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  1. View Forum Posts #1
    Waldläufer Die Ordenskrieger's Avatar
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    Feb 2015
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Die Ordenskrieger is offline

    Thorniara #29



    »Ihr befindet Euch in Thorniara, Hauptstadt der südlichen Inseln und Teil des myrtanischen Königreiches. Dem gesetzestreuen Wanderer bieten die Mauern und Häuser der Stadt Schutz und Obdach, doch gelten hier auch die Gebote Innos’, deren Übertretung unangenehme Konsequenzen nach sich zieht. Wer aber die Regeln achtet und auf ehrliche Weise seinem Handwerk nachzugehen gedenkt, der wird hier schnell zu sozialem Prestige gelangen.
    Vor allen Dingen beachtet dies:
    Erstens: Wenn Ihr Thorniara betretet und kein Bürger des Reiches seid, so gebt Eure Waffen ab. Keine Sorge, beim Verlassen der Stadt erhaltet Ihr sie selbstverständlich zurück!
    Zweitens: Anders als in weniger frommen Städten, wie Setarrif, ist Sumpfkraut hier verboten, also denkt gar nicht erst daran, welches in die Stadt zu bringen!
    Drittens: Es gibt Bereiche in der Stadt, die nicht jedem zugänglich sind. Man darf als Fremder natürlich nicht einfach in die Bastion spazieren, höchstens in Begleitung einer Wache! Und auch die Zitadelle darf man nur in Begleitung betreten, wenn man kein Bürger des Reiches ist. Das Tempelviertel dagegen ist jedem zugänglich, aber wenn man nicht zum Orden gehört, hat man auch dort seine Waffen abzulegen. Ansonsten fühlt Euch frei, hier Euren Angelegenheiten nachzugehen, solange Ihr niemanden bestehlt oder umbringt.


    Ach, und eine Sache noch! Seht Ihr die Steckbriefe dort drüben? Darauf sind verschiedene Schwerverbrecher zu sehen, die im ganzen Reich gesucht werden - tot oder lebendig. Wenn Ihr also etwas über einen davon wisst, gebt uns Bescheid, und Ihr werdet belohnt. Die Liste der Übeltäter ist wahrlich lang ...

    Ardescion (Mord und Entführung)
    Alon (Beihilfe zum Mord)
    Calintz (Mord)
    Damh (Mord, Desertion)
    Faren (Hochverrat, Mord)
    Joe Black (Mord und Entführung)
    Kroen (Gotteslästerung, Anstacheln von Umtrieben, Verbreitung von Irrlehre)
    Noxus Exitus (Mehrfacher Mord, Beliar-Paktiererei, Entführung, Missachtung der Gewalt der Stadtwache)
    Redsonja (Mord)
    Rethus (Desertion, Beihilfe zur Flucht)
    Sir Jarved de Maradras aus Gorthar (ein Deckname, der echte Name - Yared - ist der Obrigkeit nicht bekannt; Aufwiegelei, Mord)
    Taeris (Raubmord, Verrat)
    Trilo (Mord, Hochverrat, Desertion, Ketzerei, Gotteslästerung)


    Aber genug geredet! Jetzt wisst Ihr alles, was Ihr hier zu beachten habt. Gehabt Euch wohl!«


    Karte von Thorniara
    Last edited by Die Ordenskrieger; 25.07.2015 at 00:04.

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    Waldläufer Arvideon's Avatar
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    Sep 2009
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Arvideon is offline

    Unter Wetterleuchten am Hafenkai der Stadt, die niemals zur Ruhe kommt

    Es war eine stürmische Nacht. gewaltige Blitze zerschnitten in weiten Bögen die Finsternis der dichten Wolkendecke sowohl im Norden und Westen über der See wie auch im Südosten über den Gipfeln des Weißaugengebirges. Kräftige Böen trieben die Luft, immer noch gesättigt mit der Hitze des Mittags, durch die engen Gassen und gepflasterten Straßen Thorniaras landeinwärts und das Rauschen von Blättern und Astwerk der sich unter dem ständig die Richtung wechselnden Wind beugenden Kiefern, Platanen und Zypressen klang dem Prasseln des herannahenden Regens gleich.
    Am Stadttor in der Weststadt herrschte Unruhe. Ein Karren angefüllt mit zu Garben gebundenem frisch geernteten Getreide nach dem anderen drängten sich durch den engen Korridor in der Landmauer der Festungsstadt. Die Ernte war mager ausgefallen. die Echsenübergriffe hatten vor allem im Osten weite Teile der Äcker verheert. Ein Großteil des dort Gesäten, Gerste, Weizen und Roggen, war ein Raub der Flammen geworden oder unter dem unbarmherzigen Leuchten der Sonne in der trockenen Hitze der vergangenen Wochen eingegangen. Die Bauern im Westen Thorniaras hatten mehr Glück gehabt. Die Hitze hatte sich scheinbar nicht in den kalten Schatten des Weißauges hineingewagt. Doch nun kam der lang ersehnte Regen, zu mächtig kam er und drohte auch noch die Felder, die bislang verschont geblieben waren, unter schweren Tropfen zu begraben.
    So versuchten die Bauern zu retten, was sie auf ihren kargen Äckern zusammenzuraffen vermochten. Trotz des Wetterleuchtens waren sie Mit all ihren Knechten und Magden, mit Kind und Kegel auf den Feldern und schnitten jeden noch so mickrigen Halm, dessen sie habhaft werden konnten. Doch wenn es so schlimm kam, wie es Orkanböen, Donnergrollen und die von Blitzen durchdrungenen Wolkentürme am Horizont prophezeiten, mochten diese Wagen alles sein, was in diesem Jahr an Ernte eingefahren wurde.
    Noch war es nicht Spruchreif, aber jeder wusste, dass es zuwenig war, um die Baronie an der Nordspitze der Insel durch den Kommenden Winter zu bringen. Und wie es gerüchteweise hieß, sah es im Süden nur ein wenig besser aus. Stewarks Ernten waren zwar schon immer ertragreicher gewesen, als die im Norden - vor allem im Nordwesten - aber auch die Baronie im Westen der Insel war von den Ereignissen der letzten zwölf Monate gezeichnet und würde die Ernteausfälle im Thorniarer Umland nur schwer ausgleichen können.
    Sorgenfalten legten sich auf Arvideons breite Stirn. Der Wandermönch vertraute zwar uneingeschränkt auf die Gnade der Götter, die ihn auch morgen noch seinen Schalk im Nacken tragen lassen würde - und sei es im Totenreiche Beliars -, aber dies waren wahrhaft bittere Zeiten und er fragte sich, ob dies der richtige Zeitpunkt war seinen Plan anzugehen.
    Denn der alte Gnom hatte beschlossen, dass er nun lange genug in der Stadt herumgestromert, Leute belauscht und Äpfel gemopst hatte. Es war Zeit den Müßiggang zu verabschieden und sich wieder ans Werk zu machen. Ach was sollte es. Das Wetter würde nicht besser werden. Und dieser Zeitpunkt war genauso gut oder schlecht wie jeder anderer auch. Für Arvideon gab es keinen Grund zu zögern.
    Der kleinwüchsige Wandermönch warf einen letzten Blick hinaus auf die von Blitzen und den Leuchtfeuern des Hafens erhellten unruhigen See. Kurz meinte er im Norden die für einen winzigen Augenblick aufblitzenden Laternen eines Schiffes ausmachen zu können. Dann wandte er den Blick wieder der Stadt zu und hüpfte von der Kaimauer, an der sich die Fuhrwerke der Bauern, erst voll, später geleert, im Takt eines Lidschlages auf der Fahrt zu den Kornspeichern der Stadt und wieder retour abwechselten.
    Sein Weg führte ihn zum Tempel.

  3. View Forum Posts #3
    Neuling Kyrad's Avatar
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    Jul 2015
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    Kyrad is offline
    Verdammte Scheiße ...
    Kyrad war entkommen. Nach langen Jahren seiner Gefangenschaft, hatte er es geschafft, endlich war er wieder ein freier Mann. Er hatte nur ein problem. Die Gruppe hatte aus vier Leuten bestanden, einer war im Kampf gegen die Wachen gestorben, die anderen zwei waren nun sicherlich in Gefangenschaft. Vielleicht wurden sie gefoltert? Würden seinen Namen preisgeben? Oder dachten sie, das Kyrad mittlerweile so loyal war und wieder zurück ins Versteck gehen würde? Niemals. Es war eh schon gefährlich da draußen in der Welt. Drachen, Echsen und weis der Geier noch etwas.
    Die Banditen waren da draußen, das war klar. Doch ob sie wieder einen einbruch planen würden, war sicherlich nicht der Fall.


    Kyrad hatte sich in einer Taverne untergebracht. Er hatte noch genug Goldstücke aus seinem alten Banditen Leben, er kam sicherlich ein paar Tage über die Runden, bevor er irgendwelche Arbeiten anfangen musste. Doch er musste weiter planen, als ein paar Wochen. Was tat er nun? Die Banditen hatten ihm nie irgendwelche Waffenkünste gelehrt, außerdem war er nur mit einem alten Dolch ausgerüstet. Seufzend lauschte er den Gesprächen, der Gäste. Es waren teilweise nur Gespräche voller Angst, sie wussten nicht wie es weiterging mit der Welt.


    Er schaute sich um. Ein Mann war in ein Gespräch verwickelt, sein Beutel voller Gold, stand offen. Er bezahlte sein Bier, ging richtung Ausgang, griff nach den Beutel. Die Männer hatten es nicht bemerkt, wenigstens war Kyrad jetzt um ein wenig mehr reicher.
    Er setzte sich irgendwo auf eine Bank, teilweise liefen hier Leute umher. Er strich sich über seinen drei Tage Bart und seufzte.

