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  1. #1
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    Hier geht´s zu Thread #4.

    Hier die wichtigsten Karten:

    Thedas:
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    Ferelden:
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    Flüchtlingslager:
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    Viel Spaß!
    Shepard Commander is offline Last edited by Shepard Commander; 04.07.2015 at 10:17.
  2. #2
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    [Bild: mordred_klein.png]

    Aufstehen! Mordred, wacht auf!“, sagte eine sanfte, wohlklingende Stimme. Mordred lächelte im Schlaf, denn es musste ein schöner Traum sein, der ihn umfing. Die Stimme war so real, so dicht als würde der Atem der Sprecherin sein Ohr berühren. Und als dann schlanke Finger deinen Arm berührten fühlte er sich wahrlich ins Nichts gesogen.
    Larissa wurde etwas forscher. Wie konnte der Antivaner bloß so tief schlafen? Oder wollte er sie verärgern. Sie fasste seine Schulter und rüttelte an ihm und plötzlich wachte er auf.
    Mordred sah sich um und erblickte Larissa, die über ihn gebeugt stand, die Hand noch immer an der Schulter. Ihr Haar war so lang, dass es ihr in der Hocke bis über die Knie reichte und Mordred berührte. Sie sah müde aus.

    Oh verzeiht mir! Meine Wache, richtig?
    Larissa nickte. Sofort bemühte sich Mordred aufzustehen und bot Larissa seinen mit Fell und Decken ausgelegten Schlafplatz an, den er im Schatten der Mauer errichtet hatte. Die Elfe zögerte einen Augenblick, dann nickte sie akzeptierend und dankte dem Antivaner, der sich nun das Schwert umgürtete. Larissa legte ihre Waffen ab, murmelte sich in ihren Mantel und rollte sich auf den Decken katzenartig zusammen. Sie murmelte noch ein „Gute Nacht“ und war noch bevor Mordred zu seiner Wache aufbrach eingeschlafen. Der Antivaner konnte nicht anders als beim Anblick der Elfe friedlich zu lächeln. Sie wirkte so unschuldig und ehrlich, wie sie dort lag und langsam in den Schlaf glitt.

    Während Mordred zu seinem Posten an dem zur Hälfte heruntergebrannten Feuer aufbrach träumte Larissa von Burgen, die allesamt eine ähnliche Form wie die Wassermühle hatten, nur mit mehr Türmen und um einige Dimensionen größer.
    Mordred saß bereits am Feuer, die Augen auf das Flackern der kleinen Flammen gerichtet, als Morgana sich zu ihm setzte. Sie vermied seinen Blick und schaute irgendwie verwirrt aus. Dennoch war ihre Attraktivität selbst nach einer kurzen Nacht und anscheinend heftigen Träumen nicht zu leugnen.

    Was ist denn mit Euch los? Habt Ihr einen Geist gesehen?“, scherzte der Antivaner unwissend. Morgana schien verlegen zu reagieren und wandte den Kopf beiseite. Mordred kannte die Frau nicht wirklich. Von all seinen neuen Reisegefährten war sie die Geheimnisvollste, aber auch Verschossenste, was vermutlich Hand in Hand ging.
    Schon gut. Ihr wollt noch immer nicht mit mir reden… Halten wir halt stille Wache!“, resignierte Mordred allmählich genervt. Wenn Morgana sprach, dann mit ausgesuchter Höflichkeit. Doch von selbst schien nichts zu kommen und obwohl sie ihm versichert hatte, es wäre nicht persönlich vermutete er doch, dass sie… Antivaner hasste! Ja, das musste es sein!
    Nach einer ganzen Weile des Schweigens in der Mordred sich eine andere Gesellschaft wünschte, als eine schweigsame aber attraktive Frau änderte er seine Meinung über die Schweigsamkeit.
    Besser ne Taube auf dem Dach als ne Stumme in der Kiste, heißt es doch. Tja, das gilt wohl auch für Nachtwachen…

    Mordred holte laut und vernehmlich Luft, sodass Morgana reagierte und zu ihm sah.
    Ich will ja nicht unhöflich sein und verzeiht mir, wenn ich nun Euren Ärger erwecke, aber es interessiert mich schon, welches Geschäft Euch auf diese Reise gen Denerim bringt. Meinen Beweggrund kennt Ihr ja, obwohl ich vermute bei unserer Reisegeschwindigkeit ist die Nachricht schon in Denerim angelangt, wenn wir noch durch das Bannorn irren. Artur hat einen Auftrag, sein Motiv ist klar. Und Larissa… so wie ich das verstanden habe, arbeitet sie mit Artur zusammen, oder so. Aber was ist mit Euch? Ihr seid weder eine Kriegerin, noch eine Späherin. Ihr erweckt eher den Anschein einer… Kirchenschwester? Oder einer Archivarin? Das einzige, was ich bei euch sehe ist Papier und Schweigsamkeit. Zwei Dinge, die auf eine Bibliothekarin hinweisen, wenngleich ich noch nie eine Bibliothekarin mit Eurer Schönheit sah“.


    [Bild: Morgana_mini.jpg]

    Morgana schritt an das Feuer heran, wo sie schon von Mordred erwartet wurde, der sie mit einem lockeren Scherz begrüßte. Allerdings traf er mit diesem Scherz die Wahrheit mehr, als es Morgana lieb war. Sie wandte ihr Gesicht leicht, ab damit er die aufkommende Röte nicht sehen konnte und setzte sich auf den Baumstamm. das Feuer spendete Wärme und würde bald ihre durchgeschwitzten Klamotten trocknen. Momentan wickelte sie sich jedoch lieber in ihren Mantel ein. Sartanas Aktion hatte sie überrumpelt. Ihr Widerstand war nur sehr schwach gesehen, wie sie jetzt schmerzhaft eingestehen musste. Hätte Artur sie nicht geweckt, wer wusste schon was dann passiert wäre. Dämonen der Wollust waren hinterlistige Wesen, nicht so dumm wie Dämonen des Zorns. Sie spielten mit den Wünschen der Menschen und wenn man nicht aufpasste unterlag man ihren Willen ohne das man es mitbekam. Sie dachte über die Gründe ihres Versagens nach. Vermutlich musste sie nur noch mal richtig Dampf ablassen, ihr letztes Mal war jetzt schon eine Weile her und Triebstau und unterdrückte Lust waren keine guten Voraussetzungen, wenn man sich mit einem Dämon der Wollust herumschlagen musste.
    Die Sache mit Artur würde ihr unter Umständen auch noch Probleme bereiten. Je nachdem wie er gestrickt war, könnte er diese Aktion missverstehen. Nun das würde sie morgen mit ihm besprechen müssen. Inzwischen war sie wieder getrocknet, weswegen sie den Mantel nur noch locker auf ihren Schultern trug. Sie war wieder vollkommen sie selbst und sehr froh darüber. Allerdings schien der Antivaner, gepflegte Stille nicht so zu schätzen wie sie gerade. Er war immer noch neugierig und fragte sie nach ihrer Intention und ihrem Beruf. Morgana dachte nach, bis Denerim war es noch weit und neugierige Reisegefährten stellten oft Dummheiten an. Es würde nicht schaden seine Neugier ein wenig zu stillen, damit er endlich Ruhe gab.

    "Nun Lord Aromaki, da ich sehe das ihr vor Neugier fast vergeht, will ich eure Leiden ein wenig lindern. In der Tat bin ich keine Kriegerin auch wenn ich mich zu verteidigen weiss. Ich bin allerdings keine Bibliothekarin, wie ihr vermutet habt. Ich bin eine Forscherin die sich für die vergangenen Reiche interessiert. Ich erforsche alte Elfenruinen und Kulturen der frühen Menschen. Ich lese ihre alten Schriften und erforsche ihre Relikte. Deswegen beherrsche ich auch die alten Sprachen, sowie elfisch und altelfisch. Ich reise mit den beiden anderen, weil es gefährlich ist heutzutage für eine einzelne Frau alleine zu reisen. Sie geben mir Schutz und ich helfe ihnen mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten."
    Sie hatte die ganze Zeit mit freundlicher aber kühler Stimmlage gesprochen, während ihr Blick eisig blieb. Beim Wort Fähigkeiten musste sie jedoch leicht grinsen, was ihr Gegenüber wahrscheinlich missverstehen würde. Aber sollte er doch seine Fantasie kreisen lassen.
    "Ich hoffe das befriedigt ein wenig eure Neugier Lord Aromaki.", sagte sie mit höflicher Stimme.
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  3. #3
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    [Bild: Morgana_mini.jpg]

    Morgana schritt an das Feuer heran, wo sie schon von Mordred erwartet wurde, der sie mit einem lockeren Scherz begrüßte. Allerdings traf er mit diesem Scherz die Wahrheit mehr, als es Morgana lieb war. Sie wandte ihr Gesicht leicht, ab damit er die aufkommende Röte nicht sehen konnte und setzte sich auf den Baumstamm. das Feuer spendete Wärme und würde bald ihre durchgeschwitzten Klamotten trocknen. Momentan wickelte sie sich jedoch lieber in ihren Mantel ein. Sartanas Aktion hatte sie überrumpelt. Ihr Widerstand war nur sehr schwach gesehen, wie sie jetzt schmerzhaft eingestehen musste. Hätte Artur sie nicht geweckt, wer wusste schon was dann passiert wäre. Dämonen der Wollust waren hinterlistige Wesen, nicht so dumm wie Dämonen des Zorns. Sie spielten mit den Wünschen der Menschen und wenn man nicht aufpasste unterlag man ihren Willen ohne das man es mitbekam. Sie dachte über die Gründe ihres Versagens nach. Vermutlich musste sie nur noch mal richtig Dampf ablassen, ihr letztes Mal war jetzt schon eine Weile her und Triebstau und unterdrückte Lust waren keine guten Voraussetzungen, wenn man sich mit einem Dämon der Wollust herumschlagen musste.
    Die Sache mit Artur würde ihr unter Umständen auch noch Probleme bereiten. Je nachdem wie er gestrickt war, könnte er diese Aktion missverstehen. Nun das würde sie morgen mit ihm besprechen müssen. Inzwischen war sie wieder getrocknet, weswegen sie den Mantel nur noch locker auf ihren Schultern trug. Sie war wieder vollkommen sie selbst und sehr froh darüber. Allerdings schien der Antivaner, gepflegte Stille nicht so zu schätzen wie sie gerade. Er war immer noch neugierig und fragte sie nach ihrer Intention und ihrem Beruf. Morgana dachte nach, bis Denerim war es noch weit und neugierige Reisegefährten stellten oft Dummheiten an. Es würde nicht schaden seine Neugier ein wenig zu stillen, damit er endlich Ruhe gab.

    "Nun Lord Aromaki, da ich sehe das ihr vor Neugier fast vergeht, will ich eure Leiden ein wenig lindern. In der Tat bin ich keine Kriegerin auch wenn ich mich zu verteidigen weiss. Ich bin allerdings keine Bibliothekarin, wie ihr vermutet habt. Ich bin eine Forscherin die sich für die vergangenen Reiche interessiert. Ich erforsche alte Elfenruinen und Kulturen der frühen Menschen. Ich lese ihre alten Schriften und erforsche ihre Relikte. Deswegen beherrsche ich auch die alten Sprachen, sowie elfisch und altelfisch. Ich reise mit den beiden anderen, weil es gefährlich ist heutzutage für eine einzelne Frau alleine zu reisen. Sie geben mir Schutz und ich helfe ihnen mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten."
    Sie hatte die ganze Zeit mit freundlicher aber kühler Stimmlage gesprochen, während ihr Blick eisig blieb. Beim Wort Fähigkeiten musste sie jedoch leicht grinsen, was ihr Gegenüber wahrscheinlich missverstehen würde. Aber sollte er doch seine Fantasie kreisen lassen.
    "Ich hoffe das befriedigt ein wenig eure Neugier Lord Aromaki.", sagte sie mit höflicher Stimme.


    [Bild: mordred_klein.png]

    Gewisse Fähigkeiten“ also. Mordred hatte genug Stil um nicht weiter darauf einzugehen, nachdem die Schwarzhaarige seinen ersten, leichten Kontaktversuch überhört, oder aber ignoriert hatte. Sollte sie doch für Artur die Nahbare spielen und den Ritter umschmeicheln während dieser sich ausmahlte zwischen den Beiden könne noch etwas geschehen. Nachdem Artur erst von überlebter Gefahr sprach, dann jedoch davon noch nie mit einer Frau das Lager geteilt zu haben, die ihre Reize so gekonnt ausspielte, war sich der Antivaner sicher, dass Morgana bekam, was sie wollte und Artur wie eine Marionette behandelt wurde, frei in der Schwebe und stets der Gefahr ausgesetzt, man kappe die Fäden an denen er hängt. Natürlich, auch die Dalish war attraktiv, auf ihre animalische Art. Ihr Gesicht stand dem Morganas in Symmetrie um nichts nach und wenn man Wert auf große Augen, zart geschwungene Lippen und eine zierliche, aber charakteristische Nase, so schön wie nur ein Gott sie modeln könne, legte, so wäre Larissa keineswegs weniger begehrenswert als Morgana. Lediglich ihr Kleidungsstil wirkte… unvorteilhaft. Und der Körper der Elfe hatte natürlich weitaus weniger ins Auge springende „Attribute“.

    Es passte, dass sie eine Forscherin war. Immerhin las sie viel, doch viele Möglichkeiten blieben Frauen in wissenschaftlichen Berufen nicht offen. Als Ärzte wurden sie verspottet und lediglich für den Sanitätsdienst angenommen, als großartige Literaten kannte man sie nur im Bezug auf Schmuddelgeschichten um einsame Hausfrauen zu erfreuen, während ihre Männer tranken und den jungen Huren nachriefen und auch als Geschichtenerzählerinnen oder Historikerinnen taugten sie meist nur im Kinderzimmer. Ausgenommen waren natürlich die Magierinnen des Zirkels, aber da Morgana keine Magierin war, zählte sie wohl zu den anderen Kategorien. Allerdings trug sie ein gesundes Selbstbewusstsein mit sich herum.

    Ich danke Euch, Mylady. Eure Fähigkeiten in alten Sprachen zu Lesen und altes Wissen zu studieren weißt Euch als außerordentliche intelligente Frau aus. Ich muss gestehen, ich hätte gerade im Süden Fereldens jemanden wie Euch nicht erwartet. Doch, da Ihr des Gespräches müde scheint, lasse ich Euch mit Euren Gedanken zurück und werde eine Runde gehen“, sagte Mordred ehrlich und erhob sich. Seine Glieder knackten doch fühlte er sich in der frischen Sommernacht merkwürdig belebt. Vielleicht sollte er öfter unter freiem Himmel schlafen.

    Ich empfehle mich“, sagte Mordred mit einer angedeuteten Verbeugung, dann entschwand er in die Nacht, ging eine lange Wachrunde und kehrte dann zurück. Diesmal ließ er sich etwas ferner von Morgana und dichter bei seinen anderen Kameraden nieder und blieb dort bis zum nächsten Morgen.
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  4. #4
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    [Bild: mordred_klein.png]

    Gewisse Fähigkeiten“ also. Mordred hatte genug Stil um nicht weiter darauf einzugehen, nachdem die Schwarzhaarige seinen ersten, leichten Kontaktversuch überhört, oder aber ignoriert hatte. Sollte sie doch für Artur die Nahbare spielen und den Ritter umschmeicheln während dieser sich ausmahlte zwischen den Beiden könne noch etwas geschehen. Nachdem Artur erst von überlebter Gefahr sprach, dann jedoch davon noch nie mit einer Frau das Lager geteilt zu haben, die ihre Reize so gekonnt ausspielte, war sich der Antivaner sicher, dass Morgana bekam, was sie wollte und Artur wie eine Marionette behandelt wurde, frei in der Schwebe und stets der Gefahr ausgesetzt, man kappe die Fäden an denen er hängt. Natürlich, auch die Dalish war attraktiv, auf ihre animalische Art. Ihr Gesicht stand dem Morganas in Symmetrie um nichts nach und wenn man Wert auf große Augen, zart geschwungene Lippen und eine zierliche, aber charakteristische Nase, so schön wie nur ein Gott sie modeln könne, legte, so wäre Larissa keineswegs weniger begehrenswert als Morgana. Lediglich ihr Kleidungsstil wirkte… unvorteilhaft. Und der Körper der Elfe hatte natürlich weitaus weniger ins Auge springende „Attribute“.

