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  1. View Forum Posts #21 Reply With Quote
    Archipoeta Dumak's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Vorsichtig hatte sich Dumak umgeschaut, als die Gruppe in das Mundloch eines alten Stollens eingetreten war. Sofort hatten die Magier begonnen, ihre magischen Lichtkugeln zu zaubern. Kaltes, weißes Licht ließ überall die Schatten springen. An jedem Felsvorsprung, jedem Zacken im Gestein brach sich der Schein und schwarze Abbilder der Formen entstanden. Die Lichtkugeln tanzten und rotierten, flogen hierhin und dorthin, immer nahe bei den Köpfen der Magier. Und die Schatten tanzten mit ihnen, plusterten sich zu riesengroßen Monstern mit gezackten Hörnern auf, verwandelten sich im nächsten Moment zu geduckten, zum Sprung bereiten Höhlentrollen, zerfaserten gar wie zu einem Schwarm Fledermäuse und fielen dann plötzlich in sich zusammen, traurig, weil die Geschichte, die sie zu erzählen versuchten, unbemerkt von den Besuchern geblieben war.

    »Gib mir mal Stahl und Feuerstein«, flüsterte der Barde mehr als er es laut sagte zu Nienor, die nahe ihm wachsam hinter den Magiern lief. Sie nestelte am Gürtel und reichte ihm wortlos das Feuerbesteck hinüber. Dumak niete sich hin und schlug den Stahl gegen eine Kante des Steins, bis Funken in den Zunder fielen. Mit dem bisschen Glut entflammte er mit geduldigem Pusten im Nu eine Fackel, die er im Bündel auf dem Rücken trug, wo sie an seinen Tornister geschnallt waren. Schnell wuchs die kleine Flamme und fraß begierig die Nahrung, die aus ölgetränkten Lappen bestand, die rund um die mit Pech benetzte Fackel gewickelt waren. Er packte das Werkzeug wieder zusammen und stand auf, die Fackel hoch erhoben.

    »Jetzt haben wir auch normales Licht«, meinte er zufrieden, während er das Besteck an die Kriegerin zurück gab, nachdem er sie und den Rest der Gruppe wieder eingeholt hatte.
    Die Flamme verströmte warmes, heimeliges Licht, ganz anders als das bläulich-weiße kalte der Magier. Licht ohne Seele. Dumak fühlte sich nun gleich viel wohler, obwohl die Fackel bleckte und die Flamme mit jedem Luftzug tanzte und weitere wild umherspringende Schatten erzeugte.
    Er sah sich um. »Muss ja ein wichtiges Bergwerk gewesen sein, wenn der Gang so breit und hoch ist.« In den Bergwerken, die er kannte, waren die Gänge nie größer als unbedingt nötig. Schließlich machte jede Handvoll Felsgestein, die herausgeschlagen werden musste, viel Arbeit.

    Die Gruppe war stehen geblieben. Hirni hatte wieder seinen Golemzauber ausprobiert. Diesmal war er ihm besser gelungen. Außerdem hatte das Felsungetüm nun eine sinnvolle Aufgabe. Lag ja vielleicht daran.
    Nachdem das Gepolter der umher geworfenen Felsstücke und Steine endlich verklungen war und sich der Staub gelegt hatte, sah man, dass der Gang tatsächlich freigeräumt war.
    »Nicht schlecht«, befand der ehemalige Dieb dann. So einen Golem könnte er auch dann und wann gebrauchen.
    »Es hat nicht zufällig jemand ein paar Golemschriftrollen übrig, die er mir gerne zur Aufbewahrung überantworten möchte?«
    er schaute in die Runde. Natürlich machte niemand Anstalten, ihn mit Schriftrollen zu überhäufen.
    »Nein? Schade.«
    Er hob die Fackel.
    »Dann lasst uns weiter gehen. Aber Hirni darf ruhig als erster laufen. Er kann ja bei Gefahr wieder einen Golem beschwören.«

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    Above the Weeping World
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Don-Esteban is offline
    »Da hat er Recht«, ließ sich Esteban nur vernehmen und es blieb im Dunkeln, ob er damit der Aussage Dumaks zustimmte, dass Hirni schnell einen weiteren Golem bei Gefahr beschwören konnte oder eher dem Vorschlag, weiter zu gehen. Oder etwa dem Urteil des Sängers über die Leistung seines Zirkelbruders.
    Dann nahm er die Bemerkung Dumaks von vorhin auf und erklärte: »dies hier war die erste Quelle des Reichtums Argaans. Aus dieser Mine ließen die Könige das Erz cvieler Metalle holen, denn das Gebirge ist hier besonders reich daran. Nicht nur Gold, vor allem auch Eisen und Kupfer, Blei und Zinn und auch Silber findet man hier. So wurden die Hauptgänge immer weiter vergrößert, um dem Transport gewaltiger Mengen an Erz kein Hindernis zu sein. Schaut auf den Boden und ihr seht die Spuren von Erzloren, deren kleine Räder sich im Laufe der Jahrhunderte ins Gestein eingegraben haben.«

    Der Magier verstummte und blieb stehen.
    Der Gang gabelte sich im weiteren Verlauf. Einer der beiden Zweige führte in sanftem Gefälle tiefer nach unten.
    »Dieser hier sieht vielversprechend aus«, kommentierte Esteban seine Beobachtung.
    Die Gruppe schlug also den Weg ein, der weiter zur Wurzel der Berge führte.
    »Wo war ich stehen geblieben?«, fragte er eher sich selbst als die anderen.
    »Achja, richtig. Durch den Reichtum des Berges konnte Setarrif Handel treiben und noch mehr Reichtum erlangen, es konnte Flotten bauen und Armeen ausrüsten. Nach dem Studium alter Chroniken in der Bibliothek der Wassermagier, die ich noch vor dem Fall Setarrifs besuchte, bin ich ja der Meinung, dass die Könige von Argaan aus Handelsfürsten emporgewachsen sind. Die reichsten Kaufleute bestimmten die Geschicke der Stadt und die geschicktesten Feldherren unter ihnen erhoben sich irgendwann zu Königen und eroberten sich ihr Reich, das alle vier Südlichen Inseln umfasste und noch viele Küstengegenden in anderen Teilen der Welt, mit deren Hilfe Argaan den Handel mit allen Ländern rings umher beherrschte. Doch Imperien steigen auf und sie stürzen auch irgendwann wieder, zerschmettert vom Stoß äußerer oder innerer Feinde, sobald sie Schwäche zeigen.«

    Der Weg neigte sich nun steiler abwärts, jedoch verlief er schnurgerade, als ob sie auf einer Rampe wären. Und so war es auch, auch wenn sie nicht deren ende absehen konnten, denn weder das Licht ihrer Magie noch das von Dumaks Fackel reichte weiter als vielleicht zwanzig oder dreißig Schritte. Hinter ihnen ragten die Reste einer Umlenkrolle oder irgendeines Mechanismus' mit Flaschenzügen aus der Felswand, mit deren Hilfe die schweren Hunte - oder Loren - die Rampe entlang nach oben gezogen wurden. Doch jetzt arbeitete schon lange niemand mehr hier. War das Bergwerk erschöpft gewesen? Oder fehlten die Arbeitskräfte, weil die Männer Setarrifs in den Kämpfen gegen die myrtanischen Invasoren benötigt worden waren?
    Ungeachtet dieser Fragen wechselte Esteban jedoch das Thema.
    »Sag mir Janos, nachdem du nun sowohl Skelette beschwören kannst als auch einen Golem recht leidlich beherrschst, was soll der dritte Spruch sein, den du lernen möchtest? Magisches Verschließen, Schattenschwarz oder die Heimsuchung? Hast du dich mittlerweile entschieden? Jeder der drei hat seine ganz besonderen Vorteile. Wichtige Dinge, Geheimnisse, wertvolle Sachen können mit dem magischen Verschließen sicher vor allen anderen bewahrt werden. Im Kampf mit allen nichtmagischen Kreaturen einen Vorteil zu erlangen, ist mit Schattenschwarz ein Leichtes, denn jedes Lebewesen muss sehen, um entscheiden zu können. Heimsuchung hingegen kann dir helfen, schon lange vorher deine Gegner zu ängstigen und so einen Kampf vielleicht ganz vermeiden oder sie sogar für deine Zwecke einzuspannen, indem sie auf Einflüsterungen hören.«

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    Archipoeta Dumak's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    »Also ich hab ja seit einigen Nächten so komische Träume«, meldete sich Dumak aus der zweiten Reihe.
    »Es geht irgendwie immer um Geld, dass mir jemand geben will. Viel Geld«, fügte er hinzu. So als ob das etwas erklären würde.