  4. View Forum Posts #4
    Schwertmeister Redlef's Avatar
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    Mar 2013
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Redlef is offline
    „Aufstehen!“ Mit einem lauten Rasseln fielen die Ketten zu Boden, die die Männer neben der Frühstücksmahlzeit mitgebracht hatten. Heute war der Tag der Strafverhandlung gekommen. Trilo Pyrotas und Noxus Exitus sollten endlich dem Richter vorgeführt werden.
    Da es für die beiden Gefangenen ein anstrengender Tag werden würde, hatte der Kerkermeister dafür gesorgt, dass sie ein besonders reichhaltiges Frühstück bekamen. Da es bereits das erste Obst auf dem Markt zu kaufen gab bestand es aus Früchten, Brot, Käse, Milch und sogar etwas Butter und Salz. Dieses sollte ihnen die Kraft geben, den Tag zu überstehen. Diese Verhandlungen waren oft zäh und nervenaufreibend, da die Gefangenen nichts weiter tun konnten, als dabei zuzuhören, wie Fremde über ihren Kopf hinweg urteilten. Da brauchte es schon stärke.
    Und auch ein halbwegs menschliches Aussenden, damit die hohen Beamten nicht vergaßen wer da eigentlich vor ihnen saß. So hatten die Männer gestern schon ein Bad, eine Rasur und neue, saubere Leinenkleidung erhalten. Die einfache graue Hose und das ungefärbte grobe Hemd, waren zwar nicht schick, doch da sie an Büßerkleidung erinnerten sollten sie das Schuldbewusstsein der Gefangenen unterstreichen und so zu mindestens die Richter nicht zusätzlich gegen sie aufbringen.

    „Esst nur!“, sprach Red. Dann wandte er sich Trilo zu: „Ihr seid heute zuerst dran. Habt Ihr Euch schon ein paar Worte zurechtgelegt? Ich empfehle, dass ihr auf eure Ritterlichkeit und den Dienst im Orden plädiert. Ihr habt ihn zwar verraten und werdet dafür mit dem Tode bestraft werden, doch wenn Ihr sie davon überzeugen könnt, das ihr vorher durchaus nach dem ritterlichen Kodex gelebt habt, dann gestehen sie Euch vielleicht den Tod eines Ritters durch das Schwert zu, anstatt Euch aufzuknüpfen, wie einen einfachen Landstreicher.“ Mit diesen Wirten wanderte sein Blick zu Noxus. Dieser brauchte sich bei der Verhandlung überhaupt keine Hoffnungen machen. Eigentlich war es die mühe nicht einmal wert, ihn dort erscheinen zu lassen…
    „Nach dem Essen geht es für Euch sofort los, Trilo. Ich werde Euch dann noch Fuß- und Handfesseln anlegen – das wird so verlangt – dann werdet Ihr rübergebracht.“

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    Ehrengarde Noxus Exitus's Avatar
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    Jun 2011
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    Noxus Exitus is offline

    Kerker

    Trostlos blickte er auf die außerordentlich opulente Gefängnismahlzeit. Henkersmahlzeit? Sollte er sich nicht erst vor inkompetenten Richtern verurteilen lassen, die absolut planlos über Tatsachen urteilten, welche sie nicht einmal annähernd verstehen konnten? Die Frustration wandelte sich zu Bitterkeit, stellte Noxus selbst fest. Allerdings musste man ihm durchaus einen Geduldsfaden anrechnen, der alle Rahmen sprengte. Es waren mindestens zwei Wochen, nach Gefühl viel leicht zwanzig hier eingesperrt. Sein Vollbart hatte die Form des Originals komplett verloren gehabt, als er hier angekommen war, somit konnte er schlecht daran die vergangene Zeit messen. Nach seiner Zählung waren es 46 Tage, allerdings konnte man sich auf diese nicht verlassen, da er bei seinem Schlafrhythmus nur raten konnte, ob der nächste Tag bereits begonnen hatte oder der alte sich weiterhin langzog, wie er wohl bald auf irgendeiner Streckbank.
    Außerdem gab es nahezu keinen Vorfall, vor allem keinen Gewaltreichen oder überhaupt physischen. Na gut, der Laie der ihm gestern fast das Kinn rasiert hatte verlor um ein Haar einige Finger, aber da war er auch selbst Schuld. Wie konnte man sich dort rasieren, hatten die Innosler denn gar keinen Geschmack? "Nein.", beantwortete er sich die eher rhetorische Frage trocken. So waren die meisten Tage in der Vergangenheit zwischen diesen kalten Wänden verlaufen, er hatte an keinem weiteren wahnsinnigen Plan zu schmieden und war sicherlich niemand, der viel von Gesellschaft hielt, doch selbst ihm wurde ein kleines, wahrlich kleines bisschen langweilig, wenn er eine Ewigkeit zuschaute, wie der Fußpilz sich komplett ausgewachsen wieder ans verschwinden gemacht hatte. Selbst dem war es da unten zu langweilig.

    Nichtsdestotrotz, das Jucken auf der Haut war seit dem Bad endlich weg und die »Erlösung« rückte nun näher. Essen. Wieder viel sein müder Blick auf solches vor ihm. Ein leichtes Reiz von Ekel stieg auf. Er hatte seit einigen Tagen jegliche Nahrung verweigert, sie den Ratten hingeworfen und ihnen beim fressen zugeschaut, weil er des Wartens müde war. Wie ihm bereits bekannt dank zahlreicher misslicher Lagen, verschwand das Hungergefühl schneller als erwartet und hinterließ eine leichte Abneigung gegen solches. Man müsste meinen dass sich jeder Hungrige erst einmal darauf stürzen würde ... vielleicht ging es auch nur ihm so. Abermals entschied er dass man sich die Mühe sparen konnte, irgendetwas zu sich zu nehmen. Das Wasser allerdings leerte er in wenigen Zügen. Falls er Reden sollte, wollte er nicht im Hustkrampf ins lächerliche gezogen werden. Vor allem nicht von diesen Affen in Rot die Artikulation in etwa so akkurat beherrschen wie Gefangene zu exekutieren. Sich brauchten viel zu lange und wenn sie es endlich mal geschafft hatten, nimmt sie trotzdem keiner Ernst.

    »Hey, Arschloch. Hunger?«, im hohen Bogen flog das belegte Tablett gegen die Gitter, mit unglaublich lauten Geschepper. Ob der andere Gefangene oder der Wachmeister gemeint war, ließ das Weißauge außen vor. Die Penner konnten sich freuen ihn nicht auf Hochtouren zu sehen. Wie er sich danach sehnte ... doch die Gedanken die in Varant Ursprung gefunden haben, ließen nicht ab, so wusste er, dass die nächste Rage wohl erst im Reiche Beliars stattfinden würde. Gott, hoffentlich gab es dort Lakaien, ihm zitterten schon die Finger beim Gedanken in naher Zukunft nichts unschuldiges aufschneiden zu dürfen. Wieder schrie Rationalität dagegen an. "Götter, ist das jetzt immer so? Beherrschung ist ja dermaßen scheiße!"

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    immortal sanguine Trilo's Avatar
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    Trilo is offline
    Es tat gut endlich wieder gepflegt daher zu kommen. Die Bader und Barbier hatten ganze Arbeit geleistet aus dem äußerlich mittlerweile einem Waldschrat gleichenden Ex-Ritter wieder jemanden zu machen, den man als Mensch bezeichnen konnte. Ja, eventuell sah er gar nicht mal so schlecht aus, wenn man von dem Nahrungs- und Sauerstoffmangel mal absah.

    Das letzte Festmahl vor dem Prozess war üppig. Genau so wie er es in Erinnerung hatte von früheren Richtprozessen denen er beigewöhnt hatte. Uncle-Bin war damals in Khorinis Scharfrichter gewesen und war stets ein Mensch geblieben. Oftmals, so erzählte Ihm der Paladin dies einmal abends im Bierrausch in der Miliz-Stammkneipe, war es so, dass der Henker dem Richtspruch nicht viel abgewinnen konnte und die Richtaxt lieber nicht fallen ließ. Doch er tat seine Pflicht. Und lebte mit den Dämonen, die ihn plagten und den immer wieder kehrenden Stimmen vermeindlich Unschuldiger.

    "Redlef, habt ihr jemals eigentlich versucht euch in die Lage eines Gefangenen hinein zu versetzen? Also ich meine damit jetzt nicht das Kerkerleben, sondern die Vergangenheit zu erleben wie Sie einen einholt. Wie es ist immer wieder mit sich selbst konfrontiert zu werden, ob nun selbstständig oder weil es einem andere aufdrücken, und man eigentlich nur in Frieden leben will? Ich zum Beispiel werde dafür bestraft zu leben. Schwierig vorzustellen, gewiss. Ich nehme an, ihr habt euch zu Beginn eures Daseins als Kerkermeister oft solche Gedanken gemacht und sie dann abgeschüttelt, da ihr sonst nicht eure gegebene Pflicht erfüllen könnt. Ist das nicht ein wenig Selbstbetrug? Verleumdet ihr damit nicht eure Menschlichkeit, wwlche euch die Götter gaben? Nunja, wenn das Alles hier vorbei ist, werde ich euch auf einen Humpen Paladiner einladen. Einfach damit ihr auch mal wieder was Gutes habt und euch nicht immer nur mit gefangenen wie mir, oder gar Noxus, herumschlagen müsst. Was meint ihr?"

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    Neuling Kyrad's Avatar
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    Kyrad is offline
    Die letzten Tage hatte der ehemalige Gefangene, in einem Lagerhaus gearbeitet. Er wurde dummerweiße von zwei Typen bestohlen, die ihn wunderbar abgelenkt hatten. Kyrad überlegte, ob es vielleicht die Kerle im Gasthaus gewesen sind, die ihn bestohlen hatten. Die Arbeiten im Lagerhaus waren dagegen recht langweilig. Da er Zählen und Schreiben konnte, durfte er natürlich die Inventur aufnehmen. Die Arbeiter hatten ihn jedoch die ganze Zeit Skeptisch angesehen, was nicht fehl war. Immerhin hatte er Jahrelang unter Banditen gelebt, um sein Leben gearbeitet.


