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    Pfützenspringerin Murielle's Avatar
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    Mar 2006
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    Murielle is offline
    Dass diese seltsamen Vögel sich freiwillig in ihre Kostümierungen geworfen hatten, wollte Murielle einfach nicht in den Kopf gehen, aber es gab auf dieser Welt wohl nichts, das es nicht gab. Das übrige Geschehen um sie herum hatte sie nur noch am Rande zur Kenntnis genommen. Stattdessen war sie Cery nicht von der Seite gewichen und hielt noch immer völlig perplex seine Hand. So fürchterlich die Umstände ihres Wiedersehens auch waren, so spürte sie doch eine enorme Erleichterung. Wie oft hatte sie bereut ihn und Danika zurückgelassen zu haben, wie oft hatte sie darüber nachgedacht zu ihnen auf den Hof zurückzukehren und es dann doch nicht getan, aus Angst davor, dort nur noch verbrannte Erde und tote Knochen vorzufinden?

    „Danika?“
    , fragte sie ihn leise, auf das Schlimmste gefasst, und er antwortete: „Ihr geht es gut.“, was Murielle ungemein erleichterte. Voller Hoffnung wollte sie ihn nach Calintz fragen, denn es war nicht ausgeschlossen, dass er etwas über den Verbleib seines ehemaligen Meisters wusste, aber dazu kam sie vorerst nicht, weil die anderen nachvollziehbarerweise neugierig waren, mit wem sie es hier zu tun hatten.

    „Das ist Cery,“
    , stellte Murielle ihn vor, „ein treuer Gefährte aus vergangenen Zeiten. Wir kennen uns noch aus Vengard.“ Die beiden wurden mit dem ein oder anderen skeptischen Blick bedacht, Murielle aber fügte hinzu: „Ich vertraue ihm und er hat mir schon mehr als einmal den Hintern gerettet.“ Cery deutete auf seine bis eben noch Mitgefangenen und meinte: „Mit denen dort habe ich jedenfalls nichts zu tun, falls da einer von euch Sorge haben sollte.“ Zu Murielle gewandt meinte er dann, dass sein Bogen und noch einige andere Dinge wohl in einer der Holzkisten an der hinteren Höhlenwand aufbewahrt würden.

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    Veteran Onyx's Avatar
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    May 2006
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Onyx is offline
    Die Pause tat allen gut. Es mochte zwar ein kurzer Kampf gewesen sein, aber es war immer intensiv und der Körper musste dann auch bei jedem runterkommen. Die einen ruhten einfach und wieder andere bewegten sich, ohne große Gedanken. Onyx hatte die Zeit genutzt um die Goblins aufzusammeln und auf einen Haufen zu werfen. Beim Oger wollte jedoch keiner so recht die Metzgerarbeit verrichten. Die Sauerei die dann bleiben würde, würde so oder so etwas anziehen, dass nicht hierher sollte. So beschloss man den Oger und die Goblins zu verbrenne, sobald man die Mine verlassen würde. Die Idee war sowieso den Teil der Mine irgendwie dicht zu machen. Dazu war das Holz, die Kisten und der Käfig nicht die schlechteste Methode.
    "Was denkst du über den Burschen?", flüsterte Kjal Onyx zu.
    "Murielle sagen er ok, dann ok. Murielle doch auch ok, heh?"
    "Nein, das mein ich nicht. Denkst du er ist ihr Sohn oder so? Und wieso ist er hier gefangen gewesen? Willst du wissen was ich denke?", fragte Kjal.
    "Nein, aber du mir sicher trotzdem sagen."
    "Sie hat ihn die ganze Zeit auf der Insel gesucht, seit sie im Fort aufkreuzte. Sie wusste, dass wir vom Waldvolk die besten Fährtensucher und Späher sind. Deswegen zog sie mit uns mit in der hoffnung ihren Sohn so schneller zu finden. Ja, so war das bestimmt."
    "Rasheeda!", zischte Onyx auf varantisch auf und zeigte Kjal den Vogel.
    "Und wieso sie nicht direkt gesagt und gefragt um Hilfe? Und sie nicht so alt das Alter passen für Mutter von Bursche."
    "Na sie war halt schüchtern und wusste nicht ob sie uns trauen kann und vielleicht war sie ja in jungen Jahren so wie manch Sildenerin. Hat halt früh geübt und auch bei denen hatten dann manche schnell einen dicken Bauch."
    "Du selbst erkennen, dass du reden dumm, heh? Hjarti recht, du kleine Waschweib..hahaha..", lachte Onyx mit seiner tiefen Stimme auf. Kjal überlegte und lachte dann auch auf. Er gab schon auf mit seiner wilden These.


    "Ricklen bleibt hier und Gundas wird es ebenso. Der Rest folgt jetzt mir weiter hinab in die Mine. Wir müssen die Lage da unten prüfen. Wissen was da ist und dann entscheiden. Murielle - es liegt bei dir ob du bei Sherry? - Oh verzeih, Cery! - jedenfalls ob du mit ihm hier bleibst oder du mitkommst. Er kann es auch, aber wir kenenn ihn nicht und wissen nicht was er kann. Da bleibt er ganz hinten, um das Zusammenspiel der Gruppe nicht zu stören. Macht euch bereit. In diese Richtung kommt noch eine Kammer und dann zurück in die andere Richtung. Dort gab es damals zwei größere Kammern. Unsere Ziele.", erklärte Jilvie und teilte dann die Gruppe mit Aufgaben ein, da sie nun weniger waren.

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    Schwertmeister
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    Luke Drake is offline

    Stewark

    "Moment...Chala?", fragte Luke, nachdem Caizar diesen Namen genannt hatte.
    Grinsend blickte der junge Dieb zu Dennik. Sie kannten die Frau, welche ganz offensichtlich verrückt war.
    "Wir kennen Chala. Sie ist deine Frau? Verdammt, da hast du dir aber eine angelacht", meinte Luke und konnte sich ein kurzes Lachen nicht verkneifen.
    "Als wir sie das letzte Mal gesehen haben, ist sie mit uns zum Bluttal gereist, ist dann völlig ausgerastet und irgendwann verschwunden. Aber keine Ahnung wo sie jetzt ist", erklärte der Dieb, auch wenn er sich nicht sicher war, ob Caizar ihn überhaupt verstand.
    "Aber eigentlich solltest du froh sein, dass sie weg ist. Ich meine, sie sieht zwar nicht schlecht aus, aber ganz sauber im Kopf ist sie nicht."

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    Ratler, nicht Mod!  Dennik's Avatar
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    Da wo der Pfeffer wächst
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    Dennik is offline
    Chala? Seine ehemalige Schülerin? Die motivierte und schweigsame, oder eher kindische, nein nein traurige und ängstliche, ne eher trotzige und wütende dunkelhäutige Frau, war die Frau von Caizar? Wie klein war diese Welt? Dennik fragte sich, warum er beim Anblick des fremden Hünen nicht sofort an seine ehemalige Schülerin gedacht hatte. Es war wohl dem Trubel und seinen Verletzungen, der Angst um seine Freunde und vielleicht auch einfach der Vergesslichkeit verschuldet. Oder aber es lag einfach daran, dass er keinem Menschen auf dieser Welt wirklich zutraute diese Irre zu suchen, oder gar zu vermissen. Beinahe hätte Dennik sich in das Gespräch eingeklinkt und Luke lachend zu gestimmt, da bemerkte er aus dem Augenwinkeln den Blick ihres Bosses.

