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  1. #41 Reply With Quote
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    [Bild: WoP_Javier_B_riault1.png]

    Nachdem Lisbeth die Geschichte Kabrons kommentiert hatte, fgte sie noch hinzu, ihrem Mann Friedrich davon zu erzhlen, in der Hoffnung, er wisse etwas darber.

    Auch Maximus bekrftigte die Tatsache, dass er noch nie etwas ber eine goldene Schuppe gehrt htte. Er kam sogar auf die abstruse Idee, dass man irgendwann die Drachen fr Mrchen halten knne. Aber wer wei - eine Zeitlang waren die Drachen ja schon von der Bildflche verschwunden gewesen, bis sie dann 9:30 zurck gekehrt waren - dem Jahr, in dem auch die Fnfte Verderbnis kam.

    Er stellte auch die berlegung an, ob der Drache bereits schwanger war als er den goldenen Ritter verschlungen hatte. Vielleicht war die Rstung ja magisch, wie die Drachen selbst und so verschmolzen sie zu einer Art Einheit.

    "Das ist eine interessante Idee, Maximus. Nun, mit Schwangerschaften kenne ich mich nicht ganz so gut aus wie vermutlich unsere werte Lisbeth, doch haben meine Frau und ich ja selbst drei Kinder. Da wei ich zumindest, dass Frauen in der Zeit die auergewhnlichsten Gelste verspren knnen. Und Magie - das ist so eine Sache fr sich. Fr unmglich halte ich dies aber nicht."

    Bevor er jedoch in eine weitere Diskussion ber Magie und Schwangerschaften verwickelt werden konnte, ergriff Tobrin das Wort. Auch er hatte eine auergewhnliche Geschichte zu erzhlen. Eine Geschichte ber Paragons und die Tiefen Wege. Sie war so faszinierend, schlielich ging es um einen verlorenen Teil der Geschichte der Zwerge. Er konnte sich noch gut an das letzte Jahr erinnern, als Tobrin ber die Karte der Tiefen Wege befragt worden war.

    "Sagt an, Tobrin, dass die Legion der Toten Euch errettet hat, ist wahrlich Ehrensache. Doch war nicht auch zufllig ein Grauer Wchter unter ihnen? Aber ich befrchte eher nicht, denn sonst htten vermutlich mehr Zwerge Eurer Expedition berlebt. Aber diese Tatsache lsst sich nun nicht mehr ndern. Und mit der Ehre ist es tatschlich so eine Sache. Die ist bei uns in Orlais auch eigentlich ganz wichtig und wehe, sie wird in irgendeiner Weise verletzt."

    Javier verstummte, schien ganz in Gedanken versunken an Geschehnisse, die nur er kannte.

    Was darf ich den ehrenwerten Gsten noch bringen? Ein Getrnk? Etwas fr den Nachtisch oder einen guten Schnaps? Diese Worte schreckten Javier aus seinen Erinnerungen. "Oh, ein Nachtisch wre perfekt. Wie wre es mit einer Kseplatte mit Trauben und Feigensenf? Mchte sonst noch Jemand eine? Oder vielleicht einen Haselnusspudding? Dazu htte ich dann gerne einen guten Met und vielleicht trinke ich mit unserer Lisbeth einen leckeren Kirsch- oder Heidelbeerlikr, wenn sie denn mchte." Er blickte erst in die Runde, bis sein Blick dann an Lisbeth hngen blieb.
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  2. #42 Reply With Quote
    Legende Annalena's Avatar
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    [Bild: lisbeth.jpg]
    Nach ihr uerte sich Maximus zu Kabrons Geschichte und seine berlegungen lieen Lisbeth nachdenklich werden. In einer Schwangerschaft kann viel passieren, sie selbst knnte darber Gedichte schreiben, hatte sie doch selbst acht Mal das Vergngen, doch ob die Brut eines trchtigen Drachens sich noch verndern knnte sie kannte sich natrlich mit Drachen nicht aus und war sich unschlssig. Ihre Gedanken wurden unterbrochen als Tobrin seine kleine Schinkenplatte komplett geleert hatte und nun selbst eine Geschichte zum Besten geben wrde. Einige uerungen der anderen Gste, die nicht zum Stammtisch gehrten, zeigten, dass sie auch zuhrten.

    Lisbeth lauschte dem Zwerg und Schauer jagten ihr ber den Rcken. Nachdem sich Kabron geuert hatte, legte er die Drachenschuppe auf den Tisch um sie zeigen. Lisbeths Augen weiteten sich und da Kabron nichts dagegen sagte, nahm sie die Schuppe vorsichtig in die Hand um sie genauer zu betrachten. Sie besteht aus echtem Gold, das ist sicher. Sie legte sie wieder hin um den Anderen die Mglichkeit zu geben sie auch zu betrachten. Sie war aus echtem Gold, ob sie jedoch angefertigt wurde oder tatschlich von einem goldenen Drachen stammte war schwer zu sagen. Sollte sie jedoch angefertigt worden sein, dann war es von einem wahren Knstler und sie wsste niemanden, der so eine schne Arbeit erledigen konnte. Selbst ihr Friedrich wrde das nicht anfertigen knnen und er war der beste Schmuckschmied, den es gab.

    Der Wirt erschien an ihrem Tisch etwas atemlos und fragte nach ihren Wnschen. Nachdem Javier seine Bestellung aufgab blickte er sie an und fragte sie was sie trinken wollte. Leider wrde ein Likr sie sofort betrunken machen, doch einen Wein wrde sie nicht abschlagen. Ich htte gern noch einen Krug von dem sen Wein. Zum Nachtisch nehme ich einen einfachen Pudding aus Vanille.

    Sie nickte Javier lchelnd zu bevor sie sich an Tobrin wandte. Eine sehr schne Geschichte Tobrin auch wenn ich es gruselig fand. Sie schauderte ein wenig bevor sie fortfuhr. Ich habe schon einige Geschichten ber die Tiefen Wege gehrt und jedes Mal jagt es mir Schauer ber den Rcken. Ich wrde vor Panik erstarren sollte ich jemals in die Verlegenheit kommen in die Tiefen Wege hinabsteigen zu mssen. Allein der Gedanke keinen Himmel ber den Kopf zu haben sondern nur Stein nein, mich wrde niemand dazu bringen in die Tiefen Wege zu gehen. Ganz zu schweigen von den Kreaturen, die im Dunklen lauern. Lisbeth schauderte es noch einmal bevor sie den Kopf leicht schttelte um die negativen Gedanken zu vertreiben.
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  3. #43 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    [Bild: WoP_TSchw1.png] Der Wirt der Taverne Zum mden Adeligen freute sich, als er die ersten Bestellungen zum Nachtisch aufnehmen konnte. Er wusste schon was er die nchsten Monate machen wrde. Das Stammtischgericht aus drei Gngen wrde es geben und er konnte es ja immer variieren. Sogar etwas fr Zwerge wrde dabei sein. Und um es den Zuhrern an dem Nachbartischen auch schmackhaft zu machen wiederholte er:

    Also fr den ehrenwerten Javier Briault eine Kseplatte mit Trauben und Feigensenf und ein Met sowie fr unsere liebenswrdige Lisbeth einen Krug von dem sen Wein sowie einen Pudding aus Vanille. Darf es fr euch Javier trotzdem ein Kirschlikr sein? Was darf ich den anderen bringen? Und fr den werten Tobrin ich htte da Cantaloupe Melone in Spalten berlegt mit feinstem Hhlenschinken feurig mit grnem und rotem Pfeffer nachgewrzt.
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  4. #44 Reply With Quote
    Wort-Spinner  Dawnbreaker's Avatar
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    [Bild: Valdim.jpg]

    Valdim vertiefte sich so sehr in die Speisekarte, dass der Wirt von ihm sicherlich nur die spitzen Ohren sah. Eigentlich war er satt, aber die Kstlichkeiten frohlockten geradezu, allesamt probiert zu werden. Und man sollte gar nicht meinen, was in einen schmchtigen Elfen so alles hinein passte. Schlielich tauchte er hinter der Karte wieder auf und rief dem Wirt seine Bestellung zu: Fr mich bitte einen Krutertee mit Honig zur Verdauung. Erneut studierte er die Karte und hoffte, damit nicht die Geduld des Wirtes zu strapazieren. Habt Ihr noch von dieser leckeren Pastete?

    Zufrieden mit seiner Wahl wischte sich der Elf noch einmal ordentlich die Finger mit der Serviette ab und tippte mit dem Zeigefinger vorsichtig die goldene Drachenschuppe an. Kein Zweifel, sie war massiv und zeigte die gleiche Struktur, wie er sie einmal an einer aus Drachenschuppen gefertigten Rstung gesehen hatte. Erstaunlich, murmelte er fasziniert.

    Auch Tobrins Schilderungen ber die Tiefen Wege waren beraus interessant. Valdim konnte sich nicht im mindesten vorstellen, wie es sich unter der Erde lebte. Er hatte viel ber Orzammar gehrt, fand es aber beunruhigend, den Himmel und die Sterne nicht mehr sehen zu knnen. Nicht zu wissen, ob es Tag oder Nacht war, wrde ihm sicher den Verstand rauben. Vielleicht waren Zwerge deswegen so trinkwtig? Es musste doch ziemlich frustrierend sein, immer nur Stein um sich herum zu sehen.

    Seine Gedanken drifteten ab, hinaus in die Wlder. Wie oft hatte er nachts auf einem Baum gesessen und versucht, die Sterne zu zhlen. Als Kind hatte er oft mit den anderen am Lagerfeuer gesessen und den Geschichten der Alten zugehrt. Meistens waren es gut verpackte Warnungen und Verhaltensmaregeln, welche die jungen Elfen auf angenehme Art verinnerlichen sollte. Trotzdem hatte sich Valdim eines Nachts aus dem Lager geschlichen. Er war damals erst sieben oder acht Jahre alt gewesen und voller Abenteuerlust. Was ihm da geschehen war, wrde sicher ebenfalls eine gute Geschichte abgeben. Vielleicht sollte er nur nicht erwhnen, dass sie ihm wirklich passiert war?
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  5. #45 Reply With Quote
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    "Cantaloupe Malone" ... "in Spalten" ... "berlegt mit feinstem Hhlenschinken" ... "feurig mit grnem und rotem Pfeffer nachgewrzt" ... wiederholte der zwergische Hndler die Idee des Wirtes zum Nachtisch. Wobei er in den Pausen mit einem Messer auf der runden Holzplatte den verbliebenen Schinken seines zweiten Ganges zusammenschob, um diesen etwas zu ordnen. Gute Idee, antwortete er und fgte an: Nehme ich.

    Dann schaute er zu Kabron, der ihn gefragt hatte: "Ich nehme an, die Neuadligen sind nun nicht mehr so erpicht darauf, in den Thaig zurckzukehren?" Er grummelte etwas und sagte dann klarer: Bester Kabron. Wer will das Wissen. Der Stein ist wie Honig. Und bekanntlich fngt mit einem Lffel Honig man mehr Fliegen als mit einem Fass voll Essig. Die Tiefen Wege haben schon etwas Anziehendes. Er nahm sich noch einen Schluck und sagte dann zu dem Hndler aus Val Royeaux: Ich glaube, da habe ich mich nicht przise ausgedrckt. Die Legion der Toten hat mich nicht gerettet. Ich war bei der Expedition dabei, bei dem den Namen fr die neue Karte der Halle der Bewahrung kartografiert wurden. Er ist erst spter zum Dank dorthin und musste gerettet werden. Aber ein Grauer Wchter ..., Tobrin hielt inne, schttelte den Kopf. Nein, von einem der Wchter wurde nichts berichtet, da htte es auch mehr sein mssen, die zurckgekommen sind.

    Und zu Maximus sagte Tobrin: Ihr hattet eine Drachenschuppe in den Hnden? Potzdonner! Erlebt man auch nicht alle Tage. Wie er dass so erklrte, schaute er zu dem Wirt und sagte noch: Einen Schnaps zum Ende, wie zum Beginn, das wre gut.
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  6. #46 Reply With Quote
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    [Bild: Maximus.PNG]

    Seine Freunde am Stammtisch bestellten fleiig, whrend Maximus noch berlegte was er essen sollte. Ihre Wnsche waren teils mehr als auergewhnlich, klangen aber allesamt sehr lecker. Der Hauptgang hatte bereits gemundet, sein Bauch war voll und doch wollte er sich einen kleinen Nachtisch nicht entgehen lassen. Als der Wirt wieder an den Tisch kam, uerte Maximus seinen Wunsch. Ich htte gerne einige belegte Brote mit rohem Mett, dazu Zwiebeln, darauf etwas Salz, Pfeffer und ein paar kleine getrocknete Paprikastcke. Der Wirt notierte eilig den Wunsch und fragte gleich darauf ob es noch etwas zu trinken sein drfte. Ich nehme einen weiteren groen Humpen Bier, da kann man nichts falschen machen. Er grinste vor sich hin. Es war schon lngere Zeit her das er so viel getrunken hatte, doch dank des ausgiebigen Mahls vertrug er den Alkohol problemlos.

