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  1. #81
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    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Wasser reinigte und Wasser erfrischte und vor allem half es Mealla endlich aus ihrem leichtem Dämmerzustand zu erwachen und wieder volkommen Herrin ihrer Sinne zu werden. Hätte es jedoch nicht das Wasser getan, so wäre sie es kurze Zeit wohl der Lärm gewesen, denn ein lautes Poltern und Schreien, gefolgt von einem lauten Fluchen ertönte aus dem Flur. Die Stimme kam Mealla bekannt vor und da es nicht leiser wurde, öffnete sie zusammen mit Nimue die Tür und schaute nach draussen. Der Ursprung des Geschreis war Mordred, welcher recht nass und mit einigen Blessuren fluchend auf dem Boden saß. Scheinbar hatte er den Eimer vor der Tür nicht bemerkt, oder war einfach noch recht benommen gewesen. Der Anblick brachte Mealla leicht zum schmunzeln, vor allem weil der Antivaner immer noch fluchte wie ein Rohrspatz. Da er jedoch nicht schlimm verletzt schien gingen die beiden Damen wieder zurück auf ihr Zimmer, wo Nimue hinter ihnen die Tür verriegelte. Mealla beschloss ihre Waschung zu beenden, wozu auch ihren Oberkörper komplett frei machte. Ein besonders ausgeprägtes Schamgefühl hatte sie in ihrer Zeit als Sklavin eh nie entwickeln können und die Zauberin hatte sie schließlich sowieso schon oben ohne gesehen und fand ihre Person nach eigener Aussage komplett uninteressant. Die Elfe hatte gerade wieder ihren BH angezogen, als plötzlich von hinten eine Frage ertönte, mehr neugierig als anklagend. Lüge? Mealla wusste ehrlich gesagt nicht was die Magierin meinte und sah diese irritiert an, worauf diese auf die "Tätowierung" der Elfe verwies und auch auf das Haus von Meallas alten Besitzern. Die Elfe verfluchte ihren benebelten Verstand der nicht daran gedacht hatte ihre Schulter zu bedecken, jedoch war es schon zu spät. Beschämt über ihre eigene Dummheit räumte sie den Stuhl und setzte sich auf ihr Bett, während sich die Magierin jetzt daran machte sich zu waschen. Nachdenklich sinnierte sie über eine Antwort ab, während Nimue begann sich mit einem kleinem nassem Schwamm über die nackten Brüste zu fahren. Irgendwie war dieser Anblick nicht hilfreich um sich zu konzentrieren. Die Elfe beschloss nicht lange um den heissen Brei herumzutanzen, jetzt wo die Magierin das Zeichen gesehen hatte konnte sie genauso gut mit der kompletten Wahrheit herausrücken, dass war ihr soweiso lieber als Halbwahrheiten zu streuen. Die Elfe erhob sich und lehnte sich neben dem Fenster leicht neben die Wand. "Nun wo fange ich an, zuerst was ich auf meiner Schulter trage ist keine Tätowierung sondern ein Brandzeichen. Das könnte man jetzt als Haarspalterei bezeichnen, aber da ich ganz und gar nicht für dumm halte, wisst ihr vermutlich was das bedeutet.",erklärte sie mit ruhiger Stimme und sah dabei in die derzeit blauen Augen der Magierin welche sich zwar weiterwusch, aber dabei zur Elfe sah. "Ansonsten liegt ihr richtig, dass Zeichen ist nicht nur ein Symbol aus Tevinter, sondern das Symbol von Tevinter und die Familie Catius ist eine einflussreiche Familie dort. Und außerdem meine ehemaligen Besitzer.",fügte sie an wobei sie den letzten Satz mit leichtem Widerwillen aussprach. Irgendwie wusste sich nicht ganz ob es ihr sonderlich gefallen sollte das sich die Magierin in den Rängen des Magisteriums auskannte. Kurz wanderte ihr Blick nachdenklich aus dem Fenster bevor er wieder zu Nimue wanderte. "Was mich wiederum zu eurer anderen Frage bringt, warum ich euch angelogen habe. Nun eigentlich war es keine Lüge was ich euch erzählt habe, denn ich habe meine Arbeit als Botin erst nach meiner Flucht aus Tevinter begangen und bin somit tatsächlich nie während eines Botengangs nach Tevinter geritten. Eine Halbwahrheit sicherlich, aber sie erschien mir angebrachter als euch dreist ins Gesicht zu lügen. So etwas mag ich nicht besonders, auch wenn das Lügen in Tevinter eine Kunst ist die sehr gepflegt wird. Vor allem in den höheren Kreisen, immerhin will man seinen Konkurrenten um Macht und Einfluss immer stets voraus sein. Ich selbst halte nicht soviel von Lügen, ich gehe nur nicht mit meiner Herkunft hausieren, die meisten Leute reagieren feindselig wenn sie erfahren das man aus Tevinter stammt und nach dem gestrigen Gesprächsverlauf hielt ich es für wenig angebracht es noch zu erzählen. Es ist nicht immer angenehm davon zu erzählen. Wenn mich jemand direkt fragt ob ich aus Tevinter komme gebe ich es hingegen normalerweise zu, denn es bringt fast nur Ärger wenn man jemanden anlügt und die Person es später herausfindet.", erzählte die Elfe und lächelte leicht peinlich berührt. "Es lag mir jedoch fern euch zu beleidigen und ich entschuldige mich aufrichtig dafür gestern nicht mit der ganzen Wahrheit herausgerückt zu sein.", entschuldigte sich die Elfe mit einem ehrlichen Lächeln.
    Mealla hoffte das die Magierin ihre ehrlich gemeinte Entschuldigung annahm, sie hegte keine Abneigung gegen die Frau und außerdem hatte diese sie schon zweimal unentgeltlich geheilt was die Kopfgeldjägerin ihr hoch anrechnete.
    "Nun falls noch Fragen offen sind, dürft ihr sie gerne stellen, immerhin sind wir gerade ungestört.", bot die Elfe als Geste des guten Willens an, bevor sie sich entschloss ihre Haarbürste zu suchen.

    Morgana hatte Kleid beendet und die Löcher so gut und elegant geflickt wie es ihr möglich war. Sie war recht zufrieden mit dem Ergebnis, denn die schwärze ihres Kleides verbarg solch Reparaturen recht gut und in belebteren Ortschaften trug sie für gewöhnlich eh ihr anderes Kleid. Larissa schlief noch immer und Morgana beschloss sich schonmal zu waschen. Gerade in dem Moment wo sie sich obenrum frei gemacht hatte und sich zu reinigen begann, ertönte ein gewaltiger Lärm von draussen. Ihr Blick fiel zur Tür, während Larissa derweil aus ihrem Bett aufsprang und sofort mit dem Dolch in der Hand, aber dafür ohne Hose zur Tür stürmte und hinausschaute. Morgana widerstand dem Drang ebenfalls rauszuschauen, barbusig erschien ihr das als eine dumme Idee. Vermutlich war nur irgendein betrunkener Idiot über etwas gestolpert. Kurze Zeit später zog Larissa ihren Kopf wieder zurück und schloss die Tür hinter sich, ein breites Grinsen zierte ihr hübsches Gesicht. Eine willkommene Abwechslung zu den letzten Tagen wie Morgana fand.
    "Was ist passiert?", fragte sie neugierig, woraufhin ihr die Elfe schadenfroh von Mordreds kleinen Unfall erzählte, was der Hexe wiederum ein Lächeln und ein kurzes Kichern entlockte. Wenn man den Idioten kannte der gestolpert war, versüßte das die Geschichte noch ein wenig.

    Artur bekam nur am Rande mit wie Mordred schlaftrunken aus der Tür trat. Als plötzlich ein lautes Krachen ertönte, wurde er wach auch wenn er nicht gerade sehr hektisch wurde. Stattdessen erhob er sich langsam aus dem Bett und trat zu der offenen Tür aus der lautstark Mordreds Flüche ertönten. "Auch eine Art den Tag zu beginnen.", fuhr es ihm beim Anblick des nassem und gebeutelten Antivaner durch den Kopf. Auf dem Flur erschienen kurz darauf weitere Menschen, angelockt vom Geschrei seines Zimmergenossen, auch ihre Gefährtinnen von denen sich Larissa einen recht hämischen Morgengruß nicht nehmen ließ. Nachdem die Schaulustigen wieder verschwunden waren und der Wirt sich entschuldigt hatte, trat der Antivaner nass und mit schmerzenden Schienenbein wieder ins Zimmer. "Alles in Ordnung bei euch?", erkundigte er sich stoisch worauf Mordred zur Antwort kurz trotzig nickte. "Das ist gut. Wenn die Tochter gleich einen neuen Eimer vorbeibringt, hätte ich aber dann gerne die Gelegenheit mich auch zu waschen."


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Die Ausflüchte der Elfenbotin klangen in Nimues Ohren furchtbar abgedroschen und feige, doch immerhin würdigte sie es, dass sie sich der Magierin überhaupt anvertraute, vor allem bei diesem prekären Thema. Sie war also eine entflohene Sklavin; das erklärte warum sie so viel Wert auf Anonymität legte. Die Häscher Tevinters fand man bedauerlicherweise ja in jedem Land von Thedas, mit Ausnahme vielleicht von Par Vollen. Und wenn sie dieses Zeichen den Falschen zeigte…
    Nimue beendete ihre Grundreinigung, trocknete sich ab und zog sich ein hauchdünnes Hemd über, das sanft wie ein Schleier auf ihren Brüsten lag. Die flammende Mähne bildete einen schönen Kontrast zu dem Weiß, das wusste sie. Nachdem Mealla ihren Vortrag, oder viel eher ihre Beichte beendet hatte, ließ Nimue ein gönnerhaftes Nicken sehen. Da es damit jedoch sicherlich nicht getan war sagte sie: „Ich danke Euch, dass Ihr so frei sprecht, auch wenn ich es vorgezogen hätte, Ihr wäret mit gegenüber sofort ehrlich gewesen. Von mir müsst Ihr keinerlei Verrat fürchten, ebenso wie Unachtsamkeit oder zweideutige Bemerkungen.“ Die Magierin war intelligent genug, um Mordreds Verhalten nun richtig interpretieren zu können, was darauf schließen ließ, dass der Antivaner entweder eine gute Menschen- beziehungsweise Elfenkenntnis besaß, oder aber ihn und die Kopfgeldjägerin mehr verband, als nur Kameradschaft von Reisenden. Immerhin war Mordred ein attraktiver und durchaus nicht aus den Mund gefallener Kerl und Mealla sah, wenn man von diesem zerstörten Rücken mal absah, in den Augen eines Mannes sicherlich auch ansehnlich. Nimue räusperte sich und verbannte diese Gedanken so rasch wie sie gekommen waren. „Angesichts dieser… Situation scheint es mir angemessen, wenn ich mich für meine Wortwahl bei dem Thema Sklaverei entschuldige. Natürlich ist die Sklaverei keine hinzunehmende Petitesse, mein Urteil ist lediglich meiner mangelnden Erfahrung auf dem Gebiet zuzuschreiben.“ Ihre Meinung würde es nicht ändern, doch war Nimue freigeistig genug um sie wenigstens zu überdenken und neu einzuordnen. Mealla hörte ihr zu, begann nun jedoch sich die Haare zu bürsten. „Lasst mich“, bot Nimue an, die sich auf ihr bisher unbekannte Art und Weise schuldig fühlte. Sie hatte schon häufiger die Gefühle ihrer Mitwesen verletzt, doch dies immer in vollem Bewusstsein, manchmal sogar mit Absicht. Ein solcher Fauxpas hingegen wie die Sache mit der Sklaverei war ihr noch nie passierte. Sie schwebte zu Mealla hinüber und nahm ihr vorsichtig die Bürste aus der Hand. Die Kopfgeldjägerin schien völlig verwirrt von so viel Nettigkeit und noch verwirrter, als Nimue tatsächlich die Haare der Elfe durch die Finger gleiten ließ und begann sie zu bürsten. Es war schon fast meditativ, dieses vorsichtige und langsame Arbeiten. „Wenn Ihr also geflohen seid, wird man Euch dann nicht suchen? Ich argwöhne, dass Ihr keine gewöhnliche Dienstmagd seid, oder eine Erntehelferin, deren Verlust gleich ausgeglichen wird. Eure Schießkünste sind beeindruckend, Ihr reitet wie ein Kavallerist und den Speer setzt Ihr ebenso sicher wie tödlich ein. Welche Verwendung hatten Eure Gebieter für Euch? Wart Ihr eine Soldatin? Eine Meuchelmörderin? Oder eine Späherin?

    Während Nimue die seltene Gelegenheit einer echten Konversation nutze, ohne dabei irgendwem auf die Füße zu treten oder in Streit zu verfallen, betrachtete Larissa ihre Hexe. Morgana hatte ihre Kleidung abgelegt und stand nun in voller Pracht vor ihr, ein Anblick der gefiel, aber auch unerwünschtes Verlangen in Larissa weckte. Sie würde nicht wie Mordred ihren Trieben nachgeben, dazu war sie einfach nicht in der Lage. Nicht mehr. Stattdessen erzählte sie auf Morganas Nachfrage lieber die Anekdote vom stürzenden Literaten, welche ihre Freundin mit ähnlicher Häme aufnahm wie sie selbst. Sie wartete bis Morgana fertig mit dem Waschen war, dann begann sie selbst. Sie füllte die flache Silberschale mit neuem Wasser, rieb sich die Zähne und das Zahnfleisch mit den Aurora-Wurzeln ein, wusch sich das Gesicht, dann den Hals und die Arme. Dann gurgelte etwas Wasser und spuckte es wieder zurück, säuberte sich die Fingernägel, wusch sich die Hände, schnaubte in die Schüssel und kippte den ganzen Sud schließlich aus dem Fenster. Von Unten her kam ein lauter, böser Ruf, den Larissa jedoch kaum vernahm da sie die Holzläden vor den Fenster wieder krachend zuschlug. Dann sah sie ihre Freundin an, zögerte einen Moment und sagte dann: „Morgana… ich…“, sie rang nach passenden Worten. Schließlich ließ sie sich auf das Bett fallen und ein Anflug von Trauer überschattete ihre gebesserte Laune. „Ich habe viel nachgedacht und… ich… ich will keine Söldnerin mehr sein. Ich kann so ein Leben nicht führen. Das ist kein Leben für eine Dalish, für eine Jägerin. Das ist eine Arbeit für eine Elfe wie Mealla, die für das Töten geboren und erzogen wurde, nicht für mich.“ Sie hob den Blick zu ihrer Freundin. „Wie soll ich das Artur sagen? Ich will ihn nicht enttäuschen und dich auch nicht, aber ich kann das nicht. Helfen kann ich beim Spähen oder Fallen stellen, aber ich will keine Menschen mehr jagen. Das ist falsch und ich habe Angst, dass ich daran Gefallen finden könnte. Vielleicht erinnerst du dich daran, dass ich ähnliche Sorgen mit dem Töten hatte? Nun, es ist erschreckenderweise so leicht und ich weiß, dass ich es kann, wenn man mich oder dich bedroht. Aber für Geld? Als Auftrag? Nein, das sollte ich nicht tun.

    Mordred hielt sich das pochende Schienbein. Was für ein beschissener Einstand in diesen Tag! „Wieso nehmt Ihr nicht diesen weisen Ratschlag und rammt ihn Euch in den Arsch?“, knirschte Mordred schlechtgelaunt. Es klopfte und Artur öffnete rasch. Die Tochter des Wirts brachte den neuen Eimer und Mordred nickte Artur zu. „Nur zu, bevor ich nochmal falle.“ „Tut es sehr weh?“, fragte die Wirtstochter. „Hab schon Schlimmeres erlebt“, prahlte Mordred. „Soll ich pusten?“ Mordred verbarg sein schiefes Grinsen. Die Tochter des Wirts war jetzt nichts Besonderes, eine einfache Dorfschönheit hinter der die Bauernbengel her waren, die aber nicht mit den Damen der Stadt konkurrieren könnte, oder maximal durch ihre Natürlichkeit bestach. Dennoch war so ein Angebot einfach zu gut. „Kann ich mir dann aussuchen, wo Ihr Eure Lippen einsetzt?“, fragte er nun doch dreist grinsend. Der Gesichtsausdruck der Tochter veränderte sich schlagartig von schelmisch-freundlich zu gereizt. „Nein, dürft Ihr nicht!“, sagte sie und wandte sich dann an Artur. „Starrt mir nicht auf die Titten!“, fuhr sie ihn an, obwohl er nur unbeteiligt dreingeschaut hatte und so tat als höre er Mordreds Angebot gar nicht. Noch während Artur fragend auf sich deutete, donnerte die Wirtstochter die Tür ins Schloss, dass die Balken nur so knarrten. „Zicke“, urteilte Mordred achselzuckend.
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  2. #82
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Die Ausflüchte der Elfenbotin klangen in Nimues Ohren furchtbar abgedroschen und feige, doch immerhin würdigte sie es, dass sie sich der Magierin überhaupt anvertraute, vor allem bei diesem prekären Thema. Sie war also eine entflohene Sklavin; das erklärte warum sie so viel Wert auf Anonymität legte. Die Häscher Tevinters fand man bedauerlicherweise ja in jedem Land von Thedas, mit Ausnahme vielleicht von Par Vollen. Und wenn sie dieses Zeichen den Falschen zeigte…
    Nimue beendete ihre Grundreinigung, trocknete sich ab und zog sich ein hauchdünnes Hemd über, das sanft wie ein Schleier auf ihren Brüsten lag. Die flammende Mähne bildete einen schönen Kontrast zu dem Weiß, das wusste sie. Nachdem Mealla ihren Vortrag, oder viel eher ihre Beichte beendet hatte, ließ Nimue ein gönnerhaftes Nicken sehen. Da es damit jedoch sicherlich nicht getan war sagte sie: „Ich danke Euch, dass Ihr so frei sprecht, auch wenn ich es vorgezogen hätte, Ihr wäret mit gegenüber sofort ehrlich gewesen. Von mir müsst Ihr keinerlei Verrat fürchten, ebenso wie Unachtsamkeit oder zweideutige Bemerkungen.“ Die Magierin war intelligent genug, um Mordreds Verhalten nun richtig interpretieren zu können, was darauf schließen ließ, dass der Antivaner entweder eine gute Menschen- beziehungsweise Elfenkenntnis besaß, oder aber ihn und die Kopfgeldjägerin mehr verband, als nur Kameradschaft von Reisenden. Immerhin war Mordred ein attraktiver und durchaus nicht aus den Mund gefallener Kerl und Mealla sah, wenn man von diesem zerstörten Rücken mal absah, in den Augen eines Mannes sicherlich auch ansehnlich. Nimue räusperte sich und verbannte diese Gedanken so rasch wie sie gekommen waren. „Angesichts dieser… Situation scheint es mir angemessen, wenn ich mich für meine Wortwahl bei dem Thema Sklaverei entschuldige. Natürlich ist die Sklaverei keine hinzunehmende Petitesse, mein Urteil ist lediglich meiner mangelnden Erfahrung auf dem Gebiet zuzuschreiben.“ Ihre Meinung würde es nicht ändern, doch war Nimue freigeistig genug um sie wenigstens zu überdenken und neu einzuordnen. Mealla hörte ihr zu, begann nun jedoch sich die Haare zu bürsten. „Lasst mich“, bot Nimue an, die sich auf ihr bisher unbekannte Art und Weise schuldig fühlte. Sie hatte schon häufiger die Gefühle ihrer Mitwesen verletzt, doch dies immer in vollem Bewusstsein, manchmal sogar mit Absicht. Ein solcher Fauxpas hingegen wie die Sache mit der Sklaverei war ihr noch nie passierte. Sie schwebte zu Mealla hinüber und nahm ihr vorsichtig die Bürste aus der Hand. Die Kopfgeldjägerin schien völlig verwirrt von so viel Nettigkeit und noch verwirrter, als Nimue tatsächlich die Haare der Elfe durch die Finger gleiten ließ und begann sie zu bürsten. Es war schon fast meditativ, dieses vorsichtige und langsame Arbeiten. „Wenn Ihr also geflohen seid, wird man Euch dann nicht suchen? Ich argwöhne, dass Ihr keine gewöhnliche Dienstmagd seid, oder eine Erntehelferin, deren Verlust gleich ausgeglichen wird. Eure Schießkünste sind beeindruckend, Ihr reitet wie ein Kavallerist und den Speer setzt Ihr ebenso sicher wie tödlich ein. Welche Verwendung hatten Eure Gebieter für Euch? Wart Ihr eine Soldatin? Eine Meuchelmörderin? Oder eine Späherin?

    Während Nimue die seltene Gelegenheit einer echten Konversation nutze, ohne dabei irgendwem auf die Füße zu treten oder in Streit zu verfallen, betrachtete Larissa ihre Hexe. Morgana hatte ihre Kleidung abgelegt und stand nun in voller Pracht vor ihr, ein Anblick der gefiel, aber auch unerwünschtes Verlangen in Larissa weckte. Sie würde nicht wie Mordred ihren Trieben nachgeben, dazu war sie einfach nicht in der Lage. Nicht mehr. Stattdessen erzählte sie auf Morganas Nachfrage lieber die Anekdote vom stürzenden Literaten, welche ihre Freundin mit ähnlicher Häme aufnahm wie sie selbst. Sie wartete bis Morgana fertig mit dem Waschen war, dann begann sie selbst. Sie füllte die flache Silberschale mit neuem Wasser, rieb sich die Zähne und das Zahnfleisch mit den Aurora-Wurzeln ein, wusch sich das Gesicht, dann den Hals und die Arme. Dann gurgelte etwas Wasser und spuckte es wieder zurück, säuberte sich die Fingernägel, wusch sich die Hände, schnaubte in die Schüssel und kippte den ganzen Sud schließlich aus dem Fenster. Von Unten her kam ein lauter, böser Ruf, den Larissa jedoch kaum vernahm da sie die Holzläden vor den Fenster wieder krachend zuschlug. Dann sah sie ihre Freundin an, zögerte einen Moment und sagte dann: „Morgana… ich…“, sie rang nach passenden Worten. Schließlich ließ sie sich auf das Bett fallen und ein Anflug von Trauer überschattete ihre gebesserte Laune. „Ich habe viel nachgedacht und… ich… ich will keine Söldnerin mehr sein. Ich kann so ein Leben nicht führen. Das ist kein Leben für eine Dalish, für eine Jägerin. Das ist eine Arbeit für eine Elfe wie Mealla, die für das Töten geboren und erzogen wurde, nicht für mich.“ Sie hob den Blick zu ihrer Freundin. „Wie soll ich das Artur sagen? Ich will ihn nicht enttäuschen und dich auch nicht, aber ich kann das nicht. Helfen kann ich beim Spähen oder Fallen stellen, aber ich will keine Menschen mehr jagen. Das ist falsch und ich habe Angst, dass ich daran Gefallen finden könnte. Vielleicht erinnerst du dich daran, dass ich ähnliche Sorgen mit dem Töten hatte? Nun, es ist erschreckenderweise so leicht und ich weiß, dass ich es kann, wenn man mich oder dich bedroht. Aber für Geld? Als Auftrag? Nein, das sollte ich nicht tun.

    Mordred hielt sich das pochende Schienbein. Was für ein beschissener Einstand in diesen Tag! „Wieso nehmt Ihr nicht diesen weisen Ratschlag und rammt ihn Euch in den Arsch?“, knirschte Mordred schlechtgelaunt. Es klopfte und Artur öffnete rasch. Die Tochter des Wirts brachte den neuen Eimer und Mordred nickte Artur zu. „Nur zu, bevor ich nochmal falle.“ „Tut es sehr weh?“, fragte die Wirtstochter. „Hab schon Schlimmeres erlebt“, prahlte Mordred. „Soll ich pusten?“ Mordred verbarg sein schiefes Grinsen. Die Tochter des Wirts war jetzt nichts Besonderes, eine einfache Dorfschönheit hinter der die Bauernbengel her waren, die aber nicht mit den Damen der Stadt konkurrieren könnte, oder maximal durch ihre Natürlichkeit bestach. Dennoch war so ein Angebot einfach zu gut. „Kann ich mir dann aussuchen, wo Ihr Eure Lippen einsetzt?“, fragte er nun doch dreist grinsend. Der Gesichtsausdruck der Tochter veränderte sich schlagartig von schelmisch-freundlich zu gereizt. „Nein, dürft Ihr nicht!“, sagte sie und wandte sich dann an Artur. „Starrt mir nicht auf die Titten!“, fuhr sie ihn an, obwohl er nur unbeteiligt dreingeschaut hatte und so tat als höre er Mordreds Angebot gar nicht. Noch während Artur fragend auf sich deutete, donnerte die Wirtstochter die Tür ins Schloss, dass die Balken nur so knarrten. „Zicke“, urteilte Mordred achselzuckend.


    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Mealla war froh das die Magierin ihre Entschuldigung akzeptierte und auch das sie von sich aus verkündete ihr Geheimnis für sich zu behalten. Das war viel wert, vor allem da Nimue wohl wirklich besonnen genug war sich nicht zu verplappern wie es der Antivaner zuweilen zustande brachte. Überrascht war die Elfe jedoch davon das sich die Magierin plötzlich für ihre Aussagen über die Sklaverei entschuldigte. Die Kopfgeldjägerin konnte sich nicht daran erinnern das sich die Zauberin bisher bei jemanden entschuldigt hatte und schien auch sonst eher wenig Rücksicht auf die Gefühle oder Meinungen von anderen zu nehmen. Vermutlich lag es auch jetzt nur daran das sie mit einer ehemaligen Sklavin im Raum war, dennoch war es eine nette Geste. Meallas Überraschung sollte jedoch nicht enden, denn gerade als sie damit begonnen wollte ihr Haar zu bürsten, bot die Rothaarige an das zu übernehmen. Bevor die Elfe ihre Verwunderung überwunden und etwas entgegnen konnte, war schon die Zauberin in ihrem dünnen Hemdchen neben ihr und nahm ihr die Bürste aus der Hand. Leicht perplex saß sie da während nun die Finger der Rothaarigen sanft ihr Haar berührten und die Bürste durch dasselbige führten. Mealla war sich zwar nicht ganz sicher warum die Magierin das tat, aber da es sich angenehm anfühlte und sie keinen richtigen Grund fand es abzulehnen, ließ sie Nimue gewähren. Schließlich war es das erste Mal in ihrem Leben das eine Magierin ihr die Haare bürstete. Hätte man ihr das vor 10 Jahren gesagt, so hätte sie wohl nur spöttisch den Kopf geschüttelt.
    Während die Bürste sich ihren Weg durch Meallas Strähnen bahnte, begann Nimue das Angebot von Mealla wahrzunehmen und Fragen zu stellen. Keine einfachen Fragen wie die Elfe fand, denn das Feld ihrer Verwendung in den 22 Jahren der Sklaverei war äußerst breit gefächert und es war nur wenig dabei was man gerne Fremden erzählte. Jedoch hatte sie es angeboten und Mealla hielt was sie versprach. "Ob man mich suchen wird? Nun ich bin schon seit sieben Jahren außerhalb von Tevinter unterwegs und war seitdem in sieben verschiedenen Ländern unterwegs und das unterschiedlich lange. Das liegt zwar vor allem daran das ich sehr gerne fremde Orte sehe, aber es spielt auch eine unterschwellige Sorge mit. Ich habe schon Kontakt mit Personen gehabt die mich nach Tevinter zurückbringen wollten, ohne Erfolg wie ihr an meiner Anwesenheit seht. Ob sie mich immer noch jagen weiß ich nicht, ich bin inzwischen schon etwas länger unterwegs ohne eine weitere unerfreuliche Begegnung. Vielleicht haben sie es inzwischen aufgegeben. Ersetzt worden bin ich inzwischen vermutlich,ich bezweifle aber auch das sie mich fangen wollen damit ich wieder meine Dienste verrichte.", erklärte Mealla mit ruhiger Stimme, während ihr Blick aus dem Fenster gerichtet war, den Hinterkopf Nimue zugewandt die dadurch besser an die Haare drankam. "Nein wenn sie mich fangen werden sie vermutlich ein Exempel an mir statuieren und mich kreuzigen oder pfählen. Also am Ende, vorher werden sie mich vermutlich noch auspeitschen und mich häuten, das wirkt abschreckender auf die anderen Sklaven.", fügte sie mit leiser Stimme und großem Abscheu in der Stimme hinzu. Sie hatte mehr als einmal gesehen wenn ein Exempel statuiert wurde. "Aber genug davon ich will nur ungern darüber reden und ihr wollt sicherlich nicht mehr darüber hören. Ihr wolltet wissen welche Verwendung man für mich hatte. Ihr liegt natürlich richtig das ich nicht dazu ausgebildet worden bin jemanden Wein einzuschenken, auch wenn das ab und an zu meinen Aufgaben gehörte. Die letzten Jahre als Sklavin habe ich als eine Art Leibsklavin der Magistra verbracht, in meinem Fall als Leibwächterin und was ihr sonst so einfiel. Was vermutlich auch ein Grund wäre warum man mich immer noch jagen könnte, immerhin kann es ja sein das die Elfensklavin zuviele Geheimnisse kennt.",erzählte Mealla und musste sogar kurz schelmisch lächeln, was aber schnell wieder einem nachdenklichen Gesichtsausdruck wich.
    "Aber weswegen ich so gut reiten kann und in Waffen geübt bin, nun das hat einen anderen Grund. Viele der großen Häuser leisten sich eigene militärische Einheiten und ich war Mitglied in so einer. Dazu wurde ich als kleines Kind schon von irgendwo gekauft und von klein auf ausgebildet. Ziemlich alltäglich in Tevinter, Kinder von Sklaven sind natürlich Eigentum der Besitzer und wenn dieser das Kind verkauft haben die Eltern kein Mitspracherecht. Ich persönlich weiß weder wie meine Eltern hießen noch erinnere ich mich wie sie aussahen. Nun vielleicht ist es ja besser so.", beschied sie leise für sich selbst. Manchmal kam es ihr vor als müsste sie sich selbst von dieser Tatsache überzeugen, aber letztendlich änderte es ja nichts ob sie es wissen wollte oder nicht. Kurz blieb sie stumm.
    "Na ja, es war halt eine militärische Spezialeinheit mit verschiedenen Aufgaben. Wollt ihr noch wissen wofür genau? Wenn ihr darauf besteht sage ich es euch, immerhin habe ich angeboten eure Fragen zu beantworten. Jedoch..ist es kein angenehmes Thema für mich und ich würde es sehr befürworten wenn wir es vielleicht auf ein anderes Mal verschieben.", sprach sie mit leicht belegter Stimme und ließ ihren Blick leicht zu Boden wandern. Über all diese Dinge zu reden ließ es sie teilweise wieder durchleben und brachte Erinnerungen hervor und Mealla war sich nicht sicher ob sie jetzt noch an ihre Zeit als Sklavenjägerin erinnert werden wollte.


    Während Larissa sich zu waschen begann, zog sich Morgana wieder an und begann sich um ihre Haare zu kümmern. Schließlich beendete die Dalish ihre Waschung und erfreute jemanden von draußen mit dem Ausguß ihres Brackwassers. Dann drehte sie sich zu Morgana die gerade mit einem widerspenstigen Knoten zu kämpfen hatte. Fragend sah die Hexe die Elfe an, als sie zur Rede ansetzte und sich dann plötzlich auf ihr Bett warf und der Hexe ihre Sorgen klagte. Morgana hörte nachdenklich zu, legte dann die Bürste beiseite und setzte sich neben die Elfe auf das Bett. Es wunderte sie zwar ein wenig wieso die Dalish jetzt auf das Thema kam, aber vielleicht lag es ja daran das sie wieder auf der Straße waren, in der Welt der Menschen wo erneut Aufträge auf sie warteten.
    "Nun ja bisher haben wir erst dreimal als Söldner gearbeitet und dabei gegen Dunkle Brut, einen Werwolf und Banditen gekämpft. Zumindestens die ersten beiden Dinge erscheinen mir für eine Jägerin der Dalish durchaus angemessen. Aber du hast Recht auch wenn die Dunkle Brut auf unserer Reise wohl auch ein Problem darstellen wird, so würden sich unsere Aufträge wohl mehr auf menschliche Ziele beziehen.",sagte Morgana nachdenklich und sah zu der liegenden Dalish hinab. "Ich verstehe das du keine Menschen jagen willst, ich kann das auch gutheißen, selbst wenn ich selbst beim Erschlagen von Banditen die Reisende überfallen keine großen Gewissensbisse habe. Aber ich werde garantiert nicht versuchen dich zu etwas überreden was dein Herz für falsch hält.", erklärte sie verständnisvoll und nahm die zierliche Hand der Elfe zwischen die ihren. "Ich selbst habe jetzt nicht unbedingt die große Passion für das Söldnerwesen, ich tue das mehr um euch beiden zu helfen, als wegen des Geldes. Wenn du also nicht mehr als Söldnerin arbeiten möchtest enttäuscht mich das nicht, zumal ich wenig dagegen habe wenn du dich nicht mehr als nötig in Gefahr begibst. Was Artur darüber denkt weiß ich natürlich nicht, aber ich glaube er würde es verstehen.",sprach sie aufmunternd und drückte die Hand der Elfe.
    "Jedoch würde ich erstmal abwarten bevor du es ihm sagst. Bis Highever werden wir wohl kaum einen neuen Auftrag annehmen, immerhin haben wir noch nichtmal das Geld für unseren alten Auftrag bekommen. Dort bekommen wir auch das Geld ausgezahlt und wer weiß vielleicht reicht es ja für deine Reparatur. Artur selbst dürfte auch keine Geldprobleme haben immerhin hat er meines Wissens diesen Krempel von diesem Ser Silberrüstung verkauft. In dem Fall hätte auch niemand von uns Bedarf an weiterer Söldnerarbeit. Ich würde sagen das wir warten bis wir Highever erreicht haben, dann können wir besser planen und mit Artur besprechen wie es weitergeht. Wenn du nicht mehr für Geld kämpfen möchtest kriegen wir das schon hin. Und falls du in Orzammar doch nicht genügend Geld haben solltest bekommst du den Rest halt von mir. Das ist nur fair immerhin werde ich ja für den letzten Auftrag bezahlt obwohl ich keinen Finger gerührt habe.", beschied sie entschlossen. Morgana ließ sich jetzt neben die Elfe aufs Bett fallen und sah in deren grüne Augen. "Ich weiß nicht was die Zukunft noch bereithält, aber ich denke das beide zusammen schon hin.",sprach sie zuversichtlich, lächelte und gab der Elfe einen kurzen Kuss auf den Mund. Dann erhob sie sich wieder, darauf hoffend das ihre Worte Larissa zumindestens ein wenig helfen konnten. Ein Tag mit einer gutgelaunten Larissa wäre eine nette Abwechslung nach den letzten Tagen.


