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  1. #1
    Pinata  Tjordas's Avatar
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    May 2012
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    Quote Originally Posted by Mal vas Idenna View Post

    Die Entspannung, die sich im Flur ausbreitete, war deutlich bei allen zu spüren. Außer bei dem einarmigen Asiaten, dem es scheinbar überhaupt nicht behagte, dass man ihm seinen Sender abnahm. Stirn runzelnd beobachtete Odinn Julians Aktion und nahm den Störsender entgegen, beobachtete dabei jedoch den am Boden liegenden Gefangenen. Sicherlich war das nur eine Aktion, um Mitleid zu erhaschen.
    "Commander? Sind Sie wieder online?", hörte Odinn dann sofort die Stimme des Wachhabenden. "Positiv", antwortete der Commander. "Wir haben die Situation vermutlich geklärt. Zwei Patienten, die Amok gelaufen sind. Wie ist Ihr Status?" "Wir sind nicht sonderlich gut voran gekommen..." Die Stimme des Wachmanns klang verlegen. Zurecht, wie Odinn fand. Wie lange hatte diese Aktion gedauert? Eine Stunde oder mehr? Und die Wachmannschaft hatte es immer noch nicht geschafft, den Laden wieder unter Kontrolle zu bringen?! "Dann strengen Sie sich mal ein wenig mehr an, Mann! Ich habe hier ein neues Teammitglied, dass es geschafft hat, sich von Außen in die Anlage zu hacken. Die wird Sie von hier aus unterstützen." "Zu Befehl."
    Da Delia und Julian die Lage im Flur offensichtlich unter Kontrolle halten konnten, bewegte sich Odinn in Richtung Küche, wo das neueste Teammitglied gerade frischen Kaffee zubereitet hatte. Auch jetzt noch ignorierte er das seltsame Verhalten des Asiaten am Boden. Vermutlich würde Julian schon erkennen, wenn der Kerl ernsthafte Beschwerden hätte. Zumindest hoffte Odinn das...

    Auf halben Weg piepte das Omnitool ein kurzer Blick verriet Odinn, dass er eine Nachricht vom Personalamt der Allianz erhalten hatte. Ein Zweiter Blick zeigte, dass eine Specialist Jane Esther Cohen am heutigen Tage eintreffen würde. Nähere Gründe wurden jedoch nicht genannt. "Sir, es scheint, dass die Specialist das System für uns wieder übernommen hat", kam es dann auch über Funk. "Dann schwingen Sie den Arsch aus der Sicherheitszentrale." "Verstanden. Haben Ihre Position auf dem Bildschirm. Ein Eingreiftrupp ist unterwegs." "Verstanden." Odinn hatte die Küche erreicht und fand die Specialist noch an der Konsole stehen. Kommentarlos fuhr der Commander in den Raum, holte zwei Tassen aus dem Schrank und füllte sie mit Kaffee. "Sie haben das System wieder ans Laufen gebracht, wirklich gute Arbeit." Den Worten folgte ein kurzer, prüfender Blick. "Ich bin übrigens Staff Commander Mac Darragh und Ihr neuer Dienstvorgesetzter. Lassen Sie uns zu den beiden Anderen gehen. Das Sicherheitspersonal müsste gleich hier eintreffen." Er wies mit seiner freien Hand auf die Tür zum Flur, vor der er, ganz Gentleman, wartete um der Frau den Vortritt zu lassen.


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    Quote Originally Posted by Glorichen View Post
    Jane, Julian & Odinn

    Da stand sie, 1st Private Delia Marie Hall und hielt einen irgendwie kriminellen mit einer Pistole in Schach, während immer noch Adrenalin durch ihre Adern rauschte. Sie war irgendwie in Hochstimmung, ganz wie nach einem zweistündigen Biotiballtraining - oder einer intensiven Biotikübung. Sie wusste, heute Abend würde sie müde sein - diese schöne, flauschige Müdigkeit, die nach Anspannung auf einen niederging. Und noch während sie gegen den Gedanken kämpfte, dass sie vielleicht weniger müde sein sollte, als Soldat im Einsatz, genoss sie den Moment des Sieges in vollen Zügen. Und dann - als sei das nicht genug, kam dieser zarte, aromatische Duft von Kaffee in ihre Nase. Und nur einen Moment später rief es aus der Küche: ,,Kaffee ist fertig!" Die Aussicht auf Kaffee machte diesen Moment irgendwie ... perfekt.
    Doch ein Blick in die Runde - MacDarragh, Julian, die blonde Frau und der Asiate vor ihr, machte deutlich, dass sie fürs Erste einem ihrer liebsten Gelüste nicht folgen konnte. Ohne sich einen Zentimeter zu bewegen oder für einen Moment die Aufmerksamkeit zu verlieren stand sie daher im Flur, den Lauf der Pistole in ihren Händen auf Iiyama gerichtet.

    Julian indes war erneut einen Gedanken weiter. "Wir sollten auch nicht den Störsender vergessen." Einen kleinen Augenblick sah Delia von Julian zu Iiyama, verständnislos. Doch dann klickte es in ihrem Kopf und sie beugte sich zu dem Asiaten hinunter, die Waffe jedoch immer noch auf ihn gerichtet. Doch ehe sie ihn abtasten konnte, schien dieser völlig auszuflippen. "Nein, nicht! Den brauche ich!" Der Blick, den er ihr zuwarf, beinhaltete Panik und Delia konnte das etwas unheimliche Gefühl nicht ganz abschütteln. Sie zögerte, nur einen Moment, und dann war Julian bereits neben ihr. "Halten Sie doch einmal kurz seinen Arm fest, ja?"
    Gehorsam legte Delia die Pistole auf dem Boden neben sich ab und griff nach dem fuchtelnden Arm des Asiaten. Mit einem geübten Griff drehte sie ihn seinem Besitzer auf dem Rücken, bis dieser vor Schmerz leicht aufstöhnte. Neugierig beobachtete sie, wie Julian schließlich ein kleines Gerät unter dem Shirt des Gefangenen hervor zog und den Störsender deaktivierte. Den Arm des Japaners ließ sie los, sobald Julian sich von ihm entfernt hatte. Sie griff nach ihrer Pistole und setzte sich dann - ähnlich wie Julian - ihrem Gefangenen gegenüber auf den Boden, die Pistole lässig in der Hand. Er schien ihr nicht unbedingt in der Lage, fliehen oder sie angreifen zu wollen. Und wenn doch ... nun ja, sie benötigte keine Waffe, um ihn im Zweifelsfall zurück auf den Boden zu bringen.
    Sie schmunzelte kurz. Diese Situation kam ihr irgendwie bekannt vor, nur in etwas weniger angenehmer Gesellschaft.

    "Leute, der Kaffee wird kalt! Kommt ihr?"
    "Bringen Sie doch einfach zwei Tassen raus, Specialist."
    Delia sah auf und schielte zur Küche. "Ja, bitte!", fügte sie hinzu. "Kaffee ist jetzt genau das Richtige."
    In Erwartung des Kaffees schwieg auch sie nun wieder, während sie dem Dialog des Commanders mit seinen Sicherheitsmännern lauschte. Die Situation war unter Kontrolle. Gott sei Dank. Trotzdem schien ihr das merkwürdige Verhalten des Asiaten seltsam. War er psychologisch instabil? Oder auf Drogen? Es schien ihr unwahrscheinlich, dass ein gesunder Mensch, der völlig klar im Kopf war, sich so seltsam verhielt. Was war hier nur los? Und wieso gerade Proteus?


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    Quote Originally Posted by Khardim View Post
    "Bringen Sie doch einfach zwei Tassen raus, Specialist" "Ja, bitte! Kaffee ist jetzt genau das Richtige." Jane verdrehte schon fast reflexartig die Augen und schüttelte den Kopf. ,,Euch werde ich helfen..." Da machte sie schon Kaffee für die ganze Truppe und sollte jetzt auch noch Kellner spielen. Also entweder hatte sie ihre Stellenbeschreibung nicht vernünftig gelesen oder auf Proteus wurden die Dinge etwas anders geregelt als in der restliche Allianz. Sie wollte sich grade von der Konsole abwenden und sich eine weitere Tasse Kaffee einschenken, als MacDarragh zur Tür hereingerollt kam. "Sie haben das System wieder ans Laufen gebracht, wirklich gute Arbeit.", lobte er im Vorbeifahren und griff sich zwei Tassen, die er mit dem schwarzen Lebenselixier aller Bürokraten, Schreibtischtäter und anderer Offiziere füllte. "Ich bin übrigens Staff Commander Mac Darragh und Ihr neuer Dienstvorgesetzter. Lassen Sie uns zu den beiden Anderen gehen. Das Sicherheitspersonal müsste gleich hier eintreffen."
    Der Staff Commander bot ihr den Vortritt, doch zunächst stellte Jane die restlichen Tassen auf einen großen Teller und pflückte mit der freien Hand dann geschickt eine der beiden anderen aus den Händen ihres neuen Dienstvorgesetzten. Wenn sie schon alle bediente, dann konnte sie sich wenigstens auch selbst bedienen. ,,Freut mich, Sie kennen zu lernen.", sagte sie lapidar und ging nicht weiter auf das Lob ein. Mac Darragh wusste wahrscheinlich noch nicht, dass sie das Haupttor gehackt hatte und würde vermutlich noch vor Ende des Tages ein paar neue graue Haare kriegen, wenn man ihm mitteilte, dass der Eingang seiner Anlage offen stand wie ein Scheunentor.
    Sie balancierte mit dem Teller an dem Rollstuhlfahrer vorbei und ging zurück zu ihren anderen Mitstreitern, die weiterhin die beiden Übeltäter in Schach hielten. Sie stellte jedem, Gefangenen wie Wärtern, eine Tasse hin und lehnte sich dann an die dem Quergang gegenüberliegende Wand, von wo aus sie noch einige der Scherben sehen konnte, die sie beim Betreten der Etage produziert hatte. Der Asiate, den sie niedergeschlagen hatte wirkte sehr verstört und Jane vermutete, dass es nicht allein daran lag, dass sie ihn erst umgehauen hatte und ihm nun Kaffee brachte. ,,Also...", begann sie. ,,.. was war hier eigentlich los?" Ihre Frage war nicht besonders spezifisch gestellt, doch hätten weitere Worte sie bloß daran gehindert, einen weiteren Schluck wohlverdienten Kaffees zu trinken. Für die ganz großen Wahrheiten hatten sie später noch Zeit erst einmal war Pause angesagt. Am Ende des Ganges verriet das lauter werdende Geräusch von vielen Füßen, dass schon bald genug fleißige Helfer erscheinen würden, um die restliche Arbeit zu machen und sich von MacDarragh herumkommandieren zu lassen.


    Julian Ward - Proteus | Gebäude 3, 2. OG

    Der besiegte Japaner, Minuten zuvor noch Herr der Lage und lebensbedrohlich für jeden im Flur, war nur noch ein Schatten seiner selbst. Seines Störsenders beraubt wippte er apathisch mit angezogenen Knien vor und zurück und versuchte, seine Augen mit seinem Arm zu bedecken, ließ nur hin und wieder ein unverständliches Murmeln in seiner Muttersprache oder ein leises Wimmern von sich hören. Umso mehr durfte es seiner Wächterin auffallen, als er auf einmal deutliche Worte sprach, auch wenn er es nicht wagte, dabei seinen Blick anzuheben.
    "Ich weiß nicht, was Sie hier mit mir vorhaben... Aber ich bitte Sie inständig, lassen Sie Lt. Avon aus der Sache raus"
    Dann schwieg er wieder, hüllte sich in seinen Kokon und wartete stumm ab, was mit ihm geschah, ohne dabei ein einziges Mal aufzusehen. Entsprechend ignorierte er, so wie auch seine Komplizin, den Kaffee, den Jane ihnen zuschob, wobei Avon die Tasse vorher noch misstrauisch beäugte, als könne sie nicht glauben, dass eine wohlwollende Geste von ihren Gegnern ausging.
    "Also... was war hier eigentlich los?", hörte Julian die Neue am anderen Ende des Gangs sagen und könnte es sich nicht verkneifen, dem Kommentar lauthals Antwort zu geben.
    "Ein vom Drogenkrieg traumatisierter Krüppel mit Paranoia und seine leichtgläubige Freundin aus der Militärschule - Ich bitte Sie. Für mich sind die Untersuchungen schon abgeschlossen, bevor Sie begonnen haben. Iiyama spinnt sich irgendwelche Verschwörungstheorien zusammen und seine Sandkastenfreundin Avon kauft ihm alles ab. Und kaum ist der Commander außer Dienst, nutzt Iiyama die Chance für einen Fluchtversuch, bei dem ihm aber die Passwörter für das Haupttor fehlen, die er in der letzten Stunde verzweifelt gesucht hat. Für mich ein klarer Fall."
    Verächtlich sah Avon zu Julian auf, schluckte ihre Antwort jedoch zum Großteil herunter und ließ stattdessen nur ein murmelndes "Alles Lügen" von sich hören, bevor sie sich wieder in Schweigen hüllte. Schon kurz darauf hatte sie ohnehin keine Gelegenheit mehr für lange Ausführungen, als sich die Stiefel von einem Dutzend Sicherheitsbeamten näherten, die beide Störenfriede jeweils zu dritt aufrichteten, fixierten und unter schwer bewaffneter Aufsicht aus dem Stockwerk schafften.
    "Wir werden die beiden Angreifer sedieren und zu einem Verhör bereitmachen, Commander", richtete sich der Leiter der Sicherheitsabteilung dann in strammer Körperhaltung an Odinn und starrte dabei absichtlich in Scham über ihn hinweg in die Ferne, statt ihn direkt anzusehen.
    "Ich werde sofort ein Untersuchungsteam mit der Beweissicherung beauftragen. Außerdem habe ich bereits eine Behebung der Sicherheitsmängel im System veranlasst. Sie finden einen vollständigen Bericht morgen früh auf ihrem Schreibtisch", stammelte er eilig herunter, als könne er sich somit in Odinns Gnade reden. Die Stille im Anschluss füllte ein schweres Schlucken seinerseits, ehe er dann noch etwas leiser anhängte: "Haben Sie weitere Befehle für mich, Sir?"

    Julian selbst ließ den Trubel um sich herum zunächst einfach nur geschehen, atmete einmal mit geschlossenen Augen tief durch und legte den Kopf hinter sich an die Wand. Nach einer halben Minute in dieser Haltung, schien er neue Kraft gesammelt zu haben, leerte den noch viel zu heißen Kaffee in einem einzigen gierigen Zug, nach dem er deshalb fast fauchend aufseufzte, und schwang sich dann wieder auf die Beine, um zu seinem Trupp hinüberzugehen.
    "Tut mir leid, Ihnen den freien Tag ruiniert zu haben, Delia", brummte er dann mit einem etwas beschämten Schmunzeln. "Und ich fürchte, für mich ist die Sache ersteinmal damit noch nicht vorbei. Der wahre Kampf fängt wohl die nächsten Tage vor dem Schreibtisch an", seufzte er leise, behielt aber dabei noch immer ein gewisses Galgenlächeln bei.
    "Und auch gut zu wissen, dass hier auch noch jemand anderes etwas von asymmetrischen Kryptosystemen versteht", richtete er sich dann an Jane, der er tatsächlich seine Hand entgegenstreckte, um sich kurz vorzustellen. Sein Respekt schien dabei tatsächlich eher ihrer intellektuellen Leistung bei der Sache zu gelten und nicht der kämpferischen und akrobatischen Leistung, mit der sie den Angreifer dingfest gemacht hatte.
    Tjordas is offline Last edited by Tjordas; 28.01.2016 at 18:00.

  2. #2
    Pinata  Tjordas's Avatar
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    Letzte Posts: Stephen Connor, Maj Lee Salem

    Der unerwartete Kampfverlauf spielte sich für Corvan ab wie eine außerkörperliche Erfahrung: Eben noch seiner selbst entrückt, war plötzlich eine Klinge aus dem Dunkel auf ihn zugeschnellt und noch bevor er erkannte, dass eseine Waffe war, wurden seine jahrelang antrainierten Reflexe abgespult, ohne dass sein Bewusstsein auch nur den geringsten Einfluss darauf nehmen konnte. Bis zu dem Moment, in dem sich sein Waffenarm zum zweiten Mal mit der Tempest in der Hand streckte, hatte er völlig die Kontrolle über seine Reaktionen verloren, konnte seinen Abzugfinger nur gerade so davon abhalten, eine Salve in das Gesicht seines Gegenübers zu feuern, die im Moment ihres Todes den Spectre mit sich gerissen hätte. Sie musste das gleiche denken und zögerte deshalb genauso. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis einer der beiden den Moment der Unaufmerksamkeit des anderen wittern und die Chance ergreifen würde. Intensiv fixierte Corvan daher die Muskelanspannungen von Majs Unterarm, beobachtete ihre Augen, die er gerade zum ersten Mal ohne Helmvisier sah - oder war es das erste Mal? Das typisch salarianische Gesichtergedächtnis ließ ihn sofort erkennen, dass sie erst Stunden vorher auf dem Schwarzmarkt Omegas an ihm vorbeigehuscht war. Und die selbe Person trug nun die Rüstung des Söldners, den er wenig später hatte anheuern wollen. Wer war sie? Gehörte sie zu Eclipse? Oder war sie ein Söldner der Talons? Vielleicht war sie auch direkt Aria unterstellt und wollte das Kräftegleichgewicht der Banden wahren. Oder war die Allianz tatsächlich versehentlich in seinen geheimen Spectreauftrag geraten? Corvans Gedanken überschlugen sich und hatten Mühe, bei der momentanen Situation zu bleiben, in der jede kurze Unaufmerksamkeit seinen Tod bedeutet hätte.
    Geschwächt wie Corvan war, wäre es früher oder später sicher auch sein Tod gewesen, wäre in diesem Moment nicht der von Connor verletzte Pilot um die Deckung herum geflohen. Seine rechte Schulter haltend hinkte er mit deutlich hörbaren, metallischen Schritten auf die beiden zu und bemerkte dann erst, wohin er geraten war, hob dann eher zögerlich seine Pistole, als er bemerkte, dass keiner der beiden auf ihn zielte. Corvan nutzte die Gelegenheit: Mit dem Neuankömmling in Majs Rücken, hatte er den Vorteil, die Situation zu sehen, die Maj nur aus den Geräuschen erahnen konnte. Er sah, wie Majs Pupillen für den Bruchteil einer Sekunde ihren Fokus verloren und instinktiv zu dem Geräusch hinter ihr schweifen wollten und genau in diesem Moment hechtete er zur Seite aus der Schussbahn von Majs Waffe, rollte sich an dem Piloten vorbei ab und ließ diesen perplex hinter sich, als er um die Kisten herum floh und Haken schlagend den Rückzug über die Landefläche antrat. Der Pilot sah ihm verwirrt hinterher, erkannte dann Maj als die größere Bedrohung an und erhob deshalb die Waffe gegen sie, was sie bei seiner Verletzung wohl kaum ernsthaft bedrohen, aber sie wertvolle Sekunden kosten würde.
    "Connor - Feindkontakt. Brechen Sie die Verfolgung ab, brauche Unterstützung", ächzte Corvan während der hinkenden Flucht in seinen Helmfunk. Seine Paladin hatte er zurückgelassen, seine Tempest hatte nur noch ein halbes Magazin, sein linker Arm hing ausgekugelt durch den Kampf schlaff herab und die Hüftwunde klaffte immer schmerzhafter. Eine direkte Konfrontation mit Maj konnte er jetzt nicht mehr überstehen und bei ihrer Kondition war an eine Flucht ohne Unterstützung nicht zu denken. Er musste die Mission als gescheitert ansehen.

    Unterdessen war Mahesh Thakkur, die Zielperson, von Shuttle zu Shuttle geeilt, doch keines öffnete ihm ohne einen passenden Transponder die Tür, weshalb er in die selbe Halle floh, in der Minuten vorher noch eine Schießerei gewütet hatte. Doch jetzt waren dort alle Geräusche verstummt und man fand nur noch ein still rauchendes Chaos und Blutbad vor, wo kroganisches Temperament auf gut gerüstete Blue Suns getroffen war. In der Mitte der Halle lag die Wurzel des Übels, der Kroganer, mit völlig zerfetzter Rüstung, aus der ungedachte Mengen des typisch orangefarbenen Blutes quollen. Er kämpfte um jeden pfeifenden Atemzug, als die wenigen noch unverletzten redundanten Organe in seinem Körper versuchten, den Blutverlust auszugleichen und die zerfetzten Lungenflügel gierig die letzte Luft einsogen. Er war der letzte Überlebende in der Halle, um ihn herum tote Turianer, die dem im Blutrausch Befindlichen zwar den Todesstoß versetzt hatten, dafür aber selbst mit dem Leben bezahlen mussten. Thakkur näherte sich ihm vorsichtig auf seinem Weg aus der Halle, nahm sich die Zeit, kurz neben ihm stehen zu bleiben. Der Kroganer sah ihm noch immer mit festem Blick entgegen, schlug sich als Zeichen seiner inzwischen zweilhaften Unbesiegbarkeit prahlend mit der Faust gegen die Brustplatte und lachte dann grollend. Thakkur schüttelte fassungslos über diesen Trotz den Kopf und überließ das riesige Reptil dann seinem Schicksal, um in zügigem Sprint weiter die Flucht anzutreten, genau in die Richtung, aus der Corvan mit seinem Trupp angerückt war. Er musste nur den Leichen folgen.
    Tjordas is offline

  3. #3
    #17  Forenperser's Avatar
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    Sep 2008
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    Irgendwo da draußen.....
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    Nia

    "Ganz ruhig." erwiderte er auf ihren Blick, war sich jedoch nicht sicher ob er es eher zu sich oder zu ihr sagte.
    "Wir werden schon raus bekommen was hinter diesem ganzen Irrsinn steckt. Ich hab eine Idee: Wenn es sich hier sowieso gerade leert und du jemand bist dem Nia bislang vertraut und erlaubt sich hier in der Basis zu bewegen......versuch doch auf eigene Faust etwas herauszufinden während ich mich mit ihr abgeben muss."
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  4. #4
    Ritter Eandril's Avatar
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    Feb 2013
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    Ding

    Wohin wir gehen? Zum Essen, hab ich doch gesagt.“ Hanna trat von einem Bein auf das Andere und verschränkte die Arme. Sie spürte die Waffe unter ihrer Jacke hart gegen die Hand stoßen; sie versprach eine gewisse Sicherheit.