    Torbin erhob das Wort an ihn. Ihr hattet eine Drachenschuppe in den Hnden? Potzdonner! Erlebt man auch nicht alle Tage. Ihr sagt es, in meinen ganzen Jahren als Hndler hatte ich nur zwei Mal die Mglichkeit solche Schuppen zu besitzen. Man kann dafr sehr gute Preise erzielen, am besten sollte man sie auf einer Auktion verkaufen wo mehrere Kunden darauf bieten. Aber hten muss man sich trotzdem, solch eine Seltenheit zieht Schurken magisch an. Maximus konnte sich noch gut an den Lump erinnern der damals versucht hatte ihn eine Schuppe abzuringen. Dem Schuft war es schlecht ergangen. Sich mit einem ehemaligen Soldaten anzulegen war sein letztes Verbrechen ehe er fr mehrere Jahre in einer dunklen feuchten Zelle in Marothuis sitzen wrde, jenem Ort in Tevinter der am Beginn der stlichen Berge lag.
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  7. #47 Reply With Quote
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    [Bild: WoP_Javier_B_riault1.png]

    Nachdem Lisbeth die Schuppe betrachtet hatte, nahm Javier sie entgegen. Er betrachtete sie eingehend und testete sogar mit seinen Zhnen ihre Echtheit. Wre es nmlich Blei, welches mit einer dnnen Goldschicht versehen worden wre, htte man eindeutig die Bispuren gesehen. Auch schmeckte es nicht nach Messing, sondern eher neutral. Aber es gab noch einen anderen Geschmack, den er nicht kannte. Von der Drachenschuppe?

    "Zumindest scheint es tatschlich Gold zu sein, auch wenn ich mir noch nicht wirklich sicher bin, ob es tatschlich eine Drachenschuppe ist oder nur ein Goldklumpen, der wie eine Schuppe geformt wurde. Nichts desto trotz wrde ich diese Schuppe gerne erwerben." Mit diesen Worten wandte sich Javier an Kabron.

    Der Neue in ihrer Runde, der Hndler Valdim, tippte nun seinerseits an die Schuppe. Javiers Blick fiel auf den Ring an seinem Finger. Diesen hatte er vorhin schon Lisbeth gezeigt. "Einen wunderschnen Ring habt Ihr da. Die Elfenarbeiten sind einfach faszinierend und kunstvoll gearbeitet. Hat dieser Ring auch eine Geschichte?" Erwartungsvoll blickte er den Dalish an.
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  8. #48 Reply With Quote
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    Valdim zuckte erschrocken zusammen, als er Javiers Frage vernahm. Er blickte versonnen auf den Ring aus Hallahorn, den er stets am Finger zu drehen pflegte, wenn er nachdachte. Eine unbewusste Geste. Das Kleinod zeigte einen Wolf, der vor einem Wasserfall stand, der aus dem Himmel zu kommen schien. Das Motiv bedeckte den Ring rundherum, sodass der Wolf auf Wolken zu gehen schien.

    „Mein Clan erzhlt sich von einem Jungen, den es stets in die Wlder zog, wann immer er sich der elterlichen Aufsicht entziehen konnte. Er liebte die Natur, das leise Rascheln der Bltter, wenn der Wind ber die Bume hinwegstrich. Das Pltschern des Regens, Tropfen die von einem Blatt zum anderen und schlielich zu Boden fielen. Den Geruch des Mooses, weich wie die Pflanze selbst. Oft lag er einfach im Gras und lauschte den tausenden Geschichten, die der Wind davon wehte.
    Er galt als Trumer, belchelt von seinen Altersgenossen und gergt von den lteren. Nur die Hterin wusste, was er dachte und sprte. Und sie hatte Angst, dass ihm das Gleiche widerfahren knnte, wie ihr einst. Sie versuchte ihn zu beschtzen, indem sie ihn in der uralten Magie der Elfen unterrichtete, aber das brachte ihm nur noch mehr Spott ein. Dem Jungen schien dies nichts auszumachen und in jener Nacht folgte er wieder dem leisen Ruf des Waldes. Er kletterte aus dem Aravell und schlich sich davon, lediglich mit einem Messer bewaffnet. In jener Nacht, in der er den Wolf das erste Mal traf.
    Er wusste nicht, wer oder was ihn fhrte, aber er fand seinen Weg ohne ein einziges Mal zu straucheln. In uralten Ruinen lie er sich nieder. Er wusste nicht, ob dieser Ort berhaupt jemandem bekannt war und ob jemand hier nach ihm suchen wrde. Er wartete bis das Gebsch sich vor ihm teilte und ein riesiger weier Wolf erschien. Das Licht des Mondes lie das edle Tier noch heller erstrahlen. Er setzte sich vor den Jungen und dieser streckte die Hand aus. Das Fell war so weich wie das Moos. Er streichelte den Wolf und fragte, warum dieser ihn an diesen Ort gefhrt hatte. Das Tier sprach mit tiefer Stimme: ‚Einst wohnten hier die Gtter.‘
    Die Ruinen verschwammen und an ihre Stelle traten filigrane Gebude, die zum Teil in der Luft schwebten. ‚Dies ist Arlathan‘, sagte der Wolf traurig und dem Jungen kamen die Trnen, obwohl er den Grund nicht wusste. Er stand auf und ging auf einen groen Spiegel zu, dessen Oberflche blau schimmerte. Er blickte den Wolf fragend an. ‚Und das ist ein Eluvian, mit dem die Elfen durch ganz Thedas reisten.‘
    Sie gingen ein Stck des Weges, kamen vorbei an Tempeln, die hoch bis in den Himmel ragten. An kunstvollen Statuen und sahen Elfen in metallisch schimmernden Rstungen. Niemand schien von den beiden Notiz zu nehmen. ‚Warum zeigst Du mir das alles?‘
    Der Wolf fletschte die Zhne und schien zu lcheln. ‚Weil Du ein Trumer bist. Nicht ich bin es, der diesen Ort lebendig macht, sondern Deine Phantasie, deswegen haben Deine Leute Angst vor Dir.‘
    ‚Aber ich tue doch keinem weh‘, klagte der Junge.
    ‚Die grte Waffe ist nicht das Schwert.‘ Sie kamen an eine Mauer und der Wolf deutete mit einem Kopfnicken auf den Wasserfall, der aus den Wolken zu fallen schien. ‚Sondern Geduld und Sanftmut. Auch ein Tropfen kann einen Stein spalten.‘
    Das Wasser ergoss sich in einen silbern glnzenden See und der Junge trank davon. Er versprte keinen Hunger mehr. ‚Wie heit Du?‘
    Der Wolf neigte den Kopf etwas zur Seite. ‚Man nennt mich Fen‘Harel.‘ Der Junge wurde mde, setzte sich ins Gras und bettete sein Haupt in weichem Fell, whrend das Tier ihn beschtzend warmhielt. Er wusste nicht, wie viele Stunden er geschlafen hatte, aber als er wach wurde, stand die Sonne hoch am Himmel und von weitem hrte er Rufe. Stimmen, die ihm bekannt vorkamen. Es waren die Jger seines Clans, die auf der Suche nach ihm den Wald durchstreiften.
    Der Junge stand auf und rieb sich die Augen. Hatte er das alles nur getrumt? Warum? Doch dann fand er etwas, das dort lag, wo sich der Wolf niedergelassen hatte. Es war ein Ring aus Hallahorn und die Gravuren sahen den Bauten, die er in der Nacht gesehen hatte, sehr hnlich. Er versteckte den Ring zuerst und rannte den Jgern entgegen.
    Natrlich gab es rger mit seinen Eltern, aber gegen Abend rief ihn die Hterin zu sich in ihr Aravell. ‚Was hast Du gesehen?‘ Sie bot ihm einen Becher Tee an und lchelte aufmunternd.
    ‚Arlathan, der Wolf hat es mir gezeigt‘, antwortete der Junge wahrheitsgem und zeigte ihr den Ring. Das Lcheln der Hterin wurde zrtlich. Sie nahm einen kleinen Lederbeutel ab, den sie immer um den Hals trug und legte den Inhalt in seine Hnde. Es war ein Ring aus Hallahorn.“

