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    Krieger Die Feuermagier's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    Vengard - Burg - Kronratssaal - Heiliger Rat

    "Die Insel, die Stadt Thorniara - sie sind von ganz besonderer Wichtigkeit für Uns, Shakuras. Du kennst doch ihre Vergangenheit, nicht wahr?" Serpentes legte den Kopf spitz, musterte den Greis.
    "Das tue ich. Wie ich auch die von Khorinis kenne und was später aus den Domänen geworden ist." Unter der Hand des alten Rates verlassen, die Gotteshäuser seelenlos und brach, verkommen zu Ruinen.
    Pyrokar sog scharf den Atem ein. Der Seitenhieb blieb nicht unbemerkt. Die Luft wurde schneller dünner als angenommen.
    "Schön.", quittierte der Glatzköpfige Shakuras‘ nüchterne Antwort. "Argaan ist aber nicht Khorinis. Vor unserer Mission war Thorniara zerfressen von Korruption und Verrat und es hat lange gedauert diesen Makel auszumerzen. Und Ethorn der Usurpator, weswegen der König erst zum Zuge rief, hätte längst klein beigeben und sich unterordnen müssen. Nur hat er es nicht, widersetzt sich sogar und lebt noch immer." Die letzten Worte hallten nach und waren lauter ausgesprochen als man es von dem Ratsherrn sonst gewohnt war. "Ein mittlerweile unsäglicher Missstand, nicht nur in unseren Augen."
    "Und das bedeutet was? Worauf willst Du hinaus.", stellte der Alte offen und faltete die Hände auf der steinernen Platte.
    "Das heißt, dass wir noch immer auf Heiliger Mission sind, Shakuras.", griff Pyrokar nahtlos auf. "Der Ruf hat sich nicht geändert. Auch dann und erst recht nicht, seitdem Thorniara kirchliches Lehen ist.“ Pyrokar blickte für einen Moment zu den anderen Ratsherren ehe er sich nach vorn lehnte. „Francoise als unsere Oberste kommt die entscheidende Führung zu und so groß unser aller Vertrauen auch in ihr liegt, so lässt der Heilssieg doch auf sich warten. Und wir fragen uns, warum?"

    Shakuras bedachte seine hohen Brüder länger. Ihre Exzellenzen Karrypto und Ulthar schienen sich ihrer Haut nicht ganz wohl, was bei dem Vorangestellten und dieser Frage nicht verwunderte. „Das ist keine Frage an einen Novizen. Ihr solltet sie Ihrer Eminenz stellen.“ - „Das haben wir, Shakuras“, klinkte sich Karrypto ein. „Und ich sehe hier in diesem Raum keinen Novizen. Schon lange nicht mehr.“ „Höchstwürden, dann habt Ihr aber sicher eure Antwort auf die Frage erhalten. Kein Grund mich..“ „Bruder.“, unterbrach Tarlamon ihn. „Wir alle hörten von den vielen Prüfungen für Mensch und Glauben, der schweren Zeit, die über Argaan gekommen ist und der Unsicherheit und Unordnung. Seit Jahren der dunklen Tage zeichnet sich endlich wieder Licht am Horizont der Insel ab und die Reise über See ist wieder offen und wir hören wieder voneinander. Wir wollen nur, dass das so bleibt.“, erklärte der Jüngste der Ratsherren. „Die Frage ist nach deiner Einschätzung der Lage auf Thorniara und ob es größere Risikofaktoren gibt, die nun dem positiven Wandel und Glaubenshalt entgegenstehen könnten. Ganz egal und ganz gleich welche.“ Tarlamon hatte sich über die Jahrzehnte gemacht. Vom priesterlichen Reliquienwächter zum Ratsherr. Der Graue wusste, er hatte nie viel gesprochen, aber wenn er es tat, dann besaß er die natürlich Fähigkeit dass man ihm zuhörte und nachdachte. Shakuras dachte auch nach. Er befand sich nicht ohne Grund in diesem hermetisch versiegelten Saal und war geladen worden. Tatsächlich gab es auf Argaan und in Thorniara vermehrt Sachverhalte, die nur unzureichend von der Führungsebene angegangen und geklärt wurden. Hierunter auch potentielle Gefahren für das Glaubensleben. Sie hatten Francoise befragt. Jetzt komplementierten sie ihr Bild davon.
    Der Alte schaute auf. Er hatte sich die Zeit über kaum geregt und saß in seiner neuen alten Robe dar wie gemeißelt.

