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  1. View Forum Posts #61
    Schwertmeister Kjarl's Avatar
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    Aug 2012
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Kjarl is offline
    "Na das klingt doch nicht schlecht.", erwiderte Kjarl und lächelte. Ein paar Münzen nebenbei nahm man doch gern mit. Nicht, dass Kjarl das Geld dringend gebraucht hätte. Hier im Wald ließ sich fast alles auch ohne Geld regeln. Und die Jagd warf nebenbei auch noch etwas Geld ab, wenn man sparsam lebte. Wichtiger als das Geld waren ihm die sichere Reise und die Kontakte, die er bei der Unternehmung knüpfen konnte. Vielleicht würde er ja noch ein bisschen mehr über Denniks Geschäfte erfahren.

    "Wenn die Sonne noch zwei Handbreit gesunken ist, werde ich abreisebereit am Tor stehen.", meinte Kjarl noch und eilte schließlich davon, um sich auf die Reise vorzubereiten. Er prüfte seine Waffen, füllte den Wasserschlauch auf und packte etwas Gold und ein paar Kleinigkeiten ein. Bei einem Schriftstück zauderte er kurz, dann warf er noch einen Blick darauf. Unter dem Wappen des myrthanischen Reiches stand ein Name, den Kjarl selber kaum kannte. Mit einem dunklen Brummen ließ er das Schriftstück in seiner Tasche veschwinden. Wenig später stand er abreisebereit am Tor. Was würde ihn wohl erwarten?

  2. View Forum Posts #62
    Schwertmeister Redlef's Avatar
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    Mar 2013
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Redlef is offline
    Redlef hatte Avik aufmerksam zugehört. Zuerst wanderten seine Augenbrauen überrascht nach oben, als der junge Man ihn bat, ihn öffentlich zur Sau zu machen, doch dann wurde klar worauf er hinaus wollte und Red musste lächeln.
    »Ich wusste, dass du ein guter Kerl bist, auf den man sich verlassen kann und der das Herz am richtigen Fleck trägt. Wenn deine Absichten ernst sind, dann bin ich nur zu gern bereit die Sache hier im Fort zu begraben.« Das der Orden auf jeden Streiter angewiesen und Avik als schon altgedienter Soldat eine wichtige Stütze war, dessen Verlust sehr schmerzlich gewesen wäre, ließ er aber an dieser Stelle unerwähnt.
    »Ich freue mich über deine Entscheidung und auch darüber, dass du mir in dieser einen Sache vielleicht weiterhelfen kannst.«
    Nun deutlich entspannter, ließ sich der Hauptmann auf dem Bett nieder und begann Avik von dem derzeitigen Problem zu berichten, dass ihm zur Zeit den Schlaf raubte: »Ich weiß nicht, ob du davon vielleicht schon einmal was gehört hast, doch Thorniara wird zur Zeit nicht nur von dem Drachen und der allzeit präsenten Unterversorgung gebeutelt. Auch eine neue, sehr schlimme Droge macht derzeit im Armenviertel und im Hafen die Runde. Das so genannte Rote Sumpfkraut macht die Leute unglaublich schnell abhängig. Erst werden sie lethargisch, dann aggressiv und schließlich Wahnsinnig. Der Kerker ist inzwischen voll mit solchen Fällen. Da gibt es Frauen, die ihre Kinder verkauften um mehr Drogen erwerben zu können, ganze Schlägerbanden, die alles und jeden überfallen haben und sogar ein Mann, der einem anderen die Eingeweide aufriss, um an das geschluckte Kraut heranzukommen.« Und das waren nur die bekannten Gräueltaten. Immer noch gab es keine Patrouillen im Armenviertel. Wer konnte schon wissen, was sich die Menschen dort noch gegenseitig antaten? »Denk dir jedes menschliche Übel: du findest es derzeit in Thorniara!«
    Red seufzte. Diese Sache mit dem Kraut war so fürchterlich.
    »Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass das Kraut mit all dem normalen Sumpfkraut von hier irgendwie in die Stadt geschmuggelt wird. Denn soweit bekannt sind das Waldvolk die einzigen, die das Zeug anbauen. Ich will also wissen, was das Rote Kraut genau ist, wer es züchtet, wo es genau herkommt und vor allem wie es in die Stadt gelangt. Dieser Schmuggel muss unterbunden werden. Den Menschen in Thorniara geht es auch ohne diese sündige Versuchung schon schlecht genug! Egal ob das Rote oder das Normale: Die Leute verspüren eine kurze Hochphase, dann stürzen sie in den Abgrund. Niemand vermag das Kraut in Maßen einzusetzen, dafür ist die süße Verlockung des Vergessens auf Zeit viel zu groß.«
    Reds Blick hatte sich verfinstert. Es verärgerte ihn sehr, dass die Schmuggler die Not der Leute so sehr ausnutzten und ihnen gewissenslos dieses beliarsverfluchte Zeug verhökerten.
    »Bring mir alle Informationen, die du darüber bekommen kannst. Ich zähle auf dich!«
    Red erhob sich darauf und strich seine Kleidung glatt. »Und nun zum offiziellen Teil der Veranstaltung…«
    Red ließ Avik keine Zeit zum Reagieren. Vom einen Moment auf den anderen griff er seinen Ordensbruder am Kragen und riss ihn vom Stuhl hoch. »Du elender Hundsfott! Ist das dein Ernst?«, brüllte er ihn an und schleuderte ihn gehen die Tür. Das recht dünne Holz knarrte beträchtlich und die Bretter bogen sich unter dem Gewicht Aviks gefährlich. Red ließ seinem Ordensbruder jedoch keine Zeit wieder auf die Füße zu kommen. Noch bevor er sich gefangen hatte, hatte Redlef ihn schon wieder an seinem Hemd gepackt und schleuderte ihn erneut gegen die Tür. »Soll dich Innos‘ Blitz beim Scheißen treffen!«, brüllte er und übertönte damit sogar das brechende Geräusch der Tür, die nun endlich unter Avik nachgegeben hatte. »Du bist eine wahre Schande für den Orden, ein elender Feigling und Dreckskerl.« Rasend wie die Rache persönlich baute sich Red über dem am Boden liegenden Mann auf und zerrte ihn wieder auf die Füße. Insgeheim hoffte er, dass sich Avik beim Sturz durch die Tür nicht zu sehr wehgetan hatte, doch er sah nicht verletz aus. Auch hatte der weiche, schlammige Boden sicherlich einiges von der Wucht des Aufschlags genommen.
    »Es beschämt mich, dich meinen Bruder nennen zu müssen. Jedes Weib hat mehr Mumm in den Knochen als du! Kneifst den Schwanz ein, und rennst hier her, in der Hoffnung, dass du hier verschont bleibst? Ich werde dir helfen, Schurke!« Red brüllte immer noch. Sein Ausraster war nicht unbemerkt geblieben. Langsam sammelte sich das neugierige Volk um die Hütte. »Die Front wird dir die Weinerlichkeit schon austreiben. Verdammt, du hast dich dem Orden untergetan um die Menschen zu schützen, Innos zu dienen, doch jetzt? Sieh dich an? Verkrochen hast du dich hier!« Red schubste Avik von sich weg, sodass dieser stolperte und erneut vor ihm im Dreck saß. »Sie zu, dass du deine Sachen packst und dich umgehend auf den Weg machst. Abschaum wie dich kann man hier im Fort nicht gebrauchen. Du hast nicht nur den Orden enttäuscht, sondern auch Schande über die ganze Armee gebracht. Hast wohl geglaubt, könntest hier als Offizier eine ruhige Kugel schieben, dir die Tage mit Sumpfkraut schön rauchen, was? Erbärmlich! Ich werde dafür sorgen, dass man dich der Ostfront zuteilt. Dort wirst du als einfacher Soldat auf meine Weisung hin in der ersten Schlachtreihe stehen, wenn die Geschuppten angreifen. Die Echsen werden dir schon Beine machen und dich daran erinnern, was deine Aufgabe ist. Kämpfe du Wurm, hier ist kein Platz für Feiglinge, die sich mit diesem scheiß Sumpfkraut dieser Waldspinner die Birne wegballern. Willst du so werden wie die? Gibt doch schon genug von denen!«
    Mit energischen Schritten, die sein Knie fürchterlich schmerzen ließen, trat Red an Avik heran und zerrte ihn erneut unsanft auf die Füße. Inzwischen standen fast zwei Dutzend Leute um sie herum. Einige beobachteten das Spektakel äußerst kritisch und Red bemerkte sogar die eine oder andere Hand, die sich auf ein Schwertheft legte.
    Prima! So konnte Aviks Plan aufgehen, schon am Abend wusste jeder im Fort von dieser Auseinandersetzung. Und mit Redlef würde wohl dann niemand mehr sympathisieren.
    Schade war dies aber schon: Immerhin hatte er die Zeit hier immer sehr genossen, hatte sogar zu einigen Waldvölkern eine recht gute, von gegenseitigem Respekt geprägte Beziehung aufbauen können und war relativ problemlos selbst an das Sumpfkraut gekommen. Doch man konnte im Leben leider nicht alles haben, und wenn dies das Opfer sein sollte, welches er für die Genesung der Stadt bringen musste, dann war es gut so…
    »Hohl deinen Kram und dann kommst du sofort wieder her.« Redlef hatte Avik ganz nah an sein Gesicht gezogen. Mit Madlen war dies einfacher gewesen, doch da Avik sich nicht wehrte, erfüllte die bedrohende Geste voll ihren Zweck. »Du reist heute noch ab und meldest dich mit einem Schreiben von mir in der Stadt.« Reds Stimme wurde ein bedrohliches Zischen aber immer noch laut genug, dass jeder im Umfeld seine Worte verstand. »Und wage es nicht zu fliehen, Deserteure erwartet nicht einmal mehr das Kriegsgericht! Diese Insel ist zu klein, als dass du dich vor mir verstecken könntest! Ich werde dich jagen, wie eine elende Wildsau und wenn ich dich gefunden habe, dann Gnade dir Innos, denn ich werde es nicht tun!«
    Red gab Avik frei und warf ihm einen verabscheuenden Blick zu.
    Dass er nun laufen, seine Flucht vortäuschen und Zuflucht beim Waldvolk suchen musste, brauchte man ihm nicht sagen. Avik war pfiffig.
    Schwer atmend beobachtete Red zuerst Avik und dann die Menge. Eine Antipathie war deutlich zu verspüren. Um das Schauspiel perfekt zu machen warf er auch ihnen allen einen verächtlichen Blick zu, drehte sich dann abrupt um und verschwand durch die schief in den Angeln hängenden Reste der Tür in seiner Hütte.