    Während Arturs Mitarbeiterinnen mal wieder ohne dessen Wissen über ihren Arbeitsvertrag diskutierten, befand dieser sich währenddessen den unberechtigten Vorwurf des Gaffens ausgesetzt, was dieser mit einem fragenden Blick auf sich deutend in Frage stellte. Die Tochter des Gastwirtes die nach dem unsittlichen Angebots des Antivaners, aber vermutlich nur einmal verbal um sich schlagen wollte, ließ sich jedoch nicht auf eine Diskussion hinsichtlich der Blickrichtung ein sondern ließ krachend die Tür hinter sich zufallen. „Zicke"In der Tat, dabei habt ihr doch euer Angebot so galant formuliert. Aber von einem kratzbürstigen Bauertrampel darf man wohl nicht zuviel erwarten, vor allem wenn er mit unhaltbaren Anschuldigungen um sich wirft.", stimmte er dem Antivaner mit einer Mischung aus Sarkasmus und Ernst zu. "Nun vielleicht war es besser so, ich glaube kaum das ihr stiernackiger Vater von eurem Angebot sehr begeistert wäre und mir steht eher der Sinn nach einem Frühstück als nach einer Prügelei mit dem Wirt.Und ich denke wir stimmen beide überein, dass sie nicht so hübsch ist um sehr viel Ärger wert zu sein.", erklärte Artur mit einem Achselzucken und begann dann mit dem Eimer die Schüssel zu befüllen und sich zu waschen. Bevor Mordred auch den Eimer auf einmal umtrat, dass Glück schien dem Antivaner nämlich heut nicht besonders hold zu sein.
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  3. #83
    Schwertmeister Khardim's Avatar
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    Rafael
    [Bild: p2OOKiliansmall.jpg]
    Kilian hatte noch immer keinen Entschluss fassen können. Einerseits ergab das, was der vermeintliche Ser Aldar da sagte durchaus Sinn und wenn dem so war, so wäre er der beste Verbündete, den sich Kilian im Kampf gegen S wünschen konnte. Denn Aldar schien nicht nur effektiv und mit ausgeprägtem Überlebenswillen gesegnet zu sein, sondern verfügte zudem über vielleicht ausschlaggebende Informationen zu dem ansonsten völlig unbekannten Feind. Und er hatte Recht, dies war kein Hinterhalt und wenn Aldar zum Feind gehören würde, so hätte er sich ihnen nicht so offen gezeigt. Der Feuereifer mit dem er an der Kette riss und das Schwert der Gnade präsentierte unterstütze Kilians These, dass er in dem hochgewachsenen Mann einen Ordensbruder gefunden hatte. Er würde kooperieren und hoffte, dass auch Rafael dies tun würde; getreu dem Grundsatz: der Feind meines Feindes… Die traditionelle Feindschaft versuchten nämlich weder Aldar noch Rafael zu verbergen. Auch Kilian gefiel die Art und Weise des Eifers nicht, die der jüngere Templer an den Tag legte. „Vernichten“, war einfach kein Wort, das der Hauptmann auf denkende und fühlende Wesen diesseits des Schleiers anwenden mochte. Er scheute noch immer dem Schwarzgewandten sein Vertrauen zu schenken, doch senkte er zumindest das Schwert, nickte knapp und steckte die Klinge wieder in die Scheide. „Also gut Leutnant. Ihr könnt mit uns reisen und uns im Kampf unterstützen. Ich bin mir sicher, Eure Hilfe wird von großem Nutzen sein. Danach kommt Ihr mit in den Turm des Zirkels und legt dort einen Bericht vor.“ Dies war ein formulierter Befehl, kein Vorschlag. Kilian schaute in das grimmige Gesicht Aldar, dessen Augen den Eindruck ausgeschnittener Löchern in einem Bogen weißen Papiers erweckten. Der Leutnant ließ sich zu keinerlei Emotion herab. „Wartet hier während wir die Pferde und einen weiteren Bruder holen, Ser Finan.“ „Gut, das erhöht unsere Chancen die Sache zu überlegen“, kommentierte Ser Aldar nicht ohne einen Anflug von Gehässigkeit. Die Entscheidung des Hauptmanns, oder besser gesagt von Zirkel und Orden, Rafael selbst auf die Suche nach dem Phylakterion zu schicken konterkarierte ganz offensichtlich die Einstellung des Templers. „Wunderbar, jetzt habe ich zwei Dickköpfe an meiner Seite“, dachte Kilian, während er Rafael ein Zeichen gab ihm zu folgen. Den Mandelschild ließ er an Ort und Stelle zurück und schritt gleichmäßig zurück zu den Pferden. „Warum können die nicht alle wie Ser Robert sein?“ Der riesenhafte Templer war immer da wenn man ihn brauchte und verborgen wenn nicht. Er kannte seinen Platz und nahm die Befehle genau. Und er schwieg, wenn er nicht gefragt wurde und überließ die Entscheidungen der Befehlskette. Dem Gerücht, dass Ser Robert wegen des Lyriumkonsums schon über grundlegende Fähigkeiten des Denkens und Fühlens verloren habe, schenkte Kilian keine Beachtung. Für ihn war der Riese einfach ein sehr guter Mitstreiter und Ordensbruder. Jetzt hatte er einen totenkopfähnlichen Leutnant mit offener Abneigung gegen Magier und einen glückstrunkenen jungen Templer, der scheinbar froh war im Auftrag des Glaubens in die Schlacht zu ziehen. Und natürlich Rafael, aber der war ja kein Templer. Kilian seufzte, während er das hervorspringende Felseck passierte und auf die schemenhaften Gestalten der Pferde und ihres Wächters zusteuerte. Einmal im Leben hatte er Schwäche gezeigt und nun büßte er. Wäre Saskia nicht gewesen würde er vermutlich noch immer in Starkhaven mit Männern seines Kalibers dienen und wäre vielleicht sogar schon in der Position wirklich etwas zu bewegen. Stattdessen schleppte er sich hier mehr schlecht als recht durch das kalte Ferelden, das ihn mit jedem Atemzug abzulehnen schien.
    Sobald sie außer Hörweite von Ser Aldar und noch nicht in der von Ser Finan waren sagte Kilian leise an Rafael gewandt: „Ich weiß, Euch schmeckt der Leutnant vermutlich nicht, aber ich will, dass Ihr Euch zusammenreißt! Aldar macht weder den Eindruck als würde er vergessen, noch vergeben. Also macht Euch und mir das Leben nicht unnötig schwer indem ihr mit ihm in Grundsatzdiskussionen zu Templern und Magiern verfallt.“ Mit einem raschen Schwenk wandte er sich um und bohrte seinen Zeigefinger in Rafaels Brust. „Und egal was er tut, Ihr lasst Euch nicht von ihm provozieren! Ich möchte davon ausgehen können, dass Ihr ihm nicht nur an Alter sondern auch an Weisheit überlegen seid und darum ignoriert, sollte er anfangen Euch zu trietzen!

    [Bild: Rafael_2.jpg]Unwirsch schlug Rafael den Finger weg, den ihm der Hauptmann auf die Brust gesetzt hatte. ,,Ihr solltet wissen, was Ihr an mir habt, Hauptmann, also hört auf mich zu trietzen bevor Aldar damit angefangen hat!“ Seine Stimme war nicht lauter als Kilians, aber auch nicht weniger scharf. ,,Ich werde so kurz vor dem Ziel bestimmt nicht anfangen Faxen zu machen, also tut Ihr es bitte auch nicht.“ Mit einer scharfen Wende, die in der inzwischen fast undurchdringlichen Dunkelheit etwas an Dramatik verloren haben mochte ließ der Magier seinen Gefährten stehen und setzte den Weg fort. Er wusste, dass Kilians Nerven blank liegen mussten, seine eigenen taten es ebenso, doch würde er sich diese Predigt nicht zu Ende anhören. Er erwartete in Ser Aldar keinen allzu angenehmen Reisegefährten, weswegen er keine Lust verspürte, sich jetzt schon mit dem anzulegen, der sich als solide erwiesen hatte.
    Sie gingen die restliche Strecke in gewohnter Schweigsamkeit und fanden Ser Finan im Schatten hinter einem niedrigen Steinvorsprung verborgen. ,,Hauptmann? Herr Marlov? Seid Ihr es?“, zischte er aus seinem Versteck hervor, als sie sich näherten. Rafael überlegte nicht, wie sinnvoll es war, sich zwei unbekannten Neuankömmlingen durch Flüstern zu offenbaren und antwortete stattdessen ebenso verstohlen: ,,Ja, wir sind es.“
    Die beiden erklärten dem zurückgebliebenen Pferdewächter in kurzen Worten die Situation, ließen Ser Aldars zweifelhafte Erscheinung jedoch unerwähnt. Kilian hatte entschieden, dass sie mit ihm reiten würden, Finan musste dies nur hinnehmen, nicht nachvollziehen. Die Aussicht mit einem weiteren Ordensbruder in die Schlacht zu ziehen stieß bei dem jungen Templer auf erwartungsgemäß viel Gegenliebe und Rafael fragte sich kurz, wie viel von dieser übrig bleiben würde, wenn Finan seinen gespensterhaften Mitstreiter erst einmal zu Gesicht bekam. Sie nahmen die Pferde am kurzen Zügel und gingen zurück zu dem Felskessel, in dem Ser Aldar sein Lager aufgeschlagen hatte. Der Schwarzgewandete hatte angefangen sein Nachtlager vorzubereiten, hatte Schwert und Helm aber nach wie vor in Griffweite. Es war gewiss noch vor Mitternacht, doch würde ein Ritt durch die unwegsamen Felsen bei Nacht mehr Risiken bergen als es sinnvoll war einzugehen. Wenn Aldar Recht hatte ahnte S noch nichts von ihrem Kommen. Wenn.
    Ser Aldars Abneigung Magiern gegenüber war deutlich spürbar, doch hoffte er, dass sein Hass auf S groß genug war, um ihn auf Linie zu halten. Sticheleien konnte er ebenso gut ertragen wie verteilen, doch konnte Rafael nicht sagen, ob er guten Gewissens neben jemandem kämpfen konnte, der ihm vermutlich nicht weniger den Tod wünschte als ihrem Feind.
    Schweigend befreiten sie die Pferde von ihrer Last und ließen dabei das Feuer herunterbrennen. Erst als alles abgeladen war ging Finan zu ihrem neuen Weggefährten, um sich vorzustellen: ,,Seid gegüßt. Ich bin Ser Finan von Lir Agantor.“ Rafael beobachtete aus dem Augenwinkel wie Ser Aldar die ihm dargebotene Hand nahm. ,,Ser Aldar von Cumberland.“ Weitere Worte der Begrüßung fielen nicht, stattdessen richtete der hochgewachsene Mann seine Worte an alle: ,,Ich nehme die erste Wache und wecke dann Ser Finan.“ Rafael und Finan schauten beide zu Kilian herüber, der eine neugierig, der andere eher perplex. Ser Aldar mochte Leutnant sein, aber gleich die Wacheinteilung festzulegen schien beiden doch ein ziemlich großer Wurf zu sein, wenn ein Hauptmann anwesend war. Vielleicht würde Kilian seinen eigenen Ratschlag beherzigen und sich nicht von Aldar provozieren lassen müssen.




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    [Bild: rsz_1scarred.jpg]
    Es war schon Vormittags als Talorr endlich aufwachte. Er wusste nicht wie lange es her war dass er das letzte Mal in einem richtigen Bett geschlafen hatte. Trotz der unsicheren Situation seines Freundes hatte er wunderbar geschlafen. Jemand klopfte an der Tür. "Gemach, gemach." Er richtete das sowohl an Darius als Zeichen dass er nicht aufstehen sollte, als auch an den Klopfenden der wirklich nicht leise war. Ein kleiner Menschenjunge stand davor, offensichtlich eingeschüchtert aufgrund des Anblickes der sich ihm da bot. "D-der Heiler schickt mich. Eurem W-wolf geht es soweit gut. Ihr möchtet doch bitte bald bei ihm vorbeischauen." Daraufhin lächelte Talorr nur (etwas dass er selten genug tat), schickte den Jungen freundlich weg und ließ sich dann nochmal auf das Bett fallen. "Man soll nie sagen dass alles nur schlechter wird." Vielleicht nahm ihre Reise ja nun endlich eine erfreulichere Wendung.

    [Bild: Dethmold_Avatar.jpg]Darius war schon viel zu lange Spion gewesen, um das Gespräch an der Tür nicht mitzuhören, während er seine Tasche packte. Der Wolf hatte überlebt, also konnten sie ihre Reise fortsetzen. Vielleicht würde Talorr sogar wieder andere Gedanken als das Wohl seines pelzigen Gefährten zulassen. Als er reisefertig war, ging er zu dem Söldner herüber, der lächelnd über die für ihn so frohe Botschaft sinnierte. ,,Ich werde einige Erkundigungen einholen, bevor wir aufbrechen. Wir werden vermutlich nicht die einzigen sein, die auf der Suche nach einem Schiff nach Gwaren kommen.“ Ohne weitere Erklärung verließ der Ben-Hassrath das Zimmer und ließ seinen Gefährten zurück. Er wusste, dass er sich schon bald auf den Weg zu dem Heiler machen würde und währenddessen konnte er das wesentliche im Blick behalten und sich um die letzte Etappe ihrer Reise kümmern.
    Der Schankraum war schlecht gelüftet und noch vom Vorabend dreckig, was den Wirt jedoch nicht davon abhielt inmitten des Unrates seine Einkünfte zu zählen. Darius konnte nicht sagen, ob er früh aufgestanden war, um das Klimpern von Münzen zu hören oder gar nicht geschlafen hatte, um ja keine Gelegenheit zu verpassen, seinen Gästen mehr davon aus der Tasche zu ziehen. Für ihn war der Mann keinen Deut besser als das Loch, das er Taverne nannte und nur so lange von Interesse, wie er nützlich sein konnte. Wie er sich danach sehnte dieses Land hinter sich zu lassen. ,,Wie weit ist es noch bis Gwaren?“, fragte er unvermittelt als er an den Tresen trat. Der Wirt schaute auf und erkannte nach kurzem Überlegen den alten Mann, der ihm gestern so viel Geld auf den Tresen gelegt hatte. Aus seinem fauligen Mund antwortete er: ,,Nicht mal eine halbe Tagesreise, dieses Dorf gehört eigentlich schon zu Gwaren. Ich beziehe zumindest die meisten meiner Waren von do…“ ,,Wollen viele Leute dorthin?“, unterbrach Darius ihn unwirsch. Er hatte wahrlich keine Geduld für das Geschwafel des Mannes. ,,Klar, seit Ostagar sehen viele zu, dass sie Land gewinnen. Schiffen sich in die Freien Marschen ein oder nach Nevarra. Es verlassen aber auch viele Leute die Stadt, weil sie Angst haben, dass die Brut hier als nächstes zuschlägt. Ein großes Kommen und Gehen.“ Darius verzog das Gesicht und unterdrückte nur mit Mühe den Impuls, sich zu Kratzen. Allein das ungewaschene Erscheinen seines Gesprächspartners gab ihm das Gefühl ein Bad zu brauchen. ,,Legen auch Schiffe nach Seheron oder Par Vollen ab?“ Der Wirt schaute skeptisch, bevor er in ein nervöses Lachen ausbrach, das mehr seine Unsicherheit kaschieren als unterhalten sollte. ,,Zu den Ochsenmenschen? Was wollt Ihr denn da? Vom Regen in die Traufe würde ich da sagen. Keine Ahnung ob das jemand hinsegelt, aber gewiss niemand, der noch bei Verstand ist!“ Anstatt den Mann darauf hinzuweisen, dass er einen dieser Ochsenmenschen als Gast beherbergte wandte sich Darius einfach ab und verließ die Taverne. Weder konnte er die Idiotie dieses Mannes länger ertragen als noch weitere Informationen von ihm bekommen. Er musste sich weiter umhören.
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    [Bild: Kopie_von_Qunari_DA.jpg]

    In Mantel und Kapuze gehüllt bahnte sich der Kossith seinen Weg durch die Straßen der Stadt. Er war durchaus ein Blickfang denn die meisten Einwohner waren Menschen und deutlich kleiner als er. Natürlich gab es dann auch so manches Getuschel und Getratsche, besonders auf dem kleinen Marktplatz. Allerlei Waren wurden dort lautstark von den Händlern angepriesen. Nahrungsmittel, Kleidung und Waffen. Aber all das begehrte Katash nicht, er hatte ein anderes Ziel. Seine Augen unter der Kapuze huschten stets umher, auf der Suche nach Orlaisianern in voller Rüstung. Doch war weit und breit nichts zu sehen, lediglich ein paar Gardisten die gelangweilt ihren Dienst schoben und nicht mal Katash wahrgenommen hatten. Werden sie wirklich so schlecht bezahlt? Dieser Gedanke schoss dem Hornriesen kurz durch den Kopf.
    Sein Weg führte Richtung Norden, wo er in eine Gasse abbog die eher schlecht als recht beleuchtet wurde.
    Vom Himmel grollte es laut herab und mittlerweile hatte dann auch der Regen eingesetzt. Katash blieb stehen und ließ seine Gedanken schweifen. Wo war die besagte Taverne? Wen könnte man nach dem Weg fragen?
    Die Stille und das Gedankenspiel wurde von einem Tumult unterbrochen, ein lautes panisches Kreischen durchzog die Gasse, gefolgt von panischen Hilferufen. "Los, komm schon! Diese Nacht gehörst du mir, Hure" eine männliche Stimme ertönte darauf spöttisch. Aber was war das? Ein Akzent? Ein Orlaisianer! Vielleicht wusste er ja wo die Taverne ist, so eilte Katash die Gasse entlang und ihm bot ein abscheuliches Bild: ein fett beleibter Mann war gerade dabei sich an einer Elfe zu vergehen, die nicht mal das Erwachsenenalter erreicht hat...
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    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Mealla war froh das die Magierin ihre Entschuldigung akzeptierte und auch das sie von sich aus verkündete ihr Geheimnis für sich zu behalten. Das war viel wert, vor allem da Nimue wohl wirklich besonnen genug war sich nicht zu verplappern wie es der Antivaner zuweilen zustande brachte. Überrascht war die Elfe jedoch davon das sich die Magierin plötzlich für ihre Aussagen über die Sklaverei entschuldigte. Die Kopfgeldjägerin konnte sich nicht daran erinnern das sich die Zauberin bisher bei jemanden entschuldigt hatte und schien auch sonst eher wenig Rücksicht auf die Gefühle oder Meinungen von anderen zu nehmen. Vermutlich lag es auch jetzt nur daran das sie mit einer ehemaligen Sklavin im Raum war, dennoch war es eine nette Geste. Meallas Überraschung sollte jedoch nicht enden, denn gerade als sie damit begonnen wollte ihr Haar zu bürsten, bot die Rothaarige an das zu übernehmen. Bevor die Elfe ihre Verwunderung überwunden und etwas entgegnen konnte, war schon die Zauberin in ihrem dünnen Hemdchen neben ihr und nahm ihr die Bürste aus der Hand. Leicht perplex saß sie da während nun die Finger der Rothaarigen sanft ihr Haar berührten und die Bürste durch dasselbige führten. Mealla war sich zwar nicht ganz sicher warum die Magierin das tat, aber da es sich angenehm anfühlte und sie keinen richtigen Grund fand es abzulehnen, ließ sie Nimue gewähren. Schließlich war es das erste Mal in ihrem Leben das eine Magierin ihr die Haare bürstete. Hätte man ihr das vor 10 Jahren gesagt, so hätte sie wohl nur spöttisch den Kopf geschüttelt.
    Während die Bürste sich ihren Weg durch Meallas Strähnen bahnte, begann Nimue das Angebot von Mealla wahrzunehmen und Fragen zu stellen. Keine einfachen Fragen wie die Elfe fand, denn das Feld ihrer Verwendung in den 22 Jahren der Sklaverei war äußerst breit gefächert und es war nur wenig dabei was man gerne Fremden erzählte. Jedoch hatte sie es angeboten und Mealla hielt was sie versprach. "Ob man mich suchen wird? Nun ich bin schon seit sieben Jahren außerhalb von Tevinter unterwegs und war seitdem in sieben verschiedenen Ländern unterwegs und das unterschiedlich lange. Das liegt zwar vor allem daran das ich sehr gerne fremde Orte sehe, aber es spielt auch eine unterschwellige Sorge mit. Ich habe schon Kontakt mit Personen gehabt die mich nach Tevinter zurückbringen wollten, ohne Erfolg wie ihr an meiner Anwesenheit seht. Ob sie mich immer noch jagen weiß ich nicht, ich bin inzwischen schon etwas länger unterwegs ohne eine weitere unerfreuliche Begegnung. Vielleicht haben sie es inzwischen aufgegeben. Ersetzt worden bin ich inzwischen vermutlich,ich bezweifle aber auch das sie mich fangen wollen damit ich wieder meine Dienste verrichte.", erklärte Mealla mit ruhiger Stimme, während ihr Blick aus dem Fenster gerichtet war, den Hinterkopf Nimue zugewandt die dadurch besser an die Haare drankam. "Nein wenn sie mich fangen werden sie vermutlich ein Exempel an mir statuieren und mich kreuzigen oder pfählen. Also am Ende, vorher werden sie mich vermutlich noch auspeitschen und mich häuten, das wirkt abschreckender auf die anderen Sklaven.", fügte sie mit leiser Stimme und großem Abscheu in der Stimme hinzu. Sie hatte mehr als einmal gesehen wenn ein Exempel statuiert wurde. "Aber genug davon ich will nur ungern darüber reden und ihr wollt sicherlich nicht mehr darüber hören. Ihr wolltet wissen welche Verwendung man für mich hatte. Ihr liegt natürlich richtig das ich nicht dazu ausgebildet worden bin jemanden Wein einzuschenken, auch wenn das ab und an zu meinen Aufgaben gehörte. Die letzten Jahre als Sklavin habe ich als eine Art Leibsklavin der Magistra verbracht, in meinem Fall als Leibwächterin und was ihr sonst so einfiel. Was vermutlich auch ein Grund wäre warum man mich immer noch jagen könnte, immerhin kann es ja sein das die Elfensklavin zuviele Geheimnisse kennt.",erzählte Mealla und musste sogar kurz schelmisch lächeln, was aber schnell wieder einem nachdenklichen Gesichtsausdruck wich.
    "Aber weswegen ich so gut reiten kann und in Waffen geübt bin, nun das hat einen anderen Grund. Viele der großen Häuser leisten sich eigene militärische Einheiten und ich war Mitglied in so einer. Dazu wurde ich als kleines Kind schon von irgendwo gekauft und von klein auf ausgebildet. Ziemlich alltäglich in Tevinter, Kinder von Sklaven sind natürlich Eigentum der Besitzer und wenn dieser das Kind verkauft haben die Eltern kein Mitspracherecht. Ich persönlich weiß weder wie meine Eltern hießen noch erinnere ich mich wie sie aussahen. Nun vielleicht ist es ja besser so.", beschied sie leise für sich selbst. Manchmal kam es ihr vor als müsste sie sich selbst von dieser Tatsache überzeugen, aber letztendlich änderte es ja nichts ob sie es wissen wollte oder nicht. Kurz blieb sie stumm.
    "Na ja, es war halt eine militärische Spezialeinheit mit verschiedenen Aufgaben. Wollt ihr noch wissen wofür genau? Wenn ihr darauf besteht sage ich es euch, immerhin habe ich angeboten eure Fragen zu beantworten. Jedoch..ist es kein angenehmes Thema für mich und ich würde es sehr befürworten wenn wir es vielleicht auf ein anderes Mal verschieben.", sprach sie mit leicht belegter Stimme und ließ ihren Blick leicht zu Boden wandern. Über all diese Dinge zu reden ließ es sie teilweise wieder durchleben und brachte Erinnerungen hervor und Mealla war sich nicht sicher ob sie jetzt noch an ihre Zeit als Sklavenjägerin erinnert werden wollte.


    Während Larissa sich zu waschen begann, zog sich Morgana wieder an und begann sich um ihre Haare zu kümmern. Schließlich beendete die Dalish ihre Waschung und erfreute jemanden von draußen mit dem Ausguß ihres Brackwassers. Dann drehte sie sich zu Morgana die gerade mit einem widerspenstigen Knoten zu kämpfen hatte. Fragend sah die Hexe die Elfe an, als sie zur Rede ansetzte und sich dann plötzlich auf ihr Bett warf und der Hexe ihre Sorgen klagte. Morgana hörte nachdenklich zu, legte dann die Bürste beiseite und setzte sich neben die Elfe auf das Bett. Es wunderte sie zwar ein wenig wieso die Dalish jetzt auf das Thema kam, aber vielleicht lag es ja daran das sie wieder auf der Straße waren, in der Welt der Menschen wo erneut Aufträge auf sie warteten.
    "Nun ja bisher haben wir erst dreimal als Söldner gearbeitet und dabei gegen Dunkle Brut, einen Werwolf und Banditen gekämpft. Zumindestens die ersten beiden Dinge erscheinen mir für eine Jägerin der Dalish durchaus angemessen. Aber du hast Recht auch wenn die Dunkle Brut auf unserer Reise wohl auch ein Problem darstellen wird, so würden sich unsere Aufträge wohl mehr auf menschliche Ziele beziehen.",sagte Morgana nachdenklich und sah zu der liegenden Dalish hinab. "Ich verstehe das du keine Menschen jagen willst, ich kann das auch gutheißen, selbst wenn ich selbst beim Erschlagen von Banditen die Reisende überfallen keine großen Gewissensbisse habe. Aber ich werde garantiert nicht versuchen dich zu etwas überreden was dein Herz für falsch hält.", erklärte sie verständnisvoll und nahm die zierliche Hand der Elfe zwischen die ihren. "Ich selbst habe jetzt nicht unbedingt die große Passion für das Söldnerwesen, ich tue das mehr um euch beiden zu helfen, als wegen des Geldes. Wenn du also nicht mehr als Söldnerin arbeiten möchtest enttäuscht mich das nicht, zumal ich wenig dagegen habe wenn du dich nicht mehr als nötig in Gefahr begibst. Was Artur darüber denkt weiß ich natürlich nicht, aber ich glaube er würde es verstehen.",sprach sie aufmunternd und drückte die Hand der Elfe.
    "Jedoch würde ich erstmal abwarten bevor du es ihm sagst. Bis Highever werden wir wohl kaum einen neuen Auftrag annehmen, immerhin haben wir noch nichtmal das Geld für unseren alten Auftrag bekommen. Dort bekommen wir auch das Geld ausgezahlt und wer weiß vielleicht reicht es ja für deine Reparatur. Artur selbst dürfte auch keine Geldprobleme haben immerhin hat er meines Wissens diesen Krempel von diesem Ser Silberrüstung verkauft. In dem Fall hätte auch niemand von uns Bedarf an weiterer Söldnerarbeit. Ich würde sagen das wir warten bis wir Highever erreicht haben, dann können wir besser planen und mit Artur besprechen wie es weitergeht. Wenn du nicht mehr für Geld kämpfen möchtest kriegen wir das schon hin. Und falls du in Orzammar doch nicht genügend Geld haben solltest bekommst du den Rest halt von mir. Das ist nur fair immerhin werde ich ja für den letzten Auftrag bezahlt obwohl ich keinen Finger gerührt habe.", beschied sie entschlossen. Morgana ließ sich jetzt neben die Elfe aufs Bett fallen und sah in deren grüne Augen. "Ich weiß nicht was die Zukunft noch bereithält, aber ich denke das beide zusammen schon hin.",sprach sie zuversichtlich, lächelte und gab der Elfe einen kurzen Kuss auf den Mund. Dann erhob sie sich wieder, darauf hoffend das ihre Worte Larissa zumindestens ein wenig helfen konnten. Ein Tag mit einer gutgelaunten Larissa wäre eine nette Abwechslung nach den letzten Tagen.


    Während Arturs Mitarbeiterinnen mal wieder ohne dessen Wissen über ihren Arbeitsvertrag diskutierten, befand dieser sich währenddessen den unberechtigten Vorwurf des Gaffens ausgesetzt, was dieser mit einem fragenden Blick auf sich deutend in Frage stellte. Die Tochter des Gastwirtes die nach dem unsittlichen Angebots des Antivaners, aber vermutlich nur einmal verbal um sich schlagen wollte, ließ sich jedoch nicht auf eine Diskussion hinsichtlich der Blickrichtung ein sondern ließ krachend die Tür hinter sich zufallen. „Zicke"In der Tat, dabei habt ihr doch euer Angebot so galant formuliert. Aber von einem kratzbürstigen Bauertrampel darf man wohl nicht zuviel erwarten, vor allem wenn er mit unhaltbaren Anschuldigungen um sich wirft.", stimmte er dem Antivaner mit einer Mischung aus Sarkasmus und Ernst zu. "Nun vielleicht war es besser so, ich glaube kaum das ihr stiernackiger Vater von eurem Angebot sehr begeistert wäre und mir steht eher der Sinn nach einem Frühstück als nach einer Prügelei mit dem Wirt.Und ich denke wir stimmen beide überein, dass sie nicht so hübsch ist um sehr viel Ärger wert zu sein.", erklärte Artur mit einem Achselzucken und begann dann mit dem Eimer die Schüssel zu befüllen und sich zu waschen. Bevor Mordred auch den Eimer auf einmal umtrat, dass Glück schien dem Antivaner nämlich heut nicht besonders hold zu sein.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Meallas Geschichte überschnitt sich größtenteils mit der Erwartung der Magierin. „Kampfsklaven“ waren sicherlich eine gute Idee, wenn man die Chance bekam sie auszubilden. Loyal und von Kindesbeinen auf trainiert waren sie ohne Zweifel dem gewöhnlichen Soldaten im Heer eines Banns weit überlegen. Allerdings, so fand Nimue, sollte man für derlei Kriegsdienste lieber gesunde Menschen- oder Elfenmänner nehmen, als Frauen. Allerdings sollten Meallas Fähigkeiten ihr die möglichen Verfolger, mit denen sie anscheinend aber nicht mehr rechnete, vom Leib halten können. Oder auch nicht, je nachdem wie ausgebildet jene Leute waren. Einer einzelnen Elfe jedoch noch nach sieben Jahren nach dem Leben trachten zu wollen schien der Zirkelmagierin hingegen selbst für Tevinters Verhältnisse ein bisschen zu extrem. Als Mealla anbot von ihrer Dienstzeit im Speziellen zu erzählen, strich Nimue die letzten Haare glatt und legte die Bürste beiseite. „Vergesst es! Ich verstehe herzlich wenig von diesem ganzen Militärkrams, daher ist es für mich kaum von Interesse. Ich nehme an, dass Eure Aufgabe das Töten von Feinden war und damit bin ich mit meinem Altelfisch auch schon am Ende.“ Nimue ließ ein kurzes Lächeln aufflackern und begab sich dann auf ihre Seite des Zimmers, wo sie begann sich anzuziehen. „Danke für das Gespräch“, sagte sie, während sie der Elfe den nackten Rücken zukehrte, denn das seidene Hemdchen tauschte sie gegen das Übliche aus.

    Arturs und Mordred Morgenroutine ließ sich wohl am ehesten als „Katzenwäsche“ bezeichnen, denn obwohl sie wegen vergossenen Wasser als letzte begannen sich frisch zu machen waren sie die ersten die angezogen und bereit ihre Habe nach Unten schleppten und sich an einem Tisch niederließen. Mordred hatte die Situation von vor einer halben Stunde schon wieder verdrängt und fühlte sich daher auch nicht unwohl, als der Sohn des Wirts das Essen brachte. Vielleicht hatte der Wirt selbst ja anderes zu tun und die Tochter des Alten schruppte wohl Töpfe. Schon bald trafen die anderen ein, brachten ihre Reiseutensilien mit und stapelten sie auf einen Haufen neben dem Esstisch. Alle saßen und nahmen mehr oder weniger schweigsam das frugale Mahl ein, als plötzlich…
    „Vater neeeein!“
    Mit schweren Schritten stapfte der Wirt zu dem Tisch der Gruppe und baute sich vor ihm auf, die Augen direkt auf Mordred und nur auf Mordred geheftet und dieser sah sein Ende schon in den bärengleichen Pranken des Mannes kommen. „Ich habe Euer Gespräch gestern zufällig mitbekommen, Herr. Ihr seid wohl ein Lord oder zumindest ein Ritter. Meine Miri sagte mir, dass Ihr heute Morgen Euer Interesse an Ihr bekundet hättet. Herr, verzeiht ihr Zurückweisung, sie hat es nicht so gemeint.“ Die Stimme des Wirtes war honigsüß. „Natürlich hab ich es so gemeint, Vater! Der Kerl ist ein Schwein.“ „Sei still, Miri!“, fuhr der Wirt seine Tochter harsch an während Mordred mit rot angelaufenem Kopf versuchte eine würdevolle Miene zu wahren. „Verzeiht, Herr. Ein Mann edlen Geblüts ist natürlich andere Manieren gewohnt, doch meine Miri ist sehr lernfähig, sie kann gut kochen und schön singen und…“ er schluckte, denn die nächsten Worte kosteten ihn sichtlich Überwindung: „… und Euch das Bett warmhalten. Herr, nehmt Sie als Euer Weib so Ihr und der Erbauer beliebt! Sie wird Euch treu sein und viele Söhne schenken.“ Mordred räusperte sich und sagte dann mit aufgestauter Anspannung: „Ich danke Euch für Euer großzügiges Angebot. Eure Tochter ist an Liebreiz kaum zu übertreffen und würde bei Hofe sogar die edelsten Damen mit ihrer Natürlichkeit überstrahlen.“ Der Wirt strahlte, obwohl Mordreds Worte auch bedeuten konnten, dass sich die edlen Damen über die Natürlichkeit - also den mangelnden Anmut - eines Bauernmädchens köstlich amüsieren würden. „Der Herr ist zu freundlich.“ „Vater!“, war Miri ein, jedoch weit weniger enthusiastisch als zuvor und mit geröteten Wangen. „Es wäre mir daher eine Ehre Eure Miri mit mir zu nehmen und zu gegebener Zeit unter den Augen des Erbauers als mein angetrautes Eheweib begrüßen zu dürfen“, log Mordred weiter und der Wirt strahlte noch breiter. Er würde seine Tochter in das Haus eines Adligen einheiraten und somit in die Ränge all jener steigen, die ihm sonst nur gönnerhaft einen Taler zu schnippten. Wer hätte gedacht, dass er mit seiner etwas dämlichen Tochter einmal solch ein Glück haben würde? „Doch leider“, zerstörte Mordred die Hoffnung: „… befinde ich mich auf einem sehr heiklen aber überaus wichtigen Auftrag meines Königs.“ „König Cailan ist aber tot, der Erbauer sei ihm gnädig“, verteidigte der Wirt seine Interessen. „Mein König ist…“, Mordred nannte den ersten Namen der ihm einfiel: „König Markus von Nevarra! Ich bin ein Abgesandter seiner Majestät und rufe momentan die Landsmänner meines Herrn zu den Bannern, um an der Seite Königin Anoras gegen die Brut zu Felde zu ziehen.“ Der Wirt war angesichts solcher wichtigen, hoheitlichen Aufgaben sichtlich beeindruckt. Dass Mordreds Akzept eindeutig nicht aus Nevarra stammte, wurde aufgrund mangelnder Bildung des Riesen nicht zum Problem. „Verzeiht mir, aber das Schlachtfeld wäre kein Ort für eine Lady wie Eure Miri.“ „Verstehe…“, murmelte der Wirt und verstand gar nichts.

