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    Pfützenspringerin  Murielle's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Sie sah ihm fest in die Augen, nachdem sie einen weiteren Schluck Wasser getrunken hatte, für welches sie überaus dankbar war. Erheblich dankbarer als für Wein, dessen Konsum sie genau so ablehnte wie den des Krautes, welches sie vor Kurzem noch zu rauchen genötigt worden war.

    "Nun, Esteban. Don-Esteban..", sie kicherte leise, als sie seinen Namen nannte, einfach weil es ihr zu sonderbar erschien, dass die C-Abfolge nun in solch harmonischer Buchstabenfolge fortgesetzt wurde.

    "..die Sache ist die: Ich will nirgendwohin zurück. Das Einzige, was ich wollte, war sterben. So ernsthaft, wie nie zuvor."
    Sie nahm noch einen Schluck Wasser, blickte ihm dann wieder in die Augen und fuhr fort: "Und dann kommt Ihr daher und sagt, es gibt noch Dinge, die auf mich warten. Das mag alles der Wahrheit entsprechen. Ich habe nur keinen blassen Schimmer, was für Sachen das sein könnten und wohin ich nun gehen sollte. Ich bin ratlos. Die Gründe, aus welchen ich hierher fand, sind ja nicht plötzlich verschwunden. Und es waren gute Gründe. Ehrlich. Ich weiß nicht, wohin ich gehen möchte."

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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Er verzog die schmalen Lippen zu einem leisen Lächeln.
    »Wenn wir immer wüssten, was im Leben auf uns wartet, wäre es doch nicht mehr spannend, oder? Jedes Leben wäre langweilig, da man nur einfach die vorherbestimmten Bahnen abschreitet, bis man am Ende angekommen ist und sich zum Sterben niederlegt. Das hört sich doch eher nach dem mechanischen Spielzeug an, das manche Händler in den großen Städten anbieten. Man dreht einen Schlüssel und eine kleine Figur dreht sich immer im Kreis.
    Ich will keine solche Figur sein. Auch wenn vielleicht die Götter unsere Schlüssel drehen«, stellte er klar.
    »Die Welt wartet darauf, entdeckt zu werden, Murielle. Und der menschliche Geist möchte gefüttert werden mit Erfahrungen, Eindrücken, Wissen. Wenn wir das aufgeben, wird unser Leben tatsächlich langweilig und eintönig. Doch es liegt an jedem selbst, es nicht dazu kommen zu lassen.
    Wenn Ihr nicht irgendwohin zurück möchtet, dann vielleicht dorthin, wo Ihr noch nicht wart? Wenn Ihr nicht wisst, wohin, dann folgt einfach mir ein Stück, bis Ihr wisst, wohin Euch Euer Weg führen soll.«

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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Erfahrungen, Wissen, Eindrücke? Das klang ja alles sehr klug und besonnen, was er da so von sich gab und die geduldige und gefasste Art seines Vortrags sowie der unaufgeregte Klang seiner Stimme bewirkten, dass sie sich in seiner Gegenwart sicher und gut aufgehoben fühlte, dennoch kam sie nicht umhin, ihre Zweifel zu äußern, welche die ganzen vergangen Monate und Jahre an ihr genagt hatten:

    "Aber wozu, wenn man es mit niemandem teilen kann? Wenn man niemals jemanden trifft, der einen versteht, nicht nur oberflächlich versteht, sondern jemanden der in die Tiefe blickt? Habt Ihr Euch nie vollkommen allein gefühlt?"


    Kaum dass sie gefragt hatte, biss sie sich vorsichtig auf die Unterlippe, denn so etwas wissen zu wollen war unangemessen. Ihm und jedem anderen Menschen war dieses Gefühl vermutlich fremd, das Gefühl nicht für diese Welt gemacht worden zu sein. Es war zwecklos, das erklären zu wollen, sie fand keine richtigen Worte für die endlose Leere, die sie seit jeher verspürte.