    „Also gut. Neben den stark wirtschaftlichen Veränderungen durch die Handelsgilde, haben der Drache in seiner Zerstörungswut und der Rotgesichtige Priester, der große Teile der Bevölkerung vergiftete, das Lehen im Gesamten schwer erschüttert.“ - „Auch wenn sie jetzt von dieser Erde getilgt sind, so sind noch immer die Nachwirkungen ihrer Bosheit zu spüren. Ungewöhnliche und im Affekt nicht getreue Maßnahmen wurden zur Bekämpfung dieser Übel getroffen. Maßnahmen, die ob zwar zum Erfolg führten, aber nicht von allen Glaubensgeschwistern der Orden gleichermaßen anerkannt wurden und weiter einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Vor allem in unserer Gemeinde scheinen sich die Geister über den recht‘gen Weg der Kirche und mit Francoise zu beschäftigen. Stimmen und Positionen werden innerhalb der Erwählten deutlicher, die einen mehr aktiven und traditionelleren Führungsstil für weisend halten. Etwas, das sie wohl bei Ihrer Eminenz nicht finden können.“ Der Hohe Rat verstand, auch wenn es nicht gefiel. Etwas an ihnen sprach dafür, dass sie Ähnliches schon einmal gehört haben mussten. Wo und von Wem äußerten sie nicht.
    „Wie schlimm ist es?“, hakte Pyrokar genauer nach. „Es ist spürbar, Pyrokar. Es wird auch sichtbar.“ Ulthar raunte tief. Vielleicht hatten sie die Auswirkungen auf die Gemeinde von Ihrer Eminenz nicht als so gravierend geschildert bekommen. Vielleicht waren sie das auch nicht mal. Aber es gab sie. „Man kann vieles oder wenig von der obersten Feuermagierin halten, und das sie mit zweierlei Maß misst, aber sie ist befähigt.“, fuhr Karrypto für alle fort. „Wichtig ist, dass wir Zusammenstehen und Ordnung halten und sich der Makel von Einst nicht erneut ausbreitet.“ „Nichts was die Heilige Mission gefährden kann, darf bestehen bleiben!“, stellte Serpentes auf seine Weise klar.
    Der Hohe Feuermagier sagte nichts und blieb ruhig. „Es wäre nur gut, wenn Du darauf ein Auge hast, Shakuras. Gibt es im Übrigen noch was von Bedeutung?“, hinterfragte sein ehemaliger Lehrmeister Corristo weiter.
    „Der Orden der Aufgehenden Sonne.“ Es brauchte eine Zeit bis ihre Exzellenzen den Ausdruck einordnen konnten. „Was ist mit dem Orden der Aufgehenden Sonne?“, setzte Corristo nach.
    „Das frage ich euch, eure Exzellenzen. Was macht ein von der Heiligen Mutterkirche anerkannter und doch unabhängiger Orden nebst dem unserer Schwerter? Wie und mit welcher Aufgabe, die die Schwerter nicht erfüllen, kommt dieser ins Leben?“ Der Hohe Rat verfiel ins bedenkliche Schweigen. Sie hatten ihn zwar gehört, aber wollten oder konnten keine Antwort geben. „Der Orden der Aufgehenden Sonne ist mir nicht sicher, eure Exzellenzen. Ich weiss, dass ihr Primus ein verdienter Mann myrtanischer Kriegsgeschichte ist und sein Sinnen nach Innos angeblich hoch, aber das allein erklärt nicht seinen Orden und wofür er steht, wenn nicht in der Glaubenslehre der Mutterkirche Innos‘. Ihr Einfluss im Orden ist groß, wenn sie gerufen werden und das bei weitestgehend unbekannten Glaubenssätzen. Diese Haltung empfinde ich als falsch und gefährlich.“ Die Situation fühlte sich unangenehm an und die Worte trafen einen wohl offenen Punkt. Blöße sah Shakuras in den Augen seiner Brüder. Wie er sie auch bei Francoise gesehen hatte, als sie ihm vor Jahren Audienz gewährt und er die üble Nachrede unterbreitet hatte.
    „Du hast recht mit dem was Du sagst.“, gab Corristo schließlich zu. „Ihre Eminenz vor Ort und als auch Wir müssen uns eingehender mit diesem Orden auseinandersetzen.“ Schweigen, aber zustimmendes Nicken.
    „Bei Allem und Innos‘ Gnade sei‘s gedankt, Thorniara und Argaan sind auf einen guten Weg.“, kam es kehlig von Ulthar. „Mit Hilfe unserer Brüder und Schwestern im Glauben, den Blättern und Ästen des Baumes, werden wir die Zeit zu nutzen und auch diese Herausforderungen doch zu meistern wissen. Damit wir weiter übergehen und die Herrgottes Verheißung bereiten können.“ Der Hohe Feuermagier schwieg.

    "Wir danken Dir für deine ehrliche Sicht der Dinge." - „Wir können auf deine Unterstützung zählen, Shakuras?“ Er nickte.
    „Ich werde nach Argaan baldigst zurückkehren, Hoher Rat. Nachdem ich mit Ihrer Eminenz gesprochen habe.“


    Shakuras
    Last edited by Die Feuermagier; 30.07.2019 at 16:44.