    Mordred war froh, als sich die Gruppe wieder auf der Straße befand und das Gasthaus zu einem kleinen Fleck am Ende eben jener befand. Er saß im Sattel um das Lügengebilde des adligen Abgesandten nicht noch kippen zu lassen. Der Wirt würde ihnen wohl bis Highever, ja gar bis nach Orzammar nachlaufen und ihn beschwören, dass er nie wieder solch ein Glück hätte wie mit seine Miri, sollte er mitbekommen, dass Mordred offenbar ein lausiger Botschafter war. Doch nun da es immer mehr entschwand, besserte sich seine Laune merklich. Der Tag hatte wirklich unangenehm für ihn begonnen, doch hoffte er, dass dem nicht so bleiben würde. Nachdem das Wohnhaus selbst nun schließlich verschwunden war, lächelte der Antivaner wieder, griff in das Futteral seines Sattels und förderte seine Harfe hervor. Sein Pferd störte sich nicht daran, dass er den Zügel losließ sondern trottete stumm mit den mittlerweile bekannten Mitpferden einher. Es störte sich auch nicht an den ebenfalls schon bekannten Klängen der Harfe, die Mordred nun hören ließ um seiner Laune Mut zu zufächern. Den Blick in den blauen Himmel schweifend und mit einem derart unbeschwerten Lächeln auf den Lippen sang er ein Lied über eine geschäftige Lärche, dass er irgendwo mal ausgeschnappt und im Gedächtnis behalten hatte. Larissa sah ihn an und schüttelte den Kopf über so viel Leichtsinnigkeit. Sie bewunderte ihn für deine beispiellose Art zu leben. Allerdings hatte eben diese Lebensweise ihn in die bedauernswerte Lage eines verachteten Shems gebracht und obwohl sich Larissa sträubte ihn anzusehen ärgerte sie sich über den Antivaner, wie er munter sein Liedchen trällerte. Nach einer Weile verstimmte der Antivaner jedoch und Larissa begann seinen Blick zu spüren, der eindringlich zwischen ihre Schulterblätter bohrte. Mit leisem Rascheln wandte sie schließlich den Kopf zu dem Literaten und fand ihn abgestiegen vor, seine grünen Augen wie erwartet die ihren suchend. Er fand sie, lächelte sie freundlich an und ließ ihr rasches Abwenden nicht als Weigerung durchgehen. Schließlich schloss er auf. Er roch nach Leder, Reiter und Zuversicht. Schließlich ging er neben ihr, schweigend und immer wieder Blicke werfend. „Möchtet Ihr reden?“, fragte er nach einer ganzen Weile des Schweigens. „Worüber?“, gab Larissa mit gewetzter Zunge zurück. „Gestern Abend“, antwortete Mordred ungerührt und die Sanftheit seines Tonfalls trieb der Elfe wärmende Röte in die Wangen. „Ich… ich glaube nicht, dass es da noch etwas zu reden gibt“, stotterte Larissa und senkte den Blick auf das schäbige Pflaster der Straße. Der hiesige Bann hatte seine Wege und Pfade wirklich vernachlässigt und das Gold sicherlich lieber in Soldaten oder Wein, feine Kleider und exquisites Essen investiert. „Ihr seid ja so überstürzt geflohen, bevor ich enden konnte.“ „Enden konnte?“, fuhr sie ihn an. „Wie konnte es auch anders enden? Ihr habt das arme Ding durchgepflügt wie es Menschenmänner nun einmal mit wertlosen Elfenfrauen tun!“ Mordred schaute sie bestürzt ob dieser gewaltsam vorgebrachten Anschuldigungen an. Die Gruppenmitglieder, die den aufkommenden Sturm zu bemerken schienen, schauten diskret beiseite und Artur ließ sein Pferd sogar etwas zurückfallen. Larissa war zwar klein, doch konnte sie eine ungeahnte Garstigkeit an den Tag legen. Zudem kämpfte sie gern, wenn in diesem Fall auch nur verbal. „Ja, ich habe sie…“, Mordred räusperte sich. „Ich habe mit ihr Liebe gemacht.“ Larissa schnaubte abwertend angesichts der blumigen Umschreibung. In ihren Gedanken stemmte sich der Antivaner von einer blonden Schönheit mit Spitzohren hoch und dieser Gedanke ließ eine schleichende Eifersucht in ihrem Herzen bluten. Larissa wandte sich ab, da fasste Mordred sie am Handgelenk. Wütend riss sie sich los und funkelte den Antivaner an. „Larissa, bitte. Ich will das klären.“ Mit einer heftigen Bewegung warf die Elfe stolz den Kopf zurück, dass ihre offenen Haare ihr über die Schulter fielen. Zusätzlich strich sie sich die Haare aus dem Gesicht und hinter das linke Ohr, sodass Mordred freie Sicht auf die lange Spitze hatte. „Dann erklärt Euch rasch.“ Und das tat er. Er sprach von der eigenen Schwäche und dem Schuldbewusstsein, von seinem Entschluss ihr zu helfen und dem daraus resultierenden Unterfangen. Er erklärte ihr die erreichte Verbesserung des Lebens der ehemaligen Sklavin und ihr Glücklichsein in der Anstellung. Am Ende seines Vortrags war Larissa sichtlich besänftigter. „Ich will nicht, dass das zwischen uns steht“, sagt Mordred. Die Dalish nickte. „Ich auch nicht, Mordred.“ Obwohl sie die Geschichte erst einmal auf logische Schwachstellen untersuchen und danach verdauen wollte, rang sie sich zu einem aufmunternden Lächeln durch, was Mordred dazu veranlasste die Zähne blitzten zu lassen. „Es freut mich, dass das geklärt ist. Dann können wir bei Gelegenheit ja das Schwertkampftraining fortsetzen, ohne dass ich Angst haben muss, Ihr würdet den Versuch unternehmen mich zu töten.“ Er zwinkerte schelmisch und Larissa nickte abermals. Schon trieb Mordred sein Pferd etwas beiseite, als die Elfe noch etwas fragte: „Hatte sie blonde Haare?“ Mordred schaute sie verwirrt an. „Wie bitte?“ „Ihre Haarfarbe! War sie blond?“ Mordred schüttelte noch immer überfordert den Kopf. „Nein, sie waren schwarz.“ „Ahh…“ Darauf sagte Larissa nichts mehr und ließ den Antivaner wieder in den Sattel steigen.



    ***


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    [Bild: Rafael_2.jpg]Unwirsch schlug Rafael den Finger weg, den ihm der Hauptmann auf die Brust gesetzt hatte. ,,Ihr solltet wissen, was Ihr an mir habt, Hauptmann, also hört auf mich zu trietzen bevor Aldar damit angefangen hat!“ Seine Stimme war nicht lauter als Kilians, aber auch nicht weniger scharf. ,,Ich werde so kurz vor dem Ziel bestimmt nicht anfangen Faxen zu machen, also tut Ihr es bitte auch nicht.“ Mit einer scharfen Wende, die in der inzwischen fast undurchdringlichen Dunkelheit etwas an Dramatik verloren haben mochte ließ der Magier seinen Gefährten stehen und setzte den Weg fort. Er wusste, dass Kilians Nerven blank liegen mussten, seine eigenen taten es ebenso, doch würde er sich diese Predigt nicht zu Ende anhören. Er erwartete in Ser Aldar keinen allzu angenehmen Reisegefährten, weswegen er keine Lust verspürte, sich jetzt schon mit dem anzulegen, der sich als solide erwiesen hatte.
    Sie gingen die restliche Strecke in gewohnter Schweigsamkeit und fanden Ser Finan im Schatten hinter einem niedrigen Steinvorsprung verborgen. ,,Hauptmann? Herr Marlov? Seid Ihr es?“, zischte er aus seinem Versteck hervor, als sie sich näherten. Rafael überlegte nicht, wie sinnvoll es war, sich zwei unbekannten Neuankömmlingen durch Flüstern zu offenbaren und antwortete stattdessen ebenso verstohlen: ,,Ja, wir sind es.“
    Die beiden erklärten dem zurückgebliebenen Pferdewächter in kurzen Worten die Situation, ließen Ser Aldars zweifelhafte Erscheinung jedoch unerwähnt. Kilian hatte entschieden, dass sie mit ihm reiten würden, Finan musste dies nur hinnehmen, nicht nachvollziehen. Die Aussicht mit einem weiteren Ordensbruder in die Schlacht zu ziehen stieß bei dem jungen Templer auf erwartungsgemäß viel Gegenliebe und Rafael fragte sich kurz, wie viel von dieser übrig bleiben würde, wenn Finan seinen gespensterhaften Mitstreiter erst einmal zu Gesicht bekam. Sie nahmen die Pferde am kurzen Zügel und gingen zurück zu dem Felskessel, in dem Ser Aldar sein Lager aufgeschlagen hatte. Der Schwarzgewandete hatte angefangen sein Nachtlager vorzubereiten, hatte Schwert und Helm aber nach wie vor in Griffweite. Es war gewiss noch vor Mitternacht, doch würde ein Ritt durch die unwegsamen Felsen bei Nacht mehr Risiken bergen als es sinnvoll war einzugehen. Wenn Aldar Recht hatte ahnte S noch nichts von ihrem Kommen. Wenn.
    Ser Aldars Abneigung Magiern gegenüber war deutlich spürbar, doch hoffte er, dass sein Hass auf S groß genug war, um ihn auf Linie zu halten. Sticheleien konnte er ebenso gut ertragen wie verteilen, doch konnte Rafael nicht sagen, ob er guten Gewissens neben jemandem kämpfen konnte, der ihm vermutlich nicht weniger den Tod wünschte als ihrem Feind.
    Schweigend befreiten sie die Pferde von ihrer Last und ließen dabei das Feuer herunterbrennen. Erst als alles abgeladen war ging Finan zu ihrem neuen Weggefährten, um sich vorzustellen: ,,Seid gegüßt. Ich bin Ser Finan von Lir Agantor.“ Rafael beobachtete aus dem Augenwinkel wie Ser Aldar die ihm dargebotene Hand nahm. ,,Ser Aldar von Cumberland.“ Weitere Worte der Begrüßung fielen nicht, stattdessen richtete der hochgewachsene Mann seine Worte an alle: ,,Ich nehme die erste Wache und wecke dann Ser Finan.“ Rafael und Finan schauten beide zu Kilian herüber, der eine neugierig, der andere eher perplex. Ser Aldar mochte Leutnant sein, aber gleich die Wacheinteilung festzulegen schien beiden doch ein ziemlich großer Wurf zu sein, wenn ein Hauptmann anwesend war. Vielleicht würde Kilian seinen eigenen Ratschlag beherzigen und sich nicht von Aldar provozieren lassen müssen.


    [Bild: p2OOKiliansmall.jpg]

    Ein Anflug kalter Wut streifte Kilians ruhiges Gemüt, als Leutnant Aldar sich der Dreistigkeit rühmte, indem er frei heraus die Wacheinteilung übernahm. Kilian war müde und verspürte keinerlei Neigung sich mit dem jüngeren schwarzen Reiter zu streiten, doch war ihm durchaus bewusst was bei dieser simplen und doch schwerwiegenden Entscheidung auf dem Spiel stand. Rafaels Geist war so störrisch wie sein Bartwuchs, doch Finan war ein enthusiastischer Verteidiger der Gerechtigkeit, oder sah sich zumindest als solch einer. Und als Soldat folgte Finan Befehle. Ser Aldar schien prüfen zu wollen, wer hier die Befehle gab. Kilian schob diesen Umstand auch auf die Tatsache, dass es der Magier gewesen war, der zuerst das Wort an den damals Fremden gerichtet hatte und somit auf für Aldar tödliche Art und Weise die Autorität des Hauptmanns untergraben hatte. Kilian, der sich gerade seufzend niedergelassen hatte um sich die linke Hand zu betrachten, die kurz nach dem letzten Intermezzo mit Rafael heftig zu pulsieren begonnen hatte, erhob sich schwerfällig und sichtlich genervt. Er spürte die Blicke Rafaels und Finans schwer auf seinen Schultern, während Ser Aldars ihn förmlich zu durchstechen versuchten. Kilian baute sich zu seiner ganzen, auch nicht wenig imposanten, Größe auf und legte die Linke locker auf das Schwertheft, ohne jedoch den Anstand erwecken zu wollen, Ser Aldar erneut mit der blanken Klinge zu bedrohen. Stattdessen sprach er nun laut und mit dem Tonfall gebieterischer Gelassenheit: „Leutnant Aldar, auch wenn Ihr aus Nevarra stammt, so ist Euer Rang noch immer dem meinen untergeordnet. Die Einteilung der Wache fällt also mir zu.“ Er sprach so geduldig, als erkläre er die Regeln des Militärs einem Rekruten. „Da Ihr aber den Wunsch geäußert habt, die erste Wache zu übernehmen, soll er Euch gewährt sein. Mit mir gemeinsam!“ Kilian verfluchte sich selbst, denn er war eigentlich zu erledigt für eine ordentliche Wache. Doch irgendetwas in ihm riet ihm zur Vorsicht und es erschien ihm fahrlässig einem Mann, den man keine Stunde zuvor in der Dunkelheit kennengelernt hatte und der vorgab ein Templer zu sein, vorbehaltlos zu vertrauen. „Ein wesentlicher Teil der Nacht ist schon verstrichen, also sind vier Wachen gar nicht nötig. Folgende Einteilung findest daher statt: Ser Aldar und ich, dann Finan und Ser Aldar, dann Herr Marlov und Ser Finan. Alle zwei Stunden ein Wechsel. Wenn die Sonne bis zur letzten Wache noch nicht aufgegangen ist, übernehmen Herr Marlov und ich die letzte Wache.“ Kilian hatte getan, was getan werden musste und sich als der Mann mit der höchsten Autorität in der Gruppe profiliert. Männer wie Aldar bereiteten dem Orden oftmals nicht weniger Schwierigkeiten als Freigeister wie Rafael, die unter dem Deckmantel der Legalität allerlei Schalk trieben. Ser Finan nickte eifrig. Er war ganz offensichtlich froh darüber, dass die Herrschaftsfrage geklärt war und er wie erwartet einfach nur Befehle befolgen konnte. Rafaels Gedanken blieben die Seinen und Ser Aldar schien seinen Platz stillschweigend zu akzeptieren. Er wäre kein Leutnant geworden, wenn er sich in der Hierarchie einer Armee nicht unterordnen konnte und so erwartete Kilian keine Schwierigkeiten. Nur ein einziger Gedanke beschäftigte den Hauptmann. In dem Moment, da er die Hand auf das Schwerheft gebettet hatte, hätte er schwören können wie Ser Aldars dunkle Augen eine Sekunde lang zu dem Breitschwert gehuscht waren. Es konnte natürlich genau so gut Einbildung gewesen sein und so dachte Kilian ihm keine höhere Bedeutung zu.

    Zwei Stunden später schlief Ser Finan den Schlaf der Gerechten während Rafael neben ihm schnarchend auf dem Rücken lag. Die Schatten des runtergebrannten Lagerfeuers tanzten auf seinem hageren Gesicht und verliehen ihm einen wachen Ausdruck. Der kehlige Klang seines Schnarchens überzeugte die wachenden Templer hingegen von der Wahrhaftigkeit des Schlafes. Kilian, der sie Arme um die Knie geschlungen und den Mantel so wärmend wie möglich um sich gelegt hatte überlegte, ob es klug wäre den Templer in Abwesenheit der Anderen nach dem geheimnisvollen S auszufragen. Wer war er? Oder war es eine Frau, oder gar eine Gruppe? Allerdings würde der Hauptmann die ganzen Informationen dann vermutlich Rafael und Finan erklären müssen, denn Ser Aldar machte nicht den Eindruck die Geduld zu besitzen, bereits Gesagtes zu wiederholen. Insgeheim war der starkhavener Templer schon froh, dass der Leutnant es nicht hatte auf einen Revierkampf hinauslaufen lassen. Die Androhung von Disziplinarstrafen wäre in einem so kargen und entfremdeten Landstrich wie den Küstenlanden eine Farce und so hätte Kilian den Streit vermutlich mit Gewalt lösen müssen. Unter dem Mantel betastete er die linke Hand und fragte sich, ob er diesen Kampf dann wohl überhaupt hätte gewinnen können. Die beiden Finger ließen sich noch immer nicht bewegen, zudem spürte er sie nicht einmal, wenn er sie berührte. Ein Fausthieb wäre mit dieser Hand sicherlich also eine schlechte Idee. „Solange ich den Schild heben kann“, dachte er leicht frustriert. „Was ist Euer Plan?“ Die kalte Stimme des Templerleutnants durchschnitt die Stille wie ein Schwert. Kilian antwortete nicht sofort. Neben ihm raschelte Ser Aldars Umhang und dämpfte das Klirren der schmiedeeisernen Rüstung, als sich der Templer bewegte und ihn nun in kühler Erwartung anschaute. „Wir wissen, wo das Phylakterion von Herrn Marlov ist und dort wird auch dieser S sein. Er wird nicht mit uns rechnen, daher haben wir den Überraschungseffekt auf unserer Seite. Ich nehme an, dass dies nicht Eure erste Jagd auf einen Abtrünnigen ist?!“ Ser Aldar verneinte mit einem knappen Kopfschütteln. „Meine auch nicht. Bei Ser Finan bin ich mir nicht so sicher, aber wir werden ihn dann leiten.“ „Und Euer Plan?“, beharrte der Dunkle. Kilian lächelte schmallippig. „Selbst der beste Plan übersteht die Begegnung mit dem Feind nicht. Wir wissen nicht, wie viele Kämpfer er hat, wie viele ihm sklavisch unterworfene Magier und wie mächtig S an sich ist. Ebenso wenig kann ich Euch etwas über das Schlachtfeld erzählen. Ich bin mir bewusst, dass unsere Chancen schlecht stehen, doch es ist unsere Pflicht – meine wie Eure – diesem Treiben ein Ende zu setzen.“ Kilian hatte nicht den Eindruck als müsse er Ser Aldar zusätzlich motivieren, noch Mut zuzureden und dennoch hielt er es für wichtig den Templer an seine Aufgabe, an die Aufgabe jedes Templers, zu erinnern. „Wir müssen bereit sein, wenn wir ihm entgegentreten und besiegen wollen. Morgen werdet Ihr uns all die Informationen zuteilwerden lassen, die Ihr auf der bisherigen Jagd sammeln konntet. Es ist nützlich, seinen Feind zu kennen und eben da hat S uns gegenüber einen enormen Vorteil.“ Ein Holzscheit knackte im Feuer, sackte in sich zusammen und zog ein paar Weitere mit sich in die Flammenhölle. Kilian starrte die emporsteigenden Funken an, die rasch in der Nachtluft verglühten und fragte sich, ob er sich überhaupt bereit fühlen konnte. Selbst mit einer Armee Templer im Rücken würden ihn vermutlich dasselbe Gefühl quälen. Das Gefühl sehenden Auges dem Tod entgegenzustreben, angetrieben von den schallenden Rufen der Pflicht, wie weiße Olifante die zum Angriff blasen. Der normale Infanterist der in der ersten Linie vor dem Feind stand und den Hall der Hörner vernahm konnte ebenso wenig umkehren, wie der Hauptmann, der im Dunkeln mit einer Figur am Feuer saß, die Tod und Verderben im Namen der Rechtschaffenheit zu atmen schien.
    Shepard Commander is offline Last edited by Shepard Commander; 19.05.2016 at 19:56. Reason: Larissa vergessen...
  6. #86
    Halbgöttin Fawks's Avatar
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    [Bild: Aril_Ava.png]Glandis packte wortlos mit an, als Aril das Reh von Boden hievte. Sie hatte noch ein paar Pfeile wiederaufgesammelt, die sie noch erreichen konnte und Aril konnte innerlich nur zustimmen. Sie würden - bei ihrem Glück - jeden Pfeil brauchen. Sie banden die Läufe des Rehes zusammen und spannten es zwischen einen Ast, wuchteten sie es mit einem »Zugleich« „Zugleich“ auf ihre Schultern. Die Adlige hatte keine Puste um sich auf dem Weg noch nach Wölfen umzusehen, doch sie hatte den Eindruck, dass Glandis das erledigte.

    Die Pferde erwarteten die beiden Frauen schon. Sie drehten die Ohren in Richtung der Geräusche. Doch für den Moment mussten die beiden warten.
    »Kletterst du auf den Baum?« Flink kletterte Aril hinauf. Gemeinsam stemmten und schoben die beiden das Reh nach oben. Es dauerte seine Weile und beide merkten hinterher, wie schwer es doch gewesen war.
    »Haben wir doch toll hinbekommen. Wollen wir nach den Pferden sehen und uns etwas säubern und dann los?«

    "Ja, machen wir das."


    Im kühlen Nass wuschen sich die beiden gut ab, zwar nur oberflächlich, aber es erfrischte und säuberte.
    Aril fand das Wasser schon fast zu kalt. Sie unterdrückte ein Bibbern.

    Danach fand Aril es angenehm, dicht bei ihrem Hengst zu stehen und seine Wärme zu spüren. Dem Pferd ging es augenscheinlich gut und sie konnte keine Zeichen von Unruhe an ihm ausmachen.
    Aril fragte Glandis nach ihrer Meinung.

    Noch bevor Elfe antworten konnte, hatte die ADlige in guter Aril-Manier schon hinterhergeschoben: "Wir gehen besser zu Fuß zum Lager, oder? Was nehmen wir mit?"
    Fawks is offline
  7. #87
    Deus VRanger's Avatar
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    Glandis | Am Flussbaum • Dies und das

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Glandis dachte beim Anblick des Lagers, ihres Lagers, an den Abschied. Leider mussten sie hier weg. Nicht, weil es zur Brudersuche nach Ostagar gehen sollte. Das war nicht der Grund. Das Auftauchen des Wolfsrudels war für sie ein Anzeichen. Sie konnten nicht in der freien Natur verbleiben. Sie waren nicht geschützt. Und sie dachte an das Essen, wo ihnen die Frage nach dem Wasser in den Sinn gekommen war. Sie hatten fast keine Behältnisse für das Wasser. Ihre Eigenen ja, aber eben nicht gedacht für eine lange Reise und nicht gedacht für Pferde. Sie wollte eher auf Sicherheit gehen. Und so mussten sie, so schwer wie es ihr auf vorkam, zurück in dieses Flüchtlingslager.

    Ihre Frage: »Wollen wir nach den Pferden sehen und uns etwas säubern und dann los?« hatte Aril bejaht. Sie waren kurz am Bach gewesen. Das Wasser war wie immer erfrischend kalt. Bei dem Schwarzen und der Braunen war alles gut. Doch die Sorge, dass die Wölfe schon im Lager gewesen wären, die kam bei der Dalish nicht mehr aus dem Kopf. Sie versuchte an etwas anderes zu denken, doch es funktionierte nicht. Wer weiß warum. Doch ein Außenstehender konnte bei der Umarmung, die sich Gwess gefallen lies auch etwas anderes denken. Vielleicht, dass sie ganz schön clever sei, sich so an einem wärmenden Tier zu trocknen. Aber dem war nicht so. Es war für Glandis so, als wenn sie ihre Stute seit ewigen Zeiten nicht gesehen hätte. Es war auch ein wenig schlechtes Gewissen dabei. »,mae‘, es ist ja alles gut«, sagte sie zu ihrer Beruhigung in die aufgerichteten Ohren des Pferdes. Dieses schnaubte, als wenn es sie verstehen würde. Auch ein Blick auf die verheilende Wunde zeigte der jungen Frau, dass der Ring vermutlich seine Wirkung hatte. Es konnte aber auch ein verklärter Blick sein, der aus Freude alles etwas verschönerte. Wer sollte das schon wissen.

    „Wir gehen besser zu Fuß zum Lager, oder? Was nehmen wir mit?“ »Gute Frage«, antwortete Glandis und löste sich von ihrem Pferd. Sie zog die Sachen über, legte die Rüstung ihres Vaters an, während sie antwortete. »Ich werde Gwess mitnehmen. Möchte sie nicht allein lassen. Aber ich gehe neben ihr. Der „Spaziergang“ wird ihr gut tun und mir zeigen, wie weit sie ist.« Dann fuhr sie sich durch die Haare, die nicht ganz trocken waren. Die Finger hinterließen Furchen in dem rosenblonden Haar. Dabei murmelte sie: »Was mitnehmen?«»Ja, was?«

    Es dauerte schon ein wenig und dann sagte sie mit einem Lächeln im Gesicht: »Zwei Dinge, Wasser und Tücher für den Mund.« Sie schaute zur Aril. Denn vielleicht war der ja selbst auch noch etwas eingefallen. Und sie war insgeheim sehr froh über sich, dass sie diesen bösen Gedanken zu den Wölfen und Gwess nicht laut ausgesprochen hatte.
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  8. #88
    #17  Forenperser's Avatar
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    Quote Originally Posted by Khardim View Post
    [Bild: Dethmold_Avatar.jpg]Darius war schon viel zu lange Spion gewesen, um das Gespräch an der Tür nicht mitzuhören, während er seine Tasche packte. Der Wolf hatte überlebt, also konnten sie ihre Reise fortsetzen. Vielleicht würde Talorr sogar wieder andere Gedanken als das Wohl seines pelzigen Gefährten zulassen. Als er reisefertig war, ging er zu dem Söldner herüber, der lächelnd über die für ihn so frohe Botschaft sinnierte. ,,Ich werde einige Erkundigungen einholen, bevor wir aufbrechen. Wir werden vermutlich nicht die einzigen sein, die auf der Suche nach einem Schiff nach Gwaren kommen.“ Ohne weitere Erklärung verließ der Ben-Hassrath das Zimmer und ließ seinen Gefährten zurück. Er wusste, dass er sich schon bald auf den Weg zu dem Heiler machen würde und währenddessen konnte er das wesentliche im Blick behalten und sich um die letzte Etappe ihrer Reise kümmern.
    Der Schankraum war schlecht gelüftet und noch vom Vorabend dreckig, was den Wirt jedoch nicht davon abhielt inmitten des Unrates seine Einkünfte zu zählen. Darius konnte nicht sagen, ob er früh aufgestanden war, um das Klimpern von Münzen zu hören oder gar nicht geschlafen hatte, um ja keine Gelegenheit zu verpassen, seinen Gästen mehr davon aus der Tasche zu ziehen. Für ihn war der Mann keinen Deut besser als das Loch, das er Taverne nannte und nur so lange von Interesse, wie er nützlich sein konnte. Wie er sich danach sehnte dieses Land hinter sich zu lassen. ,,Wie weit ist es noch bis Gwaren?“, fragte er unvermittelt als er an den Tresen trat. Der Wirt schaute auf und erkannte nach kurzem Überlegen den alten Mann, der ihm gestern so viel Geld auf den Tresen gelegt hatte. Aus seinem fauligen Mund antwortete er: ,,Nicht mal eine halbe Tagesreise, dieses Dorf gehört eigentlich schon zu Gwaren. Ich beziehe zumindest die meisten meiner Waren von do…“ ,,Wollen viele Leute dorthin?“, unterbrach Darius ihn unwirsch. Er hatte wahrlich keine Geduld für das Geschwafel des Mannes. ,,Klar, seit Ostagar sehen viele zu, dass sie Land gewinnen. Schiffen sich in die Freien Marschen ein oder nach Nevarra. Es verlassen aber auch viele Leute die Stadt, weil sie Angst haben, dass die Brut hier als nächstes zuschlägt. Ein großes Kommen und Gehen.“ Darius verzog das Gesicht und unterdrückte nur mit Mühe den Impuls, sich zu Kratzen. Allein das ungewaschene Erscheinen seines Gesprächspartners gab ihm das Gefühl ein Bad zu brauchen. ,,Legen auch Schiffe nach Seheron oder Par Vollen ab?“ Der Wirt schaute skeptisch, bevor er in ein nervöses Lachen ausbrach, das mehr seine Unsicherheit kaschieren als unterhalten sollte. ,,Zu den Ochsenmenschen? Was wollt Ihr denn da? Vom Regen in die Traufe würde ich da sagen. Keine Ahnung ob das jemand hinsegelt, aber gewiss niemand, der noch bei Verstand ist!“ Anstatt den Mann darauf hinzuweisen, dass er einen dieser Ochsenmenschen als Gast beherbergte wandte sich Darius einfach ab und verließ die Taverne. Weder konnte er die Idiotie dieses Mannes länger ertragen als noch weitere Informationen von ihm bekommen. Er musste sich weiter umhören.

    "Bis später."
    Talorr wartete noch einige Zeit und stand dann schließlich auch auf. Er ging hinunter und ließ sich von dem Wirt beschreiben wo der Quacksalber wohnte der Slim versorgt hatte. Dann machte er sich auf und fand die beschriebene Hütte auch schnell. Slim wollte schon beinahe von seiner Ruhestätte aufspringen als er seinen Freund eintreten sah und wurde dadurch nur durch die Fixierungen gehindert. "Eurem Wolf geht es gut." brummte der Mediziner, sichtlich schlecht gelaunt. "Zu gut wenn ihr mich fragt. Musste ihm einen Maulkorb umlegen, der Drecksack hat mich mehrfach versucht zu beißen." Unwillkürlich musste der Kossith auflachen. Ja, das klang nach ihm. "Ihr solltet ihn dennoch für einige Zeit nicht allzu sehr verausgaben. Und gebt ihm weiterhin dieses Heilkraut. Ich sollte euch wohl warnen dass er es ganz und gar nicht mag." "Nun gut. Vielen Dank noch einmal. Gehabt euch wohl." Noch etwas lahm auf den Beinen stakste der Wolf ihm hinterher. Nun hieß es Darius zu finden. Sie waren schon so nahe dran, er wollte die Reise keinen Tag länger als nötig in die Länge ziehen.
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  9. #89
    Waldläufer Sonmoon's Avatar
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    Quote Originally Posted by Khardim View Post


    [Bild: Maeyaalinh_avatar.jpg],,Entzweit gehen wir zugrunde..“, flüsterte Maeya’alinh traurig, als sie zwischen ihren beiden Gefährtinnen hin und her schaute. Sie kannte beide nur kurz, vor allem für ihre Begriffe, doch schmerzte sie der Zwist, der zwischen den beiden Frauen schwelte. Aus tiefem Herzen wünschte sie sich Walla herbei, die die beiden Streithennen mit dem Nudelholz zur Vernunft gebracht und am Ende beide verarztet hätte, aber die Zwergin ging nun anderen Zeitvertreiben nach.
    "Seht nach. Wenn er nicht mehr da sein sollte liefern wir ihn aus. Falls doch....werden wir Hilfe besorgen und nicht Richter und Henker in einer Person spielen." Elisas Aufforderung sprach von ebenso viel Rechtschaffenheit wie Naivität, denn könnte man mit einem Blick erkennen, ob jemand einen Dämon beherbergte wären zahllose Gräuel, die diese jenseitigen Wesen über Äonen hinweg angerichtet hatten vermutlich nie geschehen. Anstatt der Bogenschützin zu antworten sah die Elfe auf den Greis, den Streitapfel der beiden Frauen herab. Nach wie vor stand er neben sich, nahm seine Umwelt nicht wahr und schien keineswegs zu begreifen, was im Begriff war zu geschehen. Nur sein Schweigen ließ erahnen, dass er eine Veränderung bemerkt haben konnte, doch ließ es ihn fast noch wehrloser wirken als zuvor. ,,Seht ihn Euch an.“, sagte sie an keine ihrer Gefährtinnen gewandt und kniete sich neben den alten Mann. Die Leere seines Blickes erinnerte sie an einen Blinden und als sie ihm die Hand auf die Schulter legte zuckte er kurz zusammen bevor er sich wieder zusammenkauerte und den Kopf ziellos hin und her wandte. Kaum hörbar holte sie Luft, bevor sie erklärte, was sie schon seit ihrem Aufbruch wusste, wofür sie keinen weiteren Blick in den Geist des Mannes werfen musste, der ihr keinen Widerstand mehr leisten könnte: ,,Ich spüre nichts von dem Dämon in ihm, doch selbst wenn es keine Täuschung und er wirklich ins Nichts zurückgekehrt ist, kann er möglicherweise zurückkehren. Vielleicht nicht sofort, vielleicht auch nie, aber dieser Mann wird stets in Gefahr und dadurch stets eine Gefahr sein.“ Sie klopfte dem Alten sanft auf die Schulter und erhob sich.