    "Ja, ich begleite Euch.", stimmte sie zu. "Aber nur, weil Ihr ein D-E seid und weil Ihr beteuert habt, dass Eure Gefährten keine Fanatiker sind. Das lässt darauf hoffen, dass auch Ihr keiner seid."

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    Esteban überlegte. War er allein? Er fand keine Antwort. Er kannte viele Menschen, mit einigen verbanden ihn gemeinsame Erlebnisse oder auch Ansichten. Aber war es das, was sie meinte? Wohl eher nicht.
    »Ich denke, über eure Frage muss ich etwas nachdenken, ehe ich sie beantworten kann.«
    Er schaute Murielle an. »Und ich muss Euch etwas besser kennenlernen.
    Mögt Ihr nun mit an das Lager meiner Freunde kommen, ehe wir entscheiden, wie es weiter geht?
    Und die Sache mit den Fanatikern ... Wenn jemand von einem anderen behauptet, dieser sei ein Fanatiker, dann stimmt das entweder oder derjenige, der dies sagt, ist selber einer.
    Egal .. das waren nur Gedanken. Ich selbst habe – und das war nicht nur bei den Mitgliedern des Ordens – schon ein paar recht fanatische Menschen kennengelernt. Aber überall gibt es auch andere und nicht jeder ist so gefangen in seinen Überzeugungen, als dass er daneben keine andere gelten lässt.«
    Er überlegte kurz.
    »Mir reicht es oft aus, etwas zu erfahren, um dann zu sehen, dass ich die Welt ein klein wenig besser verstehe. Es ist also für mich wichtig, selbst Dinge zu erfahren. Weniger, sie mit anderen zu teilen.«, sagte er dann noch, ehe er seine Tasche wieder so um hängte, dass sie beim Gehen nicht störte. Er wunderte sich, dass er einer Person, die er eben erst getroffen hatte und die ihm bislang unbekannt war, so viel über sich erzählte. das war ungewöhnlich. Er musste aufpassen, nicht zu viel von sich preiszugeben.

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    "Interessante Sichtweise, auch wenn ich sie nicht teilen kann.", entgegnete sie.
    Irgendwie erinnerte er sie ein wenig an Cain, der tage- und nächtelang hatte damit zubringen können, voller Begeisterung seine Nase in tote, alte, staubige Folianten zu stecken anstatt sich den Lebenden, die ihn umgaben zu widmen.
    Diese Art von Menschen würde Murielle wohl nie verstehen und ein solches Leben erschien ihr keineswegs erstrebenswert.

    "Ich möchte nicht noch mehr Menschen um mich haben im Moment.", teilte sie ihm mit. Sie fühlte sich elend und noch immer sehr wackelig auf den Beinen, war außerdem überfordert von der Situation und enttäuscht über das Scheitern ihres Vorhabens. Nein, noch mehr fremde Gesellschaft war das Letzte, was sie sich in diesem Augenblick wünschte.
    "Ich warte hier. Bin ohnehin zu müde zum Weglaufen.", fügte sie wahrheitsgemäß hinzu.
    Ein wenig wünschte sie, er würde sie einfach vergessen und nicht zurückkehren, in gewisser Hinsicht jedoch hoffte sie, er würde sich beeilen und dann weiter reden. Ganz egal was, gleichgültig worüber. Sie wollte einfach weiter dem beruhigenden und tröstlichen Klang seiner Stimme lauschen.

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    Der Magier nickte wortlos und drehte sich dann um, um zu den anderen zurückzugehen.
    Eine merkwürdige Bekanntschaft. Saß allein im Wald und wartete auf den Tod. Was mochte ihr widerfahren sein?