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    Red Dragon Françoise's Avatar
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    Montera

    Die Verträge waren unterzeichnet. Einmal im Monat wurde eine große Warenladung aus Montera über Vengard verschifft werden. Das Ziel: Thorniara. Säcke mit Getreide, geräuchertes und gepökeltes Fleisch, Fässer voller Äpfel und allerhand anderer Vorräte, die die weite Reise weitgehend unbeschadet überstehen könnten. Es hatte Françoise einige Nerven gekostet, die Details mit dem Statthalter Monteras zu vereinbaren. Von vornherein stand für die oberste Feuermagierin fest, dass kaum Profit aus diesem Handel zu erwarten wäre. Es nutzte den Bürgern von Thorniara nichts, wenn die Waren durch den Import unbezahlbar wären. Die Direktive der Priesterin war, dass jedes importierte Gut in Thorniara genauso viel kosten sollte wie auf dem Markt in Montera. Zweifellos gefährdete das die quasi-monopolistische Stellung der Händlergilde in der Hafenstadt, doch das kümmerte Françoise wenig. Jede Familie in Thorniara sollte sich einen Korb voller Vorräte leisten können, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, ob sie in der darauf folgenden Woche noch genug Geld für einen weiteren besäßen. Wie lange die Handelsroute bestehen müsste stand allerdings noch in den Sternen.
    Die erste Kolonne hatte sich bereits aus Montera aufgemacht. Begleitet von Novizen und Soldaten würde sie bald Vengard erreichen und die Waren an Bord des Schiffes laden, welches der König Françoise zur Verfügung gestellt hatte. Einen Moment lang hatte die Priesterin mit dem Gedanken gespielt die Kolonne zu begleiten. Am Ende entschied sie sich dagegen. Schließlich müsste die Route in Zukunft auch ohne sie auskommen. Zumal sie sich auf Vertraute in Vengard und Thorniara stützen konnte, die ihre Anweisungen gewissenhaft ausführen würden.
    Statt dessen verblieb die Priesterin noch weiter in Montera und stärkte das Band zwischen sich und den Rittern, die sie hierher begleitet hatten. Ihre zukünftige Aufgabe würde nicht weniger wichtig sein, als die regelmäßigen Vorratslieferungen für Thorniara. Deshalb stellte Françoise sicher, dass ihre Auffassung von Recht und Ordnung mit der ihren übereinstimmte. Doch dabei sollte es nicht bleiben.
    Für die Heilerin in Françoise war Thorniara wie ein erkrankter Patient. Er bedurfte viel Fürsorge und vor allem eine geschulte Hand. Entsprechend sollten die Ritter ihr wie ein präzises Instrument dienen. Wenn sie zum Schnitt ansetzen müsste, dann ohne gesundes Gewebe zu verletzen.
    Mit diesem Gedanken im Kopf, saß sie nun in einer Kammer des Tempels in Montera. Warme Luft drang durch das offene Fenster und draußen hörte die Priesterin das unerlässliche Treiben auf der Straße. Vor sich hatte sie ein Schreiben, welches an einen entfernten Bekannten gerichtet war. Françoise hoffte darauf, dass er ihrer Bitte nachkommen würde, die Ritter zu unterweisen. Zuerst hatte sie Samuel darum gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen. Doch der Paladin lehnte die Bitte der obersten Feuermagierin höflich ab. Er sei kein Lehrmeister, waren seine Worte. Statt ihn weiter zu bedrängen suchte Françoise nach einer Alternative. Gewiss gab es unzählige talentierte Lehrmeister in den Reihen des Ordens. Doch suchte die Priesterin nach etwas bestimmten in jenem Lehrer.
    Françoise wusste, dass es nicht nützen würde, ihrem Bekannten Honig ums Maul zu schmieren. Und dass sie die oberste Feuermagierin war, brachte ihr in diesem Fall auch keinen Vorteil. Statt also Tinte mit Belanglosigkeiten zu vergeuden, schrieb sie gerade heraus was sie wollte und hoffte darauf, bei ihrem Bekannten auf ein offenes Ohr zu stoßen. Sorgfältig rollte die Priesterin das Pergament zusammen und versah es mit einem Siegel aus rotem Wachs. Dann beauftragte sie Mary damit, einen verlässlichen Boten zu finden. Die Reise war weit und es würde seine Zeit dauern, bis eine Antwort kam. Wenn sie überhaupt käme.
    Nachdem die Novizin die Kammer verlassen hatte, schossen Françoise etliche Formulierungen durch den Kopf, die zweifellos besser geklungen hätten. Nun war es zu spät. Hätte es einen Unterschied gemacht? Vermutlich nicht.