  3. View Forum Posts #63
    Schwertmeister Madlen's Avatar
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    Jan 2012
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Madlen is offline
    Die Tage schienen nahtlos ineinander überzugehen. Madlen half hier und da beim Zubereiten der Mahlzeiten, ging mit den anderen Frauen auf die Suche nach Wurzeln und Beeren oder wusch mit ihnen die Wäsche. Und so arbeitete sie tagsüber und am Abend saß sie mit den anderen an einem Lagerfeuer oder auf provisorischen Bänken an einfach gezimmerten Tischen. Es wurde viel erzählt und gelacht. Kurz und gut, die junge Frau fühlte sie wohl. Sie musste weder kämpfen noch anderweitig irgendetwas in dieser Richtung tun. Es war ein einfaches und hartes Leben, aber es war geregelt.
    Interessant war heute eigentlich nur eines gewesen. Dieser Spinner von Rotrock hatte einen anderen Kerl ziemlich runtergeputzt. Scheinbar war dieser ein ehemaliger Soldat des Ordens. Und ein weiteres Mal zeigte dieser wütende Aufmarsch des Innosler, wie verdreht er die Welt sah. Sie fragte sie wirklich, warum sie ausgerechnet von diesem Wahnsinnige das Reiten lernen wollte. Er wirkte einfach nur völlig verstört und verkorkst auf die Bardin. Sicherlich, sie selbst war auch nicht mehr ganz normal. Aber immerhin versuchte sie ihren Taten nicht durch irgendeinen Gott zu rechtfertigen oder durch andere typische Sprüche, welche es einem leichter machten, seine Gräueltaten zu verarbeiten.

    Im Moment saßen sie wieder an einem abendlichen kleinen Feuer und lauschten einfach nur den Geräuschen der Nacht. Madlen war dabei einige Kleidungsstücke auszubessern. Da im Moment im Fort viel gebaut wurde, rissen manche Leinenhemden oder Stoffhosen schnell auf. Und natürlich mussten diese wieder ersetzt werden. So wurden aus kaputten Klamotten Teile verwendet, um andere Bekleidungsstücke zu retten. Zwar war dafür ein wenig Übung nötig, doch wenn man es ein paar Mal gemacht hatte, dann hatte man schnell den Bogen raus.
    Während die Fürstin also diese Arbeit ausführte, summte sie, wie immer, eine einfache Melodie. Sie dachte über alles Mögliche nach. Über ihre Heimat, über ihr Leben auf dieser Insel. Was hatte sie hier schon alles erlebt. Sie hatte geheiratet, ein Kind bekommen. In einer schrecklichen Nacht wurde ihr all das wieder genommen. Sie wusste endlich woher sie kam und wer sie war. Sie hatte Menschen getroffen, welche ihr unglaublich wichtig wurden. Redsonja, Yinnesell, Aniron oder Tinquilius. An anderen war sie gescheitert und sie waren zu Feinden geworden. So viele gute und schlechte Tage. So viele Kämpfe und Tote. All das für einen einzigen Zweck?
    Innerlich schüttelte Madlen den Kopf. Das konnte einfach nicht wahr sein. Es musste etwas anderes dahinter stecken. All diese Taten und Gespräche, all diese Emotionen und Gefühle. Es musste einfach mehr sein, als ein bloßer Zweck…

    Und während die Bardin versuchte, ihre Gedanken zu ordnen, reparierte sie weiter die Kleidung anderer und saß an einem langsam kleiner werdenden Feuer. Eine wahre Wohltat, denn es war heiß genug. Allerdings musste man sich entscheiden. Dunkelheit oder Licht. Und für diese Arbeit benötigte man nun einmal Letzteres…

  4. View Forum Posts #64
    Pfützenspringerin Murielle's Avatar
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    Murielle is offline
    „Murri!“, sagte jemand mit lauter Stimme und so blickte sie erschrocken von ihrer Arbeit auf, wobei sie gegen das Sonnenlicht anblinzelte und im ersten Moment nur die Silhouette der Person sehen konnte, von der sie angesprochen worden war, erkannte aber schnell, dass es sich hierbei um Cery handelte.

