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    Waldläufer Die Ordenskrieger's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    Thorniara #31



    »Ihr befindet Euch in Thorniara, Hauptstadt der südlichen Inseln und Teil des myrtanischen Königreiches. Dem gesetzestreuen Wanderer bieten die Mauern und Häuser der Stadt Schutz und Obdach, doch gelten hier auch die Gebote Innos', deren Übertretung unangenehme Konsequenzen nach sich zieht. Wer aber die Regeln achtet und auf ehrliche Weise seinem Handwerk nachzugehen gedenkt, der wird hier schnell zu sozialem Prestige gelangen.

    Vor allen Dingen beachtet dies:
    Erstens: Wenn Ihr Thorniara betretet und kein Bürger des Reiches seid, so gebt Eure Waffen ab. Keine Sorge, beim Verlassen der Stadt erhaltet Ihr sie selbstverständlich zurück!
    Zweitens: Anders als in weniger frommen Städten, wie Setarrif, ist Sumpfkraut hier verboten, also denkt gar nicht erst daran, welches in die Stadt zu bringen!
    Und drittens: Es gibt Bereiche in der Stadt, die nicht jedem zugänglich sind. Man darf als Fremder natürlich nicht einfach in die Bastion spazieren, höchstens in Begleitung einer Wache! Und auch die Zitadelle darf man nur in Begleitung betreten, wenn man kein Bürger des Reiches ist. Das Tempelviertel dagegen ist jedem zugänglich, aber wenn man nicht zum Orden gehört, hat man auch dort seine Waffen abzulegen. Ansonsten fühlt Euch frei, hier Euren Angelegenheiten nachzugehen, solange Ihr niemanden bestehlt oder umbringt.

    Ach, und eine Sache noch! Seht Ihr die Steckbriefe dort drüben? Darauf sind verschiedene Schwerverbrecher zu sehen, die im ganzen Reich gesucht werden - tot oder lebendig. Wenn Ihr also etwas über einen davon wisst, gebt uns Bescheid, und Ihr werdet belohnt. Die Liste der Übeltäter ist wahrlich lang...

    Person Vorwurf
    Ardescion Mord und Entführung
    Alon Beihilfe zum Mord
    Calintz Mord
    Damh Mord und Desertion
    Faren Hochverrat und Mord
    Joe Black Mord und Entführung
    Kroen Gotteslästerung, Anstacheln von
    Umtrieben und Verbreitung von
    Irrlehren
    Noxus Exitus Mehrfacher Mord, Beliar-Paktiererei,
    Entführung und Missachtung der
    Autorität
    Redsonja Mord
    Rethus Desertion und Beihilfe zur Flucht
    Sir Jarved de
    Maradras aus Gorthar
    Aufwiegelei und Mord
    Ein Deckname, der echte Name
    (Yared) ist der Obrigkeit jedoch
    bisher nicht bekannt.
    Taeris Raubmord und Verrat
    Trilo Mord, Hochverrat, Desertion,
    Ketzerei und Gotteslästerung

    Aber genug geredet! Jetzt wisst Ihr alles, was Ihr hier zu beachten habt. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr noch einen kurzen Blick auf die Karte von Thorniara werfen. Mitnehmen könnt Ihr sie jedoch nicht. Falls Ihr an einer Kopie interessiert seid, findet Ihr keinen Kartenzeichner im Hafenviertel. Gehabt Euch wohl!«

    Aktuelle Stimmung in der Stadt


    Hafen und Armenviertel:
    Die Bürger der Stadt haben viele Plagen und lange Notzeiten hinnehmen müssen. Das hat sie natürlich sehr unzufrieden gemacht. Und ein gewisser Prediger, der Rotgesichtige Priester, hat die Gunst der Stunde genutzt, das einfache Volk gegen den Orden aufzuhetzen. Das führte dann erst zu Unruhen und schließlich zu handfesten Aufständen, sodass der Orden nun den Hafen abgeriegelt hat und dort auch keiner mehr auf egal welchem offiziellen Weg raus oder rein kommt. Sogar die Geheimgänge sind von "privaten Sicherheitsleuten" schwer bewacht. Also absolutes Feindesland für einen fremden Neuankömmling. Da viele der Bewohner des Hafen und Armenviertels von einer fürchterlichen Droge, dem sogenannten roten Sumpfkraut oder auch roten Kraut, abhängig sind, das aggressiv, brutal, gewissenslos bis hin zu wahnsinnig macht und alle Bewohner seit Wochen hungern, muss man als wenig kampferfahrener Fremder höllisch aufpassen, nicht auf offener Straße ausgeraubt, getötet oder sogar zerfleddert zu werden.
    Natürlich sind nicht alle Menschen im Hafen und Armenviertel schlecht. Es gibt auch ein paar Wenige, die sich ihren guten Kern erhalten haben, weiter einen klaren Menschenverstand haben, dennoch aber auch nicht gut auf den Orden zu sprechen sind.
    An den Toren wird man nicht auf Hilfe durch die Stadtwache hoffen können. Die hat den strikten Befehl, die Menschen sich selbst zu überlassen und unter keinen Umständen auf zu machen.


    Reichenviertel und Handwerkerviertel:
    Die Stimmung ist gesetzt, aber abwartend und wachsam. Die gutsituierten Bürger konnten bisher ihren Lebensstandard halten und es ihn fehlte bisher an nichts. Doch auch hier stellt man sich langsam die Frage, ob alles, was der Orden so macht seine Richtigkeit hat. Dazu kommt, dass der Rotgesichtige Priester auch hier seine Versammlungen abgehalten hat und den Zweifel in den Herzen der Bürger geschürt hat. Die Bewohner des Viertels bereiten sich im geheimen darauf vor auch autark von der Sicherheit des Ordens behaupten zu können, denn das Vertrauen in die myrtanischesn Besatzer ist schon länger gestört.
    Häufig verkehren hier Wachpatrouillen der Stadtwache, die auch in der Nacht nach dem Rechten schauen.


    Markt:
    Täglich schlagen die örtlichen Händler hier ihre Stände auf. Für die kleinen, freien Händler der Stadt ist es seit dem Erstarken immer schwieriger geworden sich am Markt zu behaupten. Die Händlergilde hat es in vielen Bereichen geschafft die Preise zu diktieren und wer sich der Gilde nicht anschließt muss schon bald damit Rechnen nicht mehr in der Lage zu sein, neue Wahren für die Auslagen erwerben zu können.
    Dennoch ist der Platz vor der Marktschänke zu den Marktzeiten gut besucht und die Menschen versuchen ihre Grundbedürfnisse an Lebensmitteln und Dinge des alltäglichen Lebens zu decken.


    Tempelviertel, Zitadelle und Bastion:

    Diese Bereiche sind fest in der Hand des Ordens. Hier gibt es die höchste Dichte an Wachen und Ordensbrüdern, die für Recht und Ordnung sorgen. Die hier beheimateten Priester und Novizen, sowie die in der Bastion stationierten Ordensbrüder werden hier, trotz der widrigen Bedingungen, gut versorgt und sind durch dicke Mauern geschützt.
    Auch Fremde, die sich an die Regeln des Ordens und der Stadt halten werden hier Schutz und Hilfe finden können.
    Last edited by Die Ordenskrieger; 25.07.2017 at 22:22.

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    Kämpfer Flarke's Avatar
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    ZA von Gath
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    Flarke is offline
    Es war doch einfach schlimm!
    Seit Tagen tat Flarke nichts mehr anderes, als durch die Stadt zu laufen, stets darauf bedacht, sein halbwegs verwahrlostes Äußeres zu behalten und nicht erkannt zu werden. Er lebte in Schande in der Stadt, er lebte in einer Schande, der er sich hatte stellen wollen. Er war bereit gewesen, als er in Vengard aufgebrochen war, war von Innos auf den Weg zurückgeführt worden - und war im letzten Moment geflüchtet. Weggelaufen vor Snydex, dem ehemaligen Milizionär und jetzt Novizen des Ordens. Er war geflüchtet vor dem ersten Menschen, der ihn gekannt hätte. Er hatte es nicht über sich gebracht.
    Es stand also fest, dass er auf keinen Fall vor ehemalige Untergebene treten konnte. Und er traute sich immer noch nicht, einfach zu Hagen zu gehen und auf die Knie zu fallen. Der Hauptmann war auch nicht da, wer auch immer das war, und seine Freunde aus der Milizzeit? Nun, hier waren sie nicht.
    Über Lodrick hatte er erfahren, dass er zum Hauptmann befördert worden war, als Flarke versetzt worden war. Und dass sich der Hauptmann Thorniaras aus dem Staub gemacht hatte, seit langem nicht mehr gesehen wurde und keine wusste, wo er war.
    Genauso wenig wusste irgendjemand, wo Avik steckte. Man munkelte im Fort, in dem jetzt das Waldvolk hauste, aber so wirklich verraten wollte ihm niemand etwas über den ehemaligen Ordensbruder. Aber es war auch schwierig an Informationen über den Herren heranzukommen, da er nie einen ernsthaften öffentlichen Posten bekleidet hatte und Flarke nicht offenbaren wollte, dass er ihn kannte.
    So blieb nur das stochern im Nebel und das Beten um Kraft - auch wenn sich das schon fast schlecht anfühlte. Er konnte Innos nicht um noch mehr bitten, auch wenn er so eigentlich auf ein Wunder hoffte und dafür konnte auch nur Innos' sorgen...