    Dumak stocherte in einem kleinen Feuer, dass die Gruppe mittlerweile entzündet hatte. Kein leichtes Unterfangen, dem für die Jahreszeit typischen Wetter geschuldet war alles ein wenig feucht und klamm. Sicher hatte Hirni mit etwas Magie nachgeholfen, vermutete Esteban.
    »Hirni«, wandte er sich dann auch gleich an den Magier, »Ich fürchte, unsere Wege trennen sich hier fürs Erste. Ich habe erhalten, was ich begehrte und dein Studium des dritten Kreises ist abgeschlossen. Ich werde im Moment nicht ins Kastell zurückkehren, sondern mich führen andere Angelegenheiten fort. Vermutlich aufs Festland. Aber ich weiß noch zu wenig, um mir darüber gänzlich im Klaren zu sein.«
    Er blickte zu Dumak.
    »Du kannst ins Kastell zurück kehren, Nienor wird euch sicher begleiten. Was sie dann tut, ist ihr überlassen, ich verlange keine weiteren Dienste von ihr. Schon ihre Begleitung auf dieser Reise war lediglich ein Wunsch von mir, den sie erfüllt hat.«

    Es war ein Abschied, aber Esteban war sich sicher, er würde nicht von Dauer sein. Seine Sachen hatte er bei sich, so dass er sich nicht länger aufhielt und die Gruppe verließ. Sie würden ohne ihn genauso gut zurecht kommen wie mit ihm.

    »Hier bin ich wieder und Ihr seid auch noch hier, Murielle«, sprach er, als er die Frau am Baumstamm wieder erreicht hatte.
    »Was haltet Ihr davon, wenn wir nach Stewark gehen und uns von dort ein Schiff nach Varant suchen. Dort ist es wärmer als hier um diese Jahreszeit.«

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    Ein kaum wahrnehmbares Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab. Sie kannte dieses Stewark nicht und Varant klang nicht nach dem Ort, den sie sich ausgesucht hätte, aber wärmer als hier, ja, das klang großartig. Und der Weg dorthin, über den freute sie sich mehr als sie gerade zu zeigen vermochte. Sie liebte das Meer, das beruhigende und gleichmäßige Geräusch der Wellen, den salzigen Geruch und die unfassbare Weite. Wie sehr ihr das fehlte. Sie blinzelte eine winzige Träne fort. Ja, das klang nach einem schönen Plan. Langsam und vorsichtig versuchte sie sich aufzurichten, stand jedoch immer noch sehr wackelig auf ihren Beinen, die viel zu lange nicht benutzt worden waren. Sie versuchte angestrengt, es sich nicht anmerken zu lassen, hatte sie doch zuvor ihm gegenüber schon genug Schwächen für ein ganzes Leben gezeigt.

    "Ja, das machen wir.", stimmte sie ihm zu. Sie wagte nicht zu fragen, warum er ausgerechnet diesen Ort gewählt hatte, denn dies schien ihr ungehörig und weitere Unschicklichkeiten wollte sie möglichst vermeiden, auch wenn sie jetzt schon ahnte, dass ihr das nicht leicht fallen würde. Sie hatte einfach nie gelernt, wie man sich anderen Menschen gegenüber gebührlich betrug und der erste Eindruck, den er von ihr hatte, konnte ihrer Meinung nach schlechter ohnehin kaum sein.

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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Murielle war anscheinend kein Freundin großer Worte. Ihre Zustimmung war kurz. Aber was sollte sie auch mehr sagen?
    »Stewark sollte nicht allzu weit entfernt sein«, meinte Esteban zu ihr.
    »Vermutlich befinden wir uns irgendwo südlich der Silberseeburg. Am Seeufer entlang gelangen wir durch das Bluttal in diesen Ort.«
    Er erinnerte sich daran, dass sie ihm gesagt hatte, nicht viel von der Insel zu kennen.
    »Vermutlich sind all diese Namen für Euch Schall und Rauch«, meinte er dann.
    »Die Silberseeburg wurde einst von den Königen von Argaan erbaut, um den Zugang nach Norden, nach Thorniara zu kontrollieren. Die Straße führt dort zwischen dem Seeufer des Silbersees und dem Weißaugengebirge auf einem schmalen Uferstreifen entlang und kann durch die Burg gut kontrolliert werden. Im Krieg war die Burg hart umkämpft, erst besetzten sie die Myrtaner, doch zuletzt wurde sie vor einigen Jahren von den Argaanern zurück erobert.«
    Er war sich nicht sicher, ob sie all das hören wollte. Wer sich in dem Land, in dem er lebte, gar nicht auskannte, hatte seiner Erfahrung nach auch gar kein Interesse daran. Und so war es sicher nicht hilfreich für sie, ihr das alles zu erzählen.
    Er verstummte und sie liefen eine Weile nebeneinander her, ohne etwas zu sagen, langsam, denn Murielle fiel es noch schwer, die Schritte zu setzen.