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    Above the Weeping World
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Esteban fuhr herum.
    »Schweig!«
    Er schaute den Bänkelsänger mit blitzenden Augen an, eine Augenbraue hochgezogen.
    »Über Magie macht man keine Scherze. Nicht in Anwesenheit von Magiern und über die dunkle Magie Beliars im allgemeinen nicht«, erklärte er dann.
    »Die Kräfte der Magie sind viel zu unverstanden, um über sie zu spotten und viel zu mächtig, um sie gering zu schätzen. Ich weiß nicht wie, aber die Götter sind mit diesen Kräften verbunden und es ist der deutlichste Ausdruck ihres Wirkens, den wir haben. Wer über Magie spottet, lästert somit die Götter. Und das ging auf die eine oder andere Weise noch nie gut aus. Sei froh, dass sich unter uns keine Fanatiker befinden. Denn letztendlich sind es fast immer die Menschen, die auf die Verletzung von Regeln, die sie selbst aufgestellt haben und die sie als göttlich verkaufen, mit Gewalt und Vehemenz reagieren. Aber wer weiß, vielleicht wird dies ja von den Göttern gelenkt. Vielleicht gibt es keinen freien Willen und wir sind alle nur Marionetten, zappelnd in einem Netz, das wir für die Wahrheit halten.«
    Die eben noch drohend aufragende, schlanke Gestalt des Schwarzmagiers war bei den letzten Worten immer weiter in sich zusammen gesunken.
    »Gehen wir weiter.«
    Er entließ Dumak aus seinem Blick und lief weiter.
    »Ich weiß, Dumak«, sprach er, »du hast dir nichts dabei gedacht, du hast nur ein loses Mundwerk.«

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    Schwertmeister Nienor's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    »Lass mich die Fackel tragen«, schlug die Kriegerin Dumak vor und dieser übergab sie ihr bereitwillig.
    »Er meint es nicht so«, versuchte sie, den Dieb aufzumuntern, »aber er ist wohl einfach schon zu lange in seinen geheimnisvollen und dunklen Sphären unterwegs und hat Dinge gesehen und Wissen erfahren, das ihn in den Augen aller anderen etwas seltsam werden lassen hat.
    Wer weiß, mit welchen Wesen er Zwiesprache hält in seinem düsteren Kastell«, flüsterte sie ihm dann zu. »Wer sich so wenig mit lebenden Menschen und so viel mit Dämonen, Toten und Geistern umgibt, muss einfach seltsam werden.«

    Sie ging nach vorne, hielt die Fackel hoch und bemerkte die Zeichen an der Wand.
    »Ich glaube«, sie wandte sich zu den anderen um, »hier leben Goblins.«
    Und tatsächlich waren an den Wänden seltsame Zeichen, Symbole und Muster zu erkennen. Dinge, die manche Goblinstämme nutzten, um ihre Territorien zu markieren.
    Kaum hatte sie dies gesagt, entflammte weiter unten ein Licht aus Feuer. Aus kleinen Seitengängen, die nur niedrig waren, sprangen überall Goblins hervor.
    »Sie haben einen Schamanen!«, rief die Kämpferin, und zog ihr Schwert, in dessem hellen Stahl sich das Licht der Fackeln spiegelte. Wie die Fackel hielt sie nun in der anderen Hand auch ihre Waffe hoch empor, bereit, die anströmenden Gegner zu empfangen.
    »Für das Licht!«, rief sie, da ihr kein besserer Kampfruf einfiel und sie nicht im Namen irgendeines Gottes kämpfen wollte und stürmte vorwärts, um sich auf einem Felsvorsprung einen taktischen Vorteil zu sichern, ehe ihn die Goblins besetzten.

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    Above the Weeping World
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Der Hohepriester hingegen hielt nichts von zu viel Licht.
    »Für das Licht?«, wiederholte er zu sich selbst. »Nein nein. Nicht allen soll das Licht helfen.«
    Am Ende des Ganges, ein Stück unter der Gruppe, die in die alten, längst verlassenen Erzminen Setarrifs eingedrungen war, baute sich hinter den Goblins, die aus den Löchern links und rechts des abschüssigen Weges hervor quollen, ein Schamane auf, sich auf einen langen Stab mit der einen Hand stützend und die andere hoch erhoben über seinem Kopf. Die Spitze des Stabes glühte in einem Ball aus gleißendem Licht, rotgelb und heiß wie die Lava eines Vulkans. Die Luft in unmittelbarer Nähe flimmerte. Der Schamane beschwor mit irgendeinem seiner Sprüche Feuer aus seinem Stab und würde es auf die Gruppe Menschen, die sich in sein Reich gewagt hatten, schleudern.

    »Licht nicht in den Händen von Feinden!«
    Nienors Kampfruf war die Eingebung, die Esteban brauchte, um das eben angepriesene Schattenschwarz zur Anwendung zu bringen. die worte des spruches, so wie er sie sich zurecht gelegt hatte, um dem Rhythmus der Magie nachzuspüren und für die Hervorrufung aufzunehmen, glitten flüsternd über seine Lippen.
    »Licht erhellt die ganze Erde, flutet über alles hin;
    Doch ein Dunkel, das nun werde, dies sei meiner Worte Sinn.«
    Eine widerwärtiger schwarzer Strudel formte sich zwischen den Händen des Magiers. Doch dieser flüsterte weiter die Worte in einer Art leisem Singsang.
    »Dunkel, das sich webt und knotet, Dunkel, dass das Licht verzehrt,
    Das das tiefste Schwarz auslotet, das in meinem Geiste gärt.
    Dieses Schwarz betäubt die Sinne, Hassgeboren – Hass gebiert’s.
    Zu dir – Magie – ich sage: rinne! Ich seh genau: Ja dich giert’s.«
    Der Strudel war größer und gleichzeitig kompakter geworden. Schatten waberten Tentakeln gleich aus seinem Inneren. Wenn einer der Schatten den Schwarzmagier streifte, dann schien es, als würde er für einen Augenblick verschwinden, nur um sogleich wieder aufzutauchen.