    Der Meisterdieb nickte Borran zu, murmelte ein, "Wir haben verstanden. Melden uns so früh wie möglich", und meinte dann eher an seine Männer gewandt: "Lasst uns das doch draußen klären. Gibt ja sonst nichts mehr zu besprechen oder?", Borran jedenfalls schien nichts mehr hinzufügen zu wollen. Die knappe und in Borrans Augen wohl eher dürfte Antwort von Caizar jedenfalls schien dem König der Diebe keine Entgegnung wert zu sein.

    Da niemand etwas zu erwidern hatte, verabschiedete man sich von Borran und gemeinsam verließ die Söldnergruppe das Haus des Schutzpatronen der Vogelfreien. Während Dennik die Treppen nach unten Schritt, bemerkte er, dass er kurz davor gewesen war die Frau, vielleicht sogar die Liebe von Caizar lachend zu beleidigen und über sie herzuziehen. Er biss sich vor Wut auf die Zähne und nahm sich vor das Thema unten noch einmal sensibel anzusprechen.

    "Wir kennen Chala", meinte Dennik dann ruhig zu Caizar, während sie sich auf den Weg zur Taverne machten. Rob schloss sich ihnen an und gemeinsam wollten sie die Nacht in Stewark verbringen, ehe sie aufbrechen würden.

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    Lehrling Caizar's Avatar
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    Caizar is offline
    Den Weg zur Taverne hatte Caizar mit einem inneren Konflikt zu kämpfen gehabt, der wohl nur an seinen sich abwechselnden anspannenden und entspannenden Armmuskeln mit dem Bilden von Fäusten zu erkennen gewesen war. Das, was Luke, der wohl Kleinste dieser Gruppe über seine Frau gesagt hatte, nagte an ihm. Er hatte verstanden, was der junge Kerl gemeint hatte, sollte darüber zornig sein, doch da war nichts. Keine Wut über die Beleidigung seiner Frau, die ihn veranlasst hätte, sich Luke vorzuknöpfen, um seine Familie zu verteidigen, wallte in ihm auf.
    Gleichzeitig jedoch blieb auch die Freude aus, dass seine Begleiter offensichtlich Chala kannten und eventuell sogar eine Idee haben konnten, wo sie sich derzeit aufhielt. Sie war seine Chance die Ehre zurückzuerlangen, die ihm zustand und somit das Leben, auf welches er jahrelang hingearbeitet hatte.

    Mit sechs Mann hatten sie sich Stühle von anderen Tischen nehmen müssen, damit sie zusammen an einem sitzen konnten. Der, den sie Rob nannten, besorgte die erste Runde Bier für alle und jeder bestellte sich etwas zu essen.
    Nachdem sie sich alle zugeprostet hatten, schaute der Hüne zu Dennik herüber, der scheinbar noch etwas zu Chala hatte sagen wollen.
    „Ihr kennen Chala“, stellte der Aranisaani fest, keine Gefühlsregung in seiner Stimme oder seiner Mimik, „Wissen wo?“
    Es war ihm ernst und er war sich sicher, dass dies für die anderen ersichtlich war.

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    Pfützenspringerin Murielle's Avatar
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    Murielle is offline
    Cery hatte seine Ausrüstung inzwischen wiedererlangt und obwohl sie ihn als passablen Schützen in Erinnerung hatte, war es wohl wirklich besser, er würde erst einmal bei Gundas und Ricklen bleiben. Einerseits um sich zu sammeln, andererseits aber auch um den anderen mit dem unerwarteten Neuzugang kein Unbehagen zu bereiten.

    „Es wird nicht lange dauern, dann sind wir zurück und können reden. Ich habe so viele Fragen, aber das ist jetzt erst einmal nicht wichtig. Bist du sicher, dass es dir gut geht?“, fragte sie Cery und dieser nickte kurz, während er antwortete: „Pass gut auf dich auf, ja?“ Natürlich würde sie das, das hatte sie immer getan und sie war ja nicht allein, sondern Teil einer recht schlagfertigen Gruppe.

    „Ich begleite euch, Cery bleibt bei Gundas und Ricklen. Vielleicht gibt es da hinten ja ein paar von den Pilzen, wegen deren Beschaffung Osmo mich losgeschickt hatte.“, verkündete Murielle dann laut und schloss sich dem nun etwas kleiner gewordenen Trupp an, der sich auf zur nächsten Kammer machte. Sie erwartete nicht, dass sie dort noch irgendetwas Interessantes vorfinden würden, aber die alten Minenschächte hatten nun schon so viele Überraschungen bereit gehalten, dass sie sich da lieber nicht drauf festlegen wollte.

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    Veteran Onyx's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Onyx is offline

    Tief in einer alten Mine

    Die Nebenkammer die sie zuerst betreten hatten, war nicht wirklich der Rede wert. Allerlei Gerümpel aus alter Zeit ruhte hier. Spitzhacken, Schaufeln und dergleichen. Interessanter war die erste Kammer die nach der Kammer kam, wo zuvor die Goblins gehaust hatten. Es stank hier zwar fürchterlich, weil der Oger und auch die Goblins hier ihr Geschäft verrichteten und ihre Abfälle entsorgten, aber gerade deswegen wuchsen auch sehr spezielle Pilze. Onyx hatte Murielle ja schon einmal erzählt, dass auf Gobboscheiße Pflanzen besonders speziell gedeihen. Und hier waren durchweg einige Pilze die so nirgends so leicht zu finden waren. Es waren zwar nicht diejenigen die Murielle suchen sollte - die kannte sogar Onyx - aber Jilvie erkannte die scharlachroten Pilze als Dämonenkappen. Hochbegehrt bei Alchemisten und Drogensüchtigen der ganz harten Sorte. Natürlich auch bei Schwarzmagiern, weil man damit Beliar auf fast schon logische Weise näher kam. Für Waldläufer waren sie aber auch interessant, da man mit dem Sud etwas versprühen konnte, dass sogar Trolle und Schattenläufer mieden. Auch erkannt wurde Buddlerfleisch. Dieses war aber noch viel größer als sonst, da es eben auf Gobboscheiße gedeihen konnte. Auf dem Rückweg würden sie es als Proviant großzügig mitnehmen.
    "Die hier ich kennen als Blasenpilz. Mehr aber auch nicht wissen. Was man kann machen.", erklärte Onyx, ehe es wohl weiter gehen sollte. Auf dem Rückweg blieb ja noch Zeit.
    Die letzte Kammer lag vor ihnen und Jilvie bat alle vorsichtig zu sein. Die letzte Kammer war auch sowas wie die Hauptkammer der ganzen Mine. Hier wurde hauptsächlich in alten Zeiten Erz abgebaut und wenn es irgendwas gab, was gefährlich sein konnte, war es wohl hier. Wie sonst waren die Minecrawler hierher gekommen?
    Es ging langsam hinab und man vernahm schon im Gang, dass dort Wasser tropfte und durch die ganze Kammer erschallte.
    Jilvie stoppte. Der Grund war offensichtlich, denn im Schacht voraus wurde es heller. Kein Feuerschein, aber eindeutig eine Lichtquelle.
    Ormos sollte nach vorne schleichen und schauen was da war. Gebannt verfolgte man jeden Schritt des Waldläufers, versuchte jede Regung anhand der Kontur die er im Licht der Kammer vor ihnen erlangte zu deuten und musste doch darauf warten, was er ihnen als Zeichen gab. Die Hand erhob sich und sie sollten dazu kommen.

