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  1. #1
    La fionda dei cereali  Luceija's Avatar
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    Nach einer langen Denkpause verlor Tim plötzlich sein lächeln und fing in zynischer Stimme wieder an zu reden: "Richtig, nachdem ich schon oft genug meine Informationen an die C-Sec geschickt habe und dort schon in meiner Terroraktiven Art vor Ort versucht habe, meinen Standpunkt dort zu vertreten, werden der Weitergabe der selben Informationen sicherlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt, wenn sie von dem Azubi überbracht werden, was ich brauche ist eine Vertrauensperson, die nicht ist wie ich, der alles was er weiß direkt versucht zu vermarkten und zu veröffentlichen, dafür habe ich mich selbst. Ich brauche jemand der ... nunja - Still ist - jemand der wirklich ermitteln kann an Orten, die mir unzugänglich sind. Frische Tatorte, Ermittlungsdaten und, sei mir nicht Böse, aber Intern. Die C-Sec muss unterwandert sein, ich glaube dort fängt jemand ab! Ich wende mich an dich, da du einer der wenigen Personen bist, die man nicht wie ein offenes Buch lesen kann - Ich bin ein manipulativer Dreckstyp, der normaler Weise weiß, wie er mit Leuten zu reden hat, bei dir, keine Chance, du bist zu ruhig, verschlossen und hast 2 verschiedene Augenfarben, was ich übrigens nicht abstoßend, aber gruselig finde. Ich brauche Jemand dem ich Vertrauen kann. Wahrscheinlich ist jemand, von dem ich kaum was weiß, die beste Möglichkeit. Glaubst du, ich kam zufällig Heute? Ich hab C-Sec Mitarbeiter durchleuchtet, dich erkannte ich sofort, übrigens ein Schöner Lebenslauf, dieses ziemlich klaffende Loch ist durchaus interessant." Tim schmeißte Führungszeugnisse und Lebenslaufdaten von Craig auf den Tisch. "Ich weiß nicht was in der Zeit passiert ist, du bist allerdings seltsamer als vorher, davon musste ich mich Überzeugen"


    "Wenn du mir helfen willst, such einen deiner Vorgesetzten, jemanden den du vertrauen kannst und der mit dir gegen Cerberus ermitteln will und zwar auch Intern!"


    Craig hatte ganze Momente lang die Daten fokussiert, die mit einem lauten *Platsch* einer altertümlichen, billigen Mappe voller Blätter auf dem Tisch vor ihm lagen. Hätte er seine Brille gerade getragen, hätte er sie wieder auf die Nase setzen müssen, weil ihm diese mit Sicherheit einfach mirnichts dirnichts von der Nase gerutscht wäre. Vor seinen Augen schien alles etwas zu verschwimmen. Abermals. Alles wirkte so irreal, als er die zugegeben wirklich klaffende Lücke versuchte, mit einer hohlen Phrase aus seinen wenigen Bewerbungsgesprächen zu füllen "Ich wollte mich...neu orientieren und hab' dafür etwas Zeit gebraucht.", holperte er und überflog währenddessen nochmals die letzten Eintragungen. Sein eigenes Bild wollte er dabei ebenfalls ignorieren, streifte es aber dennoch immer wieder kurz und sah sich dabei selbst in die Augen, die er - hier - per Grafikbearbeitung hatte anpassen lassen. Dass er gruselig aussah wusste er ziemlich genau.
    "Außerdem: Was glaubst du, wie das funktionieren wird? Dass ich einfach so einen meiner Kollegen nach dem anderen abklappere und offen über irgendwelche, angeblichen Internaprojekte spreche, über die ich mit Sicherheit nicht sprechen darf? Nachher lande ich beim Sonderkommando und darf mich stundenlang mit noch deutlich unangenehmeren Fragen als deinen Löchern lassen. Tim, im Ernst, ich weiß nicht, was du glaubst das ich bin, aber ich habe hier neu angefangen, habe ENDLICH ein mehr oder weniger solides Leben aufbauen können, bei dem ich WEIT von Cerberus und diesen ganzen anderen Milky-Way-Rassisten entfernt sitze - und das ist gut so. Nenn mir nur einen vernünftigen Grund, weshalb ich das jetzt aufs Spiel setzen sollte?!"
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  2. #2
    Abenteurer BestialMockery's Avatar
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    Craig hatte ganze Momente lang die Daten fokussiert, die mit einem lauten *Platsch* einer altertümlichen, billigen Mappe voller Blätter auf dem Tisch vor ihm lagen. Hätte er seine Brille gerade getragen, hätte er sie wieder auf die Nase setzen müssen, weil ihm diese mit Sicherheit einfach mirnichts dirnichts von der Nase gerutscht wäre. Vor seinen Augen schien alles etwas zu verschwimmen. Abermals. Alles wirkte so irreal, als er die zugegeben wirklich klaffende Lücke versuchte, mit einer hohlen Phrase aus seinen wenigen Bewerbungsgesprächen zu füllen "Ich wollte mich...neu orientieren und hab' dafür etwas Zeit gebraucht.", holperte er und überflog währenddessen nochmals die letzten Eintragungen. Sein eigenes Bild wollte er dabei ebenfalls ignorieren, streifte es aber dennoch immer wieder kurz und sah sich dabei selbst in die Augen, die er - hier - per Grafikbearbeitung hatte anpassen lassen. Dass er gruselig aussah wusste er ziemlich genau.
    "Außerdem: Was glaubst du, wie das funktionieren wird? Dass ich einfach so einen meiner Kollegen nach dem anderen abklappere und offen über irgendwelche, angeblichen Internaprojekte spreche, über die ich mit Sicherheit nicht sprechen darf? Nachher lande ich beim Sonderkommando und darf mich stundenlang mit noch deutlich unangenehmeren Fragen als deinen Löchern lassen. Tim, im Ernst, ich weiß nicht, was du glaubst das ich bin, aber ich habe hier neu angefangen, habe ENDLICH ein mehr oder weniger solides Leben aufbauen können, bei dem ich WEIT von Cerberus und diesen ganzen anderen Milky-Way-Rassisten entfernt sitze - und das ist gut so. Nenn mir nur einen vernünftigen Grund, weshalb ich das jetzt aufs Spiel setzen sollte?!"
    "Ich soll dir einen Vernünftigen Grund nennen?", sagte Tim und ging in sich: "Experimente mit Biotischen Kindern, Unterstützung von rassistischen Gruppen, Mordanschläge auf öffentliche Gegenspieler, Entführung und Erpressung - wenn du weit ab von einer Organisation sein willst, die so viel Dreck am stecken hat wie Cerberus, hast du vielleicht dir den falschen Arbeitgeber gesucht, es ist euer verdammter Job, oben genanntes zu verhindern und die Ratsvölker zu beschützen!
    Wenn du es nicht für dich oder für andere machen willst, dann mach wenigstens das. wofür du deine Credits bekommst.
    "

    Tim rauschte entnervt ab, ging seine Drinks bezahlen, fing sich noch einen sehr tödlichen Blick einer Quarianerin ein und verließ den Laden.
    Allerdings ließ er einen vollgekritzelten Zettel zurück, mit Ortsangaben und Uhrzeit, es handelte sich um eine Seitenstraße, die bei einer Parteiaussenstelle der
    Trockenlandpartei lag, die Uhrzeit war 14 Uhr auf der Citadel- Ratszeit. Ob er ihn vergessen hat oder er ihn absichtlich liegen hat lassen, ist nicht nachvollziehbar.
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  3. #3
    Burgherrin Glorichen's Avatar
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    Auch Delia hielt sich bei dieser Entscheidung zurück. Ihr behagte die Aussicht nicht, mit einer Barriere den Aufzug zu nehmen und in wer weiß was für eine Waffe hineinzulaufen. Andererseits bot er mehr Deckung, als die Treppe und irgendwie war sie sich sicher, dass es auch mit der Barriere irgendwie gehen würde.
    So blickte nicht nur der Doktor, sondern auch 1st Private Delia Hall den Commander erwartungsvollan; bereit jedem Befehl zu folgen.
    "Nein, ich werde den Aufzug nehmen und Sie, Doktor, werden mit Miss Hall die Treppe nutzen.", folgte der Befehl schließlich und Delia erwischte sich, wie sie einen Moment ungläubig ihren Vorgesetzten anstarrte. Sie setzte zu einem Widerspruch, einer Nachfrage an, doch er erklärte bereits die Situation und den genauen Plan. Ein wenig ungeduldig, aber aufmerksam lauschte sie.
    Ihr fielen einige Schwachstellen auf, begonnen mit der Tatsache, dass der körperlich am wehrloseste Mann der Truppe sich allein in die unbekannte Höhle des Löwen wagte. Was wenn der Feind oben schoss, sobald sich die Fahrstuhltüren öffneten? Er hatte bisher nicht den Eindruck erweckt, sich unterhalten zu wollen. Im Gegenteil.
    "...ja, ich denke, das ist das beste. Und falls mir was passieren sollte, befehle ich euch, nicht den Helden zu spielen." Wie passend kam dieser Befehl in ihre Gedanken. Delia sah sich dem strengen Blick ihres Commanders ausgesetzt, und nickte schließlich. "Ja, Sir", erwiderte sie daher etwas weniger zackig als gewollt. Dann setzte sie noch einmal an: "Geben Sie auf sich Acht, Sir."
    Dann sah sie zu Julian und zog ihre Waffe aus den Gürtel. "In Ordnung, wir sollten schnell auf Position, wir brauchen länger auf der Treppe als der Aufzug." Mit einem flüchtigen Salut an ihren Commander, drehte sie sich in Richtung Treppe und begann die Stufen zu nehmen.
    "Never be cruel, never be cowardly.
    And never ever eat pears!
    Remember, hate is always foolish,
    and love is always wise.
    Laugh hard. Run fast. Be kind."
    - 12th Doctor -


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  4. #4
    Lehrling Shonak's Avatar
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    Natürlich tat er das, wie konnte er ihn verweigern. Die Pinkertons machten genug Druck, sie beschworen ihn immer dazu, jede noch so triviale Tätigkeit zu untersuchen. Shinji war weit hinter den angeschlagenen Zahlen hinten, die Kollegen rissen sich um all die Fälle, die Geld reinbringen würden. Bald nach Einstellung hatte er sich den Ruf erarbeitet, derjenige zu sein, der als letztes den Finger krümmte. Der letzte am Anschlagboard, der letzte am Tatort zu sein. Shinji und sein festes Gehalt, was brauchte er einen Bonus?

    Nun war er bloß hier, weil alle anderen in diesen Tagen bereits verbucht waren. Das kam selten genug vor, aber in den letzten Wochen umso häufiger. Die Pinkerton Detektei war ausgelastet und die letzte Arbeitskraft, die noch nicht komplett verzweifelt durch die Detektei gesprungen war, war der Praktikant. Frage der Zeit: Das Kaffee Kochen war in diesen Tagen manchmal eine aufopfernde Aufgabe, die einen gestresst und müde ins Bett fallen ließ. Was blieb war, die Welt drehte sich schneller als gewohnt. Hätte er es empirisch untersuchen müssen oder eine Abhandlung über die Pinkerton Fälle der letzten Monate verfasst, er wäre zum Schluss gekommen: Das Chaos regiert.

    Die Asari war eine dankbare Kundin, der angeschlagene Preis weit über dem Marktpreis. Aber jetzt musste Shinji auch liefern. Sie würde Resultat sehen wollen. Wenigstens eine Herausforderung. Vielleicht lag es an seiner Widerwilligkeit neue Jobs anzunehmen, aber Shinji hatte eine herausragende Quote an gelösten Fällen. Manche meinten, er würde sich nur die leichten Fälle aussuchen, andere stießen sich daran an, dass er gerne mal länger brauchte, als vernünftig war. Aber irgendwie lieferte er dann doch immer Resultate, die zufriedenstellten.

    Dennoch, seit er bei Pinkerton angestellt war, hieß es, die Aufträge anzunehmen und bestenfalls zeitig zu erledigen. Die Tage der verdrießlichen Auftragsauswahl, wo man gerne mal das Bespitzeln des Ehemanns für ein paar freie Tage ausließ, waren vorbei. Die Kassa war knapp, er war chronisch klamm. Das beantwortete die Frage sogar, Shinji brauchte einen Bonus. Bald war Zahltag. Glücksspiel und Asari. Nicht so zerstörerisch wie Red Sand, aber an manchen Tagen doppelt so verschwenderisch. Er setzte sich die Sonnenbrille auf, als die Asari zu der Hausbar schlenderte. Das großzügige ausgestattete Wohnzimmer, welches reich mit Fenstergläsern ausgestattet war, ließ genug Sonne durch, um den Move zu legitimieren und ihn nicht als vortrefflichen Douchebag dastehen zu lassen. Die Wohnung lud die Sonne Illiums frühmorgens ein und sie blieb zu Gast bis in die späten Abendstunden. Antike Sonnensymbole der Asari-Kultur schmückten die Bar zusätzlich, eine Kollektion an Cocktail-Gläsern und Trophäen aus der Militärzeit waren hinter der Bar aufgestellt. Kommando-Unit, uh… Er rümpfte kaum sichtbar die Nase, aber seiner Kundin war es wohl aufgefallen, als sie ihm ein Lächeln zuwarf zwischen ihm und dem Orden des Citadel-Blitz.

    Shinji fuhr mit einem Finger an der Bar entlang, um cool zu bleiben. Die Asari machte sich daraufhin einen Drink. Fruchtig und kühl würde er werden, schätzte Shinji. Sie bot ihm einen an, aber lehnte dankend ab. Er log: „Ich trinke während der Arbeit nicht…

    „Ja“, pflichtete sie ihm bei, und überlegte den Drink stehen zu lassen, nur um ihn dann doch zu genießen. „Auf Illium durchaus klug.“ Sie leerte den Drink zur Hälfte mit zwei Schlücken, kurz drückte die Kälte auf die Stirn. Verwundert war er über die Trunklust nicht, die leichte Fahne verfolgte die Asari schon seit er ihr die Hand geschüttelt hatte. Der Verlust einer Schwester, besonders wenn es ein Freitod war, schlug immer auf die Seele, manchmal half Alkohol weiter. Glaubte man zumindest. Redete man sich ein. „Die Militär-Orden hat sie stets mit voller Stolz hergezeigt… Für sie gab es im Krieg nur die Ehre; aber der Horror… den hatte sie stets verdrängt.“
    „Bis er sie eingeholt hat?“, riet Shinji ins Blaue. Die Asari zuckte mit den Schultern. Sie wusste es selbst nicht, aber der Blick sagte ihm, es wäre eine Möglichkeit. Eine unter vielen. Aber der zweite Anhaltspunkt für ihn. „Sie würde nicht die erste sein, die irgendwann unter den traumatischen Erlebnissen zusammenbricht, und…“ Er ließ den Satz im Raum hängen, wandte sich stattdessen ab. Hinter ihm hörte er ein kurzes, japsendes Schluchzen. Mauern, egal welcher Art. Irgendwann wurden sie niedergerissen.
    Jesus Christ If I live life on my knees there's no need to do this
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  5. #5
    General numberten's Avatar
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    Charis


    Die Ausführungen der Asari waren interessant, auch wenn sie zweifelsohne Kathys Nachnamen vergessen hatte. Vermutlich zu kompliziert für sie oder sie hatte einfach nur halb zugehört. Kathy war das eigentluch auch nicht wichtig, wurde sie doch erst seit ihrer Abreise von der Erde mit "Miss Orlowski" angesprochen und musste sich erst selbst daran gewöhnen. Wie sich herausstellte war die Asari für ihre Rasse selbst noch ein junges Küken, womit sie natürlich trotzdem dreimal so alt war wie die junge Menschenfrau. Ihre Erfahrungen darüber ob man sich im hohen Alter noch an seine Bekanntschaften erinnerte waren deswegen nur aus dritter Hand. Aber wenn es stimmte konnte man sich an all die Leute erinnern mit denen man die letzten 800 Jahre verbracht hatte und die längst verschieden waren. Ob das jetzt gut oder schlecht war, liegt dabei wohl im Auge des Betrachters. Die letzten 400 Jahre seines eigenen Lebens allein zu bleiben erschien ihr dagegen als kompletter Schwachsinn. Klar gab es auch bei den Menschen welche die nach dem Tod ihres Partners allein blieben aber das waren dann ja höchstens ein paar Jahrzehnte. Auch Charis hatte offebar schon Verluste erlitten, die darasu resultierten sich mit einem Salarianer anzufreunden. 40 Jahre waren natürlich schon kurz, aber wenn Kathy ehrlich war waren die meisten Leute in ihrem früheren Umfeld auch selten älter als 40 geworden. Auch wenn das weniger mit Biologie als mit Gewalt zu tun gehabt hatte. Wieviele Leute sie hatte sterben sehen, das wusste sie schon gar nicht mehr. Nach einer Weile war es zu schmerzhaft gewesen sich alle zu merken. Wer ständig von Tod umgeben ist blendet ihn irgendwann aus oder wird verrückt.

    Scheinbar war der Asari das Gespräch unangenehm geworden, denn sie redete nicht weiter sondern war nachdenklich in ihren Schalensessel gesunken. Vielleicht erinnerte sie sich an ihren verstorbenen Salarianerfreund, oder das Thema war für sie unangenehm. Was immer es war, sie beschloß auf jedenfall wieder das Thema zu wechseln und stellte eine Frage die wiederum Kathy kurz zum nachdenken brachte.
    Ob sie einen Mann hatte ? Eine Frage die sie eigentlich nie so richtig zu ihrer eigenen Zufriedenheit beantworten konnte. Natürlich sie war mit Werner zusammen gewesen, aber das war irgendwie nie beständig gewesen. Ein ständiger Wechsel zwischen zusammen und getrennt, eingerahmt durch Trennungssex und Versöhnungssex. Zwischendurch hatte sie sich anderswo umgesehen, aber das waren eigentlich nur immer kleine Techtelmechtel gewesen und nie etwas ernstes. Während sie Großmeisterin war hatte sie eh zuviel zu tun gehabt um einen Partner zu haben und sich nur ab und zu etwas Zerstreung gesucht. Jetzt war sie im Weltall angelangt, Werner hatte ihr geholfen auf die Citadel zu kommen. Sie hatten zwar wieder miteinander geschlafen, aber letztendlich war ihr Status damit wie immer recht undefiniert. Er erschoß für die Allianz irgendwelche Kreaturen und sie war jetzt damit beschäftigt etwas zu werden. Und in Anbetracht der Legalität dieser Unternehmen würde sie Werner wohl eh besser aus ihrem Leben heraushalten. Nein sie war wohl momentan single, aber das war nicht schlimm. Imemerhin lag ein ganzes Universum voller Lebewesen vor ihr und sie war frei und ungebunden.
    Zum Glück war die Asari damit beschäftigt fluchend ihre Zigaretten zu suchen und so Kathy wieder bei der Sache als sie sich wieder ihr zuwandte.
    "Nein Miss Vale ich habe keinen Partner zur Zeit. Ich bin solo und kann mich damit so amüsieren wie ich will.", sprach sie mit einem lächeln. Dann stieß sie sich von der Wand ab und setzte sich in den anderen Sessel und schlug ihr linkes Bein über das rechte.
    "Um ihre andere Frage zu beantworten ich bin 25, also auch recht jung. Außerdem habe ich sehr viel Zeit auf der Erde verbracht, weswegen ich, wie sie zweifelsohne schon bemerkt haben, nicht soviel Erfahrung mit der Raumfahrt habe wie sie. Aber dafür habe ich sie ja auch eingestellt. Übrigens mein Nachname ist Orlowski falls er ihnen entfallen ist, aber keine Sorge ich muss mich eh erst daran gewöhnen mit ihm angesprochen zu werden.",erklärte sie geduldig.
    "Nun ich bin nicht vollkommen unwissend über ihr Volk, aber ich finde es immer besser es aus dem Mund von jemanden zu hören der sich wirklich auskennt. Würden sie mir ein wenig über die Asarigesellschaft erzählen ? Natürlich nur wenn sie Lust haben. Wir können natürlich auch gerne über ihr Erfahrung mit Männern reden."
    numberten is online now

  6. #6
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    Charis


    Die Ausführungen der Asari waren interessant, auch wenn sie zweifelsohne Kathys Nachnamen vergessen hatte. Vermutlich zu kompliziert für sie oder sie hatte einfach nur halb zugehört. Kathy war das eigentluch auch nicht wichtig, wurde sie doch erst seit ihrer Abreise von der Erde mit "Miss Orlowski" angesprochen und musste sich erst selbst daran gewöhnen. Wie sich herausstellte war die Asari für ihre Rasse selbst noch ein junges Küken, womit sie natürlich trotzdem dreimal so alt war wie die junge Menschenfrau. Ihre Erfahrungen darüber ob man sich im hohen Alter noch an seine Bekanntschaften erinnerte waren deswegen nur aus dritter Hand. Aber wenn es stimmte konnte man sich an all die Leute erinnern mit denen man die letzten 800 Jahre verbracht hatte und die längst verschieden waren. Ob das jetzt gut oder schlecht war, liegt dabei wohl im Auge des Betrachters. Die letzten 400 Jahre seines eigenen Lebens allein zu bleiben erschien ihr dagegen als kompletter Schwachsinn. Klar gab es auch bei den Menschen welche die nach dem Tod ihres Partners allein blieben aber das waren dann ja höchstens ein paar Jahrzehnte. Auch Charis hatte offebar schon Verluste erlitten, die darasu resultierten sich mit einem Salarianer anzufreunden. 40 Jahre waren natürlich schon kurz, aber wenn Kathy ehrlich war waren die meisten Leute in ihrem früheren Umfeld auch selten älter als 40 geworden. Auch wenn das weniger mit Biologie als mit Gewalt zu tun gehabt hatte. Wieviele Leute sie hatte sterben sehen, das wusste sie schon gar nicht mehr. Nach einer Weile war es zu schmerzhaft gewesen sich alle zu merken. Wer ständig von Tod umgeben ist blendet ihn irgendwann aus oder wird verrückt.

