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Neues Sennheiser PC320 Headset - S-Laute viel zu scharf bei Aufnahmen

  1. #1 Reply With Quote
    Waldläufer
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    Hey Guys,

    ich habe mir ein Senheißer PC320 Headset gekauft, weil ich bessere Soundqualität in aufgenommenen Videos haben wollte.
    Die Qualität ist zwar besser als zuvor bei meinem zufälligen Headset, das ich davor hatte, aber leider noch nicht perfekt:

    Alle S-Laute werden viiiiel zu scharf aufgenommen und sind in der Aufnahme recht störend.
    Hier mal ein Klang-Beispiel:

    https://www.youtube.com/watch?v=agIT...WNSmP4&index=2

    Hat jemand einen Tipp, wie man Einstellungen bei der Aufnahme ändern muss
    oder wie man die Datei im Nachhinein bearbeiten kann, um diese krassen S-Laute zu reduzieren?
    (bisher nutze ich MAgix Deluxe zum bearbeiten, aber habe noch nicht die entsprechende Option gefunden)
    Lordkaiser is offline

  2. #2 Reply With Quote
    Metasyntaktische Variable  foobar's Avatar
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    Im Nachhinein entfernen lassen sich die Dinger mit einem sogenannten De-Esser (irgendwie selbsterklärend, der Name). Die gibt's als fertige Plugins für viele DAWs, oder man kann sie sich auch selbst bauen, was allerdings etwas kompliziert wird (die S-Laute mit Hoch- und Tiefpassfilter in einer zweiten Spur möglichst exakt isolieren und verstärken, und das dann als Steuersignal für einen Dynamikkompressor auf der Originalspur benutzen).

    Besser ist aber natürlich, den Kram gar nicht erst aufzunehmen. Also entweder nicht direkt ins Mikro sprechen, sondern es irgendwo an der Seite platzieren. Auch mit der Aussteuerung kann man spielen. Oder halt ein Mikro verwenden, dass nicht ganz so knackscharf reagiert und etwas träger ist. Will mich da aber auch nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen, da ich mich selbst nur flüchtig damit auseinander gesetzt habe.
    foobar is offline

  3. #3 Reply With Quote
    Das Ziel ist im Weg urphate's Avatar
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    Ich hätte auch den Abstand zum Mikro angesprochen. Vlt hilft auch ein zusätzlicher Überzug aus Schaumstoff oder ein Popp Schutz.
    Mer hale Pol

    Wär ich ein Huhn, wär ich eine Legende
    urphate is offline

  4. #4 Reply With Quote
    Metasyntaktische Variable  foobar's Avatar
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    Quote Originally Posted by urphate View Post
    Vlt hilft auch ein zusätzlicher Überzug aus Schaumstoff oder ein Popp Schutz.
    Angeblich bringt ein Popschutz nur bei Plosivlauten (p, k, t, etc.) etwas, nicht bei Zischeln. Aber man kann es sicher mal probieren. Ein alter Nylonstrumpf über einem Kleiderbügel tut es auch für erste Tests.
    foobar is offline

  5. #5 Reply With Quote
    Waldläufer
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    Danke für die Antworten.
    Ehrlich gesagt habe ich nicht verstanden, was ich jetzt machen soll.

    Das Mikro ist an einem Headset.
    Den Abstand zum Mund habe ich bereits variiert, ich habe zwischenzeitlich mit dem Mikro zur Stirn hochgeklappt aufgenommen. Dadurch wurde die Aufnahme insgesamt dumpfer(? also bisschen leiser, man hört, dass ich weiter weg bin) aber die S-Laute sind trotzdem viel zu scharf.

    In Magix Deluxe (mein Video-Bearbeitungs-Programm, das ich eigentlich für TOP halte), habe ich keinen De-Esser gefunden.

    Ich habe auch bereits einen Schwamm über das Mikro gezogen, dachte vielleicht nimmt es dann anders auf, hat aber nicht geholfen.

    Ein neues Mikro/headset kann ich mir nicht leisten, da ich ja gerade erst dieses neue Headset gekauft habe, weil es in Reviews für gut befunden wurde.

    Also wo bekomme ich einen De-Esser her (in welchem Programm)?
    Oder was kann ich mit dem Mikro machen (Aufsatz, der garantiert S-Laute dämpft?) ?
    Lordkaiser is offline

  6. #6 Reply With Quote
    Metasyntaktische Variable  foobar's Avatar
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    Ich kenne mich mit dem Magix Krams auch nicht aus. Die haben auch mehr Programme zur Audio- und Videobearbeitung im Sortiment, als es Insektenarten im Amazonas gibt. Also mache ich mir auch nicht die Mühe, mir da einen Überblick zu verschaffen.

    Wie es allgemein geht, habe ich bereits beschrieben. Da brauchst du nur Hoch- und Tiefpass und einen sidechaining-fähigen Kompressor.

    Wenn es ein Plugin sein soll, Magix Deluxe aber keines hat, doch wenigstens allgemein mit VST-Plugins umgehen kann, dann gibt es jede Menge De-Esser als solche VST-Plugins von Drittanbietern. Ein offenbar kostenloses wäre z.B. das hier. Ein paar mehr sind hier gelistet. Ich habe die aber auch nur alle per Google gefunden und kann nichts weiter dazu sagen. Für Geld kriegt man bestimmt auch welche. Ob die dann großartig besser sind, kann ich nicht einschätzen.