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    Kämpfer Isegrim's Avatar
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    Vengard, Hafen

    Der Verbrannte drückte dem Kapitän die Hand, der sie kräftig schüttelte.
    »Dann viel Glück und alles Gute in deiner Heimat, mein Freund.«, der Südländer räusperte sich, »Mögest du hier Ruhe und deinen Frieden finden.«
    Isegrim verzog das Gesicht zu einer schiefen Grimasse. »Weiß der Beliar, was ich hier finde, Kapitän. Hoffentlich Rache und Gerechtigkeit. Mach's gut.«
    Mit diesen Worten bewegte sich der Ritter vom Anleger weg und suchte sich seinen Weg durch den Hafen der Stadt. Seine Gedanken bewegten sich um das Größte aller Probleme herum: Wie sollte er in die Burg und zu Ragnar kommen, seinem älteren Bruder? Seine Rüstung besaß er nicht mehr und das bekannte, isegrim'sche Gesicht war entstellt, dass wohl fast niemand ihn erkennen würde, außer vielleicht jemand aus Yareds Trupp oder eben Ragnar selbst.
    Seine Schritte führten ihn zur Hafentaverne, die sich langsam zu füllen begann. Er trat ein und wurde nicht weiter beachtet. Aufmerksam wie er war, bemerkte er aber direkt eine bestimmte Person. Den Knappen Wylis. Ragnars Knappen. Die Lippen des Verbrannten verzogen sich zu einem bösen Grinsen. Der Knappe saß alleine da, wartete scheinbar und leerte gerade einen Krug. Isegrim bestellte zwei weitere und setzte sich zu dem jungen Mann.
    Der zog eine angewiderte Miene und beobachtete den Verbrannten von oben bis unten.
    »Was bist du für einer?«, fragte der Knappe. »Ich erwarte jemanden.«
    »Sir Ragnar?«
    Der angehende Ritter hob eine Augenbraue. »Wer?«, fragte er und tat als würde er nicht wissen, wen Isegrim meinte.
    »Sir Ragnar Fyresgrimson. Der Paladin, dem du als Knappe dienst. Bei Innos, Bursche. Ragnar ist mein Bruder. Glotz nicht so dämlich. Bewege deinen Hintern hoch zur Burg und hol ihn aus dem Ordenshaus, mich wird man da oben ja sicher nicht rein lassen.«
    Wylis musterte den Verbrannten von oben bis unten misstrauisch. Dann weiteten sich seine Augen. »Bei Innos ... Sir Isegrim ... was ...«
    Isegrim lachte hohl und heiser. »Innos mag mich scheinbar ganz besonders, Wylis.«
    Der Bursche sprang auf, ließ das Bier stehen. »Kommt. Sofort. Wir gehen in die Burg, direkt zu Sir Ragnar. Götter ...«
    Der Verbrannte erhob sich ebenfalls. »So geht es natürlich auch, ja. Ich folge dir.«

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    Kämpfer Isegrim's Avatar
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    Vengard, Burg, Ordenshaus