    Esteban murmelte weiter.
    »Meine Schrecken war‘n dir Speise, bist gewachsen, ich bin frei.
    Denn nun geh auf deine Reise, gehe hin als stummer Schrei.
    Wachsen wirst du nun am Lichte, freuen dich an Dunkelheit
    Alles Helle mach zunichte, nutze deine Lebenszeit!«
    Farbe wich aus der Umgebung. Der Magier wer nicht mehr blass, so wie sonst. Er war nun nur noch grau in verschiedenen Schattierungen.
    »Saug es an dich, bind’s im Dunkeln, verwandel es in düstren Staub.
    Nicht ein allerkleinstes Funkeln, gar kein Leuchten sei erlaubt!
    Hoffnungslos soll Schwärze gähnen, lichtlos ohne Weg zurück.
    Jeder soll sich tot schon wähnen, Zutrau'n gibt es nicht ein Stück.«
    Es klang wie ein Fluch. Und es war auch einer. Der verdichtete Strudel, das Nichts aus Schwarz, raste los in Richtung des Schamanen. Wild schlangen sich die tentakelartig daraus hervorbrechenden Arme und Fäden um alle Hindernisse, die der dahin rasende Zauberspruch passierte. Und als die dunkle Magie bei dem Schamanen angekommen war, explodierte sie und hüllte ihn und alles, was nahe genug bei ihm stand, in das lichtloseste Schwarz, das es gibt.

    Der Zauber, den der Goblinmagier vorbereitet hatte, brach in sich zusammen, als dieser die Orientierung verlor und damit auch seine Konzentration. Bei denjenigen Goblins, die sich ebenfalls mit in der Wolke der Finsternis befanden, brach Panik aus. Geräusche drangen jedoch nur undeutlich aus dem Inneren.
    Esteban hob die Hände, die Finger leicht gespreizt und dirigierte seinen Zauber weiter, hielt ihn zusammen, damit er sich nicht verflüchtigte, sondern weiterhin seinen Zweck erfüllte.
    »Tötet, was ihr kriegen könnt«, rief er dann. »Wir haben nur diese Gelegenheit!«
    Die große Masse der Goblins stürmte weiterhin auf die Gruppe zu. Jedoch besaßen sie für den Moment keine magische Unterstützung mehr.

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    Schwertmeister Nienor's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Nienor is offline
    Die Kriegerin hatte den Vorsprung erklommen, reckte die Fackel, die sie noch immer in der rechten Hand hielt, hoch empor und fasste mit der linken ihr Schwert, dessen Klinge das helle Feuer der Flamme brach und spiegelte, fester, bereit zum Angriff. Sie musste nicht lange warten, denn nur einen Lidschlag später waren die ersten Goblins nahe genug, um ihrerseits mit ihrem Angriff zu beginnen. Zwar waren die Kreaturen aufgrund ihrer geringen Größe auf den ersten Blick für einen unerfahrenen Beobachter nicht als allzu bedrohlich erkennbar, jedoch wusste auf Argaan jeder verständige Mensch, dass fast sämtliche Höhlen der Insel zum Rückzugsort von Goblinhorden geworden waren, woran der lange Krieg sicher nicht unschuldig war, denn er hielt die Männer davon ab, sich den dringenderen Problemen ihrer Heimat zu widmen, wie eben dem Zurückdrängen der ebenso diebischen wie lästigen Goblins. Und so war eben auch diese alte Mine, die vom zerstörten und verlassenen Setarrif aus zu erreichen war, in Goblinhand gefallen.

    Nienor führte einen Streich mit ihrem Schwert, fast waagerecht, denn zwei der Goblins hatten zusammen den Höhenunterschied überwunden, indem einer auf den Rücken des anderen gestiegen war und mit seiner groben Keule, die freilich mehr einem behauenen Ast glich, wild auf die Kriegerin einzuschlagen. Doch ehe er - begleitet von wildem Gezeter und Geschnatter, für das Goblins ja bekannt waren - Nienor wirklich treffen konnte, hatte diese ihm schon den Kopf mit ihrem gezielten Streich abgeschlagen. Der andere Goblin sprang sogleich fort und schnappte sich den wegspringenden Kopf des ersten, holte aus und warf ihn noch im Lauf mit Schwung in Richtung der Kriegerin. Nienor duckte sich und das makabre Geschoss prallte über ihr wirkungslos von der Felswand ab und verschwand im Dämmerlicht hinter ihr, wo die Fackel und auch die magischen Lichter der Magier nicht hin reichten.

    Nienor sprang von ihrem Felspodest herab und stürzte sich mit einem Kampfruf auf eine größere Gruppe Goblins, die allesamt mit hoch über sich erhobenen Keulen auf sie zu stürmte. In diesem Augenblick wurde es weiter vorne, wo sie zu Beginn des Kampfes den Schamanen entdeckt und wo dieser seine feurige Magie gezündet hatte, lichtlos dunkel. Esteban hatte seinen Zauber, den er vom dunklen Gott erhalten hatte, gesprochen und die Magie entfaltete sich. Der Schamane war von Nachtschwärze umhüllt. Nienor jedoch konzentrierte sich auf die fünf oder sechs Goblins, die nun gerade schnatternd auf sie zu liefen. Sie sprang im letzten Moment zur Seite, um sich in eine vorteilhafte Position für einen Flankenangriff zu bringen und so den äußersten, von den anderen ungedeckten Goblin zuerst angreifen zu können, anstatt sich von allen auf einmal umringen zu lassen. Denn dies war der Fehler vieler ungeübter Abenteurer. War der Ring einmal geschlossen, gab es nur schwer ein Entkommen. Doch hier hätte es im ungünstigsten Fall immer noch Hilfe durch andere gegeben. So hatte sie auf ihren Reisen durchaus die Fähigkeiten von Dumak zu schätzen gelernt. Zwar war er im offenen Schwertkampf hoffnungslos einem Könner unterlegen, doch war er ein Meister darin, einen Gegner anhand dessen Bewegungen einzuschätzen, zu erkennen, was dessen nächstes Vorgehen sein könnte und wo sich anhand dessen ein gezielter Messerstich anbringen ließ. Da die meisten Goblins - abgesehen von den wenigen Schwarzen Goblins, die mit Kettenteilen und rostigen Schwertern heranstürmten - ohne Rüstung unterwegs waren, war es für ihn umso leichter.

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Hirni's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Hirni is online now
    Hirni war noch immer Unsicher, welcher sein letzter Spruch werden sollte um die dritte Stufe seiner Magielehre zu erlernen und später erfolgreich zu beenden. Viel Zeit war jedoch auch nicht, um sich weiter darüber Gedanken zu machen bei dem umtriebigen Besuch, den sie gerade bekommen hatten.
    Die Goblins kamen aus allen Ecken und waren mit ihrem hektischen Umherlaufen und den verrückten Gackern, welches von dem Minenwänden zurück geworfen wurden, sehr unbequeme Gegner. Es konnte einen schier in den Wahnsinn treiben, wenn man nicht aufpasste.
    Viele Abenteurer scheiterten gerade an dieser Art der Goblins, denn an deren Kampffähigkeiten. Denn diese waren nicht wirklich ausgeprägt.
    Die Masse machte es hier. Und halt die Geräuschkulisse.

    Als der Magier der kleinen Wesen außer Gefecht gesetzt war, ließ es sich etwas leichter kämpfen. Es war beeindruckend, welches Schauspiel Esteban da entfesselte, um die magische Unterstützung der Quälgeister versiegen zu lassen. So konnte sich die Reisegruppe um Hirni leichter gegen die Goblins wehren.
    Zumal sie mit Hirni selber einen zweiten Magier zur Unterstützung hatten.
    Sicherlich war er magisch noch nicht wieder soweit wie Esteban, und auch mit dem Stab würde er hier in den engen Gängen keinen Stich setzen können, im Wahrsten Sinne des Wortes. Aber er konnte den Widersachern mit der Schattenflamme ein paar Löcher in den Pelz brennen.
    Denn ein einziges untotes Goblinskelett würde hier nicht viel bringen, ein Zombie war zu langsam und ein Golem komplett ungeeignet.