    Ding

    Hanna betrat gefolgt von Narissa den Speisesaal. Die Agentin setzte sich an einen Tisch weiter Hinten - ein Zweiertisch am Fenster. Von dort aus hatte man einen schönen Blick auf das Joab-typische Nichts aus Allem. Die Blondine interessierte sich jedoch kaum für den Blick aus dem Fenster als viel mehr für den fast leeren Saal. Nur hier und da saßen vereinzelt ein paar Gastgruppen, zumeist Menschen. Die einzig andere vertretene Spezies waren bemerkenswerterweise Salarianer. Ihnen schienen das Klima Joabs und dessen grünes Terrain zu gefallen, zudem waren Salarianer bekanntermaßen tüchtige Geschäftsmänner und Joabs Wirtschaft lief durchschnittlich gut.
    „Willkommen, die Damen!“ Der Kellner, ein junger Mann mit keckem Blick, trat an den Tisch der Frauen heran, bedachte Hanna mit einem freundlichen Zunicken und Narissa mit einem weitaus wärmeren Lächeln. Hanna wusste nicht ob sie sie der Szene Eifersucht abgewinnen sollte und wenn ja auf wen. Stattdessen nahm sie die Holokarte entgegen. „Kann ich Ihnen schon Etwas bringen?“ „Scotch.“ Der Kellner senkte nervös den Blick, räusperte sich verlegen und sagte dann: „Es ist gerade einmal kurz nach Elf Uhr.“ Hanna schaute dem Mann ins Gesicht; er wich ihrem Blick aus. „Scotch!“, wiederholte sie deutlich bestimmend. „Sehr wohl, Ma´am!“ Mit dem Anflug von Röte auf den Wangen wandte sich der Kellner Narissa zu und versuchte erneut einnehmend zu lächeln. „Und dir… oh, entschuldigung.“ Er kaschierte den gewollten Ausrutscher mit einem Grinsen. „Ich meinte natürlich: und Ihnen?“ Hanna verspürte das Verlangen sich zu Übergeben.


    Narissa stellte einigermaßen amüsiert fest, dass der Kellner ihr ein deutlich freundlicheres Lächeln schenkte als Hanna. Während sich der junge Mann, er musste etwa in ihrem Alter sein, mit Hanna herumschlug und dabei den unverzeihlichen Fehler beging, der Agentin zu widersprechen, warf Narissa einen zweiten kurzen Blick durch den Saal der allerdings keine neuen Erkenntnisse brachte. Der einzige offensichtliche Fluchtweg war der Eingang, auch wenn es durch die Küche oder die Toiletten weitere Ausgänge geben mochte - nicht, dass sie wirklich mit der Notwendigkeit eines sehr plötzlichen Aufbruchs rechnete, aber es schadete nie seine Optionen zu kennen.
    "Und dir... oh, Entschuldigung. Ich meinte natürlich: und Ihnen?"
    Offenbar hatte der Kellner das Gespräch mit Hanna unbeschadet überstanden, und lächelte Narissa gewinnend zu. "Macht nichts.", erwiderte sie mit einem Augenzwinkern und einem zuckersüßen Lächeln. Sie flirtete wahrlich nicht allzu gerne Leuten die sie nicht im geringsten interessierten - mit denen der anderen Sorte allerdings schon - aber es bisweilen wussten Kellner erstaunliche Dinge und es konnte nie schaden, sich mit ihnen gut zu stellen. Möglicherweise war Mr. Vasquez ja ein Stammgast dieses Restaurants.
    Sie bestellte im Gegensatz zu Hanna einen nicht-alkoholischen Drink, schließlich hatte sie ihre Sinne lieber in Bestform als leicht betäubt, und schickte den Kellner mit einem weiteren Augenzwinkern davon um die Getränke zu holen. Kaum war er außer Hörweite, stieß sie angewidert die Luft durch die Nase aus und sagte, mehr zu sich selbst als an Hanna gerichtet: "Reizender Mensch... die Masche wirkt bestimmt Wunder." Damit hatte sie wahrscheinlich sogar recht, denn der Kellner sah ziemlich gut aus - wenn man denn auf Männer stand.
    "Und, was ansprechendes auf der Speisekarte?"
    Eandril is offline

  5. #5
    Auserwählte AeiaCarol's Avatar
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    Quote Originally Posted by Luceija View Post

    "Ja, mir geht's gut..", äußerte die Halbitalienerin in einem Seufzen, dass davon abgeschnürt wurde, dass sie den Kopf etwas zu weit in den Nacken setzen musste um zu Leif nach oben zu sehen. Dennoch versuchte sie sich in einem leichten Nicken. Es mochte zwar schwer für sie sein den sehnsüchtig erwarteten Blick abzudrehen, aber wenn sie auch nur direkt an Leifs Gesicht (oder ihrer Höhe, seiner Schulter) vorbei sah, erkannte sie noch immer den Wachmann, über den sie sich eben noch so lautstark beschwert hatte. "...aber diesem -", sie setzte einen von keinem Übersetzer aufnehmbaren, sizilianischen Fluch aus und wurde dabei einen kurzen Moment lauter, damit die Wache ihn ZUFÄLLIG hören konnte, "geht's offenbar noch viel zu gut. Die sollten mich hier besser niemals raus lassen, sonst-"
    Wieder unterbrach sie sich selbst, blinzelte einmal und senkte dann ihren Kopf, wobei sie diesen dann nur so halb bewusst in Leifs Hand senken konnte, das Gefühl aber genoss. Die linke Wange so in einer perfekten Lage in der warmen, großen Hand, da bemerkte sie die leicht schmerzenden, bläulichen Bereiche quer um die Nasengegend garnicht erst. Auch, weil es wohl die erste Blessur seit langem war, für die sie sich nicht rechtfertigen musste und sie sich vielleicht sogar wohl damit fühlte. Im Gegensatz zu Leif hatte sie nämlich scheinbar auch nicht vergessen, woher sie kam.
    "Wie geht's dir?", wollte sie nach ein paar Sekunden wissen, griff mit ihren beiden, nach wie vor gefesselten, Händen nach seiner, die sie zwischen ihre nahm, obwohl es ein komisches Gefühl war mit diesen eigenartigen 'Handschuhen'. "Haben die dir Blut abgenommen?"


    "Blut?", er runzelte die Stirn auf ihre Frage, hatte er diesen Einfall längst wieder vergessen. Ganz plötzlich fühlte sich die Haut der Italienerin fürchterlich kalt auf seinen Händen an. Ungeachtet dessen, wie die Geste auf sie wirken musste, zog er sie weg, wandte sich ab und starrte zwischen den altertümlichen Gittern aus seiner Zelle.
    "Blut abgenommen-...Haben sie dir...?", sah er über die Schulter in die sattgrünen Augen, um die sich müde Lider schlossen. Ihr Trip war vorbei. Sichtbar. Und dieser ganze Abend-...Die Nacht, sie begann sich in eine wirklich unschöne Sache zu verwandeln.
    "Haben sie dich telefonieren lassen? Was wollten die wissen?"
    Seine Stimme klang plötzlich schrill. Die Panik in ihm begann zu rasen und der Schweden selbst durch die Zelle zu tigern, ungeachtet seiner schönen Begleiterin, die wohl etwas ratlos bei ihm stand und seinen Schritten folgten. Sie mussten hier raus. Schnell und ohne weiteren Ärger. Natürlich mussten sie das. Was hatte er sich nur dabei gedacht?
    So you can drag me through hell
    If it meant I could hold your hand
    I will follow you 'cause I'm under your spell
    And you can throw me to the flames
    I will follow you, I will follow you
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  6. #6
    La fionda dei cereali  Luceija's Avatar
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    Quote Originally Posted by AeiaCarol View Post

    "Blut?", er runzelte die Stirn auf ihre Frage, hatte er diesen Einfall längst wieder vergessen. Ganz plötzlich fühlte sich die Haut der Italienerin fürchterlich kalt auf seinen Händen an. Ungeachtet dessen, wie die Geste auf sie wirken musste, zog er sie weg, wandte sich ab und starrte zwischen den altertümlichen Gittern aus seiner Zelle.
    "Blut abgenommen-...Haben sie dir...?", sah er über die Schulter in die sattgrünen Augen, um die sich müde Lider schlossen. Ihr Trip war vorbei. Sichtbar. Und dieser ganze Abend-...Die Nacht, sie begann sich in eine wirklich unschöne Sache zu verwandeln.
    "Haben sie dich telefonieren lassen? Was wollten die wissen?"
    Seine Stimme klang plötzlich schrill. Die Panik in ihm begann zu rasen und der Schweden selbst durch die Zelle zu tigern, ungeachtet seiner schönen Begleiterin, die wohl etwas ratlos bei ihm stand und seinen Schritten folgten. Sie mussten hier raus. Schnell und ohne weiteren Ärger. Natürlich mussten sie das. Was hatte er sich nur dabei gedacht?


    Mit seiner Hand hob sich auch ihr Kopf wieder an, wobei sie ihm erst ein paar Augenblicke später ihre grünen Augen präsentierte, die sie einer wahren Müdigkeitswelle wegen erst so langsam öffnen wollte. Die Wut von vorhin, die sie dem Wachmann zugedacht hatte, der nun zwar immer noch in der Nähe, aber zumindest nicht mehr sichtbar direkt auf der anderen Seite stand, verringerte sich irgendwann im Laufe der Zeit, in der sie Schritt für Schritt des ungeduldigen Schweden mitzählte. Es war schlicht die Untätigkeit, die ihr hier den Wind aus den Segeln nahm. Aber auch die Unruhe ihres Freundes, die sie mehr und mehr registrierte verleitete die Neunundzwanzigjährige dazu, die Rollen zu wechseln und sich alle Mühe zu geben, den Zorn über ihre Verhaftung und die unverhältnismäßige Behandlung der Beamten zu verdrängen. Zumindest ihm zu Liebe - auch wenn das Temperament in die Schranken zu weisen schwerer war als gedacht.

    Luceija seufzte leis und klang dabei ein Stück weit genervt. Anstatt ihm jedoch eine direkte Antwort zu geben, taumelte sie (ihres Erachtens nach mit den gefesselten Händen wie ein geistesgestörter Glöckner) ihrerseits durch den Raum und setzte sich zurück auf den Rand des kahlen Ausnüchterungsbettes.
    "Wen sollte ich deiner Meinung nach anrufen, hm?", fragte sie ruhig - ihr Kopf waberte indes in einer imaginären Rauchwolke und pulsierte im gemächlichen Ton vor sich hin. Nachdem sie sich, nach und nach ruhiger werdend, zurück ganz auf die harte Ruhestätte legte, und sich mit einen der beiden zusammengefassten Hände über die Stirn fuhr, hätte sie Leif beinahe zugestimmt, was die eiskalte Haut anging, denn allem zum Trotz bemerkte der routinierte Junkie nicht, wie sie (durch das langsame runterkommen von ihrem Trip) zitterte und fröstelte. Das lag vermutlich auch durch den eigenwilligen Biotikschutz, den ihr die schwedischen Polizisten angelegt hatten.
    "Meine Eltern?", sie lachte abfällig. "Dich? Nah.."

    "Selbst wenn sies erwähnt hätten, hätte ich dankend abgelehnt. Schien die sowieso mehr zu interessieren von uns selbst zu hören was da gestern Nacht passiert ist - aber wenn du mich fragst, ist das einfach nur lächerlich und absolut übertrieben. Ich weiss nicht auf welcher Polizeischule DAS Geiselnahme sein soll, aber jeder Vollidiot weiss, dass DAS meilenweit davon entfernt war. Und auch KEIN Mord, KEINE Körperverletzung, GARNICHTS. Die übertreiben maßlos Leif, lass dir da nichts anderes einreden."
    Die Frage mit der Blutabnahme hatte sie bisher, im Versuch Leif zu beruhigen, gekonnt ignoriert, machte ihr aber in Wirklichkeit am meisten Sorgen. Jeder, der ihre Blutwerte bisher hatte auswerten lassen war sich bewusst, dass das kein normaler Konsum sein konnte. Zwar lagen schon viele Behandlungen, die Lebertransplantation, Blutwäschen etc. hinter der Halbitalienerin...aber nichts desto trotz war und blieb sie ein Junkie, bei dem man IMMER irgendwelche nette Bestandteile finden würde, die über den typischen Straßendreck hinaus ging. Und dann war da noch er...dessen Werte wirklich niemand sehen sollte. Quasi Priorität Nummer 1.
    In ihrem Kopf spinnten sich indes einige Theorien und Pläne zusammen, wie sie Leif aus der Sache herausbekommen konnte. In der Rolle ihres Arztes würde es vermutlich ein leichtes sein zu behaupten, dass sie ihn überredet habe (hatte sie das nicht?) und ihm eventuell sogar gegen seinen Willen Mittel injiziert hatte, woran er sich nun einfach nicht mehr erinnerte. Benommen hätte er einen Flug von Proteus nach Stockholm gebucht, erinnerte sich nun aber an nichts mehr als an den abenteuerreichen Trip an sich.

    "Am besten sagst du nichts. Wenn die dein Blut nicht haben: umso besser. Wenn doch: Dann überlass das mir. Ich krieg dich schon irgendwie raus. Immerhin-", sie sprach es lieber aus, für den Fall, dass der Beamte mithörte, "-hab ich dich da reingeritten."
    Indes befand sich Luci schon wieder in einer ganz anderen Position, die sie mehr oder weniger aus Langeweile eingenommen hatte. Ihre blanken, baren Füße fanden Platz an der Wand gegen die sie sich locker stemmte und der gesamte Bereich bis zu den obersten Rippen frei hing. Strähnen ihrer Haare berührten Teilweise den Boden und hingen teilweise über die Liegemöglichkeit hinweg da. Dabei besah sie sich der Wand, gegen die sie ihre ohnehin schon erkalteten Sohlen presste und fühlte sich trotz allem Zusammenreißen garnicht mehr so wohl.

    "Ist nicht mein erstes Mal im Knast. Die haben überall die selben Methoden."
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    Luceija is offline

  7. #7
    Abenteurer BestialMockery's Avatar
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    Ein "Halt!" wollte folgen, erstickte allerdings im Keim. So wurde Craigs Ausruf immer leiser, irgendwann krächtzend und schlussendlich stand er da, noch immer in der Gasse, noch immer an der Liveübertragung, und sichtlich überfordert mit der Situation. Was auch immer der alte Studienkollege da vor hatte, es würde im Chaos resultieren, dessen war er sich sicher. Bei solchen Dingen brauchte es eine genaue Planung. Craig war nicht der Mann fürs Grobe, geschweige denn körperlich auf einem Stand, den man im Zweikampf hätte zu seinem Vorteil nutzen können. Er würde eingehen wie eine schlecht gegossene Pflanze. Letztlich ja auch nur Profiler, Psychologe, kein verdammter Actionheld in Trenchcoat und Fedora!

    Auf den Schreck hin lehnt sich der Weißhaarige erstmal gegen einen der Behälter, die hier vom Zulieferer des Restaurant um die Ecke abgestellt worden waren und öffnete seine kleine Innentasche um ein nahezu winziges Plastiktütchen und ein paar Blätter Zigarettenpapier herauszuholen. Genüsslich, als wäre es ein Ritual, nutzte er die Zeit nicht nur zum Nachdenken sondern auch damit, mehrere der dünnen Blättchen schräg übereinander zu legen um die schlussendlich mit dem krümeligen Inhalt des Tütchens zu füllen. Das fragile Bauwerk in seiner linken, grabschte er zielgerichtet nach einer gedrehten Zigarette aus seiner anderen Kitteltasche und musterte dabei das etwas zu naheliegende, durchsichtige Display seines Holocomputers, dass die Szene zeigte, in der sich Tim Zugang zu des Politikers Sexinsel verschaffte. Unauffällig den Ekel über den fleischigen Anblick hinunterschluckend, zerbröselte Craig umständlich die Zigarette über der Selbstgedrehten in seiner Linken, sodass Tabakkrümel in sein Bauwerk rieselten und es komplettierten. Über Tims viel zu direkte Art schwieg er ebenso wie über sein errungenes Outfit, gab es doch eh niemanden, dem er dies erzählen konnte. Er gönnte sich die zwielichtige Ruhe, rollte nach wegschnipsen der zerstörten Zigarette seine eigene fertig und verstaute das Tütchen wieder an seinem ursprünglichen Ort. Das Anlecken des Papieres folgte, dann, das perfektionistische, abschließende rollen. Er war zufrieden. Zeitlich hatte alles gepasst, seine Nervosität war schon allein beim Bauen des Joints gesunken und auch wenn er nun, beim Hinweis "Handwerker" keine Zeit haben würde, diesen auch gleich noch zu rauchen, war sein Zustand erträglicher.

    Er zählte stumm bis zehn, näherte sich dann dem Eingang des Stundenhotels und setzte einen Stiefel nach dem anderen die schmierigen Stufen nach oben. Erst passierte er den Eingangsbereich, den Tresen mit dem gelangweilten Mitarbeiter an der Rezeption, an dem wohl schon dutzende Übernachtungsgäste vorbeigeschlendert waren ohne beachtet zu werden (er behielt im Hinterkopf das mal zu melden, Schmuggel oder illegale Prostitution war hier jedenfalls nicht auszuschließen) und fand, nach weiterem aufgehen in den nächsten Stock, auch die versteckte Uniform. Einen Moment lang jedoch zögerte der Terranovaner und fragte sich, wozu dieser Aufriss überhaupt notwendig war. Vielleicht einen Augenblick zu lange, als, noch auf der Treppe, eine Asari an ihm vorbei ging und nicht nur Craig, sondern auch seine Uniform dabei ZU deutlich musterte. Absehbar war für den weisshaarigen, was nun geschah und dass der ganze Plan, der ohnehin nicht wirklich Hand und Fuß hatte, in jedem Moment zusammenbrechen würde. Die Asari zog ihre Waffe. Craig, der darauf meist verzichten wollte, reagierte selbst und zog seine...und im nächsten Moment standen sie sich bedrohend gegenüber. Unwissend, warum, wieso und weshalb es zu diesem Eklat kommen musste. Craigs seltsame Augen musterten sein Gegenüber. Der Lauf der Waffe schwankte unter seinen nervösen Händen.
    Durch das Warten auf Craig selbst zu sehr ermüdet, sagte er dem Fettsack Bescheid, dass er sich auf den weg macht, den Hausmeister zu suchen, dieser nickte, was aber in seinem fetten Doppelkinn einfach versank. Er ging den Flur runter, sah die Asari und Craig, die beide auf sich mit der Waffe zielten, Tim musterte die Situation und er fand ziemlich schnell eine Möglichkeit, wie er das beenden könnte. "Was ist hier los?" "Der Junge schleicht hier rum, zieht eine Uniform unter dem Sofa daher und zieht die sich an, ich hab den hier noch nie gesehen" "Maidame, das ist Flint, der ist neu hier, ein netter Junge, der ein paar Schwierigkeiten hat, wir haben den unter unsere Fittiche genommen, ich denke er hat sich gerade raus geschlichen und sich erst mal einen durch gezogen, wenigstens hatte er den anstand, die Uniform auszuziehen, so dass das nicht den Ruf den Ladens beschädigt, trotzdem, während der Arbeitszeit eine eher unschöne Angewohnheit." Bei dem letzten Teil schaute Tim Craig ziemlich entnervt an, er selbst hat nichts gegen das Kiffen, fand es aber grob fahrlässig, da die Situation doch eher schlecht enden könnte, außerdem stank er schon ziemlich penetrant danach, bis ans andere Flurende. "Nagut - ihr Trottel - wenn ihr so was als "gesellschaftsfähiges Individuum" reintegrieren wollt ... bei uns müsste er in eine Strafkolonie auf einen Mienenasteroiden, arbeiten bis er wieder zur Vernunft kommt, ihr verweichlicht ihn ja, wenn ihr ihm alles durchgehen lässt..." Die Asari zog ab, außerdem war Tim sich bewusst, dass das keine Maßnahme der Asari war, sondern eher die brutale Maßnahmenpolitik der militanten Eclipse Söldner ist.

    Tim ging an Craig ran, schlug ihn auf die Schulter, schleppte ihn mit und sagte "Du kannst echt froh sein, dass du wie 16 aussiehst."

    Wieder am Zimmer des Fettsacks angekommen, stand der dieses mal mit einer Waffe da, sein Bademantel weiterhin weit geöffnet und brüllte: "Was ist denn in dem Bad passiert? Das ist doch eindeutig mit voller gewallt abgerissen worden, die verdammte spüle, wollt ihr mich verarschen, 2 neue Gesichter an einem Tag? - Meine Maitresse hab ich auch ganz genau im Flur gehört, wer seid ihr, was wollt ihr? "
    BestialMockery is offline

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    Weißte Bescheid.