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    "Die Burg kenne ich nicht, aber das Bluttal.", antwortete sie schließlich während sie noch langsamer ging. Ihre Beine schmerzten, sie hatte Mühe überhaupt mit ihm Schritt zu halten, obwohl er nicht gerade ein eiliges Tempo vorlegte. Am liebsten würde sie sich hinsetzen und kurz ausruhen, bevor sie weitergingen, jedoch wollte Murielle ihm nicht noch mehr zur Last fallen, als sie dies ohnehin bereits tat.

    Sie hoffte, dass sie nicht am zerstörten Fort vorbeikommen würden, denn das grauenvolle Bild, welches sich ihr dort noch vor Kurzem geboten hatte, hatte sie tatsächlich sehr aufgewühlt und ihr das Herz schwer gemacht.
    "Ich habe eine Weile im inzwischen zerstörten Fort zugebracht und war bei einem alten Alchemisten in der Lehre, er hat mir einiges über die Wirkungen der hiesigen Kräuter und über deren Verwendungen beigebracht.", erklärte sie, schwieg dann aber wieder, weil sie nicht davon ausging, dass ihn das überhaupt interessieren würde.
    Was genau sah er in ihr, dass er sie mit sich nahm? Sie konnte sich nicht vorstellen, was das sein mochte, an ihr war nie etwas Besonderes gewesen und dennoch musste er irgendetwas entdeckt haben. Sonst wäre sie nicht hier.

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    Ein zerstörtes Fort? Im Bluttal also. Esteban war lange nicht mehr in dieser Gegend gewesen. Er hatte wohl so Einiges verpasst.
    Überrascht war er stehen geblieben, als er hörte, dass Murielle bei einem Alchemisten gelernt hatte.
    »Kräuter und ihre Wirkungen?«, fragte er. »Das ist interessant.
    Ich würde gern hören, was Ihr darüber wisst. Ich selbst habe mich lange mit den im Sumpfkraut enthaltenen Stoffen beschäftigt. Sie können viel mehr als nur einen die Sinne vernebelnden Zustand hervorrufen, wenn man sie nur richtig anwendet.«
    Er ging langsam weiter.
    »Seht Ihr? Dort vorne ist schon der Silbersee. Jetzt können wir an seinem Ufer entlang ziehen.«
    Er zeigte in die Richtung, in die sie liefen.
    Ein milder, böiger Wind wehte über die Wasserfläche und begrüßte sie, während Wolken hoch oben über den Himmel jagten. dort oben mochte es kalt und ungemütlich sein, hier unten war es fast wie im Frühling, so lau.
    »Sollten wir lieber eine Pause machen?«, fragte er besorgt, als er sah, dass Murielle noch an der Stelle stand, an der sie eben angehalten hatten. Man konnte von dort aus auf den in der Ferne liegenden See blicken.

  11. View Forum Posts #391
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Sie nickte dankbar und sank erschöpft an eben jener Stelle zu Boden, um sich zu setzen, an der sie eben noch gestanden hatte. Ihre müden und überforderten Beine brannten vor Schmerz, ihr Magen knurrte zum Erbarmen und ihre Tasche war mit jedem Schritt schwerer und schwerer geworden.