    Vorsichtig schritten sie zu Ormos und mussten dann dort angekommen wieder etwas erblicken, was für diesen Moment wohl einzigartig blieb. Zum Glück waren es keine Goblins oder andere Viecher. Nein, von der Decke tropfte es an vielen Stellen herab. Am Boden als auch an der Decke bildeten sich spitze Steine wie Onyx sagen würde und reflektierten glitzernd die vielen 'Lichtquellen'. Diese waren riesig. Allein die Stiele waren größer als Onyx und die Kappen mindestens doppelt so breit. Ihre Arme oder was auch immer die Fäden an ihnen waren, wirkten irgendwie gefährlich und doch waren sie harmlos. Die Pilze leuchteten und schimmerten in einem weiß, grün und violett-bläulichen Lichtschein und das Erz um sie wirkte so magischleuchtend wie die Erzfackeln die sie früher in Schwarzwasser benutzten. Es war ein für wahr magischer, besonderer Anblick den man an der Oberfläche dieser Insel einfach niemals vermutete.

    "Schimmerpilze...aber viel größer wie sonst.", meinte Onyx zu Murielle. Das war das Zeug, das sie besorgen sollte. So einen Großen sicherlich nicht, doch auch an den Wänden wuchsen hier und da Kleinere der selben Sorte.
    "Wahre Augenöffner, Freunde.", kommentierte Kjal und spazierte zwischen den riesigen Pilzen und blickte nach oben. Was diesen Wuchs bewirkt hatte wusste keiner. Ob es am Erz lag, das so magisch wirkte? Ob daran, dass diese Mine seit Jahrzehnten ungenutzt war? Irgendwas anderes? Fragen die keiner zu beantworten wusste.

    "Kjal! Komm zurück.", zischte Jilvie. So sehr der Anblick schön und mysteriös wirkte, ihnen das Gefühl von enen besonderen ort der Natur gab, so sehr musste man aber auch aufpassen. Kjal kam zurück und Jilvie gebot, dass die Gruppe geschlossen den Ort erkunden sollte. So schritten sie umher, begutachteten Stein und Pilz, fanden die Spuren der alten Schürferarbeiten und nicht weit vom Startpunkt entfernt eine neue Erkenntnis.

    "Hier sind sie durchgekommen. Haben einen Tunnel gegraben. Wie auch sonst.", meinte Hjarti und stand vor einem typischen Minecrawler-Tunnel.
    "Nun ist die Frage was wir machen. Da rein oder zurück?", fragte Kjal in die Runde, auch wenn Jilvie scheinbar schon entschieden hatte.
    "Spinnst du? Weißt du wohin das führt? - Siehst du ich auch nicht. Bei Beliars Hörnern! Ich kriech doch nicht in die Dunkelheit, um in ein verdammtes Minecrawlernest zu gelangen. Da sind Minecrawlerkrieger und sicherlich auch eine Königin und unzählige Eier. Willst du dort mal Hallo sagen und dich auffressen lassen oder wie, Kjal?", fragte Hjarti entrüstet.
    "Abenteuer, mein Freund. Was wenn dort ein Gang ist der uns noch tiefer irgendwo hier in die Insel führt. Wir sind jetzt hier wahrscheinlich direkt unter dem Silbersee, sonst würds nicht so tropfen. Willst du nicht wissen ob an den Legenden was dran ist, dass die verdammte Insel ein risieger, unterirdischer Tempel ist?"
    "Nein. Ich will keine Legende werden die irgendwann von anderen Tölpeln gefunden wird, die genauso bescheuert denken wie du. Mir hat der Ausflug damals in den Tiefen Sümpfen gereicht. Ohne mich! Jilvie! Brat dem Kerl eins über, sonst mach ichs!", zürnte Hjarti.
    "Hjarti hat Recht, Kjal. Wir sind Waldläufer und keine Abenteurer die nichts zu verlieren haben. Wenn du das mal machen willst, mach es. Aber alleine und nicht wenn ich das Kommando und die Verantwortung für dich habe. Verstanden?", fragte Jilvie. Kjal nickte etwas enttäuscht.
    "Gut. Das Ding hier ist groß genug. Hjarti und Ormos. Ihr haltet hier Wache. Wir schauen uns weiter um. Vielleicht finden wir noch interessante Dinge. Ich kann euch sagen, dass vor zwei Jahren diese Pilze noch nicht da waren. Damals war hier das Wasser hüfthoch."

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    Schwertmeister Edon Mesotes's Avatar
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    Edon Mesotes is offline

    Stewark

    "Ich möchte für den ersten Tag jeder Woche ein Messer vom Schmied in Thorniara bestellen. Ich bezahle jetzt das Erste und jedes Mal, wenn ich ein Messer hole das Nächste."
    Der Händler sah ihm mit abschätzigem Blick an, der an die Rückwand seines Schädels zwei Fragen zu meißeln schien, auf die er dringend eine Antwort haben wollen würde, bevor er mit diesem dubiosen Fremden irgendein Geschäft machen würde: wie dämlich war dieser Kerl und wie viel Geld konnte er damit machen?
    "Ein Messer?"
    "Ja."
    "Je am ersten Tag der Woche?"
    "Genau."
    "Für jede Woche, bis sie es wieder abbestellen?"
    "Exakt."
    "Ihnen ist schon bekannt, dass man ein Messer mehr als einmal verwenden kann? Und sie halten sich für gewöhnlich länger als eine Woche."
    "Völlig richtig. Also ein Messer am ersten Tag der Woche aus Thorniara, bis ich sage, dass ich keine mehr brauche."
    "Und sie wissen auch, dass wir auch hier in Stewark einen Schmied haben, der genau so gut arbeitet wie der in Thorniara?"
    "Natürlich. Ist mir nur völlig egal."
    Der Händler blinzelte zweimal, zuckte mit den Schultern und holte ein schweres, in Leder gebundenes Buch unter seinem Tresen hervor, in das er eine Notiz kritzelte. Er stockte kurz mit der Feder und schielte wieder zu Edon hoch.
    "Und der Name ist...?"
    "Edon Mesotes."
    Der Händler kritzelte wieder, dann schlug er das Buch zu und hielt die Hand auf. Der Dieb ließ einen kleinen Geldbeutel in dessen Hand gleiten, der Händler zählte das Geld nickte und verstaute auch den Beutel.
    "Ich achte eigentlich auf meine Diskretion, aber... darf ich fragen, wofür sie das brauchen? Ich meine, sie könnten doch auch einfach jetzt ein Dutzend Messer bestellen."
    "Ich brauche sie, um einen Geist zu beschwören. Guten Tag noch."