    Die Zigarette zitterte zwischen den blauen Lippen während Charis nervös den Rauch einzog. Nicht einmal zur Hälfte geraucht warf sie den Glimmstengel beiseite. Irgendwie war das Gefühl sich übergeben zu müssen noch nicht zur Gänze verschwunden und wurde regelmäßig durch das Ansehen von verkohlten, zerbrochenen und zerfetzten Leichen oder deren Teilen angestachelt. Wenigsten verhallten die Schreie langsam denn entweder waren jene endlich gestorben oder hatten ihre Kraft verbraucht. Noch während Charis sich dem Wrack näherte knallte es plötzlich tief und wiederhallend. Charis duckte sich instinktiv denn das war definitiv der Knall einer Waffe gewesen und einer großkalibrigen dazu, wenn sie sich nicht irrte. Viele der Umherirrenden taten es ihr gleich und als ein zweiter Schuss ertönte warfen sich einige sogar flach auf den Boden. Auf dem Schiff waren nur wenige bewaffnet unterwegs und Charis, die ihre Pistole aus der Furcht heraus beraubt zu werden nicht abgelegt hatte zog diese nun vom Gürtel. Konnte es sich bei dem Schützen, oder den Schützen so es mehrere waren, um Piraten handeln? Diese Welt die auf den ersten Blick so schrecklich wild und unzivilisiert wirkte wäre wahrlich prädestiniert für derlei Gesocks. Oder für Schmuggler.
    Ein dritter Schuss; wieder zuckte man zusammen, diesmal jedoch gemäßigter als zuvor und die sich vorsichtig annähernde Charis hörte nun lautes Gebrüll und Stimmengewirr von der ihr durch ein Trümmerteil versperrten Seite des Plateaus. Die Asari umrundete das Teil die Waffe im Anschlag und blickte auf einen kleinen Mob der sich um zwei Figuren gebildet hatte. Beide schrien einander an und gestikulierten wild in der Gegend herum. Der größere der beiden, ein Turianer mit Panzerung und digitalem Visor vor den Augen war scheinbar der Urheber der Pistolenschüsse den Charis erkannte eine weißbemalte Carnifex in seiner Hand. Der andere Streithahn war ein Batarianer in ehemals schicker Kleidung die nun jedoch von verschiedenfarbigem Blut, Rus und Erde verschmutzt war. Charis drängelte sich durch die Menge um besser sehen zu können.
    „Aus dem Weg Doktor! Eine Kugel in den Kopf ist besser als sich hier herumzuquälen!“ „Jetzt reicht es mir aber! Das kann doch wohl kaum ihr Ernst sein!“, erwiderte der Batarianer in für seiner Spezies typischen gutturalen Tonlage. Charis sah hinter dem Batarianer ein sich windende Asari deren Bein in einem ungesunden Winkel verdreht war und deren Kleidung an der linken Seite von Blut durchtränkt war. Sie stöhnte, warf den Kopf herum und schien von der ganzen Szene gar nichts mitzubekommen. Neben ihr hockte eine junge Frau mit kurzen, braunen Haaren und gewöhnlicher Reisekleidung und sah besorgt zu dem Batarianer rauf. „Wir verlieren sie, Doktor! Wir müssen etwas unternehmen!“ Der Batarianer wandte sich von dem Turianer ab der eindeutig an der Sicherung der Waffe nestelte. Als der Batarianer sich neben die Asari kniete konnte Charis einen kurzen Blick auf sein Gesicht erhaschen, dass zwar von Aussehen und Struktur denen der beiden Waffendiebe auf speziestypische Art glich jedoch durch das Fehlen des Auges oben Links individualisiert wurde. Dort wo einmal eines der kleineren schwarzen Augen geblinzelt hatte war nun nur noch eine vernarbte, fleischige Höhle. Der batarianische Doktor kniete sich neben die Asari, fühlte ihren Puls und besah sich die Wunden. „Hat hier jemand Medigel?“, rief er in die Runde. Einige der Leute schauten betreten auf ihre Omnitools und die Schmugglerin war sich sicher, dass dort einige Portionen um sie herum standen doch niemand sagte ein Wort. „Ich sage es ja nur ungern aber der Turianer hat Recht!“, meldete sich ein kroganischer Fleischkloß zu Wort, der sich nun durch die Leute schob. „Einfach sterben lassen, eine Kugel wenn man gnädig sein will.“ Der Batarianer schaute ihn mit einer Miene an die vermutlich Unglaube ausdrückten sollte. „Wir wissen doch nicht einmal wo wir hier sind, wenn wir die Verletzten zwei, drei Tage stabil halten werden die Rettungsteams…“ „Wir sind irgendwo im Weltall auf einem verlassenen Planeten der nicht einmal in der Sternenkartografie vermerkt ist!“, erklärte der Kroganer mit einem für seine Spezies ruhigen und einen weiten Wortschatz bedienenden Ton. „Ich habe die interstellaren Koordinaten selbst mehrfach gecheckt. Außerdem scheint hier jegliche Langsteckenkommunikation zu versagen.“ „Was soll das heißen?“, mischte sich Charis ein. Der Kroganer warf ihr einen findigen Blick zu. „Das soll heißen, dass wir hier wohl erstmal auf uns allein gestellt sind. Wir müssen unser Überleben planen und das bedeutet Balast abwerfen.“ „Sie schreiben uns aber schnell ab, Kroganer!“, fauchte nun von der Turianer von der Seite her. Die zeitweile Unterstützung durch das Reptil hatte die Beiden nicht automatisch zu Verbündeten erklärt. „Ich denke wir werden gerettet.“ „Dann erklären Sie mir, Turianer, warum Sie so scharf darauf sind die Verletzten zu erschießen?“, gab der Kroganer gehässig zurück. Die Unterkiefer des Turianers mahlten lautlos während sich seine aschgraue Haut minimal verfärbte. Die Asari am Boden stöhnte laut auf, drückte den Rücken durch und wandte sich wie ein an Land geratener Fisch. „Medigel?“, fragte der Batarianer erneut und sah in die Runde. Der Turianer winkte ab, trat zwei Schritt aus der Menge und warf bei einem erneuten Schmerzensschrei der Asari einen Blick über die Schulter. „Lass gut sein, Dexter“, beschwichtigte ihn ein Mensch und packte ihn an der Schulter. Der Mann trug ebenfalls eine Panzerung, ein Sturmgewehr auf dem Rücken und einen Visor im Gesicht. Energisch schob er den Turianer fort während der Batarianer noch immer nach Medigel rief. Charis steckte die Waffe weg und checkte selbst ob sie noch Vorräte hatte. Seit dem Mal in der Gasse hatte sie sich eigentlich vorgenommen nie wieder ohne… „Verflucht!“, zischte Charis als sie den erneuten Mangel feststellte. Der Batarianer sah sie mit drei Augen an doch sie schüttelte resignierend den Kopf. „Kennen Sie die Frau?“, fragte der Doktor die Schmugglerin. „Wieso, weil ich eine Asari bin? Nein, ich kenne Sie nicht.“ „Kann ich Sie trotzdem dazu überreden nach Medigel zu suchen, dort im Wrack?“ „Doktor, vielleicht sollten wir sie tatsächlich… sterben lassen“, brachte die Brünette vorsichtig an. „Es gibt hier sehr viele Verletzte und vielleicht…“ „Schweig!“, donnerte der Batarianer mit harter, kalter Stimme. Dann räusperte er sich. „Entschuldige, Zara. Aber ich lasse keine Patienten sterben!“ „K- kein Problem“, nahm Zara die Entschuldigung erschrocken an und senkte den Kopf. Charis schaute rechts und links neben sich und bemerkte einen Mann der verzweifelt versuchte sein Omnitool abzuschalten welches ihm mitteilte, dass er noch über drei Portionen Medigel verfügte. „Komm schon, komm schon!“, zischte er und drückte beherzt auf die Taste die den Bestand verbergen sollte. Das dekomprimierende Zischen von Charis Waffe hörte er nicht, doch spürte er das kalte Metall, das ihm plötzlich gegen die Wange gedrückt wurde. „Drei Portionen, was?“, sagte die Asari und tat so als sei dies ein Glücksfall. „Na dann los. Mach schön Meldung beim Doc!“ Dem Mann, etwa Anfang Vierzig und unscheinbarer wie man es kaum sein kann, stand sofort der Angstschweiß auf der Stirn. „Ich… äh…“, brachte er es fertig zu stammeln und deutete auf sein Omnitool. Der Batarianer knurrte und winkte ihn heran, nickte dann Charis zu die dem Mann die Waffe an den Hinterkopf drückte. Nachdem das Medigel verwendet und der arme Kerl entlassen worden war wandte sich der Batarianer an Charis. „Ich bin zwar kein Freund von Gewalt aber hier hatte sie wenigstens einen Nutzen. Danke dafür.“ „Gern, Doc.


    ***



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    Letzte Posts: Stephen Connor, Maj Lee Salem

    Der unerwartete Kampfverlauf spielte sich für Corvan ab wie eine außerkörperliche Erfahrung: Eben noch seiner selbst entrückt, war plötzlich eine Klinge aus dem Dunkel auf ihn zugeschnellt und noch bevor er erkannte, dass eseine Waffe war, wurden seine jahrelang antrainierten Reflexe abgespult, ohne dass sein Bewusstsein auch nur den geringsten Einfluss darauf nehmen konnte. Bis zu dem Moment, in dem sich sein Waffenarm zum zweiten Mal mit der Tempest in der Hand streckte, hatte er völlig die Kontrolle über seine Reaktionen verloren, konnte seinen Abzugfinger nur gerade so davon abhalten, eine Salve in das Gesicht seines Gegenübers zu feuern, die im Moment ihres Todes den Spectre mit sich gerissen hätte. Sie musste das gleiche denken und zögerte deshalb genauso. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis einer der beiden den Moment der Unaufmerksamkeit des anderen wittern und die Chance ergreifen würde. Intensiv fixierte Corvan daher die Muskelanspannungen von Majs Unterarm, beobachtete ihre Augen, die er gerade zum ersten Mal ohne Helmvisier sah - oder war es das erste Mal? Das typisch salarianische Gesichtergedächtnis ließ ihn sofort erkennen, dass sie erst Stunden vorher auf dem Schwarzmarkt Omegas an ihm vorbeigehuscht war. Und die selbe Person trug nun die Rüstung des Söldners, den er wenig später hatte anheuern wollen. Wer war sie? Gehörte sie zu Eclipse? Oder war sie ein Söldner der Talons? Vielleicht war sie auch direkt Aria unterstellt und wollte das Kräftegleichgewicht der Banden wahren. Oder war die Allianz tatsächlich versehentlich in seinen geheimen Spectreauftrag geraten? Corvans Gedanken überschlugen sich und hatten Mühe, bei der momentanen Situation zu bleiben, in der jede kurze Unaufmerksamkeit seinen Tod bedeutet hätte.
    Geschwächt wie Corvan war, wäre es früher oder später sicher auch sein Tod gewesen, wäre in diesem Moment nicht der von Connor verletzte Pilot um die Deckung herum geflohen. Seine rechte Schulter haltend hinkte er mit deutlich hörbaren, metallischen Schritten auf die beiden zu und bemerkte dann erst, wohin er geraten war, hob dann eher zögerlich seine Pistole, als er bemerkte, dass keiner der beiden auf ihn zielte. Corvan nutzte die Gelegenheit: Mit dem Neuankömmling in Majs Rücken, hatte er den Vorteil, die Situation zu sehen, die Maj nur aus den Geräuschen erahnen konnte. Er sah, wie Majs Pupillen für den Bruchteil einer Sekunde ihren Fokus verloren und instinktiv zu dem Geräusch hinter ihr schweifen wollten und genau in diesem Moment hechtete er zur Seite aus der Schussbahn von Majs Waffe, rollte sich an dem Piloten vorbei ab und ließ diesen perplex hinter sich, als er um die Kisten herum floh und Haken schlagend den Rückzug über die Landefläche antrat. Der Pilot sah ihm verwirrt hinterher, erkannte dann Maj als die größere Bedrohung an und erhob deshalb die Waffe gegen sie, was sie bei seiner Verletzung wohl kaum ernsthaft bedrohen, aber sie wertvolle Sekunden kosten würde.
    "Connor - Feindkontakt. Brechen Sie die Verfolgung ab, brauche Unterstützung", ächzte Corvan während der hinkenden Flucht in seinen Helmfunk. Seine Paladin hatte er zurückgelassen, seine Tempest hatte nur noch ein halbes Magazin, sein linker Arm hing ausgekugelt durch den Kampf schlaff herab und die Hüftwunde klaffte immer schmerzhafter. Eine direkte Konfrontation mit Maj konnte er jetzt nicht mehr überstehen und bei ihrer Kondition war an eine Flucht ohne Unterstützung nicht zu denken. Er musste die Mission als gescheitert ansehen.

    Unterdessen war Mahesh Thakkur, die Zielperson, von Shuttle zu Shuttle geeilt, doch keines öffnete ihm ohne einen passenden Transponder die Tür, weshalb er in die selbe Halle floh, in der Minuten vorher noch eine Schießerei gewütet hatte. Doch jetzt waren dort alle Geräusche verstummt und man fand nur noch ein still rauchendes Chaos und Blutbad vor, wo kroganisches Temperament auf gut gerüstete Blue Suns getroffen war. In der Mitte der Halle lag die Wurzel des Übels, der Kroganer, mit völlig zerfetzter Rüstung, aus der ungedachte Mengen des typisch orangefarbenen Blutes quollen. Er kämpfte um jeden pfeifenden Atemzug, als die wenigen noch unverletzten redundanten Organe in seinem Körper versuchten, den Blutverlust auszugleichen und die zerfetzten Lungenflügel gierig die letzte Luft einsogen. Er war der letzte Überlebende in der Halle, um ihn herum tote Turianer, die dem im Blutrausch Befindlichen zwar den Todesstoß versetzt hatten, dafür aber selbst mit dem Leben bezahlen mussten. Thakkur näherte sich ihm vorsichtig auf seinem Weg aus der Halle, nahm sich die Zeit, kurz neben ihm stehen zu bleiben. Der Kroganer sah ihm noch immer mit festem Blick entgegen, schlug sich als Zeichen seiner inzwischen zweilhaften Unbesiegbarkeit prahlend mit der Faust gegen die Brustplatte und lachte dann grollend. Thakkur schüttelte fassungslos über diesen Trotz den Kopf und überließ das riesige Reptil dann seinem Schicksal, um in zügigem Sprint weiter die Flucht anzutreten, genau in die Richtung, aus der Corvan mit seinem Trupp angerückt war. Er musste nur den Leichen folgen.


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    Connors Post --> siehe Tjordas letzten Post


    Nur einen Moment, eine Sekunden, einen Augenschlag der Unachtsamkeit und schon drehte sich die Situation um hundertachtzig Grad. Metallisches Klicken - beschlagene Schulsohlen? - durchwoben von einem kurzen, langgezogenen Geräusch. Da hinkte jemand und dieser jemand hinkte direkt auf Maj und Corvan zu die sich zumindest in ihrer Unschlüssigkeit wie man mit der Situation umgehen sollte einig waren. Die eigentümlichen großen Salarianeraugen huschten kurz an Maj vorbei und obwohl ihr Finger sich eher aus Instinkt als aus dem Willen heraus leicht krümmte, arbeitete die Agentin noch an der Identifizierung des Neuankömmlings. Hallende Stille drang auf sie ein und plötzlich klickte es. Das Klicken war die Entsicherung einer Waffe und in Majs Ohren erschien dies so laut und deutlich, dass die Agentin versehentlich ihre braunen Augen zur Seite huschen ließ. Diese Sekunde, dieser Bruchteil der Zeit war es den Corvan wie kein zweites Wesen der Galaxie ausnutze, unter der Schussbahn der Agentin wegtauchte und seine Flucht direkt an ihr vorbei antrat. Überrascht davon noch am Leben zu sein und von der Aktion des Salarianers allgemein, verharrte Maj eine Sekunde zu lang ehe sie endlich, zäh wie dickflüssiger Honig, wieder ins Geschehen zurückfand.
    Maj ließ sich auf das Knie fallen. Zeitgleich drehte sie ihren Oberkörper herum, der Bewegung des flüchtenden Salarianers nach der an dem Dritten im Bunde vorbei hechtete und durch dessen humpelnde Gestalt halb verborgen wurde. Der Mann schaute der Gestalt des Spectre hinterher die kaum mehr in sein Sichtfeld gelangte, dann wandte er sich zu Maj und hob in Todesabsicht seine Waffe. Maj war schneller, visierte den Kopf des Piloten an und drückte den Abzug durch. Ein leises Klicken ertönte und der Mann stand noch. Schnell drückte Maj nochmal und wieder löste sich kein Schuss. Der Agentin blieb keine Zeit zum Fluchen, blieb kaum Zeit mit einer Seitwärtsrolle dem nun vom angeschlagenen Piloten abgefeuerten Projektil zu entgehen und keuchend hinter einem der Betonpfeiler zu landen. Der zweite Schuss knallte hinter vor ihr in die Kisten die heute schon genug hatten mitmachen müssen. Maj kauerte sich zusammen um möglichst kein Ziel zu bieten und wog die Optionen ab. Der Schütze war eindeutig verletzt und würde die Flucht dem Angriff vermutlich vorziehen doch wann würde dies geschehen? Corvan war angeschlagen doch lebte er noch und Maj hockte waffenlos hinter dieser verfluchten Säule.
    Geschickt und möglichst unauffällig drückte sich Maj mit dem Rücken an der Säule in die Senkrechte. Vorsichtig umrundete sie die Säule und suchte den Schützen. Sie fand ihn wie er mit von sich gestreckter Waffe auf Majs ehemalige Deckung zuging. „Komm raus! Ich tue dir nichts!“, versprach er scheinheilig. Seine Stimme zitterte. Ängstlicher Kerl; toter Kerl.
    Maj sprang seitlich aus dem Schatten heraus, rollte sich ab und trat noch aus der Hocke in die Kniekehle des Anderen. Dieser schrie und stürzte wobei er die Waffe aus der gesunden Hand fallen ließ um sich mit ihr abzufangen. Allerdings fing Maj ihn auf, packte ihn mit beiden Händen fest an der Kleidung und riss ihn zu sich auf den Boden, drängte seinen panisch zappelnden Körper auf den ihren, sein Rücken gegen ihren Bauch gedrückte, ihre Hände wie Pythons um seinen Hals geschlungen; ein tödlicher Hebel. Ihre Beine um den Bauch Unterleib des Verletzten geschwungen mühte sich der Pilot ohne Zweck ab, peitschte mit den Armen umher ohne wirklich zu wissen wie oder was er angreifen sollte. Seine Kraft ließ schnell nach während Maj drückte. Routine. Als seine Wehrhaftigkeit genug gesunken war riss die Agentin sein Kopf heftig zur Seite. Sie spürte seinen Genickbruch in ihrem Oberkörper, dann hievte sie die schlaffe Fleischpuppe von sich runter und rappelte sich rasch auf. Die Waffe des Piloten funktionierte offenbar, als steckte sie sie ein, ließ die eigene dafür liegen. Rasch suchte sie ihr Messer, das Scharfschützengewehr fand sie jedoch noch so schnell und suchte auch nicht weiter. Sie musste sich beeilen, musste rennen wenn sie Corvan noch erwischen wollten. Dieser verfluchte Salarianer! Dieser verfluchte, miese, feige, dreckige Salarianer! Ihre Gedanken überschlugen sich während sie ihrem Ziel nachsprintete in der Hoffnung seine Spur rasch aufnehmen zu können…



    ***


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    Quote Originally Posted by Eandril View Post

    Narissa stellte einigermaßen amüsiert fest, dass der Kellner ihr ein deutlich freundlicheres Lächeln schenkte als Hanna. Während sich der junge Mann, er musste etwa in ihrem Alter sein, mit Hanna herumschlug und dabei den unverzeihlichen Fehler beging, der Agentin zu widersprechen, warf Narissa einen zweiten kurzen Blick durch den Saal der allerdings keine neuen Erkenntnisse brachte. Der einzige offensichtliche Fluchtweg war der Eingang, auch wenn es durch die Küche oder die Toiletten weitere Ausgänge geben mochte - nicht, dass sie wirklich mit der Notwendigkeit eines sehr plötzlichen Aufbruchs rechnete, aber es schadete nie seine Optionen zu kennen.
    "Und dir... oh, Entschuldigung. Ich meinte natürlich: und Ihnen?"
    Offenbar hatte der Kellner das Gespräch mit Hanna unbeschadet überstanden, und lächelte Narissa gewinnend zu. "Macht nichts.", erwiderte sie mit einem Augenzwinkern und einem zuckersüßen Lächeln. Sie flirtete wahrlich nicht allzu gerne Leuten die sie nicht im geringsten interessierten - mit denen der anderen Sorte allerdings schon - aber es bisweilen wussten Kellner erstaunliche Dinge und es konnte nie schaden, sich mit ihnen gut zu stellen. Möglicherweise war Mr. Vasquez ja ein Stammgast dieses Restaurants.
    Sie bestellte im Gegensatz zu Hanna einen nicht-alkoholischen Drink, schließlich hatte sie ihre Sinne lieber in Bestform als leicht betäubt, und schickte den Kellner mit einem weiteren Augenzwinkern davon um die Getränke zu holen. Kaum war er außer Hörweite, stieß sie angewidert die Luft durch die Nase aus und sagte, mehr zu sich selbst als an Hanna gerichtet: "Reizender Mensch... die Masche wirkt bestimmt Wunder." Damit hatte sie wahrscheinlich sogar recht, denn der Kellner sah ziemlich gut aus - wenn man denn auf Männer stand.
    "Und, was ansprechendes auf der Speisekarte?"