    Valdim lehnte sich zurck und nippte an seinem Krutertee. „Es ist seit langem blich, den jungen Jgern eines Clans ein Schmuckstck zu schenken, wenn sie die Prfungen bestanden haben. Es soll uns alle verbinden und daran erinnern, wer wir einst waren.“
    Dawnbreaker is offline
  9. #49 Reply With Quote
    Halbgttin Fawks's Avatar
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    Kabrons Schuppe machte eine groe Runde und wurde ausgiebig bestaunt.
    Tatschlich wollte Javier sie erwerben! Das freute den Hndler ungemein und er war sich sicher, am heutigen Abend noch ein wunderbares Geschft abschlieen zu knnen.

    Dann erzhlte auch der Neuling, der Elf Valdim, seine Geschichte, von einem Jungen, der des nachts ausgebchst war und hchst wunderliche Dinge erlebt hatte.
    Genieerisch lehnte er sich zurck, in der Linken Hand den Bucher mit Bet und trank langsam whrend er lauschte.
    Er wrde ja vermuten, dass der "Junge", der darin vorkam, der Elf selbst war.
    Aber vielleicht war er unter seinesgleichen gar nicht so anders? Kabron musterte die Ttowierung im Gesicht des Elfen und berlegte, wie das zu einem Standard eines Volkes werden konnte.
    Als Valdim fertig mit dem Erzhlen der Geschichte war, klopfte Kabron ihm freundschaftlich auf die Schulter. "Eine gute Geschichte war das, mein Bester! Du fgst dich hervorragend hier ein! Aber sag, was ist aus dem Burschen geworden? Ist er noch bei seinem Stamm?`Hat die Anerkennung der Hterin ihm etwas gebracht?" Er rusperte sich verlegen "Du musst verzeihen, ich kenne mich bei den Hierarchien der Elfen gar nicht aus".
    Fawks is offline
  10. #50 Reply With Quote
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    [Bild: Maximus.PNG]

    Eine schne Erzhlung Valdim! Maximus griff nach dem neuen Humpen Bier und nahm ein belegtes Brot das ihm der Wirt gebracht hatte. Es schmeckte vorzglich, die Beilagen auf dem Brot waren genau richtig dosiert worden, weder zu viel noch zu wenig, die frischen Paprikastcke rundeten den Gaumenschmaus ab. Der Junge von dem ihr erzhlt... Er machte eine knstlerische Pause um die volle Aufmerksamkeit zu bekommen. ....klingt fr mich fast wie ein Orakel, jemand der mit Gttern und bernatrlichen sprechen kann. So ein Mensch kann es weit bringen, wenn man seinen Worten lauscht und sie auch versteht. Er machte eine weitere Pause, diesmal ungewollt.

    Verzeiht, mein Freund. Natrlich gilt das auch fr Elfen oder Zwerge. Scheinbar geht ihr mit euren Klanbrdern und Schwestern - die so eine Geschichte erzhlen - besser um als das in meiner Heimat der Fall ist. Bei uns in Tevinter gab es auch solche Erzhlungen, genau wie dieser Junge hatten diese Personen manchmal sogar Beweise fr ihre Geschichten. Natrlich war nicht jeder Beweis so gut wie der Ring. Maximus lchelte. Er wusste natrlich selbst, das sein Volk keine Verbindung mehr zur Natur hegte, dennoch sah er einige Parallelen.
    Aber fr gewhnlich verliert man trotzdem seinen Kopf. Es wird nichts geduldet das anders ist, es wird niemand geduldet der anders ist. Er schluckte weitere Worte hinunter, im Normalfall erzhlte er nichts negatives aus seiner Heimat, es gab schon genug Schreckensnachrichten aus Tevinter, auch wenn nicht alle der Wahrheit entsprachen. Es gibt auch einen kleinen Kreis von Auserwhlten denen man geglaubt hatte, zum Beispiel dem berhmt berchtigten Ritter Konrad von Reinhardt.

    Maximus merkte das er weiter abgeschweift war als er wollte, er rusperte sich lautstark. Trinken wir drauf, das dieser Junge seine Prfung bestanden hat. Die Art wie er dieser Junge aussprach, lie es fr die Anderen offen ob er damit Valdim meinte oder nicht.
    Geiel Europas is offline Last edited by Geiel Europas; 04.03.2017 at 18:08.
  11. #51 Reply With Quote
    Wort-Spinner  Dawnbreaker's Avatar
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    [Bild: Valdim.jpg]

    Valdims Gesicht berzog eine leichte Rte, denn so viel Aufmerksamkeit war ihm hchstens zuteilgeworden, als die Jger ihn damals im Wald gefunden hatten. Allerdings wandelte sich seine anfngliche Freude ber Kabrons Lob in eine seltsam melancholische Stimmung, als Maximus von Tevinter erzhlte. Das Lcheln verrutschte dem Elf dann auch ein wenig, aber er bemhte sich, den Menschen die Lebensweise der Dalish etwas nher zu bringen. „Vor langer Zeit waren die Elfen durch Magie miteinander verbunden, welche sich in jedem Wesen, jeder Pflanze und jedem Ort zeigte. Die Magie ist in abgeschwchter Form immer noch da, nur kann sie nicht mehr jeder Elf spren. Sie sind abgeschnitten von ihrer Geschichte. Die Hter bewahren diese Magie und geben sie weiter. Sie kennen die Orte, an denen der Schleier besonders dnn ist. Dort vermischen sich Vergangenheit und Gegenwart. Wie in diesen Ruinen.“