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    Pfützenspringerin Murielle's Avatar
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    Murielle is offline
    Zwar hatten sie sich gründlich umgeschaut, aber wie zu erwarten war, hatten sie hier nicht besonders viel finden können. Sie stießen auf die skelettierten Überreste eines Menschen, aber außer ein paar in Fetzen an den Knochen hängenden halbverrotteten Kleidungsresten war da nur noch ein Ring, der an seinem skelettierten Finger steckte. Wertvoll wirkte er nicht, eher schlicht und einfach gehalten, aber Murielle nahm ihn trotzdem an sich und betrachtete ihn unter dem Licht ihrer Fackel. Am Innenrand schien das Schmuckstück eine Gravur zu haben, die nur schwerlich zu entziffern war, aber es sah ganz so aus, als würde dort „Mael + Yara“ stehen. Bei dem Toten handelte es sich also vermutlich um jemanden namens Mael und Yara wäre dann wohl seine Geliebte, Frau, Gefährtin, was auch immer. „Ich werde den mitnehmen, vielleicht treffe ich ja irgendwann auf diese Yara und kann ihr den Ring zurückgeben. Einen lohnenden materiellen Wert hat das Ding jedenfalls nicht.“, meinte Murielle zu Kjal, der nun neben ihr stand und neugierig schaute, was sie gefunden hatte.


    Zurück bei den riesenhaften schimmernden Pilzen, sammelte Murielle ein paar der kleineren Exemplare ein und verpackte diese sorgfältig in den dafür vorgesehenen Behältern, die Osmo ihr mitgegeben hatte. Bevor sie die Kammer verließen, hielt sie noch einmal kurz inne, um den unvergleichlichen Anblick zu genießen. Begraben unter all den Tonnen von Erde, in den tiefsten und finstersten Gängen hätte sie nie solch eine Schönheit erwartet.

    Auch von den Dämonenkäppchen nahm Murielle so ziemlich alle mit, die sie finden konnte und als sie dann vor dem Blasenpilz stand, wie Onyx ihn genannt hatte, entschied sie, dass sie diesen auch einpacken und Osmo zeigen würde. Sicher wusste dieser, was man damit bewirken konnte und wenn nicht, würde er es vermutlich bald herausfinden.

    „Warum halten wir eigentlich keine Goblins als Gefangene?“, fragte Murielle Onyx, während sie alle zurück zu Ricklen, Gundas und Cery gingen, „Wenn deren Exkremente so bemerkenswert guter Dünger sind, dann wäre das doch eigentlich naheliegend, oder? Dass Snapper zu gefährlich sind, okay, aber so ein paar gut weggesperrte Goblins?“

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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Onyx is offline
    "Nicht gut funktionieren. Sowas schon versucht worden, aber Gobbos auch haben freien Willen. Nicht sein wie Molerat. Wenn du halten Gobbo gefangen, er machen Lärm die ganze Zeit. Wenn du fesseln oder schlagen, er werden schnell krank oder weigern zu essen. Gobbos man nicht halten kann. Sie zu wild.", erklärte Onyx.
    "Und vergiss nicht, dass es nunmal Goblins sind. Wir mögen sie zwar töten und beseitigen, aber es nicht unser Weg Lebewesen zu quälen, damit ein paar Blumen etwas mehr wachsen. Selbst damals in schwarzwasser hatten wir im Dorf ausser ein paar Hühnern und einem Moleratgehege kein Vieh. Es macht letztlich zu abhängig, wenn du mir damit folgen kannst.", meinte Hjarti und klang mal ganz erwachsen.
    "Orks halten sich Goblins. Aber auch nur um sie zu essen. Ich habe mal in Montera gesehen wie ein Ork einen Goblin erst über offenen Feuer grillte. Dann einen Laib Brot aufschnitt, paar Zwiebelscheiben und Moleratfett noch drauf machte und letztlich den gegrillten Goblin dazwischen legte. Danach...hat er ihn gegessen wie wir ein Schinkenbrötchen. Mit Haut und Knochen. Es knusperte und roch nach gebratener Ratte. Jamjamjam...", erzählte Kjal fast schon begeistert. Viele verzogen das Gesicht.

    "Naja um noch mal auf die Goblinscheiße zu sprechen zu kommen - man muss halt ein wenig was riskieren, um daran zu kommen. Aber wenn man weiß wo sie sind und wo sie sich bewegen, findet man schnell das was man suchte. Angeblich soll jede Beere die man darauf pflanzt zu einer Goblinbeere werden.", meinte Jilvie, ehe sie die Kammer erreichten, wo Ricklen und die anderen waren. Kurz wurde erzählt was man gefunden hatte und dann der Abmarsch vorbereitet. Mit dem Einsatz aller wurde der Zugang in diese Kammer dicht gemacht. Jilvie war die Letzte die sich durch eine Lücke zwängte, nachdem sie die aufgebergten Goblinkadaver angezündet hatte.

    "Dann mal los, bevor der Rauch zu dicht wird.", hieß es und man eilte aus der Mine in Richtung Ausgang. Dieses Mal jedoch dann in Richtung Gespaltene Jungfrau. Mit ein wneig Glück war dort ein Barbier, der Ricklen ein wenig besser helfen konnte und wenn nicht, dann könnten sie dort Ricklen so versorgen, damit die Reise ins Bluttal einfacher ging.

    "Du mit alten Freund ins Bluttal kommen? Oder neue Ziele?", fragte Onyx.

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    Pfützenspringerin Murielle's Avatar
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    Murielle is offline
    Lange musste sie nicht überlegen und Cery nickte zur Bestätigung, als sie ihm einen stumm fragenden Blick zuwarf. Erstaunlich, so lange wie die beiden einander nicht gesehen hatten und trotzdem funktionierte die Kommunikation noch immer, als wären sie nie getrennt gewesen.
    "Ich möchte auf jeden Fall Osmos Pilze bei ihm abliefern und mich weiter um den Garten kümmern. Da ist noch einiges zu tun. Das hat sich nicht geändert und Cery nehme ich erst einmal mit, vielleicht kann er sich ja auch irgendwie nützlich machen."

    Während sie weitergingen, hatte Murielle endlich Zeit, sich mit dem wiedergefundenen Gefährten zu unterhalten, ohne dass alle neugierig um sie herumstanden. "Was machst du auf Argaan? Und wie lange bist du schon hier?", fragte sie Cery.

    "Nachdem du mich bei Danika gelassen hast, um mit diesem seltsamen Typen aufzubrechen, bin ich noch eine ganze Weile dort geblieben, habe auf dem Hof geholfen und ein wenig gejagt. Was ist eigentlich aus dem geworden? Ich weiß nichtmal mehr wie er hieß."

    Murielle musste kurz nachdenken, dann fiel ihr ein, wen er meinte:"Achso, Gwydion. Keine Ahnung, hab ihn lange nicht gesehen. Ist doch auch egal, nun erzähl schon wie du hier hergeraten bist!"

    "Ja, nun gut. Ich war also noch eine Weile dort, habe mich dann aber entschieden nach Calintz zu suchen. Oder nach dir. Ihn zu finden, scheint gar nicht so leicht zu sein. Es ist ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, wie ich hörte und das wird ihn noch vorsichtiger agieren lassen als ohnehin schon. Du weißt auch nichts über ihn, oder?" Sie schüttelte zur Antwort nur traurig den Kopf und Cery sprach weiter: "Auf jeden Fall war es sehr viel einfacher, dich zu finden oder zumindest deinen letzten Aufenthaltsort. In Thorniara konnte man mir leider nicht weiterhelfen, einigen Nachbarn war zwar aufgefallen, dass du lange nicht dort gewesen warst, aber wohin du gegangen sein könntest, das wusste auch niemand zu sagen."