    Seine Vergangenheit, hatte sich auf sein Gesicht gelegt, der Blick immer vorsichtig, meist finster und zugleich war er doch so interessiert an seiner Freiheit. Noch immer hatte er Angst, verraten zu werden. Man konnte nie wissen, wie seine ehemaligen Banditenkollegen dort im Kerker behandelt wurden. Kyrad musste entweder schnell die Stadt verlassen, doch wohin? Da draußen noch länger zu Leben wäre reiner Selbstmord gewesen. Entweder würden seine ehemaligen Entführer auf ihn treffen oder einer dieser Echsen würde ihn töten.


    Zugleich musste er feststellen, das er keinerlei ahnung hatte, was da draußen eigentlich los war. Seufzend schrieb er etwas auf das Pergament. Wie man es dreht und wendete. Entweder würde er sich der Miliz anschließen, oder mit ein paar Abenteuern aus der Gegend ziehen. Doch zuerst wollte er ein wenig weiter Arbeiten.

  8. View Forum Posts #8
    Veteran Lukar's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Lukar is offline

    In der Marktschänke

    Die wachsamen Augen Lukars galten Ausnahmsweise einmal nicht den unzähligen Personen um sich herum.
    Stattdessen waren sie auf die leere Schüssel gerichtet, die vor ihm auf dem Tisch stand. Es war ein einfahes Mahl gewessen. Billig, lauwarm und auch rein geschmacklich alles andere als ansprechend. Doch nachdem der Händler sioch die letzten Tage mehrmals ein teures Festbankett -zumindest war ein gebratenes Stück Fleisch, veredelt mit einem Glas Rotwein für ihn ein solches- hatte er entschieden, dass es nun wieder an der Zeit war, den Geldbeutel zu schonen, so wie es ihm gebührte. Sein Vater hatte einmal erzählt, ein Mann der Reich werden will, sollte nur einen drittel seines Einkommens für Annehmlichkeiten und Investitionen ausgeben. Doch sein Vater war keinesfalls wirklich reich gewessen, dazu hatte ihm der Instikt zum geschäftlichen Wagniss gefehlt. Und so war anzuzweifeln, dass diese Faustregel alleine schon ausreichte. Vielversprechender erschien Lukar seit jeher eher ein Viertel oder gar ein Fünftel, sofern es die Situation erlaubte.
    Auf jeden Fall war nun genug mit dem Luxus. Er musste wieder sparen. Nicht weil sein Vermögen zu schrumpfen drohte, sondern, damit er sich des verweichlichten Wohlstandslebens nicht zu sehr gewöhnte. Die reichen Händler der oberen Viertel waren im Alter meistens Fett, Faul und obendrein auch noch verschuldet, weil das in varantische Feuersoße eingelegte und mit rotem Tränenpfeffer veredelte Sumpfhaifleisch auf keinen Fall im reichhaltigen Abendmahl fehlen durfte, ebenso wenig wie der extra importierte Wein vom Berg Archolos.
    Alleine beim Gedanken wurde Lukar beinahe schlecht. Wie manche Menschen nur ein solch verschwenderisches Leben führen konnten? Noch schlimmer, meist taten sie es auch noch, nur, um anderen Reichen Säcken zu gefallen. Als ob es nur darauf ankäme. Worauf es im Geschäftsleben ankam waren Pünktlichkeit, Fleiss und Verlässlichkeit. Wer auf andere Dinge vertraute, zog meist nichts anderes als einen Speichelfaden hinter sich her, an dem sich lauter unnütze Parasitzen gütig taten.
    Einen kurzen Moment lang setzte Lukar ein charmantes Lächeln auf, als ihm eine Taverneghilfe fragte, ob er noch etwas bestehlen wollte. Er verneinte und lies seine Schüssel wegbringen, dann wandelte sich seine Miene wieder in ein Bollwerk des Nachdenkens.
    Nun wo die Schüssel weg war, mussterten seine Augen eine auffallend große Rille am Tisch. Das heist, auffallend war sie nicht grade, zumindest wenn man nicht darauf achtete. Doch Lukar begann sie eingehend zu studieren, schätze ihre Tiefe und verglich ihre Länge mit der Breite, bis er zu dem Schluss kam, dass er eindeutig schon viel zu lange an diesem Tisch saß.
    Schwer und langsam erhob er sich, drückte seinen Rücken durch und begab sich zur Tür hinaus...

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    Schwertmeister Redlef's Avatar
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    Mar 2013
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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Redlef is offline
    Red vernahm Trilos Worte, doch er schwieg dazu. Gedanken und Erinnerungen jagten sich wie Hund und Katze durch seinen Kopf. Im Bruchteil einer Sekunde vielen ihm die vielen Frauen wider ein, sie ihn in der Zeit, die er hier nun schon seinen Dienst verrichtete, angefleht, angeschrien, gebettelt oder geweint hatten. Die Angst um ihre Kinder hatten, um ihre Familien und so selten tatsächlich um sich selbst. Oder an die angsterfüllten Augen und das lange Schluchzten in der Nacht, wenn auch Kinder aus dem Armenviertel hier eingekerkert wurden, da sie auf dem Markt geklaut hatten, um nicht hungern zu müssen. Ihre sowieso schon dünnen und geschwächten Körper in die Dunkelheit gekauert zu sehen, ging keines Falls an ihm vorbei. Stechendes Mitleid durchfuhr ihn jedes Mal und lies Redlef selbst an seiner Menschlichkeit zweifeln.
    Doch auch erinnerte sich aber auch an die Männer und Frauen, die die Enge und Dunkelheit zu selbstsüchtigen Monstern machte, die jedwede Skrupel vergaßen und alles dafür taten, den Zellen entfliehen zu können. Die Freunde und Familie verrieten und in Kauf nahmen, dass diese ans Messer geliefert wurden.
    Der Kerker kehrte das wahre Innere eines Menschen hervor. Hier unten konnte man erkennen, wer einem wirklich gegenüber saß. Und für jene, die sich um diese Gefangenen kümmern mussten, war das kein Leichtes.
    Immer wieder kam es vor, das Red auch Strafen an jene verteilen musste, den er sie nicht wünschte, oder denen er weniger zugedacht hätte. In wie weit waren die Prozesse von er Politik oder persönlichen Dünkel geprägt? Das mochte wohl Keiner genau bestimmen. Natürlich sollte es nicht so sein, doch Gesetzte für Menschen und Urteile über Menschen machten nun mal auch nur Menschen. Und die Kerkermannschaften führten dann endlich auch nur diese Befehle aus. Es war ihre Pflicht. Eine Pflicht…
    Ren schloss für einen Moment die Augen und presste die Lippen aufeinander.
    Früher war es seine Pflicht gewesen Menschen zu beschützen. In der Kavallerie waren sie Gegen Orks geritten, hatten diese niedergemacht, wo sich nur die Gelegenheit gab. Ein ums andere Mal hatten sie diese Bestien auch aus Dörfern vertrieben, die gerade unter dem Terror dieser Kreaturen litten. Und jedes menschliche Gesicht, in das er dann gesehen hatte, strahlte Dankbarkeit und Freude aus. Die Leute hatten ihnen Lieder gesungen, die Reiter des Königlichen Heeres bejubelt wie Helden aus alter Zeit. Damals hatte er sich wichtig gefühlt, hatte eine gute und ehrenhafte Aufgabe erfüllt und mit dem Schwert in der Hand rechtes getan.
    Doch heute?
    Heute sahen ihm die meisten Menschen mit Verachtung ins Gesicht. Sie hassten, was er tat – tun musste – und wünschten sich insgeheim, dass er und die anderen im Kerker arbeitenden Männer diesen wie die Gefangenen ebenfalls nicht mehr verlassen sollten.
    Diese Stadt war klein und nur selten machte man einen großen Fang wie den des Verräters Trilo oder des Schwarzmagiers Noxus. Vielmehr waren es häufig kleine Streitereien, weswegen die Leute in den Zellen landeten, Hafenschlägereien oder Huren, die mit Sumpfkraut aufgriffen wurden. Also ganz normale Menschen, die bisweilen nur einen Fehltritt gemacht hatten oder einfach Pech im Leben hatten.
    Und dennoch war es seine Pflicht sie alle gleich zu behandeln. Sie so lange zu verwahren, bis ein Urteil gefällt wurde, sie dann Bestrafen und gegebenenfalls wieder laufen lassen.

    „Es ist wohl etwas Menschliches, sich über die Umstände in denen man lebt Gedanken zu machen“, begann der Kerkermeister langsam. Jedes Wort, welches er nun zur Antwort geben wollte, musste wohlüberlegt sein. „Und da ich mir genau diese durchaus bewahren möchte, bin ich mit wachem Geist bei der Arbeit. Aber zu Herzen nehme ich mir alle meine Fälle nicht. Diese Leute treffen ihre eigenen Entscheidungen. Ein jeder Mann und eine jede Frau ist für sich selbst verantwortlich. Es ist nicht meine Aufgabe zu urteilen, ich bin lediglich der Kerkermeister. Ich werde denen, die danach streben ein besseres Leben zu führen, gern meine Hilfe anbieten. Alles andere, was ich hier unten verrichte ist meine Pflicht. Es können nicht alle Menschen von der Sonne geküsst sein… einige müssen auch im Schatten wandeln, um Böses von der Gesellschaft fernzuhalten.“
    In Redlefs Augen brauchten sie ein großes Opfer. Ein Opfer, das aber nur selten auch als solchen honoriert wurde. Nun wandte sich Red dem Gefangenen zu. „Bei der Erfüllung dieser Pflicht ist mir Innos die größte Stütze. Ich vertraue auf ihn. Und glaube, dass er mir den rechten Weg weisen kann, gute Arbeit zu vollbringen ohne mich selbst zu verlieren. Das ist wohl mehr, als manch andere von sich behaupten können… “ Er machte eine kurze Pause und sah Trilo fest ins Gesicht. Er hatte sich von dem Schatten, in dem er gewandelt war korrumpieren lassen und war nun gefallen. Verdiente er dafür Mitleid? Hätte er stärker sein müssen? Hätte er sein Schicksal abwenden können? Auch überlegte Red in wie weit er auf Trilos Anspielung mit der Einladung zum Paladiner eingehen sollte. Trilo würde aus dieser Verhandlung nicht mit heiler Haut herauskommen. Wollte er provozieren und machte einen Hinweis auf die Einkehr in Beliars hallen? War etwas auf Redlef geplant, dass Trilo glaubte ihn dort bald wieder zu sehen?