    Schweigen lag über der Weide, auf der sie standen, um Gericht zu halten. Der Wind säuselte leise im satten Gras und ließ in der Ferne die Blätter des Waldes rauschen. Die Blicke von Gisele und Elisa trafen sich, hielten einander aus und maßen den jeweils anderen. Maeya’alinhs Antwort war die Wahrheit gewesen, doch kein Schiedsspruch in dem Fall. Die Elfe selbst hielt es für das Beste, den Greis den Templern zu übergeben, auch wenn sie keine Ahnung hatte, wo der nächste zu finden war. Wenn sie in den Gefilden der Menschen unterwegs war mied sie die selbsternannten Glaubenshüter wohlweislich und ging ungesehen ihrer Wege. Langsam schaute sie zu Gisele herüber. Sie wusste um ihre Verbindung zum Orden und konnte sich vorstellen, dass sie mit dieser Lösung einverstanden sein könnte, sofern man sie nicht zwingen würde, einen Gefangenen, der jederzeit Opfer eines Dämons werden konnte, durch ganz Ferelden zu eskortieren. Ob die Templer jedoch ein gnädigeres Urteil über den Alten fällen würden, als Gisele es im Begriff war zu tun, konnte niemand vorhersagen, am allerwenigsten die Elfe, die sich nie die Mühe gemacht hatte, die Motive der Kirche zu verstehen, der es so leicht fiel, Begabte hinter Schloss und Riegel verschwinden zu lassen. Als sie den Kopf wandte, um zu sehen, was in Elisa vorging, wurde ihr Blick von einer kleinen Gestalt eingefangen, die nicht allzu weit hinter einer Hügelkuppe aufgetaucht war und auf sie zukam. Da der schwarze Fleck vor grünen Grund aus der Richtung des Dorfes kam und zielstrebig auf sie zusteuerte, ahnte die Elfe bereits, wer da kam und hatte Zweifel, dass sein Eintreffen eine Entscheidung leichter oder besser machen würde. ,,Seht.“, sagte sie und deutete in die Richtung der Gestalt. ,,Ruppert kommt.“


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    Quote Originally Posted by Shepard Commander;24875016
    [URL="http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/1462323-7-Von-Wahrheiten-und-anderen-Lügen/page3?p=24870341&viewfull=1#post24870341"
    Maeya´alinh[/URL]

    Elisa

    [Bild: Mini3.jpg]

    Gisele war schon lange im Kriegsgeschäft und so fiel ihr der Handgriff der Bogenschützin sofort auf, der bemüht unauffällig gen Streitkolben wanderte und dort mit drohendem Unterton verweilte. Die Anspannung zwischen den beiden Frauen war deutlich wie die Präsenz des Geheimnisse atmenden Waldes, ja ein förmliches Knistern lag in der Luft. Giseles Linke rutschte auf das Schwertheft und umfasste es unter dem Knarren von Leder auf Leder. „Bien“, sagte Elisa und ließ die Prüfung Maeya´alinhs vorgehen, wenngleich sie betonte den Mann selbst bei eventueller Besessenheit nicht töten zu wollen. Was für eine ausgemachte Närrin sie doch war! Sie mochte zwar das Herz am rechten Fleck haben, war jedoch mit Dummheit geschlagen. Eine gefährliche Kombination. Die Elfenmagierin gab ihr Bestes um die Lage etwas zu beruhigen und erklärte, dass der Dämon nicht mehr von dem Mann Besitz ergriff, verwies allerdings auch auf die Gefahr, dass das nur kurzzeitig so bleiben könnte. Dämonen blieben launische Wesen und Zeit hatte für sie keine Bedeutung. „Vorerst“ konnte bei ihnen als die Länge eines Menschenlebens oder auch nur einen Atemzug interpretiert werden. Das zumindest war, was Gisele über die Existenz der Anderen wusste, die hinter dem Schleier lebten. Ein Strahl goldenen Lichts schien Gisele auf die schwarzen Haare. Sie spürte die Wärme, vernahm das Rascheln der Blätter und bemerkte den Windhauch, der ihr den Nacken kühlte. Der Moment wäre vermutlich schön gewesen, wenn Gisele allein oder zumindest nur mit Maeya´alinh zusammen gewesen wäre. So aber starrte sie böse in die aufragenden Augen Elisas und diese blinzelten ebenso böse zurück. Kein Dämon im Moment, ein Dämon jederzeit. Gisele wollte gerade zu ihrem Verdikt ansetzten, als die Elfe mit einem Seufzer der Erleichterung das Erscheinen einer weiteren Person ankündigte. Noch bevor Gisele einen Blick über die Schulter warf wusste sie, wer es war, denn Maeya´alinh nannte ihn beim Namen. Ruppert. Der Auftraggeber kam also zum Waldrand um zu sehen, wie seine Monsterjägerin gearbeitet hatte. Mit dem knochenbleichen Kerl hatte sie ohnehin noch ein Hühnchen zu rupfen, da konnte sie es auch gleich hier tun. Am besten wäre es die beiden Brüder an Ort und Stelle zu erschlagen und dem gnädigen Vergessen zu überantworten. Doch selbst Gisele scheute vor solch heimtückischen Mord, wenngleich der Gedanke verlockend blieb. So leicht wollte es Gisele der Bogenschützin wiederum nicht machen. „Es war ein Fe´ler sie mitzune´men“, zischte sie Maeya´alinh zu, ohne jedoch die Augen von Elisa zu nehmen. „Ein dummés Mädschen, dass in der Welt nischt zu überleben weiß!“ Dass Elisa fünf Jahre älter war als Gisele war der Kriegerin natürlich nicht bewusst. „Es war ein Fe´ler!“ Gisele zog ihr Schwert bis fast zur Hälfte aus der Scheide und fachte Elisa an: „Und wenn I´r noch einmal Eure Waffé gegen misch zu er´eben gedenkt, schlage isch Eusch die verbliebene ´and ab!“ Nach ausgesprochener Drohung ließ sie die Klinge wieder verschwinden, ihr Blick blieb jedoch schneidend. Schließlich hatte Ruppert den ungleichen Haufen erreicht. Er atmete flach, denn die langen Schritte seiner dünnen Beine kosteten ihn offensichtlich viel Kraft. Über das ausgemergelte Gesicht rann der Schweiß. „Rüppert!“, begrüßte Gisele den Mann mit gespielter Begeisterung. „Wie schön Eusch zu se´en! ´ier ´aben wir Euer Monstér!“ Ohne auf Elisa zu achten packte Gisele den alten Mann unwirsch und zerrte ihn vor seinen hässlichen Bruder. Die Orlaisianerin durchbohrte ihn mit Blicken und sprach langsam aber mit eisernem Unterton: „Isch denke I´r ´abt etwas zu erklären.
    Die Erklärung Rupperts bestand aus einem sehr großen Teil nicht souveränen Gestammels und irgendwelchen halbseidenen Rechtfertigungen. Wer in dem Wald lebe müsse ein Monster sein, oder so. Dass sein Bruder einen Pakt mit einem Dämon eingegangen war, schien er zudem gar nicht zu wissen. Er hatte lediglich darauf gehofft in Gisele einen dieser billigen Mietmörder zu finden, denen es egal war wen man umbrachte, solange der Taler rollte. Diese Tatsache machte die Kriegerin fast ebenso wütend wie die dreiste, unterwürdig gestellte, Frage nach dem Familienring den „das Monster“ ja angeblich geraubt hatte. Gisele zuckte mit den Achseln. „Verbrannt“, antwortete sie und schilderte in aller Kürze und ohne den Einfluss von Elfenmagie dabei zu nennen die Lösung des Problems. Rupperts langgezogenes „Neeeeiiin!“ war eine gewisse Genugtuung, schwenkte aber schnell in echten Ärger um, als der Kerl es wagte die versprochene Belohnung nicht zahlen zu wollen. Heute war der falsche Tag um Gisele um die ausgemachte Bezahlung prellen zu wollen, doch so hatte sie wenigstens jemanden, gegen den sie den aufgestauten Zorn richten konnte. Mit fürchterlichem Krachen verpasste sie Ruppert eine Backpfeife mit der gepanzerten Rückhand, die ihn sich glatt auf den Hosenboden setzen ließ. „Versucht nischt, misch zu betrügen!“ Sie beugte sich zu ihm hinunter: „Wisst I´r, was wir in Orlais mit Betrügern machen, die Chevalier über´s O´r ´auen wollén?“ Die Antwort bestand aus einer Geste bei der Gisele sich mit dem Daumen über den weißen Hals fuhr. Die Kriegerin hatte genug von diesem Ort, diesem Auftrag und dieser Gesellschaft, also bellte sie über die Schulter: „Komm, Maeya! Wir ge´en und ´olen unsere Sachén! Und I´r Rüppert, sorgt liebér dafür, dass isch meine Beza´lung er´alte!“ Sie wandte sich ab und stapfte über die Wiese davon, die schweren Stiefel in die Erde grabend. „Aber, was wird denn jetzt aus meinem Bruder?“, fragte Ruppert und sah voller Abscheu und Zweifel auf den wirren Alten. Gisele ignorierte den Einwand. Sollte er doch in diesem nach Fisch stinkenden Dorf verrotten; er, Ruppert, Elisa und alle anderen mit ihnen!

    [Bild: onearmedava.jpg]
    "Das versucht nur mal." zischte Elisa zurück und zeigte keinerlei Anzeichen von Einschüchterung. Hatte sie vielleicht eine Ahnung! Sie hatte schon einiges hinter sich. "Und falls ihr eine von denen seid die meinen nur Zyniker hätten im Leben eine Chance tut ihr mir sehr Leid." Ideale waren nichts dummes oder naives. Wenn man keine Ideale besaß konnte man auch direkt ein dahergelaufener Straßendieb sein. Die Unterhaltung wurde jedoch von Ruppert unterbrochen. Normalerweise wäre sie bei der darauf folgenden Konversation eingeschritten, doch dieser Mann war offensichtlich ein Schleimbeutel und Betrüger, ein wenig Angst würde ihn nicht umbringen. Dennoch musste Elisa halblaut auflachen als sie das Wort Chevalier vernahm. Wieder einmal wurde ihr die Heuchelei des Rittertums bewusst. Dabei musste sie unwillkürlich an ihren Bruder denken, den sie jetzt schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatte. Als Gisele schon einige Schritte gegangen war ging Elisa zu dem Mann rüber und hob ihm am Kragen wieder auf die Füße. "Euer Bruder braucht ganz offensichtlich Hilfe. Ich rate euch eindringlichst mit dem Orden der Templer Kontakt aufzunehmen. Dabei solltet ihr selbstverständlich nicht meine Reisegefährtin hier erwähnen.....oder sonst irgendeine Verwicklung von uns. Der Orden schätzt es nicht wenn man seine Arbeit für ihn tut oder ihn nicht rechtzeitig kontaktiert. Sagt einfach euer Bruder wäre vor kurzem von irgendetwas besessen gewesen und nichts weiter. Der Rest liegt nicht in eurer oder unserer Hand. Und auch wenn ich sie immer weniger leiden mag, so gebe ich meiner Mitstreiterin recht: Wir haben die Arbeit für euch erledigt, also entlohnt uns auch der Absprache entsprechend." Dann setzte auch sie sich ungefähr zeitgleich mit der Elfin in Bewegung und ließ den eingeschüchterten Kerl mit seinem immer noch halluzinierendem Bruder alleine sitzen.
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    Feia


    [Bild: Kopie_von_Qunari_DA.jpg]

    In Mantel und Kapuze gehüllt bahnte sich der Kossith seinen Weg durch die Straßen der Stadt. Er war durchaus ein Blickfang denn die meisten Einwohner waren Menschen und deutlich kleiner als er. Natürlich gab es dann auch so manches Getuschel und Getratsche, besonders auf dem kleinen Marktplatz. Allerlei Waren wurden dort lautstark von den Händlern angepriesen. Nahrungsmittel, Kleidung und Waffen. Aber all das begehrte Katash nicht, er hatte ein anderes Ziel. Seine Augen unter der Kapuze huschten stets umher, auf der Suche nach Orlaisianern in voller Rüstung. Doch war weit und breit nichts zu sehen, lediglich ein paar Gardisten die gelangweilt ihren Dienst schoben und nicht mal Katash wahrgenommen hatten. Werden sie wirklich so schlecht bezahlt? Dieser Gedanke schoss dem Hornriesen kurz durch den Kopf.
    Sein Weg führte Richtung Norden, wo er in eine Gasse abbog die eher schlecht als recht beleuchtet wurde.
    Vom Himmel grollte es laut herab und mittlerweile hatte dann auch der Regen eingesetzt. Katash blieb stehen und ließ seine Gedanken schweifen. Wo war die besagte Taverne? Wen könnte man nach dem Weg fragen?
    Die Stille und das Gedankenspiel wurde von einem Tumult unterbrochen, ein lautes panisches Kreischen durchzog die Gasse, gefolgt von panischen Hilferufen. "Los, komm schon! Diese Nacht gehörst du mir, Hure" eine männliche Stimme ertönte darauf spöttisch. Aber was war das? Ein Akzent? Ein Orlaisianer! Vielleicht wusste er ja wo die Taverne ist, so eilte Katash die Gasse entlang und ihm bot ein abscheuliches Bild: ein fett beleibter Mann war gerade dabei sich an einer Elfe zu vergehen, die nicht mal das Erwachsenenalter erreicht hat...


    [Bild: Feieobenohne_mini.jpg]

    Feia kannte die ganzen Witze über das trübe Wetter in Ferelden und das der Regen eine Art Urzustand war, aber jetzt wo es wie aus Kübeln regnete bekam sie eine Ahnung wieso man diese Witze machte. Das Wasser welches jetzt auf sie niedertropfte und in dicken Tropfen an ihr hinunterlief machte ihr zudem klar das sie Ausrüstungstechnisch ein wenig unterversorgt war, seit ihrer Flucht hatte sie immer noch nicht daran gedacht sich einen Mantel zu besorgen. "Temps de chien.", fluchte sie leise in ihrer Muttersprache und klemmte sich eine nasse Haarsträhne hinter das rechte Ohr. Flink und in der Nähe der Häuserwände bleibend setzte sie ihren Weg durch die Stadt fort. Die Dämmerung war inzwischen angebrochen und auch wenn die Wolken die Sonne verdeckten, so wurde der Himmel allmählich heller. Plötzlich vernahm sie vor sich zwei Stimmen die sich lautstark unterhielten, untermalt von den Geräusch schwerer Stiefel auf dem Pflaster. "Stadtwachen",schoß es Feia durch den Kopf und verschwand prophylaktisch in den Schatten. Nicht gesehen werden war oft von Vorteil, denn auch hier in Ferelden war es Stadtelfen garantiert nicht gestattet Waffen zu tragen. An einer Ecke wartete die Elfe, in die Schatten gehüllt und den Blick auf die Straße gerichtet. Tatsächlich kamen kurz darauf zwei Männer in der Rüstung der Stadtwachen um die Ecke gebogen, beide lautstark unterhaltend und scheinbar ebenfalls über das Wetter am Fluchen. Ihr Blick war gesenkt und nicht sehr aufmerksam, vermutlich waren sie nur bestrebt schnellstmöglichst ihre Streife abzugehen und dann wieder in die warme Wachstube zu kommen. Feia wartete kurz, dann setzte sie ihren Weg fort und schlich dicht an den beiden Wachen vorbei. So unaufmerksam wie die beiden waren hätte sie vermutlich auch ohne Verstohlenheit und Schatten an den beiden vorbeigehen können, aber es war besser kein Risiko einzugehen. Ohne Probleme passierte sie die beiden und sah ihnen noch kurz hinterher wie sie sich starr den Blick nach vorne gerichtet von ihr entfernten. Wenn sie gewollt hätte, so wären die beiden jetzt tot, aber auch wenn sie beim Anblick von Autoritätspersonen manchmal erzürnte, sah sie im Allgemeinen keinen Grund unnötig Streit mit ihnen anzufangen. Die meisten Statdwachen waren auch nur einfache Männer die ihre Familie ernähren wollten und oft ihre Pflicht die Bewohner zu schützen ernst nahmen. Natürlich gab es aber auch in jeder Stadtwache schwarze Schafe und solche die gerne mal ins Gesindeviertel gingen um ihre Macht an ein paar dummen Spitzohren auszukosten. Für diese Sorte hatte die Elfe immer eine Klinge übrig. Feia bog bei den nächsten zwei Gassen nach rechts ab und versuchte sich erneut zu fokussieren. Sie war zornig durfte aber den Grund für ihren Zorn nicht aus den Augen verlieren und der trug keine Wachenrüstung sondern war über zwei Meter, hatte Hörner und war vermutlich schon in der Taverne. In einer engen Gasse blieb sie stehen und dachte kurz nach. Sie kannte sich nicht in der Stadt aus, hatte sie aber von Alana den Weg zu dem Gasthaus erklären lassen. Allerdings war sie am Anfang in die falsche Richtung gelaufen und musste sich jetzt neu orientieren. In der Nähe sollte ein kleiner Marktplatz sein, von dem aus hatte ihr die freundliche Elfe den Weg zur Taverne beschrieben. Tatsächlich war in der Nähe Marktgeschrei zu hören, scheinbar waren die Händler hier sehr ambitioniert und ließen sich auch von schlechten Wetter nicht abschrecken. Mit schnellem Schritt setzte sie ihren Weg fort, sie durfte nicht zu lange trödeln. Nachher hatte dieser stinkende Kossith die Taverne schon wieder verlassen oder war von den Orlaisianern getötet worden. So leicht würde sie ihn nicht davonkommen lassen.

    Nach einer weiteren Rennerei durch mehrere Gassen, erreichte die Elfe schließlich ihr Ziel und beobachtete aus einer kleinen dunklen Gasse heraus die Taverne "Zum zerbrochenen Krug". Licht brannte aus den Fenstern heraus und Stimmengewirr war zu vernehmen, ansonsten war wenig zu sehen keine Kunden die sich in den Gassen erleichterten, oder diese Orlaisianer von denen dieser Katash gesprochen hatte. Nun bei diesem Wetter waren die vermutlich auch lieber drinnen. Die Frage war nur ob der Qunari schon drinnen war, oder nicht. Falls nicht war es besser diesen Kuhmenschen abzufangen bevor er hineinging und sich für die von ihm erwiesene Freundlichkeit zu revanchieren. Aber vermutlich war er schon drinnen, immerhin war er deutlich vor ihr aus dem Bordell verschwunden und sie hatte sich dort noch mit diesen Schlägern herumschlagen müssen. Ihr blieb nichts anderes übrig sie musste wohl nachschauen, dazu hatte sie zwei Möglichkeiten, sich anschleichen und nach einem Fenster oder Hintereingang suchen oder durch die Vordertür stürmen und im Ernstfall ein wenig Chaos zu verbreiten. Nachdenklich schaute sie zu der Taverne herüber, wo sich aber nichts an der Situation änderte. "C'est tres difficile.",grübelte sie, wobei ihre Finger auf einer kleinen Glasphiole mit orange schimmernden Inhalt klopften.

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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post

    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Meallas Geschichte überschnitt sich größtenteils mit der Erwartung der Magierin. „Kampfsklaven“ waren sicherlich eine gute Idee, wenn man die Chance bekam sie auszubilden. Loyal und von Kindesbeinen auf trainiert waren sie ohne Zweifel dem gewöhnlichen Soldaten im Heer eines Banns weit überlegen. Allerdings, so fand Nimue, sollte man für derlei Kriegsdienste lieber gesunde Menschen- oder Elfenmänner nehmen, als Frauen. Allerdings sollten Meallas Fähigkeiten ihr die möglichen Verfolger, mit denen sie anscheinend aber nicht mehr rechnete, vom Leib halten können. Oder auch nicht, je nachdem wie ausgebildet jene Leute waren. Einer einzelnen Elfe jedoch noch nach sieben Jahren nach dem Leben trachten zu wollen schien der Zirkelmagierin hingegen selbst für Tevinters Verhältnisse ein bisschen zu extrem. Als Mealla anbot von ihrer Dienstzeit im Speziellen zu erzählen, strich Nimue die letzten Haare glatt und legte die Bürste beiseite. „Vergesst es! Ich verstehe herzlich wenig von diesem ganzen Militärkrams, daher ist es für mich kaum von Interesse. Ich nehme an, dass Eure Aufgabe das Töten von Feinden war und damit bin ich mit meinem Altelfisch auch schon am Ende.“ Nimue ließ ein kurzes Lächeln aufflackern und begab sich dann auf ihre Seite des Zimmers, wo sie begann sich anzuziehen. „Danke für das Gespräch“, sagte sie, während sie der Elfe den nackten Rücken zukehrte, denn das seidene Hemdchen tauschte sie gegen das Übliche aus.

    Arturs und Mordred Morgenroutine ließ sich wohl am ehesten als „Katzenwäsche“ bezeichnen, denn obwohl sie wegen vergossenen Wasser als letzte begannen sich frisch zu machen waren sie die ersten die angezogen und bereit ihre Habe nach Unten schleppten und sich an einem Tisch niederließen. Mordred hatte die Situation von vor einer halben Stunde schon wieder verdrängt und fühlte sich daher auch nicht unwohl, als der Sohn des Wirts das Essen brachte. Vielleicht hatte der Wirt selbst ja anderes zu tun und die Tochter des Alten schruppte wohl Töpfe. Schon bald trafen die anderen ein, brachten ihre Reiseutensilien mit und stapelten sie auf einen Haufen neben dem Esstisch. Alle saßen und nahmen mehr oder weniger schweigsam das frugale Mahl ein, als plötzlich…
    „Vater neeeein!“
    Mit schweren Schritten stapfte der Wirt zu dem Tisch der Gruppe und baute sich vor ihm auf, die Augen direkt auf Mordred und nur auf Mordred geheftet und dieser sah sein Ende schon in den bärengleichen Pranken des Mannes kommen. „Ich habe Euer Gespräch gestern zufällig mitbekommen, Herr. Ihr seid wohl ein Lord oder zumindest ein Ritter. Meine Miri sagte mir, dass Ihr heute Morgen Euer Interesse an Ihr bekundet hättet. Herr, verzeiht ihr Zurückweisung, sie hat es nicht so gemeint.“ Die Stimme des Wirtes war honigsüß. „Natürlich hab ich es so gemeint, Vater! Der Kerl ist ein Schwein.“ „Sei still, Miri!“, fuhr der Wirt seine Tochter harsch an während Mordred mit rot angelaufenem Kopf versuchte eine würdevolle Miene zu wahren. „Verzeiht, Herr. Ein Mann edlen Geblüts ist natürlich andere Manieren gewohnt, doch meine Miri ist sehr lernfähig, sie kann gut kochen und schön singen und…“ er schluckte, denn die nächsten Worte kosteten ihn sichtlich Überwindung: „… und Euch das Bett warmhalten. Herr, nehmt Sie als Euer Weib so Ihr und der Erbauer beliebt! Sie wird Euch treu sein und viele Söhne schenken.“ Mordred räusperte sich und sagte dann mit aufgestauter Anspannung: „Ich danke Euch für Euer großzügiges Angebot. Eure Tochter ist an Liebreiz kaum zu übertreffen und würde bei Hofe sogar die edelsten Damen mit ihrer Natürlichkeit überstrahlen.“ Der Wirt strahlte, obwohl Mordreds Worte auch bedeuten konnten, dass sich die edlen Damen über die Natürlichkeit - also den mangelnden Anmut - eines Bauernmädchens köstlich amüsieren würden. „Der Herr ist zu freundlich.“ „Vater!“, war Miri ein, jedoch weit weniger enthusiastisch als zuvor und mit geröteten Wangen. „Es wäre mir daher eine Ehre Eure Miri mit mir zu nehmen und zu gegebener Zeit unter den Augen des Erbauers als mein angetrautes Eheweib begrüßen zu dürfen“, log Mordred weiter und der Wirt strahlte noch breiter. Er würde seine Tochter in das Haus eines Adligen einheiraten und somit in die Ränge all jener steigen, die ihm sonst nur gönnerhaft einen Taler zu schnippten. Wer hätte gedacht, dass er mit seiner etwas dämlichen Tochter einmal solch ein Glück haben würde? „Doch leider“, zerstörte Mordred die Hoffnung: „… befinde ich mich auf einem sehr heiklen aber überaus wichtigen Auftrag meines Königs.“ „König Cailan ist aber tot, der Erbauer sei ihm gnädig“, verteidigte der Wirt seine Interessen. „Mein König ist…“, Mordred nannte den ersten Namen der ihm einfiel: „König Markus von Nevarra! Ich bin ein Abgesandter seiner Majestät und rufe momentan die Landsmänner meines Herrn zu den Bannern, um an der Seite Königin Anoras gegen die Brut zu Felde zu ziehen.“ Der Wirt war angesichts solcher wichtigen, hoheitlichen Aufgaben sichtlich beeindruckt. Dass Mordreds Akzept eindeutig nicht aus Nevarra stammte, wurde aufgrund mangelnder Bildung des Riesen nicht zum Problem. „Verzeiht mir, aber das Schlachtfeld wäre kein Ort für eine Lady wie Eure Miri.“ „Verstehe…“, murmelte der Wirt und verstand gar nichts.

    Mordred war froh, als sich die Gruppe wieder auf der Straße befand und das Gasthaus zu einem kleinen Fleck am Ende eben jener befand. Er saß im Sattel um das Lügengebilde des adligen Abgesandten nicht noch kippen zu lassen. Der Wirt würde ihnen wohl bis Highever, ja gar bis nach Orzammar nachlaufen und ihn beschwören, dass er nie wieder solch ein Glück hätte wie mit seine Miri, sollte er mitbekommen, dass Mordred offenbar ein lausiger Botschafter war. Doch nun da es immer mehr entschwand, besserte sich seine Laune merklich. Der Tag hatte wirklich unangenehm für ihn begonnen, doch hoffte er, dass dem nicht so bleiben würde. Nachdem das Wohnhaus selbst nun schließlich verschwunden war, lächelte der Antivaner wieder, griff in das Futteral seines Sattels und förderte seine Harfe hervor. Sein Pferd störte sich nicht daran, dass er den Zügel losließ sondern trottete stumm mit den mittlerweile bekannten Mitpferden einher. Es störte sich auch nicht an den ebenfalls schon bekannten Klängen der Harfe, die Mordred nun hören ließ um seiner Laune Mut zu zufächern. Den Blick in den blauen Himmel schweifend und mit einem derart unbeschwerten Lächeln auf den Lippen sang er ein Lied über eine geschäftige Lärche, dass er irgendwo mal ausgeschnappt und im Gedächtnis behalten hatte. Larissa sah ihn an und schüttelte den Kopf über so viel Leichtsinnigkeit. Sie bewunderte ihn für deine beispiellose Art zu leben. Allerdings hatte eben diese Lebensweise ihn in die bedauernswerte Lage eines verachteten Shems gebracht und obwohl sich Larissa sträubte ihn anzusehen ärgerte sie sich über den Antivaner, wie er munter sein Liedchen trällerte. Nach einer Weile verstimmte der Antivaner jedoch und Larissa begann seinen Blick zu spüren, der eindringlich zwischen ihre Schulterblätter bohrte. Mit leisem Rascheln wandte sie schließlich den Kopf zu dem Literaten und fand ihn abgestiegen vor, seine grünen Augen wie erwartet die ihren suchend. Er fand sie, lächelte sie freundlich an und ließ ihr rasches Abwenden nicht als Weigerung durchgehen. Schließlich schloss er auf. Er roch nach Leder, Reiter und Zuversicht. Schließlich ging er neben ihr, schweigend und immer wieder Blicke werfend. „Möchtet Ihr reden?“, fragte er nach einer ganzen Weile des Schweigens. „Worüber?“, gab Larissa mit gewetzter Zunge zurück. „Gestern Abend“, antwortete Mordred ungerührt und die Sanftheit seines Tonfalls trieb der Elfe wärmende Röte in die Wangen. „Ich… ich glaube nicht, dass es da noch etwas zu reden gibt“, stotterte Larissa und senkte den Blick auf das schäbige Pflaster der Straße. Der hiesige Bann hatte seine Wege und Pfade wirklich vernachlässigt und das Gold sicherlich lieber in Soldaten oder Wein, feine Kleider und exquisites Essen investiert. „Ihr seid ja so überstürzt geflohen, bevor ich enden konnte.“ „Enden konnte?“, fuhr sie ihn an. „Wie konnte es auch anders enden? Ihr habt das arme Ding durchgepflügt wie es Menschenmänner nun einmal mit wertlosen Elfenfrauen tun!“ Mordred schaute sie bestürzt ob dieser gewaltsam vorgebrachten Anschuldigungen an. Die Gruppenmitglieder, die den aufkommenden Sturm zu bemerken schienen, schauten diskret beiseite und Artur ließ sein Pferd sogar etwas zurückfallen. Larissa war zwar klein, doch konnte sie eine ungeahnte Garstigkeit an den Tag legen. Zudem kämpfte sie gern, wenn in diesem Fall auch nur verbal. „Ja, ich habe sie…“, Mordred räusperte sich. „Ich habe mit ihr Liebe gemacht.“ Larissa schnaubte abwertend angesichts der blumigen Umschreibung. In ihren Gedanken stemmte sich der Antivaner von einer blonden Schönheit mit Spitzohren hoch und dieser Gedanke ließ eine schleichende Eifersucht in ihrem Herzen bluten. Larissa wandte sich ab, da fasste Mordred sie am Handgelenk. Wütend riss sie sich los und funkelte den Antivaner an. „Larissa, bitte. Ich will das klären.“ Mit einer heftigen Bewegung warf die Elfe stolz den Kopf zurück, dass ihre offenen Haare ihr über die Schulter fielen. Zusätzlich strich sie sich die Haare aus dem Gesicht und hinter das linke Ohr, sodass Mordred freie Sicht auf die lange Spitze hatte. „Dann erklärt Euch rasch.“ Und das tat er. Er sprach von der eigenen Schwäche und dem Schuldbewusstsein, von seinem Entschluss ihr zu helfen und dem daraus resultierenden Unterfangen. Er erklärte ihr die erreichte Verbesserung des Lebens der ehemaligen Sklavin und ihr Glücklichsein in der Anstellung. Am Ende seines Vortrags war Larissa sichtlich besänftigter. „Ich will nicht, dass das zwischen uns steht“, sagt Mordred. Die Dalish nickte. „Ich auch nicht, Mordred.“ Obwohl sie die Geschichte erst einmal auf logische Schwachstellen untersuchen und danach verdauen wollte, rang sie sich zu einem aufmunternden Lächeln durch, was Mordred dazu veranlasste die Zähne blitzten zu lassen. „Es freut mich, dass das geklärt ist. Dann können wir bei Gelegenheit ja das Schwertkampftraining fortsetzen, ohne dass ich Angst haben muss, Ihr würdet den Versuch unternehmen mich zu töten.“ Er zwinkerte schelmisch und Larissa nickte abermals. Schon trieb Mordred sein Pferd etwas beiseite, als die Elfe noch etwas fragte: „Hatte sie blonde Haare?“ Mordred schaute sie verwirrt an. „Wie bitte?“ „Ihre Haarfarbe! War sie blond?“ Mordred schüttelte noch immer überfordert den Kopf. „Nein, sie waren schwarz.“ „Ahh…“ Darauf sagte Larissa nichts mehr und ließ den Antivaner wieder in den Sattel steigen.


    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Schließlich verließen sie die Taverne, mit verschiedenen Gefühlen. Artur war sich nicht ganz sicher, ob er gerade bei einem Missbrauch des Namens des neverranischen Königshaus beigewohnt hatte und welche Auswirkungen solche Lügen wohl auf die Integrität echter Abgesandter wie seiner Schwester und deren Ehemann hatte. Vermutlich keine, außer der Wirt kam eines Tages mit seiner Tochter bei der neverranischen Botschaft vorbei und erkundigte sich nach deren Abgesandten. Morgana hingegen war nach dieser Szene gar nicht so unfroh das sie ohne Vater aufgewachsen war, sie hätte nur wenig Gefallen gefunden an irgendjemanden verschachert zu werden, auch wenn in Lochlann nur wenig Reisende vorbeikamen. Bei Mealla hingegen drängte sich die Erkenntnis auf das wohl jede Aussage des Antivaners mit Vorsicht zu genießen war, im Lügen stand er den meisten Tevinteranern wohl in Nichts nach.