    "Nun hast du mich ja gefunden, oder besser gesagt ich dich. Gab es dafür einen bestimmten Anlass? Oder wolltest du nur von mir wissen, wo du Cal finden kannst? Da kann ich dir wirklich nicht weiterhelfen."
    , antwortete Murielle ein wenig beleidigt darüber, dass es ihm anscheinend gar nicht um sie gegangen war, sondern dass sie lediglich als ein etwas besserer Spürhund dienen sollte.

    "Nein. Nein!",
    antwortete er und seufzte dann tief. "Natürlich habe ich auch nach dir gesucht, nach euch beiden gleichermaßen. Und ich bin froh, darüber, dass du mich gefunden hast und das hat nichts mit der misslichen Lage zu tun, aus der ihr mich und die anderen befreit habt und ich möchte dich gern begleiten. Wenn wir Calintz irgendwann aufspüren können, gut, aber wenn nicht, dann ist es auch egal."

    Im Glätten von Zorneswogen war Cery schon immer gut gewesen und nicht selten hatte er es geschafft, dass Muri und Cal einander nicht zerfleischten, sondern stattdessen vernünftig miteinander sprachen. Und selbst wenn das was er sagte nicht stimmte und er einzig und allein nach seinem ehemaligen Meister gesucht hatte, so spielte das keine Rolle. Er war nun erst einmal hier und das war gut so; sie freute sich sehr über seine Gesellschaft.

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    Schwertmeister San Daran's Avatar
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    San Daran is offline
    Missmutig schielte der Pirat in seinen Krug. Bier. Naja einem geschenkten Gaul schaute man nicht ins Maul. Er fischte eine Fliege aus dem Gesöff und schmiss sie auf Rob, dann nahm er einen kräftigen Schluck und zwang sich, nicht sein Gesicht zu verziehen. Alkohol war zwar Alkohol, aber schal musste man sich die ersten Paar trotzdem reinwürgen. Rum wurde nicht so schnell schal. Er entschuldigte sich, dass die Natur rief, und ging heimlich zur Bar, ohne dass seine Freunde zusahen. Er erkundigte sich nach den Schnäpsen. Zum Glück gab es bei all den Fischern auch Rum und er ließ sich seine Flachmänner auffüllen. Dass ihn noch nie jemand gefragt hatte, woher sein anscheinend unendlicher Vorrat an Rum kam. Das Geheimnis waren viele Taschen, wenig Besitz und mehrere Flachmänner.
    Am Tisch angekommen schüttete er sich einen großzügigen Schluck in das geschmacklose Pisswasser, unaufällig verstand sich, und versuchte weiterhin den Gesprächen zu folgen. Es ging um irgendeine Frau, die San nicht kannte. Sehr gut, dann konnte er sich gedanklich abschirmen.

    Waffen zu schmieden, die nicht wie solche aussahen... Da fielen ihm nur zwei Möglichkeiten ein: Erstens, Werkzeug, dass man an Deck brauchte umzuschmieden, dass es auch im Kampf taugte oder Waffen in Gegenständen verstecken.
    Der Vorteil bei Ersterem war, dass dies kaum illegal sein konnte, doch würde es wissenden Seemännern, wenn welche bei den Soldaten dabei waren, wohl auffallen. Außerdem wären sie nicht ganz so gut im Kampf gebrauchbar. Der Vorteil bei dem Zweiten wäre, dass man wohl stärkere, stabilere und gefährlichere Waffen herstellen könnte, doch wenn diese gefunden werden würden, wäre die ganze Aktion in Gefahr. Außerdem wollte Borran wohl nicht, dass sie versteckte Waffen trugen, dasselbe galt wohl, wenn sie ihm Boot versteckt worden wären.
    Ein Seemansmesser trug jeder Seemann, damit konnte er sie wohl ausstatten. Außerdem Messer zum Ausnehmen von Fischen und Netzte ließen sich sicher auch besorgen. Mit Kleedkeulen konnte man sicher auch Schädel einschlagen, sowie mit Drehknüppeln. Vielleicht ließen sich die Ruder auch unter den Ruderblättern anspitzen, sodass diese abgezogen werden und man einen Holzspeer in der Hand hält.

    Wie in Gedanken zog er sein Notizbuch heraus und machte Skizzen der Gegenstände. Gestänge zum heranziehen von anderen Booten oder Anlegestellen ließen sich sicher auch mit einer schmiedernen Spitze versehen, sowie Äxte zum Abtrennen von Täuen. Wenn man so darüber nachdachte konnte man schon mit normalem Segelwerkzeug eine kleine Söldnertruppe ausstatten.

    Als seine Skizzen halbwegs standen schob er sie zu seinen Freunden rüber. "Was haltet ihr von diesen Dingen. So wie sie gezeichnet sind, kann man sie auf jedem größeren Segelboot finden. Natürlich lassen die sich noch modifizieren!"

  13. View Forum Posts #53 Reply With Quote
    Ratler, nicht Mod!  Dennik's Avatar
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    Da wo der Pfeffer wächst
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    Dennik is offline
    Sie tranken ihr warmes Bier und bereiteten sich gedanklich auf ihre Weiterreise vor. Eine Nacht wollten sie noch hier in der Taverne verbringen und dann frühs weiter zum Fort aufbrechen. Vielleicht würden sie sich dann aufteilen. Dennik jedenfalls würde Lukar am Silbersee aufsuchen. Vielleicht hatte er Glück und konnte den Verbündeten dort aufspüren, im Notfall jedoch würde er einen Abstecher nach Thorniara machen müssen, ehe er dann zurück zum Fort kommen konnte. Es war wichtig für ihre Aktion, dass ihr Abnehmer wusste, dass ihn eine weit größere Lieferung erwartete als gewöhnlich. Auch wenn das bedeutete, dass Dennik ein paar Tage mit Suchen verbringen musste.

    Interessiert schweifte der Blick des Meisterdiebs über seine Freunde. Sie hatten viel vor und er war gespannt, wer sich wie einbringen würde. Sie hatten viel Freiraum von Borran erhalten und jetzt mussten sie das Beste daraus machen. San kritzelte bereits aufgeregt in seinem Notizbuch herum und versuchte seine Gedanken in Bilder umzusetzen. Der Auftrag von Borran jedenfalls schien ihn bereits voll einzunehmen. Die Augen des bärtigen Jägers stoppten, als Caizar ihn ansprach. Der Dieb visierte den exotischen Mann an. Dieser schien in Gedanken immer noch bei Chala hängen geblieben zu sein. Dennik fühlte Mitleid in sich aufsteigen. Es musste wahrlich Liebe sein, wenn man in ein kleines Boot stieg, sein Leben hinter sich ließ und das alles nur um eine Frau auf einer fremden Insel zu suchen und zu finden.

    "Tut mir Leid, Caizar, Colo... Kolo? Ich habe sie lange nicht mehr gesehen. Ich habe sie in Tooshoo getroffen, kennengelernt. Dort wo wir das erste Mal getroffen, dort habe ich auch Chala getroffen. Wir sind den selben Weg gelaufen, wie wir jetzt. Sie ist sicher noch auf dieser Insel. Leider haben wir uns dann verloren und ich weiß nicht, wo sie hin ist...", versuchte der Meisterdieb sich zu erklären ohne allzu viel über die Eigenheiten und seine Wut über das verrückte Mädchen preiszugeben.