    Kurz dachte sie darüber nach, ob sie ihr großes Buch, in welchem sie alle möglichen Pflanzen, denen sie unterwegs begegnet war, aufgezeichnet, beschrieben und deren Wirkungen notiert hatte, hervorkramen und Don-Esteban zeigen sollte, entschied sich dann aber schnell dagegen. Sie wollte sich nicht aufdrängen und sie wollte ihre vermutlich unbeholfen wirkenden Zeichnungen und Handschrift keiner Kritik aussetzen - erst recht nicht seiner.

    "Sumpfkraut, das ist interessant. Ich hatte vor Kurzem erst das zweifelhafte Vergnügen das erste Mal etwas davon zu probieren. Ein seltsamer Ork hat es mir förmlich aufgedrängt. Die Wirkung war stärker und verwirrender als ich gedacht hätte, aber das hängt wohl von Sorte, Menge und Art des Anbaus ab. Dazu kann ich leider nichts sagen, ich war froh, dass ich dort wegkam und letztlich landete ich unter jedem Baum, unter welchem Ihr mich fandet. Ansonsten beschränken sich meine Erfahrungen auf die hier üblichen Kräuter und einiges von dem Zeug, das im Süden in den Sümpfen wächst. Da waren zwar einige rare Exemplare dabei, aber nichts, was ein geschulter Alchemist nicht ohnehin kennen würde."

  12. Visit Homepage View Forum Posts #392

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    »Interessant, dass Ihr Euch ebenfalls mit Sumpfkraut beschäftigt habt«, bemerkte Esteban.
    »Und dass Ihr es nicht raucht wie so viele. Ich selbst habe Sumpfkraut auch noch nie auf diese Weise konsumiert. Dabei ist es die pflanzliche Droge, die überall im Reich am weitesten verbreitet ist. Aber vielleicht ist es deswegen auch naheliegend, es zu erforschen.«
    Er kramte wieder in seiner Tasche und förderte einen Apfel daraus hervor und gleich noch einen. Er gab den ersten davon an Murielle weiter.
    »Ich rede und rede und dabei habt Ihr großen Hunger, wenn ich Euch so ansehe, seht Ihr sehr erschöpft aus.«
    Dann biss er in seinen Apfel und aß erst einmal.
    »Ihre sagt, ein Ork hat es Euch gegeben? Sehr seltsam. Normalerweise sind Orks und Menschen keine Freunde. Und ja, es gibt unterschiedliche Sorten, da habt Ihr durchaus Recht mit Eurer Vermutung.
    Die Unterschiede herauszufinden, war Teil meiner Forschung.«

  13. View Forum Posts #393
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    Lächelnd nahm sie den Apfel entgegen und biss hinein. Sie liebte den frischen und leicht säuerlichen Geschmack des festen Fruchtfleisches und hungrig wie sie war, gefiel ihr dieser noch mehr als sonst.

    "Danke!", sagte sie, nachdem sie ihn restlos aufgegessen hatte und überlegte dann, ob sie noch etwas zu dem Ork erzählen sollte. Viel zu sagen gab es da eigentlich nicht, weil Calan zu beschäftigt damit gewesen war, die letztlich harmlos und friedfertig wirkende Kreatur in eine lebende Fackel verwandeln zu wollen.

    "Der Ork, er sprach mich und meinen Begleiter mitten im Wald an. Ich denke er wollte tatsächlich ganz höflich einfach nur um Feuer bitten. Und mein Weggefährte, ein äußerst glühender Anhänger Innos', hatte nichts Besseres zu tun als ihm mit seiner albernen Feuermagie zu drohen. Und zwar massiv. Der Ork blieb ruhig und freundlich. Seltsam, oder? Ich hatte bisher kaum mit welchen zu tun und die wenigen, die ich traf, waren nahezu ausnahmslos blutrünstige Kämpfer. Vielleicht lag das einfach an dem Sumpfkraut, nach dem er süchtig zu sein schien.", sagte sie und machte eine kurze Pause, bevor sie Don-Esteban - der ganze Name gefiel ihr insgeheim besser, da er so einfach ihr D-E war - anblickte und grinste: "Man trifft hier schon auf ziemlich merkwürdige Gestalten, hmm?"