    Scheinbar war der Asari das Gespräch unangenehm geworden, denn sie redete nicht weiter sondern war nachdenklich in ihren Schalensessel gesunken. Vielleicht erinnerte sie sich an ihren verstorbenen Salarianerfreund, oder das Thema war für sie unangenehm. Was immer es war, sie beschloß auf jedenfall wieder das Thema zu wechseln und stellte eine Frage die wiederum Kathy kurz zum nachdenken brachte.
    Ob sie einen Mann hatte ? Eine Frage die sie eigentlich nie so richtig zu ihrer eigenen Zufriedenheit beantworten konnte. Natürlich sie war mit Werner zusammen gewesen, aber das war irgendwie nie beständig gewesen. Ein ständiger Wechsel zwischen zusammen und getrennt, eingerahmt durch Trennungssex und Versöhnungssex. Zwischendurch hatte sie sich anderswo umgesehen, aber das waren eigentlich nur immer kleine Techtelmechtel gewesen und nie etwas ernstes. Während sie Großmeisterin war hatte sie eh zuviel zu tun gehabt um einen Partner zu haben und sich nur ab und zu etwas Zerstreung gesucht. Jetzt war sie im Weltall angelangt, Werner hatte ihr geholfen auf die Citadel zu kommen. Sie hatten zwar wieder miteinander geschlafen, aber letztendlich war ihr Status damit wie immer recht undefiniert. Er erschoß für die Allianz irgendwelche Kreaturen und sie war jetzt damit beschäftigt etwas zu werden. Und in Anbetracht der Legalität dieser Unternehmen würde sie Werner wohl eh besser aus ihrem Leben heraushalten. Nein sie war wohl momentan single, aber das war nicht schlimm. Imemerhin lag ein ganzes Universum voller Lebewesen vor ihr und sie war frei und ungebunden.
    Zum Glück war die Asari damit beschäftigt fluchend ihre Zigaretten zu suchen und so Kathy wieder bei der Sache als sie sich wieder ihr zuwandte.
    "Nein Miss Vale ich habe keinen Partner zur Zeit. Ich bin solo und kann mich damit so amüsieren wie ich will.", sprach sie mit einem lächeln. Dann stieß sie sich von der Wand ab und setzte sich in den anderen Sessel und schlug ihr linkes Bein über das rechte.
    "Um ihre andere Frage zu beantworten ich bin 25, also auch recht jung. Außerdem habe ich sehr viel Zeit auf der Erde verbracht, weswegen ich, wie sie zweifelsohne schon bemerkt haben, nicht soviel Erfahrung mit der Raumfahrt habe wie sie. Aber dafür habe ich sie ja auch eingestellt. Übrigens mein Nachname ist Orlowski falls er ihnen entfallen ist, aber keine Sorge ich muss mich eh erst daran gewöhnen mit ihm angesprochen zu werden.",erklärte sie geduldig.
    "Nun ich bin nicht vollkommen unwissend über ihr Volk, aber ich finde es immer besser es aus dem Mund von jemanden zu hören der sich wirklich auskennt. Würden sie mir ein wenig über die Asarigesellschaft erzählen ? Natürlich nur wenn sie Lust haben. Wir können natürlich auch gerne über ihr Erfahrung mit Männern reden."


    Asarigesellschaft…“, murmelte Charis nachdenklich und zeigte so an in welche Richtung das Gespräch verlaufen solle. Dieser junge und zurechtweisende Hüpfer hatte die höfliche Plauderei anscheinend dahingehend gedeutet, dass auch Charis über ihren Erfahrungshorizont sprechen wolle, was jedoch keinesfalls der Wahrheit entsprach. Die Frage: „Wartet jemand zu Hause“, war allgemein als gesellschaftliche Floskel bekannt und sollte in den blauen Augen der Asari nicht dazu führen, dass beide Mädchen über die Anzahl und Qualitäten ihrer Liebhaber oder Liebhaberinnen ausließen. Eine gewisse Professionalität schrieb sich Charis durchaus zu und wenn ihre Klientin Freundin spielen wollte, dann sollte sie das am besten verbal verdeutlichen. Andernfalls würde sie bei der oberflächlichen Plauderei über die verschiedenen Götter und Welten bleiben und vielleicht noch die ein oder andere Information über die Neulinge in der Galaxie sammeln können.
    Die Asarigesellschaft beruft sich gerne auf ihre kulturelle und historische Überlegenheit. Wenn Sie meine ehrliche Meinung hören wollen: wir Asari sind zu arrogant geworden. Wir leben länger als die anderen Spezies, haben eine hohe Auffassung und Intelligenz und dann noch unsere natürlichen Biotiken und die Tatsache, dass wir uns mit jeder anderen Spezies paaren und fortpflanzen können. Die allerwenigsten Asari würden es gegenüber einem Alien zugeben, aber im Prinzip halten viele meiner Art unsere Rasse als die Überlegene in dieser Welt. Wir waren es, die die Massenportale entdeckten, die Bevölkerung der Citadel und die Gründung des Rates vorantrieben. Wenn die Salarianer das Hirn und die Turianer der starke Arm der galaktischen Gemeinschaft sind, so sind die Asari das Herz. Einen Arm kann man ersetzen und fehlende Intelligenz führt nicht zwangsläufig zum Untergang. Ohne Herz jedoch…“, ließ Charis den Satz offen, denn selbst ein drogendealender Mensch wusste, was ohne Herz geschah.

    Charis lehnte sich in ihren Sessel zurück, dessen Leder gemütlich knirschte und ließ den Blick aus dem Fenster hinaus auf die Unendlichkeit des schwarzen Alls, dass durchsiebt war von grellen Sternen, schweifen.
    Wir sind Kreaturen, die nicht hätten existieren dürfen. Wir haben uns selbst überlebt, sind zu narzisstisch geworden. Wir wollen alles lenken, beeinflussen, alles wissen, alles erforschen und erklären können und stranden dennoch unweigerlich in der makelbehafteten Zeit, die wir Leben nennen. Wir stellen uns gegen alles was natürlich ist und berufen uns dabei auf unsere jahrtausendelange Stagnation, eingepfercht in eine Galaxie voller schnelllebiger und aggressiver Spezies, die obwohl sie unsere Körper mit ihren vergleichen und vielleicht sogar feststellen, dass unsere Lebensstile miteinander vergleichbar sind, uns dennoch nicht ähnlicher sind als Zikaden.
    Charis achtete nicht darauf, ob Kathy ihr überhaupt zuhörte oder das Gesicht verzog. Sie war fast in einen lauten Monolog verfallen, während die Finger ihrer linken Hand ihre Lippen befühlten, als wolle sie die Worte spüren, die sie von sich gab. „Die Asarigesellschaft stirbt seit tausenden von Jahren. Vielleicht hat sie nie wirklich gelebt, ebenso wie es all die anderen Gesellschaften tun, die ihre Art doch immer nur gegenüber anderen abwiegen, manches als gering und manches als gut bemessen und letzteres bewusst imitieren.
    Charis ließ ihren blauen Zeigefinger in der Luft kreisen.
    Die kulturelle Evolution der Asari ist ein sich wiederholender Kreis, in der sich meine Art jedes Mal selbst persifliert. Mit all ihrer Kunst und ihren Fortschritten und dem Geschwärme von der alten Göttin, während wir jungen Dinger bei den meisten Spezies doch eher durch unsere Reiberei an jeder Stipteasestangen der bekannten Galaxie in Erinnerung bleiben. Die Einzigen, die noch erbärmlicher sind als wir sind die Kroganer, bei denen irgendein Warlord der vor tausenden von Jahren einmal einem Varren einen Zahn ausschlug schon als Existenzgrund ausreicht.

    Nun schaute die Asari das erste Mal seit ihrem Referat zu Kathy hinüber.
    Die Gesellschaft der Asari ist bedeutungslos, ebenso wie es jede andere Gesellschaft ist. Immer und überall. Es zählt einzig das Individuum, das Ich. Und nicht einmal das ist echt. Ich las vor ein paar Jahren über einen eurer bekanntesten Menschen, Freud, der von der Einteilung in Es, Ich und Über-Ich sprach. Dieser Freud muss ein Trottel gewesen sein oder ist blind durch das Leben gelaufen. Es gibt nur das Es, welches sich als Ich ausgibt. Nur in einer Scheißwelt wie dieser kann man seine Natur auch noch bewusst verleugnen und so tun, als hätte man seine Triebe im Griff. Pah! Letztenendes kämpft jeder für sich allein und das ohne Gnade. Die Gesellschaft ist also nur ein Zwang, dem sich die Schwachen unterordnen und dadurch Schutz vor und durch die Starken erhoffen während alle immer von Ordnung und Frieden skandieren.
    Wieder fuhren ihre Hände zu ihrem Bauch, wo eigentlich die Zigaretten sein sollten. Sie würde so gerne Rauchen!
    Was sind wir doch für erbärmliche Wesen. Wir kämpfen und vernichten uns gegenseitig, sprechen von höheren Zielen während es letztlich nur ein paar wenige sind, die profitieren. Glückwunsch, Sie sind einer davon!
    Charis rappelte sich mühsam aus dem Sessel auf.

    Ich hol mir ein Kaffee, wollen Sie mitkommen oder hier ein wenig in die Sterne gucken, Orwowski?
    Damit schritt sie hinaus und holte sich aus ihrem Zimmer die Zigaretten. Dabei stellte sie fest, dass Kathys Lederjacke und ihre schwarze Tasche feinsäuberlich im Raum platziert worden waren. Die Asari klopfte sich einen Glimmstengel aus der Packung, schob ihn sich zwischen die Lippen und zündete ihn an.
    Sie sog den Rauch ein. „Was ist eigentlich in der Tasche?“, fragte sie und atmete dann wieder aus. Übriggebliebener Qualm drang aus ihrem Mund und waberte warm durch die kurze Gangway.
    Shepard Commander is offline Last edited by Shepard Commander; 03.09.2015 at 21:54.

  7. #7
    Lehrling Shonak's Avatar
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    Quote Originally Posted by Shonak View Post
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    Natürlich tat er das, wie konnte er ihn verweigern. Die Pinkertons machten genug Druck, sie beschworen ihn immer dazu, jede noch so triviale Tätigkeit zu untersuchen. Shinji war weit hinter den angeschlagenen Zahlen hinten, die Kollegen rissen sich um all die Fälle, die Geld reinbringen würden. Bald nach Einstellung hatte er sich den Ruf erarbeitet, derjenige zu sein, der als letztes den Finger krümmte. Der letzte am Anschlagboard, der letzte am Tatort zu sein. Shinji und sein festes Gehalt, was brauchte er einen Bonus?

    Nun war er bloß hier, weil alle anderen in diesen Tagen bereits verbucht waren. Das kam selten genug vor, aber in den letzten Wochen umso häufiger. Die Pinkerton Detektei war ausgelastet und die letzte Arbeitskraft, die noch nicht komplett verzweifelt durch die Detektei gesprungen war, war der Praktikant. Frage der Zeit: Das Kaffee Kochen war in diesen Tagen manchmal eine aufopfernde Aufgabe, die einen gestresst und müde ins Bett fallen ließ. Was blieb war, die Welt drehte sich schneller als gewohnt. Hätte er es empirisch untersuchen müssen oder eine Abhandlung über die Pinkerton Fälle der letzten Monate verfasst, er wäre zum Schluss gekommen: Das Chaos regiert.

    Die Asari war eine dankbare Kundin, der angeschlagene Preis weit über dem Marktpreis. Aber jetzt musste Shinji auch liefern. Sie würde Resultat sehen wollen. Wenigstens eine Herausforderung. Vielleicht lag es an seiner Widerwilligkeit neue Jobs anzunehmen, aber Shinji hatte eine herausragende Quote an gelösten Fällen. Manche meinten, er würde sich nur die leichten Fälle aussuchen, andere stießen sich daran an, dass er gerne mal länger brauchte, als vernünftig war. Aber irgendwie lieferte er dann doch immer Resultate, die zufriedenstellten.

    Dennoch, seit er bei Pinkerton angestellt war, hieß es, die Aufträge anzunehmen und bestenfalls zeitig zu erledigen. Die Tage der verdrießlichen Auftragsauswahl, wo man gerne mal das Bespitzeln des Ehemanns für ein paar freie Tage ausließ, waren vorbei. Die Kassa war knapp, er war chronisch klamm. Das beantwortete die Frage sogar, Shinji brauchte einen Bonus. Bald war Zahltag. Glücksspiel und Asari. Nicht so zerstörerisch wie Red Sand, aber an manchen Tagen doppelt so verschwenderisch. Er setzte sich die Sonnenbrille auf, als die Asari zu der Hausbar schlenderte. Das großzügige ausgestattete Wohnzimmer, welches reich mit Fenstergläsern ausgestattet war, ließ genug Sonne durch, um den Move zu legitimieren und ihn nicht als vortrefflichen Douchebag dastehen zu lassen. Die Wohnung lud die Sonne Illiums frühmorgens ein und sie blieb zu Gast bis in die späten Abendstunden. Antike Sonnensymbole der Asari-Kultur schmückten die Bar zusätzlich, eine Kollektion an Cocktail-Gläsern und Trophäen aus der Militärzeit waren hinter der Bar aufgestellt. Kommando-Unit, uh… Er rümpfte kaum sichtbar die Nase, aber seiner Kundin war es wohl aufgefallen, als sie ihm ein Lächeln zuwarf zwischen ihm und dem Orden des Citadel-Blitz.

    Shinji fuhr mit einem Finger an der Bar entlang, um cool zu bleiben. Die Asari machte sich daraufhin einen Drink. Fruchtig und kühl würde er werden, schätzte Shinji. Sie bot ihm einen an, aber lehnte dankend ab. Er log: „Ich trinke während der Arbeit nicht…

    „Ja“, pflichtete sie ihm bei, und überlegte den Drink stehen zu lassen, nur um ihn dann doch zu genießen. „Auf Illium durchaus klug.“ Sie leerte den Drink zur Hälfte mit zwei Schlücken, kurz drückte die Kälte auf die Stirn. Verwundert war er über die Trunklust nicht, die leichte Fahne verfolgte die Asari schon seit er ihr die Hand geschüttelt hatte. Der Verlust einer Schwester, besonders wenn es ein Freitod war, schlug immer auf die Seele, manchmal half Alkohol weiter. Glaubte man zumindest. Redete man sich ein. „Die Militär-Orden hat sie stets mit voller Stolz hergezeigt… Für sie gab es im Krieg nur die Ehre; aber der Horror… den hatte sie stets verdrängt.“
    „Bis er sie eingeholt hat?“, riet Shinji ins Blaue. Die Asari zuckte mit den Schultern. Sie wusste es selbst nicht, aber der Blick sagte ihm, es wäre eine Möglichkeit. Eine unter vielen. Aber der zweite Anhaltspunkt für ihn. „Sie würde nicht die erste sein, die irgendwann unter den traumatischen Erlebnissen zusammenbricht, und…“ Er ließ den Satz im Raum hängen, wandte sich stattdessen ab. Hinter ihm hörte er ein kurzes, japsendes Schluchzen. Mauern, egal welcher Art. Irgendwann wurden sie niedergerissen.

    Keine Überraschung also auf Nos Astra, alles blieb gleich im Reich der azuren Fabelwesen. Wie es wohl war für Jahrhunderte zu leben, fragte er sich, und blickte den Tränen nach, die die Wange runterliefen. Fühlte man denn keine Abstumpfung, wenn man schon alle Liebhaber eines Lebens zuvor verloren hatte. Er hatte immer daran geglaubt; dass ein Leben nicht mehr viel bedeutete, wenn man in Jahrzehnten Geburtstage feierte, nicht mehr in Jahren. Wenn die Natur sich zu einem herabbückte und einen küsste, wenn einem vergönnt war, sein eigenes Leben als Maßstab der Zeit zu interpretieren. In 100 Jahren wäre er tot und sie würde den Tod ihrer Schwester wohl noch immer probieren zu verarbeiten. Und wenn die Schwester starb, wie wollte man dann nach Jahren der rationalen Entscheidungsgewalt reagieren. Asari Oeconomicus regierte auf Nos Astra. Eine eigene Perle des freien Marktes; schreckte selbst vor dem de-facto Sklavenhandel nicht zurück.

    Lass sie zurück mit all ihrem Geld.

    Er hätte durch die Tür gehen sollen, nie zurückblicken. Den nächsten bedeutungslosen Auftrag übernehmen und abschließen und den nächsten bedeutungslosen Auftrag übernehmen und abschließen. Irgendetwas einfaches. Nichts dieser Art. Wo man sich nicht die Finger verbrennen konnte. Aber er tat es nicht. Stattdessen blieb er vor seiner Auftraggeberin stehen. Seinem Boss auf Zeit. Für die er alles zu tun gewillt war laut den Statuten der Pinkerton-Detektei. Für die er schweigen würde und ackern mochte. Die ihre größten Kummer in seinen Schoß legte, auf das sie hoffte, er würde das Rätsel lösen und für Frieden sorgen. Die Tränen der Asari vor ihm, er hätte ihr Ritter sein dürfen. Und wenn in 100 Jahren noch immer der Fall ungelöst war, dann würde er zurückkehren müssen. Nutzloser, datternder Greis. Oder direkt aus dem Grab.

    "Miss Alave", sprach er sie an und besaß letztendlich doch noch genügend Anstand, um ihr ein Taschentuch zu reichen. Sie trocknete die Tränen, ihr Maskara saß trotzdem noch perfekt. Herr je, selbst wenn sie so zerbrechlich vor ihm war, hätte er... Fokus! Fokus! Die Asari war eine wahre Dame von Welt, Dame to kill for. Sie verdiente was besseres als einen schmachtenden Blick in einem wunden Moment. Im Kopf sagte er noch zwei-mal mehr ihren Namen, erinnerte sich an das Dossier über sie. Reich geboren, Studium der Jura und Wirtschaftswissenschaften, wissenschaftliche Publikationen und High-Society Parties. Schwer einzuschätzen, wenn man sie nur in den Polittalks sah. Aber jetzt so, vor ihm: Wer wohl der letzte war, der sie so sah. Drei weitere Geschwister in der Familie; alle von anderen Vätern. Die Mutter war eine Matriarchin, vor kurzem im Citadel-Blitz verstorben.