    Und so bündelte er all seine magischen Kräfte, konzentrierte sich und ließ wenig Wortgewand mit einigen einfachen Zaubersprüchen die Schattenflamme um sich herum tanzen.
    Einer der Goblins traf er ins Gesicht, so das dieser kreischend in die Dunkelheit der Gänge zurück rannte.
    Einem anderen konnte direkt in den Brustkorb ein Loch brennen. Da die Goblins weder Rüstung noch Lederwams trugen, war das Feuer der Schattenflamme ideal, um sie zu versengen und außer Gefecht zu setzen.
    Vor allem ihre großen Äste oder Knüppel waren leicht entflammbar.
    Ein besonders gelungener Treffer gelang ihm, als er eine Flamme direkt in einen Pulk warf. Scheinbar war einer der Wesen mit etwas entzündlicherem Material eingekleidet, denn als die Schattenflamme ihr Ziel traf, gab es eine große Stichflamme und gleich mehrere Goblins stoben aufgrund eines Feuerballs auseinander und wurden teils gegen die Minenwände geschleudert.
    Dies schien den kleinen Wesen soviel Respekt einzubringen, das der Großteil von Ihnen flüchtete. Dennoch gab es noch einen hartnäckigen Teil, welcher sich eine Niederlage nicht eingestehen konnte. Schließlich war dies hier ihr Revier, welches sie nicht kampflos aufgeben wollten. Aber zumindest ihre Anzahl wurde langsam kleiner und der Zufluß neuer Goblins schien versiegt.

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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Dumak is offline
    Die Reihen der Goblins hatten sich mittlerweile merklich gelichtet. Noch immer lag vor der Gruppe jedoch der Bereich aus tiefer Dunkelheit, wo das Licht der Fackel, die Nienor im Kampf als Unterstützung für ihre Schwerthand schwang, ebenso verschluckt wurde, wie die kalten, bläulichen Strahlen der magischen Lichter, die die Magier Hirni und Esteban entfacht hatten, als sich die Gruppe in die Gänge der alten Mine begaben. Der ehemalige Dieb hatte nun Gelegenheit, sich dorthin zu schleichen, wo der dunkle Bereich begann. Vorsichtig lief er an der Felswand entlang, nutzte die Schatten aus, die sich boten, um nicht noch von einem der Goblins, die noch immer wütend die anderen attackierten, entdeckt und angegriffen zu werden.

    Und als Dumak endlich dort angelangt war, wo er für sich eine gute Ausgangsposition ausgemacht hatte, fiel der schwarze Schleier der Dunkelheit von dem Ort fort, an dem ihn Esteban beschworen hatte. Es war wie Nebel, der sich lichtete. Eben noch war nichts zu sehen, und dann plötzlich, schälten sich die Umrisse des Schamanen aus der Dunkelheit. Esteban konnte den Zauber wohl nicht länger aufrecht erhalten. Der Kampf hatte mittlerweile auch lange genug gedauert. Dumak nutzte die Gelegenheit und überwand mit wenigen, langen Schritten die Distanz bis zu dem Schamanen. Mit einem letzten großen Spung erreichte er ihn, die Hand hatte plötzlich ein Messer und es war scharf und spitz. Und mit einem Schwung erreichte Dumak den Hals und das Messer drang tief in den Hals des Goblinschamanen ein, als gerade sein Stab an seinem oberen Ende erneut aufflammte. Dunkles Blut quoll hervor und lief über Messer, Hand und Hals. Die Flamme, die gerade im Entstehen war, zuckte und flackerte unregelmäßig. Und brach dann ab. Die Magie, die der Schamane in seinen Stab übertragemn wollte, riss ab. Er war tot.

    Dumak zog das Messer wieder aus dem Hals des Gegners und dieser schlug lang auf dem Boden auf. »Ha! Das wars mit dir«, rief der Sänger triumphierend und hob das blutige Messer hoch.
    Jetzt, da ihr Anführer tot war, verließ auch die anderen ihr Mut. Die Reste der Goblingruppe suchte nun das Weite, einer nach dem anderen. Der Stab des Schamanen kam mit einem lauten Geräusch auf dem Boden auf und blieb liegen.
    »Ha! Wir haben sie!«, triumphierte der Barde und steckte zufrieden sein Messer weg.

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    »Ja, wir haben sie«, flüsterte Esteban leise zu sich selbst, nachdem er Dumaks Freudenruf vernommen hatte.
    Es war schwierig, für so lange Zeit den Zauber aufrecht zu erhalten. Zum Glück waren die anderen aus der Gruppe erfolgreich genug gewesen und hatten die Goblins stark dezimiert, so dass Dumak das Werk des Magiers vollenden konnte, indem er den Schamanen endgültig außer Gefecht setzte.
    Esteban nickte Dumak zu. ›Gute Arbeit‹ hätte das heißen können. Oder ›Danke, gut fortgeführt, was ich begonnen habe.‹
    »Lasst uns weiter gehen«, rief er dann den anderen zu, nachdem er sich überzeugt hatte, dass alle noch wohlauf waren. Es war wohl tatsächlich so, dass sich alle, die mitgekommen waren, ganz gut alleine verteidigen konnten. Bei Hirni war das sicher auch zum Teil auf seine eigene Arbeit zurück zu führen. Darauf war er ein wenig Stolz. Eine Emotion, die er sich hin und wieder leistete, auch wenn sie eitel und unnütz war. Es gab dem Schwarzmagier Befriedigung.
    »Wo Goblins sind, sind auch Minecrawler nicht weit!«
    Woher Esteban diese Erkenntnis nahm, blieb rätselhaft. Hatte er das in einem der unzähligen Werkle der Bibliothek gelesen? Oder war dies lediglich eine Durchhalteparole, die er womöglich auch in der Bibliothek gelesen hatte? Es blieb rätselhaft.

    Die Gruppe passierte den langen Gang nun ungestört, nachdem sich auch die Reste der Goblinheerscharen verflüchtigt hatten und in irgendwelche Tunnel entfleucht waren, die sie nicht weiter verfolgen wollten. Stattdessen strebte die Gruppe dem Ende der nach unten führenden Galerie entgegen. Von hier führte ein Gang weiter, bis sie eine große Halle betraten.
    »Seht euch die Felsnasen an!«, staunte Esteban.
    Und in der Tat ragten Stalaktiten von der Decke der Halle, die sie eben erreicht hatten. Manche von ihnen riesig, da die Decke der Höhle dort sehr hoch war. Andere bildeten ganze Vorhänge von ineinander übergehenden Felsgebilden. Es war fantastisch. Auf dem Boden strebten ihnen Stalagmiten entgegen, manche genauso groß wie ihre von oben herabwachsenden Ebenbilder. Hier hatte für sehr viele Jahre die Natur gewaltet. Aus irgendeinem Grund war diese Höhle nie Teil des Abbaugebietes der Mine gewesen. Gab es hier kein Erzvorkommen? Oder fürchteten sich die Minenarbeiter vor irgendetwas und mieden diesen Bereich absichtlich?
    »Wir sollten vorsichtig sein«, entschied Esteban und ließ das magische Licht über seinem Kopf kreisen.
    Nienors Fackel warf flackernde Schatten der Kalkspitzen an andere Steingebilde. Es sah furchterregend aus. Als ob fremde Kreaturen zum Leben erwachten und einen Kampf gegen wen auch immer vollführten.
    »Ich denke, dies könnte der Bereich von Crawlern sein. Hier gibt es sicher irgendwo ein Nest, dessen Eier ich für meine weiteren Experimente benötige. Aber passt auf die Königin auf. Sie mag sich nicht schnell bewegen können, aber in ihrer Reichweite sollte man sich trotzdem nicht aufhalten. Sie besitzt genug andere Waffen, wie ihre Klauen und ihre Gliedmaßen. Und sie speit einen giftigen Schleim aus, wenn sie angegriffen wird. So habe ich es jedenfalls in der Bibliothek gelesen.«