    Er sah Kabron schmunzelnd an. „Den Jungen erwarteten daheim einige saftige Strafen seitens seines Vaters, fr den er eine Schande darstellte. Und so kam es, dass er fortan bei der Hterin lebte, die ihn ausbildete. Weniger in der Magie, sondern mehr in Kruterkunde, Kunst und Geschichte. Als seine Ausbildung abgeschlossen war, musste er den Clan verlassen.“ Er zwinkerte dem anderen zu. „Man sagt, dass sich das Verhltnis zu seinem Clan heute gebessert hat, denn er ging in die Stdte zu den Menschen und begann damit, Handel zu treiben. Davon profitiert sein Volk, das sich nicht selbst in die Nhe der Menschen traut.“ Valdim grinste. „Wenn ich mich so umsehe an diesem Tisch, dann ist das bedauerlich, denn man trifft mitunter sehr nette Leute.“

    Er stie mit seiner Teetasse gegen Maximus‘ hingehaltenen Becher und prostete ihm zu. „Auf die bestandene Prfung.“ Einen verhaltenen Seufzer unterdrckend nippte er abermals am Tee und stellte fest, dass dieser mittlerweile kalt geworden war, genauso wie seine Pastete, die er dennoch mit einem nie gekannten Appetit verdrckte. Allerdings fragte er sich, wer wohl Ritter Konrad war und hielt es fr unhflich, Maximus darauf anzusprechen.
    Dawnbreaker is offline Last edited by Dawnbreaker; 05.03.2017 at 10:49.
  12. #52 Reply With Quote
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    [Bild: lisbeth.jpg]
    Lisbeth a von dem hervorragenden Pudding whrend sie ab und an ein Schlckchen Wein trank. Die Anderen waren auch sehr angetan von Tobrins Geschichte und auch die goldene Drachenschuppe wurde immer noch bewundert. Es war Javier, der nun Valdim nach der Geschichte seines Ringes fragte und Lisbeth verga ihren Pudding und ihren Wein um nichts von der Geschichte zu verpassen, die sie sehr interessierte. Fasziniert lauschte sie der sehr schnen Geschichte und ein leichtes Seufzen entglitt ihr. Die Vergangenheit und Bruche der Dalish waren Menschen wie ihr nicht sehr bekannt und sie fand es sehr schade, dass sie nicht mehr erfahren konnte, obwohl sie es natrlich verstehen konnte, dass die Dalish den Menschen gegenber so misstrauisch waren. Bevor sie jedoch etwas sagen konnte, stellte Kabron eine Frage und Maximus forderte zum Anstoen auf. Lisbeth erhob das Glas und trank einen groen Schluck.

    Wunderschn, sagte sie nachdem der Elf geendet hatte. Ich bin schon immer sehr an der Kultur und an den Bruchen der Dalish interessiert und bin dankbar fr jede kleine Information ber sie. Lisbeth lchelte Valdim an bevor sie ihren restlichen Pudding a und sich von dem Wein nachschenkte.
    Annalena is offline
  13. #53 Reply With Quote
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    Tobrin genoss den Schinken, doch dieser schien bedrohlich zu schmelzen. So wie Schnee von der Sonne aufgesogen wird oder Butter in einem heien Tiegel dahin floss. Er war in seinem Element. Er freute sich immer auf diesen Stammtisch. Denn da war es ihm vergnnt. Sonst kam er nicht dazu und er kannte auch nur wenige, die solche eine Sorte fhrten und zu dem so zubereiteten. Und so hrte er meist mit einem halben Ohr zu, wenn seine Tischnachbarn sich unterhielten, etwas schwatzten oder sogar bei den Nachbartischen Stze aufgenommen wurden und weiter erzhlt. Er war ein guter Zuhrer. Manche sagte, er knne den Stein hren. Das war auch aus seiner Sicht nicht ber oder untertrieben. Es war genau so richtig. So wurmte beim ihm immer noch im Kopf die Frage: Was hatte den Javier Briault mit der Kaiserin zu tun? Aber er war sich eben nicht sicher, dem halben Ohr wegen. Klar war es Zwergensache bei den Geschichten der Hndler sich mehr zu konzentrieren. Doch der Schinken war auch nicht zu vernachlssigen. Und so war es fr ihn am Anfang eben ein Ring, denn er hatte ja schon viele ein seinem Zwergenleben gesehen und dieses kann ja bekanntlich recht lang dauern, den der Elf neben ihm zeigte. Aber die Worte: Weil Du ein Trumer bist rissen ihn los von seiner geliebten Schinkenplatte. Er legte unbewusst die Gabel zu Seite. Klar war die eh mehr im Stren, denn mit den Fingern lsst sich so eine Schinkenscheibe viel besser aufdrseln und gensslich Stckchen fr Stckchen in den Mund schieben. Aber hier war es etwas anderes. Er war wie gefangen. Denn wie oft waren sie selbst einen Traum hinterhergejagt. So eben wie man einen Nug fangen will. Nur diesen hat man auch zum Schluss in den Hnden, vorausgesetzt, man war geschickt genug. Ihm gefiel, was Valdim da erzhlte. Es war so voller Poesie. Eben Elfen-Poesie. Frei von vielen Dingen. Ihm kam selbst seine Geschichte von der Dalish aus dem Brecilianwald in Erinnerung, die ausgeschickt worden war, ein Horn der Spinnenknigin aus den Tiefen Wegen zu holen.

    Als sein Nachbar geendet hatte und an seinem Krutertee nippte schaute Tobrin mit Entsetzten auf seine Schinkenplatte. Alles schien so wie vorhin. Nichts war weniger geworden. Und das sollte schon etwas heien. So musste er einfach etwas sagen dazu und um diesem auch Gewicht zu verleihen hob er seinen Krug und sprach: Dann lasset uns anstoen auf den Ring aus Hallahorn und auf den, der es uns so vortrefflich erzhlt hat. Bei allen Brontos, die ich kenne und ich kenne eine Menge, es ist fr wahr einer der besten Erzhlungen ber die Elfen berhaupt.

    Damit erhob er sich, so gut es eben mit seiner Gre ging, und hielt seinen Krug in Richtung Mitte des Tisches. Und sah, wie die anderen es ihm gleich taten, dabei eben jeder mit dem Getrnk, das er bevorzugte. Und wie alle so im Hinsetzen waren und er sein Kissen zurechtrcken musste, schaute er zu Javier und sagte: Heye, Javier, Hndler aus Val Royeaux , was hat es mit der Kaiserin auf sich, fr die ihr etwas Besonderes bentigt?
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  14. #54 Reply With Quote
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    [Bild: WoP_Javier_B_riault1.png]

    Gebannt lauschte Javier der Geschichte des Dalish von einem Jungen, der wohl die alten Ruinen der Dalish gefunden hatte. Er hatte schon von solchen Ruinen gehrt, allerdings noch keine selbst gesehen.