    „Schleich dich doch nicht so an.“, murrte sie und schob die Ranke einer Kürbispflanze beiseite, um das Unkraut zu entfernen, welches sich darunter ausgebreitet hatte.
    „Schleichen? Ich ruf schon die ganze Zeit nach dir!“
    , antwortete er teils genervt, teils amüsiert.
    „Na und was willst du von mir? Trainiert haben wir gestern erst, ich brauche eine Pause und außerdem siehst du ja, dass es hier viel zu tun gibt“, sagte sie und deutete dabei auf das Unkraut, welches in Schach zu halten eine echte Aufgabe war.

    „Bitteschön!“, grinste Cery sie stolz an und zauberte dann einen Topf hinter seinem Rücken hervor, in welchem irgendetwas grünes, blättriges vor sich hinwuchs.
    „Toll und was soll das sein?“, fragte Murielle. Unkraut hatte sie hier genug, da brauchte sie keinen Cery, der ihr noch mehr davon hertrug.
    „Du dumme Nuss, das ist eine Kartoffelpflanze!“

    Hmpf, nagut sie konnte ja nicht alles auf den ersten Blick erkennen, für gewöhnlich hatte sie ihre Kartoffeln vorher auf dem Markt in bereits geernteter Form ge..kauft.
    „Dann wollen wir mal einen Platz dafür suchen.“
    , sagte sie zu dem jungen Mann, während sie aus der Hocke aufstand und die Pflanze entgegennahm. „Dort hinten ist noch etwas frei.“, meinte sie schließlich und deutete in Richtung des provisorischen Zaunes, während sie sich in Bewegung setzte und dabei die Schaufel mitnahm.

    Bald war die Pflanze eingegraben und gegossen worden. Murielle rang sich zu einem kurzen und leisen „Danke“ durch und widmete sich dann wieder ihrer unterbrochenen Arbeit. Ihre Laune war aus irgendeinem Grund nicht besonders gut, ständig dachte sie über Dinge nach, über die sie nicht nachdenken wollte. Die Arbeit tat ihr da einfach gut, denn sie hatte etwas beinahe meditatives, etwas das sie vergessen ließ, dass sie gerade noch über irgendetwas ohnehin Unabänderliches nachgegrübelt hatte.

  5. View Forum Posts #65
    Schwertmeister Madlen's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Madlen is offline
    Madlen stand missmutig vor einer ziemlich geschundenen Tür. Die Auseinandersetzung die der Rotrock mit einem anderen Mann gehabt hatte, schien sichtbar Spuren an dem alten Holz hinterlassen zu haben. Immer noch haderte sie mit sich selbst, ob sie wirklich diesen seltsamen Krieger um Hilfe bitten sollte. Aber es half nichts. Sie musste wieder lernen, wie man ein Pferd ritt und auf ihm auch kämpfte. Ihre Heimat war bei weitem größer von der Fläche her, als diese kleine Insel. Dort musste man Reiten, wenn man schnell von einem Ort zu nächsten kommen wollte.
    Immer noch trug die junge Frau ihre einfach Kleidung und außer ihren versteckten Klingen keinerlei Waffen. Sie fühlte sich einfach freier damit. Da die Bluste schulterfrei war, konnte man die Tätowierungen erkennen. Allerdings konnte nur die Bardin über ihre Bedeutung Auskunft geben. Nun, bald würde sie jemanden finden müssen, der diese Körperkunst erweiterte. Immerhin fehlten einige neue Blätter für erloschene Leben.
    Ihre Haare waren zu einem Zopf gebunden und lagen über ihrer rechten Schulter. Ansonsten war sie von der Arbeit des Tages einigermaßen erschöpft. Zwar gewöhnte man sich langsam an das harte Leben, aber es dauerte trotzdem bis sich der Körper auch darauf einstellte.

    Entschlossen stellte sich die Fürstin gerade hin und klopfte energisch an den noch einigermaßen stabil wirkenden Türrahmen. Schließlich rief sie noch: „Gegrüßt sei der Bewohner dieser Unterkunft. Mir wurde geraten mit meinen Informationen an diese Tür zu treten!“
    Schließlich machte sie einen Schritt rückwärts und wartete auf die Reaktion des Kriegers.
    Last edited by Madlen; 25.07.2016 at 19:00.

  6. View Forum Posts #66
    Schwertmeister Redlef's Avatar
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Redlef is offline
    Redlef war sehr zufrieden damit, wie es mit Avik gelaufen war. Der jüngere Ordensbruder war betont reumütig nach kurzer Zeit noch einmal an der Hütte erschienen, dann hatte Red ihn noch ein wenig zusammengestaucht, ihm ein gesiegeltes Pergament mitgegeben, auf dem seine angeblichen Vergehen, sowie auch einige unbestätigte Vermutungen über das Waldvolk in Bezug auf das Rote Sumpfkraut vermerkt worden waren. Wenn Avik also wie abgesprochen Unterschlupf bei den Jägern suchte, dann hatte er gleich etwas abzugeben, was die Männer und Frauen des Waldvolkes hoffentlich davon überzeugen würde, dass er tatsächlich nichts mehr mit dem Orden zu tun haben wollte, da er durch die Weitergabe dieses vertraulichen Schreibens Verrat beging – rein nominell, verstand sich. Redlef hatte nichts in das Schreiben einfließen lassen, was seiner Meinung nach, nicht auch für die Augen des Waldvolkes bestimmt sein durfte.
    Inzwischen hatte Avik das Fort verlassen.

    Für Redlef blieb des Rest des Tages nicht viel zu tun. Seine Verletzungen heilten gut, doch ganz wieder fit war er nicht. Auch Rittmeister war noch nicht bereit für den Heimritt. Denn wenn sie erneut Echsen begegnen sollten, dann mussten Ross und Reiter in der Lage sein, sich den Geschuppten auch stellen zu können.

    Also nutzte der Hauptmann die Zeit der Muße um seine Waffen zu schärfen und zu ölen. Sie hatten es nötig.
    Gerade lag das Gardekurzschwert auf seinem Schoß. Die Wicklung des Hefts hatte sich ein bisschen gelöst gehabt und Red hatte versucht sie notdürftig zu reparieren. Besonders gut war es ihm nicht gelungen. Zurück in Thoniara musste er sich unbedingt an den Zeugmeister des Ordens wenden.
    Jetzt schärfte er die Klinge mit dem Wetzstein. Das gleichmäßige Sirren klang leise durch die Hütte. Die goldene Abendsonne fiel durch das kleine Fenster der Hütte und brachte den in der Luft tanzenden Staub zum Leuchten. Draußen schlug irgendwo eine Drossel und vom Feuer her war das leise Murmeln heimkehrender Holzfäller zu hören, nur ab und zu unterbrochen von fröhlichem Gelächter.
    Red lächelte. Im Fort herrschte eine friedliche Stimmung. Es war viel ruhiger als in der gebeutelten Stadt. Ein kleiner Stich fuhr in sein Herz. Er hatte fast vergessen, wie schön der Frieden war. Wie entspannt das Leben sein konnte, wenn es nicht von Orks, Drachen, Echsen oder Kriminalität bedroht wurde. Für einen Moment erlaubte sich Redlef in alten Erinnerungen zu schwelgen. Er erinnerte sich gut an die Zeit, als er auf dem Festland daheim in Cast in der Gegenwart des Waldvolks schon einmal dieses Gefühl erleben durfte. Es lullte einen ein, ließ einen vergessen, dass auch das Leben im Wald mehr als hart sein konnte. Es machte ein bisschen süchtig. Und auch wenn Red seine Pflichten nicht vergessen hatte und auf keinen Fall auch vernachlässigen wollte, so war er doch jetzt schon wehmütig, wenn der Tag kam, dass Rittmeister wieder kräftig genug war, so dass sie beide die Heimreise antreten mussten.