    Es passte, dass sie eine Forscherin war. Immerhin las sie viel, doch viele Möglichkeiten blieben Frauen in wissenschaftlichen Berufen nicht offen. Als Ärzte wurden sie verspottet und lediglich für den Sanitätsdienst angenommen, als großartige Literaten kannte man sie nur im Bezug auf Schmuddelgeschichten um einsame Hausfrauen zu erfreuen, während ihre Männer tranken und den jungen Huren nachriefen und auch als Geschichtenerzählerinnen oder Historikerinnen taugten sie meist nur im Kinderzimmer. Ausgenommen waren natürlich die Magierinnen des Zirkels, aber da Morgana keine Magierin war, zählte sie wohl zu den anderen Kategorien. Allerdings trug sie ein gesundes Selbstbewusstsein mit sich herum.

    Ich danke Euch, Mylady. Eure Fähigkeiten in alten Sprachen zu Lesen und altes Wissen zu studieren weißt Euch als außerordentliche intelligente Frau aus. Ich muss gestehen, ich hätte gerade im Süden Fereldens jemanden wie Euch nicht erwartet. Doch, da Ihr des Gespräches müde scheint, lasse ich Euch mit Euren Gedanken zurück und werde eine Runde gehen“, sagte Mordred ehrlich und erhob sich. Seine Glieder knackten doch fühlte er sich in der frischen Sommernacht merkwürdig belebt. Vielleicht sollte er öfter unter freiem Himmel schlafen.

    Ich empfehle mich“, sagte Mordred mit einer angedeuteten Verbeugung, dann entschwand er in die Nacht, ging eine lange Wachrunde und kehrte dann zurück. Diesmal ließ er sich etwas ferner von Morgana und dichter bei seinen anderen Kameraden nieder und blieb dort bis zum nächsten Morgen.


    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Mordreds Neugier schien fürs erste gestillt zu sein und er verabschiedete sich um eine Runde zu drehen. Morgana war zufrieden, endlich schien wieder alles so zu laufen wie sie sich es vorstellte. Der Gedanke an die Episode im Nichts und die peinliche Zurschaustellung ihrer animalischen Lust gegenüber Artur, ließ sie noch immer grübeln. Ein kleiner Moment der Schwäche Sartana gegenüber und jahrelange Arbeit wäre für die Tonne. Ansonsten lief es immerhin halbwegs gut für sie. Bald würde sie die Hauptstadt dieses Landes erreichen, mit ihren beiden Gefährten kam sie bisher gut zurecht und ihr temporärer Gefährte war immerhin höflich genug ihr Desinteresse ihm gegenüber hinzunehmen. Bis Denerim würde sie ihn wohl ertragen können und die Einschränkungen die er mit sich brachte. Antiva. Nevarra. Obwohl sie sich mit vergangenen Reichen auskannte, musste sie zugeben das sie kaum etwas über die aktuelle Politik wusste, oder über die Länder aus denen ihre Gefährten kamen. Vielleicht würde sie das noch die Tage ändern, bis Denerim war es noch ein weiter Weg.

    Morganas Wache verging ohne Zwischenfälle und schon bald weckten sie ihre anderen Gefährten und nach der Morgenhygiene und einem kleinen Frühstück machten sie sich wieder auf die Reise. Nach kurzer Zeit erreichten sie wieder die Straße, auf der sie jetzt weiter gut vorankamen, dem Hochweg immer näher kommend.
    Morgana hatte sich heute wieder in ihre Unterlagen vertieft, allerdings diesmal ihre eigenen. Sie wollte herausfinden ob sie Aufzeichnungen über alte Siedlungsgebiete in dieser Region hatte. Artur führte wie so häufig sein Pferd schweigend die Straß entlang. Er hatte den gestrigen Vorfall nicht angesprochen und wusste auch nicht ob das nötig war oder eine gute Idee. Wenn die Hexe darüber schweigen wollte, würde er das Thema wohl besser ruhen lassen. Zudem mussten ihre Gefährten nichts davon erfahren.

    Nach einiger Zeit errreichten sie ein recht verwahrlostes Dorf, das an der Straße lag. Es war voll mit schmutzigen und erschöpften Flüchtlingen und nicht gerade viel gepflegteren Bewohnern. Eine große Menge hatte sich um einen Mann gesammelt der mit lauter Stimme zu ihnen sprach. Er war schmutzig, hatte einen struppigen dunklen Bart und buschige Augenbrauen. Er trug etwas was für Artur nach einer abgewetzten Kirchenkutte aussah und sprach mit lauter zorniger Stimme, wobei Spucke aus seinem Mund flog. Die Menge hörte ihm gebannt zu.
    "Denn sehet ich sah die goldene Stadt in meinen Visionen in all ihrer Pracht und Schönheit, wie sie unverdorben vor mir lag. Doch sie wurde entweiht mit Blut welches die Siegel zum Nichts brach und verdorbene Menschen Zugang gewährten. Ihre Anwesenheit, erzürnte den Erbauer und er verließ die heilige Stätte und verdarb diese unwerten Geschöpfe. Die Stadt versank in Blut und wandelte ihr Antlitz in ein finsteres schwarz. Die Kreaturen nutzten nun ihr Blut um weiteren Frevel zu vollführen und entfesselten das Tier. Und das Tier ward ein Drache und er entfesselte die Kreaturen und beschloss die Welt zu vernichten und sie zu zerstören. Und warum ? Weil wir fehlerhaft sind und nicht alle den Gesang des Lichtes singen. Denn solange wird uns der Erbauer verlassen und nicht wiederkehren. Die ungläubigen Dalish und Qunari, die ketzerische Kirche von Tevinter und die unheiligen Rituale der nördlichen Reiche. Solange sie bestehen wird uns kein Sieg beschert sein und Ostagar wird erst der Anfang unseres Verderbens sein. Der Erzdämon ist das Tier und er wird uns vernichten mit seinen verderbten Heerscharen. Wir müssen alle zu dem Erbauer beten und jeden Ketzer und ungläubigen töten oder bekehren."
    Er blickte drohend in die Menge, welche ihm ängstlich aber auch mit zustimmenden Lauten begegnete. Morgana und Larissa hatten ihr Kapuzen aufgesetzt, wobei Larissa jetzt bei den Worten ihre Kapuze erneut kontrollierte. Artur wandte sich dem Rest der Gruppe zu.
    "Nicht hinsehen, einfach ignorieren. Je schneller wir hier durch sind desto besser."
    Doch der selbsternannte Prophet hatte sie bemerkt. Er schrie in ihre Richtung:
    "Ihr da Reisende, flieht ihr vor der Verderbnis ? Es wird euch nichts nützen, denn sie wird nicht enden bis alle den Gesang des Lichts singen."
    Die Menge wandte sich ihnen zu und schaute sie an. Plötzlich zeigte er auf Larissa und sprach zu ihr.
    "Du da im grünen Mantel ! Glaubst du an den Erbauer ? Singst du den Gesang des Lichtes ?"
    Alle Augen wandten sich jetzt Larissa zu und starrten sie an.
    numberten is offline Last edited by numberten; 03.07.2015 at 20:44.
  5. #5
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    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Mordreds Neugier schien fürs erste gestillt zu sein und er verabschiedete sich um eine Runde zu drehen. Morgana war zufrieden, endlich schien wieder alles so zu laufen wie sie sich es vorstellte. Der Gedanke an die Episode im Nichts und die peinliche Zurschaustellung ihrer animalischen Lust gegenüber Artur, ließ sie noch immer grübeln. Ein kleiner Moment der Schwäche Sartana gegenüber und jahrelange Arbeit wäre für die Tonne. Ansonsten lief es immerhin halbwegs gut für sie. Bald würde sie die Hauptstadt dieses Landes erreichen, mit ihren beiden Gefährten kam sie bisher gut zurecht und ihr temporärer Gefährte war immerhin höflich genug ihr Desinteresse ihm gegenüber hinzunehmen. Bis Denerim würde sie ihn wohl ertragen können und die Einschränkungen die er mit sich brachte. Antiva. Nevarra. Obwohl sie sich mit vergangenen Reichen auskannte, musste sie zugeben das sie kaum etwas über die aktuelle Politik wusste, oder über die Länder aus denen ihre Gefährten kamen. Vielleicht würde sie das noch die Tage ändern, bis Denerim war es noch ein weiter Weg.

    Morganas Wache verging ohne Zwischenfälle und schon bald weckten sie ihre anderen Gefährten und nach der Morgenhygiene und einem kleinen Frühstück machten sie sich wieder auf die Reise. Nach kurzer Zeit erreichten sie wieder die Straße, auf der sie jetzt weiter gut vorankamen, dem Hochweg immer näher kommend.
    Morgana hatte sich heute wieder in ihre Unterlagen vertieft, allerdings diesmal ihre eigenen. Sie wollte herausfinden ob sie Aufzeichnungen über alte Siedlungsgebiete in dieser Region hatte. Artur führte wie so häufig sein Pferd schweigend die Straß entlang. Er hatte den gestrigen Vorfall nicht angesprochen und wusste auch nicht ob das nötig war oder eine gute Idee. Wenn die Hexe darüber schweigen wollte, würde er das Thema wohl besser ruhen lassen. Zudem mussten ihre Gefährten nichts davon erfahren.

    Nach einiger Zeit errreichten sie ein recht verwahrlostes Dorf, das an der Straße lag. Es war voll mit schmutzigen und erschöpften Flüchtlingen und nicht gerade viel gepflegteren Bewohnern. Eine große Menge hatte sich um einen Mann gesammelt der mit lauter Stimme zu ihnen sprach. Er war schmutzig, hatte einen struppigen dunklen Bart und buschige Augenbrauen. Er trug etwas was für Artur nach einer abgewetzten Kirchenkutte aussah und sprach mit lauter zorniger Stimme, wobei Spucke aus seinem Mund flog. Die Menge hörte ihm gebannt zu.
    "Denn sehet ich sah die goldene Stadt in meinen Visionen in all ihrer Pracht und Schönheit, wie sie unverdorben vor mir lag. Doch sie wurde entweiht mit Blut welches die Siegel zum Nichts brach und verdorbene Menschen Zugang gewährten. Ihre Anwesenheit, erzürnte den Erbauer und er verließ die heilige Stätte und verdarb diese unwerten Geschöpfe. Die Stadt versank in Blut und wandelte ihr Antlitz in ein finsteres schwarz. Die Kreaturen nutzten nun ihr Blut um weiteren Frevel zu vollführen und entfesselten das Tier. Und das Tier ward ein Drache und er entfesselte die Kreaturen und beschloss die Welt zu vernichten und sie zu zerstören. Und warum ? Weil wir fehlerhaft sind und nicht alle den Gesang des Lichtes singen. Denn solange wird uns der Erbauer verlassen und nicht wiederkehren. Die ungläubigen Dalish und Qunari, die ketzerische Kirche von Tevinter und die unheiligen Rituale der nördlichen Reiche. Solange sie bestehen wird uns kein Sieg beschert sein und Ostagar wird erst der Anfang unseres Verderbens sein. Der Erzdämon ist das Tier und er wird uns vernichten mit seinen verderbten Heerscharen. Wir müssen alle zu dem Erbauer beten und jeden Ketzer und ungläubigen töten oder bekehren."
    Er blickte drohend in die Menge, welche ihm ängstlich aber auch mit zustimmenden Lauten begegnete. Morgana und Larissa hatten ihr Kapuzen aufgesetzt, wobei Larissa jetzt bei den Worten ihre Kapuze erneut kontrollierte. Artur wandte sich dem Rest der Gruppe zu.
    "Nicht hinsehen, einfach ignorieren. Je schneller wir hier durch sind desto besser."
    Doch der selbsternannte Prophet hatte sie bemerkt. Er schrie in ihre Richtung:
    "Ihr da Reisende, flieht ihr vor der Verderbnis ? Es wird euch nichts nützen, denn sie wird nicht enden bis alle den Gesang des Lichts singen."
    Die Menge wandte sich ihnen zu und schaute sie an. Plötzlich zeigte er auf Larissa und sprach zu ihr.
    "Du da im grünen Mantel ! Glaubst du an den Erbauer ? Singst du den Gesang des Lichtes ?"
    Alle Augen wandten sich jetzt Larissa zu und starrten sie an.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Larissa erstarrte vor Schreck als der lumpige Prediger sie so unvermittelt von der Seite her anbellte. Seine Hetze gegen die Dalish hatten schreckliche Lähmungen in Larissas Beinen hervorgerufen und Wut und Verzweiflung in ihrem Herzen. Ihre Füße schleppten sich langsam hinter Artur her der ihnen verbot zu der Menge zu schauen, fühlten sich an wie in Blei getaucht und wollten nicht so recht vorwärts. Solch eine Wendung, dabei hatte der Tag so schön angefangen!

    Noch ehe ihre Gefährten etwas sagen oder tun konnten, blieb Larissa wie angewurzelt stehen und schaute zu dem Zottelbärtigen. Die trüben Augen des Hetzers weiteten sich und er deutete auf ihr Gesicht. „Das sind die unheiligen Zeichen der Dalish! Sag, Fremde, gehörst du zu diesen Ketzern? Oder hast du den Gesang des Lichts vernommen und Andraste dein Herz reinigen lassen?“ Die Menge um ihn herum rumorte. Viele der Dörfler waren nicht weniger zerlumpt als der Schreihals, doch auch viele Flüchtlinge aus dem Süden, die schwer beladen herumstanden, merkten nun auf.
    Ich…“, begann Larissa stotternd. „Runter mit der Kapuze!“, donnerte der Prediger mit befehlend erhobenem Finger. Larissa wusste nicht wieso, doch sie gehorchte und ein echones Aufatmen ging durch die Menge.
    „Ketzerin!“, rief er und deutete auf sie. „
    Nein nein! Ich höre den Gesang des Lichts!“, beschwor Larissa panisch, während die Menge sich zu ihr gewandt hatte und nun langsam näher rückte. Sie bildeten eine Gasse durch die nun der Prediger auf sie zu schritt. Die Anderen aus Larissas Gruppe waren stehen geblieben, auch weil sich die Masse der Menschen auf ihrem Weg verdichtete. Manche der Leute trugen primitive Waffen, Äxte, Sicheln, Hämmer oder einfache Knüppel. Hier und da sah man auch ein Schwert oder einen Speer blitzen. Kinder, die ihren in lumpige Kleider gehüllten Müttern folgten hoben Steine auf und wogen sie in den Händen, bereit sie beim ersten Anzeichen von Ketzerei an Larissas Kopf zu schmeißen. Die Menge bildeten einen Halbkreis um die Elfe, die ein paar Meter von ihren Gefährten entfernt stand, die Arme deeskalierend von sich gestreckt und sich mit Tränen füllende Augen.

