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    Mar 2012
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    Elisa

    Maeya´alinh

    [Bild: Mini3.jpg]

    Schlag auf Schlag folgten nun Reaktion auf Aktion. Mit voller Wucht flog donnernd eine Tür auf und einen Augenblick später stand Elisa im Raum, grob und gertenschlank wie eine Birke, der man einen langen Umhang über das Geäst geworfen hatte. Sie schaute Gisele kaum an, denn ihr Blick galt dem Alten, der sich erbärmlich zitternd vor Gisele zusammenkrümmte. Kaum hatte die einarmige Bogenschützin den Mund geöffnet um eine rätselhafte Anschuldigung gegen den Mann auszusprechen, da huschte auch schon Maeya´alinh in den Raum und untermalte das Birkenbild mit dem Auftauchen eines Eichhorns. Zwar trug die Elfe keinerlei Rot, doch ihre huschenden Bewegungen und der schiere Größenunterschied ließen Gisele doch unwillkürlich dieses Bildes vor den Augen aufblitzen. Birke und Eichhörnchen standen da und starrten die glänzende Kriegerin an und dann deren Geisel. Und plötzlich fing der alte Mann an zu reden doch in seiner Stimme lag nichts mehr von der ursprünglichen Klangfarbe. Die kräftige Stimme des unfreiwilligen Gastgebers war etwas gewichen, was man weniger als Stimme denn mehr als Ahnung eines Flüstern beschreiben könnte. Die Lippen bewegten sich und formten die Worte und doch blieb der Anschein, der Mann würde schweigen und jemand anderes sprach. Jemand mit ungesunder Kühle in der Stimme. Er redete von dem Dorf und von ausbleibender Gefahr und in Gisele, die ihren Auftrag mittlerweile völlig vergessen hatte, regte sich die Hoffnung, dass sich die Bezahlung gerade von selbst in ihre Taschen arbeitete. Das Gesicht des Alten war starr und bleich wie eine Totenmaske. Dann ertönte ein kurzes Geräusch, das Gisele unwillkürlich zusammenzucken ließ. So als habe jemand einen undefinierbaren Laut von der Intensität einer zuschlagenden Tür ausgestoßen. Die beiden anderen Frauen schienen davon weit mehr betroffen zu sein, also schlussfolgerte Gisele, dass es sich um eine Art magischer Welle handelte. Dies führte sie jedoch kurzfristig zu der Frage, wieso Elisa ebenfalls so heftig auf Magie reagierte während Gisele dafür fast taub blieb. Weder hatte sie die zwischenweltliche Erfahrung erleiden müssen, deren Elisa den Alten beschuldigt hatte, noch konnte sie wie Maeya´alinh von einer Präsenz eines Dämons sprechen. Unfein sammelte sie etwas Spucke und spie in die Ecke um ihren Missmut gegen Hexerei und Hokuspokus kundzutun und zugleich das Böse, dass sich angeblich in derlei Thematik verborgen hielt und die Gedanken verpestete, abzuwehren. Jeder, selbst die eigentlich säkular denkende Kriegerin wusste, dass gegen das Böse Spucke, Eisen und Steinsalz half. Oder die Amulette der weisen Frauen Rivains – der Seherinnen. Eine Schande, dass sie das ihre damals gegen eine Handvoll Silber eingetauscht hatte…
    Der Alte sackte zusammen, seine Lider flatterten wild und krampfhaft zuckten seine Glieder. Gisele wiegte das nun unnütze Stück Stahl in ihrer Hand, warf unsichere Blicke zu den Frauen neben ihr und schob die Klinge dann schließlich wieder in die Schwertscheide. Maeya´alinh, die am weitesten Bewanderte in magischen Fragen, bestätigte Giseles Vermutung der Magie nun obwohl daran vermutlich nie ein Zweifel bestanden hatte. Sie sprach gar von einem Dämon. Gisele versuchte sich die Nervosität bei dieser Erwähnung nicht anmerken zu lassen, doch waren die Geschichten ihres Bruders glasklar präsent. Sie wusste was ein Dämon und wozu er imstande war. Jeder Versuch der Elfe um Aufklärung ging Fehl während Elisa und Gisele sich nervös in dem schmutzstarrenden Zimmer umsahen. Die fahle Farbe der Bücher schien der Kriegerin plötzlich ungesund intensiv zu sein, das Bild in dem Buch stand ihr noch immer vor dem geistigen Auge und eine unnennbare Furcht vor den Konsequenzen ihres Hierseins brodelte in ihrem Innersten. Es war weniger eine Furcht um sich selbst, denn Gisele hatte schon so manche Gefahr gemeistert; nein es war viel eher eine Furcht um das Wohlergehen ihrer Gefährtinnen. Wenn hier also ein Dämon war der es offenbar auf die beiden anderen Frauen abgesehen hatte, so wäre es Giseles Schuld, wenn ihnen etwas zustoße. Immerhin hatte sie eingewilligt die, die beiden könnten sie bei ihrem Auftrag begleiten. Die Orlaisianerin war nie eine gute Anführerin gewesen und wollte auch nie eine sein und dennoch wusste sie um die Aufgabe der Verantwortung für jene, die man in die Schlacht führte. Und eine Schlacht war es, wenn auch ohne das Singen von Metall und Lachen klebrigen Blutes. „Was passiert, wenn wir i´n tötén?“, fragte Gisele vorsichtig. Sie war nicht erpicht darauf einem der Ohnmacht nahen Mann abzustechen, doch wenn er der Wirt für den Dämon war…
    Die Kriegerin zog das Kurzschwert vom Rücken und ließ die Klinge im Dämmerlicht der Hütte funkeln. „Wäré der Dämon dann besiegt?“ Unweit des Türrahmes stürzte mit dumpfem Knall ein schwere Buch zu Boden und ließ Elisa, die ihm am nächsten stand heftig zusammenzucken. Eine der Vasen auf dem Sims vibrierte klappernd, so als wolle sich der Dämon ihnen ins Gedächtnis rufen. Der Alte zuckte und verlor sich brabbelnd in seinen Geistlosigkeiten und Gisele war vollkommen ratlos. Sie wollte dem Haus entkommen, konnte es jedoch nicht ohne vorher mit der Situation fertiggeworden zu sein. In ihrem Kopf ging die Schwarzhaarige die Szenarien durch, eins blutiger als das andere. Dem Alten die Kehle durchzuschneiden, dann hinauslaufen und Maeya´alinh mit magischem Feuer das ganze Haus dem Erdboden gleichmachen war ihr bisher der rationalste Plan. Angesichts der Geschichten ihres Bruders schien „Gnade“ keine Option zu sein, ganz gleich was die kalte Stimme gehaucht hatte.


    ***


    Artur & Morgana & Mealla

    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Mordred lächelte den Neuankömmlingen, die sich in eine ungewollt gebildete Lücke zwängten, mit flüchtigem Interesse zu. Vor allem der massige Artur bildete einen himmelschreienden Kontrast zu den filigranen Elfen, denn er ragte heraus wie ein kantiges Berggestein aus einem dichten Espenwald. Abgesehen von Nimue befanden sich nun alle Gefährten an dem großen Feuer und so hatte Mordred ein schönes Publikum zusammen. Er argwöhnte jedoch, dass es im Anschluss an den Minnesang keine klirrenden Münzen und keine Liebkosungen der Damen geben würde, obwohl er sowohl die Wärme Ileis als auch Larissas genoss. Das schmälerte seine Entzückung über die funkelnden Augen und die Ehrerbietung die in ihnen lag jedoch kaum und so strich er sanft über die Saiten und sang so schön als würde er dafür bezahlt werden. Er sang eine traurige Ballade von zwei Liebenden; die eine stürmisch wie das Meer, der andere frei wie ein Vogel. Wie alle Balladen dieser Art endete sie mit einem unterdrückten Herzensseufzer der Frauen. Romantik traf, unabhängig der Rasse oder des Alters. Dann setzte er zu einem fröhlicheren Lied an, der ein beseeltes Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer zauberte, von denen viele im schnelleren Takt mit den Füßen wippten. Schließlich, die Sterne standen bereits in unendlicher Zahl am Himmel, endete das gemeinsame Beisammsein und die Dalish verkrümelten sich in ihre Landschiffe. Die Gefährten machten sich indes auf zum Zelt, begleitet von den Blicken der aufgestellten Wachen. Obwohl es hier nun friedlich und fast freundlich schien zweifelte Mordred, der mit wiegendem Schritt voranging, nicht daran, dass es genug der Dalish gab die die Finger an der Sehne des Bogens hielten und insgeheim auf eine Chance hofften, die ungebetenen Gäste doch noch zu filetieren. Immerhin hatte Ilei ihm ihre Zuneigung beim Fortgehen durch einen raschen Augenaufschlag kundgetan während andere Elfen ihm zunickten und sachte lächelten.
    Die aufgebauten Feldbetten waren hart, die Decken dünn aber die Felle dick und flauschig und in dieser Nacht schlief Mordred wie ein König. Nimue hatte sich in Katzengestalt auf einem Bett inmitten der Felle zusammengerollt und beachtete ihre Reisegefährten bei deren Erscheinen gar nicht.

    Larissa kam zum Schlafen nicht in das Zelt der Gruppe. Auch die Zeit des nächsten Tages verbrachte sie meistens mit den anderen Dalish und sprach mit ihnen im schnellen Elfisch, sodass Mordred, der sie bei seinen Spaziergängen im Lager häufiger antraf, nichts verstand. Sie lächelte ihn freundlich an, nickte grüßend und fuhr dann fort wohlklingende, verschnörkelte Laute auszusprechen auf die die anderen Dalish mit ebenso schönen Lauten antworteten. Die Jägerin wirkte wie ausgewechselt. Ihre wilde Mähne hatte sie mit Mühe und sicherlich einiger Hilfe etwas gebändigt und sogar gekämmt und zu einem lockeren Zopf zusammengefasst. In ihren Haaren waren weiße Blümchen eingeflochten, weiße Anemonen. Den schmutzigen, selbstgeflickten Reisemantel hatte sie abgelegt und ebenso den Harnisch. Stattdessen war sie nun in grün und braun gekleidet, wie die meisten der Dalish. Eine grüne, langärmlige Bluse und darüber eine braune Lederweste mit aufgestickten Blattmotiven. Die vielen Ringe und Armreifen waren geputzt und schimmerten über den Ärmeln und selbst die zahlreichen Ohrringe schienen zu blitzen. Auch hatte Larissa eine elfische Eleganz wiederentdeckt, die ihren sanften Gang begleitete und dem stolz gehobenen Kopf Anmut verlieh. Mordred staunte darüber, denn irgendwie erschien im Larissa erwachsen.
    Das Frühstück der Dalish, die ihr Hiersein stumm akzeptierten, erwies sich als überaus schmackhaft und gesund. Es gab zumeist Obst und Gemüse, leckeres süßes Brot und mit Honig versüßte Milch. Das erklärte zumindest, warum Larissa so eine Naschkatze war, allerdings nicht wieso sie immer so futterte als habe sie noch nie im Leben richtiges Essen gesehen. Ob sich die junge Dalish hier ebenfalls solcher Unmanier bediente, vermochte Mordred nicht zu sagen, denn Larissa aß und trank mit den anderen Elfen, die sich ihrer fast aufdrängten. Vor allem die Jüngeren schienen ganz erpicht auf die Geschichten und Abenteuer der gleichaltrigen Jägerin zu sein und hingen an ihren Lippen wie an denen eines Barden, was Mordred zugegebenermaßen ein wenig eifersüchtig werden ließ. Dennoch freute er sich über das erheiterte Gemüt seines inoffiziellen Schützlings. Zudem war er sich sicher, dass er selbst recht gut bei diesen Geschichten wegkam, denn die meisten Elfen waren ihm gegenüber freundlich und aufgeschlossen. Aufgeschlossener zumindest als gegenüber Artur, Nimue und Mealla. Morgana hingegen mied man fast völlig, was zweifellos an der magischen Aura lag, der anders als bei Nimue etwas Unkontrolliertes inne lag, ähnlich einer Naturgewalt. Zudem tuschelten die Elfen mit gedämpfter Stimme oder verstummten gänzlich, sobald sie sich näherte was Mordred zu dem Schluss führte, dass die Hexe ihre Kenntnisse der elfischen Sprache zur Schau gestellt hatte. Mordred selbst übte sich in Bescheidenheit und ließ sein Schwert, das er zum Zeichen des Vertrauens tragen durfte, im Zelt. Nach den vielen Strapazen der Reise war ihm nie aufgefallen, wie schmutzig seine Kleidung geworden war, doch nun nutze er die Chance und bürstete Dreck und Blut von seiner Lederjacke, wusch die Stiefel und putzte die Schnallen und seinen Gürtel. So gestriegelt wanderte er gern die schönen Pfade zwischen den Aravels entlang, streckten den Rücken durch und steckte die Daumen in den Gürtel. Wann immer es ihm möglich war versuchte er Anschluss an die Elfen zu knüpfen, denn Einsamkeit lag ihm fern und die Worte über die Verehrung der Dalishkultur die er in seine Rede eingeflochten hatte, fußten auf Tatsachen. Wie alles, was er gesagt hatte. Er war nicht auf sonderlich viele Dinge im Leben ernsthaft stolz, doch auf die Entscheidung mit den Dalish gegen die herrischen Menschen zu kämpfen schon. Mordred gab sich Mühe diese Bewunderung nach außen zu kehren und so mehr Anschluss zu finden. Sein Plan funktionierte, obgleich die Dalish nicht darauf verzichteten untereinander im Elfischen zu sprechen, wenn er dabei war. Allerdings übersetzte man ihm die wichtigeren Parts dann und gegen Mittag wurde er einmal mehr gebeten seine Harfe zu holen und etwas zu spielen. Diesmal allerdings zur Untermalung alltäglicher Arbeiten, denn gerade war eine Truppe Jäger zurückgekehrt und brachte zwei erlegte Rehe und einen Schwung Eichhörnchen sowie zwei Hasen mit. Hocherfreut sagte Mordred zu und spielte eine bei Hof beliebte Melodie während sich die Elfen um die Zubereitung der Beute kümmerten. Heute würde niemand hungern.

    Die Klänge von Mordreds Instrument klirrten durch das Lager und obwohl Nimue die Schönheit in dem Liedchen erkannte und wahrnahm, war ihr gar nicht nach Musik und Tanz. Stattdessen stiefelte sie durch das Lager und prüfte mehrfach ihre Habe. Eigentlich glaubte sie nicht, dass die Elfen sie bestehlen würden, sie ärgerte sich nur über den Verlust ihres Zeltes. Um diesen auszugleichen suchte sie mehrere Dalish auf und fragte sie, ob sie irgendwo ein Zelt erstehen könnte doch die Dalish schienen ihr gegenüber ablehnender als Mordred und antworteten nicht. Sie sprachen nur in ihrer Sprache miteinander und schauten die Magierin mit unverhohlener Geringschätzung an, die sie ebenso kalt erwiderte. Die Ablehnung blieb beidseitig und als Nimue feststellte, dass sie nicht weiterkam, wandte sie sich an die Einzigen, die ihrer Sprache gemein waren. „Ritter!“, schnalzte ihre Stimme quer über den Platz. Artur, der gerade auf einer Kiste saß und gedankenverloren Löcher in die Luft starrte. Vermutlich versuchte er seine Denkleistung auf dem Minimum zu halten um die Grenze der Belastung nicht auszureizen. Nimue stoppte vor ihm und bedachte ihn mit einem scharfen Blick. Dann seufzte sie innerlich. Artur hatte ihr nichts getan, es gab keinen Grund ihn anzufahren oder sich ihm gegenüber unfreundlich zu verhalten. Nimue räusperte sich und sage dann in sanfterem Tonfall: „Entschuldigt mein harsches Auftreten. Ich… ich bin zugegeben etwas gereizt. Diese ganze Situation hier… Die Reise verlief so anders als ich es gedacht hatte.“ Nimue suchte sich einen Sitzplatz auf einer Kiste neben Artur und ließ sich nieder, die Unterarme auf die Oberschenkel aufgelegt und den Kopf erschöpft nach Vorn gebeugt. „Ich möchte Euch nicht belästigen. Wenn Euch meine Gegenwart zuwider ist, dann sagt es frei heraus!“ Sie schaute die blauen Augen des Ritters, die sie verständnislos ansahen. „Ich fühle mich hier noch immer wie eine Gefangene. Ich muss zugeben, dass ich mich beim Treffen unserer Abmachung verschätzt habe, um genauer zu sein: ich habe mich selbst über- und die Strapazen der Reise unterschätzt. Ich habe bisher durchgehalten, doch spüre ich die Erschöpfung schwer auf mir lasten. Und dieser Ort hier, er verspricht mir keine Erholung. Ehrlich gesagt weiß ich nicht einmal, wo ich sie zu finden hoffe.“ Den letzten Satz murmelte Nimue eher an sich selbst gewandt als an Artur, während sie ihren Blick ziellos über sein Haupt hinweg schweifen ließ. „Ich wünschte wir würden Aufbrechen, Ser Ritter, und uns in zivilisierte Gefilde begeben.



    ***


    Rafael

    [Bild: p2OOKiliansmall.jpg]

    Ich denke wir sollten bald aufbrechen“, sagte der Templer mit echtem Mitgefühl in der Stimme. Er wagte es zwar nicht, diesen Vergleich zu erwähnen, doch konnte er Rafaels Zerrissenheit vielleicht mehr nachfühlen, als er sich hatte eingestehen wollen. Nur waren es bei Kilian zwei Leiber an zwei Orten… einer hier im nassen und kalten Ferelden, einer dort im Turm des Zirkels von Starkhaven. Und obwohl er wusste, dass die Abreise durch die Nacht nur suspensiv wäre, entließ er den Magier mit einem zustimmenden Nicken. Rafael hatte heute Mittag bereits viel geschlafen, doch hatte er damit vermutlich nur das Defizit der letzten Nacht ausgeglichen und wenn seine Mutmaßung sich als wahr erweisen sollte und sie bereits am nächsten Tag auf diesen mysteriösen Schattenfeind treffen sollten, so bräuchten sie gestärkte und ausgeruhte Leiber und stählernen Willen. Letzterer war bei Kilian beinah omnipräsent, bei Rafael zweifelhaft. Denn während Kilian die Pflicht antrieb schien es bei dem Magier zu einer persönlichen Fehde ausgeufert zu sein und mit Emotionen sollte ein Magier stets Vorsicht walten lassen. Mit wenigen Worten wandten sich die Männer ihren Betten zu.

    Ein weiterer Tag
    Ich habe aufgehört die Tage durchzuzählen oder mit einem Datum zu versehen. Obgleich wir erst wenige Tage auf der Fahrt sind, scheint es mir als sei ich bereits ein halbes Leben auf der Jagd nach dem Phylakterion. Ich habe nie ein ruhiges Leben gewollt, habe den Kampf nie gescheut wenngleich nie danach verlangt und doch häufen sich die Umstände täglich auf. Die zweite Reise mit Herrn Marlov ist nicht von weniger Gefahr geprägt als die Erste. Und diese Abenteuer – wenn ich sie denn so nennen darf – spotten meinem Zeitgefühl. Früher habe ich Wochen mit der Jagd nach einem Abtrünnigen zugebracht, ohne auch nur ein einziges Mal das Schwert ziehen zu müssen. Und dann verbrachte ich wiederum Wochen nur in stiller Wacht in den festen und hohen Mauern des Zirkels. Ferelden hingegen scheint mir auf Gedeih und Verderb beweisen zu wollen, warum so viele Länder nördlich es noch immer für unzivilisiert und grob halten.
    Blutmagie ist überall schrecklich und sie ist auch nirgends geringer. Der Feind, der uns jagte und dem wiederum wir nun die Stirn bieten müssen, ist zweifellos ein einflussreicher und mächtiger Malificare.
    Wir müssen unsere Herzen stählen, wenn wir diese Schlacht gewinnen wollen.


    Kilian klappte den Ledereinband seines Tagesbuches zu, in das er tief darüber gebeugt die Zeilen geschrieben hatte. Dann starrte er auf die flackernde Kerze, die ihm anzeigte, dass er zum Verfassen dieser wenigen Worte eine lange Zeit gebraucht hatte. Er fühlte sich müde und erledigt, obwohl er heute kaum etwas geleistet hatte. Er löschte die Kerze zwischen den Fingern, schleppte sich zu seinem Bett und ließ sich hineinsinken. Wärme und ein wohliges Gefühl der Entspannung umfing ihn als er sich die dicke Daunendecke bis ans Kinn zog und in die Dunkelheit schaute. Morgen würden sie wieder aufbrechen; mit einem Ziel! „Es ist nur ein weiterer Blutmagier“, beruhigte sich der Hauptmann - und fragte sich, warum er so nervös war.

    Am nächsten Morgen standen sie schon früh auf. Der morgendliche Nebel waberte noch immer in den Gassen als sie schon die Treppe hinunterknarrten und im Schankraum auf das Auftauchen des Wirtes warteten. Der arme Mann taperte, geweckt durch das Knarren der Dielen, mit müden Augen und falschgeknöpfter Weste an den Tresen, doch weder Rafael noch Kilian hatten das Verlangen etwas zu essen. Beide wussten, dass sie den Ausfall des Frühstücks bereuen würden und so ließen sie sich zumindest für fünf Silberlinge ein paar Vorratsbündel schnüren. Noch während die ersten Strahlen einer rot-goldenen Sonne den Morgentau zum Funkeln brachte, trieben die Reisenden die Pferde an und ritten rasch bis zum Ende des Dorfes. Dort stoppte Kilian das Pferd und wartete, ohne Rafael eine Erklärung zu geben. Der Magier wurde zunehmend ungeduldiger bis schließlich, eine gefühlte Viertelstunde später, ein weiterer Reiter hinzukam. Es war Templer der Kirche, der in seine wüste Rüstung gekleidet und mit dem Bidenhänder auf dem Rücken eher einem Krieger auf Raubzug ähnelte, als einem Templer im Auftrag des Ordens. Kilian stellte den Neuankömmling als Ser Finan von Lir Agantor vor. Der jüngere Templer grinste breit und rutschte abenteuerlustig im Sattel herum. Ganz offensichtlich war er erpicht auf die Jagd und hatte vermutlich keine Ahnung worauf er sich hierbei einließ. Einen Moment spürte Kilian Mitleid und Bedauern mit dem Templer und war sogar versucht ihn zurückzuschicken, dann besann er sich jedoch darauf, dass sie beide Ser Finan wie auch er die heilige Pflicht geschworen hatten, die Welt vor dem Übel der Magie zu schützen. Ser Finan würde der Welt mit dem Schwert in der Hand an ihrer Seite einen größeren Dienst erweisen als in einer geduckten scheunenartigen Kirche. Er würde ihm die bisherigen Erkenntnisse während der Reise mitteilen. Das würde ihn selbst zudem etwas ablenken…



    ***

    Vanitas

    Faizah

    Patrick

    [Bild: logan_klein.jpg]

    Gleichmäßig klackerten die beschlagenen Hufe Llamreis über die schmutzige Straße. Abgesehen von dem Hufschlag, dem leisen Rascheln der Blätter des Logan und ihre Stute umgebenden Waldes und dem Summen der Reiterin war weithin nichts zu hören. Hin und wieder setzte Logan zu einem Textfetzen an, der ihr gut gefiel, kam dann jedoch alsbald wieder zu dem Summen zurück. „Ach meine gute Llamrei“, sagte sie schließlich, nachdem sie ein Ritterlied mit feierlich ansteigendem Gesumme beendet hatte: „… nur wie zwei auf der Straße. Unterwegs in einem Land, welches einst uns gehörte und nun müssen wir aufpassen, dass wir nicht den Häschern des Feindes in die Hände fallen.“ Sie seufzte und dachte an früher, als man noch ohne Bewaffnung und Sorge durch diese Wälder reiten konnte. Die größte Gefahr war eine Sau mit Frischlingen gewesen, oder ein tollwütiger Fuchs. Hin und wieder auch mal eine kleinere Gruppe Banditen, die jedoch schnell verjagt wurden oder ein wandernder Dalishclan. Diese Tage hingegen kroch das halsabschneiderische Gesocks unter jedem Baumstamm hervor, die wappentragenden Verräter und ihre bezahlten Söldner waren in jedem größeren Ort zu sehen und verrichtete dort ihr blutiges Handwerk und im Süden erhob ein Gefahr, die Logan zuvor nur aus Büchern und Schauergeschichten gekannt hatte. Hätte sie der Brut nicht Angesicht zu Angesicht gegenüber gestanden, so hätte sie sie gerne als Gerücht abgetan. Doch die Brut war real, ebenso wie ihre leidige Situation. Sie hatte sich nie sonderlich für den Frieden interessiert und ihn immer als selbstverständlich wahrgenommen. Natürlich rollten hier und da mal ein paar Köpfe und Fehden unter den niederen Lords gehörten ebenso zum Bild von Ferelden wie der Mabari, doch jetzt in einer untergehenden Welt fühlte sich Logan zuweilen wahrlich elend. Dann versuchte sie, sich mit fröhlichen und tapferen Melodien Mut zu machen. Sie tätschelte die Flanke ihres Pferdes und sagte wehmütig: „Es kommen auch wieder bessere Zeiten, meine Gute. Zeiten in denen wir wieder mit Falken jagen und Festmähler besuchen.“ Llamrei wackelte zustimmend mit den Ohren, sagte jedoch nichts während Logan nicht einmal wusste, ob sie sich das Gesagte überhaupt selbst abkaufte. Verrat durch ehemalige Freunde, alles verschlingender Tod, Dämonen aus der Unterwelt, der Verlust des Königs, alte Götter in Form von Drachen. Sollte jemals das Ende der Welt eingeläutet werden, so würde es doch sicherlich genau so aussehen. Logan faltete die Hände auf dem Sattelknauf und summte während Llamrei die dunkle Straße entlangtrabte.

    Die einsame Reiterin durchquerte zwei Dörfer, eines davon totenstill und fast leer, ein anderes zwar bewohnt aber mit ebenfalls leeren Straßen. Als sich Logan näherte klapperten die Fensterläden und knarrend wurden Eisenriegel vor die Türen geschoben. Bewaffnete verhießen meist Ärger und die zwei Leichen, die an der Eiche am Rande des Dorfes baumelten bedeuteten vermutlich Howes Eingreifen in die öffentliche Ordnung. Die in krakeliger Schrift geschriebenen Schilder um die Hälse der beiden Gehenkten zeigten das Wort „Verräter“ und untermalten Logans Vermutung, bei den beiden jungen Männern habe es sich um Kollaborateure für die gerechte Sache. Howes Schergen waren nicht gerade für Mitgefühl bekannt. Logan seufzte leise und trieb Llamrei weiter an, vorbei an dem Baum und an den verriegelten Hütten. Wenn die anderen Dörfer ebenfalls verlassen oder verschlossen blieben würde sie in der kommenden Nacht wohl einmal mehr im Freien schlafen müssen.
    Shepard Commander is offline
  2. #22
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Mordred lächelte den Neuankömmlingen, die sich in eine ungewollt gebildete Lücke zwängten, mit flüchtigem Interesse zu. Vor allem der massige Artur bildete einen himmelschreienden Kontrast zu den filigranen Elfen, denn er ragte heraus wie ein kantiges Berggestein aus einem dichten Espenwald. Abgesehen von Nimue befanden sich nun alle Gefährten an dem großen Feuer und so hatte Mordred ein schönes Publikum zusammen. Er argwöhnte jedoch, dass es im Anschluss an den Minnesang keine klirrenden Münzen und keine Liebkosungen der Damen geben würde, obwohl er sowohl die Wärme Ileis als auch Larissas genoss. Das schmälerte seine Entzückung über die funkelnden Augen und die Ehrerbietung die in ihnen lag jedoch kaum und so strich er sanft über die Saiten und sang so schön als würde er dafür bezahlt werden. Er sang eine traurige Ballade von zwei Liebenden; die eine stürmisch wie das Meer, der andere frei wie ein Vogel. Wie alle Balladen dieser Art endete sie mit einem unterdrückten Herzensseufzer der Frauen. Romantik traf, unabhängig der Rasse oder des Alters. Dann setzte er zu einem fröhlicheren Lied an, der ein beseeltes Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer zauberte, von denen viele im schnelleren Takt mit den Füßen wippten. Schließlich, die Sterne standen bereits in unendlicher Zahl am Himmel, endete das gemeinsame Beisammsein und die Dalish verkrümelten sich in ihre Landschiffe. Die Gefährten machten sich indes auf zum Zelt, begleitet von den Blicken der aufgestellten Wachen. Obwohl es hier nun friedlich und fast freundlich schien zweifelte Mordred, der mit wiegendem Schritt voranging, nicht daran, dass es genug der Dalish gab die die Finger an der Sehne des Bogens hielten und insgeheim auf eine Chance hofften, die ungebetenen Gäste doch noch zu filetieren. Immerhin hatte Ilei ihm ihre Zuneigung beim Fortgehen durch einen raschen Augenaufschlag kundgetan während andere Elfen ihm zunickten und sachte lächelten.
    Die aufgebauten Feldbetten waren hart, die Decken dünn aber die Felle dick und flauschig und in dieser Nacht schlief Mordred wie ein König. Nimue hatte sich in Katzengestalt auf einem Bett inmitten der Felle zusammengerollt und beachtete ihre Reisegefährten bei deren Erscheinen gar nicht.

    Larissa kam zum Schlafen nicht in das Zelt der Gruppe. Auch die Zeit des nächsten Tages verbrachte sie meistens mit den anderen Dalish und sprach mit ihnen im schnellen Elfisch, sodass Mordred, der sie bei seinen Spaziergängen im Lager häufiger antraf, nichts verstand. Sie lächelte ihn freundlich an, nickte grüßend und fuhr dann fort wohlklingende, verschnörkelte Laute auszusprechen auf die die anderen Dalish mit ebenso schönen Lauten antworteten. Die Jägerin wirkte wie ausgewechselt. Ihre wilde Mähne hatte sie mit Mühe und sicherlich einiger Hilfe etwas gebändigt und sogar gekämmt und zu einem lockeren Zopf zusammengefasst. In ihren Haaren waren weiße Blümchen eingeflochten, weiße Anemonen. Den schmutzigen, selbstgeflickten Reisemantel hatte sie abgelegt und ebenso den Harnisch. Stattdessen war sie nun in grün und braun gekleidet, wie die meisten der Dalish. Eine grüne, langärmlige Bluse und darüber eine braune Lederweste mit aufgestickten Blattmotiven. Die vielen Ringe und Armreifen waren geputzt und schimmerten über den Ärmeln und selbst die zahlreichen Ohrringe schienen zu blitzen. Auch hatte Larissa eine elfische Eleganz wiederentdeckt, die ihren sanften Gang begleitete und dem stolz gehobenen Kopf Anmut verlieh. Mordred staunte darüber, denn irgendwie erschien im Larissa erwachsen.
    Das Frühstück der Dalish, die ihr Hiersein stumm akzeptierten, erwies sich als überaus schmackhaft und gesund. Es gab zumeist Obst und Gemüse, leckeres süßes Brot und mit Honig versüßte Milch. Das erklärte zumindest, warum Larissa so eine Naschkatze war, allerdings nicht wieso sie immer so futterte als habe sie noch nie im Leben richtiges Essen gesehen. Ob sich die junge Dalish hier ebenfalls solcher Unmanier bediente, vermochte Mordred nicht zu sagen, denn Larissa aß und trank mit den anderen Elfen, die sich ihrer fast aufdrängten. Vor allem die Jüngeren schienen ganz erpicht auf die Geschichten und Abenteuer der gleichaltrigen Jägerin zu sein und hingen an ihren Lippen wie an denen eines Barden, was Mordred zugegebenermaßen ein wenig eifersüchtig werden ließ. Dennoch freute er sich über das erheiterte Gemüt seines inoffiziellen Schützlings. Zudem war er sich sicher, dass er selbst recht gut bei diesen Geschichten wegkam, denn die meisten Elfen waren ihm gegenüber freundlich und aufgeschlossen. Aufgeschlossener zumindest als gegenüber Artur, Nimue und Mealla. Morgana hingegen mied man fast völlig, was zweifellos an der magischen Aura lag, der anders als bei Nimue etwas Unkontrolliertes inne lag, ähnlich einer Naturgewalt. Zudem tuschelten die Elfen mit gedämpfter Stimme oder verstummten gänzlich, sobald sie sich näherte was Mordred zu dem Schluss führte, dass die Hexe ihre Kenntnisse der elfischen Sprache zur Schau gestellt hatte. Mordred selbst übte sich in Bescheidenheit und ließ sein Schwert, das er zum Zeichen des Vertrauens tragen durfte, im Zelt. Nach den vielen Strapazen der Reise war ihm nie aufgefallen, wie schmutzig seine Kleidung geworden war, doch nun nutze er die Chance und bürstete Dreck und Blut von seiner Lederjacke, wusch die Stiefel und putzte die Schnallen und seinen Gürtel. So gestriegelt wanderte er gern die schönen Pfade zwischen den Aravels entlang, streckten den Rücken durch und steckte die Daumen in den Gürtel. Wann immer es ihm möglich war versuchte er Anschluss an die Elfen zu knüpfen, denn Einsamkeit lag ihm fern und die Worte über die Verehrung der Dalishkultur die er in seine Rede eingeflochten hatte, fußten auf Tatsachen. Wie alles, was er gesagt hatte. Er war nicht auf sonderlich viele Dinge im Leben ernsthaft stolz, doch auf die Entscheidung mit den Dalish gegen die herrischen Menschen zu kämpfen schon. Mordred gab sich Mühe diese Bewunderung nach außen zu kehren und so mehr Anschluss zu finden. Sein Plan funktionierte, obgleich die Dalish nicht darauf verzichteten untereinander im Elfischen zu sprechen, wenn er dabei war. Allerdings übersetzte man ihm die wichtigeren Parts dann und gegen Mittag wurde er einmal mehr gebeten seine Harfe zu holen und etwas zu spielen. Diesmal allerdings zur Untermalung alltäglicher Arbeiten, denn gerade war eine Truppe Jäger zurückgekehrt und brachte zwei erlegte Rehe und einen Schwung Eichhörnchen sowie zwei Hasen mit. Hocherfreut sagte Mordred zu und spielte eine bei Hof beliebte Melodie während sich die Elfen um die Zubereitung der Beute kümmerten. Heute würde niemand hungern.

    Die Klänge von Mordreds Instrument klirrten durch das Lager und obwohl Nimue die Schönheit in dem Liedchen erkannte und wahrnahm, war ihr gar nicht nach Musik und Tanz. Stattdessen stiefelte sie durch das Lager und prüfte mehrfach ihre Habe. Eigentlich glaubte sie nicht, dass die Elfen sie bestehlen würden, sie ärgerte sich nur über den Verlust ihres Zeltes. Um diesen auszugleichen suchte sie mehrere Dalish auf und fragte sie, ob sie irgendwo ein Zelt erstehen könnte doch die Dalish schienen ihr gegenüber ablehnender als Mordred und antworteten nicht. Sie sprachen nur in ihrer Sprache miteinander und schauten die Magierin mit unverhohlener Geringschätzung an, die sie ebenso kalt erwiderte. Die Ablehnung blieb beidseitig und als Nimue feststellte, dass sie nicht weiterkam, wandte sie sich an die Einzigen, die ihrer Sprache gemein waren. „Ritter!“, schnalzte ihre Stimme quer über den Platz. Artur, der gerade auf einer Kiste saß und gedankenverloren Löcher in die Luft starrte. Vermutlich versuchte er seine Denkleistung auf dem Minimum zu halten um die Grenze der Belastung nicht auszureizen. Nimue stoppte vor ihm und bedachte ihn mit einem scharfen Blick. Dann seufzte sie innerlich. Artur hatte ihr nichts getan, es gab keinen Grund ihn anzufahren oder sich ihm gegenüber unfreundlich zu verhalten. Nimue räusperte sich und sage dann in sanfterem Tonfall: „Entschuldigt mein harsches Auftreten. Ich… ich bin zugegeben etwas gereizt. Diese ganze Situation hier… Die Reise verlief so anders als ich es gedacht hatte.“ Nimue suchte sich einen Sitzplatz auf einer Kiste neben Artur und ließ sich nieder, die Unterarme auf die Oberschenkel aufgelegt und den Kopf erschöpft nach Vorn gebeugt. „Ich möchte Euch nicht belästigen. Wenn Euch meine Gegenwart zuwider ist, dann sagt es frei heraus!“ Sie schaute die blauen Augen des Ritters, die sie verständnislos ansahen. „Ich fühle mich hier noch immer wie eine Gefangene. Ich muss zugeben, dass ich mich beim Treffen unserer Abmachung verschätzt habe, um genauer zu sein: ich habe mich selbst über- und die Strapazen der Reise unterschätzt. Ich habe bisher durchgehalten, doch spüre ich die Erschöpfung schwer auf mir lasten. Und dieser Ort hier, er verspricht mir keine Erholung. Ehrlich gesagt weiß ich nicht einmal, wo ich sie zu finden hoffe.“ Den letzten Satz murmelte Nimue eher an sich selbst gewandt als an Artur, während sie ihren Blick ziellos über sein Haupt hinweg schweifen ließ. „Ich wünschte wir würden Aufbrechen, Ser Ritter, und uns in zivilisierte Gefilde begeben.


    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    "Nun dazu müssten wir wohl Ferelden verlassen.", schoß es Artur bei der Erwähnung von zivilisierten Gefilden durch den Kopf. Natürlich war das nicht wahr, denn auch wenn Ferelden garantiert nicht der Höhepunkt der menschlichen Zivilisation war, so musste er dennoch anerkennen das es nicht so barbarisch war wie man sagte. Nur halt ziemlich rückständig. Andererseits wenn man die Elfenruinen mit dem Lager der Dalish verglich, bekam man einen guten Eindruck wie sehr ein Volk in seiner Entwicklung zurückfallen konnte.
    "Ich bedaure es, dass ihr hier keine Erholung finden könnt. Ich verstehe eure Gründe dafür, es ist auch nicht unbedingt der angenehmste und freundlichste Ort an dem ich je gewesen bin. Man spürt an fast jeder Ecke das man nicht willkommen ist.",antwortete er verständnisvoll. Auch wenn er das nicht so arg sah wie Nimue, so fühlte er sich auch nicht besonders wohl hier. Wenig verwunderlich, schließlich hatten ihre Gastgeber auch kein Interesse daran das dem je so werden würde.
    "Falls es euch tröstet, so kann ich sagen das wir nicht mehr sehr lange hierbleiben werden. Den heutigen Tag nutzen wir noch zur Rast und morgen früh brechen wir dann wieder nordwärts, Richtung Straße auf. Sofern wir nicht wieder auf irgendwelche unvorgesehene Überraschungen stoßen, sollten wir diese spätestens nach zwei Tagen erreichen.",erklärte er der Magierin freundlich.
    "Also versucht, auch wenn die Bedingungen nicht optimal sind, euch heute noch irgendwie zu erholen. Der morgige Tag wird wieder anstrengend werden."

    Morgana hatte sich ein wenig abseits des Zeltes niedergelassen und ihr schwarzes Buch mit den Aufzeichnungen auf den Knien gelagert. Neben ihr lagen Feder, Tinte und ein dünner Kohlenstift, mit dem sie auf das Pergament zeichnete. Sie skizzierte den Varterral aus den Ruinen und das Pantheon im Tempel, auch wenn sie sich jetzt auf ihre Erinnerungen verlassen musste. Noch waren diese allerdings sehr frisch und sie bezweifelte das sie den Varterral je komplett vergessen würde. Die Zeichnungen ergänzte sie mit handschriftlichen Bemerkungen, teilweise auf elfisch wenn sie auf alte Erzählungen zurückgriff. Irgendwie musste man ja den Tag verbringen und die Dalish hier mieden sie ja nach Möglichkeit. Der verschlossenste Clan dem sie je begegnet war, auch wenn sie sich nicht sicher war ob sie lustig oder beleidigend finden sollte das die meisten das Reden einstellte wenn sie vorbeikam. Vermutlich eher das zweite, denn es stand zu bezweifeln das es dabei um besonders geheime Dinge ging. In anderen Clans hatte man es mit Erstaunen, oft mit Wohlwollen gesehen das eine Fremde Elfisch sprechen konnte und sich mit ihr unterhalten, hier stellten sich vermutlich alle darüber misstrauische Fragen. So war halt ihr Leben, eine menschliche Magierin die von einer Elfe magisch und sprachlich ausgebildet worden war, konnte zwar überall mitreden, gehörte aber nirgendwo dazu. Vermutlich war es auch schon ungewohnt diese Art von Magie bei einem Menschen zu spüren. Magie im Zirkel war sehr kontrolliert, kühl, hatte fast schon etwas künstliches. Elfische Magie war mehr naturverbunden, nicht undiszipliniert, aber natürlicher, teilweise etwas wilder. Die Natur konnte nicht gebändigt werden, man musste ihre Kräfte stattdessen zum eigenen Vorteil nutzen. Für jemanden der magiesensitiv war, konnte das beunruhigend wirken, auch wenn der Magier dadurch genauso kontrolliert war wie jemand aus dem Zirkel. Andernfalls würden alle Hüter der Clans ja ständig Amok laufen.
    Sie warf einen Blick über den Buchrand, außer Nimue die sich mit Artur unterhielt war niemand zu sehen. Vermutlich war die Zauberin dabei den Ritter zu einem baldigen Aufbruch zu bewegen. Nun morgen würde es weitergehen. Die Hexe legte den Stift beiseite und schaute ins Lager. Ihr fiel ein das sie Larissa noch gar nicht gesagt hatte das sie morgen aufbrechen würden. Gestern war sie noch nicht dazu gekommen und heute hatte sie bisher noch kein Wort mit der Dalish gewechselt. Larissa war zu beschäftigt damit sich in der Bewunderung als weitgereiste Jägerin zu sonnen und die Geschichten ihrer Reise zu erzählen. Morgana gönnte es ihr, auch wenn sie es ein wenig enttäuschend fand fast komplett von ihrer Freundin ignoriert zu werden. Ein wenig verstärkte das bei ihr den Eindruck das Larissa bisher nur soviel Zeit mit ihr verbracht hatte weil sie sonst niemanden gehabt hatte. Die Hexe konnte es dennoch nachvollziehen, wenn die anderen Dalish über ihre Beziehung Bescheid wussten, würde das Larissas Ruf ziemlich ramponieren. Es war logisch das sie deswegen Abstand zu Morgana hielt, aber Liebe war nicht immer für Logik empfänglich und so fühlte sich Morgana trotzdem schlecht. Sie klappte das Buch zusammen. Es brachte wohl nichts es weiter aufzuschieben, sie musste die Elfe über das geplante Abreisedatum informieren.


    Mealla verbrachte die Zeit nach dem Frühstück damit, wieder ein wenig durch das Lager zu schlendern. Die dummen Blicke ignorierte sie, abfällige Blicke war sie schon ihr ganzes Leben lang gewöhnt. Stattdessen besuchte sie kurz ihr Pferd und schaute wie es dem Tier ging. Gleichzeitig nutzte sie die Gelegenheit sich mal die beiden anderen Tiere anzuschauen. Beide waren in hervorragender Verfassung und von makellosen Wuchs wie sie anerkennden feststellen konnte. Wie sie so zwischen den Pferden stand, wäre sie gerne eine Runde geritten, bezweifelte aber das dies hier gerne gesehen wurde. Stattdessen lief sie wieder ins Lager. Erneut erntete sie wieder viele Blicke, wobei sie den Eindruck hatte das nicht mehr ganz so viele feindselig waren wie noch am gestrigen Tag. Vielleicht lag es daran das sie nicht mehr in Rüstung herumlief und ohne Zopf, weicher und femininer wirkte. Oder Belana hatte im kleinen Kreis erzählt das bei dem Flachohr noch nicht komplett Hopfen und Malz verloren war. Sie hatte sich am gestrigen Abend noch kurz mit der Borknerin unterhalten, sie war recht nett gewesen, idealistischer als man es von einer Handwerkerin erwartete. Anders als viele hier im Clan schien sie Stadtelfen als Brüder und Schwestern anzusehen die man nur auf den rechten Pfad zurückführen musste. Eine nettere Option als sie umzubringen weil sie keine "richtigen Elfen" mehr waren, auch wenn Mealla nicht gerne als eine Art "Unterelfe" angesehen wurde.
    Vermutlich war dies auch der Grund warum viele ihr gegenüber so feindselig waren, sie passte nicht so richtig ins Bild einer Stadtelfe. Wäre sie in Lumpen gehüllt gewesen und hätte unterwürfig um Aufnahme und die Weisheit der Dalish gebeten wäre man ihr gegenüber wohl freundlicher gewesen. Aber eine Nichtdalish die keine Bettlerin war, das passte vermutlich nicht in deren Ideologie.
    Nun es war wohl besser sich mit den Vernünftigeren zu unterhalten, vielleicht ließ sich die Borknerin dazu herab noch ein paar Worte mit dem Flachohr zu wechseln. Falls nicht würde sie einfach zurück zu den Anderen gehen, mit ein wenig Glück waren dem Ritter oder Zauberin so langweilig das sie Lust hatten sich zu unterhalten.