    Doch ehe er darauf eine passende Antwort finden konnte, krähte es von hinten: „Hey, Arschloch. Hunger?“ Der Holzteller mit Noxus Frühstück verfehlte Redlef nur knapp und prallte gegen die Gitterstäbe von Trilos Zelle. Essensreste spritzten durch die Gegend und trafen den Trilo und Redlef gleicher Maßen. Nur Pons, der etwas abseits stand, blieb verschont.
    Mit knirschenden Zähnen unterdrückte Red seinen Zorn. „Pons! Bring Pyrotas rüber in den Gerichtssaal. Sieh zu, dass er da auch pünktlich ankommt. Es ist fast Zeit. Ich werde später nachkommen, da ich noch kurz etwas mit Noxus zu klären habe…“

    Pons war augenscheinlich nicht glücklich über diese Entscheidung doch er schwieg dazu, bat Trilo höflich darum seine Zelle zu verlassen und folgte ihm dann hinaus. Oben im Vorraum zum Niedergang warteten Harald und Rupert, die sich auf den Weg zu Gericht anschließen würden.
    Redlef hingegen wandte sich Noxus zu. Dieser trug immer noch seine antimagischen Ketten um die Handgelenke. Inzwischen waren auch Fußfesseln dazugekommen. Doch wie immer hatte dieser Verrückte keinen Sinn dafür sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, wie zum Beispiel die bevorstehende Verhandlung… Lieber wollte er noch provozieren und am liebsten hätte Red ihn dafür sofort mit dem Knüppel zurechtgewiesen. Doch er wusste, dass es genau das war, worauf dieser Spinner hoffte. War er so durchtrieben um dann auf Opfer übermäßiger Reichsgewalt zu plädieren? Riskieren wollte der Kerkermeister das lieber nicht. Dennoch baute er sich vor Noxus im Zelleneingang auf und starrte ihn an. „Was ist nur los mit dir? Selbst kurz vor dem Ende bettelst du immer noch darum verdroschen zu werden? Ist das eine von deinen abstoßenden Leidenschaften? Gleich neben morden und vergewaltigen?“

  10. View Forum Posts #10
    Korsar der myrt. Krone  Yared's Avatar
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    Yared is offline

    An Bord der Santorija, Korsar unter myrtanäischer Flagge, Hafenviertel

    Die Sonne stand hoch, vermochte sich jedoch nicht mit ihrer ganzen Strahlkraft gegen die vor ihr im regen Wind dahin treibenden Wolkenschlieren durchzusetzen, als die Santorija im Hafen von Thorniara eintraf. Eigentlich hatte Yared mit einer früheren Rückkehr geplant, doch sie hatten lange warten müssen, bis auch der letzte der Verwundeten sich soweit erholt hatte, dass er transportfähig war. Immerhin hatten seine Schiffshandwerker gemeinsam mit den Schanzmeistern der andern Kompanien die Zeit genutzt, den alten argaanischen Wachturm zu einer kleinen Garnison auszubauen.
    Währenddessen hatte Sir Jun die verbliebenen Reiter zurück in die Wälder geführt. Es galt das östliche Thorniarer Land zu sichern, denn noch immer streiften vereinzelt Echsen durch die Gegenden, die entweder den ersten Säuberungsaktionen auf dem Hinweg entkommen waren, sich nach der Schlacht um die Brücke ins Unterholz geflüchtet hatten und nun auf der Nordseite festsaßen oder über die schmalen Pfade des nördlichen Weißaugengebirges eingesickert waren. Nun, nachdem die einzig mögliche Landroute für einen Großangriff auf den Osten Thorniaras dauerhaft unterbrochen war, sollten möglichst Bald die in die Stadt geflohenen Bauern auf ihre Felder zurückkehren können, um wenigstens noch einen Teil der noch nicht vernichteten Reste der Ernte einfahren zu können. Dafür musste jedoch nachweislich die Sicherheit gewährleistet sein. dazu dienten die Jagdoperationen der Kavallerie Juns, aber auch der zum vorgeschobenen Stützpunkt ausgebaute Turm oberhalb der Steilküste und die Späher und Patrouillen, welche dort stationiert waren und jede Regung im Echsengebiet, welches sich nun vom ostargaanischen Dschungel bis zur Südgrenze des Thorniarer Landes und weit hinein in die Ostflanke des Weißaugengebirges erstrecken mochte, beobachten und melden sollte. So hofften die Ordensoffiziere die Sicherheit der Höfe im Östlichen Umland ausreichend garantieren zu können und im Notfall ausreichend Vorlauf zu haben, bis die Echsen an die Mauern Thorniaras brandeten.
    Während der heißen Wochen die drei bis vier Wochen nach der Schlacht Ostargaan heimgesucht waren viele der Verwundeten gestorben. Die unbarmherzige Hitze hatte ihren sowieso schon stark beeinträchtigten Kreislauf kollabieren lassen und Ungeziefer und Wundbrand hatte sich epidemieartig ausgebreitet. Zwar hatte immer noch ein Großteil der Verletzten - vor allem leichte und mittelschwere Fälle - überlebt - viele davon dank der unermüdlichen Anstrengungen der Heiler des Ordens, die die Hitze und die harte Arbeit beinahe selbst vor Erschöpfung hatte zusammenbrechen lassen. Doch, die hohen Temperaturen hatten alle jene, die sie hatten ertragen müssen, stark in ihrem zuvor meist hoffnungsvoll voranschreitenden Genesungsprozess zurückgeworfen. Dies war auch mit ein Grund dafür, dass die Heiler die letzten erst so spät dafür bereit erklärt hatten, dass man sie mit Booten zur Santorija hatte bringen können.
    Die nächsten Glasen nach der Ankunft des Schiffes waren von der Entladung des Schiffes und der Verladung der Verletzen auf Fuhrwerke und Karren geprägt, welche sie ins Hospital des Ordens im Tempelviertel verbrachten. Nach dem Mittagessen ließ Yared zunächst noch die an den Geschützen geschulten Milizionäre dazu verdonnert, den Seeleuten beim Aufräumen und Putzen der Santorija zu helfen. Die waren darüber zwar wenig begeistert, aber so ging auch diese Tätigkeit, dank der zahlreichen Anzahl an helfenden Händen zügig über die Bühne, sodass der Kapitän schon am frühen Nachmittag die Truppen in ihre Kaserne entlassen, den Matrosen Freiwache und für die Santorija Ankerwache anordnen konnte.
    Yared selbst überließ das Kommando seinem Leutnant und machte sich auf in die Stadt. Er genoss das milde leicht wärmer werdende Wetter, während er zunächst Richtung Tempelviertel ging.

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    Ehrengarde Noxus Exitus's Avatar
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    Noxus Exitus is offline

    Kerker

    »Ach du mein süßes Honigkuchenpferd, es gibt viele Dinge die du nicht verstehst.«, meinte er liebevoll, als die Zunge über die Lippen haschte, zu schnell zum tatsächlichen befeuchten.
    »Allerdings provoziere ich nicht, ich irritiere. Ein großer Unterschied. Ersteres gibt deinem lächerlichen Leben Sinn, ein bisschen Emotionen hier mal da und schon vergisst du wahre Ziele des Lebens, wirst kleinkariert. Es ist nur noch relevant, ob du die Zellentür auch richtig verschlossen hast, nicht ob du dein Leben ausnutzt. Ja, Irritation hingegen ... genug davon reicht um dir vor den Kopf zu stoßen, alle lästigen Ablenkungen herauszuklopfen, dich zum Nachdenken anzuregen. Letzendlich allerdings ... WILL ICH DAS DU DEINEN VERDAMMTEN JOB ERLEDIGST, WAS BRAUCHT IHR DENN SOLANGE? Stellt ihr mir noch Fressen hin, wozu diese Zeitversschwendung? Ich lauf dir nutzlosem Penner in die Arme, dachte versüße wenigstens einem den Tag und was machst du daraus? Wie mit dir selbst, du lässt es schleifen. Scheint wohl, als wäre er nicht der einzige mit Fetischen, wenn du einen harten Prügel von hinten brauchst um dich in Fahrt zu bekommen!«

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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
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    Platz vor der Bastion

    Es war Nacht als sie der Stadt und ihrer Lichter nicht mehr fern waren. An den Mauern brannten große Feuer, um sie zu begrüßen. Boten hatten am Mittag die Ankunft des Hauptheeres von Thorniara verkündet. Alle waren nicht mitgekommen. Ein Teil nach - Juns Befehl hauptsächlich die jüngeren Soldaten - war von heute an bis zum übernächsten Vollmond am neu errichteten alten Turm stationiert und sollte das Gebiet mitsamt der Reiterei sichern. Ginge es dann nach Jun, würde gar sein Orden dort eine feste Aufgabe bekommen. Seine Ritter waren nur ungern Dauergast in Thorniara.
    Doch dies war etwas, was er mit Hagen und seinem Stab klären würde.
    Nun galt es den Moment zu genießen. Ganz vorne trug man die Standarte des Stadt Thorniara. Rolof, der dienstälteste Soldat in ihren Reihen durfte sie tragen. Dahinter kamen die Garnisons-Kohorten mit ihren Bannern. Links und rechts flankiert von ihren Anführern, hatte jede Gruppe ihr Zeichen oder Schriftzug. Danach kam die thorniarische Reiterei und ganz zuletzt die Ritter der aufgehenden Sonne, sowie die Paladine, Ritter und Magier des myrtanischen Ordens. Gemeinsam - statt getrennt. Gemeinsam hatten sie gekämpft, gemeinsam wollten sie auch in die Stadt einkehren. So waren ihre Banner Seite an Seite
    Ein jeder Mann trug eine Fackel die am heiligen Feuer entzündet worden war und so schien es von den Mauern aus, als würde sich ein riesiger Lindwurm langsam die Wege hinab schlängelnd der Stadt nähern.