    „Du betest den Gesang?“, fragte der Zottelbart argwöhnisch während er langsam näher kam. Jetzt konnte man sehen, dass er sich auf eine Krücke stützte und sein rechter Fuß in einem unförmigen Klumpen endete, das Souvenir einer Schlacht, oder eines Überfalls.
    Ich tu es, ich schwöre Herr!“, wimmerte Larissa angesichts der sich drohend um sie scharrenden Leute. Der Zottelbärtige wurde von zwei dümmlich, aber gewaltbereit aussehenden Männern flankiert, die jeder eine Gleve trugen. An einer davon klebte getrocknetes Blut.
    „Dann sag und eine Strophe aus dem Gesang, mein Kind!“, befahl der Hinkende. Larissa schlotterte und sah zu den anderen in ihrer Gruppe. Artur stand vor etwa fünf Männern und Frauen, die in respektvoll anschauten und lieber zurückgewichen wären, doch hinter diesen drückten sich noch mehr Schaulustige. Der Ritter hätte vielleicht aufgrund seiner Rüstung und Größe durch die Menge schreiten können, seine Gefährten wären jedoch aufgehalten worden. Morgana drückte sich schlauerweise hinter Artur und zwischen die Pferde der beiden Männer. Mordred stand links neben den Pferden und schaute abwechselnd zu der immer kleiner werdenden Larissa und zu seinen anderen Gefährten.
    Ich… weiß jetzt keine!“, sagte Larissa während Tränen aus ihren Augen kullerten und ihre tätowierten Wangen hinab rollten.
    „Das macht doch nichts! Du brauchst nicht weinen, denn wir haben einen Platz für jemanden wie dich in unserem Dorf. Und zwar dort!“, rief er und deutete zurück auf den Platz wo er gestanden hatte. Hinter dem leicht erhöhten Podest hing etwas. Oder besser gesagt jemand! Larissa sah zuerst hin, dann jedoch schlug sie ängstliche quietschend die Hände vor das Gesicht. An einem Dachsparren hinter dem Podest baumelte ein Mann, dessen Kleidung und Bemalung in als Chasind identifizierten.
    „Jaaa, wenn die Ketzer dort erst einmal alle baumeln“, erklärte der Hinkende, der Larissa nun fast erreicht hatte: „… dann brauchst du dir dein Hirn nicht mehr mit dem Gesang zermartern denn dann erklingen nur noch gesegnete Stimmen in der Welt!“
    Larissa war unfähig sich zu bewegen, als der Halbkreis sich langsam zu einer ovalen Mauer zusammengezogen hatte und der Prediger so dicht war, dass ihr sein widerlicher Gestank aus Schmutz, Dreck und Kot entgegenschlug.
    „Packt sie euch! Zieht sie aus und bringt sie zum Strick!“, befahl der Prediger kaltschnäuzig. Sein Ausruf klang wie ein Urteilsspruch und sofort kamen die beiden bewaffneten Männer auf Larissa zu. Vermutlich hätte sie ihr Messer ziehen und auf die nach ihr grabschenden Hände einschlagen können um sich etwas Zeit zu erkaufen. Doch angesichts der vielen wutverzerrten Gesichter in der Menge, in der jetzt mehr und mehr Dreschflegel und Äxte auftauchten, wäre dies nur ein kurzzeitiges Entkommen.

    Ein schnelles, klirrendes Geräusch erfüllte das Spektakel. Das Geräusch eines frisch gezogenen Schwertes! Alle Augen, auch Larissas sowie die des Predigers und seiner Wachen wandten sich zu dem Ursprung des Geräusches. Es war Mordred, der das Schwert locker leicht in der Rechten hielt, den Körper schräg und die Schwertspitze auf das Gesicht des Mannes deutend, der Larissa am Nächsten war.

    Keinen Schritt weiter, Schänder!“, befahl Mordred kühl und entschlossen. Die Augen des Predigers weiteten sich und er öffnete protestierend den fast zahnlosen Mund, brachte jedoch kein Wort heraus, als Mordred Klinge auf ihn zeigte. Erst als einer seiner bulligen Begleiter beherzt einen schützenden Tritt auf Mordred trat, fasste sich der Zottelbärtige ein Herz und empörte sich, jedoch in fast unterwürfigem Ton: „Ihr… Ihr schützt dort eine Ketzerin! Die Dunkle Brut und alles Böse stammt von ihr und ihrem Volk, das wisst Ihr! Und doch steht ihr hier?“
    Und doch stehe ich hier!“, beharrte Mordred und tat nun seinerseits einen Schritt auf den Mann zu. Alle in seinem Sichtfeld wichen einen Schritt zurück. Der Anblick eines gezogenen Schwertes und die Prämisse, dass sein Träger es zu führen wusste brachte dem Pöbel meist Angst, oder zumindest Respekt bei. Hinter Mordred mussten sich wohl mehrere Männer genähert haben, denn er vernahm das Geräusch eines zweiten Schwertes und als er einen kurzen Blick zurückwarf sah er, dass Artur ebenfalls sein Schwert gezogen und zusätzlich seinen Schild von seinem Pferd genommen hatte. So ausgerüstete wirkte er wie der Schlachtenmeister, den das einfache Volk nur aus Legenden kannte und als der Ritter einen geräuschintensiven Fußtritt gen Menschenmenge tat, wichen diese erschrocken zwei Schritte zurück und erweiterten den Kreis.
    Der Prediger schaute erst Larissa an, dann Mordred.
    „Ihr könnt nicht uns nicht alle töten! Andrastes Gerechtigkeit…“
    Belehrt mich nicht über Andrastes Gerechtigkeit, alter Narr! Ihr denkt ich kann euch nicht alle töten?
    Mordred schwang sein Schwert herum, umfasste den Griff mit beiden Händen und schob sich vor Larissa, die perplex einen Schritt zurück stolperte.
    Finden wir es heraus!“, fauchte Mordred mit funkelnden Augen.

    Scheinbar war keiner, nicht einmal die Schlachter des Predigers, die Mordred um mindestens einen Kopf überragten, erpicht darauf zu den Toten zu zählen, die Mordred zweifellos anhäufen würde, ehe man ihn überwältigen und seiner gerechten Strafe zuführen könne. Eine Weile standen sich die Kontrahenten schweigend gegenüber während sich in der Volksmenge ein Murren breitmachte.
    „Na los! Tötet ihn und holt die Hexe!“, befahl der Prediger Spucketröpfchen verteilend und gestikulierte wild. Larissa sah erschrocken zu Morgana, doch dann wurde ihr klar, dass sie selbst mit Hexe gemeint gewesen war. Noch immer regte sich kein Mensch, doch dann rührte sich in dem Spatzenhirn des einen Halbtrolls, der seinen predigenden Herrn scheinbar ergebener war, als der Andere ein Gedanke und er stapfte auf Larissa zu.
    „Aus dem Weg, kleiner Mann!“, brummte er und wollte Mordred beiseite stoßen. Dieser stemmte sich jedoch mit einer überraschenden Kraft gegen den Körper des Mannes und stieß diesen gewaltsam zurück, sodass dieser taumelte und drei Meter nach hinten stolperte, wo er in die Masse stürzte von dieser jedoch aufgefangen und zurückgeworfen wurde. Geschrei kam von dieser, denn der dicke Hinterkopf des Kerls hatte einer älteren Frau mit Haube die Nase gebrochen, als dieser rücklings gegen sie knallte. Das Gejaule der Frau machte den Mann wütend und diesmal stürmte er mit erhobener Gleve auf den Antivaner zu.

    Zurück!“, rief der und stieß Larissa, die noch immer dicht hinter ihm stand unsanft beiseite. Die Elfe, noch immer starr vor Schreck stürzte, konnte sich aber noch fangen und die Szene beobachten. Mordred nahm eine seltsame Kampfhaltung ein, das Schwert schräg vor den Körper gehalten, die Beine in festem Stand gespreizt. Als der erste Hieb des Angreifers auf seinen Kopf abziele riss er sein Schwert mit beeindruckender Schnelligkeit herum, fing das heran sausende Blatt oberhalb in einem weiten Bogen ab und lenkte es beiseite. Der nächste, von rechts nach links gezogene Streich schlitze dem Angreifer den Bauch auf, doch eher dieser bemerkt hatte, was geschehen war hatte Mordred die Klinge bereits gewendet und in einer senkrechten Bewegung auf den Nacken des Anderen niederfahren lassen. Er schlug nicht so hart zu, als dass er ihm den Kopf abtrennte, sondern durchschlug lediglich die Halswirbel und ließ den Mann blutend in den Staub fallen. Noch bevor dieser den Boden berührte hatte der Antivaner die Klinge bereits wieder in Position gebracht, das Schwert fast auf Augenhöhe und die Spitze auf den anderen Wächter gezielt.

    Die Schranken sind offen! Wer stolpert ihm nach?“, rief er herausfordernd in die Menge, die nun angstvoll zurückwich, wenn die Blutfäden ziehende Klinge zu ihr zuckte.
    „Tötet ihn! Tötet sie alle! Ketzer! Ketzer! Ketzer!“, spie der Alte in Richtung Mordred und seiner Begleitern aus und zeigte auf alle Anwesenden, sogar auf die Pferde! Das Adrenalin schoss durch Mordreds Körper und er wog ab, welcher der vor Wut rasenden und durch die Hasstiraden und Angst angestachelten Dörfler den ersten Schritt tun würde. Früher oder später würden sie alle ihm Wahn über ihn herfallen und nicht einmal er hätte dann noch eine Chance. Schon flogen ein paar Steine umher, geworfen von Kindern. Mordred konnte unmöglich Kinder niedermachen!
    Ob du heute stirbst, oder morgen… Du hast einen guten Grund gewählt! Nun liefere ihnen einen guten Kampf!“, flüsterte ihm seine eigenen Stimme zu. Ja, es stimmte. Der Schutz einer jungen Elfe war ein guter Grund zu Kämpfen… und zu Sterben. Und obwohl auch sie sterben würde, so bereute er seine Entscheidung doch nicht. „Lieber mit dem Wissen sterben das Richtige getan zu haben!“, beruhigte er sich selbst während er in die zornfunkelnden Augen des alten Predigers guckte.
    Und dich nehme ich noch mit, alter Narr!“, keifte Mordred und wollte sich seinen Weg zu dem Hinkenden freihacken als plötzlich ein Horn ertönte. Und was für ein Horn. Ein hässlicher, kalter Klang der einem das Mark in den Knochen gefrieren ließ.

    Die ganze, barbarische Versammlung wandte nun den Kopf gen Norden. Dort waren Reiter! Sie preschten die Straße entlang und direkt auf diese kleine, verwahrloste Dorf auf Lehmhütten und morgen Holzbalken zu, dessen Rand mittlerweile überschwemmt war von Flüchtlingszelten. Auch Larissa, die sich nun aufrappelte und dicht hinter Mordred trat schaute zu den Männern und Frauen, die dort angeritten kamen. Sie trugen farbige Banner und bunte Schilde. Ihre polierten Speerspitzen glänzten im Sonnenlicht und verhießen Hoffnung, während ihre silbernen Helme und Wehrgehänge die Strahlen reflektierten. Die Menge rührte sich nicht, bis die Reiter unter dem Hufgetrampel ihrer riesigen Pferde, die Erdklumpen und Rasen aus dem Boden rissen und um sich warfen, heran geritten waren. Ihr Anführer saß auf einem großen schwarzen Schlachtross, ähnlich dem Arturs nur sogar noch ein Stück größer. Auf seinem Kopf saß ein Armet-Helm mit edlem Federbusch aus gelben, weichen Federn, die im Wind flatterten, wenn er ritt. Über seiner Rüstung trug er einen Wappenrock mit einem Mordred unbekanntem Siegel. Zwei gelbe Fische, die sich gegenseitig anschauten auf blattgrünem Grund. Auch sein Schild trug dieses Siegel und seine erhobene Lanze war in gelber und grüner Farbe bemalt. Begleitet wurde er von einem Haufen weiterer Krieger, alle ähnlich bewaffnet, hoch zu Pferd und manche mit einem Wappen. Direkt neben ihm ritt eine kleinere Person, vermutlich eine Frau, deren Gesicht unter einer Hundsgugel verborgen war, mit rotem Federbusch, rotem Wappenrock und Ritterschild auf denen ein sich aufbäumendes, weißes Pferd als Siegel prangte, dem Schimmel des Reiters nicht unähnlich. Ein weiterer Reiter, rechts von dem Anführer, trug trübes Hellblau und als Wappen drei weiße, hinab stürzende Falken. Die Reiter drängten sich durch die Menschenmenge, die ihnen bereitwillig Platz machte und stoppte erst als sie den freien Platz in Mitte des mittlerweile geschlossenen Kreises erreicht hatte.

    „Was geht hier vor?“, verlangte der Anführer mit donnernder Stimme zu erfahren. Sie klang blechern, was jedoch durch Arturs ständige Gesellschaft niemanden der Vier mehr merkwürdig vorkam. Die Schlitze des Visierhelmes richteten sich auf die Beteiligten.
    „Sprecht rasch!“
    Mordred trat vor den Reiter. „Mit wem habe ich die Ehre zu sprechen, Mylord? Wo ich herkomme nennt man sich den Namen, ehe man spricht!
    „Und woher kommt Ihr?“, fragte die Blechstimme.
    Antiva, Mylord. Mein Name ist Mordred Aromaki, zu Euren Diensten!“, damit machte er eine tiefe Verbeugung, während er die Arme elegant zu den Seiten streckte. Schwertstahl und Blut glänzten in intensiver Farbe. Der Berittene sah sich um und wie auf Kommando ritt ein weiterer Mann von hinten heran, jedoch wie es schien ein einfacher Soldat in nietenbesetztem, beigen Gambeson und mit Eisenhut statt Visierhelm. Er ritt neben den Anführer und nahm erst die ihm entgegengestreckte Lanze, dann den Schild in Empfang. Der Anführer schwang sich aus dem Sattel und landete unter eisernem Klirren auf dem Boden. In wenigen Schritten war er bei Mordred, der sich erhoben und seine Schwertspitze ins Erdreich gestoßen hatte. Der Reiter griff sich an den Helm und zog ihn in mit in langer Bewegung vom Kopf. Darunter kam nun ein junges, aber hageres Gesicht zum Vorschein mit eingefallenen, glatt rasierten Wangen und markantem Kinn. Mit schwarzen, nackenlangen Haaren und wachsamen, stahlgrauen Falkenaugen unter scharfen Brauen.

    „Mein Name ist Ser Caddoc Mayhem. Zu Euren Diensten!“, antwortete der offensichtliche Ritter. „Und nun sagt mir, Mordred Aromaki, was ist hier gesehen?“
    „Sie haben unseren guten Bosk erschlagen, Herr und dann diese…“, brach es aufgelöst aus dem Prediger heraus. „Euch habe ich nicht gefragt!“, mahnte Caddoc den Alten über die Schulter, der sofort verstummte. Dann wandte er sich wieder an Mordred und bedeutete ihn mit dem Wink seiner gepanzerten Hand fortzufahren.
    Nun, Mylord, meine Freunde dort“, er deutete auf zuerst auf Artur und Morgana, dann auf die noch immer eingeschüchterter Larissa: „… und ich durchquerten dieses Dorf hier als plötzlich dieser Mann dort die hiesige Bevölkerung dazu aufrief meine Freundin Larissa hier zu hängen!
    „Weswegen?“, fragte Ser Caddoc ermittelnd. Wieder unterbrach der Alte: „Weil sie eine Ketzerin ist!“ „Noch ein Wort und ihr verbringt die Nacht im Kerker!“, schallt ihn der Ritter. Diesmal blieb der Prediger stumm, vielleicht auch weil der Ritter in Rot sein weißes Schlachtross gefährlich dicht an den Alten herandrängte.
    „Und? Ist sie eine Häretikerin?“, fragte Ser Caddoc.
    Das liegt im Auge des Betrachters, Mylord. Sie ist eine Dalish. Wenn dies ein Verbrechen ist für das man aufgehängt wird, dann ist sie schuldig. Doch ich glaube in unser beider Augen, die weitaus toleranter und überlegter urteilen, als die eines alten, nach Kot und Urin duftenden Kerlchens, ist sie so unschuldig wie Andraste selbst!
    Der Ritter lachte.
    „Gut gesprochen, Mordred Aromaki. Gut. Im Namen Königin Anoras erkläre ich diese Dalish als nicht schuldig der Ketzerei! Geht alle nach Hause!“, rief er nun an die Versammelten gewandt. Nur zäh löste sich die Menge auf und viele warfen düstere Blicke zu Larissa, aber auch zu Mordred und dem Reiter.