    »Mein Herr, Ihr habt Besuch.«
    »Dann immer herein, Wylis.«, antwortete Ragnars Bassstimme. Der Knappe öffnete die Tür, hinter der der Verbrannte stand. Er zögerte einen Augenblick, ehe er eintrat und versuchte, sich einigermaßen gerade hinzustellen. Innerlich fluchte er. Hatte die Zeit in der Mine nun auch seinen Rücken erreicht? Wo vorher der großkotzige Meisterdieb gestanden hatte, befand sich nun ein leicht gebeugtes, verkrüppeltes und verbranntes Etwas, das zufällig die gleiche Person war wie der nordmarische Geck zuvor. Ragnar musterte den Mann vor sich einige Sekunden, ehe ihm alles aus dem Gesicht fiel. Er wurde blasser als er eigentlich von Natur aus schon war.
    »Bei ... Innos, Bruder«, flüsterte er schockiert und erhob sich von seinem Eichenstuhl, »Wer ... was ... wie ist das passiert?«
    Isegrim sah Ragnar lange an, ehe er sich umschaute und heiser fragte: »Wo ist Yorgen?«
    Die Miene des Paladins trübte sich. »Der Junge ist tot. Man fand seinen Leichnam im Hafenbecken von Trelis. Er hatte ... zahlreiche Stichwunden. Der Feldscher meinte, sowas kenne er von Messerkämpfen in den Armenvierteln.«
    Langsam nickte der Ritter. »Dann starb er als Krieger, Bruder. Verteidigte mich wahrscheinlich, als man mich ...«
    Ragnar räusperte sich und bedeutete Wylis, sie alleine zu lassen. Mit einer weiteren Handbewegung bat er seinen Bruder, Platz zu nehmen. Dann schenkte er ihm und sich Wasser ein und setzte sich, woraufhin er schwer seufzte. »Was für eine Scheiße, Grim ... Wir dachten ... ich dachte ...«
    »Dass ich desertiert sei. Dass ich die Rolle des Ritters nicht ausfüllen konnte. Dass ich doch das schwarze Schaf bin, als das man mich im Orden betrachtet? Dass ich dein Vertrauen missbraucht habe wie auch das von Lord Roland?«, fragte Isegrim mit harter, unnachgiebiger Stimme. Ragnar schüttelte zwar den Kopf, aber eher wie jemand, der vehement eine Schuld von sich weisen möchte, obwohl er im tiefsten Innern ebenjene Schuld trägt. »Brüder nennen wir uns. Wir beide wie auch die Mitglieder des Ordens. Innos hat mich erwählt wie einen Feuermagier. Meinst du unser Gott hätte einen Ritterschlag in Seinem Namen zugelassen, wenn derjenige, der ihn erhält, nicht voll und ganz an Ihn glaubt? Mag sein, dass ich kein fanatischer Vertreter Innos' bin, kein Fundamentalist, aber ich bin Ihm ergeben. Ich sollte ... wollte in den Schatten für Ihn kämpfen und streiten, denn da liegen meine Wurzeln, dort kenne ich mich aus. Aber ihr ... ihr alle, ihr habt nur ebenjene Schatten gesehen, die mich umgeben, nicht aber das Licht, dass ich trage wie eine Laterne, um Sein Werk im Dunkeln zu verrichten.«
    Ragnar schwieg. Nun stand ihm die Schuld ins Gesicht geschrieben. Isegrim jedoch kannte keine Gnade. Würde er nie wieder kennen.
    »Mit dieser Waffenhand« - er hob die verkrüppelte Rechte, wedelte damit - »tauge ich nicht mehr als Krieger Innos'. Das weißt du als erfahrener Streiter doch ganz genau.«
    »Du kannst mit links üben ... es gibt viele, die ...«
    »Nein!«, unterbrach ihn Isegrim und funkelte ihn an, »Ich bin beschissener Rechtshänder. Nie würde ich auch nur ansatzweise ein vergleichbar guter Schwertkämpfer werden. Nein, Bruder, der Pfad des Kriegers ist mir nicht mehr bestimmt.«
    »Wovon sprichst du, Isegrim? Willst du den Orden etwa verlassen ...«
    Ein böses Grinsen kroch über die Züge des verkrüppelten Ritters. »Verlassen? Nein. Ganz im Gegenteil. Wenn ich Innos nicht mehr mit Schwert und Schild dienen kann, dann lege ich eben eine Robe an und trete in Halfgars Fußstapfen. Götter, was muss der alte Fyresgrim im Grabe rotieren, in dem Wissen, dass zwei seiner Söhne die Robe angelegt haben. Oder, nun, werden.«
    Ragnar schüttelte langsam den Kopf. »Nun, ja ... es ist theoretisch möglich. Aber dafür solltest du lieber mit den Feuermagiern reden. Vielleicht ... nur vielleicht, kann ich eine Audienz vor dem Rat des Feuers für dich arrangieren. Damit du ihnen deine Geschichte und dein Dilemma erklären kannst.«
    Isegrim erhob sich und blickte seinen Bruder kühl an. »Du, Ragnar, brauchst gar nichts machen. Ich kleide mich hier standesgemäß ein, dann werde ich ins Tempelviertel gehen. Für ... für Yorgen beten. Und einen Magier finden, der mir hilft. Bis dahin, Ragnar.«

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    Drachentöter Shakuras's Avatar
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    Gegend von Vengard

    Es war kein Geheimnis, dass die Oberste Feuermagierin mit einer großen Entourage an königlichen Rittern Richtung Montera aufgebrochen war.
    Der Alte konnte sich auch denken, wieso. Der Handel auf Thorniara entwickelte sich zu einseitig. Stärker als angenommen zeichnete sich die Präsenz der Händlergilde im Stadtbild ab. Ihr indirekter Einfluss auf die Menschen, wer was und wieviel zum Haushalten bekam, wuchs beständig an. Ein zu gewaltiger Machtfaktor, den Francoise mit Hilfe von Montera, einem noch nahen und reichen Umschlagsplatz von Waren und Gütern des Reiches, wohl besser reguliert sehen wollte. Ihr Stand in der Kirche, ihre Person an sich und der sie bekräftigende Hintergrund aus dutzenden Kämpfern mit königlichen Wappen würden ihr bestimmt erfolgreiche Aussichten auf das Vorhaben versprechen.
    Shakuras hielt sich auf dem breiten Reiseweg. Rechts von ihm erstreckten sich hellgrüne Wälder, links von ihm weite Ebenen aus Gras und Gräsern. Er war zu Fuß unterwegs und plante für die Reise zweieinhalb, wenn nicht drei Tage ein. Über seiner Robe trug er noch einen grauen Wurfmantel, der groben Schmutz abhalten sollte. Das Wetter war den Göttern sei Dank angenehm. Schnell vergaß er die Gedanken, die ihn zur Zeit beschäftigten. Er genoss diese Unternehmung, auch wenn sie ein Ziel besaß. Zu lange war es schon her, dass er sich außerhalb von Städten und Mauern bewegt hatte. Zu selten war er Myrtana entlang geschritten.