    Hanna unterdrückte den Würgereiz als Narissa das Lächeln erwiderte und sich ein Getränk auf Hannas Rechnung bestellte. Die Agentin im Urlaub bedachte die Attentäterin mit einem prüfenden Blick als der Kellner verschwand und diese ihren Unmut über den Flirt kundtat. Die Frage ignorierte sie, ließ die Holokarte sinken und schaute zu Narissa hinüber. „Und? Wirkt die Masche nicht bei Ihnen? Tun Sie nicht so, Miller, Sie sind doch genau der Typ der sich die Hochzeit in Weiß mit genauso einem Typen ausmalt.“ Hanna nahm die Karte wieder auf, würdigte die vegetarischen Gerichte keines Blickes und überflog den Fisch nur kurz. Fleisch, Brot, Kartoffeln, irgendetwas Gehaltvolles danach stand ihr der Sinn. „Spielen Sie mir nichts vor, Schätzchen“, fuhr Hanna fort ohne von der Karte aufzusehen. Dann tippte sie auf ein Gericht ihrer Wahl, rustikal, menschlich, angemessener Preis. Das gewählte Gericht wurde grün unterlegt und Hanna schob die Karte zu Narissa hinüber. „Draufschauen und dasselbe oder eins in derselben Preisklasse wählen!“, beschwor sie die Andere. Einer Attentäterin von Omega traute Hanna durchaus dir Dreistigkeit zu sich die teuersten Gerichte und Getränke zu ordern nur um sich einmal wie ein normaler, beziehungsweise wohlhabender Mensch zu fühlen.
    Während Narissa die Karte wiederwillig annahm stutze sich Hanna auf der Tischplatte ab. Ihr Schädel war urplötzlich unwahrscheinlich schwer geworden und nun setzte auch noch ein latentes, schrilles Piepen in den Ohren an. Hanna stütze den Kopf auf die Hände und knirschte mit den Zähnen. Verfluchte Migräne! Das wohlbekannte Hämmern trat dumpf und schmerzhaft in den Vordergrund, breitete sich aus wie kalte Luft durch ein offenes Fenster. Die Schmerzen nahmen zu und Hanna schloss die Augen. Hatte Narissa gerade etwas gesagt? Unwichtig! Die Lider gaben die grünen Augen wieder frei während sich der Schmerz tiefer in Hannas Kopf schraubte. „Nicht das erste Mal!“, rief sich die Agentin wiederholt ins Gedächtnis als die Blumen vor ihr auf dem Tisch sich zu bewegen begannen wie Schlangen. Eine wechselte sogar die Farbe und schaute sie an. Oder zumindest glaubte Hanna, dass sie sie anschaute. Polternd rutschte ihr linker Ellenbogen über den Tisch, schob klirrend das Besteck bis an den Rand der Platte und stabilisierte Hanna schweren Kopf nur noch ungenügend während die Agentin mit der Rechten in ihren Taschen wühlte. „Fuck!“, stieß sie unsanft aus, als ihr klar wurde, dass ihre Pillendose in der Lederjacke auf ihrem Zimmer steckte. Ihre Augen fühlten sich an als würden sie jeden Moment platzen als sie sich Narissa zuwandte. Die Attentäterin trug eine merkwürdig besorgt wirkende Miene zur Schau. Hanna zog die Karte für ihr Zimmer aus der Tasche und legte sie auf den Tisch. „Miller, gehen Sie auf´s Zimmer und holen sie die orangene Pillendose die in meiner Lederjacke steckt!“, instruierte sie rasch und hielt sich dann wieder den schmerzenden Kopf mit beiden Händen.
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  9. #9
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    Hanna unterdrückte den Würgereiz als Narissa das Lächeln erwiderte und sich ein Getränk auf Hannas Rechnung bestellte. Die Agentin im Urlaub bedachte die Attentäterin mit einem prüfenden Blick als der Kellner verschwand und diese ihren Unmut über den Flirt kundtat. Die Frage ignorierte sie, ließ die Holokarte sinken und schaute zu Narissa hinüber. „Und? Wirkt die Masche nicht bei Ihnen? Tun Sie nicht so, Miller, Sie sind doch genau der Typ der sich die Hochzeit in Weiß mit genauso einem Typen ausmalt.“ Hanna nahm die Karte wieder auf, würdigte die vegetarischen Gerichte keines Blickes und überflog den Fisch nur kurz. Fleisch, Brot, Kartoffeln, irgendetwas Gehaltvolles danach stand ihr der Sinn. „Spielen Sie mir nichts vor, Schätzchen“, fuhr Hanna fort ohne von der Karte aufzusehen. Dann tippte sie auf ein Gericht ihrer Wahl, rustikal, menschlich, angemessener Preis. Das gewählte Gericht wurde grün unterlegt und Hanna schob die Karte zu Narissa hinüber. „Draufschauen und dasselbe oder eins in derselben Preisklasse wählen!“, beschwor sie die Andere. Einer Attentäterin von Omega traute Hanna durchaus dir Dreistigkeit zu sich die teuersten Gerichte und Getränke zu ordern nur um sich einmal wie ein normaler, beziehungsweise wohlhabender Mensch zu fühlen.
    Während Narissa die Karte wiederwillig annahm stutze sich Hanna auf der Tischplatte ab. Ihr Schädel war urplötzlich unwahrscheinlich schwer geworden und nun setzte auch noch ein latentes, schrilles Piepen in den Ohren an. Hanna stütze den Kopf auf die Hände und knirschte mit den Zähnen. Verfluchte Migräne! Das wohlbekannte Hämmern trat dumpf und schmerzhaft in den Vordergrund, breitete sich aus wie kalte Luft durch ein offenes Fenster. Die Schmerzen nahmen zu und Hanna schloss die Augen. Hatte Narissa gerade etwas gesagt? Unwichtig! Die Lider gaben die grünen Augen wieder frei während sich der Schmerz tiefer in Hannas Kopf schraubte. „Nicht das erste Mal!“, rief sich die Agentin wiederholt ins Gedächtnis als die Blumen vor ihr auf dem Tisch sich zu bewegen begannen wie Schlangen. Eine wechselte sogar die Farbe und schaute sie an. Oder zumindest glaubte Hanna, dass sie sie anschaute. Polternd rutschte ihr linker Ellenbogen über den Tisch, schob klirrend das Besteck bis an den Rand der Platte und stabilisierte Hanna schweren Kopf nur noch ungenügend während die Agentin mit der Rechten in ihren Taschen wühlte. „Fuck!“, stieß sie unsanft aus, als ihr klar wurde, dass ihre Pillendose in der Lederjacke auf ihrem Zimmer steckte. Ihre Augen fühlten sich an als würden sie jeden Moment platzen als sie sich Narissa zuwandte. Die Attentäterin trug eine merkwürdig besorgt wirkende Miene zur Schau. Hanna zog die Karte für ihr Zimmer aus der Tasche und legte sie auf den Tisch. „Miller, gehen Sie auf´s Zimmer und holen sie die orangene Pillendose die in meiner Lederjacke steckt!“, instruierte sie rasch und hielt sich dann wieder den schmerzenden Kopf mit beiden Händen.


    Narissa nahm die Karte entgegen und überflog die Beschreibung des gewählten Gerichts kurz. Es klang besser als fast alles, dass sie bislang zu sich genommen hatte - auf Omega war essen sowieso eher Mittel zum Zweck und weniger ein Genuss, und während ihrer Aufträge hatte sie in der Regel keine Zeit gehabt ein richtiges Restaurant zu besuchen. Zumindest nicht, um dort zu essen.
    "Gut, dann nehme ich das gleiche." Sie legte die Karte ab, und blickte zu Hanna, von der allerdings keine Reaktion kam. Die Agentin hatte die Augen geschlossen und den Kopf in beide Hände gestützt, sie schien überhaupt nichts mehr von ihrer Umgebung wahrzunehmen. An dem Eindruck änderte sich auch nichts, als Hanna plötzlich die Augen wieder aufschlug, denn sie starrte geradewegs auf die Blumen, die als Tischdeko zwischen ihnen standen. "Hanna...?", fragte Narissa, unsicher wie die Agentin auf eine Ansprache reagieren würde, und was überhaupt los war. Sie zuckte zusammen, als Hannas Ellbogen zur Seite rutschte und klirrend das Besteck zur Seite schob.
    "Fuck."
    Narissa faltete nervös die Hände im Schoß. Sie hatte keine Ahnung was zu tun war und wie ernst die Lage war, aber Hanna suchte offenbar etwas in ihren Taschen. Die Miene der Agentin war schmerzverzerrt und beinahe panisch, und das beunruhigte Narissa ernsthaft, schließlich würde Hanna sich ihr gegenüber wohl nicht ohne Not so verletzlich zeigen. So angespannt ihr Verhältnis in den letzten Stunden auch gewesen sein mochte, Narissa hatte es Hanna nicht wirklich verziehen, ihre Fähigkeiten so unverblümt in Frage gestellt zu haben, und sie generell eher als Ballast zu behandeln, Hanna war zumindest momentan ihre Partnerin in dieser Angelegenheit. Und egal wie man zu ihnen stand, man achtete auf seine Partner. Während Hanna etwas aus ihrer Tasche zog, fiel Narissa wieder ein, wie die Agentin bei ihrer Ankunft auf Joab auf die veränderte Atmosphäre reagiert hatte. Irgendetwas stimmte definitiv nicht mit ihr.
    "Miller, gehen Sie auf´s Zimmer und holen sie die orangene Pillendose die in meiner Lederjacke steckt!"
    Narissa nahm die Karte, die Hanna auf den Tisch gelegt hatte, schob ihren Stuhl mit einem Ruck zurück und sprang auf. Dies war nicht die Zeit um Fragen zu stellen, auch wenn sie einige hatte, sondern um zu handeln. "Bin sofort wieder da." Sie verzichtete auf Durchhalteparolen, denn aus ihrem Mund wären diese wahrscheinlich verschwendet gewesen. Außerdem war sie sich nicht sicher, ob Hanna sie überhaupt richtig wahrnahm.

    Sie verließ das Restaurant schnellen Schrittes durch den Haupteingang und wich dabei dem fragenden Blicken des Kellners aus. Natürlich waren sämtliche Aufzüge gerade in anderen Stockwerken im oberen Teil des Hauses unterwegs, und so wählte Narissa den altmodischen Weg: Sie sprintete die Treppe hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend und wäre dabei beinahe mit einem stämmigen Mann auf dem Weg nach unten zusammengestoßen.
    Immerhin ein gutes Training. Oben angekommen keuchte sie allerdings merklich. Sie war in letzter Zeit offensichtlich etwas aus der Übung gekommen. Das kam davon, wenn Aufträge zu glatt liefen - meistens lag man nur eine Weile in Position, erledigte sein Ziel und verschwand wieder. Verfolgungsjagden waren ihr in letzter Zeit erspart geblieben, und darüber hatte sie jegliches Training in der Richtung etwas vernachlässigt. Wenigsten funktionierte die Zugangskarte zum Zimmer direkt beim ersten Versuch, was ja nicht unbedingt selbstverständlich war. Die gesuchte Lederjacke lag quer über das Bett ausgebreitet, und direkt in der ersten Tasche die sie durchsuchte fand sich ein kleines orangenes Pillendöschen.
    Narissa widerstand dem Impuls das Etikett zu lesen - allerdings nur, weil sie es eilig hatte. Zu ihrem Glück befand sich diesmal ein leerer Aufzug auf ihrer Ebene, sodass ihr ein Sprint die Treppe hinunter erspart blieb.
    Auch wenn das wahrscheinlich schneller gegangen wäre..., dachte sie angesichts des Schneckentempos, mit dem der Lift ein Stockwerk nach dem anderen hinter sich brachte.

    Zurück ihm Restaurant stieß sie beinahe mit dem jungen Kellner zusammen, schenkte ihm ein weiteres Lächeln und fragte sich dabei angesichts seiner wenig überzeugenden Zerknirschtheit, ob das wirklich Zufall gewesen war. Sie stellte das Döschen vor Hanna auf den Tisch und wischte sich eine einzelne Schweißperle von der Schläfe. "Bitte sehr, Expresslieferung." Sie biss sich auf die Zunge um jeden weiteren Kommentar wie "So langsam schulden sie mir was" herunterzuschlucken.
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    Narissa nahm die Karte entgegen und überflog die Beschreibung des gewählten Gerichts kurz. Es klang besser als fast alles, dass sie bislang zu sich genommen hatte - auf Omega war essen sowieso eher Mittel zum Zweck und weniger ein Genuss, und während ihrer Aufträge hatte sie in der Regel keine Zeit gehabt ein richtiges Restaurant zu besuchen. Zumindest nicht, um dort zu essen.
    "Gut, dann nehme ich das gleiche." Sie legte die Karte ab, und blickte zu Hanna, von der allerdings keine Reaktion kam. Die Agentin hatte die Augen geschlossen und den Kopf in beide Hände gestützt, sie schien überhaupt nichts mehr von ihrer Umgebung wahrzunehmen. An dem Eindruck änderte sich auch nichts, als Hanna plötzlich die Augen wieder aufschlug, denn sie starrte geradewegs auf die Blumen, die als Tischdeko zwischen ihnen standen. "Hanna...?", fragte Narissa, unsicher wie die Agentin auf eine Ansprache reagieren würde, und was überhaupt los war. Sie zuckte zusammen, als Hannas Ellbogen zur Seite rutschte und klirrend das Besteck zur Seite schob.
    "Fuck."
    Narissa faltete nervös die Hände im Schoß. Sie hatte keine Ahnung was zu tun war und wie ernst die Lage war, aber Hanna suchte offenbar etwas in ihren Taschen. Die Miene der Agentin war schmerzverzerrt und beinahe panisch, und das beunruhigte Narissa ernsthaft, schließlich würde Hanna sich ihr gegenüber wohl nicht ohne Not so verletzlich zeigen. So angespannt ihr Verhältnis in den letzten Stunden auch gewesen sein mochte, Narissa hatte es Hanna nicht wirklich verziehen, ihre Fähigkeiten so unverblümt in Frage gestellt zu haben, und sie generell eher als Ballast zu behandeln, Hanna war zumindest momentan ihre Partnerin in dieser Angelegenheit. Und egal wie man zu ihnen stand, man achtete auf seine Partner. Während Hanna etwas aus ihrer Tasche zog, fiel Narissa wieder ein, wie die Agentin bei ihrer Ankunft auf Joab auf die veränderte Atmosphäre reagiert hatte. Irgendetwas stimmte definitiv nicht mit ihr.
    "Miller, gehen Sie auf´s Zimmer und holen sie die orangene Pillendose die in meiner Lederjacke steckt!"
    Narissa nahm die Karte, die Hanna auf den Tisch gelegt hatte, schob ihren Stuhl mit einem Ruck zurück und sprang auf. Dies war nicht die Zeit um Fragen zu stellen, auch wenn sie einige hatte, sondern um zu handeln. "Bin sofort wieder da." Sie verzichtete auf Durchhalteparolen, denn aus ihrem Mund wären diese wahrscheinlich verschwendet gewesen. Außerdem war sie sich nicht sicher, ob Hanna sie überhaupt richtig wahrnahm.

    Sie verließ das Restaurant schnellen Schrittes durch den Haupteingang, wich dabei den fragenden Blicken des Kellner aus und hatte wenige Minuten später das Hotel erreicht. Natürlich waren sämtliche Aufzüge gerade in anderen Stockwerken im oberen Teil des Hauses unterwegs, und so wählte Narissa den altmodischen Weg: Sie sprintete die Treppe hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend und wäre dabei beinahe mit einem stämmigen Mann auf dem Weg nach unten zusammengestoßen.
    Immerhin ein gutes Training. Oben angekommen keuchte sie allerdings merklich. Sie war in letzter Zeit offensichtlich etwas aus der Übung gekommen. Das kam davon, wenn Aufträge zu glatt liefen - meistens lag man nur eine Weile in Position, erledigte sein Ziel und verschwand wieder. Verfolgungsjagden waren ihr in letzter Zeit erspart geblieben, und darüber hatte sie jegliches Training in der Richtung etwas vernachlässigt. Wenigsten funktionierte die Zugangskarte zum Zimmer direkt beim ersten Versuch, was ja nicht unbedingt selbstverständlich war. Die gesuchte Lederjacke lag quer über das Bett ausgebreitet, und direkt in der ersten Tasche die sie durchsuchte fand sich ein kleines orangenes Pillendöschen.
    Narissa widerstand dem Impuls das Etikett zu lesen - allerdings nur, weil sie es eilig hatte. Zu ihrem Glück befand sich diesmal ein leerer Aufzug auf ihrer Ebene, sodass ihr ein Sprint die Treppe hinunter erspart blieb.
    Auch wenn das wahrscheinlich schneller gegangen wäre..., dachte sie angesichts des Schneckentempos, mit dem der Lift ein Stockwerk nach dem anderen hinter sich brachte.

    Zurück ihm Restaurant stieß sie beinahe mit dem jungen Kellner zusammen, schenkte ihm ein weiteres Lächeln und fragte sich dabei angesichts seiner wenig überzeugenden Zerknirschtheit, ob das wirklich Zufall gewesen war. Sie stellte das Döschen vor Hanna auf den Tisch und wischte sich eine einzelne Schweißperle von der Schläfe. "Bitte sehr, Expresslieferung." Sie biss sich auf die Zunge um jeden weiteren Kommentar wie "So langsam schulden sie mir was" herunterzuschlucken.


    Narissa flitzte sofort los wofür Hanna sehr dankbar war und obwohl sie zeitweise den leisen Zweifel hegte, dass die Attentäterin wieder auftauchen würde, hielt sie durch. Ihr Kopf musste mittlerweile auf die Form eines Wasserballs angeschwollen sein. So schlimme Migräneanfälle hatte sie seit zwei Jahren nicht mehr gehabt und damals waren die Tabletten ihre steten Begleiter gewesen. Reine Nachlässigkeit und vielleicht das Klima von Joab hatten sie in diese prekäre Lage manövriert. Die Agentin spürte eine fremde Präsenz neben sich, dann stellte jemand etwas auf dem Tisch ab und sagte: „Hier sind die Getränke.“ Hanna zwang sich die Augen zu öffnen und den Kellner anzusehen. „Geht es Ihnen gut?“, fragte er unsicher. „Hervorragend“, keuchte Hanna und beobachtete wie der Kellner mit säuerlicher Miene die Karten vom Tisch nahm und davontrug. Kaum war der Kellner zwei Minuten verschwunden tauchte die schlanke – und ansehnlichere – Gestalt der Aschblonden neben ihr auf und setzte die Pillendose auf der Tischplatte auf. Die Agentin überhörte den Kommentar und griff nach der Signalfarbe. Die folgende Selbstmedikation ignorierte zudem den allgemeingültigen Hinweis: Nicht mit Alkohol einnehmen als Hanna sich drei Tabletten erst in die Hand schüttete, die Zahl für zwar eigentlich zu viel bemaß aber aufgrund der starken Schmerzen nach dem viel-hilft-viel-Grundsatz ging und die gekerbten Pillen mit dem gebrachten Scotch hinabkippte. Sie hustete stark, klopfte sich mit der Faust gegen die Brust und hustete nochmal, so sehr dass ihr die Tränen in die Augen schossen. Der Kellner der auffällig dicht vorgab Besteck zu polieren schaute sie missmutig an. Vermutlich hoffte er Hanna würde abkratzen und er könne Narissa den Planeten zeigen oder so… Hannas Horizont bezüglich romantischer Szenarien war so verkümmert wie vermutlich ihre Leber. Aber noch war Hanna nicht tot und noch war sie zahlende Kundschaft! „Hey!“, pfiff sie den Kellner heran der zwar Folge leistete, die Augen jedoch auf Narissas Gesicht heftete, obgleich sein Blick auffällig unauffällig zu deren Vorbau huschte. Die Kopfschmerzen wichen allmählich und räumten dafür den Platz für eine kleine Fantasie in der Hanna aufstand und dem lüsternen Servierer einen Tritt in die Magengegend verpasste. „Ich hab gerufen!“, erinnerte die Blondine den Burschen der ihr einen genervten Blick zuwarf. Vermutlich wirkte Hanna neben den üblichen Besuchern des Establishments wie ein abgerissener Arbeiter der an den Docks Lastschiffe abfertigte. „Wie kann ich helfen, Ma´am?“, fragte der Kellner ohne wirkliches Interesse zu heucheln. „Habt ihr auch Wasser?“ „Natürlich haben wir auch Wasser, Erden-Standard. Die meisten Kunden trinken nämlich nicht gleich Scotch.“ Der letzte Teil des Satzes war eher gemurmelter Natur und trotz des explodierenden Schädels hatte Hanna es gehört. „Jetzt werden Sie mal nicht gleich so unverschämt“, maßregelt die Agentin ihn. „Und bringen sie mir eine Flasche! Na los, auf gen Westen! Marsch! Marsch!“ Da Narissa dem Kellner nicht genug Feedback gab schlurfte dieser murmelnd davon. Hanna massierte mit geschlossenen Augen ihren Nasenrücken zwischen Daumen und Mittelfinger, seufzte durchdringend und schaute dann wieder zu der Attentäterin. „Danke“, sagte sie knapp. „Verfluchter Planet!“ Sie räusperte sich, überlegte kurz und sagte dann: „Von mir aus können Sie sich auch was anderes bestellen, wird mir schon nicht finanziell das Genick brechen.
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    Narissa flitzte sofort los wofür Hanna sehr dankbar war und obwohl sie zeitweise den leisen Zweifel hegte, dass die Attentäterin wieder auftauchen würde, hielt sie durch. Ihr Kopf musste mittlerweile auf die Form eines Wasserballs angeschwollen sein. So schlimme Migräneanfälle hatte sie seit zwei Jahren nicht mehr gehabt und damals waren die Tabletten ihre steten Begleiter gewesen. Reine Nachlässigkeit und vielleicht das Klima von Joab hatten sie in diese prekäre Lage manövriert. Die Agentin spürte eine fremde Präsenz neben sich, dann stellte jemand etwas auf dem Tisch ab und sagte: „Hier sind die Getränke.“ Hanna zwang sich die Augen zu öffnen und den Kellner anzusehen. „Geht es Ihnen gut?“, fragte er unsicher. „Hervorragend“, keuchte Hanna und beobachtete wie der Kellner mit säuerlicher Miene die Karten vom Tisch nahm und davontrug. Kaum war der Kellner zwei Minuten verschwunden tauchte die schlanke – und ansehnlichere – Gestalt der Aschblonden neben ihr auf und setzte die Pillendose auf der Tischplatte auf. Die Agentin überhörte den Kommentar und griff nach der Signalfarbe. Die folgende Selbstmedikation ignorierte zudem den allgemeingültigen Hinweis: Nicht mit Alkohol einnehmen als Hanna sich drei Tabletten erst in die Hand schüttete, die Zahl für zwar eigentlich zu viel bemaß aber aufgrund der starken Schmerzen nach dem viel-hilft-viel-Grundsatz ging und die gekerbten Pillen mit dem gebrachten Scotch hinabkippte. Sie hustete stark, klopfte sich mit der Faust gegen die Brust und hustete nochmal, so sehr dass ihr die Tränen in die Augen schossen. Der Kellner der auffällig dicht vorgab Besteck zu polieren schaute sie missmutig an. Vermutlich hoffte er Hanna würde abkratzen und er könne Narissa den Planeten zeigen oder so… Hannas Horizont bezüglich romantischer Szenarien war so verkümmert wie vermutlich ihre Leber. Aber noch war Hanna nicht tot und noch war sie zahlende Kundschaft! „Hey!“, pfiff sie den Kellner heran der zwar Folge leistete, die Augen jedoch auf Narissas Gesicht heftete, obgleich sein Blick auffällig unauffällig zu deren Vorbau huschte. Die Kopfschmerzen wichen allmählich und räumten dafür den Platz für eine kleine Fantasie in der Hanna aufstand und dem lüsternen Servierer einen Tritt in die Magengegend verpasste. „Ich hab gerufen!“, erinnerte die Blondine den Burschen der ihr einen genervten Blick zuwarf. Vermutlich wirkte Hanna neben den üblichen Besuchern des Establishments wie ein abgerissener Arbeiter der an den Docks Lastschiffe abfertigte. „Wie kann ich helfen, Ma´am?“, fragte der Kellner ohne wirkliches Interesse zu heucheln. „Habt ihr auch Wasser?“ „Natürlich haben wir auch Wasser, Erden-Standard. Die meisten Kunden trinken nämlich nicht gleich Scotch.“ Der letzte Teil des Satzes war eher gemurmelter Natur und trotz des explodierenden Schädels hatte Hanna es gehört. „Jetzt werden Sie mal nicht gleich so unverschämt“, maßregelt die Agentin ihn. „Und bringen sie mir eine Flasche! Na los, auf gen Westen! Marsch! Marsch!“ Da Narissa dem Kellner nicht genug Feedback gab schlurfte dieser murmelnd davon. Hanna massierte mit geschlossenen Augen ihren Nasenrücken zwischen Daumen und Mittelfinger, seufzte durchdringend und schaute dann wieder zu der Attentäterin. „Danke“, sagte sie knapp. „Verfluchter Planet!“ Sie räusperte sich, überlegte kurz und sagte dann: „Von mir aus können Sie sich auch was anderes bestellen, wird mir schon nicht finanziell das Genick brechen.