    Der Reisetag an sich war ein äußerst ruhiger und nachdem Larissa und Mordred scheinbar ihre Differenzen ohne große Schwierigkeiten beigelegt hatten, schien die allgemeine Laune auch wieder besser zu werden. Wenn Mealla die Karten richtig in Erinnerung hatte, dürften sie nicht mehr allzuweit von der Grenze zum nächstgelegenen Teyrnir entfernt sein. Dort warteten zwar unter Umständen weitere Schwierigkeiten in Form von Bürgerkrieg auf sie, aber auch die Stadt Highever wo sie wohl endlich ihr Geld bekommen würden. Ein wenig Geld, ein wenig Ruhe, vielleicht eine Massage, damit wäre die Elfe schon einigermaßen zufrieden gewesen. Die Gruppe war zwar netter als sie gedacht hatte, aber ein wenig Zeit für sich war auch nett. Im Moment hatte sie sich an die Spitze der Kolonne gesetzt und beobachtete die Wolkenfront welche sich am Horizont bewegte. Sie war groß grau und ungemütlich und schien vom Meer zu kommen, vielleicht einer dieser Küstenstürme die gerne mal ins Landesinnere zogen. Noch war er jedoch weit entfernt und es war schwer zu sagen in welche Richtung er ziehen würde.
    Morgana war ebenfalls froh das Larissa scheinbar ihren Streit mit Mordred beigelegt hatte, vielleicht würde ihre Laune dadurch wieder besser, dann konnten sie nämlich mit dem Unterricht fortfahren. Die Taverne gestern war zwar ein guter Ort gewesen, aber irgendwie war es ihr unpassend erschienen mit der Fortsetzung des Schreibunterrichts anzukommen. Letztendlich war es ja auch Larissa welche diesen haben wollte und Morgana hatte ihr diesen Gefallen bisher gerne erfüllt. Ohne Motivation des Schülers war schließlich eh nichts zu machen. Im Moment ging sie neben Artur welcher Larissa im leichten Schritt laufen ließ, ein höheres Tempo war aufgrund der Fußgänger eh nicht lange angebracht, zudem bildete er im Moment das Schlusslicht der Kolonne.
    "Ich hätte gerne eine Einschätzung eurerseits Ser Artur.", sprach sie den Ritter von der Seite an. Dieser wandte seinen Kopf zu der Hexe und schaute herab. "Wir sind ja jetzt schon eine ganze Weile unterwegs nach Orzammar und man kann nicht gerade sagen das es eine ereignislose Reise war.", begann sie als Artur sie kurz unterbrach. "Ihr wollt mich aber jetzt nicht fragen wann wir Orzammar erreichen, oder? Nach den bisherigen Ereignissen weigere ich mich nämlich lieber verbindliche Aussagen zu diesem Thema zu machen."
    "Nein, ich merke inzwischen das dies nicht im Bereich des planbaren liegt, im Gegensatz zu meiner eigentlichen Frage, wie ihr feststellen werdet wenn ihr mich ausreden lasst.", erwiderte die Hexe leicht fuchsig. Sie wurde nicht gerne unterbrochen, blieb aber ruhig.
    "Es ging eher darum ob ihr denkt das wir bis Orzammar noch viele Aufträge annehmen müssen. Immerhin müsst ihr zustimmen das diese einiges an Zeit fressen.", erklärte sie sachlich. "Nicht soviel wie die Umgehung von Dunkler Brut und die Flucht aus Elfenruinen. Und dafür bekommen wir nichtmal Geld." "Eben, wir geraten auch schon so in mehr als genügend Kämpfe. Ich verstehe das ihr Geld verdienen müsst und das man dies als Söldner durch Kämpfe tut, aber für den Fall das niemand mehr von uns Geldsorgen hat, würde ich es vorziehen nicht mehr Gefahren als nötig einzugehen. Ihr wisst das ich keine Angst vor Kämpfen haben, jedoch ziehe ich es vor mein Leben nicht leichtfertig zu riskieren." Der Ritter sah zu der Hexe hinab, bisher hatte es sie herzlich wenig interessiert ob sie einen Auftrag eingingen oder nicht, an Geld schien ihr nicht viel zu liegen. Wenn er so darüber nachdachte schien sie das ganze nur aufgrund ihrer Vereinbarung zu machen, im Gegensatz zu ihm oder Larissa wollte sie nichts in Orzammar kaufen. Er selbst kam auch ins Grübeln, hatte er nicht inzwischen auch genügend Geld für jedwede Reparatur? "Ich verstehe euren Sachverhalt und da ihr in der Ruine verwundet wurdet, kann ich verstehen das ihr solche Situationen auf ein Minimum reduzieren wollt. Nun in Highever werden wir wohl bezahlt werden, dann kann ich euch sagen wie es finanziell aussieht und es weiter nach Orzammar geht. Bis dahin kann ich euch aber zumindestens versichern nur die Kämpfe auszufechten die einem die Straßen derzeit auferlegt.",antwortete Artur entgegenkommend, woraufhin Morgana zufrieden lächelte. Auch wenn es nicht wegen ihrer Verwundung war das sie sich über die Kämpfe unterhielt, so schadete es sicher nicht wenn Artur das dachte. Und die Tatsache keine weiteren Aufträge bis Highever anzunehmen klang auch nach einer halbwegs ruhigen Weiterreise.

    Der Wind war nicht mit der Reisegruppe und anstatt den Küstensturm wegzubringen, trieb er die düsteren Wolken genau in ihre Richtung. Je weiter sie gingen desto dunkler wurde der Himmel und am Nachmittag fielen die ersten Tropfen auf die sechs Reisenden herab, deren Intensität sich schnell steigerte. Mealla holte ihren schwarzen Reisemantel aus der Satteltasche hervor, den sie über ihre Rüstung trug und zog sich die Kapuze über um den Kopf vor den immer stärker werdenden Regen zu schützen. Den Bogen verstaute sie ebenfalls in der Ledertasche um ihm vorm Regen zu schützen. Während Mealla auf ihrem Pferd die Transformation zur schwarzen Reiterin vollzog, achtete Morgana nur darauf das ihre Tasche richtig geschlossen war, machte ihren Mantel zu und zog sich die Kapuze über die schwarzen Locken. Artur hingegen blieb so wie er war und der Regen prasselte an seiner Rüstung herab und machte dabei Geräusche wie bei einem Blechdach. Auch die restlichen Drei machten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten wetterfest, was auch nötig war denn der Regen strömte jetzt nur aus den fast schwarzen Wolken herab und kurz darauf grollte der Himmel und gließend helle Blitze durchzuckten den dunklen Himmel. "Fereldisches Sommergewitter.", sprach Morgana stoisch an Mealla gewandt die gerade ihren Unmut über das Wetter ausließ und musste dabei leicht schmunzeln. Wenn man in Ferelden aufwuchs war man Regen gewohnt, auch wenn solche Stürme im Landesinnern vorhersehbarer waren als an der Küste. Ein heller Blitz erhellte erneut kurz die Gewitterfront, kurz darauf gefolgt von einem Donnergrollen. Morgana mochte es, dieses Entfesseln der Natur, sie hatte Gewitter schon immer interessant gefunden, diese urtümliche Kraft die mit gleißenden Blitzen den Himmel erleuchteten. Der Regen war allerdings eine lästige Begleiterscheinung, denn nass war Morgana nicht gerne. Die Gruppe versuchte ihren Schritt im strömenden Platzregen zu beschleunigen und einen Unterstand zu finden, doch zunächst blieb die Straße leer und bis auf ein paar verlassende Felder links und rechts war wenig zu sehen. Mealla zuckte am Anfang ab und zu reflexartig zusammen wenn der Donner besonders laut grollte. Sie hatte keine Angst vor Gewittern, aber im Norden waren diese ein wenig schwächer, außerdem bemerkte sie anhand der Abstände zwischen Donner und Blitz das diese immer näher kamen. Vermutlich würde ein Blitz eher in den erhöht sitzenden in metall gewandeten Artur einschlagen, aber dennoch hatte sie wenig Lust vom Blitz getroffen zu werden. Schließlich entdeckten ihre Augen ein wenig entfernt vom Wegesrand, zwischen zwei Feldern stehend, ein größeres Gebäude. Von der Bauart schien es ein Heustall oder eine Scheune zu sein, auf jedenfall etwas mit einem Dach was vor Regen schützte. Die Gruppe machte sich auf dem Weg zur Scheune und stemmte die verramelte Tür auf. Im Innern war sie verlassen, aber schien ansonsten intakt. Vor allem das Dach, denn wie Artur zufrieden feststellte kamen keine Regentropfen von oben herab. Sofern der Blitz nicht einschlug sollten sie also trocken bleiben. Nachdem alle drinnen waren, schlossen sie die Tür hinter sich. Die Scheune hatte vorne eine freie Fläche, wo man vermutlich einen Wagen abstellen konnte, dahinter lag immer noch Heu und Stroh, auf zwei Etagen verteilt. In drei Meter Höhe war eine zweite Ebene eingezogen worden, auf der ebenfalls Heu lag und die man mittels einer Leiter besteigen konnte. Das Heu schien schon ein wenig länger zu lagern, was mit dem Besitzer der Scheune war, wusste keiner aber da man keinen Bauernhof gesehen hatte konnte man schlecht fragen. Und falls es doch einen gab würde dieser wohl kaum bei dem Wetter das Haus verlassen. Jetzt wo die Gruppe zum Stehen gekommen war, breitete sich eine leichte Kälte in den Nassen Klamotten aus und Morgana bemerkte wie sie leicht zu zittern begann, ein Umstand der auch bei anderen Gruppenmitgliedern zu beobachten war. Allerdings schien außer Heu kein Brennstoff da zu sein und dieser war ein schlechter Brennstoff. Als Folge suchte sie sich eine Stelle wo nicht zuviel Stroh herumlag und beschwörte dort ein magisches Feuer, ähnlich der Feuerwand, nur schmaler un nicht so hoch. Nicht optimal, da es Mana verbrauchte allerdings nur sehr gering, zudem konnte sie sich mit Nimue abwechseln und hatte nicht vor es die ganze Zeit brennen zu lassen. Sobald man sich aufgewärmt und einigermaßen getrocknet hatten, mussten sie sich halt im Heu eine ruhige und warme Ecke suchen. Noch immer grollte der Himmel und der regen prasselte gegen das Dach, aber das Feuer verströmte eine wohlige Wärme. Während sich ein Teil langsam aufwärmte, begannen die Reiter derweil die Pferde abzusatteln und mit Stroh trockenzureiben. Davon war ausreichend vorhanden, sodass sie es wohl wenigstens einigermaßen bequem haben würden.
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  11. #91
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    [Bild: p2OOKiliansmall.jpg]

    Ein Anflug kalter Wut streifte Kilians ruhiges Gemüt, als Leutnant Aldar sich der Dreistigkeit rühmte, indem er frei heraus die Wacheinteilung übernahm. Kilian war müde und verspürte keinerlei Neigung sich mit dem jüngeren schwarzen Reiter zu streiten, doch war ihm durchaus bewusst was bei dieser simplen und doch schwerwiegenden Entscheidung auf dem Spiel stand. Rafaels Geist war so störrisch wie sein Bartwuchs, doch Finan war ein enthusiastischer Verteidiger der Gerechtigkeit, oder sah sich zumindest als solch einer. Und als Soldat folgte Finan Befehle. Ser Aldar schien prüfen zu wollen, wer hier die Befehle gab. Kilian schob diesen Umstand auch auf die Tatsache, dass es der Magier gewesen war, der zuerst das Wort an den damals Fremden gerichtet hatte und somit auf für Aldar tödliche Art und Weise die Autorität des Hauptmanns untergraben hatte. Kilian, der sich gerade seufzend niedergelassen hatte um sich die linke Hand zu betrachten, die kurz nach dem letzten Intermezzo mit Rafael heftig zu pulsieren begonnen hatte, erhob sich schwerfällig und sichtlich genervt. Er spürte die Blicke Rafaels und Finans schwer auf seinen Schultern, während Ser Aldars ihn förmlich zu durchstechen versuchten. Kilian baute sich zu seiner ganzen, auch nicht wenig imposanten, Größe auf und legte die Linke locker auf das Schwertheft, ohne jedoch den Anstand erwecken zu wollen, Ser Aldar erneut mit der blanken Klinge zu bedrohen. Stattdessen sprach er nun laut und mit dem Tonfall gebieterischer Gelassenheit: „Leutnant Aldar, auch wenn Ihr aus Nevarra stammt, so ist Euer Rang noch immer dem meinen untergeordnet. Die Einteilung der Wache fällt also mir zu.“ Er sprach so geduldig, als erkläre er die Regeln des Militärs einem Rekruten. „Da Ihr aber den Wunsch geäußert habt, die erste Wache zu übernehmen, soll er Euch gewährt sein. Mit mir gemeinsam!“ Kilian verfluchte sich selbst, denn er war eigentlich zu erledigt für eine ordentliche Wache. Doch irgendetwas in ihm riet ihm zur Vorsicht und es erschien ihm fahrlässig einem Mann, den man keine Stunde zuvor in der Dunkelheit kennengelernt hatte und der vorgab ein Templer zu sein, vorbehaltlos zu vertrauen. „Ein wesentlicher Teil der Nacht ist schon verstrichen, also sind vier Wachen gar nicht nötig. Folgende Einteilung findest daher statt: Ser Aldar und ich, dann Finan und Ser Aldar, dann Herr Marlov und Ser Finan. Alle zwei Stunden ein Wechsel. Wenn die Sonne bis zur letzten Wache noch nicht aufgegangen ist, übernehmen Herr Marlov und ich die letzte Wache.“ Kilian hatte getan, was getan werden musste und sich als der Mann mit der höchsten Autorität in der Gruppe profiliert. Männer wie Aldar bereiteten dem Orden oftmals nicht weniger Schwierigkeiten als Freigeister wie Rafael, die unter dem Deckmantel der Legalität allerlei Schalk trieben. Ser Finan nickte eifrig. Er war ganz offensichtlich froh darüber, dass die Herrschaftsfrage geklärt war und er wie erwartet einfach nur Befehle befolgen konnte. Rafaels Gedanken blieben die Seinen und Ser Aldar schien seinen Platz stillschweigend zu akzeptieren. Er wäre kein Leutnant geworden, wenn er sich in der Hierarchie einer Armee nicht unterordnen konnte und so erwartete Kilian keine Schwierigkeiten. Nur ein einziger Gedanke beschäftigte den Hauptmann. In dem Moment, da er die Hand auf das Schwerheft gebettet hatte, hätte er schwören können wie Ser Aldars dunkle Augen eine Sekunde lang zu dem Breitschwert gehuscht waren. Es konnte natürlich genau so gut Einbildung gewesen sein und so dachte Kilian ihm keine höhere Bedeutung zu.

    Zwei Stunden später schlief Ser Finan den Schlaf der Gerechten während Rafael neben ihm schnarchend auf dem Rücken lag. Die Schatten des runtergebrannten Lagerfeuers tanzten auf seinem hageren Gesicht und verliehen ihm einen wachen Ausdruck. Der kehlige Klang seines Schnarchens überzeugte die wachenden Templer hingegen von der Wahrhaftigkeit des Schlafes. Kilian, der sie Arme um die Knie geschlungen und den Mantel so wärmend wie möglich um sich gelegt hatte überlegte, ob es klug wäre den Templer in Abwesenheit der Anderen nach dem geheimnisvollen S auszufragen. Wer war er? Oder war es eine Frau, oder gar eine Gruppe? Allerdings würde der Hauptmann die ganzen Informationen dann vermutlich Rafael und Finan erklären müssen, denn Ser Aldar machte nicht den Eindruck die Geduld zu besitzen, bereits Gesagtes zu wiederholen. Insgeheim war der starkhavener Templer schon froh, dass der Leutnant es nicht hatte auf einen Revierkampf hinauslaufen lassen. Die Androhung von Disziplinarstrafen wäre in einem so kargen und entfremdeten Landstrich wie den Küstenlanden eine Farce und so hätte Kilian den Streit vermutlich mit Gewalt lösen müssen. Unter dem Mantel betastete er die linke Hand und fragte sich, ob er diesen Kampf dann wohl überhaupt hätte gewinnen können. Die beiden Finger ließen sich noch immer nicht bewegen, zudem spürte er sie nicht einmal, wenn er sie berührte. Ein Fausthieb wäre mit dieser Hand sicherlich also eine schlechte Idee. „Solange ich den Schild heben kann“, dachte er leicht frustriert. „Was ist Euer Plan?“ Die kalte Stimme des Templerleutnants durchschnitt die Stille wie ein Schwert. Kilian antwortete nicht sofort. Neben ihm raschelte Ser Aldars Umhang und dämpfte das Klirren der schmiedeeisernen Rüstung, als sich der Templer bewegte und ihn nun in kühler Erwartung anschaute. „Wir wissen, wo das Phylakterion von Herrn Marlov ist und dort wird auch dieser S sein. Er wird nicht mit uns rechnen, daher haben wir den Überraschungseffekt auf unserer Seite. Ich nehme an, dass dies nicht Eure erste Jagd auf einen Abtrünnigen ist?!“ Ser Aldar verneinte mit einem knappen Kopfschütteln. „Meine auch nicht. Bei Ser Finan bin ich mir nicht so sicher, aber wir werden ihn dann leiten.“ „Und Euer Plan?“, beharrte der Dunkle. Kilian lächelte schmallippig. „Selbst der beste Plan übersteht die Begegnung mit dem Feind nicht. Wir wissen nicht, wie viele Kämpfer er hat, wie viele ihm sklavisch unterworfene Magier und wie mächtig S an sich ist. Ebenso wenig kann ich Euch etwas über das Schlachtfeld erzählen. Ich bin mir bewusst, dass unsere Chancen schlecht stehen, doch es ist unsere Pflicht – meine wie Eure – diesem Treiben ein Ende zu setzen.“ Kilian hatte nicht den Eindruck als müsse er Ser Aldar zusätzlich motivieren, noch Mut zuzureden und dennoch hielt er es für wichtig den Templer an seine Aufgabe, an die Aufgabe jedes Templers, zu erinnern. „Wir müssen bereit sein, wenn wir ihm entgegentreten und besiegen wollen. Morgen werdet Ihr uns all die Informationen zuteilwerden lassen, die Ihr auf der bisherigen Jagd sammeln konntet. Es ist nützlich, seinen Feind zu kennen und eben da hat S uns gegenüber einen enormen Vorteil.“ Ein Holzscheit knackte im Feuer, sackte in sich zusammen und zog ein paar Weitere mit sich in die Flammenhölle. Kilian starrte die emporsteigenden Funken an, die rasch in der Nachtluft verglühten und fragte sich, ob er sich überhaupt bereit fühlen konnte. Selbst mit einer Armee Templer im Rücken würden ihn vermutlich dasselbe Gefühl quälen. Das Gefühl sehenden Auges dem Tod entgegenzustreben, angetrieben von den schallenden Rufen der Pflicht, wie weiße Olifante die zum Angriff blasen. Der normale Infanterist der in der ersten Linie vor dem Feind stand und den Hall der Hörner vernahm konnte ebenso wenig umkehren, wie der Hauptmann, der im Dunkeln mit einer Figur am Feuer saß, die Tod und Verderben im Namen der Rechtschaffenheit zu atmen schien.

    [Bild: Rafael_2.jpg] Als Kilian ihn mit einer Berührung an der Schulter weckte war Rafael sogleich wach. Er hatte nicht tief geschlafen und fühlte sich auch keineswegs richtig ausgeruht, doch erhob er sich ohne zu murren und nickte dem Hauptmann zu, der sich zur Ruhe begab. Ser Aldar lag auf der anderen Seite des beinahe ganz heruntergebrannten Feuers und wandte ihnen den Rücken zu. Ob er wirklich schlief konnte der Magier nicht sagen, aber es scherte ihn auch nicht: Wenn der ominöse Templer wach bleiben mochte, sei es aus Paranoia oder zum Schmieden finsterer Pläne, so war das seine Sache. Rafael traute dem Fremden nicht, doch fühlte er sich nicht bedroht. Er war sich sicher, dass Kilian die Einteilung mit Absicht so vorgenommen hatte, dass er zu keiner Zeit allein mit Aldar würde wachen müssen. Ob der Hauptmann damit ihn, den Leutnant oder vor allem seine Nerven schonen wollte würde aber allein sein Geheimnis bleiben.
    Leise ging er zu Ser Finan herüber, der stumm ins erlöschende Feuer schaute. Die beiden Männer nickten sich kurz zu und verwandelten sich dann in unbewegliche Abbilder uralter Wächter, die den Schlaf ihrer Kameraden beschützten. Der junge Templer war sichtlich müde und während über ihnen der Himmel langsam von schwarz zu blau wurde schien es, als könnten ihm jeden Moment die Augen zufallen. ,,Legt Euch hin.“, sagte Rafael in die Flammen hinein. Ser Finan schüttelte den Kopf und streckte sich als wolle er zeigen, dass er in vollem Saft stand: ,,Macht Euch keine Sorgen, Herr Marlov. Ich mag nicht so weit gereist sein wie Ihr und der Hauptmann, aber auch ich hatte meinen Teil was durchwachte Nächte und lange Wege angeht.“ Der Magier kam nicht umher sich den jungen Mann bei durchzechten Nächten und Strauchdiebereien vorzustellen, doch der Ton in Ser Finans Stimme ließ ihn glauben, dass er wusste, wovon er sprach. Der ländliche Norden war Rafael bisher öde vorgekommen, doch konnte er sich vorstellen, dass man auch hier schnell in Schwierigkeiten geraten konnte. Und im Gegensatz zu Kirkwall war die Obrigkeit hier nicht sogleich zu Stelle, um für Ruhe zu sorgen.
    ,,Was denkt Ihr?“, fragte der Magier, um das Gespräch nicht sogleich wieder sterben zu lassen. Zwei Stunden konnten lang sein, vor allem wenn man nichts zu tun hatte als dem Feuer beim Verlöschen zuzusehen. ,,Worüber?“, entgegnete Ser Finan. Rafael hätte ihn gern nach seiner Meinung über Ser Aldar befragt, doch wollte er kein Risiko eingehen für den Fall, dass der vermeintlich Schlafende in Wirklichkeit doch schon wach war. ,,Über diese Reise. Über den morgigen Tag. Ihr wisst, worüber.“ Der junge Templer nickte und schaute hoch zum Himmel. ,,Wen immer wir morgen antreffen werden, er wird den Kampf seines Lebens haben. Und wir vielleicht auch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der Hauptmann von irgendetwas auf dieser Welt von seiner Mission abbringen lässt. Außerdem..“ Ser Finan schaute kurz zu Ser Aldar herüber, der weiter unbeweglich auf der Seite lag. ,,… reitet nun der schwarze Tod an unserer Seite, was soll also schon noch passieren?“ Er feixte munter in sich hinein und griff zu seinen Sachen herüber, um seine Pfeife hervorzuziehen. Mit einer Geste gebot Rafael ihm, kurz zu warten und ging zu seinem Nachtlager herüber. Aus seiner Tasche holte er den Beutel mit Tabak, den ihm Kilian gegeben hatte. Er bot Ser Finan etwas davon an und gemeinsam stopften sie sich ihre Pfeifen während die ersten Mövenschreie von den umliegenden Felsen widerhallten. Würziger Rauch vereinigte sich mit dem des Feuers und stieg zum Himmel auf. ,,Habt Ihr Angst wegen dem, was kommt?“, fragte Ser Finan nach einem tiefen Zug. Der Hauptmann hatte eine glückliche Hand mit dem Tabak bewiesen, das Kraut war stark, vielschichtig und wärmte von innen ohne im Hals zu kratzen. Rafael fokussierte sich auf das ständige Licht, das ihm vor Augen stand und ihn weiter nach Norden zog, sein Nordstern. ,,Nein. Es gibt keinen anderen Weg.“, antwortete er ohne Zweifel. ,,Das heißt nicht, dass man keine Angst vor dem Weg hat.“, sinnierte der Templer leise. ,,Aber es bedeutet, dass man sich gewiss dem stellen muss, was am Ende des Weges liegt. Und vor Gewissheiten habe ich keine Angst.“
    ,,Wahr gesprochen.“, sprach auf einmal Ser Aldar, der sich aus dem Nichts zu ihnen gesellte. Die beiden Rauchenden schauten zu ihm herüber und auch wenn Rafael ein Zucken unterdrücken konnte setzte sein Herz einen Schlag aus. Wie hatte sich der Templer ungesehen bewegen können? Oder hatte das Kraut ihre Sinne benebelt? ,,Was denkt Ihr über den morgigen, oder besser heutigen Tag, Leutnant?“, fragte Ser Finan und hatte den Anstand, seinem Gesprächspartner den Rauch nicht direkt ins Gesicht zu blasen. ,,Macht Euch keine Illusionen, vor uns liegt eine Schlacht gegen einen mächtigen Feind. Und auch wenn dies eine Gewissheit ist, so ist fraglich, gegen wie viele Gegner wir ins Feld ziehen müssen. Und wie viele Kämpfer wir selbst ins Feld führen..“ Bei den seinen letzten Worten wanderten Ser Aldars Augen zu Rafael herüber und verweilten dort. Die Botschaft war unmissverständlich, doch auch ohne Kilians warnenden Worte wäre der Magier nicht auf die Provokation eingegangen. ,,Vier, Ser Aldar. Genau vier, es sei denn Ihr habt noch, sagen wir, acht weitere Männer Eures Schlages zur Hand, die sich bisher versteckt gehalten haben. In so fern ist auch dies eine Gewissheit und Ihr braucht keine Angst mehr zu haben.“ Der schwarze Templer blähte verächtlich die Nüstern und wandte sich ab. ,,Weckt den Hauptmann, wir müssen bald aufbrechen und es gibt vorher noch einiges zu besprechen.“ Ser Finan nickte und ging zu Kilan herüber, während auch Ser Aldar aufstand und ein paar Schritte um das Feuer herum ging. Rafael blieb sitzen und betrachtete den Fremden während er seine Pfeife zu Ende rauchte. Er stand zunächst abgewandt zu ihm, doch als würde er den Blick in seinem Rücken spüren drehte er sich zu dem Magier herum. Rafael sah Verachtung und Wut in seinem Blick, kaum verhohlen und gerade so beherrscht von den Fesseln der Pflicht. Was er jedoch nicht erkennen konnte war, wem dieser Hass galt: Ihm, allen Magiern oder vielleicht einfach der Welt? Er hatte das Gefühl das Ser Aldar in seinem Leben noch mehr mitgemacht hatte als Ser Finan, obwohl er im gleichen Alter zu sein schien. Und wenn auch der schwarze Templer morgen den Kampf seines Lebens haben sollte, so stand ihnen allen eine wahrhaft schwere Prüfung bevor.




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    Quote Originally Posted by Forenperser View Post
    "Bis später."
    Talorr wartete noch einige Zeit und stand dann schließlich auch auf. Er ging hinunter und ließ sich von dem Wirt beschreiben wo der Quacksalber wohnte der Slim versorgt hatte. Dann machte er sich auf und fand die beschriebene Hütte auch schnell. Slim wollte schon beinahe von seiner Ruhestätte aufspringen als er seinen Freund eintreten sah und wurde dadurch nur durch die Fixierungen gehindert. "Eurem Wolf geht es gut." brummte der Mediziner, sichtlich schlecht gelaunt. "Zu gut wenn ihr mich fragt. Musste ihm einen Maulkorb umlegen, der Drecksack hat mich mehrfach versucht zu beißen." Unwillkürlich musste der Kossith auflachen. Ja, das klang nach ihm. "Ihr solltet ihn dennoch für einige Zeit nicht allzu sehr verausgaben. Und gebt ihm weiterhin dieses Heilkraut. Ich sollte euch wohl warnen dass er es ganz und gar nicht mag." "Nun gut. Vielen Dank noch einmal. Gehabt euch wohl." Noch etwas lahm auf den Beinen stakste der Wolf ihm hinterher. Nun hieß es Darius zu finden. Sie waren schon so nahe dran, er wollte die Reise keinen Tag länger als nötig in die Länge ziehen.

    [Bild: Dethmold_Avatar.jpg] Leise auf diesen elenden Flecken Erde schimpfend ging Darius zur Taverne zurück. Dieses Pack war keinerlei Hilfe und hatte den ganzen Morgen nichts weiter getan, als seine Zeit zu verschwenden. Niemand wusste, wohin die Schiffe ab Gwaren fuhren oder ob man noch Platz auf einem bekommen konnte. Er hatte zudem den Eindruck, dass niemand sich wirklich darum scherte. Und obwohl jeder jemanden kannte oder in der Familie hatte, der vor der Bedrohung der Dunklen Brut geflohen war, schien keiner in diesem Kaff ernsthaft darüber nachzudenken, sich in Sicherheit zu bringen. Wie die Lämmer auf dem Weg zur Schlachtbank trotteten sie gemächlich durch ihr Leben und harrten der Dinge die da kamen, während sie ihr Leben mit Belanglosigkeiten vergeudeten. Ihr Schicksal war Darius egal, doch er ärgerte sich über die Zeit, die verloren gegangen war. Dreck spritzte von der Spitze seines Stabes auf, wenn er sie ins trübe Braun der Straße stieß, die kaum mehr als eine Schlammpiste war.
    In der Taverne erfuhr der Ben-Hassrath, dass Talorr inzwischen aufgebrochen war, um seinen Wolf zu holen. Darius hätte es bevorzugt, wenn der Söldner bereits zurückgekehrt und reisefertig gewesen wäre, doch anstatt sich wieder auf den Weg zu machen und nach seinem Gefährten zu suchen verließ er die windschiefe Konstruktion, die sich Gasthaus schimpfte und setzte sich auf eine ebenso krumme Bank vor der Hausfront. Wie die Statur eines alten grimmigen Mannes wartete er dort und ging alle möglichen Eventualitäten durch. Ohne Geld würde es vermutlich schwer werden, auf ein Schiff zu gelangen. Obwohl es seine Mission vielleicht behindern konnte, bereute er nicht, dass er sein letztes Geld ausgegeben hatte. Diese Entscheidung lag hinter ihm und war nicht mehr zu ändern. Sollte er niemanden finden, der ihn unentgeltlich übersetzen würde, so müsste er eben andere Wege finden. Sein ganzes Leben über hatte er Wege gefunden, dieses Mal würde keine Ausnahme sein.
    Als nach einer Weile Talorr, begleitet von seinem noch angeschlagenen, aber immerhin selbstständig laufenden Wolf, in der Ferne auftauchte erhob Darius sich und ging auf den Söldner zu. ,,Lasst uns gleich aufbrechen, vielleicht erreichen wir Gwaren noch vor Sonnenuntergang. Es wird Zeit, dass diese Reise ein Ende findet.“ Er ließ offen, dass Talorr ihn noch weiter als Gwaren begleiten konnte, denn er wusste, dass sich der Kossith dieser Option bewusst war. Auch wenn die strengen Gesichtszüge des Söldners nicht verrieten, in wie weit Darius‘ Worte während der Reise gefruchtet hatten war der Ben-Hassrath nicht bereit, seine Saat schon aufzugeben.




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    Quote Originally Posted by Sonmoon View Post
    [Bild: onearmedava.jpg]
    "Das versucht nur mal." zischte Elisa zurück und zeigte keinerlei Anzeichen von Einschüchterung. Hatte sie vielleicht eine Ahnung! Sie hatte schon einiges hinter sich. "Und falls ihr eine von denen seid die meinen nur Zyniker hätten im Leben eine Chance tut ihr mir sehr Leid." Ideale waren nichts dummes oder naives. Wenn man keine Ideale besaß konnte man auch direkt ein dahergelaufener Straßendieb sein. Die Unterhaltung wurde jedoch von Ruppert unterbrochen. Normalerweise wäre sie bei der darauf folgenden Konversation eingeschritten, doch dieser Mann war offensichtlich ein Schleimbeutel und Betrüger, ein wenig Angst würde ihn nicht umbringen. Dennoch musste Elisa halblaut auflachen als sie das Wort Chevalier vernahm. Wieder einmal wurde ihr die Heuchelei des Rittertums bewusst. Dabei musste sie unwillkürlich an ihren Bruder denken, den sie jetzt schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatte. Als Gisele schon einige Schritte gegangen war ging Elisa zu dem Mann rüber und hob ihm am Kragen wieder auf die Füße. "Euer Bruder braucht ganz offensichtlich Hilfe. Ich rate euch eindringlichst mit dem Orden der Templer Kontakt aufzunehmen. Dabei solltet ihr selbstverständlich nicht meine Reisegefährtin hier erwähnen.....oder sonst irgendeine Verwicklung von uns. Der Orden schätzt es nicht wenn man seine Arbeit für ihn tut oder ihn nicht rechtzeitig kontaktiert. Sagt einfach euer Bruder wäre vor kurzem von irgendetwas besessen gewesen und nichts weiter. Der Rest liegt nicht in eurer oder unserer Hand. Und auch wenn ich sie immer weniger leiden mag, so gebe ich meiner Mitstreiterin recht: Wir haben die Arbeit für euch erledigt, also entlohnt uns auch der Absprache entsprechend." Dann setzte auch sie sich ungefähr zeitgleich mit der Elfin in Bewegung und ließ den eingeschüchterten Kerl mit seinem immer noch halluzinierendem Bruder alleine sitzen.