    Als hätte San, der halb besoffene Pirat, gar nichts von ihrer Unterhaltung mitbekommen, mischte er sich nun ein und schob ihnen seine Kritzeleien hin. "Soll das ein Pimmel sein, oder eine Innosstatue?", fragte Dennik, der die Zeichnungen nicht gut deuten konnte. Vielleicht lag es ja daran, dass er sie nur über Kopf betrachten konnte, oder vielleicht lag es ja auch am Alkoholkonsum des bärtigen Bärenflüsterers.
    Last edited by Dennik; 27.03.2016 at 20:19.

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    Schwertmeister Avik's Avatar
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    Avik is offline
    Beliars Reich war über sie hereingebrochen und Avik war in einen wahren Kampfrausch verfallen. Keine Angst, keine Schmerzen und kein Zeitgefühl beschäftigten ihn mehr. Er versuchte Kjarls Flanke zu verteidigen und sich selbst vor den Angriffen der vielen Goblins zu schützen. Er schlug um sich, mal mit Präzision, mal aber auch hektisch einfach um der Schar an Goblins irgendwie Herr zu werden. Es stank nach Goblin, schmeckte nach Blut und die ganze Höhle vibrierte förmlich vor den Todes- und Kriegsschreien der kleinen Grünhäute. All das ließ den Kampf für den Ordensbruder wie ein gewaltiges Schlachtfeld wirken in welchem Kjarl und er selbst längst um ihr reines Überleben kämpften. Blaue Flecken und Prellungen sammelten sich an seinen Oberschenkeln und Beinen, denn oft war er einfach nicht schnell genug um alle Goblins gleichzeitig abzuwehren. Und doch schafften sie es irgendwie den Goblins Stand zu halten. Mal half Kjarl ihm aus und unterstütze ihn, mal war es umgekehrt und der ehemalige Krieger Innos` hielt die Goblins auf Abstand.

    Mit einem Auge versuchte der Braunhaarige zudem den Anführer der Goblins im Blick zu behalten. Noch hielt er sich im Hintergrund und ließ seine Arbeiter und Krieger die Männer attackieren, doch wie lange würde er noch zusehen? Wie viele seiner Männer würde er opfern? Es kam der Moment, ein weiterer Gegner wurde von Kjarl in Stücke geschlagen und auch Avik nahm das Leben eines weiteren Goblins, da brüllte der Anführer über die Köpfe seiner Krieger hinweg und nahm Anlauf.

    Schnaufend und schweißüberströmt sahen Kjarl und Avik dabei zu, wie eine feste Formation von Goblins inklusive ihres Königs auf sie zukam. Einen Moment lang hatten sie Zeit nachzudenken. Der Schmerz wurde deutlich und Avik spürte die Erschöpfung. Sie hatten es bis hierhin geschafft und beinahe die komplette Höhle der Goblins gesäubert. Natürlich waren es nur die Arbeiter, die Schwachen und Jungen gewesen, denn die Jagdtrupps hatten sie ja geschickt umgangen, und doch hatte die schiere Anzahl sie überfordert. Jetzt hatten sie es zudem mit einem entschlossenem Angriffskommando zu tun. Einer dichten Gruppe von Goblins, die sich um ihren König scharte. Es war der letzte Versuch, den die Goblins unternehmen würden.

    Avik griff sein Schwert fester und machte sich bereit. Auch Kjarl positionierte sich neu an der Seite seines Kampfgefährten und gemeinsam versuchten sie die Welle der Monster zu stoppen. Der erste ankommende Goblin wurde von Avik abgestochen, doch die nächsten zwei rannten einfach gegen ihn. Panisch hackte Avik über ihre Köpfe hinweg und erledigte einen weiteren Goblin. Auch Kjarl schien von der dichten Masse überfordert zu sein. Einer der nahen Goblins biss dem jungen Myrtaner in die Seite und ließ Avik schmerzerfüllt aufschreien. Wütend wich er zurück und entledigte sich den beiden nächsten Goblins. Verzweifelt stellte er aber fest, dass gleich zwei weitere Goblins nachrückten und die Seite von Kjarl nun ungeschützt war. Dieser war selbst noch mit einem Goblin vor sich beschäftigt. Während schon wieder Hiebe auf Avik niedergingen und den Kämpfer beinahe zu Boden gehen ließen, sah Avik noch, wie der Anführer der Goblins, der eigentlich auf ihn zugestürmt war, die Situation richtig einschätze, stoppte und die freigewordene Seite von Kjarl angriff. Der Schüler sah sich nun zwei Goblins ausgesetzt, während Avik zu Boden ging und versuchte den Keulen seiner Angreifer her zu werden.

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    Schwertmeister Kjarl's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Kjarl is offline
    Wie ein unaufhaltsamer Keil trieben sich die Goblins zwischen Kjarl und Avik und schoben sie einige Schritte auseinander. Mit Schrecken sah Kjarl, wie Avik zu Boden ging und schickte sich an, ihm zu Hilfe zu eilen, doch der gewaltige Hieb eines Streitkolbens ließ den Jäger zurückschrecken und mit weit aufgerissenen Augen starrte er in die bösen Augen des Goblinkönigs, der bereits zu einem weiteren Hieb ausholte.

    Kjarl tänzelte rückwärts, wohl wissend, dass er der Wucht dieses Schlages wohl nicht gewachsen sein würde. Hinzu kam, dass einer der Kämpfer ihn unablässig attackierte, so das ein Zurückweichen unumgänglich wurde. Kjarl versuchte Avik im Getümmel zu entdecken, ihn wieder aufgerichtet und das Schwert schwingend zu sehen, doch fand er ihn nicht mehr als ein Augenblick blieb Kjarl nicht, denn schon wieder schnellte das rostige Schwert des Kriegers heran, welches Kjarl elegant parierte, um zu einem schnellen Gegenangriff anzusetzen, doch ließ ein wuchtiger Schlag des Anführers den Angriffsversuch unvollendet versiegen. Kjarl atmete keuchend aus und warf einen Blick nach hinten. Was er sah konnte ihm nicht gefallen. Er steuerte gerade auf eines der großes Feuer, was ihm zwar den Rücken freihielt, aber auch jede Bewegungsfreiheit nahm. Mit einem weiten Schlag schaffte er sich einen Moment Luft, dann suchte er sich leicht gebeugt einen festen Stand und erwartete die folgenden Attacken.

    Es war der Anführer, der zuerst auf Kjarl losging. Der Jäger umging den Schlag mit zwei schnellen Schritten und wollte einen Stich gegen seinen Kontrahenten führen, doch der zweite Goblin kam ihm zuvor und schnitt dem Bärtigen eine schmerzende Wunde ins Bein. Kjarl schrie vor Schmerz, der Goblin jubelte. Kjarl wich zurück, gerade noch rechtzeitig, um der schweren Keule des Anführers zu entgehen. Wieder schnellte der zweite Goblin nach vorn, beflügelt von seinem letzten Treffer, doch diesmal schlug Kjarl ihm die Klinge nach unten und ließ im nächsten Augenblick die linke Faust in die hässliche Goblinfratze krachen. Schmerzen durchzogen Kjarls Hand, doch im Gesicht des Goblins knackte es ebenso und bevor Kjarl den Schmerz richtig spürte, packte er die Grünhaut an der Gurgel und schleuderte sie hinter sich, wo er das Prasseln des Feuers vernahm.