    "Danke." Narissa warf noch einen Blick auf das ausgewählte Gericht, und meinte dann: "Aber nein danke. Ich bleibe dabei, schließlich wäre alles teurere an mich geradezu verschwendet. Ich bin eher eigentlich eher an das Zeug gewöhnt, was einem die Imbisse auf Omega als Essen verkaufen wollen, also... das hier ist schon luxuriös genug für mich." Das entsprach zwar größtenteils der Wahrheit, aber eigentlich hätte Narissa bei einem solchen Angebot nicht lange gezögert und zum teuersten was die Karte hergab gegriffen. Allerdings waren das hier keine normalen Umstände, und ihre neuentdeckte Bescheidenheit sollte eher ein Friedensangebot an Hanna sein. Hoffentlich deutete die Agentin es nicht als Undankbarkeit oder Trotz... dann würde das ganze natürlich vollkommen nach hinten losgehen.
    Narissa nippte an ihrem Getränk und atmete tief durch. Während sie eben noch einigermaßen ruhig gewesen war, setzte jetzt plötzlich eine Nervosität ein, die sich allmählich in Panik verwandelte. Ihr Blick huschte nervös hin und her, und sie begann unter dem Tisch ihre Finger zu kneten während ihr Atem schneller und flach ging. In ihren Gedanken tauchten plötzlich Vorstellungen von dem was passieren würde, wenn sie hier versagte, auf. Eine Gefängniszelle auf der Citadel schien noch die angenehmste Variante zu sein. "Ich wäre ihnen allerdings nicht böse, wenn sie mir irgendetwas alkoholisches ausgeben würden. Bitte.", sagte sie mit trockenem Mund. Ihre Sinne scharf und beieinander zu halten war jetzt Nebensache, sie brauchte etwas zur Beruhigung.
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    Die Zigarette zitterte zwischen den blauen Lippen während Charis nervös den Rauch einzog. Nicht einmal zur Hälfte geraucht warf sie den Glimmstengel beiseite. Irgendwie war das Gefühl sich übergeben zu müssen noch nicht zur Gänze verschwunden und wurde regelmäßig durch das Ansehen von verkohlten, zerbrochenen und zerfetzten Leichen oder deren Teilen angestachelt. Wenigsten verhallten die Schreie langsam denn entweder waren jene endlich gestorben oder hatten ihre Kraft verbraucht. Noch während Charis sich dem Wrack näherte knallte es plötzlich tief und wiederhallend. Charis duckte sich instinktiv denn das war definitiv der Knall einer Waffe gewesen und einer großkalibrigen dazu, wenn sie sich nicht irrte. Viele der Umherirrenden taten es ihr gleich und als ein zweiter Schuss ertönte warfen sich einige sogar flach auf den Boden. Auf dem Schiff waren nur wenige bewaffnet unterwegs und Charis, die ihre Pistole aus der Furcht heraus beraubt zu werden nicht abgelegt hatte zog diese nun vom Gürtel. Konnte es sich bei dem Schützen, oder den Schützen so es mehrere waren, um Piraten handeln? Diese Welt die auf den ersten Blick so schrecklich wild und unzivilisiert wirkte wäre wahrlich prädestiniert für derlei Gesocks. Oder für Schmuggler.
    Ein dritter Schuss; wieder zuckte man zusammen, diesmal jedoch gemäßigter als zuvor und die sich vorsichtig annähernde Charis hörte nun lautes Gebrüll und Stimmengewirr von der ihr durch ein Trümmerteil versperrten Seite des Plateaus. Die Asari umrundete das Teil die Waffe im Anschlag und blickte auf einen kleinen Mob der sich um zwei Figuren gebildet hatte. Beide schrien einander an und gestikulierten wild in der Gegend herum. Der größere der beiden, ein Turianer mit Panzerung und digitalem Visor vor den Augen war scheinbar der Urheber der Pistolenschüsse den Charis erkannte eine weißbemalte Carnifex in seiner Hand. Der andere Streithahn war ein Batarianer in ehemals schicker Kleidung die nun jedoch von verschiedenfarbigem Blut, Rus und Erde verschmutzt war. Charis drängelte sich durch die Menge um besser sehen zu können.
    „Aus dem Weg Doktor! Eine Kugel in den Kopf ist besser als sich hier herumzuquälen!“ „Jetzt reicht es mir aber! Das kann doch wohl kaum ihr Ernst sein!“, erwiderte der Batarianer in für seiner Spezies typischen gutturalen Tonlage. Charis sah hinter dem Batarianer ein sich windende Asari deren Bein in einem ungesunden Winkel verdreht war und deren Kleidung an der linken Seite von Blut durchtränkt war. Sie stöhnte, warf den Kopf herum und schien von der ganzen Szene gar nichts mitzubekommen. Neben ihr hockte eine junge Frau mit kurzen, braunen Haaren und gewöhnlicher Reisekleidung und sah besorgt zu dem Batarianer rauf. „Wir verlieren sie, Doktor! Wir müssen etwas unternehmen!“ Der Batarianer wandte sich von dem Turianer ab der eindeutig an der Sicherung der Waffe nestelte. Als der Batarianer sich neben die Asari kniete konnte Charis einen kurzen Blick auf sein Gesicht erhaschen, dass zwar von Aussehen und Struktur denen der beiden Waffendiebe auf speziestypische Art glich jedoch durch das Fehlen des Auges oben Links individualisiert wurde. Dort wo einmal eines der kleineren schwarzen Augen geblinzelt hatte war nun nur noch eine vernarbte, fleischige Höhle. Der batarianische Doktor kniete sich neben die Asari, fühlte ihren Puls und besah sich die Wunden. „Hat hier jemand Medigel?“, rief er in die Runde. Einige der Leute schauten betreten auf ihre Omnitools und die Schmugglerin war sich sicher, dass dort einige Portionen um sie herum standen doch niemand sagte ein Wort. „Ich sage es ja nur ungern aber der Turianer hat Recht!“, meldete sich ein kroganischer Fleischkloß zu Wort, der sich nun durch die Leute schob. „Einfach sterben lassen, eine Kugel wenn man gnädig sein will.“ Der Batarianer schaute ihn mit einer Miene an die vermutlich Unglaube ausdrückten sollte. „Wir wissen doch nicht einmal wo wir hier sind, wenn wir die Verletzten zwei, drei Tage stabil halten werden die Rettungsteams…“ „Wir sind irgendwo im Weltall auf einem verlassenen Planeten der nicht einmal in der Sternenkartografie vermerkt ist!“, erklärte der Kroganer mit einem für seine Spezies ruhigen und einen weiten Wortschatz bedienenden Ton. „Ich habe die interstellaren Koordinaten selbst mehrfach gecheckt. Außerdem scheint hier jegliche Langsteckenkommunikation zu versagen.“ „Was soll das heißen?“, mischte sich Charis ein. Der Kroganer warf ihr einen findigen Blick zu. „Das soll heißen, dass wir hier wohl erstmal auf uns allein gestellt sind. Wir müssen unser Überleben planen und das bedeutet Balast abwerfen.“ „Sie schreiben uns aber schnell ab, Kroganer!“, fauchte nun von der Turianer von der Seite her. Die zeitweile Unterstützung durch das Reptil hatte die Beiden nicht automatisch zu Verbündeten erklärt. „Ich denke wir werden gerettet.“ „Dann erklären Sie mir, Turianer, warum Sie so scharf darauf sind die Verletzten zu erschießen?“, gab der Kroganer gehässig zurück. Die Unterkiefer des Turianers mahlten lautlos während sich seine aschgraue Haut minimal verfärbte. Die Asari am Boden stöhnte laut auf, drückte den Rücken durch und wandte sich wie ein an Land geratener Fisch. „Medigel?“, fragte der Batarianer erneut und sah in die Runde. Der Turianer winkte ab, trat zwei Schritt aus der Menge und warf bei einem erneuten Schmerzensschrei der Asari einen Blick über die Schulter. „Lass gut sein, Dexter“, beschwichtigte ihn ein Mensch und packte ihn an der Schulter. Der Mann trug ebenfalls eine Panzerung, ein Sturmgewehr auf dem Rücken und einen Visor im Gesicht. Energisch schob er den Turianer fort während der Batarianer noch immer nach Medigel rief. Charis steckte die Waffe weg und checkte selbst ob sie noch Vorräte hatte. Seit dem Mal in der Gasse hatte sie sich eigentlich vorgenommen nie wieder ohne… „Verflucht!“, zischte Charis als sie den erneuten Mangel feststellte. Der Batarianer sah sie mit drei Augen an doch sie schüttelte resignierend den Kopf. „Kennen Sie die Frau?“, fragte der Doktor die Schmugglerin. „Wieso, weil ich eine Asari bin? Nein, ich kenne Sie nicht.“ „Kann ich Sie trotzdem dazu überreden nach Medigel zu suchen, dort im Wrack?“ „Doktor, vielleicht sollten wir sie tatsächlich… sterben lassen“, brachte die Brünette vorsichtig an. „Es gibt hier sehr viele Verletzte und vielleicht…“ „Schweig!“, donnerte der Batarianer mit harter, kalter Stimme. Dann räusperte er sich. „Entschuldige, Zara. Aber ich lasse keine Patienten sterben!“ „K- kein Problem“, nahm Zara die Entschuldigung erschrocken an und senkte den Kopf. Charis schaute rechts und links neben sich und bemerkte einen Mann der verzweifelt versuchte sein Omnitool abzuschalten welches ihm mitteilte, dass er noch über drei Portionen Medigel verfügte. „Komm schon, komm schon!“, zischte er und drückte beherzt auf die Taste die den Bestand verbergen sollte. Das dekomprimierende Zischen von Charis Waffe hörte er nicht, doch spürte er das kalte Metall, das ihm plötzlich gegen die Wange gedrückt wurde. „Drei Portionen, was?“, sagte die Asari und tat so als sei dies ein Glücksfall. „Na dann los. Mach schön Meldung beim Doc!“ Dem Mann, etwa Anfang Vierzig und unscheinbarer wie man es kaum sein kann, stand sofort der Angstschweiß auf der Stirn. „Ich… äh…“, brachte er es fertig zu stammeln und deutete auf sein Omnitool. Der Batarianer knurrte und winkte ihn heran, nickte dann Charis zu die dem Mann die Waffe an den Hinterkopf drückte. Nachdem das Medigel verwendet und der arme Kerl entlassen worden war wandte sich der Batarianer an Charis. „Ich bin zwar kein Freund von Gewalt aber hier hatte sie wenigstens einen Nutzen. Danke dafür.“ „Gern, Doc.


    Der Knall eines Schusses riss Kathy aus dem leichten Dämmerzustand in dem sie sich befunden hatte. Das und der Druck auf ihrer Blase der immer drängender wurde. Nachdem sie sich niedergelassen hatte war der Drang aufzustehen gegen Null gesunken, jetzt schien es aber angebracht ihren angeschlagenen Luxus Body zu erheben und sich irgendwo ein stilles Örtchen zu suchen. Ein zweiter Schuss wurde von ihrer nun wieder geschärften Wahrnehmung vernommen und ließ sie kurz zusammenzucken. Wie lange waren sie schon auf diesem Planeten ? Ein paar Stunden mehr sicher nicht. Sie hatte damit gerechnet das sobald der Schock abgeklungen war sich die Passagiere gegenseitig an die Gurgel gehen würden, aber das es so schnell passierte, überraschte sie dann doch ein wenig. Nun sollten sich diese Idioten erstmal selbst gegenseitig umbringen, sie hatte sich zunächst um dringendere Probleme zu kümmern. Die schmerzstillende Wirkung des Medigels ließ langsam nach und so erhob sie sich mit leichten Schmerzen die durch ihren Körper fuhren. Die Hämatome auf ihrem Arm hatten inzwischen teilweise ein freundliches Purpur angenommen, andere hingegen leuchteten jetzt Dunkelgrün. "Hm der da fügt sich mit seiner Farbe hervorragend in die Tätowierung ein.", dachte sie beim Betrachten ihres linken Oberarms.
    Ein dritter Schuss durchriss nun die Stille. Scheinbar war jemand gründlich, denn Kathy hörte nichts was auf Gegenfeuer hindeutete. Sie kontrollierte kurz ihre beiden Pistolen, wie es schien würde sie diese unter Umständen früher brauchen als sie dachte. Die Lederjacke packte sie dann in ihre Tasche zu dem anderen Krempel. Es war sehr warm auf diesem Planeten, kein Wunder das die Menschen in den Tarzanfilmen immer nur mit Lendenschurz und Fell Bikins herumgelaufen waren. Ihre Tasche schulterte sie anschließend, denn auch wenn sie nur kurz pinkeln gehen wollte war es keine gute Idee seine Sachen unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Dem drückenden Gefühl im Unterleib folge leistend zog sie sich dann ins nahe Unterholz zurück.

    Nach der dringend notwendigen Erleichterung machte sich die Schwarzhaarige wieder zurück in Richtung Absturzstelle. Sie hatte keine weiteren Schüsse vernommen war ein gutes Zeichen war. Auf dem stillen Örtchen hatte sie über einiges nachdenken können unter anderem das der derzeitige Zustand äußerst unzufriedenstellend war. Das fing bei den kleinen Dingen an, denn wenn sie das nächste mal mehr als pinkeln musste würde sie sich den Hintern mit irgendwelchen Blättern abwischen müssen, eine Aussicht die sie wenig verlockend fand. Die Zeiten ohne Klopapier hatte sie eigentlich zurückgelassen und das ohne Wehmut. Dann war da noch die Frage des Essens, sie waren auf einem unbekannten Planeten, der zwar durchaus fruchtbar war, aber über deren Pflanzen und Tiere sie keine Ahnung hatte. Die Frage die der Batarianer bei der Essensausgabe gestellt hatte wurde hier um einiges drängender, denn selbst wenn es hier essbare Pflanzen und Tiere gab, stellte sich die Frage ob letztere auf dextro- oder levo-Amminosäuren aufgebaut waren. Entweder würden dann die Turianer und Quarianer in die Röhre schauen oder alle anderen Spezies an Bord. Die Problematik mit den Nahrungsmitteln manifestierte sich plötzlich sehr deutlich vor der Halbasiatin, denn in den Büschen sah sie jemand zuckend und würgend liegen. Es war ein Mensch, mit abgerissener Geschäftskleidung, etwas dicklicher mit Halbglatze. Er lag auf dem Boden und übergab sich schüttelnd und würgend. Gleichzeitig verkündeten laute Geräusche aus der Darmgegend das er noch ganz andere Ausscheidungen tätigte. Beim näherkommen konnte Kathy zu ihrem Leidwesen auch riechen das er seine Gedärme scheinbar auskotzte und ausschiß. Die Ursache dafür wuchs scheinbar an einem Strauch neben dem Häufchen Elend, schwarze dicke Beeren die Kathy ein wenig an Heidelbeeren erinnerten. Ein paar lagen auch zermatscht in der Hand des Unglückrabens.
    "Die dummen sterben immer als erstes", dachte Kathy und schlug angesichts des Gestanks einen kleinen Bogen um den krepierenden Trottel. Man musste schon sehr dämlich sein um auf einen fremden Planeten unbekannte Beeren zu verspeisen. Eine Dummheit die jetzt bestraft wurde, denn Kathy hatte neben einen gewissen Unwillen auch keine Ahnung wie man dem Mann helfen konnte. Das einzige was man in ihrer Situation bei Vergiftungen tun konnte war Erbrechen und das hatte der Mann schon zu genüge getan. Sowieso schien dieser gerade seine letzten Atemzüge zu tun, denn er hatte schon einen glasigen Blick und bemerkte Kathy noch nicht einmal. Diese setzte jetzt ihren Weg zur Absturzstelle fort, in ihren Gedanken bestärkt. Die Lebensmittelproblematik musste gelöst werden, ansonsten hatten sie hier bald eine Feldstudie in Sachen Darwinismus. Beim "Survival of the fittest" rechnete sich die Schwarzhaarige zwar gute Chancen aus, immerhin hatte sie damit recht viel Erfahrung, dennoch erschien ihr das nicht erstrebenswert. Natürlich konnte sie sich ins Wrack begeben und das Bergen was sie benötigte, jedoch würde es dann ganz schnell zu Verteilungskämpfen kommen. Andere würden ihren Anspruch erheben, die Schwächeren würden sterben die Stärkeren sich bekämpfen. Kathy hatte nach Korlus nur wenig Lust auf einen Kampf um Essen und andere Dinge, zudem würden sie dadurch wohl kaum gerettet werden. Sie wollte diesen Planeten gerne lebend verlassen und wenn es ging ohne über hundert Leichen steigen zu müssen. Dafür würde man aber zusammenarbeiten müssen und sich gegenseitig helfen. Vielleicht waren diese Streitereien von vorhin inzwischen beigelegt und jemand hatte schon ein koordiniertes Vorgehen in Angriff genommen. Wenn nicht würde Kathy diesen undankbaren Part übernehmen müssen, inzwischen hatte sie ja Erfahrung damit Ordnung ins Chaos zu bringen. Die Frage war nur wie viele Köpfe sie dieses Mal dafür zusammenschlagen musste. Entschlossen setzte sie ihren Weg in Richtung einer entfernt stehenden Ansammlung von Personen fort, sie würde ihr Leben nicht in dieser grünen Hölle enden lassen.


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    Quote Originally Posted by Eandril View Post

    "Danke." Narissa warf noch einen Blick auf das ausgewählte Gericht, und meinte dann: "Aber nein danke. Ich bleibe dabei, schließlich wäre alles teurere an mich geradezu verschwendet. Ich bin eher eigentlich eher an das Zeug gewöhnt, was einem die Imbisse auf Omega als Essen verkaufen wollen, also... das hier ist schon luxuriös genug für mich." Das entsprach zwar größtenteils der Wahrheit, aber eigentlich hätte Narissa bei einem solchen Angebot nicht lange gezögert und zum teuersten was die Karte hergab gegriffen. Allerdings waren das hier keine normalen Umstände, und ihre neuentdeckte Bescheidenheit sollte eher ein Friedensangebot an Hanna sein. Hoffentlich deutete die Agentin es nicht als Undankbarkeit oder Trotz... dann würde das ganze natürlich vollkommen nach hinten losgehen.
    Narissa nippte an ihrem Getränk und atmete tief durch. Während sie eben noch einigermaßen ruhig gewesen war, setzte jetzt plötzlich eine Nervosität ein, die sich allmählich in Panik verwandelte. Ihr Blick huschte nervös hin und her, und sie begann unter dem Tisch ihre Finger zu kneten während ihr Atem schneller und flach ging. In ihren Gedanken tauchten plötzlich Vorstellungen von dem was passieren würde, wenn sie hier versagte, auf. Eine Gefängniszelle auf der Citadel schien noch die angenehmste Variante zu sein. "Ich wäre ihnen allerdings nicht böse, wenn sie mir irgendetwas alkoholisches ausgeben würden. Bitte.", sagte sie mit trockenem Mund. Ihre Sinne scharf und beieinander zu halten war jetzt Nebensache, sie brauchte etwas zur Beruhigung.