    Nachdem Maximus, Lisbeth und auch Tobrin ihre Empfindungen kund getan hatten, lobte nun auch Javier die Geschichte.

    "Eine sehr schne und lehrreiche Geschichte, die Ihr da erzhlt habt, Valdim. ber die Elfen erfhrt man bedauerlicherweise nicht viel, da ist so etwas richtig erfrischend. Da steigen gleich Erinnerungen an die Geschichte unseres werten Tobrin hoch."

    Anschlieend erhob Tobrin seinen Krug um auf den Ring und die wundervolle Geschichte anzustoen. Natrlich lie Javier sich nicht zwei Mal bitten.

    Heye, Javier, Hndler aus Val Royeaux , was hat es mit der Kaiserin auf sich, fr die ihr etwas Besonderes bentigt? fragte nun Tobrin.

    "Nun, dies ist gleich erklrt. Frher war das System der Adelstitel in Orlais das reinste Labyrinth: Es gab Barone, Baronnes, Baronets, Unterbarone und viele andere, alle mit eigener Herkunft und genau festgelegten Unterschieden. Die orlaisianische Aristokratie ist sehr alt und grndet auf dem Gedanken des Wettstreits. Der gesamte Adel nimmt an diesem Groen Spiel, wie es genannt wird, teil, ob nun freiwillig oder nicht. Es geht dabei um Ruf und Patronat. Zge werden durch Gerchte gemacht, und die Hauptwaffe ist der Skandal. Es ist kein vornehmes Spiel. Das Groe Spiel hat schon mehr Blut gefordert als jeder Krieg, den Orlais gefhrt hat. Zumindest versichert das hier jeder Mann von Ehre. Denn unsere aristokratische Gesellschaft ist bsartig und zeichnet sich dadurch aus, indem sie neidisch um die angeblich Starken herumschwnzelt. Barden unterhalten hufig Edelmnner auf ihrem Spielfeld trotz ihrer Rollen als Spione, Mrder und Saboteure fr ihre Arbeitgeber, die gewhnlich andere Edelmnner sind. Edelmnner begren solche Unterhaltungsknstler mit vollen Kenntnissen, dass irgendwelcher ein Barde sein knnte; die Erregung, einen Spion zu berlisten, ist ein Begriff, dem die Aristokratie von Orlais kaum widerstehen kann.

    Was die Titel angeht, so nderte sich alles mit Kaiser Drakon, der das orlaisianische Reich, wie wir es heute kennen, und auch die Kirche begrndet hat. Niemand wird in Orlais mehr verehrt. In Val Royeaux steht eine Statue von Drakon, die ebenso gro ist wie die von Andraste. Drakon war der Ansicht, dass das Groe Spiel Orlais den Untergang bescheren wrde, darum schaffte er smtliche Titel ab, mit Ausnahme seines eigenen sowie Lord und Lady. Amsiert wurde mir erzhlt, dass dadurch jedoch keineswegs das Groe Spiel beendet wurde, wie Drakon vorgehabt hatte. Seither sammeln die Lords und Ladys stattdessen inoffizielle Titel wie "erhabener Gnner von Tassus Klay" oder "Onkel des Champions von Tremmes". Sich die Titel alle zu merken, verursacht Kopfschmerzen, und die armen Verknder bei Bllen sind zu bemitleiden, die sie bei jedem Gast herunterrattern mssen, der den Saal betritt.

    Die Aristokratie unterscheidet sich auch in anderen Aspekten von der Fereldens. Der Herrschaftsanspruch leitet sich in Orlais direkt vom Erbauer her. Verdienste spielen keine Rolle, und so etwas wie Rebellion ist ebenfalls gnzlich unbekannt. Wer nicht von Adel ist, arbeitet darauf hin oder zumindest darauf, einen Adeligen als Gnner zu haben. Es geht darum, die Gunst von jenen zu erwerben, die im Groen Spiel eine hhere Position einnehmen.

    Diese Geschichte handelt von solch einem Spiel."

    Javier nahm noch einen groen Schluck von seinem Wein, danach lehnte er sich lssig auf seinem Stuhl zurck und hob an zu erzhlen:

    Ich verlange, dass Ihr ihn ttet. Wie Ihr das tut, ist Euch berlassen. Hier in diesem Beutel befinden sich wie versprochen 50 Sovereigns, die Ihr sofort erhaltet und weitere 50 Sovereigns, wenn der Auftrag erledigt wurde.
    Akuma senkte leicht den Kopf. Viel Geld fr den Tod eines einzigen Mannes.
    Seid Euch gewiss, Baron Cloutier, dass ich Euren Auftrag umgehend ausfhren werde.
    Sie hielt seinem Blick stand. Wende niemals einem Feind den Rcken zu. Denn keiner ihrer Kunden war ein Freund. Raoul, die Leibwache des Barons, erhob seine Hand, doch der Baron winkte nur ab und drehte sich von Akuma fort. Damit war sie entlassen.

    Die beiden Mnner nicht aus den Augen lassend, verlie sie das Anwesen und machte sich sofort auf in ihr sicheres Haus, wo sie alles in die Wege leitete, ihren Auftrag auszufhren. Ihr Opfer musste beschattet werden, seine Gepflogenheiten und Eigenarten herausgefunden werden. Sie war schlielich keine Dilettantin. Wenn die Bezahlung stimmte, tat sie alles dafr, selbst einen Auftragsmord. Das gehrte nun einmal zum Groen Spiel. Die Regel des Spiels ist ganz einfach: Alles wird akzeptiert, sogar bis hin zum Mord, solange der Spieler nicht gefangen wird. Paradoxerweise jedoch, obwohl direkte Strflichkeit unerwnscht ist, werden Ehre und Anerkennung gefordert.

    Der Vater ihres Opfers gab ein groes Fest. Vermutlich wrde sogar die Kaiserin Celene I. selbst daran teil nehmen. Doch waren es bisher nur Gerchte. Am Stadthaus angekommen, nahm sie alles in sich auf. Die lange Schlange der Gste, alle mit ihren Masken. Natrlich. Kein vernnftiger Orlaisianer wrde sich der ffentlichkeit mit nacktem Gesicht prsentieren. Das war ja fast noch schlimmer, als tatschlich auf seine Kleidung zu verzichten. Schlielich zeigten diese Masken, wer zu welcher Familie gehrte.