    Jetzt schoss das Schmerzgefühl in Kjarls Hand und ließ ihn erschaudern, so dass er einem Keulenschlag fast nicht mehr entkommen konnte. Krachend ging die Waffe auf den Steinboden nieder, wo Kjarl gerade eben noch gestanden hatte. Doch der Jäger ließ sich nicht einschüchtern. Er attackierte schnell, führte einen Hieb gegen die Arme des Gegners aus, so dass dieser keinen neuen Angriff einleiten konnte, und ließ die Klinge dann in Richtung Oberkörper gleiten. Mit einem klirrenden Laut prallte sie an der Rüstung des Goblinkönigs ab, doch Kjarl setzte nach. Einerseits wollte er verhindern, dass weitere Krieger in das Duell einsteigen konnten, andererseits hatte erkannt, dass der schwere Streitkolben nicht geeignet war, um schnelle Schlagfolgen begegnen zu können.
    Kjarl begann mit der Kombination, die er unter Aviks Anleitung verinnerlicht hatte. Vom rechten Fuß ausgehend zog er die Klinge schräg nach oben. Sein Gegner ging zurück und konnte der Attacke so entgehen. Auch der direkt folgende waagerechte Schlag fand kein Ziel, doch schnellte Kjarl direkt nach vorn und schlug schräg nach unten auf die Beine des Gegners, die er auch traf. Ein schmerzerfüllter Schrei erklang. Jubel blieb aus, denn Kjarl setzte den Angriff fort, indem er mit einem Ausfallschritt nach dem Kopf des Gegners stach. Doch der Jäger rutschte weg, traf irgendetwas, sah jedoch nicht was und rollte sich zur Seite, um wieder festen Halt zu finden. Schnell sprang er auf die Beine und sah zwei Goblins vor sich, während er den Anführer nicht mehr entdecken konnte. War er tot? Waren die Krieger herzu geeilt, um ihren verletzten König zu schützen? Er wusste es nicht und hatte keine Zeit, um darüber nachzudenken. Stattdessen parierte er den Schlag des ersten Angreifers und konterte mit einem Stich in die Schulter des Goblins, bevor er einem zweiten Angriff auswich und die beiden mit drei weiten Schlägen zurücktrieb. Kjarl keuchte. Seine Lunge brannte wie Feuer und sein Waffenarm schmerzt. Die linke Hand konnte er kaum bewegen und aus dem Schnitt an seinem Bein lief noch immer Blut. Er wünschte sich weg, weit weg, doch war dies nicht möglich. Also packte er die Waffe fester und schritt wieder nach vorn, dahin, wo er Avik aus dem Blick verloren hatte.

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    Luke Drake is offline

    Stewark

    Luke war die meiste Zeit in Gedanken gewesen, während sie sich in der Taverne in Stewark aufhielten und beteiligte sich deshalb nur sehr oberflächlich an Gesprächen.
    Erst als San seine Zeichnungen zeigte war der junge Dieb wieder voll dabei.

    "Also echt mal Dennik, man sieht doch dass das eine Beliarstatue sein soll", meinte Luke kopfschüttelnd und kippte den letzten Rest seines abgestandenen Bieres rein.
    Dann guckte sich Luke noch einmal die Zeichnungen an und kratzte sich am Kinn.
    "Solange wir uns damit verteidigen können bin ich zufrieden. Du bastelst uns da schon was Vernünftiges, San. Aber ganz ehrlich, wir müssen uns so langsam mal Reichsbürgerurkunden beschaffen", sagte der Dieb und gähnte herzhaft.
    "Ich glaub ich leg mich schlafen. Morgen brechen wir dann auf? Ich würd mich dann auf ins Fort machen. San du könntest ja dann mitkommen und schon mal anfangen die Waffen zu schmieden", schlug Luke vor und schaute dann seine Freunde an.
    Last edited by Luke Drake; 29.03.2016 at 17:47.

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    Veteran Calan's Avatar
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Calan is offline
    Hustend und Wasser spuckend kam der Varanter zu sich. Seine Finger gruben sich in nassen Sand und hinterließen eine Abdruck seiner Hand, als er sich aufstemmte und seine Füße aus der kalten Gischt zog. Seine ohnehin für die warme Wüste ausgelegte Kleidung war nass und klamm und klebte ihm schwer an den Körper, doch er hatte sie noch. Seine anderen Habseligkeiten, allen voran sein Goldsäckel hatte die Flut weggeschwemmt und in die schwarze See gezogen.
    Zitternd rappelte Calan sich auf, verschränkte wärmend die Hände vor seinem Oberkörper. So hilflos hatte er sich nicht mehr gefühlt, seit die Ratte aus der Falle entwischt war, und sie ihn gezwungen hatte, unter den Ratten zu leben. Versteckt und im Dunkeln, fernab der Menschen, die ihn erkennen konnten, bis er ein Schiff fand, das Kurs Richtung Vengard setzte und von dortaus nach Thorniara weiterfahren wollte. Lange bevor sie in der Hauptstadt Argaans einlaufen konnten, nutzte Calan die Gunst der nächtlichen Stunde und ließ ein Beiboot ins Wasser, mit dem er Argaan umrunden konnte. In der Stadt wäre er sicher nicht erwünscht, und als Deserteur und Verräter Innos‘ gebrandmarkt worden, hätten sie ihn gefunden. Doch wie konnte sein Wunsch, das Böse und Dunkle in Bakaresh zu vernichten gegen den Willen des höchsten aller Götter sein?
    Doch auch das Schicksal schien die Meinung zu teilen, dass Calan bestraft werden sollte. Als Varanter war er an Schiffe nicht gewohnt und selbst das einfache Ruderboot widersetzte sich seinem Befehl. Es dauerte nicht lange, da kenterte er und konnte sich lediglich am gekippten Rumpf festklammern, bis ihn Erschöpfung und Müdigkeit übermannte und er langsam spürte, wie seine Hände abgleiteten.
    Doch er hatte überlebt und das Ufer erreicht. Schwach und erschöpft zwar, doch lebend und grundsätzlich gesund, von Schrammen, Beulen und Kratzern abgesehen. Weit vor sich sah er ein Haus, das eine Taverne oder ein Gasthof sein konnte, oder ein Gut. Mühsam schleppte er sich vorwärts und hoffte, eine warme Suppe oder zumindest einen Platz am Kamin erbitten zu können.