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    Fasziniert hörte Esteban zu. Ihm schien, diese Frau hatte einiges erlebt, was nicht alltäglich war.
    »Es wird immer merkwürdiger«, gab er zu, als er ihr zugehört hatte.
    »Schon allein ein friedlicher Ork, der nur Feuer möchte, ist ein Kuriosum. Aber ihn zusammen mit einem Feuermagier zu sehen, der ihm ein Loch in den Pelz brennen will ...«
    Er musste die Mundwinkel zu einem Lächeln verziehen.
    »Ich kann verstehen, dass Ihr dieser absurden Situation entfliehen wolltet. Wollen wir unseren Weg fortsetzen? Wir könnten heute noch die Silberseeburg erreichen«, schlug er dann vor.
    »Natürlich nur, wenn Ihr Euch dazu kräftig genug fühlt«, fügte er an.
    »Ich frage mich, ob es tatsächlich eine Wirkung des Sumpfkrautes war, die den Ork so friedlich hat werden lassen. Man sagt Menschen, die häufig und viel Sumpfkraut rauchen ja nach, dass sie besonders friedlich werden und keinerlei Aggressionen mehr zeigen. Vielleicht traf das auf diesen einen Ork zu. Oder er war das Opfer eines Experimentes eines Schamanen«, überlegte er laut weiter.
    »Wie auch immer, ich möchte weder diesem Ork, noch dem feuerballschwingenden Masgier begegnen. Das führt womöglich nur zu Komplikationen.«
    Er schaute Murielle an.
    »Was meint Ihr? Wollen wir weiter gehen bis zur Burg oder hier Nachtlager aufschlagen?«

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    "..Nachtlager..", hörte sie ihn nur leise wie aus weiter Ferne mit seiner ruhigen Stimme sagen und konnte sich nicht dazu überwinden, ihre Augen, welche ihr kurz davor schon zugefallen waren, wieder zu öffnen. Ihr Atem war langsam und regelmäßig geworden, und da Don-Esteban unmittelbar neben ihr saß, war ihr schwerer, müder Kopf unbeabsichtigt auf seine Schulter gesunken, um dort zu ruhen.

    Während sie erneut einatmete, nahm sie seinen Geruch war: ein klein wenig verschwitzt, aber unaufdringlich, fast ein wenig erdig. Mit einem sanften Lächeln schlief sie ein: Sie fühlte sich sicher und behütet.

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    »Ich denke, das war die Entscheidung, hier zu lagern«, interpretierte er Murielles Reaktion mit leisem Lächeln und ließ es eine ganze Weile geschehen, dass sie ihren Kopf an seine Schulter lehnte, denn zu seiner Überraschung gefiel es ihm. Was mochte sie erlebt haben abseits dessen, was sie ihm erzählt hatte? Dass sich jemand an ihn lehnte, war neu. Er war eher an den Umgang mit Dämonen gewohnt als den mit Menschen. Aber das war etwas, das er niemandem erzählen wollte, denn das Kastell war eine eigene Welt, die außerhalb dessen wohl niemand verstehen würde.
    Doch irgendwann setzte die Dämmerung ein und wurde es kalt und deshalb wickelte er Murielle zuerst in eine Decke, die am Gurt der Tasche zusammengerollt befestigt gewesen war.
    »Etwas Holz sollte schnell zu finden sein«, murmelte der Magier dann zu sich selbst und ließ seinen Blick schweifen. Tatsächlich waren einige Äste und Zweige schnell aufgesammelt, hier in der Nähe lebte durch den lange andauernden Krieg schon lange niemand mehr und so gab es auch keine Reisig- und Holzsammler, die für den Eigenbedarf alles aus den Wäldern klaubten.
    Bald flammte mit Hilfe seiner Magie ein kleines Feuer auf und Esteban setzte sich direkt neben die schlafende Murielle, so dass beide von der Decke gewärmt wurden und auch von den Flammen. Das Feuer rauchte stark, denn das Holz hatte auf dem Boden gelegen und viel Nässe aufgesogen. Aber zumindest hatte der Wind nachgelassen und trieb den Rauch nicht in ihre Augen, sondern er konnte ungehindert in den Himmel abziehen.
    Es wurde vollends dunkel und Murielle lag noch immer neben ihm, während Esteban die Flammen beobachtete.