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    Provinzheld Die Bürger's Avatar
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    Die Bürger is offline

    Die Zitadelle

    Es war schon wieder einer dieser Tage gewesen, an denen es Hadvar bereute, die Position einer der obersten Verwalter übernommen zu haben. Doch eigentlich konnte er sich kaum beklagen. Der große Verwaltungsapparat bot einen sichereren Arbeitsplatz und die Bezahlung war im hiesigen Vergleich recht üppig. Meistens war die Arbeit eintönig aber dieses Mal hatte er Hadvar wieder einen besonderen Fall erwischt. Einen besonders schweren noch dazu.

    "Ohne einen Termin kann ich Euer Anliegen leider nicht weiter verfolgen. Wir können aber einen Termin vereinbaren, wenn Ihr es wünscht." sagte Hadvar mit ruhiger Stimme. Der ihm gegenüberstehende Soldat schien von seiner Antwort aber wenig begeistert zu sein und zog ein zusammengerolltes Pergament aus einem Tornister: "Ich brauche keinen Termin. Auf Edikt ihrer königlichen Hoheit wurde mir die Befehlsgewalt über die hiesige Provinzgarde und über die in Thorniara zuständige Stadtwache übergeben. Ich vertraue auf die Kooperationsbereitschaft des Ordens.

    Etwas ungläubig schaute sich Hadvar das Pergament an. "Tatsächlich!" murmelte er. "Verzeiht, Lord Kastor. Ich bin als Sekretär nicht dazu berechtigt, Euer Anliegen zu bearbeiten. Bitte folgt mir, ich werde Euch zu Lord Hagen geleitet." Hastig stand Hadvar auf und verließ in Begleitung des Soldaten seine Arbeitskammer. Mit schnellen Schritten lief er durch die schmalen Gänge der Zitadelle. "Was soll das!?" fragte er sich, kurz bevor er die Tür zu Lord Hagen erreicht hatte.

    Maximus
    Last edited by Maximus; 16.06.2017 at 17:58. Reason: Position von Hadvar verändert

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    Veteran Corèyrn's Avatar
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    Corèyrn is offline

    Tempelviertel

    Isgaroth erklärte Coreyrn kurz den Weg zu den Kammern der Adlaten und Novizen. Es war nicht weit, so war er bei seiner kleinen Wanderung durch das Temepelviertel bereits zweimal daran vorbeigerannt. Da Isgaroth in der Kapelle verbleiben wollte, dankte ihm Coreyrn zutiefst und machte sich auf den Weg.

    Er war froh auf einen solch freundlichen Mann getroffen zu sein. Es war ein guter Start für sein neues Leben in Thorniara und er musste sich nicht mal Sorgen machen um ein Bett für die Nacht. Sein Ausbruch war ihm im Nachhinein ein wenig peinlich, so hätte er ihm nicht direkt seine ganze Lebensgeschichte erzählen müssen. Doch dies konnte er nun nicht mehr ändern und so schritt er weiter voran.

    Vor den Kammern der Adlaten traf er auf einen ärmlich gekleideten Bürger, der die Straße fegte.

    "Guter Herr, handelt es sich hierbei um die Kammern der Adlaten und Novizen?"
    Der Straßenkehrer blickte kurz auf und murmelte kaum hörbar.
    "Da kommt jemand auch noch so gehoben formell her. Ich bin nur eiun Straßenkehrer kein Stadtführer"
    Und antwortete dann klarer vor Sarkasmus triefender Stimme.
    "Sicherlich, Herr. So saget mir, warum sucht ihr die Kammern der Novizen und Adlaten auf?"
    Coreyrn, der schon immer einen Hang dazu hatte solche Dinge wie Sarkasmus und Ironie nicht aus der Stimmlage erkennen zu können, antwortete ihm ehrlich.
    "Meister Isgaroth hat mich geschickt. Er erlaubte mir eine Nacht in den Kammern zu verbringen um das Leben hier kennenzulernen."
    Der Straßenkehrer antwortete nun in einem mehr irritierten Ton, als sarkastisch.
    "Dann geh doch rein, statt mich hier zuzulabern. Ich kehre hier nur die Straße."
    Coreyrn wich etwas vom Straßenkehrer zurück, nachdem dieser in recht aggressiv anherrschte.
    Also trat er in die Kammern ein, jedoch nicht ohne dem Straßenkehrer noch einen schönen Tag zu wünschen, denn so war es ihm anerzogen worden und daran hielt er sich immer. Dies erntete ihm jedoch nur einen weiteren bösen Blick.

    Unsicher stand er vor den aufgereihten Betten. Er wollte sich nicht einfach in irgendeines legen. So hatte er zwar von jemandem gehört der dies in Khorinis öfters getan hat und so einige Leute ihrer Nachtruhe beraubte, aber das würde er nicht imitieren wollen.

    So schaute er sich die Betten genauer an und erblickte eines neben dem keine persönlichen Besitztümer lagen, sondern nur eine saubere Decke und ein strohgestopftes Kissen. In der Hoffnung, dass er gerade nicht einfach einem sehr asketisch lebenden Novizen das Bett stahl legte er sich zur Ruhe und schlief sehr schnell ein. Die Müdigkeit der Reise steckte ihm noch in den Knochen.

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    Abenteurer Der Orden Innos's Avatar
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    Der Orden Innos is offline

    Hagen, Hagens Arbeitszimmer, die Zitadelle

    »Herein«, erwiderte der Paladin das Klopfen an seiner Tür und schüttelte das Zündholz aus, mit dem er gerade, die Kerzen in seinem Arbeitszimmer entzündet hatte.
    Die Tür öffnete sich und Hagen sah einen Mann, augenscheinlich ein höher dekorierter Offizier des Königs, sein Zimmer betreten.
    »Dies ist Lord Kastor«, meldete sich der Sekretär, der ihm die Tür aufgehalten hatte. Der kleine dünne Mann machte einen verwirrten Eindruck und sah unsicher zu dem Paladin herüber. »Er hat ein Schreiben des Königs und wünschte unverzüglich Euch zu sprechen.«
    Hagen wurde stutzig. Was war so dringend, dass Rhobar extra einen Boten und nicht nur eine Depesche schickte? War etwas passiert. Hatten sich die wilden Gerüchte über sich sammelnde Orks auf dem Festland bewahrheitet oder waren neue Aufstände in Varant ausgebrochen? Seine Miene verfinsterte sich. Das konnte nichts Gutes bedeuten.
    Er hatte viele Schlachten an der Seite des Königs geschlagen und kannte ihn noch aus einer Zeit, als sie alle zusammen auf Khorinis festgesessen hatten. Der König selbst hatte ihn zum Obersten General ernannt und ihm die Kontrolle über diese Insel überantwortet, daher war er über die Umstände hier gut informiert. Was also war so wichtig, das ein Lord als Bote zu ihm geschickt worden war?
    »Schon gut!«, beruhigte er den Sekretär, »Ich danke Euch, Ihr könnt gehen.«
    Der schmächtige Schreiber nickte und verschwand dann hinter der sich schließenden Tür. Als sich diese geschlossen hatte blickte Hagen den Krieger vor sich an. »Da habt Ihr mich gerade noch erwischt, Sir Kastor. Also sagt mir, was habt Ihr für mich? Ich hoffe nichts Schlimmes, denn Ihr wisst ja: Die Überbringer schlechter Nachrichten werden aufgeknüpft…«
    Der Paladin lachte kurz auf und ließ sich dann hinter seinem Schreibtisch nieder. Mit einer freundlich auffordernden Geste bot er seinem Gegenüber ebenfalls einen Platz an.
    »Entschuldigt den kleinen Scherz, ich bin wohl heute schon zu lange auf. Immer wieder überschlagen sich hier in der Stadt die Ereignisse… Aber was rede ich…sagt mir besser, weswegen Ihr den weiten Weg auf Euch genommen habt? Ich hoffe Eure Anwesenheit ist nicht das Resultat einiger schlimmer Ereignisse auf dem Festland?«

    Redlef

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    Red Dragon Françoise's Avatar
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    Françoise is offline
    Nach einer ausgiebigen Diskussion mit Leonard und Jeffrey über den Plan mit dem Drachen, hatte sich Françoise zum Essen in ihre Räumlichkeiten zurückgezogen. Auf dem Speiseplan stand Fisch und dazu Reis. Nichts sonderlich ausgefallenes, doch genügte es der Priesterin völlig und kam seit vielen Jahren auf ihren Tisch. Als sie mit dem Essen fertig war, hatte Françoise vor ein wenig zu meditieren und auszuruhen. Zwar ließ sie es sich nicht anmerken, allerdings machte sie sich unentwegt Gedanken über die Dinge, die bald vor ihr lagen.
    Wenige Minuten hatte die oberste Feuermagierin erst meditiert, als es unerwartet an der Tür klopfte. Sie bat herein und ein Novize trat ein. Er verbeugte sich tief und reichte der Priesterin ein Stück Pergament. Dabei handelte es sich um die Botschaft eines Feuermagiers an sie. Er schrieb von dem Zwischenfall im Hafenviertel, der sich während ihrer Abwesenheit ereignet hatte, und bat die Priesterin darum, sich selbst ein Bild der Angelegenheit zu machen.
    Dass es überhaupt zu so etwas kommen konnte, beunruhigte Françoise sehr. In Situationen wie diesen baute sie auf fähige Brüder, die sich gewissenhaft darum kümmerten. Zurücklehnen konnte sie sich trotzdem nicht und sah Françoise auch nicht ähnlich. Ventros hatte um ihre Hilfe gebeten, also würde er sie auch bekommen.
    Mit ihrem Zauberstab in der Hand gegab sich die oberste Feuermagierin deshalb gleich auf den Weg zum Alchemielabor. Ein deutliches Klopfen an der Tür, nur für den Fall, dass irgendein kompliziertes Experiment gerade vor sich hin blubberte. Dann trat die Priesterin ein.
    »Innos zum Gruß, Ventros. Ich habe deine Nachricht erhalten. Es muss wirklich sehr schwerwiegend sein, wenn du dich direkt an mich wendest. Nun, verlieren wir also keine Zeit.«

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    Abenteurer Der Orden Innos's Avatar
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    Der Orden Innos is offline

    Das Tempelviertel, Alchemielabor

    Behutsam schüttete Feuermagier Ventros einige wenige Krümmel des rotgefärbten Krautes in ein mit blauer Flüssigkeit gefüllten Glaskolben. Er wartete einige Sekunden und stellte das Gemisch dann über offenes Feuer. Als die Flüssigkeit zu köcheln begann, verfärbte sich die Flüssigkeit in ein dunkles Grau. „Interessant.“ murmelte der Feuermagier und machte sich einige Notizen.