    Morgana entdeckte Larissa umgeben von einem Pulk von Dalish gleichen oder jüngeren Alters. Sie sah äußerst glücklich und zufrieden aus und schien sich mehr als wohl zu fühlen. Außerdem sah sie gepflegter als sonst aus, was Morgana sehr gut gefiel. Larissa hatte sehr schöne Haare und ein wenig Pflege ab und zu schadete da überhaupt nicht. Der Hexe gefiel es überhaupt nicht der Überbringer schlechter Nachrichten zu sein, bezweifelte aber das sich Artur überzeugen ließ noch länger hierzubleiben. Sie selbst hatte zwar auch wenig Freude hier im Lager, wäre aber bereit gewesen das hinzunehmen dafür das Larissa sich noch länger in der von ihr so geliebten Umgebung aufhalten konnte. Es sei denn und das war Morganas größte Sorge, sie beschloß stattdessen hierzubleiben und ihre Reise zu beenden. Hier hätte sie einen neuen Clan, ein neues Zuhause und wenn die Hexe sie so ansah war das etwas was sie sehnlich vermisst hatte. Sie atmete einmal tief durch und trat dann auf die Dalishgruppe zu. Der einzige Blick den sie als wirklich freundlich bezeichnen würde war der von Larissa, der Rest war feindselig oder beunruhigt. Der Dalish der gerade mit Larissa geredet hatte, brach auch abrupt ab als er Morgana näher kommen sah. Die Hexe ignorierte die aufkommende Unfreundlichkeit und wandte sich an Larissa.
    "Wenn du kurz Zeit hättest würde ich gerne kurz mit dir reden.",sagte sie im freundlichen Tonfall. Die Dalish nickte zustimmend und so begaben sich die beiden Frauen abseits der Gruppe und ließen sich sich auf einem Baumstamm nieder.
    "Ich störe dich nur kurz, ich wollte dir nur sagen das ich gestern mit Artur geredet habe wie du es dir gewünscht hast." Die Elfe warf der Hexe einen erwartungsvollen Blick zu. "Nun wie du siehst sind wir noch hier. Und werden es den heutigen Tag auch noch bleiben.",erklärte sie mit einem kleinen Lächeln. "Morgen werden wir allerdings weiterreisen, zu mehr konnte ich ihn nicht überreden und da ich vorhin Nimue mit ihm habe reden sehen, vermute ich das wir ihren Ermessen nach schon viel zu lange hier sind.",fügte sie leicht beschämt hinzu, wobei ihr Lächeln wieder erstarb. "Es tut mir Leid das ich die Anderen nicht zu einem längeren Aufenthalt überreden konnte, immerhin sehe ich ja wie wohl du dich hier fühlst und wie glücklich du bist.",sprach sie in einem entschuldigenden Tonfall. Sie wandte den Kopf ab und schaute in das Dalishlager. "Muss schön sein. Einen Ort zu haben an dem man sich zu Hause fühlt.",sagte sie leise beim Anblick des Lagers wobei eine leicht Melancholie in ihren Orten mitschwang. Durch ihre lange Reise alleine hatte sie es verdrängt, aber jetzt wo sie ihre Freundin glücklich umgeben von ihresgleichen sah, wurde ihr seit langem wieder klar das sie keinen Ort hatte den sie als Zuhause bezeichnen konnte.
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  3. #23
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    Samira

    [Bild: LgOdRa55ur9EidBastien_Avatar.jpg]

    Als die Dunkle Brut das Gasthaus stürmte, zog Bastien seine beiden Schwerter. Er brüllte, um so die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, was auch gelang. Ein Teil der Gegner stürmte auf ihn los, ein weiterer auf Elias, der mit seiner Statur ebenso bedrohlich wirkte. Bastien wartete, bis seine Gegner heran waren, dann schwang er sein erstes Schwert und zerteilte einen Gegner genau in der Mitte. Durch den Hieb drehte er sich im Kreis und erwischte so noch einen weiteren am Arm. Aus den Augenwinkel sah er, wie ein weiterer Angriff erfolgte. Schnell riss er das zweite Schwert hoch und blockte den Schlag ab, das erste Schwert wiederum nutzte er, um es ihm in den Bauch zu rammen. Den Griff hochziehend, zerteile er das Monster fast in zwei Hälfte. Schon stürmte er los zu der nächsten Gruppe. Ein schneller Blick zeigte ihm, dass Elias gemeinsam mit seinen Söhnen kämpfte. Selbst der Baron und seine Begleiter hatten nach ihren Waffen gegriffen. Nur die Elfe, das verdammte Miststück, hatte sie schon wieder verraten.

    Bestialisch hackte Bastien auf seine Gegner ein, als er einen kurzen Moment des Verschnaufens ergatterte. Der Strom der Angreifer nahm nicht ab, im Gegenteil, es wurden immer mehr. Überall befand sich Blut! Auf den Tischen, den Stühlen, Boden. Sogar auf dem Tresen. Bastien war der Verzweiflung nahe. Sie würden wohl kaum überleben können. Als er sich einen raschen Überblick verschafft hatte, stellte er fest, dass Samira ebenfalls nicht mehr hier war. Wo war sie? Hatte sie sich in Sicherheit gebracht? Er konnte nur hoffen.

    Er kämpfte sich einen Weg zu Elias frei, wollte ihn fragen, wo Samira sei, als er mit ansah, wie dieser von einem Schwertstreich zu Boden ging. „Nein, er gehört mir.“ Den Aufschrei des Barons verstand er nicht, jedoch die Wut, mit der dieser an die Stelle sprang, beseitigte die Kreaturen um Elias und kniete sich neben ihm. „Nein, nein, nein, nein…“ War Elias tot? „Nadia“, brüllte der Baron laut und seine treue Begleiterin war sofort bei ihm und begann Elias‘ Wunden zu versorgen. Bastien stürzte nun seinerseits an die Stelle, von dem Baron nicht beachtet. So bekam er mit, wie Elias um die Rettung Samiras bat. Bastien wartete nicht mehr die Antwort des Barons ab, sondern kämpfte sich nun seinen Weg zur Tür frei. Jedoch bekam er mit, dass der Baron und seine Begleiter versuchten, Elias zu retten. Das war gut. So war wenigstens dieser in Sicherheit. Er brüllte den Söhnen Elias zu: "Rückzug! Zieht Euch zurück! Flieht! Das Dorf ist verloren!" Ob sie ihn beachteten, konnte er nicht mehr feststellen. Samiras Rettung war wichtiger.

    So schnell er konnte, lief er zum Wald. Die Brut im Dorf beachtete er nicht mehr. Er hörte das Bellen eines Hundes. Ob das Samiras neuester Familienzuwachs war? Er konnte es nur hoffen. Nach der nächsten Biegung sah er Samira. Erleichtert wollte er schon zu ihr eilen, als er abrupt innehielt. Vier der Dunklen Brut tauchten aus der anderen Richtung auf. Bastien überlegte rasch. Einen würde er wohl sofort töten können, indem er seinen Dolch warf. Doch dann waren da immer noch drei. Und sie waren schon zu dicht an Samira. Was sollte er tun? Die Situation erschien aussichtslos.
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    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    "Nun dazu müssten wir wohl Ferelden verlassen.", schoß es Artur bei der Erwähnung von zivilisierten Gefilden durch den Kopf. Natürlich war das nicht wahr, denn auch wenn Ferelden garantiert nicht der Höhepunkt der menschlichen Zivilisation war, so musste er dennoch anerkennen das es nicht so barbarisch war wie man sagte. Nur halt ziemlich rückständig. Andererseits wenn man die Elfenruinen mit dem Lager der Dalish verglich, bekam man einen guten Eindruck wie sehr ein Volk in seiner Entwicklung zurückfallen konnte.
    "Ich bedaure es, dass ihr hier keine Erholung finden könnt. Ich verstehe eure Gründe dafür, es ist auch nicht unbedingt der angenehmste und freundlichste Ort an dem ich je gewesen bin. Man spürt an fast jeder Ecke das man nicht willkommen ist.",antwortete er verständnisvoll. Auch wenn er das nicht so arg sah wie Nimue, so fühlte er sich auch nicht besonders wohl hier. Wenig verwunderlich, schließlich hatten ihre Gastgeber auch kein Interesse daran das dem je so werden würde.
    "Falls es euch tröstet, so kann ich sagen das wir nicht mehr sehr lange hierbleiben werden. Den heutigen Tag nutzen wir noch zur Rast und morgen früh brechen wir dann wieder nordwärts, Richtung Straße auf. Sofern wir nicht wieder auf irgendwelche unvorgesehene Überraschungen stoßen, sollten wir diese spätestens nach zwei Tagen erreichen.",erklärte er der Magierin freundlich.
    "Also versucht, auch wenn die Bedingungen nicht optimal sind, euch heute noch irgendwie zu erholen. Der morgige Tag wird wieder anstrengend werden."

    Morgana hatte sich ein wenig abseits des Zeltes niedergelassen und ihr schwarzes Buch mit den Aufzeichnungen auf den Knien gelagert. Neben ihr lagen Feder, Tinte und ein dünner Kohlenstift, mit dem sie auf das Pergament zeichnete. Sie skizzierte den Varterral aus den Ruinen und das Pantheon im Tempel, auch wenn sie sich jetzt auf ihre Erinnerungen verlassen musste. Noch waren diese allerdings sehr frisch und sie bezweifelte das sie den Varterral je komplett vergessen würde. Die Zeichnungen ergänzte sie mit handschriftlichen Bemerkungen, teilweise auf elfisch wenn sie auf alte Erzählungen zurückgriff. Irgendwie musste man ja den Tag verbringen und die Dalish hier mieden sie ja nach Möglichkeit. Der verschlossenste Clan dem sie je begegnet war, auch wenn sie sich nicht sicher war ob sie lustig oder beleidigend finden sollte das die meisten das Reden einstellte wenn sie vorbeikam. Vermutlich eher das zweite, denn es stand zu bezweifeln das es dabei um besonders geheime Dinge ging. In anderen Clans hatte man es mit Erstaunen, oft mit Wohlwollen gesehen das eine Fremde Elfisch sprechen konnte und sich mit ihr unterhalten, hier stellten sich vermutlich alle darüber misstrauische Fragen. So war halt ihr Leben, eine menschliche Magierin die von einer Elfe magisch und sprachlich ausgebildet worden war, konnte zwar überall mitreden, gehörte aber nirgendwo dazu. Vermutlich war es auch schon ungewohnt diese Art von Magie bei einem Menschen zu spüren. Magie im Zirkel war sehr kontrolliert, kühl, hatte fast schon etwas künstliches. Elfische Magie war mehr naturverbunden, nicht undiszipliniert, aber natürlicher, teilweise etwas wilder. Die Natur konnte nicht gebändigt werden, man musste ihre Kräfte stattdessen zum eigenen Vorteil nutzen. Für jemanden der magiesensitiv war, konnte das beunruhigend wirken, auch wenn der Magier dadurch genauso kontrolliert war wie jemand aus dem Zirkel. Andernfalls würden alle Hüter der Clans ja ständig Amok laufen.
    Sie warf einen Blick über den Buchrand, außer Nimue die sich mit Artur unterhielt war niemand zu sehen. Vermutlich war die Zauberin dabei den Ritter zu einem baldigen Aufbruch zu bewegen. Nun morgen würde es weitergehen. Die Hexe legte den Stift beiseite und schaute ins Lager. Ihr fiel ein das sie Larissa noch gar nicht gesagt hatte das sie morgen aufbrechen würden. Gestern war sie noch nicht dazu gekommen und heute hatte sie bisher noch kein Wort mit der Dalish gewechselt. Larissa war zu beschäftigt damit sich in der Bewunderung als weitgereiste Jägerin zu sonnen und die Geschichten ihrer Reise zu erzählen. Morgana gönnte es ihr, auch wenn sie es ein wenig enttäuschend fand fast komplett von ihrer Freundin ignoriert zu werden. Ein wenig verstärkte das bei ihr den Eindruck das Larissa bisher nur soviel Zeit mit ihr verbracht hatte weil sie sonst niemanden gehabt hatte. Die Hexe konnte es dennoch nachvollziehen, wenn die anderen Dalish über ihre Beziehung Bescheid wussten, würde das Larissas Ruf ziemlich ramponieren. Es war logisch das sie deswegen Abstand zu Morgana hielt, aber Liebe war nicht immer für Logik empfänglich und so fühlte sich Morgana trotzdem schlecht. Sie klappte das Buch zusammen. Es brachte wohl nichts es weiter aufzuschieben, sie musste die Elfe über das geplante Abreisedatum informieren.


    Mealla verbrachte die Zeit nach dem Frühstück damit, wieder ein wenig durch das Lager zu schlendern. Die dummen Blicke ignorierte sie, abfällige Blicke war sie schon ihr ganzes Leben lang gewöhnt. Stattdessen besuchte sie kurz ihr Pferd und schaute wie es dem Tier ging. Gleichzeitig nutzte sie die Gelegenheit sich mal die beiden anderen Tiere anzuschauen. Beide waren in hervorragender Verfassung und von makellosen Wuchs wie sie anerkennden feststellen konnte. Wie sie so zwischen den Pferden stand, wäre sie gerne eine Runde geritten, bezweifelte aber das dies hier gerne gesehen wurde. Stattdessen lief sie wieder ins Lager. Erneut erntete sie wieder viele Blicke, wobei sie den Eindruck hatte das nicht mehr ganz so viele feindselig waren wie noch am gestrigen Tag. Vielleicht lag es daran das sie nicht mehr in Rüstung herumlief und ohne Zopf, weicher und femininer wirkte. Oder Belana hatte im kleinen Kreis erzählt das bei dem Flachohr noch nicht komplett Hopfen und Malz verloren war. Sie hatte sich am gestrigen Abend noch kurz mit der Borknerin unterhalten, sie war recht nett gewesen, idealistischer als man es von einer Handwerkerin erwartete. Anders als viele hier im Clan schien sie Stadtelfen als Brüder und Schwestern anzusehen die man nur auf den rechten Pfad zurückführen musste. Eine nettere Option als sie umzubringen weil sie keine "richtigen Elfen" mehr waren, auch wenn Mealla nicht gerne als eine Art "Unterelfe" angesehen wurde.
    Vermutlich war dies auch der Grund warum viele ihr gegenüber so feindselig waren, sie passte nicht so richtig ins Bild einer Stadtelfe. Wäre sie in Lumpen gehüllt gewesen und hätte unterwürfig um Aufnahme und die Weisheit der Dalish gebeten wäre man ihr gegenüber wohl freundlicher gewesen. Aber eine Nichtdalish die keine Bettlerin war, das passte vermutlich nicht in deren Ideologie.
    Nun es war wohl besser sich mit den Vernünftigeren zu unterhalten, vielleicht ließ sich die Borknerin dazu herab noch ein paar Worte mit dem Flachohr zu wechseln. Falls nicht würde sie einfach zurück zu den Anderen gehen, mit ein wenig Glück waren dem Ritter oder Zauberin so langweilig das sie Lust hatten sich zu unterhalten.


    Morgana entdeckte Larissa umgeben von einem Pulk von Dalish gleichen oder jüngeren Alters. Sie sah äußerst glücklich und zufrieden aus und schien sich mehr als wohl zu fühlen. Außerdem sah sie gepflegter als sonst aus, was Morgana sehr gut gefiel. Larissa hatte sehr schöne Haare und ein wenig Pflege ab und zu schadete da überhaupt nicht. Der Hexe gefiel es überhaupt nicht der Überbringer schlechter Nachrichten zu sein, bezweifelte aber das sich Artur überzeugen ließ noch länger hierzubleiben. Sie selbst hatte zwar auch wenig Freude hier im Lager, wäre aber bereit gewesen das hinzunehmen dafür das Larissa sich noch länger in der von ihr so geliebten Umgebung aufhalten konnte. Es sei denn und das war Morganas größte Sorge, sie beschloß stattdessen hierzubleiben und ihre Reise zu beenden. Hier hätte sie einen neuen Clan, ein neues Zuhause und wenn die Hexe sie so ansah war das etwas was sie sehnlich vermisst hatte. Sie atmete einmal tief durch und trat dann auf die Dalishgruppe zu. Der einzige Blick den sie als wirklich freundlich bezeichnen würde war der von Larissa, der Rest war feindselig oder beunruhigt. Der Dalish der gerade mit Larissa geredet hatte, brach auch abrupt ab als er Morgana näher kommen sah. Die Hexe ignorierte die aufkommende Unfreundlichkeit und wandte sich an Larissa.
    "Wenn du kurz Zeit hättest würde ich gerne kurz mit dir reden.",sagte sie im freundlichen Tonfall. Die Dalish nickte zustimmend und so begaben sich die beiden Frauen abseits der Gruppe und ließen sich sich auf einem Baumstamm nieder.
    "Ich störe dich nur kurz, ich wollte dir nur sagen das ich gestern mit Artur geredet habe wie du es dir gewünscht hast." Die Elfe warf der Hexe einen erwartungsvollen Blick zu. "Nun wie du siehst sind wir noch hier. Und werden es den heutigen Tag auch noch bleiben.",erklärte sie mit einem kleinen Lächeln. "Morgen werden wir allerdings weiterreisen, zu mehr konnte ich ihn nicht überreden und da ich vorhin Nimue mit ihm habe reden sehen, vermute ich das wir ihren Ermessen nach schon viel zu lange hier sind.",fügte sie leicht beschämt hinzu, wobei ihr Lächeln wieder erstarb. "Es tut mir Leid das ich die Anderen nicht zu einem längeren Aufenthalt überreden konnte, immerhin sehe ich ja wie wohl du dich hier fühlst und wie glücklich du bist.",sprach sie in einem entschuldigenden Tonfall. Sie wandte den Kopf ab und schaute in das Dalishlager. "Muss schön sein. Einen Ort zu haben an dem man sich zu Hause fühlt.",sagte sie leise beim Anblick des Lagers wobei eine leicht Melancholie in ihren Orten mitschwang. Durch ihre lange Reise alleine hatte sie es verdrängt, aber jetzt wo sie ihre Freundin glücklich umgeben von ihresgleichen sah, wurde ihr seit langem wieder klar das sie keinen Ort hatte den sie als Zuhause bezeichnen konnte.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    … und dann“, Larissa schaute in die aufmerksam dreinblickenden Gesichter der Dalish während sie ihre Geschichte gestikulierend unterstützte: „… sprang er vor und hieb ihm so den Kopf ab. Fünfzehn Schritt flog er durch die Luft! Aber das war noch nicht alles! Als nächstes kam dort ein Wesen“, die Elfe imitierte vor Schreck aufgerissene Augen: „… so groß wie ein Fels mit zäher grauer Haut riesigen Hörnern auf dem Kopf!“ Die jüngeren Elfen, solche die noch keine Tätowierungen im Gesicht hatten, hielten entsetzt die Luft an. „Es trampelte auf uns zu und brüllte markerschütternd!“ „Aber es war zu besiegen, richtig? Man konnte es doch ebenfalls töten?“, fragte ein junger angehender Jäger, der vermutlich gerade über einen Karrierewechsel nachdachte zögerlich. Larissa nickte großspurig. „Natürlich! Man kann so ziemlich alles töten, außer einen Nemuritorii. Aber das ist eine andere Geschichte.“ „Ein Nemuritorii? Ist das…“ Der junge Elf verstummte mitten im Satz als sich ein Schatten mit weiblichen Formen in die Runde bewegte und zu der Erzählerin hinüberging. Die Elfen wichen den glitzernden grünen Augen aus. Es war die schwarzhaarige Hexe, eine der wilden Magierinnen der Ebene, vielleicht sogar eine der vielen Töchter der Asha'belannar. Ohne die Dalishelfen zu beachten schritt sie durch die Reihen der Sitzenden und warf der jungen Líatháin einen grußlosen Satz zu. Diese reagierte höflicher, als es die Shemlen-Hexe verdient hätte; das fanden zumindest die meisten der lauschenden Elfen. Das wunderliche Paar entfernte sich, gefolgt von den Blicken der Zuhörer.
    Morganas Neuigkeiten kamen nicht überraschend und doch unerwünscht und verfinsterten Larissas Gemüt zunehmend. Sie bemühte sich, die schlechte Laune nicht herauszukehren, schließlich konnte ihre Freundin ja auch nichts dafür. Dennoch konnte sie nicht anders, als ein enttäuschtes Stöhnen von sich zu geben und wütend einen unbeteiligten Stein wegzukicken. Das Geschoss sauste davon und verschwand raschelnd in der alles umgebenden Flora. Am nächsten Tag schon sollte es losgehen. Larissa hatte von dem Moment der Freilassung der gefangenen Freunde und Verbündeten mit dem Aufbruchswunsch gerechnet, hatte dann jedoch die Illusion in sich erstarken lassen, dass es den Gefährten doch noch gefallen könnte und schließlich eine leise Hoffnung oder vielleicht eher ein heimliches Vergessen an ihrer statt gesetzt. Morgana zerschlug was auch immer es gewesen sein mochte wie einen Spiegel am Boden und sprach dann von einem Zuhause. Dabei wirkte sie merkwürdig traurig, was Larissas Laune zusätzlich nach unten zog. Diese Hexe! Diese geliebte, schöne Hexe die ihr Gesicht nun in Trauer wandte und so tat, als wisse sie wovon sie sprach. Nun, vielleicht tat sie es tatsächlich, doch waren die Dalish vielleicht nicht das beste Beispiel. Mit belegter Stimme antwortete Larissa, die Augen auf einen unbestimmten Punkt am Boden blickend: „Die Dalish haben keinen Ort an dem sie zuhause sind. Wir sind die letzten der Elvenha, Wanderer auf dem einsamen Pfad.“ Sie sprach Elfisch. Einerseits weil sie sich schon so sehr daran gewöhnt hatte, wieder in der Muttersprache zu sprechen, andererseits weil sie wusste, dass Morgana sie problemlos verstand. „Aber du hast Recht, ma vhenan, es muss schön sein einen solchen Ort zu haben.“ Sie seufzte und strich sich ihr Gewand glatt, weil sie sonst nichts mit ihren Händen anzufangen wusste. Einerseits wollte sie die Hände ihrer Freundin in die eigenen schließen, andererseits wünschte sie sich Morgana möge verschwinden. „Willst… willst du denn auch gehen?“, fragte sie schließlich, als das Schweigen zwischen ihnen schon unangenehm wurde, vorsichtig.

    Nimue lächelte müde. Nein, das tröstete sie nicht. Irgendwie bezweifelte sie, dass ihre zukünftige Reise gemütlicher ablaufen würde als die bisherige. Es war nicht nur dieses Lager, nicht nur diese Situation, die sie so erschöpfte sondern die allgemeine Art des Vorankommens. Fußmärsche, Kämpfe, Nachtwachen und kaum eine Nacht, die man nicht im Freien verbrachte. Sie hatte vor langer Zeit aufgehört von Luxus oder Sonderbehandlungen zu träumen und es war weniger die Ungemütlichkeit, als die Angst vor der Erschöpfung, die sie so wurmte. Ein erschöpfter Magier war ein leichteres Ziel für Dämonen und Nimue bildete da, trotz aller Willensstärke und Training keine Ausnahme. Zudem war sich die rothaarige Magierin sicher, dass Artur mit seinem Spruch über „unvorhergesehene Überraschungen“ eben jene heraufbeschworen hatte. „Nun, dann werde ich jetzt Eurem Ratschlag folgen und es mit der Erholung versuchen. Danke für das Gespräch.“ Nimue erhob sich, streckte den Rücken durch und schritt elegant davon. Erschöpfung hin oder her, eine gute Figur zu wahren gehörte für die Magierin einfach dazu.
    Sie ging quer durch das Lager, schritt es von Ost nach West ab, dann von Nord nach Süd, gefolgt von den neugierigen Blicken der Elfen. Schließlich fand sie, was sie suchte. Ein Ort, an dem die arkane Energie sehr präsent war, was bedeutete, dass der Schleier verhältnismäßig dünn war, wenn auch nicht gefährdet. Die Magierin setzte sich im Schneidersitz hin, legte die Hände auf die Knie – die Handflächen nach Oben – und schloss die Augen. Sie befreite ihren Geist, ließ die Gedanken schweifen und konzentrierte sich nur auf die Atmung. Durch die Nase einatmen, durch den Mund ausatmen. Wärme kitzelte sie im Nacken, die Präsenz des Arkanums flutete ihr Herz und ließ es kräftig schlagen. Wenn sie in diesem Lager Erholung finden wollte, musste sie es auf diesem Weg tun.

    Mordred verabschiedete sich von den Jägern und flanierte, die Hand an der Harfe, ziellos durch das Camp. Hier und da lächelte er den Elfen zu und manchmal kam sogar ein Lächeln zurück. Die meisten nickten oder winkten jedoch nur, viele wandten den Blick gar ab oder taten so, als seien sie von den trivialen Arbeiten, die sie erfüllten, völlig in Beschlag genommen. Es störte Mordred kaum. Man konnte nicht erwarten, dass ein menschenhassender Clan sich im Zuge einer Nacht zu einem Haufen Verehrer der höfischen Kunst aufschwang. Immerhin lebte er und man brachte ihm Respekt und ab und zu auch Wohlwollen entgegen. Das reichte! Statt auf neue Gefährten traf er auf alte. Die rothaarige Schönheit verschwand gerade, als Mordred ankam und sich mit guter Laune auf dem freigewordenen Platz niederließ. Er grinste Artur an. „Herrliches Wetter heute, findet Ihr nicht auch?“ Noch ehe Artur antworten konnte, trat Mealla heran als habe sie nur darauf gewartet sie zu überraschen. „Lady Viridis! Eine Freude Euch zu sehen.“ Mordred schaute sich um. „Ich würde Euch meinen Schoß als Platz anbieten, aber ich denke Ihr wäret möglicherweise beleidigt, nachdem Ihr mein Angebot vorletzte Nacht abschlugt. Ich habe Euer Nein zur Kenntnis genommen, keine Sorge.“ Selbstsicher ließ er die Zähne blitzen und zupfte an der Harfe. Dann sprang er auf, als wäre er nur halb so alt wie er es tatsächlich war und sagte: „Setzt Euch also, Ihr junges Ding. Muss der Älteste im Kreise also stehen. Nun denn, wünscht Ihr ein Lied, Mylady? Oder Ihr Artur? Ich habe ausgesprochen gute Laune und bin gewillt euch, meine Gefährten, teilhaben zu lassen.“ Rasch flogen die Finger über die Saiten und ließen eine fröhliche Melodie erklingen. „Möchten die Anwesenden vielleicht tanzen? Ich kenne schöne Melodien sowohl aus Nevarra, als auch aus Tevinter.“ Mordred biss sich auf die Zunge. In einem Anflug von guter Laune hatte er das eigentliche Geheimnis von Meallas Herkunft gelüftet. Da er jedoch so schnell sprach und dabei klangvoll das Instrument bediente, konnte Artur den letzten Teil jedoch auch ebenso gut überhört haben. Der Ritter schien mit den Gedanken ohnehin woanders zu sein. Der Banause.


    ***


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    [Bild: Char_Samira.png][Bild: Stefano_klein.png][Bild: elias_klein.png]
    Samira saß wie gelähmt am Tisch und konnte die Tränen, die über ihre Wangen liefen, nicht unterdrücken. Ihre Gedanken kreisten um ihre Mutter und die Frage, was sie hätte tun können um die Entführung zu verhindern. Was wäre, wenn sie in der Küche geblieben wäre? Was hätte sie tun können, wenn ihre Mutter den Entführern nicht allein gegenüber gestanden hätte? Sie war enttäuscht von der Reaktion des Banns. Er sprach nur belanglose Floskeln, doch er tat nichts um ihre Mutter zu retten. Er war doch so höflich und charmant, doch das Schicksal ihrer Mutter ließ ihn anscheinend kalt. Nur beiläufig hörte sie dem Gespräch über die Dunkle Brut zu und bemerkte erst jetzt, dass der Comte auch zurückgekehrt war. Schneeflocke bemerkte die Unruhe in ihrem Frauchen und drückte sich eng an sie. Samira hob sie hoch und setzte sie auf ihren Schoß. Die junge Frau streichelte ihren Hund, der ihr etwas Kraft gab.

    Ihr Kopf schnellte hoch als Bann Colston erklärte, dass ihr Vater und ihre Brüder in den Krieg ziehen mussten. Ihr Respekt vor dem Bann sank weiter. Wie konnte er ihre Familie in den Krieg schicken? Wie konnte er das Schicksal ihrer Mutter ignorieren?

    „Elias, bitte lasst mich auf die Suche nach Eurer Frau gehen! Ich bin Orlaisianer und daher betrifft dieser Erlass mich nicht...“

    Samiras Augen weiteten sich als sie den Comte mit großer Bewunderung ansah. Hatte er gerade gesagt, dass er ihre Mutter retten wollte? Wie konnte ein Fremder so selbstlos seine Hilfe anbieten, während ihr eigener Bann keinen Finger rühren wollte? Ihre Wangen röteten sie sich leicht als sie die wohlgebaute Form des jungen Mannes betrachtete. Was für ein charmanter Mann Comte Bastien doch war. Sie sollte sich ob seiner Bemühungen besonders erkenntlich zeigen. Würde es ihm gefallen, wenn sie ein Lied über ihn schrieb? Ihre Tränen trockneten und sie strahlte den Comte an. Vorsichtig erhob sie sich mit Schneeflocke in ihren Armen um ihren Dank auszusprechen. Doch dazu kam sie nicht mehr als sich die Ereignisse überschlugen.

    Brüllen und Kampfgeräusche drangen ins Gasthaus und Samira schauderte. Die Männer stürmten nach draußen und die junge Frau sah ihnen besorgt nach. Was war passiert? Langsam ging sie zu einem der Fenster, die sich neben dem Eingang befanden, und blickte hinaus. Und wünschte sich, dass sie es nicht getan hätte. Noch nie in ihrem Leben hatte sie so etwas gesehen und sie wurde kreidebleich bei dem Anblick der verderbten Kreaturen und von dem, was diese Kreaturen taten. Schneeflocke knurrte und Samira trat einen Schritt zurück. Bastien bat um Hilfe das Dorf zu beschützen und alle stimmten zu. Nun, fast alle.

    „Das Dorf schützen? Lasst sie doch alle sterben! Ein Dorf, dass es nicht schaffte sich einer Bande gemeiner Banditen zu erwehren wird in einem Kampf gegen die Monster, die ihren König und sein Heer vernichteten, unweigerlich untergehen.“

    Geschockt blickte sie Lana an. War ihr das Schicksal von anderen Menschen tatsächlich egal? Die hübsche Elfe erhob sich abrupt bevor sie weitersprach.

    „Stürzt Euch meinetwegen in den Tod, Chevalier, ich aber verschwinde.“

    Nach einer Warnung für den Bann verschwand sie in den oberen Bereich des Gasthauses. Wahrscheinlich um ihre Sachen zu holen bevor sie das Dorf verließ. Samira blickte etwas enttäuscht der Elfe nach bis sie aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Sollte sie ihr nachlaufen und um Hilfe bitten? Würde Lana sie erhören? Bevor sie jedoch einen Schritt machen konnte gab es einen Knall und sie wirbelte herum. Die Kreaturen hatten die Tür zerstört und strömten ins Gasthaus. Ihre Brüder und ihr Vater ergriffen ihre Waffen und auch der Bann und seine beiden Begleiter hatten ihre Waffen gezückt. Es gelang ihnen einige der Wesen zu erschlagen, doch für jede erschlagene Kreatur schienen zwei neue zu erscheinen. Samira presste sich mit dem Rücken zur Wand und zitterte wie Espenlaub. Eine der Kreaturen brach durch und machte sich auf den Weg zu ihr, doch ihr Vater sah das kommen und hieb ihr den Kopf ab bevor sie Samira erreichte. „Bleib in meiner Nähe“, knurrte er, „ich beschütze dich.“ Die junge Frau nickte nur. Zitternd hob sie Schneeflocke in ihre Arme, welche laut knurrte, aber auch zitterte.

    Die Dunkle Brut gewann langsam die Oberhand und Elias wurde langsam müde. Doch er konnte nicht aufgeben. „Samira“, brüllte er, „flieh aus dem Dorf. Renne so schnell du kannst.“ Samira sah ihren Vater entsetzt an. „Vater…“ Elias erschlug eine weitere Kreatur bevor er sich an seine Tochter wandte. „Samira, die Situation ist alles andere als gut… ich kann besser kämpfen wenn ich weiß, dass du in Sicherheit bist.“ Samira blinzelte ihre Tränen weg bevor sie nickte. Elias tat sein Bestes um ihr einen Weg frei zu kämpfen und tatsächlich schaffte er es. Die junge Frau rannte aus dem Gasthaus so schnell sie konnte und dann immer weiter die Straße entlang, die aus dem Dorf führte. Sie blickte weder nach rechts oder nach links aus Angst was sie sehen würde. Doch sie hörte die Schreie, hörte das Knistern der brennenden Häuser und roch den Gestank der Kreaturen und des Todes. Samira stoppte nicht bis sie den kleinen Wald in der Nähe des Dorfes erreichte. Ihr Atem war schnell und sie drückte Schneeflocke noch enger an sich. Was sollte sie jetzt tun? Sie schniefte leise als sie plötzlich etwas hörte. Langsam drehte sie sich um und erstarrte vor Angst. Vier dieser Kreaturen näherten sich ihr mit erhobenen Waffen. Dabei gaben sie merkwürdige Laute von sich, als ob sie sich unterhielten.

    Elias hoffte und betete zum Erbauer, dass seine Tochter in Sicherheit war. Seine Söhne hatte er aus den Augen verloren als sich der Kampf vom Gasthaus in das Dorf selbst verlegte. Doch dann passierte es. Eine kleine Unachtsamkeit und das Schwert von einer dieser Kreaturen durchbohrte ihn.

    Stefano fluchte innerlich. Alles lief wunderbar nach Plan und dann kamen diese Kreaturen und ruinierten alles. Als er sah wie Elias schwer verwundet zu Boden sank, schrie er laut. „Nein, er gehört mir.“ Mit einer unglaublichen Kraft, die von seiner Wut genährt wurde, beseitigte er die Kreaturen um Elias und kniete sich neben ihm. „Nein, nein, nein, nein…“ Elias lebte noch, doch seine Verletzungen waren schwer. „Nadia“, brüllte er laut und seine treue Begleiterin war sofort bei ihm und begann Elias‘ Wunden zu versorgen. „Meine Tochter“, sagte Elias, „Ihr müsst sie finden und beschützen. Sie sollte weglaufen und kann noch nicht weit sein. Bestimmt… bestimmt… im Wald…“ Elias hustete Blut aus. „Meine Söhne… wo sind meine Söhne… Elena…“ Stefano reagierte nicht auf den Wunsch von Elias. Was interessierten ihn die Kinder von Elias? Natürlich waren sie nützlich für seine Pläne, doch Elias war wichtiger. Sein Leben gehörte ihm und er, Stefano, würde derjenige sein der es beendet. „Er ist stabil“, sagte Nadia, „doch er benötigt mehr Heilung als ich hier vor Ort tun kann.“ Stefano erhob sich. „Gut, bringen wir ihn in Sicherheit. Seine Heilung hat oberste Priorität, alles andere ist egal.“ Sollte das Dorf doch zusehen, wie es den Angriff überlebt.


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    [Bild: LgOdRa55ur9EidBastien_Avatar.jpg]

    Als die Dunkle Brut das Gasthaus stürmte, zog Bastien seine beiden Schwerter. Er brüllte, um so die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, was auch gelang. Ein Teil der Gegner stürmte auf ihn los, ein weiterer auf Elias, der mit seiner Statur ebenso bedrohlich wirkte. Bastien wartete, bis seine Gegner heran waren, dann schwang er sein erstes Schwert und zerteilte einen Gegner genau in der Mitte. Durch den Hieb drehte er sich im Kreis und erwischte so noch einen weiteren am Arm. Aus den Augenwinkel sah er, wie ein weiterer Angriff erfolgte. Schnell riss er das zweite Schwert hoch und blockte den Schlag ab, das erste Schwert wiederum nutzte er, um es ihm in den Bauch zu rammen. Den Griff hochziehend, zerteile er das Monster fast in zwei Hälfte. Schon stürmte er los zu der nächsten Gruppe. Ein schneller Blick zeigte ihm, dass Elias gemeinsam mit seinen Söhnen kämpfte. Selbst der Baron und seine Begleiter hatten nach ihren Waffen gegriffen. Nur die Elfe, das verdammte Miststück, hatte sie schon wieder verraten.

    Bestialisch hackte Bastien auf seine Gegner ein, als er einen kurzen Moment des Verschnaufens ergatterte. Der Strom der Angreifer nahm nicht ab, im Gegenteil, es wurden immer mehr. Überall befand sich Blut! Auf den Tischen, den Stühlen, Boden. Sogar auf dem Tresen. Bastien war der Verzweiflung nahe. Sie würden wohl kaum überleben können. Als er sich einen raschen Überblick verschafft hatte, stellte er fest, dass Samira ebenfalls nicht mehr hier war. Wo war sie? Hatte sie sich in Sicherheit gebracht? Er konnte nur hoffen.

    Er kämpfte sich einen Weg zu Elias frei, wollte ihn fragen, wo Samira sei, als er mit ansah, wie dieser von einem Schwertstreich zu Boden ging. „Nein, er gehört mir.“ Den Aufschrei des Barons verstand er nicht, jedoch die Wut, mit der dieser an die Stelle sprang, beseitigte die Kreaturen um Elias und kniete sich neben ihm. „Nein, nein, nein, nein…“ War Elias tot? „Nadia“, brüllte der Baron laut und seine treue Begleiterin war sofort bei ihm und begann Elias‘ Wunden zu versorgen. Bastien stürzte nun seinerseits an die Stelle, von dem Baron nicht beachtet. So bekam er mit, wie Elias um die Rettung Samiras bat. Bastien wartete nicht mehr die Antwort des Barons ab, sondern kämpfte sich nun seinen Weg zur Tür frei. Jedoch bekam er mit, dass der Baron und seine Begleiter versuchten, Elias zu retten. Das war gut. So war wenigstens dieser in Sicherheit. Er brüllte den Söhnen Elias zu: "Rückzug! Zieht Euch zurück! Flieht! Das Dorf ist verloren!" Ob sie ihn beachteten, konnte er nicht mehr feststellen. Samiras Rettung war wichtiger.

    So schnell er konnte, lief er zum Wald. Die Brut im Dorf beachtete er nicht mehr. Er hörte das Bellen eines Hundes. Ob das Samiras neuester Familienzuwachs war? Er konnte es nur hoffen. Nach der nächsten Biegung sah er Samira. Erleichtert wollte er schon zu ihr eilen, als er abrupt innehielt. Vier der Dunklen Brut tauchten aus der anderen Richtung auf. Bastien überlegte rasch. Einen würde er wohl sofort töten können, indem er seinen Dolch warf. Doch dann waren da immer noch drei. Und sie waren schon zu dicht an Samira. Was sollte er tun? Die Situation erschien aussichtslos.


    [Bild: Lana_Klein.jpg]

    Das Dorf brannte. Es starb und Lana lenkte ihr treues Pferd mit stoischer Gelassenheit durch die engen Straßen, blendete die Schreie und Kampfgeräusche beinahe vollkommen aus und konzentrierte sich viel mehr auf das Hier und Jetzt. Sie hatte schon genug Tod und Leid gesehen, hatte es selbst verursacht, kannte es gut und ließ sich davon nicht mehr bewegen. Dieser Kampf war nicht der ihre und so trieb die Garm an, trabte vorbei an einem unter lautem Bersten zusammenbrechenden Dachstuhl, dessen Absturz einen Stoß Funken in den Himmel stieß. Die Hitze des Feuers erwärmte ihre Rüstung, der rötliche Schein tanzender Flammen flimmerte ihr vor den kalten Augen. Irgendwo hinter ihr wurde gekämpft. Vermutlich verteidigte Elias seine Taverne die noch vor Ablauf dieser Stunde brennen würde, wie das ganze Dörfchen. Und Bastien und Halward waren sicherlich schon tot. Bei beiden überstiegen Mut oder Dummheit den Selbsterhaltungstrieb. Bedeutungslos.
    Die Elfe erreichte den Rand des Dorfes. Hier sah es eigentümlich ruhig und unberührt aus. In einiger Entfernung erkannte sie die Silhouetten fliehender Dörfler. Viele würden es schaffen weil im Dorfkern Leute starben, doch ob sie in der Wildnis überlebten stand auf einem anderen Blatt. Um nicht in den Strom der Fliehenden zu geraten und möglicherweise noch angehalten und um Hilfe angefleht zu werden, lenkte Lana ihr Pferd links von der Straße und Richtung Waldrand. Es war in etwa dieselbe Richtung, aus der sie gekommen war. Die Brut strömte von den Banditenhöhlen her und somit von der entgegengesetzten Seite des Dorfes. Hier, so dachte Lana, sollte sie eigentlich keine Brut treffen. Sie irrte.
    Vier Wesen, größer als Männer mit spitzen Panzern und primitiv aussehenden Mordwerkzeugen. Sie verfolgten einen der Bürger, dessen verräterischer Kläffer ihn ins Blickfeld der Verfolger gelenkt hatte. Dummerweise stolperte die Person, aufgrund der Größe vermutlich eine Frau, in Lanas Richtung. Die Magierin seufzte innerlich. Nun, früher oder später würde sie vermutlich ohnehin auf ein paar Nachzügler treffen und wenn sie diese vier Biester jetzt erledigte, konnten sie wenigstens nicht von der Reiterin berichten. So diese Wesen sich überhaupt untereinander informierten. Sie zügelte Garm, schaute auf die sich in Bewegung setzenden Wesen und zog dann ihre lange Klinge. Weiß schimmerte das Schwert in ihrer Hand, ihre Augen weideten sich an dem Anblick der hervorragenden Waffe. Dann gab sie Garm die Sporen. Das Pferd machte einen Satz, begann zu gehen, zu traben, zu laufen und schließlich zu galoppieren, direkt auf die Brut zu. Garm war ein hervorragendes Schlachtross, eigentlich zu schade für die gemeine Reise, und fürchtete weder den Geruch des Blutes noch den Lärm des Kampfes. Es war eines der riesigen Rösser, die man mit den Beinen lenkte, wenn Schwert und Schild die Hände in Beschlag nahmen, eines dieser Rösser, die gezielt zubissen und am Boden liegende Feinde zertrampelten. Eines der Rösser, die im Leben nur einen Herrn hatten. Und in diesem Fall war der „Herr“ Lana. Garm hörte ihre Stimme, legte die Ohren an. Er kannte das Spiel. Und Lana kannte es auch. Im vollen Galopp legte sie sich beinahe auf seinen Hals, hielt das Schwert fest in der Rechten, hoch erhoben über dem Pferdekopf. „Pandaemonio!“, brüllte sie den Schlachtruf ihrer Einheit und sie hätte schwören können einen Moment Angst, oder zumindest Zurückhaltung in den toten Augen der Brutwesen sehen zu können. Dann war sie schon bei ihnen, zwischen ihnen und säte Tod. Krachend donnerte Garm eines der Wesen nieder. Der Hurlock schlug hart auf und im nächsten Moment zermalmte Garms eisenbeschlagener Huf sein widerlichen Kopf, ließ ihn platzen und in einer Masse aus Erde, Hirn und Blut verschwinden. Lana hieb noch im Ritt mit dem Schwert zu, ließ es kreisen und spaltete den Schädel des zweiten Hurlock. Das Biest war sofort tot und Lana wandte sich dem Gegner zu ihrer Linken zu. Dieser stieß eine kurze Gleve gegen die Reiterin, die jedoch knappt verfehlte. Lana beugte sich zur linken Seite, hieb mit dem Schwert nieder und streifte den behelmten Kopf. Der Gegner jaulte, blieb aber stehen. Die Elfe drückte ihren Schenkel an Garm. Dieser verstand, tänzelte gekonnt zur Seite und brachte den Gegner zu Fall. Geschickt wie eine Katze sprang die Elfe aus dem Sattel, umfasste das Schwert mit beiden Händen, die Klinge nach Unten gerichtet und beugte sich über den Hurlock. Ein schönes Exemplar und da Lana und Garm die anderen entstellt hatten, würde sie ihm wohl den Kopf abtrennen und ihn als Beweis zu ihrem König bringen. Um das wertvolle Relikt nicht zu beschädigen, trieb sie dem Hurlock mit einem heftigen Stoß die weiße Klinge ins schwarze Herz. Kurz gurgelte er, dann war er still. Lana befreite die Waffe, entriss sie ihrem Schmaus mit einem widerlichen Geräusch und wandte sich suchend nach dem vierten Wesen um; doch es war bereits tot. Der kurze Griff eines vorzüglichen Silberdolches schimmerte in seinem Nacken. Lana sah zu der Person die geworfen hatte und erkannte voller Staunen Bastien. Der Edelmann hatte also entweder seinen Mut verloren, oder ihn noch nie wirklich besessen. „Ihr?“, fragte sie lakonisch und verbarg die Geringschätzung in ihrer Stimme nicht. „Ich hätte gedacht Ihr wäret längst fressen für die Geier… oder die hier“, sagte sie und stieß den toten Hurlock mit dem Stiefel an. Dann schaute sie zu der Person, die sie gerade so unfreiwillig gerettet hatte und ärgerte sich einen Moment darüber, so rasch beim Schwert gewesen zu sein. Es war die arrogante, rassistische, naive, immer in einen Hauch Trauer gehüllte Samira. Lana sagte nichts und dank ihres Helmes konnte niemand die verräterische Miene lesen, die ihr Gesicht trug. Stattdessen säuberte sie ihr Schwert an einem Stück Stoff der Erschlagenen und schob es in die Scheide. „Was ist mit dem dummen Wirt? Ist er tot?“ Lana schnalzte mit der Zunge und Garm trabte heran. Während die Elfe auf Äußerungen der beiden anderen wartete, tätschelte sie seinen Hals. Ein gutes und treues Pferd.
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  5. #25
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    [Bild: Vanitas_4.jpg]

    Nun "Lady" war vermutlich wirklich die falsche Bezeichnung für sein Gegenüber, aber Vanitas hatte es widerstrebt jemanden mit Krähe anzusprechen. In seinen Augen war es albern sich nach irgendwelchen Tieren zu benennen, auch wenn ein Vogel der gerne Toten die Auge auspickte wohl passend für Assasinen war. Die Berufsmörderin selbst verkündete nach Denerim aufbrechen zu wollen, die Hauptstadt dieses Landes. Das Zentrum der Macht, dort wo alle Informationskanäle und Fäden zusammenliefen. Und das wahrscheinlichste Angriffsziel für die Dunkle Brut. Er bezweifelte das diese besonders feinsinnig vorgehen würde. Losstürmen und die Hauptstadt erobern, das würde am ehesten zu dem passen was er über die Brut gelesen und gehört hatte. Außerdem hatte der Orden dort genauso wie in den anderen großen Städten seine Quellen. Eine Idee reifte in ihm heran, doch bevor er sich dazu äußern konnte, spürte er jemanden näher kommen. Tatsächlich spürte er die Person bevor er sie sah, denn der Neuankömmling strahlte eine sehr spezielle Aura aus. Sowieso passte er nicht so recht ins Bild der übrigen Statdbewohner und das lag nicht nur daran das er eine für Ferelden unübliche dunkle Hautfarbe hatte, sondern auch nicht nach Furcht stank wie der Großteil der Menschen hier.