    "Danke; bitte, glauben Sie nicht, dass es mir immer so geht... ich musste nur zurückdenken, als sie die Militärakademie abgeschlossen hat. Damals, vor einigen Jahrzehnten, noch bevor die Menschen die Galaxie entdeckten... wie kann so viel schief gehen?"
    "In einigen Jahrzehten, Miss Algave. Ganze Existenzen gehen unter und richten sich wieder auf in weniger Jahren... Als Mensch habe ich wenigstens gelernt, dass es immer weiter geht, und auf Nos Astra, die Sonne nicht so rasch untergeht." Sie nickte überraschend bereitwillig als Reaktion auf seine fabrizierten Worte; er hatte eine harte Zeit ihr in die Augen zu blicken. Das war merkwürdig für ihn, schließlich rühmte er sich gerne mal, dass er Asaris überraschend lange standhalten konnte. Intensive Momente in schummrigen Bars in den Lower Levels. Für das war er zu haben. Hier aber war dünne Höhenluft, hier oben in den höchsten Apartments Nos Astras. "Viel was sie mir über ihre Schwester erzählt haben, macht neugierig auf mehr. Aber sie scheinen mir etwas durch den Wind zu sein, vertagen wir das Meeting auf ein anderes Mal, vielleicht heute Abend?" Sie pflichtete ihm bei. "Vielleicht ein paar Dinge noch zu erledigen." Sie nickte erneut, klar, sie wollte ihn wohl auch langsam loswerden. Der Kerl war wohl schon zu lange durchs Apartment gestolpert, ahnungslos rumblickend und schnüffelnd. Er verabschiedete sich nach den üblichen Gepflogenheiten, dankte aber nicht für den Auftrag. Das gehörte sich nicht, die Asari blickte ihm noch ein wenig nach, das spürt er in seinem Rücken. Den Aufzug hinab ignorierte fürs Erste. Blickte lieber noch einmal die hochstehende Sonne über Illium an. Selbst durch die Sonnenbrille tat sie weh.
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    Asarigesellschaft…“, murmelte Charis nachdenklich und zeigte so an in welche Richtung das Gespräch verlaufen solle. Dieser junge und zurechtweisende Hüpfer hatte die höfliche Plauderei anscheinend dahingehend gedeutet, dass auch Charis über ihren Erfahrungshorizont sprechen wolle, was jedoch keinesfalls der Wahrheit entsprach. Die Frage: „Wartet jemand zu Hause“, war allgemein als gesellschaftliche Floskel bekannt und sollte in den blauen Augen der Asari nicht dazu führen, dass beide Mädchen über die Anzahl und Qualitäten ihrer Liebhaber oder Liebhaberinnen ausließen. Eine gewisse Professionalität schrieb sich Charis durchaus zu und wenn ihre Klientin Freundin spielen wollte, dann sollte sie das am besten verbal verdeutlichen. Andernfalls würde sie bei der oberflächlichen Plauderei über die verschiedenen Götter und Welten bleiben und vielleicht noch die ein oder andere Information über die Neulinge in der Galaxie sammeln können.
    Die Asarigesellschaft beruft sich gerne auf ihre kulturelle und historische Überlegenheit. Wenn Sie meine ehrliche Meinung hören wollen: wir Asari sind zu arrogant geworden. Wir leben länger als die anderen Spezies, haben eine hohe Auffassung und Intelligenz und dann noch unsere natürlichen Biotiken und die Tatsache, dass wir uns mit jeder anderen Spezies paaren und fortpflanzen können. Die allerwenigsten Asari würden es gegenüber einem Alien zugeben, aber im Prinzip halten viele meiner Art unsere Rasse als die Überlegene in dieser Welt. Wir waren es, die die Massenportale entdeckten, die Bevölkerung der Citadel und die Gründung des Rates vorantrieben. Wenn die Salarianer das Hirn und die Turianer der starke Arm der galaktischen Gemeinschaft sind, so sind die Asari das Herz. Einen Arm kann man ersetzen und fehlende Intelligenz führt nicht zwangsläufig zum Untergang. Ohne Herz jedoch…“, ließ Charis den Satz offen, denn selbst ein drogendealender Mensch wusste, was ohne Herz geschah.

    Charis lehnte sich in ihren Sessel zurück, dessen Leder gemütlich knirschte und ließ den Blick aus dem Fenster hinaus auf die Unendlichkeit des schwarzen Alls, dass durchsiebt war von grellen Sternen, schweifen.
    Wir sind Kreaturen, die nicht hätten existieren dürfen. Wir haben uns selbst überlebt, sind zu narzisstisch geworden. Wir wollen alles lenken, beeinflussen, alles wissen, alles erforschen und erklären können und stranden dennoch unweigerlich in der makelbehafteten Zeit, die wir Leben nennen. Wir stellen uns gegen alles was natürlich ist und berufen uns dabei auf unsere jahrtausendelange Stagnation, eingepfercht in eine Galaxie voller schnelllebiger und aggressiver Spezies, die obwohl sie unsere Körper mit ihren vergleichen und vielleicht sogar feststellen, dass unsere Lebensstile miteinander vergleichbar sind, uns dennoch nicht ähnlicher sind als Zikaden.
    Charis achtete nicht darauf, ob Kathy ihr überhaupt zuhörte oder das Gesicht verzog. Sie war fast in einen lauten Monolog verfallen, während die Finger ihrer linken Hand ihre Lippen befühlten, als wolle sie die Worte spüren, die sie von sich gab. „Die Asarigesellschaft stirbt seit tausenden von Jahren. Vielleicht hat sie nie wirklich gelebt, ebenso wie es all die anderen Gesellschaften tun, die ihre Art doch immer nur gegenüber anderen abwiegen, manches als gering und manches als gut bemessen und letzteres bewusst imitieren.
    Charis ließ ihren blauen Zeigefinger in der Luft kreisen.
    Die kulturelle Evolution der Asari ist ein sich wiederholender Kreis, in der sich meine Art jedes Mal selbst persifliert. Mit all ihrer Kunst und ihren Fortschritten und dem Geschwärme von der alten Göttin, während wir jungen Dinger bei den meisten Spezies doch eher durch unsere Reiberei an jeder Stipteasestangen der bekannten Galaxie in Erinnerung bleiben. Die Einzigen, die noch erbärmlicher sind als wir sind die Kroganer, bei denen irgendein Warlord der vor tausenden von Jahren einmal einem Varren einen Zahn ausschlug schon als Existenzgrund ausreicht.

    Nun schaute die Asari das erste Mal seit ihrem Referat zu Kathy hinüber.
    Die Gesellschaft der Asari ist bedeutungslos, ebenso wie es jede andere Gesellschaft ist. Immer und überall. Es zählt einzig das Individuum, das Ich. Und nicht einmal das ist echt. Ich las vor ein paar Jahren über einen eurer bekanntesten Menschen, Freud, der von der Einteilung in Es, Ich und Über-Ich sprach. Dieser Freud muss ein Trottel gewesen sein oder ist blind durch das Leben gelaufen. Es gibt nur das Es, welches sich als Ich ausgibt. Nur in einer Scheißwelt wie dieser kann man seine Natur auch noch bewusst verleugnen und so tun, als hätte man seine Triebe im Griff. Pah! Letztenendes kämpft jeder für sich allein und das ohne Gnade. Die Gesellschaft ist also nur ein Zwang, dem sich die Schwachen unterordnen und dadurch Schutz vor und durch die Starken erhoffen während alle immer von Ordnung und Frieden skandieren.
    Wieder fuhren ihre Hände zu ihrem Bauch, wo eigentlich die Zigaretten sein sollten. Sie würde so gerne Rauchen!
    Was sind wir doch für erbärmliche Wesen. Wir kämpfen und vernichten uns gegenseitig, sprechen von höheren Zielen während es letztlich nur ein paar wenige sind, die profitieren. Glückwunsch, Sie sind einer davon!
    Charis rappelte sich mühsam aus dem Sessel auf.

    Ich hol mir ein Kaffee, wollen Sie mitkommen oder hier ein wenig in die Sterne gucken, Orwowski?
    Damit schritt sie hinaus und holte sich aus ihrem Zimmer die Zigaretten. Dabei stellte sie fest, dass Kathys Lederjacke und ihre schwarze Tasche feinsäuberlich im Raum platziert worden waren. Die Asari klopfte sich einen Glimmstengel aus der Packung, schob ihn sich zwischen die Lippen und zündete ihn an.
    Sie sog den Rauch ein. „Was ist eigentlich in der Tasche?“, fragte sie und atmete dann wieder aus. Übriggebliebener Qualm drang aus ihrem Mund und waberte warm durch die kurze Gangway.


    Zu Kathys Glück wählte Charis die Asarigesellschaft als Gesprächsthema, denn die Frage nach ihrer Erfahrung mit Männern war nicht Ernst gemeint. Sie hatte wirklich kein all zu großes Interesse daran, wen die Asari in den über 90 Jahren ihres Lebens schon drübersteigen lassen hatte. Aber die Asari begann über die Gesellschaft ihrer Spezies zu reden. Was sie sagte klang nicht umbedingt positiv und leicht verbittert. Aber auch ziemlich ehrlich. So hatte sich Kathy die Asari auch vorgestellt. Eine Rasse von blauen Diven welche sich aufgrund ihres hohen Alters den anderen Rassen überegen fühlten. Den Aufstieg und Niedergang von anderen Reichen in einem Leben mitzuverfolgen, ließ einen wahrschinlich schon ein wenig abheben. Auch wenn dieses lange Leben auch seine Nachteile haben musste. Wer fast ewig lebte, der hat es gerne das alles so bleibt wie es ist und verschließt sich gerne vor Veränderungen. Und er lässt sich gerne mehr Zeit für alles. So ein Zustand ist gefährlich, vor allem wenn auf einmal eine neue agressivere Spezies auftritt, welche überhaupt nichts davon hält es ruhig angehen zu lassen.
    Auch wenn man es gerne verleugnete, so war der Mensch doch letzlich ein wildes Tier mit dem Willen zu überleben und der Fähigkeit dazu, auch gegen schärfste Konkurrenz. Auf der Erde hatte die Menschheit es so geregelt das sie die anderen Spezies dominiert hatte. Jetzt wo sie im Universum waren würde sich zeigen ob sie ihrem natürlichen Ausbreitungstrieb unterdrücken konnte. Nun das Universum würde den Menschen schon zeigen ob sie das Recht hatten sich in ihm auszubreiten.
    Charis Gleichnis über den Rat brachte Kathy zum Nachdenken. Die Menschheit war inzwischen auch im Rat wie passte sie da ins Bild. Der Rat war zwar wie ein Körper, aber irgendwie machte er den Eindruck eines sitzenden Riesen. Zufrieden mit dem was er hatte und wurde nur dann aktiv wenn er von jemanden belästigt wurde. Vielleicht konnte die Menschheit den Willen dieser Maschine bilden, den Willen vom Stuhl aufzustehen und etwas zu bewirken. Natürlich konnte bei dem Versuch der Arm gebrochen werden, das Herz kollabieren und das Hirn überlastet werden. Aber hatte das die Menschen je interessiert ?

    Kluge Exemplare ihrer Spezies wie Charis schienen zu begreifen, dass eine Spezies die stagniert untergehen würde, aber vermutlich war sie ein Sonderfall in der Gesellschaft der Asari. Der Großteil waren vermutlich fröhliche zufriedene Schlümpfe, die brav ihren Geschäften nachging und dachten das es immer so bleiben würde. Wer zuviel Zeit hatte neigte sie zu verschwenden, was von der Asari bestätigt wurde.
    In den Jugendjahren verbrachten die Asari ihre Zeit damit ihren Körper an Stangen zu räkeln anstatt etwas wirklich produktives zu vollbringen. Vielleicht lag es daran das Kathy seit ihrer Kindheit damit beschäftigt gewesen war sich nach oben zu kämpfen, aber irgendwie hatte die Schmugglerin recht und die Asari verschwendeten ihr Potenzial.
    "Lieber ein Tag leben als Löwe, als 100 als Schaf", das war ein Sprichwort das die Asari vermutlich nicht kannten. Vermutlich erschien es ihnen auch unsinnig.

    Die Asari sah jetzt Kathy an und stellte nun die Gesellschaften an sich in Frage und ließ sogar Kenntnis über Literatur der Erde durchscheinen. Kath hatte irgendwann auch Freud gelesen, in dem Bestreben ihre fehlende Schulbildung durch eigenes lernen auszugleichen. Sie hatte sich sehr viel beigebracht, aber Freud war ihr immer als lebensfremder Wirrkopf erschienen. Da wo Kathy aufgewachsen war gab es tatsächlich nur das Es und eine Gesellschaft hatte es auch nie gegeben. Nur Stärke und Durchaltevermögen waren von Wert gewesen. Schwache Menschen ordneten sich den Gangs unter oder starben. Und auch wenn die Asari ihren Glückwunsch wohl ironisch gemeint hatte und Kathy wohl für eine verwöhnte Prinzessin hielt, so war sie doch tatsächlich der lebende Beweis das man durch eigene Stärke es aus dem Dreck schaffen konnte.

    Dann beendete sie ihren kleinen Vortrag, der für die junge Frau äußerst interessant gewesen war und zudem ein wenig Einblick in ihr Gegenüber gewährt hatte. Unter anderem das sie Probleme mit osteuropäischen Nachnamen hatte, denn Kathy hoffte für sie das sie ihren Nachnamen nicht mit Absicht falsch aussprach. Sie schwang sich aus dem Sessel und folgte der Asari in das "Schlafgemach". Diese hatte sich mal wieder eine Fluppe angezündet und blies jetzt warmen Rauch durch das Schiff.
    Dann erkundigte sie sich nach der Tasche welche Kathy an Bord mitgebracht hatte.
    "Nichts explosives, falls sie Sorge haben das ich versehentlich ihr Schiff in die Luft sprenge.",beantwortete sie die Frage und lächelte kurz.
    "Aber ich mache keine Geheimnis aus dem Inhalt.", sagte sie und holte ihre Tasche. Dabei drehte sie der Asari den Rücken zu. Dieser war ebenfalls tätowiert, unter anderem mit einer Blumereihe welche sich von der rechten Schulter abwärts entlang zog und in Kathys Lederhose verschwand und einem Drachenkopf auf der linken Schulter. Dann waren dort natürlich noch andere Motive, wobei das Gangtattoo auf dem Nacken schon ein wenig herausstach, vor allem aufgrund seiner exponierten Lage.
    Sie legte die Tasche auf dem Stuhl ab und öffnete sie. Zum Vorschein kam neben ein paar Kleidungsstücken wie Unterwäsche, der zusammengeklappte Rechner und Kathys Tempest.
    "Sie sehen nur das was man für einen kleinen Ausflug braucht. Kein Ballkleid.",erklärte sie trocken, schloss die Tasche wieder und legte sie zurück. Dann wandte sie sich der Asari wieder zu.
    "Ach ja, der Name ist Or-lowski, ein wenig ungewöhnlich ich weiß. Und ja ich würde einen Kaffee nehmen.", sagte sie in einem höflichen Tonfall.
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    Zu Kathys Glück wählte Charis die Asarigesellschaft als Gesprächsthema, denn die Frage nach ihrer Erfahrung mit Männern war nicht Ernst gemeint. Sie hatte wirklich kein all zu großes Interesse daran, wen die Asari in den über 90 Jahren ihres Lebens schon drübersteigen lassen hatte. Aber die Asari begann über die Gesellschaft ihrer Spezies zu reden. Was sie sagte klang nicht umbedingt positiv und leicht verbittert. Aber auch ziemlich ehrlich. So hatte sich Kathy die Asari auch vorgestellt. Eine Rasse von blauen Diven welche sich aufgrund ihres hohen Alters den anderen Rassen überegen fühlten. Den Aufstieg und Niedergang von anderen Reichen in einem Leben mitzuverfolgen, ließ einen wahrschinlich schon ein wenig abheben. Auch wenn dieses lange Leben auch seine Nachteile haben musste. Wer fast ewig lebte, der hat es gerne das alles so bleibt wie es ist und verschließt sich gerne vor Veränderungen. Und er lässt sich gerne mehr Zeit für alles. So ein Zustand ist gefährlich, vor allem wenn auf einmal eine neue agressivere Spezies auftritt, welche überhaupt nichts davon hält es ruhig angehen zu lassen.
    Auch wenn man es gerne verleugnete, so war der Mensch doch letzlich ein wildes Tier mit dem Willen zu überleben und der Fähigkeit dazu, auch gegen schärfste Konkurrenz. Auf der Erde hatte die Menschheit es so geregelt das sie die anderen Spezies dominiert hatte. Jetzt wo sie im Universum waren würde sich zeigen ob sie ihrem natürlichen Ausbreitungstrieb unterdrücken konnte. Nun das Universum würde den Menschen schon zeigen ob sie das Recht hatten sich in ihm auszubreiten.
    Charis Gleichnis über den Rat brachte Kathy zum Nachdenken. Die Menschheit war inzwischen auch im Rat wie passte sie da ins Bild. Der Rat war zwar wie ein Körper, aber irgendwie machte er den Eindruck eines sitzenden Riesen. Zufrieden mit dem was er hatte und wurde nur dann aktiv wenn er von jemanden belästigt wurde. Vielleicht konnte die Menschheit den Willen dieser Maschine bilden, den Willen vom Stuhl aufzustehen und etwas zu bewirken. Natürlich konnte bei dem Versuch der Arm gebrochen werden, das Herz kollabieren und das Hirn überlastet werden. Aber hatte das die Menschen je interessiert ?

    Kluge Exemplare ihrer Spezies wie Charis schienen zu begreifen, dass eine Spezies die stagniert untergehen würde, aber vermutlich war sie ein Sonderfall in der Gesellschaft der Asari. Der Großteil waren vermutlich fröhliche zufriedene Schlümpfe, die brav ihren Geschäften nachging und dachten das es immer so bleiben würde. Wer zuviel Zeit hatte neigte sie zu verschwenden, was von der Asari bestätigt wurde.
    In den Jugendjahren verbrachten die Asari ihre Zeit damit ihren Körper an Stangen zu räkeln anstatt etwas wirklich produktives zu vollbringen. Vielleicht lag es daran das Kathy seit ihrer Kindheit damit beschäftigt gewesen war sich nach oben zu kämpfen, aber irgendwie hatte die Schmugglerin recht und die Asari verschwendeten ihr Potenzial.
    "Lieber ein Tag leben als Löwe, als 100 als Schaf", das war ein Sprichwort das die Asari vermutlich nicht kannten. Vermutlich erschien es ihnen auch unsinnig.

    Die Asari sah jetzt Kathy an und stellte nun die Gesellschaften an sich in Frage und ließ sogar Kenntnis über Literatur der Erde durchscheinen. Kath hatte irgendwann auch Freud gelesen, in dem Bestreben ihre fehlende Schulbildung durch eigenes lernen auszugleichen. Sie hatte sich sehr viel beigebracht, aber Freud war ihr immer als lebensfremder Wirrkopf erschienen. Da wo Kathy aufgewachsen war gab es tatsächlich nur das Es und eine Gesellschaft hatte es auch nie gegeben. Nur Stärke und Durchaltevermögen waren von Wert gewesen. Schwache Menschen ordneten sich den Gangs unter oder starben. Und auch wenn die Asari ihren Glückwunsch wohl ironisch gemeint hatte und Kathy wohl für eine verwöhnte Prinzessin hielt, so war sie doch tatsächlich der lebende Beweis das man durch eigene Stärke es aus dem Dreck schaffen konnte.