    „Ihr reist zu Fuß?“
    Das tun wir, Mylord!
    „Gut. Sagt euren Freunden wir eskortieren Euch zwanzig Meilen gen Norden, wenn dies Euer Ziel ist“.
    Ist es, Mylord!
    „Sehr schön! Sehr schön!“, sagte Ser Caddoc munter, setzte sich den Helm auf, klappte nun jedoch das Visier auf und setzte sich auf sein Pferd. Dann lenkte er das Pferd nahe Artur und Morgana.
    „Meine Dame, mein Herr. Folgt mir. Wir bringen Euch aus dieser unfreundlichen Gegend!“ Damit gab er seinem Pferd die Sporen und ritt durch die sich teilende Menschenmenge, gefolgt von seinen Reitern. Diese nahmen Mordred, der die unfähige Larissa grob am Arm gepackt und mit sich gezogen hatte und die sich nun gar freiwillig an Mordred drückte, sowie Artur und Morgana und die Pferde in ihre Mitte und schirmten sie so gegen die garstigen Blicke der Dörfler ab.
    Shepard Commander is offline Last edited by Shepard Commander; 04.07.2015 at 00:52.
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Larissa erstarrte vor Schreck als der lumpige Prediger sie so unvermittelt von der Seite her anbellte. Seine Hetze gegen die Dalish hatten schreckliche Lähmungen in Larissas Beinen hervorgerufen und Wut und Verzweiflung in ihrem Herzen. Ihre Füße schleppten sich langsam hinter Artur her der ihnen verbot zu der Menge zu schauen, fühlten sich an wie in Blei getaucht und wollten nicht so recht vorwärts. Solch eine Wendung, dabei hatte der Tag so schön angefangen!

    Noch ehe ihre Gefährten etwas sagen oder tun konnten, blieb Larissa wie angewurzelt stehen und schaute zu dem Zottelbärtigen. Die trüben Augen des Hetzers weiteten sich und er deutete auf ihr Gesicht. „Das sind die unheiligen Zeichen der Dalish! Sag, Fremde, gehörst du zu diesen Ketzern? Oder hast du den Gesang des Lichts vernommen und Andraste dein Herz reinigen lassen?“ Die Menge um ihn herum rumorte. Viele der Dörfler waren nicht weniger zerlumpt als der Schreihals, doch auch viele Flüchtlinge aus dem Süden, die schwer beladen herumstanden, merkten nun auf.
    Ich…“, begann Larissa stotternd. „Runter mit der Kapuze!“, donnerte der Prediger mit befehlend erhobenem Finger. Larissa wusste nicht wieso, doch sie gehorchte und ein echones Aufatmen ging durch die Menge.
    „Ketzerin!“, rief er und deutete auf sie. „
    Nein nein! Ich höre den Gesang des Lichts!“, beschwor Larissa panisch, während die Menge sich zu ihr gewandt hatte und nun langsam näher rückte. Sie bildeten eine Gasse durch die nun der Prediger auf sie zu schritt. Die Anderen aus Larissas Gruppe waren stehen geblieben, auch weil sich die Masse der Menschen auf ihrem Weg verdichtete. Manche der Leute trugen primitive Waffen, Äxte, Sicheln, Hämmer oder einfache Knüppel. Hier und da sah man auch ein Schwert oder einen Speer blitzen. Kinder, die ihren in lumpige Kleider gehüllten Müttern folgten hoben Steine auf und wogen sie in den Händen, bereit sie beim ersten Anzeichen von Ketzerei an Larissas Kopf zu schmeißen. Die Menge bildeten einen Halbkreis um die Elfe, die ein paar Meter von ihren Gefährten entfernt stand, die Arme deeskalierend von sich gestreckt und sich mit Tränen füllende Augen.

    „Du betest den Gesang?“, fragte der Zottelbart argwöhnisch während er langsam näher kam. Jetzt konnte man sehen, dass er sich auf eine Krücke stützte und sein rechter Fuß in einem unförmigen Klumpen endete, das Souvenir einer Schlacht, oder eines Überfalls.
    Ich tu es, ich schwöre Herr!“, wimmerte Larissa angesichts der sich drohend um sie scharrenden Leute. Der Zottelbärtige wurde von zwei dümmlich, aber gewaltbereit aussehenden Männern flankiert, die jeder eine Gleve trugen. An einer davon klebte getrocknetes Blut.
    „Dann sag und eine Strophe aus dem Gesang, mein Kind!“, befahl der Hinkende. Larissa schlotterte und sah zu den anderen in ihrer Gruppe. Artur stand vor etwa fünf Männern und Frauen, die in respektvoll anschauten und lieber zurückgewichen wären, doch hinter diesen drückten sich noch mehr Schaulustige. Der Ritter hätte vielleicht aufgrund seiner Rüstung und Größe durch die Menge schreiten können, seine Gefährten wären jedoch aufgehalten worden. Morgana drückte sich schlauerweise hinter Artur und zwischen die Pferde der beiden Männer. Mordred stand links neben den Pferden und schaute abwechselnd zu der immer kleiner werdenden Larissa und zu seinen anderen Gefährten.
    Ich… weiß jetzt keine!“, sagte Larissa während Tränen aus ihren Augen kullerten und ihre tätowierten Wangen hinab rollten.
    „Das macht doch nichts! Du brauchst nicht weinen, denn wir haben einen Platz für jemanden wie dich in unserem Dorf. Und zwar dort!“, rief er und deutete zurück auf den Platz wo er gestanden hatte. Hinter dem leicht erhöhten Podest hing etwas. Oder besser gesagt jemand! Larissa sah zuerst hin, dann jedoch schlug sie ängstliche quietschend die Hände vor das Gesicht. An einem Dachsparren hinter dem Podest baumelte ein Mann, dessen Kleidung und Bemalung in als Chasind identifizierten.
    „Jaaa, wenn die Ketzer dort erst einmal alle baumeln“, erklärte der Hinkende, der Larissa nun fast erreicht hatte: „… dann brauchst du dir dein Hirn nicht mehr mit dem Gesang zermartern denn dann erklingen nur noch gesegnete Stimmen in der Welt!“
    Larissa war unfähig sich zu bewegen, als der Halbkreis sich langsam zu einer ovalen Mauer zusammengezogen hatte und der Prediger so dicht war, dass ihr sein widerlicher Gestank aus Schmutz, Dreck und Kot entgegenschlug.
    „Packt sie euch! Zieht sie aus und bringt sie zum Strick!“, befahl der Prediger kaltschnäuzig. Sein Ausruf klang wie ein Urteilsspruch und sofort kamen die beiden bewaffneten Männer auf Larissa zu. Vermutlich hätte sie ihr Messer ziehen und auf die nach ihr grabschenden Hände einschlagen können um sich etwas Zeit zu erkaufen. Doch angesichts der vielen wutverzerrten Gesichter in der Menge, in der jetzt mehr und mehr Dreschflegel und Äxte auftauchten, wäre dies nur ein kurzzeitiges Entkommen.

    Ein schnelles, klirrendes Geräusch erfüllte das Spektakel. Das Geräusch eines frisch gezogenen Schwertes! Alle Augen, auch Larissas sowie die des Predigers und seiner Wachen wandten sich zu dem Ursprung des Geräusches. Es war Mordred, der das Schwert locker leicht in der Rechten hielt, den Körper schräg und die Schwertspitze auf das Gesicht des Mannes deutend, der Larissa am Nächsten war.

    Keinen Schritt weiter, Schänder!“, befahl Mordred kühl und entschlossen. Die Augen des Predigers weiteten sich und er öffnete protestierend den fast zahnlosen Mund, brachte jedoch kein Wort heraus, als Mordred Klinge auf ihn zeigte. Erst als einer seiner bulligen Begleiter beherzt einen schützenden Tritt auf Mordred trat, fasste sich der Zottelbärtige ein Herz und empörte sich, jedoch in fast unterwürfigem Ton: „Ihr… Ihr schützt dort eine Ketzerin! Die Dunkle Brut und alles Böse stammt von ihr und ihrem Volk, das wisst Ihr! Und doch steht ihr hier?“
    Und doch stehe ich hier!“, beharrte Mordred und tat nun seinerseits einen Schritt auf den Mann zu. Alle in seinem Sichtfeld wichen einen Schritt zurück. Der Anblick eines gezogenen Schwertes und die Prämisse, dass sein Träger es zu führen wusste brachte dem Pöbel meist Angst, oder zumindest Respekt bei. Hinter Mordred mussten sich wohl mehrere Männer genähert haben, denn er vernahm das Geräusch eines zweiten Schwertes und als er einen kurzen Blick zurückwarf sah er, dass Artur ebenfalls sein Schwert gezogen und zusätzlich seinen Schild von seinem Pferd genommen hatte. So ausgerüstete wirkte er wie der Schlachtenmeister, den das einfache Volk nur aus Legenden kannte und als der Ritter einen geräuschintensiven Fußtritt gen Menschenmenge tat, wichen diese erschrocken zwei Schritte zurück und erweiterten den Kreis.
    Der Prediger schaute erst Larissa an, dann Mordred.
    „Ihr könnt nicht uns nicht alle töten! Andrastes Gerechtigkeit…“
    Belehrt mich nicht über Andrastes Gerechtigkeit, alter Narr! Ihr denkt ich kann euch nicht alle töten?
    Mordred schwang sein Schwert herum, umfasste den Griff mit beiden Händen und schob sich vor Larissa, die perplex einen Schritt zurück stolperte.
    Finden wir es heraus!“, fauchte Mordred mit funkelnden Augen.

    Scheinbar war keiner, nicht einmal die Schlachter des Predigers, die Mordred um mindestens einen Kopf überragten, erpicht darauf zu den Toten zu zählen, die Mordred zweifellos anhäufen würde, ehe man ihn überwältigen und seiner gerechten Strafe zuführen könne. Eine Weile standen sich die Kontrahenten schweigend gegenüber während sich in der Volksmenge ein Murren breitmachte.
    „Na los! Tötet ihn und holt die Hexe!“, befahl der Prediger Spucketröpfchen verteilend und gestikulierte wild. Larissa sah erschrocken zu Morgana, doch dann wurde ihr klar, dass sie selbst mit Hexe gemeint gewesen war. Noch immer regte sich kein Mensch, doch dann rührte sich in dem Spatzenhirn des einen Halbtrolls, der seinen predigenden Herrn scheinbar ergebener war, als der Andere ein Gedanke und er stapfte auf Larissa zu.
    „Aus dem Weg, kleiner Mann!“, brummte er und wollte Mordred beiseite stoßen. Dieser stemmte sich jedoch mit einer überraschenden Kraft gegen den Körper des Mannes und stieß diesen gewaltsam zurück, sodass dieser taumelte und drei Meter nach hinten stolperte, wo er in die Masse stürzte von dieser jedoch aufgefangen und zurückgeworfen wurde. Geschrei kam von dieser, denn der dicke Hinterkopf des Kerls hatte einer älteren Frau mit Haube die Nase gebrochen, als dieser rücklings gegen sie knallte. Das Gejaule der Frau machte den Mann wütend und diesmal stürmte er mit erhobener Gleve auf den Antivaner zu.

    Zurück!“, rief der und stieß Larissa, die noch immer dicht hinter ihm stand unsanft beiseite. Die Elfe, noch immer starr vor Schreck stürzte, konnte sich aber noch fangen und die Szene beobachten. Mordred nahm eine seltsame Kampfhaltung ein, das Schwert schräg vor den Körper gehalten, die Beine in festem Stand gespreizt. Als der erste Hieb des Angreifers auf seinen Kopf abziele riss er sein Schwert mit beeindruckender Schnelligkeit herum, fing das heran sausende Blatt oberhalb in einem weiten Bogen ab und lenkte es beiseite. Der nächste, von rechts nach links gezogene Streich schlitze dem Angreifer den Bauch auf, doch eher dieser bemerkt hatte, was geschehen war hatte Mordred die Klinge bereits gewendet und in einer senkrechten Bewegung auf den Nacken des Anderen niederfahren lassen. Er schlug nicht so hart zu, als dass er ihm den Kopf abtrennte, sondern durchschlug lediglich die Halswirbel und ließ den Mann blutend in den Staub fallen. Noch bevor dieser den Boden berührte hatte der Antivaner die Klinge bereits wieder in Position gebracht, das Schwert fast auf Augenhöhe und die Spitze auf den anderen Wächter gezielt.

    Die Schranken sind offen! Wer stolpert ihm nach?“, rief er herausfordernd in die Menge, die nun angstvoll zurückwich, wenn die Blutfäden ziehende Klinge zu ihr zuckte.
    „Tötet ihn! Tötet sie alle! Ketzer! Ketzer! Ketzer!“, spie der Alte in Richtung Mordred und seiner Begleitern aus und zeigte auf alle Anwesenden, sogar auf die Pferde! Das Adrenalin schoss durch Mordreds Körper und er wog ab, welcher der vor Wut rasenden und durch die Hasstiraden und Angst angestachelten Dörfler den ersten Schritt tun würde. Früher oder später würden sie alle ihm Wahn über ihn herfallen und nicht einmal er hätte dann noch eine Chance. Schon flogen ein paar Steine umher, geworfen von Kindern. Mordred konnte unmöglich Kinder niedermachen!
    Ob du heute stirbst, oder morgen… Du hast einen guten Grund gewählt! Nun liefere ihnen einen guten Kampf!“, flüsterte ihm seine eigenen Stimme zu. Ja, es stimmte. Der Schutz einer jungen Elfe war ein guter Grund zu Kämpfen… und zu Sterben. Und obwohl auch sie sterben würde, so bereute er seine Entscheidung doch nicht. „Lieber mit dem Wissen sterben das Richtige getan zu haben!“, beruhigte er sich selbst während er in die zornfunkelnden Augen des alten Predigers guckte.
    Und dich nehme ich noch mit, alter Narr!“, keifte Mordred und wollte sich seinen Weg zu dem Hinkenden freihacken als plötzlich ein Horn ertönte. Und was für ein Horn. Ein hässlicher, kalter Klang der einem das Mark in den Knochen gefrieren ließ.

    Die ganze, barbarische Versammlung wandte nun den Kopf gen Norden. Dort waren Reiter! Sie preschten die Straße entlang und direkt auf diese kleine, verwahrloste Dorf auf Lehmhütten und morgen Holzbalken zu, dessen Rand mittlerweile überschwemmt war von Flüchtlingszelten. Auch Larissa, die sich nun aufrappelte und dicht hinter Mordred trat schaute zu den Männern und Frauen, die dort angeritten kamen. Sie trugen farbige Banner und bunte Schilde. Ihre polierten Speerspitzen glänzten im Sonnenlicht und verhießen Hoffnung, während ihre silbernen Helme und Wehrgehänge die Strahlen reflektierten. Die Menge rührte sich nicht, bis die Reiter unter dem Hufgetrampel ihrer riesigen Pferde, die Erdklumpen und Rasen aus dem Boden rissen und um sich warfen, heran geritten waren. Ihr Anführer saß auf einem großen schwarzen Schlachtross, ähnlich dem Arturs nur sogar noch ein Stück größer. Auf seinem Kopf saß ein Armet-Helm mit edlem Federbusch aus gelben, weichen Federn, die im Wind flatterten, wenn er ritt. Über seiner Rüstung trug er einen Wappenrock mit einem Mordred unbekanntem Siegel. Zwei gelbe Fische, die sich gegenseitig anschauten auf blattgrünem Grund. Auch sein Schild trug dieses Siegel und seine erhobene Lanze war in gelber und grüner Farbe bemalt. Begleitet wurde er von einem Haufen weiterer Krieger, alle ähnlich bewaffnet, hoch zu Pferd und manche mit einem Wappen. Direkt neben ihm ritt eine kleinere Person, vermutlich eine Frau, deren Gesicht unter einer Hundsgugel verborgen war, mit rotem Federbusch, rotem Wappenrock und Ritterschild auf denen ein sich aufbäumendes, weißes Pferd als Siegel prangte, dem Schimmel des Reiters nicht unähnlich. Ein weiterer Reiter, rechts von dem Anführer, trug trübes Hellblau und als Wappen drei weiße, hinab stürzende Falken. Die Reiter drängten sich durch die Menschenmenge, die ihnen bereitwillig Platz machte und stoppte erst als sie den freien Platz in Mitte des mittlerweile geschlossenen Kreises erreicht hatte.