    Neben Rolof erklang das Horn Thorniaras laut und dumpf in die Nacht und es wurde von der Bastion und den Mauern aus erwiedert. Das Tor am Westtor wurde geöffnet und trotz der späten stunde, schienen sich viele Menschen versammelt zu haben. Klar - nahezu jede Familie hatte einen Vater, Bruder oder Sohn da raus geschickt und man wollte diesen entsprechend empfangen. Am Tor standen die Wachtruppen Spalier mit Hellebareden und Glefen und es wurde am Marktplatz etwas Platz geschaffen, damit der nächtliche Triumphzug auch genug Platz bekam.

    In den Gesichtern der Soldaten fand sich Stolz wieder und für Momente schienen alle Last, Trauer und Sorge vergessen. Es war für einen Soldaten der Moment da er wusste für was er sein Leben riskiert hatte. Ein erhabenes Gefühl tief in einem, dass von Dankbarkeit, Freude, dem Wort Heimat und den Glauben an Innos in jedem genährt wurde.
    weiter ging es durch das Reichenviertel, kurz vorbei am Tempelviertel und durch das Handwerker- und Händlerviertel, ehe am schon vorberieteten Platz vor der Bastion aufmarschiert wurde. Kohorte für Kohorte in Reih und Glied in aller militärischer Feinheit. Dort wartete auch die Besatzung der Santorija, sowie Hagen und alles was in Thorniara Rang und Namen hatte. Überall brannten auch hier große Feuer und es war so hell, als wäre die Sonne noch gar nicht untergegangen.

    Jun und die anderen Anführer traten zu Hagen vor, meldeten sich militärisch zurück und stellten sich zur rechten und linken des Kommandanten auf dieser Insel.
    Daraufin erhob Hagen das Wort an alle Anwesenden.
    "FÜR INNOS!", grüßte er lautstark.
    "FÜR INNOS!", donnerte es ihm aus allen Kehlen entgegen.
    "Ihr Söhne Myrtanas! Ihr Soldaten Thorniaras! - Ich werde mich mit meiner Rede kurz halten. Es ist spät und ihr wollt alle zu euren Familien. Die warmen Worte eines alten Mannes sind nicht Balsam genug, verglichen mit der Umarmung derer die euch sehnlichst erwarten. Wenn ich in eure Gesichter sehe, sehe ich andere, als jene die uns hier verlassen hatten, um im Feindesland für unsere Insel zu kämpfen. Ich blicke in Gesichter deren Herzen von Innos berührt wurden, um das zu tun wofür er uns erwählt - dem Bösen trotzten und das Gute in dieser Welt verteidigen. eure Taten sind das Größte was ihr den Menschen des myrtanischen Reiches erbringen könnt, den ihr mir erbringen könnt. Darum verneige ich mich im Namen aller Menschen des Reiches, von Thorniara und aller die für unsere Sache streiten vor euch und sage danke für euer Opfer!", sprach der alte Paladin und verneigte sich wie ein treuer Paladin vor seinem König. Auch Jun und andere Anführer traten vor und verneigten sich.
    Die Granison erwiderte mit klimpernden Waffen gegen die Schilde und Rüstungen, bis Hagen um Ruhe bat.

    "Lord Jun als Kommandant dieser Mission wird euch noch verkünden, was er mit mir für euch absprach und euch sagen möchte.", sagte Hagen und überließ das Feld Jun. Im Schein des Feuers blitzte sein Harnisch mit der aufgehenden Sonne metallisch auf und sein roter Umhang schien die heiligen Feuer regelrecht anzuziehen. auch er grüßte mit einem lautstarken >Für INNOS!< und bekam entsprechende Antwort.

    "Meine Waffenbrüder. Mit Lord Hagen haben wir beschlossen, dass einem jeden der doppelte Sold für die Zeit ausserhalb der Stadt bezahlt werden soll. Zudem ein Bonus der je nach Rang gestaffelt wird, sowie eine Beförderung für viele von euch. Zwei Wochen sollt ihr euch ausruhen dürfen, bevor der Dienst wieder beginnen mag." - wohlwollend wurden Juns Worte aufgenommen. Verglich er es mit damals in Vengard wo es nichts gab, war dies doch weitaus mehr.

    "Vor vielen Monden begannen wir diese Garnison bereit zu machen. Bereit für den Kampf gegen das nahende Unheil. Bereit um mehr zu sein als eine einfache Stadtgarnison. Heute kann ich euch sagen - Die Zukunft wird nicht einfacher, aber ihr seid bereit. Bereit um Beliar in seine hässliche Fratze zu blicken und ihm entgegen zu treten. Ob Pionier, ob Marineinfanterist, ob Reiter, ob Schütze, ob Ritter, Magier oder Paladin. Viele haben zum ersten Mal gegen das Böse direkt gekämpft und ein jeder von euch wird mir bestätigen, dass euch Angst umfing. Doch zugleich etwas, was euch Mut gab. Tief im Herzen sitzend erwachte etwas in euch und gab euch die Kraft zu bestehen. Dies meine Brüder - dies war er! Dies war Innos! - Wir Menschen die von Innos erwählt wurden, mögen zwar schwach sein gegenüber all diesen Monstern und Ungeheuern. Doch das ist nur der äußere Schein. Im Inneren sind wir Größer und das weiß Beliar. Deswegen schuf er die Furcht, diese fürchterlichen Wesen, um uns auch im Inneren klein zu halten. Doch Innos in seiner Weisheit gab uns den Mut uns zu erheben und das Licht in die Dunkelheit zu führen. Ein kleiner Funke mag genügen und ein großes Feuer entsteht, das von all diesen finsteren Wesen aus den Schatten nicht bezwungen werden kann! Dort an der Brücke waren nicht ein paar Paladine. Nein, wir alle waren es! Ein Mann der seinen ganzen Mut und Innos auf den Lippen entgegen bringt um dem Bösen zu trotzen, wenn alles Licht um ihn von Dunkelheit droht verzehrt zu werden - Das ist ein Paladin! Mehr braucht es nicht in Innos Augen, um ihn die Kraft zu geben zu bestehen. - Ihr habt erlebt was Beliar uns entgegensetzen wird und ihr habt erlebt, dass ihr diese Kreaturen bezwingen könnt, wenn ihr auf Innos vertraut! - Bald, meine Waffenbrüder, werden wir uns erneut Beliar stellen und die Echsen werden wissen, welche Menschen dieser Insel nicht zu bezwingen sind. Nicht die Besiegten aus Setarrif, nicht die Heiden aus den Wäldern, sondern WIR! Sie werden an unseren Schilden und unserem Glauben abprallen und durch das Schwert gerichtet, so wie wir diesen Drachen bezwingen werden, wenn seine Zeit gekommen ist! Und dann wird diese Insel frei sein und vereint unter dem Bannern Innos'! Der heilige Rhobar hatte einst einen Traum. Alle unter einem Himmel! Die heiligen Feuer die die Schatten in aller Welt vertreiben. Diesen Traum habe auch ich und den sollt ihr alle haben, damit die Menschen frei vom Bösen werden! - Ihr Söhne Myrtanas! Seid bereit! - Abtreten! FÜR INNOS!", donnerte Juns Stimme über den Platz, nachdem er eine doch etwas längere Rede gehalten und die Einheit und den Glauben aller auf seine unnachahmliche Art gestärkt hatte. Licht schimmerte leicht um ihn als goldene Aura, da er aus Herzen gesprochen hatte und Innos bei sich spürte.
    Die Antwort war lauter als jene davor und so manchen hatten die Worte Juns über Innos erreicht (jene die die Rede zu lang fanden, wurden gar nicht gehört). Jeder der Jun sah, wusste dass man Jun in die Tiefen von Beliars Reich folgen konnte und da lebend rauskommen würde, weil Innos mit ihm war - immer. Deswegen führte er an, deswegen kämpfte er so fanatisch und deswegen folgten ihm so viele. Sei es in Ardea, sei es in Vengard, sei es in Kap Dun, sei es auf Gorthar, sei es auf Varant - sei es auf Argaan. Der 'Prediger' - wie ihn einst die Orks und ihre Lakaien verfluchten, als er die 'Unsterblichen' befehligte um Vengard zu halten - war mittlerweile eine Legende die sowohl heute als auch in Zukunft in den Geschichten der Soldaten, Streiter und einfachen Menschen einen festen Platz besaß.