    Wenig später nahm er den Glaskolben wieder vom Feuer, stellte ihn zurück auf den Alchemietisch und erwartete, dass sich das Gemisch nach dem Abkühlen wieder blau färben würde. Doch entgegen seiner Annahme wurde die Flüssigkeit kristallklar und das rötliche Kraut nahm die für Sumpfkraut typische grünliche Farbe an. „Nicht gut...“ murmelte der Feuermagier wieder und erhob den Gänsekiel, um seine Notizen zu vervollständigen.

    Doch noch bevor er das erste Wort niederschreiben konnte, klopfte es an der Tür. „Tretet ein.“ sagte Ventros, als er erwartungsvoll zur Tür blickte. Es war die oberste Feuermagierin, die offenbar die Nachricht des Alchimisten erhalten und seiner Bitte nachgekommen war.

    „Magie zu Ehren. Es freut mich, dass Ihr es einrichten konntet. Seid gewiss: Ich hätte nicht nach Euch verlangt, wenn es in Anbetracht der kürzlichen Ereignisse nicht notwendig wäre. Ich befinde mich gerade in einem Experiment, drum lasst uns keine Zeit verlieren. Bitte, folgt mir.“ Feuermagier Ventros entfernte sich von seinem Alchemietisch und ging einige Schritte nach hinten. Auf spärlichen Holztischen und nur mit einigen Leinen bedeckt, lagen die Leichen vor ihnen. Ventros hatte bisher von einer Obduktion abgesehen, um den Grad der Verletzungen erhalten und dokumentieren zu können.

    Behutsam nahm Feuermagier Ventros das Leinentuch von eines der Leichen und machte damit den Blick für die oberste Feuermagierin frei. „Wie mir zugetragen wurde, sind die schweren Verletzungen das Werk eines Paladins und seiner unmittelbaren Gefolgschaft.“ Einen Moment lang hielt Ventros inne, konnte seinen Unmut angesichts der schweren Verletzungen aber kaum gegenüber der obersten Feuermagierin verbergen.

    „Was immer diesen Menschen widerfahren ist, welches Chaos sie auch immer zu verantworten haben. Niemand verdient es auf diese Weise sein Leben zu verlieren. Rache darf niemals das Handeln der Paladine bestimmen. Ansonsten sind sie so schändlich wie diejenigen, die wir zu bekämpfen geschworen haben.“

    Feuermagier Ventros senkte seine Stimme, ballte seine rechte Hand zu einer Faust und fuhr fort: „Der geschätzte Daron berichtet seit Wochen davon, dass er die Menschen auf den Straßen immer schwieriger erreichen würde. Dass die Menschen ihren Glauben in Innos und das Vertrauen in unseren Orden verlieren. Wer sind wir, das wir angesichts solcher Taten darüber urteilen können?“

    Der betagte Alchimist seufzte: „Ihr seid die oberste Feuermagierin des Ordens. Ihr entscheidet, wie wir darauf reagieren wollen. Mein Anliegen war es nur, Euch über diesen Vorfall zu unterrichten.“

    Maximus

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    Red Dragon Françoise's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Françoise is offline
    Bedauern überkam die oberste Feuermagierin, als sie die Leichen auf dem Holztisch eingehend betrachtete. Die Art der Wunden ließ keinen Zweifel darüber, dass diese Menschen nicht den Hauch einer Chance gegen die Paladine besessen hatten. Es drängte sich der Priesterin die Frage auf, was die Streiter veranlasst hatte, mit solch roher Gewalt vorzugehen. Wüsste sie die Paladine nicht besser einzuschätzen, hätte sie ihnen Mutwilligkeit unterstellt.
    »Eine weise Entscheidung, Ventros.«, sagte Françoise und wandte sich dem Feuermagier zu. »Dieses Verhalten sieht den Paladinen nicht ähnlich. Dieser Ausbruch von Gewalt. Ich möchte, dass diese Angelegenheit aufgeklärt wird und die beteiligten Soldaten Rede und Antwort stehen, weshalb sie zu solchen Mitteln gegriffen haben. Da du mit der Materie umfassend vertraut bist, übertrage ich dir diese Verantwortung. Du wirst die einzelnen Bruchstücke gewiss zu einer Antwort zusammensetzen können.
    Leider hatte ich bislang keine Zeit mich mit dieser Sache eingehend zu beschäftigen. Ursprünglich hatte ich gehofft, es handele sich auch nur um eine Übertreibung der Fakten. Bei Innos, ich lag offenbar falsch. Nun, so viel weiß ich, dass es eine neue Zucht von Sumpfkraut geben soll. Sie soll in direktem Zusammenhang mit diesem Desaster stehen. Kannst du mir mehr davon erzählen?«

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    Schwertmeister Redlef's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Redlef is offline
    »Nur damit Ihr gewarnt seid…«, wiederholte Redlef leise die Worte Madlens. »Ihr könnt nicht wie der blutige Ivan durch das Hafenviertel laufen. Dann kann selbst ich Euch nicht schützen. Ich bin zwar der Hauptmann der Wache, doch damit noch nicht das größte Rädchen in diesem Getriebe. Halten die zivilen Opfer so klein wie nur irgend möglich. Diese Informationen sind nicht so wichtig, als dass ich ein Dutzend Leute dafür opfern werde! Außerdem ist es nicht an Euch zu entscheiden wird ein Verbrecher ist und wer nicht. Ich habe lange genug im Kerker gearbeitet, um zu wissen, dass die wenigsten von Grund auf Böse sind. Von mir aus verhaut sie ordentlich, aber tötet niemanden. Außerdem enden meine Befugnisse dort wo die Paladine auftauchen. Besonders ein Orden kennt nur schwarz und weiß. Außerdem sie sind der Ansicht, dass die Schatten und alles was sich in ihnen bewegt mit Innos‘ heiliger Flamme ausgebrannt werden muss. Als, wenn ihr Lärm macht, dann leise…«
    Ob Madlen erkannte wie ernst die Lage war. Wenn sie einen Fehler machte, dann stach sie in ein Hornissennest.

    Vor dem Tor ließ er sich aus dem Sattel gleiten. Er gab Madlen ein Zeichen es ihm gleich zu tun. Die Wachen kamen auf sie zu. Der Eintritt in die Stadt war eine Formalität. Auch ihre Waffen durfte Madlen behalten, da sie in Redlefs Begleitung war.

    Nachdem sie das Tor durchschritten hatten führte Red Madlen zum Stall. Das niedrige Gebäude roch angenehm nach Pferd und sauberem Stroh. Ein Stallbursche kam auf sie zu, nahm ihnen die Pferde ab und führte sie hinein. Bei Madlens Pferd zögerte er kurz, doch nachdem Red ihm zunickte, führte er es davon.
    Das kleine Tier von Madlen war immer noch durchgeschwitzt. Red sah sie an. »Euren Gaul jetzt noch zu putzen macht keinen Sinn, aber Waschen solltet ihr es. Natürlich kann das auch der Stallbursche machen, aber wenn Ihr keinen Stallburschen habt, dann müsst Ihr es natürlich selbst erledigen. Pferdehaut ist bisweilen sehr empfindlich und der trocknende Schweiß wird erbärmlich jucken.«
    In der Stallgasse nahm der Stalljunge die Sättel ab, zog die Trensen herunter und band die Pferde an. Dann griff er nach einem Eimer mit Wasser und einer Wurzelbürste und begann die Sattellagen, die Schultern und die Flanken abzuschrubben. Die Nieren ließ er trocken, damit ein kühler Wind nicht zu einer Entzündung führte.
    Nachdem sich Red versichert hatte, dass das der Junge gut für Rittmeister gesorgte zog er Madlen zur Seite.
    »Also, ab jetzt seid Ihr auf Euch allein gestellt. Im Hafen gibt es eine Spilunke, dort solltet ihr anfangen. Und sucht nicht nach Händlern von Sumpfkraut, die die das Zeug verticken lungern auf den Straßen herum. Sie tragen das Zeug bei sich und sich schwer zu finden. Immer woanders, auf der Hut nicht gefasst oder verpfiffen zu werden. Diese Kerle sind glitschig wie Aale und schlüpfen der Wache immer wieder durch die Finger. Ist ja nicht so, als ob wir sie nicht auch schon gesucht hätten.« Red guckte einen Moment frustriert in die Luft.
    »Einer meiner Männer ist häufiger mal in besagter Taverne. Er heißt Rupert. Über ihn können wir kommunizieren, ich werde mich von dort fernhalten, vermutlich fesseln mich liegengebliebene Arbeiten in der Bastion an den Schreibtisch. Bis Ihr alle Informationen habt, die ich will werden wir uns also nicht mehr sehen. Noch Fragen? Sonst werde ich jetzt gehen. Ihr solltet noch etwas hierbleiben und die Arbeit des Stalljungen beobachten, fragt auch ihn und seht was alles dazugehört.«