    Dann beendete sie ihren kleinen Vortrag, der für die junge Frau äußerst interessant gewesen war und zudem ein wenig Einblick in ihr Gegenüber gewährt hatte. Unter anderem das sie Probleme mit osteuropäischen Nachnamen hatte, denn Kathy hoffte für sie das sie ihren Nachnamen nicht mit Absicht falsch aussprach. Sie schwang sich aus dem Sessel und folgte der Asari in das "Schlafgemach". Diese hatte sich mal wieder eine Fluppe angezündet und blies jetzt warmen Rauch durch das Schiff.
    Dann erkundigte sie sich nach der Tasche welche Kathy an Bord mitgebracht hatte.
    "Nichts explosives, falls sie Sorge haben das ich versehentlich ihr Schiff in die Luft sprenge.",beantwortete sie die Frage und lächelte kurz.
    "Aber ich mache keine Geheimnis aus dem Inhalt.", sagte sie und holte ihre Tasche. Dabei drehte sie der Asari den Rücken zu. Dieser war ebenfalls tätowiert, unter anderem mit einer Blumereihe welche sich von der rechten Schulter abwärts entlang zog und in Kathys Lederhose verschwand und einem Drachenkopf auf der linken Schulter. Dann waren dort natürlich noch andere Motive, wobei das Gangtattoo auf dem Nacken schon ein wenig herausstach, vor allem aufgrund seiner exponierten Lage.
    Sie legte die Tasche auf dem Stuhl ab und öffnete sie. Zum Vorschein kam neben ein paar Kleidungsstücken wie Unterwäsche, der zusammengeklappte Rechner und Kathys Tempest.
    "Sie sehen nur das was man für einen kleinen Ausflug braucht. Kein Ballkleid.",erklärte sie trocken, schloss die Tasche wieder und legte sie zurück. Dann wandte sie sich der Asari wieder zu.
    "Ach ja, der Name ist Or-lowski, ein wenig ungewöhnlich ich weiß. Und ja ich würde einen Kaffee nehmen.", sagte sie in einem höflichen Tonfall.


    Bunte Blüten und mystische Drachen und darunter ein seltsames, auf eine unbequeme Weise aufdringlich massiges Symbol mit spitzen Kanten und kalten Schwertern drängten sich vor Charis Augen, als Kathy sich bückte und ihre Tasche öffnete. Viele Spezies nutzen Tätowierungen als Identifikation oder Zugehörigkeiten, doch abgesehen von dem herausstechenden Symbol wirkten die Tintenlinien willkürlich und verliehen dem Menschen ein wenig mehr interessante Ansicht. Und dann diese ganzen Haare, die überall herum wuselten! Charis schielte an Kathy vorbei in die Tasche. Deren Inhalt war weitaus unspektakulärer als die Asari erwartet, oder vielleicht sogar erhofft, hatte. Kleidung, eine gewöhnliche MP und ein tragbares Computerterminal. Schon fast enttäuscht machte Charis nur „Aha“, dann wandte sie sich wieder dem Verbrennen ihrer Zigarette zu. Auf Kathys Schlappe wie man ihren Namen denn nun richtig aussprach, reagierte die Asari nicht, sondern nickte nur den Kaffeewunsch ab.
    Mir doch egal wie du heißt“, murmelte sie so leise, dass kaum mehr als ein Brummen war und alles Mögliche hätte sein können. Die Andere sprach sie doch auch nicht mit „Miss Vale“ an.
    Charis winkte ihrer Mitfahrerin zu und beide traten aus dem Schlafzimmer heraus, überquerten mit zwei Schritten den Flur und begannen, die Asari voran, die Röhre hinabzusteigen, die in den zweiten Teil des Schiffes führte.
    Das Schiff findet den Weg schon von allein“, gab Charis wenig vertrauenserweckend von sich. Für sie war es Routine den Pilotensitz auch einmal zu verlassen, obwohl gewiss ein paar Gefahren diese Abstinenz begleiteten. Für Kathy hingegen musste ein führerloses Schiff schon einem Albtraum nahekommen.
    Unten angekommen befanden sich die zwei Frauen in einem verhältnismäßig großen Raum, dessen Decke zwar nicht hoch war, aber etwas höher als die Gangway oben. Direkt vor ihnen ein paar Schritte entfernt befand sich eine Metallsäule als Stützkonstruktion. Links von der Säule war ein kleines Küchenabteil mit den nötigsten Utensilien wie Waschbecken, Wasserhahn und einer Platte zum aufwärmen. Dazu in das Schiff integriert eine moderne Art der Mikrowelle und eine Kaffeemaschine, die nicht als solche identifizierbar war. Charis kramte aus einer in der Wand verborgenen Schublade zwei Keramiktassen hervor. Die eine war von schlichtem Weiß und ohne nennenswerte Merkmale, die andere hingegen war wohl Merchandise, denn auf der ebenfalls weißen Oberfläche war ein seltsames Symbol, ein Kreis mit einem Strich, abgebildete und dicke Buchstaben, ähnlich einer Reklametafel verkündeten: „Willkommen auf Omega“.

    Charis stellte beide Tassen unter einen Zapfhahn und drückte ein paar Tasten auf einem kleinen Kontrollfeld.
    Irgendwann lasse ich das Schiff mal mit einer VI aufrüsten. Vielleicht nach Ihrem Auftrag, dann hab ich das Geld ja“, feixte sie. „Dann macht mir mein Schiff den Kaffee auf Befehl!
    Die Vorstellung schien die Asari zu amüsieren, denn sie schmunzelte beim Kaffeebrühen vor sich her, reichte Kathy schließlich die weiße Tasse und sagte: „Hier bitte sehr! Trinken Sie ihn schwarz, wenn Sie klug sind.
    Die beiden Frauen setzten sich gegenüber den Maschinen an einen kleinen, runden Tisch um den herum ein Sofa an den Boden geschweißt war, dessen Polsterung der im Cockpit ähnelte.
    Charis ließ sich fallen und deutete den freien Platz ihr gegenüber. Kathy ließ sich dort nieder.
    Also…
    Charis schaute die Menschin an. „Was hat es mit den Tattoos auf sich? Ist das eine Art System bei Ihrer Art in Kasten und Clans zu unterteilen wie bei den Turianern? Oder dient es einfach nur der Optik? Wenn ich mich nicht irre gibt es auf der Erde noch immer diese Yakuza… da sind Tattoos doch sowas wie Statussymbole, oder? Bei Ihnen auch?
    Charis Kenntnisse über die Menschen begrenzten sich auf Begegnungen bei denen sie jedoch nie über Kasten- oder politische Systeme gesprochen hatten, da ihr dies auch kein großes Anliegen gewesen war.
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    Bunte Blüten und mystische Drachen und darunter ein seltsames, auf eine unbequeme Weise aufdringlich massiges Symbol mit spitzen Kanten und kalten Schwertern drängten sich vor Charis Augen, als Kathy sich bückte und ihre Tasche öffnete. Viele Spezies nutzen Tätowierungen als Identifikation oder Zugehörigkeiten, doch abgesehen von dem herausstechenden Symbol wirkten die Tintenlinien willkürlich und verliehen dem Menschen ein wenig mehr interessante Ansicht. Und dann diese ganzen Haare, die überall herum wuselten! Charis schielte an Kathy vorbei in die Tasche. Deren Inhalt war weitaus unspektakulärer als die Asari erwartet, oder vielleicht sogar erhofft, hatte. Kleidung, eine gewöhnliche MP und ein tragbares Computerterminal. Schon fast enttäuscht machte Charis nur „Aha“, dann wandte sie sich wieder dem Verbrennen ihrer Zigarette zu. Auf Kathys Schlappe wie man ihren Namen denn nun richtig aussprach, reagierte die Asari nicht, sondern nickte nur den Kaffeewunsch ab.
    Mir doch egal wie du heißt“, murmelte sie so leise, dass kaum mehr als ein Brummen war und alles Mögliche hätte sein können. Die Andere sprach sie doch auch nicht mit „Miss Vale“ an.
    Charis winkte ihrer Mitfahrerin zu und beide traten aus dem Schlafzimmer heraus, überquerten mit zwei Schritten den Flur und begannen, die Asari voran, die Röhre hinabzusteigen, die in den zweiten Teil des Schiffes führte.
    Das Schiff findet den Weg schon von allein“, gab Charis wenig vertrauenserweckend von sich. Für sie war es Routine den Pilotensitz auch einmal zu verlassen, obwohl gewiss ein paar Gefahren diese Abstinenz begleiteten. Für Kathy hingegen musste ein führerloses Schiff schon einem Albtraum nahekommen.
    Unten angekommen befanden sich die zwei Frauen in einem verhältnismäßig großen Raum, dessen Decke zwar nicht hoch war, aber etwas höher als die Gangway oben. Direkt vor ihnen ein paar Schritte entfernt befand sich eine Metallsäule als Stützkonstruktion. Links von der Säule war ein kleines Küchenabteil mit den nötigsten Utensilien wie Waschbecken, Wasserhahn und einer Platte zum aufwärmen. Dazu in das Schiff integriert eine moderne Art der Mikrowelle und eine Kaffeemaschine, die nicht als solche identifizierbar war. Charis kramte aus einer in der Wand verborgenen Schublade zwei Keramiktassen hervor. Die eine war von schlichtem Weiß und ohne nennenswerte Merkmale, die andere hingegen war wohl Merchandise, denn auf der ebenfalls weißen Oberfläche war ein seltsames Symbol, ein Kreis mit einem Strich, abgebildete und dicke Buchstaben, ähnlich einer Reklametafel verkündeten: „Willkommen auf Omega“.

    Charis stellte beide Tassen unter einen Zapfhahn und drückte ein paar Tasten auf einem kleinen Kontrollfeld.
    Irgendwann lasse ich das Schiff mal mit einer VI aufrüsten. Vielleicht nach Ihrem Auftrag, dann hab ich das Geld ja“, feixte sie. „Dann macht mir mein Schiff den Kaffee auf Befehl!
    Die Vorstellung schien die Asari zu amüsieren, denn sie schmunzelte beim Kaffeebrühen vor sich her, reichte Kathy schließlich die weiße Tasse und sagte: „Hier bitte sehr! Trinken Sie ihn schwarz, wenn Sie klug sind.
    Die beiden Frauen setzten sich gegenüber den Maschinen an einen kleinen, runden Tisch um den herum ein Sofa an den Boden geschweißt war, dessen Polsterung der im Cockpit ähnelte.
    Charis ließ sich fallen und deutete den freien Platz ihr gegenüber. Kathy ließ sich dort nieder.
    Also…
    Charis schaute die Menschin an. „Was hat es mit den Tattoos auf sich? Ist das eine Art System bei Ihrer Art in Kasten und Clans zu unterteilen wie bei den Turianern? Oder dient es einfach nur der Optik? Wenn ich mich nicht irre gibt es auf der Erde noch immer diese Yakuza… da sind Tattoos doch sowas wie Statussymbole, oder? Bei Ihnen auch?
    Charis Kenntnisse über die Menschen begrenzten sich auf Begegnungen bei denen sie jedoch nie über Kasten- oder politische Systeme gesprochen hatten, da ihr dies auch kein großes Anliegen gewesen war.


    Die Asari erwiderte Kathys Korrektur mit einem unverständlichen Murmeln. Vermutlich nichts schmeichelhaftes und bei ihren Untergebenen ließ sie solche Respektlosigkeiten normalerweise nicht durchgehen. Aber die Schmugglerin war letztendlich eine temporäre Angestellte und Kathy war es deshalb vollkommen egal was diese über sie dachte. Wenn diese etwas gegen sie hatte sollte sie so dumm sein und es aussprechen. Erst dann würde sich die junge Frau damit befassen müssen.
    Allerdings sah sie die Asari als ein gewinnorientiertes Wesen und solche pissten ihren Geldgeber für gewöhnlich nichts ans Bein. Von dem Inhalt ihrer Tasche war sie auch nicht besonders begeistert gewesen, wobei sie wohl vergessen hatten das Kathy wie jeder kluge Mensch die schweren Sachen nach unten gepackt hatte. Aber sie sah es nun wirklich nicht für nötig die Tasche vor ihr auszupacken.
    Der Kaffee wartete auf sie und so folgte sie Charis hinunter in die untere Schiffsektion. Den Kommentar hinsichtlich des Schiffes nahm sie mal so hin. Letztenendlich konnte sie eh nichts daran ändern falls etwas schief geht. Und zudem nahm sie einfach mal an das dieses Schiff über einen Autopilot verfügte.
    Und falls dieser sie in ein Asteroidenfeld lenken würde, nun dann konnte sie auch nichts mehr daran ändern.
    Die Untersektion gestaltete sich als großer Raum, natürlich rustikal aber recht gemütlich. Eine kleine Küche mit dem nötigsten. So wie das Schiff in Kathys Empfinden auch nur mit dem nötigsten ausgestattet war.
    Allerdings schien auch die Besitzerin verbesserungsbedarf zu sehen und redete von einer VI, welche sie von Kathys Geld kaufen wollte. Kathy zuckte mit den Schultern. Was sie mit ihrer Bezahlung anstellen wollte, war ihre Sache und sollte sie doch Pläne schmieden. Wenn der Auftrag nach Kathys Wünschen verlief konnte sie ihretwegen auch das Schiff vergolden lassen, falls sie auf so einen Mist stand.
    Allerdings sollte man das Fell des Bären nicht aufteilen, bevor man ihn erlegt hatte.

    Die Asari reichte ihr eine weiße Tasse voll mit der heissen schwarzen Flüssigkeit, während sie sich mit einer Merchandise-Tasse an einen kleinen Tisch setzte. Während sich die Schmugglerin in den Sessel plumpsen ließ, setzte sich Kathy mit ein wenig mehr Eleganz auf den andere Sitzplatz.
    Dann stellte sie der Frau ein paar Fragen hinsichlich ihrer Tattoos. Kathy hatte sich schon gefragt, wann das zur Sprache kam. Die Asari war zwar auch tätowiert, aber bei Kathy sprangen die zahlreichen Verzierungen sofort ins Auge. Kathy nippte kurz an ihrer Tasse und trank einen Schluck der brühend heissen Flüssigkeit, wobei ihr die Hitze allerdings nicht aus machte.
    "Nun Miss Vale, wo fange ich an ? Auf der Erde gibt es kein Kastensystem wie es die Turianer ihr eigen nennen. Es gibt zwar ein Land welches eine Kastengesellschaft hat, aber dieses System ist im Laufe der Zeit zum größtenteil aufgegeben worden und nur noch in einigen Gebieten dieses Landes aktuell. Die Unterschiede zwischen den Kasten wird dort aber durch bunte Bemalungen und verschiedene Kleidungsfarben deutlich gemacht. Trotzdem sind Tätowierungen nicht vollkommen ohne Bedeutung auf der Erde gewesen. Bei einem Inselvolk namens den Maori galt es als Sitte den Übergang zum Erwachsenwerden mit einer Tätowierung zu kennzeichnen. Auch die von ihnen angesprochene kriminelle Organisation, die Yakuza nutzte großflächige Tätowierungen als Zeichen der Gruppenzugehörigkeit und als Statussymbol. Allerdings hat diese im Laufe der Zeit an Bedeutung verloren, da man so die Mitglieder immer leicht erkennen konnte. Das macht es der Polizei einfach zu einfach. Zudem erfreuten sich die Yakuzatätowierungen, sowie die Ta moko der Maori einer wachsenden Beliebtheit bei Außenstehenden. Bei den meisten Menschen haben diese also keine höhere Bedeutung mehr. Es geht nur darum ob sie jemanden gefallen.
    Obwohl ich auch mit Menschen zu tun gehabt habe, welche sich nach jedem Gegner die sie getötet haben eine Tätowierung haben stechen lassen. Wahrscheinlich muss ich nicht erwähnen das, diese Menschen alle dem männlichen Geschlecht angehörten. Und die wenigsten es schafften ihr ganze Haut mit Farbe zu bedecken. Männliche Geltungssucht."
    , erklärte Kathy und sprach den letzten Satz leicht abfällig aus. Sie fand so ein Gehabe ziemlich lächerlich, aber diese Idioten waren recht nützlich für bestimmte Aktionen gewesen. Sie selbst brauchte nichts was ihrem Gegenüber zeigte das sie gut im töten war. Sie nahm einen weiteren Schluck aus der Tasse.
    "Bei mir selbst ist es tatsächlich so das fast alle meine Tattoos der reinen Optik geschuldet sind. Die meisten stammen aus dem asiatischen Kulturkreis, dem ich rein optisch auch zugehörig bin. Ansonsten habe ich allerdings nichts damit zu tun. Sie gefallen mir einfach und sehen gut aus. Wobei ich durchaus zugestehe das es Geschmacksache ist.", kommentierte sie diese Tatsache einsichtig.
    "Allerdings ist ihnen wahrscheinlich aufgefallen das meine Nackentätowierung in wenig aus der Masse heraussticht. Nun das ist kein Zufall, denn ich trage es nicht wegen der Optik. Es ist meine alte Gangtätowierung von der Erde, wobei es eine ganz eigene Bedeutung mit sich trägt.", beendete sie ihren kleinen Ausflug in die Welt der Tätowierungen.
    "Ich hoffe das beantwortet ihre Frage Miss Vale. Wo wir gerade beim Thema sind, ich nehme an ihre Tätowierungen, diese Motive habe ich alle schon auf der Erde gesehen. Haben die für sie eine Bedeutung oder ist es auch nur der Optik wegen ?"
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  11. #11
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    Die Asari erwiderte Kathys Korrektur mit einem unverständlichen Murmeln. Vermutlich nichts schmeichelhaftes und bei ihren Untergebenen ließ sie solche Respektlosigkeiten normalerweise nicht durchgehen. Aber die Schmugglerin war letztendlich eine temporäre Angestellte und Kathy war es deshalb vollkommen egal was diese über sie dachte. Wenn diese etwas gegen sie hatte sollte sie so dumm sein und es aussprechen. Erst dann würde sich die junge Frau damit befassen müssen.
    Allerdings sah sie die Asari als ein gewinnorientiertes Wesen und solche pissten ihren Geldgeber für gewöhnlich nichts ans Bein. Von dem Inhalt ihrer Tasche war sie auch nicht besonders begeistert gewesen, wobei sie wohl vergessen hatten das Kathy wie jeder kluge Mensch die schweren Sachen nach unten gepackt hatte. Aber sie sah es nun wirklich nicht für nötig die Tasche vor ihr auszupacken.
    Der Kaffee wartete auf sie und so folgte sie Charis hinunter in die untere Schiffsektion. Den Kommentar hinsichtlich des Schiffes nahm sie mal so hin. Letztenendlich konnte sie eh nichts daran ändern falls etwas schief geht. Und zudem nahm sie einfach mal an das dieses Schiff über einen Autopilot verfügte.
    Und falls dieser sie in ein Asteroidenfeld lenken würde, nun dann konnte sie auch nichts mehr daran ändern.
    Die Untersektion gestaltete sich als großer Raum, natürlich rustikal aber recht gemütlich. Eine kleine Küche mit dem nötigsten. So wie das Schiff in Kathys Empfinden auch nur mit dem nötigsten ausgestattet war.
    Allerdings schien auch die Besitzerin verbesserungsbedarf zu sehen und redete von einer VI, welche sie von Kathys Geld kaufen wollte. Kathy zuckte mit den Schultern. Was sie mit ihrer Bezahlung anstellen wollte, war ihre Sache und sollte sie doch Pläne schmieden. Wenn der Auftrag nach Kathys Wünschen verlief konnte sie ihretwegen auch das Schiff vergolden lassen, falls sie auf so einen Mist stand.
    Allerdings sollte man das Fell des Bären nicht aufteilen, bevor man ihn erlegt hatte.