    Mit einer ziemlich anbiedernden Stimmlage sprach er die beiden an und erkundigte sich nach deren Herkunft, Plänen und eventuellen Reisezielen. Dazu besaß er noch die Dreistheit für den Fall einer Reise mit ihnen reisen zu wollen. Was war eigentlich an diesem Land verkehrt das ihn jede ungewöhnlich vorkommende Person direkt ansprach? Vanitas dachte kurz daran dem Fremden eine Abfuhr zu erteilen, als er plötzlich ein düsteres Wispern vernahm. Nachdenklich lauschte er den fremden Klängen die wie ein Windhauch seinen Geist umhüllten. "Ach ist das so? Interessant.", antwortete er den Stimmen gedanklich. Diese Vermutung war durchaus naheliegend, warum sonst sollte der Fremde so schnell die Stadt verlassen wollen. Viel wichtiger als das warum war, jedoch das er erzählt hatte das sein Begleiter von der Dunklen Brut getötet worden war. Ein erster Anhaltspunkt, zudem ein Augenzeugenbericht, das könnte nützlich sein. Er blickte aus der Schwärze seines Visierschlitzes zu dem sonderbaren Neuankömmling hinab.
    "Ihr habt Recht wir sind nicht hier aus der Stadt und ich persönlich habe kein Interesse lange hierzubleiben, sondern werde mich Richtung Osten aufmachen, Amaranthine und dann Denerim. Ich persönlich brauche keinen Reisebegleiter, aber sofern ihr das gleiche Ziel habt, ist es mir egal ob ihr mitreist.",antwortete Vanitas mit neutraler aber nicht abweisender Stimme.
    "Allerdings gibt es Gründe warum ich in diesem Land bin und einer davon ist die dunkle Brut. Da ihr schon Bekanntschaft mit ihnen gemacht habt, würde ich im Gegenzug von euch erwarten das ihr mir mehr über den Ort und den Verlauf dieser Bekanntschaft erzählt.",erklärte er mit Nachdruck um zu verdeutlichen das er in dieser Sache nicht verhandeln würde.
    "Was meine Begleiterin angeht, so sind wir uns eigentlich zufällig über den Weg gelaufen.",fügte er hinzu und wandte sich dann der Assassinin zu. "Allerdings erwähntet ihr das ihr euch nach Denerim begeben wolltet, was auch meiner Marschrichtung entspricht. Wie liegen eure Präferenzen hinsichtlich einer gemeinsamen Reise?", fragte er die Meuchelmörderin interessiert.
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  6. #26
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    vorheriger Post: Die Jagd beginnt ~ Antwort von: Glandis

    [Bild: Aril_Ava.png]Die beiden Damen schlichen durch das das Wäldchen hin zu einer Lichtung. Auf einer kleinen , mit Büschen bedeckten Erhebung hielten sie an und durckten sich hinter die großen Sträucher. Aril hatte begriffen, dass dies kein geeigneter Moment für eine Konversation war. Still kniete sie sich auf den Boden und behielt die Umgebung scharf im Auge.
    Glandis hatte den Bogen schußbereit mit einem Pfeil auf der ungespannten Sehne und einen weiteren im Mund.
    Es sah komisch aus. Aril musste sich ein Kichern verkneifen, aber so etwas hatte sie noch bei keinem Menschen gesehen.

    Plötzlich trat eine kleine Gruppe von Ruhen aus dem tieferen Teil des Waldes auf die grasgrüne Lichtung. Erregt wollte Aril eine Bewegung machen, aber sie biss sich schmerzhaft in die Lippe und blieb still sitzen. Kein Laut kam aus ihrem Mund. Sie wollte die Rehe ja nicht wieder vertreiben!
    Langsam machten sich einige Rehe daran, den Kopf zum saftigen Gras zu senken und es zu rupfen. Immer mindestens eines hielt den Wachposten und witterte in alle Richtungen.

    Zwecklos, wie Glandis bewies. Denn sie hatte mit nur einem Schuss einen jungen Bock erwischt, der tot zusammensackte.
    Doch entgegen Arils Erwartung war Glandis nicht froh, sondern schoss den zweiten Pfeil ab, um gleich nach dem Dritten zu greifen.
    Bevor Aril fragen konnte, was geschehen sei, bemerkte Glandis nur barsch :»Wölfe!«

    Aril riss die Augen auf - es stimmte. Die Rehe stoben in alle Richtungen davon, teilweise mit Wölfen auf den Fersen. Ein Reh war schon den Angriffen der Raubtiere zum Opfer gefallen, es lag nicht unweit des Bocks, den Glandis geschossen hatte.
    Aril schwankte ob sie auf die Lichtung rennen sollte, laut brüllend und Schwert schwingend um die Wölfe zu vertreiben - aber wenn diese sich auf sie stürzten, dann konnte auch Glandis nicht mehr helfen.

    Also duckte sie sich tiefer hinter das Gebüsch und wisperte Glandis so leise wie möglich zu: "Vielleicht haben sie uns nicht entdeckt." und um so kurz wie möglich klarzumachen, was sie zu tun gedachte, fügte sie leise hinzu: "bleiben wir."
    Damit legte sie eine Hand auf den Dolchgriff und spähte durch das Buschwerk. Ob die Wölfe kommen würden?
    Fawks is offline
  7. #27
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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post

    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    … und dann“, Larissa schaute in die aufmerksam dreinblickenden Gesichter der Dalish während sie ihre Geschichte gestikulierend unterstützte: „… sprang er vor und hieb ihm so den Kopf ab. Fünfzehn Schritt flog er durch die Luft! Aber das war noch nicht alles! Als nächstes kam dort ein Wesen“, die Elfe imitierte vor Schreck aufgerissene Augen: „… so groß wie ein Fels mit zäher grauer Haut riesigen Hörnern auf dem Kopf!“ Die jüngeren Elfen, solche die noch keine Tätowierungen im Gesicht hatten, hielten entsetzt die Luft an. „Es trampelte auf uns zu und brüllte markerschütternd!“ „Aber es war zu besiegen, richtig? Man konnte es doch ebenfalls töten?“, fragte ein junger angehender Jäger, der vermutlich gerade über einen Karrierewechsel nachdachte zögerlich. Larissa nickte großspurig. „Natürlich! Man kann so ziemlich alles töten, außer einen Nemuritorii. Aber das ist eine andere Geschichte.“ „Ein Nemuritorii? Ist das…“ Der junge Elf verstummte mitten im Satz als sich ein Schatten mit weiblichen Formen in die Runde bewegte und zu der Erzählerin hinüberging. Die Elfen wichen den glitzernden grünen Augen aus. Es war die schwarzhaarige Hexe, eine der wilden Magierinnen der Ebene, vielleicht sogar eine der vielen Töchter der Asha'belannar. Ohne die Dalishelfen zu beachten schritt sie durch die Reihen der Sitzenden und warf der jungen Líatháin einen grußlosen Satz zu. Diese reagierte höflicher, als es die Shemlen-Hexe verdient hätte; das fanden zumindest die meisten der lauschenden Elfen. Das wunderliche Paar entfernte sich, gefolgt von den Blicken der Zuhörer.
    Morganas Neuigkeiten kamen nicht überraschend und doch unerwünscht und verfinsterten Larissas Gemüt zunehmend. Sie bemühte sich, die schlechte Laune nicht herauszukehren, schließlich konnte ihre Freundin ja auch nichts dafür. Dennoch konnte sie nicht anders, als ein enttäuschtes Stöhnen von sich zu geben und wütend einen unbeteiligten Stein wegzukicken. Das Geschoss sauste davon und verschwand raschelnd in der alles umgebenden Flora. Am nächsten Tag schon sollte es losgehen. Larissa hatte von dem Moment der Freilassung der gefangenen Freunde und Verbündeten mit dem Aufbruchswunsch gerechnet, hatte dann jedoch die Illusion in sich erstarken lassen, dass es den Gefährten doch noch gefallen könnte und schließlich eine leise Hoffnung oder vielleicht eher ein heimliches Vergessen an ihrer statt gesetzt. Morgana zerschlug was auch immer es gewesen sein mochte wie einen Spiegel am Boden und sprach dann von einem Zuhause. Dabei wirkte sie merkwürdig traurig, was Larissas Laune zusätzlich nach unten zog. Diese Hexe! Diese geliebte, schöne Hexe die ihr Gesicht nun in Trauer wandte und so tat, als wisse sie wovon sie sprach. Nun, vielleicht tat sie es tatsächlich, doch waren die Dalish vielleicht nicht das beste Beispiel. Mit belegter Stimme antwortete Larissa, die Augen auf einen unbestimmten Punkt am Boden blickend: „Die Dalish haben keinen Ort an dem sie zuhause sind. Wir sind die letzten der Elvenha, Wanderer auf dem einsamen Pfad.“ Sie sprach Elfisch. Einerseits weil sie sich schon so sehr daran gewöhnt hatte, wieder in der Muttersprache zu sprechen, andererseits weil sie wusste, dass Morgana sie problemlos verstand. „Aber du hast Recht, ma vhenan, es muss schön sein einen solchen Ort zu haben.“ Sie seufzte und strich sich ihr Gewand glatt, weil sie sonst nichts mit ihren Händen anzufangen wusste. Einerseits wollte sie die Hände ihrer Freundin in die eigenen schließen, andererseits wünschte sie sich Morgana möge verschwinden. „Willst… willst du denn auch gehen?“, fragte sie schließlich, als das Schweigen zwischen ihnen schon unangenehm wurde, vorsichtig.

    Nimue lächelte müde. Nein, das tröstete sie nicht. Irgendwie bezweifelte sie, dass ihre zukünftige Reise gemütlicher ablaufen würde als die bisherige. Es war nicht nur dieses Lager, nicht nur diese Situation, die sie so erschöpfte sondern die allgemeine Art des Vorankommens. Fußmärsche, Kämpfe, Nachtwachen und kaum eine Nacht, die man nicht im Freien verbrachte. Sie hatte vor langer Zeit aufgehört von Luxus oder Sonderbehandlungen zu träumen und es war weniger die Ungemütlichkeit, als die Angst vor der Erschöpfung, die sie so wurmte. Ein erschöpfter Magier war ein leichteres Ziel für Dämonen und Nimue bildete da, trotz aller Willensstärke und Training keine Ausnahme. Zudem war sich die rothaarige Magierin sicher, dass Artur mit seinem Spruch über „unvorhergesehene Überraschungen“ eben jene heraufbeschworen hatte. „Nun, dann werde ich jetzt Eurem Ratschlag folgen und es mit der Erholung versuchen. Danke für das Gespräch.“ Nimue erhob sich, streckte den Rücken durch und schritt elegant davon. Erschöpfung hin oder her, eine gute Figur zu wahren gehörte für die Magierin einfach dazu.
    Sie ging quer durch das Lager, schritt es von Ost nach West ab, dann von Nord nach Süd, gefolgt von den neugierigen Blicken der Elfen. Schließlich fand sie, was sie suchte. Ein Ort, an dem die arkane Energie sehr präsent war, was bedeutete, dass der Schleier verhältnismäßig dünn war, wenn auch nicht gefährdet. Die Magierin setzte sich im Schneidersitz hin, legte die Hände auf die Knie – die Handflächen nach Oben – und schloss die Augen. Sie befreite ihren Geist, ließ die Gedanken schweifen und konzentrierte sich nur auf die Atmung. Durch die Nase einatmen, durch den Mund ausatmen. Wärme kitzelte sie im Nacken, die Präsenz des Arkanums flutete ihr Herz und ließ es kräftig schlagen. Wenn sie in diesem Lager Erholung finden wollte, musste sie es auf diesem Weg tun.

    Mordred verabschiedete sich von den Jägern und flanierte, die Hand an der Harfe, ziellos durch das Camp. Hier und da lächelte er den Elfen zu und manchmal kam sogar ein Lächeln zurück. Die meisten nickten oder winkten jedoch nur, viele wandten den Blick gar ab oder taten so, als seien sie von den trivialen Arbeiten, die sie erfüllten, völlig in Beschlag genommen. Es störte Mordred kaum. Man konnte nicht erwarten, dass ein menschenhassender Clan sich im Zuge einer Nacht zu einem Haufen Verehrer der höfischen Kunst aufschwang. Immerhin lebte er und man brachte ihm Respekt und ab und zu auch Wohlwollen entgegen. Das reichte! Statt auf neue Gefährten traf er auf alte. Die rothaarige Schönheit verschwand gerade, als Mordred ankam und sich mit guter Laune auf dem freigewordenen Platz niederließ. Er grinste Artur an. „Herrliches Wetter heute, findet Ihr nicht auch?“ Noch ehe Artur antworten konnte, trat Mealla heran als habe sie nur darauf gewartet sie zu überraschen. „Lady Viridis! Eine Freude Euch zu sehen.“ Mordred schaute sich um. „Ich würde Euch meinen Schoß als Platz anbieten, aber ich denke Ihr wäret möglicherweise beleidigt, nachdem Ihr mein Angebot vorletzte Nacht abschlugt. Ich habe Euer Nein zur Kenntnis genommen, keine Sorge.“ Selbstsicher ließ er die Zähne blitzen und zupfte an der Harfe. Dann sprang er auf, als wäre er nur halb so alt wie er es tatsächlich war und sagte: „Setzt Euch also, Ihr junges Ding. Muss der Älteste im Kreise also stehen. Nun denn, wünscht Ihr ein Lied, Mylady? Oder Ihr Artur? Ich habe ausgesprochen gute Laune und bin gewillt euch, meine Gefährten, teilhaben zu lassen.“ Rasch flogen die Finger über die Saiten und ließen eine fröhliche Melodie erklingen. „Möchten die Anwesenden vielleicht tanzen? Ich kenne schöne Melodien sowohl aus Nevarra, als auch aus Tevinter.“ Mordred biss sich auf die Zunge. In einem Anflug von guter Laune hatte er das eigentliche Geheimnis von Meallas Herkunft gelüftet. Da er jedoch so schnell sprach und dabei klangvoll das Instrument bediente, konnte Artur den letzten Teil jedoch auch ebenso gut überhört haben. Der Ritter schien mit den Gedanken ohnehin woanders zu sein. Der Banause.


    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Morgana hatte bei ihrer Äußerung vergessen das Zuhause ein Wort war, auf das Dalish fast allergisch reagierten. Wobei sie dabei auch keinen fixen Punkt gemeint hatte sondern eher einen Umgebung wo man sich heimisch fühlte. Die Tirade mit den einsamen Wanderern hatte sie schließlich schon ausreichend gehört. Die Dalish warfen den Menschen vor Land für sich in Besitz zu nehmen, waren aber selbst unzufrieden das sie kein Land mehr besaßen und erzählte sich gerne Geschichten über die Zeit als der ganze Kontinent ihnen gehört hatte. Es war nachvollziehbar den Verlust seiner Heimat zu betrauern, aber was brachte es in der Vergangenheit zu leben ?
    Larissa schien wie erwartet nicht besonders froh über die Neuigkeiten und wirkte seltsam unentschlossen. Vermutlich wollte sie das Morgana ging, war aber zu höflich es direkt auszusprechen. Die Hexe dachte schon darüber nach die unangenehme Stille zu unterbrechen indem sie sich verabschiedete, als Larissa sich nach ihrer Bereitschaft zum längeren Verweilen erkundigte.
    "Ob ich gehen will? Um ehrlich zu sein nein, ich war immer gern zu Gast bei den Dalish. Allerdings habe ich hier das Gefühl das ich gehen Soll und komplett unerwünscht bin. Jeder hier taxiert mich mit ablehnenden und finsteren Blicken, oder sucht das Weite wenn ich mich durch das Lager bewege. Man stellt das reden ein oder dämpft die Stimme, damit die Shemlen Hexe nicht die Unterhaltung versteht und wenn ich elfisch rede sieht man mich an als ob die Sprache vergewaltigt wird nur weil sie aus dem Mund einer Menschenfrau kommt. Nicht angenehm, aber immerhin wissen sie ja das ich eine Magierin, in einer Menschensiedlung hätte man mich vielleicht schon mit Fackeln verfolgt oder ähnliches.",antwortete Morgana nachdenklich mit einem gewissen Missmut in ihrer Stimme. Da Larissa sie auf elfisch angesprochen hatte, war sie ebenfalls ins Elfische übergegangen. "Aber auch wenn ich hier nicht verbergen muss das ich eine Magierin bin wie in menschlichen Siedlungen, so muss ich auch hier mein wahres Ich verbergen. Und ich muss zugeben das es für mich schwieriger ist meine Zuneigung zu dir zu verstecken als meine Magie. Und obwohl ich bereit wäre es darauf ankommen zu lassen, glaube ich kaum das es für mich bei einem längeren Aufenthalt angenehmer werden würde.", erklärte sie mit leichter Enttäuschung.
    "Dennoch hätte ich nichts gegen eine längeren Aufenthalt hier gehabt, auch deshalb weil ich sehe wie glücklich du hier bist. Ich kann mich nicht erinnern dich auf unserer Reise je so zufrieden gesehen zu haben.", erklärte sie in einer etwas besser gelaunten Stimmlage und einem Lächeln. Innerlich traf sie jedoch dieses Eingeständnis, immerhin hatten die beiden auf der Reise zueinander gefunden.
    "Ich denke ich werde wohl jetzt besser gehen damit du wieder Zeit mit den anderen Dalish verbringen kannst. Ich wollte dich auch nicht zu lange stören. Bis später ma vhenan.",sagte sie mit freundlicher Stimme und einem Lächeln. Dann erhob sie sich und machte sich auf den Weg zu den Anderen. Sie wollte Larissa mit ihrer Anwesenheit nicht noch weiter den Tag vermiesen.


    Artur sah gerade noch Nimue verschwinden, als auch schon Mordred mit seiner neuen Harfe um die Ecke gestiefelt kam, er schien bester Laune zu sein, so als ob er das Zelt mit dem Wein und den Huren entdeckt hatte. Da Artur allerdings bezweifelte das es so etwas in einem Dalish Lager gab, weswegen die gute Laune vermutlich auf das neue Instrument zurückzuführen war. Oder am schönen Wetter, wenn man Mordreds Aussage als Indikator für seine Laune nehmen konnte. Bevor er antworten konnte kam jedoch Mealla hinter einer Zeltwand ums Eck.
    Leider hatte Belana nur kurz Zeit zum Plaudern gehabt, dann musste sie sich wieder an die Arbeit begeben. Zuschauen durfte Mealla nicht auch wenn es sie interessiert hätte und so machte sie sich wieder auf den Rückweg zum Zelt. Dort befanden sich auch schon Mordred und Artur, der eine mit hervorragender, der andere mit mittelmäßiger Laune. Freundlich begrüßte der Antivaner die Elfe und bot ihr seinen Platz an, nicht ohne sich eine kleine Spitze gegen die Elfe zu leisten. Dann war das im Aravel also doch ein Angebot gewesen und nicht Zufall. Nun er sollte eigentlich dankbar sein das Mealla es beu seiner Verletzung abgelehnt hatte, ansonsten wäre es vermutlich sehr peinlich für ihn geworden. Sein Sprung in die aufrechte Postion zeigte jedoch erneut das die Heilung von Nimue erfolgreich gewesen war. Er wirklich guter Laune und bot neben seinen Platz auch den Vortrag einer Ballade an.
    sowohl aus Nevarra, als auch aus Tevinter.“ Mealla warf ihm einen schneidenden Blick zu. Entweder war der Antivaner doch nachtragend oder einfach ein Idiot mit einem lockeren Mundwerk. Vermutlich das zweite denn sein Gesichtsausdruck zeigte das es keine Absicht gewesen war. Zum Glück war außer dem Ritter niemand hier, vermutlich hätten die Dalish sie bei der Erwähnung ihrer Herkunft direkt gelyncht und sich ansschließend über das Sklavenmal auf ihrem Rücken gewundert. Die Frage war nur ob Ser Artur es mit bekommen hatte. "Tevinter?", wunderte sich Artur und sah den Antivaner nachdenklich an. Wie kam Mordred denn jetzt darauf? Er warf einen Seitenblick zu der Elfe. Ihr Nachname war Viridis, ein tevinteranischer Name wie er schon bei der ersten Begegnung verwundert festgestellt hatte. Er hatte bisher allerdings auf Nevarra getippt, wo es auch viele tevinteranische Namen gab, außerdem war sie schließlich seinem Bruder begegnet. Allerdings bei einem Grenzübertritt und die einzige Grenze an der er je stationiert war, war die zu Tevinter. Artur ließ sich nichts anmerken,behielt den Gedanken aber im Hinterkopf. Er würde die Elfe später darüber befragen, ein Dalish Lager war der falsche Ort dafür.
    "Nun normalerweise biete ich den Älteren den Platz an und nicht umgekehrt, aber da im Gegensatz zur vorletzten Nacht euer Bein wieder belastbar ist denke ich, ich kann dieses Angebot ohne Sorge um euer Wohlbefinden annehmen.",erklärte Mealla mit einem dankbaren Lächeln um keine zu lange Denkpause entstehen zu lassen. Sobald sie sich gesetzt hatte, ergriff sie wieder das Wort.
    "Euer Angebot zu einem Musikstück würde ich auch gerne in Anspruch nehmen. Ich denke allerdings wir sollten auf welche aus Tevinter verzichten, ich vermute das dürfte hier bei den Dalish nicht gerne gehört werden und vermutlich deren Wohlwollen euch gegenüber senken. Nehmen wir lieber etwas aus Nevarra,ich wäre für das Stück 'Siegfried der Drachentöter'.",erklärte sie höflich.
    Artur musste schmunzeln, das Siegfried Lied war eine in Nevarra weit verbreitete Waise die sehr beliebt war. Sie beruhte auf dem Leben von Siegfried Pentaghast einem Ritter der mehr als ein halbes Dutzend Drachen getötet hatte. Drachen töten war zwar in der Familie Pentaghast weit verbreitet, allerdings stach dieser Vertreter aus der Masse hevor. Ser Siegfried war nämlich der Idee aufgesessen durch Drachenblut unverwundbar und unsterblich zu werden und so hatte er in dem Blut des ersten von ihm getöteten Drachen gebadet und es auch getrunken. Tatsächlich machte ihn das Drachenblut stärker, verstärkte aber seinen Wahn der Unverwundbarkeit und den Wunsch diesen durch Drachenblut herbeizuführen. So badete er auch in dem Blut der anderen Drachen und trank deren Blut, was seinen Verstand weiter vernebelte und dazu führte das seine Haut teilweise verschuppte und der eines Drachen glich. Anstatt zu einem heiler zu gehen, sah Siegfried es als Zeichen seiner gewonnenen Unverwundbarkeit und beschloss dies allen zu beweisen, indem er alleine und ohne Rüstung gegen einen Drachen antrat und folgerichtig gefressen wurde. Eine beliebte Ballade enthielt sie doch Heldenmut, Stärke und einen Protagonisten voller Größenwahn der immer mehr in den Wahnsinn abdriftete und den Preis für seine Überheblichkeit bezahlte.
    Außerdem hatte das Lied eine heitere Melodie und war gut tanzbar, weswegen es in Nevarra sowohl an Hof als auch in Tavernen gespielt wurde. "Siegfried der Drachentöter? Ich muss zugeben das Lied habe ich lange nicht mehr gehört. Wenn ihr also Lust habt Mordred hätte ich nichts dagegen wenn ihr es anstimmt.", stimmte ihr Artur gutgelaunt zu.
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  8. #28
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    Glandis | Waldlichtung • Gleichgewicht?

    [Bild: VR_Gladis_1.png] „Vielleicht haben sie uns nicht entdeckt …“ hörte Glandis. Sie glaubte ihren Ohren nicht zu trauen. Denn sie hatte vorher Aril mit »Wölfe« auf einen neuen Feind hingewiesen. Als sie dann noch hörte: „bleiben wir“, hatte die Dalish keine Geduld. Sie stand auf und zeigte sich in voller Größe. Sie wusste, dass ihr zweiter und dritter Schuss das anvisierte Ziel getroffen hatte. Aber für einen Stolz, dass sie wieder funktionierte, so wie vor dem Scharmützel mit dem Trupp der Dunklen Brut, blieb keine Zeit. Sie führte jetzt viele Dinge gleichzeitig aus. Sie schrie, was die Lungen hergaben. Sie wollte die Rehe retten. So war es auch das erste, was sie noch in Richtung ihrer Partnerin sagte: »Wir müssen sie retten!«

    Dann ging sie langsam aus dem Gebüsch in Richtung des Kampfes. Sie nahm den Bogen zur Seite, um mehr Fläche zu bilden. Sie schrie die Wölfe an. Das tat sie auch aus dem Grunde, weil sie glaubte, das Rudel wieder zu erkennen. Sie hatte schon einen Kampf gesehen. Das war noch auf dem Erkundungsgang, als es das Flüchtlingslager noch gab. Die Tiere hatten damals einen unnützen und sinnlosen Kampf gegen die angreifende Dunkle Brut geführt. Und wenn sie es waren, dann hatten sie auch die Bilder noch in sich und waren vielleicht noch nicht im Blutrausch. Die Rehe hatten das Erstarren der Wölfe genutzt und waren davon geeilt. Eins schien doch verwundet. Doch Glandis sparte den Pfeil. Was wollten sie mit all dem Fleisch? Wenn es nicht so schwer verwundet war, würde es davon kommen. Ansonsten? Es gab viele Jäger in Ferelden … das wusste sie.

    Sie musste abwägen zwischen noch einem oder gleich zwei Wölfen zu töten oder so einen Eindruck zu hinterlassen, dass diese auch die Flucht ergriffen. Deshalb blieb sie stehen und schaute zu Aril, ob sie kommen würde. Sicher, all das Ganze war ein Risiko. Aber die Rehe waren davon gekommen. Die Mehrzahl zumindest, soweit war sie sich sicher. Die Dalish dachte aber auch voraus. Sie mussten schnell handeln und zurück zum Lager. Nicht nur, weil sie die beiden Rehe, eins war ja durch einen Wolf erwischt worden, niemals ins Lager bekommen würden, sondern weil auch die Pferde für das Wolfsrudel ein gutes Ziel boten.

    So schrie sie ein weiteres Mal den Wölfen zu, die immer noch einhielten. Aber sie duckten zum Sprung, fletschten die Zähne und wollten von der Beute nicht lassen. Es war wie eine Waage. Doch zu wessen Gunsten würde sich das Blatt wenden? Glandis hoffte, aber sie wusste es nicht.

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  9. #29
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    Morgana hatte bei ihrer Äußerung vergessen das Zuhause ein Wort war, auf das Dalish fast allergisch reagierten. Wobei sie dabei auch keinen fixen Punkt gemeint hatte sondern eher einen Umgebung wo man sich heimisch fühlte. Die Tirade mit den einsamen Wanderern hatte sie schließlich schon ausreichend gehört. Die Dalish warfen den Menschen vor Land für sich in Besitz zu nehmen, waren aber selbst unzufrieden das sie kein Land mehr besaßen und erzählte sich gerne Geschichten über die Zeit als der ganze Kontinent ihnen gehört hatte. Es war nachvollziehbar den Verlust seiner Heimat zu betrauern, aber was brachte es in der Vergangenheit zu leben ?
    Larissa schien wie erwartet nicht besonders froh über die Neuigkeiten und wirkte seltsam unentschlossen. Vermutlich wollte sie das Morgana ging, war aber zu höflich es direkt auszusprechen. Die Hexe dachte schon darüber nach die unangenehme Stille zu unterbrechen indem sie sich verabschiedete, als Larissa sich nach ihrer Bereitschaft zum längeren Verweilen erkundigte.
    "Ob ich gehen will? Um ehrlich zu sein nein, ich war immer gern zu Gast bei den Dalish. Allerdings habe ich hier das Gefühl das ich gehen Soll und komplett unerwünscht bin. Jeder hier taxiert mich mit ablehnenden und finsteren Blicken, oder sucht das Weite wenn ich mich durch das Lager bewege. Man stellt das reden ein oder dämpft die Stimme, damit die Shemlen Hexe nicht die Unterhaltung versteht und wenn ich elfisch rede sieht man mich an als ob die Sprache vergewaltigt wird nur weil sie aus dem Mund einer Menschenfrau kommt. Nicht angenehm, aber immerhin wissen sie ja das ich eine Magierin, in einer Menschensiedlung hätte man mich vielleicht schon mit Fackeln verfolgt oder ähnliches.",antwortete Morgana nachdenklich mit einem gewissen Missmut in ihrer Stimme. Da Larissa sie auf elfisch angesprochen hatte, war sie ebenfalls ins Elfische übergegangen. "Aber auch wenn ich hier nicht verbergen muss das ich eine Magierin bin wie in menschlichen Siedlungen, so muss ich auch hier mein wahres Ich verbergen. Und ich muss zugeben das es für mich schwieriger ist meine Zuneigung zu dir zu verstecken als meine Magie. Und obwohl ich bereit wäre es darauf ankommen zu lassen, glaube ich kaum das es für mich bei einem längeren Aufenthalt angenehmer werden würde.", erklärte sie mit leichter Enttäuschung.
    "Dennoch hätte ich nichts gegen eine längeren Aufenthalt hier gehabt, auch deshalb weil ich sehe wie glücklich du hier bist. Ich kann mich nicht erinnern dich auf unserer Reise je so zufrieden gesehen zu haben.", erklärte sie in einer etwas besser gelaunten Stimmlage und einem Lächeln. Innerlich traf sie jedoch dieses Eingeständnis, immerhin hatten die beiden auf der Reise zueinander gefunden.
    "Ich denke ich werde wohl jetzt besser gehen damit du wieder Zeit mit den anderen Dalish verbringen kannst. Ich wollte dich auch nicht zu lange stören. Bis später ma vhenan.",sagte sie mit freundlicher Stimme und einem Lächeln. Dann erhob sie sich und machte sich auf den Weg zu den Anderen. Sie wollte Larissa mit ihrer Anwesenheit nicht noch weiter den Tag vermiesen.


    Artur sah gerade noch Nimue verschwinden, als auch schon Mordred mit seiner neuen Harfe um die Ecke gestiefelt kam, er schien bester Laune zu sein, so als ob er das Zelt mit dem Wein und den Huren entdeckt hatte. Da Artur allerdings bezweifelte das es so etwas in einem Dalish Lager gab, weswegen die gute Laune vermutlich auf das neue Instrument zurückzuführen war. Oder am schönen Wetter, wenn man Mordreds Aussage als Indikator für seine Laune nehmen konnte. Bevor er antworten konnte kam jedoch Mealla hinter einer Zeltwand ums Eck.
    Leider hatte Belana nur kurz Zeit zum Plaudern gehabt, dann musste sie sich wieder an die Arbeit begeben. Zuschauen durfte Mealla nicht auch wenn es sie interessiert hätte und so machte sie sich wieder auf den Rückweg zum Zelt. Dort befanden sich auch schon Mordred und Artur, der eine mit hervorragender, der andere mit mittelmäßiger Laune. Freundlich begrüßte der Antivaner die Elfe und bot ihr seinen Platz an, nicht ohne sich eine kleine Spitze gegen die Elfe zu leisten. Dann war das im Aravel also doch ein Angebot gewesen und nicht Zufall. Nun er sollte eigentlich dankbar sein das Mealla es beu seiner Verletzung abgelehnt hatte, ansonsten wäre es vermutlich sehr peinlich für ihn geworden. Sein Sprung in die aufrechte Postion zeigte jedoch erneut das die Heilung von Nimue erfolgreich gewesen war. Er wirklich guter Laune und bot neben seinen Platz auch den Vortrag einer Ballade an.
    sowohl aus Nevarra, als auch aus Tevinter.“ Mealla warf ihm einen schneidenden Blick zu. Entweder war der Antivaner doch nachtragend oder einfach ein Idiot mit einem lockeren Mundwerk. Vermutlich das zweite denn sein Gesichtsausdruck zeigte das es keine Absicht gewesen war. Zum Glück war außer dem Ritter niemand hier, vermutlich hätten die Dalish sie bei der Erwähnung ihrer Herkunft direkt gelyncht und sich ansschließend über das Sklavenmal auf ihrem Rücken gewundert. Die Frage war nur ob Ser Artur es mit bekommen hatte. "Tevinter?", wunderte sich Artur und sah den Antivaner nachdenklich an. Wie kam Mordred denn jetzt darauf? Er warf einen Seitenblick zu der Elfe. Ihr Nachname war Viridis, ein tevinteranischer Name wie er schon bei der ersten Begegnung verwundert festgestellt hatte. Er hatte bisher allerdings auf Nevarra getippt, wo es auch viele tevinteranische Namen gab, außerdem war sie schließlich seinem Bruder begegnet. Allerdings bei einem Grenzübertritt und die einzige Grenze an der er je stationiert war, war die zu Tevinter. Artur ließ sich nichts anmerken,behielt den Gedanken aber im Hinterkopf. Er würde die Elfe später darüber befragen, ein Dalish Lager war der falsche Ort dafür.
    "Nun normalerweise biete ich den Älteren den Platz an und nicht umgekehrt, aber da im Gegensatz zur vorletzten Nacht euer Bein wieder belastbar ist denke ich, ich kann dieses Angebot ohne Sorge um euer Wohlbefinden annehmen.",erklärte Mealla mit einem dankbaren Lächeln um keine zu lange Denkpause entstehen zu lassen. Sobald sie sich gesetzt hatte, ergriff sie wieder das Wort.
    "Euer Angebot zu einem Musikstück würde ich auch gerne in Anspruch nehmen. Ich denke allerdings wir sollten auf welche aus Tevinter verzichten, ich vermute das dürfte hier bei den Dalish nicht gerne gehört werden und vermutlich deren Wohlwollen euch gegenüber senken. Nehmen wir lieber etwas aus Nevarra,ich wäre für das Stück 'Siegfried der Drachentöter'.",erklärte sie höflich.
    Artur musste schmunzeln, das Siegfried Lied war eine in Nevarra weit verbreitete Waise die sehr beliebt war. Sie beruhte auf dem Leben von Siegfried Pentaghast einem Ritter der mehr als ein halbes Dutzend Drachen getötet hatte. Drachen töten war zwar in der Familie Pentaghast weit verbreitet, allerdings stach dieser Vertreter aus der Masse hevor. Ser Siegfried war nämlich der Idee aufgesessen durch Drachenblut unverwundbar und unsterblich zu werden und so hatte er in dem Blut des ersten von ihm getöteten Drachen gebadet und es auch getrunken. Tatsächlich machte ihn das Drachenblut stärker, verstärkte aber seinen Wahn der Unverwundbarkeit und den Wunsch diesen durch Drachenblut herbeizuführen. So badete er auch in dem Blut der anderen Drachen und trank deren Blut, was seinen Verstand weiter vernebelte und dazu führte das seine Haut teilweise verschuppte und der eines Drachen glich. Anstatt zu einem heiler zu gehen, sah Siegfried es als Zeichen seiner gewonnenen Unverwundbarkeit und beschloss dies allen zu beweisen, indem er alleine und ohne Rüstung gegen einen Drachen antrat und folgerichtig gefressen wurde. Eine beliebte Ballade enthielt sie doch Heldenmut, Stärke und einen Protagonisten voller Größenwahn der immer mehr in den Wahnsinn abdriftete und den Preis für seine Überheblichkeit bezahlte.
    Außerdem hatte das Lied eine heitere Melodie und war gut tanzbar, weswegen es in Nevarra sowohl an Hof als auch in Tavernen gespielt wurde. "Siegfried der Drachentöter? Ich muss zugeben das Lied habe ich lange nicht mehr gehört. Wenn ihr also Lust habt Mordred hätte ich nichts dagegen wenn ihr es anstimmt.", stimmte ihr Artur gutgelaunt zu.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png]

    Mordred hatte Glück, denn Mealla und Artur forderten nicht nur eine sehr bekannte Ballade, sondern zudem noch eine von der er drei verschiedene Versionen kannte und sich so als meisterhafter Bänkelsänger profilieren konnte. Er lächelte dem kleinen Publikum wie ein Meister nun einmal seine Bewunderer anlächelte, dann schlug er die Saiten an und schon nach wenigen Tönen erkannten die Beiden, dass es sich um das gewünschte Stück handelte. Die meisten Bewohner von Thedas kamen nicht täglich in den Genuss von schöner, professioneller Musik und so musste es selbst für den adligen Artur eine willkommene Abwechslung sein. Nach dem Stück spielte er noch das Kriemhild- und das Hildebrandtlied hinterher, weil es so schön passend war und die Zwei begeistert waren. Zumindest vermutete Mordred das, auch wenn sie sich mit Applaus und Zurufen dezent zurückhielten. Als Künstler war der Antivaner natürlich darüber erhaben. Schließlich beendete er die Lieder und schaute guten Mutes in die Gesichter seiner Gefährten. „Ich hoffe das Spiel hat euch gefallen, Mylords und Ladies!“, sagte er pathetisch und verbeugte sich wie es seine Art war. Den verwendeten Plural ignorierte er, sondern strahlte fröhlich. Schließlich suchte er sich einen Sitzplatz und ließ sich nieder. Die ganze Zeit zu stehen war nun wirklich nicht angemessen. Die Kiste, die er auserkoren hatte, stand einen Aravel breit von den Sitzpositionen der anderen entfernt, doch Mordred machte keinen Hehl aus seiner Anwesenheit und sprach laut genug, dass ihn die beiden hören konnten. Für konspiratives Geflüster hatten die Dalish innerhalb ihres Lagers ohnehin nichts übrig. „Wer hätte gedacht, dass es hier im Lager dieses Clans nun doch noch so angenehm werden konnte, oder? Ich meine das Essen ist fein, die Elfen akzeptieren uns oder sind sogar freundlich…“, Mordred hatte offenbar nicht mitbekommen, dass die Anderen mehr Abneigung erfuhren her, oder er war so geblendet von sich selbst, dass die Abneigung ihm gegenüber abperlte wie Wasser an Fensterglas. Er war schließlich noch immer überaus begeistert von seiner Lösung der Situation am gestrigen Tag. Der Antivaner legte die Harfe auf die Knie. „Ich frage mich wie lange wir hier geduldet werden. Nun ja, mit etwas Zeit wird man sich uns sicherlich öffnen, oder? Wenn Ihr, Ser Artur, nicht immer so finster dreinblicken würdet, so würdet Ihr sicherlich auch besser aufgenommen.“ Er lachte. „ Und Ihr, Lady Viridis, habt wie ich gesehen habe, schon eine neue Freundin gefunden. Zum Glück ist hetzt uns niemand.