    Immer noch rutschte der Schleifstein gleichmäßig über die Schwertklinge. Red hatte dabei die Augen geschlossen, erkannte an dem Widerstand und den Geräuschen des Steins, wie er den Stein auf der Klinge zu bewegen hatte. Völlig entspannt hatte er die Augen geschlossen, lies sich die wärmenden Strahlen der Sonne ins Gesicht scheinen und war zufrieden wie lange nicht mehr. Da klopfe es an der Tür.
    »Gegrüßt sei der Bewohner dieser Unterkunft. Mir wurde geraten mit meinen Informationen an diese Tür zu treten!«
    Das musste Madlen sein, dachte sich Red und öffnete träge ein Auge, um zur Tür zu schielen. Tatsächlich: dort stand sie. Inzwischen hatte sie ihre Rüstung abgelegt. Hatte sich sogar die ängstliche Frau von der friedlichen Stimmung des Forts besänftigen lassen?

    Red schnaufte kurz. Nun war es mit der bezaubernden Ruhe vorbei. Er stieß sich mit dem Rücken von der Hüttenwand ab, an der er gelehnt hatte, und setzte sich aufrecht im Schneidersitz auf dem Bett zurecht. Madlen musste ihn nicht halb schlafend antreffen.
    Mit der Hand wischte er sich über das Gesicht, dann sagte er: »Kommt herein, Madlen. Wie ihr ja sehen könnt: Es ist offen…«
    Inzwischen bereute er es, dass er die Tür zerschmettert hatte. Zwar war Thomas schon unterwegs neues Holz für eine Reparatur zu besorgen, doch die würde wohl nicht vor morgen Mittag anfangen und bis dahin konnte Jeder zu seiner Tür hereinspähen, dem gerade danach war.
    Madlen trat ein und Red bot ihr mit einer Handbewegung den Stuhl an, auf dem auch Avik gesessen hatte.
    Ohne ein weiteres Wort er Begrüßung oder der Frage nach ihrem Befinden kam Red zur Sache: »Thomas hat mir erzählt, dass du dir von mir Reitunterricht erhoffst. Auf meinem Pferd vermute ich…« Red ließ den Wetzstein ruhen, um mit dem Schleifgeräusch nicht seine eigenen Worte zu stören. »Er sagte mir auch, dass du zum Tausch Informationen für mich hättest.» Er schwieg einen Moment, musterte die kleine, zierliche Frau vor ihm. »Auch wenn und unterschiedliche Meinungen entzweien mögen, so muss ich doch gestehen, dass ich rein geschäftlich an Informationen interessiert bin. Sag mir, was du mir anbieten kannst, dann werden wir vielleicht zueinander finden.«

  7. View Forum Posts #67
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Madlen wurde von dem Rotrock so begrüßt, wie sie es erwartet hatte. Der Mann kam dann auch gleich auf den Punkt und wollte von der jungen Frau wissen, was er für Informationen erhalten würde. Nun, es kam darauf an, ob er auch das lieferte, was die Bardin wollte. Mal abwarten und das Beste hoffen. Natürlich wusste die Fürstin, was sie sagen wollte. Sie hatte sich ihre Worte recht sorgfältig den ganzen Tag zurecht gelegt und tat jetzt nur so, als würde sie überlegen. Sie blickte dabei abwesend zur Seite und tippte mit dem Daumen der linken Hand auf die Spitzen der restlichen Finger.

    Schließlich begann sie zu sprechen: „Aus welchem Grund Ihr Euch für meine Informationen interessiert, spielt für mich keine Rolle. Wichtig für mich ist nur, dass sich alle an künftig gemachte Abmachungen halten!“ Kurz zuckte sie mit den Schultern. „Wie auch immer, ich kann Euch so ziemlich alle Auskünfte liefern die Ihr benötigt. Sagt mir, welches Problem Euch plagt und ich erledige den Rest. Allerdings, und das wird leider unumgänglich sein, muss ich zuerst an die westliche Küste dieser Insel reisen. Schließlich habe ich nicht überall Kontaktpersonen. Allerdings werdet Ihr nach diesem kleinen Marsch alle Informationen bekommen, die Ihr sucht.“

    Kurz hörte Madlen auf zu sprechen, ehe sie fortfuhr: „Eure Entscheidung. Solltet Ihr einverstanden sein, so können wir alles Weitere aushandeln.“

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    Redlef is offline
    »Wie sollte ich einverstanden sein, wenn ich nicht einmal weiß, welche Güte Eure Informationen haben. Zudem klingt es mir etwas eigenartig, dass Ihr erst noch wo hin müsst. Soll das heißen Ihr kommt mit leeren Händen zu mir?«
    Redlef hob nun auch das Schwert von seinem Schoß und legte es neben sich auf seine Schlafstätte. Dann erhob er sich.
    »Ich habe mein Wissen, welches ich bewiesen habe, und ein Pferd anzubieten. Das ist es was Ihr braucht, um wieder sicher im Sattel zu sitzen. Ich hingegen möchte wissen, wer meine Stadt unsicher macht, woher das Rote Sumpfkraut kommt und warum trotz meiner Bemühungen immer mehr von diesem beliarsverfluchten Zeug nach Thorniara kommt.«
    Red wanderte ein paar Schritte in seiner Hütte auf und nieder. »Wenn deine Informationen es wert sind, dann verspreche ich dich wieder in den Sattel zu bekommen. Jedoch verlange ich, dass du dich an das Gesetzt hältst – das Gesetzt Myrtanas‘, bevor hier fragen aufkommen…«
    Red ging zu Madlen herüber und sah ihr direkt in die Augen. »Gib mir eine Kostprobe deines Wissens oder deines Könnens, dann können wir alles Weitere aushandeln.«
    Er lächelte sie höflich, jedoch nicht freundlich an.