    Die Asari reichte ihr eine weiße Tasse voll mit der heissen schwarzen Flüssigkeit, während sie sich mit einer Merchandise-Tasse an einen kleinen Tisch setzte. Während sich die Schmugglerin in den Sessel plumpsen ließ, setzte sich Kathy mit ein wenig mehr Eleganz auf den andere Sitzplatz.
    Dann stellte sie der Frau ein paar Fragen hinsichlich ihrer Tattoos. Kathy hatte sich schon gefragt, wann das zur Sprache kam. Die Asari war zwar auch tätowiert, aber bei Kathy sprangen die zahlreichen Verzierungen sofort ins Auge. Kathy nippte kurz an ihrer Tasse und trank einen Schluck der brühend heissen Flüssigkeit, wobei ihr die Hitze allerdings nicht aus machte.
    "Nun Miss Vale, wo fange ich an ? Auf der Erde gibt es kein Kastensystem wie es die Turianer ihr eigen nennen. Es gibt zwar ein Land welches eine Kastengesellschaft hat, aber dieses System ist im Laufe der Zeit zum größtenteil aufgegeben worden und nur noch in einigen Gebieten dieses Landes aktuell. Die Unterschiede zwischen den Kasten wird dort aber durch bunte Bemalungen und verschiedene Kleidungsfarben deutlich gemacht. Trotzdem sind Tätowierungen nicht vollkommen ohne Bedeutung auf der Erde gewesen. Bei einem Inselvolk namens den Maori galt es als Sitte den Übergang zum Erwachsenwerden mit einer Tätowierung zu kennzeichnen. Auch die von ihnen angesprochene kriminelle Organisation, die Yakuza nutzte großflächige Tätowierungen als Zeichen der Gruppenzugehörigkeit und als Statussymbol. Allerdings hat diese im Laufe der Zeit an Bedeutung verloren, da man so die Mitglieder immer leicht erkennen konnte. Das macht es der Polizei einfach zu einfach. Zudem erfreuten sich die Yakuzatätowierungen, sowie die Ta moko der Maori einer wachsenden Beliebtheit bei Außenstehenden. Bei den meisten Menschen haben diese also keine höhere Bedeutung mehr. Es geht nur darum ob sie jemanden gefallen.
    Obwohl ich auch mit Menschen zu tun gehabt habe, welche sich nach jedem Gegner die sie getötet haben eine Tätowierung haben stechen lassen. Wahrscheinlich muss ich nicht erwähnen das, diese Menschen alle dem männlichen Geschlecht angehörten. Und die wenigsten es schafften ihr ganze Haut mit Farbe zu bedecken. Männliche Geltungssucht."
    , erklärte Kathy und sprach den letzten Satz leicht abfällig aus. Sie fand so ein Gehabe ziemlich lächerlich, aber diese Idioten waren recht nützlich für bestimmte Aktionen gewesen. Sie selbst brauchte nichts was ihrem Gegenüber zeigte das sie gut im töten war. Sie nahm einen weiteren Schluck aus der Tasse.
    "Bei mir selbst ist es tatsächlich so das fast alle meine Tattoos der reinen Optik geschuldet sind. Die meisten stammen aus dem asiatischen Kulturkreis, dem ich rein optisch auch zugehörig bin. Ansonsten habe ich allerdings nichts damit zu tun. Sie gefallen mir einfach und sehen gut aus. Wobei ich durchaus zugestehe das es Geschmacksache ist.", kommentierte sie diese Tatsache einsichtig.
    "Allerdings ist ihnen wahrscheinlich aufgefallen das meine Nackentätowierung in wenig aus der Masse heraussticht. Nun das ist kein Zufall, denn ich trage es nicht wegen der Optik. Es ist meine alte Gangtätowierung von der Erde, wobei es eine ganz eigene Bedeutung mit sich trägt.", beendete sie ihren kleinen Ausflug in die Welt der Tätowierungen.
    "Ich hoffe das beantwortet ihre Frage Miss Vale. Wo wir gerade beim Thema sind, ich nehme an ihre Tätowierungen, diese Motive habe ich alle schon auf der Erde gesehen. Haben die für sie eine Bedeutung oder ist es auch nur der Optik wegen ?"


    Tattoos waren also kaum mehr als Schmuck. In ihren Ausführungen ließ Kathy durchblicken, dass sie eine geübte Killerin sei und daneben reichlich Erfahrungen im Gang-Business gesammelt hatte. Die Straßengangs der Erde waren sogar auf Omega zuweilen ein Thema. Dort ging es rau und hart zu. Scheinbar unkontrolliert überfielen sich die Banden und reduzierten diesen Teil der Menschheit auf die wilde Brutalität der Vorcha. Männer brüsteten sich damit wie viele ihrer Art sie getötet hatten, während sogar Frauen wie Kathy einen gewissen Stolz bei dem Gedanken an die genommenen Leben zu fühlen schienen. Charis selbst hatte diese Faszination für das Töten nie begriffen. Das Kathy eine Identifikationstätowierung, die sie als Bandenmitglied auszeichnete, so offensichtlich im Nacken trug zeugte entweder von Mut oder von Dummheit und der von ihr selbst benannten Geltungssucht. Ob das eine oder das anders, es war Charis recht egal. Die beiden Frauen begegneten sich ohnehin mit einem gesunden Desinteresse und tauschten lediglich Oberflächlichkeiten aus. Zu diesen gehörte auch Kathys Nachfrage nach Charis Tätowierungen.

    Die Asari hob ihren rechten Arm und beschaute den Tribal-Drachen darauf. Dann zuckte sie die Achseln. „Alles bedeutungslos. Fand ich schick und ein Tattoo stechen und auch wieder entfernen zu lassen ist ja keine Kunst. Der Schmerz ist zudem auf eine stimulierende Art und Weise angenehm. Fast wie eine etwas rustikalere Massage.“ Dann wanderte ihr Blick zu dem Tinten-Stacheldraht, der sich um ihren linken Oberarm wandte. „Und das hab ich mal bei einem Batarianer gesehen. Fand ich auch irgendwie passend. Ach ja und…“ Charis deutete auf die Fake-Augenbrauen. „… ihr Menschen habt da ja wieder mal eure Haare, aber Asari haben die Augenbrauen so nicht. Aber ohne die kann man so schwer das hier machen“, sagte sie und hob die linke Augenbraue. „Das ist bei den Asari tatsächlich zu einer Art Trend geworden.“ Sie grinste schief angesichts des Zugeständnisses, dass auch die Asari sich Dinge bei den Menschen abguckten.
    Aber ansonsten… keine besondere Bedeutung. Vielleicht lass ich mir bald mal eins von diesen Arschgeweihen stechen. Macht Eure Männer ja angeblich total wild, der Anblick.
    Charis erhob sich und wanderte an einer versiegelten Tür vorbei, auf deren Vorderseite mehrere Gefahrenzeichen prangten und zog aus einem kühlschrankähnlichen Verschlag zwei bunt verpackte Riegel mit denen sie zurückkehrte. Einen davon warf sie Kathy zu.

    Dextro-Riegel. Sehr schmackhaft und machen einen von jetzt auf gleich satt. Allerdings wirken mehr als zwei davon nicht gerade förderlich auf die Darmflora“, wies Charis die Menschenfrau hin. „In der Galaxie sollten sie ohnehin aufpassen was und wie viel sie von etwas essen. Essen Sie bloß nie etwas, was für Turianer oder Quarianer bestimmt ist, das würde ihre Gedärme platzen lassen wie einen Ballon. Ich hab mal gesehen wie ein Kroganer einen Drink für Quarianer getrunken hat, als Mutprobe. Der hat sein Inneres verflüssig und ausgekotzt und zum Schluss war sein Körper nur noch ein Gerippe mit ledriger Haut, begraben von einer schweren Kampfpanzerung.“ Charis verzog angewidert das Gesicht und bestätigte so die Echtheit der Geschichte.
    Also: Augen auf bei der Nahrungsaufnahme! In den Terminus-Systemen gibt es fast keine bequemen und hilfsbereiten Kliniken und Ärzte und noch weniger, die sich mit der menschlichen Anatomie auskennen. Und tot nützen Sie mir nix!

    Charis packte den Riegel aus und schob ihn sich fast zur Hälfte in den Mund. Schmatzend kaute sie die süßlich schmeckende Paste. Geniale Erfindung der Salarianer, entwickelt für Raumfahrer und Spähtrupps hinter den feindlichen Linien. Zweckmäßigkeit gepaart mit Geschmack.
    Waff haben Fie eigenliff vor?“, schmatze Charis, schluckte geräuschvoll wiederholte die Frage in etwas abgeänderter Form: „Was ist eigentlich Ihr Plan, wenn Sie auf Korlus angekommen sind? Und welche Rolle spiele ich dort?
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    Tattoos waren also kaum mehr als Schmuck. In ihren Ausführungen ließ Kathy durchblicken, dass sie eine geübte Killerin sei und daneben reichlich Erfahrungen im Gang-Business gesammelt hatte. Die Straßengangs der Erde waren sogar auf Omega zuweilen ein Thema. Dort ging es rau und hart zu. Scheinbar unkontrolliert überfielen sich die Banden und reduzierten diesen Teil der Menschheit auf die wilde Brutalität der Vorcha. Männer brüsteten sich damit wie viele ihrer Art sie getötet hatten, während sogar Frauen wie Kathy einen gewissen Stolz bei dem Gedanken an die genommenen Leben zu fühlen schienen. Charis selbst hatte diese Faszination für das Töten nie begriffen. Das Kathy eine Identifikationstätowierung, die sie als Bandenmitglied auszeichnete, so offensichtlich im Nacken trug zeugte entweder von Mut oder von Dummheit und der von ihr selbst benannten Geltungssucht. Ob das eine oder das anders, es war Charis recht egal. Die beiden Frauen begegneten sich ohnehin mit einem gesunden Desinteresse und tauschten lediglich Oberflächlichkeiten aus. Zu diesen gehörte auch Kathys Nachfrage nach Charis Tätowierungen.

    Die Asari hob ihren rechten Arm und beschaute den Tribal-Drachen darauf. Dann zuckte sie die Achseln. „Alles bedeutungslos. Fand ich schick und ein Tattoo stechen und auch wieder entfernen zu lassen ist ja keine Kunst. Der Schmerz ist zudem auf eine stimulierende Art und Weise angenehm. Fast wie eine etwas rustikalere Massage.“ Dann wanderte ihr Blick zu dem Tinten-Stacheldraht, der sich um ihren linken Oberarm wandte. „Und das hab ich mal bei einem Batarianer gesehen. Fand ich auch irgendwie passend. Ach ja und…“ Charis deutete auf die Fake-Augenbrauen. „… ihr Menschen habt da ja wieder mal eure Haare, aber Asari haben die Augenbrauen so nicht. Aber ohne die kann man so schwer das hier machen“, sagte sie und hob die linke Augenbraue. „Das ist bei den Asari tatsächlich zu einer Art Trend geworden.“ Sie grinste schief angesichts des Zugeständnisses, dass auch die Asari sich Dinge bei den Menschen abguckten.
    Aber ansonsten… keine besondere Bedeutung. Vielleicht lass ich mir bald mal eins von diesen Arschgeweihen stechen. Macht Eure Männer ja angeblich total wild, der Anblick.
    Charis erhob sich und wanderte an einer versiegelten Tür vorbei, auf deren Vorderseite mehrere Gefahrenzeichen prangten und zog aus einem kühlschrankähnlichen Verschlag zwei bunt verpackte Riegel mit denen sie zurückkehrte. Einen davon warf sie Kathy zu.

    Dextro-Riegel. Sehr schmackhaft und machen einen von jetzt auf gleich satt. Allerdings wirken mehr als zwei davon nicht gerade förderlich auf die Darmflora“, wies Charis die Menschenfrau hin. „In der Galaxie sollten sie ohnehin aufpassen was und wie viel sie von etwas essen. Essen Sie bloß nie etwas, was für Turianer oder Quarianer bestimmt ist, das würde ihre Gedärme platzen lassen wie einen Ballon. Ich hab mal gesehen wie ein Kroganer einen Drink für Quarianer getrunken hat, als Mutprobe. Der hat sein Inneres verflüssig und ausgekotzt und zum Schluss war sein Körper nur noch ein Gerippe mit ledriger Haut, begraben von einer schweren Kampfpanzerung.“ Charis verzog angewidert das Gesicht und bestätigte so die Echtheit der Geschichte.
    Also: Augen auf bei der Nahrungsaufnahme! In den Terminus-Systemen gibt es fast keine bequemen und hilfsbereiten Kliniken und Ärzte und noch weniger, die sich mit der menschlichen Anatomie auskennen. Und tot nützen Sie mir nix!

    Charis packte den Riegel aus und schob ihn sich fast zur Hälfte in den Mund. Schmatzend kaute sie die süßlich schmeckende Paste. Geniale Erfindung der Salarianer, entwickelt für Raumfahrer und Spähtrupps hinter den feindlichen Linien. Zweckmäßigkeit gepaart mit Geschmack.
    Waff haben Fie eigenliff vor?“, schmatze Charis, schluckte geräuschvoll wiederholte die Frage in etwas abgeänderter Form: „Was ist eigentlich Ihr Plan, wenn Sie auf Korlus angekommen sind? Und welche Rolle spiele ich dort?


    Tattoos ohne Bedeutung, wie Kathy vermutet hatte. Warum auch nicht, bei ihr war es ja nicht anders. Wobei sie immerhin den Luxus einer größeren Auswahl hatte, denn man sollte sich schon genau überlegen welche Farben man bei einer blauen Haut verwendete. Es sei denn man hatte keinen Geschmack oder Ahnung von der Farbenlehre. Auf jedenfall bot Kathys helle Haut eine dankbarere Leinwand als Charis azurblaue Pigmentierung. Und ansonsten hatte die Asari recht, man konnte sich heutzutage die Tätowierungen einfach entfernen lassen. Kathy hatte ja auch schon überlegt ob sie die Gangtätowierung entfernen lassen sollte, war sich aber noch nicht sicher. Wenn ja könnte sie etwas anderes dorthin setzten, denn auch die junge Frau mochte das Gefühl wenn die Nadel ihre Haut penetrierte. Der Schmerz hatte irgendwie etwas angenehmes.

    Das die Asari sich Augenbrauen tätowierten nur um auch skeptisch die Augenbrauen heben zu können, brachte Kathy zum schmunzeln. Sie selbst kannte es ja nicht anders, aber für andere Spezies musste dieser Vorgang ziemlich interessant sein. Vor allem fiel ihr auch ein das die Menschheit tatsächlich die einzige Spezies mit Körperbehaarung waren. Die zahlreichen individuellen Frisuren und Bärte und andere Absurditäten welche Menschen mit ihren Haaren anstellten, waren vermutlich auch ziemlich verwirrend für Aliens. Andererseits musste man sich als Mensch auch erstmal an Kopftentakel gewöhnen, also hielt sich das wohl im Gleichgewicht. Die Tatsache das die Asari sich einen Schlampenstempel tätowieren wollte, brachte sie erneut zum schmunzeln. Natürlich eine gewisse Sorte Männer lockte das schon an, die Frage war nur ob sie etwas mit solchen Männern zu tun haben wollte. Die meisten Menschenfrauen waren nach kurzer Zeit eigentlich damit beschäftigt diese Dinger wieder loszuwerden. Diese Möglichkeit hatte die Asari ja auch falls sie feststellen sollte das es keine so gute Idee war. Kathy hatte diese Dinger nie leiden können und zudem flogen von ihrer linken Rückenseite schon Schmetterlinge auf die Blumenranke auf der rechten Seite zu. Da war ein Arschgeweih nun wirklich absolut unpassend.

    Die Asari stand auf und brachte zwei Energieriegel mit, von denen sie einen der jungen Frau reichte. Offensichtlich einer dieser Energieriegel von denen man einen aß um satt zu werden und bei denen man wenn man mehr als einen aß Verstopfung bekam. Zudem erhielt sie noch eine kleine Belehrung darüber das man aufpassen sollte was man isst, was von der Asari mit einer kleinen ekelhaften Geschichte ausgeschmückt wurde. Die Vorstellung sein Inneres auszukotzen behagte Kathy nun überhaupt nicht, aber sie hatte sich natürlich schon vorher darüber informiert das man aufpassen musste, ob das Essen dextro oder levo Aminosäuren enthielt. Aber sie war eigentlich recht zuversichtlich das sie ihr Leben nicht durch eine falsche Nahrungsaufnahme beenden würde. Und das sie nicht auf einem Müllplaneten zu einem Dr.Zoidbergschen Arzt gehen wollte war für sie auch klar.

    Während die Asari sich den halben Riegel in den Mund stopfte und anschließend mit offenen Mund eine unverständliche Frage von sich gab, öffnete auch Kathy ihren Riegel und biss ab. Der Riegel war süß und er machte satt. Das war die Hauptsache auch wenn sie nichts gegen ein wenig mehr "Form" bei ihren Mahlzeiten einzuwenden. Aber sie war immerhin auf einem kleinem Raumschiff und nicht auf der Queen Mary 2 und wenn man Hunger hatte aß man was da war. Die Asari hatte inzwischen ihren Mundraum entleert und stellte nun eine Frage die verständlich war. Sogar eine sinnige denn es ging um das Geschäft und die Tätigkeiten, welche Kathy von ihr erwartete. Diese nahm gerade einen weiteren Bissen von dem Riegel und schluckte diesen erst bedächtig herunter, bevor sie antwortete.
    "Der Plan, Miss Vale ? Nun in einem Satz, wäre das die Ware zu verkaufen und wieder zu verschwinden.
    Aber ich erwähnte ja bereits das ich dieses ganze Unternehmen erst vor kurzem übernommen. So etwas führt bekanntlich immer zu Schwierigkeiten, also könnten wir es mit zickigen Abnehmern zu tun haben, unmotivierten Arbeitern und was sonst noch auftreten kann und so den Verkauf verzögern könnte. Mein Plan ist also das Geschäft wieder zum laufen zu bringen. Bekanntermaßen kann man manche Sachen vom Rechner aus klären, aber die wichtigen Sachen sollte man immer selbst in die Hand nehmen. Ihre Rolle bei dieser ganzen Prozedur, kann variieren je nachdem wie es läuft. Wenn es gut läuft müssen sie eigentlich nur neben mir stehen und nichts tun und bekommen dafür das Geld. Wenn es Schwierigkeiten gibt, brauche ich vielleicht ein wenig ihre Ortskenntnisse und Kontakte. Dann spielen sie gewissermaßen ein wenig den Fremdenführer. Um den geschäftlichen Teil kümmere ich mich dann natürlich selbst. Allerdings muss ich wissen inwiefern ich sie einplanen kann. Wie gut sind ihre Kenntnisse über Korlus und was für Kontakte haben sie ?",
    fragte sie geschäftlich. Dann aß sie den Rest ihres Riegels auf.
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  13. #13
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    Tattoos ohne Bedeutung, wie Kathy vermutet hatte. Warum auch nicht, bei ihr war es ja nicht anders. Wobei sie immerhin den Luxus einer größeren Auswahl hatte, denn man sollte sich schon genau überlegen welche Farben man bei einer blauen Haut verwendete. Es sei denn man hatte keinen Geschmack oder Ahnung von der Farbenlehre. Auf jedenfall bot Kathys helle Haut eine dankbarere Leinwand als Charis azurblaue Pigmentierung. Und ansonsten hatte die Asari recht, man konnte sich heutzutage die Tätowierungen einfach entfernen lassen. Kathy hatte ja auch schon überlegt ob sie die Gangtätowierung entfernen lassen sollte, war sich aber noch nicht sicher. Wenn ja könnte sie etwas anderes dorthin setzten, denn auch die junge Frau mochte das Gefühl wenn die Nadel ihre Haut penetrierte. Der Schmerz hatte irgendwie etwas angenehmes.

    Das die Asari sich Augenbrauen tätowierten nur um auch skeptisch die Augenbrauen heben zu können, brachte Kathy zum schmunzeln. Sie selbst kannte es ja nicht anders, aber für andere Spezies musste dieser Vorgang ziemlich interessant sein. Vor allem fiel ihr auch ein das die Menschheit tatsächlich die einzige Spezies mit Körperbehaarung waren. Die zahlreichen individuellen Frisuren und Bärte und andere Absurditäten welche Menschen mit ihren Haaren anstellten, waren vermutlich auch ziemlich verwirrend für Aliens. Andererseits musste man sich als Mensch auch erstmal an Kopftentakel gewöhnen, also hielt sich das wohl im Gleichgewicht. Die Tatsache das die Asari sich einen Schlampenstempel tätowieren wollte, brachte sie erneut zum schmunzeln. Natürlich eine gewisse Sorte Männer lockte das schon an, die Frage war nur ob sie etwas mit solchen Männern zu tun haben wollte. Die meisten Menschenfrauen waren nach kurzer Zeit eigentlich damit beschäftigt diese Dinger wieder loszuwerden. Diese Möglichkeit hatte die Asari ja auch falls sie feststellen sollte das es keine so gute Idee war. Kathy hatte diese Dinger nie leiden können und zudem flogen von ihrer linken Rückenseite schon Schmetterlinge auf die Blumenranke auf der rechten Seite zu. Da war ein Arschgeweih nun wirklich absolut unpassend.