    Morgana wandte sich von Larissa ab und ließ die nun defätistische Elfe allein zurück. Larissa stand da wie angewurzelt, ließ die Arme seitlich hängen und schaute der schwarzgekleideten Person mit den wallenden Locken hinterher bis sie, ohne sich noch einmal umzudrehen, verschwand. Sie kehrte nicht zu den Jungelfen zurück um ihren Reisebericht zu vervollständigen. Stattdessen wanderte sie einsam leichten Fußes durch das Lager, umging den singenden Mordred gezielt und schritt in Richtung Wald davon. Zwischen ein paar Farnen blieb sie stehen und schaute in das unendliche Meer aus Grün und Braun. Wenn sie über die Schulter zurücksah, erfasste sie das Gefühl von Bekanntheit und Friede. Es war nicht ihr Clan, das war ihr klar und doch spürte sie ein Gefühl der Zugehörigkeit gegenüber den Wanderern, die sie sonst nirgends in der Welt gefunden hatte. Nirgends. Was sagte das über ihr jetziges Leben aus? Und über ihre Beziehung zu Morgana? Sie seufzte schwer und trauererfüllt, überwältigt von zu viel Dingen, die auf sie einströmten. Die Hexe hatte ihr zugestanden, noch einige Zeit zu bleiben, doch Artur hatte gesprochen. Und Arturs Wort fiel, vielleicht weil er der Kopf der kleinen Söldnergruppe war, schwer ins Gewicht. Plötzlich spürte sie eine Präsenz neben sich treten und als sie zur Seite sah, schaute sie in die Augen von Ilei. „Aneth ara, Schwester. Suchst du die Einsamkeit?“ Larissa nickte. „Das tue ich, obwohl ich sie nicht leiden kann.“ Schon wollte Ilei sich zum Gehen wenden, da fasste Larissa sie am Arm und sagte: „Bitte geh nicht. Ich… ich weiß nicht, was ich sonst tue.“ Respektive sie würde vermutlich weinen, doch aus Scham davor hielt sie die Tränen zurück. Nachdem sie im Rahmen des Gerichtskampfes geweint hatte, hatte man ihr überall im Lager mitleidige Blicke und unterstützende Worte zukommen lassen und selten hatte sich die Jägerin so schwach gefühlt. Sie wollte sich nicht noch einmal so fühlen – oder zumindest nicht so bald wieder. Ilei blieb und gemeinsam schwiegen die beiden Elfinnen den Wald an. Schließlich sagte Larissa: „Wie geht es Penthos Schwester?“ „Penthesilea? Besser. Sie wird bald wieder auf den Beinen sein, sagt der Hüter. Aber sie wird wohl so bald nicht mehr auf die Jagd gehen, dafür ist die Wunde zu frisch und zu gefährlich.“ Sie zuckte die Achseln. „Dein Freund ist ein wirklich guter Kämpfer. Ich dachte immer, nur die Dalish seien so geschickt mit dem Schwert während die Shems kaum besser kämpfen können als Wiedergänger.“ Larissa lächelte stumm. Sie konnte sich noch daran erinnern, wie sie selbst so naive Ansichten gehabt hatte. Kaum zu glauben, dass es gar nicht so lange her war. Neunzehn Jahre lang war sie aufgewachsen und doch hatte sie manchmal Menschen getroffen, aber nun hatte sie in wenigen Wochen mehr über sie gelernt, als in all den Jahren vorher. Ilei deutete die Stille als Zeichen dafür, dass das Thema bereits nach dem zweiten Satz erschöpft sei. „Wie lange bleiben die Anderen im Lager, weißt du das?“ „Die Anderen…“, dachte Larissa. „Sie… wir wollen morgen aufbrechen…“ Ilei wirkte ehrlich erschüttert und wiederholte scharf: „Wir?“ Larissa schluckte einen trockenen Kloß herunter und nickte schwerfällig. „Zwingen sie dich?“, fragte Ilei und einen Moment schlug der alte Hass in ihrer Stimme durch. „Nein, sie zwingen mich nicht. Sie gehen einfach davon aus, dass ich mitkomme und haben es so gemeinsam beschlossen.“ Ilei zögerte, hob eine Augenbraue. „Aber du willst gar nicht gehen, stimmt´s?“ Die Elfe legte den schönen Kopf schief und sah Larissa prüfend an. Diese konnte sich zu keinem Kopfschütteln durchringen und sagte stattdessen: „Ich habe noch gar nicht darüber nachgedacht, wenn ich ehrlich bin. Es war so überwältigend hier zu sein und mal wieder mit Dalish zu tun zu haben. Ich habe fast vergessen wie es sich anfühlt, eine Elvenha zu sein.“ Larissa spürte Ileis schlanke Hand auf ihrer Schulter. „Was auch immer deine >Freunde< für dich zu entscheiden gedenken, du kannst dir sicher sein, dass du uns und dem Clan mehr als willkommen bist, Schwester!“ Ilei drückte kurz die Schulter, dann ließ sie die Elfe, die sie Líatháin nannte, allein ihren Gedanken nachhängen.
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png]

    Mordred hatte Glück, denn Mealla und Artur forderten nicht nur eine sehr bekannte Ballade, sondern zudem noch eine von der er drei verschiedene Versionen kannte und sich so als meisterhafter Bänkelsänger profilieren konnte. Er lächelte dem kleinen Publikum wie ein Meister nun einmal seine Bewunderer anlächelte, dann schlug er die Saiten an und schon nach wenigen Tönen erkannten die Beiden, dass es sich um das gewünschte Stück handelte. Die meisten Bewohner von Thedas kamen nicht täglich in den Genuss von schöner, professioneller Musik und so musste es selbst für den adligen Artur eine willkommene Abwechslung sein. Nach dem Stück spielte er noch das Kriemhild- und das Hildebrandtlied hinterher, weil es so schön passend war und die Zwei begeistert waren. Zumindest vermutete Mordred das, auch wenn sie sich mit Applaus und Zurufen dezent zurückhielten. Als Künstler war der Antivaner natürlich darüber erhaben. Schließlich beendete er die Lieder und schaute guten Mutes in die Gesichter seiner Gefährten. „Ich hoffe das Spiel hat euch gefallen, Mylords und Ladies!“, sagte er pathetisch und verbeugte sich wie es seine Art war. Den verwendeten Plural ignorierte er, sondern strahlte fröhlich. Schließlich suchte er sich einen Sitzplatz und ließ sich nieder. Die ganze Zeit zu stehen war nun wirklich nicht angemessen. Die Kiste, die er auserkoren hatte, stand einen Aravel breit von den Sitzpositionen der anderen entfernt, doch Mordred machte keinen Hehl aus seiner Anwesenheit und sprach laut genug, dass ihn die beiden hören konnten. Für konspiratives Geflüster hatten die Dalish innerhalb ihres Lagers ohnehin nichts übrig. „Wer hätte gedacht, dass es hier im Lager dieses Clans nun doch noch so angenehm werden konnte, oder? Ich meine das Essen ist fein, die Elfen akzeptieren uns oder sind sogar freundlich…“, Mordred hatte offenbar nicht mitbekommen, dass die Anderen mehr Abneigung erfuhren her, oder er war so geblendet von sich selbst, dass die Abneigung ihm gegenüber abperlte wie Wasser an Fensterglas. Er war schließlich noch immer überaus begeistert von seiner Lösung der Situation am gestrigen Tag. Der Antivaner legte die Harfe auf die Knie. „Ich frage mich wie lange wir hier geduldet werden. Nun ja, mit etwas Zeit wird man sich uns sicherlich öffnen, oder? Wenn Ihr, Ser Artur, nicht immer so finster dreinblicken würdet, so würdet Ihr sicherlich auch besser aufgenommen.“ Er lachte. „ Und Ihr, Lady Viridis, habt wie ich gesehen habe, schon eine neue Freundin gefunden. Zum Glück ist hetzt uns niemand.

    Morgana wandte sich von Larissa ab und ließ die nun defätistische Elfe allein zurück. Larissa stand da wie angewurzelt, ließ die Arme seitlich hängen und schaute der schwarzgekleideten Person mit den wallenden Locken hinterher bis sie, ohne sich noch einmal umzudrehen, verschwand. Sie kehrte nicht zu den Jungelfen zurück um ihren Reisebericht zu vervollständigen. Stattdessen wanderte sie einsam leichten Fußes durch das Lager, umging den singenden Mordred gezielt und schritt in Richtung Wald davon. Zwischen ein paar Farnen blieb sie stehen und schaute in das unendliche Meer aus Grün und Braun. Wenn sie über die Schulter zurücksah, erfasste sie das Gefühl von Bekanntheit und Friede. Es war nicht ihr Clan, das war ihr klar und doch spürte sie ein Gefühl der Zugehörigkeit gegenüber den Wanderern, die sie sonst nirgends in der Welt gefunden hatte. Nirgends. Was sagte das über ihr jetziges Leben aus? Und über ihre Beziehung zu Morgana? Sie seufzte schwer und trauererfüllt, überwältigt von zu viel Dingen, die auf sie einströmten. Die Hexe hatte ihr zugestanden, noch einige Zeit zu bleiben, doch Artur hatte gesprochen. Und Arturs Wort fiel, vielleicht weil er der Kopf der kleinen Söldnergruppe war, schwer ins Gewicht. Plötzlich spürte sie eine Präsenz neben sich treten und als sie zur Seite sah, schaute sie in die Augen von Ilei. „Aneth ara, Schwester. Suchst du die Einsamkeit?“ Larissa nickte. „Das tue ich, obwohl ich sie nicht leiden kann.“ Schon wollte Ilei sich zum Gehen wenden, da fasste Larissa sie am Arm und sagte: „Bitte geh nicht. Ich… ich weiß nicht, was ich sonst tue.“ Respektive sie würde vermutlich weinen, doch aus Scham davor hielt sie die Tränen zurück. Nachdem sie im Rahmen des Gerichtskampfes geweint hatte, hatte man ihr überall im Lager mitleidige Blicke und unterstützende Worte zukommen lassen und selten hatte sich die Jägerin so schwach gefühlt. Sie wollte sich nicht noch einmal so fühlen – oder zumindest nicht so bald wieder. Ilei blieb und gemeinsam schwiegen die beiden Elfinnen den Wald an. Schließlich sagte Larissa: „Wie geht es Penthos Schwester?“ „Penthesilea? Besser. Sie wird bald wieder auf den Beinen sein, sagt der Hüter. Aber sie wird wohl so bald nicht mehr auf die Jagd gehen, dafür ist die Wunde zu frisch und zu gefährlich.“ Sie zuckte die Achseln. „Dein Freund ist ein wirklich guter Kämpfer. Ich dachte immer, nur die Dalish seien so geschickt mit dem Schwert während die Shems kaum besser kämpfen können als Wiedergänger.“ Larissa lächelte stumm. Sie konnte sich noch daran erinnern, wie sie selbst so naive Ansichten gehabt hatte. Kaum zu glauben, dass es gar nicht so lange her war. Neunzehn Jahre lang war sie aufgewachsen und doch hatte sie manchmal Menschen getroffen, aber nun hatte sie in wenigen Wochen mehr über sie gelernt, als in all den Jahren vorher. Ilei deutete die Stille als Zeichen dafür, dass das Thema bereits nach dem zweiten Satz erschöpft sei. „Wie lange bleiben die Anderen im Lager, weißt du das?“ „Die Anderen…“, dachte Larissa. „Sie… wir wollen morgen aufbrechen…“ Ilei wirkte ehrlich erschüttert und wiederholte scharf: „Wir?“ Larissa schluckte einen trockenen Kloß herunter und nickte schwerfällig. „Zwingen sie dich?“, fragte Ilei und einen Moment schlug der alte Hass in ihrer Stimme durch. „Nein, sie zwingen mich nicht. Sie gehen einfach davon aus, dass ich mitkomme und haben es so gemeinsam beschlossen.“ Ilei zögerte, hob eine Augenbraue. „Aber du willst gar nicht gehen, stimmt´s?“ Die Elfe legte den schönen Kopf schief und sah Larissa prüfend an. Diese konnte sich zu keinem Kopfschütteln durchringen und sagte stattdessen: „Ich habe noch gar nicht darüber nachgedacht, wenn ich ehrlich bin. Es war so überwältigend hier zu sein und mal wieder mit Dalish zu tun zu haben. Ich habe fast vergessen wie es sich anfühlt, eine Elvenha zu sein.“ Larissa spürte Ileis schlanke Hand auf ihrer Schulter. „Was auch immer deine >Freunde< für dich zu entscheiden gedenken, du kannst dir sicher sein, dass du uns und dem Clan mehr als willkommen bist, Schwester!“ Ilei drückte kurz die Schulter, dann ließ sie die Elfe, die sie Líatháin nannte, allein ihren Gedanken nachhängen.


    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Erwartungsgemäß kannte Mordred das sehr populäre Stück und wie Artur anerkennend zugeben musste beherrschte er es sehr gut. Es war fast schon ein wenig seltsam etwas so Vertrautes an einem so fremden Ort, weitab der Heimat und sogar der menschlichen Gesellschaft zu hören, jedoch tat das dem Vergnügen daran keinen Abbruch. Auch Mealla genoß die Ablenkung von der gegenwärtigen Situation und lauschte den sanften Klängen die der Antivaner dem neuen Instrument entlockte. Sie hatte schon immer viel für Musik übrig gehabt, war sie doch ein Licht auch in dunkleren Stunden. Gemeinsamer Gesang war bei den Sklaven in Tevinter verbreitet, auch wenn Mealla natürlich nicht zu der Art von Sklaven gehört hatten die sich auf dem Feld die Arbeit mit Musik ein wenig erleichtert hatten. Trotzdem hatte sie immer gerne gesungen und im Gegensatz zu den meisten anderen Sklavenjägern hatte sie auch eine melodische Stimme und ihr Gesang klang nicht wie das Gegröhle von Hafenarbeitern. Jetzt jedoch lauschte sie den Klängen des Antivaners der nach dem Siegfriedlied noch zwei weitere Lieder anhängte die Mealla auch in Nevarra gehört hatte. Nachdem er geendet hatte bedankte sich Mealla mit kräftigem Applaus und einem ihrer fröhlichsten Lächeln. Auch Artur grinste zufrieden und ehrte den Künstler mit angemessenem Applaus.
    "Hervorragend gespielt, Lord Aromaki."erwiderte die Elfe auf die Rückfrage, während sich der Antivaner sich äußerst zufrieden auf einer etwas entfernt stehenden Kiste niederließ. „Wer hätte gedacht, dass es hier im Lager dieses Clans nun doch noch so angenehm werden konnte, oder? Ich meine das Essen ist fein, die Elfen akzeptieren uns oder sind sogar freundlich…
    Die beiden sahen sich gegenseitig und dann Mordred leicht skeptisch an. War er bisher durch ein anderes Lager gelaufen, oder hatte er eine etwas andere Vorstellung von freundlich ? Vielleicht war es auch der Künstler in ihm der nach seinem Auftritt am gestrigen Abend dachte das ihn jetzt das ganze Lager liebte. Artur traute es ihm durchaus zu, zweifelte auch nicht das der Antivaner mehr freundliche Blicke erntete als die Anderen, jedoch die allgemeine Abneigung selbst gegenüber Mordred überwog. Die einzige Person aus der Gruppe die vom kompletten Lager akzeptiert war und freundlich behandelt wurde war Larissa. Der Barde schien das allerdings auszublenden, wenn man ihm zuhörte könnte man meinen das er noch Wochen hier bleiben wollte und der scheinbar der festen Meinung war das dann die Dalish mit ihnen Freundschaft schließen würde oder ähnliches. Wahrscheinlicher war wohl eher das man sie unfreundlich bitten würde zu gehen, denn wie selbst Mordred richtig bemerkt hatte, sie waren hier nur geduldet.
    "Nun Freundin wäre wohl der falsche Ausdruck, aber ja ich habe jemanden gefunden der mich nicht so ansieht, als ob er mich an liebsten anspucken würde oder ähnliches. Leider ist es auch die einzige Person, ansonsten spüre ich eher weniger von der von euch erwähnten Akzeptanz oder gar Freundlichkeit. Der Begriff Flachohr fällt eigentlich immer in dem seltenem Fall wenn sich jemand dazu herablässt mit mir zu reden und das mit einer ganz besonderen Betonung. Ich weiß nicht Lord Aromaki, aber wenn ihr mich Klingenohr nennen würdet, wäre das dann freundlich gemeint? Falls ja habe ich die geistige Haltung der Menschen in den Städten vermutlich bisher immer falsch eingeschätzt.",antwortete sie höflich aber korrigierend auf seine Bemerkung. Sie konnte Belanna wirklich gut leiden, machte sich aber keine falschen Hoffnungen davon das diese sie als Freundin sah. Sie war toleranter als die Anderen, aber selbst bei ihr war deutlich zu erkennen das sie sich für etwas besseres hielt. Sicher aufgrund ihres Blutes hätte Mealla vermutlich die größte Chance akzeptiert zu werden, sofern sie sich komplett unterordnen würde. Mealla fand an diese Idee aber nur wenig Gefallen und selbst wenn sie vorgehabt hätte eine Dalish zu werden würde sie sich dafür vermutlich einen anderen, offeneren Clan suchen.
    "Nun ich habe leider das Gefühl das selbst mit einem breiten Grinsen und heiterem Blick meine Chancen gering sind von einem Clan akzeptiert zu werden der uns gestern noch am liebsten umgebracht hätte. Selbst wenn ich so gut Harfe spielen könnte wie ihr. Und ich denke wir sollten die Toleranz der Dalish nicht ausreizen, indem wir hierbleiben und warten bis sie uns nicht mehr dulden und unsanft bitten zu gehen. Unsere Körper konnten regenerieren und wir konnten uns ausruhen. Als Lady Seren vorhin hier war hat sie mir mitgeteilt das sie sich immer noch wie eine Gefangene fühlt und sie sich nicht an diesem Ort erholen kann. Nun ich sehe das nicht so drastisch wie sie denke aber auch das wir die Gastfreundschaft der Dalish nicht überstrapazieren sollten. Wir sollten deswegen morgen aufbrechen und uns wieder Richtung Straße begeben.",verkündete Artur freundlich aber bestimmt. Mealla nickte zustimmend, sie waren inzwischen lange genug im Wald gewesen. Bei den unterschiedlichen Meinungen über den Aufenthalt würden sie vermutlich eh nie einen Abmarschtag finden an dem alle zufrieden waren.
    Gerade als Artur geendet hatte kam Morgana am Platz der Gruppe an. Die Hexe sah sehr nachdenklich aus, Artur kam sie auch ein wenig betrübt vor, wobei Morgana in dieser Hinsicht schwer einzuschätzen war. Genauso gut konnte sie auch wieder wegen irgendetwas schlechte Laune haben. "Morgana schön euch zu sehen. Wo seid ihr denn gewesen?", erkundigte sich Artur freundlich. Die Hexe, scheinbar aus ihren Gedanken gerissen sah zu ihm herüber. "Ich war im Lager und habe mich mit Larissa unterhalten und ihr mitgeteilt das wir morgen abreisen wollen. Sie war verständlicherweise wenig begeistert, was vermutlich nicht nur am Datum sondern an der Tatsache überhaupt abzureisen liegt.",erklärte sie mit trockener Stimme und einem ausdruckslosen Gesichtsausdruck.
    "Nun ich kann nicht sagen, dass ich es nicht verstehe, immerhin hat sie dieser Clan mit offenen Armen aufgenommen. Allerdings sind wir nicht alle Dalish.", antwortete Artur verständnisvoll und mit Bedauern. Er hatte schließlich auch mitbekommen wie wohl sich die junge Dalish hier fühlte und hatte das nicht entschieden um die Jägerin zu ärgern. Jedoch waren sie eine Gruppe und im Gegensatz zu Larissa waren sie hier nicht willkommen. "Geht es euch denn gut?", erkundigte er sich freundlich, denn die Hexe hatte immer noch einen sonderbaren Gesichtsausdruck. "Wie bitte? Ja Ser Artur, mir geht es gut, danke der Nachfrage.", log Morgana mit dankbarer Stimme und zwang sich zu einem kurzen Lächeln. Sie hatte keine Lust ihr ganzes Seelenleben vor der Gruppe auszukehren. Anstatt sich jedoch zu den anderen zu setzen, verschwand sie im Zelt. Artur wusste nicht was er davon halten sollte, beschloss aber nicht weiter nachzuhaken. Vielleicht brauchte die Hexe gerade Zeit für sich.

    Morgana fühlte sich nach dem Gespräch mit Larissa noch schlechter als vorhin. Vermutlich hatte die Elfe den unseligen Gedanken einer Abreise bisher erfolgreich verdrängt, aber das jetzt war vorbei. Jetzt würde sie sich vermutlich die gleiche Gedanken machen die sich Morgana schon gestellt hatte. Was hatte die Gruppe und auch Morgana der Dalishelfe im Vergleich zu diesem Clan mit ihresgleichen zu bieten? Die Hexe lag auf ihrem Feldbett und beobachtete sorgenvoll die Zeltdecke, also ob sie die Stoffbahnen von ihren Problemen ablenken könnten. Morgen würden sie abreisen, aber die Hexe war sich nicht sicher ob zu fünft oder zu sechst und dieser Gedanke war schmerzvoller als die Klinge des Kreischers in der Höhle.
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    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    Erwartungsgemäß kannte Mordred das sehr populäre Stück und wie Artur anerkennend zugeben musste beherrschte er es sehr gut. Es war fast schon ein wenig seltsam etwas so Vertrautes an einem so fremden Ort, weitab der Heimat und sogar der menschlichen Gesellschaft zu hören, jedoch tat das dem Vergnügen daran keinen Abbruch. Auch Mealla genoß die Ablenkung von der gegenwärtigen Situation und lauschte den sanften Klängen die der Antivaner dem neuen Instrument entlockte. Sie hatte schon immer viel für Musik übrig gehabt, war sie doch ein Licht auch in dunkleren Stunden. Gemeinsamer Gesang war bei den Sklaven in Tevinter verbreitet, auch wenn Mealla natürlich nicht zu der Art von Sklaven gehört hatten die sich auf dem Feld die Arbeit mit Musik ein wenig erleichtert hatten. Trotzdem hatte sie immer gerne gesungen und im Gegensatz zu den meisten anderen Sklavenjägern hatte sie auch eine melodische Stimme und ihr Gesang klang nicht wie das Gegröhle von Hafenarbeitern. Jetzt jedoch lauschte sie den Klängen des Antivaners der nach dem Siegfriedlied noch zwei weitere Lieder anhängte die Mealla auch in Nevarra gehört hatte. Nachdem er geendet hatte bedankte sich Mealla mit kräftigem Applaus und einem ihrer fröhlichsten Lächeln. Auch Artur grinste zufrieden und ehrte den Künstler mit angemessenem Applaus.
    "Hervorragend gespielt, Lord Aromaki."erwiderte die Elfe auf die Rückfrage, während sich der Antivaner sich äußerst zufrieden auf einer etwas entfernt stehenden Kiste niederließ. „Wer hätte gedacht, dass es hier im Lager dieses Clans nun doch noch so angenehm werden konnte, oder? Ich meine das Essen ist fein, die Elfen akzeptieren uns oder sind sogar freundlich…
    Die beiden sahen sich gegenseitig und dann Mordred leicht skeptisch an. War er bisher durch ein anderes Lager gelaufen, oder hatte er eine etwas andere Vorstellung von freundlich ? Vielleicht war es auch der Künstler in ihm der nach seinem Auftritt am gestrigen Abend dachte das ihn jetzt das ganze Lager liebte. Artur traute es ihm durchaus zu, zweifelte auch nicht das der Antivaner mehr freundliche Blicke erntete als die Anderen, jedoch die allgemeine Abneigung selbst gegenüber Mordred überwog. Die einzige Person aus der Gruppe die vom kompletten Lager akzeptiert war und freundlich behandelt wurde war Larissa. Der Barde schien das allerdings auszublenden, wenn man ihm zuhörte könnte man meinen das er noch Wochen hier bleiben wollte und der scheinbar der festen Meinung war das dann die Dalish mit ihnen Freundschaft schließen würde oder ähnliches. Wahrscheinlicher war wohl eher das man sie unfreundlich bitten würde zu gehen, denn wie selbst Mordred richtig bemerkt hatte, sie waren hier nur geduldet.
    "Nun Freundin wäre wohl der falsche Ausdruck, aber ja ich habe jemanden gefunden der mich nicht so ansieht, als ob er mich an liebsten anspucken würde oder ähnliches. Leider ist es auch die einzige Person, ansonsten spüre ich eher weniger von der von euch erwähnten Akzeptanz oder gar Freundlichkeit. Der Begriff Flachohr fällt eigentlich immer in dem seltenem Fall wenn sich jemand dazu herablässt mit mir zu reden und das mit einer ganz besonderen Betonung. Ich weiß nicht Lord Aromaki, aber wenn ihr mich Klingenohr nennen würdet, wäre das dann freundlich gemeint? Falls ja habe ich die geistige Haltung der Menschen in den Städten vermutlich bisher immer falsch eingeschätzt.",antwortete sie höflich aber korrigierend auf seine Bemerkung. Sie konnte Belanna wirklich gut leiden, machte sich aber keine falschen Hoffnungen davon das diese sie als Freundin sah. Sie war toleranter als die Anderen, aber selbst bei ihr war deutlich zu erkennen das sie sich für etwas besseres hielt. Sicher aufgrund ihres Blutes hätte Mealla vermutlich die größte Chance akzeptiert zu werden, sofern sie sich komplett unterordnen würde. Mealla fand an diese Idee aber nur wenig Gefallen und selbst wenn sie vorgehabt hätte eine Dalish zu werden würde sie sich dafür vermutlich einen anderen, offeneren Clan suchen.
    "Nun ich habe leider das Gefühl das selbst mit einem breiten Grinsen und heiterem Blick meine Chancen gering sind von einem Clan akzeptiert zu werden der uns gestern noch am liebsten umgebracht hätte. Selbst wenn ich so gut Harfe spielen könnte wie ihr. Und ich denke wir sollten die Toleranz der Dalish nicht ausreizen, indem wir hierbleiben und warten bis sie uns nicht mehr dulden und unsanft bitten zu gehen. Unsere Körper konnten regenerieren und wir konnten uns ausruhen. Als Lady Seren vorhin hier war hat sie mir mitgeteilt das sie sich immer noch wie eine Gefangene fühlt und sie sich nicht an diesem Ort erholen kann. Nun ich sehe das nicht so drastisch wie sie denke aber auch das wir die Gastfreundschaft der Dalish nicht überstrapazieren sollten. Wir sollten deswegen morgen aufbrechen und uns wieder Richtung Straße begeben.",verkündete Artur freundlich aber bestimmt. Mealla nickte zustimmend, sie waren inzwischen lange genug im Wald gewesen. Bei den unterschiedlichen Meinungen über den Aufenthalt würden sie vermutlich eh nie einen Abmarschtag finden an dem alle zufrieden waren.
    Gerade als Artur geendet hatte kam Morgana am Platz der Gruppe an. Die Hexe sah sehr nachdenklich aus, Artur kam sie auch ein wenig betrübt vor, wobei Morgana in dieser Hinsicht schwer einzuschätzen war. Genauso gut konnte sie auch wieder wegen irgendetwas schlechte Laune haben. "Morgana schön euch zu sehen. Wo seid ihr denn gewesen?", erkundigte sich Artur freundlich. Die Hexe, scheinbar aus ihren Gedanken gerissen sah zu ihm herüber. "Ich war im Lager und habe mich mit Larissa unterhalten und ihr mitgeteilt das wir morgen abreisen wollen. Sie war verständlicherweise wenig begeistert, was vermutlich nicht nur am Datum sondern an der Tatsache überhaupt abzureisen liegt.",erklärte sie mit trockener Stimme und einem ausdruckslosen Gesichtsausdruck.
    "Nun ich kann nicht sagen, dass ich es nicht verstehe, immerhin hat sie dieser Clan mit offenen Armen aufgenommen. Allerdings sind wir nicht alle Dalish.", antwortete Artur verständnisvoll und mit Bedauern. Er hatte schließlich auch mitbekommen wie wohl sich die junge Dalish hier fühlte und hatte das nicht entschieden um die Jägerin zu ärgern. Jedoch waren sie eine Gruppe und im Gegensatz zu Larissa waren sie hier nicht willkommen. "Geht es euch denn gut?", erkundigte er sich freundlich, denn die Hexe hatte immer noch einen sonderbaren Gesichtsausdruck. "Wie bitte? Ja Ser Artur, mir geht es gut, danke der Nachfrage.", log Morgana mit dankbarer Stimme und zwang sich zu einem kurzen Lächeln. Sie hatte keine Lust ihr ganzes Seelenleben vor der Gruppe auszukehren. Anstatt sich jedoch zu den anderen zu setzen, verschwand sie im Zelt. Artur wusste nicht was er davon halten sollte, beschloss aber nicht weiter nachzuhaken. Vielleicht brauchte die Hexe gerade Zeit für sich.

    Morgana fühlte sich nach dem Gespräch mit Larissa noch schlechter als vorhin. Vermutlich hatte die Elfe den unseligen Gedanken einer Abreise bisher erfolgreich verdrängt, aber das jetzt war vorbei. Jetzt würde sie sich vermutlich die gleiche Gedanken machen die sich Morgana schon gestellt hatte. Was hatte die Gruppe und auch Morgana der Dalishelfe im Vergleich zu diesem Clan mit ihresgleichen zu bieten? Die Hexe lag auf ihrem Feldbett und beobachtete sorgenvoll die Zeltdecke, also ob sie die Stoffbahnen von ihren Problemen ablenken könnten. Morgen würden sie abreisen, aber die Hexe war sich nicht sicher ob zu fünft oder zu sechst und dieser Gedanke war schmerzvoller als die Klinge des Kreischers in der Höhle.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png]

    Verklungen waren Lied und Applaus und eine niedergedrückte Stimmung nahm ihren Platz ein, als Artur und Mealla von der morgigen Abreise berichteten. Mordred setzte eine beleidigte Miene auf, da man die Entscheidung anscheinend getroffen hatte, ohne seinen Rat einzuholen. Es wurmte ihn, dass er, obgleich er sich bisher als vollwertiges Mitglied der Gruppe sah, zu derlei Fragen nicht hinzugezogen wurde während Mealla und Nimue anscheinend ein Wort mitzureden hatten. Beide pochten auf den Abzug, ebenso wie Artur. Dass Nimue in diesem Lager keine Ruhe oder Erholung fand erstaunte den Antivaner nicht, schließlich war die Zirkelmagierin die einzige wirkliche Dame in ihrer Mitte. Larissa war ein junger Wildfang mit Blumen im Haar und den Kopf voller Flausen, Mealla eine gestählte Kopfgeldgägerin mit schmerzgeprüfter Vergangenheit und langem Kriegsbogen und Morgana kaum weniger wild als Larissa und dazu noch durch die schicksalsgegebene Begabung der Isolation verdammt. Alle drei waren auf ihre Weise attraktiv und bemerkenswert, doch konnten sie sich nicht mit der Eleganz und dem höfischen Anmut Nimues messen, die ihren Kopf so stolz erhob als trüge sie eine Krone. Und auf dieses scharlachrote Haupt hätte eine Krone zweifellos gut gepasst. „Nun, es dauert mich zu hören, dass auf meine Meinung anscheinend kein Wert gelegt wird“, sagte der Literat noch immer eingeschnappt und drückte den Rücken durch. „Oder vielleicht ist meine weitere Anwesenheit gar nicht Teil der Planung gewesen?“ Nachdem er mit den Pferden fortgeritten war und sie sein tollkühnes Ablenkungsmanöver als Flucht fehlinterpretiert hatten, waren auch Gedanken in diese Richtung nicht vollkommen abwegig. Mordred steckte probeweise sein Bein aus, winkelte es dann wieder an und betrachtete es. Kein Schmerz war zu spüren. Nimue hatte ihre Fähigkeiten einmal mehr unter Beweis gestellt. Diesbezüglich gäbe es also keinerlei Notwendigkeit eines raschen Aufbruchs und obwohl Mordred die Magierin nicht erzürnen wollte, würde er ihre Gemütshaltung auch nicht so einfach als Grund akzeptieren. Bevor Mordred jedoch eine Grundsatzdiskussion über das Für und Wider des Verweilens starten konnte, trat Morgana auf den Plan. Sie war sichtlich geknickt und beantwortete die Anfragen ihres Freundes Artur nur unzureichend. Mordreds feines Gespür für das andere Geschlecht ließ ihn auch nach der dürftigen Erklärung und Morganas ebenso raschem Verschwinden nicht an einen raschen Abschluss des Themas glauben. Wenn ein Mitglied der Gemeinschaft solch schlechte Laune mit sich herumtrug, konnte dies negative Auswirkungen auf die gesamte Reisegruppe und im schlimmsten Falle die Moral der Truppe haben. Die Hexe verschwand in dem Zelt der Gruppe, das einen Streinwurf von ihrem jetzigen Treffpunkt entfernt auf sie wartete. Die Tatsache, dass kein Gefauche und keine lodernden Flammen folgten ließ darauf schließen, dass Nimue nicht auch im Zelt war und Morgana somit allein. „Dann bleibt es wohl an mir hängen“, dachte Mordred mit einem Seitenblick auf die diplomatischen Blindgänger neben ihm. Er erhob sich, klopfte sich den Staub von der Hose und sagte: „Mylord, Mylady, entschuldigt mich! Ich sehe mal nach unserer Abtrünnigen.“ Dann setzte er noch an Mealla gewandt hinzu: „Eins noch, Lady Viridis, Euch würde ich niemals >Klingenohr< nennen. Dafür fielen mir zu viele charmantere Kosenamen ein, mit denen ich Eurer Schönheit rühmen wollte.“ Er zwinkerte, dann stiefelte er der Hexe mit der unter den Arm geklemmten Harfe nach.
    Mordred fand Morgana tatsächlich alleine im Zelt, auf ihrem Feldbett liegend und den sorgenvollen Blick gen Decke gerichtet. Sie bemerkte sein Eintreten zwar, reagierte jedoch so lange nicht, bis er sich schließlich in fast väterlicher Manier an ihr Fußende setzte und sachte fragte: „Was plagt Euch, Lady Morgana? Ich sehe doch, dass Ihr schweren Herzens seid. Ist es wirklich nur die baldige Abreise aus dem Camp und Larissas damit verbundene Unzufriedenheit? Oder ist da mehr?“ Er legte den blonden Kopf schief und sah sie prüfend aber mitfühlend an. „Ist es vielleicht die Tatsache, dass Larissa sich hier im Lager so sehr wohlfühlt? Auch wenn es vielleicht nicht die Eifersucht ist, die Euch treibt so gedenkt Ihr Larissas Freude hier vermutlich schweren Herzens. Immerhin“, Mordred rang nach einem passenden Wort: „…fürchtete Ihr um die Gefühlswelt unserer jungen Elfe?“ Er formulierte den letzten Satz wie eine Frage, obgleich es eigentlich eher eine Feststellung war. Es dämmerte Mordred, dass die Hexe ihren eigenen Stellenwert in der erwähnten Gefühlswelt infrage stellte. Berechtigterweise, denn die Dalish hatte sich seit ihrer Ankunft kaum um Morgana gekümmert und gemessen an der Tatsache, dass die beiden ein Paar waren, die Beziehung aber auf tönernen Füßen stand, war das Treffen mit dem Clan nicht die förderlichste Entwicklung. Er zeigte Larissa einfach zu sehr, was sie verloren hatte und verband dieses Vorhalten gleichzeitig mit dem offensichtlichen Angebot, sie in diesen Clan einzugliedern – als vollwertiges Mitglied. Selbst Mordred war bewusst, dass ein Shemlen diesen Status niemals erringen würde. Zudem war Morgana eine Magierin und selbst wenn die Dalish sich zu einer gravierenden und völlig surrealen Wendung hinreißen ließen und die Menschenfrau als Partnerin Larissas akzeptieren würden, so wäre sie als Magierin im Clan noch immer undenkbar solange Penthos und Iorveth lebten. „Ihr sorgt Euch grundlos, Morgana. Larissa wird nach dem Weiterziehen vielleicht noch ein paar wehmütige Tage verbringen und sie wird Euch dann brauchen. Als Freundin.“ Mordred legte so viel Überzeugung in seine Worte, wie es ihm angesichts der Abwesenheit der Jägerin möglich war. „Sprecht mit mir Morgana. Oder wollt Ihr, dass ich gehe?“ Dann legte Mordred die Hände in den Schoß und den Kopf in den Nacken. Jetzt in eigener Sache sprechend sagte er mit Anklage im Ton: „Ich frage mich zudem, ob meine Mitreise überhaupt noch erwünscht ist. Immerhin wurde meine Sicht auf die meiner Meinung nach überstürzte Abreiseplanung nicht gefordert.

    Zeit hatte für Dalish nur eine geringfügige Bedeutung. In den alten Tagen, so hieß es, als die Elfen noch Unsterblichkeit im Blut trugen, da verlief die Zeit gar anders, schlingerte wie ein Mäander und ließ das schöne Volk in Frieden. Larissa hingegen kannte die Zeit und rechnete die wenigen Stunden bis zum Sonnenuntergang missmutig durch, doch der kurze Nachmittag war schon fast vergangen. Sie folgte Morganas „Rat“ und verbrachte die letzten Stunden erneut mit den Dalish, von denen sie sich nun ihrerseits unterhalten ließ. Vom Erzählen großer und kleiner Taten war ihr die Lust endgültig verstrichen, stattdessen kaute sie missmutig auf einer süßen Waffel und lauschte einem jungen Jäger, der gerade in übertriebenster Weise über seine erste Wolfsjagd referierte. Wie sie sich unter Schrecken eingestand, verlangte es sie nicht im Geringsten einen ihrer Gefährten, Mordred vielleicht ausgenommen, überhaupt zu sehen und selbst auf den Dichter, der sich diesmal nicht am Feuer zeigte, verzichtete sie dankend. Sie wollte unter ihresgleichen bleiben, wollte in tätowierte Elfengesichter schauen, Elfengeschichten hören, gesprochen in elfischer Sprache. Wenn man sie tatsächlich morgen zur Abreise zwang war dies vermutlich für sehr lange Zeit ihr letzter Abend in der Gesellschaft der Elvenha. Als ob sie um Larissas Heimweh nach den Bräuchen der Dalish wussten, setzte sich der Hahren des Clans mit ans Feuer, ein Mann mit gesträhntem silbernem und schwarzem Haar, dass er glattgekämmt bis auf die Schultern trug. Sein linker Arm war endete knapp über dem Ellenbogen in einem Stumpf, den Larissa vermied anzuschauen. „Shemlen“, verriet man ihr dennoch, als ein Jüngling ihren heimlichen Blick bemerkte. Der junge Elf spuckte saftig ins Feuer, dass es zischte. Larissas Clan hatte den Shems stets misstraut, sie jedoch nie verachtet ebenso wie sie den Gefahren des Waldes misstrauten ohne sie zu verachten. „Die Menschen sind wie eine Naturgewalt“, hatte ihr eigener Hahren mal über sie erzählt. „Sie suchen ihren Platz in der Welt und zerstören dabei ohne Rücksicht, oft ohne bösen Hintergedanken und zum Scheitern verurteilt.“ Larissa hatte an den Menschen nie etwas gesehen, was sie an Naturgewalten erinnerte und war bei ihren Begegnungen immer verwirrt ob dieses Gleichnisses gewesen. Die Rasse der Menschen war viel eher mit den Tieren des Waldes zu vergleichen. Es gab schreckhafte Rehe, tollwütige Füchse und mutige Bären unter ihnen. Aber tausende Rehe fraßen den Wald kahl und tot, tausende tollwütige Füchse verbreiteten Krankheiten und tausend mutige Bären würden nicht einmal die Pfeile der Jäger fürchten. Vielleicht waren sie ja doch irgendwo Naturgewalten, diese Menschen.
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  12. #32
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    Quote Originally Posted by Khardim View Post
    Gisele
    Elisa

    [Bild: Maeyaalinh_avatar.jpg] Kaum hatten sie Giseles Stimme von unten gehört, wirbelte Elisa an ihr vorbei und stürmte die Treppe hinunter. Sie schiene tatsächlich in der Hütte zu sein und während der wilden Jagd durch den engen Flur flogen schemenhaft allerlei heruntergekommene Möbel und Gegenstände an ihrem Auge vorbei. Nicht das typische Versteck für einen abtrünnigen Magier, aber gewiss eines, in dem man ihn nicht vermuten würde. Sie fanden Gisele schnell und wie ein Abbild der Kriegerinnen vergangener Tage stand sie mit gezogener Klinge über einem alten Mann, der ebenso zerschlissen aussah, wie seine Hütte und die Dunkelhaarige mit angstweiten Augen ansah. "Steckt er....steckt ihr hinter alle dem?" Noch bevor Elisa die Frage ausgesprochen hatte, kannte Maeya’alinh die Antwort. Obwohl er verletzlich und geschlagen zu ihren Füßen lag leuchtete die Magie förmlich aus dem Greis heraus. Es war der dunkle Schein einer jenseitigen Kreatur, eines Dämons, die unverhohlen aus ihm herausstrahlte. Der Geist machte sich nicht einmal mehr die Mühe sich zu verbergen und sie in die Irre zu führen. Sie waren ihm in der Zwischenwelt entgangen und nun war Gisele bis auf Klingenbreite an seinen Wirt herangekommen. Die Elfe spannte sich und war bereit dem Dämon entgegen zu treten, wenn er es auf ein letztes Gefecht ankommen lassen würde.
    Der Greis würgte und schüttelte sich, als würde er ersticken und als seine Augen bereits soweit hervorgetreten waren, dass man glauben musste, sein Kopf würde platzen quoll stattdessen eine Stimme aus seinem Rachen hervor, die aus den unendlichen Weiten des Nichts selbst zu kommen schien: „Es war amüsant euch zuzusehen, planlos in der Finsternis stochernd, die unwissenden Kinder die ihr seid. Doch Glück genug hattet ihr um mich zu finden, das gestehe ich ein, wenngleich ihr immer noch nicht wisst mit wem ihr hier vekehrt. Nun denn, ich denke ich werde euch diesen kleinen Sieg gönnen. Sagt den Dorfbewohnern dass sie in Zukunft keine Angst mehr haben müssen. Und was euch angeht.....ich denke wir werden uns irgendeinmal wieder sehen. In welcher Welt auch immer.“
    Gisele warf einen unsicheren Blick zu ihren Gefährtinnen herüber, hielt das Schwert aber unentwegt auf die Kehle des alten Mannes gerichtet. Ein weniger gefeiter Kämpfer hätte schon längst zugeschlagen und Maeya’alinh musste zugeben, dass sie diese Monstrosität selbst gern in Flammen aufgehen lassen würde. "Hahaha....." , schallte es auf einmal in ihrem Kopf und das unwillkürliche Zucken ihrer Begleiterinnen zeigte ihr, dass auch sie den Dämon gehört hatten. Der Greis sank noch weiter in sich zusammen und murmelte unverständliches Zeug, als die Präsenz des ungebetenen Gastes schwächer wurde, ohne jedoch ganz zu verschwinden. Immer wieder wiederholte sein Wirt schwer verständliche Worte und zog dabei die Arme zur Brust, als wolle er sein Innerstes schützen, in dem bis eben der jenseitige Parasit gewütet hatte. Die Elfe machte einen Satz und kniete sich neben den Mann. Sie schaute zu Gisele empor und schob ihr Schwert sanft, aber mit Nachdruck beiseite. ,,Das war ein Dämon. Er ist geflohen, aber noch nicht verschwunden. Ich kann ihn in dieser Hütte spüren. Gib Acht!“ Ohne weitere Erklärung wandte sie sich dem ehemals Besessenen zu. ,,Wer war das? Wem hast Du Zuflucht gewährt? Sprich!“ Ihre Stimme war einfühlsam wie immer, doch lag eine Dringlichkeit in ihr, die wortlos aussprach, wie ernst die Situation war: Sie standen auf Messers Schneide und waren immer noch im Hort eines zweifelsohne mächtigen Dämons. Die Kreatur konnte jederzeit wieder in seinen Wirt zurückkehren oder sie aus dem Schatten heraus angreifen. Sie mussten wissen, woran sie waren! Die Elfe packte den Mann und versuchte ihm in die leer wirkenden Augen zu sehen. Sie war entschlossen, diese Gefahr zu bannen, doch sollte der Dämon seine Flucht nur vorgetäuscht haben, so war dieser Kampf noch lange nicht vorbei. ,,Sprich!“, befahl sie erneut, doch der Greis murmelte nur unablässig weiter die Worte, die scheinbar die einzigen waren, die er noch kannte: „Balken um Balken, Stein um Stein.....wir werden eingemäuert, keiner hört uns schrei'n.....“ Als würden sich tatsächlich Balken und Steine um sie herum verschieben, spürte sie, wie sich die Magie in der Hütte und darum herum erneut in Bewegung versetzte. Der Unwillen des Waldes, der diesen magischen Schandfleck wie einen Fremdkörper in seiner Mitte eingeschlossen hatte, machte sich als fast körperlich spürbarer Druck in ihrem Kopf bemerkbar. Irgendetwas war in Aufruhr, doch die Veränderungen waren so schnell, dass Maeya’alinh nicht sicher sagen konnte, ob der Dämon entschwunden war und eine Wunde im Kontinuum hinterlassen hatte oder unsichtbar auf eine Gelegenheit zum Angriff lauerte. ,,Seid auf der Hut, der Dämon ist noch nicht ins Nichts verschwunden.“ So vage ihre Worte auch sein mochten, die Elfe konnte weder Entwarnung geben noch zu den Waffen rufen. Sie legte dem Mann, dessen Verstand schweren Schaden genommen zu haben schien, die Hand auf die Stirn und versuchte ihn zu beruhigen. Sie wusste nicht, wie sehr er Opfer oder Täter war, doch in jedem Fall war er ihre beste Chance zu verstehen, mit was sie es hier zu tun hatten.elleicht binnen eines Tages.“


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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post
    Elisa

    Maeya´alinh

    [Bild: Mini3.jpg]

    Schlag auf Schlag folgten nun Reaktion auf Aktion. Mit voller Wucht flog donnernd eine Tür auf und einen Augenblick später stand Elisa im Raum, grob und gertenschlank wie eine Birke, der man einen langen Umhang über das Geäst geworfen hatte. Sie schaute Gisele kaum an, denn ihr Blick galt dem Alten, der sich erbärmlich zitternd vor Gisele zusammenkrümmte. Kaum hatte die einarmige Bogenschützin den Mund geöffnet um eine rätselhafte Anschuldigung gegen den Mann auszusprechen, da huschte auch schon Maeya´alinh in den Raum und untermalte das Birkenbild mit dem Auftauchen eines Eichhorns. Zwar trug die Elfe keinerlei Rot, doch ihre huschenden Bewegungen und der schiere Größenunterschied ließen Gisele doch unwillkürlich dieses Bildes vor den Augen aufblitzen. Birke und Eichhörnchen standen da und starrten die glänzende Kriegerin an und dann deren Geisel. Und plötzlich fing der alte Mann an zu reden doch in seiner Stimme lag nichts mehr von der ursprünglichen Klangfarbe. Die kräftige Stimme des unfreiwilligen Gastgebers war etwas gewichen, was man weniger als Stimme denn mehr als Ahnung eines Flüstern beschreiben könnte. Die Lippen bewegten sich und formten die Worte und doch blieb der Anschein, der Mann würde schweigen und jemand anderes sprach. Jemand mit ungesunder Kühle in der Stimme. Er redete von dem Dorf und von ausbleibender Gefahr und in Gisele, die ihren Auftrag mittlerweile völlig vergessen hatte, regte sich die Hoffnung, dass sich die Bezahlung gerade von selbst in ihre Taschen arbeitete. Das Gesicht des Alten war starr und bleich wie eine Totenmaske. Dann ertönte ein kurzes Geräusch, das Gisele unwillkürlich zusammenzucken ließ. So als habe jemand einen undefinierbaren Laut von der Intensität einer zuschlagenden Tür ausgestoßen. Die beiden anderen Frauen schienen davon weit mehr betroffen zu sein, also schlussfolgerte Gisele, dass es sich um eine Art magischer Welle handelte. Dies führte sie jedoch kurzfristig zu der Frage, wieso Elisa ebenfalls so heftig auf Magie reagierte während Gisele dafür fast taub blieb. Weder hatte sie die zwischenweltliche Erfahrung erleiden müssen, deren Elisa den Alten beschuldigt hatte, noch konnte sie wie Maeya´alinh von einer Präsenz eines Dämons sprechen. Unfein sammelte sie etwas Spucke und spie in die Ecke um ihren Missmut gegen Hexerei und Hokuspokus kundzutun und zugleich das Böse, dass sich angeblich in derlei Thematik verborgen hielt und die Gedanken verpestete, abzuwehren. Jeder, selbst die eigentlich säkular denkende Kriegerin wusste, dass gegen das Böse Spucke, Eisen und Steinsalz half. Oder die Amulette der weisen Frauen Rivains – der Seherinnen. Eine Schande, dass sie das ihre damals gegen eine Handvoll Silber eingetauscht hatte…
    Der Alte sackte zusammen, seine Lider flatterten wild und krampfhaft zuckten seine Glieder. Gisele wiegte das nun unnütze Stück Stahl in ihrer Hand, warf unsichere Blicke zu den Frauen neben ihr und schob die Klinge dann schließlich wieder in die Schwertscheide. Maeya´alinh, die am weitesten Bewanderte in magischen Fragen, bestätigte Giseles Vermutung der Magie nun obwohl daran vermutlich nie ein Zweifel bestanden hatte. Sie sprach gar von einem Dämon. Gisele versuchte sich die Nervosität bei dieser Erwähnung nicht anmerken zu lassen, doch waren die Geschichten ihres Bruders glasklar präsent. Sie wusste was ein Dämon und wozu er imstande war. Jeder Versuch der Elfe um Aufklärung ging Fehl während Elisa und Gisele sich nervös in dem schmutzstarrenden Zimmer umsahen. Die fahle Farbe der Bücher schien der Kriegerin plötzlich ungesund intensiv zu sein, das Bild in dem Buch stand ihr noch immer vor dem geistigen Auge und eine unnennbare Furcht vor den Konsequenzen ihres Hierseins brodelte in ihrem Innersten. Es war weniger eine Furcht um sich selbst, denn Gisele hatte schon so manche Gefahr gemeistert; nein es war viel eher eine Furcht um das Wohlergehen ihrer Gefährtinnen. Wenn hier also ein Dämon war der es offenbar auf die beiden anderen Frauen abgesehen hatte, so wäre es Giseles Schuld, wenn ihnen etwas zustoße. Immerhin hatte sie eingewilligt die, die beiden könnten sie bei ihrem Auftrag begleiten. Die Orlaisianerin war nie eine gute Anführerin gewesen und wollte auch nie eine sein und dennoch wusste sie um die Aufgabe der Verantwortung für jene, die man in die Schlacht führte. Und eine Schlacht war es, wenn auch ohne das Singen von Metall und Lachen klebrigen Blutes. „Was passiert, wenn wir i´n tötén?“, fragte Gisele vorsichtig. Sie war nicht erpicht darauf einem der Ohnmacht nahen Mann abzustechen, doch wenn er der Wirt für den Dämon war…
    Die Kriegerin zog das Kurzschwert vom Rücken und ließ die Klinge im Dämmerlicht der Hütte funkeln. „Wäré der Dämon dann besiegt?“ Unweit des Türrahmes stürzte mit dumpfem Knall ein schwere Buch zu Boden und ließ Elisa, die ihm am nächsten stand heftig zusammenzucken. Eine der Vasen auf dem Sims vibrierte klappernd, so als wolle sich der Dämon ihnen ins Gedächtnis rufen. Der Alte zuckte und verlor sich brabbelnd in seinen Geistlosigkeiten und Gisele war vollkommen ratlos. Sie wollte dem Haus entkommen, konnte es jedoch nicht ohne vorher mit der Situation fertiggeworden zu sein. In ihrem Kopf ging die Schwarzhaarige die Szenarien durch, eins blutiger als das andere. Dem Alten die Kehle durchzuschneiden, dann hinauslaufen und Maeya´alinh mit magischem Feuer das ganze Haus dem Erdboden gleichmachen war ihr bisher der rationalste Plan. Angesichts der Geschichten ihres Bruders schien „Gnade“ keine Option zu sein, ganz gleich was die kalte Stimme gehaucht hatte.