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    Gath is offline
    "Eins muss man denen lassen. Sie verstehen was von Propaganda.", brummelte Traér, während sie den hell erleuchteten Platz vor der Bastion verließen.
    Gerade war dort die halbe Garnision Thorniaras aufmarschiert, die man wohl aus der Stadt herausgeschickt hatte, um die Echsen ärgern zu gehen. Und augenscheinlich hatten sie dabei Erfolg gehabt. Gath war nur außerordentlich froh, dass sie ihn nicht dazu gebracht hatten, mitzumarschieren. Einmal die Uniform des Heeres tragen musste definitiv reichen. Öfters wollte er das nicht haben.
    So hatten er und sein varantischer Freund sich das Spektakel aus dem Schatten heraus anschauen können und gesehen, wie ein paar Gestalten des Militärs, die der Bootsbauer sogar kannte, redeten und den Glauben an Innos beschworen.
    Manchmal fragte er sich ja wirklich, ob Innos denn diesen Willen wirklich hatte, oder ob alles Dinge waren, die sich die Menschen ausdachten. Wahrscheinlich war es wirklich Innos' Willen, sie gegen Orks oder Echsen in die Schlacht zu schicken, aber der Gott des Feuers hatte doch sicherlich dabei auch einen Plan für Menschen, die nicht zu Waffe greifen wollten, oder?
    Früher war sich Gath ziemlich sicher gewesen, dass er auf den rechten Pfaden wandelte, rechtschaffend wie er gewesen war - wenn auch von gelegentlichen Schwächen befallen - aber dann... Der Krieg war nicht sein Metier gewesen, als blieb ihm nichts anderes übrig, als mit Innos im Herzen den Weg in die Fremde wagen. Und das - die Flucht nach Bakaresh, zusammen mit Rekhyt - war die beste Entscheidung, die er selbst in seinem Leben getroffen hatte.
    War denn Innos nicht vielleicht ein Gott des Friedens? Einer, der Menschen verbinden wollte?
    Für Gath schon, für die Paladine wohl nicht und für Traér neben ihm schon gleich gar nicht, denn dieser Gott hatte nur Krieg über seine Heimat gebracht. Über die Stadt Bakaresh, die Innos auch nicht ferner war als Vengard oder Thorniara, auch wenn man seinen Namen dort besser nicht zu laut in den Mund nahm.
    Es war doch...
    "Gath?", weckte ihn Traér aus seinem Grübeln.
    "Hmm?"
    "Bis du noch bei uns?"
    "So halb. Ich überlege gerade... was wohl Innos Bestimmung für mich ist. Ich dachte mal, ich würde der folgen, aber mittlerweile bin ich mir erstaunlich unsicher...", brummelte er nachdenklich.
    "Du suchst Innos Pfad für dich? Als Schmuggler für die Feinde des Reiches? Als einer der Kerle, die ständig vor allem wegrennen, was rote Uniformen an hat?"
    Traér war sichtlich amüsiert.
    Und hatte auch irgendwo recht, das musste sich Gath ja eingestehen. Aber ihm fehlte tatsächlich die Konsequenz, das alles hinter sich zu lassen. Denn irgendwie hatte diese Propagandaveranstaltung etwas in ihm berührt, das er schon lange nicht mehr gespührt hatte.
    "Egal. Lass und gehen und mal Lukar suchen. Wir sind soweit fertig und sollten ihm noch Bericht erstatten."

    Gesagt, getan. Gemeinschaftlich machten sie sich möglichst unauffällig auf den Weg in Richtung Hafen, dann den mittlerweile schon verdammt bekannten Weg entlang in die hinterste Ecke, dort in das Lagerhaus, hinunter in den Keller, durch den modrigen Gang... Es war schon echt ein unschönes Versteck. Mal sehen, wie lange Lukar da noch bleiben wollte.
    Trotz der verdammt späten Stunde konnten sie noch einen Lichtschimmer erkennen. Vielleicht war der alte 'Händler' ja noch wach.

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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Lukar is offline

    Untertage, in einem "echt unschönen Versteck"

    "Zusammenfassend muss ich zugeben, es war ganz spannend... für jemanden, der sich für religiöse Hirnverdrehung und Größenwahn interessiert."
    Der sichtlich müde Slicer schaffte es, sein unterdrücktes Gähnen in ein zynisches Grinsen zu wandeln. Dankend griff er nach dem kratzigen Holzbecher, dender Händler Lukar ihm mit etwas kühlem Wasser aufgefüllt hatte. Lieber hätte Slicer jetzt einen kräftigen Humpen Bier runtergestützt, doch seit dem Beinahe-ausrutscher im Lagerhaus machte Lukar um jeden Bierkrug einen großen Bogen. Und teuren Wein suchte man in dem modrigen Geheimversteck ebenfalls vergebens. Der Bärtige hatte jedoch verständnis dafür. Immerhin war ein Dauerarbeiter wie Lukar ohne Akohol im Blut deutlich besser dran. Ein Grund mehr, weshalb er den Außendienst vorzog.
    "So leicht wie der Alltag in der Stadt einfach weiter läuft, verdrängt man erschreckend schnell, dass dieses verdammte Eiland noch immer vom Bürgerkrieg und einer fliegenden Eidechse bedroht wird. Als wäre das nicht schon schlimm genug, sind ausgerechnet diese fanatischen Paladine und ihre Schergen in Milizuniform die einzigen, die ein noch halbwegs stabiles Gebiet verteidigen."
    Der Händler schnaubte verächtlich in sich hinein.
    "Sei zu hoffen das die Paladine vor lauter Innos nicht ihre Kriegstaktik vergessen. Sonst lässt der Drache nur einen haufenglühende Schlacke vom königlichen Heer übrig."
    "Ich muss zugeben, es wundert mich immer noch, weshalb Weißauge nicht längst seine Legionen hier her geschickt hat. Nicht das ich es mir wünschen würde, aber wieso gibt er sich mit Setairff zufieden? Egal. Das wars jedenfalls. Wirklich wichtige Informationen habe ich vom Truppenaufmarsch jedenfalls nicht erhalten. Eine oberflächliche Moralaktion eben."
    Slicer zuckte mit den Schultern und stürzte das Wasser hinunter. Wenn er sich ganz doll anstrengte und die Augen schloss, schmeckte es tatsächlich ein ganz kleines bisschen nach Bier...
    "Wie auch immer. Gab es währendessen hier irgendetwas wichtiges?"
    "Kaum." Lukar goss sich selbst etwas Wasser nach und warf einen demonstrativen Blick auf den kleinen Papierstabel auf dem Tisch.
    "Standartberichte. Hier: Schutzgeldeinnahen sind weiter gesunken, der Kerker wirft demnächst zwei Gefangene vors Tribunal, allerdings keine inhaftierten Mitglieder. Offenbar ein Massenmörder und ein Ketzer. Eine neue Razzia ist unseren Informanten zufolge demnächst nicht zu erwarten..."
    Er machte eine wegwerfende Geste und nippte an seinem Becher.
    "Nichts wichtiges, wie gesagt. Leider warte ich immer noch auf den Bericht von Gath. Scheinbar braucht er länger für seine Aufgabe als erwartet."
    "Hm. Glaubst du, es gibt Probleme?" Slicer machte ein besorgtes Gesicht.
    "Wenn seinem Bruder etwas passiert wäre, hätte Bertholf das sicher längst durchscheinen lassen. So gehe ich einfach mal davon aus, dass alles in Ordnung ist, aber sie eben noch ein wenig mehr Zeit brauchen um die Hafenkommandantur zu überzeugen..."

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    Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
    Françoise is offline
    Die Rückkehr der Soldaten aus dem Feld war ein beeindruckendes Schauspiel. Es erfasste die gesamte Hafenstadt und rückte alle Sorgen für den Augenblick in den Hintergrund. Selbst Françoise blieb davon nicht völlig unberührt. Sie war froh darüber, dass die Truppen sich wieder in der Stadt befanden. Zu dünn waren die Reihen in ihrer Abwesenheit geworden und viel zu verletzlich. Die Rückkehr stärkte die Moral und die Verteidigung gleichermaßen. Und es blieb der Priesterin auch nicht verborgen, dass die zurückgekehrten Soldaten gewachsen waren; kampferprobt und stolz.
    Auf dem großen Platz vor der Bastion nahm Hagen die siegreichen Truppen in Empfang. Der Paladinlord stand ihnen als Soldat wesentlich näher als die oberste Feuermagier. Dennoch wollte Françoise es nicht versäumen und befand sich unter den anderen Würdenträgern der Stadt, als Hagen die Anführer mit einem lauten Für Innos begrüßte. Er würdigte den Einsatz der Soldaten als großen Dienst an den Menschen Myrtanas und verneigte sich in einer symbolischen Geste vor den Truppen. Das zu sehen rührte Françoise. Sie kannte Hagen und wusste, wie streng und grimmig er oft wirkte. Bei jemandem wie ihm besaß diese Geste umso mehr Bedeutung.
    Schließlich übergab der Paladinlord das Wort an den Kommandanten Jun. Als Françoise sah, um wen es sich dabei handelte, wollte sie zuerst ihren Augen nicht glauben. So oft hatte man ihr von Jun bereits berichtet und nicht selten mit Bewunderung. Ein großer Kämpfer und Anführer solle er sein. Manchmal hatte Françoise fast den Eindruck, ihr würde von einer legendengleichen Figur wie der des Sankt Dominique berichtet. Nicht zuletzt hatte die oberste Feuermagierin aus diesem Grunde Jeffrey mit den Truppen entsandt, um endlich zu erfahren, wer Jun wirklich war. Denn wie das Schicksal es wollte, hatten sich die oberste Feuermagierin und der Paladin noch nicht getroffen. Oder so dachte Françoise bis jetzt.
    Sie beobachtete wie Jun das Wort an die Soldaten richtete. Er begann damit von Belohnungen für die siegreichen Truppen zu reden und erntete das dafür zu erwartende Jubeln. Statt sich aber wie Hagen kurz zu halten, fing Juns Rede hier erst an. Er sprach davon wie sich die Garnison der Stadt darauf vorbereitet hatte dem Bösen entgegenzutreten, wie ihnen die Stärke innewohnte über Beliars Schergen zu triumphieren und Argaan zu einen. Je länger er sprach, desto energischer und überzeugender klangen die Worte des Paladins. Françoise konnte es in den Gesichtern vieler Soldaten erkennen, wie sie dem Kommandanten gebannt zuhörten und ihm begeistert zustimmten. Selbst Hagen zeigte sich beeindruckt und seine Geste schien fast schon vergessen.
    Obwohl Juns Rede ungleich länger war als die des Paladinlords, gewann der Kommandant die Mehrheit für sich. Es überraschte Françoise nicht länger, weshalb so viele von ihm mit Bewunderung sprachen. Sein Feuer brannte stark. Woher kam dieser Wandel nur? Françoise konnte es sich nicht zu erklären. Nur so viel wusste die Priesterin, dass Jun seit ihrer letzten Begegnung etwas widerfahren sein musste, das ihn so verändert hatte.
    Der Empfang endete und die Truppen lösten sich auf, um zu ihren Familien heimzukehren. Auch Françoise schickte sich an zur Zitadelle zurückzugehen, als ein Feuermagier an sie herantrat. Er verneigte sein Haupt vor der obersten Feuermagierin und hielt seine Hände offen zur Begrüßung.
    »Innos zum Gruß, Meisterin.«
    »Innos mit dir, Jeffrey. Ich freue mich, dass du wieder zurück bist.«
    »Die Freude ist ganz meinerseits.«
    »Die Mission muss anstrengend gewesen sein.«
    »Ich muss gestehen, das war sie.«
    »Dann solltest du dich ausruhen. Du kannst mir auch später noch berichten.«
    »Vielen Dank, Meisterin.«
    Erneut verneigte der Feuermagier sein Haupt und machte sich dann in Richtung Tempel davon. Er hatte mit Sicherheit wichtige Informationen gesammelt, doch im Augenblick war Françoise zu sehr damit beschäftigt, die eigenen Eindrücke zu ordnen
    Last edited by Françoise; 04.08.2015 at 22:37.