    Die Asari stand auf und brachte zwei Energieriegel mit, von denen sie einen der jungen Frau reichte. Offensichtlich einer dieser Energieriegel von denen man einen aß um satt zu werden und bei denen man wenn man mehr als einen aß Verstopfung bekam. Zudem erhielt sie noch eine kleine Belehrung darüber das man aufpassen sollte was man isst, was von der Asari mit einer kleinen ekelhaften Geschichte ausgeschmückt wurde. Die Vorstellung sein Inneres auszukotzen behagte Kathy nun überhaupt nicht, aber sie hatte sich natürlich schon vorher darüber informiert das man aufpassen musste, ob das Essen dextro oder levo Aminosäuren enthielt. Aber sie war eigentlich recht zuversichtlich das sie ihr Leben nicht durch eine falsche Nahrungsaufnahme beenden würde. Und das sie nicht auf einem Müllplaneten zu einem Dr.Zoidbergschen Arzt gehen wollte war für sie auch klar.

    Während die Asari sich den halben Riegel in den Mund stopfte und anschließend mit offenen Mund eine unverständliche Frage von sich gab, öffnete auch Kathy ihren Riegel und biss ab. Der Riegel war süß und er machte satt. Das war die Hauptsache auch wenn sie nichts gegen ein wenig mehr "Form" bei ihren Mahlzeiten einzuwenden. Aber sie war immerhin auf einem kleinem Raumschiff und nicht auf der Queen Mary 2 und wenn man Hunger hatte aß man was da war. Die Asari hatte inzwischen ihren Mundraum entleert und stellte nun eine Frage die verständlich war. Sogar eine sinnige denn es ging um das Geschäft und die Tätigkeiten, welche Kathy von ihr erwartete. Diese nahm gerade einen weiteren Bissen von dem Riegel und schluckte diesen erst bedächtig herunter, bevor sie antwortete.
    "Der Plan, Miss Vale ? Nun in einem Satz, wäre das die Ware zu verkaufen und wieder zu verschwinden.
    Aber ich erwähnte ja bereits das ich dieses ganze Unternehmen erst vor kurzem übernommen. So etwas führt bekanntlich immer zu Schwierigkeiten, also könnten wir es mit zickigen Abnehmern zu tun haben, unmotivierten Arbeitern und was sonst noch auftreten kann und so den Verkauf verzögern könnte. Mein Plan ist also das Geschäft wieder zum laufen zu bringen. Bekanntermaßen kann man manche Sachen vom Rechner aus klären, aber die wichtigen Sachen sollte man immer selbst in die Hand nehmen. Ihre Rolle bei dieser ganzen Prozedur, kann variieren je nachdem wie es läuft. Wenn es gut läuft müssen sie eigentlich nur neben mir stehen und nichts tun und bekommen dafür das Geld. Wenn es Schwierigkeiten gibt, brauche ich vielleicht ein wenig ihre Ortskenntnisse und Kontakte. Dann spielen sie gewissermaßen ein wenig den Fremdenführer. Um den geschäftlichen Teil kümmere ich mich dann natürlich selbst. Allerdings muss ich wissen inwiefern ich sie einplanen kann. Wie gut sind ihre Kenntnisse über Korlus und was für Kontakte haben sie ?",
    fragte sie geschäftlich. Dann aß sie den Rest ihres Riegels auf.


    Kathys Plan klang nach einer gehörigen Portion Drecksarbeit. Die Asari hoffte, dass die Menschenfrau die kommende Hilfe zu schätzen wissen würde, denn ohne Charis könnte ihr Ausflug schon bei der Ankunft in einem Desaster enden. Eine Frau von der Erde ohne jegliche Erfahrung im Umgang mit Aliens. Und dann auch noch im Terminus-System. Und dann auch noch mit einem frisch übernommenen, illegalen Geschäft. Und dann auch noch Drogen. Charis feierte innerlich Geburtstag, denn wenn Kathy so schlau und dankbar war, wie die Asari es hoffte, würde sie der Schmugglerin für die zusätzliche Hilfe einen richtig fetten Bonus zahlen!

    Sie haben die richtige Wahl getroffen, Miss Orlowski“, sagte Charis, bemüht diesmal keinen Fehler in der Aussprache des seltsamen Nachnamens zu machen. „Der gewöhnliche, verzeihen Sie mir den Ausdruck, Kleinkriminelle geht auf Korlus fast so schnell unter wie auf Omega. Nun, ich habe tatsächlich Kontakte. Sicherheitsdienstmitarbeiter, Kontrolleure, Robokit-Service, sehr diskret beim Ein- und Ausladen von Waren. Dazu noch eine Handvoll Schläger, Mörder, Attentäter und Informanten von hoher bis sehr hoher Qualität. Solange Sie sich also nicht sofort mit dem Syndikat verkrachen sollte es also ein gelungener Start sein“, erklärte Charis und nahm eine zufriedenen Schluck Kaffee.
    Auf Korlus Straßen herrscht, wie fast überall in Terminus, das Gesetz des Stärkeren. Könnte Ihnen also gefallen. Es gibt keine offiziellen Behörden oder Polizeieinheiten, dafür aber einen kriminellen Dachverband, das Syndikat, der ähnlich wie Aria auf Omega über Korlus verteilt ist und die kleineren Gangs und Organisationen unten hält. Soweit ich weiß sind die aber recht vernünftig, solange Sie sich der Hierarchie beugen und pünktlich Ihren >>Beitrag zur Sicherung und Bewahrung des Friedens auf Korlus<< zahlen“, fuhr Charis fort wobei sie die noble Wortwahl des Schutzgeldes in Anführungsstriche setzte.

    Die Asari dachte an Korlus dessen gelbe Sonne einen Goldglanz auf die unzähligen Trümmer warf, die scharf aus der Planetenoberfläche ragten wie schlecht verscharrte Leichenteile aus einem rasch ausgehobenen Grab. Es gab wie überall in den Terminus-Systemen auch eine Art rechtschaffene Bürger aus Korlus, hart arbeitendes Volk ohne Hang zur Kriminalität. Doch dieser Anteil begrenzte sich auf die größeren Städte, in denen bunte Reklametafeln die Nächte in einen Wirrwarr unechter Farben verwandelte und wo man so ziemlich alles bekommen konnte, was man wollte. Im Prinzip war Korlus wie Omega, nur flächenmäßig größer. Das einzige, was Charis Sorgen bereitete war Kathys unwissende Art. Man würde versuchen sie über den Tisch zu ziehen, sobald man bemerkte, dass sie neu war. Und Kathy würde vermutlich mit der menschentypischen, impulsiven Aggressivität antworten. Charis Ruf auf Korlus war für eine Schmugglerin ziemlich gut. Sie galt weithin als zuverlässig, vorausschauend und ohne die Ambitionen ihre Geschäftspartner übers Ohr zu hauen. Doch jeder Auftrag barg seine Risiken und sollte Kathy mit den falschen Personen aneinandergeraten, sowohl im Streit als auch in der Verhandlung, so würde dies letztlich auf Charis zurückfallen. Zudem wusste sie noch immer nicht, ob sie der Menschenfrau wirklich trauen konnte. Sie war zweifellos eine Gefahr, aber auch verschlagen. Ansonsten hätte sie wohl kaum ein ganzes Drogenlabor übernehmen können und das obwohl sie noch immer staunte wie ein Kleinkind, wenn sie in einem Cockpit saß.
    Sagen Sie mir, welche Art der Kontakte Sie brauchen. Ich schaue dann mal, ob ich da weiterhelfen kann. Und wenn nicht gilt auch hier das: ich kenne wen, der wen kennt-Prinzip.
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  14. #14
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    Keine Überraschung also auf Nos Astra, alles blieb gleich im Reich der azuren Fabelwesen. Wie es wohl war für Jahrhunderte zu leben, fragte er sich, und blickte den Tränen nach, die die Wange runterliefen. Fühlte man denn keine Abstumpfung, wenn man schon alle Liebhaber eines Lebens zuvor verloren hatte. Er hatte immer daran geglaubt; dass ein Leben nicht mehr viel bedeutete, wenn man in Jahrzehnten Geburtstage feierte, nicht mehr in Jahren. Wenn die Natur sich zu einem herabbückte und einen küsste, wenn einem vergönnt war, sein eigenes Leben als Maßstab der Zeit zu interpretieren. In 100 Jahren wäre er tot und sie würde den Tod ihrer Schwester wohl noch immer probieren zu verarbeiten. Und wenn die Schwester starb, wie wollte man dann nach Jahren der rationalen Entscheidungsgewalt reagieren. Asari Oeconomicus regierte auf Nos Astra. Eine eigene Perle des freien Marktes; schreckte selbst vor dem de-facto Sklavenhandel nicht zurück.

    Lass sie zurück mit all ihrem Geld.

    Er hätte durch die Tür gehen sollen, nie zurückblicken. Den nächsten bedeutungslosen Auftrag übernehmen und abschließen und den nächsten bedeutungslosen Auftrag übernehmen und abschließen. Irgendetwas einfaches. Nichts dieser Art. Wo man sich nicht die Finger verbrennen konnte. Aber er tat es nicht. Stattdessen blieb er vor seiner Auftraggeberin stehen. Seinem Boss auf Zeit. Für die er alles zu tun gewillt war laut den Statuten der Pinkerton-Detektei. Für die er schweigen würde und ackern mochte. Die ihre größten Kummer in seinen Schoß legte, auf das sie hoffte, er würde das Rätsel lösen und für Frieden sorgen. Die Tränen der Asari vor ihm, er hätte ihr Ritter sein dürfen. Und wenn in 100 Jahren noch immer der Fall ungelöst war, dann würde er zurückkehren müssen. Nutzloser, datternder Greis. Oder direkt aus dem Grab.

    "Miss Alave", sprach er sie an und besaß letztendlich doch noch genügend Anstand, um ihr ein Taschentuch zu reichen. Sie trocknete die Tränen, ihr Maskara saß trotzdem noch perfekt. Herr je, selbst wenn sie so zerbrechlich vor ihm war, hätte er... Fokus! Fokus! Die Asari war eine wahre Dame von Welt, Dame to kill for. Sie verdiente was besseres als einen schmachtenden Blick in einem wunden Moment. Im Kopf sagte er noch zwei-mal mehr ihren Namen, erinnerte sich an das Dossier über sie. Reich geboren, Studium der Jura und Wirtschaftswissenschaften, wissenschaftliche Publikationen und High-Society Parties. Schwer einzuschätzen, wenn man sie nur in den Polittalks sah. Aber jetzt so, vor ihm: Wer wohl der letzte war, der sie so sah. Drei weitere Geschwister in der Familie; alle von anderen Vätern. Die Mutter war eine Matriarchin, vor kurzem im Citadel-Blitz verstorben.

    "Danke; bitte, glauben Sie nicht, dass es mir immer so geht... ich musste nur zurückdenken, als sie die Militärakademie abgeschlossen hat. Damals, vor einigen Jahrzehnten, noch bevor die Menschen die Galaxie entdeckten... wie kann so viel schief gehen?"
    "In einigen Jahrzehten, Miss Algave. Ganze Existenzen gehen unter und richten sich wieder auf in weniger Jahren... Als Mensch habe ich wenigstens gelernt, dass es immer weiter geht, und auf Nos Astra, die Sonne nicht so rasch untergeht." Sie nickte überraschend bereitwillig als Reaktion auf seine fabrizierten Worte; er hatte eine harte Zeit ihr in die Augen zu blicken. Das war merkwürdig für ihn, schließlich rühmte er sich gerne mal, dass er Asaris überraschend lange standhalten konnte. Intensive Momente in schummrigen Bars in den Lower Levels. Für das war er zu haben. Hier aber war dünne Höhenluft, hier oben in den höchsten Apartments Nos Astras. "Viel was sie mir über ihre Schwester erzählt haben, macht neugierig auf mehr. Aber sie scheinen mir etwas durch den Wind zu sein, vertagen wir das Meeting auf ein anderes Mal, vielleicht heute Abend?" Sie pflichtete ihm bei. "Vielleicht ein paar Dinge noch zu erledigen." Sie nickte erneut, klar, sie wollte ihn wohl auch langsam loswerden. Der Kerl war wohl schon zu lange durchs Apartment gestolpert, ahnungslos rumblickend und schnüffelnd. Er verabschiedete sich nach den üblichen Gepflogenheiten, dankte aber nicht für den Auftrag. Das gehörte sich nicht, die Asari blickte ihm noch ein wenig nach, das spürt er in seinem Rücken. Den Aufzug hinab ignorierte fürs Erste. Blickte lieber noch einmal die hochstehende Sonne über Illium an. Selbst durch die Sonnenbrille tat sie weh.


    Woah --- woah...

    Viele andere Gedanken blieben ihm nicht mehr, als er aus dem Turm hier im n-sten Stock über die Brüstung noch einmal hinunterblickte. Schwammig vor Augen wurde ihm, der Vertigo-Effekt setzte ein. Er fiel mit dem Auge tiefer hinab. Tiefer hinab. Bald folgte der Aufprall. Dann riss er sich weg von der Brüstung, raus aus dem Abgrund. Mit einem Schlag. Dreimal blinzelte er, dann sah er wieder klar. Immer dreimal.

    Shinji stand noch immer vor dem Apartment der Verstorbenen. Weshalb er sich an das Fenster stellte, wusste er nicht mehr. Dann fiel ihm die Zigarette in der Hand auf und er meinte, zu glauben, es lag an der Aussicht. Die Zigarette von hier aus zu genießen war besser als im Fahrstuhl. Einmal zu oft sah er dann nach unten und die vermaledeite Höhenangst setzte ein. Als wollte man ihn verpönnen, nach Nos Astra gezogen zu sein. Seit dem vierten Tag verfolgte sie ihn. Er liebte die Stadt, aber sie machte es einem nicht leicht. Hier, wo der Traum eines jeden war, so weit oben wie möglich zu wohnen, wurde ihm schlechter, je größer die Nummer des Fahrstuhls.

    Er schnippte die Zigarette runter, schon im Fallen erlöschte sie durch den immer präsenten Wind. Einige Funken begleiteten sie, kaum wahrnehmbar für Shinji. Er hatte sich ohnehin schon umgedreht und den wartenden Fahrstuhl erneut geöffnet. In seiner Hosentasche zählte er blind die letzten Zigaretten ab; ach... das Hobby wurde zu teuer, Zeit es sein zu lassen. Aber erzählen Sie das mal einem Chinesen der in Shanghai aufwuchs. Dann kramte er sein Pad hervor, notierte sich einige Eindrücke von dem Meeting. Auf halber Distanz hielt der Lift an, ein stoischer Turianer stieg ein. Die Marke von Turianer, die hier eigentlich nichts auf Illium verloren hatte, weil Ehre ihr Handlungsspektrum limitierte und diktierte, und man von Ehre hier nichts finden würde...

    Gemeinsam fuhren sie bis in den dreiundzwanzigsten Stock. Hier stieg dann Shinji aus, überquerte eine nahe Brücke in das gegenüber liegende Gebäude und informierte sich beim Portier drei weitere Stöcke unten, wie er denn am besten den Eigentümer des Apartments an der Süd-Ost Seite auf Ebene.. "Was war es noch gleich? 46", erreichte. Durch die schauspielerische Einlage eines interessierten Mieters, der sich überlegte die Wohnung zu einem (überhöhten) Preis zu erwerben, war der Portier natürlich außerordentlich zuvorkommend. Anweisung von der Etage ganz oben; wenn man Gewinn machen konnte, war jede Info ok. Hier handelte es sich scheinbar um die Wohnung von Herrn Doktor O'sherzi. Salarianer. Vermögend, also kompetent. Im Fahrstuhl suchte er den Namen im Extranet. Rasch stellte sich heraus, es war Frau Dr. O'sherzi. Tätig in einer Schönheitschirugie. Sie hielt kürzlich eine Laudatio zu Ehren ihres Bosses. Und sie war stolze Besitzerin eines mächtigen Fernrohrs auf dem Balkon. Das war wiederum zumindest für ihn Grund genug, ihr einen Besuch abzustatten.
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  15. #15
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    Die Lichtstrahlen von Tesale stahlen sich durch die heruntergelassene Jalousie und tauchten das Zimmer so in ein düsteres Rot, das es schwierig machte, Details zu erkennen. Ein Tisch, darauf eine Flasche Gin, die gerade noch so genug Inhalt für eine weitere Mischung hatte, daneben ein Glas, das zur Hälfte gefüllt war, doch vermutlich auch nur, weil die Eiswürfel darin längst geschmolzen waren und um den Anblick zu komplettieren: ein Aschenbecher, der mit einem knappen Dutzend Kippen gefüllt war. Über den Stuhl war ein Achselholster gehangen, das Platz für zwei Pistolen bot, während über den Boden wie wild Kleidung verstreut lag. Lediglich der dumpfe Verkehrslärm vor dem Fenster war zu hören, ehe das Klingeln des Telefons die Stille im Zimmer brach und sich eine Gestalt im Bett zu räkeln begann, die das Bettlaken ob der Hitze irgendwohin gestrampelt hatte und jetzt splitterfasernackt auf dem Bauch lag. Ein Stöhnen war zu hören und blind tastete sie nach dem Hörer, den sie schließlich auch fand, nachdem sie die Nachttischlampe zu Boden geschmissen hatte.
    Johnny Zimbabwe, der Mann fürs Grobe“, meldete sich die Gestalt am Telefon und fing unweigerlich an zu husten.
    „Guten Morgen, Sir. Sie hatten gewünscht, geweckt zu werden.“
    Johnny Zimbabwe riss die Augen auf und richtete sich ruckartig in seinem Bett auf. Er sah sich für einen Moment um, ehe sich ein breites Grinsen in sein Gesicht stahl.
    Ja, genau. Vielen Dank!
    Er legte auf und stand mit einer schwunghaften Bewegung auf, tippte einige Eingaben auf seinem Omnitool, woraufhin sein Lieblingssender im Radio anging und fetziger Asari-Funk aus den Boxen dröhnte. Rhythmisch mit der Hüfte schwingend begab sich Johnny Zimbabwe ins Bad, wo eine ähnliche Unordnung herrschte wie im Schlafzimmer und er sich für einen Moment im Spiegel betrachtete. Die Sonnenbrille hatte er unterwegs bereits aufgegabelt und gemeinsam mit seinem Schmuck war das das einzige, was er trug. Das Grinsen im Gesicht des Söldners wurde breiter und er zwinkerte sich selbst zu.
    Gut siehst du aus, Großer.
    Noch immer tanzend ging er zum Kühlschrank des äußerst schäbigen Motelzimmers, holte einen Protein-Milch-Schoko-Drink heraus, die gerade wahnsinnig angesagt waren in Nos Astra - guter Geschmack! – und tanzte weiter Richtung Balkontür, die offen stand und einen herrlich trostlosen Blick auf ein Gewerbegebiet freigab. Noch immer völlig nackt ging Johnny Zimbabwe hinaus auf den Balkon, streckte sich, wobei er lauthals den letzten Rest an Müdigkeit aus seinem Körper brüllte und trank schließlich einen Schluck seines Drinks, der gleichzeitig sein Frühstück sein sollte. Er bemerkte, wie er beobachtet wurde und sah zur Seite, auf den benachbarten Balkon, wo eine Asari in einer Liege in einem Magazin blätterte, über dessen Rand sie ihn genervt ansah.
    Hi“, begrüßte Johnny Zimbabwe sie auf die schmierigste Art, wobei er ihr zunickte und weiter grinste. Sie realisierte indes, dass er völlig nackt vor ihr stand und aus dem genervten Blick wurde ein peinlich berührter, zumindest deutete Johnny Zimbabwe so die aufgerissenen Augen und die Gesichtsentgleisung beim Anblick seines besten Freundes, der wohl auch so langsam wach wurde. Ohne ein Wort legte sie das Magazin beiseite und flüchtete in ihr Zimmer.
    Oh yeah“, murmelte Johnny Zimbabwe und gönnte sich einen weiteren Schluck seines Frühstücks, wobei er den Blick über Nos Astra schweifen ließ. Er wusste nicht wie spät es war, doch er ging davon aus, dass es immer noch Vormittag war. Die beste Zeit also, um in einen produktiven und geschäftigen Tag zu starten! Johnny Zimbabwe lachte und leerte den Proteindrink, dessen leere Verpackung er irgendwo hinter sich warf. Es war Zeit, zu verschwinden. Einen letzten Blick warf er noch hinüber, zu der sich bräunenden Nachbarin, doch die hatte den Vorhang zugezogen. Johnny Zimbabwe zuckte mit den Schultern und begann, sich anzuziehen. Selbst sein ärmelloses Hemd war ihm bei den Temperaturen auf Illium zu warm, doch genau deswegen liebte er diesen Felsen so verdammt. Es war immer warm und die Tage, an denen es regnete, konnte man pro Jahr an zwei Händen abzählen. Nun, zumindest als Mensch.