    Sie setzte nun ihre eigene Maske auf welche nur ihre Augen bedeckte. Ein Mann trat auf sie zu. Da bist du ja. Ich habe dich schon erwartet. Akuma lchelte und ergriff seinen Arm. Gemeinsam schlenderten sie am Seneschall vorbei, nachdem ihr Begleiter seine Einladung vorgezeigt hatte. Die Feierlichkeiten waren schon im Gange, die Gste standen in Gruppen am Rande des Saales aufgereiht. Der Hausherr und seine Familie waren noch nicht zu sehen. Akuma mischte sich unter die Gste. Als Bardin hatte sie es gelernt, sich wie eine Adlige zu verhalten. Es war nicht das erste Mal, dass sie auf einem Empfang war.

    Als sie die Treppen hinauf in die oberen Rumlichkeiten stieg, stand er auf einmal vor ihr. Mit seiner Anwesenheit htte sie ganz und gar nicht gerechnet. Was tust du hier? raunte sie ihm erbost zu.

    Ohne ein Wort packte er sie am Arm, zog sie mit sich und fhrte sie in ein groes Schlafzimmer, in dem ein mchtiges Himmelbett stand. Akuma ffnete den Mund, um erneut ihre Frage zu wiederholen, doch er zog sie an sich und ksste sie leidenschaftlich. Sie erwiderte den Kuss ebenso leidenschaftlich, doch dann riss sie sich los und blickte ihn mit groen Augen an, ihre Lippen von dem Kuss gertet. Sie atmete hastig. Schon seit einem halben Jahr trafen sie sich heimlich. Aber ihn hier in dem Haus anzutreffen, in dem sich ihr Opfer befand, irritierte sie. War er etwa ebenfalls ein Barde und ein Auftrag fhrte ihn hierher? Etwa der Gleiche, den sie hatte? Du hast meine Frage noch nicht beantwortet. Immer noch schwang unterdrckte Wut in ihrer Stimme mit. Was ich hier tue? Nun, ich wohne hier. Er klang belustigt. Sie setzte gerade zu einer Erwiderung an, als ihr Blick auf eine Maske fiel, die achtlos auf das Bett lag. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck, als sie die Erkenntnis berkam. Du bist es? rutschte es ihr raus. Nun reagierte er wachsam. Bin ich wer? Akuma haderte mit sich. Sollte sie ihm sagen, dass sie hier war, um ihn zu tten? Konnte sie es denn noch durchziehen? Sie wgte das Fr und Wider ab. Schlielich fasste sie einen Entschluss. Sie wrde ihm die Wahrheit sagen.

    Nachdem sie ihm alles gestanden hatte, wartete sie ngstlich auf seine Reaktion. Du musst das Land verlassen! Wenn es heraus kommt, dass du mich nicht gettet hast, wird der Baron dich suchen. Ich habe Freunde in Denerim, Ferelden. Dort wirst du in Sicherheit sein. Erneut zog er sie an sich und ksste sie. Denn trotz allem war sie die Liebe seines Lebens."

    Javier verstummte, in Erinnerungen versunken, fgte jedoch noch hinzu: "Doch dann kam alles anders als gedacht."
    Emerahl is offline
  15. #55 Reply With Quote
    Legende Annalena's Avatar
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    Nun fragte Tobrin nach nheren Informationen ber die Kaiserin von Orlais und warum Javier etwas Besonderes fr sie bentigte. Interessiert lauschte sie Javiers Erklrungen ber den orlaisianischen Adel und schttelte angewidert den Kopf. Sie konnte nicht verstehen, warum Menschen mit dem Leben von anderen spielten, als ob ein Leben nichts wert wre. Seine Geschichte war traurig und Lisbeth seufzte leise, da diese anscheinend kein glckliches Ende hatte. Sie trank mit einem Atemzug den restlichen Wein leer bevor sie sich das Glas wieder vollmachte. Javier, diese Geschichte war so traurig, dann blickte sie ihn an, und was wurde aus dem Mann und hat Akuma es geschafft zu fliehen?
    Annalena is offline
  16. #56 Reply With Quote
    Halbgttin Fawks's Avatar
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    Nun war es an Javier eine Geschichte zu erzhlen und sie handelte von den Rnkeschmieden und Skandalen in Orlais.
    Eine junge Assasinin sollte ihren - wie sich herausstellte - Geliebten ermorden. Kabron verkniff sich ein Grinsen. Die Orlaisianer hatten es mit dieser skurrilen Romantik. Ehre, Strke, auch gegen Bezahlung und Mord, aber fr die Liebe des Lebens gelten andere Regeln. Kein Wunder, dass das System zerbrochen war - schlielich liebt jeder irgendwen.

    Doch er stimmte vollauf Lisbeth zu, die uerte wie traurig sie die Geschichte fand und setzten hinzu: "Auch ich wrde gerne erfahren wie es weitergeht. Willst du es nicht noch erzhlen, Javier?" versuchte er es schmeichelnd.
    Fawks is offline
  17. #57 Reply With Quote
    Wort-Spinner  Dawnbreaker's Avatar
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    [Bild: Valdim.jpg]

    Valdim schwirrte der Kopf. Was gaben sich die Menschen doch fr merkwrdige Titel? Javiers Erzhlung war verwirrend, aber auch interessant. Es erinnerte den Dalish Elfen an einen seiner Onkel, der aus den Dales zu Besuch kam und ihm von den seltsamen Orlaisianern erzhlte. Auch vom Groen Spiel war die Rede gewesen, obwohl Valdim nie verstand, wie man Mord als Spiel bezeichnen konnte.

    Javier hatte eine mitreiende Art diese Geschichte zu erzhlen und Valdim starrte ihn mit groen Augen an wie ein kleines Kind, dass die Gromutter ermutigt, mit ihrer Erzhlung fortzufahren. Dem Elfen entfleuchte ein entsetztes: "Oh! Nein!" als der Kaufmann seine Geschichte unterbrach. "Was wurde aus den beiden?", fragte er ungeduldig und neugierig.
    Dawnbreaker is offline
  18. #58 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    Tobrin schaute zu Javier. Denn nach dem er ihn gefragt hatte: Heye, Javier, Hndler aus Val Royeaux, was hat es mit der Kaiserin auf sich, fr die ihr etwas Besonderes bentigt? war dieser mit einer Story ber das System der Adelstitel in Orlais herausgerckt. Der zwergische Hndler hatte ab und zu den Kopf geschttelt oder gemurmelt kommt bekannt vor. Dabei dachte er an die Kasten bei den Zwergen und den Bestrebungen aus der des Staubes in besser angesehene zu gelangen. Die Suche nach verschollenen Thaigs war schlielich nichts anders. Doch da wurde niemand ... obwohl ... wenn es um einen Paragon ging ... huschte durch seinen Kopf.