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    Dumak schaute sich mit großen Augen um. Die Halle sah fantastisch aus. Hohe Felsgebilde in den wundervollsten natürlichen Formen kleideten die Höhle aus. Das Licht von Nienors Fackel reichte nicht so weit, aber gerade ließ der Hohepriester Esteban, so als ob er Dumaks Wunsch erraten hätte oder ihm auf irgendeine geheimnisvolle magisch-telepatische Art übermittelt worden war, sein magisches Licht hoch nach oben gleiten. Es enthüllte weitere wie Vorhänge gefaltete Felsformen, einzelne Nasen, die wie graue Eiszapfen an Vorsprüngen hingen, hier und da bläulich oder rötlich oder aber gelblich glitzernd, wenn Gesteine wie Glimmer, Spate oder Quarz den Stein durchsetzten. Dumak hatte keine Ahnung von der Art der Gesteine, er war kein Bergmann. Für ihn war es nur schön und er hatte das Bedürfnis, das Gesehene in ein Gedicht zu fassen, es in Worte zu kleiden, die gefällig und schön klangen und so eine Ahnung von dem vermittelten, was er hier sah.

    Doch in seinen hehren Gedanken wurde der Barde ganz schnöde unterbrochen als sein Hund, den er in dem vorhergehenden Kampf ganz aus den Augen verloren hatte, plötzlich erschien und einen abgerissenen Arm eines Goblins im Maul, diesen vor ihm nieder legte.
    »Ja, was hast du denn Feines da ...«, fing der Barde an und wollte Gomez den Kopf tätscheln, als er sah, um was es sich handelte.
    »Bei Beliar, was hast du denn da!« Er wich zurück. »Das ist ja ... hast du etwa alleine Goblins gejagt?«
    Der Wolfshund schaute sein Herrchen erwartungsvoll an und wedelte mit dem Schwanz.
    »Na gut, das hat du gut gemacht«, lobte er seinen Gefährten und kraulte ihm erneut den Kopf.
    Dann wandte er sich wieder von dem Hund ab und folgte erneut dem Weg, den die magische Lichtkugel beschrieb.

    »Da, was ist das?«, rief er plötzlich.
    Die anderen folgten der Richtung, die der Finger an seinem ausgestreckten Arm beschrieb.
    »Das muss eine der Röhren sein, wie sie Minecrawler bauen, um sich schneller in den Höhlenspalten fortzubewegen.«
    Tatsächlich wand sich eine rötliche röhrenartige Struktur zwischen mehreren Felskämmen an der Höhlendecke entlang, gestützt von verschiedenen Felsnasen und daran befestigt, so wie es die Minecrawler-Arbeiter mit ihren Gebiss-Zangen bauten.
    »Die Goblins waren erst der Anfang!«, erkannte der Sänger und umfasste eines seiner vielen Messer fester.
    Die Panzer der Crawler waren viel schwerer zu durchdringen, als die etwas schuppige Haut von Goblins. Den Weg zwischen zwei Panzerplatten zu finden, war schwieriger, weil sie Biester auf ihren sechs Beinen sehr schnell und agil umher wuselten. Und ihre Zangen waren tödlich. Besonders bei den stärkeren Kriegern, die mit großen Exemplaren zum zerschneiden von Feinden ausgestattet waren. Dumak stellten sich die Nackenhaare auf. Sie saßen in der Falle!

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    »Ja, sehr gut«, frohlockte der Hohepriester, anstatt sich wie Dumak zu fürchten. In seiner inneren Freude, endlich dem Ort nahe zu sein, der von Anfang an das Ziel der Reise gewesen war, blendete er jegliche Gefahr aus.
    »Hier werden wir eine Königin finden und ihr Gelege. Die Eier sind gefüllt mit dem besten Sekret überhaupt. es wird meine magischen Fähigkeiten endlich weiter steigern«, war Esteban überzeugt.
    »Wir werden ein paar davon einsammeln, hier wieder heraus spazieren und ich kann sie dann in Ruhe im Kastell untersuchen.«
    So der Plan, der er nun offenbarte.
    Er ließ seine Lichtkugel wieder nach unten schweben und steigerte ihre Reichweite, so dass sie kalt und hell strahlte, bis die anderen ihre Augen bedeckten, um sich vor dem gleißenden Licht zu schützen, dass so kalt und hart und ohne Rücksicht die Weiten der Höhle erhellte und dabei auch eine tiefe Grube enthüllte, die sich nicht weit weg von ihnen befand. Senkrecht stürzten die Felswände ab und verschwanden in einer Schwärze, die auch das gleißende magische Licht nicht aufhellen konnte, zu tief und verborgen lag ihr Grund..
    »Hier irgendwo muss sich die Königin befinden!«, rief Esteban euphorisch.
    »Suchen wir sie!«
    Und er stürmte los, so als ob er sich irgendwo in der Bibliothek des Kastells befand und die Felswände neben ihm ihn Wahrheit Bücherregale mit harmlosen Wälzern voller alter Kochrezepte oder Landesbeschreibungen irgendeines fernen Fleckens seien.
    »Folgt mir!«, rief er bei einem kurzen Blick über seine Schulter den anderen zu.

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    Nienor seufzte und zog dann ihr Schwert, das mit einem leisen Sirren aus der Scheide glitt.
    »Ich glaube, er erkennt den Ernst der Lage nicht so ganz«, sagte sie leise und nur diejenigen, die nahe bei ihr standen, hörten es.
    »Wenn man immer nur im sicheren Kastell sitzt, lernt man nie, die echten Gefahren außerhalb richtig einzuschätzen.«
    Sie hob ihre Fackel, auch wenn es nicht viel nutzte, weil sich die Sichtweite in der dunklen Höhle dadurch nicht veränderte.
    »Mit einer ganzen Kolonie Minecrawler ist jedenfalls nicht zu spaßen. Das wird ein harter Kampf.«
    Wie zur Bestätigung dieser Worte hörten nun alle das Geräusch der aneinander geriebenen Zangen, mit dem diese Kreaturen Gefahren ankündigten und andere ihrer Art mit Informationen versagten. Sicher gab es ein ganzes Repertoire an verschiedenen Geräuschen, die alle etwas anderes bedeuteten. Aber Menschen kamen für gewöhnlich nur in den Genuss eines Geräuschs. Und das bedeutete: Kampf. Feinde sind in den Bau eingedrungen!
    »Schnell, bildet einen Kreis, die Waffen nach außen«, rief die erfahrene Kämpferin.
    »Wir wissen nicht, aus welchen Richtungen sie angreifen werden. Vermutlich aus jeder«, schloss sie düster.