    Der Kellner hatte ganz offensichtlich schon resigniert und bedachte Narissa als Hanna ihn diesmal heranrief nicht mit den hoffnungsvollen Blicken wie zuvor. Stattdessen ruhten nun andere Blicke auf der Attentäterin – Hannas Blicke. „Noch zwei Whiskey!“, orderte die Blondine ohne die grünen Augen von der sichtlich eingeschüchterten Frau zu wenden. Der Kellner seufzte und verschwand. Hanna betrachtete das nervöse Lächeln mit dem Narissa Coolness vorschütze nur kurz, dann folgte sie deren huschenden Augen und blickte sich im Raum um, wobei das Schulterholster ein ledernes Knatschen von sich gab. Ihr Kopf verzieh Hanna derlei Bewegungen mittlerweile wieder. Pharmazie half (fast) immer. Der Kellner kam zurück und stellte provokant beide Getränke vor Hanna ab. Die bernsteinfarbene Flüssigkeit schwappte lautlos in den viereckigen Gläsern und verbreitete das würzige Aroma, biss Hanna in die Nase obwohl sie es schon viel zu gut kannte. Mit einem unfreundlichen Nicken – Hanna beherrschte ein ganzes Arsenal an Nick-Gesten – verscheuchte die Agentin den Kellner, der sie offenbar für eine Alkoholikerin hielt, was sicherlich seine Berechtigung hatte, und schaute zu Narissa hinüber. „Hier, das beruhigt die Nerven“, sagte sie und schob der Attentäterin das Glas zu. Wieder einmal erkannte sie die Schönheit in den nervösen, großen Augen der Aschblonden. Sie hatte dann etwas an sich, das Hanna trotz all ihrer selbstgewählten Herzlosigkeit dazu verleitete sie am liebsten in den Arm nehmen zu wollen. Ihre jetzige trostspendende Handlung bestand allerdings darin Narissa auf die Art zu helfen, wie sie sich stets selbst rettete; diese selbstzerstörerische Art ohne Hoffnung auf Heilung oder Besserung welche die Albträume nur verdrängte anstatt sie zu verjagen. Hanna hob ihr Glas, Narissa stieß unsicher an. Neben der Feststellung wie attraktiv die Attentäterin war kam der Agentin einmal mehr der Gedanke wie gänzlich ungeeignet die Aschblonde für ihre Profession war. Entgegen ihrer Natur behielt sie es diesmal jedoch für sich. Hanna nippte an dem Whiskey, drückte die Zungenspitze gegen den Rand des Glases und benetzte sie mit dem rauchigen Destillationserzeugnis. Dann setzte sie ab und schaute die Andere über den Tisch und die voreinst so obszön nickenden Blumen hinweg in die jadegrünen Augen. „Warum sind Sie denn so nervös, Narissa?“ Ohne die Tiefe des Raumes zu erforschen setzte sie nach: „Wieder ein totgeglaubter Bekannter? Oder mache ich Ihnen Angst?“ Letztgemeintes war eher ein Scherz, allerdings gab es wohl durchaus die ein oder andere Person die Hanna beängstigend fand…
    Shepard Commander is offline

  14. #14
    Mal vas Idenna
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    Julian Ward - Proteus | Gebäude 3, 2. OG

    Der besiegte Japaner, Minuten zuvor noch Herr der Lage und lebensbedrohlich für jeden im Flur, war nur noch ein Schatten seiner selbst. Seines Störsenders beraubt wippte er apathisch mit angezogenen Knien vor und zurück und versuchte, seine Augen mit seinem Arm zu bedecken, ließ nur hin und wieder ein unverständliches Murmeln in seiner Muttersprache oder ein leises Wimmern von sich hören. Umso mehr durfte es seiner Wächterin auffallen, als er auf einmal deutliche Worte sprach, auch wenn er es nicht wagte, dabei seinen Blick anzuheben.
    "Ich weiß nicht, was Sie hier mit mir vorhaben... Aber ich bitte Sie inständig, lassen Sie Lt. Avon aus der Sache raus"
    Dann schwieg er wieder, hüllte sich in seinen Kokon und wartete stumm ab, was mit ihm geschah, ohne dabei ein einziges Mal aufzusehen. Entsprechend ignorierte er, so wie auch seine Komplizin, den Kaffee, den Jane ihnen zuschob, wobei Avon die Tasse vorher noch misstrauisch beäugte, als könne sie nicht glauben, dass eine wohlwollende Geste von ihren Gegnern ausging.
    "Also... was war hier eigentlich los?", hörte Julian die Neue am anderen Ende des Gangs sagen und könnte es sich nicht verkneifen, dem Kommentar lauthals Antwort zu geben.
    "Ein vom Drogenkrieg traumatisierter Krüppel mit Paranoia und seine leichtgläubige Freundin aus der Militärschule - Ich bitte Sie. Für mich sind die Untersuchungen schon abgeschlossen, bevor Sie begonnen haben. Iiyama spinnt sich irgendwelche Verschwörungstheorien zusammen und seine Sandkastenfreundin Avon kauft ihm alles ab. Und kaum ist der Commander außer Dienst, nutzt Iiyama die Chance für einen Fluchtversuch, bei dem ihm aber die Passwörter für das Haupttor fehlen, die er in der letzten Stunde verzweifelt gesucht hat. Für mich ein klarer Fall."
    Verächtlich sah Avon zu Julian auf, schluckte ihre Antwort jedoch zum Großteil herunter und ließ stattdessen nur ein murmelndes "Alles Lügen" von sich hören, bevor sie sich wieder in Schweigen hüllte. Schon kurz darauf hatte sie ohnehin keine Gelegenheit mehr für lange Ausführungen, als sich die Stiefel von einem Dutzend Sicherheitsbeamten näherten, die beide Störenfriede jeweils zu dritt aufrichteten, fixierten und unter schwer bewaffneter Aufsicht aus dem Stockwerk schafften.
    "Wir werden die beiden Angreifer sedieren und zu einem Verhör bereitmachen, Commander", richtete sich der Leiter der Sicherheitsabteilung dann in strammer Körperhaltung an Odinn und starrte dabei absichtlich in Scham über ihn hinweg in die Ferne, statt ihn direkt anzusehen.
    "Ich werde sofort ein Untersuchungsteam mit der Beweissicherung beauftragen. Außerdem habe ich bereits eine Behebung der Sicherheitsmängel im System veranlasst. Sie finden einen vollständigen Bericht morgen früh auf ihrem Schreibtisch", stammelte er eilig herunter, als könne er sich somit in Odinns Gnade reden. Die Stille im Anschluss füllte ein schweres Schlucken seinerseits, ehe er dann noch etwas leiser anhängte: "Haben Sie weitere Befehle für mich, Sir?"

    Julian selbst ließ den Trubel um sich herum zunächst einfach nur geschehen, atmete einmal mit geschlossenen Augen tief durch und legte den Kopf hinter sich an die Wand. Nach einer halben Minute in dieser Haltung, schien er neue Kraft gesammelt zu haben, leerte den noch viel zu heißen Kaffee in einem einzigen gierigen Zug, nach dem er deshalb fast fauchend aufseufzte, und schwang sich dann wieder auf die Beine, um zu seinem Trupp hinüberzugehen.
    "Tut mir leid, Ihnen den freien Tag ruiniert zu haben, Delia", brummte er dann mit einem etwas beschämten Schmunzeln. "Und ich fürchte, für mich ist die Sache ersteinmal damit noch nicht vorbei. Der wahre Kampf fängt wohl die nächsten Tage vor dem Schreibtisch an", seufzte er leise, behielt aber dabei noch immer ein gewisses Galgenlächeln bei.
    "Und auch gut zu wissen, dass hier auch noch jemand anderes etwas von asymmetrischen Kryptosystemen versteht", richtete er sich dann an Jane, der er tatsächlich seine Hand entgegenstreckte, um sich kurz vorzustellen. Sein Respekt schien dabei tatsächlich eher ihrer intellektuellen Leistung bei der Sache zu gelten und nicht der kämpferischen und akrobatischen Leistung, mit der sie den Angreifer dingfest gemacht hatte.


    Relativ ausdruckslos nahm der Commander die Ausführungen des Sicherheitsbeamten entgegen.
    "Haben Sie weitere Befehle für mich, Sir?"
    "Ja. Die Specialist hier", er zeigte auf Jane, "ist neu hier. Sorgen Sie dafür, dass sie ein ihren Rang entsprechenden Rang erhält und alle notwendigen Informationen bekommt." Der Beamte nickte und gab ein paar Daten in sein Omnietool ein, ehe er sich zu Jane begab, jedoch respektvollen Abstand hielt, um nicht Julian ins Gespräch zu fallen und damit womöglich auch noch in dessen Ungnade zu fallen.
    Odinn beachtete den Sicherheitsbeamten gar nicht mehr und wandte sich an seine drei Mitstreiter: "Ich weiß ja nicht, wie es ihnen geht, aber ich möchte hier jetzt keine Wurzeln schlagen und mein Hund wartet wahrscheinlich schon sehnsüchtig auf sein Abendessen. Sofern ihr hier noch Nettigkeiten austauschen wollt, würde ich mich dann für heute verabschieden."

  15. #15
    Burgherrin Glorichen's Avatar
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    Jane, Julian & Odinn

    Das Bild, wie Jane die Tasse mit diesem göttlichen Getränk neben sie stellte, bedeutete Entspannung. Mit einem breiten Lächeln aus Dankbarkeit und Erleichterung nahm sie die Tasse in die linke Hand und nickte Jane mit einem "Danke" zu. Während sie den ersten Schluck von dem noch heißen Kaffee schlürfte, warf sie dann wieder den aufmerksamen Blick auf den Asiaten, der sich zu seinem Glück kaum gerührt hatte. Eher im Gegenteil schien er heftig mit sich und seinem Scheitern zu kämpfen. Delia war sich sicher, dass da psychisch irgendetwas ganz gewaltig nicht stimmte. Wenigstens schien er sich irgendwann seiner Komplizin zu erinnern, als er plötzlich offenbar völlig klar darum bat, sie zu verschonen. Doch angesichts der Tatsache, dass immer noch ziemlich unsicher war, wer von beiden geschossen oder die Technik gehackt hatte, würden beide wohl mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müssen. "Ich frage mich warum ..."
    Nachdenklich musterte Delia ihren Gefangenen, während Julian mit seiner Vermutung der Gründe und Geschehnisse nicht hinter dem Berg hielt. Wenn er recht hatte, war das sicher ein schwerer Fall von Paranoia oder einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Sie schlürfte erneut an ihrem Kaffee und sah dann mit Erleichterung, wie bewaffnete Sicherheitskräfte die beiden Gefangenen fesselten und abführten. Delia entließ einen entspannten Atemstoß in ihre Kaffeetasse, dann schielte sie erst zu Jane, dann zu Julian hinüber, der sich gerade schwungvoll wieder auf die Beine hob.
    "Tut mir leid, Ihnen den freien Tag ruiniert zu haben, Delia. Und ich fürchte, für mich ist die Sache ersteinmal damit noch nicht vorbei. Der wahre Kampf fängt wohl die nächsten Tage vor dem Schreibtisch an."
    Delia antwortete mit einem Grinsen. "SIE haben gar nichts ruiniert. Das waren unsere zwei Abtrünnigen." Sie leerte ihrerseits ihre Tasse. "Für mich wird es wohl nur das Schreiben eines Berichts werden." Sie schmunzelte, auch wenn ihr nun wirklich nicht danach war. Als Julian sich an Jane wandte, schob auch Delia sich auf die Beine, kippte die Tasse erneut um zu testen, ob noch etwas Kaffee darin war und zuckte dann enttäuscht die Achseln.
    Dann schob sie sich neben Julian um nun ihrerseits Jane die Hand zu reichen. "Delia Hall, Physio. Herzlich Willkommen würde ich wohl sagen?"
    Sie lächelte, hatte das erste Mal Zeit die 'Neue' zu mustern. Sie wirkte ziemlich tough. "Das war eine beeindruckende Vorstellung." Sie grinste breit und nickte zum zerbrochenen Fenster am Ende des Flurs.
    Dann schob MacDarragh sich ins Blickfeld. "Ich weiß ja nicht, wie es ihnen geht, aber ich möchte hier jetzt keine Wurzeln schlagen und mein Hund wartet wahrscheinlich schon sehnsüchtig auf sein Abendessen. Sofern ihr hier noch Nettigkeiten austauschen wollt, würde ich mich dann für heute verabschieden."
    Delia nickte ihm zu. "Dann lassen Sie Ihren Hund nicht warten, Sir."
    Sie unterdrückte ein Gähnen, als die Anspannung der Erschöpfung wich. "Ich könnte etwas zu Essen vertragen ... Möchten Sie beide mich in die Kantine begleiten?"
    "Never be cruel, never be cowardly.
    And never ever eat pears!
    Remember, hate is always foolish,
    and love is always wise.
    Laugh hard. Run fast. Be kind."
    - 12th Doctor -


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  16. #16
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    Der Kellner hatte ganz offensichtlich schon resigniert und bedachte Narissa als Hanna ihn diesmal heranrief nicht mit den hoffnungsvollen Blicken wie zuvor. Stattdessen ruhten nun andere Blicke auf der Attentäterin – Hannas Blicke. „Noch zwei Whiskey!“, orderte die Blondine ohne die grünen Augen von der sichtlich eingeschüchterten Frau zu wenden. Der Kellner seufzte und verschwand. Hanna betrachtete das nervöse Lächeln mit dem Narissa Coolness vorschütze nur kurz, dann folgte sie deren huschenden Augen und blickte sich im Raum um, wobei das Schulterholster ein ledernes Knatschen von sich gab. Ihr Kopf verzieh Hanna derlei Bewegungen mittlerweile wieder. Pharmazie half (fast) immer. Der Kellner kam zurück und stellte provokant beide Getränke vor Hanna ab. Die bernsteinfarbene Flüssigkeit schwappte lautlos in den viereckigen Gläsern und verbreitete das würzige Aroma, biss Hanna in die Nase obwohl sie es schon viel zu gut kannte. Mit einem unfreundlichen Nicken – Hanna beherrschte ein ganzes Arsenal an Nick-Gesten – verscheuchte die Agentin den Kellner, der sie offenbar für eine Alkoholikerin hielt, was sicherlich seine Berechtigung hatte, und schaute zu Narissa hinüber. „Hier, das beruhigt die Nerven“, sagte sie und schob der Attentäterin das Glas zu. Wieder einmal erkannte sie die Schönheit in den nervösen, großen Augen der Aschblonden. Sie hatte dann etwas an sich, das Hanna trotz all ihrer selbstgewählten Herzlosigkeit dazu verleitete sie am liebsten in den Arm nehmen zu wollen. Ihre jetzige trostspendende Handlung bestand allerdings darin Narissa auf die Art zu helfen, wie sie sich stets selbst rettete; diese selbstzerstörerische Art ohne Hoffnung auf Heilung oder Besserung welche die Albträume nur verdrängte anstatt sie zu verjagen. Hanna hob ihr Glas, Narissa stieß unsicher an. Neben der Feststellung wie attraktiv die Attentäterin war kam der Agentin einmal mehr der Gedanke wie gänzlich ungeeignet die Aschblonde für ihre Profession war. Entgegen ihrer Natur behielt sie es diesmal jedoch für sich. Hanna nippte an dem Whiskey, drückte die Zungenspitze gegen den Rand des Glases und benetzte sie mit dem rauchigen Destillationserzeugnis. Dann setzte sie ab und schaute die Andere über den Tisch und die voreinst so obszön nickenden Blumen hinweg in die jadegrünen Augen. „Warum sind Sie denn so nervös, Narissa?“ Ohne die Tiefe des Raumes zu erforschen setzte sie nach: „Wieder ein totgeglaubter Bekannter? Oder mache ich Ihnen Angst?“ Letztgemeintes war eher ein Scherz, allerdings gab es wohl durchaus die ein oder andere Person die Hanna beängstigend fand…


    Narissa kippte den Whiskey, der für eine solche Behandlung eigentlich viel zu schade war, in einem Zug zur Hälfte herunter und stellte das Glas ab. Dann schüttelte sie den Kopf. "Nein, kein alter Bekannter." An Cameron hatte sie gar nicht wieder gedacht, und dass Hanna ihn erwähnte trug nicht unbedingt zu ihrer Beruhigung bei. Das tat allerdings der Whiskey, der eine angenehme Wärme in ihrer Brust ausbreitete, und langsam normalisierte sich ihr Atem wieder. Mit einem nervösen Lächeln fuhr sie fort: "Und so leid es mir tut, Angst ist nicht unbedingt das Gefühl, dass sie bei mir auslösen..." Was hatte sie da gesagt? Das musste der Alkohol sein. "Äh, also..." Sie suchte verzweifelt nach Worten, bevor Hanna womöglich auf die Idee kam nachzufragen, welches Gefühl genau sie denn auslöste, wodurch die Situation wohl etwas peinlich werden würde.
    "Seit Gorlans Tod habe ich hin und wieder diese, naja... Panikattacken." Es zu sagen war hart, beinahe, als würde sie es damit erst zur Wahrheit machen. Aber jetzt war es geschehen, und es gab kein zurück mehr. Narissa zupfte abwesend mit der linken Hand an einer der Blumen herum, während die rechte das Whiskey-Glas fest umklammerte. Sie starrte die bernsteinfarbene Flüssigkeit im Glas an und vermied damit Hanna anzusehen, als sie mit gesenkter Stimme weitersprach: "Um ehrlich zu sein... das ist auch einer der Gründe warum sie noch leben. Als ich, nun ja... auf sie geschossen habe, hatte ich einen solchen Panikanfall." Es war merkwürdig, darüber zu sprechen, noch dazu mit der Person, die sie versucht hatte zu töten.
    "Dadurch bin ich nach den beiden Fehlschüssen geflohen, anstatt einfach nachzuladen und weiter zu schießen..." Sie traute sich nicht, den Blick wieder zu heben und Hanna anzusehen.
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  17. #17
    Schwertmeister Khardim's Avatar
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    Der besiegte Japaner, Minuten zuvor noch Herr der Lage und lebensbedrohlich für jeden im Flur, war nur noch ein Schatten seiner selbst. Seines Störsenders beraubt wippte er apathisch mit angezogenen Knien vor und zurück und versuchte, seine Augen mit seinem Arm zu bedecken, ließ nur hin und wieder ein unverständliches Murmeln in seiner Muttersprache oder ein leises Wimmern von sich hören. Umso mehr durfte es seiner Wächterin auffallen, als er auf einmal deutliche Worte sprach, auch wenn er es nicht wagte, dabei seinen Blick anzuheben.
    "Ich weiß nicht, was Sie hier mit mir vorhaben... Aber ich bitte Sie inständig, lassen Sie Lt. Avon aus der Sache raus"
    Dann schwieg er wieder, hüllte sich in seinen Kokon und wartete stumm ab, was mit ihm geschah, ohne dabei ein einziges Mal aufzusehen. Entsprechend ignorierte er, so wie auch seine Komplizin, den Kaffee, den Jane ihnen zuschob, wobei Avon die Tasse vorher noch misstrauisch beäugte, als könne sie nicht glauben, dass eine wohlwollende Geste von ihren Gegnern ausging.
    "Also... was war hier eigentlich los?", hörte Julian die Neue am anderen Ende des Gangs sagen und könnte es sich nicht verkneifen, dem Kommentar lauthals Antwort zu geben.
    "Ein vom Drogenkrieg traumatisierter Krüppel mit Paranoia und seine leichtgläubige Freundin aus der Militärschule - Ich bitte Sie. Für mich sind die Untersuchungen schon abgeschlossen, bevor Sie begonnen haben. Iiyama spinnt sich irgendwelche Verschwörungstheorien zusammen und seine Sandkastenfreundin Avon kauft ihm alles ab. Und kaum ist der Commander außer Dienst, nutzt Iiyama die Chance für einen Fluchtversuch, bei dem ihm aber die Passwörter für das Haupttor fehlen, die er in der letzten Stunde verzweifelt gesucht hat. Für mich ein klarer Fall."
    Verächtlich sah Avon zu Julian auf, schluckte ihre Antwort jedoch zum Großteil herunter und ließ stattdessen nur ein murmelndes "Alles Lügen" von sich hören, bevor sie sich wieder in Schweigen hüllte. Schon kurz darauf hatte sie ohnehin keine Gelegenheit mehr für lange Ausführungen, als sich die Stiefel von einem Dutzend Sicherheitsbeamten näherten, die beide Störenfriede jeweils zu dritt aufrichteten, fixierten und unter schwer bewaffneter Aufsicht aus dem Stockwerk schafften.
    "Wir werden die beiden Angreifer sedieren und zu einem Verhör bereitmachen, Commander", richtete sich der Leiter der Sicherheitsabteilung dann in strammer Körperhaltung an Odinn und starrte dabei absichtlich in Scham über ihn hinweg in die Ferne, statt ihn direkt anzusehen.
    "Ich werde sofort ein Untersuchungsteam mit der Beweissicherung beauftragen. Außerdem habe ich bereits eine Behebung der Sicherheitsmängel im System veranlasst. Sie finden einen vollständigen Bericht morgen früh auf ihrem Schreibtisch", stammelte er eilig herunter, als könne er sich somit in Odinns Gnade reden. Die Stille im Anschluss füllte ein schweres Schlucken seinerseits, ehe er dann noch etwas leiser anhängte: "Haben Sie weitere Befehle für mich, Sir?"

    Julian selbst ließ den Trubel um sich herum zunächst einfach nur geschehen, atmete einmal mit geschlossenen Augen tief durch und legte den Kopf hinter sich an die Wand. Nach einer halben Minute in dieser Haltung, schien er neue Kraft gesammelt zu haben, leerte den noch viel zu heißen Kaffee in einem einzigen gierigen Zug, nach dem er deshalb fast fauchend aufseufzte, und schwang sich dann wieder auf die Beine, um zu seinem Trupp hinüberzugehen.
    "Tut mir leid, Ihnen den freien Tag ruiniert zu haben, Delia", brummte er dann mit einem etwas beschämten Schmunzeln. "Und ich fürchte, für mich ist die Sache ersteinmal damit noch nicht vorbei. Der wahre Kampf fängt wohl die nächsten Tage vor dem Schreibtisch an", seufzte er leise, behielt aber dabei noch immer ein gewisses Galgenlächeln bei.
    "Und auch gut zu wissen, dass hier auch noch jemand anderes etwas von asymmetrischen Kryptosystemen versteht", richtete er sich dann an Jane, der er tatsächlich seine Hand entgegenstreckte, um sich kurz vorzustellen. Sein Respekt schien dabei tatsächlich eher ihrer intellektuellen Leistung bei der Sache zu gelten und nicht der kämpferischen und akrobatischen Leistung, mit der sie den Angreifer dingfest gemacht hatte.