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    Drachentöter Shakuras's Avatar
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    Montera

    Es hatte länger gedauert als erwartet, kam es dem Alten vor der schweren Holztür, die zu Francoise führte, in den Sinn.
    Gotha, die mächtige Feste der Paladine, war zu beeindruckend gewesen als sie nur als Halt vor der hereinbrechenden Nacht zu nutzen. Die weltliche Präsenz von göttlicher Macht innerhalb dieser Mauern war so spürbar greifbar, wie er sie nur vom Tempel aus Vengard oder den Reliquienkammern her kannte. Einen ganzen Tag lang hatte sich Shakuras hier aufgehalten, die aufmerksame Gastfreundschaft und Brüderlichkeit seiner stählernden Mitstreiter genossen. Lord Roland kennenlernen zu dürfen, war dabei eine ganz außerordentliche Ehre für den Feuermagier gewesen. Roland war ein gewaltiger Streiter ihres Herrn, der im Gegensatz zu seinem Vorfahren Lord Ferox von einer stark inbrünstigen Aura umleuchtet schien. Die Geschichte des Bollwerks und Ordens teilten sie wie den Sieg Rhobars des III. über den hausenden Dämon. Das auch Shakuras zusammen mit Rhobar ihren ersten Dämonen und den Schläfer verbannt hatten, brachte den Lord dazu weiter begeistert und voller Achtung aufzuhorchen. Sie würden sich heute nicht zum letzten Male gesehen haben, waren seine abschließenden Worte gewesen, ehe Roland dem Feuermagier symbolisch die Tür offen hielt und Shakuras weiterzog.

    Der Alte atmete tief ein und aus. Dann nickte er dem Streiter und Vertrauten Francoise zu seiner Rechten zu.
    Dieser machte auf ihn aufmerksam, klopfte und kündigte Shakuras bei Ihrer Eminenz an.
    Keine sieben Schritte, sonder zwei Schritte vor dem Kirchenoberhaupt kam er zum Stehen. Der Blick nicht mehr gesenkt, kein Beugen des Knies. Stattdessen ein respektvolles und gedehntes Nicken mit dem Kopf. ''Ihre Eminenz. - Ihr wolltet mich sehen.'' Shakuras lächelte.
    Last edited by Shakuras; 08.08.2019 at 12:48.

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    Montera

    »Du kommst gerade zur rechten Zeit.«, begrüßte Françoise den alten Magier. »Mary, bitte hol eine weitere Tasse für meinen Gast.«
    Die Novizin tat wie ihr geheißen und brachte eine zweite Tasse zum Tisch. Behutsam goss sie Tee in die Tassen und setzte die Kanne dann auf das Stövchen.
    »Ich danke dir. Lasst uns bitte allein.«, sagte die Priesterin und bot Shakuras mit einer Geste den Platz an der gegenüberliegenden Seite des Tisches an. Auch sie selbst setzte sich und nahm einen Schluck des heißen Tees.
    »Aus lokalem Anbau. Nicht zu stark und gut für die Nerven.« Françoise stellte die Tasse ab und wartete bis sich der alte Magier gesetzt hatte.
    »Gehe ich richtig in der Annahme, dass du dich wieder an deinen alten Status gewöhnt hast? Denn deine Erfahrung wird gebraucht.«

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    Vengard, Tempelviertel, Krankenlager

    Isegrims Stirn fühlte sich an wie die Außenwand eines Hochofens. Schmerzen tobten in seinem Körper wie wildgewordene Hunde, die chaotisch ihre Beute jagten. Der Ritter hustete schwer, spürte das Stechen und Pochen und Wummern in seiner Lunge, den Knochen, seinen Muskeln. Er starb. Das wusste er, da war er sich so sicher wie selten in seinem Leben. Aus diesem Bett würde er nicht aufstehen, nicht munter weg spazieren. Am Ende würde Beliar warten, das Tor zu seinem Reich auf haltend. Wissend lächelnd, da ihm letzten Endes alle Seelen sicher waren. Der Ritter versuchte sich aufzurichten, sank aber wie die Male zuvor kraftlos in das weiche Bett zurück. Er befand sich im Krankenlager des Tempelviertels, wobei sein genauer Aufenthaltsort wohl eher das Hospiz war. Wie er das bemerkte? An der der Art, wie die Novizen und Novizinnen mit den Patienten sprachen. An dem Zustand der anderen Bettlägerigen. Und an dem Geruch des Todes und der Fäulnis, der einem hier mitunter entgegen wehte. Isegrim schloss müde die Augen.

