Satz, der die Verwirrung in Aril wieder hervorholte, der für sie jeglicher Logik entbehrte und der sie allmählich denken ließ, dass Glandis' Urteilsvermögen getrübt worden war:
    »Es müssen hier alle weg, so schnell es geht …«

    Aril traute ihren Ohren nicht, und starrte die Elfe entsetzt an. Bevor sie es verhindern konnte, war ein Satz aus ihrem Mund gestolpert:
    "Gut, vielleicht sollten wir Stöckchen ziehen, wer es den Wachen erzählen muss..."
    Sie biss sich auf die Lippe und verfluchte sich dafür. DAS war nun mit Sicherheit kein Augenblick für SCherzereien, gerade wenn man bedachte, wie lange es gedauert hatte, dass Glandis einen geraden Satz herausbekam.

    Sie musste das irgendwie retten!
    "Im ERnst, Glandis, wie stellst du dir das vor? Wie wollen wir den da," sie deutete auf die Hütte, in der der Kommandant sie verhört hatte, "überzeugen, dass ihm Gefahr droht, von etwas das er nicht kennt, sieht oder hört? Er würde denken wir wollen fliehen."

    Sie sprach absichtlich nicht davon, dass auch sie selbst diese Bedrohung nicht wahrnehmen konnte und an eine überhastete Flucht eher nicht gedacht hätte.
    Aber wenn es Glandis half, dass sie hier wegkamen, dann wäre sie natürlich bereitwillig mitgegangen, Brutmutter hin oder her.

    "Ich verstehe es immer noch nicht, wie soll eine... ein solches Ding, das in Tiefen Wegen haust - und dort ohne Frage fürchterliche Dinge anstellt - wie soll es uns hier bedrohen? Von Genlocks und Kreischern und Hurlocks ist hier keine Spur..."
    Die Frage ließ ihr keine Ruhe. Sie würde Glandis gerne helfen, weitere lebensgefährliche Dinge zu tun, aber zuerst wollte sie wissen, welcher Art von Bedrohung jetzt aktuell war.
    Fawks ist offline
  8. #208 Zitieren
    Deus Avatar von VRanger
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    Aril & Glandis | Fereldischer Wachposten • Einfalt oder Unwissenheit

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Glandis war eine Dalish und somit eng verwurzelt in ihrem Volk, ihren Traditionen und ihrem Erleben. Für sie war fast alles, was es gab, ein Lebewesen. Wenn sie für sich war, dann begrüßte sie es auch »'Aneth ara, Abelas'«. Sie sagte gern diese Worte. Nur in der letzten Zeit waren sie ihr abhandengekommen. Es war zu dem auch so, dass sie nicht stundenlang erzählen musste und auf Antworten wartete. Auch war es ihr bei ihrem Clan nicht gewohnt gesagte Dinge zu begründen. Hier war das etwas völlig anderes. Wobei mit dem hier Ferelden insgesamt gemeint sein könnte. Denn für sie fand eine Verständigung nicht hauptsächlich mit Worten statt. Die Berührung mit einer Hand, wenn sie an einer Baumborke entlang fuhr, der Duft des Wassers in der Nase, das Zwitschern der Meisen und ihr Blick zu den Sängern, das war für Glandis ausreichend. Sie fühlte sich wohl dabei.

    Doch hier war es anders. Was sie auch sagte, es kamen neue Worte, wieder und wieder. Gefolgt von neuen Worten. Wie sollte sie erklären, was sie gesehen und was sie gefühlt hatte. Aber es war ihr gewählter Weg. Sie war bewusst in diese Welt gegangen. Und so konnte sie eben nicht einfach mal das alte Holz neben sich berühren und es war gut. Nein es war nicht gut.

    „Im Ernst, Glandis, wie stellst du dir das vor? Wie wollen wir den da überzeugen, dass ihm Gefahr droht, von etwas das er nicht kennt, sieht oder hört? Er würde denken wir wollen fliehen.“ So erklang die Antwort auf ihren ernst gemeinten Ratschlag: » Es müssen hier alle weg, so schnell es geht … «. Und wäre nicht der nächste Satz gefolgt, hätte die Dalish vermutlich auch nichts mehr gesagt. Denn der Hinweis, dass alle gehen müssen, war ja eindeutig. Doch Aril hatte das »alle« nur auf sie beide bezogen.

    „ Ich verstehe es immer noch nicht, wie soll eine ... ein solches Ding, das in Tiefen Wegen haust - und dort ohne Frage fürchterliche Dinge anstellt - wie soll es uns hier bedrohen? Von Genlocks und Kreischern und Hurlocks ist hier keine Spur ...“ Glandis schaute hoch und sagte in einem ernsten Ton: „Aril, nenne es, wie du willst. Es ist für mich eine ahnungslose Antwort. Du warst weder dort, noch kanntest du die Bedeutung einer Brutmutter, noch hast du die Anzeichen nicht gespürt.“

    Sie stand auf und machte ein paar Hocksprünge. Und wie sie fertig war, versuchte sie zu schmunzel. Aber es gelang ihr nicht. »Ich habe die Kälte immer noch in mir. Sie will nicht weichen …« Erneut versuchte sie ein paar Übungen. Aber ihre Augen zeigten mit schnellen Blickwechseln, wie unwohl sie sich fühlen musste. Dann sprach sie weiter: »Ich habe das schon einmal erfahren. Es war bei der Legion der Toten. Die Zwerge waren überrascht, als ich es ihnen erzählte. Denn sie dachten, nur sie fühlen es.« Dann ging sie ein paar Schritte, kam zurück und sagte eindringlich und zeigte mit ihrer Hand auf alles, was sie benannte: »All das, das Feuer … die Soldaten … der Stall … dieser Turm … das Wasser … all das wird es in wenigen Tagen oder Stunden nicht mehr geben. Sie, … ich meine die Dunkle Brut …, können Spalten in der Erde öffnen und sind urplötzlich da … in großen Mengen.«

    Sie schaute zu Aril und fragte: »Wusstest du das nicht?«
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