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    „Soweit ich weiß, ist die Lage auf der gesamten Insel unklar. Niemandem gehört die Insel im Gesamten. Es herrscht Krieg und kein Gesetz eines Reiches, welches weit von hier entfernt ist. Und was glaubt Ihr, woher ich meine Informationen bekomme? Natürlich von Kontaktleuten. Diese warten nun einmal in einer geschützten Bucht an der Westküste Argaans.“ Madlen schüttelte den Kopf. „Natürlich habe ich im Moment keinerlei Wissen in Bezug auf dieses Sumpfkraut. Woher auch? Es geht mich nichts an und damit interessiert es mich auch nicht.“
    Die junge Frau rutschte ein wenig auf dem Stuhl hin und her, um sich bequemer zu platzieren. Es gelang ihr nicht ganz. „Oder könnt Ihr mir Informationen über meine Heimat liefern, obwohl es Euch nicht im Mindesten betrifft? Selbstverständlich nicht.“ Die Fürstin seufzte. „Ihr macht doch so etwas mit Sicherheit nicht zum ersten Mal oder? Wenn Ihr eine solche Organisation zerschlagen wollt, dann müsst Ihr mit Geduld vorgehen.“ Madlen tippte sich mit dem Finger an die Stirn. „Mit Verstand an die Sache rangehen. Je nachdem, wie viel Spielraum Ihr mir gebt, ist der Inhalt meiner Informationen mehr wert oder eben weniger. Es kommt auf die Zeit und auf die Methoden an. Denkt doch einmal daran: diese Menschen haben das Gesetz gebrochen. Und scheinbar auf eine Weise, die Euch gegen den Strich geht. Ihr wollt eine Stadt retten. Diese ganzen braven Bürger dort sind in Gefahr und Ihr arbeitet immer noch streng nach Vorschrift?“ Die Bardin lächelte. „Es herrscht Krieg, handelt doch danach. Nutzt alle Möglichkeiten aus. Kommt mit mir zu meinem Schiff und ich liefere Euch einen ersten Teil des benötigten Wissens. Alles auf einem legalen Weg. Solltet Ihr dann immer noch der Meinung sein, streng nach den Regeln zu handeln, dann sei es so.“ Erneut schüttelte Madlen den Kopf. „Allerdings geht es hier um Menschenleben, soweit ich weiß.“ Die Prinzessin machte ein überraschtes Gesicht. „Oh, scheinbar ist mir doch schon etwas bekannt. Nun, schließlich hat das Fort hier Augen und Ohren und wenn man weiß, wie man hören muss, dann bekommt man einiges mit. Und so viel kann ich Euch sagen: die Geschichte mit dem Sumpfkraut hat weit größere Ausmaße, als Ihr ahnt. Wie groß, kann ich nicht genau bestimmen. Meine Freunde sollten mehr darüber wissen. Aber ich bin mir sicher, wenn Ihr es hier nicht im Keim erstickt, dann breitet es sich in der ganzen bekannten Welt aus wie ein Geschwür und das schneller als Unkraut auf einem Feld.“

    Die junge Frau lehnte sich im Stuhl nach vorne. „Ich überlasse es Euch, wie Ihr vorgehen wollt. Schließlich ist es Euer Anliegen. Aber stellt Euch selbst die Frage: Wie viel ist genug? Streng nach Gesetz und nur an der Oberfläche gekratzt oder das tun, was getan werden muss? Sicher, ich verstehe Euch. Ohne Ordnung sind wir nichts. Aber versteift man sich zu sehr auf eine Linie, verliert man den Blick für das Wesentliche.“

  10. View Forum Posts #70
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    Redlef überlegte eine Zeit lang, ließ sich Madlens Worte immer wieder durch den Kopf gehen.
    Es war immer ein Risiko Informationen zu kaufen, besonders wenn man der Person, mit der man sich eing werden wollte, sosehr misstraute, wie er der ehrlosen Frau vor sich misstraute.
    Doch wenn sie ihm tatsächlich etwas Brauchbares liefern konnte, dann durfte er sich die Chance nicht entgehen lassen.
    “Ich schlage Folgendes vor“, fuhr er schließlich fort. “Gehe zu deinen Kontaktleuten und besorge mir die Antworten auf meine Fragen, sofern möglich. Wenn du zurück bist, dann reisen wir gemeinsam nach Thorniara, wo ich mit dir zusammen die Richtigkeit der Informationen überprüfen werde. Solange deine Informationen wertvoll und richtig sind hast du nichts von mir oder dem Gesetz zu befürchten.“
    Red war wieder zu einer persönlicheren Anrede gewechselt. Immerhin sollte Madlen mitspielen, da konnte es helfen ein bisschen netter zu sein.
    “Solange du weg bist, um die Informationen zu beschaffen oder ihre Beschaffung in Auftrag zu geben, werde ich hier das Pferd für dich vorbereiten. Je schneller du dann wieder hier bist, desto eher werde ich dich in den Sattel lassen. Sobald ich soweit bin, werden wir dann nach Thorniara aufbrechen. Was sagst du dazu? “
    Das er sie nicht begleiten wollte, weil er schlimmstenfalls einen Hinterhalt vermutete und sich in seinem angeschlagenen Zustand nicht verteidigen können würde, ließ er unerwähnt.

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    Edon hatte dieses ganze Getue um ein großes Lagerfeuer nie wirklich verstanden. Alles mögliche Volk kam des Abends dahin angetrottet und schien alles menschenmögliche zu tun, um den Fakt zu ignorieren, dass Menschen, wenn man ihnen nur unvorsichtig viel Gelegenheit dazu gab, stets die Möglichkeit nutzen würden, um ihm auf die Nüsse zu gehen. Keine Gelegenheit, sich abzuscheiden, alleine ins Feuer zu starren oder auch nur einen zu trinken, ohne dass sich eifrige Nachahmer dazu berufen fühlten, die Runde zu teilen, die man ihnen da gönnerhaft spendiert hatte. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, gerne die Einsamkeit genießen zu wollen, musste wohl in wortwörtliches Gemübel mit dem Holzknüppel ausarten, wenn man tatsächlich einmal sich selbst nebst dazugehöriger Existenz genießen wollte. Es war ja nicht so, dass er in seinem greifbaren Umfeld jemanden entführen könnte, der tatsächlich Interesse an ihm und seiner Lebensgeschichte geheuchelt hätte, aber allein die Tatsache, dass um ihn herum Menschen anderen solchen ihren Alltag nachplapperten und dabei das tägliche Einerlei an Arschtritten mit etwas verwechselten, dass sich hätte "interessant" schimpfen dürfen, das war schon genug. Genug, um sich Edon an einen Art zurückwünschen zu lassen, wo unnachsichtige Zimmergenossen in den Hausflur zurückgeprügelt und ausgeschlossen werden konnten. Es war ihm einfach schleierhaft, wie sich so viele Leute mit einer so vagen Vorstellung vom Konzept einer Tür ertragen konnten, ohne den Anderen bereits zum Guten Morgen die Faust in der Kauleiste zu versenken. Vielleicht handhabten sie das auch genau so und lebten im einträchtigen Gekeile ausgeglichener Gewaltanwendung miteinander. Aufmerksam nach Links und Rechts blickend schob er die Hand in seinen kleinen Habseligkeitensack und zog eine irdene Flasche hervor und nahm einen hastigen Schluck, der ihm kurz in der Kehle brannte. Er atmete tief durch. Jetzt ging es schon ein kleines bisschen besser. Er spürte eine Hand, die sich auf seine Schulter verirrt hatte.
    "Du hast doch sicher auch was für mich übrig, oder?"
    Edon nahm noch einen tiefen Atemzug, schob sich die Hand von der Schulter, ließ die Flasche wieder in den Sack gleiten und drehte sich um.
    "Ist alles alle. Aber ich habe gehört, für Leute, die mir sagen können, wo hier ein San Daran rumstromert, die können vielleicht noch einen letzten Tropfen rauspressen."

    ​Der Dieb lächelte liebenswürdig ...

  12. View Forum Posts #72
    Schwertmeister Avik's Avatar
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    Die Hände des Ordensbruders zitterten leicht. Auch wenn die ganze Szene nur gespielt war, der vorherige Konflikt mit Redlef war es nicht und auch so konnte der Rotschopf einem gewaltige Angst einjagen. Hastig stand der braunhaarige Schwertkämpfer wieder auf und wischte sich den Schlamm von den Händen. Um die beiden Myrtaner hatte sich eine ansehnliche Menschentraube gebildet.

    "Ja.. jawohl", murmelte er so leise und wankte dann davon. Die Zuschauer machten Platz, damit er Redlef entfliehen konnte.