    Hatte er Angst vor dem Tod? Dem Ende des Lichts und dem Anfang der Dunkelheit? Nicht wirklich. In Gotha hatte er die Möglichkeit bekommen, mit einem steinalten Ritter zu reden, einem Mann, der an Dominiques Seite gedient hatte, dem Heiligen der Paladine und Ritter. Ein Mann mit schlohweißem Haar, dünnen Gliedern. Aber mit einer ihm innewohnenden Stärke, die den jungen Ritter verblüfft hatte. Bei einem Glas Wein hatten sie im Refektorium der Ordensburg geplaudert. Dabei hatte er auch von einer Situation erzählt, da er seinen Körper verlassen hatte, wenige Monate zuvor, während er im Bett wohl etwas mit dem Herzen hatte. Angeblich hatte er das Jenseits gesehen, jedoch gespürt, dass es noch nicht so weit war und zurückgekehrt. Aber seitdem, hatte er erzählt, war ihm jegliche Angst vor dem Tod abhanden gekommen. Da war nur noch Ruhe, Gewissheit und etwas Neugierde. Isegrim hatte versucht, diesen Gedanken zu übernehmen. Hatte ihn in der Mine, in Varant, überall getragen. Jetzt, da Beliar auf leisen Sohlen heran schlich, war auch Isegrim von Ruhe erfüllt. Was sollte der Tod Schreckliches bereithalten? Seine Seele gehörte Innos und sein Gott würde ihn mit seinem Segen, die Laterne des Guten tragend, durch Beliars Reich geleiten hin zur endgültigen Ruhestätte der Toten. Dieser Gedanke beschaffte ihm Frieden. Während das Fieber tobte und der Ritter starb, kam immer wieder jemand vorbei. Mal meinte er Menschen zu erkennen. Yared und seine Gefährten, dann waren da plötzlich alle Söhne des alten Fyresgrim versammelt, dann wieder nur ein besorgter Ragnar, mal Weyland, mal Sal, der Novize vom Silbersee, dann Blutauge, die einäugige Echse, dann, am Ende, Fyresgrim. Sein Gesicht war am realsten.

    »Lass los, Isegrim. Du hast lange genug gekämpft. Ich habe dich unterschätzt und dafür bitte ich um Entschuldigung.«, grollte die tiefe Stimme des alten Nordmanns, »Nun los, nimm meine Hand. Deine Mutter und Halfgar warten schon ganz in der Nähe. Es gibt viel zu erzählen, Eisenwolf.«

    Und so ging Isegrim. Nie im Leben hatte er sich so frei wie im Tode gefühlt. Lachend schritt er neben dem Feuerwolf her und umarmte seine Mutter, die südländische Schönheit, und seinen Bruder Halfgar, der stolz die Feuermagierrobe trug. Es würde eine schöne Zeit werden. Niemals endend.

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    Montera

    Es hieß im Volksmund, Magier kämen immer genau dann und zum richtigen Zeitpunkt. - Eine Redewendung, die zum Schutz gebraucht wurde, nicht den Zorn eines Zauberers auf sich zu ziehen. Der Alte nahm dankend, nachdem er seinen Blick durch das Zimmer hat Schweifen lassen, den Platz gerne an und setzte sich. Mit aufgeschlossener Miene folgte er den Anweisungen der Obersten, sah wie ihm dampfender Nerventee eingeschenkt wurde, die Vertrauten ihrer Eminenz das Zimmer verließen und die Tür hinter sich schlossen. Seine Aufmerksamkeit lag nun wieder ganz bei ihr. Vor ihm der heiße Tee.

    Er legte kurz eine Falte glatt an seiner Robe, schaute sie wieder offen an. Die Atmosphäre war warm.
    "Meine Erfahrung, werte Francoise?"

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    »Richtig. Du bringst eine einzigartige Erfahrung und Perspektive mit dir. Aus dem Stegreif fällt mir niemand anderes ein, der die Ränge unserer Gemeinschaft zweimal durchlaufen hat. Sicherlich wirst du Recht geben, wenn ich sage, dass die meisten von uns Magiern nach dem Noviziat keine Beziehungen mehr zu den niederen Rängen pflegen. Es ist die Ordnung der Dinge.«
    Françoise nah einen weiteren Schluck Tee.
    »Du hingegen kannst dich mit Leichtigkeit in die Lage eines Novizen versetzen und genauso gut in die eines hohen Magiers. Das ist die Erfahrung, die ich benötige. In Thorniara laufen die Dinge nämlich wie du weißt nicht so wie sie sollen. Verschiedenste Elemente untergraben die Autorität des Ordens und zwar auf allen Ebenen. Jemand mit deinen Verbindungen ist deshalb ideal, um Ordnung in das Chaos zu bringen. Würdest du mir zustimmen?«

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    Der alte Magier schien nur bedingt überzeugt von den Worten der Obersten. Aber mit einem hatte Francoise recht:: Kirche und Glaube schwebten in Gefahr. Und das Shakuras hinreichende Verbindungen besaß - auch solche, die ungern gesehen und seine Integrität in Frage stellen würden, wenn man denn von ihnen wüsste.
    "Dass die Erwählten sich von den Gewöhnlichen entfremden, halte ich für sehr bedenklich. Das kann nicht die Ordo unseres Allherrn Innos sein, Oberste Priesterin." Sein Blick fiel auf den Nerventee vor ihrer Eminenz, verlor sich beim Sprechen. "Die Aufgabe eines Magiers ist es, seinem Gott näher zu kommen und den Weg zu ihm aufzuzeigen. Die Gnadengaben zu verstehen und sich und andere durch ihn und in seinem Werk zu verwirklichen." Shakuras holte sich wieder zurück, begegnete der Magierin mit seinen eisblauen Augen. "Davon bin ich überzeugt. Das bedeutet aber auch lernen wie lehren zu wollen. Potenziale müssen erkannt, gute gefördert und schlechte im Keim erstickt werden. Wie also, wenn nicht durch die Verbindung untereinander können wir unser Ziel erreichen, Francoise? Die Arbeit fängt immer im Kleinen an." Es blieb zu hoffen, dass sie verstehen würde und in Zukunft weniger schnell von einer Ordnung der Dinge spräche, wenn es im Grunde um die der Göttlichen ginge. Shakuras jedenfalls duldete bei soetwas empfindlichen wie dem Glauben und der Ordnung Innos' keinen Müßiggang. Von Niemanden. Deshalb stimmte er zu.