    [Bild: onearmedava.jpg]
    "Nicht." Elisa legte ihrere Hand nicht unsanft, aber mit bestimmter Miene auf Gisele's Schulter. "Ob er völlig unschuldig in dieser Sache ist lässt sich noch nicht sagen, aber er ist in jedem Fall ein Opfer dieses.....Dings gewesen. Er braucht Hilfe, keinen kalten Stahl." Dann sah sie zu der Elfe. "Er ist weg. Das sollte wohl nur ein letzter Abschiedsakt sein um uns zu erschrecken. Kommt, wir sollten diesen grausigen Ort so schnell es geht verlassen." Sie nahm die Hand des Alten und zog ihn, ohne auf viel Widerstand zu stoßen, auf die Füße. "Könnt ihr gehen?" Doch sie bekam keine Antwort. Der Mann war immer noch völlig in seiner eigenen Welt und flüsterte leise vor sich hin. Elisa befürchtete dass sein Verstand wohl dauerhaft geschädigt worden war. Immerhin bewegte er sich jedoch als man ihn dazu anschubste. "Gehen wir."
    Sonmoon is offline
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png]

    Verklungen waren Lied und Applaus und eine niedergedrückte Stimmung nahm ihren Platz ein, als Artur und Mealla von der morgigen Abreise berichteten. Mordred setzte eine beleidigte Miene auf, da man die Entscheidung anscheinend getroffen hatte, ohne seinen Rat einzuholen. Es wurmte ihn, dass er, obgleich er sich bisher als vollwertiges Mitglied der Gruppe sah, zu derlei Fragen nicht hinzugezogen wurde während Mealla und Nimue anscheinend ein Wort mitzureden hatten. Beide pochten auf den Abzug, ebenso wie Artur. Dass Nimue in diesem Lager keine Ruhe oder Erholung fand erstaunte den Antivaner nicht, schließlich war die Zirkelmagierin die einzige wirkliche Dame in ihrer Mitte. Larissa war ein junger Wildfang mit Blumen im Haar und den Kopf voller Flausen, Mealla eine gestählte Kopfgeldgägerin mit schmerzgeprüfter Vergangenheit und langem Kriegsbogen und Morgana kaum weniger wild als Larissa und dazu noch durch die schicksalsgegebene Begabung der Isolation verdammt. Alle drei waren auf ihre Weise attraktiv und bemerkenswert, doch konnten sie sich nicht mit der Eleganz und dem höfischen Anmut Nimues messen, die ihren Kopf so stolz erhob als trüge sie eine Krone. Und auf dieses scharlachrote Haupt hätte eine Krone zweifellos gut gepasst. „Nun, es dauert mich zu hören, dass auf meine Meinung anscheinend kein Wert gelegt wird“, sagte der Literat noch immer eingeschnappt und drückte den Rücken durch. „Oder vielleicht ist meine weitere Anwesenheit gar nicht Teil der Planung gewesen?“ Nachdem er mit den Pferden fortgeritten war und sie sein tollkühnes Ablenkungsmanöver als Flucht fehlinterpretiert hatten, waren auch Gedanken in diese Richtung nicht vollkommen abwegig. Mordred steckte probeweise sein Bein aus, winkelte es dann wieder an und betrachtete es. Kein Schmerz war zu spüren. Nimue hatte ihre Fähigkeiten einmal mehr unter Beweis gestellt. Diesbezüglich gäbe es also keinerlei Notwendigkeit eines raschen Aufbruchs und obwohl Mordred die Magierin nicht erzürnen wollte, würde er ihre Gemütshaltung auch nicht so einfach als Grund akzeptieren. Bevor Mordred jedoch eine Grundsatzdiskussion über das Für und Wider des Verweilens starten konnte, trat Morgana auf den Plan. Sie war sichtlich geknickt und beantwortete die Anfragen ihres Freundes Artur nur unzureichend. Mordreds feines Gespür für das andere Geschlecht ließ ihn auch nach der dürftigen Erklärung und Morganas ebenso raschem Verschwinden nicht an einen raschen Abschluss des Themas glauben. Wenn ein Mitglied der Gemeinschaft solch schlechte Laune mit sich herumtrug, konnte dies negative Auswirkungen auf die gesamte Reisegruppe und im schlimmsten Falle die Moral der Truppe haben. Die Hexe verschwand in dem Zelt der Gruppe, das einen Streinwurf von ihrem jetzigen Treffpunkt entfernt auf sie wartete. Die Tatsache, dass kein Gefauche und keine lodernden Flammen folgten ließ darauf schließen, dass Nimue nicht auch im Zelt war und Morgana somit allein. „Dann bleibt es wohl an mir hängen“, dachte Mordred mit einem Seitenblick auf die diplomatischen Blindgänger neben ihm. Er erhob sich, klopfte sich den Staub von der Hose und sagte: „Mylord, Mylady, entschuldigt mich! Ich sehe mal nach unserer Abtrünnigen.“ Dann setzte er noch an Mealla gewandt hinzu: „Eins noch, Lady Viridis, Euch würde ich niemals >Klingenohr< nennen. Dafür fielen mir zu viele charmantere Kosenamen ein, mit denen ich Eurer Schönheit rühmen wollte.“ Er zwinkerte, dann stiefelte er der Hexe mit der unter den Arm geklemmten Harfe nach.
    Mordred fand Morgana tatsächlich alleine im Zelt, auf ihrem Feldbett liegend und den sorgenvollen Blick gen Decke gerichtet. Sie bemerkte sein Eintreten zwar, reagierte jedoch so lange nicht, bis er sich schließlich in fast väterlicher Manier an ihr Fußende setzte und sachte fragte: „Was plagt Euch, Lady Morgana? Ich sehe doch, dass Ihr schweren Herzens seid. Ist es wirklich nur die baldige Abreise aus dem Camp und Larissas damit verbundene Unzufriedenheit? Oder ist da mehr?“ Er legte den blonden Kopf schief und sah sie prüfend aber mitfühlend an. „Ist es vielleicht die Tatsache, dass Larissa sich hier im Lager so sehr wohlfühlt? Auch wenn es vielleicht nicht die Eifersucht ist, die Euch treibt so gedenkt Ihr Larissas Freude hier vermutlich schweren Herzens. Immerhin“, Mordred rang nach einem passenden Wort: „…fürchtete Ihr um die Gefühlswelt unserer jungen Elfe?“ Er formulierte den letzten Satz wie eine Frage, obgleich es eigentlich eher eine Feststellung war. Es dämmerte Mordred, dass die Hexe ihren eigenen Stellenwert in der erwähnten Gefühlswelt infrage stellte. Berechtigterweise, denn die Dalish hatte sich seit ihrer Ankunft kaum um Morgana gekümmert und gemessen an der Tatsache, dass die beiden ein Paar waren, die Beziehung aber auf tönernen Füßen stand, war das Treffen mit dem Clan nicht die förderlichste Entwicklung. Er zeigte Larissa einfach zu sehr, was sie verloren hatte und verband dieses Vorhalten gleichzeitig mit dem offensichtlichen Angebot, sie in diesen Clan einzugliedern – als vollwertiges Mitglied. Selbst Mordred war bewusst, dass ein Shemlen diesen Status niemals erringen würde. Zudem war Morgana eine Magierin und selbst wenn die Dalish sich zu einer gravierenden und völlig surrealen Wendung hinreißen ließen und die Menschenfrau als Partnerin Larissas akzeptieren würden, so wäre sie als Magierin im Clan noch immer undenkbar solange Penthos und Iorveth lebten. „Ihr sorgt Euch grundlos, Morgana. Larissa wird nach dem Weiterziehen vielleicht noch ein paar wehmütige Tage verbringen und sie wird Euch dann brauchen. Als Freundin.“ Mordred legte so viel Überzeugung in seine Worte, wie es ihm angesichts der Abwesenheit der Jägerin möglich war. „Sprecht mit mir Morgana. Oder wollt Ihr, dass ich gehe?“ Dann legte Mordred die Hände in den Schoß und den Kopf in den Nacken. Jetzt in eigener Sache sprechend sagte er mit Anklage im Ton: „Ich frage mich zudem, ob meine Mitreise überhaupt noch erwünscht ist. Immerhin wurde meine Sicht auf die meiner Meinung nach überstürzte Abreiseplanung nicht gefordert.

    Zeit hatte für Dalish nur eine geringfügige Bedeutung. In den alten Tagen, so hieß es, als die Elfen noch Unsterblichkeit im Blut trugen, da verlief die Zeit gar anders, schlingerte wie ein Mäander und ließ das schöne Volk in Frieden. Larissa hingegen kannte die Zeit und rechnete die wenigen Stunden bis zum Sonnenuntergang missmutig durch, doch der kurze Nachmittag war schon fast vergangen. Sie folgte Morganas „Rat“ und verbrachte die letzten Stunden erneut mit den Dalish, von denen sie sich nun ihrerseits unterhalten ließ. Vom Erzählen großer und kleiner Taten war ihr die Lust endgültig verstrichen, stattdessen kaute sie missmutig auf einer süßen Waffel und lauschte einem jungen Jäger, der gerade in übertriebenster Weise über seine erste Wolfsjagd referierte. Wie sie sich unter Schrecken eingestand, verlangte es sie nicht im Geringsten einen ihrer Gefährten, Mordred vielleicht ausgenommen, überhaupt zu sehen und selbst auf den Dichter, der sich diesmal nicht am Feuer zeigte, verzichtete sie dankend. Sie wollte unter ihresgleichen bleiben, wollte in tätowierte Elfengesichter schauen, Elfengeschichten hören, gesprochen in elfischer Sprache. Wenn man sie tatsächlich morgen zur Abreise zwang war dies vermutlich für sehr lange Zeit ihr letzter Abend in der Gesellschaft der Elvenha. Als ob sie um Larissas Heimweh nach den Bräuchen der Dalish wussten, setzte sich der Hahren des Clans mit ans Feuer, ein Mann mit gesträhntem silbernem und schwarzem Haar, dass er glattgekämmt bis auf die Schultern trug. Sein linker Arm war endete knapp über dem Ellenbogen in einem Stumpf, den Larissa vermied anzuschauen. „Shemlen“, verriet man ihr dennoch, als ein Jüngling ihren heimlichen Blick bemerkte. Der junge Elf spuckte saftig ins Feuer, dass es zischte. Larissas Clan hatte den Shems stets misstraut, sie jedoch nie verachtet ebenso wie sie den Gefahren des Waldes misstrauten ohne sie zu verachten. „Die Menschen sind wie eine Naturgewalt“, hatte ihr eigener Hahren mal über sie erzählt. „Sie suchen ihren Platz in der Welt und zerstören dabei ohne Rücksicht, oft ohne bösen Hintergedanken und zum Scheitern verurteilt.“ Larissa hatte an den Menschen nie etwas gesehen, was sie an Naturgewalten erinnerte und war bei ihren Begegnungen immer verwirrt ob dieses Gleichnisses gewesen. Die Rasse der Menschen war viel eher mit den Tieren des Waldes zu vergleichen. Es gab schreckhafte Rehe, tollwütige Füchse und mutige Bären unter ihnen. Aber tausende Rehe fraßen den Wald kahl und tot, tausende tollwütige Füchse verbreiteten Krankheiten und tausend mutige Bären würden nicht einmal die Pfeile der Jäger fürchten. Vielleicht waren sie ja doch irgendwo Naturgewalten, diese Menschen.


    [Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg]

    Mordred setzte eine recht beleidigte Miene auf, was im Nachhinein nicht so überraschend war immerhin hatte ihn keiner nach seiner Meinung gefragt. Allerdings war er ja auch die ganze Zeit unterwegs gewesen und trug seine Meinung zu diesem Thema Recht offen vor sich her. Außerdem war nach der Sache in der Ruine nicht unbedingt ein Vorbild in Sachen Kommunikation von Plänen mit anderen Gruppenmitgliedern. Trotzdem Artur sah ein das es recht unhöflich gewesen war ihn nicht mal kurz zu sich gerufen zu haben, immerhin war der Antivaner schon sehr lange mit ihnen unterwegs. Eine Entschuldigung war wohl angebracht, jedoch fühlte sich der Antivaner nach dem Verschwinden der Hexe berufen, nach dieser zu sehen.

    Morgana sah aus den Augenwinkeln wie Mordred in das Zelt trat, blendete ihn jedoch zunächst aus. Vermutlich wollte er nur seine Harfe weglegen oder irgendetwas holen. Stattdessen trat er jedoch an das Fussende ihres Bettes und ließ sich dort nieder. Sie richtete ihren Blick auf den Antivaner, der jetzt das Wort ergriff. Ganz offensichtlich stand ihr der Kummer deutlicher ins Gesicht geschrieben als sie es gerne gehabt hätte. Nun vermutlich war es auch nicht allzu schwer zu erraten das ihr die Situation hier an die Nieren ging, auch wenn der Antivaner seit seinem Freispruch, sich vor allem in einer Art Blase der Selbstgefälligkeit aufgehalten hatte. Jetzt traf er jedoch Morganas wunden Punkt denn immerhin war die Sorge um Larissas Gefühle die Quelle der Störung ihrer eigenen Gefühlswelt. Auch wenn der Grund nicht darin lag, dass die Elfe die nächsten Tage schlechte Laune haben würde und dann Zuwendung bedurfte. Sie sah zum Antivaner hinauf, scheinbar schwieg sie schon ein wenig zu lange, denn Mordred erkundigte sich schon ob seine Anwesenheit unerwünscht war und er gehen sollte. Eine berechtigte Frage, aber irgendwie wollte die Hexe nicht das er wieder ging. Sich draussen den Frust vor der Seele zu reden, vor allem vor einer noch recht fremden Person war ihr falsch erschienen, aber vielleicht war es klug zumindestens mit irgendjemanden zu reden. Der Antivaner hatte inzwischen schon angefangen über seine eigene Gefühlswelt zu klagen, die Nachricht vom Abmarsch hatte ihn wohl beleidigt, immerhin hatte ihn wohl niemand um Rat gefragt, was bei einem Mann mit seinem Selbstempfinden wohl doppelt schmerzte. Morgana setzte sich auf und ließ mit einer Halbdrehung ihre Füße auf den Boden sinken. Dann schaute sie dem Antivaner offen in sein leicht beleidigtes Gesicht.
    "Nein Mordred ich will nicht das ihr geht. Vermutlich ist es auch besser mit jemanden zu sprechen anstatt alleine im Zelt zu liegen und Trübsal zu blasen." sagte sie entgegenkommend und freundlich. "Ihr habt leider Recht tatsächlich, mache ich mir Gedanken über Larissas Gefühlswelt. Es ist wunderbar das sie hier glücklich ist, sie strahlt eine Zufriedenheit aus wie ich sie bisher noch nie bei ihr gesehen habe. Ich missgönne ihr dieses Gefühl auch nicht, es freut mich wenn sie sich wohlfühlt und lächelt. Jedoch hinterlässt es leider auch einen schalen Beigeschmack bei mir, denn es verdeutlicht mir das es eine große Lücke gibt die ich nicht für sie ausfüllen kann, auch wenn ich es gerne könnte. Meine Angst ist nicht das sie verstimmt sein wird oder wehmütig sein wird, ich habe Angst das wenn wir morgen weiterziehen ich es ohne sie tun werde. Welche Gründe hat sie schon um mit uns weiterzureisen? Ein zerbrochenes Schwert und ein paar Shemlen die sie als Freunde betrachten kann. Und mich.",erkärte die Hexe niedergeschlagen und sah kurz zu Boden. "Ich weiß das sie mich ehrlich liebt, aber gleichzeitig sehe ich hier wie sehr sie sich nach einem Clan sehnt und die Geborgenheit die er ihr gibt. Leute die so sind wie sie, denken wie sie und ihr das Gefühl einer Familie geben können. Eine Zufriedenheit und Zugehörigkeit die ich ihr scheinbar nicht geben kann.", erklärte sie niedergeschlagen den Kopf wieder erhoben. Ihr war zum heulen zumute, aber das ließ ihr Stolz nicht zu. In Morganas Augen gab es nur wenig was erbärmlicher war als eine weinende Magierin. So blieb ihr Blick klar und ungetrübt, wieder auf die grünen Augen des Antivaners gerichtet.
    "Und selbst wenn sie morgen mit uns reist, so weiß ich doch jetzt das sie sich in der Tiefe ihres Herzens nach so einem Leben sehnt und daher nicht komplett zufrieden sein kann solange sie mit mir lebt. Ich kann für sie da sein, aber ich kann niemals ein Clan für sie sein. Und wenn sie zurück zu den Dalish will kann ich nicht mitkommen, selbst wenn ich keine Magierin wäre. Dalish die sich mit Menschen einlassen und die Beziehung nicht aufgeben werden von ihren Clans verstoßen, bisher habe gab es noch nie eine Ausnahme.", fuhr sie nachdenklich fort. Sie wusste von einem Fall wo die Dalish ein Menschenkind in der Wildnis gefunden hatten und es aufgezogen hatten, aber selbst dieser Junge hatte den Clan verlassen müssen als er alt genug zum Überleben war.
    "Ihr könnt über ihre Kultur lernen, ihre Sitten und Gebräuche kennenlernen und wenn der Clan es zulässt vielleicht sogar ihr Freund werden, aber ihr werdet niemals ein Teil von ihnen werden, nicht wenn ihr ein Shem seid.", sagte sie mit einem leichten Anflug von Resignation in der Stimme. Sie schüttelte leicht den Kopf und atmete kurz tief durch. Irgendwie fühlte sie sich ein wenig besser als vorher. Mit jemanden darüber reden hatte tatsächlich geholfen, auch wenn der Antivaner nichts in der Sache tun konnte.
    "Nun das ist was mich plagt, ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr mit meinen Sorgen genervt. Ich danke euch auf jedenfall dafür das ihr mir zugehört habt, auch wenn es mir lieb wäre wenn ihr das für euch behaltet.",bedankte sich die Hexe freundlich und schenkte dem Antivaner ein ebenso dankbares Lächeln. Ihre Sorgen waren nicht verschwunden, aber ihre Laune leicht gebessert weswegen sie beschloss auf die letzte Bemerkung des Antivaners einzugehen.

    "Was eure Mitreise angeht so denke ich übrigens das sie auch weiterhin erwünscht ist. Ich denke niemand hatte bewusst vor euch zu beleidigen oder euch auszuschließen, jedoch kommt es in unserer kleinen Gruppe häufiger vor das der eine Teil etwas entscheidet ohne das der andere Teil was davon mitbekommt. Eigentlich wollte Ser Artur wohl schon am liebsten gestern abgereist sein, aber ich habe ihn überredet länger hierzubleiben damit wir uns erholen können. Heute kommt dann Nimue zu ihm und fordert eine baldige Abreise, aber auf den Gedanken alle zusammenrufen und darüber zu reden kommt keiner.", erklärte die Hexe leicht selbstironisch.
    "Wenn ich mich recht erinnere trefft ihr schließlich auch manchmal überstürzte Entscheidungen ohne sie mit uns abzusprechen. Auch wenn ich euch zugestehe das es indem Fall eine drängendere Situation war.", fügte sie mit einem leichten Grinsen an.
    "Ich bin mir also ziemlich sicher das euch keiner bewusst ausschließen wollte und man eure Anwesenheit geringschätzt. Ich persönlich tue das nicht.", gestand sie dem Poeten und auch sich selbst ein. Mordred hatte seine Allüren und war zuweilen nervig oder übertrieben prahlerisch, aber insgesamt war er ein angenehmerer Reisegefährte als zu Anfang gedacht.
    "Außerdem wollt ihr doch sicher weiter mit uns reisen um diesen lästigen Eid zu lösen um mich endlich loszuwerden. Wobei ich nicht darauf bestehen würde, oder euch daran hindern würde zu machen was ihr wollt, schließlich habe ich nie darauf bestanden das ihr mir irgendetwas schwört. Außerdem was bringt einem ein Reisegefährte der nur mitkommt weil man ihn dazu zwingt? Immerhin bin durchaus in der Lage auf mich selbst aufzupassen, dennoch war ich damals positiv überrascht als ihr ihn mir geleistet habt, vor allem da ihr mir noch in Denerim gesagt habt das ihr mir nichts schwören wollt. Zudem haben die Ereignisse in der Elfenruine gezeigt das auch ich mal Hilfe brauche. Ich wünsche es mir nicht gerade, aber vielleicht gerate ich auf der weiteren Reise erneut in so eine Situation und da werde ich euer Schwert sicher zu schätzen wissen. Nicht das ich es damals nicht schmerzlich vermisst hätte.", sprach sie aufmunternd und sah den Antivaner eindringlich an. Sie hätte die Tatsache, dass er in dem Moment wo es wirklich nötig gewesen war, abwesend gewesen war und das schmerzlich keine Metapher war, anklagend formulieren können, tat es aber nicht. Sie hatte den Schwur des Antivaners damals nur in Hinsicht auf Templer interessant gefunden und die Tatsache das Mordred bei Kämpfen in ihrer Nähe blieb oft als albern empfunden, vor allem damals beim Kampf gegen die Banditen. Das der Literat sie jedoch in der Ruine im Stich gelassen hatte und von ihrer Seite gewichen war hatte sie stärker getroffen, als sie gedacht hatte und auch wenn sie dem Antivaner seine Abreise aufgrund des Eides nicht verweigern würde, fragte sie sich manchmal wie Ernst es ihm war und ob es vielleicht damals nur ein Vorwand gewesen war weiter mit ihnen zu reisen.
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    Mordred setzte eine recht beleidigte Miene auf, was im Nachhinein nicht so überraschend war immerhin hatte ihn keiner nach seiner Meinung gefragt. Allerdings war er ja auch die ganze Zeit unterwegs gewesen und trug seine Meinung zu diesem Thema Recht offen vor sich her. Außerdem war nach der Sache in der Ruine nicht unbedingt ein Vorbild in Sachen Kommunikation von Plänen mit anderen Gruppenmitgliedern. Trotzdem Artur sah ein das es recht unhöflich gewesen war ihn nicht mal kurz zu sich gerufen zu haben, immerhin war der Antivaner schon sehr lange mit ihnen unterwegs. Eine Entschuldigung war wohl angebracht, jedoch fühlte sich der Antivaner nach dem Verschwinden der Hexe berufen, nach dieser zu sehen.

    Morgana sah aus den Augenwinkeln wie Mordred in das Zelt trat, blendete ihn jedoch zunächst aus. Vermutlich wollte er nur seine Harfe weglegen oder irgendetwas holen. Stattdessen trat er jedoch an das Fussende ihres Bettes und ließ sich dort nieder. Sie richtete ihren Blick auf den Antivaner, der jetzt das Wort ergriff. Ganz offensichtlich stand ihr der Kummer deutlicher ins Gesicht geschrieben als sie es gerne gehabt hätte. Nun vermutlich war es auch nicht allzu schwer zu erraten das ihr die Situation hier an die Nieren ging, auch wenn der Antivaner seit seinem Freispruch, sich vor allem in einer Art Blase der Selbstgefälligkeit aufgehalten hatte. Jetzt traf er jedoch Morganas wunden Punkt denn immerhin war die Sorge um Larissas Gefühle die Quelle der Störung ihrer eigenen Gefühlswelt. Auch wenn der Grund nicht darin lag, dass die Elfe die nächsten Tage schlechte Laune haben würde und dann Zuwendung bedurfte. Sie sah zum Antivaner hinauf, scheinbar schwieg sie schon ein wenig zu lange, denn Mordred erkundigte sich schon ob seine Anwesenheit unerwünscht war und er gehen sollte. Eine berechtigte Frage, aber irgendwie wollte die Hexe nicht das er wieder ging. Sich draussen den Frust vor der Seele zu reden, vor allem vor einer noch recht fremden Person war ihr falsch erschienen, aber vielleicht war es klug zumindestens mit irgendjemanden zu reden. Der Antivaner hatte inzwischen schon angefangen über seine eigene Gefühlswelt zu klagen, die Nachricht vom Abmarsch hatte ihn wohl beleidigt, immerhin hatte ihn wohl niemand um Rat gefragt, was bei einem Mann mit seinem Selbstempfinden wohl doppelt schmerzte. Morgana setzte sich auf und ließ mit einer Halbdrehung ihre Füße auf den Boden sinken. Dann schaute sie dem Antivaner offen in sein leicht beleidigtes Gesicht.
    "Nein Mordred ich will nicht das ihr geht. Vermutlich ist es auch besser mit jemanden zu sprechen anstatt alleine im Zelt zu liegen und Trübsal zu blasen." sagte sie entgegenkommend und freundlich. "Ihr habt leider Recht tatsächlich, mache ich mir Gedanken über Larissas Gefühlswelt. Es ist wunderbar das sie hier glücklich ist, sie strahlt eine Zufriedenheit aus wie ich sie bisher noch nie bei ihr gesehen habe. Ich missgönne ihr dieses Gefühl auch nicht, es freut mich wenn sie sich wohlfühlt und lächelt. Jedoch hinterlässt es leider auch einen schalen Beigeschmack bei mir, denn es verdeutlicht mir das es eine große Lücke gibt die ich nicht für sie ausfüllen kann, auch wenn ich es gerne könnte. Meine Angst ist nicht das sie verstimmt sein wird oder wehmütig sein wird, ich habe Angst das wenn wir morgen weiterziehen ich es ohne sie tun werde. Welche Gründe hat sie schon um mit uns weiterzureisen? Ein zerbrochenes Schwert und ein paar Shemlen die sie als Freunde betrachten kann. Und mich.",erkärte die Hexe niedergeschlagen und sah kurz zu Boden. "Ich weiß das sie mich ehrlich liebt, aber gleichzeitig sehe ich hier wie sehr sie sich nach einem Clan sehnt und die Geborgenheit die er ihr gibt. Leute die so sind wie sie, denken wie sie und ihr das Gefühl einer Familie geben können. Eine Zufriedenheit und Zugehörigkeit die ich ihr scheinbar nicht geben kann.", erklärte sie niedergeschlagen den Kopf wieder erhoben. Ihr war zum heulen zumute, aber das ließ ihr Stolz nicht zu. In Morganas Augen gab es nur wenig was erbärmlicher war als eine weinende Magierin. So blieb ihr Blick klar und ungetrübt, wieder auf die grünen Augen des Antivaners gerichtet.
    "Und selbst wenn sie morgen mit uns reist, so weiß ich doch jetzt das sie sich in der Tiefe ihres Herzens nach so einem Leben sehnt und daher nicht komplett zufrieden sein kann solange sie mit mir lebt. Ich kann für sie da sein, aber ich kann niemals ein Clan für sie sein. Und wenn sie zurück zu den Dalish will kann ich nicht mitkommen, selbst wenn ich keine Magierin wäre. Dalish die sich mit Menschen einlassen und die Beziehung nicht aufgeben werden von ihren Clans verstoßen, bisher habe gab es noch nie eine Ausnahme.", fuhr sie nachdenklich fort. Sie wusste von einem Fall wo die Dalish ein Menschenkind in der Wildnis gefunden hatten und es aufgezogen hatten, aber selbst dieser Junge hatte den Clan verlassen müssen als er alt genug zum Überleben war.
    "Ihr könnt über ihre Kultur lernen, ihre Sitten und Gebräuche kennenlernen und wenn der Clan es zulässt vielleicht sogar ihr Freund werden, aber ihr werdet niemals ein Teil von ihnen werden, nicht wenn ihr ein Shem seid.", sagte sie mit einem leichten Anflug von Resignation in der Stimme. Sie schüttelte leicht den Kopf und atmete kurz tief durch. Irgendwie fühlte sie sich ein wenig besser als vorher. Mit jemanden darüber reden hatte tatsächlich geholfen, auch wenn der Antivaner nichts in der Sache tun konnte.
    "Nun das ist was mich plagt, ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr mit meinen Sorgen genervt. Ich danke euch auf jedenfall dafür das ihr mir zugehört habt, auch wenn es mir lieb wäre wenn ihr das für euch behaltet.",bedankte sich die Hexe freundlich und schenkte dem Antivaner ein ebenso dankbares Lächeln. Ihre Sorgen waren nicht verschwunden, aber ihre Laune leicht gebessert weswegen sie beschloss auf die letzte Bemerkung des Antivaners einzugehen.

    "Was eure Mitreise angeht so denke ich übrigens das sie auch weiterhin erwünscht ist. Ich denke niemand hatte bewusst vor euch zu beleidigen oder euch auszuschließen, jedoch kommt es in unserer kleinen Gruppe häufiger vor das der eine Teil etwas entscheidet ohne das der andere Teil was davon mitbekommt. Eigentlich wollte Ser Artur wohl schon am liebsten gestern abgereist sein, aber ich habe ihn überredet länger hierzubleiben damit wir uns erholen können. Heute kommt dann Nimue zu ihm und fordert eine baldige Abreise, aber auf den Gedanken alle zusammenrufen und darüber zu reden kommt keiner.", erklärte die Hexe leicht selbstironisch.
    "Wenn ich mich recht erinnere trefft ihr schließlich auch manchmal überstürzte Entscheidungen ohne sie mit uns abzusprechen. Auch wenn ich euch zugestehe das es indem Fall eine drängendere Situation war.", fügte sie mit einem leichten Grinsen an.
    "Ich bin mir also ziemlich sicher das euch keiner bewusst ausschließen wollte und man eure Anwesenheit geringschätzt. Ich persönlich tue das nicht.", gestand sie dem Poeten und auch sich selbst ein. Mordred hatte seine Allüren und war zuweilen nervig oder übertrieben prahlerisch, aber insgesamt war er ein angenehmerer Reisegefährte als zu Anfang gedacht.
    "Außerdem wollt ihr doch sicher weiter mit uns reisen um diesen lästigen Eid zu lösen um mich endlich loszuwerden. Wobei ich nicht darauf bestehen würde, oder euch daran hindern würde zu machen was ihr wollt, schließlich habe ich nie darauf bestanden das ihr mir irgendetwas schwört. Außerdem was bringt einem ein Reisegefährte der nur mitkommt weil man ihn dazu zwingt? Immerhin bin durchaus in der Lage auf mich selbst aufzupassen, dennoch war ich damals positiv überrascht als ihr ihn mir geleistet habt, vor allem da ihr mir noch in Denerim gesagt habt das ihr mir nichts schwören wollt. Zudem haben die Ereignisse in der Elfenruine gezeigt das auch ich mal Hilfe brauche. Ich wünsche es mir nicht gerade, aber vielleicht gerate ich auf der weiteren Reise erneut in so eine Situation und da werde ich euer Schwert sicher zu schätzen wissen. Nicht das ich es damals nicht schmerzlich vermisst hätte.", sprach sie aufmunternd und sah den Antivaner eindringlich an. Sie hätte die Tatsache, dass er in dem Moment wo es wirklich nötig gewesen war, abwesend gewesen war und das schmerzlich keine Metapher war, anklagend formulieren können, tat es aber nicht. Sie hatte den Schwur des Antivaners damals nur in Hinsicht auf Templer interessant gefunden und die Tatsache das Mordred bei Kämpfen in ihrer Nähe blieb oft als albern empfunden, vor allem damals beim Kampf gegen die Banditen. Das der Literat sie jedoch in der Ruine im Stich gelassen hatte und von ihrer Seite gewichen war hatte sie stärker getroffen, als sie gedacht hatte und auch wenn sie dem Antivaner seine Abreise aufgrund des Eides nicht verweigern würde, fragte sie sich manchmal wie Ernst es ihm war und ob es vielleicht damals nur ein Vorwand gewesen war weiter mit ihnen zu reisen.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Zum ersten Mal seit Beginn ihrer gemeinsamen Reise zeigte sich Morgana ehrlich offen gegenüber dem Antivaner. Bisher war es eine stillschweigende Koexistenz mit hier und da sympathischen oder antipathischen Zügen gewesen. Nun jedoch behandelte Morgana ihn wie einen Freund, wenngleich sie ihn im Laufe ihrer Klage mehr als einmal beleidigte. Getroffen überwand er dennoch seine Laune und lauschte, bis die Hexe geendet hatte. Seine Gedanken gingen in die richtige Richtung, wenn auch Morgana sie nun konkretisierte. Der Denkansatz der Hexe war zweifelsohne einer mit Berechtigung und Mordred sann erstmals darüber nach, ob die junge Jägerin vielleicht tatsächlich im Lager bleiben würde. Bisher hatte er diese Option noch gar nicht in Betracht gezogen. Der Literat hielt sich mit einer Antwort zurück und ließ Morgana zu Ende erzählen, ehe er selbst das Wort ergriff und sich rechtfertigte: „Zuerst einmal: Ich habe Euch damals nicht im Stich gelassen! Darauf beharre ich und es kränkt mich, dass es mir vorgeworfen wird. Der Ritt aus dem Tor war der Versuch Euch und den Anderen einen Moment zum Durchatmen zu verschaffen und die Flucht zu ermöglichen. Die Tatsache, dass Ihr hier seid sagt mir übrigens, dass es gelungen ist, wenngleich mir bereits zu Ohren gekommen ist, welch merkwürdige Dinge zu euer aller Überleben beitrugen.“ Stolz warf er den Kopf zurück: „Und natürlich habe ich geschworen Euch zu beschützen. Ja, Ihr habt meinen Eid und ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht ihn zu brechen; so wenig er Euch auch bedeutet. Einer meiner Freunde – und einer der edelsten und größten Ritter, die je gelebt haben – sagt stets, dass es die Eide sind, die ein Mann schwört und die Art wie er sich daran hält, über die er definiert wird. Mehr noch als über große Taten in der Schlacht.“ Mordred reckte das Kinn und sah Morgana durchdringend an. „Ich werde Euch beschützen, wenngleich ich der Ehrlichkeit halber zugeben muss, dass ich nicht gewillt bin zu diesem Zweck mein Leben zu verlieren. Ich bin kein Feigling, aber auch bin auch kein Held. Ich bin Dichter, kein Krieger wie Ser Artur. Meine Klinge dient Eurem Schutz, nicht Eurem Befehl.“ Mittlerweile mochte Mordred den jungen Ritter, was dessen Position als Schlagetot und Söldner jedoch kaum minderte. Dann, als er erneut sprach, verfiel Mordred in einen sanfteren Ton: „Und nun lasst mich Euch sagen, dass ich denke, Eure Zweifel sind zwar berechtigt aber kein Grund zum Verzweifeln“, er hielt einen Moment inne um sich für das gelungene Wortspiel zu beglückwünschen. „Larissa wird sicherlich wieder mitkommen… das denke und hoffe ich. Sie hat Euch und das alleine ist es schon wert, mitzukommen.“ Er lächelte sie an und wurde sich plötzlich bewusst, wie jung sie und Larissa noch waren. Sie waren kaum mehr als Mädchen, die die ersten Schritte ins Leben eines Erwachsenen taten und sich mit deren Sorgen herumschlagen mussten. Er hoffte, dass er sich nicht täuschte.

    *

    Die Nacht verging wie im Flug, kein Wunder denn es war spät geworden bevor sich die Reisegruppe, in Abwesenheit Larissas, im Zelt versammelt hatte. Nimue kam als Letzte ins Zelt, warf den Anderen nur kurze Blicke zu und wollte offenbar kein Gespräch beginnen. Alle legten sich in ihre Betten, wünschten sich eine gute Nacht und schließen über Kurz oder Lang ein. Auch Larissa schlief ein, in dunkelbraune Decken gemurmelt, die Gedanken schweifend und mit dem Geruch von Harz, Holz und Elfenwurzel in der Nase. Ein bekannter und geliebter Geruch, den sie mehr vermisst hatte, als es ihr bewusst gewesen war. In dieser Nacht träumte sie schlecht, denn sie träumte von dem struppigen Dorfpriester der ihren Tod gefordert hatte, weil sie eine Dalishelfe war und nicht an diesen Erbauer glaubte. Sie sah sich selbst in der gleichen Situation, sah den wirren Prediger und seine beiden tumben Häscher nach ihr greifen, den Strick bereits geknüpft. Da sprang von der Seite ein Ritter heran und hieb den beiden Kolossen die Hände ab. Sie hätte schwören können, dass es Artur sei denn es war seine Rüstung; mit dem Unterschied, dass diese silbern glänzte wie Vollmondschein. Heftig atmend erwachte sie, nahm den Geruch war und nach als sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnten auch die Ausstattung des Aravels und sie wusste, dass sie in Sicherheit war. In der Wildnis.

    *

    Als die Morgensonne in das Camp schien und die Pfützen aus waberndem Licht auflösten wuschen sich die fünf Zeltbewohner rasch und begaben sich danach zum Frühstück. Die Stimmung war schwer zu beschrieben, denn während Nimue am liebsten sofort losgegangen wäre, schleppte sich Mordred seinen Gedanken nachhängend eher passiv durch die Gegend. Mealla vollführte aufweckende Dehnübungen und Morgana sah elender denn je aus. Das Frühstück nahmen sie gemeinsam ein. Die Dalishelfen waren schon verschwunden, als sie bei den provisorischen Bänken angelangten, auf denen die Tabletts mit Spreis und Trank auf sie warteten. Die im Kreis angeordneten Bänke hielten jedoch noch mehr als nur das Essen für sie bereit, denn an einer von ihnen lehnten Arturs Schwert, sein Schild und der Streitkolben ebenso wie Meallas Speer und die Bögen. Außerdem hatten die Dalish den Pugio und das Jagdmesser der Elfe in einem Anflug aus Lust in die Bank gestoßen, sodass sie wie zwei in das Holz geschlagene Fangzähne im Licht des anbrechenden Tages glitzerten. Anscheinend hatte Larissa dem Clan die morgigen Aufbruchspläne der Anderen mitgeteilt, worauf die Dalish - in gewollter Vermeidung eines Zusammentreffens mit den Gefährten - die Waffen für sie parat gelegt hatten. Die Fünf ließen sich nieder und begannen zu Essen, während Mealla und Artur ihre Werkzeuge inspizierten. Ganz am Ende der Bank fand Nimue auch ihr Stilett wieder und schlang es sich, ohne vorher seinen Zustand zu prüfen, um die Hüfte. Sie hatte es nicht vermisst und sein Verbleib war ihr einerlei gewesen. Nach dem stummen Frühstück, das wie am Vortag simpel aber sehr köstlich ausfiel, bat Mordred die Anderen sich nach den individuellen Erledigungen hier wieder einzufinden um über das weitere Vorgehen zu debattieren. Die Tatsache, dass sein Verbleib in der Gruppe gewünscht war, er aber kein Wort zum Thema der Abreise zu sagen hatte, wurmte ihn noch immer und er knüpfte seine Anwesen im Stillen an die Bedingung, dass man ihn in derlei Entscheidungen mit einbezog, so diametral sie auch sein mochten. Während Nimue im Zelt verschwand und damit anfing ihre wenige Habe in Bündel zu schnüren, suchte Mordred Larissa auf. Er fand sie im Kreise frühstückender Dalish. Sie schwieg und lauschte mit nostalgischer Miene während sie in für sie ungewöhnlich zarter Manier aß. Sie war so verändert. Nach einem kurzen Gespräch erklärte sie sich einverstanden, ebenfalls zu dem erbetenen Treffen zu kommen.