    Und so war es auch fast. Plötzlich bewegten sich die Schatten., Beine krabbelten die Wände entlang. Aus dem Boden kamen ein paar andere, von oben sprang auch einer herab. Wütend klangen die Geräusche, die sie von sich gaben. Wie Gekreische, enervierend und demoralisierend, in den Ohren schmerzend. Insgesamt waren es fünf Crawler, darunter ein Krieger, die sie einzukreisen versuchen.
    »Hirni, da!«, warnte sie den Schwarzmagier, der neben ihr stand, als der Krieger der Minecrawler von der Seite auf ihn zu stürmte.
    Schnell holte sie mit dem Schwert aus und traf den Gegner an einer seiner Scheren, die von der scharfen Waffe glatt abgetrennt wurde. Nienor setzte nach und erwischte ein Bein, das sie ebenfalls abtrennte, denn diese waren nicht so stark gepanzert wie der Körper, in dem die wichtigsten Organe lagen. Der Minecrawler bewegte sich im Kreis. Die Kriegerin sprang in seinen Nacken und trieb ihre Waffe tief in seinen Körper hinein.
    »Schnell, Hirni, ein Golem oder irgendetwas, was sie beschäftigt«, rief sie dem Magier zu.
    Um Esteban irgendwelche Anweisungen zu geben, war die Situation noch nicht verzweifelt genug. Er würde schon selber wissen, was zu tun sei, trotz seines Lebens im Elfenbeinturm der Magie. Er hatte oft genug bewiesen, dass man seine Magie nicht unterschätzen durfte.
    Und Dumak würde sich schon durchschlängeln, so wie immer. Er hatte es nicht anders gelernt.

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    Als ob Esteban nur das Kastell kennen würde. Ha!
    Er hatte die Einschätzung der Kämpferin genau gehört. Dabei hatte er Dimensionen gesehen, die keiner vor ihm, kannte, Weltgegenden besucht, von denen hier noch nie jemand gehört hatte, Bestien besiegt, deren Überreste noch immer der Erforschung harrten und mit Oberhäuptern gesprochen, von deren Macht sich auf Argaan keiner eine Vorstellung machen konnte.
    »Mit ein paar Minecrawlern werde ich wohl noch fertig«, murmelte er zu sich selbst, denn er hatte die Worte Nienors sehr wohl gehört.
    Hier wurde höhere Magie benötigt. Die Menge an nachströmenden Crawlern gebot dies.
    »Nebel, sei mir untertane, dunstig brodelnd auf dem Grund!
    Gleich der Bahre Leichenfahne. Höre es aus meinem Mund«, manifestierten sich die ersten Worte des Zauberspruches, aus seinem Mund. Er hatte sich angewöhnt, die Magie mit Hilfe von Worten, die den Rhythmus des Magiewebens nachahmten und unterstützten, zu beschwören und seinem Willen zu unterwerfen. Dies half ihm, die Fäden der Magie, die sich um alles schlagen, für ihn überall spürbar waren und die ganze Welt umgaben, aufzunehmen und für seine Zwecke zu benutzen.

    »Walle, woge, fließe fassend, breite aus dich ohne Rast;
    Nicht mehr von dem Ziele lassend, wenn du's erst umschlossen hast.«
    Aus dem Boden stiegen grünlich-schwarze Schwaden, sie krochen suchend mit Nebelzungen zwischen den Felsspalten entlang und suchten sich ihr Ziel.
    »Sauge aus und labe deine übermächtig durstig Gier,
    All der Wesen hell und reine Lebenskraft gehöre dir!«
    Der Nebel verdichtete sich weiter. Er blieb auf den Boden beschränkt, doch wuchsen die suchenden Enden, die wie Tentakel eines riesigen Kalmars überall entlang glitten, immer weiter an, faserten weiter aus und bildeten weitere Verzweigungen im Umkreis einiger Klafter rund um den Magier. Sie erreichten ihre Gegner: Minecrawler-Arbeiter, die sie einhüllten, an deren Beinen sie emporstiegen und deren Körper sie umschlossen.

    »Meine Feinde dross'le, lähme. Halte fest sie wie ein Seil.
    Ihren Lebenswillen zähme, nichts an ihnen lasse heil.«
    Der Spruch war vollendet. Der grüne Nebel wurde dicht und ließ sich nicht mehr durchdringen, sowohl das magische Licht der Beliarsanhänger als auch das der Fackel, die Nienor im Kampf umher schwenkte, wenn sie das Gleichgewicht bei ihren Schwertstreichen suchte, war nicht imstande, durch den Nebel hindurch auf den Boden zu gelangen. Wie ein lebender Organismus schlangen sich die Arme des Nebel weiter um die Köpfe und Leiber der Minecrawler. Schnürten ihnen die Glieder ab und drückten sie zu Boden, wie ein schwerer Felsen, der auf ihnen lag und pressten letztendlich den meisten von ihnen - drei, die in der Nähe waren - die Körper zusammen und lösten gleichzeitig mit giftigem Odem ihre Panzer auf, so dass Rauchschwaden von ihnen aufstiegen wie von nassem Holz, dass im Feuer vertrocknet, ehe es zündet und brennt.

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    Hirni blieb der Mund offen stehen von dem Schauspiel, welches Esteban da gerade ablieferte. Die Minecrawler in seiner Umgebung schienen regelrecht zu schmelzen ob der magischen Kräfte. Alle Vielfüssler, die die Nebelartigen Schwaden berührten fielen den tödlichen Kräften zum Opfer.
    Kurz darauf musste er seine Nase zu halten, es stank fürchterlich.
    "Das hat etwas von der Welle der Fensternis, oder wie der Spruch damals im Minental noch hieß."
    Der Scharzmagier konnte sich an den richtigen Namen nicht mehr erinnern, doch war dies damals einer der mächtigsten und todbringendsten Zauber des dunklen Kreises.

    Dann besann er sich, erinnerte sich an die Worte Nienors. "Einen Golem" schoß es ihm durch den Kopf.
    "Großes Wesen, wieder der Natur.
    Voller Kraft und aus Steinen pur.
    Zeig uns deine Stärke, und folge mir nur"

    Unter Druck funktionierten seine magischen Kräfte immer am Besten. Und so manifestierte sich nun ein besonders großer Golem vor Ihnen.
    "Perfekt" dachte Hirni. "Nun hoffe ich mal, das er nicht eingeht, sobald er Estebans Nebelschwaden trifft"
    Aus den Röhren der Crawler krabbelten immer mehr von den Spinnenartigen Wesen. Hirni überkam eine Gänsehaut. Er hasste im Grunde alles, was sich schnell auf vielen Beinen bewegte... und ihn Töten wollte.
    Um so eher folgte er seinen Inneren Instinkt und lenkte den Golem auf die Röhren der Minecrawler.
    "LOS, ZERSTÖRE SIE!" befahl Hirni den Steinern Riesen.
    Und während er mit der linken Faust die Crawler abwehrte, schlug er mit der Rechten Faust auf die Röhrenartigen Gebilde und Tunnel der Biester ein.
    Der Schwarzmagier hoffte so, den Zufluß der Gegner versiegen zu lassen.
    Verrückterweise kam ihm mitten im Kampf die Eingebung, Esteban darauf anzusprechen das er gerne die Heimsuchung erlernen würde. Sie könnte sich als nützlich erweisen. "Vielleicht nicht für einen Kampf gegen Minecrawler, aber sie baut sich vielleicht auf das Grabgeflüster auf, welches ich bereits beherrsche."

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    Der seltsame Nebel, der auf dem Boden wie ein lebendes Tier entlang gekrochen war und sich die Minecrawler wie Nahrung einverleibt hatte, war nun wieder verschwunden. Einige der vier Rieseninsekten waren davon fast dahingerafft worden, alle erlitten schwere Schäden, so dass sie von einigen Schwertstreichen Nienors schnell endgültig unschädlich gemacht werden konnten. Sie hatten nun die erste Welle der Angreifer zurückgeschlagen. Hirnis Golem machte sich nun an einigen der Röhren zu schaffen, riss große Löcher hinein und zerstörte die Wände aus organischem Material. Doch das machte die Minecrawler nur noch wütender und sie formierten sich einem neuen Angriff.
    »Achtung, dort, vor dem Golem«, rief Nienor.
    Ihr Schwert war mit dem grünen Blut der Minecrawler bedeckt und es glänzte schon lange nicht mehr im Licht.
    »Es kommen noch mehr.«
    Der Golem riss, gesteuert von dem Schwarzmagier, stoisch immer mehr von den Bauten der Crawler weg. Und da, endlich kam der wahre Grund für die Verteidigungswut der Minecrawler zum Vorschein. Die Königin hatte genau hier ihre Brutkammer. sie wurde um jeden Preis beschützt.
    »Haltet die Reihe ein!«, rief Nienor und schaute noch einmal nach, ob sich jeder noch dort befand, wo es taktisch am klügsten war.
    »Vielleicht kann der Golem ja noch ein paar der Bestien zerstampfen und zermahlen«, hoffte sie. Aber wahrscheinlich war er zu langsam und schwerfällig für die wieselflinken Crawler.