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    Für einen Moment war sie orientierungslos, als sie aus ihrem tiefen Schlaf erwachte und wunderte sich über die wärmende Decke, in welche sie gehüllt lag. Dann fiel ihr Blick auf Don-Esteban, der noch zu schlafen schien und sie erinnerte sich wieder an den vergangenen Abend. Nachdenklich betrachtete sie ihn zum ersten Mal ausführlicher und vor allen Dingen ungestört. Schließlich jedoch stand sie auf und hielt sich dieses Mal schon erheblich fester auf den Beinen als noch am Vortag. Das war gut, überlegte sie, denn so würde sie wenigstens halbwegs Schritt halten können und wäre keine ganz so große Belastung mehr.

    Während sie noch darüber nachdachte, ob sie ihn wecken oder lieber darauf warten sollte, bis er von selbst erwachte, blinzelte er sie an.
    "Guten Morgen.", sagte sie, "Danke für die Decke. Und das Feuer. Wollen wir gleich weiter oder braucht ihr Euren Aufwachmoment?"

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    »Wenn ich wach bin, bin ich wach«, antwortete Esteban, als ob das irgendein bedeutungsvoller Satz sei. Was es nicht war.
    Er packte mit wenigen, geübten Handgriffen die Decke wieder zusammen und verstaute sie dort, wo er sie am gestrigen Abend hergenommen hatte. Seltsamerweise nahm sie zusammengerollt erstaunlich wenig Platz weg, während sie auseinandergefaltet sehr dick, flauschig und wärmend wirkte und auch war. Eine seltsame Decke. Sie war aus dem Kastell.
    »Ihr seht aus, als ob Euch der Schlaf gut getan hat«, stellte er fest, nachdem er fertig war und Murielle mit einem freundlichen Lächeln betrachtete. Er erinnerte sich daran, dass sie sich gestern Abend im Schlaf an ihn gelehnt hatte.
    »Heute gehen wir am See entlang zur Silberseeburg. Dort sollten wir neuen Proviant kaufen. Ein paar Händler oder lokale Bauern werden dort sicher zu finden sein, auch wenn der Handel allgemein sehr abgenommen hat. Besonders seit der Zerstörung von Setarrif vor einigen Jahren. Die Insel hat ihr wichtigstes Ziel für den Handel verloren. Wer soll jetzt noch all die Waren kaufen, wenn eine ganze Stadt mit ihren Bewohnern ausgelöscht ist?«
    Er streute etwas Erde über die Asche des Feuers, das irgendwann in der Nacht verloschen war, als es nicht mehr gefüttert worden war, damit sie endgültig erkaltete und keinen unbeabsichtigten Schaden mehr anrichten konnte. Als Esteban nachts keinerlei Tierlaute gehört hatte, war er auch langsam weggedämmert, denn es schien keine Gefahr zu bestehen. Im Grunde war dies aber gefährlich gewesen und er schalt sich innerlich wegen dieser Nachlässigkeit. Es hätte so schnell etwas passieren können. Im Schlaf von wilden Tieren zerfleischt zu werden war kein würdiges Ende für einen Magier wie ihn.
    »Wollen wir weiter gehen?«, wandte er sich an seine Begleiterin. Er bemerkte, dass sie wirklich besser aussah, der Schlaf hatte ihr sichtlich gut getan.