    Jedenfalls applaudierte er und sagte: Javier! Klasse erzhlt. Und bevor es auch noch Maximus fordert, kommt der zweite Teil? Dabei schielte er auf Maximus, der scheinbar ein Nickerchen einnahm. Zumindest hatte er die Augenlieder gesenkt und seine Hnde vor dem Bauch zusammengefaltet. Aber vielleicht dachte er nur angestrengt nach.
    VRanger is offline
  19. #59 Reply With Quote
    The Fallen  Emerahl's Avatar
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    Lisbeth blickte bedrckt und sprach: Javier, diese Geschichte war so traurig und was wurde aus dem Mann und hat Akuma es geschafft zu fliehen? Ein Lcheln umspielte Javiers Lippen, als die Erinnerungen erneut herauf kamen. Auch Kabron bat schmeichelnd den Rest zu erfahren und selbst Tobrin wollte wissen, wie es ausging. Maximus schien in Gedanken versunken und hielt sich den Bauch. Ob er wohl zu viel gegessen hatte? Hoffentlich plagte ihn kein Bauchgrimmen.

    Immer noch lchelnd griff Javier nach seinem Glas, das erneut gefllt war und nahm einen tiefen Schluck. Anschlieend wischte er sich mit dem Handrcken ber den Mund, rutschte nochmals auf seinem Stuhl herum bis er eine bessere Position gefunden hatte, lehnte sich zurck und begann weiter zu erzhlen:

    "Nun, die Beiden wollten gerade das Zimmer verlassen und zur Hintertreppe, als sie mit Jemandem zusammen stieen. Wie erschraken sie, als sie feststellten, dass es niemand Geringeres als die junge Celene Valmont, die gerade erst zur erhabenen Kaiserin gekrnt worden war. Nachdem diese die ganze Geschichte erfahren wollte, geleiteten sie die Kaiserin in die Bibliothek des Anwesens. Dort angekommen, erzhlten sie ihr die tragische Geschichte. Nun musste Akuma auch gestehen, dass sie eine Bardin war, die angeheuert worden war um den einzigen Erben zu tten und somit der Familie einen Schaden zuzufgen. Inzwischen hatte sich Herzog Prosper de Montfort zu ihnen gesellt, der der Vertraute der jungen Kaiserin war. Nachdem ihm nochmals alles zusammengefasst mitgeteilt wurde, erklrte er nach kurzem Nachdenken: "Das Problem ist ganz einfach zu lsen", wandte er sich an die Kaiserin. "Unterlauft die Plne des Barons, mehr Macht zu erlangen, indem Ihr die junge Bardin hier in Eure eigenen Dienste nehmt. Ein eigenes Netz von Spionen aufzubauen ist unerlsslich und ich glaube, dass sie Euch unter diesen Umstnden uerst loyal dienen wird. Um noch einen drauf zu setzen, sollte dieser junge Mann hier Euer Hoflieferant werden, denn ich kenne ihn und wei, dass er jetzt schon ein ebenso guter Hndler wie sein Vater ist und mit Eurer Untersttzung wird er ihn eines Tages noch bertreffen."

    Nach kurzem Nachdenken stimmte die Kaiserin dem Plan zu und so kam es, dass diese die Gnnerin des jungen Paares wurde. Viele Jahre lebte das Paar glcklich im Dienste der Kaiserin und schenkten vier Kindern das Leben. Kurz nach der Geburt des dritten Kindes bernahm Akuma die Leitung einer Bardenschule und bildete den Nachwuchs aus, bis sie sich vor kurzem endgltig zur Ruhe setzte."

    Javier, durstig geworden, verstummte, griff nach seinem Glas und leerte es mit einem Zug. Anschlieend wandte er sich an Lisbeth: "Seht Ihr, die Geschichte ist doch noch gut ausgegangen. Und wie heit es so schn in den Mrchen? "...und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute." Jetzt wisst Ihr auch, warum es so wichtig ist, der Kaiserin ein besonderes Geschenk zu machen, denn ohne sie htte es wohl nie ein Happy End gegeben."
    Emerahl is offline
  20. #60 Reply With Quote
    Deus VRanger's Avatar
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    [Bild: WoP_TSchw1.png] Der Wirt der Taverne Zum mden Adeligen hatte gewartet bis Javier Briault eine weitere Geschichte spannend erzhlt hatte. Obwohl, es war ehrlich gesagt, eher die Fortsetzung der Ersten. Aber sie erklrte, warum es wichtig war ein besonderes Geschenk der Kaiserin zu berbringen. Das hatten auch die Gste an den Nachbartischen verstanden. Und wieder gab es ein Gemurmel und Geraune. Es war schn blich, das einer der Hndler am Abend eben zwei Episoden berichtete oder der Spannung wegen in zwei Teile aufgliedert. Die Bestellungen liefen recht ordentlich und es gab lange Hlse, was der Nachtisch wohl sein knnte. Diesen stellte der Wirt nun mit frischen Getrnken und einige Schalen an Obst sowie mehreren Krgen an frischem Wasser auf dem Tisch. Etwas rgerlich war er mit sich selbst gewesen. Er hatte seine Aufgaben in der Kche durchgesehen. Doch der Hndler Kabron war ihm irgendwie durch die Lappen gegangen. Er hatte nichts bestellt. Was sollte er tun?

    Ganz einfach, nimm die Bestellung von Tobrin!, hatte seine Frau zu ihm gesagt. Die beiden haben sich ja schon einmal eine Schinkenplatte zum Abschluss geteilt. Das hatte dem Wirt gefallen. Denn, wenn , aber das brauchte, er sich nicht ausmahlen. Den Tobrin Barhian wrde keinen Schinken stehen lassen. Das war so sicher, wie Brontos fliegen konnten oder nicht.

    So servierte er dem ehrenwerten Javier Briault eine Kseplatte mit Trauben und Feigensenf und ein Met. Fr die liebenswrdige Lisbeth einen Krug von dem sen Wein sowie einen Pudding aus Vanille. Und fr die werten Tobrin Barhian und Kabron eine Cantaloupe Melone in Spalten berlegt mit feinstem Hhlenschinken feurig mit grnem und rotem Pfeffer nachgewrzt. Dann wandte er sich Valdim zu. Der elfische Hndler war zum ersten Male in der Runde. Fr diesen hatte er einen einen Krutertee mit Honig zur Verdauung und ein normales Stck von der leckeren Pastete. Fr Maximus Meridius waren es schlielich einige belegte Brote mit rohem Mett, dazu Zwiebeln, darauf etwas Salz, Pfeffer und ein paar kleine getrocknete Paprikastcke.

    Mit einem wohl bekomms, verabschiedete er sich und war gespannt, was die Hndler noch berichten wrde und was sie auf den Grund fr das erlesene Geschenk fr die Kaiserin zu sagen hatten.
    VRanger is offline
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