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    »Endlich!«, rief Esteban, als er sah, dass sie am Ziel ihrer Reise angelangt waren. Dies war das, worauf er gehofft hatte. Irgendwo hier musste das Nest mit den Eiern sein, in denen das Sekret um ein vielfaches potenziert war. Er wusste, dass die Alchimisten im Sumpflager vor vielen Jahren Experimente mit dem Sekret der Crawlerzangen angestellt und damit schon enorme Resultate erzielt hatten.
    »Das Gelege muss sich ganz in der Nähe befinden.«
    Er hob erneut an, um mächtige Magie zu beschwören, diesmal zur Unterstützung des Golems seines Zirkelbruders. Doch vorher versicherte er diesem, dass die Wahl des dritten Spruches, die Hirni getroffen hatte, ganz hervorragend war.
    »Der Zauber wird selten angewandt«, meinte er dann, »aber wird dennoch als sehr wirkungsvoll in der Literatur beschrieben. Ich bin gespannt darauf, wie er wirkt, sobald wir einige Versuchspersonen gefunden haben.«
    Danach wandte er sich mit den Worten »aber erst einmal haben wir Dringenderes zu tun«, wieder dem derzeitigen Problem zu, denn erneut kamen nach einer kurzen Atempause wieder drei, vier Crawler-Krieger auf die Gruppe zu.

    Die Arme erhoben, der Blick starr auf einen imaginären Punkt weit vor ihm gerichtet und leise Worte murmelnd, stand er nun inmitten des Kampfgeschehens, die Kräfte des dunklen Gottes anrufend. Die abgestandene Luft hier unten fühlte sich plötzlich schmierig an, ölig. Sie wirkte aufgeladen mit unbekannten Kräften. Wenn nicht der Lärm der Minecrawler gewesen wäre, die sich mit ihrem Schaben und Klacken untereinander verständigten, hätte man wohl ein leises Sirren vernommen. Chaotische Lichtfäden, kleinen Blitzen gleich, suchten sich in der Luft gegenseitig und stießen sich dann doch voneinander ab. Die Magie begann zu wirken, der Magier stand noch immer und rezitierte mit kaum geöffneten Lippen unbekannte Texte. Waren sie in fremden Zungen verfasst? Beinhalteten sie schreckliche Flüche? Waren es gotteslästerliche Beleidigungen? Wer wusste es schon, vielleicht nicht einmal er selber.

    Dann - ein lauter Knall, eine plötzliche Explosion. Die Luft riss auseinander und aus dem Spalt, der vom Verstand nicht zu erfassen war, schob sich eine Kreatur aus anderen Dimensionen, nie gesehen hier in dieser Welt. Riesenhafte Klauen, unförmig und nicht gleichmäßig geformt, griffen durch die Luft, holten aus und trafen ein, zwei Minecrawler, die dadurch beiseite gefegt wurden. Ein Dämon hatte sich manifestiert. Jetzt sollte sich das Blatt wenden, nun war es so weit, dass die ganze Brut hinweggefegt werden würde. Beliars Zorn war ihnen gewiss. Estebans Stirn war nass vom Schweiß.
    die Crawler, die gegen eine Felswand geschleudert worden waren, rappelten sich jedoch wieder auf und griffen die Eindringlinge in ihr Revier erneut an.
    Der Dämon ließ seine Pranken mit voller Wucht auf den Felsboden krachen, dass ein Grollen ertönte, als ob der Berg über ihnen einfallen wollte. Steine und Staub rieselten von der Wand und wehten von der Decke der Höhle.
    Da! Plötzlich ein Schrei! Ein Stück des Höhlenbodens war mit einem Riss vom Rest getrennt wurden. Der Hohepriester stand genau darauf, während der Felsbrocken von der schrägen Bruchkante langsam und dann immer schneller nach unten in das bodenlos erscheinende Loch rutschte.

    Schnell reagierte er, als er sah, dass er nicht mehr auf festen Boden entkommen konnte und eine neue Beschwörungsformel verließ seine Lippen. Der Dämon bäumte sich auf zitterte, verschwamm - und explodierte lautlos in eine Wolke schillernden Staubs, so als ob er aus Metall bestanden hätte, das nun in kleinste Späne zerfallen war, die aus der Luft regneten. Der Magier hatte den Dämonenpakt ausgerufen.
    Jetzt kippte der abgesplitterte Felsbrocken zur Seite und Esteban fiel mit wehender Robe, die mit einem theatralischen Aufbäumen im Luftstrom die Dramatik des Augenblicks fast ins Lächerliche überhöhte, ins Dunkel unter ihm.
    Die Splitter sausten in einem großen Strom pfeilschnell dem Schwarzmagier hinterher, um ihm für kurze Zeit einen undurchdringlichen Panzer zu verleihen, der für ein paar Augenblicke alles von ihm abhalten sollte, was ihn verletzen könnte. Vielleicht sogar einen Aufprall aus großer Höhe.
    Einige Augenblicke später hallte ein gellender Schmerzensschrei aus dem Dunkel nach oben. Dann war Ruhe.

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    Als Nienor sah, dass sich ein Stück vor ihnen erneut Minecrawler sammelten, rief sie Dumak an und warf ihm die Fackel herüber. Für den Bogen brauchte sie beide Hände. Der Sänger fing die Fackel geschickt mit einer Hand auf. Nienor hingegen zog den Bogen aus dem Futteral, wo er auf ihrem Rücken gut verstaut war und nahm sich danach einen Pfeil aus dem Köcher. Eines der magischen Lichter, welche die Magier beschworen hatten, war weit zu der neuen Gruppe an gerade heraneilenden Crawlern herübergeschwebt und erhellte die Szenerie gut genug für ein paar gezielte Bogenschüsse. Die Kriegerin legte den Pfeil ein, spannte die Sehne und zielte kurz bei einem Crawler kurz oberhalb der Stelle, wo der Kopf in den Hals über ging. Dort war ihrer Meinung nach der Erfolg eines Treffers am größten. Der Kopf selbst war zu stark gepanzert - wenn nicht gerade eines der Augen getroffen würde, was sie als nächstes probieren wollte. Der Pfeil sirrte seinem Ziel entgegen und steckte fast im selben Augenblick schon im Rücken des Crawlers, der noch ein lautes, schabendes Geräusch von sich gab und dann auf dem Boden liegen blieb. Dafür krabbelten schon wieder zwei neue aus der Ferne heran und würden die Gruppe bald erreicht haben.