    Die Sonne hatte sich mittlerweile schon über die Spitzen der Kiefern erhoben und warf warmes Licht auf die Wege zwischen den Aravels. Dort, wo sie schimmernd auf den Boden traf, trocknete sie die abgeworfenen Nadeln und ließ den Wald wunderbar duften. Mordred wartete, auf einer Bank sitzend, auf die anderen Reisegefährten. Seine Harfe hatte er im Zelt gelassen, denn nun war nicht die Zeit für Musik. Die Erste, die hinzu kam war Mealla. Kurz darauf folgten gemeinsam auch Artur und Morgana und dann Larissa von der anderen Seite her. Zuletzt kam natürlich Nimue, die wie meist unzufrieden dreinblickte. Im Gegensatz zu den sonstigen Tagen waren die unzufriedenen Mienen jedoch in der Überzahl, denn neben Nimue schauten auch Morgana, Larissa und Mordred selbst wenig begeistert drein. Nachdem sich alle auf den Bänken niedergelassen hatten, erhob sich der Literat und trat in den Kreis. Obwohl er zu seinen Mitreisenden sprach, hatte er sich zu diesem Anlass die Haare gekämmt und die geputzte Lederjacke hochgeschlossen und den Kragen aufgerichtet. „Es freut mich, dass ihr euch alle hier eingefunden habt“, begann er ohne Umschweife und rang sich ein Lächeln ab. „Der Grund unseres Hierseins ist die Frage des weiteren Weges. Wie ich gestern Abend erfuhr, ist die Abreise für heute angedacht.“ Er machte eine Kunstpause um sein Missfallen kundzutun und sagte dann: „Ich würde gerne darüber reden und das Für und Wider abwiegen.“ Nimue schnaubte genervt. Sie Magierin hatte die Beine überschlagen, ebenso wie die Arme die sie auf dem zuoberst liegende Knie ruhen ließ. Ihre Kleidung, die seit Beginn zunehmend schmutziger geworden war, bildete einen merkwürdig starken Kontrast zu der vollkommen reinen und fast leuchtenden Haut und dem gesund schimmernden Haar. Obwohl sie einige Jahre Unterschied zu Larissa und Morgana aufwies, wirkte sie ebenso jugendlich und Mordred fragte sich, ob sie nicht vielleicht mit Magie nachgeholfen hatte und ob so etwas überhaupt möglich sei. Was er nicht wusste war, dass Nimue am Morgen ein paar Tropfen Lyrium in ihr Wasser hatte tropfen lassen und dieses den beschriebenen Effekt hervorrief. Das rote Haar hatte sie zu einem lockeren Pferdeschwanz gebunden, der fast mit der roten Gugelkapuze zu verschmelzen schien. Mit den tiefblauen Augen nahm sie Mordred feindselig ins Visier. „Für und Wider?“, fragte sie gereizt. „Die Entscheidung ist gefallen, Antivaner! Wir reisen ab, da gibt es keine Diskussion.“ „Nicht so schnell“, beschied Mordred sachte, ohne auf den geringschätzigen Ton einzugehen, den Nimue anschlug und der ihre Schönheit so dreist konterkarierte. „Denn ich bin der Meinung, dass wir über die Weiterreise diskutieren sollten. Meine Meinung wurde zum Beispiel nicht beachtet und die Entscheidung anscheinend auf Euer Drängen hin getroffen, Mylady.“ Nimue nickte heftig und ihren Willen unterstreichend. „Ich hingegen halte es für unklug und überstürzt einfach so aufzubrechen, ohne dabei jede Stimme der Fahrtgemeinschaft gehört zu haben. So wie ich die Sache sehe, sind wir alle hier gleichberechtigte Mitglieder der Gruppe und haben uns nicht dem Willen eines Einzelnen zu beugen. Es steht also zur Debatte, ob wir reisen oder verweilen sollten.“ Mordred sah noch immer Nimue an und bemerkte nicht, wie Larissas Augen hoffnungsvoll flackerten. Die Dalish war mit keinen Erwartungen zu dem Treffen gekommen, sah aber nun eine Chance die Anderen doch noch zum Hierbleiben zu bewegen. „Was schlagt Ihr also vor, Mordred?“, fragte sie vorsichtig. „Das sagte ich doch bereits. Die Stimmen zu hören und danach die vorgebrachten Vorschläge zur Abstimmung freizugeben.“ Larissa nickte, die Arme vor der Brust verschränkt. Wie an den anderen Tagen trug sie die geliehene Kleidung des Clans, die ihre schlanke Figur betonte und das Ausbleiben stark betonender weiblicher Reize verbarg. Im Gegensatz zu Morgana war sie mit weniger Vorbau und auch nicht so kurviger Hüfte gesegnet und auch gemessen an der strammen Figur Nimues wirkte sie auf die meisten Männer körperlich vermutlich weniger attraktiv. Ihre Haarpracht hingegen ließ selbst die rote Mähne Nimues im Schatten stehen, akzentuiert durch einen Krank geflochtener Blumen. „Also schön“, sagte Nimue mit gespieltem Interesse. „Was sind die Vorschläge?“ „Abwarten und planen!“, antwortete Larissa rasch und ohne Zögern. Sie erhob sich und trat an Mordreds Stelle. Der Poet setzte sich. „Es scheint mir dumm und übereilt ohne Plan aufzubrechen. Wer kennt denn schon den Weg zur Straße? Ihr etwa, Nimue? Außerdem ist noch ungewiss, was sich außerhalb des Waldes abspielt. Jeder von uns hat die Brut gesehen, die sich in großer Schar über die Lande und die lange Straße bewegte. Woher wollt ihr wissen, ob die Gefahr schon vorüber ist?“ Nimue hob eine Augenbraue und öffnete leicht den Mund, sagte jedoch nichts. Mordred nickte und schaute Larissa zu, die gestikulierend dazu mahnte, nicht überstürzt aus dem Lager zu verschwinden. „Ich weiß, dass euch der Clan nicht freundlich willkommen geheißen hat, doch sind wir alle hier sicher. Ihr seid hier ebenso wenig Gefangene mehr wie ich es bin.“ Die individuelle Abneigung ließ Larissa geflissentlich aus. „Außerdem sehe ich es ebenso wie Mordred: eine Entscheidung für die Gruppe zu fällen, ohne die Meinung ihrer Mitglieder zu erfragen halte ich für unfair. Ich weiß selbst, dass ich zu dem Zeitpunkt der Entscheidungsfindung nicht zugegen war, aber ich bin es jetzt. Lasst uns also erneut darüber diskutieren und abstimmen.“ Wieder ließ sich Nimue ein verächtliches Schnauben vernehmen. „Lasst dieses Lamentieren bleiben, Jägerin. Ich sehe, was Ihr hier zu erreichen versucht und in gewisser Weise kann ich es sogar nachempfinden. Ihr wollt nicht gehen und das kann ich verstehen, denn Ihr seid hier unter Euresgleichen, während Ihr auf der Straße umgeben von der Fremde seid. Aber macht Euch selbst nichts vor: die Entscheidung wird auf die Abreise fallen, schon alleine aus dem Grund der Logik. Der Clan duldet uns; aber wie lange? Eine Woche? Zwei? Wir sind Störenfriede, unerwünschte Gäste nur geduldet weil Ihr, Larissa, unsere Fürsprecherin ward. Wir bringen ihnen jedoch keinen Vorteil und sind nur eine zusätzliche Last. Wenn wir nicht freiwillig gehen, wird man uns früher oder später mit Gewalt dazu bewegen, Euer Wort hin oder her.“ Larissa biss sich auf die Unterlippe, denn sie wusste, dass Nimue die Wahrheit sagte. Das Leben im Clan war kein Einfaches und seine Existenz hing von der effektiven Zusammenarbeit seiner Mitglieder ab. Auch wenn der Clan mit Larissa eine weitere und gute Jägerin gewann wären die fünf übrigen eine Belastung. Abgesehen vielleicht von Mealla, die man – wenn sie unterwürfig darum bat – sicherlich als Zögling des Clans annehmen würde, sobald sich Larissa dafür aussprach. Abgesehen von Mealla hatte jedoch keiner ihrer Gefährten eine Zukunft im Clan, nicht einmal Morgana. „Aber…“, begann Larissa, brach jedoch ab. Nimue schüttelte leicht den Kopf über die Naivität der jungen Elfe, die sich nun geknickt und mit hängendem Kopf wieder setzte. Einen Moment herrschte Stille, dann stand Mordred erneut auf und sagte: „Wie dem auch sei, Lady Seren, so haben wir doch noch immer nicht die Frage des Abreisedatums besprochen. Larissa hat nämlich kein Unrecht, was die Situation außerhalb des Waldes angeht, ebenso wie den Pfad zur Straße. Wir wissen weder wie lange der Weg bis zu dieser dauert, noch wo überhaupt wir herauskommen, wenn wir den Weg einschlagen, den wir vermutlich alle im Kopf haben. Nämlich den Weg in entgegengesetzter Richtung der Elfenruine wo die Brut und ältere und gemeinere Wesen lauern. Gehen wir also von der Annahme aus, dass wir nicht denselben Weg wählen, den wir gekommen sind, so ist auch der vor uns liegende Pfad ein unbekannter. Wäre es nicht klüger die Dalish um Hilfe zu bitten und Kundschafter zu senden um nicht erneut in Schwierigkeiten zu stolpern?“ Der Antivaner ließ den Blick in der Runde schweifen. Artur schaute grimmig drein, vermutlich weil ihm die ganze Situation gegen den Strich ging. Mealla war ruhelos wie Nimue und ihr Forschungsdrang bezüglich der Kultur der Dalish war Resignation gewichen. Wie Nimue wollte sie dem Lager offensichtlich in Bälde den Rücken kehren und keinen Blick zurückwerfen. Morgana warf Blicke zu Larissa, zu Mordred und zu Artur und Nimue funkelte den Literaten böse an während sie mit dem Stiefelabsatz genervt in der Erde bohrte. Larissa stütze den Kopf in die Hände und blickte zwischen zwei Aravels. Doch was sie sah, kümmerte sie nicht, denn mit den Gedanken hing sie ihrem bisherigen Werdegang nach und sie fragte sich, ob die Gruppe wohl verweilen würde, wenn der Clan sie wie Freunde begrüßt hätte. Schließlich sagte sie so leise, dass die anderen still lauschen mussten: „Ich bin dafür, dass wir noch bleiben.“ Sie schaute zu Morgana und hoffte auf ihre Unterstützung, denn gestern hatte sie ja schließlich gesagt, dass sie ebenfalls bleiben würde. Nimue schüttelte hingegen verneinend den Kopf und antwortete: „Unfug und Zeitverschwendung. Wir sollten aufbrechen und das noch heute!“ Die Magierin hingegen wandte sich in der Suche nach Verbündeten an Artur, der ihr den baldigen Abzug zugesichert hatte. Mordred war noch immer im Zwiespalt und trat nachdenklich von einem Fuß auf den anderen. „Nun, wir sollten keine Entscheidung treffen ohne nicht jede Stimme zu gewichten, denn ansonsten plädiere ich für die Auflösung der Fahrtgemeinschaft. Ich will nicht in einer Gruppe reisen, in der mein Wort geringeren Wert hat, als das eines anderen.“ Damit hatte er eine weitere, bisher unausgesprochene Option ins Feld geführt, auf die sich Nimue sofort stürzte. „Gut! Dann bleibt doch hier, wenn Ihr wollt. Spielt Eure Harfe und entzückt die Elfen. Und Ihr, Jägerin, bleibt bei dem Clan und baut Euch hier ein Leben abseits der menschlichen Gesellschaft auf. Mir soll es Recht sein. Ich stimme für den Aufbruch, ob mit oder ohne Euch!
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  15. #35
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    [Bild: p2OOKiliansmall.jpg]

    Ich denke wir sollten bald aufbrechen“, sagte der Templer mit echtem Mitgefühl in der Stimme. Er wagte es zwar nicht, diesen Vergleich zu erwähnen, doch konnte er Rafaels Zerrissenheit vielleicht mehr nachfühlen, als er sich hatte eingestehen wollen. Nur waren es bei Kilian zwei Leiber an zwei Orten… einer hier im nassen und kalten Ferelden, einer dort im Turm des Zirkels von Starkhaven. Und obwohl er wusste, dass die Abreise durch die Nacht nur suspensiv wäre, entließ er den Magier mit einem zustimmenden Nicken. Rafael hatte heute Mittag bereits viel geschlafen, doch hatte er damit vermutlich nur das Defizit der letzten Nacht ausgeglichen und wenn seine Mutmaßung sich als wahr erweisen sollte und sie bereits am nächsten Tag auf diesen mysteriösen Schattenfeind treffen sollten, so bräuchten sie gestärkte und ausgeruhte Leiber und stählernen Willen. Letzterer war bei Kilian beinah omnipräsent, bei Rafael zweifelhaft. Denn während Kilian die Pflicht antrieb schien es bei dem Magier zu einer persönlichen Fehde ausgeufert zu sein und mit Emotionen sollte ein Magier stets Vorsicht walten lassen. Mit wenigen Worten wandten sich die Männer ihren Betten zu.

    Ein weiterer Tag
    Ich habe aufgehört die Tage durchzuzählen oder mit einem Datum zu versehen. Obgleich wir erst wenige Tage auf der Fahrt sind, scheint es mir als sei ich bereits ein halbes Leben auf der Jagd nach dem Phylakterion. Ich habe nie ein ruhiges Leben gewollt, habe den Kampf nie gescheut wenngleich nie danach verlangt und doch häufen sich die Umstände täglich auf. Die zweite Reise mit Herrn Marlov ist nicht von weniger Gefahr geprägt als die Erste. Und diese Abenteuer – wenn ich sie denn so nennen darf – spotten meinem Zeitgefühl. Früher habe ich Wochen mit der Jagd nach einem Abtrünnigen zugebracht, ohne auch nur ein einziges Mal das Schwert ziehen zu müssen. Und dann verbrachte ich wiederum Wochen nur in stiller Wacht in den festen und hohen Mauern des Zirkels. Ferelden hingegen scheint mir auf Gedeih und Verderb beweisen zu wollen, warum so viele Länder nördlich es noch immer für unzivilisiert und grob halten.
    Blutmagie ist überall schrecklich und sie ist auch nirgends geringer. Der Feind, der uns jagte und dem wiederum wir nun die Stirn bieten müssen, ist zweifellos ein einflussreicher und mächtiger Malificare.
    Wir müssen unsere Herzen stählen, wenn wir diese Schlacht gewinnen wollen.


    Kilian klappte den Ledereinband seines Tagesbuches zu, in das er tief darüber gebeugt die Zeilen geschrieben hatte. Dann starrte er auf die flackernde Kerze, die ihm anzeigte, dass er zum Verfassen dieser wenigen Worte eine lange Zeit gebraucht hatte. Er fühlte sich müde und erledigt, obwohl er heute kaum etwas geleistet hatte. Er löschte die Kerze zwischen den Fingern, schleppte sich zu seinem Bett und ließ sich hineinsinken. Wärme und ein wohliges Gefühl der Entspannung umfing ihn als er sich die dicke Daunendecke bis ans Kinn zog und in die Dunkelheit schaute. Morgen würden sie wieder aufbrechen; mit einem Ziel! „Es ist nur ein weiterer Blutmagier“, beruhigte sich der Hauptmann - und fragte sich, warum er so nervös war.

    Am nächsten Morgen standen sie schon früh auf. Der morgendliche Nebel waberte noch immer in den Gassen als sie schon die Treppe hinunterknarrten und im Schankraum auf das Auftauchen des Wirtes warteten. Der arme Mann taperte, geweckt durch das Knarren der Dielen, mit müden Augen und falschgeknöpfter Weste an den Tresen, doch weder Rafael noch Kilian hatten das Verlangen etwas zu essen. Beide wussten, dass sie den Ausfall des Frühstücks bereuen würden und so ließen sie sich zumindest für fünf Silberlinge ein paar Vorratsbündel schnüren. Noch während die ersten Strahlen einer rot-goldenen Sonne den Morgentau zum Funkeln brachte, trieben die Reisenden die Pferde an und ritten rasch bis zum Ende des Dorfes. Dort stoppte Kilian das Pferd und wartete, ohne Rafael eine Erklärung zu geben. Der Magier wurde zunehmend ungeduldiger bis schließlich, eine gefühlte Viertelstunde später, ein weiterer Reiter hinzukam. Es war Templer der Kirche, der in seine wüste Rüstung gekleidet und mit dem Bidenhänder auf dem Rücken eher einem Krieger auf Raubzug ähnelte, als einem Templer im Auftrag des Ordens. Kilian stellte den Neuankömmling als Ser Finan von Lir Agantor vor. Der jüngere Templer grinste breit und rutschte abenteuerlustig im Sattel herum. Ganz offensichtlich war er erpicht auf die Jagd und hatte vermutlich keine Ahnung worauf er sich hierbei einließ. Einen Moment spürte Kilian Mitleid und Bedauern mit dem Templer und war sogar versucht ihn zurückzuschicken, dann besann er sich jedoch darauf, dass sie beide Ser Finan wie auch er die heilige Pflicht geschworen hatten, die Welt vor dem Übel der Magie zu schützen. Ser Finan würde der Welt mit dem Schwert in der Hand an ihrer Seite einen größeren Dienst erweisen als in einer geduckten scheunenartigen Kirche. Er würde ihm die bisherigen Erkenntnisse während der Reise mitteilen. Das würde ihn selbst zudem etwas ablenken…

    [Bild: Rafael_2.jpg] Durch halb geöffnete Lider sah Rafael zu seinem Gefährten herüber, der mit ruhiger Hand und langen Pausen etwas in sein Notizbuch eintrug. Er hatte Kilian schon oft dabei gesehen und ob es ein Tagebuch oder Berichte waren, die er da schrieb hatte ihn nie sonderlich interessiert. Auch heute war er weit davon entfernt den Templer zu stören oder gar zu fragen, was er da zu Papier brachte, doch wurde er durch die Beobachtung wenigstens leidlich von dem hellen Punkt am Rande seines Gesichtsfeldes und dem dumpfen, aber nicht zu ignorierenden Ziehen abgelenkt, das ihn nach Norden führen wollte. Auch nachdem Kilian sein Werk beendet und die einzige Kerze im Zimmer gelöscht hatte, schaute der Magier noch eine Weile zu dem schwach glimmenden Docht, der sich einsam der Dunkelheit entgegenstemmte, bevor sie ihn, und kurz darauf auch Rafael, umfing.

    Mit dem ersten Hahnenschrei des Tages kam Leben in die beiden Reisenden und wo eben noch die Schatten der Nacht gelegen hatten brachten nun Sonne und die rege Geschäftigkeit von Magier und Templer Licht ins Dunkel. Trotz der anhaltenden Unrast, die sich Rafaels bemächtigt hatte, war er im Schlaf etwas zur Ruhe gekommen und hatte das Gefühl der Zerrissenheit lange genug unterdrücken können, um sich zu erholen. Nachdem sich die beiden angekleidet und ihre Ausrüstung geschultert hatten gingen sie in den Schankraum, um die Verpflegung für den Tag entgegenzunehmen. Es wurde wenig gesprochen, nicht nur wegen der frühen Stunde: Es lag eine Anspannung in der Luft, die Vorausahnung, dass das Ziel und mit ihm die Begegnung mit S nahe war. Die Ruhe vor dem Sturm wurde nur von Rafaels gelegentlichem Zähneknirschen unterbrochen, mit dem sich der Zwist in ihm Gehör verschaffte. Ihn drängte der Wunsch, sein Phylakterion zurück zu erobern und den zu bestrafen, der es ihm geraubt hatte, doch wusste er tief in sich, dass der Weg dorthin schwer und ihr Erfolg alles andere als sicher war. Während sie ihre Pferde sattelten machte sich der Magier innerlich bereit und schwor sich, alles Notwendige zu tun, um die Jagd zu einem guten Ende zu führen. Ein Templer hätte dabei vielleicht ein Gebet gesprochen oder einen feierlichen Eid abgelegt, doch Rafael nahm das grimmige Versprechen und legte es wie ein glimmendes Stück Kohle an sein Herz. Das unstete, aber unvergängliche Leuchten, das ihm vor Augen schwebte, sollte nicht zur Totenlaterne für sie werden.
    Lichte Nebelschwaden wurden von den Läufen ihrer Pferde zerteilt, als sie, weiterhin wortlos, das Dorf verließen. Das Leben um sie herum erwachte nur langsam, doch hier und da waren bereits gedämpfte Stimmen aus den Hütten zu hören und irgendwo kläffte ein Hund. Die Sonne ging zu ihrer Rechten leuchtend orange auf und vertrieb trübe Wolken, die ihr Licht nicht von der Welt fernzuhalten vermochten. Es schien ein schöner Tag zu werden. Unwillkürlich dachte der Magier an die Zwerge und Schneeweißchen und fragte sich, wie weit sie wohl schon gekommen waren und wohin sie ihr Weg noch führen würde. Er hatte längst die Route vergessen, von der Ygmir gesprochen hatte und sah vor seinen Augen unablässig ein Bild aufsteigen, auf dem die Bande hoch auf ihrem Wagen thronte, durch ein goldgelbes Weizenfeld fuhr und dabei schmutzige Lieder sang. Sein Grinsen kam wie von selbst zurück auf sein Gesicht und Rafael wusste, dass er sich solch einer Tour ohne zu zögern anschließen würde, wenn er nicht andernorts hingezogen werden würde. Tatsächlich spürte er die Wirkung des Rituals als eine Art Sog, in dessen Fänge er geraten war. Das Band, das ihn mit seinem Phylakterion verband schien sich verkürzen und zusammenbringen zu wollen, was vor so vielen Jahren getrennt worden war. Der Magier nahm sich vor, den Zauber und seine Wirkung zu dokumentieren, falls er dazu kommen sollte. Künftige Magiergenerationen würden ihm dankbar sein, wenn er für sie niederschrieb, dass man vor dem Ritual möglichst kein Saufgelage mit Zwergen veranstalten sollte.
    Am Eingang des Dorfes machte Kilian unvermittelt Halt und bedeutete ihm, zu warten. Rafael schaute den Templer fragend an, doch sein Gefährte saß in einen Mantel aus Schweigen gehüllt auf seinem Fuchs und schien in sich selbst versunken zu sein. Rafael hakte nicht weiter nach und machte es sich im Sattel so bequem wie möglich. Die Minuten vergingen.

    Grade als er doch eine Erklärung von Kilian einfordern wollte, ließ Hufgeklapper beide die Köpfe umwenden. Auf einem hohen Schecken kam da ein Krieger mit kaum gezähmter Mähne und einem Zweihänder auf dem Rücken angeritten. Der Fremde gesellte sich zu ihnen und Rafael vermutete, dass der Hauptmann ihn angeheuert haben musste, während er seinen Rausch ausgeschlafen hatte. Zunächst fragte er sich, was ein einsamer Söldner in solch einem Loch verloren hatte, doch als Kilian den jungen Mann als Templer mit dem Namen Ser Finan von Lir Agantor vorstellte nickte er verwundert und reichte dem Neuzugang die Hand. Ein weiterer Arm konnte im Kampf gegen S nicht schaden und auch wenn Finan nicht ganz Ser Roberts Maße hatte, so schien auch er ordentlich Dampf im Ärmel zu haben. ,,Freut mich, Ser Finan. In Gesellschaft reist es sich besser und vielleicht tut Euch etwas Abwechslung vom Dorfleben auch ganz gut.“ Man sah dem jungen Templer die Mitgliedschaft im Orden wahrhaftig nicht an und auch wenn Kilians Tarnung ihnen auf dem Weg bisher kaum geholfen hatte blieb doch die Hoffnung, dass ein Angreifer den Glaubenskrieger verkennen und unterschätzen würde. ,,Freut mich auch. Der Hauptmann war so gut, meine Dienste für seine Mission anzunehmen und ich bin froh, helfen zu können.“ Unwillkürlich stieg Rafael linke Augenbraue nach oben. Diesen Eifer der Templer würde er nie verstehen! Ser Finan war zwar ein paar Jahre älter als der gute Cedric, aber in Sachen Pflichtbewusstsein und Bewunderung für den Hauptmann schien er sich kaum von dem Rekruten zu unterscheiden. Scheinbar zog Kilian ergebene Seele an wie eine Schlachtstandarte. Sollte es dem Templer gelingen, weitere Schwerter für den Kampf herbeizurufen, so würde es ihm Rafael nicht übel nehmen.
    In lockerem Trab führten die drei ihre Pferde nach Norden und machten sich auf zum Kampf gegen den unbekannten Feind.
    Khardim is offline
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    Zum ersten Mal seit Beginn ihrer gemeinsamen Reise zeigte sich Morgana ehrlich offen gegenüber dem Antivaner. Bisher war es eine stillschweigende Koexistenz mit hier und da sympathischen oder antipathischen Zügen gewesen. Nun jedoch behandelte Morgana ihn wie einen Freund, wenngleich sie ihn im Laufe ihrer Klage mehr als einmal beleidigte. Getroffen überwand er dennoch seine Laune und lauschte, bis die Hexe geendet hatte. Seine Gedanken gingen in die richtige Richtung, wenn auch Morgana sie nun konkretisierte. Der Denkansatz der Hexe war zweifelsohne einer mit Berechtigung und Mordred sann erstmals darüber nach, ob die junge Jägerin vielleicht tatsächlich im Lager bleiben würde. Bisher hatte er diese Option noch gar nicht in Betracht gezogen. Der Literat hielt sich mit einer Antwort zurück und ließ Morgana zu Ende erzählen, ehe er selbst das Wort ergriff und sich rechtfertigte: „Zuerst einmal: Ich habe Euch damals nicht im Stich gelassen! Darauf beharre ich und es kränkt mich, dass es mir vorgeworfen wird. Der Ritt aus dem Tor war der Versuch Euch und den Anderen einen Moment zum Durchatmen zu verschaffen und die Flucht zu ermöglichen. Die Tatsache, dass Ihr hier seid sagt mir übrigens, dass es gelungen ist, wenngleich mir bereits zu Ohren gekommen ist, welch merkwürdige Dinge zu euer aller Überleben beitrugen.“ Stolz warf er den Kopf zurück: „Und natürlich habe ich geschworen Euch zu beschützen. Ja, Ihr habt meinen Eid und ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht ihn zu brechen; so wenig er Euch auch bedeutet. Einer meiner Freunde – und einer der edelsten und größten Ritter, die je gelebt haben – sagt stets, dass es die Eide sind, die ein Mann schwört und die Art wie er sich daran hält, über die er definiert wird. Mehr noch als über große Taten in der Schlacht.“ Mordred reckte das Kinn und sah Morgana durchdringend an. „Ich werde Euch beschützen, wenngleich ich der Ehrlichkeit halber zugeben muss, dass ich nicht gewillt bin zu diesem Zweck mein Leben zu verlieren. Ich bin kein Feigling, aber auch bin auch kein Held. Ich bin Dichter, kein Krieger wie Ser Artur. Meine Klinge dient Eurem Schutz, nicht Eurem Befehl.“ Mittlerweile mochte Mordred den jungen Ritter, was dessen Position als Schlagetot und Söldner jedoch kaum minderte. Dann, als er erneut sprach, verfiel Mordred in einen sanfteren Ton: „Und nun lasst mich Euch sagen, dass ich denke, Eure Zweifel sind zwar berechtigt aber kein Grund zum Verzweifeln“, er hielt einen Moment inne um sich für das gelungene Wortspiel zu beglückwünschen. „Larissa wird sicherlich wieder mitkommen… das denke und hoffe ich. Sie hat Euch und das alleine ist es schon wert, mitzukommen.“ Er lächelte sie an und wurde sich plötzlich bewusst, wie jung sie und Larissa noch waren. Sie waren kaum mehr als Mädchen, die die ersten Schritte ins Leben eines Erwachsenen taten und sich mit deren Sorgen herumschlagen mussten. Er hoffte, dass er sich nicht täuschte.

    *

    Die Nacht verging wie im Flug, kein Wunder denn es war spät geworden bevor sich die Reisegruppe, in Abwesenheit Larissas, im Zelt versammelt hatte. Nimue kam als Letzte ins Zelt, warf den Anderen nur kurze Blicke zu und wollte offenbar kein Gespräch beginnen. Alle legten sich in ihre Betten, wünschten sich eine gute Nacht und schließen über Kurz oder Lang ein. Auch Larissa schlief ein, in dunkelbraune Decken gemurmelt, die Gedanken schweifend und mit dem Geruch von Harz, Holz und Elfenwurzel in der Nase. Ein bekannter und geliebter Geruch, den sie mehr vermisst hatte, als es ihr bewusst gewesen war. In dieser Nacht träumte sie schlecht, denn sie träumte von dem struppigen Dorfpriester der ihren Tod gefordert hatte, weil sie eine Dalishelfe war und nicht an diesen Erbauer glaubte. Sie sah sich selbst in der gleichen Situation, sah den wirren Prediger und seine beiden tumben Häscher nach ihr greifen, den Strick bereits geknüpft. Da sprang von der Seite ein Ritter heran und hieb den beiden Kolossen die Hände ab. Sie hätte schwören können, dass es Artur sei denn es war seine Rüstung; mit dem Unterschied, dass diese silbern glänzte wie Vollmondschein. Heftig atmend erwachte sie, nahm den Geruch war und nach als sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnten auch die Ausstattung des Aravels und sie wusste, dass sie in Sicherheit war. In der Wildnis.

    *

    Als die Morgensonne in das Camp schien und die Pfützen aus waberndem Licht auflösten wuschen sich die fünf Zeltbewohner rasch und begaben sich danach zum Frühstück. Die Stimmung war schwer zu beschrieben, denn während Nimue am liebsten sofort losgegangen wäre, schleppte sich Mordred seinen Gedanken nachhängend eher passiv durch die Gegend. Mealla vollführte aufweckende Dehnübungen und Morgana sah elender denn je aus. Das Frühstück nahmen sie gemeinsam ein. Die Dalishelfen waren schon verschwunden, als sie bei den provisorischen Bänken angelangten, auf denen die Tabletts mit Spreis und Trank auf sie warteten. Die im Kreis angeordneten Bänke hielten jedoch noch mehr als nur das Essen für sie bereit, denn an einer von ihnen lehnten Arturs Schwert, sein Schild und der Streitkolben ebenso wie Meallas Speer und die Bögen. Außerdem hatten die Dalish den Pugio und das Jagdmesser der Elfe in einem Anflug aus Lust in die Bank gestoßen, sodass sie wie zwei in das Holz geschlagene Fangzähne im Licht des anbrechenden Tages glitzerten. Anscheinend hatte Larissa dem Clan die morgigen Aufbruchspläne der Anderen mitgeteilt, worauf die Dalish - in gewollter Vermeidung eines Zusammentreffens mit den Gefährten - die Waffen für sie parat gelegt hatten. Die Fünf ließen sich nieder und begannen zu Essen, während Mealla und Artur ihre Werkzeuge inspizierten. Ganz am Ende der Bank fand Nimue auch ihr Stilett wieder und schlang es sich, ohne vorher seinen Zustand zu prüfen, um die Hüfte. Sie hatte es nicht vermisst und sein Verbleib war ihr einerlei gewesen. Nach dem stummen Frühstück, das wie am Vortag simpel aber sehr köstlich ausfiel, bat Mordred die Anderen sich nach den individuellen Erledigungen hier wieder einzufinden um über das weitere Vorgehen zu debattieren. Die Tatsache, dass sein Verbleib in der Gruppe gewünscht war, er aber kein Wort zum Thema der Abreise zu sagen hatte, wurmte ihn noch immer und er knüpfte seine Anwesen im Stillen an die Bedingung, dass man ihn in derlei Entscheidungen mit einbezog, so diametral sie auch sein mochten. Während Nimue im Zelt verschwand und damit anfing ihre wenige Habe in Bündel zu schnüren, suchte Mordred Larissa auf. Er fand sie im Kreise frühstückender Dalish. Sie schwieg und lauschte mit nostalgischer Miene während sie in für sie ungewöhnlich zarter Manier aß. Sie war so verändert. Nach einem kurzen Gespräch erklärte sie sich einverstanden, ebenfalls zu dem erbetenen Treffen zu kommen.

    Die Sonne hatte sich mittlerweile schon über die Spitzen der Kiefern erhoben und warf warmes Licht auf die Wege zwischen den Aravels. Dort, wo sie schimmernd auf den Boden traf, trocknete sie die abgeworfenen Nadeln und ließ den Wald wunderbar duften. Mordred wartete, auf einer Bank sitzend, auf die anderen Reisegefährten. Seine Harfe hatte er im Zelt gelassen, denn nun war nicht die Zeit für Musik. Die Erste, die hinzu kam war Mealla. Kurz darauf folgten gemeinsam auch Artur und Morgana und dann Larissa von der anderen Seite her. Zuletzt kam natürlich Nimue, die wie meist unzufrieden dreinblickte. Im Gegensatz zu den sonstigen Tagen waren die unzufriedenen Mienen jedoch in der Überzahl, denn neben Nimue schauten auch Morgana, Larissa und Mordred selbst wenig begeistert drein. Nachdem sich alle auf den Bänken niedergelassen hatten, erhob sich der Literat und trat in den Kreis. Obwohl er zu seinen Mitreisenden sprach, hatte er sich zu diesem Anlass die Haare gekämmt und die geputzte Lederjacke hochgeschlossen und den Kragen aufgerichtet. „Es freut mich, dass ihr euch alle hier eingefunden habt“, begann er ohne Umschweife und rang sich ein Lächeln ab. „Der Grund unseres Hierseins ist die Frage des weiteren Weges. Wie ich gestern Abend erfuhr, ist die Abreise für heute angedacht.“ Er machte eine Kunstpause um sein Missfallen kundzutun und sagte dann: „Ich würde gerne darüber reden und das Für und Wider abwiegen.“ Nimue schnaubte genervt. Sie Magierin hatte die Beine überschlagen, ebenso wie die Arme die sie auf dem zuoberst liegende Knie ruhen ließ. Ihre Kleidung, die seit Beginn zunehmend schmutziger geworden war, bildete einen merkwürdig starken Kontrast zu der vollkommen reinen und fast leuchtenden Haut und dem gesund schimmernden Haar. Obwohl sie einige Jahre Unterschied zu Larissa und Morgana aufwies, wirkte sie ebenso jugendlich und Mordred fragte sich, ob sie nicht vielleicht mit Magie nachgeholfen hatte und ob so etwas überhaupt möglich sei. Was er nicht wusste war, dass Nimue am Morgen ein paar Tropfen Lyrium in ihr Wasser hatte tropfen lassen und dieses den beschriebenen Effekt hervorrief. Das rote Haar hatte sie zu einem lockeren Pferdeschwanz gebunden, der fast mit der roten Gugelkapuze zu verschmelzen schien. Mit den tiefblauen Augen nahm sie Mordred feindselig ins Visier. „Für und Wider?“, fragte sie gereizt. „Die Entscheidung ist gefallen, Antivaner! Wir reisen ab, da gibt es keine Diskussion.“ „Nicht so schnell“, beschied Mordred sachte, ohne auf den geringschätzigen Ton einzugehen, den Nimue anschlug und der ihre Schönheit so dreist konterkarierte. „Denn ich bin der Meinung, dass wir über die Weiterreise diskutieren sollten. Meine Meinung wurde zum Beispiel nicht beachtet und die Entscheidung anscheinend auf Euer Drängen hin getroffen, Mylady.“ Nimue nickte heftig und ihren Willen unterstreichend. „Ich hingegen halte es für unklug und überstürzt einfach so aufzubrechen, ohne dabei jede Stimme der Fahrtgemeinschaft gehört zu haben. So wie ich die Sache sehe, sind wir alle hier gleichberechtigte Mitglieder der Gruppe und haben uns nicht dem Willen eines Einzelnen zu beugen. Es steht also zur Debatte, ob wir reisen oder verweilen sollten.“ Mordred sah noch immer Nimue an und bemerkte nicht, wie Larissas Augen hoffnungsvoll flackerten. Die Dalish war mit keinen Erwartungen zu dem Treffen gekommen, sah aber nun eine Chance die Anderen doch noch zum Hierbleiben zu bewegen. „Was schlagt Ihr also vor, Mordred?“, fragte sie vorsichtig. „Das sagte ich doch bereits. Die Stimmen zu hören und danach die vorgebrachten Vorschläge zur Abstimmung freizugeben.“ Larissa nickte, die Arme vor der Brust verschränkt. Wie an den anderen Tagen trug sie die geliehene Kleidung des Clans, die ihre schlanke Figur betonte und das Ausbleiben stark betonender weiblicher Reize verbarg. Im Gegensatz zu Morgana war sie mit weniger Vorbau und auch nicht so kurviger Hüfte gesegnet und auch gemessen an der strammen Figur Nimues wirkte sie auf die meisten Männer körperlich vermutlich weniger attraktiv. Ihre Haarpracht hingegen ließ selbst die rote Mähne Nimues im Schatten stehen, akzentuiert durch einen Krank geflochtener Blumen. „Also schön“, sagte Nimue mit gespieltem Interesse. „Was sind die Vorschläge?“ „Abwarten und planen!“, antwortete Larissa rasch und ohne Zögern. Sie erhob sich und trat an Mordreds Stelle. Der Poet setzte sich. „Es scheint mir dumm und übereilt ohne Plan aufzubrechen. Wer kennt denn schon den Weg zur Straße? Ihr etwa, Nimue? Außerdem ist noch ungewiss, was sich außerhalb des Waldes abspielt. Jeder von uns hat die Brut gesehen, die sich in großer Schar über die Lande und die lange Straße bewegte. Woher wollt ihr wissen, ob die Gefahr schon vorüber ist?“ Nimue hob eine Augenbraue und öffnete leicht den Mund, sagte jedoch nichts. Mordred nickte und schaute Larissa zu, die gestikulierend dazu mahnte, nicht überstürzt aus dem Lager zu verschwinden. „Ich weiß, dass euch der Clan nicht freundlich willkommen geheißen hat, doch sind wir alle hier sicher. Ihr seid hier ebenso wenig Gefangene mehr wie ich es bin.“ Die individuelle Abneigung ließ Larissa geflissentlich aus. „Außerdem sehe ich es ebenso wie Mordred: eine Entscheidung für die Gruppe zu fällen, ohne die Meinung ihrer Mitglieder zu erfragen halte ich für unfair. Ich weiß selbst, dass ich zu dem Zeitpunkt der Entscheidungsfindung nicht zugegen war, aber ich bin es jetzt. Lasst uns also erneut darüber diskutieren und abstimmen.“ Wieder ließ sich Nimue ein verächtliches Schnauben vernehmen. „Lasst dieses Lamentieren bleiben, Jägerin. Ich sehe, was Ihr hier zu erreichen versucht und in gewisser Weise kann ich es sogar nachempfinden. Ihr wollt nicht gehen und das kann ich verstehen, denn Ihr seid hier unter Euresgleichen, während Ihr auf der Straße umgeben von der Fremde seid. Aber macht Euch selbst nichts vor: die Entscheidung wird auf die Abreise fallen, schon alleine aus dem Grund der Logik. Der Clan duldet uns; aber wie lange? Eine Woche? Zwei? Wir sind Störenfriede, unerwünschte Gäste nur geduldet weil Ihr, Larissa, unsere Fürsprecherin ward. Wir bringen ihnen jedoch keinen Vorteil und sind nur eine zusätzliche Last. Wenn wir nicht freiwillig gehen, wird man uns früher oder später mit Gewalt dazu bewegen, Euer Wort hin oder her.“ Larissa biss sich auf die Unterlippe, denn sie wusste, dass Nimue die Wahrheit sagte. Das Leben im Clan war kein Einfaches und seine Existenz hing von der effektiven Zusammenarbeit seiner Mitglieder ab. Auch wenn der Clan mit Larissa eine weitere und gute Jägerin gewann wären die fünf übrigen eine Belastung. Abgesehen vielleicht von Mealla, die man – wenn sie unterwürfig darum bat – sicherlich als Zögling des Clans annehmen würde, sobald sich Larissa dafür aussprach. Abgesehen von Mealla hatte jedoch keiner ihrer Gefährten eine Zukunft im Clan, nicht einmal Morgana. „Aber…“, begann Larissa, brach jedoch ab. Nimue schüttelte leicht den Kopf über die Naivität der jungen Elfe, die sich nun geknickt und mit hängendem Kopf wieder setzte. Einen Moment herrschte Stille, dann stand Mordred erneut auf und sagte: „Wie dem auch sei, Lady Seren, so haben wir doch noch immer nicht die Frage des Abreisedatums besprochen. Larissa hat nämlich kein Unrecht, was die Situation außerhalb des Waldes angeht, ebenso wie den Pfad zur Straße. Wir wissen weder wie lange der Weg bis zu dieser dauert, noch wo überhaupt wir herauskommen, wenn wir den Weg einschlagen, den wir vermutlich alle im Kopf haben. Nämlich den Weg in entgegengesetzter Richtung der Elfenruine wo die Brut und ältere und gemeinere Wesen lauern. Gehen wir also von der Annahme aus, dass wir nicht denselben Weg wählen, den wir gekommen sind, so ist auch der vor uns liegende Pfad ein unbekannter. Wäre es nicht klüger die Dalish um Hilfe zu bitten und Kundschafter zu senden um nicht erneut in Schwierigkeiten zu stolpern?“ Der Antivaner ließ den Blick in der Runde schweifen. Artur schaute grimmig drein, vermutlich weil ihm die ganze Situation gegen den Strich ging. Mealla war ruhelos wie Nimue und ihr Forschungsdrang bezüglich der Kultur der Dalish war Resignation gewichen. Wie Nimue wollte sie dem Lager offensichtlich in Bälde den Rücken kehren und keinen Blick zurückwerfen. Morgana warf Blicke zu Larissa, zu Mordred und zu Artur und Nimue funkelte den Literaten böse an während sie mit dem Stiefelabsatz genervt in der Erde bohrte. Larissa stütze den Kopf in die Hände und blickte zwischen zwei Aravels. Doch was sie sah, kümmerte sie nicht, denn mit den Gedanken hing sie ihrem bisherigen Werdegang nach und sie fragte sich, ob die Gruppe wohl verweilen würde, wenn der Clan sie wie Freunde begrüßt hätte. Schließlich sagte sie so leise, dass die anderen still lauschen mussten: „Ich bin dafür, dass wir noch bleiben.“ Sie schaute zu Morgana und hoffte auf ihre Unterstützung, denn gestern hatte sie ja schließlich gesagt, dass sie ebenfalls bleiben würde. Nimue schüttelte hingegen verneinend den Kopf und antwortete: „Unfug und Zeitverschwendung. Wir sollten aufbrechen und das noch heute!“ Die Magierin hingegen wandte sich in der Suche nach Verbündeten an Artur, der ihr den baldigen Abzug zugesichert hatte. Mordred war noch immer im Zwiespalt und trat nachdenklich von einem Fuß auf den anderen. „Nun, wir sollten keine Entscheidung treffen ohne nicht jede Stimme zu gewichten, denn ansonsten plädiere ich für die Auflösung der Fahrtgemeinschaft. Ich will nicht in einer Gruppe reisen, in der mein Wort geringeren Wert hat, als das eines anderen.“ Damit hatte er eine weitere, bisher unausgesprochene Option ins Feld geführt, auf die sich Nimue sofort stürzte. „Gut! Dann bleibt doch hier, wenn Ihr wollt. Spielt Eure Harfe und entzückt die Elfen. Und Ihr, Jägerin, bleibt bei dem Clan und baut Euch hier ein Leben abseits der menschlichen Gesellschaft auf. Mir soll es Recht sein. Ich stimme für den Aufbruch, ob mit oder ohne Euch!


    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    "Nun es ist nett von euch das ihr das so seht und ich danke euch für euren Zuspruch.", entgegnete Morgana dankbar auf die Ausführung des Antivaners. Natürlich war es leicht für ihn es einfach zu sagen und sie wusste das er nicht umbedingt mit schönen Worten und Komplimenten geizte, trotzdem hatte sie das Gefühl das sie in diesem Moment seine ehrliche Meinung wiederspiegelten.

    *

    Die Sorgen ließen Morgana auch nicht los, nachdem sie sich zur Ruhe gelegt hatten, eher im Gegenteil gab es doch keine Ablenkung mehr die ihren Geist auf andere Gedanken bringen konnten. Aber nachdem sie längere Zeit auf die Zeltdeck gestarrt hatte und sich unruhig hin und her gewälzt hatte, zeigte Morpheus ein Einsehen und ließ die Hexe sanft in seine Arme sinken.