    Kurz den Staub aus der Jeans geklopft, die Haare gerichtet und sich die Zähne geputzt und schon war Johnny Zimbabwe durch die Tür getreten, eine Sporttasche lässig über den Rücken geschwungen. Das Radio schaltete er nicht aus, sollten die anderen Gäste ruhig etwas gute Musik hören. Die Zimmertüren waren allesamt auf den Hof gerichtet, den das Motel mit seiner O-Form bildete und Johnny Zimbabwe stand direkt vor einer Treppe. Naja, nicht ganz direkt vor der Treppe – zwischen ihm und den Stufen war noch ein Salarianer, der ihn verwundert musterte.
    „Was machen Sie in meinem Zimmer?“, fragte der Weltraumsalamander und Johnny Zimbabwe schürzte nachdenklich die Lippen.
    Johnny Zimbabwes Facility Management“, flötete er und warf dem überraschten Salarianer die Zimmerschlüssel zu, welche auf dessen Brust sie landeten und schließlich zu Boden segelten, „ich bin der Hausmeister.
    Mit diesem Spruch auf den Lippen schwang sich Johnny Zimbabwe auf das Treppengeländer und rutschte es im Takt der noch dumpf hinter der Tür zu hörenden Musik pfeifend hinunter. Der Salarianer, offensichtlich Geschäftsmann oder irgendein anderer Schlipsträger, stand noch eine Weile da und sah Johnny Zimbabwe hinterher, wie dieser auf sein Skybike stieg und mit laut knatterndem Motor hinaus auf die Highways Nos Astras jagte.
    Na los, Großer, lass uns ein Abenteuer finden.
    fL00x is offline Last edited by fL00x; 07.09.2015 at 20:55. Reason: Charakterfarbe angepasst

  16. #16
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    "​Jon, wir können so nicht mehr weiter machen. Der reißt uns den Arsch auf!" stotterte das Stück Elend in der Ecke, während Rauch von seiner Zigarette das Hotelzimmer verpestete. Er wollte eigentlich aufhören, das hat er jedenfalls seiner Freundin versprochen, aber nicht jetzt. Nicht mit einem Bein im Grab. "Das wird er nicht, verdammt nochmal!" brüllte der Mann ihn gegenüber. Wie ein zum Tode verurteilter Verbrecher spazierte er hektisch durch daß Zimmer und zermürbte sich den Kopf um die nächsten Stunden. "Wir haben Aria auf unserer Seite! Der Mann ist irre, aber doch nicht Lebensmüde, oder Philipp!" Ein klägliches Kichern erfüllte den Raum. Der dritte und letzte Mann im Zimmer stand mit den Rücken zu den beiden anderen Männern und starrte aus den fleckigen Fenster und fragte sich ob er einen Sprung überleben würde. "Du kennst den Mann nicht, ich aber! Der schießt dir einen Zeh ab wenn du nicht über seinen Witz lachst, wenn du zu spät kommst brennt dein Haus zufällig nieder. Der Mann ist die Reinkarnation von Wahnsinn, und wir stehen auf seiner Liste!" Tränen rollten über das Gesicht des Mannes, seine Familie hat er sicher schon. "Aber was..." ein Klopfen an der Tür unterbrach sie.


    "Zimmerservice." rief eine junge Frauenstimme. Alle drei zogen monoton ihre Waffen und gingen in Deckung "Wir haben nichts bestellt, verschwinden sie!" "Aber sie wollten doch den Gin, nicht wahr?" Kurz herrschte Stille, bis sich ein Mann herhob. "Ja ich, sorry Jungs." "Mensch Philipp, was soll das?" Philipp torkelte benommen zur Tür und legte die Hand um den Knauf. "Mach die Scheißtür nicht auf!, brüllte der dritte Mann, oder ich blass dir den Schädel weg!" Mit einen gequälten Gesichtsausdruck sah er seine Freunde an "Ich bin schon tot" flüsterte er und drehte den Griff. Davor stand eine hübsche junge Dame mit einer Flasche Gin in der Hand, weder Mörder noch Assasinen waren in der Nähe. Ohne ein Wort nahm er die Flasche und schloss sie die Tür.

    "Endlich" sagte er und genoß sich einen großen Schluck. "Hey Jon. Willst du was?" fragte er lächelnd. Mit einem stummen Nicken nahm Jon die Flache. "Mein Gott, wir werden gejagt und ihr denkt nur ans saufen!" meckert der Mann am Fenster. Sein Blick war wieder starr aus den Fenster gerichtet. "Wir haben eben nichts mehr! Wir..., Scheiße. Mein Magen dreht durch. Philipps Augen wurden glasig, seine Beine wurden weich und er kippte nach vorn. Gin, Blut und Speichel tropfte ihn aus den Mundwinkel. Jon ging es nicht besser, beide lagen am Boden, zuckten wie Fische am Land. "Verdammt, was ist passiert!" keuchte der dritte Mann. In Bruchteilen einer Sekunde kam die Antwort durch die Tür. Das Holz splitterte und Männer mit Schwarz-Grauen Panzerungen kamen hereingestürmt. Der letzte Mann griff nach seiner Waffe aber ein Schuß durchbohrte seinen Arm und er fiel gegen die Wand. Die Söldner bezogen Stellung im Raum, ihre Augen auf den Mann gerichtet. Dann kam er, eine große Gestalt tratt durch die Tür.

    Seine Schuhe klopften auf den Holzfußboden und stoppte vor Jon und Philipp. Ihre Gesicht waren verzerrt und ihre Körper verkrampft. Mit einen Lächeln zog der Schatten eine Carnifex und richtet sie auf Jon. "Deine Frau und deine Kinder sind tot " dann drückte er ab. Blut spritzte und besprenkelte den schwarzen Anzug und das markante Gesicht. "Und deine Freundin ist nun meine" sagte er zu Philipp und drückte ab. "Magst du keinen Gin? " fragte er einladend den dritten Mann. "Was?" fragte der Verletzte völlig verwirrt. "MAGST DU KEINEN GIN?" schrie der Mann im Anzug "Eine ganz einfache Frage" Der letzte Mann schreckte zurück "Doch, doch. Ich wollte nur einen klaren Kopf bewahren." "Schöne Einstellung, mein Kopf wird durch Alkohol erst aktiv. Entschuldige meine Manieren, wie heißt du?" "Kenny, ich heiße Kenny." Der Mann im Anzug reichte ihn die linke Hand. Sein Zeige und Ringfinger waren komplett weg. Der Mann im Anzug zeigte ein ehrliches und diabolisches Lächeln. Blut tropfte vom Mundwinkel "Ich heiße Dawn Morgan, schön dich kennenzulernen."
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  17. #17
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    Woah --- woah...

    Viele andere Gedanken blieben ihm nicht mehr, als er aus dem Turm hier im n-sten Stock über die Brüstung noch einmal hinunterblickte. Schwammig vor Augen wurde ihm, der Vertigo-Effekt setzte ein. Er fiel mit dem Auge tiefer hinab. Tiefer hinab. Bald folgte der Aufprall. Dann riss er sich weg von der Brüstung, raus aus dem Abgrund. Mit einem Schlag. Dreimal blinzelte er, dann sah er wieder klar. Immer dreimal.

    Shinji stand noch immer vor dem Apartment der Verstorbenen. Weshalb er sich an das Fenster stellte, wusste er nicht mehr. Dann fiel ihm die Zigarette in der Hand auf und er meinte, zu glauben, es lag an der Aussicht. Die Zigarette von hier aus zu genießen war besser als im Fahrstuhl. Einmal zu oft sah er dann nach unten und die vermaledeite Höhenangst setzte ein. Als wollte man ihn verpönnen, nach Nos Astra gezogen zu sein. Seit dem vierten Tag verfolgte sie ihn. Er liebte die Stadt, aber sie machte es einem nicht leicht. Hier, wo der Traum eines jeden war, so weit oben wie möglich zu wohnen, wurde ihm schlechter, je größer die Nummer des Fahrstuhls.

    Er schnippte die Zigarette runter, schon im Fallen erlöschte sie durch den immer präsenten Wind. Einige Funken begleiteten sie, kaum wahrnehmbar für Shinji. Er hatte sich ohnehin schon umgedreht und den wartenden Fahrstuhl erneut geöffnet. In seiner Hosentasche zählte er blind die letzten Zigaretten ab; ach... das Hobby wurde zu teuer, Zeit es sein zu lassen. Aber erzählen Sie das mal einem Chinesen der in Shanghai aufwuchs. Dann kramte er sein Pad hervor, notierte sich einige Eindrücke von dem Meeting. Auf halber Distanz hielt der Lift an, ein stoischer Turianer stieg ein. Die Marke von Turianer, die hier eigentlich nichts auf Illium verloren hatte, weil Ehre ihr Handlungsspektrum limitierte und diktierte, und man von Ehre hier nichts finden würde...

    Gemeinsam fuhren sie bis in den dreiundzwanzigsten Stock. Hier stieg dann Shinji aus, überquerte eine nahe Brücke in das gegenüber liegende Gebäude und informierte sich beim Portier drei weitere Stöcke unten, wie er denn am besten den Eigentümer des Apartments an der Süd-Ost Seite auf Ebene.. "Was war es noch gleich? 46", erreichte. Durch die schauspielerische Einlage eines interessierten Mieters, der sich überlegte die Wohnung zu einem (überhöhten) Preis zu erwerben, war der Portier natürlich außerordentlich zuvorkommend. Anweisung von der Etage ganz oben; wenn man Gewinn machen konnte, war jede Info ok. Hier handelte es sich scheinbar um die Wohnung von Herrn Doktor O'sherzi. Salarianer. Vermögend, also kompetent. Im Fahrstuhl suchte er den Namen im Extranet. Rasch stellte sich heraus, es war Frau Dr. O'sherzi. Tätig in einer Schönheitschirugie. Sie hielt kürzlich eine Laudatio zu Ehren ihres Bosses. Und sie war stolze Besitzerin eines mächtigen Fernrohrs auf dem Balkon. Das war wiederum zumindest für ihn Grund genug, ihr einen Besuch abzustatten.

    Aus dem Fahrstuhl erst einmal draußen, benötigte er zwei, drei Umdrehungen und zaghafte Erkundschaftungstouren durch die Korridore bis er sich sicher, er war auf dem richtigen Weg. Noch einmal kurz gegähnt, der Tag war jetzt schon viel zu lange, dann klingelte er an der Tür.

    Frau O'sherzi machte ihm auf. Dattrige Salarianer-Oma, dachte er bei sich. Die hängende Haut der Frau Doktor gab es schon lange auf straff zu sein, jetzt hing sie nur noch herab. Lang gezogen wie Teig, sich gegenseitig überlagernd auf mehreren Schichten. Frau Doktor trug ein Sommerkleid, das genügend Haut zeigte. "Und Sie sind?", fragte sie schorf.

    Shinji erhielt Eintritt in dem er ihr von der Nachbarin erzählte und dem Fernrohr. Relativ rasch war klar, dass Frau Doktor O'sherzi die verstorbene Asari durchaus kannte. Er zeigte ihr eine Handvoll Fotos, nachdenklich fuhr sie mit den Fingern entlang. Für den Moment schwebte sie in der Erinnerung. Und ihm wurde klar, dass die Frau Doktor wohl die Asari von irgendwo her kannte. In dem hübsch eingerichteten Apartment fiel es nicht sofort auf unter all den Skulpturen, Gemälden und dem mächtigen, prunkvollen Piano in der Ecke, aber Frau Doktor O'sherzi hatte zahlreiche Bilder ihrer Patienten; das besondere daran, sie waren alle noch mit Bandagen und Pflastern versehen. Kein einziges Portrait zeigte den Patienten vorher oder nachher. Alle waren sie wie Mumien verkleidet. Fotografiert in dem Augenblick, als sie wie Horrogestalten in ihrem Bett lagen oder durch die Flure streiften.

    "Ist das Methode?", fragte er nach.
    "Nur weil ich häufig an jemanden rumschneide und korrigiere, heißt es nicht, dass ich den Blick für... die, für die Seele verloren haben, Herr Vu." Das ließ ihn still werden für den Moment; widerwillige probierte er nun die Blicke einzufangen und zu interpretieren. Erfolglos. O'sherzi war eine Dame, die wohl genau die Menschen lesen konnte, die sie besuchten. "Es zeigt sich gerne eine tiefe Aussicht in eben jene Seele, wenn die Leute verletzlich, einsam haben. Gerade um ihre eigene Schönheit. Wenn sie nicht wissen, was passieren wird, wenn sie sich in den Spiegel blicken und so anders aussehen..."

    Er trat näher an ein Portrait. Glaubte sie das wirklich, die alte Hexe der Chirugie. Ihre Assistent-Ärzte lachten bestimmt über derlei pseudo-Geschwafel. Die Seele im Auge der bandagierten Asari suchend, war er so nah, dass er sein eigenes Spiegelbild stattdessen fand. Er wirkte ausgelaugt und müde. Chronische Müdigkeit fehlte gerade noch in seinem Palmares. Ein wenig am Nacken gerieben, entschärfte zwar die Situation, aber noch immer blieben ihm die Blicke ins Seelenleben verschlossen.

    "Und wo ist dann meine Asari...", riet er ins Blaue. So wie die Dame noch jetzt die Fotos umklammerte und nicht zurück geben wollte, war es deutlich, dass eine freundschaftliche, emotionale Beziehung bestehen würde. Und wenn man ganz ehrlich, der Geist auf seinen Schultern war etwas zu hübsch, als dass er bloß von Natur ausgesegnet war. "Die Busen, richtig?"
    "Ich würde sagen", frohlockte sie. "Es ist sogar eines meiner schönsten, eine meisterhafte Verkleinerung." Stolz präsentierte sie ein Album. "Eben so, die Nase. Ich bin Spezialistin für die Nase, müssen Sie wissen."
    "Ich bin auch eigentlich recht fähige Spürnase", erwiderte er und deutete auf das Fernrohr. Ohne um Erlaubnis zu fragen, schritt er zum Fernrohr. Die Sonne blendete ihn gewaltig, aus allen Richtungen blendeten sie ihn immer.
    "Es dunkelt automatisch für sie ab", warnte ihn die Wohnungseigentümerin. Warum eigentlich auch nicht. Auf der entdeckten Terrasse gegenüber von ihm, circa 200 Meter Luftlinie, erkannte er Miss Algave wie sie nervös auf der Terrasse auf und ab spazierte, einen Drink nach dem anderen leerte. Meistens hatte sie gleich zwei abwechselnd in der Hand. "Und haben Sie dann etwas gesehen durchs Fernrohr, bevor oder nach dem... Vielleicht hilft mir etwas weiter."
    "Weiterhelfen womit? Sie wieder zu töten?!"
    Shinji erstarrte für den Moment. Dann einen weiteren. Was hatte sie noch gesagt. Er drehte sich dann um, traute aber seinen Augen ncht. Die dattrige Salarianerin war wohl scheinbar bereit ihr Leben zu riskieren, zu opfern, für die Asari. Jetzt stand sie, ihre dürren Storchenhaxen zitterten und schlotterten. Shinji trauten seinen Augen nicht, aber sie hielt tatsächlich eine Carnifex auf ihn gerichtet. Ebenso wie er die Hände in Höhe streckte, folgten ihm seine Augenbrauen; sich selbst wundernd, was hier jetzt vor sich ging.
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    Shonak is offline Last edited by Shonak; 08.09.2015 at 10:06.

  18. #18
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    Quote Originally Posted by fL00x View Post
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    Die Lichtstrahlen von Tesale stahlen sich durch die heruntergelassene Jalousie und tauchten das Zimmer so in ein düsteres Rot, das es schwierig machte, Details zu erkennen. Ein Tisch, darauf eine Flasche Gin, die gerade noch so genug Inhalt für eine weitere Mischung hatte, daneben ein Glas, das zur Hälfte gefüllt war, doch vermutlich auch nur, weil die Eiswürfel darin längst geschmolzen waren und um den Anblick zu komplettieren: ein Aschenbecher, der mit einem knappen Dutzend Kippen gefüllt war. Über den Stuhl war ein Achselholster gehangen, das Platz für zwei Pistolen bot, während über den Boden wie wild Kleidung verstreut lag. Lediglich der dumpfe Verkehrslärm vor dem Fenster war zu hören, ehe das Klingeln des Telefons die Stille im Zimmer brach und sich eine Gestalt im Bett zu räkeln begann, die das Bettlaken ob der Hitze irgendwohin gestrampelt hatte und jetzt splitterfasernackt auf dem Bauch lag. Ein Stöhnen war zu hören und blind tastete sie nach dem Hörer, den sie schließlich auch fand, nachdem sie die Nachttischlampe zu Boden geschmissen hatte.
    Johnny Zimbabwe, der Mann fürs Grobe“, meldete sich die Gestalt am Telefon und fing unweigerlich an zu husten.
    „Guten Morgen, Sir. Sie hatten gewünscht, geweckt zu werden.“
    Johnny Zimbabwe riss die Augen auf und richtete sich ruckartig in seinem Bett auf. Er sah sich für einen Moment um, ehe sich ein breites Grinsen in sein Gesicht stahl.
    Ja, genau. Vielen Dank!
    Er legte auf und stand mit einer schwunghaften Bewegung auf, tippte einige Eingaben auf seinem Omnitool, woraufhin sein Lieblingssender im Radio anging und fetziger Asari-Funk aus den Boxen dröhnte. Rhythmisch mit der Hüfte schwingend begab sich Johnny Zimbabwe ins Bad, wo eine ähnliche Unordnung herrschte wie im Schlafzimmer und er sich für einen Moment im Spiegel betrachtete. Die Sonnenbrille hatte er unterwegs bereits aufgegabelt und gemeinsam mit seinem Schmuck war das das einzige, was er trug. Das Grinsen im Gesicht des Söldners wurde breiter und er zwinkerte sich selbst zu.
    Gut siehst du aus, Großer.
    Noch immer tanzend ging er zum Kühlschrank des äußerst schäbigen Motelzimmers, holte einen Protein-Milch-Schoko-Drink heraus, die gerade wahnsinnig angesagt waren in Nos Astra - guter Geschmack! – und tanzte weiter Richtung Balkontür, die offen stand und einen herrlich trostlosen Blick auf ein Gewerbegebiet freigab. Noch immer völlig nackt ging Johnny Zimbabwe hinaus auf den Balkon, streckte sich, wobei er lauthals den letzten Rest an Müdigkeit aus seinem Körper brüllte und trank schließlich einen Schluck seines Drinks, der gleichzeitig sein Frühstück sein sollte. Er bemerkte, wie er beobachtet wurde und sah zur Seite, auf den benachbarten Balkon, wo eine Asari in einer Liege in einem Magazin blätterte, über dessen Rand sie ihn genervt ansah.
    Hi“, begrüßte Johnny Zimbabwe sie auf die schmierigste Art, wobei er ihr zunickte und weiter grinste. Sie realisierte indes, dass er völlig nackt vor ihr stand und aus dem genervten Blick wurde ein peinlich berührter, zumindest deutete Johnny Zimbabwe so die aufgerissenen Augen und die Gesichtsentgleisung beim Anblick seines besten Freundes, der wohl auch so langsam wach wurde. Ohne ein Wort legte sie das Magazin beiseite und flüchtete in ihr Zimmer.
    Oh yeah“, murmelte Johnny Zimbabwe und gönnte sich einen weiteren Schluck seines Frühstücks, wobei er den Blick über Nos Astra schweifen ließ. Er wusste nicht wie spät es war, doch er ging davon aus, dass es immer noch Vormittag war. Die beste Zeit also, um in einen produktiven und geschäftigen Tag zu starten! Johnny Zimbabwe lachte und leerte den Proteindrink, dessen leere Verpackung er irgendwo hinter sich warf. Es war Zeit, zu verschwinden. Einen letzten Blick warf er noch hinüber, zu der sich bräunenden Nachbarin, doch die hatte den Vorhang zugezogen. Johnny Zimbabwe zuckte mit den Schultern und begann, sich anzuziehen. Selbst sein ärmelloses Hemd war ihm bei den Temperaturen auf Illium zu warm, doch genau deswegen liebte er diesen Felsen so verdammt. Es war immer warm und die Tage, an denen es regnete, konnte man pro Jahr an zwei Händen abzählen. Nun, zumindest als Mensch.