    [Bild: Maeyaalinh_avatar.jpg] Mit unauffälligen Blicken beobachtete die Elfe den am Boden sitzenden Alten, während zwischen Gisele, Elisa und Ruppert die Hölle loszubrechen schien. Stress und emotionaler Aufruhr machten jeden anfällig für dämonische Einflüsterungen und sollte der ehemalige Parasit des Greises grade jetzt die Gunst der Stunde nutzen, so würde die ohnehin schon hitzige Diskussion vollends aus den Fugen geraten. Aus dem Streit der drei Menschen hielt sich Maeya’alinh heraus. Sie hatte kein Interesse an der Bezahlung und auch wenn Ruppert sich weigern mochte, das Geld herauszurücken, so musste sich Gisele auf der anderen Seite die Frage gefallen lassen, warum sie überhaupt für einen so fadenscheinigen Mann zu arbeiten bereit war. Es wurde viel gebrüllt und gezetert und auch wenn ihr Hauptaugenmerk weiter auf dem Alten, dem eigentlichen Mittelpunkt des Geschehens lag, so kam sie doch nicht umher zu bemerken, wie schnell die Menschen übereinander herzufallen bereit waren, wenn Unfrieden unter ihnen herrschte. Gisele verlor schließlich vollkommen die Beherrschung und schickte Ruppert mit einem Schlag zu Boden, dem darüber scheinbar Hören und Sehen vergingen. Sein Bruder saß weiterhin teilnahmslos daneben und zeigte durch keine Regung, dass er das Streit um seine Person überhaupt wahrnehmen konnte. Mit einem hatte Elisa ohne Zweifel Recht: Dieser Mann brauchte Hilfe und auch wenn Maeya’alinh bereit war, ihn sofort in Flammen aufgehen zu lassen, wenn es notwendig sein sollte, hoffte sie doch, dass ihm ein anderes Schicksal zuteil werden würde. „Komm, Maeya! Wir ge´en und ´olen unsere Sachén! Und I´r Rüppert, sorgt liebér dafür, dass isch meine Beza´lung er´alte!“ Mit dem Zorn eines Drachen und den Allüren einer orlaisianischen Kammerzofe verschwand Gisele in Richtung des Dorfes. Ihr Zorn war förmlich spürbar und pulsierte aus ihr heraus während sie die flache Steigung der Wiese herabging. Die Elfe machte keine Anstalten, ihr sogleich zu folgen, sondern wartete stattdessen auf Elisa. Zwist hin oder her, die drei waren zusammen in den Wald hineingegangen, zusammen wieder hervorgekommen und sollten auch zusammen weiterreisen. Die Bogenschützin redete Ruppert ebenfalls ins Gewissen und riet ihm, Kontakt zu den Templern aufzunehmen. Was diese mit dem Greis machen würden, konnte zwar niemand sagen, aber es war Maeya’alinhs Meinung nach auf jeden Fall besser als ihn hier an Ort und Stelle niederzustrecken. Während all dem saß der Mann weiter auf dem Boden und war ganz in sich versunken. Die Elfe ließ die Anspannung fahren und lockerte sich. Sie würde vermutlich nie erfahren, ob er jemals wieder Opfer des Dämons werden würde, aber sie würde nicht gezwungen sein, hier und jetzt ein weiteres Mal gegen ihn zu kämpfen. Nach all dem, was sie bereits hinter sich hatte war Maeya’alinh trotzdem auch stets für kleine Dinge dankbar.
    Nachdem Elisa Ruppert ins Gewissen geredet hatte setzten sich Elfe und Menschenfrau in Bewegung, die kleine Blonde vor der großen, sodass sie in einem langgezogenen Gänsemarsch hinter Gisele herliefen, die in der Ferne bereits zu schrumpfen begann. Mit einem entschuldigenden Lächeln erhöhte Maeya’alinh ihr Tempo und ließ Elisa hinter sich, um zu der Kriegerin aufzuschließen. Bevor Gisele und Elisa erneut aufeinanderprallten mussten erst ein paar besänftigende Worte gesprochen werden.
    Obwohl sie sicher war, dass Gisele ihre Schritte hinter sich nicht hören konnte hatte die Elfe das Gefühl, dass sie wusste, dass sie sich näherte. Sie ging eine Weile schweigend hinter der Kriegerin und achtete auf nichts anderes als deren immer noch angestrengt gehenden Atem. Wie auch bei ihrem Streit nach Ser Almoris Tod würde es eine Weile dauern, bis Gisele sich beruhigte, doch so wie Walla zwischen ihnen vermittelt hatte konnte Maeya’alinh nun zwischen ihr und Elisa vermitteln.
    ,,Du weißt, dass Elisa nicht ganz Unrecht hatte, oder?“ Sie wusste, dass Giseles es wusste, die Frage war nur, ob es ihr auch bewusst war. ,,Oder meinst Du, dass es das einzig richtige gewesen wäre, den Mann in seiner Hütte verbrennen zu lassen?“
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    [Bild: Feieobenohne_mini.jpg]

    Feia kannte die ganzen Witze über das trübe Wetter in Ferelden und das der Regen eine Art Urzustand war, aber jetzt wo es wie aus Kübeln regnete bekam sie eine Ahnung wieso man diese Witze machte. Das Wasser welches jetzt auf sie niedertropfte und in dicken Tropfen an ihr hinunterlief machte ihr zudem klar das sie Ausrüstungstechnisch ein wenig unterversorgt war, seit ihrer Flucht hatte sie immer noch nicht daran gedacht sich einen Mantel zu besorgen. "Temps de chien.", fluchte sie leise in ihrer Muttersprache und klemmte sich eine nasse Haarsträhne hinter das rechte Ohr. Flink und in der Nähe der Häuserwände bleibend setzte sie ihren Weg durch die Stadt fort. Die Dämmerung war inzwischen angebrochen und auch wenn die Wolken die Sonne verdeckten, so wurde der Himmel allmählich heller. Plötzlich vernahm sie vor sich zwei Stimmen die sich lautstark unterhielten, untermalt von den Geräusch schwerer Stiefel auf dem Pflaster. "Stadtwachen",schoß es Feia durch den Kopf und verschwand prophylaktisch in den Schatten. Nicht gesehen werden war oft von Vorteil, denn auch hier in Ferelden war es Stadtelfen garantiert nicht gestattet Waffen zu tragen. An einer Ecke wartete die Elfe, in die Schatten gehüllt und den Blick auf die Straße gerichtet. Tatsächlich kamen kurz darauf zwei Männer in der Rüstung der Stadtwachen um die Ecke gebogen, beide lautstark unterhaltend und scheinbar ebenfalls über das Wetter am Fluchen. Ihr Blick war gesenkt und nicht sehr aufmerksam, vermutlich waren sie nur bestrebt schnellstmöglichst ihre Streife abzugehen und dann wieder in die warme Wachstube zu kommen. Feia wartete kurz, dann setzte sie ihren Weg fort und schlich dicht an den beiden Wachen vorbei. So unaufmerksam wie die beiden waren hätte sie vermutlich auch ohne Verstohlenheit und Schatten an den beiden vorbeigehen können, aber es war besser kein Risiko einzugehen. Ohne Probleme passierte sie die beiden und sah ihnen noch kurz hinterher wie sie sich starr den Blick nach vorne gerichtet von ihr entfernten. Wenn sie gewollt hätte, so wären die beiden jetzt tot, aber auch wenn sie beim Anblick von Autoritätspersonen manchmal erzürnte, sah sie im Allgemeinen keinen Grund unnötig Streit mit ihnen anzufangen. Die meisten Statdwachen waren auch nur einfache Männer die ihre Familie ernähren wollten und oft ihre Pflicht die Bewohner zu schützen ernst nahmen. Natürlich gab es aber auch in jeder Stadtwache schwarze Schafe und solche die gerne mal ins Gesindeviertel gingen um ihre Macht an ein paar dummen Spitzohren auszukosten. Für diese Sorte hatte die Elfe immer eine Klinge übrig. Feia bog bei den nächsten zwei Gassen nach rechts ab und versuchte sich erneut zu fokussieren. Sie war zornig durfte aber den Grund für ihren Zorn nicht aus den Augen verlieren und der trug keine Wachenrüstung sondern war über zwei Meter, hatte Hörner und war vermutlich schon in der Taverne. In einer engen Gasse blieb sie stehen und dachte kurz nach. Sie kannte sich nicht in der Stadt aus, hatte sie aber von Alana den Weg zu dem Gasthaus erklären lassen. Allerdings war sie am Anfang in die falsche Richtung gelaufen und musste sich jetzt neu orientieren. In der Nähe sollte ein kleiner Marktplatz sein, von dem aus hatte ihr die freundliche Elfe den Weg zur Taverne beschrieben. Tatsächlich war in der Nähe Marktgeschrei zu hören, scheinbar waren die Händler hier sehr ambitioniert und ließen sich auch von schlechten Wetter nicht abschrecken. Mit schnellem Schritt setzte sie ihren Weg fort, sie durfte nicht zu lange trödeln. Nachher hatte dieser stinkende Kossith die Taverne schon wieder verlassen oder war von den Orlaisianern getötet worden. So leicht würde sie ihn nicht davonkommen lassen.

    Nach einer weiteren Rennerei durch mehrere Gassen, erreichte die Elfe schließlich ihr Ziel und beobachtete aus einer kleinen dunklen Gasse heraus die Taverne "Zum zerbrochenen Krug". Licht brannte aus den Fenstern heraus und Stimmengewirr war zu vernehmen, ansonsten war wenig zu sehen keine Kunden die sich in den Gassen erleichterten, oder diese Orlaisianer von denen dieser Katash gesprochen hatte. Nun bei diesem Wetter waren die vermutlich auch lieber drinnen. Die Frage war nur ob der Qunari schon drinnen war, oder nicht. Falls nicht war es besser diesen Kuhmenschen abzufangen bevor er hineinging und sich für die von ihm erwiesene Freundlichkeit zu revanchieren. Aber vermutlich war er schon drinnen, immerhin war er deutlich vor ihr aus dem Bordell verschwunden und sie hatte sich dort noch mit diesen Schlägern herumschlagen müssen. Ihr blieb nichts anderes übrig sie musste wohl nachschauen, dazu hatte sie zwei Möglichkeiten, sich anschleichen und nach einem Fenster oder Hintereingang suchen oder durch die Vordertür stürmen und im Ernstfall ein wenig Chaos zu verbreiten. Nachdenklich schaute sie zu der Taverne herüber, wo sich aber nichts an der Situation änderte. "C'est tres difficile.",grübelte sie, wobei ihre Finger auf einer kleinen Glasphiole mit orange schimmernden Inhalt klopften.



    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Schließlich verließen sie die Taverne, mit verschiedenen Gefühlen. Artur war sich nicht ganz sicher, ob er gerade bei einem Missbrauch des Namens des neverranischen Königshaus beigewohnt hatte und welche Auswirkungen solche Lügen wohl auf die Integrität echter Abgesandter wie seiner Schwester und deren Ehemann hatte. Vermutlich keine, außer der Wirt kam eines Tages mit seiner Tochter bei der neverranischen Botschaft vorbei und erkundigte sich nach deren Abgesandten. Morgana hingegen war nach dieser Szene gar nicht so unfroh das sie ohne Vater aufgewachsen war, sie hätte nur wenig Gefallen gefunden an irgendjemanden verschachert zu werden, auch wenn in Lochlann nur wenig Reisende vorbeikamen. Bei Mealla hingegen drängte sich die Erkenntnis auf das wohl jede Aussage des Antivaners mit Vorsicht zu genießen war, im Lügen stand er den meisten Tevinteranern wohl in Nichts nach.

    Der Reisetag an sich war ein äußerst ruhiger und nachdem Larissa und Mordred scheinbar ihre Differenzen ohne große Schwierigkeiten beigelegt hatten, schien die allgemeine Laune auch wieder besser zu werden. Wenn Mealla die Karten richtig in Erinnerung hatte, dürften sie nicht mehr allzuweit von der Grenze zum nächstgelegenen Teyrnir entfernt sein. Dort warteten zwar unter Umständen weitere Schwierigkeiten in Form von Bürgerkrieg auf sie, aber auch die Stadt Highever wo sie wohl endlich ihr Geld bekommen würden. Ein wenig Geld, ein wenig Ruhe, vielleicht eine Massage, damit wäre die Elfe schon einigermaßen zufrieden gewesen. Die Gruppe war zwar netter als sie gedacht hatte, aber ein wenig Zeit für sich war auch nett. Im Moment hatte sie sich an die Spitze der Kolonne gesetzt und beobachtete die Wolkenfront welche sich am Horizont bewegte. Sie war groß grau und ungemütlich und schien vom Meer zu kommen, vielleicht einer dieser Küstenstürme die gerne mal ins Landesinnere zogen. Noch war er jedoch weit entfernt und es war schwer zu sagen in welche Richtung er ziehen würde.
    Morgana war ebenfalls froh das Larissa scheinbar ihren Streit mit Mordred beigelegt hatte, vielleicht würde ihre Laune dadurch wieder besser, dann konnten sie nämlich mit dem Unterricht fortfahren. Die Taverne gestern war zwar ein guter Ort gewesen, aber irgendwie war es ihr unpassend erschienen mit der Fortsetzung des Schreibunterrichts anzukommen. Letztendlich war es ja auch Larissa welche diesen haben wollte und Morgana hatte ihr diesen Gefallen bisher gerne erfüllt. Ohne Motivation des Schülers war schließlich eh nichts zu machen. Im Moment ging sie neben Artur welcher Larissa im leichten Schritt laufen ließ, ein höheres Tempo war aufgrund der Fußgänger eh nicht lange angebracht, zudem bildete er im Moment das Schlusslicht der Kolonne.
    "Ich hätte gerne eine Einschätzung eurerseits Ser Artur.", sprach sie den Ritter von der Seite an. Dieser wandte seinen Kopf zu der Hexe und schaute herab. "Wir sind ja jetzt schon eine ganze Weile unterwegs nach Orzammar und man kann nicht gerade sagen das es eine ereignislose Reise war.", begann sie als Artur sie kurz unterbrach. "Ihr wollt mich aber jetzt nicht fragen wann wir Orzammar erreichen, oder? Nach den bisherigen Ereignissen weigere ich mich nämlich lieber verbindliche Aussagen zu diesem Thema zu machen."
    "Nein, ich merke inzwischen das dies nicht im Bereich des planbaren liegt, im Gegensatz zu meiner eigentlichen Frage, wie ihr feststellen werdet wenn ihr mich ausreden lasst.", erwiderte die Hexe leicht fuchsig. Sie wurde nicht gerne unterbrochen, blieb aber ruhig.
    "Es ging eher darum ob ihr denkt das wir bis Orzammar noch viele Aufträge annehmen müssen. Immerhin müsst ihr zustimmen das diese einiges an Zeit fressen.", erklärte sie sachlich. "Nicht soviel wie die Umgehung von Dunkler Brut und die Flucht aus Elfenruinen. Und dafür bekommen wir nichtmal Geld." "Eben, wir geraten auch schon so in mehr als genügend Kämpfe. Ich verstehe das ihr Geld verdienen müsst und das man dies als Söldner durch Kämpfe tut, aber für den Fall das niemand mehr von uns Geldsorgen hat, würde ich es vorziehen nicht mehr Gefahren als nötig einzugehen. Ihr wisst das ich keine Angst vor Kämpfen haben, jedoch ziehe ich es vor mein Leben nicht leichtfertig zu riskieren." Der Ritter sah zu der Hexe hinab, bisher hatte es sie herzlich wenig interessiert ob sie einen Auftrag eingingen oder nicht, an Geld schien ihr nicht viel zu liegen. Wenn er so darüber nachdachte schien sie das ganze nur aufgrund ihrer Vereinbarung zu machen, im Gegensatz zu ihm oder Larissa wollte sie nichts in Orzammar kaufen. Er selbst kam auch ins Grübeln, hatte er nicht inzwischen auch genügend Geld für jedwede Reparatur? "Ich verstehe euren Sachverhalt und da ihr in der Ruine verwundet wurdet, kann ich verstehen das ihr solche Situationen auf ein Minimum reduzieren wollt. Nun in Highever werden wir wohl bezahlt werden, dann kann ich euch sagen wie es finanziell aussieht und es weiter nach Orzammar geht. Bis dahin kann ich euch aber zumindestens versichern nur die Kämpfe auszufechten die einem die Straßen derzeit auferlegt.",antwortete Artur entgegenkommend, woraufhin Morgana zufrieden lächelte. Auch wenn es nicht wegen ihrer Verwundung war das sie sich über die Kämpfe unterhielt, so schadete es sicher nicht wenn Artur das dachte. Und die Tatsache keine weiteren Aufträge bis Highever anzunehmen klang auch nach einer halbwegs ruhigen Weiterreise.

    Der Wind war nicht mit der Reisegruppe und anstatt den Küstensturm wegzubringen, trieb er die düsteren Wolken genau in ihre Richtung. Je weiter sie gingen desto dunkler wurde der Himmel und am Nachmittag fielen die ersten Tropfen auf die sechs Reisenden herab, deren Intensität sich schnell steigerte. Mealla holte ihren schwarzen Reisemantel aus der Satteltasche hervor, den sie über ihre Rüstung trug und zog sich die Kapuze über um den Kopf vor den immer stärker werdenden Regen zu schützen. Den Bogen verstaute sie ebenfalls in der Ledertasche um ihm vorm Regen zu schützen. Während Mealla auf ihrem Pferd die Transformation zur schwarzen Reiterin vollzog, achtete Morgana nur darauf das ihre Tasche richtig geschlossen war, machte ihren Mantel zu und zog sich die Kapuze über die schwarzen Locken. Artur hingegen blieb so wie er war und der Regen prasselte an seiner Rüstung herab und machte dabei Geräusche wie bei einem Blechdach. Auch die restlichen Drei machten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten wetterfest, was auch nötig war denn der Regen strömte jetzt nur aus den fast schwarzen Wolken herab und kurz darauf grollte der Himmel und gließend helle Blitze durchzuckten den dunklen Himmel. "Fereldisches Sommergewitter.", sprach Morgana stoisch an Mealla gewandt die gerade ihren Unmut über das Wetter ausließ und musste dabei leicht schmunzeln. Wenn man in Ferelden aufwuchs war man Regen gewohnt, auch wenn solche Stürme im Landesinnern vorhersehbarer waren als an der Küste. Ein heller Blitz erhellte erneut kurz die Gewitterfront, kurz darauf gefolgt von einem Donnergrollen. Morgana mochte es, dieses Entfesseln der Natur, sie hatte Gewitter schon immer interessant gefunden, diese urtümliche Kraft die mit gleißenden Blitzen den Himmel erleuchteten. Der Regen war allerdings eine lästige Begleiterscheinung, denn nass war Morgana nicht gerne. Die Gruppe versuchte ihren Schritt im strömenden Platzregen zu beschleunigen und einen Unterstand zu finden, doch zunächst blieb die Straße leer und bis auf ein paar verlassende Felder links und rechts war wenig zu sehen. Mealla zuckte am Anfang ab und zu reflexartig zusammen wenn der Donner besonders laut grollte. Sie hatte keine Angst vor Gewittern, aber im Norden waren diese ein wenig schwächer, außerdem bemerkte sie anhand der Abstände zwischen Donner und Blitz das diese immer näher kamen. Vermutlich würde ein Blitz eher in den erhöht sitzenden in metall gewandeten Artur einschlagen, aber dennoch hatte sie wenig Lust vom Blitz getroffen zu werden. Schließlich entdeckten ihre Augen ein wenig entfernt vom Wegesrand, zwischen zwei Feldern stehend, ein größeres Gebäude. Von der Bauart schien es ein Heustall oder eine Scheune zu sein, auf jedenfall etwas mit einem Dach was vor Regen schützte. Die Gruppe machte sich auf dem Weg zur Scheune und stemmte die verramelte Tür auf. Im Innern war sie verlassen, aber schien ansonsten intakt. Vor allem das Dach, denn wie Artur zufrieden feststellte kamen keine Regentropfen von oben herab. Sofern der Blitz nicht einschlug sollten sie also trocken bleiben. Nachdem alle drinnen waren, schlossen sie die Tür hinter sich. Die Scheune hatte vorne eine freie Fläche, wo man vermutlich einen Wagen abstellen konnte, dahinter lag immer noch Heu und Stroh, auf zwei Etagen verteilt. In drei Meter Höhe war eine zweite Ebene eingezogen worden, auf der ebenfalls Heu lag und die man mittels einer Leiter besteigen konnte. Das Heu schien schon ein wenig länger zu lagern, was mit dem Besitzer der Scheune war, wusste keiner aber da man keinen Bauernhof gesehen hatte konnte man schlecht fragen. Und falls es doch einen gab würde dieser wohl kaum bei dem Wetter das Haus verlassen. Jetzt wo die Gruppe zum Stehen gekommen war, breitete sich eine leichte Kälte in den Nassen Klamotten aus und Morgana bemerkte wie sie leicht zu zittern begann, ein Umstand der auch bei anderen Gruppenmitgliedern zu beobachten war. Allerdings schien außer Heu kein Brennstoff da zu sein und dieser war ein schlechter Brennstoff. Als Folge suchte sie sich eine Stelle wo nicht zuviel Stroh herumlag und beschwörte dort ein magisches Feuer, ähnlich der Feuerwand, nur schmaler un nicht so hoch. Nicht optimal, da es Mana verbrauchte allerdings nur sehr gering, zudem konnte sie sich mit Nimue abwechseln und hatte nicht vor es die ganze Zeit brennen zu lassen. Sobald man sich aufgewärmt und einigermaßen getrocknet hatten, mussten sie sich halt im Heu eine ruhige und warme Ecke suchen. Noch immer grollte der Himmel und der regen prasselte gegen das Dach, aber das Feuer verströmte eine wohlige Wärme. Während sich ein Teil langsam aufwärmte, begannen die Reiter derweil die Pferde abzusatteln und mit Stroh trockenzureiben. Davon war ausreichend vorhanden, sodass sie es wohl wenigstens einigermaßen bequem haben würden.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Die tote Starrheit des kargen Ödlands verschlechterte sich zunehmend als zunehmend grauere Wolken am Horizont zu erkennen waren. Das Terynier Highever begrüßte sie offensichtlich ohne jegliche Gastfreundschaft. Larissa spürte das schlechte Wetter schon bevor man die ersten Fetzen der schwermütigen Wolkenfront erkennen konnte, auf die sie nun vehement zumarschierten. Die Luft war drückend warm und doch von ekelhaft klebriger Feuchtigkeit durchsetzt gewesen und die Dalish, die ihr Leben wie alle ihres Volkes unter freiem Himmel verbrachte sagte schon früh Regen voraus. Nimue schnaubte ungläubig während Mordred munter lächelte. „Ich hoffe Ihr irrt Euch, meine Liebe.“ Larissa hob eine ihrer dunklen Augenbrauen. Immer wenn Mordred sie anzuzweifeln wagte benutze er das „Ihr“ während er beim Fechttraining oder persönlicheren Gesprächen auf das „du“ zurückgriff und ihr immer das Gefühl von Freundschaft gab. Sein „Ihr“ hingegen wirkte zwar stets freundlich, jedoch auch distanziert und offiziell. Als sich nun die Wolken in raschem Tempo unaufhaltsamen in ihre Richtung bewegten seufzte Mordred laut und Nimue stieß einen vulgären Fluch aus, für den man sie in ihren warmen Zirkelhallen sicherlich noch einige Tage schräg angesehen hätte. Dass gebildete Menschen so fluchen konnten überraschte Larissa immer wieder. Obwohl Larissa den Regen nicht scheute, nein ihn sogar mochte, löste sie vorsorglich ihren Mantel aus dem Gepäck. Er hatte schon mehr Regentage gezählt als vermutlich die halbe Gruppe zusammen. Mordred, Mealla und Artur kamen aus wärmeren Gefilden und zumindest die beiden Männer hatten sicherlich meist ein Dach über dem Kopf, ebenso wie der Rotschopf. Larissa zog den schweren, schmutzigen Stoff über ihre nackten Arme mit den arabeskenhaft verschlungenen Tätowierungen. Nimue fluchte mittlerweile so ausgesucht, dass Larissa sich nicht einmal vorstellen wollte wie es wäre wenn der Regen sie erreichte. Sogar der sternengeschmückte Reiseumhang, den Mordred der Magierin aus dem Gepäck brachte konnte ihre Laune nur kurz bessern. Als jedoch die ersten Tropfen, schwer wie fallende Bucheckern, verstummte Nimues Gemurr fast augenblicklich. Offensichtlich fand sie sich mit der Unabänderlichkeit der Situation ab, zog sich die Kapuze tief ins Gesicht und wanderte stoisch hinter dem Rest her. Während fünf von sechs Gruppenmitgliedern den Tag in trauriger Betrachtung der Lage verbrachte, erheiterte der Regenguss Larissas Gemüt so sehr, dass sie sogar lächelte und sich mit geschlossenen Augen die Tropfen ins Gesicht fallen ließ. Dann schüttelte sie sich, einem nassen Hund nicht unähnlich, und bombardierte die umherstehenden mit noch mehr Wasser.
    Der Regen hing wie ein trüber bleifarbener Dunst vor den Augen der Reisenden. Ausnahmslos alle umwickelten sich nun mit ihren Mänteln, denn Wind und Regen nahmen an ihrer Heftigkeit noch zu. Jeder für sich sprach stumme Gebete für das baldige Auftauchen eines trockenen Platzes, ein jeder an seinen Gott, Götter oder an irgendwelche anderen Mächte. Vielleicht waren es die Stoßgebete, vielleicht aber auch die Tatsache, dass sie schon einige Stunden durch den Regen marschierten doch entdeckten sie eine kleine, hölzerne Scheune die sich inmitten bearbeiteter Felder gegen den peitschenden Wind behauptete. Sie war schwer auszumachen, denn der Regen verhinderte eine weite Sicht und man hätte sie wohl verfehlt, wären Elfenaugen nicht so scharf. Die Wolken hingen so tief, als lasteten sie auf dem mickrigen Dach der Scheune. Wie ein schwarzer, behauener Fels erhob sich der Stall nun vor ihnen und eilig trieben sie die Pferde und sich selbst an, um die Sicherheit des Trockenen zu erreichen. Sie wateten über den aufgeweichten Erdboden, befreiten mit kräftigem Schmatzen die Stiefel aus dem Acker und erreichten die Scheune schließlich erschöpft aber glücklich. Zur großen Freude aller war sie weder abgeschlossen noch mit anderen Reisenden oder Tieren belegt.

    Rasch wurden die nassen Kleider ausgezogen und an einem der vielen kreuz und quer laufenden Sparren aufgehängt. Auf die durchnässten Pferde wurden abgesattelt und die Vorräte und das Gepäck vorsorglich getrocknet. Schimmel konnte sich die Reisegruppe nicht erlauben. Für diesen Stall jedoch, der sicherlich schon bessere Zeiten gesehen hatte, schien Schimmel jedoch kein Fremdwort zu sein und er stank ziemlich, doch immerhin war es trocken und größtenteils windgeschützt. Hier und da klafften Löcher in der dünnen Wand, doch konnte nicht genug Wind eindringen, um sie wirklich frieren zu lassen, vor allem nachdem Morgana auf die gescheite Idee gekommen war ein kleines magisches Feuer zu entflammen. Grundsätzlich hätte Mordred die Idee ein Feuer in einer vollen Scheune zu entzünden für Schwachsinn gehalten, doch Morgana konnte die Flamme gut kontrollieren und würde sicherlich verhindern, dass sie hier verbrannten. Larissa hingegen staunte einmal mehr über die Merkwürdigkeit der Menschen, schaute hoch zur Decke und in die vielen Ecken. Shemlen… bauen Häuser für totes Gras. „Dient das hier eigentlich einem bestimmten Zweck?“, fragte sie, die Existenzberechtigung dieses Gebäudes anzweifelnd. Mordred sah sie verwundert an, öffnete den Mund und sagte doch nichts. Schließlich schüttelte er bloß resignierend den Kopf und fuhr damit fort, seinen Sattel mit Stroh trockenzureiben.

    Der Nachmittag verging rasch, denn es waren kaum mehr als zwei Stunden, bis der Abend raschen Einzug hielt. Mordred las und schrieb Zeilen am Scheuneneingang bis das hereinbrechende Abenddunkel die Seiten zu Nebel werden ließ. Zu seiner Überraschung gesellte sich Larissa zu ihm und spähte über die Schulter auf das Geschriebene. Manche Seiten verdeckte er natürlich, vor allem die auf denen er dem Künstler in sich freien Lauf gelassen hatte und Nimue oder Mealla nackt und in aufreizender Pose skizziert hatte. Er war zwar weit weniger talentiert, als er es sich wünschte doch wusste man zumindest was wo gemeint war und die Fantasie erledigte den Rest. Larissa griff sich ein Blatt und starrte angestrengt auf die Buchstaben, las das Wort „Highever“, dann aber langsam und doch sicher vor. Danach strahlte sie, erwartete offenbar ein Lob und da Morgana gerade mit ihrem Feuer zugange war, lobte Mordred sie. Der Antivaner war froh, dass die gestrige Situation keine nachhaltigen Schäden in der aufblühenden Freundschaft zwischen Literat und Jägerin gerissen hatte. Schließlich rief Larissa Morganas Namen, worauf die Hexe – gewandet in schwarze Schatten – zu ihnen herüberkam. Larissa hob das Papier, dass sie nun schon einige Zeit studierte hoch und las vor. Es handelte sich dabei um die Schilderung der Anreise des Antivaners sowie seine ersten Erfahrungen mit einem Bann, der seine Soldaten nach Ostagar führte und ihm erlaubte den Tross begleiten zu dürfen. „Das war leicht“, sagte Larissa nicht ohne hörbaren Stolz und legte das Papier zu den anderen. Dann griff sie wahllos ein Neues und las, diesmal deutlich langsamer und unsicherer, vor: „Die Grup-pe nach Orsa – nein – Orzam…mar.“ Sie nickte wissentlich und fuhr fort, während Mordred von seinem Schriftstück aufsah und eine kurze, gebrochene Schreibfeder weglegte. „Nicht das, Larissa. Gib das her!“ Doch Larissa war schon zu sehr in der Beweisführung ihrer gesteigerten Lesekünste und fuhr fort: „Vier Grazien: eine Wild, eine Gefeerlich, eine Kalt und eine Einsahm.“ Mordred räusperte sich und korrigierte: „Einsam.“ „Hab ich doch gesagt.“ Mordred hielt die Hand ausgestreckt und Larissa übergab das Pergament ohne weiterzulesen.

    *

    Der klägliche Rest des gewittrigen Tages wurde mit einem einfachen Abendbrot und dem Beschluss, dass bei dem Unwetter keine Wachen nötig seien, beendet. Alle sechs zogen sich tiefer ins Gebäude zurück, Nimue wie immer wenn eine Schlafstätte war, als Katze. Mordred fragte sich, wie es sich wohl anfühlte, als Katze zu leben, beschloss aber nicht zu fragen. Vermutlich würde die Rothaarige ihn einfach mit einem Seitenhieb unaufgeklärt lassen. Etwas in der Art wie: „Was kümmert es Euch? Ihr werdet diese Fähigkeit ohnehin nie besitzen!“ Heftig krachte der Donner und immer wieder flackerte die Welt außerhalb der dünnen, wurmstichigen Wände in gleißendem, weißem Licht auf und zweimal donnerte es so sehr, dass die Hütte zu beben schien und die Pferde unruhig an ihren Halterungen zerrten. Feuer entzündete niemand mehr, doch gab sich jeder die größte Mühe sich warm zu halten und in Schichten aus Kleidung zu wickeln. Das Stroh piekste und Mordred hoffte, dass dort nicht allzu viel Getier umherwuselte, doch alles in allem war er froh, dass er hier drin und nicht irgendwo unter einem Baum schlief.

    ***



    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    Quote Originally Posted by Sonmoon View Post


    [Bild: onearmedava.jpg]
    "Das versucht nur mal." zischte Elisa zurück und zeigte keinerlei Anzeichen von Einschüchterung. Hatte sie vielleicht eine Ahnung! Sie hatte schon einiges hinter sich. "Und falls ihr eine von denen seid die meinen nur Zyniker hätten im Leben eine Chance tut ihr mir sehr Leid." Ideale waren nichts dummes oder naives. Wenn man keine Ideale besaß konnte man auch direkt ein dahergelaufener Straßendieb sein. Die Unterhaltung wurde jedoch von Ruppert unterbrochen. Normalerweise wäre sie bei der darauf folgenden Konversation eingeschritten, doch dieser Mann war offensichtlich ein Schleimbeutel und Betrüger, ein wenig Angst würde ihn nicht umbringen. Dennoch musste Elisa halblaut auflachen als sie das Wort Chevalier vernahm. Wieder einmal wurde ihr die Heuchelei des Rittertums bewusst. Dabei musste sie unwillkürlich an ihren Bruder denken, den sie jetzt schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatte. Als Gisele schon einige Schritte gegangen war ging Elisa zu dem Mann rüber und hob ihm am Kragen wieder auf die Füße. "Euer Bruder braucht ganz offensichtlich Hilfe. Ich rate euch eindringlichst mit dem Orden der Templer Kontakt aufzunehmen. Dabei solltet ihr selbstverständlich nicht meine Reisegefährtin hier erwähnen.....oder sonst irgendeine Verwicklung von uns. Der Orden schätzt es nicht wenn man seine Arbeit für ihn tut oder ihn nicht rechtzeitig kontaktiert. Sagt einfach euer Bruder wäre vor kurzem von irgendetwas besessen gewesen und nichts weiter. Der Rest liegt nicht in eurer oder unserer Hand. Und auch wenn ich sie immer weniger leiden mag, so gebe ich meiner Mitstreiterin recht: Wir haben die Arbeit für euch erledigt, also entlohnt uns auch der Absprache entsprechend." Dann setzte auch sie sich ungefähr zeitgleich mit der Elfin in Bewegung und ließ den eingeschüchterten Kerl mit seinem immer noch halluzinierendem Bruder alleine sitzen.
    Quote Originally Posted by Khardim View Post
    [Bild: Rafael_2.jpg] Als Kilian ihn mit einer Berührung an der Schulter weckte war Rafael sogleich wach. Er hatte nicht tief geschlafen und fühlte sich auch keineswegs richtig ausgeruht, doch erhob er sich ohne zu murren und nickte dem Hauptmann zu, der sich zur Ruhe begab. Ser Aldar lag auf der anderen Seite des beinahe ganz heruntergebrannten Feuers und wandte ihnen den Rücken zu. Ob er wirklich schlief konnte der Magier nicht sagen, aber es scherte ihn auch nicht: Wenn der ominöse Templer wach bleiben mochte, sei es aus Paranoia oder zum Schmieden finsterer Pläne, so war das seine Sache. Rafael traute dem Fremden nicht, doch fühlte er sich nicht bedroht. Er war sich sicher, dass Kilian die Einteilung mit Absicht so vorgenommen hatte, dass er zu keiner Zeit allein mit Aldar würde wachen müssen. Ob der Hauptmann damit ihn, den Leutnant oder vor allem seine Nerven schonen wollte würde aber allein sein Geheimnis bleiben.
    Leise ging er zu Ser Finan herüber, der stumm ins erlöschende Feuer schaute. Die beiden Männer nickten sich kurz zu und verwandelten sich dann in unbewegliche Abbilder uralter Wächter, die den Schlaf ihrer Kameraden beschützten. Der junge Templer war sichtlich müde und während über ihnen der Himmel langsam von schwarz zu blau wurde schien es, als könnten ihm jeden Moment die Augen zufallen. ,,Legt Euch hin.“, sagte Rafael in die Flammen hinein. Ser Finan schüttelte den Kopf und streckte sich als wolle er zeigen, dass er in vollem Saft stand: ,,Macht Euch keine Sorgen, Herr Marlov. Ich mag nicht so weit gereist sein wie Ihr und der Hauptmann, aber auch ich hatte meinen Teil was durchwachte Nächte und lange Wege angeht.“ Der Magier kam nicht umher sich den jungen Mann bei durchzechten Nächten und Strauchdiebereien vorzustellen, doch der Ton in Ser Finans Stimme ließ ihn glauben, dass er wusste, wovon er sprach. Der ländliche Norden war Rafael bisher öde vorgekommen, doch konnte er sich vorstellen, dass man auch hier schnell in Schwierigkeiten geraten konnte. Und im Gegensatz zu Kirkwall war die Obrigkeit hier nicht sogleich zu Stelle, um für Ruhe zu sorgen.
    ,,Was denkt Ihr?“, fragte der Magier, um das Gespräch nicht sogleich wieder sterben zu lassen. Zwei Stunden konnten lang sein, vor allem wenn man nichts zu tun hatte als dem Feuer beim Verlöschen zuzusehen. ,,Worüber?“, entgegnete Ser Finan. Rafael hätte ihn gern nach seiner Meinung über Ser Aldar befragt, doch wollte er kein Risiko eingehen für den Fall, dass der vermeintlich Schlafende in Wirklichkeit doch schon wach war. ,,Über diese Reise. Über den morgigen Tag. Ihr wisst, worüber.“ Der junge Templer nickte und schaute hoch zum Himmel. ,,Wen immer wir morgen antreffen werden, er wird den Kampf seines Lebens haben. Und wir vielleicht auch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der Hauptmann von irgendetwas auf dieser Welt von seiner Mission abbringen lässt. Außerdem..“ Ser Finan schaute kurz zu Ser Aldar herüber, der weiter unbeweglich auf der Seite lag. ,,… reitet nun der schwarze Tod an unserer Seite, was soll also schon noch passieren?“ Er feixte munter in sich hinein und griff zu seinen Sachen herüber, um seine Pfeife hervorzuziehen. Mit einer Geste gebot Rafael ihm, kurz zu warten und ging zu seinem Nachtlager herüber. Aus seiner Tasche holte er den Beutel mit Tabak, den ihm Kilian gegeben hatte. Er bot Ser Finan etwas davon an und gemeinsam stopften sie sich ihre Pfeifen während die ersten Mövenschreie von den umliegenden Felsen widerhallten. Würziger Rauch vereinigte sich mit dem des Feuers und stieg zum Himmel auf. ,,Habt Ihr Angst wegen dem, was kommt?“, fragte Ser Finan nach einem tiefen Zug. Der Hauptmann hatte eine glückliche Hand mit dem Tabak bewiesen, das Kraut war stark, vielschichtig und wärmte von innen ohne im Hals zu kratzen. Rafael fokussierte sich auf das ständige Licht, das ihm vor Augen stand und ihn weiter nach Norden zog, sein Nordstern. ,,Nein. Es gibt keinen anderen Weg.“, antwortete er ohne Zweifel. ,,Das heißt nicht, dass man keine Angst vor dem Weg hat.“, sinnierte der Templer leise. ,,Aber es bedeutet, dass man sich gewiss dem stellen muss, was am Ende des Weges liegt. Und vor Gewissheiten habe ich keine Angst.“
    ,,Wahr gesprochen.“, sprach auf einmal Ser Aldar, der sich aus dem Nichts zu ihnen gesellte. Die beiden Rauchenden schauten zu ihm herüber und auch wenn Rafael ein Zucken unterdrücken konnte setzte sein Herz einen Schlag aus. Wie hatte sich der Templer ungesehen bewegen können? Oder hatte das Kraut ihre Sinne benebelt? ,,Was denkt Ihr über den morgigen, oder besser heutigen Tag, Leutnant?“, fragte Ser Finan und hatte den Anstand, seinem Gesprächspartner den Rauch nicht direkt ins Gesicht zu blasen. ,,Macht Euch keine Illusionen, vor uns liegt eine Schlacht gegen einen mächtigen Feind. Und auch wenn dies eine Gewissheit ist, so ist fraglich, gegen wie viele Gegner wir ins Feld ziehen müssen. Und wie viele Kämpfer wir selbst ins Feld führen..“ Bei den seinen letzten Worten wanderten Ser Aldars Augen zu Rafael herüber und verweilten dort. Die Botschaft war unmissverständlich, doch auch ohne Kilians warnenden Worte wäre der Magier nicht auf die Provokation eingegangen. ,,Vier, Ser Aldar. Genau vier, es sei denn Ihr habt noch, sagen wir, acht weitere Männer Eures Schlages zur Hand, die sich bisher versteckt gehalten haben. In so fern ist auch dies eine Gewissheit und Ihr braucht keine Angst mehr zu haben.“ Der schwarze Templer blähte verächtlich die Nüstern und wandte sich ab. ,,Weckt den Hauptmann, wir müssen bald aufbrechen und es gibt vorher noch einiges zu besprechen.“ Ser Finan nickte und ging zu Kilan herüber, während auch Ser Aldar aufstand und ein paar Schritte um das Feuer herum ging. Rafael blieb sitzen und betrachtete den Fremden während er seine Pfeife zu Ende rauchte. Er stand zunächst abgewandt zu ihm, doch als würde er den Blick in seinem Rücken spüren drehte er sich zu dem Magier herum. Rafael sah Verachtung und Wut in seinem Blick, kaum verhohlen und gerade so beherrscht von den Fesseln der Pflicht. Was er jedoch nicht erkennen konnte war, wem dieser Hass galt: Ihm, allen Magiern oder vielleicht einfach der Welt? Er hatte das Gefühl das Ser Aldar in seinem Leben noch mehr mitgemacht hatte als Ser Finan, obwohl er im gleichen Alter zu sein schien. Und wenn auch der schwarze Templer morgen den Kampf seines Lebens haben sollte, so stand ihnen allen eine wahrhaft schwere Prüfung bevor.