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    Gath is offline
    Tatsächlich, Lukar hatte wohl wirklich den Weg ins Bett verfehlt. Oder hatte vielleicht auch einfach nur nicht mitbekommen, wie spät es war, was einem untertage durchaus leicht passieren konnte.
    Neben ihm war auch noch Slicer unten und augenscheinlich schienen sich die zwei zu Unterhalten.
    "Guten Abend meine Herren.", begrüßte Traér die zwei, der knapp vor Gath eintrat. Auch der Bootsbauer erwiderte die Begrüßung und stellte dabei gleich fest, dass Lukar nicht so unbedingt begeistert war. Anscheinend waren sie ihm etwas zu langsam gewesen.
    "Wir ... haben es soweit. Die Hafenkommandantur ist wieder gefügig. Einmal die Bücher etwas filzen und drohen, das ganze nach oben zu melden, hat geholfen."
    Die ausgesprochen missmutigen Blicke überging Gath einfach mal. Er wusste sehr wohl, dass sie gefühlte Ewigkeiten gebraucht hatten.
    "Wir wollten das ganze noch überprüfen, aber bei dem regen Schiffsverkehr hier" - außer einer Galeere der Marine waren keine Schiffe angelandet - "haben wir dieses Unterfangen aufgegeben. Hoffen wir einfach mal, dass es gewirkt hat. Alfes war dabei übrigens eine sehr große Stütze und auch Sanvord Seytz hat dabei eine erstaunlich praktische Rolle gespielt. Wenn auch nur bedingt freiwillig."
    Lukars Blick war immer noch nicht besonders viel freundlicher, aber bevor der Händler etwas sagen konnte, kam Gath ihm nochmal zuvor.
    "Sofern du keine größeren Aufträge mehr für uns hast, würden wir uns dann gerne mal um eine Überfahrt nach Bakaresh kümmern. Vielleicht ist ja eines von den fünf Schiffen im Hafen gewillt, uns mitzunehmen."
    Traér hielt sich bei der ganzen Diskusion ziemlich zurück und genoss es wohl zum ersten Mal wirklich, dass er bei dieser Aktion meistens nur der Anhang von Gath war und deswegen nicht die primäre Verantwortung trug.

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    Kyrad is offline
    Er saß in einer Kneipe und dachte nach.
    Heute hatte er viele Soldaten gesehen, die aus einer Schlacht, wiedergekommen sind. Dabei hatte er die vielen anderen Menschen betrachtet, die Respekt und zugleich Freude verspürten, die ganzen Kämpfer wieder zu sehen. Er selber wollte auch solch ein Tapferer Soldat werden, er hatte sich schon Überlegt, ob er vielleicht der Armee beitreten würde. Doch zunächst hatte er noch keine Ahnung, wo er dort anfangen sollte. Er überlegte sich Morgen wohl zu einem Wachmann gehen und sich erkunden.


    Immerhin konnte man so auch an Gold kommen und vielleicht schaffte er es eine gescheite Waffenausbildung zu genießen und etwas Ehre Gewinnen. Er nahm einen kräftien Zug seines Bieres und schaute sich in der Taverne um, es waren einige Bürger anwesend und es bedarf ihm nach einem guten Gespräch.


    Also setzte er sich an den Tisch, zu einigen Leuten und unterhielt sich mit ihnen.

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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
    Lukar is offline
    Dem grobgehauenen Abbild irgendeines grimmigen Götzen gleich starrte Lukar Gath an.
    Die Rechtfertigungfür seine Verspätung interessierte ihn nicht sonderlich und auch die Verspätung selbst wäre ihm wohl herzlich egal gewessen, wäre die Zeit der letzten Tage nicht dahergekrochen wie ein beinloser, einarmiger Zombie. Aber sie war es nun einmal, und Lukar war innerlich auf 180, auch wenn er nach außen hin eher den Einbruck eines mürrischen, verbitterten Greises machte. Angespannt und genervt von der gesamtsituation, die ihm so wenig Beschäftigung lies, lauschte er der Ausführung Gaths. Mehrmals wollte er zu einer Antwort ansetzten, doch jedesmal, wenn er das Gefühl hatte, es war so weit, kamen weitere Informationen aus seinem Mund. Als Gath dann tatsächlich abschloss rührte Lukar sich erst nicht, weil er eine weitere Wortflut fürchtete, sobald er nur zu laut einatmete.
    Doch dem war nicht so. Gezwungen drückte er die Schultern durch und zählte bis 10.
    "Ich habe nicht daran gezweifelt das ihr das hinkriegt. Zugegeben, ich habe weit weniger Zeit eingerechnet. Aber das trifft auf vieles Zu. Borran oder einer seiner Stellvertreter ist ebenfalls noch nicht aufgekreuzt. Die Hitze macht die Insel scheinbar trägte."
    Er schnaubte und blies damit den Großteil seiner Wut davon.
    "Was diesen Sanvord angeht, muss ich sagen, dass ich dem Kerl nicht wirklich traue. Er macht seine Sache gut, ja, dass lässt sich nicht leugnen. Aber er tut es scheinbar erst, wenn man ihn dazu nötig. Das ist keine gute Haltung. So jemand ist schnell mal offen für einen neuen Auftraggeber. Ich frage mich wirklich, was wir schlimmer machen könnten als Reyn. Unter ihm schien er noch halbwegs zufrieden."
    Knöchige Finger kratzigen über ein stoppeliges Kinn. Slicer hielt sich im Gesprächhintergrund, ebenso wie Gaths Freund. Die beiden hatten sich nur selten etwas zu sagen.
    "Mal schauen, ob ich herausfinden kann, was Sanvord so sehr stört. Eventuel muss ich da ein wenig Nachhelfen. Und ja, ich benutzte den Singular nicht zufällig. Ihr habt eure Aufgabe erledigt und es steht euch frei, zu gehen, warum ja auch nicht. Vergesst nur nicht, mir schriftlich oder auf eine Andere Art und Weise mitzuteilen, wie viele Wertgüter ihr mitnehmt um eure Schuld zu begleichen. Ihr wisst, ich muss die Bestandbücher entsprechend schönen, bevor Borran sie zu sehen bekommt. Nehmt am besten von dem, wovon am meisten da ist. da kann man immer noch behaupten, Reyn war nicht besonders gut im Rechnen. Wenn ich mir die Bestandlisten so ansehe, ist das nicht mal weit her vor der Wahrheit." Er erhob sich und reichte Gath die Hand.
    "Alles in allem hat in den letzten Monaten alles ausgezeichnet funktioniert. Meinst du, du wirst Thorniara später wieder aufsuchen, wenn es dann noch steht?"

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    Gath is offline
    Irgendwie war Lukars Reaktion bei Weitem nicht das, was Gath befürchtet hatte. Er hatte mit einem ordentlichen Anpfiff gerechnet, aber der war dann doch nicht gekommen - und das erleichterte es doch ziemlich.
    "Wir werden dir auf jeden Fall mitteilen, was wir uns nehmen. Ich werde versuchen, nicht mehr als das, was ich zum Begleichen meiner Schuld brauche, zu entwenden. Traér?"
    "Ich such mir was schönes aus.", stellte der Varanter ganz unschuldig fest, sodass sie alle schmunzeln mussten.
    "Und wir werden dir auf jeden Fall eine Nachricht überbringen. Wahrscheinlich sehen wir uns eh noch mal, denn die Chancen, dass wir halbwegs bald eine Überfahrt bekommen, stehen erstaunlich schlecht. Aber gut.
    Und dann wieder zurück..."
    "Ich weiß es noch nicht.", merkte Traér an, als Gath zögerte. "Ich fahre nach Hause. Mal sehen, wie dort die Welt aussieht."
    "Ich... werde wohl relativ bald wiederkommen. Und dann auch garantiert in Thorniara sein, denn sonst kommt man ja nicht anders auf die Insel. Vielleicht kann ich in Varant die Leute davon überzeugen, dass man gerade mit Lebensmitteln auf dieser Insel viel Geld verdienen kann - wenn sie uns etwas daran beteiligen."
    Er wusste, dass Traér das nicht so toll fand, aber er musste hierher zurück. Sein Herz hing mittlerweile an Bakaresh genauso wie an dem Waldvolk. Denn diese Gemeinschaft war doch etwas, was Gath ungemein berührt hatte. Und er wollte zwar Traér nicht zurück lassen, aber er hatte auch Dennik, Rekhyt, Luke und San versprochen, wiederzukommen. Und daran wollte er sich halten. Unbedingt.
    "Also sehen wir uns auf jeden Fall wieder. Vielleicht sogar relativ bald.
    Und noch mal wegen Sanvord: Ich glaube, der wesentliche Grund, warum er Reyn so mochte - zumindest so wie ich das ein bisschen aus ihm herausgekitzelt hatte, ist der, dass dieser Kerl ihn wohl aufgebaut hat und in seine Position gebracht. Sanvord kam von Khorinis und dann gibt es in seinen Erzählungen eine kleine Lücke, und danach hat er für Reyn gearbeitet. Ich glaube aber, der wird sich auch noch an uns gewöhnen."
    Aber damit war es dann tatsächlich Zeit sich zu verabschieden, da Lukar sich erhob und ihm die Hand reichte. Komisch irgendwie, wo doch noch gar nicht gesagt war, dass Gath und Traér vielleicht nicht noch ein Weilchen hier in der Stadt bleiben würden.
    "Lukar, ich möchte mich noch bei dir bedanken. Ich danke vor allem für all das, was ich von dir lernen durfte. Vielleicht wird es mir helfen. Und sobald es Dinge gibt, bei denen man dir helfen kann, lass es mich wissen. Vor allem, solltest du mal ernsthaft in den Küstenhandel mittels Booten einsteigen wollen oder mal irgendwo ein Haus bauen möchtest. Oder generell irgendwas transportieren möchtest. Auch wenn Worte wenig bedeuten in dieser Welt, es war mir eine Freude, für dich zu arbeiten!"
    Anschließend verabschiedete er sich noch Slicer, auch wenn sie sich nicht so viel zu sagen hatten. Sie waren doch beide nur die Leute gewesen, die für Lukar gearbeitet hatten.
    "Lukar, ich möchte mich auch bedanken, dass wir für dich arbeiten durften. Ich hoffe, wir waren dir eine Hilfe. Und ich hoffe, du bekommst den Laden hier in Schwung, bis du dich etwas sinnvollerem zuwenden kannst.", meinte Traér währenddessen mit einem leichten schmunzeln, bevor auch der Varanter sich von Slicer verabschiedete.
    Und damit verließen die beiden das unterirdische Arbeitszimmer. Einmal würden sie hier wohl noch herkommen, wenn sie die Wertgegenstände entnahmen, aber ansonsten war es das wohl erst mal.
    Jetzt galt es ein Schiff für die Überfahrt zu finden.
    Ab morgen früh würden sie wohl mal die einzelnen Kähne im Hafen abklappern. Vielleicht war ja was zu holen.