    Avik konnte aus den Augenwinkel beobachten, wie sie die Zuschauermenge wieder zerstreute und im Fort verteilte. Der Ordensbruder verschwand schließlich in die Hütte, die er sich mit ein paar Wächtern teilte und setzte sich auf sein Bett. Er musste erst einmal durchatmen. Er hatte sich dazu entschlossen dem Orden wieder beizutreten. Natürlich hatte er ihn nie wirklich verlassen, doch im Herzen war es ein Wiedereintritt in sein altes Leben. Er atmete tief durch und begann dann, ganz nach Plan, seine Sachen zu packen, ehe er die Hütte wieder verließ und sich vor der Tür umschaute. Was jetzt? Ein jünger Wächter schlenderten an ihm vorbei und lächelte aufmunternd. Ihr Plan war anscheinend aufgegangen. Avik lächelte zurück und entschloss sich zum Lagerfeuer zu gehen. Klar, Redlef hatte gemeint, dass er zurück zur Hütte sollte, doch damit würde er sich Zeit lassen. Immerhin galt es nun die gewonnene Sympathie zu nutzen um an Informationen über dieses ominöse Sumpfkraut zu kommen.

    Der Ordensbruder ließ seinen Rucksack zusammen mit seinem Waffenrock und anderen Habseligkeiten auf den schlammigen Erdboden fallen und setzte sich auf einen der Baumstämme. Beinahe im gleichen Moment setzten sich zwei Jäger zu ihm. "Alles klar bei dir?", fragte einer der beiden Männer und schaute Avik ernst an.

    "Ich glaube schon...", raunte Avik leise und schaute zerstreut zu Boden. Er musste nicht einmal schauspielern, war er doch wirklich ganz und gar durcheinander. Die Beiden Jäger begannen sich gegenseitig Witze zu erzählen und ab und an versuchten sie dabei auch Avik zum Lachen zu bringen.

    Schließlich raffte er sich auf um sich in die Schlange für die Mittagssuppe einzureihen. Er schwieg und spürte merkwürdig viele Blicke auf sich haften. Während er auf das Essen wartete, spinnte er sich in Gedanken einen Plan für das weitere Vorgehen zurecht.

  13. View Forum Posts #73
    Schwertmeister Madlen's Avatar
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    „Hört doch endlich damit auf, mir ständig mit Eurem Gesetz zu kommen. Zum einen habt Ihr überhaupt keine Beweise, die mich diskreditieren könnten und zum anderen stört es langsam. Wenn Ihr mich wirklich vor Gericht stellen wollt, dann bitte vor ein ordentliches und sachlich geführtes. Keine scheinheilige Verhandlung, bei der ich von vornherein schon verurteilt bin. Ihr pocht doch ständig auf das Gesetz, dann handelt auch danach.“ Madlen schüttelte den Kopf. „Außerdem glaube ich kaum, dass Ihr einen Krieg mit dem goldenen Tal verantworten wollt. Ich kenne die Zustände des Großreiches auf dieser Insel. Verstärkung würde Thorniara nicht so schnell erreichen. Also bitte, bleiben wir beim Wesentlichen und lassen dieses ständige Drohen mit dem Gesetz.“
    Die junge Frau wusste natürlich, dass sie niemand mehr retten würde können, wenn sie einmal in Gefangenschaft war, aber das konnte der Rotrock schließlich nicht ahnen.

    Madlen lächelte und fuhr dann fort. „Meinetwegen, dann machen wir es so. Ihr könnte mir glauben, dass bei allem, was zwischen uns vorgefallen ist, Ihr wirklich nichts von mir zu befürchten habt.“ Dann zuckte sie mit den Schultern. „Gut, ich werde mich auf den Weg machen und die Informationen zu bekommen, die Ihr wollt. Wie lange es dauert kann ich nicht sagen, je nachdem wie schnell ich die Bucht erreiche. Aber eines garantiere ich Euch: was Ihr von mir bekommt, ist absolut brauchbar und wahr!“
    Anschließend stand die Bardin auf. „Nun gut, ich denke, wir sind fertig. Wir sehen uns dann in ein paar Tagen!“ Danach wandte sich die Fürstin um und wollte gehen.

  14. View Forum Posts #74
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    Als Madlen sich zum Gehen wand, lachte Red leise in sich hinein. Er fand es amüsant, dass sie nichts weiter vom Gesetzt hören wollte. Sie hatte genügend Andeutungen gemacht, dass sie gerne einmal damit in Konflikt geriet und schien dazu nicht verstanden zu haben, dass er, als Hauptmann der Wache, das gesetzt nicht nur innerhalb der Stadtmauern, sondern auch hier im Fort, welches sich auf dem Landbesitzt des Ordens befand, vertrat. Doch er wollte ihr den Gefallen tun, und sie nicht weiter mit diesem Hinweis belästigen. Da jedoch Unwissenheit nicht vor Strafe schützte, würde sie schon erkennen, was es mit seinen gutgemeinten Warnungen auf sich hatte, wenn er sie ohne Vorwarnung festnahm und in den Kerker werfen ließ, um sie dann später einem ordentlichen Gericht vorzuführen. Ihre Androhungen darüber, dass eine solche Tat einen Krieg heraufbeschwören konnte, nahm er nicht für voll. Red kannte das Land von dem sie sprach nicht einmal. Es konnte nicht besonders mächtig sein. Und was den Orden anging, da irrte sie sich auch, sobald die Grenzen des Reiches bedroht waren, würde sich der eroberungssüchtige König schon rühren. Doch auch damit wollte er ihren Geist nicht behelligen.
    »Ich bin gespannt und werde Euch hier erwarten.« Madlen schien nun doch wieder die höfliche Anrede zu bevorzugen. »Und bitte eilt Euch, ich bin tatsächlich schon sehr gespannt… Eine gute Reise, wünsche ich!«
    Red hob noch einmal die Hand zum Gruß, dann war sie weg.

    Der Hauptmann war tatsächlich gespannt. Was wohl eine Fremde herausfinden mochte, was ihm verwehrt geblieben war?
    Entspannt lehnte er sich wieder gegen die Wand an seinem Bett, nahm erneut das Schwert zur Hand und fuhr damit fort, den Wetzstein über die Klinge zu ziehen.

  15. View Forum Posts #75
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    Dennik war zufrieden. Zwei erfahrene Jäger und Kriminelle mehr als Verstärkung konnten auf keinen Fall schaden, vor allem nicht da die Lage in Thorniara anscheinend nicht zu ihrem Gunsten stand. Rotes Sumpfkraut und andere Gerüchte gefielen Dennik ganz und gar nicht.

    So in Gedanken versunken schlenderte er zurück zum Lagerfeuer um dort auf San, Gath, Rekhyt und Luke zu stoßen. Sie schienen alle Aufbruchsbereit zu sein. San führte ihre neuen Waffen mit sich und Gath schien seine Kleidung wenigstens einigermaßen sauber bekommen zu haben.

    "Ich konnte Kjarl und Samji für unsere Aktion gewinnen. Samji dürftet ihr ja noch von unsrer letzten Rekrutierung kennen. Er hat sich ja mehr als bewährt in Thorniara. Kjarl scheint auch nen ganz findiger Bursche zu sein und zeigt ja schon länger Interesse an unseren Machenschaften in Thorniara. Wenn dieser Ordensmann Recht hat und in Thorniara neue Drogen kursieren, dann müssen wir vielleicht doch mal wieder etwas aufräumen und gute und loyale Männer können da ganz gewiss nicht schaden", endete der Meisterdieb lächelnd. Er konnte sich gut vorstellen, dass Gath der Rekrutierung von Mietschwertern kritisch gegenüberstand, doch wusste Dennik, dass auf Männer und Frauen des Waldvolkes immer verlass war und dementsprechend optimistisch äußerte er sich.