    [Bild: Dethmold_Avatar.jpg] Leise auf diesen elenden Flecken Erde schimpfend ging Darius zur Taverne zurück. Dieses Pack war keinerlei Hilfe und hatte den ganzen Morgen nichts weiter getan, als seine Zeit zu verschwenden. Niemand wusste, wohin die Schiffe ab Gwaren fuhren oder ob man noch Platz auf einem bekommen konnte. Er hatte zudem den Eindruck, dass niemand sich wirklich darum scherte. Und obwohl jeder jemanden kannte oder in der Familie hatte, der vor der Bedrohung der Dunklen Brut geflohen war, schien keiner in diesem Kaff ernsthaft darüber nachzudenken, sich in Sicherheit zu bringen. Wie die Lämmer auf dem Weg zur Schlachtbank trotteten sie gemächlich durch ihr Leben und harrten der Dinge die da kamen, während sie ihr Leben mit Belanglosigkeiten vergeudeten. Ihr Schicksal war Darius egal, doch er ärgerte sich über die Zeit, die verloren gegangen war. Dreck spritzte von der Spitze seines Stabes auf, wenn er sie ins trübe Braun der Straße stieß, die kaum mehr als eine Schlammpiste war.
    In der Taverne erfuhr der Ben-Hassrath, dass Talorr inzwischen aufgebrochen war, um seinen Wolf zu holen. Darius hätte es bevorzugt, wenn der Söldner bereits zurückgekehrt und reisefertig gewesen wäre, doch anstatt sich wieder auf den Weg zu machen und nach seinem Gefährten zu suchen verließ er die windschiefe Konstruktion, die sich Gasthaus schimpfte und setzte sich auf eine ebenso krumme Bank vor der Hausfront. Wie die Statur eines alten grimmigen Mannes wartete er dort und ging alle möglichen Eventualitäten durch. Ohne Geld würde es vermutlich schwer werden, auf ein Schiff zu gelangen. Obwohl es seine Mission vielleicht behindern konnte, bereute er nicht, dass er sein letztes Geld ausgegeben hatte. Diese Entscheidung lag hinter ihm und war nicht mehr zu ändern. Sollte er niemanden finden, der ihn unentgeltlich übersetzen würde, so müsste er eben andere Wege finden. Sein ganzes Leben über hatte er Wege gefunden, dieses Mal würde keine Ausnahme sein.
    Als nach einer Weile Talorr, begleitet von seinem noch angeschlagenen, aber immerhin selbstständig laufenden Wolf, in der Ferne auftauchte erhob Darius sich und ging auf den Söldner zu. ,,Lasst uns gleich aufbrechen, vielleicht erreichen wir Gwaren noch vor Sonnenuntergang. Es wird Zeit, dass diese Reise ein Ende findet.“ Er ließ offen, dass Talorr ihn noch weiter als Gwaren begleiten konnte, denn er wusste, dass sich der Kossith dieser Option bewusst war. Auch wenn die strengen Gesichtszüge des Söldners nicht verrieten, in wie weit Darius‘ Worte während der Reise gefruchtet hatten war der Ben-Hassrath nicht bereit, seine Saat schon aufzugeben.





    [Bild: Maeyaalinh_avatar.jpg] Mit unauffälligen Blicken beobachtete die Elfe den am Boden sitzenden Alten, während zwischen Gisele, Elisa und Ruppert die Hölle loszubrechen schien. Stress und emotionaler Aufruhr machten jeden anfällig für dämonische Einflüsterungen und sollte der ehemalige Parasit des Greises grade jetzt die Gunst der Stunde nutzen, so würde die ohnehin schon hitzige Diskussion vollends aus den Fugen geraten. Aus dem Streit der drei Menschen hielt sich Maeya’alinh heraus. Sie hatte kein Interesse an der Bezahlung und auch wenn Ruppert sich weigern mochte, das Geld herauszurücken, so musste sich Gisele auf der anderen Seite die Frage gefallen lassen, warum sie überhaupt für einen so fadenscheinigen Mann zu arbeiten bereit war. Es wurde viel gebrüllt und gezetert und auch wenn ihr Hauptaugenmerk weiter auf dem Alten, dem eigentlichen Mittelpunkt des Geschehens lag, so kam sie doch nicht umher zu bemerken, wie schnell die Menschen übereinander herzufallen bereit waren, wenn Unfrieden unter ihnen herrschte. Gisele verlor schließlich vollkommen die Beherrschung und schickte Ruppert mit einem Schlag zu Boden, dem darüber scheinbar Hören und Sehen vergingen. Sein Bruder saß weiterhin teilnahmslos daneben und zeigte durch keine Regung, dass er das Streit um seine Person überhaupt wahrnehmen konnte. Mit einem hatte Elisa ohne Zweifel Recht: Dieser Mann brauchte Hilfe und auch wenn Maeya’alinh bereit war, ihn sofort in Flammen aufgehen zu lassen, wenn es notwendig sein sollte, hoffte sie doch, dass ihm ein anderes Schicksal zuteil werden würde. „Komm, Maeya! Wir ge´en und ´olen unsere Sachén! Und I´r Rüppert, sorgt liebér dafür, dass isch meine Beza´lung er´alte!“ Mit dem Zorn eines Drachen und den Allüren einer orlaisianischen Kammerzofe verschwand Gisele in Richtung des Dorfes. Ihr Zorn war förmlich spürbar und pulsierte aus ihr heraus während sie die flache Steigung der Wiese herabging. Die Elfe machte keine Anstalten, ihr sogleich zu folgen, sondern wartete stattdessen auf Elisa. Zwist hin oder her, die drei waren zusammen in den Wald hineingegangen, zusammen wieder hervorgekommen und sollten auch zusammen weiterreisen. Die Bogenschützin redete Ruppert ebenfalls ins Gewissen und riet ihm, Kontakt zu den Templern aufzunehmen. Was diese mit dem Greis machen würden, konnte zwar niemand sagen, aber es war Maeya’alinhs Meinung nach auf jeden Fall besser als ihn hier an Ort und Stelle niederzustrecken. Während all dem saß der Mann weiter auf dem Boden und war ganz in sich versunken. Die Elfe ließ die Anspannung fahren und lockerte sich. Sie würde vermutlich nie erfahren, ob er jemals wieder Opfer des Dämons werden würde, aber sie würde nicht gezwungen sein, hier und jetzt ein weiteres Mal gegen ihn zu kämpfen. Nach all dem, was sie bereits hinter sich hatte war Maeya’alinh trotzdem auch stets für kleine Dinge dankbar.
    Nachdem Elisa Ruppert ins Gewissen geredet hatte setzten sich Elfe und Menschenfrau in Bewegung, die kleine Blonde vor der großen, sodass sie in einem langgezogenen Gänsemarsch hinter Gisele herliefen, die in der Ferne bereits zu schrumpfen begann. Mit einem entschuldigenden Lächeln erhöhte Maeya’alinh ihr Tempo und ließ Elisa hinter sich, um zu der Kriegerin aufzuschließen. Bevor Gisele und Elisa erneut aufeinanderprallten mussten erst ein paar besänftigende Worte gesprochen werden.
    Obwohl sie sicher war, dass Gisele ihre Schritte hinter sich nicht hören konnte hatte die Elfe das Gefühl, dass sie wusste, dass sie sich näherte. Sie ging eine Weile schweigend hinter der Kriegerin und achtete auf nichts anderes als deren immer noch angestrengt gehenden Atem. Wie auch bei ihrem Streit nach Ser Almoris Tod würde es eine Weile dauern, bis Gisele sich beruhigte, doch so wie Walla zwischen ihnen vermittelt hatte konnte Maeya’alinh nun zwischen ihr und Elisa vermitteln.
    ,,Du weißt, dass Elisa nicht ganz Unrecht hatte, oder?“ Sie wusste, dass Giseles es wusste, die Frage war nur, ob es ihr auch bewusst war. ,,Oder meinst Du, dass es das einzig richtige gewesen wäre, den Mann in seiner Hütte verbrennen zu lassen?“


    [Bild: Mini3.jpg]

    Gisele dachte nicht einmal im Traum daran ihren theatralischen Abgang zu bremsen, nicht einmal als sie die fehlende Präsenz der kleinen Elfenmagierin verspürte. Gut! Sollte dieses dreiste Spitzohr doch bei ihrer neuen Gönnerin bleiben! Die entgegengeschleuderten Worte der Bogenschützen ließen Gisele blind für jederlei Art von Räson bleiben und dies änderte sich auch nicht, als Maeya´alinh schließlich doch gleich einer kleinen Maus, die sich bei ihr vor der Katze verstecken wollte, an ihre Seite pirschte und von dort fiepend ihre Art der Streitschlichtung zu erproben versuchte. Gisele ließ die Elfen herumparlieren. Sollte sie doch denken, dass sie den Part des Ruhepols einnahm, obgleich sie in den Augen der Kriegerin viel eher den der Opportunistin besetzte. Erst redete sie von einem Ort der „getränkt mit der Magie des Dämons“, der nach den Elfenworten kein Niederer war und dann sollten sie auf einmal den Kollaborateur schützen und bewahren, der diesem schattenhaften Schrecken erst einen Anker zu dieser Welt geliehen hatte? „Oder meinst Du, dass es das einzig richtige gewesen wäre, den Mann in seiner Hütte verbrennen zu lassen?“ Gisele blieb so abrupt stehen, dass Maeya´alinh fast in sie hineingelaufen wäre, was der Elfe sicherlich nicht geschmeckt hätte. Mit Zornesfunkeln in den blauen Augen wandte sie sich zu ihrer mittlerweile schon vertrauen Gefährtin um. Die Zeit in der sie sich der Höflichkeit halber mit ihrer Meinung zurückhielt hatte sie längst hinter sich gelassen. „Ja, das meine isch!“ Gisele stieß den gepanzerten Finger in Richtung Ruppert und dessen Bruder, vorbei an dem langen Elend, dass da mit schnellem Schritt folgte. „Wir ´ätten i´n den Kopf abschlagén und das ´erz ´erausschneiden sollen und alles voneinandér getrennt verbrennen! Du ´ast selbst gesagt, dass der Dämon zurückke´ren kann! Es ist ein verfluchtér Dämon, sein Wort ist einen Ziegenschiss wert! Und wenn er zurückkommt, dann wird es Toté geben in diese Dorf dort!“ Gisele senkte die Stimme, denn Elisa war schon bedrohlich nah. „Und diese Toten ge´en dann auf eusch, Elisa und dir!“ Noch immer wütend machte sie auf dem Absatz kehrt und stiefelte mit schimmernder und klirrender Rüstung den Hügel hinab. Dann blieb sie noch einmal stehen, wandte sich um und rief laut genug, dass auch Elisa und vermutlich auch die neugierigen Bewohner, die sich am Rande des Dorfes gesammelt hatten, es hören konnten: „Und isch will nischt, dass mir diesé Person noch einmal untér die Augen tritt!“ Damit war natürlich Elisa gemeint.


    ***


    Spoiler:(zum lesen bitte Text markieren)
    [QUOTE=Khardim;24900021]
    [Bild: Rafael_2.jpg] Als Kilian ihn mit einer Berührung an der Schulter weckte war Rafael sogleich wach. Er hatte nicht tief geschlafen und fühlte sich auch keineswegs richtig ausgeruht, doch erhob er sich ohne zu murren und nickte dem Hauptmann zu, der sich zur Ruhe begab. Ser Aldar lag auf der anderen Seite des beinahe ganz heruntergebrannten Feuers und wandte ihnen den Rücken zu. Ob er wirklich schlief konnte der Magier nicht sagen, aber es scherte ihn auch nicht: Wenn der ominöse Templer wach bleiben mochte, sei es aus Paranoia oder zum Schmieden finsterer Pläne, so war das seine Sache. Rafael traute dem Fremden nicht, doch fühlte er sich nicht bedroht. Er war sich sicher, dass Kilian die Einteilung mit Absicht so vorgenommen hatte, dass er zu keiner Zeit allein mit Aldar würde wachen müssen. Ob der Hauptmann damit ihn, den Leutnant oder vor allem seine Nerven schonen wollte würde aber allein sein Geheimnis bleiben.
    Leise ging er zu Ser Finan herüber, der stumm ins erlöschende Feuer schaute. Die beiden Männer nickten sich kurz zu und verwandelten sich dann in unbewegliche Abbilder uralter Wächter, die den Schlaf ihrer Kameraden beschützten. Der junge Templer war sichtlich müde und während über ihnen der Himmel langsam von schwarz zu blau wurde schien es, als könnten ihm jeden Moment die Augen zufallen. ,,Legt Euch hin.“, sagte Rafael in die Flammen hinein. Ser Finan schüttelte den Kopf und streckte sich als wolle er zeigen, dass er in vollem Saft stand: ,,Macht Euch keine Sorgen, Herr Marlov. Ich mag nicht so weit gereist sein wie Ihr und der Hauptmann, aber auch ich hatte meinen Teil was durchwachte Nächte und lange Wege angeht.“ Der Magier kam nicht umher sich den jungen Mann bei durchzechten Nächten und Strauchdiebereien vorzustellen, doch der Ton in Ser Finans Stimme ließ ihn glauben, dass er wusste, wovon er sprach. Der ländliche Norden war Rafael bisher öde vorgekommen, doch konnte er sich vorstellen, dass man auch hier schnell in Schwierigkeiten geraten konnte. Und im Gegensatz zu Kirkwall war die Obrigkeit hier nicht sogleich zu Stelle, um für Ruhe zu sorgen.
    ,,Was denkt Ihr?“, fragte der Magier, um das Gespräch nicht sogleich wieder sterben zu lassen. Zwei Stunden konnten lang sein, vor allem wenn man nichts zu tun hatte als dem Feuer beim Verlöschen zuzusehen. ,,Worüber?“, entgegnete Ser Finan. Rafael hätte ihn gern nach seiner Meinung über Ser Aldar befragt, doch wollte er kein Risiko eingehen für den Fall, dass der vermeintlich Schlafende in Wirklichkeit doch schon wach war. ,,Über diese Reise. Über den morgigen Tag. Ihr wisst, worüber.“ Der junge Templer nickte und schaute hoch zum Himmel. ,,Wen immer wir morgen antreffen werden, er wird den Kampf seines Lebens haben. Und wir vielleicht auch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der Hauptmann von irgendetwas auf dieser Welt von seiner Mission abbringen lässt. Außerdem..“ Ser Finan schaute kurz zu Ser Aldar herüber, der weiter unbeweglich auf der Seite lag. ,,… reitet nun der schwarze Tod an unserer Seite, was soll also schon noch passieren?“ Er feixte munter in sich hinein und griff zu seinen Sachen herüber, um seine Pfeife hervorzuziehen. Mit einer Geste gebot Rafael ihm, kurz zu warten und ging zu seinem Nachtlager herüber. Aus seiner Tasche holte er den Beutel mit Tabak, den ihm Kilian gegeben hatte. Er bot Ser Finan etwas davon an und gemeinsam stopften sie sich ihre Pfeifen während die ersten Mövenschreie von den umliegenden Felsen widerhallten. Würziger Rauch vereinigte sich mit dem des Feuers und stieg zum Himmel auf. ,,Habt Ihr Angst wegen dem, was kommt?“, fragte Ser Finan nach einem tiefen Zug. Der Hauptmann hatte eine glückliche Hand mit dem Tabak bewiesen, das Kraut war stark, vielschichtig und wärmte von innen ohne im Hals zu kratzen. Rafael fokussierte sich auf das ständige Licht, das ihm vor Augen stand und ihn weiter nach Norden zog, sein Nordstern. ,,Nein. Es gibt keinen anderen Weg.“, antwortete er ohne Zweifel. ,,Das heißt nicht, dass man keine Angst vor dem Weg hat.“, sinnierte der Templer leise. ,,Aber es bedeutet, dass man sich gewiss dem stellen muss, was am Ende des Weges liegt. Und vor Gewissheiten habe ich keine Angst.“
    ,,Wahr gesprochen.“, sprach auf einmal Ser Aldar, der sich aus dem Nichts zu ihnen gesellte. Die beiden Rauchenden schauten zu ihm herüber und auch wenn Rafael ein Zucken unterdrücken konnte setzte sein Herz einen Schlag aus. Wie hatte sich der Templer ungesehen bewegen können? Oder hatte das Kraut ihre Sinne benebelt? ,,Was denkt Ihr über den morgigen, oder besser heutigen Tag, Leutnant?“, fragte Ser Finan und hatte den Anstand, seinem Gesprächspartner den Rauch nicht direkt ins Gesicht zu blasen. ,,Macht Euch keine Illusionen, vor uns liegt eine Schlacht gegen einen mächtigen Feind. Und auch wenn dies eine Gewissheit ist, so ist fraglich, gegen wie viele Gegner wir ins Feld ziehen müssen. Und wie viele Kämpfer wir selbst ins Feld führen..“ Bei den seinen letzten Worten wanderten Ser Aldars Augen zu Rafael herüber und verweilten dort. Die Botschaft war unmissverständlich, doch auch ohne Kilians warnenden Worte wäre der Magier nicht auf die Provokation eingegangen. ,,Vier, Ser Aldar. Genau vier, es sei denn Ihr habt noch, sagen wir, acht weitere Männer Eures Schlages zur Hand, die sich bisher versteckt gehalten haben. In so fern ist auch dies eine Gewissheit und Ihr braucht keine Angst mehr zu haben.“ Der schwarze Templer blähte verächtlich die Nüstern und wandte sich ab. ,,Weckt den Hauptmann, wir müssen bald aufbrechen und es gibt vorher noch einiges zu besprechen.“ Ser Finan nickte und ging zu Kilan herüber, während auch Ser Aldar aufstand und ein paar Schritte um das Feuer herum ging. Rafael blieb sitzen und betrachtete den Fremden während er seine Pfeife zu Ende rauchte. Er stand zunächst abgewandt zu ihm, doch als würde er den Blick in seinem Rücken spüren drehte er sich zu dem Magier herum. Rafael sah Verachtung und Wut in seinem Blick, kaum verhohlen und gerade so beherrscht von den Fesseln der Pflicht. Was er jedoch nicht erkennen konnte war, wem dieser Hass galt: Ihm, allen Magiern oder vielleicht einfach der Welt? Er hatte das Gefühl das Ser Aldar in seinem Leben noch mehr mitgemacht hatte als Ser Finan, obwohl er im gleichen Alter zu sein schien. Und wenn auch der schwarze Templer morgen den Kampf seines Lebens haben sollte, so stand ihnen allen eine wahrhaft schwere Prüfung bevor.


    [Bild: p2OOKiliansmall.jpg]

    Kilian wachte auf noch bevor Ser Aldar dem anderen Templer den Befehl gab, den Hauptmann zu wecken. Es war keine fassliche Sache gewesen, die ihn geweckt hatte, auch nicht ein erfrischter Geist, der ihn zum Tatendrang nötigen wollte; nein es war viel eher ein ungesundes Gefühl gewesen, resultierend aus fast schon nebulöser Feindseligkeit, die um das Feuer waberte – in Gestalt eines schwarzgewandten, hochgeschossenen Mannes. Er lauschte kurz der Unterhaltung, zu müde um schon Ambitionen zu zeigen einzuschreiten, wandte sich dann aber um als Ser Finan zu ihm stapfte und bedeutete ihn mit einer müden Geste, dass er bereits wach sei. Ser Finan, der nicht weniger müde wirkte, nickte und ging zum Abschlagen ins Gebüsch. Kilian drehte sich auf den Rücken und schaute in den immer heller werdenden Himmel. Er hatte wieder einmal von Saskia geträumt und wieder einmal mit erschrecken festgestellt, dass das Bild ihres Gesichtes von Mal zu Mal mehr verblasste. Mittlerweile schien sie mehr einem Porträt entstiegene zu sein, als die lebendige Erinnerung an die einzige Frau, die er je geliebt hatte. Kilian kniff die Augen zusammen und versuchte sich mühsam das schöne Gesicht in Erinnerung zu rufen, doch die weit entfernten Stimmen der anderen Mitstreiter verhinderten jegliche tiefere Konzentration. Schließlich gab er auf, seufzte resignierend und setzte sich auf. Sowohl Rafael als auch Ser Aldar waren in geschäftiger Stimmung, wenngleich der bedrohliche Unterton des gegenseitigen Misstrauens in ihrem Handeln lag, einen untergründigen Beweis liefernd, dass der eigene Geist und Körper wach und bereit sei.
    „Und so färbt sich die Goldene Stadt schwarz. Mit jedem Schritt, den du in meiner Halle machst.“
    Kilian, inzwischen stehend, den Staub und Schlaf abklopfend, wandte sich zu Ser Finan, der wieder aus dem Gebüsch kam und dabei lässig sein Großschwert zurechtrückte. „Wieso zitiert Ihr so häufig den Gesang des Lichts, Ser Finan?“, fragte Kilian nach während er sich unbeholfen einen Stiefel auszog und einen garstigen, kleinen Stein der sich in der Nacht hineingestohlen haben musste, auskippte. Ser Finan zuckte die breiten Schultern. „Weil ich ihn kenne und weil er das Leitbild der Kirche und somit auch des Ordens ist.“ „Ihr kennt ihn offenbar sehr gut.“ Finan nickte stolz. „Ich lese ihn mindestens einmal im Monat.“ Kilian staunte, dann fiel ihm jedoch ein, dass der Templer vermutlich kaum mehr zu tun hatte, als den Geist wach zu halten. „Gibt es viele Schriftstücke im Dorf?“, fragte Kilian und zog sich den Stiefel wieder an. Der Andere zuckte mit den Achseln. „Habt Ihr nie ein anderes Buch gelesen, als den Gesang?“ „Kein Bedarf!“, gab Finan zurück und lächelte. Erst jetzt fiel Kilian auf, wie einfach gestrickt der Kerl war. Ein feiner Kontrast zu Ser Aldar. Offen und ehrlich, einfach und bereit zu tun, was getan werden muss. Und treu dem Orden und seiner Hierarchie gegenüber. „Habt Ihr denn schon viele Kämpfe bestritten?“, bohrte Kilian nun weiter im Leben des Templers. Schon wieder zuckte dieser nichtssagend. „Ein paar Diebe stellen und ihnen das Diebesgut abnehmen, einen paar Wegelagerer verjagen und einmal habe ich gegen einen Mietmörder gekämpft. War keine große Herausforderung.“ Während Finan detailgetreu den kurzen Kampf, die Ausrüstung des angeheuerten Dilettanten, den Auftraggeber beziehungsweise die Auftraggeberin, die ihren Mann ermorden lassen wollte und allerlei dazugehörigen Dorfklatsch wiedergab, fühlte Kilian sich hundeelend. Ser Finan war bei Weitem nicht bereit für die Jagd nach Abtrünnigen, nach Dämonen und nach gut ausgerüsteten Söldnern. Allerdings machte seine Entschlossenheit und – wenn man nach seinem Aussehen gehen mochte – seine Wildheit diesen Nachteil wieder wett. Hoffentlich. Der Hauptmann wusste, dass es zu spät war den jungen Templer fortzuschicken. Zudem war Ser Finan nicht minder verpflichtet, die Menschen gegen das Böse zu schützen, als er selbst oder der grimmige Aldar. Letztgenannter machte sich gerade daran, seine frugale Habe auf sein wahrhaft fruchteinflößendes Streitross zu verladen. Die Eisenglieder seiner Panzerung knirschten und zerrissen so die Schläfrigkeit des jungen Morgens. Dieser revanchierte sich mit einem ganzen Geschwader schwarzer Krähen, die unter wütendem Krächzen von einem nahen Baum her in den Himmel aufflatterten. Wäre Kilian abergläubisch, so hätte er dies wohl als schlechtes Omen gedeutet. Mit silbernem Klang pflanzte Ser Aldar den Topfhelm auf den Sattelknauf und ließ dann prüfend den Blick schweifen, packte dann sein Schwert und gürtete sich und zog sich dann unter geräuschvollem Scheppern die Panzerhandschuhe an.
    Den Rittern helfend geben Waffenschmiede,
    die Rüstungen nietend, mit geschäft´gem Hammer
    der Vorbereitung grauenvollen Ton.

    Ser Finan sah den Hauptmann, der diese Worte leise gemurmelt hatte, mit einer Mischung aus Verunsicherung und Interesse an. „Ist dies ein Schlachtgesang im Orden von Starkhaven?“ Kilian lächelte leise. „Nein. Das habe ich irgendwo mal gelesen…
    Irgendwo, das war in einem Gedichtband, den er zusammen mit ihr im Garten des Zirkels gelesen hatte, zwischen duftendem Ginster auf einer weißen Marmorbank sitzend, die Sonne auf das Haupt fallend und das träge Summen der Bienen als einzige Untermalung des Moments. Ihre Hand in der seinen…

    *

    Es dauerte bis spät in den Mittag hinein bis die Gruppe um den Hauptmann sich bis zu den Anfängen der Sturmküste durchgeschlagen hatte. Die Straßen wurden zusehend schlechter, zerfurcht von den kräftigen, salzigen Regengüssen die vom Meer aus in starken Unwettern über die zerklüfteten Berge peitschten, die wie eine einstmals stolze, nun aber zerbröckelte Mauer das Meer vor den Blicken der Reisenden abschirmte. Blankgeputzte Steinkuppen blitzen in immerwährender Nässe auf, wenn die Sonne es für wenige Augenblicke schaffte, sich durch das dichte Gewühl granitgrauer Wolken zu beißen und schummrige Strahlen gen Erde zu senden. Ein verzweifelter und letztlich sinnloser Kampf, denn an diesem Tag blieb der Himmel ebenso rau wie das nur zu erahnende Meer. Die Anspannung wuchs mit jedem hufklappernden Schritt und auch die Tiere waren von dieser Nervosität nicht ausgenommen. Nervös wieherten sie einander zu, fast so als wollten sie sich gegenseitig Mut zusprechen während ihre Besitzer stumm und mit versteinerten Mienen den Blick auf den Horizont richteten. Hinter diesem Horizont fiel das Gelände rasch ab, wurde karger und lief schließlich in einen steinigen, schlickübersäten Strand aus, auf dem man nur abgelutschtes Treibholz und gebrochene Muscheln fand. Kilian hatte die Sturmküste bei seiner Ankunft umschifft. Dem Erbauer sei Dank war der Himmel damals klar gewesen und die See ruhig. Kilian war kein guter Seefahrer und obwohl er seinen Magen besser unter Kontrolle hatte als so manch anderer unerfahrener Passagier, erfasste ihn bei dem Gedanken von einer schaumgekrönten Welle in seiner Rüstung in die unendlichen Tiefen des Meeres gezogen zu werden nackte Furcht. Also war er dankbar und sprach seinem Schöpfer diese Dankbarkeit tausendfach aus. Er kam jedoch nicht umhin die merkwürdigen Felsformationen zu bestaunen, die dort in Ufernähe der Küste aus dem Wasser ragten. Sie sahen aus wie behauener Stein, unwillkürlich dort platziert. Türme aus grauem Basalt, dicht gedrängt wie Soldaten in einem Heerhaufen. Ein pockennarbiger Seemann mit Händen wie knotige Seile erzählte ihm, dass es vermutlich die Zwergen gewesen waren, die solcherlei Muster in den Fels schlugen und sei es nur aus Spaß an der Freude. Er deutete auf eine mächtige Statue, die Kilian bisher nicht einmal wahrgenommen hatte. Sie untermauerte die These des Mannes, denn dargestellt war ein riesiger Zwerg, mit erhobenen Armen einen Hammer oder ähnliches Werkzeug stemmend. Aus irgendeinem unnennbaren Grund lief dem Templer bei dem Anblick ein Schauer über den Rücken. Vielleicht war es einfach die Bestätigung der eigenen Nichtigkeit gewesen; er wusste es nicht mehr. Er wusste nur noch, dass er damals den Blick rasch abwandte und sich dazu zwang nicht erneut dorthin zu sehen. Jetzt, da er auf dem Rücken eines Pferdes und damit weitaus wohlwollender reisend erneut auf die Sturmküste zuhielt erfasste ihn ein Gefühl, dem alten nicht unähnlich und er hoffte, dass man ihm sein Unwohlsein nicht ansehen konnte. Rafael und Ser Finan hatten in stummer Übereinkunft beschlossen, dass der beste Weg mit dem Stress umzugehen das kontrollierte Verbrennen von Tabak war, doch der würzige Geruch verlor sich in den salzigen Prisen und der dünne Rauch, der emporstieg war gegen den dunklen Himmel nicht zu erkennen. Ser Aldar schien indes in brennender Erwartung zu stehen. Mehr als einmal zuckte sein Blick hastig wie der eines Raubvogels zu dem Hauptmann, dann zu den beiden Pfeifeschmauchenden und weg zur fernen Küstenlandschaft. Selbst bei dem fahlen Tageslicht sah der Templer kaum lebendiger aus, als in der Dunkelheit. Ein hageres, dünnes Gesicht mit erschreckender Ähnlichkeit zu einem Totenkopf. Die Begierde mit der sich der schwarze Templer in den Kampf werfen wollte ließ Kilian missmutig mit der Zunge schnalzen. Überstürztes Handeln und Dummheit waren in der Schlacht ebenso gefährlich wie Feigheit. Mit einem Griff zur Seite vergewisserte er sich zum gefühlt einhundertsten Mal, ob Helm und Schild an ihrem Platz waren. Zur Seite schauend warf er Rafael einen vielsagenden Blick zu. Vermutlich würde es heute enden - auf die eine oder auf die andere Weise.
    Shepard Commander is offline Last edited by Shepard Commander; 25.05.2016 at 14:21. Reason: Nachsatz zu Ser Aldar.
  13. #93
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    Darius

    [Bild: Sarah_klein.png]
    Die Wunde sah gut aus und heilte zufriedenstellend. Das Fieber sank leider nicht und Sarah seufzte laut während sie in ihrem kleinen Rezeptbuch blätterte. Sie besaß viele Rezepte, die sie im Lauf der Zeit gesammelt hatte, doch leider war keines dabei, dass Darius helfen konnte. Sie hatte schon davon gehört, dass es Rezepte für so starke Tinkturen gab, die halfen auch ohne eingenommen zu werden, doch sie hatte bisher noch nie das Glück einen Heiler zu treffen, der diese Rezepte mit ihr tauschen wollte.