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    "Ja!", antwortete sie und sah ihn an. "Ja, wir wollen weiter!"

    Während er sie angelächelt hatte, hatten sich um seine Augen herum wieder diese kleinen fröhlichen Fältchen gezeigt, die ihr schon zuvor aufgefallen waren. Auf den ersten Blick schienen sie nicht zu ihm passen, aber Murielle fand dennoch, sie standen ihm gut. Wer war dieser Mann, dass er einfach so eine Fremde einsammelte und sie mitnahm zu einer Reise über das Meer, deren Zweck sie nicht einmal kannte?

    Etwas an ihm war vollkommen anders als an den meisten anderen Menschen, die sie in ihrem Leben getroffen hatte. Er strahlte eine beinahe beunruhigende Ruhe aus und wirkte auf den ersten, flüchtigen Blick ungefährlich, aber unter der harmlosen Oberfläche, da war irgendetwas, das sie nicht zu benennen vermochte. Sie spürte, dass an ihm weitaus mehr sein musste, als es den Anschein hatte. Er hatte etwas mit ihr angestellt, hatte ihre Wange kurz berührt und es war ihr besser gegangen, zumindest ein wenig. Das war eigenartig, denn sie erinnerte sich nur düster an die Momente davor. Über ihnen lag ein nahezu undurchdringlicher Nebel, sie wusste nur noch, dass sie in den ersten Sekunden gedacht hatte, ihr Leben wäre endlich beendet gewesen und sie wäre an einem anderen Ort aufgewacht. Was hatte er mit ihr getan? Wer war er? "Wer bist du nur, Herr Esteban?", fragte sie kaum hörbar und biss sich schnell auf die Unterlippe, als sie bemerkte, dass sie die Worte nicht nur gedacht hatte.

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    Above the Weeping World
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    »Wer ich bin?«, fragte er zurück, als sie ihren Tagesmarsch starteten, denn er hatte es sehr wohl gehört.
    »Ich bin nur ein Suchender«, antwortete er dann. »Ich suche Wissen in der Welt, um sie zu verstehen. Und das meiste Wissen, das hab ich nach langer Zeit verstanden, erfährt man nicht aus Büchern, sondern von Menschen. Denn sie sind es, die diese Welt formen. Ihnen muss man zuhören, dann kann man viel erfahren. Ein Berg mag ein Berg sein, eine alte, in Geschichtsbüchern erwähnte Schlacht ist eine Schlacht. Aber wirklich etwas darüber erfahren kann man nur, wenn man Menschen befragt, was sie von diesem Berg halten oder welche Auswirkungen die Schlacht auf ihr Leben oder das ihrer Vorfahren hatte. In einem Buch erfährt man dazu lediglich die Meinung, die sich der Autor dazu gebildet hat. Im Moment höre ich euch gerne zu. Was Ihr über Kräuter wie das Sumpfkraut wisst. Was Euch wichtig ist und was Euch beschäftigt.«
    Sie waren mittlerweile schon ein Stück gelaufen und erreichten das Seeufer.
    »Seht Ihr, Murielle? Über diesen See kann ich etwas in Büchern lesen, aber es ersetzt nicht den eigenen Einblick. Denn ich erfasse anderes als jemand, der etwas dazu aufgeschrieben hat. Ich weiß, dass in früheren Jahren die Herren der Burg im Norden mit Booten über diesen See fuhren und dass sie Handel trieben zwischen dem Nordufer und dem Süden der Insel und gut daran verdienten. Aber was nützt mir dieses Wissen? Es gibt schon lange keine Boote mehr auf diesem Gewässer.«
    Leise schlugen die Wellen am schmalen Uferstrand des Sees auf. Ein wenig Gischt befand sich auf den Wellenkronen.
    »Und ein Herr bin ich nicht«, sagte er zum Abschluss, während sie weiter gingen.

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