    „Was geht hier vor?“, verlangte der Anführer mit donnernder Stimme zu erfahren. Sie klang blechern, was jedoch durch Arturs ständige Gesellschaft niemanden der Vier mehr merkwürdig vorkam. Die Schlitze des Visierhelmes richteten sich auf die Beteiligten.
    „Sprecht rasch!“
    Mordred trat vor den Reiter. „Mit wem habe ich die Ehre zu sprechen, Mylord? Wo ich herkomme nennt man sich den Namen, ehe man spricht!
    „Und woher kommt Ihr?“, fragte die Blechstimme.
    Antiva, Mylord. Mein Name ist Mordred Aromaki, zu Euren Diensten!“, damit machte er eine tiefe Verbeugung, während er die Arme elegant zu den Seiten streckte. Schwertstahl und Blut glänzten in intensiver Farbe. Der Berittene sah sich um und wie auf Kommando ritt ein weiterer Mann von hinten heran, jedoch wie es schien ein einfacher Soldat in nietenbesetztem, beigen Gambeson und mit Eisenhut statt Visierhelm. Er ritt neben den Anführer und nahm erst die ihm entgegengestreckte Lanze, dann den Schild in Empfang. Der Anführer schwang sich aus dem Sattel und landete unter eisernem Klirren auf dem Boden. In wenigen Schritten war er bei Mordred, der sich erhoben und seine Schwertspitze ins Erdreich gestoßen hatte. Der Reiter griff sich an den Helm und zog ihn in mit in langer Bewegung vom Kopf. Darunter kam nun ein junges, aber hageres Gesicht zum Vorschein mit eingefallenen, glatt rasierten Wangen und markantem Kinn. Mit schwarzen, nackenlangen Haaren und wachsamen, stahlgrauen Falkenaugen unter scharfen Brauen.

    „Mein Name ist Ser Caddoc Mayhem. Zu Euren Diensten!“, antwortete der offensichtliche Ritter. „Und nun sagt mir, Mordred Aromaki, was ist hier gesehen?“
    „Sie haben unseren guten Bosk erschlagen, Herr und dann diese…“, brach es aufgelöst aus dem Prediger heraus. „Euch habe ich nicht gefragt!“, mahnte Caddoc den Alten über die Schulter, der sofort verstummte. Dann wandte er sich wieder an Mordred und bedeutete ihn mit dem Wink seiner gepanzerten Hand fortzufahren.
    Nun, Mylord, meine Freunde dort“, er deutete auf zuerst auf Artur und Morgana, dann auf die noch immer eingeschüchterter Larissa: „… und ich durchquerten dieses Dorf hier als plötzlich dieser Mann dort die hiesige Bevölkerung dazu aufrief meine Freundin Larissa hier zu hängen!
    „Weswegen?“, fragte Ser Caddoc ermittelnd. Wieder unterbrach der Alte: „Weil sie eine Ketzerin ist!“ „Noch ein Wort und ihr verbringt die Nacht im Kerker!“, schallt ihn der Ritter. Diesmal blieb der Prediger stumm, vielleicht auch weil der Ritter in Rot sein weißes Schlachtross gefährlich dicht an den Alten herandrängte.
    „Und? Ist sie eine Häretikerin?“, fragte Ser Caddoc.
    Das liegt im Auge des Betrachters, Mylord. Sie ist eine Dalish. Wenn dies ein Verbrechen ist für das man aufgehängt wird, dann ist sie schuldig. Doch ich glaube in unser beider Augen, die weitaus toleranter und überlegter urteilen, als die eines alten, nach Kot und Urin duftenden Kerlchens, ist sie so unschuldig wie Andraste selbst!
    Der Ritter lachte.
    „Gut gesprochen, Mordred Aromaki. Gut. Im Namen Königin Anoras erkläre ich diese Dalish als nicht schuldig der Ketzerei! Geht alle nach Hause!“, rief er nun an die Versammelten gewandt. Nur zäh löste sich die Menge auf und viele warfen düstere Blicke zu Larissa, aber auch zu Mordred und dem Reiter.

    „Ihr reist zu Fuß?“
    Das tun wir, Mylord!
    „Gut. Sagt euren Freunden wir eskortieren Euch zwanzig Meilen gen Norden, wenn dies Euer Ziel ist“.
    Ist es, Mylord!
    „Sehr schön! Sehr schön!“, sagte Ser Caddoc munter, setzte sich den Helm auf, klappte nun jedoch das Visier auf und setzte sich auf sein Pferd. Dann lenkte er das Pferd nahe Artur und Morgana.
    „Meine Dame, mein Herr. Folgt mir. Wir bringen Euch aus dieser unfreundlichen Gegend!“ Damit gab er seinem Pferd die Sporen und ritt durch die sich teilende Menschenmenge, gefolgt von seinen Reitern. Diese nahmen Mordred, der die unfähige Larissa grob am Arm gepackt und mit sich gezogen hatte und die sich nun gar freiwillig an Mordred drückte, sowie Artur und Morgana und die Pferde in ihre Mitte und schirmten sie so gegen die garstigen Blicke der Dörfler ab.



    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Artur zuckte zusammen, als er mitbekam das der bekloppte Prophet auf einmal Larissa ansprach und sie nach ihrem Glauben ausfragte. Der Mob bildete nun einen Kreis um Larissa und schirmte sie dabei von den anderen ab. Die Leute waren verängstigt und wütend und suchten einen Sündenbock für ihr Leid. Und wer taugte schon besser als Sündenbock als eine Dalish von irgendwoher. Larissa reagierte wenigstens mit Verstand und behauptete den Gesang des Lichts zu kennen. Ihr Überlebensinstinkt schien also noch intakt zu sein. Allerdings war der alte Zausel recht hartnäckig und befahl ihr eine Strophe aufzusagen.Verdammt! Das würde Artur sogar recht schwer fallen, solange war es schon her das er eine Kirche besucht hatte. Was brachte es auch schon zu jemanden zu singen, der nach Aussage der Kirch nicht mehr da war. Natürlich konnte ihm Larissa diesen Befehl nicht erfüllen und geriet jetzt in Todesangst. Verflucht er musste etwas tun. Er konnte sich garantiert durch die Menge kämpfen, aber dann wären Morgana und die Pferde in Gefahr. Und er wollte lieber nicht heraufinden was die Hexe tun würde wenn sie bedrängt wurde. Allerdings schien der Mann jetzt Larissa aufhängen zu wollen und er hörte Larissas Angstschrei. Es reichte jetzt. Er und Morgana hatten geschworen sie vor Schaden zu bewahren und er würde diesen Schwur einhalten. Ein Blick in Morganas wütendes Gesicht bestätigte ihm das sie auch bereit war notfalls diese ganze Versammlung aufzulösen ohne über die Folgen nachzudenken. Er wollte gerade seinen Weg nach vorne bahnen, als er sah das Mordred dies schon getan hatte und sein Schwert gezückt hatte. Der Pöbel wich ängstlich zurück, aber in seinem Rücken näherten sich weitere Menschen. Artur zog sein Schwert und seinen Schild und verschaffte sich Platz. Da dieser Mordred schon sprach, würde er ihm solange den Rücken freihalten. Er schaute in Richtung des Mobs. Sollten sie nur dumm sein, er würde durch sie fahren wie die Sense durch die Ähren.

    Morgana sah wie dieser ekelhafte Vagabund und dieser menschliche Abschaum die arme Dalish bedrängte. Sie wurde wütend. Dieses Pack sollte lieber verschwinden solange es das noch konnte. Die Dalish log sie an, was Morgana wohl auch getan hätte, aber dabei klang sie nicht überzeugend. Sofort verlangte der alte Bock, da sie sein lächerliches Liedchen vorsang, etwas was Morgana auch nicht tun könnte. Sie schob sich zwischen die Pferde und hinter Artur. Hier könnte sie ungestört Magie wirken, falls die Lage weiter eskalieren würde. Und das tat sie, denn die Angst die aufgeküpft zu werden nur weil sie eine Dalish war, schien sich jetzt zu bewahrheiten. Aber nicht solange Artur und Morgana noch lebten. Morgana hatte es ihr versprochen und war fest entschlossen, eher das ganze Dorf auszulöschen, als die Dalish hier von irgendwelchem Abschaum aufknüpfen zu lassen. Die Menschen hier waren für sie nur Abschaum, nicht viel mehr wert als die Dunkle Brut. Wenn sie einmal Morganas Zorn wecken würden, würde sie diesen Unrat mit Feuer von der Welt spülen, egal welche Folgn diese Vernichtung mit sich bringen würde. Sie warf Artur einen entschlossenen Blick zu, aber bevor er sich durch die Menge drücken konnte, hatte ihr neuer Begleiter schon die Initiative übernommen.

    Artur sah wie Mordred versuchte den Mob einzuschüchtern und ihn zur Vernunft zu bringen. Vergebliche Liebesmüh, denn sie waren zu dumm das richtige zu tun. Artur hätte vermutlich den Wortführer enthauptet und dann versucht die Menge aufzulösen. Riskant, aber solange der Klumpfuß die Menge aufhetzte, würde sie nicht gehen. Dieser fühlte sich durch die unterstützende Menge sicher und hetzte jetzt seine beiden Bluthunde in Richtung Mordred, der den einen zurückwarf. Der Effekt davon war das dieser schreiend auf Mordred zurannte von dem anderen untersützt. Beide waren nur mit primitiven Gleven bewaffnet und kein Gegner für den Antivaner, der sie kunstvoll sezierte. Der alte Mann keifte jetzt umso lauter und hetzte die Menge auf sie. Artur nahm Verteidigungstellung ein. Irgendeiner dieser Dörfler würde den ersten Schritt tun und dann würden sie wie eine Welle über sie herfallen. Und dann würden sie wohl alle töten müssen, inklusive der steinewerfenden Kinder. Er hatte noch nie ein Kind töten müssen und hatte eigentlich gehofft es dabei zu belassen.

    Morgana zuckte reflexartig bei dem Wort Hexe zusammen, wobei ihr schnell klar wurde das Larissa damit gemeint war. Wenn sie damit weitermachen wollten, würde sie bald sehen was eine Hexe so alles konnte. Nur würden sie es niemanden erzählen. Mordred streckte zwei Vagabunden nieder und Morgana machte sich bereit. Gleich würde der Mob den keifenden Befehlen des Propheten folgen und dann würden sie in ihr Verderben rennen. Aber plötzlich erschall ein Horn und eine berittene Schar näherte sich. Alle trugen edle Helme und Rüstungen und führten bunte Banner mit sich. Eine recht farbenfrohe Erscheinung, aber nicht weniger bedrohlich, als der nicht so farbenfohe Artur. Fragte sich nur ob diese Neuankömmlinge sie noch tiefer in die Scheiße reiten würde. Ihr Anführer erkundigte sich nach dem Grund für diese Szenerie und Mordre ergriff das Wort. Der Mann schien zum Glück nicht viel von dahergelaufenen Irren zu halten und befahl dem Prediger zu schweigen. Er stieg ab und nahm seinen Helm ab.
    Ein junger hagerer Mann mit einem entschlossenen Gesicht. Nach einem kurzen Gespräch mit Mordred sprach er die Dalish von den Anschuldigungen frei und bot ihnen sogar sie zu eskortieren. Scheinbar war das Glück ihnen doch hold.

    Artur hörte das Horn und sah die berittene Schar auf sich zukommen. Die Banner sagten ihm nichts, aber wenn keine komplett bekloppten unter den Helmen steckten, dürfte diese Neuankömmlinge von Vorteil für sie sein. Die meisten Ritter konnten aufgebrachten Pöbel mit Hang zur Lynchjustiz nicht gut leiden.
    Zum Glück bewahrheitete sich Arturs Vermutung und der Anführer sprach nicht nur Larissa von diesen lächerlichen Anschuldigungen frei, sondern bot ihnen auch eine Eskorte weg von hier an. Ein nobles Angebot. Mordred nahm die noch immer geschockte Larissa und führte sie von der Menge weg, während Artur und Morgana die Pferde nahmen und begleitet von den Reitern sich langsam aus der Menge entfernten und den Mob hinter sich ließen. Artur schaute in das immer noch zornige Gesicht der Hexe. Die Dörfler wussten es zwar nicht aber vermutlich hatten die Ritter ihnen das Leben gerettet.

    Nachdem sie eine Weile von den Rittern eskortiert wurden und das Dorf schon weit hiner ihnen lag, machte Ser Mayhem eine kurze Pause damit sie sich kurz erholen konnten. Die Dalish sah noch immer recht fertig aus. Morgana ging entschlossen in ihre Richtung, während Artur zu Mordred ging der gerade bei Ser Mayhem stand.

    Morgana ging auf Larissa zu. Der Schrecken stand ihr immer noch ins Gesicht geschrieben. Morgana sah sie mitfühlend an und umarmte sie dann ganz sanft.
    "Ganz ruhig, es ist vorbei. Ihr könnt wieder durchatmen ihr seid in Sicherheit. Diese Spinner sind jetzt weit weg und können euch nichts tun." Dabei streichelte sie sanft mit ihrer Hand über Larissas Rücken. Sie sah ihr nun tief in die Augen.
    "Wir hätten niemals zugelassen das sie euch ein Leid zufügen. Das haben wir euch versprochen.", sagte sie mit freundlicher aber bestimmter Stimme, wobei ihre Augen freundlich in die der Dalish blickten.