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    Kerker

    „Ja, ganz Recht! Gerade täte ich nichts lieber als mit dir rüber in den Verhörsaal zu gehen und dort weiter zumachen, wo wir vor zwei Jahren so unliebsam unterbrochen wurden.“, gestand Red in einem Moment der Schwäche. Wut, Frust, Aussichtslosigkeit und die beklemmende Stimmung im Kerker forderten auch von ihm nun ihren Tribut. Er griff nach Noxus Armen, riss ihn auf die Füße, drehte ihn herum und drückte ihn gegen die Wand. „Ich hätte nicht übel Lust, dich dort so lange zu bearbeiten, bis du alles bekommen hast, wonach du dich so sehr sehnst. Solange bis du dich auf dein Ende freust…“, zischte er ihm bösartig ins Ohr. Die Narben auf seinem Rücken ziepten unheilvoll.
    Der Kerkermeister trat einen Schritt zurück, achtete aber darauf, dass Noxus an der Wand stehen blieb. Das Gesicht war gegen den Stein gedrückt worden, doch auch jetzt, wo Redlef ihn nicht mehr fixierte, war die blasse Visage mit den unheimlichen Augen von ihm angewandt. Das hämische Grinsen, welches Exitus wahrscheinlich über das ganze Gesicht trug blieb Redlef somit verborgen. Hätte Redlef es gesehen, wäre der Wunsch in ihm, es zu Brei zu schlagen, wahrscheinlich auch zu einem unwiderstehlichen Drang in ihm gewachsen. Noxus hatte dieses Gefecht gewonnen, das wussten sie beide.
    So konzentrierte er sich darauf Noxus am ganzen Körper nach versteckten Gegenständen abzusuchen. Die Wut über ihn selbst brannte in Redlef wie Höllenfeuer. „Doch leider haben wir dafür keine Zeit“, presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Alleine schon die Anwesenheit dieses Schwarzmagiers, hatte ihn zur Weißglut getrieben. Warum er sich auch immer so von ihm provozieren lassen musste? Kein anderer Gefangener, hatte das jemals so meisterlich hinbekommen. Es reichten schon wenige Worte dieses Irren, um ihn über die Kante zu treiben. Es versetzte dem Kerkermeister einen leisen Stich, doch es wäre ein Segen, wenn Noxus lebloser Körper endlich am Galgen baumelte…
    „Also los!“ Mit diesen knappen Worten riss er Noxus von der Wand, schob ihn aus der Zelle und schubste ihn die Treppe hinauf.


    Oben wartete hinter der Schleuse Hannes auf sie. Der dumme Riese stand still neben der letzten Gittertür und öffnete diese, als Redlef ihm den Befehl dazu gab. Inzwischen hatte sich der Kerkermeister wieder im Griff und ließ sich von seinem Zorn nichts mehr anmerken.
    Zusammen legten sie dem Schwarzmagier noch die Schandgeige an. Diese hölzernen Fesseln würde er nur so lange tragen, bis sie den Platz überquert hatten und in der Bastion wären. Eine Flucht war mit diesem Ding fast unmöglich. Redelf gürtete noch sein Schwert, dann waren sie bereit zum Aufbruch.
    Als sie zu dritt auf den Platz traten, war dieser voll mit Menschen. Am gestrigen Abend waren die Soldaten von der Front zurückgekehrt und nun wirkte die Stadt, nach ihrer langen Abwesenheit, fast übervoll. Doch es war gut zu wissen, dass nun wieder Ruhe und Ordnung einkehren konnte. Damit waren zu mindestens für die einfachen Stadtwächter die Überstunden und Doppelschichten vorbei.
    Doch nicht nur Soldaten waren auf dem Bastionsplatz zu sehen. Auch viele Bürger tummelten sich hier. Die Verhandlungen gegen den Reichsverräter und den Schwarzmagier waren nicht unbemerkt geblieben. Die Neugier zog die Menschen auf den Platz. Mit dem Finger zeigten sie auf Noxus, wie sie sicherlich auch vorher auf trilo gezeigt hatten, als dieser hier vorüber geführt wurde. Kleine Kinder, klammerten sich an die Beine ihrer Eltern. Redlef hörte sogar eines fragen, ob sie dieser Bösewicht nun alle töten würde. Die älteren wagten sich näher. Einzeln oder in kleinen Gruppen nährten sie sich, um einen besseren Blick auf den Mörder zu erhaschen. Sie tuschelten und zeigten auf ihn, dann löste sich ein Junge von vielleicht zehn Sommern aus der gruppe und trat direkt vor Noxus. Mit seinen großen Kinderaugen, musterte er den Gefangenen. Seltsamer- und unpassender Weise stand in diesem jungen Gesicht gleichzeitig Verachtung und Neugier geschrieben. „Ist es wahr, dass du der Hohepriester des Weissaugendrachen bist? Kannst du dich Echsen befehligen?“, fragte der Junge frech heraus. Sein Blick huschte immer wieder zu den Kerkerwachen. Er schien zu wissen, dass er etwas tat, was er besser nicht tun sollte.
    „Halt ihn gut fest“, murmelte Redlef leise zu Hannes und machte einen Schritt auf den Jungen zu. Diese Frage war doch bloß Wasser auf Noxus Mühlen. So etwas musste sofort unterbunden werden. Was sich die gemeine Bevölkerung da nur wieder ausgedacht hatte? Der Junge fragte sicherlich nur frei heraus, was alle hier auf dem Platz dachten.
    „Verschwinde!“, raunte Redlef das Blag an. Noxus hatte im Leben nie viel erreicht und war auch keine Person, die im Gedächtnis behalten werden sollte. Wenn er nun im Glauben des Volkes als Hohepriester des Drachen starb, dann musste das aus Noxus Sicht einem Martyrium gleichkommen. Soweit durfte es nicht kommen, diese Ehre durfte dem Spinner nicht gewährt werden. „Er ist nur ein armer Spinner, nichts weiter!“, rief Red dem Jungen hinterher, der kichernd floh, nachdem er Noxus noch einmal vor die Füße gespuckt hatte, bevor das Weite suchte, um seinen Freunden zu erzählen, was passiert war.
    Undankenswerter Weise hatte die kleine Gruppe nun die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Gesamten Platzes. Verstimmt ging Red zurück zu Hannes, griff Noxus unsanft am Arm und schob ihm rabiat weiter vorwärts. Vielleicht sollte er daran denken den nächsten Gefangenen einen Sack über den Kopf zu stülpen.
    Redlef und Hannes bahnten sich mit ihrem Gefangenen so gut es eben ging weiter ihren Weg über den Platz. Die Strecke wurde gefühlt immer länger. Mehr und mehr Menschen versammelten sich an ihrem Wegesrand. Langsam stieg eine Nervosität in Redlef aus, die ihn die Hand ans Schert legen ließ. Etwas schwang in der allgemeinen Stimmung auf diesem Platz mit, was Redlef überhaupt nicht gefiel. Die zurückgekehrten Soldaten hatten in der Nacht ihren Familien sicherlich noch das eine oder andere erzählt. Hatten geschildert, welchen Schrecken die Echsen verbreiten konnten, was für seelenlose Bestien es waren. Und er und Hannes führten nun Jemanden, den man nur zu gerne für die Verletzten und Toten verantwortlich machen konnte, quer über den ganzen Platz. Fast ohne Bedeckung.
    Schnellen Schrittes schlossen sie zu Pons und Harald auf, die sich inzwischen nicht mehr weit von ihnen entfernt befanden. Auch um diese kleine Gruppe hatten sich Menschen gescharrt. Während sie bei Noxus aber ehr Furcht zeigten, war es Abscheu, die Trilo entgegengebracht wurde. Pons versuchte den Gefangenen weiter voranzubringen. Er schien schon ein einen oder anderen Schlag abbekommen zu haben. Harald indes dränte die Menge zurück. Sie beschimpften den weißhaarigen Gefangenen als Abnormität, verfluchten und bespuckten ihn.

    „Pons, alles im Griff?!, erkundigte sich Redlef, als sie sie endlich erreicht hatten. Dieser nickte nur. Redlefs Blicke wanderten zwischen Trilo und Noxus hin und her. Da hatten sie sich ja einen guten Tag für die Verhandlung dieser beiden Verbrecher ausgesucht…
    Last edited by Redlef; 05.08.2015 at 21:48.

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