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    Madlen is offline
    „Lärm muss sein und Gut und Böse gibt es nicht. Es gibt auch nicht falsch und richtig. Wer Informationen hat, die mir helfen, der ist ein potentielles Ziel. Mir sind diese Leute egal, mir ist im Grunde auch dieses rote Sumpfkraut egal. Aber nicht, weil ich herzlos bin. In meiner Heimat leidet mein Volk. Ich kann mich nicht noch um mehr Menschen zusätzlich kümmern. Und wenn ich nicht gefunden werden will, finden mich auch diese Paladine nicht. Aber ich werde Euren Rat dennoch im Hinterkopf behalten!“

    Etwas schwerfällig glitt Madlen vom Pferd und folgte mit steifen Beinen dem Gesetzeshüter. Als sie schließlich im Stall angekommen waren, gab er ihr noch ein paar weitere Instruktionen. „Seid versichert, ich mache dies nicht zum ersten Mal. In vielleicht einer Woche habe ich das Hafenviertel mit meinen Leuten soweit infiltriert, dass ich genug Informationen habe, die ausreichen werden, um es komplett auszuräuchern und von Euren Feinden zu befreien.“ Kurz überlegte die junge Frau, ehe sie fortfuhr. „Wie sieht es eigentlich mit der Kampfkraft Eurer Stadtwache aus? Viel haben die beiden Männer am Tor nicht hergemacht, wirkten beinahe wie einfache Bauern. Ein Angebot von meiner Seite: Eine Tagesreise entfernt liegen drei Schiffe, welche mich eigentlich in meine Heimat bringen sollten. Darauf befinden sich sechzig Krieger des goldenen Tals. Mit Sicherheit habt Ihr nicht die Befugnis darüber zu entscheiden, ob fremde Soldaten bei einem eigenen Problem helfen dürfen. Aber, ich kann Euch anbieten, dass sie Euch unterstützen, wenn Ihr sie denn bei der Säuberung benötigt. Seid versichert, die meisten von ihnen sind erfahrene Kämpfer.“ Madlen hob den Finger. „Ich verlange lediglich ein Sache dafür: nach beendeter Reitausbildung, werde ich in die Wildnis reisen und mir dort – wie es seit jeher Brauch ist – mein eigenes Ross suchen. Sollte mir dies gelingen, dann benötige ich Euch als Ausbilder im Kampf zu Pferde.“ Schließlich zuckte sie mit den Schultern. „Sollte der Hafen keine Kampfzone werden, ist dieses Angebot natürlich hinfällig!“ Nach dem beendeten Monolog fiel ihr noch etwas ein. „Und seid versichert, meine Krieger wollen hier nichts anrichten. Diese Insel und der Rest des Großreiches haben nichts, was wir wollen. Und sie wissen zudem, wie man sich benimmt.“

    „Denkt darüber nach, ehe Ihr mir eine Antwort zukommen lasst. Betrachtet diese Möglichkeit von allen Seiten. Wer weiß, auch wenn unsere Reiche weit entfernt voneinander sind, so kann man eines Tages vielleicht aufeinander zugehen!“ Damit wendete sich Madlen ab und ging in Richtung des Stalljungen, um sich von ihm einige Tipps in Sachen Pferdepflege zu holen. Es würde mit Sicherheit einiges an Zeit kosten, doch ihr Übungstier hatte diese Behandlung verdient. Und somit musste sich die junge Frau einfach die Arbeit machen. Ihre Ehre ließ gar keinen anderen Weg zu. Und nach einigen anfänglichen Startschwierigkeiten machte es ihr sogar Spaß.

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    Schwertmeister Madlen's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Madlen is offline
    Madlen hatte sich nach getaner Arbeit gleich auf die Suche gemacht, um ihre Freunde zu finden. Sie waren in zwei Kleingruppen unterwegs, von maximal drei Leuten. Zudem waren sie schwer an ihrer Kleidung zu erkennen, da jeder von ihnen etwas völlig anderes als normal trug. Scheinbar völlig in einfache Aktivitäten versunken, schlenderte die junge Frau durch die Stadt. Die Bewohner hatten aber in den meisten Fällen etwas völlig anderes zu tun, als die Fürstin zu begutachten. Es glich hier eher einem Belagerungszustand, denn eines wohlhabenden Außenpostens des Großreiches. Viele Bürger wirkten ausgehungert oder verstört. Nun, wahrscheinlich kein Wunder. Wenn man einen Drachen vor der Haustür hat, neigt man zu einer gewissen mürrischen Lebensweise.

    In einer längst baufälligen Hafenkneipe fand Madlen einen freien Platz und bestellte sich ein undefinierbares Etwas zum Essen. Als sie lustlos darin mit einem groben Holzlöffel stocherte, kamen immer wieder graubraune Brocken an die gelbliche Oberfläche. Sie wusste beim besten Willen nicht, was der Wirt hier als Nahrung verwendet hat. „Das würde ich lassen!“, gab plötzlich eine Frauenstimme zum Besten. „Außer du willst die nächste Zeit woanders verbringen!“ – „Vielleicht hatte ich ja genau das vor.“ Ohne aufzublicken, wusste die Bardin genau, wer sich da zu ihr setzte. „Schön dich zu sehen, Elesil. Du hast dich vermutlich von den anderen getrennt oder?“ – „Ja!“, gab die Piratin knapp zu verstehen. „Gut, dann lass uns losgehen und ein wenig Lärm machen. Hier drin wird es mir zu langweilig!“
    Ohne eine Antwort abzuwarten, stand die Fürstin auf und ging ruhigen Schrittes nach draußen. Belanglos blickte sie sich um, ehe sie weiter in westliche Richtung ging, tiefer in das Hafenviertel hinein. An vielen Ecken sah man hier die Laster einer Stadt. Prostitution, Schmuggel und natürlich auch der Drogenverkauf blühten hier regelrecht auf. Und genau das war das Ziel von Madlen. Zusammen mit ihrer Freundin schlenderte sie durch die Gassen. Schließlich fanden sie genau das, was sie suchten. Ein Opfer, welches die benötigte Basis für weitere Handlungen lieferte. Langsamen Schrittes näherten sie sich dem Burschen, welcher so sehr versuchte unauffällig zu sein, dass es schon wieder auffällig war. „He du!“, rief die Prinzessin dem Jugendlichen zu. Dieser blickte sie entsetzt an und rannte anschließend davon. „Verdammt, nicht so was!“ Die zwei Frauen nahmen sofort die Verfolgung auf. In seiner Panik hatte der Fremde aber einen Fehler gemacht, er war in eine Sackgasse gerannt und kam somit nicht mehr weiter. Schnell hatten sie ihn aufgeholt und da stand er nun, mit dem Rücken zur Wand.
    „Hör auf zu rennen, wir wollen dir nichts tun.“ Ein wenig verächtlich lachte Madlen. „Zugegeben, dieser Spruch ist nicht gerade neu und effektiv, aber in diesem Fall stimmt er. Und jetzt gib Acht, denn ich sage das nachfolgende nur einmal: Wir wissen was du hier suchst. Allerdings wollen wir es dir nicht verbieten. Vielmehr…“ – „…vielmehr bieten wir deinem Anführer etwas an. Ein Geschäft, damit er unglaublich reich werden kann.“, vollendete Elesil den Satz.
    „Und wa…warum sollte ich es wei…weitergeben?“ Eleganten Schrittes gingen die beiden Frauen auf den Heranwachsenden zu. Zuckersüß erhob die Fürstin ihre Stimme: „Sie uns an. Willst du jemals Spaß mit dem weiblichen Geschlecht haben, dann rate ich dir, unsere Botschaft weiterzugeben. Und sollten wir herausfinden, dass du es nicht tust, dann finden wir dich!“ – „Und anschließend…“ Elesil spielte mit einem Messer in ihrer Hand und führte damit schneidende Bewegungen durch. Scheinbar hatte der Junge verstanden, denn er wurde kreidebleich und schluckte schwer. „Und nur damit wir uns verstehen, wir wollen deinen obersten Anführer. Sollte wer anderes kommen, dann schicken wir in scheibchenweise zurück! Treffpunkt direkt am Kai!“ – „Und jetzt verschwinde!“ Die beiden Frauen machten einen Schritt zur Seite und ließen den Burschen laufen. Der machte auch, dass er schnell weg kam.

    „Und nun heißt es warten!“, meinte Madlen. „Heißt es das nicht immer!“, entgegnete Elesil. Sie verließen die dunkle Gasse und schlenderten weiter den Hafen entlang. Es galt noch mehr Opfer zu finden und sie auf die gleiche Weise einzuschüchtern, nur so konnte man Lärm machen, ohne zu vieles Blutvergießen.

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    Abenteurer Der Orden Innos's Avatar
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    Das Tempelviertel, Alchemielabor

    Feuermagier Ventros wirkte nachdenklich. Für gewöhnlich war es Kalthar, der solche schwierigen Angelegenheiten verfolgte. Er strahlte die notwendige Autorität aus, die bei Befragungen von Ordensbrüdern notwendig war. Dieser stand aber scheinbar noch immer unter Arrest. Doch es war einerlei. Feuermagier Ventros würde der Bitte natürlich nachkommen.

    Als die oberste Feuermagierin nach neuen Erkenntnissen zum roten Sumpfkraut fragte, nickte Ventros zögerlich. Mit einem Fingerzeig deutete er auf seinen Alchemietisch und erhob das Wort: „Vor Eurer Ankunft war ich in einem Experiment vertieft, mit welchem ich die Wirkung des Krautes ergründen wollte. Doch ich stieß auf ein unerwartetes Hindernis." Der Alchimist lief zu dem kleinen Tisch und nahm den Glaskolben mit der glasklaren Flüssigkeit in die Hand.