    "Seid ihr bereit? Die beiden warten am Tor".

  16. View Forum Posts #76
    Schwertmeister San Daran's Avatar
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    Es dauerte lange, bis einige seiner Freunde am Feuer auftauchten, was jedoch weniger tragisch war, da dort so viel Leben herrschte und alkoholisierte Getränke die Runde machten, wodurch die Zeit sehr rasch verflog. Auch Bill blieb noch am Feuer neben ihm sitzen und sie erzählten sich gegenseitig alten Seemannsgarn.
    Die Trage mit den improvisierten Waffen lag einige Schritte von ihnen entfernt und San hatte, trotz der Brüderlichkeit hier, stets ein Auge auf diese, da hier in letzter Zeit unbekannte Rumtreiber ihr Unwesen trieben, wie Rotröcke oder ähnlichen Nagetieren.

    Sein Rum war schon seit einer Weile leer und deswegen war er auf schlecht gebrannten Beerenschnaps und schales Bier umgestiegen, welches durch jeden Schluck allerdings ein wenig besser wurde. Dass Ara hier vorbeikommen würde, damit rechnete San nicht mehr. Doch sorgte sein stetig steigendes Alkoholpensum und die innere Unruhe, die dadurch erzeugt wurde, dass seine Kameraden sich doch reichlich Zeit ließen, dafür, dass seine Gedanken ihn davon überzeugen wollten, ihr in seinem Zustand noch einen Besuch abzustatten.

    Stattdessen hörte er etwas von einem guten Tropfen und San Daran.

    "Bewahre, Freund. Ich kann dir sagen, wo ich rumstromer, und zwar genau hier am Feuer!", grinste er den Fragenden an und hob seinen fast leeren Krug. "Gegen einen guten Tropfen höre ich dir auch sehr gerne zu, weshalb du mich suchst!"

  17. View Forum Posts #77
    Schwertmeister Edon Mesotes's Avatar
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    Aha. Edon notierte sich in sein imaginäres Tagebuch, beim nächsten Mal einfach einen Stein in die Menge zu werfen und den Getroffenen schlichtweg zu dem zu erklären, den er suchte. Denn auch dann würden auf irgendeine Art Dinge passieren und scheinends schien man ja bei den Baumkuschlern nicht viel mehr zu brauchen, damit sich der Gesuchte frohen Mutes ganz von selbst zeigte. Der Dieb zog eine zweite Tonflasche aus seinem Beutel geklauter Habseligkeiten, öffnete sie und roch daran. Ein fruchtig-süßlicher Geruch stieg ihm in die Nase. Heidelbeerschnaps? Konnte man schon mal saufen, auch wenn er sich vage zu erinnern glaubte, dass mal jemand geglaubt habe, ihm erklären zu müssen, dass man bei schlecht gefiltertem Heidelbeerschnaps am Ende die Kerne auspissen würde. Er reichte dem selbsterklärten San Daran die Flasche. Der Waldläufer quer hinter ihm sah ihn vorwurfsvoll an.
    "He, was is'n mit meinem Tropfen? Da hab ich mir ja wohl auch was verdient, oder wie seh' ich das?"
    Der Landstreicher kramte noch einmal in seinem Beutel und warf dem Kneterkopf die Flasche zu, aus der er zuerst getrunken hatte. Viel mehr als ein tiefer Zug war ohnehin nicht mehr drin.

    "'n Tag, Freund. Man gab mir Auskunft, dass du derjenige, welcher, seiest. Und zwar suche ich schon ein paar Tage lang nach einem Schmied, der sich gerne einmal an einer Erzklinge versuchen würde und der sich zweitens nicht weiter daran stört, wenn das zu verschmiedende Erz noch eines Tages von einem etwas zerstreuten Feuermagier vermisst werden könnte."

  18. View Forum Posts #78
    Schwertmeister Madlen's Avatar
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    Sie waren seit gestern auf dem Weg zurück ins Bluttal. Es würde nicht mehr lange dauern und die Gruppe würde das Fort erreicht haben. Madlen hatte an dem Strand alle Informationen bekommen, die sie benötigte. Zudem wusste sie, wer noch einiges wissen könnte. All dieses Wissen würde sie an den Rotrock weitergeben. Allerdings hoffte sie für das Wohl aller, dass er sich an seine Abmachung halten würde. Zudem hatte sie beschlossen, Elesil und Dorumbar, sowie die drei Wächter des goldenen Tales etwas abseits des Forts lagern zu lassen. Vermutlich wäre es keine gute Idee dort als große Gruppe aufzutauchen. Und da Fürst Alert im Grunde alles mitbekommen hatte, konnte sie ihn genauso gut als Quelle ihrer Informationen angeben.

    Und diese Überlegungen hatte sie alle vor einiger Zeit angestellt. Jetzt stand sie zusammen mit ihrem Lehnsmann vor den Toren des Forts und bat um Einlass. Nachdem der momentane Wächter sie erkannt hatte, konnte sie passieren. Und was half es, das Ganze noch länger hinauszuzögern? Nichts, aber trotzdem störte es die junge Frau, dass sie schon wieder ein Gespräch mit diesem Ordensanhänger führen musste. Wenn alle aus diesem Lager auf diese Art handelten, wunderte es die Fürstin wirklich, wie sie ein solches Reich errichten konnte.
    Wie auch immer, Madlen hatte Fürst Alert nicht auf das vorbereitet, was jetzt kommen würde. Sie war sich sicher, wäre auch nur ein Wort darüber gefallen, was im Fort vor ein paar Tagen passiert war, so wären sowohl Dorumbar als auch ihr Lehnsmann mit gezogenen Waffen in die Hütte des Innosler gelaufen und hätten ihn schneller aufgespießt, als er ein Gebet sprechen konnte. Und dann hatte der Mann schließlich keinen Wert mehr für sie. Solange sie keine abgeschlossene Reitlehre aufweisen konnte, würde sie gegenüber diesem Gesetzeshüter nicht mehr ausfällig werden.

    Mit einem tiefen Atemzug, um sich innere Ruhe zu verschaffen, klopfte die Bardin an die immer noch kaputte Tür des Rotrocks und grüßte, wie zuletzt auch: „Gegrüßt sei der Bewohner dieses Behausung. Darf man eintreten?“