    Artur schritt auf Mordred zu und klopfte diesem anerkennend auf die Schulter.
    "Ihr habt vorhin gut reagiert und euch für unsere Begleiterin eingesetzt. Seid euch dafür meines Dankes und meines Respekts sicher. Nicht jeder Mann hätte sich für eine Frau eingesetzt die er erst seit zwei Tagen kennt." Dann wandte er sich zum Ritter.
    "Und euch danke ich natürlich ebenfalls Ser Mayhem. Ohne euer eingreifen hätte dieer verrückte Prediger noch ein Blutbad verursacht. Ihr seid ein edler Mann."
    "Ich danke euch mein Herr, für eure freundlichen Worte.
    Dürfte ich erfahren wer ihr seid ? Ihr scheint ebenfalls aus der Ferne zu stammen."
    Artur zog seinen Helm aus und verbeugte ich leicht.
    "Verzeiht, wo bleiben meine Manieren. Ich bin Ser Artur van Markham, ein Ritter aus Nevarra. Und ich und meine Gefährten sind euch äußerst dankbar für eure Hilfe."
    Ser Mayhem nickte ihm freundlich zu.
    "Das war selbstverständlich. Es ist Aufgabe der Lords Recht zu sprechen und nicht die des Pöbels oder irgendwelcher Prediger.
    Ihr werdet mir da wohl zustimmen Lord Aromaki ?"
    numberten is offline Last edited by numberten; 04.07.2015 at 12:54.
  7. #7
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    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Artur zuckte zusammen, als er mitbekam das der bekloppte Prophet auf einmal Larissa ansprach und sie nach ihrem Glauben ausfragte. Der Mob bildete nun einen Kreis um Larissa und schirmte sie dabei von den anderen ab. Die Leute waren verängstigt und wütend und suchten einen Sündenbock für ihr Leid. Und wer taugte schon besser als Sündenbock als eine Dalish von irgendwoher. Larissa reagierte wenigstens mit Verstand und behauptete den Gesang des Lichts zu kennen. Ihr Überlebensinstinkt schien also noch intakt zu sein. Allerdings war der alte Zausel recht hartnäckig und befahl ihr eine Strophe aufzusagen.Verdammt! Das würde Artur sogar recht schwer fallen, solange war es schon her das er eine Kirche besucht hatte. Was brachte es auch schon zu jemanden zu singen, der nach Aussage der Kirch nicht mehr da war. Natürlich konnte ihm Larissa diesen Befehl nicht erfüllen und geriet jetzt in Todesangst. Verflucht er musste etwas tun. Er konnte sich garantiert durch die Menge kämpfen, aber dann wären Morgana und die Pferde in Gefahr. Und er wollte lieber nicht heraufinden was die Hexe tun würde wenn sie bedrängt wurde. Allerdings schien der Mann jetzt Larissa aufhängen zu wollen und er hörte Larissas Angstschrei. Es reichte jetzt. Er und Morgana hatten geschworen sie vor Schaden zu bewahren und er würde diesen Schwur einhalten. Ein Blick in Morganas wütendes Gesicht bestätigte ihm das sie auch bereit war notfalls diese ganze Versammlung aufzulösen ohne über die Folgen nachzudenken. Er wollte gerade seinen Weg nach vorne bahnen, als er sah das Mordred dies schon getan hatte und sein Schwert gezückt hatte. Der Pöbel wich ängstlich zurück, aber in seinem Rücken näherten sich weitere Menschen. Artur zog sein Schwert und seinen Schild und verschaffte sich Platz. Da dieser Mordred schon sprach, würde er ihm solange den Rücken freihalten. Er schaute in Richtung des Mobs. Sollten sie nur dumm sein, er würde durch sie fahren wie die Sense durch die Ähren.

    Morgana sah wie dieser ekelhafte Vagabund und dieser menschliche Abschaum die arme Dalish bedrängte. Sie wurde wütend. Dieses Pack sollte lieber verschwinden solange es das noch konnte. Die Dalish log sie an, was Morgana wohl auch getan hätte, aber dabei klang sie nicht überzeugend. Sofort verlangte der alte Bock, da sie sein lächerliches Liedchen vorsang, etwas was Morgana auch nicht tun könnte. Sie schob sich zwischen die Pferde und hinter Artur. Hier könnte sie ungestört Magie wirken, falls die Lage weiter eskalieren würde. Und das tat sie, denn die Angst die aufgeküpft zu werden nur weil sie eine Dalish war, schien sich jetzt zu bewahrheiten. Aber nicht solange Artur und Morgana noch lebten. Morgana hatte es ihr versprochen und war fest entschlossen, eher das ganze Dorf auszulöschen, als die Dalish hier von irgendwelchem Abschaum aufknüpfen zu lassen. Die Menschen hier waren für sie nur Abschaum, nicht viel mehr wert als die Dunkle Brut. Wenn sie einmal Morganas Zorn wecken würden, würde sie diesen Unrat mit Feuer von der Welt spülen, egal welche Folgn diese Vernichtung mit sich bringen würde. Sie warf Artur einen entschlossenen Blick zu, aber bevor er sich durch die Menge drücken konnte, hatte ihr neuer Begleiter schon die Initiative übernommen.

    Artur sah wie Mordred versuchte den Mob einzuschüchtern und ihn zur Vernunft zu bringen. Vergebliche Liebesmüh, denn sie waren zu dumm das richtige zu tun. Artur hätte vermutlich den Wortführer enthauptet und dann versucht die Menge aufzulösen. Riskant, aber solange der Klumpfuß die Menge aufhetzte, würde sie nicht gehen. Dieser fühlte sich durch die unterstützende Menge sicher und hetzte jetzt seine beiden Bluthunde in Richtung Mordred, der den einen zurückwarf. Der Effekt davon war das dieser schreiend auf Mordred zurannte von dem anderen untersützt. Beide waren nur mit primitiven Gleven bewaffnet und kein Gegner für den Antivaner, der sie kunstvoll sezierte. Der alte Mann keifte jetzt umso lauter und hetzte die Menge auf sie. Artur nahm Verteidigungstellung ein. Irgendeiner dieser Dörfler würde den ersten Schritt tun und dann würden sie wie eine Welle über sie herfallen. Und dann würden sie wohl alle töten müssen, inklusive der steinewerfenden Kinder. Er hatte noch nie ein Kind töten müssen und hatte eigentlich gehofft es dabei zu belassen.

    Morgana zuckte reflexartig bei dem Wort Hexe zusammen, wobei ihr schnell klar wurde das Larissa damit gemeint war. Wenn sie damit weitermachen wollten, würde sie bald sehen was eine Hexe so alles konnte. Nur würden sie es niemanden erzählen. Mordred streckte zwei Vagabunden nieder und Morgana machte sich bereit. Gleich würde der Mob den keifenden Befehlen des Propheten folgen und dann würden sie in ihr Verderben rennen. Aber plötzlich erschall ein Horn und eine berittene Schar näherte sich. Alle trugen edle Helme und Rüstungen und führten bunte Banner mit sich. Eine recht farbenfrohe Erscheinung, aber nicht weniger bedrohlich, als der nicht so farbenfohe Artur. Fragte sich nur ob diese Neuankömmlinge sie noch tiefer in die Scheiße reiten würde. Ihr Anführer erkundigte sich nach dem Grund für diese Szenerie und Mordre ergriff das Wort. Der Mann schien zum Glück nicht viel von dahergelaufenen Irren zu halten und befahl dem Prediger zu schweigen. Er stieg ab und nahm seinen Helm ab.
    Ein junger hagerer Mann mit einem entschlossenen Gesicht. Nach einem kurzen Gespräch mit Mordred sprach er die Dalish von den Anschuldigungen frei und bot ihnen sogar sie zu eskortieren. Scheinbar war das Glück ihnen doch hold.

    Artur hörte das Horn und sah die berittene Schar auf sich zukommen. Die Banner sagten ihm nichts, aber wenn keine komplett bekloppten unter den Helmen steckten, dürfte diese Neuankömmlinge von Vorteil für sie sein. Die meisten Ritter konnten aufgebrachten Pöbel mit Hang zur Lynchjustiz nicht gut leiden.
    Zum Glück bewahrheitete sich Arturs Vermutung und der Anführer sprach nicht nur Larissa von diesen lächerlichen Anschuldigungen frei, sondern bot ihnen auch eine Eskorte weg von hier an. Ein nobles Angebot. Mordred nahm die noch immer geschockte Larissa und führte sie von der Menge weg, während Artur und Morgana die Pferde nahmen und begleitet von den Reitern sich langsam aus der Menge entfernten und den Mob hinter sich ließen. Artur schaute in das immer noch zornige Gesicht der Hexe. Die Dörfler wussten es zwar nicht aber vermutlich hatten die Ritter ihnen das Leben gerettet.

    Nachdem sie eine Weile von den Rittern eskortiert wurden und das Dorf schon weit hiner ihnen lag, machte Ser Mayhem eine kurze Pause damit sie sich kurz erholen konnten. Die Dalish sah noch immer recht fertig aus. Morgana ging entschlossen in ihre Richtung, während Artur zu Mordred ging der gerade bei Ser Mayhem stand.

    Morgana ging auf Larissa zu. Der Schrecken stand ihr immer noch ins Gesicht geschrieben. Morgana sah sie mitfühlend an und umarmte sie dann ganz sanft.
    "Ganz ruhig, es ist vorbei. Ihr könnt wieder durchatmen ihr seid in Sicherheit. Diese Spinner sind jetzt weit weg und können euch nichts tun." Dabei streichelte sie sanft mit ihrer Hand über Larissas Rücken. Sie sah ihr nun tief in die Augen.
    "Wir hätten niemals zugelassen das sie euch ein Leid zufügen. Das haben wir euch versprochen.", sagte sie mit freundlicher aber bestimmter Stimme, wobei ihre Augen freundlich in die der Dalish blickten.

    Artur schritt auf Mordred zu und klopfte diesem anerkennend auf die Schulter.
    "Ihr habt vorhin gut reagiert und euch für unsere Begleiterin eingesetzt. Seid euch dafür meines Dankes und meines Respekts sicher. Nicht jeder Mann hätte sich für eine Frau eingesetzt die er erst seit zwei Tagen kennt." Dann wandte er sich zum Ritter.
    "Und euch danke ich natürlich ebenfalls Ser Mayhem. Ohne euer eingreifen hätte dieer verrückte Prediger noch ein Blutbad verursacht. Ihr seid ein edler Mann."
    "Ich danke euch mein Herr, für eure freundlichen Worte.
    Dürfte ich erfahren wer ihr seid ? Ihr scheint ebenfalls aus der Ferne zu stammen."
    Artur zog seinen Helm aus und verbeugte ich leicht.
    "Verzeiht, wo bleiben meine Manieren. Ich bin Ser Artur van Markham, ein Ritter aus Nevarra. Und ich und meine Gefährten sind euch äußerst dankbar für eure Hilfe."
    Ser Mayhem nickte ihm freundlich zu.
    "Das war selbstverständlich. Es ist Aufgabe der Lords Recht zu sprechen und nicht die des Pöbels oder irgendwelcher Prediger.
    Ihr werdet mir da wohl zustimmen Lord Aromaki ?"


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]
    Die Elfe zitterte noch immer am ganzen Leib als sie von Mordred geführt und flankiert von hoch aufragenden Reitern das Dorf verließ. Der Tross kam natürlich nur langsam voran, doch schon bald beruhigte sie sich und löste sich von dem Antivaner. Morgana kam zu ihr, drückte sie schutzversprechend an sich und strich ihr zart über den Rücken. Tatsächlich half dies, doch als Morgana ihr in die Augen schaute und versprach, sie hätten sie niemals sterben lassen begriff die Elfe wie dicht sie an ihrem Tod gewesen war.

    I-ich will ni-nicht, dass dir etwas wegen mir passiert!“, schluchzte die Elfe und sah der Hexe tief in die Augen. Im nächsten Augenblick umarmte sie die junge Frau erneut, drückte sie fest an sich und verbarg ihre schuldbewussten Tränen. Sie hätte ihren Clan niemals verlassen sollen!
    Die Reiterei stoppte nach dem eiligen Marsch und bot den zu Fuß laufenden Schützlingen so die Gelegenheit zu trinken und die müden Füße auszuruhen. Mordred trank einen Schluck Wasser, der Gewaltmarsch um möglichst schnell ein paar Meilen zwischen sie und das Dorf zu bringen forderte seinen schweißtreibenden Tribut. Die Reiterscharr verteilte sich in dem Gelände, ein paar der berittenen Soldaten hielten in alle Richtungen Ausschau während Ser Mayhem sein Pferd zu Mordred lenkte. Er hatte das Visier hochgeklappt und lehnte sich lässig in seinem Sattel nach vorne. Auch auf seiner Stirn stand der Schweiß.
    „Wohin geht ihr?“
    Denerim, Mylord“, antwortete Mordred und bot dem Ritter seinen Trinkschlauch an, den dieser abwinkte.
    „Nun. Dann liegt noch ein Stück Weg vor euch!“

    Bevor Mordred sich eine gescheite Antwort auf diese Feststellung des Offensichtlichen geben konnte, trat Artur an ihn heran und „beglückwünschte“ ihn des mutigen Eingreifens.
    Ich glaube jeder Mann mit Ehre hätte sich für eine, mehr oder weniger, wehrlose Frau eingesetzt, Ser!“, antwortete Mordred. Artur sprach mit Ser Mayhem, der seinen Dank nickend zur Kenntnis nahm und danach mit dem Nevarraner adlige Höflichkeiten austauschte. Es war merkwürdig wie elegant Artur plötzlich sein konnte und wie er die richtigen Worte fand. Artur dankte dem Ritter auch im Namen seiner Gefährten, was Mordred nickend absegnete.
    „Das war selbstverständlich. Es ist Aufgabe der Lords Recht zu sprechen und nicht die des Pöbels oder irgendwelcher Prediger. Ihr werdet mir da wohl zustimmen Lord Aromaki?“
    Absolut, Sire!“, antwortete Mordred auf die an ihn gewandte Frage. „Doch wieso genau seid Ihr eingeschritten? Aus Nächstenliebe?
    Caddoc lächelte. Er hatte recht schmale Lippen, welche die ernsten Gesichtszüge noch unterstrichen.
    „Ich tat es, weil es getan werden musste. Natürlich bin ich froh darüber, dass ihr und eure Freundin am Leben seid, doch galt es in erster Linie dem Einhalten der Ordnung. Dies sind schwere Zeiten und wenn das Volk das Gesetz in die eigene Hand nimmt, unabhängig von Recht und Gericht, so verfällt dieses Land in Barberei! Und das kann und werde ich nicht zulassen. Nicht einmal in der jetzigen Situation!“
    In welcher Situation?“, fragte Mordred, obwohl er sich anschickte die Antwort schon zu kennen.
    „Ihr wisst es nicht? Nun, ich erkläre es später. Unser Feldlager ist nicht fern von hier. Ihr könnt diese Nacht bleiben und eure Reise von dort fortsetzen“.
    Ich danke Euch, Mylord. Auch im Namen meiner Gefährten!“, antwortete Mordred pflichtgeschuldet. Ser Mayhem nickte kurz und heftig, was die Federn seines Helmes wippen ließ, dann wendete er sein Pferd und setzte sich an die Spitze des sich jetzt neu formierenden Zuges.

    *

    Tatsächlich dauerte die restliche Reise kaum mehr als eine Stunde, dann erreichten sie das Lager. Es war in einer Ebene errichtet, die leicht abgesenkt gesäumt von leichten Erhöhungen war. Auf diesen erhöhten, natürlichen Erdwällen standen bewaffnete Krieger, deren lange Speere schon von weitem Erkennbar waren. Das Feldlager bestand aus etwa vierzig bis sechzig Zelten, die meisten in einfachem Braun, manche jedoch aus farbigen Stoffen und mit Standarten vor den Eingängen, welche das Wappen des Ritters zeigte. Die Reiter wurden willkommen geheißen und ins Lager eingelassen. Dort saßen sie ab und übergaben die Pferde Knechten, welche sie auf eine nahegelegene und provisorisch eingezäunte Wiese führten. Auch Mordreds und Artus Pferd wurden, nach höflicher Anfrage, dorthin gebracht. Die Gefährten hatten nicht gesprochen und die Führung ins Lager stillschweigend hingenommen, doch nun trat Mordred an die Dalish, den Ritter und die Hexe heran.