    Noch einmal begab sie sich in den Keller und durchsuchte ihn in der Hoffnung etwas zu finden, dass sie benutzen konnte. Sie lächelte leicht als sie die vielen Kräuter sah. Die meisten nahmen diese zum Würzen von Speisen, doch was viele nicht wussten, dass viele dieser Kräuter auch zum Brauen von Medizin und Heiltränken verwendet werden konnten, wenn man sie richtig mischt. Plötzlich viel ihr etwas ins Auge und sie hielt die Fackel näher um zu sehen, was es ist. Es war ein kleines Buch und vorsichtig nahm sie es an sich. Sobald sie den Keller verlassen hatte setzte sie sich neben das Feuer und öffnete das Buch. Sarah ließ es beinahe fallen als sie bemerkte, dass es Rezepte für Medizin enthielt. Jeder gute Heiler hatte solch ein Buch, sie eingeschlossen, und es war der größte Schatz für Jemanden, der die Heilkunst beherrschte. Nur sehr selten gab er es aus der Hand und noch seltener tauschte ein Heiler seine eigenen Rezepte mit einem anderen Heiler. Meistens erbte der Schüler eines Heilers dieses Buch sobald er die Aufgaben seines Meisters übernahm. Die junge Frau hätte das Buch von ihrer Meisterin erhalten sollen, doch durch die Umstände ihres Todes und da Sarah verstoßen wurde, bekam sie es nie in ihre Hände. Ihr blieb nichts anderes übrig als ein eigenes Buch zu beginnen.

    Normalerweise würde sie nie ohne zu fragen in dem Rezeptbuch eines anderen Heilers lesen, doch Darius‘ Zustand wurde nicht besser und sie hatte keine Wahl. Mit geübtem Auge erkannte sie sofort, dass sie die meisten Rezepte kannte, nein, das war nicht ganz korrekt. Sie kannte die Wirkungen dieser Rezepte, doch die Rezepte selbst waren ihr fremd. War es tatsächlich möglich diese Tinkturen und Tränke mit diesen Kräutern herzustellen? Die meisten Kräuter waren ihr bekannt, doch von einigen hatte sie noch nie gehört. Sarah presste die Lippen zusammen als sie die ihr unbekannten Rezepte eingehend studierte. Einiges machte Sinn, anderes wieder nicht. Sie wünschte, sie könnte mit dem Heiler reden, der diese Rezepte zusammengestellt hatte, denn sie würde sicherlich einiges von ihm oder ihr lernen können. Letztendlich fand sie ein Rezept für eine Tinktur, dass Fieber senken konnte indem man diese Tinktur in kaltes Wasser gab und den Körper damit kühlte. Würde diese Tinktur wirklich helfen? Zumindest bei diesem Rezept waren ihr die benötigten Kräuter bekannt und sie hatte diese auch da. Der jungen Frau war etwas unwohl, da sie ein ihr unbekanntes Rezept ausprobieren musste, doch ein Blick auf Darius sagte ihr, dass sie keine Wahl hatte. Sofort machte sich Sarah daran diese Tinktur zu brauen und bei Darius anzuwenden. Sie schickte ein Gebet zum Erbauer, dass diese Tinktur wirkte und den Zustand des jungen Mannes nicht verschlimmerte.
    Annalena is offline Last edited by Annalena; 04.06.2016 at 08:31.
  14. #94
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    Sarah

    [Bild: DariusTruhnfal.png]

    Weiter und weiter kämpfte sich Darius nach oben als ihn plötzlich ein kühler, heilsamer Strom umfing der seine Kräfte langsam erneuerte und steigerte. Endlich durchbrach sein Kopf die Oberfläche und er wurde sich seines Körpers wieder bewusst. Sein Körper schmerzte ein wenig als ob er tagelang gelegen hätte. Rücken, Gesicht und Kopf juckten und sein Bauch brannte ein wenig.
    Er vernahm ein leises , melodisches Summen und er spähte durch seine beinahe geschlossene Augenlider. Erst war sein Blick nur getrübt und verschwommen, klärte sich aber mit der Zeit.
    Die junge Frau, Darius begann sich an ihre Gegenwart zu erinnern, die seine Wunden versorgt und ihn in seine Hütte gebracht hatte, hatte sich über ihn gebeugt und befühlte gerade seinen Bauch.
    Die Kapuze ihres Umhangs, er erinnerte sich das sie sich standhaft geweigert hatte ihr Gesicht zu zeigen, war zurückgeschlagen. Er konzentrierte seinen Blick und erkannte ein hübsches Gesicht mit einigen schlimmen Narben darin.
    Die Frau begann jetzt seinen Körper mit feuchten Umschlägen zu bedecken und Darius Nase nahm den Geruch einiger seiner Küchenkräuter auf. In seinem Kopf erhob sich ein lautloses Kichern und mit immer noch beinahe geschlossenen Augen sprach er die Frau mit rauer Stimme an. "Wenn du fertig bist mich zu würzen willst du mich dann Kochen oder Braten". Dann öffnete er die Augen vollständig. "Hättest du vielleicht etwas zu trinken bei der Hand? Mein Mund und mein Hals sind ziemlich ausgetrocknet".
    Als die Frau ihn jetzt erschrocken ansah blitzte der Schalk in seinen Augen.
    RainStorm is offline
  15. #95
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    Patrick

    Logan

    Vanitas

    [Bild: SPdKUSfYhFaizah_Ava.jpg]

    Nachdem der Neuling sich als Patrick vorgestellt hatte und Vanitas folgte, nannte sie ebenfalls ihren Namen. Den Gruß der Krähen ließ sie dieses Mal allerdings weg. Gemeinsam verließen sie die Stadt – Vanitas auf seinem Pferd und sie mit Patrick zu Fuß. So hatte sie wenigstens die Zeit, ihn zu mustern. Er trug eine schlichte Lederrüstung, schien aber kein Kämpfer oder Schurke wie sie zu sein. Denn ein Schwert trug er nicht bei sich. Allerdings einen Stab, der am Ende in eine Klinge überging. Bei genauerer Musterung konnte sie anhand der Verzierungen feststellen, dass es wohl ein Magierstab sein musste. Das war interessant. Es konnte sich hierbei wohl nur um einen Abtrünnigen handeln. Doch sowas war Faizah einerlei. Solange er sie nicht angriff. Dann würde er sterben.

    Unterwegs begegneten ihnen kaum andere Reisende. Die Umgebung wirkte trostlos, nachdem sie die letzten Häuser hinter sich gelassen hatten. Irgendwann hatte Vanitas sich auch für einen kleineren, unwegsameren Weg entschieden. Faizah störte sich nicht daran.

    Als die Dämmerung langsam einsetzte, entdeckte Faizah eine Wegsperre. Auch Vanitas hatte sie entdeckt, denn er zügelte sein Pferd und stieg ab. Faizah zog die Schatten heran und verschmolz mit ihnen, bevor sie die Aufmerksamkeit der Soldaten auf sich zog. Vanitas ging auf die Sperre zu und fing ein Gespräch mit den Soldaten an. Mist, er sprach von Gefährten. Sie konnte es noch nicht gebrauchen, dass die Soldaten sie entdeckten. Aber es schien, als hätten die Soldaten es nicht wirklich wahrgenommen. Denn schließlich konnten sie ja nur zwei Personen ausmachen und nicht mehr. Es waren die üblichen Fragen, woher die Reisende kämen und wohin sie wollten. Allerdings erzählten sie auch, dass ein Mörder hier im Umland unterwegs war. Faizah wurde hellhörig. Gab es noch Jemand anderes, der Spaß am Morden fand? Ein Konkurrent? Vanitas schien es jedoch nicht zu kümmern. Natürlich verlangten die Soldaten für die Weiterreise einen Wegzoll. Zuerst reagierte Vanitas spöttisch, doch plötzlich schien er bereit zu sein, den Zoll zu zahlen. Faizah blickte erstaunt zu ihm. Damit hätte sie nicht gerechnet. Mit seiner nächsten Aktion überraschte er sie erneut. Bevor die Soldaten auch nur reagieren konnten, hatte er sein Schwert gezogen und dem Sprecher den Kopf abgeschlagen. Faizahs Augen leuchteten freudig auf. Während er sich dem nächsten Soldaten zuwandte, suchte sich Faizah ihren eigenen Gegner, eilte hinter ihn und griff an. Dabei tauchte sie aus den Schatten auf, allerdings in der Hocke und durchtrennte mit dem ersten Dolch erst die linke Oberschenkelarterie und dann mit dem zweiten die rechte. Der Mann ging zu Boden. Faizah kümmerte sich schon nicht mehr um ihn, schließlich würde es nur einige Sekunden dauern, bis er verblutet war. Sie sprang auf den nächsten zu, dem sie einen gezielten Tritt in die Weichteile verpasste. Als er mit schmerzerfülltem Gesicht stöhnend zu Boden sank, schlug er instinktiv seine Hände schützend vor die Beine. So schlampig. Seine Deckung war nun nicht mehr vorhanden, so zog Faizah ihren Dolch quer über seine Kehle. Blut spritzte auf sie. Sie lachte wild.
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    [Bild: Aril_Ava.png] »,mae‘, es ist ja alles gut« hörte Aril die Elfe zu Gwess sagen. Sie konnte erkennen, dass Glandis sich sorgte und sie selbst hatte auch Bedenken. Die Wölfe schienen sich nicht länger von dem Schlachtfeld fernzuhalten und was sollte sie dann hindern, Aril und Glandis einen Besuch am Fluss abzustatten? Sie wollte sich diese Begegnung gar nicht ausmalen - und die Pferde waren in noch größerer Gefahr. Alles deutete darauf hin, dass die vier gehen mussten.

    »Gute Frage« antwortete Glandis auf Arils Frage, was mitzunehmen sei. Sie kleidete sich an und vergaß auch die Rüstung nicht. ARil tat es ihr nach - nach der Begegnung mit den Wölfen wollte sie jeden Schutz am Körper, den sie haben konnte und sie nahm auch beiden Waffen mit. »Ich werde Gwess mitnehmen. Möchte sie nicht allein lassen. Aber ich gehe neben ihr. Der „Spaziergang“ wird ihr gut tun und mir zeigen, wie weit sie ist.« Aril nickte. Auch sie wollte Trovoa mitnehmen - denn ihn alleine am Fluss lassen war keine Option.»Was mitnehmen?«»Ja, was?« murmelte Glandis vor sich hin. »Zwei Dinge, Wasser und Tücher für den Mund.«

    Aril handelte schon. Sie sattelte Trovao mit Sattel und Satteltasche, legte ihm das Zaumzeug um und rieb ihm liebevoll die Nase.
    Dann wandte sie sich an Gwess, die ruhig dastand und anscheinend Glandis Nähe zu suchen schien. Ihr Schwanz zuckte immer wieder durch die Luft, obwohl keine Fliegen zu sehen waren. Gwess drehte unablässig die Ohren in alle Richtungen, wie es Aril auch ihrem eigenen Pferd aufgefallen war.
    Die beiden Tiere witterten, dass etwas in der Luft lag. Aril glaubte nicht, dass sie alleine weglaufen würden, aber sie waren definitiv beunruhigt.

    Sie machte noch einen Schritt auf Gwess zu und berührte das Pferd am Hals. "Ruhig Gwess, beruhige dich. Mae," versuchte Aril und konnte nicht verhindern, dass sie Glandis einen fragenden Blick zuwarf. Hatte sie es richtig gesagt? Durfte sie als Mensch das tun oder verstieß sie damit gegen irgendwelche Elfengesetze?

    Großflächig strich Aril der Stute das Fell und gelangte an die Wunde am Rücken. Der Schorf war dick und hart, und ging nahtlos in den Fellansatz über. "Es geht ihr immer besser!" teilte Aril Glandis frreudig mit. "Sieh nur, der Schorf ist so fest, er wird bald von selbst abfallen und dann ist die Wunde verheilt und das Fell wächst darüber!"

    Aril ließ von Glandis' Pferd ab und wandte sich der Elfe zu. "Sie wird die Strecke sicherlich gut schaffen. Sie ist bei weitem nicht mehr so schwach wie vor ein paar Tagen. Der Ring wirkt wohl sehr gut - und deine Pflege war sicher genauso wichtig."

    Sie sah sich noch im lager um: "Wasser und Tücher sind gut, ja. Aber sonst fällt mir nichts ein, was uns helfen könnte."
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  17. #97
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    Glandis | Am Flussbaum • Ein Pferdeschwanz

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Sie mochte nicht, was sie tat. Sie musste Gwess mitnehmen und wollte es nicht. Dort wo es hingehen sollte, das war nicht ihr Ding. So stand sie sich selbst ein wenig im Wege. Sicher, in ihrem Kopf war es klar. Sie mussten zum ehemaligen Flüchtlingslager. Der Grund: Es wurde als Vorratslager betrachtet. Hätten sie entschieden: ein Ort der Toten, dann ja dann … sie seufzte. Es half ja nichts. Sie brauchten Behältnisse für das Wasser. Zur Not, wenn sie jetzt los müssten, dann würde es auch ohne Wasser gehen. Doch wer wollte so ein Risiko? Leider hatten die Wölfe ihr den Morgen verdorben. Die Fallen waren noch nicht nachgesehen und sie mussten die Pferde mitnehmen. Es war dabei ohne Belang, ob es nun passte oder nicht. Doch hier am Flussbaum, den Aril vor Tagen entdeckt hatte und der ihr kleines zu Hause geworden war, hier konnten sie die Pferde nicht mehr allein lassen. Sie mussten sich zu dem noch wappnen. Aber die Dalish trug bereits alles, was sie an Bekleidung dazu brauchte und an Waffen hatte. Sie sah auch, wie Aril ihre beiden Schwerter anlegte. Zur Jagd war ja nur eine Waffe als ausreichend angesehen worden.

    So kam es auch, dass sie eher wie durch einen Nebel die Dinge um sie herum wahrnahm. Sie hörte, wie ihre Begleiterin sagte: „Ruhig Gwess, beruhige dich. mae,“. Doch ihre Sprache aus einem anderen Munde zu hören regte sie weder auf noch erfreute sie es in einer besonderen Weise. Sie war sich nicht sicher, ob es für die Stute gut war, was die Vernunft gebot. So überlies sie freiwillig Aril das Feld. Sie erkannte, wie sich die Adlige um die Braune kümmerte und untersuchte. Aber der Einschätzung verstrich in dem Nebel: „Es geht ihr immer besser. Sieh nur, der Schorf ist so fest, er wird bald von selbst abfallen und dann ist die Wunde verheilt und das Fell wächst darüber!“ Sie war sich nicht sicher, ob sie so handeln durften. Denn es war ihr Wille und ihre Entscheidung so zu handeln. Würde Gwess es auch wollen? Würde sie selbst auf dem Rückweg zu ihrem Entschluss stehen? Was …

    Eine direkte Anrede von Aril riss den Schleier auf: „Sie wird die Strecke sicherlich gut schaffen.“ »Sicher?«, fragte die Dalish zurück. Denn sie war es nicht. Und so streifte sie unentwegt mit der einen und dann mit der anderen Hand ihre rosenblonden Haare hinter das rechte oder das linke Ohr zurück. Aus irgendeinem Grunde wippte immer eine dieser Strähnen in ihr Gesicht.

    „Sie ist bei Weitem nicht mehr so schwach wie vor ein paar Tagen.“ »Das stimmt«, antwortete die Dalish und begann in ihren Taschen zu kramen. Sie zog ein Band heraus. Es war eigentlich eher ein stärkerer Faden, doch er zeigte eine gewisse Farbigkeit. Diesen schlug sie doppelt zusammen, bildete eine Schlinge und griff sich hinten an den Schopf. Die dann folgende Handlung musste schon mehrfach ausgeführt worden sein. Denn als sie fertig war mit ihren rosenblonden Haaren, lagen diese glatt zusammengefasst und hinter diesem bunten Dings von einer Schleife wippte nun ein keckerer Schwanz. Glandis grinste und sagte das, was sie dachte: »Nun habe ich auch einen Pferdeschwanz …«

    Diese kleine Abwechslung brachte ihr eigentliches ich zurück. Sie griff noch einmal mit den Händen nach ihren Haare, doch es es schien alles zu passen. Und so fügte sie noch an: »Warum auch immer, sie wachsen hier so schnell, müsste mal die Länge … doch so wird es gehen.«

    Dann nahm sie die Zügel, die Gwess mittlerweile trug. Denn so hatten sie das Pferd gefunden. Mit Zügel, aber ohne Sattel. Sie schaute zu Aril, die abreisebereit war und sagte eher fragend: »Aril, können wir sie wirklich mitnehmen? Oder muten ihr wir ihr etwas zu? Ich weiß wir brauchen die Wassergefäße, doch ein Tier dafür hingeben? Ich bin so unentschlossen, denn hier lassen geht auch nicht?«

    Wie sie das so gesagt hatte, seufzte die Dalish. Es war zu spüren, dass es ihr nicht egal war. Aber das Ausreden schien ihr bereits geholfen zu haben. Nun waren ihre Zweifel offenbart und sie fühlte sich freier als zuvor.
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  18. #98
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    Yonice

    Ayden

    [Bild: 4SwLKzqqxG82wAKV9h1RsE2GZMHnqPDarion_portrait.png]

    Yonice verweigerte die Hilfe des Fremden und quälte sich alleine auf die Beine. Arwan blickte sie nur hilflos an. Jedoch bedankte sich Yonice für die Hilfsbereitschaft, auch wenn eine tiefe Verbitterung in ihrer Stimme mitklang. Sie bestätigte auch nochmals, wie hilflos sie sich fühle ohne ihr Augenlicht und sie nicht wisse, wie sie irgendetwas tun solle. „... Ich wäre schon längst tot, hätte sich Arwan nicht um mich gekümmert… doch wie lange wird er an meiner Seite sein bevor es für ihn zu viel wird?“ Außerdem bestand sie darauf, nun in die Kirche zu gehen um mehr über die vermissten Kinder zu erfahren.

    „Sagt doch nicht sowas, Yonice! Natürlich werde ich bei dir bleiben!“ Etwas leiser murmelte er vor sich hin:„Meine Schuld, meine Schuld, meine Schuld!“


    »Wenn ihr in die Kirche wollt, dann nicht wegen dem Auftrag. Sondern fragt nach einer Hilfe für eure Augen. Zumindest wäre schon eine saubere Mullbinde mit etwas Salbe ein guter Anfang …« Nach einem Zögern fügte Ayden hinzu: »Vielleicht fragt man auch nach Mutter Carol, denn die wird ja eine Kräuterkundige sein.«

    Bei den Worten Aydens zuckte Arwan zusammen, dem das Schuldbewusstsein nun deutlich ins Gesicht geschrieben war.

    „Wir haben drüben in der Hütte erfahren, dass der Heiler momentan nicht da ist. Aber er wird Geld verlangen für die Behandlung und wir haben es nicht. Aber wir dürfen mit Mutter Carol nicht darüber reden!“ Nein, auf keinen Fall! Sie würde bestimmt sofort die Magie spüren! Und dann würde man ihn zurück in den Zirkel bringen. Oder schlimmeres. Als der Fremde fragte, ob er der Qunari helfen solle oder Arwan es übernehmen wolle, blickte er ihn nachdenklich an: „Sagt, ein Templer seid Ihr nicht? Wenn nicht, dann würdet Ihr Euch uns vielleicht anschließen? Könnt Ihr vielleicht auch Yonice helfen zu kämpfen, auch ohne etwas zu sehen? Falls so etwas überhaupt möglich sein sollte.“ Er zögerte kurz, bevor er dann hinzufügte: „Wegen der Bezahlung... Geld haben wir keines, doch würden wir den Lohn der Aufträge mit Euch teilen.“ Gespannt blickte er Ayden an. Er hoffte, dass Yonice seiner Überlegung zustimmen würde.
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  19. #99
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    [Bild: Maeyaalinh_avatar.jpg] Mit unauffälligen Blicken beobachtete die Elfe den am Boden sitzenden Alten, während zwischen Gisele, Elisa und Ruppert die Hölle loszubrechen schien. Stress und emotionaler Aufruhr machten jeden anfällig für dämonische Einflüsterungen und sollte der ehemalige Parasit des Greises grade jetzt die Gunst der Stunde nutzen, so würde die ohnehin schon hitzige Diskussion vollends aus den Fugen geraten. Aus dem Streit der drei Menschen hielt sich Maeya’alinh heraus. Sie hatte kein Interesse an der Bezahlung und auch wenn Ruppert sich weigern mochte, das Geld herauszurücken, so musste sich Gisele auf der anderen Seite die Frage gefallen lassen, warum sie überhaupt für einen so fadenscheinigen Mann zu arbeiten bereit war. Es wurde viel gebrüllt und gezetert und auch wenn ihr Hauptaugenmerk weiter auf dem Alten, dem eigentlichen Mittelpunkt des Geschehens lag, so kam sie doch nicht umher zu bemerken, wie schnell die Menschen übereinander herzufallen bereit waren, wenn Unfrieden unter ihnen herrschte. Gisele verlor schließlich vollkommen die Beherrschung und schickte Ruppert mit einem Schlag zu Boden, dem darüber scheinbar Hören und Sehen vergingen. Sein Bruder saß weiterhin teilnahmslos daneben und zeigte durch keine Regung, dass er das Streit um seine Person überhaupt wahrnehmen konnte. Mit einem hatte Elisa ohne Zweifel Recht: Dieser Mann brauchte Hilfe und auch wenn Maeya’alinh bereit war, ihn sofort in Flammen aufgehen zu lassen, wenn es notwendig sein sollte, hoffte sie doch, dass ihm ein anderes Schicksal zuteil werden würde. „Komm, Maeya! Wir ge´en und ´olen unsere Sachén! Und I´r Rüppert, sorgt liebér dafür, dass isch meine Beza´lung er´alte!“ Mit dem Zorn eines Drachen und den Allüren einer orlaisianischen Kammerzofe verschwand Gisele in Richtung des Dorfes. Ihr Zorn war förmlich spürbar und pulsierte aus ihr heraus während sie die flache Steigung der Wiese herabging. Die Elfe machte keine Anstalten, ihr sogleich zu folgen, sondern wartete stattdessen auf Elisa. Zwist hin oder her, die drei waren zusammen in den Wald hineingegangen, zusammen wieder hervorgekommen und sollten auch zusammen weiterreisen. Die Bogenschützin redete Ruppert ebenfalls ins Gewissen und riet ihm, Kontakt zu den Templern aufzunehmen. Was diese mit dem Greis machen würden, konnte zwar niemand sagen, aber es war Maeya’alinhs Meinung nach auf jeden Fall besser als ihn hier an Ort und Stelle niederzustrecken. Während all dem saß der Mann weiter auf dem Boden und war ganz in sich versunken. Die Elfe ließ die Anspannung fahren und lockerte sich. Sie würde vermutlich nie erfahren, ob er jemals wieder Opfer des Dämons werden würde, aber sie würde nicht gezwungen sein, hier und jetzt ein weiteres Mal gegen ihn zu kämpfen. Nach all dem, was sie bereits hinter sich hatte war Maeya’alinh trotzdem auch stets für kleine Dinge dankbar.
    Nachdem Elisa Ruppert ins Gewissen geredet hatte setzten sich Elfe und Menschenfrau in Bewegung, die kleine Blonde vor der großen, sodass sie in einem langgezogenen Gänsemarsch hinter Gisele herliefen, die in der Ferne bereits zu schrumpfen begann. Mit einem entschuldigenden Lächeln erhöhte Maeya’alinh ihr Tempo und ließ Elisa hinter sich, um zu der Kriegerin aufzuschließen. Bevor Gisele und Elisa erneut aufeinanderprallten mussten erst ein paar besänftigende Worte gesprochen werden.
    Obwohl sie sicher war, dass Gisele ihre Schritte hinter sich nicht hören konnte hatte die Elfe das Gefühl, dass sie wusste, dass sie sich näherte. Sie ging eine Weile schweigend hinter der Kriegerin und achtete auf nichts anderes als deren immer noch angestrengt gehenden Atem. Wie auch bei ihrem Streit nach Ser Almoris Tod würde es eine Weile dauern, bis Gisele sich beruhigte, doch so wie Walla zwischen ihnen vermittelt hatte konnte Maeya’alinh nun zwischen ihr und Elisa vermitteln.
    ,,Du weißt, dass Elisa nicht ganz Unrecht hatte, oder?“ Sie wusste, dass Giseles es wusste, die Frage war nur, ob es ihr auch bewusst war. ,,Oder meinst Du, dass es das einzig richtige gewesen wäre, den Mann in seiner Hütte verbrennen zu lassen?“
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    [Bild: Mini3.jpg]

    Gisele dachte nicht einmal im Traum daran ihren theatralischen Abgang zu bremsen, nicht einmal als sie die fehlende Präsenz der kleinen Elfenmagierin verspürte. Gut! Sollte dieses dreiste Spitzohr doch bei ihrer neuen Gönnerin bleiben! Die entgegengeschleuderten Worte der Bogenschützen ließen Gisele blind für jederlei Art von Räson bleiben und dies änderte sich auch nicht, als Maeya´alinh schließlich doch gleich einer kleinen Maus, die sich bei ihr vor der Katze verstecken wollte, an ihre Seite pirschte und von dort fiepend ihre Art der Streitschlichtung zu erproben versuchte. Gisele ließ die Elfen herumparlieren. Sollte sie doch denken, dass sie den Part des Ruhepols einnahm, obgleich sie in den Augen der Kriegerin viel eher den der Opportunistin besetzte. Erst redete sie von einem Ort der „getränkt mit der Magie des Dämons“, der nach den Elfenworten kein Niederer war und dann sollten sie auf einmal den Kollaborateur schützen und bewahren, der diesem schattenhaften Schrecken erst einen Anker zu dieser Welt geliehen hatte? „Oder meinst Du, dass es das einzig richtige gewesen wäre, den Mann in seiner Hütte verbrennen zu lassen?“ Gisele blieb so abrupt stehen, dass Maeya´alinh fast in sie hineingelaufen wäre, was der Elfe sicherlich nicht geschmeckt hätte. Mit Zornesfunkeln in den blauen Augen wandte sie sich zu ihrer mittlerweile schon vertrauen Gefährtin um. Die Zeit in der sie sich der Höflichkeit halber mit ihrer Meinung zurückhielt hatte sie längst hinter sich gelassen. „Ja, das meine isch!“ Gisele stieß den gepanzerten Finger in Richtung Ruppert und dessen Bruder, vorbei an dem langen Elend, dass da mit schnellem Schritt folgte. „Wir ´ätten i´n den Kopf abschlagén und das ´erz ´erausschneiden sollen und alles voneinandér getrennt verbrennen! Du ´ast selbst gesagt, dass der Dämon zurückke´ren kann! Es ist ein verfluchtér Dämon, sein Wort ist einen Ziegenschiss wert! Und wenn er zurückkommt, dann wird es Toté geben in diese Dorf dort!“ Gisele senkte die Stimme, denn Elisa war schon bedrohlich nah. „Und diese Toten ge´en dann auf eusch, Elisa und dir!“ Noch immer wütend machte sie auf dem Absatz kehrt und stiefelte mit schimmernder und klirrender Rüstung den Hügel hinab. Dann blieb sie noch einmal stehen, wandte sich um und rief laut genug, dass auch Elisa und vermutlich auch die neugierigen Bewohner, die sich am Rande des Dorfes gesammelt hatten, es hören konnten: „Und isch will nischt, dass mir diesé Person noch einmal untér die Augen tritt!“ Damit war natürlich Elisa gemeint.

    [Bild: onearmedava.jpg]
    Bei dieser ganzen Charade fragte Elisa sich wen Gisele hier eigentlich mehr überzeugen wollte, die Elfe und sie oder sich selbst. Dabei hatte sie anfangs so anders gewirkt. "Keine Sorge, das Gefühl beruht ganz auf Gegenseitigkeit." erwiderte sie in kühlem Ton als sie in Hörweite war, nicht im geringsten vorhabend sich auch zu so einer kleingeistigen Schreierei hinreißen zu lassen. Es tat ihr nur um Maeya'alinh leid, die sie eigentlich nach wie vor sympathisch fand. Sie würde sie noch zurück zum Ort begleiten, die Entlohnung einstreichen sowie ihre Sachen einsammeln, dann würde sie weiterziehen. Noch lag sie nicht all zu sehr im Reiseplan zurück und man würde sich Zuhause keine Sorgen machen.
    Sonmoon is offline
  20. #100
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    Lana

    [Bild: Char_Samira.png]
    Ihr Vater war verletzt… er lebte, aber er war verletzt. Samira schwieg und alles um sie herum verschwamm. Sie hörte nichts, sie sagte nichts und sie wehrte sich nicht als jemand sie mit sich zog. Ihr Vater war verletzt und es beruhigte sie ganz und gar nicht, dass Bann Colston sich um ihn kümmerte. Ihr Vater war stark, unbesiegbar und sie konnte sich nicht vorstellen, dass er diesen Kreaturen zum Opfer gefallen sein könnte. Doch warum sollte der Comte lügen? Und was war mit ihren Brüdern? Was war mit ihrer Mutter? Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich so hilflos gefühlt. Was sollte sie nun tun? Sie musste ihren Vater retten und ihre Mutter und ihre Brüder, aber… sie war hilflos, schwach und einfach nur erbärmlich. Sie konnte nicht kämpfen, sie konnte ihre Familie nicht retten, sie konnte ja nicht einmal sich selbst retten. Das einzige, worin sie gut war, war ihre Musik und das würde ihr jetzt nicht helfen.

    Samira wusste nicht wie viel Zeit vergangen war als ihr wieder alles gewahr wurde, doch sie befand sich auf einem Pferd und blinzelte überrascht, sie hatte gar nicht mitbekommen, was um sie herum passiert war. Ein kurzer Blick über die Schulter zeigte ihr, dass der Comte das Pferd lenkte. Hastig drehte sie sich wieder zurück um ihre rötenden Wangen zu verbergen. Der Comte war… so nah und sie konnte die Wärme spüren, die von ihm ausging. Erschöpft lehnte sie sich gedankenverloren zurück und ihre Wangen röteten sich noch mehr als ihr bewusst wurde wie nah sie ihm jetzt war. Sie spürte ihn und… nein, sie konnte… sollte sich jetzt nicht in solchen Gedanken verlieren. Hoffentlich empfand der Comte es nicht als zu aufdringlich, dass sie jetzt so nah bei ihm war, doch sie brachte es nicht fertig sich wieder nach vorne zu beugen. Seine Nähe gab ihr etwas Geborgenheit und beruhigte sie. Nervös knabberte sie an ihrer Unterlippe. Sie fühlte sich sicherer, da sie ihm so nah war, aber… Sollte sie vielleicht doch wieder etwas Abstand zwischen sich und dem jungen Mann bringen? Was, wenn er dachte sie wäre ein leichtes Mädchen, dass sich jedem Mann an den Hals warf?

    Bevor sie entscheiden konnte, was in dieser Situation angemessen war, kamen sie auf einem Schlachtfeld an und Samira erbleichte. Der Kampf musste heftig gewesen sein und sie schluckte beim Anblick von so viel Tod und Blut bevor sie die Augen schloss und tief durchatmete, was keine gute Idee war als der Gestank der toten Kreaturen in ihre Nase drang. Sie würgte leicht und sprang rasch vom Pferd bevor sie über das Schlachtfeld huschte und sich bei einigen Büschen übergab. Ihrem Magen ging es etwas besser, doch die Übelkeit blieb auch wenn sie nicht mehr so stark war. Es war ihr unausgesprochen peinlich, dass der Comte sie sehen musste und sie blinzelte einige Tränen weg. Was würde er jetzt von ihr denken? Aus ihren Augenwinkeln heraus sah sie eine Gestalt in einer ihre bekannten Rüstung liegen. Ihre Augen weiteten sich bei dem Anblick und ihr schoss plötzlich durch den Kopf, dass sie sich nicht bei Lana für ihre Rettung bedankt hatte. Was musste die Elfe nur von ihr denken? Sie mochte die Elfe nicht, um ehrlich zu sein machte sie ihr sogar Angst, trotzdem hätte sie ihre Dankbarkeit bekunden sollen. Die junge Frau näherte sich langsam der Elfe, die regungslos auf dem Boden lag und kniete sich neben sie. War sie tot? Sie konnte nicht alle Wunden erkennen, doch sie sah sofort, dass ein Teil ihres Ohres fehlte und überall war Blut, so viel Blut, doch Samira konnte nicht sagen, ob es nur das Blut der Elfe war. Mit zittrigen Händen fühlte sie nach einem Puls und atmete erleichtert auf als sie einen fand. Lana lebte noch, doch sie benötigte Hilfe und zwar schnell. Samira richtete sich auf und blickte den Comte an. „Lana ist schwer verletzt. Wir sollten ihr helfen…“, beschämt senkte sie den Kopf bevor sie fortfuhr. „Ich… sie hatte mich gerettet und ich habe mich nicht einmal bedankt…“ Ihre Augen weiteten sich. „Oh, ich… Ihr habt mir auch geholfen, nicht wahr, es tut mir leid, so leid… bitte verzeiht mir, wenn ich so undankbar erscheine… ich… mein Vater, meine Mutter und meine Brüder… es war so viel für mich und Danke. Danke für Eure Hilfe mein Herr und…“ Sie wusste, dass sie stammelte und richtete ihren Blick wieder auf Lana. „Ich kann ihr helfen, vielleicht, ich habe nichts bei mir… nur das was ich trage…“ Ein lautes Bellen unterbrach sie und sie blickte Schneeflocke an, die neben ihr saß. „… und Schneeflocke natürlich… Habt Ihr Wundumschläge oder Kräuter bei Euch?“ Sie blickte sich um und drehte sich schnell wieder weg bevor sie sich wieder übergeben musste. „Wir… wir sollten sie nicht hier behandeln. In der Nähe ist ein kleiner Bach, dort könnten wir ruhen und uns um Lana kümmern.“ Ihr Blick landete auf den Comte. „Würdet Ihr mir helfen sie zu bewegen?“
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