  19. View Forum Posts #79
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    Redlef verließ die Hütte und starrte in den grauen Himmel. Der Tag war kühler als die vorhergehenden, im Laufe des Morgens hatte es sogar mehrmals kurz geregnet. Alles in Allem ein perfekter Tag, um mit dem Pferd zu arbeiten. Die Fliegen und Bremsen würden das Tier nicht so sehr anfallen.
    Red zog seinen Gürtel hoch und richtete seine Kleidung. Er schritt um die Hütte herum, wo die Pferde in dem kleinen, abgespannten Paddock standen und genüsslich das Heu kauten, welches Thomas gestern gemäht hatte.
    Voller Gutwill betrachtete er seinen Hengst. Seine Wunden waren gut geheilt und das Tier machte einen guten Eindruck. Neben Rittmeister stand die schwarze, hässliche Mähre von der niemand so richtig zu wissen schien, wem sie gehörte.
    Red schob den hässlichen Gaul zur Seite und begann damit seinen Hengst zu untersuchen. Die Wunden hatten sich kaum entzündet, die Narben waren ein weinig warm und die Wundränder trocken. Redlef schmierte etwas Fett darauf, um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen.
    Dann wandte er sich dem anderen Pferd zu. Er griff dem Tier ins Halfter und führte es vor die Hütte. Das Tier war genügsam und ruhig und damit perfekt für Madlen.
    Mit einem Striegel und einer weichen Ziegenhaarbürste begann er das schlammverschmierte Fell des Pferdes zu reinigen. Um diesen namenlosen Gaul hatte sich wohl schon länger niemand mehr gekümmert. Er starrte nur so vor Dreck. Es dauerte eine halbe Ewigkeit die verhedderte, halb verfilzte Mähne und den Schweif zu entwirren. Doch nach mehreren Stunden des hingebungsvollen Putzens sah das Pferd wieder halbwegs annehmbar aus. Mit einem Messer schnitt er am Ende noch die Hufe zurecht. Es war nicht gut, doch allemal besser als der unbehandelte Zustand. Dieses musste jedoch sofort wiederholt werden, wenn sie wieder in der Nähe eines Hufschmieds waren.
    Nun musste nur noch festgestellt werden, ob das Pferd einen Reiter auf seinem Rücken akzeptierte. Und nun, in Ermangelung eines anderen Versuchsreiters, musste Redlef dies selbst versuchen.
    Da das Pferd auch keinen Sattel besaß, improvisierte der Hauptmann mit einer Decke, die er mittels des Kutschgeschirrs auf seinem Rücken befestigte. Dann kletterte er auf den Rücken des kleinen Tieres. Der Rippenbogen war gewaltig, noch übertroffen von dem fetten Bauch. Seine Begeisterung über dieses Reittier hielt sich in Grenzen. Doch immerhin buckelte es nicht über das ungewohnte Gewicht im Rücken.
    Red trieb das Pferd an. Es bewegte sich mehr als schwerfällig. Er stöhnte, denn er hasste larmarschige Pferde.

    Dann erklang eine Stimme an seinem Ohr. Er brachte das Pferd zum Halten und sah sich um. »Fräulein Madlen? Ich bin hier.«, Red sah sie um die Ecke der Hütte marschieren. »Ihr seid zeitig und auch unversehrt zurückgekehrt. Das erfreut mich zu sehen.« Redl hatte lange genug auf dem Pferderücken verbracht, um sich sicher zu sein, dass das Pferd für Madeln am Anfang völlig ausreichen würde. So schwang er lässig sein rechtes Bein über den Pferdehals und lies sich links an der Flanke herunterrutschen. Nun stand er neben dem Pferd, die Zügel in der Hand und sah Madlen an. Er bemerkte den Mann, der sich hinter ihr aufgebaut hatte. Vorher hatte er ihn noch nicht im Fort gesehen und musste darauf schließen, dass er mit seiner Informantin zusammen hier angekommen war. Seine Haltung verriet zudem, dass er ein Kämpfer war und da Red seinerseits genauestens gemustert wurde, schien er sich auch um Madlen zu sorgen.
    »Wie ich sehe kommst du nicht allein. Redlef Cast, Hauptmann der Wache Thorniaras«, stellte er sich dem Fremden vor und grüßte kurz in seine Richtung. Dann lag sein Blick wieder auf Madeln.
    »Also, ich hoffe Eure Reise war ertragreich? Ich schlage vor, ich bringe eben dieses Tier hier zurück in die Umzäunung, dann setzten wir und in meine Hütte und reden.«

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    Madlen is offline
    Der Gesetzeshüter hatte sich scheinbar mit einem armen, alten Pferd hinter seinem Haus beschäftigt. Es schien schon einiges mitgemacht zu haben, vermutlich war es viel für Feldarbeit oder als Transporttier gebraucht worden. Es schien zudem so, als würde es dringend ein wenig Pflege benötigen. Nun, im Moment war das aber nicht ihr Problem, schließlich musste sie jetzt erst einmal die gesammelten Informationen abliefern.
    Sie überließ es ihrem Lehnsmann sich selbst vorzustellen. Dieser neigte kurz den Kopf und sprach dann: „Fürst James Alert, Lord des goldenen Tales. Erfreut Eure Bekanntschaft zu machen!“ Schließlich gingen sie, nachdem der Hauptmann das Tier in seine Umzäunung zurück gebracht hatte, in die Hütte des Ordensanhängers. Dort nahmen sie auch gleich Platz und machten es sich einigermaßen bequem.

    Nach ein paar Augenblicken des Schweigens, sprach Madlen schließlich: „Nun, sie war in der Tat ertragreich. Es kann sein, dass Ihr schon einiges kennt, was ich Euch jetzt berichte, aber ich bitte Euch dennoch, mich nicht zu unterbrechen.“ Die junge Frau holte kurz Luft, ehe sie fortfuhr: „Nun, scheinbar hat es vor gut einem Jahr einen Umsturz in der Unterwelt Thorniaras gegeben. Ein Mann, welcher im Grunde alle Verbrecher in dieser Gegend kontrollierte, wurde beseitigt. Allerdings hatten sich die tollen Helden, welche diese Aktion geplant hatten, keine Gedanken darüber gemacht, was im Nachgang passiert. Es gab genug kleine Diebe, welche sich nun zu Organisationen zusammenschlossen. Diese kämpfen jetzt mit allen Mitteln um die Vorherrschaft in den einzelnen Vierteln der Stadt, im Umland und sogar in Stewark. Es ist ein Krieg, welcher mit allen Mitteln geführt wird. Darunter fällt auch das rote Sumpfkraut. Es zerfrisst den Körper regelrecht von innen heraus und macht so hochgradig abhängig, dass es einem egal wird, was man mit sich eigentlich anstellt.“ Kurz stockte die Bardin, ehe sie weiterfuhr. Sie hatte überlegt, ob sie die folgende Information schon preisgeben sollte, aber es war ja im Grunde egal. „Über Namen kann Euch der Mann mehr verraten, mit dem Ihr mich damals beim Training angetroffen habt. Er scheint etwas zu wissen oder zumindest mit einer dieser Gruppen in Kontakt zu stehen.“ Dann fiel der Fürstin noch ein Zusatz ein. „Was das Sumpfkraut noch betrifft. Seinen Anfang nahm es vermutlich im Hafenviertel. Zumindest ist dort eine große Quelle für die Süchtigen in Thorniara. Die dortigen Banden nutzen die Armut und Verzweiflung der Menschen aus. Zudem scheinen dort kaum noch Soldaten oder Ähnliches zu patrouillieren, sodass scheinbar eine Wachablösung stattgefunden hat. Dort gibt es kein Gesetz mehr, so viel konnte mir meine Quelle berichten. Beliebt Umschlagplätze sind Tavernen oder Bordelle, aber auch dunkle Gassen und es wird sogar in Kirchen oder Ähnlichem gehandelt.“ Madlen schüttelte den Kopf. „Haltet von mir, was Ihr wollt, aber sogar ich verabscheue diese Verbrecher. Dieses rote Sumpfkraut wird mit einigen Dingen vermengt, die würde man nicht einmal seinem schlimmsten Feind ins Essen mischen. Zutaten, welche den Geist und Körper auflösen und willensunfähig machen. Es kommen immer neuere und grausamere Arten dieser Droge auf den Markt. Ich kann Euch nur raten, findet die Nester schnell, ehe sich die Seuche nicht mehr eindämmen lässt!“

    Die Prinzessin wartete noch einige Atemzüge, ehe sie sich zurücklehnte und hinzufügte: „Mehr kann ich Euch nicht sagen!“

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