    „Seht Ihr dies Fläschchen? Die Flüssigkeit darin hätte nach dem Abkühlen eigentlich wieder blau werden sollen. Sie wurde aber durchsichtig. Ich bin mit meiner Analyse noch nicht fertig. Es deutet aber auf eine magische Manipulation des herkömmlichen Sumpfkrautes hin. Deswegen - so meine vorläufige Hypothese - hat das Sumpfkraut eine rötliche Färbung und deswegen sind die Auswirkungen auf dem menschlichen Organismus völlig anders."

    Wieder betrachtete Feuermagier Ventros die glasklare Flüssigkeit, schwenkte sie einige Male hin und her und fuhr dann fort: „Ich werde mit meinen Experimenten fortfahren. Es sollte mir gelingen, die Art der magischen Veränderung festzustellen und so immerhin Auskunft darüber zu geben, welcher Zauber gewirkt wurde."

    Sorgsam stellte der Alchimist den Glaskolben wieder zurück an seinem Platz. „Nun... und was die Paladine betrifft: Ich werde verlangen, dass sie mir Rede und Antwort stehen. Sobald ich die notwendigen Informationen zusammengetragen habe, übermittle ich Euch meinen Bericht."

    Maximus

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    Red Dragon Françoise's Avatar
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    »Ausgezeichnet. Sei im Umgang mit den Paladinen standhaft, aber nicht unverschämt. Zwar kann ich mir immer noch nicht vorstellen, was sie zu einem derart harten Durchgreifen veranlasste. Doch ich schließe auch nicht von vornherein aus, dass sie einen triftigen Grund hatten. Zumindest hoffe ich das.«
    Eingehend betrachtete Françoise die klare Flüssigkeit in dem Fläschchen, das ihr Ventros zeigte. In der Alchemie war es nicht unüblich Stoffe auf diese Weise zu untersuchen. Verschiedene Bestandteile ergänzten sich, andere hoben sich gegenseitig auf. Ein zuverlässiger Weg, um herauszufinden, aus welchen Stoffen sich etwas zusammensetzte. Natürlich bedingte es umfangreiches Wissen, welche Stoffe miteinander wie reagierten. So mancher Magier widmete sein gesamtes Leben diesen Studien.
    »Ein magisch verändertes Sumpfkraut könnte in der Tat sehr gefährlich sein. Verfolge diese Forschung weiter und entwickle, wenn möglich, ein Gegenmittel, um die Wirkung zu neutralisieren. Oder zumindest zu schwächen. Neoras soll dir dabei helfen. Ich werde nicht zulassen, dass sich die Stadt von innen heraus zerstört.«

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    Silberbaron von Khorinis  Maximus's Avatar
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    Die Marktschänke

    Zum Leidwesen des Grafen schüttelte die Kellnerin der Marktschänke mit dem Kopf. „Bitte verzeiht, aber wir haben keinen Wein mehr. Die Preise sind dieser Tage sehr hoch und die Klosterkellerei produziert nur noch für den Eigengebrauch. Ich kann Euch aber einen wirklich guten Met bringen. Einen dunklen Paladin. 30 Goldmünzen pro Flasche."

    Nun schüttelte auch der Graf mit dem Kopf. Er wäre nicht zur Schänke am Marktplatz gegangen, wenn seine kostbare Sammlung seltener Weine nicht bereits anlässlich des bevorstehenden Umzugs ins Reichenviertel in unzähligen Kisten verpackt worden wäre. Doch schon als er die Marktschänke betreten hatte, wusste er, dass die Umgebung ebenso wenig zum Genießen eines guten Weines einlud, wie sein mit Kisten vollgestellter Präsentationsraum.

    „Met!? Sehe ich so aus, als würde ich Met trinken wollen!? Nein! Bringt mir Euer Tagesgericht und sagt dem Wirt, er habe adligen Besuch zu begrüßen" Sichtlich verstört entfernte sich die Kellnerin vom Tisch des Grafen. Maximus ließ währenddessen seinen Blick schweifen und begutachtete das Publikum.

    Er wollte seinen Laden im Händler- und Handwerkerviertel zwar nicht aufgeben aber ein anderes Mitglied der Händlergilde mit dem operativen Geschäft beauftragen. Deswegen suchte der Graf nach weiteren Möglichkeiten, sein Gold sinnvoll zu investieren. Doch auch wenn er in Vengard bereits eine Taverne besaß, schien die Marktschänke in Thorniara ungeeignet.

    An dem Mobiliar gab es wenig auszusetzen. Vielmehr war es das einfache Publikum, dass eine Investition uninteressant erscheinen ließ. Maximus wollte den Namen seiner Familie wieder zu altem Glanz führen. Eine Marktschänke des einfachen Pöbels war es aber nicht würdig, den Namen des Adelshauses tragen zu dürfen.

    Während der Graf noch in Gedanken war, erhob sein Leibwächter unvermittelt die Stimme: „Ihr werdet beobachtet, Euer Hochwohlgeborenen." Maximus vernahm die Worte, ließ sich jedoch nichts anmerken. „Eine Bedrohung?" erwiderte der Graf. Sein Leibwächter aber schüttelte mit dem Kopf: „Nicht, wenn ich ihm gleich die Knochen breche."

    „Nur zu aber tötet ihn nicht. Das sieht die Stadtwache nicht gerne." antwortete Maximus, als er ungeduldig mit den Fingern auf den Holztisch klopfte. Die Kellnerin ließ sich mit dem Servieren des Essens zu viel Zeit.

    Bragan wägte unterdessen ab, ob er seine Position verlassen konnte, ohne den Grafen der Gefahr eines Angriffes auszusetzen. Scheinbar ging aber nur von der bereits erspähten Person eine vermeintliche Bedrohung aus. „Ich bin gleich wieder zurück." sagte der Leibwächter daraufhin und bewegte sich mit schnellen Schritten auf den Mann zu.

    Der eher ärmlich wirkende Mann entdeckte die Leibwache zu spät. Er schaffte es gerade noch, sich ruckartig vom Stuhl zu erheben, als er von Bragan an der Schulter gepackt wurde. „Ich..." wollte er sich erklären, als er wenige Bruchteile einer Sekunde die blanke Faust des Leibwächters im Gesicht spürte.

    Von der Wucht des Schlages zu Boden geworfen, versuchte sich der Mann erneut zu erklären: „Nicht doch! Ich habe nichts getan!" Unbeeindruckt packte ihn Bragan an den Kragen und holte zum nächsten Schlag aus, als er von hinten angegriffen wurde. Blut spritzte auf den Boden, als der Leibwächter seinen Ellenbogen in das Gesicht des unbekannten Angreifers rammte und ihn dabei die Nase brach.

    Gerade noch rechtzeitig erblickte Bragan im Augenwinkel einen dritten Mann, der mit gezogenem Messer auf ihm zu rannte. Mit einem beherzten Schritt zur Seite konnte er einer schweren Stichverletzung entgehen. Aufgeregt zog der Leibwächter daraufhin sein Breitschwert.

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    Abenteurer Hierodius Lex's Avatar
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    Die Marktschänke

    Bereits seit den frühen Morgenstunden war der Himmel über Argaan mit Wolken behangen. Das trübe Wetter wirkte sich zum Leidwesen der Händler auch auf die Kauflust der Bürgerinnen und Bürger von Thorniara aus. Das aber begrüßte wiederum der breitgebaute Soldat. Denn je weniger Menschen sich auf dem Marktplatz aufhielten, desto leichter war es, den Überblick zu behalten.

    Die Stadtwache konnte sich dieser Zeiten aber ohnehin nicht sonderlich beklagen. Denn durch die stetige - wenn auch sehr langsame - Verbesserung der Versorgungslage, gab es weniger Spannungen im Händler- und Handwerkerviertel. Auch die Sorgen der im Reichenviertel residierenden Bürgerinnen und Bürger schienen abzunehmen. Zumindest wurde binnen weniger Wochen zwei der Anwesen neu bezogen.

    Lediglich im Hafenviertel und im Armenviertel von Thorniara schien keine Ruhe einkehren zu wollen. Der kürzliche Aufstand, der durch einen Paladin und seiner Gefolgschaft blutig niedergeschlagen worden war, trug ebenso wenig zur Entspannung bei, wie die verhaltene Reaktion des Ordens. Es war wohl alleine dem Umstand geschuldet, dass nur Bewohner des weniger angesehenen Hafenviertels ums Leben kamen, dass die Lage nicht vollends eskalierte.

    Hierodius Lex beobachtete einen jungen Mann, der mit einem Lebensmittelhändler feilschen wollte. Er schien aufgebracht darüber zu sein, dass der Kaufmann auf keines seiner Angebote einging. Der Händler war ein Mitglied der Händlergilde, die die alten Regeln der Kaufmannsschule wohl nicht beherzigen wollten. Nur wenige dieser Männer und Frauen, die unter der Flagge eines in Thorniara unbekannten Herzogtums Handel trieben, gaben einen Rabatt auf ihre Waren. Der breitgebaute Soldat rechnete jeden Moment mit einer Eskalation, doch der junge Mann entfernte sich dann doch verärgert und lief in Richtung des Hafenviertels.

    Plötzlich hörte der breitgebaute Soldat einen verdächtigen Lärm aus der Marktschänke. In der Hafenkneipe waren Schlägereien und wortgewaltige Auseinandersetzungen an der Tagesordnung. Im Händler- und Handwerkerviertel hatten sie jedoch einen gewissen Seltenheitswert. Die ansässigen Bürger duldeten solche Konflikte nicht und sahen die Stadtwache in der Pflicht. Zu Recht.