    An Tagen wie diesen wünschte sich Morgana das ihr Geist nicht aktiv ins Nichts übergehen, sondern es indirekt in Träumen betreten würde wie Nichtmagier. So ließen sie ihre Sorgen leider auch nicht los während sie schweigend durch das Nichts wanderte und gedankenversunken ihren Blick über die Felsen schweifen ließ, welche vereinzelt in den Himmel ragten, teilweise aber auch aus dem Himmel über den Boden schwebten. Im Nichts galten die Gesetze der Natur nicht wie jenseits des Schleiers, eine Tatsache die jeder Magier im Hinterkopf behalten musste, insbesondere jene welche die urtümliche Schule einsetzten. Der Himmel hatte einen gelblichen Schein und am Horizont konnte man eine der wenigen Konstanten im Nichts betrachten, die schwarze Stadt. Dunkel und abschreckend stach sie einem direkt ins Auge, immer anwesend aber niemals ereichbar. Heute kam es Morgana vor als wäre sie näher als sonst, aber vielleicht lag das auch nur an ihrer miesen Laune. Die einzige geografische Regelmäßigkeit im Nichts war das von jedem Punkt aus die schwarze Stadt gleich weit entfernt war, ein weiterer Beleg für die sonderbaren "Gesetzmäßigkeiten" des Nichts. Ihre Wanderung führte sie schließlich an eine Klippe auf der ein hübsch verzierter Gartenpavillon thronte, der mehrere Marmorbänke und einen kleinen runden Tisch überdachte. Die Hexe war nicht sonderlich verwundert über diesen Anblick. Sowohl Dämonen als auch Geister erschufen sich gerne Gegenstände und Objekte aus der realen Welt, zeigten doch beide Parteien Interesse an der Welt der Sterblichen. Vielleicht lag es aber auch daran das sie nur Objekt kopieren konnten und nichts eigenes erschaffen. Hier war jedoch kein Geist oder Dämon zu sehen, worüber Morgana recht froh war. Langsam ließ sie sich auf einer der Marmorbänke nieder und starrte gedankenverloren in Richtung der schwarzen Stadt. Wenn der Morgen anbrach und sie wieder aufwachte würde sich wohl zeigen welche ihrer Sorgen berechtigt gewesen waren. "Ärger im Paradies?", hauchte ihr plötzlich eine mitfühlende Stimme von hinten ins Ohr. Morgana schreckte leicht nach vorne und drehte sich um. Es war Sartana welche nach vorne gebeugt sich mit den Armen auf die Bank gestützt hatte und damit mit ihrem Kopf auf Höhe von Morganas war. Ein mädchenhaftes Lachen entfuhr der Dämonin. "Habe ich dich erschreckt?",erkundigte sie sich voller Schadenfreude. Morgana rutschte auf der Bank vor ihr Weg, Sartana konnte sie so gut brauchen wie einen Ausschlag. Sartana setzte sich dort wo Morgana gesessen hatte auf die Bank und sah lächelnd zu dieser hinüber.
    "Warum so Scheu meine Liebe, ich sehe doch das du ein wenig Zuneigung und Trost nötig hast und wozu hat man denn gute Freunde?",fragte die Dämonin mit schmeichelnder Stimme und begann langsam auf die Hexe zuzurutschen.
    "Lass deinen Hintern dort wo ich ihn sehen kann und spare dir deinen falschen Trost. Aus deinen Wort klingt jedes Wort wie Hohn und deine Freundschaft ist soviel Wert wie ein Fliegenschiss.",erwiderte Morgana erzürnt. Immerhin konnte sie Sartanas Anwesenheit nutzen um ihren Ärger an jemanden auszulassen der es auch verdiente. Sartana zog eine beleidigte Schnute und erhob sich.
    "Wie vulgär du doch bist, das hat was für sich.",sagte sie lachend, wanderte zum Tisch in der Mitte und legte ihren Oberkörper darauf ab, während sie ihren wohlgefomten Hintern der Hexe entgegenstreckte. "Ist er jetzt dort wo du ihn sehen kannst, oder soll ich ihn noch ein wenig näher heranbringen ?", fragte Sartana sinnlich und warf Morgana einen schelmischen Blick zu. Da keine Reaktion kam, drehte sie sich stattdessen und pflanzte ihren Po auf den Tisch, der Magierin mit überschlagenen Beinen gegenübersitzend.
    "Kein Interesse? Du hängst wohl immer noch an diesem Elfenhintern. Eine Dummheit wenn du mich fragst, selbst du solltest doch inzwischen erkannt haben das diese kleine Liaison zum Scheitern verurteilt ist. Du warst ein netter kleiner Zeitvertreib für sie, jemand der sie über den Verlust ihres Clans hinweggetröstet hat und sie in der ihr fremden Welt verteidigt hat. Aber jetzt ist sie wieder bei ihren Leuten. Sie braucht dich nicht mehr, oder hat sie dich während eures kleinen Aufenthalts bei den unfreundlichen Waldelfen einmal aufgesucht? Nein das hat sie nicht, wozu auch welcher Dalish redet schon mit einem Menschen wenn er andere Dalish um sich herum hat? Sei also klug und lass los, denn dich wird sie garantiert fallen lassen.",sprach Sartana mit großer Hingabe und Vergnügen in der Stimme während jedes ihrer Worte Morgana durchfuhren wie eine eisige Klinge. Anstatt jedoch ihre Verzweiflung zu vergrößern lösten sie vor allem eines bei ihr aus,Zorn. "Halt dein schäbiges Mundwerk, du dämonisches Miststück. Denkst du ich bleibe einfach so sitzen und lasse mir deinen giftigen Honig ins Ohr träufeln. Jedes deiner Worte ist so schwarz wie deine verdorbene Seele und du musst verrückt sein wenn du denkst, dass ich dir nach all der Zeit noch Glauben schenken würde!",fuhr sie den Dämon wütend an und erhob sich zornig von der Marmorbank, ihr gegenüber erbost anfunkelnd. Sartana blieb gelassen, legte nur das reechte Bein jetzt über das linke. "Nun es kann ja nicht jeder eine so makellose und reine Seele wie du haben mein Herzblatt.",erwiderte sie spöttisch und bleckte die Zähne. "Aber ich sehe du willst noch weiter jenseits der Realität leben, also tu das nur. Leb dein Leben mit deiner kleinen Elfe bis du eines Tages unsanft erwachst und dennoch alleine da stehst. Oder lass mich dir anderweitig helfen." Sartana sprang vom Tisch auf und beugte sich zu der Hexe hinüber und warf dieser von unten aufsehend anbiedernde Blicke zu. "Du weisst ich kann dir jeden Wunsch erfüllen den du willst. Überlass mir deine Probleme und du wirst sehen wie Blondie ihre Prioritäten ändert und du das wichtigste in ihrem Leben bist. Du wirst ihr Clan sein, ihr Anker der Fels in der Brandung, wie auch immer du das nennst. Keine Zweifel, keine Ungewissheit nur noch Lust, Liebe und Leidenschaft.",versprach Sartana und leckte sich mit ihrer roten Zunge über die Lippen. Erwartungsvoll sah sie zu der Hexe und deren Antwort auf das Angebot erwartend. Ein Angebot das ihr den leichten Weg bot ihre Sorgen und Ängste zu zerstören und einen Wunsch aus der Tiefe ihrer Seele wiederspiegelte. Plötzlich bemerkte Sartana das Morganas Hand erhoben war und ein weißer Schimmer sie umgab. Die Dämonin blickte hinab und sah wie ihre Beine mit Eis bedeckt waren und die Kälte nach oben über ihren Körper wanderte. "Ich lehne ab.", antwortete Morgana mit kalter Entschlossenheit und schloss die offene Hand zu einer Faust. Das Eis wuchs sofort empor und umhüllte Sartana in Gänze, die Dämonin in eine Eisskulptur verwandelnd. "Ich habe es dir schonmal gesagt halt dich aus meinem Liebesleben heraus.",sagte Morgana mit einer Wut die so kalt war wie das Eis welches sie herbeigezaubert hatte und stupste die Statue um. Mit einem Krachen zerbarst die Dämonin in Tausend eisige Splitter, kein endgültiges Ende wie Morgana leider wusste. Die Hexe setzte sich wieder auf die Bank und starrte auf das schmelzende Eis. Ihre Sorgen waren zwar noch immer vorhanden, aber damit musste sie leben. Larissa und sie selbst würden entscheiden wie ihr gemeinsames Schicksal aussah und nicht irgendeine dahergelaufene Dämonin.

    *
    Morgana erwachte recht unausgeruht und schlecht gelaunt, sie fühlte sich recht elend. Auch der Rest der Gruppe schien nicht umbedingt gut gelaunt, auch wenn bei Nimue zumindestens etwas wie Aufbruchsstimmung zu verspüren war. Das Frühstück war insoweit besonders das es den Wunsch der Dalish auf eine baldige Abreise unterstrich. Die am Frühstückstisch platzierten Waffen machten der Gruppe erneut klar das man versuchte ihnen eine sofortige Abreise zu ermöglichen ohne das man sich nochmal mit den ungeliebten Fremden beschäftigen musste. Artur war insofern zufrieden das er zumindestens seine Waffen und Rüstungen wieder hatte, was auch Mealla ein gutes Gefühl bescherte. Die Elfe hatte auf Grund der anstehenden Abreise ihre Haare wieder zu einem Zopf geflochten und betrachtete ihren Schuppenpanzer, der neben den Dolchen lag welche man scheinbar aus Jux in die Bank gestoßen hatte. Oder sollte es eine unterschwellige Drohung sein. Ihren Köcher sah sie sorgsam durch stellte aber zufrieden fest das sogar die Silberitpfeile noch da waren. Bei einem Volk von Bogenschützen konnte man sich da nicht ganz sicher sein, aber vermutlich hatten die Dalish auch keine Ahnung was man mit solchen Pfeilen anzufangen hatte. Ihr Kompositbogen hatte jemand in seine Ledertasche gelegt, ihr Eibenbogen allerdings..Es war eindeutig ihre Waffe dasselbe Stück Holz, aber ihrem geübten Auge fiel auf das die Sehne abgenommen und neu befestigt worden und das Holz glänzte. Nachdenklich prüfte sie die Sehne und spannte den Bogen. Tatsächlich ließ er sich ein wenig weiter spannen als gewöhnlich. Neugierig betrachtete sie das Holz und entdeckte schließlich an dessen Ende das jemand ein kleines Zeichen eingeritzt hatte. Sie wusste nicht was es bedeutete, hatte aber so eine Ahnung von wem es stammte.

    Da Mordred auf ein erneutes Treffen bestand, fanden sich nach dem Frühstück die Gruppenmitglieder wieder ein. Artur hatte beschlossen das Anlegen der Rüstung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und auch Mealla hatte ihren Harnisch noch nicht wieder angelegt. Nur ihren Waffengürtel hatte sie umgelegt, Speer und Bögen lagen noch im Zelt. Die Peitsche steckte wieder im Gürtel und die Elfe war froh darüber das sie wieder die Kontrolle über die Lederzunge hatte. Schließlich waren alle versammelt und hatten sich niedergelassen und Mordred ergriff das Wort. Scheinbar hatte er vor die beschlossene Abreise, aufgrund der Missbeachtung seiner Person neu zu debattieren, eine Debatte die bei den abreisewilligen auf Unwillen stieß. Nimue zeigte diesen ganz offen, während Mealla hingegen keine Regung zeigte. Sie hatte schon mit sowas gerechnet als der Antivaner etwas vom "weiteren Vorgehen debattieren" erzählt hatte. Die Diskussion entwickelte sich dann auch wie erwartet, die Dalish war für ein längeres Verweilen und wollte vermutlich am Liebsten bis zum nächsten Winter "abwarten und planen". Ihr Argument mit der Brut war in der Tat ein wenig fadenscheinig, denn solange die Verderbnis anhielt bestand immer die Gefahr das man dieser über den Weg lief. Nimue brachte da die Sache schon eher auf den Punkt nämlich das man sie nicht ewig dulden würde, ein Argument dem sich selbst die Dalish nicht verschließen konnte, auch wenn sie es ganz offensichtlich gern getan hätte. Mordred hingegen griff das Argument mit der Sicherheit der Pfade auf und schlug vor die Dalish in der Hinsicht um Hilfe zu fragen. Für Artur ein recht lächerlicher Gedanke, wenn man das Verhalten des Clans ihnen gegenüber betrachtete, war es äußerst unwahrscheinlich das diese für die ungeliebte Gruppe den Weg erkunden würden. Vielleicht konnten sie noch etwas über die unmittelbare Umgebung erfahren, aber warum sollten die Dalish für sie einen Weg zu der Straße auskundschaften? Selbst wenn Larissa darum bat war dies sehr unwahrscheinlich. Der Dalish selbst schienen auch die Argumente ausgegangen zu sein, denn jeder hier wusste das gerne noch länger hier bleiben wollte, genauso wie jeder wusste das Nimue am liebsten schon gestern abgereist wäre. Morgana bemerkte das Larissa zu ihr herüber schaute und auf ihre Unterstützung hoffte, welche die Hexe ihr gerne geben würde, jedoch gab es wirklich nicht allzuviele Argumente um hierzubleiben wenn man keine Dalish war wie Larissa. Ohne Larissas Wunsch länger hierzubleiben hätte sie wohl auch schon für einen Aufbruch gestimmt, immerhin war sie hier ebenfalls nicht willkommen. Mordred schien seiner Sache hingegen auch nicht so ganz sicher und brachte stattdessen die Option der Auflösung ins Spiel. Ein Gedanke der Morgana komplett missfiel von Nimue jedoch dankbar aufgegriffen wurde.
    Daraufhin erhob sich Artur, welcher dadurch die Gruppe noch mehr überragte als er es schon im sitzen tat. Diese ganze Diskussion war in seinen Augen nicht nur ziemlich sinnlos, sonder lief auch in eine Richtung die ihm überhaupt nicht gefiel.
    "Nun bevor diese Diskussion komplett aus dem Ruder läuft, würde ich das Wort ergreifen. Zunächst entschuldige ich mich dafür das ich eine Entscheidung getroffen habe ohne vorher alle Meinungen eingeholt oder abgestimmt zu haben. Es lag mir fern jemanden zu beleidigen oder seine Meinung geringzuschätzen. Fakt ist jedoch auch das sich diese nicht sehr geändert haben, denn schon am vorgestrigen Tag habe ich vorgeschlagen abzureisen, woraufhin ihr Mordred dafür wart länger zu bleiben. Auch Larissa hatte aus sehr verständlichem Grund etwas dagegen abzureisen, so wie jetzt immer noch. Ich kann das nachvollziehen, immerhin seid ihr hier unter Euresgleichen. Die verschiedenen Meinungen waren mir also durchaus bekannt, nur das sie mir jeder einzelnd vorgetragen hat und nicht im großen Kreis wie jetzt. Nun aber ich sehe durchaus ein, dass ich nicht für eine Gruppe von sechs Personen die Entscheidungen treffen kann, also gehe ich auf Mordreds Vorschlag ein und lasse jetzt die Gruppe über ihren weiteren Werdegang abstimmen. Wie Nimue schon gesagt hat werden wir kaum ewig hier geduldet werden und es bringt uns nur wenig länger hier zu verweilen. Ihr habt Recht Larissa wir sind keine Gefangenen mehr, aber auch ihr wisst das die einzige Person die hier gerne gesehen ist ihr seid. Wir sind es leider nicht. Dank eurer Fürsprache hat man uns Obdach und Verpflegung gewährt und wir konnten uns ausruhen, jetzt allerdings sollten wir dem Clan wohl den Gefallen tun und die von ihnen ersehnte Abreise vollziehen.",fasste er seine Sicht der Dinge zusammen. "Was die Dunkle Brut angeht so sind wir in diesen Tagen wohl ständig in Gefahr auf diese zu treffen. Oder wollt ihr etwa bis zum Ende der Verderbnis in diesem Lager verweilen? Ich würde es auch gerne vermeiden wieder auf sie zu treffen, aber ich glaube kaum das die Dalish für uns den Weg zur Straße auskundschaften, einen Ort den sie aufgrund der Menschen meiden. Ein längerer Aufenthalt würde uns wohl kaum mehr Symphatien hier einbringen oder Informationen über die uns bevorstehenden Gefahren. Deswegen bin ich dafür das wir unseren Abmarsch nicht mehr weiter nach hinten verschieben und aufbrechen.",tat er seine Meinung kund und schloss sich damit Nimues Position an. Nachdem sich Artur gesetzt hatte ergriff Mealla das Wort, welche bisher nur schweigend den anderen gelauscht und locker auf der Bank gesessen hatte. Jetzt setzte sie sich auf und sah in die Runde.
    "Nun das meiste wurde schon gesagt und auch muss mir eingestehen das wohl nur wenig nutzen hat sehr viel länger hier zu bleiben. Ich weiß das uns nicht alle hier abweisend oder feindselig gegenüber eingestellt sind, aber wir müssen die Tatsache akzeptieren das es der Großteil des Clans hier ist. Die Tatsache das uns heute morgen zum Frühstück unsere Ausrüstung schon erwartet hat, zeigt wohl recht deutlich das man sehr bemüht ist unseren Aufbruch zu beschleunigen. Und ich glaube kaum das man begeistert ist wenn wir jetzt auf einmal verkünden, noch länger hier zu bleiben und dazu darum bitten den Weg für uns auszukundschaften. Soviel Mühe sind wir ihnen vemutlich nicht Wert. Bis zur Straße sind es etwa zwei Tage eine Zeit in der Kundschafterberichte veraltet werden können und wie wir erfahren mussten bewegt sich die Brut schneller durch den Wald als einem Lieb ist. Deswegen denke ich das wir aufbrechen und unser Glück versuchen sollten.", erklärte Mealla bedächtig und mit ruhiger Stimme. Das eine oder andere bei diesem Clan hatte sie noch positiv überrascht, aber sie bezweifelte das man sich ihr weiter öffnen würde. Um mehr über die Dalish erfahren war das wohl der falsche Clan für sie. Es wurde Zeit wieder auf die Straße zurückzukehren und den Wind beim Reiten zu spüren.
    Morgana hatte der Diskussion aufmerksam zugehört, auch als Nimue, Artur und Mealla sich wenig überraschend für den Aufbruch aussprachen. Das machte es nicht unbedingt einfacher, vor allem da Mordred aus gekränktem Stolz die Idee einer Trennung ins Gespräch gebracht hatte. Morgana gefiel der Gedanke das ein Teil der Gruppe ohne den Anderen aufbrach überhaupt nicht, auch wenn es ihr wenig ausgemacht hätte wenn Nimue umbedingt alleine ihr Glück versuchen wollte. Auch in Wolfsgestalt würde sie es wohl kaum schaffen, vor allem da sie sich anders als ein Wolf nicht im Wald auskannte. Allerdings würden wohl auch Artur und Mealla aufbrechen, dem einen hatte sie versprochen ihm zu helfen und die Andere hatte ihr das Leben gerettet. Die drei Zusammen besaßen wohl kaum sehr viel Erfahrung im Wald, Artur war ein Ritter und Mealla als Reiterin wohl auch eher ein Kind der Ebenen. Gleichzeitig hoffte aber auch Larissa auf ihre Unterstützung und die Hexe hätte zudem auch nichts, dagegen wenn sie anders als das letzte Mal nicht wieder von Brut durch den Wald gehetzt wurden. Allerdings war es auch für sie fraglich ob längere Planung das verhindern würde.
    "Ihr wollt also aufbrechen, ohne Plan und eine genaue Kenntnis des Geländes, einfach nur hier weg? Ich verstehe das ihr abreisen wollt Nimue, denn ich bin hier genauso unwillkommen wie ihr es seid. Ich bin allerdings dagegen das sich die Gruppe auflöst, oder sich trennt in diesem Wald ist immer noch Dunkle Brut und der würde es vermutlich gefallen uns wieder in kleinen Grüppchen zu jagen. Nein für den Fall das wir wieder auf sie treffen müssen wir zusammenhalten und dürfen uns nicht zerstreiten. Mordred soll weiter Liedchen singen, Larissa hier bleiben? Und was ist wenn ich auch noch hierbleiben möchte? Zieht ihr dann zu dritt los, ohne Erfahrung in den Wäldern, einfach nordwärts zur Straße? Das würde vermutlich länger dauern als wenn wir vorher unseren Weg planen und dann losziehen. Zusammen als gut vorbereitete Gruppe, nicht als ein Haufen getriebener Wanderer. Ich gestehe, ich würde ebenfalls länger hier bleiben, aber ich sehe auch ungern zu wie ihr euch nur dritt in den Wald aufmacht. Vor allem da ich früher oder später auch dieses Lager verlassen müsste.",erklärte sie pragmatisch und sah bei dem letzten Satz Larissa an. Sie war bereit für die Elfe länger hier zu bleiben, aber auch die Dalish musste sich im klaren sein das sie die einzige war die für immer hier bleiben konnte. Und je länger Larissa hierblieb desto schwerer würde der Abschied für sie fallen,falls er dann überhaupt noch fallen würde.
    "Mordred hat den Vorschlag gemacht Erkundigungen über den Weg einzuholen und die Dalish um Hilfe zu bitten. Eine Hilfe die angezweifelt wurde, was nach den bisherigen Ereignissen nachvollziehbar ist. Ich bin allerdings der Meinung das wir es zumindestens probieren sollten. Jede Information kann uns Reisezeit ersparen, was wiederum sorgt das wir schneller wieder diesen Wald verlassen können, etwas was uns allen nützt, denn auch wenn ihr das Lager verlassen wollt, so denke ich nicht das ihr deswegen länger durch den Wald laufen wollt als unbedingt nötig. Wenn Larissa dazu bereit ist nach Hilfe zu fragen, sollten wir abwarten was sie als Antwort bekommt. Sollten sie sich bereit erklären, bleiben wir noch länger hier und reisen dann gut vorbereitet ab, die Zeit die wir länger hier verbringen kommt uns dann bei Weitermarsch zugute und sorgt dafür das wir schneller und sicherer die Straße erreichen.", erklärte sie optimistisch. "Sollten sie es allerdings ablehnen uns zu helfen, nun dann hat Nimue wohl recht, dann macht es keinen Unterschied ob wir jetzt abreisen oder später, ohne Informationen haben wir in zwei Tagen keinen besseren Plan als jetzt auch und wissen immer noch nicht ob die Gefahr an uns vorbeigezogen ist. In dem Fall gibt es wohl wirklich keinen logischen Grund für die Gruppe länger hierzubleiben, dann sollten wir aufbrechen, zu sechst, es sei denn Mordred ihr denkt das ich in meinem Vorschlag euer Wort nicht gewichtet habe.", beendete sie ihre Rede und schaute zu Mordred und auch zu Larissa, welche beide das Argument mit einer planvollen Abreise gebracht hatten. Es war die einzige Idee die ihr logisch erschien die Gruppe zu einem längeren Aufenthalt zu überreden ohne das sie sich aufteilen musste.
    numberten is offline Last edited by numberten; 24.04.2016 at 20:13.
  17. #37
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    Patrick

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    Vanitas

    [Bild: SPdKUSfYhFaizah_Ava.jpg]

    Faizah spürte die Anwesenheit des Fremden, bevor sie ihn sah. Eine Aura der Macht umhüllte ihn, doch nicht irgendeine Macht. Sie war ihrer Aura nicht unähnlich, doch schien sie noch ein wenig mehr zu pulsieren. Faizah war fasziniert und noch ein wenig mehr, als sie ihn sah. Seine Haut war einen Ton dunkler als ihrer. Sein Gesicht war kantig, die Augen in der Farbe eines stürmischen Himmels und die Lippen weich und voll, fast zu sinnlich für einen Mann.

    „Verzeiht, dass ich euch einfach so anspreche, doch ich kam nicht umhin festzustellen, dass ihr nicht wie die üblichen Bewohner dieses wunderschönen Städtchens ausseht. Seid ihr auf der Durchreise oder wollt ihr hier länger verweilen? Ich selbst muss diesen Ort leider verlassen, doch ich würde in diesen gefährlichen Zeiten nur ungern allein reisen. Die Dunkle Brut hat mich schon einen lieben Gefährten gekostet und ich bin nach einem harten Kampf selbst nur knapp entkommen. Ich weiß, meine Bitte kommt unerwartet, doch würdet ihr etwas gegen einen Reisebegleiter haben falls ihr die Stadt verlasst? Natürlich nur, wenn ihr in die gleiche Richtung reist wie ich.“ Seine Stimme war weich und geschmeidig, den Akzent konnte Faizah allerdings nicht einordnen.

    Vanitas, mit dem sie auf dem gleichen Schiff war, bestätigte, dass sie nicht von hier waren und er über Amaranthine nach Denerim reisen wolle. Zusätzlich erklärte er, dass er mehr über die Dunkle Brut zu erfahren wünschte und hoffte, der Andere würde seine Fragen beantworten.
    "Was meine Begleiterin angeht, so sind wir uns eigentlich zufällig über den Weg gelaufen." Vanitas blickte bei diesen Worten zu Faizah und fragte Faizah interessiert "Allerdings erwähntet ihr das ihr euch nach Denerim begeben wolltet, was auch meiner Marschrichtung entspricht. Wie liegen eure Präferenzen hinsichtlich einer gemeinsamen Reise?"

    "Nun, mir ist es einerlei. Zu dritt wird es dann noch einfacher, die Dunkle Brut zu bekämpfen und was uns sonst noch in die Quere kommt. Daher sollten wir tatsächlich die Küste entlang streifen und über Amaranthine nach Denerim reisen. Je mehr Informationen ich dabei sammeln kann - ganz zu schweigen vom Gold, desto besser ist es. So lasst uns also aufbrechen."

    Faizah war neugierig, was es mit diesen beiden Männern auf sich hatte. Vanitas schien ein erfahrener Krieger zu sein und sie reichte ihm gerade mal bis zur Brust. Doch der Neuling überragte ihn nochmals ein wenig. Ob einer der Männer bereit war, ihr nachts das Lager zu wärmen? Sie zumindest wäre nicht abgeneigt.
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  18. #38
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    [Bild: EIf0FIwLfWsJ6PLucretia_Avatar.jpg]

    Meine Gedanken rasten. Sollte ich wirklich meinen neuen Herrn verraten und versuchen zu fliehen? Aber nein, ich hatte noch nie Jemanden verraten. Damit könnte ich heute gewiss nicht anfangen. Eher sollte ich versuchen herauszufinden, was dieser Jarl plante.

    „Wir sollten nicht hier sitzen bleiben, Herr. Sonst könnte es Jemand Verdacht schöpfen. Führt mich auf die Tanzfläche, dort können wir ungestörter reden.“ Ich schenkte ihm ein bezauberndes Lächeln. Der Jarl stellte seinen Becher ab, erhob sich dann und reichte mir mit einer leichten Verbeugung die Hand. Ich ließ mich von ihm aufhelfen und auf die Tanzfläche führen. Von dem Tanz hatte ich zuvor genügend gesehen um jetzt ohne Probleme die Bewegungen mitmachen zu können. Mein geschmeidiger Körper wiegte und bog sich im Takt der Musik. Der Jarl war kein schlechter Tänzer, doch ich spürte auch, dass er nicht mehr ganz so sicher auf den Beinen war.

    „Sollte meinem Herrn der Sinn danach sein, mein Lager zu teilen, werde ich ihn nicht abweisen. Schließlich ist es sein gutes Recht. Auch jeden Anderen würde ich nicht abweisen. Allerdings würde ich es bevorzugen, wenn meine Dienste meinem Herrn bezahlt werden so wie es in meiner Heimat üblich war. Denn dafür wurde ich ausgebildet.“ Neugierig beobachtete ich die Reaktion meines Tanzpartners. Wäre er schockiert darüber? Oder würden ihn meine Dienste interessieren?
    „Aber sagt, wie kann ich Euch nun helfen?“
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  19. #39
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    Quote Originally Posted by Khardim View Post
    [Bild: Rafael_2.jpg] Durch halb geöffnete Lider sah Rafael zu seinem Gefährten herüber, der mit ruhiger Hand und langen Pausen etwas in sein Notizbuch eintrug. Er hatte Kilian schon oft dabei gesehen und ob es ein Tagebuch oder Berichte waren, die er da schrieb hatte ihn nie sonderlich interessiert. Auch heute war er weit davon entfernt den Templer zu stören oder gar zu fragen, was er da zu Papier brachte, doch wurde er durch die Beobachtung wenigstens leidlich von dem hellen Punkt am Rande seines Gesichtsfeldes und dem dumpfen, aber nicht zu ignorierenden Ziehen abgelenkt, das ihn nach Norden führen wollte. Auch nachdem Kilian sein Werk beendet und die einzige Kerze im Zimmer gelöscht hatte, schaute der Magier noch eine Weile zu dem schwach glimmenden Docht, der sich einsam der Dunkelheit entgegenstemmte, bevor sie ihn, und kurz darauf auch Rafael, umfing.

    Mit dem ersten Hahnenschrei des Tages kam Leben in die beiden Reisenden und wo eben noch die Schatten der Nacht gelegen hatten brachten nun Sonne und die rege Geschäftigkeit von Magier und Templer Licht ins Dunkel. Trotz der anhaltenden Unrast, die sich Rafaels bemächtigt hatte, war er im Schlaf etwas zur Ruhe gekommen und hatte das Gefühl der Zerrissenheit lange genug unterdrücken können, um sich zu erholen. Nachdem sich die beiden angekleidet und ihre Ausrüstung geschultert hatten gingen sie in den Schankraum, um die Verpflegung für den Tag entgegenzunehmen. Es wurde wenig gesprochen, nicht nur wegen der frühen Stunde: Es lag eine Anspannung in der Luft, die Vorausahnung, dass das Ziel und mit ihm die Begegnung mit S nahe war. Die Ruhe vor dem Sturm wurde nur von Rafaels gelegentlichem Zähneknirschen unterbrochen, mit dem sich der Zwist in ihm Gehör verschaffte. Ihn drängte der Wunsch, sein Phylakterion zurück zu erobern und den zu bestrafen, der es ihm geraubt hatte, doch wusste er tief in sich, dass der Weg dorthin schwer und ihr Erfolg alles andere als sicher war. Während sie ihre Pferde sattelten machte sich der Magier innerlich bereit und schwor sich, alles Notwendige zu tun, um die Jagd zu einem guten Ende zu führen. Ein Templer hätte dabei vielleicht ein Gebet gesprochen oder einen feierlichen Eid abgelegt, doch Rafael nahm das grimmige Versprechen und legte es wie ein glimmendes Stück Kohle an sein Herz. Das unstete, aber unvergängliche Leuchten, das ihm vor Augen schwebte, sollte nicht zur Totenlaterne für sie werden.
    Lichte Nebelschwaden wurden von den Läufen ihrer Pferde zerteilt, als sie, weiterhin wortlos, das Dorf verließen. Das Leben um sie herum erwachte nur langsam, doch hier und da waren bereits gedämpfte Stimmen aus den Hütten zu hören und irgendwo kläffte ein Hund. Die Sonne ging zu ihrer Rechten leuchtend orange auf und vertrieb trübe Wolken, die ihr Licht nicht von der Welt fernzuhalten vermochten. Es schien ein schöner Tag zu werden. Unwillkürlich dachte der Magier an die Zwerge und Schneeweißchen und fragte sich, wie weit sie wohl schon gekommen waren und wohin sie ihr Weg noch führen würde. Er hatte längst die Route vergessen, von der Ygmir gesprochen hatte und sah vor seinen Augen unablässig ein Bild aufsteigen, auf dem die Bande hoch auf ihrem Wagen thronte, durch ein goldgelbes Weizenfeld fuhr und dabei schmutzige Lieder sang. Sein Grinsen kam wie von selbst zurück auf sein Gesicht und Rafael wusste, dass er sich solch einer Tour ohne zu zögern anschließen würde, wenn er nicht andernorts hingezogen werden würde. Tatsächlich spürte er die Wirkung des Rituals als eine Art Sog, in dessen Fänge er geraten war. Das Band, das ihn mit seinem Phylakterion verband schien sich verkürzen und zusammenbringen zu wollen, was vor so vielen Jahren getrennt worden war. Der Magier nahm sich vor, den Zauber und seine Wirkung zu dokumentieren, falls er dazu kommen sollte. Künftige Magiergenerationen würden ihm dankbar sein, wenn er für sie niederschrieb, dass man vor dem Ritual möglichst kein Saufgelage mit Zwergen veranstalten sollte.
    Am Eingang des Dorfes machte Kilian unvermittelt Halt und bedeutete ihm, zu warten. Rafael schaute den Templer fragend an, doch sein Gefährte saß in einen Mantel aus Schweigen gehüllt auf seinem Fuchs und schien in sich selbst versunken zu sein. Rafael hakte nicht weiter nach und machte es sich im Sattel so bequem wie möglich. Die Minuten vergingen.

    Grade als er doch eine Erklärung von Kilian einfordern wollte, ließ Hufgeklapper beide die Köpfe umwenden. Auf einem hohen Schecken kam da ein Krieger mit kaum gezähmter Mähne und einem Zweihänder auf dem Rücken angeritten. Der Fremde gesellte sich zu ihnen und Rafael vermutete, dass der Hauptmann ihn angeheuert haben musste, während er seinen Rausch ausgeschlafen hatte. Zunächst fragte er sich, was ein einsamer Söldner in solch einem Loch verloren hatte, doch als Kilian den jungen Mann als Templer mit dem Namen Ser Finan von Lir Agantor vorstellte nickte er verwundert und reichte dem Neuzugang die Hand. Ein weiterer Arm konnte im Kampf gegen S nicht schaden und auch wenn Finan nicht ganz Ser Roberts Maße hatte, so schien auch er ordentlich Dampf im Ärmel zu haben. ,,Freut mich, Ser Finan. In Gesellschaft reist es sich besser und vielleicht tut Euch etwas Abwechslung vom Dorfleben auch ganz gut.“ Man sah dem jungen Templer die Mitgliedschaft im Orden wahrhaftig nicht an und auch wenn Kilians Tarnung ihnen auf dem Weg bisher kaum geholfen hatte blieb doch die Hoffnung, dass ein Angreifer den Glaubenskrieger verkennen und unterschätzen würde. ,,Freut mich auch. Der Hauptmann war so gut, meine Dienste für seine Mission anzunehmen und ich bin froh, helfen zu können.“ Unwillkürlich stieg Rafael linke Augenbraue nach oben. Diesen Eifer der Templer würde er nie verstehen! Ser Finan war zwar ein paar Jahre älter als der gute Cedric, aber in Sachen Pflichtbewusstsein und Bewunderung für den Hauptmann schien er sich kaum von dem Rekruten zu unterscheiden. Scheinbar zog Kilian ergebene Seele an wie eine Schlachtstandarte. Sollte es dem Templer gelingen, weitere Schwerter für den Kampf herbeizurufen, so würde es ihm Rafael nicht übel nehmen.
    In lockerem Trab führten die drei ihre Pferde nach Norden und machten sich auf zum Kampf gegen den unbekannten Feind.


    [Bild: p2OOKiliansmall.jpg]

    Kilian stellte mit Zufriedenheit fest, dass sich Templer und Magier gut verstanden und keiner dem anderen an die Gurgel ging oder missgünstige Blicke zuwarf. Bei Rafael hatte er ohnehin wenig Befürchtungen gehabt, denn der Magier reagiert zwar zumeist impulsiv, fand dafür aber meist eine plausible Rechtfertigung. Kollektive Ablehnung war ihm fremd, von Räubern einmal abgesehen. Zu Kilians Glück war auch der heißblütige Ser Finan keiner dieser fanatischen Templer, die sich als bessere Kerkerwächter einer fremden Rasse sahen. Diese Art Männer und Frauen gab es leider in jedem größeren Zirkel und immer wieder wurden radikale Vorschläge von ihnen geäußert, von der Verbesserung der Wache über die Idee prinzipieller Besänftigung auch bei kleinsten Vergehen bis hin zum Vorschlag, magiebegabte Kinder einzusammeln und zu ersäufen wie unerwünschte Hunde. Kilian verabscheute die Brüder, die im Brustton der Überzeugung derlei Stuss von sich gaben, doch zum Segen des Ordens befanden sich derlei Extremisten in der Regel nie in gehobenen Positionen und fürchteten die Stimme der Autorität mit ähnlicher Überzeugung wie die Gefahr durch Magie. Im Zirkel in Starkhaven hatte der Hauptmann zwei solcher Kerle unter seinem Kommando gehabt. Der einen bewachte jetzt seit zwei Jahren den Abort des Zirkels, der andere war unehrenhaft entlassen worden, nachdem er eine zwölfjährige Magieradeptin „reinigen“ wollte. Während ein weniger gelassener Mann den Templer mit einem scharfen Schwertstreich entleibt hätte, hatte Kilian ihn nur mit angewiderter Miene festnehmen lassen und das weinende nackte Mädchen in seinen Mantel gehüllt zum Quartier der alten Kräutermeisterin geschickt. Er war damals anders gewesen. Härter, kälter, weniger empfänglich gegenüber Mitgefühl. Damals, vor Saskia.
    Kilian schaukelte im Sattel seines Fuchses mit dem Namen Fuchs und ließ den Blick über die Landschaft schweifen. Friedlich und ruhig, wie das Dorf und scheinbar frei von jeder Pein. Die Menschen lebten hier ein ganzes Leben ohne sich jemals zu verändern. Sie strebten auch keine Veränderung an. Sie könnten genauso gut auf dem Mond leben. Magier und Templer, Brut und Wächter, Könige und Politik kümmerten sie nicht. Wird es morgen Regen geben? Muss es schon wieder Linsensuppe sein? Brauche ich einen neuen Pflug? Das waren die Fragen, die das Volk beschäftigten. Kilian seufzte innerlich, denn obwohl er nicht an ihrem Leben teilhaben konnte, spürte er doch wie es mit ihm verbunden war. Er war der Schild, der sie vor unaussprechlichen Gräulen schütze. Er war die letzte und einzige Verteidigungslinie zwischen ihrem einfachen Leben und der Vernichtung durch bösartiger Kräfte bar jeder Vorstellung. Nach all dem, was er schon gesehen und erlebt hatte, würde er nie so ein Leben führen können. Also mussten sie dieses Leben für ihn führen, während er seine eiserne Wacht hielt. „Bis wir alle tot sind!“, schloss Kilian den Gedanken ab.

    Bis zum Ende des Nachmittags ritten sie gen Norden. Immer wieder schaute der Hauptmann zu Rafael um diesen dann nur knapp nicken zu sehen; ein Zeichen, dass sie auf der richtigen Fährte waren. Kilian konnte sich kaum vorstellen, was Rafael da sah oder zu sehen glaubte. Er wollte es auch gar nicht. Rafael war ein Diener der Magie, ebenso wie sie ein Diener des Magiers war. Diese Verbindung war stets beidseitig und sollte im Gleichgewicht gehalten werden. Ein Magier, der die Magie übernahm, verfiel oft dem Größenwahn – denn Magie kann man nicht beherrschen, nur lenken und bedingt kontrollieren – und ein Magier der sich von der Magie übernehmen ließ… der Schleier war dann zu dünn und der Geist des Magiers wurde von einem Dämon befallen, die nur auf eine Möglichkeit lauerten, sich in einen Wirt zu pflanzen. Je dichter die drei Reiter der Küste kamen, desto mehr schien sich nicht nur die Laune sondern auch das Wetter zu verfinstern. Dunkle Wolken zogen vom Meer her auf und brachten zum späten Nachmittag leichte Regenfälle mit sich. Nicht zu vergleichen mit den sturzbachartigen Regengüssen auf ihrer Reise zum Zirkel, doch genug um sich unter einer Kapuze zu verbergen um missmutig durch den grauen Mantel fallender Tropfen zu starren. Ihnen begegneten kaum Reisende und solche, die es taten, gingen ihnen rasch aus dem Weg. Kein Wunder, denn alle Drei hatten wüste, lange Haare und ungepflegte Bärte. Rafaels eisenbeschlagener Magierstab schüchterte zudem kaum weniger ein als Kilians Langschwert oder Sir Finans Zweihänder. Die düsteren Mienen der beiden längeren Gefährten taten ihr Übriges. Da halfen auch Finans unverbrüchliche gute Laune und der muntere Gruß den Wanderern gegenüber nicht. Diese schreckten zurück, klammerten ihre weniger Habe an sich und ließen den Templer verdutzt zurück. Als der Himmel sich schließlich ihrer erbarmte und der Regen ein wenig nachließ, setzte der junge Templer zu einem Gespräch an. „Ihr seid nicht von hier, oder Hauptmann?“, begann er. Kilian schüttelte den Kopf. „Nein, ich stamme aus Starkhaven.“ Sir Finan nickte wissentlich. „Und was führt Euch her?“ Kilian streifte sich die Kapuze ab und ein Strom von Regentropfen ergoss sich über seinen Rücken. Mit in den Nacken gelegtem Kopf sagte er schließlich: „Ich tue meine Pflicht… und Buße.“ Den Zusatz hatte er nur gemurmelt, mehr für sich und um dem Erbauer zu beweisen, dass er nicht log. „Und Ihr, Herr Marlov? Tut Ihr auch Buße?“ Kilian zuckte erschrocken über das gute Gehör des Templers zusammen, als habe ihm jemand eine Ohrfeige verpasst und fluchte innerlich. Da die Tropfen immer weniger wurden, förderte Ser Finan nun eine kurze, klobige Pfeife an die Oberfläche und begann sie ohne Hast zu stopfen. Der junge Templer war offenbar ein aufgeweckter Zuhörer, denn aus dem kaum zu vernehmenden Akzent des Magiers hatte er herausgehört, dass auch er nicht von hier stammte. Jetzt grinste er feixend und drückte den Tabak mithilfe des Dorns am Ende seines Messergriffs in den Pfeifenkopf.


    ***



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    Quote Originally Posted by numberten View Post

    [Bild: nBNIRitter_940_mini.jpg][Bild: 14jlgz1i9WTcPy6veMorgana_mini.jpg][Bild: Mealla_portrait.jpg]

    "Nun es ist nett von euch das ihr das so seht und ich danke euch für euren Zuspruch.", entgegnete Morgana dankbar auf die Ausführung des Antivaners. Natürlich war es leicht für ihn es einfach zu sagen und sie wusste das er nicht umbedingt mit schönen Worten und Komplimenten geizte, trotzdem hatte sie das Gefühl das sie in diesem Moment seine ehrliche Meinung wiederspiegelten.

    *

    Die Sorgen ließen Morgana auch nicht los, nachdem sie sich zur Ruhe gelegt hatten, eher im Gegenteil gab es doch keine Ablenkung mehr die ihren Geist auf andere Gedanken bringen konnten. Aber nachdem sie längere Zeit auf die Zeltdeck gestarrt hatte und sich unruhig hin und her gewälzt hatte, zeigte Morpheus ein Einsehen und ließ die Hexe sanft in seine Arme sinken.

    An Tagen wie diesen wünschte sich Morgana das ihr Geist nicht aktiv ins Nichts übergehen, sondern es indirekt in Träumen betreten würde wie Nichtmagier. So ließen sie ihre Sorgen leider auch nicht los während sie schweigend durch das Nichts wanderte und gedankenversunken ihren Blick über die Felsen schweifen ließ, welche vereinzelt in den Himmel ragten, teilweise aber auch aus dem Himmel über den Boden schwebten. Im Nichts galten die Gesetze der Natur nicht wie jenseits des Schleiers, eine Tatsache die jeder Magier im Hinterkopf behalten musste, insbesondere jene welche die urtümliche Schule einsetzten. Der Himmel hatte einen gelblichen Schein und am Horizont konnte man eine der wenigen Konstanten im Nichts betrachten, die schwarze Stadt. Dunkel und abschreckend stach sie einem direkt ins Auge, immer anwesend aber niemals ereichbar. Heute kam es Morgana vor als wäre sie näher als sonst, aber vielleicht lag das auch nur an ihrer miesen Laune. Die einzige geografische Regelmäßigkeit im Nichts war das von jedem Punkt aus die schwarze Stadt gleich weit entfernt war, ein weiterer Beleg für die sonderbaren "Gesetzmäßigkeiten" des Nichts. Ihre Wanderung führte sie schließlich an eine Klippe auf der ein hübsch verzierter Gartenpavillon thronte, der mehrere Marmorbänke und einen kleinen runden Tisch überdachte. Die Hexe war nicht sonderlich verwundert über diesen Anblick. Sowohl Dämonen als auch Geister erschufen sich gerne Gegenstände und Objekte aus der realen Welt, zeigten doch beide Parteien Interesse an der Welt der Sterblichen. Vielleicht lag es aber auch daran das sie nur Objekt kopieren konnten und nichts eigenes erschaffen. Hier war jedoch kein Geist oder Dämon zu sehen, worüber Morgana recht froh war. Langsam ließ sie sich auf einer der Marmorbänke nieder und starrte gedankenverloren in Richtung der schwarzen Stadt. Wenn der Morgen anbrach und sie wieder aufwachte würde sich wohl zeigen welche ihrer Sorgen berechtigt gewesen waren. "Ärger im Paradies?", hauchte ihr plötzlich eine mitfühlende Stimme von hinten ins Ohr. Morgana schreckte leicht nach vorne und drehte sich um. Es war Sartana welche nach vorne gebeugt sich mit den Armen auf die Bank gestützt hatte und damit mit ihrem Kopf auf Höhe von Morganas war. Ein mädchenhaftes Lachen entfuhr der Dämonin. "Habe ich dich erschreckt?",erkundigte sie sich voller Schadenfreude. Morgana rutschte auf der Bank vor ihr Weg, Sartana konnte sie so gut brauchen wie einen Ausschlag. Sartana setzte sich dort wo Morgana gesessen hatte auf die Bank und sah lächelnd zu dieser hinüber.
    "Warum so Scheu meine Liebe, ich sehe doch das du ein wenig Zuneigung und Trost nötig hast und wozu hat man denn gute Freunde?",fragte die Dämonin mit schmeichelnder Stimme und begann langsam auf die Hexe zuzurutschen.
    "Lass deinen Hintern dort wo ich ihn sehen kann und spare dir deinen falschen Trost. Aus deinen Wort klingt jedes Wort wie Hohn und deine Freundschaft ist soviel Wert wie ein Fliegenschiss.",erwiderte Morgana erzürnt. Immerhin konnte sie Sartanas Anwesenheit nutzen um ihren Ärger an jemanden auszulassen der es auch verdiente. Sartana zog eine beleidigte Schnute und erhob sich.
    "Wie vulgär du doch bist, das hat was für sich.",sagte sie lachend, wanderte zum Tisch in der Mitte und legte ihren Oberkörper darauf ab, während sie ihren wohlgefomten Hintern der Hexe entgegenstreckte. "Ist er jetzt dort wo du ihn sehen kannst, oder soll ich ihn noch ein wenig näher heranbringen ?", fragte Sartana sinnlich und warf Morgana einen schelmischen Blick zu. Da keine Reaktion kam, drehte sie sich stattdessen und pflanzte ihren Po auf den Tisch, der Magierin mit überschlagenen Beinen gegenübersitzend.
    "Kein Interesse? Du hängst wohl immer noch an diesem Elfenhintern. Eine Dummheit wenn du mich fragst, selbst du solltest doch inzwischen erkannt haben das diese kleine Liaison zum Scheitern verurteilt ist. Du warst ein netter kleiner Zeitvertreib für sie, jemand der sie über den Verlust ihres Clans hinweggetröstet hat und sie in der ihr fremden Welt verteidigt hat. Aber jetzt ist sie wieder bei ihren Leuten. Sie braucht dich nicht mehr, oder hat sie dich während eures kleinen Aufenthalts bei den unfreundlichen Waldelfen einmal aufgesucht? Nein das hat sie nicht, wozu auch welcher Dalish redet schon mit einem Menschen wenn er andere Dalish um sich herum hat? Sei also klug und lass los, denn dich wird sie garantiert fallen lassen.",sprach Sartana mit großer Hingabe und Vergnügen in der Stimme während jedes ihrer Worte Morgana durchfuhren wie eine eisige Klinge. Anstatt jedoch ihre Verzweiflung zu vergrößern lösten sie vor allem eines bei ihr aus,Zorn. "Halt dein schäbiges Mundwerk, du dämonisches Miststück. Denkst du ich bleibe einfach so sitzen und lasse mir deinen giftigen Honig ins Ohr träufeln. Jedes deiner Worte ist so schwarz wie deine verdorbene Seele und du musst verrückt sein wenn du denkst, dass ich dir nach all der Zeit noch Glauben schenken würde!",fuhr sie den Dämon wütend an und erhob sich zornig von der Marmorbank, ihr gegenüber erbost anfunkelnd. Sartana blieb gelassen, legte nur das reechte Bein jetzt über das linke. "Nun es kann ja nicht jeder eine so makellose und reine Seele wie du haben mein Herzblatt.",erwiderte sie spöttisch und bleckte die Zähne. "Aber ich sehe du willst noch weiter jenseits der Realität leben, also tu das nur. Leb dein Leben mit deiner kleinen Elfe bis du eines Tages unsanft erwachst und dennoch alleine da stehst. Oder lass mich dir anderweitig helfen." Sartana sprang vom Tisch auf und beugte sich zu der Hexe hinüber und warf dieser von unten aufsehend anbiedernde Blicke zu. "Du weisst ich kann dir jeden Wunsch erfüllen den du willst. Überlass mir deine Probleme und du wirst sehen wie Blondie ihre Prioritäten ändert und du das wichtigste in ihrem Leben bist. Du wirst ihr Clan sein, ihr Anker der Fels in der Brandung, wie auch immer du das nennst. Keine Zweifel, keine Ungewissheit nur noch Lust, Liebe und Leidenschaft.",versprach Sartana und leckte sich mit ihrer roten Zunge über die Lippen. Erwartungsvoll sah sie zu der Hexe und deren Antwort auf das Angebot erwartend. Ein Angebot das ihr den leichten Weg bot ihre Sorgen und Ängste zu zerstören und einen Wunsch aus der Tiefe ihrer Seele wiederspiegelte. Plötzlich bemerkte Sartana das Morganas Hand erhoben war und ein weißer Schimmer sie umgab. Die Dämonin blickte hinab und sah wie ihre Beine mit Eis bedeckt waren und die Kälte nach oben über ihren Körper wanderte. "Ich lehne ab.", antwortete Morgana mit kalter Entschlossenheit und schloss die offene Hand zu einer Faust. Das Eis wuchs sofort empor und umhüllte Sartana in Gänze, die Dämonin in eine Eisskulptur verwandelnd. "Ich habe es dir schonmal gesagt halt dich aus meinem Liebesleben heraus.",sagte Morgana mit einer Wut die so kalt war wie das Eis welches sie herbeigezaubert hatte und stupste die Statue um. Mit einem Krachen zerbarst die Dämonin in Tausend eisige Splitter, kein endgültiges Ende wie Morgana leider wusste. Die Hexe setzte sich wieder auf die Bank und starrte auf das schmelzende Eis. Ihre Sorgen waren zwar noch immer vorhanden, aber damit musste sie leben. Larissa und sie selbst würden entscheiden wie ihr gemeinsames Schicksal aussah und nicht irgendeine dahergelaufene Dämonin.