    Er nickte. "Auch ich sehe uns gerade von einigen Irrwegen bedroht. Teils aufgegeben vom Schoße der Kirche selbst, teils von anderen Mächten. Wenn gewünscht, werde ich dort Richtung geben, wo sie fehlt und mangelt, Francoise."

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    Françoise lächelte sanft als der alte Magier seine Antwort gab. Dass Shakuras viele Jahre erneut als Novize dienen musste, hatte seine Überzeugung über die Sache des Ordens nicht geschmälert. Im Gegenteil. Es bestand keine Frage, dass er eine gute Wahl für diese Aufgabe war.
    »Hervorragend! Ich bin mir sicher, dass ich mich auf dich verlassen kann. Aufgrund der ungewissen Lage in der sich Thorniara und die südlichen Inseln als Ganzes befinden, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir dort eine andere Herangehensweise benötigen. Um Ordnung und Einheit zu fördern, setze ich dich deshalb als Inquisitor der Inseln ein. Damit befindest du dich außerhalb der üblichen Jurisdiktion und verfügst über weitreichende Kompetenzen. Doch was sage ich; das weißt du längst. Bleibt nur noch eins zu sagen. Meinen Glückwunsch, Inquisitor.«
    Last edited by Françoise; 22.08.2019 at 21:36.

  13. View Forum Posts #193 Reply With Quote
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    Etwas blitzte in Shakuras' Augen auf. Es war schwer zu sagen, was es war, woher es kam und warum. Man sah es ihm kaum an, aber wenn, dann war es wohl Verwunderung. Er überschlug die Beine und lehnte sich sehr rechtsseitig in den Sessel. Er wirkte überlegt je länger die Pause andauerte und er die Worte der Feuermagierin im Kopf wiederholte und verarbeitete. Ein Blick auf den Stapel von Papieren, hin zu Francoise und dem Nerventee. War sie überfordert? - Er konnte sich dem Eindruck nicht erwehren, aber ihr kurzer Plan und seine Personalie erschienen undurchdacht. Die Zuständigkeit in der Sache war durch ihre eigene Abhandlung und den weiteren Verantwortungsbereich mit Lord Albrecht längst geklärt. Dennoch mutete es an, als ob sie sich scheuen würde und nicht offen redete. Sie benannte auch keine Probleme und Schwierigkeiten, nur generell dass es sie von allen Seiten her gab. Er aber würde nicht das gelegte faule Ei Thorniaras auslöffeln. Und trotzdem, Francoise brauchte Hilfe. Und der Alte war mit seiner ganzen Erfahrung bereit dazu, aber anders gedacht und diskreter. Auf seine Weise.

    „Verehrte.“ Er lehnte sich wieder etwas nach vorn, ihr zugewand und schob beiläufig seinen Kräutertee beiseite.
    „Es ist gut für Thorniara, wenn die relative Nahrungsknappheit durch deinen Verhandlungsabschluss ein Ende findet. Die noch freien und nicht zur Händlergilde zugehörigen Erzeuger und Krämer müssen gestärkt und für ein vielfältiges Marktgleichgewicht begünstigt werden. Ansonsten droht Repression und existentielle Ängste. Aber ich bin kein Kaufmann und kein Kramer. Die Zeiten, in denen ich ums Überlebenwillen Geschäfte abwickelte und Schattenrüstungen herstellte und verkaufte, sind lange vorüber. Ich kenne den Markt nicht halb so gut wie Lord Albrecht und seine Nächsten Aufsichtsräte und ehrlich gesagt, bin ich damit zufrieden."

    -

    Ihre Eminenz Francoise Appledelhi Siniz Hesap Lütfen verschluckte sich wohl am Tee, anders konnte er es sich nicht erklären.
    Oder aber das Alter traf ihn mit einem so gewaltigen Schub und aller Härte, dass er sich schon Dinge einbildete und auf sie reagierte, von denen er dachte sie seien passiert.
    Ihm war seltam grässlich schlecht. Denn dann drangen ganz andere Worte wie durch Nebelwände an sein Ohr. Er hörte nicht alles und nur noch bruchstückhaft zu. ..als Inquisitor der Insel. Shakuras brauchte nicht lange um zu Verstehen. Er erhob sich, senkte zum Abschied den Kopf. "Als sein Diener werde ich das Licht führen. Magie zu Ehren!" Dann ging er. Es gab viel zu viel zu tun.

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