    Kurz den Staub aus der Jeans geklopft, die Haare gerichtet und sich die Zähne geputzt und schon war Johnny Zimbabwe durch die Tür getreten, eine Sporttasche lässig über den Rücken geschwungen. Das Radio schaltete er nicht aus, sollten die anderen Gäste ruhig etwas gute Musik hören. Die Zimmertüren waren allesamt auf den Hof gerichtet, den das Motel mit seiner O-Form bildete und Johnny Zimbabwe stand direkt vor einer Treppe. Naja, nicht ganz direkt vor der Treppe – zwischen ihm und den Stufen war noch ein Salarianer, der ihn verwundert musterte.
    „Was machen Sie in meinem Zimmer?“, fragte der Weltraumsalamander und Johnny Zimbabwe schürzte nachdenklich die Lippen.
    Johnny Zimbabwes Facility Management“, flötete er und warf dem überraschten Salarianer die Zimmerschlüssel zu, welche auf dessen Brust sie landeten und schließlich zu Boden segelten, „ich bin der Hausmeister.
    Mit diesem Spruch auf den Lippen schwang sich Johnny Zimbabwe auf das Treppengeländer und rutschte es im Takt der noch dumpf hinter der Tür zu hörenden Musik pfeifend hinunter. Der Salarianer, offensichtlich Geschäftsmann oder irgendein anderer Schlipsträger, stand noch eine Weile da und sah Johnny Zimbabwe hinterher, wie dieser auf sein Skybike stieg und mit laut knatterndem Motor hinaus auf die Highways Nos Astras jagte.
    Na los, Großer, lass uns ein Abenteuer finden.

    Das Skybike raste durch die Wolkenkratzerschluchten Nos Astras, wobei der Fahrer herzlich wenig auf die vorgegebene Raumordnung gab und sich so durch die Sky- und Highways schlängelte, wie es ihm gerade passte. Das Hupen eines Lieferwagens kommentierte er dabei mit einem in die Luft gestreckten Mittelfinger und lautem Lachen.
    Sayonara, ihr Poephols! Oh shi-
    Den Lastwagen, der es wohl gar nicht schätzte, als Arschloch bezeichnet zu werden, hatte er nicht kommen sehen und so tauchte er die Nase seines Skybikes ruckartig nach unten, um unter dem tonnenschweren Sattelschlepper hinweg zu tauchen. Ein herber Fluch auf Afrikaans war die Reaktion des Skybike-Fahrers, der grummelnd seine Faust in Richtung der Fahrerkanzel reckte.
    Teef“, murmelte Johnny Zimbabwe das Afrikaans-Wort für Schlampe und lies seinen Blick über die Fassaden streifen, „oh, Donuts!
    Das Klingeln seines Kommunikators ertönte und Johnny Zimbabwe nahm den Anruf an. Die Mühe, nach der Nummer zu sehen, machte er sich schon gar nicht mehr. Wer seine Nummer hatte war überschaubar und ein Anruf bedeutete meistens einen billigen Rausch oder Arbeit. Beides Dinge, die Johnny Zimbabwe sehr schätzte.
    „Bist du gerade frei?“, fragte eine altbekannte Stimme am anderen Ende.
    Johnny Zimbabwe hat immer Zeit für dich, Baby“, schnurrte der Söldner, nachdem er mit seinem Skybike direkt vor einem kleinen Fenster des Donutladens parkte und für seine Bestellung deshalb noch nicht mal absteigen musste. Der Rest der Schlange, vor die er sich wie selbstverständlich gedrängelt hatte, kommentierte das natürlich mit einer Mischung aus verärgertem Gegrummel und lauten Beschimpfungen.
    „Sehr schön“, seufzte die Asari etwas genervt, aber ansonsten nicht weiter reagierend, „ich schicke dir eine Adresse, wo wir uns treffen werden. Sei pünktlich, über Zeit verfügen wir im Moment nicht im Überfluss.“
    Ich komme immer zum richtigen Zeitpunkt, wenn du weißt, was ich meine.
    Doch die Asari hatte schon aufgelegt, bevor er den Satz überhaupt zu Ende gesprochen hatte. Johnny Zimbabwe grinste. Sein Game war heute überragend! Er nahm einen großen Bissen von seinem Donut, sodass etwas Puderzucker seinen Mund umrandete, ehe er mit einem lauten Knallen den Motor aufheulen ließ und wieder aufstieg auf Höhe eines Skyways, der ihn direkt zu der angegebenen Adresse führen würde. Er kannte den Laden, der sich meist dadurch auszeichnete, dass man die lauten Bässe meistens schon hörte, während man sich noch in der Seitenstraße einen Block weiter befand. Johnny Zimbabwe grinste. Die Kleine bewies auf ein Neues, dass sie Geschmack hatte.
    fL00x is offline Last edited by fL00x; 11.09.2015 at 20:25. Reason: Charakterfarbe angepasst, Grammatik, Betreff

  19. #19
    Abenteurer SebiMaster's Avatar
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    Ein Schwarz-grauer Jäger durchschnitt die kalte Luft von Omega. Darin befanden sich einige Mitglieder der Deadly Achilles und ihr Anführer, der gefürchtete Nathan. Dieser blickte mit trüben Augen aus den Fenster, er brauchte unbedingt einen Schuss. Die rötliche Atmosphäre überzog den Planeten wie einen blutigen Mantel. Nathan lächelte, er konnte nicht anders. "Sie werden alle sterben." dachte er. Das kühle Metall des Zünders kribbelte in seiner Hand. Nathan blickte in die Reihen seiner Männer. Alle sahen starr auf ihre Füße. Niemand traute sich den Blick des Bosses zu kreuzen. "​Kennt jemand einen guten Witz?" fragte Nathan und durchbrach die Stille. Niemand wollte antworten und den Boss verärgern, bis sich ein mutiger Mann fand. "Ja ich Sir." flüsterte eine ärmlich Stimme. "Leg los! Begeistere mich." rief Nathan lächelnd. Der Soldat schluckte "Also, was hat eine Quarianerin und eine Büchse Sardinen gemeinsam?" Nathan zuckte mit den Schultern. "Beide riechen beim Aufmachen nach Fisch." erklang die Pointe.

    Alle Blicke waren nun auf Nathan gerichtet. Sollen sie lachen oder beschämt wegschauen. Nathan betrachtet den Zünder in seiner Hand. "Weißt du, begang er mit ruhiger Stimme, ich kannte eine Quarianerin, sie war schlau, mutig und stark. Ich wollte ihr Gesicht sehen, sie nahm ihre Maske ab, nur für eine Sekunde." Nathan sah von seinen Händen auf und blickte direkt in die panischen Augen des Soldaten. Die rechte Hand formte der Söldnerboss zu seiner Waffe und hielt sie sich an die Schläfe. "Peng! Tot, ein Attentäter wollte mich erwischen, aber sie stand im Weg. Ich habe sie nur einige Sekunden ohne Maske gesehen" Nathan richtete sich auf. "Macht mal einer bitte eine Tür auf, es ist ziemlich stickig." rief er zu den restlichen Söldner. Sofort öffnete einer hektisch eine Tür. Nathan ging auf den Witzbold zu, er steckte ihn den Zünder in die Hand und ging mit ihm zur offenen Tür.
    Der Wind wehte unglaublich stark und fegte sie fast um. "Für Sekunden hab ich sie ohne Maske gesehen, und weißt du was?" flüsterte Nathan eiskalt und packte den Witzbold bei den Schultern. Dieser umklammerte angstvoll den Zünder. "Ich habe keinen Fisch gerochen!" Mit einen kräftigen Ruck stoß er den Mann aus der Tür, und mit ihn den Zünder. Der klägliche nach Leben bettelnde Ruf des Mannes wurde immer leiser. Nathan hämmerte an die Tür zum Cockpit. "Gib Gas! Gleich geht's los!" rief er und klammerte sich mit der Hand um einen Griff während er seinen Blick auf das weit entfernte Hotel Parano richtete. Der Pilot legte alle Energie in den Antrieb. Der Zünder schlug mit den Mann am Boden auf und das Hotel Parano ging in einer flammenden Explosion zu Grunde. Menschen schrien, eine Rauchwolke stieg auf und Nathan lächelte zufrieden. Niemand wird das vergessen. Aria wird das nächste Opfer.Die Deadly Achilles werden über Omega herrschen. Nathan drehte sich zu seinen Männern "Kennt jemand einen guten Witz?"
    We're all Mad here
    SebiMaster is offline Last edited by SebiMaster; 12.09.2015 at 18:17.

  20. #20
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    Noch mit Staub aus dem australischen Outback im Getriebe des Skybikes, drängelte er von der Rampe des Transportschiffes. Leichtes Gepäck auf dem Rücksitz verstaut, der matte Helm reflektierte lustlos die Lichter des Raumhafens. Die Asari Business-Ladies nörgelten wegen des Motorenlärms. America wollte keine Zeit verlieren, wieder den Speed spüren nach den Tagen an Bord des Transportschiffes. Vroom, vroom!

    Es war die Linie von der Erde nach Illium. One-way Ticket. Die meisten der Passagiere waren wegen dem Geschäft oder wegen Urlaub auf der Erde. Urlaub hatte auch er gemacht auf der Erde - Zwangsurlaub, weil sein letzter Partner das Zeitliche gesegnet hatte. Wieder einmal. Das vierte Mal schon seit er bei der weißen Orchidee angestellt war. Psychologische Entlastung nannten sie es, in Wirklichkeit wussten sie bloß nicht, ob sie weiter auf ihn zählen konnten. Dass er sich paar schöne Wochen auf der Erde machen sollten, meinten sie und gaben ihm ein Ticket zur Erde und eine Einladung für ein Spiel der Australian Open. Das Hotel sah er nur zweimal, schon am Tag seiner Ankunft zischte Murica los, um Australien zu entdecken. Die Freiheit eines ganzen Kontinents kostete er aus, aß mit der Handvoll von Ureinwohnern, die noch übrig blieben, und schwamm in den wieder errichteten Arealen des (nun ja, kleinen) Great Barrier Reefs. Wie ein braver Drell hatte er ein paar Fische geangelt, und statt eine aussterbende Spezies um ein Exemplar zu verringern, bevorzugte er es großgewachsene Koala-Bären in den Naturschutzparks zu liebkosen. Es war ein guter Sommer Down Under.
    Er war entzückt das Tennis der Menschen zu sehen und konnte nicht widerstehen, sein hart verdientes Geld für ein prestigeträchtiges Sammlerobjekt auszugeben: In diesem Fall ein hand(?)-signierter Tennisschläger, paar tausend Credits kostete ihn das und riss ein kleines Loch in sein (Reise-)Budget. Aber jetzt war er wieder hier auf Illium, bereit seinem Tagewerk nachzugehen, das schon genügend Credits in die Kassa spülen würde.

    Hinter ihm kam ein rumpeliges Skycar von der Ladefläche, gemeinsam beanspruchten sie die Mittelreihe der Andockbucht. Die Fußgänger hielten sich stattdessen an den Seitenrändern auf. Vorne zeigte eine Asari-Angestellte den Fußgängern den Weg, rein ins Gebäude zur Anmeldung. Für die handvoll von Vehikeln gab es eine eigene Anmeldestation, um den Prozess zu erleichtern. Wenigstens machte es so einigermaßen Sinn, wo sollte man die Karre auch jetzt groß parken? Die Station war heute sogar einmal besetzt, etwas das nicht immer der Fall war. Mehrere Cars von anderen Schiffen standen vor ihm, er schlängelte sich aber einfach durch. Wenn jemand aufmucke, und das taten ein, zwei Asaribräute in Cabrios, quittierte er ihre Aktion mit der Geste, er könne sie nicht hören. Bitte lauter hupen.
    Als er der Dame beim Schalter seine Card und den Pass und alles weitere überreichte, tauchte sein Ebenbild in der Luft als Hologramm auf. Da der Anblick des hochgeklappten Visiers des Bikerhelms nicht ausreichte, musste er ihn abnehmen; kurz erschauderte die Asari als sie in die überraschend schwarzen, dämonisierten Echsenaugen blickte. Dazu die kahle, graue Schuppenhaut, und so etwas ähnliches wie ein leichter Sonnenbrand auf dem Näschen. Natürlich würde alles mit der Einreise passen. America zahlte gutes Geld monatlich, um einen sauberen Lebenslauf und keine Schereien mit den Autoritäten zu haben. Um friedlich spazieren zu können, um seine illegalen Straßenrennen erleben zu dürfen. Auch um einfach mal ungehindert im Krankenhaus einen Gesundheitscheck vornehmen zu können. Geld regelte auf Illium alles. Lektion Nummer Eins war das. Folge dem Flow des New Money und werde glücklich in Nos Astra - wenigstens der Vorschlag hatte sich gelohnt seit er angekommen war; der Schmuggler, der ihn von Kahje runterbrachte, hatte das gesagt. Nun ja, an dem war schon ein kleiner Philosoph verloren gegangen, kauziger Drell, der dem Kepral-Syndrom schon zu lange trotzte.
    Zusätzlich fielen natürlich noch allerlei Speedtickets für die zahlreichen Geschwindigkeitsdelikte, sowie Bestechungs- und Schmiergeld an, wenn es der Job verlangte, aber das konnte man wenigstens auf die Spesen-Rechnung setzen. Die fiel zuletzt recht üppig aus, anscheinend waren Stripper aber keine willkommene Maßnahme für den Seelenfrieden und fielen schon gar nicht in die Kategorie Trauerverarbeitung, weshalb die Weiße Orchidee sich glatt erdreistet sich zu weigern den angegebenen Betrag ihm auszubezahlen. Als er den Helm wieder aufsetzte, blickte er noch mal zurück zum Kreuzer; die Crew war den Passagieren rausgefolgt und legte eine willkommene Zigarettenpause ein vor den Zollschranken, witzelnd zeigten sie auf die hässlichsten Karren des Raumhafens und schätzten ab wie viele Credits der Fahrer wohl erhielt, dass er mit einer solchen Karre sein Unglück auf Nos Astra jedem offenbarte. Er winkte einem afro-amerikanischen Püppchen zu, das an Bord des Schiffes gearbeitet hatte, ihre Augen beinahe so schwarz wie die seinen, aber mit umso prachtvollerem Glanz versehrt. Sie lächelte ihm zu, als einer ihrer Companions ihr die Zigarette anzündete.

    Die Asari am Schalter gab ihm dann endlich das Ok nachdem der Scan komplett, korrekt und vollständig war. Pass, Aufenthat, Wohnung.. falsche Jobangabe, uninteressante Hobbies, gefälschtes Konto.. Sie wusste oder ahnte wenigstens, dass das meiste davon falsch war. Sogar die Adresse war falsch, als würde jemand wie America im Einwohnerregister korrekt verzeichnet sein. Im besten Fall würden die Leute, die ihm gefährlich werden würden, ihn ohnehin nicht kennen, oder sie jagten ein gesichtsloses Phantom. Aber sollte dann doch irgendwann der Tag kommen, und ein Firmenboss oder Unterweltgangster, würde das örtliche Asari-Jagdkommando auf ihn hetzen können (endlich!), weil er einmal zu oft ihnen den Tag versaut hatte und jemand oder er selbst die Schnauze nicht halten konnte, nun, dann wäre es wenigstens gut, sie fänden seine Anschrift nicht im Wohnungsregister. Wer dort jetzt hauste, wusste er schon gar nicht; früher war es ein miefiger Salarianer, der sich von Nos Astras Aktienmarkt auch mehr erhofft hatte. Wer auch immer es wahr, der würde wahrscheinlich den Tag bereuen, an dem er de Mietvertrag unterzeichnet hatte.

    America ließ die Motoren aufheulen und nahm seine Papiere wieder an sich. Er verstaute sie in einem Nebenfach, direkt neben seiner Suppressor. Ob der Lady das aufgefallen war? Wenn ja, würde sie einen Teufel tun. Die Asari sah so gottverdammt gelangweilt drein, sie hätte alle Leute auch gleich durchwinken können, dachte sich Murica. Er fühlte sich gerade im Hoch, denn es war immer schön zurück in der Heimat zu sein. Die Maschine unter ihm vibrierte auch, sie liebten dieses berauschende Gefühl an einem wohl vertrauten Ort neu an zu kommen. Dieses Gefühl des vertrauten Glücks, das sich möglicherweise leicht verändert hatte und nun neue Chancen bot. Dann wenn die Welt wieder blau wurde. Die Erde war nett, keine Frage, und landschaftlich wunderschön, aber der Anteil an gelangweilten, verwöhnten Asari war dann doch zu gering. Noch einmal ließ er den Motor zur Show aufheulen. Er nickte ihr unbeirrt zu, durch den Helm hätte sie seine Mimik höchstens erahnen können. Dann düste er los, wäre beinahe mit einem Lastwagen aus einem Seitentunnel kollidiert, nur um den Raumhafen über das Untergewölbe zu verlassen.

    Die Sonne strahlte majestätisch und unbeirrt am Firmament als ihn der Raumhafen ausspie, die Wolkenkratzer erhoben sich zu den beeindruckensten Dienern asarischer Baukunst. Alle streckten sie die Finger nach der Sonne aus, keiner kam auch nur annähernd ran. An diesem Tag waren einige Wolken zu sehen, die den Himmel in süßes Vanille tupften. Murica war augenblicklich von wildem Verkehr in der Luft umgeben; der Flugmodus des Skybikes war stark genug, um der Gravitation standzuhalten in einer solchen Phase, aber Skybikes hatten oftmals Schwierigkeiten weit oben zu bleiben, wenn die Fahrt - nun ja, wie sollte man sagen - akrobatischer wurde. Ein leises Gefühl der Nostalgie verzückte America und er nahm sich die Zeit den Moment zu genießen, mit an zu sehen, wie die Sonne sich bewegte. Cool hing er deshalb auf seinem Skybike, der Verkehr unter ihm die üblichen Levels des Stress zelebrierend. Er hätte schwören können, dass er diese Stadt nicht mehr wiedererkannte obwohl alles gleich war. Dass etwas Fremdes herangewachsen war in diesen letzten Monaten, dass die Wolken nun schwerer wogen und der Verkehr noch ein Stückchen anonymer war und nicht zuletzt, all die Leute verändert sein dürften. Als rief die Stadt seinen Namen mit falschem Akzent, betonte das America falsch oder sprach Garrett nur mit einem R und einem T aus. Neue Chancen pries Nos Astra gerne an, aber er saß nun hier und kramte einen Apfel hervor, um den Ausblick noch ein wenig zu genießen. Neue Chancen pries es an - er biss in den Apfel rein, aber diese Chancen waren nur allzu vertraute Gespenster seiner Vergangenheit. Dass Nos Astra mal ein guter Freund war und ihn heute nur noch mit einem Nicken beim Vorbeigehen grüßte. Nostalgie, huh. Schmatz. Schmatz.
    Er würde sich schon bald wieder einfinden, sein eigenes Nos Astra neuentdecken und lieben lernen. Das alte Gewebe der Stadt finden. Alles nur eine Frage des Gefühls, des Blickwinkels. Paar Wochen zu lange von zuhause weg, bald würde er die Stadt wieder sein eigen nennen dürfen. Den Rhythmus der Stadt bei Tag und Nacht spüren, ihn letztendlich gar diktieren. Jetzt schlief Nos Astra noch, doch Murica war schon mit dem lauten Wecker hier. M-97 Viper im Hintergebäck und jaulende Motoren unterm Hintern. Auch für Nos Astra war die letzten Monate eine gute Zeit, aber jetzt war er wieder hier, jetzt waren sie wieder zusammen, und für beide würden die Dämme brechen, um die gemeinsamen Abenteuer um ein Kapitel zu erweitern. Mit dem letzten Bissen des Apfels stürmte er hinein, in das Dickickt des Verkehrs, auf dem Weg zur Wohnung.
    Jesus Christ If I live life on my knees there's no need to do this
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    Shonak is offline

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