    *
    Morgana erwachte recht unausgeruht und schlecht gelaunt, sie fühlte sich recht elend. Auch der Rest der Gruppe schien nicht umbedingt gut gelaunt, auch wenn bei Nimue zumindestens etwas wie Aufbruchsstimmung zu verspüren war. Das Frühstück war insoweit besonders das es den Wunsch der Dalish auf eine baldige Abreise unterstrich. Die am Frühstückstisch platzierten Waffen machten der Gruppe erneut klar das man versuchte ihnen eine sofortige Abreise zu ermöglichen ohne das man sich nochmal mit den ungeliebten Fremden beschäftigen musste. Artur war insofern zufrieden das er zumindestens seine Waffen und Rüstungen wieder hatte, was auch Mealla ein gutes Gefühl bescherte. Die Elfe hatte auf Grund der anstehenden Abreise ihre Haare wieder zu einem Zopf geflochten und betrachtete ihren Schuppenpanzer, der neben den Dolchen lag welche man scheinbar aus Jux in die Bank gestoßen hatte. Oder sollte es eine unterschwellige Drohung sein. Ihren Köcher sah sie sorgsam durch stellte aber zufrieden fest das sogar die Silberitpfeile noch da waren. Bei einem Volk von Bogenschützen konnte man sich da nicht ganz sicher sein, aber vermutlich hatten die Dalish auch keine Ahnung was man mit solchen Pfeilen anzufangen hatte. Ihr Kompositbogen hatte jemand in seine Ledertasche gelegt, ihr Eibenbogen allerdings..Es war eindeutig ihre Waffe dasselbe Stück Holz, aber ihrem geübten Auge fiel auf das die Sehne abgenommen und neu befestigt worden und das Holz glänzte. Nachdenklich prüfte sie die Sehne und spannte den Bogen. Tatsächlich ließ er sich ein wenig weiter spannen als gewöhnlich. Neugierig betrachtete sie das Holz und entdeckte schließlich an dessen Ende das jemand ein kleines Zeichen eingeritzt hatte. Sie wusste nicht was es bedeutete, hatte aber so eine Ahnung von wem es stammte.

    Da Mordred auf ein erneutes Treffen bestand, fanden sich nach dem Frühstück die Gruppenmitglieder wieder ein. Artur hatte beschlossen das Anlegen der Rüstung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und auch Mealla hatte ihren Harnisch noch nicht wieder angelegt. Nur ihren Waffengürtel hatte sie umgelegt, Speer und Bögen lagen noch im Zelt. Die Peitsche steckte wieder im Gürtel und die Elfe war froh darüber das sie wieder die Kontrolle über die Lederzunge hatte. Schließlich waren alle versammelt und hatten sich niedergelassen und Mordred ergriff das Wort. Scheinbar hatte er vor die beschlossene Abreise, aufgrund der Missbeachtung seiner Person neu zu debattieren, eine Debatte die bei den abreisewilligen auf Unwillen stieß. Nimue zeigte diesen ganz offen, während Mealla hingegen keine Regung zeigte. Sie hatte schon mit sowas gerechnet als der Antivaner etwas vom "weiteren Vorgehen debattieren" erzählt hatte. Die Diskussion entwickelte sich dann auch wie erwartet, die Dalish war für ein längeres Verweilen und wollte vermutlich am Liebsten bis zum nächsten Winter "abwarten und planen". Ihr Argument mit der Brut war in der Tat ein wenig fadenscheinig, denn solange die Verderbnis anhielt bestand immer die Gefahr das man dieser über den Weg lief. Nimue brachte da die Sache schon eher auf den Punkt nämlich das man sie nicht ewig dulden würde, ein Argument dem sich selbst die Dalish nicht verschließen konnte, auch wenn sie es ganz offensichtlich gern getan hätte. Mordred hingegen griff das Argument mit der Sicherheit der Pfade auf und schlug vor die Dalish in der Hinsicht um Hilfe zu fragen. Für Artur ein recht lächerlicher Gedanke, wenn man das Verhalten des Clans ihnen gegenüber betrachtete, war es äußerst unwahrscheinlich das diese für die ungeliebte Gruppe den Weg erkunden würden. Vielleicht konnten sie noch etwas über die unmittelbare Umgebung erfahren, aber warum sollten die Dalish für sie einen Weg zu der Straße auskundschaften? Selbst wenn Larissa darum bat war dies sehr unwahrscheinlich. Der Dalish selbst schienen auch die Argumente ausgegangen zu sein, denn jeder hier wusste das gerne noch länger hier bleiben wollte, genauso wie jeder wusste das Nimue am liebsten schon gestern abgereist wäre. Morgana bemerkte das Larissa zu ihr herüber schaute und auf ihre Unterstützung hoffte, welche die Hexe ihr gerne geben würde, jedoch gab es wirklich nicht allzuviele Argumente um hierzubleiben wenn man keine Dalish war wie Larissa. Ohne Larissas Wunsch länger hierzubleiben hätte sie wohl auch schon für einen Aufbruch gestimmt, immerhin war sie hier ebenfalls nicht willkommen. Mordred schien seiner Sache hingegen auch nicht so ganz sicher und brachte stattdessen die Option der Auflösung ins Spiel. Ein Gedanke der Morgana komplett missfiel von Nimue jedoch dankbar aufgegriffen wurde.
    Daraufhin erhob sich Artur, welcher dadurch die Gruppe noch mehr überragte als er es schon im sitzen tat. Diese ganze Diskussion war in seinen Augen nicht nur ziemlich sinnlos, sonder lief auch in eine Richtung die ihm überhaupt nicht gefiel.
    "Nun bevor diese Diskussion komplett aus dem Ruder läuft, würde ich das Wort ergreifen. Zunächst entschuldige ich mich dafür das ich eine Entscheidung getroffen habe ohne vorher alle Meinungen eingeholt oder abgestimmt zu haben. Es lag mir fern jemanden zu beleidigen oder seine Meinung geringzuschätzen. Fakt ist jedoch auch das sich diese nicht sehr geändert haben, denn schon am vorgestrigen Tag habe ich vorgeschlagen abzureisen, woraufhin ihr Mordred dafür wart länger zu bleiben. Auch Larissa hatte aus sehr verständlichem Grund etwas dagegen abzureisen, so wie jetzt immer noch. Ich kann das nachvollziehen, immerhin seid ihr hier unter Euresgleichen. Die verschiedenen Meinungen waren mir also durchaus bekannt, nur das sie mir jeder einzelnd vorgetragen hat und nicht im großen Kreis wie jetzt. Nun aber ich sehe durchaus ein, dass ich nicht für eine Gruppe von sechs Personen die Entscheidungen treffen kann, also gehe ich auf Mordreds Vorschlag ein und lasse jetzt die Gruppe über ihren weiteren Werdegang abstimmen. Wie Nimue schon gesagt hat werden wir kaum ewig hier geduldet werden und es bringt uns nur wenig länger hier zu verweilen. Ihr habt Recht Larissa wir sind keine Gefangenen mehr, aber auch ihr wisst das die einzige Person die hier gerne gesehen ist ihr seid. Wir sind es leider nicht. Dank eurer Fürsprache hat man uns Obdach und Verpflegung gewährt und wir konnten uns ausruhen, jetzt allerdings sollten wir dem Clan wohl den Gefallen tun und die von ihnen ersehnte Abreise vollziehen.",fasste er seine Sicht der Dinge zusammen. "Was die Dunkle Brut angeht so sind wir in diesen Tagen wohl ständig in Gefahr auf diese zu treffen. Oder wollt ihr etwa bis zum Ende der Verderbnis in diesem Lager verweilen? Ich würde es auch gerne vermeiden wieder auf sie zu treffen, aber ich glaube kaum das die Dalish für uns den Weg zur Straße auskundschaften, einen Ort den sie aufgrund der Menschen meiden. Ein längerer Aufenthalt würde uns wohl kaum mehr Symphatien hier einbringen oder Informationen über die uns bevorstehenden Gefahren. Deswegen bin ich dafür das wir unseren Abmarsch nicht mehr weiter nach hinten verschieben und aufbrechen.",tat er seine Meinung kund und schloss sich damit Nimues Position an. Nachdem sich Artur gesetzt hatte ergriff Mealla das Wort, welche bisher nur schweigend den anderen gelauscht und locker auf der Bank gesessen hatte. Jetzt setzte sie sich auf und sah in die Runde.
    "Nun das meiste wurde schon gesagt und auch muss mir eingestehen das wohl nur wenig nutzen hat sehr viel länger hier zu bleiben. Ich weiß das uns nicht alle hier abweisend oder feindselig gegenüber eingestellt sind, aber wir müssen die Tatsache akzeptieren das es der Großteil des Clans hier ist. Die Tatsache das uns heute morgen zum Frühstück unsere Ausrüstung schon erwartet hat, zeigt wohl recht deutlich das man sehr bemüht ist unseren Aufbruch zu beschleunigen. Und ich glaube kaum das man begeistert ist wenn wir jetzt auf einmal verkünden, noch länger hier zu bleiben und dazu darum bitten den Weg für uns auszukundschaften. Soviel Mühe sind wir ihnen vemutlich nicht Wert. Bis zur Straße sind es etwa zwei Tage eine Zeit in der Kundschafterberichte veraltet werden können und wie wir erfahren mussten bewegt sich die Brut schneller durch den Wald als einem Lieb ist. Deswegen denke ich das wir aufbrechen und unser Glück versuchen sollten.", erklärte Mealla bedächtig und mit ruhiger Stimme. Das eine oder andere bei diesem Clan hatte sie noch positiv überrascht, aber sie bezweifelte das man sich ihr weiter öffnen würde. Um mehr über die Dalish erfahren war das wohl der falsche Clan für sie. Es wurde Zeit wieder auf die Straße zurückzukehren und den Wind beim Reiten zu spüren.
    Morgana hatte der Diskussion aufmerksam zugehört, auch als Nimue, Artur und Mealla sich wenig überraschend für den Aufbruch aussprachen. Das machte es nicht unbedingt einfacher, vor allem da Mordred aus gekränktem Stolz die Idee einer Trennung ins Gespräch gebracht hatte. Morgana gefiel der Gedanke das ein Teil der Gruppe ohne den Anderen aufbrach überhaupt nicht, auch wenn es ihr wenig ausgemacht hätte wenn Nimue umbedingt alleine ihr Glück versuchen wollte. Auch in Wolfsgestalt würde sie es wohl kaum schaffen, vor allem da sie sich anders als ein Wolf nicht im Wald auskannte. Allerdings würden wohl auch Artur und Mealla aufbrechen, dem einen hatte sie versprochen ihm zu helfen und die Andere hatte ihr das Leben gerettet. Die drei Zusammen besaßen wohl kaum sehr viel Erfahrung im Wald, Artur war ein Ritter und Mealla als Reiterin wohl auch eher ein Kind der Ebenen. Gleichzeitig hoffte aber auch Larissa auf ihre Unterstützung und die Hexe hätte zudem auch nichts, dagegen wenn sie anders als das letzte Mal nicht wieder von Brut durch den Wald gehetzt wurden. Allerdings war es auch für sie fraglich ob längere Planung das verhindern würde.
    "Ihr wollt also aufbrechen, ohne Plan und eine genaue Kenntnis des Geländes, einfach nur hier weg? Ich verstehe das ihr abreisen wollt Nimue, denn ich bin hier genauso unwillkommen wie ihr es seid. Ich bin allerdings dagegen das sich die Gruppe auflöst, oder sich trennt in diesem Wald ist immer noch Dunkle Brut und der würde es vermutlich gefallen uns wieder in kleinen Grüppchen zu jagen. Nein für den Fall das wir wieder auf sie treffen müssen wir zusammenhalten und dürfen uns nicht zerstreiten. Mordred soll weiter Liedchen singen, Larissa hier bleiben? Und was ist wenn ich auch noch hierbleiben möchte? Zieht ihr dann zu dritt los, ohne Erfahrung in den Wäldern, einfach nordwärts zur Straße? Das würde vermutlich länger dauern als wenn wir vorher unseren Weg planen und dann losziehen. Zusammen als gut vorbereitete Gruppe, nicht als ein Haufen getriebener Wanderer. Ich gestehe, ich würde ebenfalls länger hier bleiben, aber ich sehe auch ungern zu wie ihr euch nur dritt in den Wald aufmacht. Vor allem da ich früher oder später auch dieses Lager verlassen müsste.",erklärte sie pragmatisch und sah bei dem letzten Satz Larissa an. Sie war bereit für die Elfe länger hier zu bleiben, aber auch die Dalish musste sich im klaren sein das sie die einzige war die für immer hier bleiben konnte. Und je länger Larissa hierblieb desto schwerer würde der Abschied für sie fallen,falls er dann überhaupt noch fallen würde.
    "Mordred hat den Vorschlag gemacht Erkundigungen über den Weg einzuholen und die Dalish um Hilfe zu bitten. Eine Hilfe die angezweifelt wurde, was nach den bisherigen Ereignissen nachvollziehbar ist. Ich bin allerdings der Meinung das wir es zumindestens probieren sollten. Jede Information kann uns Reisezeit ersparen, was wiederum sorgt das wir schneller wieder diesen Wald verlassen können, etwas was uns allen nützt, denn auch wenn ihr das Lager verlassen wollt, so denke ich nicht das ihr deswegen länger durch den Wald laufen wollt als unbedingt nötig. Wenn Larissa dazu bereit ist nach Hilfe zu fragen, sollten wir abwarten was sie als Antwort bekommt. Sollten sie sich bereit erklären, bleiben wir noch länger hier und reisen dann gut vorbereitet ab, die Zeit die wir länger hier verbringen kommt uns dann bei Weitermarsch zugute und sorgt dafür das wir schneller und sicherer die Straße erreichen.", erklärte sie optimistisch. "Sollten sie es allerdings ablehnen uns zu helfen, nun dann hat Nimue wohl recht, dann macht es keinen Unterschied ob wir jetzt abreisen oder später, ohne Informationen haben wir in zwei Tagen keinen besseren Plan als jetzt auch und wissen immer noch nicht ob die Gefahr an uns vorbeigezogen ist. In dem Fall gibt es wohl wirklich keinen logischen Grund für die Gruppe länger hierzubleiben, dann sollten wir aufbrechen, zu sechst, es sei denn Mordred ihr denkt das ich in meinem Vorschlag euer Wort nicht gewichtet habe.", beendete sie ihre Rede und schaute zu Mordred und auch zu Larissa, welche beide das Argument mit einer planvollen Abreise gebracht hatten. Es war die einzige Idee die ihr logisch erschien die Gruppe zu einem längeren Aufenthalt zu überreden ohne das sie sich aufteilen musste.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: TxGIDkV4csRmordred_klein.png] & [Bild: zq0QcywsNnimueblaurot_klein.jpg]

    Nimue, Artur und Mealla sprachen sich nun also für den Aufbruch aus, Larissa für das Hierbleiben. Mordred äußerte sich nicht völlig direkt, tendierte jedoch offenbar ebenfalls zum Verbleiben im Lager. Morgana, als Zünglein an der Waage blieb dagegen ihre Entscheidung schuldig und legte diese in mehr oder weniger in die Hände der Dalish. Sollten die Elfen ihnen Hilfe zusichern und für sie den Weg zur Straße auskundschaften, so würde sie sich für das Hierbleiben aussprechen und die Abstimmung somit zu einer Pattsituation führen, sollten die Elfen jedoch ihre Hilfe verweigern, und das wurde allgemein eher angenommen, so würde Morgana ebenfalls noch heute aufbrechen wollen. Nimue, die treibende Kraft hinter der Pro-Aufbruch-Bewegung schnellte rasch auf und fauchte gereizt: „Das hier ist eine Farce! Reine Zeitverschwendung! Die Elfen werden uns kaum Unterschlupf gewähren und für uns die Gegend auskundschaften! Sie sind zu stolz und diese Abstimmung hier verkommt zur Idiotie! Gesetz dem unwahrscheinlichen Fall, dass sie uns wirklich wohlgesonnen wären, wären Drei für und Drei gegen den Aufbruch. Was dann? Eine Teilung der Gruppe wird ja offenbar abgelehnt und dank Lord Aromakis flammendem Plädoyer hat nun jede Stimme ihr Gewicht. Ihr, Morgana“, sie stieß den Zeigefinger in Richtung Hexe: „…tanzt auf zwei Hochzeiten und damit ist Eure Stimme ungültig! Ich lasse meine Abreise doch nicht von einem Stamm feindseliger Dalish bestimmen weil Ihr zu feige seid eine Wahl zu treffen!“ So rasch wie sie vorgestoßen hatte, zog sie den Finger zurück und verschränkte abwehrend die Arme. „Auf der anderen Seite habt Ihr Euch auch für die Abreise ausgesprochen und damit Eure Stimme in zwei halbe Stimmen gespalten. Eine für die Abreise, eine für den Verbleib.“ Nimue schaute in die Runde. „Damit steht es dann Dreieinhalb zu Zweieinhalb und die Abreise ist damit beschlossen.“ Obwohl es Mordred nicht gefiel und er es für dumm und überstürzt hielt sofort abzureisen, da ihnen hier zwar keine Sympathie aber auch keine Gefahr drohte, musste er zugeben, dass Nimue Recht hatte. Morganas vage Ausweichmanöver hatten niemandem weitergeholfen. Er musste sich geschlagen geben, wollte es jedoch nicht und appellierte abermals: „»Glück ist das Ergebnis von Planung«, sagt man bei uns in Antiva. Und obwohl mir die Gefahr durch die Brut durchaus bewusst ist, wäre es in meinen Augen dennoch schlauer…
    Nimue rollte mit den Augen während Mordred darüber Rat halten wollte, warum die Planung nun so wichtig war. Was genau den Dichter dazu bewog hier zu bleiben konnte sie nicht direkt erkennen. Hier würde er weder Reichtum noch die Art Anerkennung finden, nach der es Poeten oft verlangte und die sie dann ihre Muse nannten. Die Magierin war des Zuhörens müde, doch ihr Anstand überstieg ihre Missgunst und so setzte sie sich und blieb stumm. Larissa hingegen schnellte hoch wie ein Flitzebogen und rauschte mit wehendem Haar davon, so schnell, dass ihre Blumenkrone ins Gras fiel und von ihr unbeachtet liegen blieb. Die Elfe war alles andere als glücklich mit dem Ergebnis der Abstimmung und war von diesem und ebenso von ihrer Freundin Morgana enttäuscht. Mordred, der nun seinen einzigen Verbündeten verloren hatte, ließ die gesagten Worte verklingen ohne dabei tiefere Wirkung zu erzielen und schwieg sich schließlich aus. Als keiner mehr wusste, was zu tun oder zu reden war, erhob er sich schließlich und schaute niedergeschlagen in die Runde. Er setzte ein Lächeln auf, das so falsch und gekünstelt war, dass niemand es ihm abkaufen konnte und sagte: „Nun gut. Die Gemeinschaft hat eine Wahl getroffen und ich als Mitglied eben dieser werde mich dieser beugen. Verzeiht mir, aber dann werde ich nun meine Sachen packen und mich auf die Reise vorbereiten.“ Er versuchte nicht allzu enttäuscht zu sein und redete sich ein, dass es besser war heute mit der Gruppe zu reisen, als in einer Woche ohne sie. Nimue hatte schließlich Recht und außer Larissa und unter Umständen Mealla würde der Clan nicht einmal ihn auf Dauer akzeptieren. Und dann würde er allein gehen müssen.

    Die nächsten Stunden vergingen in stiller Vorbereitung. Obwohl Mordred sauer auf Nimue war, die sich ihm gegenüber zu herrisch verhalten hatte, willigte er ein ihr Gepäck auch weiterhin zu transportieren. Die Elfen hatten sich nicht an der Habe der fünf Nicht-Dalish vergangen, abgesehen von ein paar nicht lange haltbaren Vorräten und so fanden sie das meiste in den Satteltaschen wieder. Vor der Abreise erwarb Mordred allerdings noch ein Futteral für seine Harfe, allerdings erst nachdem er Ilei fast schon unterwürfig darum gebeten hatte, beim „Quartiermeister“ des Clans ein gutes Wort für ihn und ihr Geschenk einzulegen. Die Tasche war aus einfachem Leder ohne Muster und innen mit weißem Fell gefüttert. Vermutlich war sie eher für Bögen gebaut, doch die Harfe passte ebenfalls problemlos. Er befestigte die Tasche am Sattel, steckte die Harfe hinein und band sich sein Schwert um die Hüfte. Die drei Pferde waren gesattelt und standen auf dem Zuweg zum Lager. Die Vorbereitungen der Abreise wurden von den Dalish neugierig und häufig begrüßend beobachtet und manche der Wachposten witzelten über das Ableben der Gruppe und darüber, dass sie bei dem Weiterziehen des Clans sicherlich über die Leichen der Fünf stolpern würden. Dann begannen sie im Geiste die Gegenstände der Plünderung untereinander aufzuteilen, wobei das größte Interesse an Mordreds Schwert und Meallas Bögen bestand. Die Kopfgeldjägerin, jetzt wieder gezopft, bereitete ihr treues Pferd gerade wenige Schritte entfernt vor. Sie arbeitete dabei mit militärischer Präzision, was das Prüfen des Sitzes von Sattel und Waffen anging. Artur fühlte sich vermutlich wieder pudelwohl, denn der Ritter trug endlich wieder seine schwarze Rüstung. Sie versprach nicht nur besten Schutz, sondern musste sich dem Blondschopf schon wie eine zweite Haut anfühlen. Pferd-Larissa schien ebenfalls kaum mehr auf die Abreise warten zu können und hätte ihre Pferdestimme sicherlich auf Nimues Seite gestellt, wäre sie zur Abstimmung zugelassen worden. Die rothaarige Magierin wartete schon ungeduldig, denn sie war in dem Lager ebenso unerwünscht wie Artur und bekam diese Missachtung auch überall zu spüren. Immer wieder warf sie Blicke zu den Vorbereitenden und tat dann ungeduldig ein paar Schritte zwischen den Baumsäulen, die den Eingang zum Lager säumten, als wollte sie schon einmal vorgehen. Das Dickicht der Bäume wirkte jedoch einschüchternd und verwirrend genug, um sie von solch tollkühnen Aktionen abzuhalten.

    Schließlich kam auch Larissa zu der Gruppe. Begleitet wurde sie von einer Gruppe bewaffneter Dalish, darunter Ilei, der rothaarige Dalishkrieger und der Bogenschütze, der Mordred angeschossen hatte. Der Antivaner schaute auf und bedachte die Elfe mit einem langen Blick, in dem pures Bedauern lag. Die junge Jägerin hatte die Haare wieder zum Zopf zusammengefasst und ihre schöne Kleidung gegen den Harnisch ausgetauscht. Auf dem Rücken trug sie Bogen und Köcher, den prall gefüllten Rucksack, an dem auch das Schwert in seiner verwitterten Scheide baumelte, trug sie in der Hand. Mit leisem Klirren warf sie ihn, sichtlich unzufrieden, in die Mitte der Reisegruppe. Mordred lächelte sie aufbauend an, doch sie erwiderte sein Lächeln nicht. „Ihr reist also mit uns?“ fragte er mit leisem Enthusiasmus. Mit einer heftigen Bewegung warf Larissa stolz ihren Kopf zurück und antwortete: „Es ist nicht die Art meines Volkes, Freunde im Stich zu lassen und ihr werdet mich noch brauchen, wenn ihr je aus dem Wald herauskommen wollt!“ Damit war es beschlossen. Larissa würde der Gruppe auch weiterhin erhalten bleiben, was Mordred zu einem ehrlichen Lächeln verführte. Von all seinen Gefährten mochte er Larissa am liebsten und er argwöhnte, dass es außer Mealla allen so ging. Sogar die rothaarige Magierin schien der Elfe mehr Sympathie entgegenzubringen, als den Anderen.
    Im Besitz Larissas befanden sich einige neue Karten. Die meisten davon waren Menschenkarten, welche die Dalish gefunden oder mitgenommen hatten und mit ihren eigenen, selbstgezeichneten Karten verglichen um sie dann mit Hinweisen und Reiserouten zu versehen. Larissa bekam drei Karten von dem Clan geschenkt, eine Uralte die noch immer das Reich Tevinters als Großmacht zeigte, eine von den Dalish gemalte über die nähere Umgebung des Waldes und eines Teils von Ferelden und eine mit ergänzenden Schriftzeichen bedeckte Karte von Thedas, auf welcher der Clan seine häufigsten Lagerplätze mit zugehöriger Tendenz der Jahreszeit und Monate verzeichnet hatte. „Wenn du deine Freunde aus dem Wald geführt und deine Reise beendet hast, oder das Heimweh zu stark wird, dann weißt du wo du uns findest, Da'len“, hatte Iorveth beschworen, als er ihr die Karten überreichte. Larissa versicherte ihm, ihn und den Clan eines Tages erneut aufzusuchen und bedankte sich herzlichst für die Gastfreundschaft, die ihr zuteil geworden war. Zusätzlich zu den Karten hatte der Clan zugestimmt die Vorräte der Gruppe aufzustocken. Einen großen Teil der fremden Vorräte hatten sie nicht angerührt, abgesehen von den weniger haltbaren Dingen wie Obst und Brot. Dörrfleisch, Hartkäse und die fast ungenießbaren Graubrote hatten sie der Gruppe jedoch gelassen. Nun kamen noch einige der süßen Gebäcke hinzu, ebenso wie ein paar Tomaten, Speck und eine Portion Rehkeule. Für Larissa gab es zusätzlich Zwieback und geräuchertes Fleisch, sowie einen Beutel Kirschen und Sonnenblumenkerne. Zudem hatte man die minderwertigen Pfeile der Elfe durch die perfekt ausbalancierten Elfenpfeile mit weißem Gefieder ersetzt. „Die taugen nur zur Hasenjagd“, sagte Belanna wegwerfend und stopfte die Räuberpfeile in ein Fass. Die Elfenpfeile waren aus hellerem Holz, mit weißen Federn und silbernen Spitzen. Jeder dieser Pfeile war ein eigenes Meisterwerk. Bei den allermeisten Dingen strebten die Dalish nach Perfektion, doch bei der Borknerkunst und dem Umgang mit dem Bogen erfasste sie ein ganz eigener Ehrgeiz. So ausgestattet trat Larissa zu ihren Gefährten, bereit abzureisen. Mordred bot ihr an, den Rucksack auf sein Pferd zu schnallen, da er selbst nicht im Wald reiten wollte und Larissa akzeptierte stillschweigend mit einem Nicken. Sie fühlte sich unwohl dabei, einen Dalishclan ein zweites Mal zu verlassen und hoffte, dass es sich nicht als Fehler erweisen sollte.
    „Pass gut auf dich auf, Lethallan“, sagte Ilei und umarmte Larissa. Sogar Penthos war gekommen und unterstützte dabei eine junge Elfe mit kurzem schwarzen Haar und harten Augen, bei der es sich nur um die gesundende Penthesilea handeln konnte. Larissa hatte sie bisher nie gesehen doch hatte sie die eine oder andere Geschichte von ihr gehört und sich dabei gewundert, wie Mordred überleben konnte. Auch die anderen Elfen verabschiedeten sich freundlich von Larissa und zumindest höflich von Mordred. Die anderen Vier waren ihnen ziemlich egal, außer, dass Belanna und Mealla sich knapp die Hände drückten und ein paar kurze Worte wechselten. Dann, die Sonne begann gerade ihre Reise auf den Mittag zu, brachen sie auf. Leise und unscheinbar. Larissa ging voraus, denn sie kannte den von den Elfen beschriebenen Weg zurück zur Straße. Mealla hatte mit ihrer groben Schätzung richtig gelegen und der Marsch sollte etwa eineinhalb Tage dauern, sollte das Wetter auf ihrer Seite sein. Abgesehen von immer wieder aufflackerndem Wind schien es ihnen jedoch gewogen zu sein.
    Ihr Weg führte sie zuerst gen Osten, dann würden sie eine schroffe Felswand umrunden, die sich ernst inmitten des Waldes erhob und sich nicht daran zu stören schien, dass sie absurd und fehl an Platz wirkte. Nach dem Passieren kämen sie auf ein ausgetretenes Stück alter Straße, die einst zu der Festung der Altelfen geführt haben mochte; so genau konnte es der Clan nicht sagen. Die Straße war schmutzig, die Steine gesprungen und unter Wurzeln, Erde und Blattwerk fast verborgen, doch erkannte man ihren Verlauf daran, dass dort weniger Vegetation wucherte, als sonst wo. Folgte man dieser Straße etwa einen Tag, dann kam man auf eine Lichtung die bei den Elfen „Silberquell“ genannt wurde, wegen des flachen aber schönen und reinen Teiches, der von einem Rinnsal Wasser aus der Richtung des Felsens gespeist wurde und sich dann in einem ebenso feinen Bächlein in den Wald wandte. Von dort war es kaum mehr als ein ordentlicher Fußmarsch, dann käme man an den knorrigen Waldrand und überblicke die Ebenen des Bannorns, dass sich im Fernen mit seinen schachbrettgemusterten Feldern und kleinen Gehöften abzeichnete. Und irgendwo im Bannorn würden sie dann wieder auf die Straße treffen, aber dies läge in der Hand der Reisenden. Larissa wandte sich ein letztes Mal um. Der kleine Feuerschein der Fackeln war kaum mehr als ein schwaches Glimmen und die Köpfe der, als sie zum Abschiedsgruß den Arm hob, winkenden Elfen waren Stecknadeln. Dann betrat Larissa die ihr so vertraut wirkendende Wildnis von neuem, gefolgt von Nimue, Morgana, dann Mealla, Mordred und schließlich Artur. Man hatte sie vor vielen Tücken gewarnt, die dieser Wald bereithielt. Einige der Bäume veränderten ihre Position und manchmal taten sich scheinbare Pfade auf, die die Reisenden in die Irre führten. Zwei große Wolfsrudel durchkämmten den Wald und diese waren nicht weniger garstig als die Baumgeister und in einiger Entfernung gab es eine Höhle in der Untote danach trachteten sich am Fleisch der Lebenden zu laben. Diese Höhle würden sie jedoch weit von sich lassen und die Wölfe würden sie mit Glück in Ruhe lassen. Vorerst galt es, die Orientierung in diesem unendlich wirkenden Wald zu behalten und die Gruppe sicher auf die marode Straße zu führen. Schließlich, einige Stunden schweigenden Wanderns später, erreichten sie diese. Die Dalish hatten nicht gelogen, denn der Weg ließ sich nur noch erahnen. Überall wuchsen Brennnesseln und Larissa, deren Arme nackt waren, hob die Hände um sie nicht streifen zu müssen während sie hindurchwatete. Kleine Krabbeltiere nutzen die Gelegenheit und sprangen rasch auf die Reisenden auf, um sich so einen schnellen Transport zu sichern. Nimue stürzte fast, wurde aber von Mordred im letzten Augenblick festgehalten. Nachdem sie das unwegsame Stück Busch passiert hatten, standen sie auf den Überresten der einstigen Straße. „Da lang“, entschied Larissa lakonisch und deutete gen Norden. Das war das Erste, was sie seit ihrem Aufbruch gesagt hatte. Mordred, die Hand am Zügel seines Pferdes, das sich in einem günstigen Augenblick ein Maul voll Pflanzen gerupft hatte, trat neben sie und schaute so lange und aufdringlich auf ihr Profil, bis sie ihm endlich den Blick zuwandte. „Wisst Ihr, was ich mich schon die ganze Zeit frage?“ Larissa zuckte die Achseln, um zu zeigen, dass sie es nicht wisse. „Was bedeutet Líatháin?“ Mordred kannte zwar Worte wie Lethallan, Da´len oder Falon aber Líatháin hatte er noch nie gehört. Larissa schlug die Augen nieder, hielt inne und antwortete dann leise: „Es bedeutet »Efeublatt«.




    ***



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    Quote Originally Posted by Emerahl View Post
    Haesten

    [Bild: EIf0FIwLfWsJ6PLucretia_Avatar.jpg]

    Meine Gedanken rasten. Sollte ich wirklich meinen neuen Herrn verraten und versuchen zu fliehen? Aber nein, ich hatte noch nie Jemanden verraten. Damit könnte ich heute gewiss nicht anfangen. Eher sollte ich versuchen herauszufinden, was dieser Jarl plante.

    „Wir sollten nicht hier sitzen bleiben, Herr. Sonst könnte es Jemand Verdacht schöpfen. Führt mich auf die Tanzfläche, dort können wir ungestörter reden.“ Ich schenkte ihm ein bezauberndes Lächeln. Der Jarl stellte seinen Becher ab, erhob sich dann und reichte mir mit einer leichten Verbeugung die Hand. Ich ließ mich von ihm aufhelfen und auf die Tanzfläche führen. Von dem Tanz hatte ich zuvor genügend gesehen um jetzt ohne Probleme die Bewegungen mitmachen zu können. Mein geschmeidiger Körper wiegte und bog sich im Takt der Musik. Der Jarl war kein schlechter Tänzer, doch ich spürte auch, dass er nicht mehr ganz so sicher auf den Beinen war.

    „Sollte meinem Herrn der Sinn danach sein, mein Lager zu teilen, werde ich ihn nicht abweisen. Schließlich ist es sein gutes Recht. Auch jeden Anderen würde ich nicht abweisen. Allerdings würde ich es bevorzugen, wenn meine Dienste meinem Herrn bezahlt werden so wie es in meiner Heimat üblich war. Denn dafür wurde ich ausgebildet.“ Neugierig beobachtete ich die Reaktion meines Tanzpartners. Wäre er schockiert darüber? Oder würden ihn meine Dienste interessieren?
    „Aber sagt, wie kann ich Euch nun helfen?“


    [Bild: LB5MW5YqRMIqVoHaesten.jpg]

    Hätte eine Dienerin ein Mitglied der Oberschicht in einem anderen Teil der Welt um einen Tanz gebeten hätte dieser sie bestenfalls ausgelacht. Zu Lucretias Glück waren die Sturminseln kein wirklicher Teil dieser Welt und somit galten die gesellschaftlichen Regeln anderswo. Hier war eine Frau eine Frau und eine hübsche Frau eine hübsche Frau. Also willigte Jarl Leyf in den Tanz ein ohne einen Gedanken an die Reaktion der Leute zu verschwenden, die lediglich einen mächtigen Mann mit einer schönen Frau tanzen sahen. Haesten bekam dies nicht mit, er war zu sehr mit dem eigenen Tanz beschäftigt. Während er sich in den Augen seiner Gemahlin verlor, tanze Jarl Leyf grinsend mit Luc und lauschte ihrem Angebot. Die Käuflichkeit kümmerte ihn wenig, da Luc angab ihre Dienstleistung zwar entlohnt sehen zu wollen, das Geld aber in die Kasse ihres Häschern wandern zu lassen. Ein seltsamer Beweis der Loyalität, der Jarl Leyf daran zweifeln ließ, Luc sei eine geeignete Person für Spionage in eigener Sache. Statt seinen Plan zu enthüllen antwortete er nun verdeckt. „Nun, ich sorge mich um das Wohl unseres Jarls, doch habt Ihr vielleicht schon festgestellt, dass Haesten kein sehr sorgsamer Mann ist.“ Er wirbelte die junge Dienerin gekonnt herum und bahnte sich, den Tanz führend, einen Weg fort von Haesten und Skade. „Daher würde ich mich glücklich schätzen, wenn Ihr mit als seine treue Dienerin seine Züge und Launen verratet. Ihr müsst wissen, sein Vater und ich waren alte Freunde“, log Leyf, der Haestens Vater immer missgünstig gegenüber gestanden hatte, da dieser ihm die Führungsrolle auf den Sturminseln genommen hatte. „Jeder Pendragon ist ein Freund meiner Familie und ich sorge mich um Haesten wie um meinen eigenen Sohn. Wenn Ihr mir also, ohne, dass er es bemerkt da er sonst wieder denkt ich bemuttere ihn zu sehr, die eine oder andere Information die Euch wichtig erscheint, zuspielen könntet, dann würdet Ihr mein Gewissen sehr beruhigen. Zudem kann ich dann auch besser auf seinen Schutz achten.“ Er lächelte Luc einnehmend an und hoffte, dass die Schwarzhaarige die Worte glaubte.
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    Quote Originally Posted by Khardim View Post
    Talorr

    [Bild: Dethmold_Avatar.jpg] Von der Flucht erschöpft und geschunden mühte sich Darius, mit Talorr Schritt zu halten, als dieser in Richtung des Lichtes ging. Der Söldner hatte aus der Hoffnung auf eine Siedlung offenbar neue Kraft schöpfen können, denn obwohl er seinen schwer verletzten Köter nun schon seit Stunden trug beschleunigte er seinen Schritt und drohte dabei den alternden Ben-Hassrath in der Dunkelheit zu verlieren. Darius‘ Atem ging schwer und unsäglicher Durst quälte ihn schon seit langem, doch auch er spürte einen Funken Funken Hoffnung in sich aufglimmen. Für einen Moment war ihm sogar egal, dass er bestenfalls in einer der schäbigen Tavernen Fereldens würde einkehren können. Es galt nur noch einen sicheren Zufluchtsort zu finden und die Nacht zu überstehen. So das Qun wollte war diese Siedlung bereits ein Vorort von Gwaren und er würde bald in der Lage sein die Reise fortzusetzen und endlich seine Mission zu Ende zu bringen. Mit letzter Anstrengung folgte er seinem Begleiter und stützte sich schwer auf seinen Stab. Darius verzog vor Erschöpfung bereits das Gesicht, doch Talorr war schon zu weit voraus, als dass irgendjemand außer dem Mond sehen konnte, wie die stets eiserne Stoa des Ben-Hassrath zu bröckeln begann.

    Mit einem nur durch den dünnen Leinenbeutel gedämpften Scheppern von Edeletall auf Holz ging Darius‘ Reisekasse auf dem Tresen der erstbesten Taverne nieder. Die marode Hütte war dicht gepackt mit Gesindel jeder Art und ein Hort des Chaos, der ihn zutiefst anwiderte, doch dieses Mal war er nicht wählerisch. ,,Ein Zimmer, Essen und unsere Ruhe.“, ordnete der Ben-Hassrath dem Wirt gegenüber an und trotz der langen Entbehrungen ließ seine Stimme keinen Zweifel daran, dass er keinen Widerspruch dulden würde. Sein feister Gegenüber nickte verunsichert, nahm dann aber den Beutel an und zählte die Münzen. Darius schaute derweil über die Schulter zu Talorr, der sich mit Slim in eine Ecke des Raume zurückgezogen hatte und die feindlichen Blicke ignorierte, die man ihm zuwarf. Er wurde ebenso gehasst wie gefürchtet, denn der Pöbel wird immer hassen, was er nicht kennt. Was hielt den Söldner bloß in diesem Land?
    Darius wandte sich wieder dem Wirt zu und fing dessen Hand, die sich grade an dem Geldbeutel bediente. ,,Und ihr besorgt meinem Kameraden alles was er braucht, um seinen Wolf zu versorgen. Ihr werdet heute Nacht kein Auge zu tun, bis er es nicht auch tut.“ Erneut das unsichere Nicken und ein furchterfüllter Blick zu Talorr herüber. Vermutlich hatte der Mann noch nie einen Kossith gesehen. ,,Es gibt hier jemanden, der sich auf solche Dinge versteht. Ich könnte…“ ,,Nicht erklären, machen!“ Mit Nachdruck stieß Darius die Hand des Wirtes weg und wandte sich ab. Er ließ den Geldbeutel auf dem Tresen liegen und machte sich auf die Suche nach dem Zimmer.

    [Bild: rsz_1scarred.jpg]
    Mit verdatterter Miene sah Talorr zu seinem Reisegefährten. Nach all den Beleidigungen gab er jetzt sogar Geld dafür aus damit Slim geholfen wurde? Er hatte jedoch nicht vor diese Hilfe abzulehnen. Bald darauf erschien ein offensichtlich erfahrener Mann in Kräuterkunde und Verbände legen und erklärte sich nach Absprache der Bezahlung bereit Slim zu behandeln. Talorr überzeugte seinen vierbeinigen Freund davon sein Misstrauen ruhen und sich helfen zu lassen. Da es jedoch eine schwierige Sache werden würde musste der Mensch ihn mit zu sich heim nehmen. Nun hatten er und Darius eine ganz andere Nacht vor sich, eine in Sicherheit und nicht unter freiem Himmel. Jedoch war die Nacht noch jung. Der Jäger ging die Treppe hoch und zu dem Zimmer welches er und Darius heute bewohnen würden. Er klopfte kurz an um ihn nicht in einem unpassendem Moment zu stören und steckte dann seinen Kopf rein. "Kommt nochmal mit runter." Als sie wieder unten waren setzten sie sich zurück an den Tresen. "Seht das als kleine Wiedergutmachung, damit wir wieder quitt sind." Zum ersten Mal seit langer Zeit zog er seinen Helm ab und ließ somit sein entstelltes Gesicht ungeschützt vor der Öffentlichkeit. Der Wirt brachte beiden einen großzügig gefüllten Humpen mit Bier. "Auf eine vielleicht mal langsam etwas ereignislosere Weiterreise." Sie stießen an. Seine Miene wurde nun etwas ernsthafter. "Trotz unserer Differenzen möchte ich nur sagen.....danke."
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