    Nienor hatte schon den nächsten Pfeil aufgelegt, da erbebte die Luft und der Dämon schälte sich plötzlich aus dem Nichts.
    »Diese ganze Magie wird noch einmal unser Untergang«, seufzte sie in düsterer Vorahnung.
    War es nicht immer die Anwendung von Magie gewesen, die die Menschen ins Unglück gestürzt hatte? Im Minental damals war es außer Kontrolle geraten und hatte viele Menschen für viele Jahre gefangen gesetzt, auch die, die das gar nicht geplant hatten. Oder der Drache, der vor einigen Jahren Argaan bedrohte? War das nicht auch eine Art magischer Kreatur? Wer wusste schon, welch Magie ihn erschaffen hatte. Oder ihre eigene Gefangenschaft unter dem Gebirge, aus der sie Esteban geholt hatte? Auch diese war durch Magie zustande gekommen. Und jetzt ein Zauberspruch nach dem anderen, so als ob es das Natürlichste auf der Welt wäre, ständig mit Kräften zu spielen, die kein Mensch zur Gänze verstand. Dabei veränderte jede gewirkte Magie die Welt, war sie sich sicher.

    Die Ablenkung durch den von Esteban beschworenen Dämon und ihre Gedanken hatten nur wenige Augenblicke gedauert, dann ließ sie den nächsten Pfeil von der Bogensehne schnellen. Dieser bohrte sich nun in eines der großen Augen des Tieres, woraufhin er zusammenbrach. Achtlos krabbelten die anderen beiden seiner Art an ihm vorbei, weiter auf die Eindringlinge zu.
    Dann wirbelte der Dämon, für den sie angesichts des Kampfes, in dem sie und die anderen gerade steckten, keine Aufmerksamkeit übrig hatte, mit seinen Pranken einige der Crawler durcheinander.
    Noch einen Pfeil konnte Nienor abschießen, ehe die Crawler erneut so nahe waren, dass sie mit ihrem Bogen keinen Vorteil mehr hatte. Sie verstaute ihn mit einer schnellen Bewegung wieder dort, wo er bis vor Kurzem noch hing und zog erneut ihr Schwert. Der Nahkampf gegen die Crawler stand bevor, als ein Donnerschlag ihre Wachsamkeit von den Gegnern ablenkte. Und dann sah sie, wie Esteban plötzlich verschwand. Und einen Lidschlag später, fast gleichzeitig als sie begriff, dass der Magier gerade abgestürzt war, löste sich der Dämon in eine Wolke glänzender Splitter auf, die im selben Abgrund verschwanden, in den der Magier gefallen war.
    »Wir haben Esteban verloren!«, rief sie laut, doch hatten die anderen dies sicher auch nicht übersehen können, so effektvoll, wie es geschehen war.
    Nienor wusste, zuerst musste die Bedrohung hier oben überwunden werden, ehe sie sich um den verschwundenen Magier kümmern konnten.

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    EM 2016 Fanta4 Sieger ^_^  Hirni's Avatar
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    Hirni is online now
    Hirni war sich nicht sicher, ob das was er gerade gesehen hatte Real war... oder doch nur Illusion?
    Waren sie gerade wirklich Zeuge gewesen, wie Esteban von dem eben selbst beschworenen Dämonen in die Tiefe befördert wurde um sich dann selbst zu zerstören?
    Oder war dies reine Schauspielerei? Doch wozu?
    Nötig hatten sie hier gerade ganz andere Zauber, als solch Robentaschenmagie.
    Völlig irritiert versuchte Hirni nun, sich der Massen an Crawlern zu erwehren. Sein Dämon war zu langsam.
    Er erkannte langsam, das er hier nicht viel ausrichten konnte mit dem schweren Steinkoloss. Zu behäbig war dieser.
    Um die agressiven Insektoiden nicht zu nah an sich heran kommen zu lassen, schlug Hirni mittlerweile mit seinem Kampfstab nach Ihnen und versuchte gleichzeitig, seine magischen Kräfte für neue Sprüche zu nutzen. Ein Drahtseilakt!

    Mit der Schattenflamme kam er hier nicht weit, zu dick war der Panzer der Crawler.
    Zombies und Golems sind beide zu langsam. Also musste es vielleicht etwas wendiges, schnelles sein was Ihm hier helfen konnte.
    Und so, ob der vielen Toten Minecrawler rund um sie herum ließ er sich inspirieren, und versuchte es selbst mit einem untoten Skelettkrieger.
    So hatten sie immerhin eine Klinge mehr im Kampf gegen die Biester, die scheinbar einfach nicht Nachgeben wollten und ihre Königin plus Brut vehement verteidigten.
    Dennoch blieb die Frage offen: Was war mit Esteban geschehen?
    Nachsehen konnte Hirni nicht, dafür war er zu sehr beschäftigt nicht selber Opfer zu werden...

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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    »Das darf doch nicht wahr sein!«, rief Dumak aus, als er sah, wie Esteban vom Abgrund verschlungen wurde und sich gleichzeitig der eben erst beschworene Dämon wieder auflöste.
    Eben noch sah es aus, als wären die Minecrawler, die ihr Nest verteidigen wollten, ihnen völlig unterlegen - und einen Augenblick später hatte sich das Spiel plötzlich völlig gewandelt. Der Dieb warf verzweifelt mit seinen Messern um sich, versenkte eins nach dem anderen in den Augen der heranstürmenden Minecrawler oder versuchte es zumindest, musste aber erkennen, dass die Durchschlagskraft dieser Waffen nicht hoch genug war, um wirklich nachhaltigen Schaden bei diesen Bestien anzurichten.

    Endlich hatte Hirni den Einfall für einen neuen Zauber. Das Skelett war wirklich eine Erleichterung. Es lenkte einige Minecrawler von den anderen der Gruppe ab, die ebenfalls mit allen Mitteln kämpften, um sich der Plage zu erwehren. Und obendrei schlug es mit seinem großen Schwert noch höchst erfolgreich auf die Gegner ein. Dumak sah, wie Nienor wieder zum Bogen gewechselt war, und ein, zwei der Crawler-Krieger, die das beschworene Skelett Hirnis attackierten, mit gezielten Pfeilschüssen unschädlich machte, ehe sie den beschworenen Bundesgenossen noch einen Arm oder ein Bein mit ihren großen Zangen abknipsten. Doch das bekam er nur aus den Augenwinkeln mit, denn gerade musste er sich selbst eines hartnäckigen Angreifers erwehren. Mit der von Nienor übernommenen Fackel stieß er nach vorne. Wie alle Tiere hatte auch der Crawler Angst vor den Flammen und wich zurück, nur um gleich erneut nach vorne zu stoßen. Seine Zangen klapperten in der Luft nahe an Dumaks Kopf vorbei. Schnell streckte er den Arm, der die Fackel hielt, erneut nach vorne, um wieder Abstand zwischen sich und dem Gegner zu bringen. Wenn er doch nur mit einem Schwert ordentlich umgehen könnte ... obwohl, hier wäre eine Lanze noch viel sicherer, möglichst lang bitte. Hauptsache, Abstand. Stattdessen hatte er nur seine kurzen, spitzen Messer.

    Er versuchte, sich auf den Kopf des Crawlers zu konzentrieren und dabei die Fackel weiter möglichst weit vor sich zu schwenken, um ihn auf Abstand zu halten. Und dann schleuderte er das Messer mit voller Kraft direkt ins Auge dieses Mistviehs.
    Jetzt endlich, aus der Nähe, besaß das Messer genug Kraft, um durch den Schädel bis ins Hirn des Rieseninsekts einzudringen. Triumphierend hob Dumak die Fackel und stieß einen Siegesschrei aus. Dabei war es doch nur ein einziger Crawler gewesen, den er geschafft hatte.
    »Hirni«, rief er dann, einer plötzlichen Eingebung folgend, »die Crawler-Königin. Wenn sie fällt, nehmen sie sicher alle Reißaus, denn dann haben sie nichts mehr zu verteidigen!«
    Es war nur eine verzweifelte Idee, aber sie könnte vielleicht funktionieren.

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