    Und wie man dann VST-Plugins ins Magix installiert, kann ich dir auch nicht sagen. Wird aber bestimmt irgendwo dokumentiert sein (Handbuch oder Herstellerseite).

    Wenn dein Magix kein VST kann, würde ich fast mal sagen: So top kann es nicht sein, selbst das OpenSource-Tool Audacity kriegt das inzwischen hin.

    Und als letzten Notnagel kannst du dir natürlich auch ein anderes Sprechen angewöhnen. Guter Sänger sollen das z.B. draufhaben. Die weichen das S dann absichtlich auf (so wie wenn man lispelt). Die klingen dann für den, der daneben steht, total albern, hören sich aber über das Mikro korrekt an. Erfordert aber wohl Übung.
    foobar is offline

  7. #7 Reply With Quote
    Forschungsreisender  jabu's Avatar
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    Mal vorausgesetzt, dass der Mikrofonbereich des Headsets nicht ganz so schlecht ist, wie es im Ergebnis wirkt, denn nicht nur die S-Laute fallen auf, sondern auch krasse allgemeine Artefakte und eine zu niedrige obere Grenzfrequenz. Was ich also durchgehen würde:

    1. Samplingfrequenz zu niedrig (was z.B. an unglücklichen Treibereinstellungen oder Codec-Parametern liegen kann)?
    2. Signal mehrfach durch Codecs gejagt, anstatt mit dem Originalmaterial (Wave-Format o.ä.) weiterzuarbeiten?
    3. Noise Cancelling (evtl. unnötigerweise gleich mehrfach, also im Headset selbst, denn unter Windows, dann...) erzeugt Dynamikfehler und andere Artefakte (was auch Übersteuerung begünstigen kann)?
    4. Ein grundsätzliches Problem mit Dynamik (Eingangspegel/Aussteuerung, Regelkennlinie, Clipping usw.)?
    5. Tonsignal vom Mikrofon über den Stereomix in den Ausgang mit eingemixt, sodass du dich selbst hörst? Besser nicht machen, denn Rückkopplungsunterdrückungen (die man besser ausstellt, wenn man kann) können sonst hörbare Artefakte produzieren.
    6. Über den Stereomix aufgenommen? Kann Qualitätseinbußen wegen Resamplings geben. Nimm lieber die direkte Quelle.

    Die Aufnahme ist leider so schlecht, dass du sie nachträglich nicht mehr gefixt bekommen wirst (es fehlt zu viel am Spektrum, viel zu starke Codec-Artefakte). Du müsstest sie neu einsprechen, nachdem du die nötigen Voraussetzungen geschaffen hast. Zwar bekämest du etwas Schärfe raus, aber für den Rest würde es sich wohl nicht lohnen.

    Ich würde den Codec-Kram mal auslassen und eine reine Aufnahme mit dem Originalmaterial (unkompimiertes Wave-Format) machen, bis das erst mal stimmt. Dazu mal die Samplingrate hochsetzen (mindestens 44,1 kHz), alle(!!!) Effekte deaktivieren und den Eingangspegel schön absenken. Anheben kannst du ihn immer noch.

    Aber ich kenne dein Headset nicht. Wie wird das denn eingebunden, über USB? Dann sollte es auch Treibereinstellungen dazu geben. Noise Cancelling ausschalten, auch alle anderen Effekte auschalten, Eingangspegel reduzieren und Samplingrate rauf (s.o.), jeweils, falls eine Option dafür gegeben ist.

    Auch wenn alles stimmt, kann es sein, dass du eine Nachbearbeitung brauchst, weil das Signal vom Headset bereits zu schlecht ist. Aber das sollte immer der letzte Schritt sein. Denn mit Nachbearbeitung kann man nur die eine oder andere Charakteristik abmildern, nicht aber ein Signal reparieren, denn die Software kann nicht wissen, wie es gewesen wäre. Das ist also ein grundsätzliches Problem.
    jabu is offline Last edited by jabu; 24.05.2017 at 19:44.

  8. #8 Reply With Quote
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    Quote Originally Posted by jabu View Post
    und den Eingangspegel schön absenken. Anheben kannst du ihn immer noch.
    Mit der Einschränkung, dass man es nicht übertreiben sollte. Sonst verstärkt man dabei auch Störgeräusche. Bei Let's Plays, wie sie der OP offenbar macht, also zum Beispiel das Brummen des PCs. Ist ja kein Tonstudio, in dem der arbeitet.

    Doch allgemein ist der Tipp richtig. Als Faustformel: Beim Einsprechen sollte die Aussteuerungsanzeige irgendwo zwischen -12 und -6 dB liegen.
    foobar is offline

  9. #9 Reply With Quote
    Waldläufer
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    Vielen Dank, ich werde diese Tipps mal durchgehen die nächsten Tage.
    Bin kein Sound-Experte und das klingt alles richtig kompliziert für mich.

    Zur Frage, ob mein Headset über USB ist: Nein, man hat zwei Stecker; einen für die Kopfhörer und einen fürs Mikro.


    Kennt ihr vielleicht der Einfachheit halber, falls ich es nicht gefixt kriege, ein Setup (Headset + ggf. Bearbeitungsprogramm) mit dem man gute (jedenfalls ohne große Störungen wie S-Laute) Aufnahmen problemlos direkt nach dem Einstöpseln hinkriegt? Und zu was für nem Preis?
    Lordkaiser is offline

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