    Wir können heute Nacht hier bleiben und die Reise dann morgen fortsetzen!“, erklärte er. Larissa nickte einverstanden, doch nach Mordreds heutiger Tat hätte sie wohl auch zugestimmt, wenn er gesagt hätte sie würden die Nacht durchmarschieren. Morgana schien von den vielen Menschen sowohl beeindruckt zu sein, als auch skeptisch zu reagieren. Ihre Gedanken konnte Mordred nicht erraten, doch vermutete er, dass ihr Hauptaugenmerk auf der Elfe ruhte, von deren Seite sie die ganze Zeit nicht gewichen war. Ein Knecht huschte heran, ein junger Elf mit feuerroten Sommersprossen und heller Haut. „Verzeiht. Man hat mich angewiesen Ihnen ein Zelt zu zeigen, in dem Ihr diese Nacht schlafen dürft. Folgt mir, wenn Ihr bereit seid!“
    Mordred schaute vielsagend zu seinen Gefährten, dann wandte er sich an den Elf.
    Zeig es mir später. Ich geh jetzt erst einmal ein paar Infanteristen zum Würfeln suchen!“ Insgeheim hoffte er, dass er neben dem Glücksspiel auch etwas Wein auftun könnte. Nichts half nach verrückten Predigern und stupiden Dörflern besser als Wein! Die Hand auf´s Schwert gelegt wanderte er in Richtung Zeltbahnen davon.

    Larissa hatte sich dicht bei Morgana gehalten und auch die Hexe hatte sich oft nach ihr umgewandt während sich der bewaffnete Zug mit an den Sätteln klappernden Schilden dem Lager näherte. Die Elfe zählte mindestens fünf Feuerstellen und über vierzig Zelte! Neben dem Lager tollten so viele Pferde, dass es der Elfe unmöglich war eine Zahl für sie zu suchen. Im Lager angekommen verabschiedeten sich die Ritter und ihr Tross vorerst. Ein Elf wollte den Neuankömmlingen Zelte zuweisen und Mordred erklärte, dass sie diese Nacht sicher im Lager verbringen könnten und ihre Reise von dort gen Denerim fortsetzen würden. Larissa war einverstanden, sah aber auch wenig alternative. Zudem wagte sie es nicht Mordred, der in ihren Augen eine Art Retter war, zu wiedersprechen. So ließ sie sich von dem Elfendiener, der sie mit großen Augen anschaute zu dem Zelt bringen. Es war am äußeren Ring der Zeltanlage, aus schwerem braunen Stoff und groß genug für sechs Mann. Das Innere war einfach, bestückt mit Feldbetten und vier simplen Truhen zum aufbewahren von Gegenständen. Der Boden war niedergetretenes Gras, das an einigen Stellen bereits gelbliche Farbtöne angenommen hatte. Nachdem die Elfe ihr Habe abgelegt und sich auf´s Bett hatte fallen lassen, schaute sie Morgana zu. Die Hexe bereitete ihren Schlafplatz gegenüber der blonden Dalish vor.

    Morgana. Wieso wollten diese Männer mich umbringen? Ich hab ihnen doch nichts getan“, fragte Larissa schließlich. Die Erinnerungen an die wütenden Gesichter kamen hoch und ein Schauer überfiel sie.
    Wieso hassen sie die Dalish? Im Süden hat man mich vielleicht mal schräg angesehen, aber hier wollten sie meinen Tod! Passiert mir das auch in Denerim? Wenn ja, dann will ich zurück nach Hause. Zurück zu meinem Clan…
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  8. #8
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]
    Die Elfe zitterte noch immer am ganzen Leib als sie von Mordred geführt und flankiert von hoch aufragenden Reitern das Dorf verließ. Der Tross kam natürlich nur langsam voran, doch schon bald beruhigte sie sich und löste sich von dem Antivaner. Morgana kam zu ihr, drückte sie schutzversprechend an sich und strich ihr zart über den Rücken. Tatsächlich half dies, doch als Morgana ihr in die Augen schaute und versprach, sie hätten sie niemals sterben lassen begriff die Elfe wie dicht sie an ihrem Tod gewesen war.

    I-ich will ni-nicht, dass dir etwas wegen mir passiert!“, schluchzte die Elfe und sah der Hexe tief in die Augen. Im nächsten Augenblick umarmte sie die junge Frau erneut, drückte sie fest an sich und verbarg ihre schuldbewussten Tränen. Sie hätte ihren Clan niemals verlassen sollen!
    Die Reiterei stoppte nach dem eiligen Marsch und bot den zu Fuß laufenden Schützlingen so die Gelegenheit zu trinken und die müden Füße auszuruhen. Mordred trank einen Schluck Wasser, der Gewaltmarsch um möglichst schnell ein paar Meilen zwischen sie und das Dorf zu bringen forderte seinen schweißtreibenden Tribut. Die Reiterscharr verteilte sich in dem Gelände, ein paar der berittenen Soldaten hielten in alle Richtungen Ausschau während Ser Mayhem sein Pferd zu Mordred lenkte. Er hatte das Visier hochgeklappt und lehnte sich lässig in seinem Sattel nach vorne. Auch auf seiner Stirn stand der Schweiß.
    „Wohin geht ihr?“
    Denerim, Mylord“, antwortete Mordred und bot dem Ritter seinen Trinkschlauch an, den dieser abwinkte.
    „Nun. Dann liegt noch ein Stück Weg vor euch!“

    Bevor Mordred sich eine gescheite Antwort auf diese Feststellung des Offensichtlichen geben konnte, trat Artur an ihn heran und „beglückwünschte“ ihn des mutigen Eingreifens.
    Ich glaube jeder Mann mit Ehre hätte sich für eine, mehr oder weniger, wehrlose Frau eingesetzt, Ser!“, antwortete Mordred. Artur sprach mit Ser Mayhem, der seinen Dank nickend zur Kenntnis nahm und danach mit dem Nevarraner adlige Höflichkeiten austauschte. Es war merkwürdig wie elegant Artur plötzlich sein konnte und wie er die richtigen Worte fand. Artur dankte dem Ritter auch im Namen seiner Gefährten, was Mordred nickend absegnete.
    „Das war selbstverständlich. Es ist Aufgabe der Lords Recht zu sprechen und nicht die des Pöbels oder irgendwelcher Prediger. Ihr werdet mir da wohl zustimmen Lord Aromaki?“
    Absolut, Sire!“, antwortete Mordred auf die an ihn gewandte Frage. „Doch wieso genau seid Ihr eingeschritten? Aus Nächstenliebe?
    Caddoc lächelte. Er hatte recht schmale Lippen, welche die ernsten Gesichtszüge noch unterstrichen.
    „Ich tat es, weil es getan werden musste. Natürlich bin ich froh darüber, dass ihr und eure Freundin am Leben seid, doch galt es in erster Linie dem Einhalten der Ordnung. Dies sind schwere Zeiten und wenn das Volk das Gesetz in die eigene Hand nimmt, unabhängig von Recht und Gericht, so verfällt dieses Land in Barberei! Und das kann und werde ich nicht zulassen. Nicht einmal in der jetzigen Situation!“
    In welcher Situation?“, fragte Mordred, obwohl er sich anschickte die Antwort schon zu kennen.
    „Ihr wisst es nicht? Nun, ich erkläre es später. Unser Feldlager ist nicht fern von hier. Ihr könnt diese Nacht bleiben und eure Reise von dort fortsetzen“.
    Ich danke Euch, Mylord. Auch im Namen meiner Gefährten!“, antwortete Mordred pflichtgeschuldet. Ser Mayhem nickte kurz und heftig, was die Federn seines Helmes wippen ließ, dann wendete er sein Pferd und setzte sich an die Spitze des sich jetzt neu formierenden Zuges.

    *

    Tatsächlich dauerte die restliche Reise kaum mehr als eine Stunde, dann erreichten sie das Lager. Es war in einer Ebene errichtet, die leicht abgesenkt gesäumt von leichten Erhöhungen war. Auf diesen erhöhten, natürlichen Erdwällen standen bewaffnete Krieger, deren lange Speere schon von weitem Erkennbar waren. Das Feldlager bestand aus etwa vierzig bis sechzig Zelten, die meisten in einfachem Braun, manche jedoch aus farbigen Stoffen und mit Standarten vor den Eingängen, welche das Wappen des Ritters zeigte. Die Reiter wurden willkommen geheißen und ins Lager eingelassen. Dort saßen sie ab und übergaben die Pferde Knechten, welche sie auf eine nahegelegene und provisorisch eingezäunte Wiese führten. Auch Mordreds und Artus Pferd wurden, nach höflicher Anfrage, dorthin gebracht. Die Gefährten hatten nicht gesprochen und die Führung ins Lager stillschweigend hingenommen, doch nun trat Mordred an die Dalish, den Ritter und die Hexe heran.

    Wir können heute Nacht hier bleiben und die Reise dann morgen fortsetzen!“, erklärte er. Larissa nickte einverstanden, doch nach Mordreds heutiger Tat hätte sie wohl auch zugestimmt, wenn er gesagt hätte sie würden die Nacht durchmarschieren. Morgana schien von den vielen Menschen sowohl beeindruckt zu sein, als auch skeptisch zu reagieren. Ihre Gedanken konnte Mordred nicht erraten, doch vermutete er, dass ihr Hauptaugenmerk auf der Elfe ruhte, von deren Seite sie die ganze Zeit nicht gewichen war. Ein Knecht huschte heran, ein junger Elf mit feuerroten Sommersprossen und heller Haut. „Verzeiht. Man hat mich angewiesen Ihnen ein Zelt zu zeigen, in dem Ihr diese Nacht schlafen dürft. Folgt mir, wenn Ihr bereit seid!“
    Mordred schaute vielsagend zu seinen Gefährten, dann wandte er sich an den Elf.
    Zeig es mir später. Ich geh jetzt erst einmal ein paar Infanteristen zum Würfeln suchen!“ Insgeheim hoffte er, dass er neben dem Glücksspiel auch etwas Wein auftun könnte. Nichts half nach verrückten Predigern und stupiden Dörflern besser als Wein! Die Hand auf´s Schwert gelegt wanderte er in Richtung Zeltbahnen davon.

    Larissa hatte sich dicht bei Morgana gehalten und auch die Hexe hatte sich oft nach ihr umgewandt während sich der bewaffnete Zug mit an den Sätteln klappernden Schilden dem Lager näherte. Die Elfe zählte mindestens fünf Feuerstellen und über vierzig Zelte! Neben dem Lager tollten so viele Pferde, dass es der Elfe unmöglich war eine Zahl für sie zu suchen. Im Lager angekommen verabschiedeten sich die Ritter und ihr Tross vorerst. Ein Elf wollte den Neuankömmlingen Zelte zuweisen und Mordred erklärte, dass sie diese Nacht sicher im Lager verbringen könnten und ihre Reise von dort gen Denerim fortsetzen würden. Larissa war einverstanden, sah aber auch wenig alternative. Zudem wagte sie es nicht Mordred, der in ihren Augen eine Art Retter war, zu wiedersprechen. So ließ sie sich von dem Elfendiener, der sie mit großen Augen anschaute zu dem Zelt bringen. Es war am äußeren Ring der Zeltanlage, aus schwerem braunen Stoff und groß genug für sechs Mann. Das Innere war einfach, bestückt mit Feldbetten und vier simplen Truhen zum aufbewahren von Gegenständen. Der Boden war niedergetretenes Gras, das an einigen Stellen bereits gelbliche Farbtöne angenommen hatte. Nachdem die Elfe ihr Habe abgelegt und sich auf´s Bett hatte fallen lassen, schaute sie Morgana zu. Die Hexe bereitete ihren Schlafplatz gegenüber der blonden Dalish vor.

    Morgana. Wieso wollten diese Männer mich umbringen? Ich hab ihnen doch nichts getan“, fragte Larissa schließlich. Die Erinnerungen an die wütenden Gesichter kamen hoch und ein Schauer überfiel sie.
    Wieso hassen sie die Dalish? Im Süden hat man mich vielleicht mal schräg angesehen, aber hier wollten sie meinen Tod! Passiert mir das auch in Denerim? Wenn ja, dann will ich zurück nach Hause. Zurück zu meinem Clan…


    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Morgana streichelte der Dalish sanft durch das Haar, als sie sich an sie presste. Die Dalish war ganz offensichtlich fertig mit den Nerven. So hatte sie sich das wahrscheinlich nicht vorgestellt, als sie ihren Clan verlassen hatte. Nach einiger Zeit hatte sie sich langsam beruhigt. Der Trupp wollte weiterziehen und auch Morgana war froh weiter Meilen hinter ich und dieses Dorf zu bringen.

    Artur besah, sich das Feldlager an, als sie dort ankamen. Es war fachmännisch angelegt, durch Erdwälle mit angespitzten Holzpflöcken geschützt. Palisaden umgaben teilweise die bunten Zelte, deren bunten Standarten und Wappen einen prächtigen Anblick boten. Auch wenn Artur keine großen Kenntnisse über die Wappen kleinerer fereldischer Lords hatte. Auf jedenfall würde es eine sichere Unterkunft für die Nacht bieten. Als sie ankamen wurden ihre Pferde entgegengenommen und ein Elfenjunge bot ihnen an sie zu ihrem Feld zu führen. Mordred lehnte ab und auch Artur wollte sich erstmal umschauen. Er winkte freundlich ab und verschwand zwischen den Zelten.

    Morgana sah das Lager und schaute sich aufmerksam um. Sie war noch nie in so einem Zeltlager gewesen und hatte auch noch nie soviele Soldaten auf einem haufen gesehen. Sie bemerkte sofort das sie angestarrt wurde als sie das Lager betrat, aber das war zu erwarten gewesen. Hier waren sehr viele Männer und Menschen im allgemeinen. Aber da sie auf dem Weg in eine Stadt waren schadete es nicht sich daran zu gewöhnen. Sie war neugierig und als Artur und Mordred sich davon machten und wäre gerne mitgegangen um das Lager zu erkunden. Aber sie würde jetzt garantiert nicht Larissa in diesem Lager unter den ganzen Menschen alleine lassen. Die Dalish brauchte jetzt eine freundliche Gesellschaft, nach dem Schock den sie erlitten hatte. Also gingen die beiden zu ihrem Zelt das sie sich diese Nacht teilen würde. Ein bequemes Zelt das mehr als genug Platz für vier Mann bat. Die Dalish ließ sich auf das Bett fallen und Morgana begann auch ihr Bett vorzubereiten. Plötzlich sprach die Dalish sie an.

    Morgana. Wieso wollten diese Männer mich umbringen? Ich hab ihnen doch nichts getan“ Morgana drehte sich um und schaute die Dalish an.
    Wieso hassen sie die Dalish? Im Süden hat man mich vielleicht mal schräg angesehen, aber hier wollten sie meinen Tod! Passiert mir das auch in Denerim? Wenn ja, dann will ich zurück nach Hause. Zurück zu meinem Clan…

    Die Dalish schien wirklich mit den Nerven am Ende zu sein. Der ganze Tag war wohl zuviel für eine freundliche junge Frau wie sie gewesen. Ihr Lust nach Abenteuer und Neuem schien getrübt. Morgana lächelte ihr aufmunternd zu und setzte sich dann zu ihr aufs Bett. Sie setzte sich rechts neben die Dalish nahm ihre zierliche Hand in die ihre und streichelte sie sanft mit ihren weichen Fingern. Dann sah sie der Elfe in ihre Augen und begann zu sprechen.

    "Ihr habt recht meine Liebe, ihr habt ihnen nichts getan, aber dafür andere. Die dunkle Brut hat sie aus ihrer Heimat vertrieben, vielleicht wurden sie noch von Wegelagerern ausgeraubt. Und auch die Dörfler sehen die Flüchtlinge hören die Nachrichten aus dem Süden und verlieren die Hoffnung. In solcher Stimmung ist man leicht empfänglich für solche Scharlatane wie den im Dorf. Er spendet ihnen Trost und gibt ihnen einen Sündenbock auf den sie ihren Hass lenken können. Der Glaube ist eine starke Waffe in diesen Tagen. Und eine schreckliche in den falschen Händen. Hätte er euch nicht herausgepickt, hätte er mich wahrscheinlich genommen, ohne zu wissen das ich Magierin bin. Und wenn wir beide Mitglieder der Kirche gewesen wären, hätten sie wahrscheinlich unsere Gefährten angegangen weil sie sie nicht von hier sind. Die Leute brauchen eine Projektionsfläche um ihren Hass und ihr Leid auszudrücken. Das ist leider so. Meines Wissens gibt es auch Dalish Clans die den Menschen Schuld für alles geben und sie dewegen töten. Aber keine Angst solange ihr mit uns reist, seid ihr sicher. Ich habe euch mein Wort gegeben, Artur ebenfalls und unser neuer Gefährte hat sich ebenfalls für euch eingesetzt. Und keine Angst ich entscheide für wen ich sterbe, oder wahrscheinlicher für wen ich sterben lasse."