    Hierodius Lex legte die Hand an dem Griff seines Breitschwertes und betrat wenig später die Schänke. Ein muskulöser und durchaus bedrohlicher Mann stand mit gezogenem Schwert inmitten des Raumes. Zu seinem Füßen hielt sich ein Mann sein Gesicht. Blut tropfte auf den Holzboden, während zwei weitere, eher ärmlich gekleidete Männer den Schwertkämpfer gegenüberstanden. Alle beteiligten schienen die Situation abzuschätzen. Die Auseinandersetzung drohte zu eskalieren.

    „Im Namen des Königs, haltet ein!" rief Hierodius Lex, als er mit langsamen und bedachten Schritten auf die aufgebrachten Männer zuging. „Legt die Waffen nieder! Sofort!" Zögerlich und sehr misstrauisch kamen die beiden ärmlich gekleideten Männern der Aufforderung des breitgebauten Soldaten nach. Der in Rüstung gekleidete Schwertkämpfer ließ sich von dem Befehl jedoch nicht beeindrucken. „Legt sofort die Waffe nieder!"

    Aus dem Hintergrund ertönte plötzlich die Stimme eines älteren Mannes. Er hatte das Spektakel aus sicherer Entfernung beobachtet. „Genug." sagte er und der Schwertkämpfer steckte das grobe Schwert unverzüglich in die Scheide zurück. Ohne Hierodius Lex weiter zu beachten, entfernte sich der Schwertkämpfer und positionierte sich in der Nähe des in edlem Gewand gehüllten Bürger.

    Gerade als die restlichen Beteiligten einen unachtsamen Moment nutzen wollten, um die Flucht zu ergreifen, kamen zwei weitere Wachen in die Schänke gelaufen. „Wir hörten den Lärm. Ist alles in Ordnung?" Hierodius Lex entspannte seine Muskeln und erwiderte: „Ja, bringt diese Männer nach draußen. Sie waren offenbar in einer Schlägerei verwickelt."

    Kaum hatte er seinen Satz beendet, richtete Hierodius Lex seinen Blick auf den Bürger und seinen Schwertkämpfer. Die Hand immer noch am Griff seines Breitschwertes, ging er auf die beiden zu. „Ich muss Euch auffordern, mich zur Bastion zu begleiten. Wir dulden hier keine Auseinandersetzungen. Erst recht keine mit Waffengewalt!"

    Der ältere Mann zeigte zunächst keine Regung, entnahm aus der Innentasche seines Gewands dann doch ein zusammengerolltes Pergament. Ohne ein Wort zu sagen, legte er es vor Hierodius Lex auf den Tisch. Sichtlich verärgert nahm der Soldat es an sich und rollte es auf. Es war eine Immunitätserklärung mit Signatur und Siegel des Ordens. Ein solches Papier hatte der breitgebaute Soldat noch nie in den Händen gehabt. Er wusste noch nicht einmal, das Lord Hagen solche Erklärungen überhaupt erteilte.

    „Sie gilt selbstverständlich auch für meinen Leibwächter und nun behelligt mich nicht länger." sagte der betuchte Mann mit selbstgefälliger Stimme. Hierodius Lex rollte das Pergament wieder zusammen und legte es zurück auf den Tisch. Er wusste nicht, wie er reagieren sollte. Falls der betuchte Bürger eine wichtige Persönlichkeit in Thorniara war oder zu den Vertrauten des Lord Hagen gehörte, wäre es nicht ratsam gewesen, auf die Aufforderung zu bestehen. Verärgert und verwirrt drehte sich Hierodius Lex um und verließ wenig später die Marktschänke.
    Last edited by Hierodius Lex; 17.08.2016 at 20:50.

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    Schwertmeister Madlen's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Hafenviertel

    Madlen und der Rest ihrer Gruppe hatten in den letzten Tagen ziemlich viel Lärm im Hafenviertel gemacht. Ob sich der Hauptmann an die Abmachung hielt oder ob er einfach zu beschäftigt war, es ließ sich jedenfalls keine einzige Wache in diesem Teil der Stadt blicken. Und so konnten sie fast frei walten und handeln. Mal reichte es aus, dass sie nur drohten, dann wieder musste ein Finger abgeschnitten oder Ähnliche Art von Überzeugungskraft angewandt werden. Sie waren wenig zimperlich oder geduldig. Wenn ein künftiger Bote nicht das überbringen wollte, was die Fürstin angab, dann wurde ihm schmerzlich beigebracht, dass er eigentlich keine Wahl hatte. Und so war eins ums andere gekommen. Im Moment saßen Madlen und Elesil an einem Tisch zusammen mit einem der Köpfe des Handels mit dem roten Sumpfkraut und redeten. Zumindest wies er sich als solcher aus. Dorumbar, Lord Alert und die restlichen Männer warteten derweil ebenfalls in der Absteige, an verschiedenen anderen Orten. Einer lehnte lässig nahe der Tür und trank sein Dünnbier. Zwei andere spielten lauthals Karten, die vierte Wache versuchte sein Glück bei einer Frau und Dorumbar…nun, er war ein Pirat durch und durch. Gerade war er dabei, dem Wirt zu erklären, warum er seine Zeche nicht bezahlen müsste.

    Nachdenklich drehte Madlen ihren Becher mit Met hin und her. „Nun, seht es ein. Wir mussten ein wenig Aufmerksamkeit auf uns ziehen, sonst hättet Ihr uns nie beachtet.“
    „Ich habe keinen Grund dazu, dich oder sonst wen zu beachten!“, entgegnete die entstellte Gestalt. Sein Gesicht war nur zum Teil mit Verbänden verdeckt. Der Rest, welcher zu sehen war, zeigte unzählige Narben. Ansonsten war seine Kleidung schwarz gehalten. Seine Stimme klang rau und sogar ein bisschen schwach. „Nennt mir eine plausible Erklärung warum ich, Verhud Rathanca, Herr des Hafenviertels, euch nicht sofort umbringen lasse!“ – „Es gibt mehrere. Zum einen würdet Ihr niemals auch nur in meine Nähe kommen, denn zuvor würdet Ihr sterben. Zum anderen kann ich Euch behilflich sein. Drei Schiffe nenne ich mein Eigen. Wollt Ihr nicht expandieren?“ – „Wozu, ich verdiene genug mit der Dummheit dieser Menschen!“
    Kurz blickte die junge Frau zu Elesil, seufzte und ließ ihre Augen wieder in Richtung ihres Gesprächspartners wandern. Im Hintergrund bemerkte sie, wie die Begleitung des Mannes ein wenig unruhig wurde. Sie wusste nicht warum, aber es konnte nichts Gutes bedeuten.
    „Entweder habt Ihr keine Ahnung von Geschäften oder Ihr seid einfach nur einfältig. Was passiert mit den Menschen, welche das rote Sumpfkraut konsumieren? Sie sterben! Hier gibt es zudem wegen dem Krieg und dem Drachen nur wenig Gold zu holen. Aber auf dem Festland, ich korrigiere. Auf dem reichen Festland habt Ihr viel Platz Euch auszubreiten. Und wenn Ihr es geschickt anstellt, dann könnt Ihr sogar die Adligen abhängig machen!“ – „Aber es ist ein Risiko, welches ich nicht einzugehen bereit bin!“ – „Ah, ein Feigling!“, gab Madlen Elesil zu verstehen. Sie wollte bewusste den Mann provozieren, damit er einen Fehler machte. „War mir von Anfang an klar!“, antwortete die Piratin.
    Kurz zuckte das Auge von Verhud, ehe er ruhig entgegnete. „Mag sein, aber immerhin lebe ich. Wie lange werdet Ihr das noch tun?“ – „Solange bis wir mit Euren anderen Geschäftspartner geredet haben. Wenn ich mich recht entsinne, habt Ihr zwei Konkurrenten. Ein Vorschlag: gebt mir Namen und ihre Umschlagsorte und ich schalte sie dafür aus.“ – „Und was verlangt Ihr dafür?“ Scheinbar hatte die Fürstin sein Interesse geweckt. „Beteiligung an Euren Einnahmen und die Expansion in Richtung Festland!“ – „Wie viel?“ – „Den vierten Teil!“ – „Unmöglich, maximal den achten Teil!“ – „Treffen wir uns in der Mitte und sagen den sechsten Teil?“
    Mürrisch grummelte der Herr des Hafenviertels vor sich hin, schließlich stand er auf und streckte die Hand aus. „Einverstanden!“ Darauf hatte Madlen gewartet, ein Fehler. Jetzt konnte sie sich den Mann greifen und ordentlich befragen. Zuerst zögerlich griff sie nach seiner dargebotenen Geste, ehe ihre linke Hand nach vorne schoss und die junge Frau Verhud mit einer schnellen Bewegung auf den Tisch zog und ihm eine Klinge an den Hals hielt. „Bevor hier jetzt noch jemand auf eine dumme Idee kommt!“, hob die Prinzessin ihre Stimme an. „Würde ich vorschlagen, wir beruhigen uns jetzt erst einmal alle. Es muss niemand verletzt werden!“ Als sie ein metallisches Kratzen in der plötzlichen Stille vernahm, drückte sie das Messer so in die Haut ihres Gefangenen, dass dieser seine Männer anwies, sich ruhig zu verhalten.
    „Gut und jetzt, wo die ersten anfänglichen Probleme geklärt sind, kommen wir zum geschäftlichen. Ihr seid kein Kopf des organisierten Verbrechens hier, Verhud. Wenn das überhaupt Euer richtiger Name ist. Und jetzt gebe ich Euch einen guten Rat. Schickt Eure Männer nach draußen, ehe ich die Geduld verliere.“ – „Warum sollte ich das tun?“, spuckte der Lakai aus. Ohne zu antworten, setzte Elesil am kleinen Finger des Mannes mit ihrem Messer an und machte einen ersten tiefen Schnitt. „Wenn sie weitermachen soll, dann lasst Eure Wachen da, ansonsten schickt sie weg.“ Eine erneute Handbewegung und die Söldner zogen sich zurück.
    In der Taverne waren jetzt nur noch acht Personen, denn auch der Wirt war geflohen. Madlen, Elesil, Dorumbar, Lord Alert und die drei Soldaten des goldenen Tals. Und natürlich Verhud. „Versperrt die Tür, wir nehmen dann eh den Hinterausgang.“ Während sich ein Teil der Gruppe ans Werk machte, erhöhte die junge Frau noch einmal den Druck ihrer Waffe auf den Hals ihres Gefangenen. „So, und jetzt sprechen wir klare, ehrliche Worte. Ihr hattet nie das Recht zu verhandeln. Ihr wolltet mich von Anfang an töten. Nur dumm, dass Ihr nicht schlau seid. Zwei Männer, ernsthaft? Damit lockt Ihr ja nicht einmal einen Hund hinter dem Kamin hervor. Wie auch immer, sag uns woher Ihr Eure Ware bezieht oder stirb. Wir haben nicht lange Zeit, ehe Verstärkung kommt, weswegen du auch nicht lange Zeit hast, zu überlegen. Denn so oder so, tun wir dir weh. Du kannst entscheiden, wie sehr.“ – „Nur zu, bringt mich doch um, es ist mir egal!“ – „Das werden wir ja sehen. Jeder Mensch hat eine Schmerzgrenze und deine werden wir jetzt austesten!“
    Dorumbar und James zwangen Verhud, beide Hände mit dem Rücken nach oben auf den Tisch zu legen. Anschließend rammte Elesil jeweils ein Messer in jede Hand, sodass diese im Holz stecken blieben. Der Gefangene schrie jämmerlich, zuckte und wand sich hin und her, aber er wurde von den Kriegern des goldenen Tals festgehalten. „Ihr verdammten…“ Worauf sofort ein Schlag in sein Gesicht folgte.
    „Willst du, dass wir aufhören?“ Madlens Gesicht befand sich genau neben den Ohren des Mannes. „Dann sag uns, wo ihr eure Ware erhaltet.“ – „Ich werde nicht reden!“ – „Wirklich, ich gebe dir eine letzte Chance! Deine Hände sind scheinbar der einzige Teil deines Körpers, welcher noch einigermaßen in Takt ist. Das kann ich ändern.“ Die junge Frau nahm ein weiteres Messer und tauchte die Spitze in den Met ein. Anschließend ließ sie es auf den Boden fallen und schob es mit dem Fuß ein paar Mal hin und her. Danach hob sie es auf und hielt es vor die Augen von Verhud. „Siehst du das hier. Damit werde ich dir ein paar tiefe Schnitte verteilen. Diese werden sich wegen dem Dreck in der Wunde entzünden und schließlich müssen deine Hände amputiert werden. Mag sein, dass du über diese Art der Bestrafung lachst. Aber in ein paar Wochen nicht mehr. Denn wer kann schon etwas mit einem Mann ohne Hände anfangen. Aber zuvor…!“ Madlen gab Elesil einen Wink. Daraufhin ging diese auf den Gefangenen mit ihrem letzten Messer zu und Dorumbar zog die Kapuze ein Stück zurück, sodass das rechte Ohr frei war. „Rede oder du wirst in Zukunft schlechter hören können!“ – „Nein!“ Die Piratin fing langsam an, einen Schnitt am Ohr zu setzen. Verhud versuchte sich zu befreien, konnte aber nicht entkommen. „Schließlich schrie er, dass sie aufhören sollte. Die Frau machte weiter. „Ein Ort!“, schrie die Fürstin ebenfalls. „Nur ein Ort und der Schmerz lässt nach!“