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    Relativ ausdruckslos nahm der Commander die Ausführungen des Sicherheitsbeamten entgegen.
    "Haben Sie weitere Befehle für mich, Sir?"
    "Ja. Die Specialist hier", er zeigte auf Jane, "ist neu hier. Sorgen Sie dafür, dass sie ein ihren Rang entsprechenden Rang erhält und alle notwendigen Informationen bekommt." Der Beamte nickte und gab ein paar Daten in sein Omnietool ein, ehe er sich zu Jane begab, jedoch respektvollen Abstand hielt, um nicht Julian ins Gespräch zu fallen und damit womöglich auch noch in dessen Ungnade zu fallen.
    Odinn beachtete den Sicherheitsbeamten gar nicht mehr und wandte sich an seine drei Mitstreiter: "Ich weiß ja nicht, wie es ihnen geht, aber ich möchte hier jetzt keine Wurzeln schlagen und mein Hund wartet wahrscheinlich schon sehnsüchtig auf sein Abendessen. Sofern ihr hier noch Nettigkeiten austauschen wollt, würde ich mich dann für heute verabschieden."


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    Jane, Julian & Odinn

    Das Bild, wie Jane die Tasse mit diesem göttlichen Getränk neben sie stellte, bedeutete Entspannung. Mit einem breiten Lächeln aus Dankbarkeit und Erleichterung nahm sie die Tasse in die linke Hand und nickte Jane mit einem "Danke" zu. Während sie den ersten Schluck von dem noch heißen Kaffee schlürfte, warf sie dann wieder den aufmerksamen Blick auf den Asiaten, der sich zu seinem Glück kaum gerührt hatte. Eher im Gegenteil schien er heftig mit sich und seinem Scheitern zu kämpfen. Delia war sich sicher, dass da psychisch irgendetwas ganz gewaltig nicht stimmte. Wenigstens schien er sich irgendwann seiner Komplizin zu erinnern, als er plötzlich offenbar völlig klar darum bat, sie zu verschonen. Doch angesichts der Tatsache, dass immer noch ziemlich unsicher war, wer von beiden geschossen oder die Technik gehackt hatte, würden beide wohl mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müssen. "Ich frage mich warum ..."
    Nachdenklich musterte Delia ihren Gefangenen, während Julian mit seiner Vermutung der Gründe und Geschehnisse nicht hinter dem Berg hielt. Wenn er recht hatte, war das sicher ein schwerer Fall von Paranoia oder einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Sie schlürfte erneut an ihrem Kaffee und sah dann mit Erleichterung, wie bewaffnete Sicherheitskräfte die beiden Gefangenen fesselten und abführten. Delia entließ einen entspannten Atemstoß in ihre Kaffeetasse, dann schielte sie erst zu Jane, dann zu Julian hinüber, der sich gerade schwungvoll wieder auf die Beine hob.
    "Tut mir leid, Ihnen den freien Tag ruiniert zu haben, Delia. Und ich fürchte, für mich ist die Sache ersteinmal damit noch nicht vorbei. Der wahre Kampf fängt wohl die nächsten Tage vor dem Schreibtisch an."
    Delia antwortete mit einem Grinsen. "SIE haben gar nichts ruiniert. Das waren unsere zwei Abtrünnigen." Sie leerte ihrerseits ihre Tasse. "Für mich wird es wohl nur das Schreiben eines Berichts werden." Sie schmunzelte, auch wenn ihr nun wirklich nicht danach war. Als Julian sich an Jane wandte, schob auch Delia sich auf die Beine, kippte die Tasse erneut um zu testen, ob noch etwas Kaffee darin war und zuckte dann enttäuscht die Achseln.
    Dann schob sie sich neben Julian um nun ihrerseits Jane die Hand zu reichen. "Delia Hall, Physio. Herzlich Willkommen würde ich wohl sagen?"
    Sie lächelte, hatte das erste Mal Zeit die 'Neue' zu mustern. Sie wirkte ziemlich tough. "Das war eine beeindruckende Vorstellung." Sie grinste breit und nickte zum zerbrochenen Fenster am Ende des Flurs.
    Dann schob MacDarragh sich ins Blickfeld. "Ich weiß ja nicht, wie es ihnen geht, aber ich möchte hier jetzt keine Wurzeln schlagen und mein Hund wartet wahrscheinlich schon sehnsüchtig auf sein Abendessen. Sofern ihr hier noch Nettigkeiten austauschen wollt, würde ich mich dann für heute verabschieden."
    Delia nickte ihm zu. "Dann lassen Sie Ihren Hund nicht warten, Sir."
    Sie unterdrückte ein Gähnen, als die Anspannung der Erschöpfung wich. "Ich könnte etwas zu Essen vertragen ... Möchten Sie beide mich in die Kantine begleiten?"


    Aus dem aufkommenden Trubel aus herumstampfenden Sicherheitsleuten hielt sich Jane bewusst heraus und lehnte sich ein Stück den Flur hoch an die Wand. Die Erklärung des Doktors war ihr schon fast zu einleuchtend gewesen, aber für den Moment schien es ihr angebrachter, erst einmal den Mund zu halten, grade in Anbetracht der vielen Schlagknüppelschwinger, die MacDarragh scheinbar aufs Wort gehorchten. Es wurde viel zackig salutiert und Entschuldigungen hervorgebracht, die weder als besonders ernst empfunden wurden noch tatsächlich etwas geändert hatten. Es war wohl einfach ein beschissener Nachmittag für alle Beteiligten gewesen, das schönzureden machte nun auch keinen Sinn mehr. "Ich werde sofort ein Untersuchungsteam mit der Beweissicherung beauftragen. Außerdem habe ich bereits eine Behebung der Sicherheitsmängel im System veranlasst. Sie finden einen vollständigen Bericht morgen früh auf ihrem Schreibtisch" erklang aus dem Knäuel aus Menschen, das sich auf dem Flur gebildet hatte. ,,Typisch Militär. Da fühlt man sich ja fast wie daheim.", dachte Jane und leerte ihre zweite Tasse Kaffe. Hoffentlich gab es hier irgendwo eine Toilette.
    Die beiden Gefangenen wurden zügig abgeführt und außer einigen regenverschmierten Fußabdrücken auf dem kobaltfarbenen Boden deutete nicht mehr viel auf den Kampf hin, der sich dort vor wenigen Minuten abgespielt hatte. Jane trug immer noch ihre Rüstung und erinnerte sich auf einmal daran, dass ihre Tasche noch unter dem Tresen im Eingangsgebäude stand. Sie stellte ihre Tasse nonchalant auf den Fußboden und wollte grade los, um ihr Zeug zu holen, als sich der Kittelträger aus der kleinen Restgruppe löste und ihr die Hand entgegenstreckte. "Und auch gut zu wissen, dass hier auch noch jemand anderes etwas von asymmetrischen Kryptosystemen versteht", plapperte er freundlich los und vergaß vor Freude offenbar, sich selbst vernünftig vorzustellen. Sein breiter Akzent, der Jane gleich an daheim erinnerte, machte diesen kleinen Fauxpas jedoch mehr als wett. ,,Nebenbei klettere ich noch ganz passabel und mein Kaffee ist auch nicht von schlechten Eltern. Ich bin übrigens Jane.", gab sie flapsig zurück und griff die ihr dargebotene Hand. Noch bevor sie dann endlich nach dem Namen ihres Gegenübers fragen konnte, brach einer der Sicherheitsmänner in das Gespräch ein: ,,Specialist Cohen, Sie haben alle nötigen Befugnisse und Informationen auf Ihr Omnitool erhalten. Alles weitere werden Sie morgen erfahren." Jane blinzelte kurz und sah dann auf der Schulter des Mannes das Abzeichen eines Corporals, das ihm tatsächlich erlaubte, so mit ihr zu sprechen. Sie nickte, die Hand des Weißkittels immer noch umgriffen und erwiderte außer verdrehten Augen nichts. Postwendend brauste der Eindringling ab, um vermutlich noch irgendwelche Berichte zu schreiben oder Speichel zu lecken. ,,Wie ich es vermisst habe, wieder auf einer richtigen Basis eingesetzt zu sein.", seufzte sie gespielt und ließ ihren Gesprächspartner schließlich doch los. ,,Na dann wollen wir doch mal sehen, wo ich hier untergebracht werde." Noch bevor sie ihr Omnitool aufrufen konnte gesellten sich ihre beiden anderen Mitstreiter zu ihnen. "Ich weiß ja nicht, wie es ihnen geht, aber ich möchte hier jetzt keine Wurzeln schlagen und mein Hund wartet wahrscheinlich schon sehnsüchtig auf sein Abendessen. Sofern ihr hier noch Nettigkeiten austauschen wollt, würde ich mich dann für heute verabschieden.", erklärte MacDarragh und machte klar, dass er noch besseres zu tun hatte, als mit dem Fußvolk auf dem Flur zu stehen, beziehungsweise zu sitzen. Die Tatsache, dass er einen Hund hatte, machte ihn zwar ein bisschen menschlicher, aber Offizier blieb nun einmal Offizier. "Dann lassen Sie Ihren Hund nicht warten, Sir.", sagte der Rotschopf freundlich und da auch Jane und der Kittel nur nickten, brach ihr Vorgesetzter auf. "Delia Hall, Physio. Herzlich Willkommen würde ich wohl sagen? Das war eine beeindruckende Vorstellung." ging es prompt weiter und schon schüttelte Jane die nächste Hand. Sie hatte seit Monaten nicht mehr so vielen Menschen an einem Tag kennen gelernt, fiel ihr auf. ,,Danke, ich denke ich bin ganz gut angekommen. Ich bin Jane. Ich hoffe MacDarragh will mir die Glasscheiben nicht vom Sold abziehen, denn bisher haben wir uns echt gut verstanden.", sagte sie trocken und nickte zum Ende des Flurs herüber, wo nach wie vor der Regen ins Gebäude peitschte. Sie schauten kurz zu dritt schweigend in die Richtung. Scheinbar hatte nach dem bereits Erlebten keiner wirklich Lust, sich auch noch darum zu kümmern. "Ich könnte etwas zu Essen vertragen ... Möchten Sie beide mich in die Kantine begleiten?", meinte Delia dann und änderte das Thema gekonnt. Auch Janes Magen knurrte, sie hatte seit Stunden nichts mehr gegessen. Eine heiße Dusche stand auch noch aus, aber eins nach dem anderen. ,,Ich bin dabei, aber ich hoffe es gibt hier noch eine andere Kantine, als den Schutthaufen, durch den ich auf dem Weg hier her gekommen bin. Da zieht es vermutlich ganz ordentlich." Sie konnte dann auf dem Weg zum Essen kurz ihre Tasche holen und dann nachsehen, wo sie ihre Unterkunft beziehen sollte. Obwohl sie zuletzt fast tagelang im Bett gelegen und sich gelangweilt hatte schien ihr nach diesem Tag die Aussicht auf ein paar Stunden zwischen den Kissen sehr verlockend.
    Quote Originally Posted by BlackShial View Post
    Khardim ist unser Äquivalent für Brüste oder eben Hintern.
    Schön anzusehen und man denkt gern daran
    Khardim is offline Last edited by Khardim; 15.02.2016 at 13:20.

  18. #18
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    [QUOTE=numberten;24731721]
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    Quote Originally Posted by Shepard Commander View Post

    Die Zigarette zitterte zwischen den blauen Lippen während Charis nervös den Rauch einzog. Nicht einmal zur Hälfte geraucht warf sie den Glimmstengel beiseite. Irgendwie war das Gefühl sich übergeben zu müssen noch nicht zur Gänze verschwunden und wurde regelmäßig durch das Ansehen von verkohlten, zerbrochenen und zerfetzten Leichen oder deren Teilen angestachelt. Wenigsten verhallten die Schreie langsam denn entweder waren jene endlich gestorben oder hatten ihre Kraft verbraucht. Noch während Charis sich dem Wrack näherte knallte es plötzlich tief und wiederhallend. Charis duckte sich instinktiv denn das war definitiv der Knall einer Waffe gewesen und einer großkalibrigen dazu, wenn sie sich nicht irrte. Viele der Umherirrenden taten es ihr gleich und als ein zweiter Schuss ertönte warfen sich einige sogar flach auf den Boden. Auf dem Schiff waren nur wenige bewaffnet unterwegs und Charis, die ihre Pistole aus der Furcht heraus beraubt zu werden nicht abgelegt hatte zog diese nun vom Gürtel. Konnte es sich bei dem Schützen, oder den Schützen so es mehrere waren, um Piraten handeln? Diese Welt die auf den ersten Blick so schrecklich wild und unzivilisiert wirkte wäre wahrlich prädestiniert für derlei Gesocks. Oder für Schmuggler.
    Ein dritter Schuss; wieder zuckte man zusammen, diesmal jedoch gemäßigter als zuvor und die sich vorsichtig annähernde Charis hörte nun lautes Gebrüll und Stimmengewirr von der ihr durch ein Trümmerteil versperrten Seite des Plateaus. Die Asari umrundete das Teil die Waffe im Anschlag und blickte auf einen kleinen Mob der sich um zwei Figuren gebildet hatte. Beide schrien einander an und gestikulierten wild in der Gegend herum. Der größere der beiden, ein Turianer mit Panzerung und digitalem Visor vor den Augen war scheinbar der Urheber der Pistolenschüsse den Charis erkannte eine weißbemalte Carnifex in seiner Hand. Der andere Streithahn war ein Batarianer in ehemals schicker Kleidung die nun jedoch von verschiedenfarbigem Blut, Rus und Erde verschmutzt war. Charis drängelte sich durch die Menge um besser sehen zu können.
    „Aus dem Weg Doktor! Eine Kugel in den Kopf ist besser als sich hier herumzuquälen!“ „Jetzt reicht es mir aber! Das kann doch wohl kaum ihr Ernst sein!“, erwiderte der Batarianer in für seiner Spezies typischen gutturalen Tonlage. Charis sah hinter dem Batarianer ein sich windende Asari deren Bein in einem ungesunden Winkel verdreht war und deren Kleidung an der linken Seite von Blut durchtränkt war. Sie stöhnte, warf den Kopf herum und schien von der ganzen Szene gar nichts mitzubekommen. Neben ihr hockte eine junge Frau mit kurzen, braunen Haaren und gewöhnlicher Reisekleidung und sah besorgt zu dem Batarianer rauf. „Wir verlieren sie, Doktor! Wir müssen etwas unternehmen!“ Der Batarianer wandte sich von dem Turianer ab der eindeutig an der Sicherung der Waffe nestelte. Als der Batarianer sich neben die Asari kniete konnte Charis einen kurzen Blick auf sein Gesicht erhaschen, dass zwar von Aussehen und Struktur denen der beiden Waffendiebe auf speziestypische Art glich jedoch durch das Fehlen des Auges oben Links individualisiert wurde. Dort wo einmal eines der kleineren schwarzen Augen geblinzelt hatte war nun nur noch eine vernarbte, fleischige Höhle. Der batarianische Doktor kniete sich neben die Asari, fühlte ihren Puls und besah sich die Wunden. „Hat hier jemand Medigel?“, rief er in die Runde. Einige der Leute schauten betreten auf ihre Omnitools und die Schmugglerin war sich sicher, dass dort einige Portionen um sie herum standen doch niemand sagte ein Wort. „Ich sage es ja nur ungern aber der Turianer hat Recht!“, meldete sich ein kroganischer Fleischkloß zu Wort, der sich nun durch die Leute schob. „Einfach sterben lassen, eine Kugel wenn man gnädig sein will.“ Der Batarianer schaute ihn mit einer Miene an die vermutlich Unglaube ausdrückten sollte. „Wir wissen doch nicht einmal wo wir hier sind, wenn wir die Verletzten zwei, drei Tage stabil halten werden die Rettungsteams…“ „Wir sind irgendwo im Weltall auf einem verlassenen Planeten der nicht einmal in der Sternenkartografie vermerkt ist!“, erklärte der Kroganer mit einem für seine Spezies ruhigen und einen weiten Wortschatz bedienenden Ton. „Ich habe die interstellaren Koordinaten selbst mehrfach gecheckt. Außerdem scheint hier jegliche Langsteckenkommunikation zu versagen.“ „Was soll das heißen?“, mischte sich Charis ein. Der Kroganer warf ihr einen findigen Blick zu. „Das soll heißen, dass wir hier wohl erstmal auf uns allein gestellt sind. Wir müssen unser Überleben planen und das bedeutet Balast abwerfen.“ „Sie schreiben uns aber schnell ab, Kroganer!“, fauchte nun von der Turianer von der Seite her. Die zeitweile Unterstützung durch das Reptil hatte die Beiden nicht automatisch zu Verbündeten erklärt. „Ich denke wir werden gerettet.“ „Dann erklären Sie mir, Turianer, warum Sie so scharf darauf sind die Verletzten zu erschießen?“, gab der Kroganer gehässig zurück. Die Unterkiefer des Turianers mahlten lautlos während sich seine aschgraue Haut minimal verfärbte. Die Asari am Boden stöhnte laut auf, drückte den Rücken durch und wandte sich wie ein an Land geratener Fisch. „Medigel?“, fragte der Batarianer erneut und sah in die Runde. Der Turianer winkte ab, trat zwei Schritt aus der Menge und warf bei einem erneuten Schmerzensschrei der Asari einen Blick über die Schulter. „Lass gut sein, Dexter“, beschwichtigte ihn ein Mensch und packte ihn an der Schulter. Der Mann trug ebenfalls eine Panzerung, ein Sturmgewehr auf dem Rücken und einen Visor im Gesicht. Energisch schob er den Turianer fort während der Batarianer noch immer nach Medigel rief. Charis steckte die Waffe weg und checkte selbst ob sie noch Vorräte hatte. Seit dem Mal in der Gasse hatte sie sich eigentlich vorgenommen nie wieder ohne… „Verflucht!“, zischte Charis als sie den erneuten Mangel feststellte. Der Batarianer sah sie mit drei Augen an doch sie schüttelte resignierend den Kopf. „Kennen Sie die Frau?“, fragte der Doktor die Schmugglerin. „Wieso, weil ich eine Asari bin? Nein, ich kenne Sie nicht.“ „Kann ich Sie trotzdem dazu überreden nach Medigel zu suchen, dort im Wrack?“ „Doktor, vielleicht sollten wir sie tatsächlich… sterben lassen“, brachte die Brünette vorsichtig an. „Es gibt hier sehr viele Verletzte und vielleicht…“ „Schweig!“, donnerte der Batarianer mit harter, kalter Stimme. Dann räusperte er sich. „Entschuldige, Zara. Aber ich lasse keine Patienten sterben!“ „K- kein Problem“, nahm Zara die Entschuldigung erschrocken an und senkte den Kopf. Charis schaute rechts und links neben sich und bemerkte einen Mann der verzweifelt versuchte sein Omnitool abzuschalten welches ihm mitteilte, dass er noch über drei Portionen Medigel verfügte. „Komm schon, komm schon!“, zischte er und drückte beherzt auf die Taste die den Bestand verbergen sollte. Das dekomprimierende Zischen von Charis Waffe hörte er nicht, doch spürte er das kalte Metall, das ihm plötzlich gegen die Wange gedrückt wurde. „Drei Portionen, was?“, sagte die Asari und tat so als sei dies ein Glücksfall. „Na dann los. Mach schön Meldung beim Doc!“ Dem Mann, etwa Anfang Vierzig und unscheinbarer wie man es kaum sein kann, stand sofort der Angstschweiß auf der Stirn. „Ich… äh…“, brachte er es fertig zu stammeln und deutete auf sein Omnitool. Der Batarianer knurrte und winkte ihn heran, nickte dann Charis zu die dem Mann die Waffe an den Hinterkopf drückte. Nachdem das Medigel verwendet und der arme Kerl entlassen worden war wandte sich der Batarianer an Charis. „Ich bin zwar kein Freund von Gewalt aber hier hatte sie wenigstens einen Nutzen. Danke dafür.“ „Gern, Doc.
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    Der Knall eines Schusses riss Kathy aus dem leichten Dämmerzustand in dem sie sich befunden hatte. Das und der Druck auf ihrer Blase der immer drängender wurde. Nachdem sie sich niedergelassen hatte war der Drang aufzustehen gegen Null gesunken, jetzt schien es aber angebracht ihren angeschlagenen Luxus Body zu erheben und sich irgendwo ein stilles Örtchen zu suchen. Ein zweiter Schuss wurde von ihrer nun wieder geschärften Wahrnehmung vernommen und ließ sie kurz zusammenzucken. Wie lange waren sie schon auf diesem Planeten ? Ein paar Stunden mehr sicher nicht. Sie hatte damit gerechnet das sobald der Schock abgeklungen war sich die Passagiere gegenseitig an die Gurgel gehen würden, aber das es so schnell passierte, überraschte sie dann doch ein wenig. Nun sollten sich diese Idioten erstmal selbst gegenseitig umbringen, sie hatte sich zunächst um dringendere Probleme zu kümmern. Die schmerzstillende Wirkung des Medigels ließ langsam nach und so erhob sie sich mit leichten Schmerzen die durch ihren Körper fuhren. Die Hämatome auf ihrem Arm hatten inzwischen teilweise ein freundliches Purpur angenommen, andere hingegen leuchteten jetzt Dunkelgrün. "Hm der da fügt sich mit seiner Farbe hervorragend in die Tätowierung ein.", dachte sie beim Betrachten ihres linken Oberarms.
    Ein dritter Schuss durchriss nun die Stille. Scheinbar war jemand gründlich, denn Kathy hörte nichts was auf Gegenfeuer hindeutete. Sie kontrollierte kurz ihre beiden Pistolen, wie es schien würde sie diese unter Umständen früher brauchen als sie dachte. Die Lederjacke packte sie dann in ihre Tasche zu dem anderen Krempel. Es war sehr warm auf diesem Planeten, kein Wunder das die Menschen in den Tarzanfilmen immer nur mit Lendenschurz und Fell Bikins herumgelaufen waren. Ihre Tasche schulterte sie anschließend, denn auch wenn sie nur kurz pinkeln gehen wollte war es keine gute Idee seine Sachen unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Dem drückenden Gefühl im Unterleib folge leistend zog sie sich dann ins nahe Unterholz zurück.