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    Schwertmeister Edon Mesotes's Avatar
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    Im Mäander des illustren Irrsinns
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    Edon Mesotes is offline

    Auf den Dächern von Stewark

    Es war schon fast verdächtig ruhig. Kaum etwas regte sich in der immer mehr zu einem dichten Gewirr von Schatten verschwimmenden Silhouette der Gasse. Das war dem Dieb nur recht. Es war nicht leicht, einen Geist zu fangen. Er konnte sich Wochen, vielleicht Monate Zeit lassen, bevor er sich zeigte und dann musste man genau aufgepasst haben, um ihn überhaupt zu erkennen. Ein Geist, der wandelte direkt unter den Menschen, Tag für Tag schleppte er sich gleich jedem anderen durch das irdische Jammertal, doch man sah ihn nicht. Vielleicht seufzte er einmal oder flimmerte leicht im Tageslicht, nur dann konnte man ihn mit viel Glück und Geschick erspähen, doch meist zog er unerkannt und unbehelligt durch die Welt. Menschen trotteten an ihm vorbei wie im Traum, bekamen nichts von ihm mit und dann war der Augenblick verflogen. Edon blies kleine Rauchschwaden durch die Lippen. Wenn er schon auf einem Dach hockte, dann tat er am besten auch gleich noch so, als sei er ein Schornstein. Ein kleiner Schornstein. Die kleinen Dinge waren es, die nicht auffielen. Und in einer Welt, in der sich mollige Weiblichkeit unter einander um einen Diamantring prügeln konnte und Priester eine Hundertschaft Unbeteiligter unter den ermunternden Peitschenhiebes des örtlichen Potentats dazu motivieren konnte, das goldene Abbild einer wahrscheinlich vermutlich ein bisschen allmächtigen höhergeordneten Existenz, die keiner von ihnen je auch nur gesehen hätte, in die nächste Tempelwand zu klöppeln, in einer solchen Welt, wer würde da noch nachfragen, nur weil sich ein Lokalexzentriker einen Schornstein in Abbild eines rauchenden Landstreichers auf's werte Eigenheim gepflanzt haben wollte. Edon grinste in sich hinein und fing an, zu murmeln:
    "Ich bin ein Schornstein, ich bin ein Schornstein, geh weiter, es gibt hier nichts zu sehen, ich bin ein Schornstein, ich bin ein Schornstein..."
    Er rief sich innerlich zu Räson, galt es doch, sich der ernsthaften Aufgabe zu widmen, eine windige Gestalt zu erspähen, die möglicherweise bei gutem Wetter und wenn die Sterne stimmten eventuell hier irgendwann mal in ein paar Wochen auftauchen könnte. Und dann musste er... ja, was tat er dann eigentlich? Was war der nächste Schritt, wenn er seine Schauergestalt erst einmal gefunden hatte? Sicherlich ließ sich auch der Verschlossenheit eines Geistes mit einer Flasche Schnaps, einem Messer oder einem Säckchen Gold beikommen. Es gab für alles eine Lösung und wie die Menschen seit Alters her wussten, kam sie meisten in diesen drei Varianten daher. Vielleicht würde ihm ja als reiner Glücksgriff ein manisch-depressiver Schuldengeist mit einem massiven Alkoholproblem vor die Füße stolpern...

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    Schwertmeister Edon Mesotes's Avatar
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    Edon Mesotes is offline
    Edon besah sich das Messer ganz genau von allen Seiten, ehe er drei Goldmünzen auf den Tisch legte und sich gedankenverloren zum Gehen wandte. Er war sich nicht ganz sicher, ob so was in Thorniara als Handwerkskunst durchging und wenn ja, wie es das rote Gewusel je geschafft hatte, sich dort häuslich einzurichten, ehe sie mit ihrem dilettantisch zusammengetrümmertem Eisenschrott von einer Horde aufgebrachter Einheimischer auf die hohe See zurückgeprügelt worden waren. Auf der anderen Seite hätten die Rotröcke und ihre Schmiede mit der lokalen Echseninvasion sicherlich auch dann wenig genug Freizeit gehabt, selbst wenn sie nicht gerade mit den Allüren ihrer Nachbarn plagen mussten. Welche schmiedekünstliche Perfektion wollte man da noch von der vermutlich überarbeiteten und unterbezahlten Persönlichkeit erwarten, der dieses Messer vom Amboss gerutscht war? Er schloss die Tür des Ladens hinter sich und kratzte mit dem Messer nachdenklich über das Holz, wo es eine helle Kerbe hinterließ. Wenigstens war es so etwas ähnliches wie scharf.
    Etwas pfiff mit einem scharfen Sirren an seinem Kopf vorbei und schlug eine Elle von ihm entfernt ins Holz ein. Ein Splitter löste sich und traf ihn an der Wange, wo er ein kurzes lästiges Stechen hinterließ. Seufzend griff Edon nach dem Geschoss und zog den Pfeil aus dem Holz, ehe er in die Richtung des hinterhältigen Bösewichts schielte. Er entdeckte auf einem Dach auf der anderen Straßenseite eine Silhouette im Gegenlicht, überquerte in lockerem Lauf die Straße, sprang auf den Sims eines offenen Fensters, von dem aus nach oben und hangelte sich am Dachbalken in die Höhe.
    Mit einer Mischung aus gespielter Empörung und unverhohlener Belustigung warf er der mit schwarzen Haaren umrahmten Gestalt ihren Pfeil zu.
    "Hierzulande ist es eigentlich Sitte, den Bekannten eine Kleinigkeit aus fernen Landen mitzubringen, aber ja: sie nicht zur Begrüßung zu erschießen, obwohl man gekonnt hätte, geht sicher auch irgendwo als Höflichkeit durch."
    Mana lächelte mit einer Mischung zurück, die ein bisschen Wiedersehensfreude, einen Tropfen Verwirrung und vor allen Dingen Ärger über Dinge, die nicht so waren, wie sie sollten, ausdrückte...

  20. View Forum Posts #60 Reply With Quote
    Schwertmeister Avik's Avatar
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    Avik is offline

    Vor der Höhle

    Die Goblins hatten ihnen derbe zugesetzt und so ganz wusste Avik nicht, wie sie es aus der Höhle geschafft hatten, doch es blieb keine Zeit darüber nachzudenken, oder gar eine Pause zu machen. Die Jagdtrupps des Stamms waren immer noch hier draußen in den Wäldern unterwegs, suchten nach ihnen, oder wollten die Bauernhöfe aufmischen. Es bleib also keine Zeit zu verlieren. Blut lief Avik über die Stirn und schmerzen stachen ihm durchs Bein. Die Goblins hatten ihn überrumpelt, umgeworfen und auf ihn eingeschlagen. Er hatte sich zusammengekrümmt und versucht den Keulen auszuweichen, ehe er sein Schwert wieder zu fassen bekommen hatte. Es hatte unendliche Anstrengung gekostet die schwere Waffe im Liegen nach oben gegen die Goblins zu jagen und im ersten grünen Monster hatte sie sich auch so gleich festgesetzt. Eine Keule hatte er geworfen und mit den Fäusten um sich geschlagen, ehe Kjarl ihm zu Hilfe gekommen war. Der Jäger hatte ihm das Leben gerettet, so viel stand fest. Sie stützen sich gegenseitig und versuchten Land zwischen sich und dem Höhleneingang zu bringen. Schwindel und Schmerzen mischten sich und ergaben einen tranceartigen Zustand, der dem Ordensbruder verrückterweise sogar dabei half diese Tortur ohne großes Meckern zu überstehen und die Zähne zusammen zu beißen.

    Abseits der Bauernhöfe ließen sie sich schließlich in einen der großen Büsche fallen. Sie hatten diese Gewächse bereits genutzt um den Jagdtrupps der Goblins aufzulauern und nun nutzen sie den Sichtschutz um ihre Wunden zu lecken und sich eine Atempause zu gönnen.

    "Verdammt, Kjarl... du hast mir gerade echt aus der Patsche geholfen, danke", schnaufte der braunhaarige ehemalige Milizionär und schaute seinem Lehrling eindringlich in die Augen. Einen Moment verharrte er so um die Tragweite des Tuns des Jägers zu betonen, dann schloss er die Augen und gab sich ganz der Erschöpfung hin. Einen Moment würde er sich gönnen, dann mussten sie schauen wie es weiter ging.

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