    Und schlussendlich kam das, was sie hören wollte: „Eine verlassene Lagerhalle am nördlichsten Kai. Dort gibt es einige Kisten, welche auf Falltüren stehen. Dort findest du, was du suchst!“ Von der Tür kam gleichzeitig ein lautes Krachen. Scheinbar waren die Freunde von Verhud doch gekommen. Madlen nickte Lord Alert zu. Dieser schien zu verstehen, nahm einen kleinen runden Gegenstand in die rechte Hand, ballte dieser zur Faust und schlug dem Gefangenen ein paar Mal ins Gesicht, bis dieser wie ein nasser Sack ohnmächtig wurde und auf den Tisch knallte.
    „Nun, ich denke, wir sollten uns entfernen!“ Nicht umsonst hatte sie diese Taverne ausgewählt. Sie hatte einen Hinterausgang, durch den die Gruppe sich schließlich davonmachte und in Richtung Markplatz davonstob. Sie teilten sich auf und würden sich später dort in einem besseren Gasthaus treffen. Sie hatten die Informationen, die sie benötigten. Damit konnten sie endlich weiter arbeiten und der Plage in dieser Stadt endlich ein Ende bereiten. Zuvor aber würde sich Madlen noch mit ihrem Mittelsmann treffen. Schon vor ein paar Tagen hatte sie diesen Rupert getroffen. Irgendetwas war seltsam an dem Kerl, aber sie kam nicht drauf was. Wie auch immer, die Spelunke war schon lange nicht mehr Übergabeort von Informationen. Nahe des Westtors würde sie den Mann finden und ihm berichten können. Vielleicht half es ja schon einiges. Allerdings würde es jetzt deutlich schwerer werden. Ihr Gesicht war nun bekannt und auch die Wache würde von diesem Vorfall Wind bekommen. Immerhin hatte sie markante weiße Haare. Es würde keinesfalls leichter werden…

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    Ritter Jun's Avatar
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    Kerker

    Lange war es her seit er solch einen modrigen, stinkenden Kerker von Innen gesehen hatte. Selbst war er damals in Setarrif gefangen, so wie jetzt vor den Gittern stehend war es noch in Varant, als er sich die überfüllten Kerker Mora Suls antat. Sklaven, Verbrecher und Nomaden flehten ihn an sie frei zu lassen, gaben ihn irgendwelche varantischen Herrschernamen oder dergleichen und erhofften sich die Freiheit. Der Feldherr Jun war gnädig - mit den meisten. Der Rest durfte seine Schuld abarbeiten, indem er die Stadt wieder aufbaute - sofern die Verbrechen, die akribisch in den Listen der Varanter geführt worden waren, es denn gestatteten. Mörder wurden gehängt wie es das Gesetz verlangte. Diebe bekamen die Hand abgeschlagen...so wie es das Gesetz verlangte und die Seelen jener die Beliar verehrten, wurden durch das heilige Feuer 'gereinigt' oder überzeugt dem Gott des Todes zu entsagen - denn die Zeit für Beliar begann für viele erst mit dem Tod.

    "Womit wird dieses Wesen gefüttert?", fragte Jun einen der Wärter und blickte auf das schuppige, geschwächte Wesen.
    "Nicht viel. Wir wollen sehen, ob wir der Kreatur Kunststücke beibringen können, wenn sie für Nahrung alles macht.", meinte der bullige Wärter.
    "Erfolge?", fragte Zakarias.
    "Sie faucht uns an, wenn wir gegen die Gitter schlagen. - Diese Kreatur ist kein Tier. Sie ist etwas Böses, dem es gleich ist ob es hungert. blutet oder brennt."
    "Hoffentlich werden mit ihr Erkenntnisse gesammelt, um die Bedrohung zu tilgen. Innosgefällig ist es nicht ein Wesen Beliars das Leben zu lassen.", meinte Jun und blickte in die kalten Augen der Echse, die zurück blickte. Dann wurden sie vom Wärter weiter geführt. Direkt zur Zelle wo der letzte, verbliebene der Wahnsinnigen gefangen gehalten wurde.
    Sein Zustand war nicht besonders gut, wenn Jun dies als einstiger Medicus beurteilen wollte. Das zertrümmerte Bein war versorgt worden, der Bruch gerichtet. Der Blick war geschwächt und dunkle Ränder umgaben die Augen. Die Pupillen waren klein und die Atmung hörbar schwer.
    "Kann er sprechen?", fragte Jun.
    "Ja, Herr. Aber meist spricht er wirr. Vielleicht ist es das Fieber. Vielleicht das was er eingenommen hatte.", urteilte der Wächter.
    "Noch immer?", fragte Zakarias.
    "Er ist weich im Hirn, wenn ihr versteht, Meister. Er war früher ein Hafenarbeiter. Nicht der schlauste, vielleicht etwas kriminell - aber redseelig gegenüber den Dirnen und jedem der ihm mal einen ausgab."
    "Und nun ist er so? Seit er hier drinnen steckt?"
    "Anfangs drehte er am Rad wie ein Irrer. Selbst seine Verletzung schien ihn nichts anzuhaben. Er wollte beißen, er wollte würgen und zerreißen. Er war voller Wut.", erklärte sich der bullige Kerl.
    "So wie damals die anderen auch. Und wann klang seine Wut ab?", fragte der Paladin.
    "Irgendwann machte sein Körper nicht mehr mit. Er schlief ein und tat das auch mehrere Tage lang durch. So konnten wir ihn auch versorgen und den Bruch richten. Selbst da schlief er."
    "Wie ein Berserker aus Nordmar.", meinte Zakarias und tart näher an die Gitter.
    "Öffne die Tür.", forderte Jun auf und zückte seinen Dolch - nur zur Sicherheit. Zakarias indes hatte was vor und blickte den Gefangenen sehr intensiv an.