    Nach der dringend notwendigen Erleichterung machte sich die Schwarzhaarige wieder zurück in Richtung Absturzstelle. Sie hatte keine weiteren Schüsse vernommen war ein gutes Zeichen war. Auf dem stillen Örtchen hatte sie über einiges nachdenken können unter anderem das der derzeitige Zustand äußerst unzufriedenstellend war. Das fing bei den kleinen Dingen an, denn wenn sie das nächste mal mehr als pinkeln musste würde sie sich den Hintern mit irgendwelchen Blättern abwischen müssen, eine Aussicht die sie wenig verlockend fand. Die Zeiten ohne Klopapier hatte sie eigentlich zurückgelassen und das ohne Wehmut. Dann war da noch die Frage des Essens, sie waren auf einem unbekannten Planeten, der zwar durchaus fruchtbar war, aber über deren Pflanzen und Tiere sie keine Ahnung hatte. Die Frage die der Batarianer bei der Essensausgabe gestellt hatte wurde hier um einiges drängender, denn selbst wenn es hier essbare Pflanzen und Tiere gab, stellte sich die Frage ob letztere auf dextro- oder levo-Amminosäuren aufgebaut waren. Entweder würden dann die Turianer und Quarianer in die Röhre schauen oder alle anderen Spezies an Bord. Die Problematik mit den Nahrungsmitteln manifestierte sich plötzlich sehr deutlich vor der Halbasiatin, denn in den Büschen sah sie jemand zuckend und würgend liegen. Es war ein Mensch, mit abgerissener Geschäftskleidung, etwas dicklicher mit Halbglatze. Er lag auf dem Boden und übergab sich schüttelnd und würgend. Gleichzeitig verkündeten laute Geräusche aus der Darmgegend das er noch ganz andere Ausscheidungen tätigte. Beim näherkommen konnte Kathy zu ihrem Leidwesen auch riechen das er seine Gedärme scheinbar auskotzte und ausschiß. Die Ursache dafür wuchs scheinbar an einem Strauch neben dem Häufchen Elend, schwarze dicke Beeren die Kathy ein wenig an Heidelbeeren erinnerten. Ein paar lagen auch zermatscht in der Hand des Unglückrabens.
    "Die dummen sterben immer als erstes", dachte Kathy und schlug angesichts des Gestanks einen kleinen Bogen um den krepierenden Trottel. Man musste schon sehr dämlich sein um auf einen fremden Planeten unbekannte Beeren zu verspeisen. Eine Dummheit die jetzt bestraft wurde, denn Kathy hatte neben einen gewissen Unwillen auch keine Ahnung wie man dem Mann helfen konnte. Das einzige was man in ihrer Situation bei Vergiftungen tun konnte war Erbrechen und das hatte der Mann schon zu genüge getan. Sowieso schien dieser gerade seine letzten Atemzüge zu tun, denn er hatte schon einen glasigen Blick und bemerkte Kathy noch nicht einmal. Diese setzte jetzt ihren Weg zur Absturzstelle fort, in ihren Gedanken bestärkt. Die Lebensmittelproblematik musste gelöst werden, ansonsten hatten sie hier bald eine Feldstudie in Sachen Darwinismus. Beim "Survival of the fittest" rechnete sich die Schwarzhaarige zwar gute Chancen aus, immerhin hatte sie damit recht viel Erfahrung, dennoch erschien ihr das nicht erstrebenswert. Natürlich konnte sie sich ins Wrack begeben und das Bergen was sie benötigte, jedoch würde es dann ganz schnell zu Verteilungskämpfen kommen. Andere würden ihren Anspruch erheben, die Schwächeren würden sterben die Stärkeren sich bekämpfen. Kathy hatte nach Korlus nur wenig Lust auf einen Kampf um Essen und andere Dinge, zudem würden sie dadurch wohl kaum gerettet werden. Sie wollte diesen Planeten gerne lebend verlassen und wenn es ging ohne über hundert Leichen steigen zu müssen. Dafür würde man aber zusammenarbeiten müssen und sich gegenseitig helfen. Vielleicht waren diese Streitereien von vorhin inzwischen beigelegt und jemand hatte schon ein koordiniertes Vorgehen in Angriff genommen. Wenn nicht würde Kathy diesen undankbaren Part übernehmen müssen, inzwischen hatte sie ja Erfahrung damit Ordnung ins Chaos zu bringen. Die Frage war nur wie viele Köpfe sie dieses Mal dafür zusammenschlagen musste. Entschlossen setzte sie ihren Weg in Richtung einer entfernt stehenden Ansammlung von Personen fort, sie würde ihr Leben nicht in dieser grünen Hölle enden lassen.


    Die Menge schaute zu wie der Doc die verletzte Asari mit Medigel versorgte. Diese hörte sofort auf sich zu winden und zu stöhnen sondern schlaffte ab und fiel in einen ruhigen Schlaf, atmete laut durch den Mund. Der Batarianer fühlte ihren Puls, dann nickte er der Braunhaarigen namens Zara zu. „Sie wird durchkommen, vermutlich.“ Der Arzt richtete sich auf und klopfte sich den Dreck von der Hose. „Das war sicherlich nicht die einzige Verletzte hier.“ Er hoch seine Stimme: „Jeder der helfen möchte oder meine Hilfe braucht soll sich bei diesem Wrackteil sammeln!“ Ein Stück Metall ragte dreieckig wie ein Zahn aus dem Boden etwas abseits der Absturzstelle. „Wir sitzen alle im selben Boot solange die Rettungscrews nicht hier sind! Sucht Nahrung, Verbände, Medigel, Decken,... alles was uns helfen könnte!“ Die Gruppe der Freiwilligen die sich sofort aufmachte war bemerkenswert klein. „Falsche Reisegruppe“, dachte sich Charis. Bei einem Flug von Thessia zur Citadel wäre die Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe vermutlich höher ausgefallen. Selbst Charis war nicht wirklich scharf darauf sich hier im Nirgendwo herumkommandieren zu lassen, allerdings würde sie sich ebenfalls wünschen, dass man ihr hilft. „Ich würde helfen…“ sagte sie mehr zu sich als zu dem Arzt der es jedoch hörte und ihr zunickte. „Wir brauchen auch Waffen! Wir wissen ja nicht, welche Gefahren hier lauern.“ „Ich habe Bewaffnete gesehen, zwei Batarianer. Haben die Arme voller Knarren gehabt und sind in den Wald gerannt.“ „Na klasse…“ „Was ist mit dem Turianer? Der sah aus als wisse er wie man kämpft…“ „Der Kerl ist doch bescheuert! Verwundete erschießen?“ Die Stimmen überschlugen sich verbal, fauchten sich an und die die welche hatten griffen zu ihren Waffen, ohne sie jedoch ernsthaft zu ziehen. Achtzig Prozent waren Männer, während viele Frauen am Boden zerstört nahe dem Waldrand kauerten und den Eindruck des schwächeren Geschlechtes nach Möglichkeit aufrecht zu erhalten versuchten. Charis stemmte die Hände in die Hüfte und schaute die Maulhelden an die sich jetzt mit guten Ergebnissen auf dem Schießstand brüsteten. Dann fiel ihr Blick hinter die Gruppe wo eine schwarzhaarige Frau im Volldampf auf sie zuraste. Der Asari fiel alles aus dem Gesicht. Diese Kathy verfolgte sie nicht nur, sie weigerte sich auch noch zu sterben. Dann huschte ein Lächeln über das blaue Gesicht: so wie sie selbst. Wenigstens nütze ihr Geld Kathy hier draußen herzlich wenig und eine Gruppe von Schlägern hatte sie diesmal auch nicht unter ihrem Kommando. „Was sollen wir also tun?“ „Zusammenarbeiten!“ „Irgendwelche Vorschläge… Doc?“ Die streitenden Stimmen ebbten ab und schauten den Batarianer an. „Warum sollte ich?“ Charis zuckte die Achseln. „Das haben Sie sich selbst zuzuschreiben, Doc.“ „Ääääh, alles klar. Wer nicht mitmachen will sollte verschwinden.“ Nur zwei aus der etwa Achtzehn gingen nun, aus Angst mit Arbeit betraut zu werden. Gut, Feiglinge und Faulpelze konnte man hier ohnehin nicht gebrauchen. „Sie, Asari, Ihr Name?“ „Charis.“ „Gut. Gut. Charis. Ich traue Ihnen. Suchen Sie mit einer Handvoll Leute den Stand ab. Wir tragen die Überlebenden dort hinten im Schatten der Bäume zusammen.“ Die drei funktionierenden Augen des Batarianers schauten zum Himmel. „Hier ist es sehr warm. Sie da, Salarianer, gehen Sie mit zwei Leuten zum Schiff. Sie müssen nicht wieder hinein aber versuchen sie so viel Trinkbares wie möglich zu sammeln. Sie da, die Frau mit den schwarzen Haaren. Meine Güte sind sie schwer bewaffnet… geben sie zwei ihrer Waffen ein paar der Anderen. Ich weiß nicht auf welchem Planeten wir sind und welche Wesen hier leben. Wenn ich mir vorstelle wir wären hier auf dem damals unentdeckten Heimatplaneten der Yagh gelandet…“ Er schüttelte sich bei dem Gedanken an die riesigen Killer. „Nachdem wir die Leute zusammengebracht haben werden wir die Waffen verteilen, für die Jagd und Verteidigung.“ Die Leute nickten zustimmend. „Also Sie da, Turianer. „Xenatar.“ „Alles klar, Xenatar, sie sammeln die Waffen ein. Jeder soll nur noch eine behalten, wenn man darauf besteht. Ansonsten müssen wir die Waffen und die Munition sammeln… Alles klar? Dann los!“


    ***


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    Quote Originally Posted by Eandril View Post

    Narissa kippte den Whiskey, der für eine solche Behandlung eigentlich viel zu schade war, in einem Zug zur Hälfte herunter und stellte das Glas ab. Dann schüttelte sie den Kopf. "Nein, kein alter Bekannter." An Cameron hatte sie gar nicht wieder gedacht, und dass Hanna ihn erwähnte trug nicht unbedingt zu ihrer Beruhigung bei. Das tat allerdings der Whiskey, der eine angenehme Wärme in ihrer Brust ausbreitete, und langsam normalisierte sich ihr Atem wieder. Mit einem nervösen Lächeln fuhr sie fort: "Und so leid es mir tut, Angst ist nicht unbedingt das Gefühl, dass sie bei mir auslösen..." Was hatte sie da gesagt? Das musste der Alkohol sein. "Äh, also..." Sie suchte verzweifelt nach Worten, bevor Hanna womöglich auf die Idee kam nachzufragen, welches Gefühl genau sie denn auslöste, wodurch die Situation wohl etwas peinlich werden würde.
    "Seit Gorlans Tod habe ich hin und wieder diese, naja... Panikattacken." Es zu sagen war hart, beinahe, als würde sie es damit erst zur Wahrheit machen. Aber jetzt war es geschehen, und es gab kein zurück mehr. Narissa zupfte abwesend mit der linken Hand an einer der Blumen herum, während die rechte das Whiskey-Glas fest umklammerte. Sie starrte die bernsteinfarbene Flüssigkeit im Glas an und vermied damit Hanna anzusehen, als sie mit gesenkter Stimme weitersprach: "Um ehrlich zu sein... das ist auch einer der Gründe warum sie noch leben. Als ich, nun ja... auf sie geschossen habe, hatte ich einen solchen Panikanfall." Es war merkwürdig, darüber zu sprechen, noch dazu mit der Person, die sie versucht hatte zu töten.
    "Dadurch bin ich nach den beiden Fehlschüssen geflohen, anstatt einfach nachzuladen und weiter zu schießen..." Sie traute sich nicht, den Blick wieder zu heben und Hanna anzusehen.


    Panikattacken, alles klar. Hanna grinste innerlich. Attentäterin was sowas von der falsche Beruf. Das einzige was gefehlt hätte wäre gewesen, wenn Narissa sich als „Profi-Killer“ vorgestellt hätte. Wäre die Aschblonde ein Abbild der Branche, und die letzten schlampig ausgeführten Attentate auf die Agentin ließen dies fast vermuten, dann brauchte sie vielleicht mal wieder neues Blut. Allerdings kam gerade diese Inkompetenz bei den Mietmördern der Polizei und den Sicherheitsdiensten der Planeten dann durchaus zugute. Narissa schien zudem nur allzu gerne von ihrem verpatzten Attentat zu reden. Hanna wusste nicht ob dies eine Art Reinigung war oder ob die Attentäterin das Thema bloß ungewollt so häufig ansprach. Beides wäre möglich. Narissa schien weder sehr überlegt zu handeln noch über das routiniert distanzierte Profil eines Auftragskillers zu verfügen, obgleich Hanna zugeben müsste, dass sie bisher nur mit wenigen freiberuflichen Profis zu tun hatte. Die meisten waren Dilettanten gewesen und ein Grund warum sie überhaupt noch lebte.
    Die Agentin betrachtete die andere Frau die nach ihrer Art Whiskey zu genießen, die Hanna sehr gefiel, geistlos damit begann die Tischdekoration zu zerrupfen wobei sie es tunlichst vermied Hanna in die Augen zu schauen. Angst löste die Blondine der Schilderung Narissas nach ja nicht in ihr aus, also worin lag dieses zurückhaltende Zögern?
    Okay…“, beschloss Hanna mit der Situation umzugehen. „Sollte Sie Panikattacken bekommen sagen Sie mir Bescheid, dann schauen wir, was wir da machen können.“ Einen geeigneten Tipp hatte die Agentin nicht auf Lager. Panik war ihr seit mehr als einer Dekade eine Unbekannte. Meistens. Die Aussicht zu ersticken rief wohl in jedem eine urtümliche Furcht hervor. „Und was das Andere angeht… welche Gefühle löse ich denn bei Ihnen aus?
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  19. #19
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    Quote Originally Posted by Forenperser View Post
    Nia

    "Ganz ruhig." erwiderte er auf ihren Blick, war sich jedoch nicht sicher ob er es eher zu sich oder zu ihr sagte.
    "Wir werden schon raus bekommen was hinter diesem ganzen Irrsinn steckt. Ich hab eine Idee: Wenn es sich hier sowieso gerade leert und du jemand bist dem Nia bislang vertraut und erlaubt sich hier in der Basis zu bewegen......versuch doch auf eigene Faust etwas herauszufinden während ich mich mit ihr abgeben muss."

    Mit ihr abgeben muss....?! wiederholte sie in Gedanken die Worte ihres turianischen Begleiters und schmunzelte innerlich.
    Ihm war ganz offensichtlich nicht bewusst, in welcher Gefahr er sich katapultieren konnte, wenn er sich zu ungeschickt anstellte. Mira war keine null-acht-fünfzehn verdächtige, sie gehörte zur Asari-Spezialeinheit und auch sonst wusste diese Asari was sie tun musste, um zu bekommen, was sie wollte.... In jeder Hinsicht!!

    Nia betrachtete Beyo für einen kurzen Moment von der Seite, ehe sie auf seinen Vorschlag reagierte.
    "Okay, gute Idee, wir teilen uns auf und finden so heraus, was hier vor sich geht!" bestätigte die junge Asari Beyos Vorschlag und ging vom Tisch weg.
    Über die Schulter blickend sagte sie dann fast schon im besorgten Tonfall: "Beyo, pass auf dich auf....!"

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  20. #20
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    Quote Originally Posted by Luceija View Post

    Mit seiner Hand hob sich auch ihr Kopf wieder an, wobei sie ihm erst ein paar Augenblicke später ihre grünen Augen präsentierte, die sie einer wahren Müdigkeitswelle wegen erst so langsam öffnen wollte. Die Wut von vorhin, die sie dem Wachmann zugedacht hatte, der nun zwar immer noch in der Nähe, aber zumindest nicht mehr sichtbar direkt auf der anderen Seite stand, verringerte sich irgendwann im Laufe der Zeit, in der sie Schritt für Schritt des ungeduldigen Schweden mitzählte. Es war schlicht die Untätigkeit, die ihr hier den Wind aus den Segeln nahm. Aber auch die Unruhe ihres Freundes, die sie mehr und mehr registrierte verleitete die Neunundzwanzigjährige dazu, die Rollen zu wechseln und sich alle Mühe zu geben, den Zorn über ihre Verhaftung und die unverhältnismäßige Behandlung der Beamten zu verdrängen. Zumindest ihm zu Liebe - auch wenn das Temperament in die Schranken zu weisen schwerer war als gedacht.

    Luceija seufzte leis und klang dabei ein Stück weit genervt. Anstatt ihm jedoch eine direkte Antwort zu geben, taumelte sie (ihres Erachtens nach mit den gefesselten Händen wie ein geistesgestörter Glöckner) ihrerseits durch den Raum und setzte sich zurück auf den Rand des kahlen Ausnüchterungsbettes.
    "Wen sollte ich deiner Meinung nach anrufen, hm?", fragte sie ruhig - ihr Kopf waberte indes in einer imaginären Rauchwolke und pulsierte im gemächlichen Ton vor sich hin. Nachdem sie sich, nach und nach ruhiger werdend, zurück ganz auf die harte Ruhestätte legte, und sich mit einen der beiden zusammengefassten Hände über die Stirn fuhr, hätte sie Leif beinahe zugestimmt, was die eiskalte Haut anging, denn allem zum Trotz bemerkte der routinierte Junkie nicht, wie sie (durch das langsame runterkommen von ihrem Trip) zitterte und fröstelte. Das lag vermutlich auch durch den eigenwilligen Biotikschutz, den ihr die schwedischen Polizisten angelegt hatten.
    "Meine Eltern?", sie lachte abfällig. "Dich? Nah.."

    "Selbst wenn sies erwähnt hätten, hätte ich dankend abgelehnt. Schien die sowieso mehr zu interessieren von uns selbst zu hören was da gestern Nacht passiert ist - aber wenn du mich fragst, ist das einfach nur lächerlich und absolut übertrieben. Ich weiss nicht auf welcher Polizeischule DAS Geiselnahme sein soll, aber jeder Vollidiot weiss, dass DAS meilenweit davon entfernt war. Und auch KEIN Mord, KEINE Körperverletzung, GARNICHTS. Die übertreiben maßlos Leif, lass dir da nichts anderes einreden."
    Die Frage mit der Blutabnahme hatte sie bisher, im Versuch Leif zu beruhigen, gekonnt ignoriert, machte ihr aber in Wirklichkeit am meisten Sorgen. Jeder, der ihre Blutwerte bisher hatte auswerten lassen war sich bewusst, dass das kein normaler Konsum sein konnte. Zwar lagen schon viele Behandlungen, die Lebertransplantation, Blutwäschen etc. hinter der Halbitalienerin...aber nichts desto trotz war und blieb sie ein Junkie, bei dem man IMMER irgendwelche nette Bestandteile finden würde, die über den typischen Straßendreck hinaus ging. Und dann war da noch er...dessen Werte wirklich niemand sehen sollte. Quasi Priorität Nummer 1.
    In ihrem Kopf spinnten sich indes einige Theorien und Pläne zusammen, wie sie Leif aus der Sache herausbekommen konnte. In der Rolle ihres Arztes würde es vermutlich ein leichtes sein zu behaupten, dass sie ihn überredet habe (hatte sie das nicht?) und ihm eventuell sogar gegen seinen Willen Mittel injiziert hatte, woran er sich nun einfach nicht mehr erinnerte. Benommen hätte er einen Flug von Proteus nach Stockholm gebucht, erinnerte sich nun aber an nichts mehr als an den abenteuerreichen Trip an sich.

    "Am besten sagst du nichts. Wenn die dein Blut nicht haben: umso besser. Wenn doch: Dann überlass das mir. Ich krieg dich schon irgendwie raus. Immerhin-", sie sprach es lieber aus, für den Fall, dass der Beamte mithörte, "-hab ich dich da reingeritten."
    Indes befand sich Luci schon wieder in einer ganz anderen Position, die sie mehr oder weniger aus Langeweile eingenommen hatte. Ihre blanken, baren Füße fanden Platz an der Wand gegen die sie sich locker stemmte und der gesamte Bereich bis zu den obersten Rippen frei hing. Strähnen ihrer Haare berührten Teilweise den Boden und hingen teilweise über die Liegemöglichkeit hinweg da. Dabei besah sie sich der Wand, gegen die sie ihre ohnehin schon erkalteten Sohlen presste und fühlte sich trotz allem Zusammenreißen garnicht mehr so wohl.

    "Ist nicht mein erstes Mal im Knast. Die haben überall die selben Methoden."


    Es amüsierte den Blonden doch sehr, wie seine kleine tollkühne Sizilianerin dort vor sich hin lamentierte und ihn über die Gepflogenheiten hinter schwedischen Gardinen aufzuklären versuchte.
    Noch während sie damit beschäftigt war, sich irgendwie wenigstens halbwegs bequem auf dem grauen Betonboden niederzulassen, tat Leif es ihr gleich und verfrachtete seinen Hintern auf den eiskalten Boden. Mit Heizungen hatte man es hier wohl nicht so.. Nun gut. Er verbrachte seine Zeit lieber damit, seinen Zeige- und Mittelfinger eine von Luceijas Strähnen schnappen zu lassen, um damit herumzuspielen. Ihr Ohr oder ihre Wange zu kitzeln, während er über ihre nächsten Schritte sinnierte.

    "Also...Da du offenbar über deutlich mehr Knast-Erfahrung verfügst als ich, bewerte meinen womöglich dilettantischen Plan!.", forderte er und wandte sich der zarten Schwarzhaarigen zu.
    "Da wir auf deine mörderische Biotik noch verzichten müssen und ich alleine schlicht zu schwach bin, wird nichts aus irgendwelchen tollkühnen Ausbruchplänen. Stattdessen könnten wir einfach einen Antrag auf Kaution stellen, die von meinen Taschengeld bezahlen-...", er klopfte mit ernster Miene gegen seine Hosentasche, "-...und uns für den Rest unserer Freiheit nochmal nach Palermo verziehen. Immerhin gibt's für Geiselnahme fette Strafen und wenn wir erst mal sitzen, dann kommen wir so schnell nicht mehr in deine Heimat. Du wirst natürlich verstehen, dass ich wenigstens einmal in Bestform halbnackt eure Strände entlang gehen will, bevor ich als alter Greis nach Haftentlassung dahin zurück kehre und meinen Lebensabend mit dir unter der Sonne genieße."
    So you can drag me through hell
    If it meant I could hold your hand
    I will follow you 'cause I'm under your spell
    And you can throw me to the flames
    I will follow you, I will follow you
    AeiaCarol is offline

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