    "Ruhig...", sagte dann Zakarias und trat näher heran. Jun folgte mit aller Bereitschaft. Der Gefangene regte sich, sein Blick änderte sich von zuerst ängstlich und dann auf Zähne fletschend, als er Jun erkannte. Als Jun noch näher kam, wollte er sich erheben, doch Zakarias kam dem zuvor. Ein rascher Schritt vor und dann packte er den Gefangenen mit der linken Hand am Kopf.
    "Ruuuuhiiiigggg!", zischte er magisch, während der Gefangene zitterte und dann regelrecht erstarrte, als Zakaraias Magie wirkte.
    "Was ist geschehen...", flüsterte er magisch und blickte dem Gefangenen tief in die Seele.
    Der Gefangene begann zu sprechen, aber es waren mehr Wortfetzen die aus seinen Mund kamen. Zakarais schien aber mehr die Gedanken zu lesen, die sein gegenüber nicht aussprechen konnte oder wollte.
    "Wer gab es dir?", fragte er den verstummenden Gefangenen, während Jun gebannt zusah und etwas Abstand nahm.
    "Was geschah dann?", folgte als nächstes, ehe Zakarias eine finale Frage stellte. "Wie kann ich dir helfen?"

    "Fleisch...bring mir Fleisch, Meister. Und Höllenpilze. Ganz viele. Lass es mich essen...und dann töte mich. Dem roten Gott wird es gefallen und er wird mich wählen. Das wird schön. Ohhh hahahhaha...", lachte er mit schwacher, dünner Stimme und verstummte dann, ehe sein Blick wieder so leer und aphatisch wurde.
    Zakarias erhob sich und trat aus der Zelle, bevor der Wärter sie wieder abschloss.
    "Was habt ihr da gemacht, Meister?"
    "Ihn gezwungen seine Erinnerungen zu teilen. Ich habe nicht viel verstanden, aber ich denke ich weiß nun wo alles begann - wenn ich daran vorbei laufe. Wir müssen in den nächsten Tagen in das Hafenviertel."
    "Ein Spaziergang, der keiner wird. Wie viele nehmen wir mit?"
    "Entbehrt bitte niemand weiteres. Zu zweit fallen wir nicht so auf. Wir müssen uns erst nur umsehen. Handeln können wir danach."
    "Gut. Sucht mich auf der Virgo auf oder lasst es mich wissen, wo wir uns treffen. Denkt daran, möglichst passend für das Hafenviertel gekleidet zu sein.", meinte der Streiter, ehe sie sich aufmachten den Kerker zu verlassen.

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    General Bardasch's Avatar
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    Bardasch is offline
    „Blaä… Pf pf…“ – spuck – „V… p… verdammte Scheiß… was zum Henker“.


    Sämiger, klebriger Speichel, sowie trockene Knuspeln an den Lippen machten es dem Ergrauten schwer, weitere Flüche in die Welt zu spucken. Druck durchzog seine oberen und unteren Zahnreihen, die zwar kariös waren, jedoch noch weitestgehend vollständig. Der Druck – so bemerkte der Ergraute nach weiterem Gespucke und Gelecke kreuz und quer durch den Mundraum – entstand durch knrischende Körner, die sich in alle Ritzen gesetzt hatten und nicht nur dort.


    Auch die Augen wiesen eine Mischung aus Schlafschmier und Körnern auf, die sich kaum weg wischen ließen.
    Sand. Überall Sand. Zwischen den Arschbacken, ums Geläut herum und auch in einem Bereich, wo sich das Köpfchen immer seltener zeigte. Ja, es wurde Zeit dem treuen Begleiter wieder einmal die Welt zu zeigen und die gespaltene Jungfrau zu suchen, die doch überall sein konnte, aber die favorisierte war weit weg, lange fort… und mit Sicherheit weniger verschimmelt, als es bei Bardasch der Fall war. So einen, vor allen Dingen seinen treuen Begleiter, hieß doch keine Frau willkommen.


    Ja – Estefania. Bardasch erinnerte sich noch gut, auch jetzt, als er seine geringe Habe sichtete. Seine Erinnerungen waren blass bezüglich benötigter Fertigkeiten und der Bruch seines Bogens eine weitere Überraschung für den einstigen Nomaden, der schwankend und weiter fluchend auf seinen tierischen Begleiter zuging. Simun – genauso treu wie das faltig hängende Stück Fleisch. Eigentlich treuer, weil das Pferd immer noch auf Befehl funktionierte.


    Aber da war kein Pferd. Dort waren lediglich kalte, feuchte Gitterstäbe, die Bardaschs Hände nun umklammerten.


    Und obwohl der Alkohol weite Teile seines Gehirnes bereits weg geätzt zu haben schien, erinnerte sich der Ergraute an den eigentlichen Grund seines Daseins in dieser, von Glaubenstrotteln übersähten Stadt – die stumme Göhre – doch der Weg dorthin war lang, verbaut und womögich nicht erreichbar. Er vielleicht am Ende nur Futter für die Monster, die mit ihm im Kerker einsaßen.

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    Schwertmeister Redlef's Avatar
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    Der Sommer hatte seinen Zenit überschritten. Das merkte man nicht zu Letzt daran, dass es nicht mehr bis in die späten Stunden hell war. Nun saß der Hauptmann beim Schein einer einsamen Kerze und las die Berichte, die sich in seiner angehäuft hatten. Es war kaum etwas Erfreuliches dabei.
    Sestohlene Stadtwachen Uniformen, murrende Wächter, Brutale Überfälle im Armenviertel ind Aufstände im Hafenviertel, die Paladine hatten sich darum gekümmert. Doch genau diese hatten durch ihren Übereifer die Angelegenheit noch schlimmer gemacht. Dazu kam immer mehr Sumpfkraut, das die Menschen krank machte. Der Kerker wurde immer voller und hatte immer mehr Tote zu beklagen. Jene, die dem roten Sumpfkraut verfallen waren schafften es in der Regel nicht sehr lange. Pons Berichte waren fürchterlich zu lesen. Und das lag nicht an seiner grausamen Schreibweise.

    Frustriert warf er die Pergamente und Wachstafeln zurück auf das Schreibpult.
    Er war zu lange fort geblieben. Nun musste er handeln.
    Am besten fing er bei Pons an. Nach den Vorkommnissen konnte er sicherlich ein paar aufbauende Worte vertragen.

    Redlef blies die Kerze aus und ertastete sich in der Dunkelheit den Weg zur Tür. Auf dem Gang brannten ein paar Fackeln und wiesen ihm den Weg zu den Stufen. Da sich der Kerker ebenfalls in der Bastion befand, musste er das Gebäude glücklicherweise nicht einmal verlassen. Denn gerade hatte es draußen angefangen junge Hunde zu regnen.

  20. View Forum Posts #20
    Abenteurer Hierodius Lex's Avatar
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    Die Bastion

    Der breitgebaute Soldat hatte seinen letzten Patrouillengang beendet und war in die Bastion zurückgekehrt. Seine Fuße schmerzten in den Lederstiefeln, die ganz offensichtlich wenige Zentimeter zu klein waren. Sobald Hierodius Lex genügend Gold gespart hatte, wollte er sich davon hochwertige Stiefel anfertigen lassen.

    Als wohltuenden Abschluss des Tages aß der breitgebaute Soldat eine heiße Suppe und tunkte immer wieder ein wenig Brot hinein. Gerne hätte er noch einige Fleischstücke in der Suppe gefunden, doch Fleisch gab es nur zum Frühstück und zur Mittagszeit. Der Versorgungsengpass hatte eine Änderung des Speiseplanes erforderlich gemacht und so die beliebten abendlichen Fleischgerichte gestrichen.

    Doch die Männer und Frauen der Stadtwache konnten sich nicht beschweren. Die Zitadelle hatte zur Versorgung der Truppen eigene Lebensmittelvorräte angelegt, an denen sich auch die Stadtwache bedienen durfte. Im Vergleich zu den Bewohnern der Stadt ging es den Soldaten verhältnismäßig gut. Das war auch wichtig. Denn die hoffnungslose Unterbesetzung der Wache machte es notwendig, dass die verbleibenden Mitglieder hoch motiviert ihren Dienst verrichteten.

    „Schon wieder kein Fleisch..." seufzte einer der Stadtwachen. Hierodius Lex glaubte sich an den Namen zu erinnern und erwiderte: „Ich finde, sie schmeckt auch ohne Fleisch ganz gut. Ihr seid Hugo, nicht wahr?" Der etwas dickliche Soldat lächelte freundlich. „Ja, genau. Vor ein paar Monaten habe ich noch das Stadttor bewacht, dann wurde ich versetzt. Ich patrouilliere auf dem Marktplatz. Eine Qual. All die schönen Lebensmittel und mein Sold reicht nur für das Nötigste.“

    In angenehmer Gesellschaft verging die Zeit schnell und als die Schalen schon lange geleert waren, erblickte Hierodius Lex plötzlich eine rothaarige Gestalt auf dem Gang. Es war Redlef, der Hauptmann der Wache, der von seiner Mission außerhalb der Stadtmauern zurückgekehrt war. „Redlef!“ rief der breitgebaute Soldat, nachdem er aufgestanden und zum Hauptmann gelaufen war. „Schön, dass Ihr wohlbehalten zurückgekehrt seid. Man sagte mir, Ihr hättet eine Nachricht der Zitadelle erhalten. Sie soll meine Beförderung zum Weibel beinhalten.“

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