    Sie hatte die ganze Zeit mit tröstender Stimme gesprochen, aber beim letzten Satz war kalte Entschlossenheit in ihren Augen aufgeblitzt. Dann sprach sie mit freundlicher Stimme weiter.
    "In Denerim wird man euch nichts antun, auch wenn ihr besser nicht alleine die Straßen erkunden solltet. Wenn euch mein Versprechen nicht beruhigt und lieber zurück zu eurem Clan wollt, werde ich euch nicht aufhalten, auch wenn ich es bedauern würde."
    Sie tätschelte leicht die Hand der Dalish und lächelte sie aufbauend an:
    "Ich werde euch nicht nicht alleine zurücklassen, abe ich muss zugeben das ich gerne dieses Feldlager erkunden würde. Was haltet ihr davon ? Wir gewöhnen uns an Orte mit vielen Menschen und passen dabei gegenseitig auf uns auf."
    Sie blickte mit einem aufmunternden Lächeln in das Gesicht der Dalish und legte ihre andere Hand
    auch noch aufmunternd auf die zierliche Hand der Dalish. Ihre Augen strahlten jetzt freundliche Wärme aus.

    **

    Artur lief durch das Lager seinen Helm aus Höflichkeit abgesetzt und unter dem Arm tragend. Er lief durch verschiedene Zelte mit verschiedenen Wappen. Es war ein ordentlich angelegtes Militärlager. Er hatte Glück bei seiner Route, denn er fand das Zelt des Quartiermeisters in dessen Zelt mehrere Soldaten saßen, tranken und spielten. Hier war er richtig. Er holte sich beim Quartiermeister einen Becher Wein und trat dann an den Tisch.
    "Habt ihr noch Platz für einen Mitspieler ?"
    Die Soldaten schauten ihn zuerst skeptisch an, baten ihm dann aber freundlich einen Platz an. Ein großer Soldat, wohl noch einen Kopf größer, als Artur und breiter gebaut sprach ihn an.
    "Männer mit Geld sind immer gern beim Spiel gesehen, Ser. Seid ihr einer dieser Neuankömmlinge, die mit Ser Mayhem angekommen sind ?"
    "Korrekt, er war so höflich uns eine Nacht in eurem Lager anzubieten. Prost. Auf Ferelden."
    Er stoß mit den anderen an und trank einen großen Schluck. Dann nahm er den Würfelbecher. Jetzt würde er sehen ob ihm das Glück hold war.
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    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Morgana streichelte der Dalish sanft durch das Haar, als sie sich an sie presste. Die Dalish war ganz offensichtlich fertig mit den Nerven. So hatte sie sich das wahrscheinlich nicht vorgestellt, als sie ihren Clan verlassen hatte. Nach einiger Zeit hatte sie sich langsam beruhigt. Der Trupp wollte weiterziehen und auch Morgana war froh weiter Meilen hinter ich und dieses Dorf zu bringen.

    Artur besah, sich das Feldlager an, als sie dort ankamen. Es war fachmännisch angelegt, durch Erdwälle mit angespitzten Holzpflöcken geschützt. Palisaden umgaben teilweise die bunten Zelte, deren bunten Standarten und Wappen einen prächtigen Anblick boten. Auch wenn Artur keine großen Kenntnisse über die Wappen kleinerer fereldischer Lords hatte. Auf jedenfall würde es eine sichere Unterkunft für die Nacht bieten. Als sie ankamen wurden ihre Pferde entgegengenommen und ein Elfenjunge bot ihnen an sie zu ihrem Feld zu führen. Mordred lehnte ab und auch Artur wollte sich erstmal umschauen. Er winkte freundlich ab und verschwand zwischen den Zelten.

    Morgana sah das Lager und schaute sich aufmerksam um. Sie war noch nie in so einem Zeltlager gewesen und hatte auch noch nie soviele Soldaten auf einem haufen gesehen. Sie bemerkte sofort das sie angestarrt wurde als sie das Lager betrat, aber das war zu erwarten gewesen. Hier waren sehr viele Männer und Menschen im allgemeinen. Aber da sie auf dem Weg in eine Stadt waren schadete es nicht sich daran zu gewöhnen. Sie war neugierig und als Artur und Mordred sich davon machten und wäre gerne mitgegangen um das Lager zu erkunden. Aber sie würde jetzt garantiert nicht Larissa in diesem Lager unter den ganzen Menschen alleine lassen. Die Dalish brauchte jetzt eine freundliche Gesellschaft, nach dem Schock den sie erlitten hatte. Also gingen die beiden zu ihrem Zelt das sie sich diese Nacht teilen würde. Ein bequemes Zelt das mehr als genug Platz für vier Mann bat. Die Dalish ließ sich auf das Bett fallen und Morgana begann auch ihr Bett vorzubereiten. Plötzlich sprach die Dalish sie an.

    Morgana. Wieso wollten diese Männer mich umbringen? Ich hab ihnen doch nichts getan“ Morgana drehte sich um und schaute die Dalish an.
    Wieso hassen sie die Dalish? Im Süden hat man mich vielleicht mal schräg angesehen, aber hier wollten sie meinen Tod! Passiert mir das auch in Denerim? Wenn ja, dann will ich zurück nach Hause. Zurück zu meinem Clan…

    Die Dalish schien wirklich mit den Nerven zu sein. Der ganze Tag war wohl zuviel für eine freundliche junge Frau wie sie gewesen. Ihr Lust nach Abenteuer und Neuem schien getrübt. Morgana lächelte ihr aufmunternd zu und setzte sich dann zu ihr aufs Bett. Sie setzte sich rechts neben die Dalish nahm ihre zierliche Hand in die ihre und streichelte sie sanft mit ihren weichen Fingern. Dann sah sie der Elfe in ihre Augen und begann zu sprechen.

    "Ihr habt recht meine Liebe, ihr habt ihnen nichts getan, aber dafür andere. Die dunkle Brut hat sie aus ihrer Heimat vertrieben, vielleicht wurden sie noch von Wegelagerern ausgeraubt. Und auch die Dörfler sehen die Flüchtlinge hören die Nachrichten aus dem Süden und verlieren die Hoffnung. In solcher Stimmung ist man leicht empfänglich für solche Scharlatane wie den im Dorf. Er spendet ihnen Trost und gibt ihnen einen Sündenbock auf den sie ihren Hass lenken können. Der Glaube ist eine starke Waffe in diesen Tagen. Und eine schreckliche in den falschen Händen. Hätte er euch nicht herausgepickt, hätte er mich wahrscheinlich genommen, ohne zu wissen das ich Magierin bin. Und wenn wir beide Mitglieder der Kirche gewesen wären, hätten sie wahrscheinlich unsere Gefährten angegangen weil sie sie nicht von hier sind. Die Leute brauchen eine Projektionsfläche um ihren Hass und ihr Leid auszudrücken. Das ist leider so. Meines Wissens gibt es auch Dalish Clans die den Menschen Schuld für alles geben und sie dewegen töten. Aber keine Angst solange ihr mit uns reist, seid ihr sicher. Ich habe euch mein Wort gegeben, Artur ebenfalls und unser neuer Gefährte hat sich ebenfalls für euch eingesetzt. Und keine Angst ich entscheide für wen ich sterbe, oder wahrscheinlicher für wen ich sterben lasse."

    Sie hatte die ganze Zeit mit tröstender Stimme gesprochen, aber beim letzten Satz war kalte Entschlossenheit in ihren Augen aufgeblitzt. Dann sprach sie mit freundlicher Stimme weiter.
    "In Denerim wird man euch nichts antun, auch wenn ihr besser nicht alleine die Straßen erkunden solltet. Wenn euch mein Versprechen nicht beruhigt und lieber zurück zu eurem Clan wollt, werde ich euch nicht aufhalten, auch wenn ich es bedauern würde."
    Sie tätschelte leicht die Hand der Dalish und lächelte sie aufbauend an:
    "Ich werde euch nicht nicht alleine zurücklassen, abe ich muss zugeben das ich gerne dieses Feldlager erkunden würde. Was haltet ihr davon ? Wir gewöhnen uns an Orte mit vielen Menschen und passen dabei gegenseitig auf uns auf."
    Sie blickte mit einem aufmunternden Lächeln in das Gesicht der Dalish und legte ihre andere Hand
    auch noch aufmunternd auf die zierliche Hand der Dalish. Ihre Augen strahlten jetzt freundliche Wärme aus.

    **

    Artur lief durch das Lager seinen Helm aus Höflichkeit abgesetzt und unter dem Arm tragend. Er lief durch verschiedene Zelte mit verschiedenen Wappen. Es war ein ordentlich angelegtes Militärlager. Er hatte Glück bei seiner Route, denn er fand das Zelt des Quartiermeisters in dessen Zelt mehrere Soldaten saßen, tranken und spielten. Hier war er richtig. Er holte sich beim Quartiermeister einen Becher Wein und trat dann an den Tisch.
    "Habt ihr noch Platz für einen Mitspieler ?"
    Die Soldaten schauten ihn zuerst skeptisch an, baten ihm dann aber freundlich einen Platz an. Ein großer Soldat, wohl noch einen Kopf größer, als Artur und breiter gebaut sprach ihn an.
    "Männer mit Geld sind immer gern beim Spiel gesehen, Ser. Seid ihr einer dieser Neuankömmlinge, die mit Ser Mayhem angekommen sind ?"
    "Korrekt, er war so höflich uns eine Nacht in eurem Lager anzubieten. Prost. Auf Ferelden."
    Er stoß mit den anderen an und trank einen großen Schluck. Dann nahm er den Würfelbecher. Jetzt würde er sehen ob ihm das Glück hold war.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Mordred betrat das große rot-gold gestreifte Zelt und erstarrte.
    Na sowas! Da geht man mal ne kleine Runde und schon wird der Platz von einem Nevarraner gestohlen! So vergrößert Ihr also Euer Reich, Artur?!
    Er lachte und auch die umher sitzenden Männer johlten.
    „Mordred! Wollt Ihr noch ein paar Münzen verlieren?“, scherzte der dickwanstige Quartiermeister, dessen Backenbart schneeweiß war. Die Männer johlten erneut und Mordred winkte ab, ließ sich aber trotzdem bei dem Würfeltisch nieder, füllte sich seinen Becher mit Wein und zog dann seine Begleitung, die mit ihm ins Zelt gekommen war auf seinen Schoß. Es war eine große, schlanke Frau, vielleicht Mitte zwanzig mit hellbraunen, nackenlangen Haaren und einem unfassbar femininem Gesicht. Sie trug lockere, graue Leinenbekleidung und ein Halstuch in dem Grün von Ser Mayhems Wappen.
    „Wusste gar nicht, dass du auf rasierte Antivaner stehst, Gwendoline!“, rief einer der Soldaten dessen Gambeson schon ein halbes Dutzend Weinflecken aufwies.
    Späher der Armee müssen ihre Schulden bezahlen, sonst schädigt das den Ruf des Landes“, erklärte Mordred und rückte die Frau auf seinem Schoß zurecht. Dann reichte er ihr das Weinglas aus dem sie einen Schluck nahm und es ihm dann an die Lippen setzte. Nachdem auch er getrunken hatte, beugte sich die junge Frau zu ihm herunter und begann ihn intensiv zu küssen. Der Soldat, der eben noch gesprochen hatte seufzte fluchend und wandte sich wieder dem Würfelspiel zu.

    *

    Larissa hatte die warmherzigen Worte und die Umarmung genossen. Morgana gab ihr ein Gefühl, dass sie sonst nur von ihrem Clan kannte. Ein Gefühl der Sicherheit und der Schwesterlichkeit. Und ein Gefühl, dass egal was kommen mochte, am Ende alles gut werde würde. Als Morgana dann den Vorschlag unterbreitete sich das Lager genauer anzusehen stimmte die Elfe zu. Sie ließ Pfeil, Bogen und Rucksack zurück, nahm aber Schwert und Dolch mit.

    Die beiden Frauen verließen das Zelt und wandten sich nach links. Da die Zelte ähnlich wie Häuser aneinandergereiht waren, gab es nicht viele Möglichkeiten. Hin und wieder wurden die Zeltbahnen von straßenähnlichen Pfaden zertrampelter Erde unterbrochen aus denen rege Betriebsamkeit herrschte. Manche der Soldaten saßen vor den Hütten und schärften ihre Waffen, andere würfelten, maßen sich im Armdrücken oder hackten in schneller Geschwindigkeit mit einem Messer zwischen die gespreizten Finger, um ihr Geschick zu beweisen. Das Holzbrett auf dem bereits alte und frische Blutflecken zu sehen waren zeugte jedoch von einiger Selbstüberschätzung. Larissa staunte. Obwohl Quarkenfurt größer gewesen war als das Lager und vermutlich auch mehr Bewohner gehabt hatte, tobte das Leben in diesem Lager jedoch viel mehr. Über all dem Treiben schwebte das Geräusch von einfachen Instrumenten, dem Gesang und Gelächter von Männern und dem Hämmern von Schmiedeeisen. Schmiede! Sie hatten eine Schmiede im Lager! Sofort zupfte Larissa der Hexe am Ärmel und leitete sie dem Geräusch nach zu der provisorischen Schmiede des Zeltlagers. Es waren ein paar Feuerkörbe und schlicht errichtete Kohleöfen, sowie ein Amboss, zwei Schleifsteine und mehrere Wasserbottiche. Neben der Schmiede, die von einem Holzdach vor Regen geschützt war, stand eine große Tonne mit frisch geschmiedeten, oder ausgebesserten Waffen. Der Schmied selbst war ein kleiner, aber kräftiger Mann mit breiter, haarüberwucherter Brust die oberhalb seiner Lederschürze wucherten, einem vollen braunen Bart und ebenso braunem, langem Haar, dass in einem Pferdeschwanz endete. Seine Unterarme waren riesig und übersät mit zahllosen Narben und kleineren Verbrennungen und seine Hände glichen dem Hammer, mit dem er eine Klinge auf dem Amboss tangierte.

    Verzeiht Herr!
    Bamm, Bamm, Bamm. Der Schmied hörte sie nicht und schaute auch nicht von seiner Arbeit auf.
    VERZEIHT!“, schrie Larissa sodass feuchte Tropfen aus ihrem Mund schossen und zischend auf dem glühenden Eisen landeten. Der Schmied unterbrach seine Arbeit und schaute auf. Er hatte tiefgrüne Augen, die nun Larissa ins Visier nahmen. Sie huschten kurz über die Tätowierung und die Spitzohren. Eine Frage zeichnete sich in seinem Gesicht ab, doch stellte er sie nicht.
    „Entschuldigt, junge Dame. Der Hammer ist zuweilen sehr müßig! Wie kann ich helfen?“, sagte er und lächelte freundlich. Ermutigt durch die offene Art des Schmiedes betrat Larissa seinen Arbeitsbereich und fummelte an ihrem Schwert herum.
    Ich habe…“, sagte sie, während sie mühsam die Lederstricke löste, welche den Griff in der Scheide hielten: „...hier ein Schwert. Aber das ist zerbrochen! Könnt Ihr sie reparieren?“ Endlich hatte sie es geschafft und zog die Klinge. Nach so lange Zeit hielt sie das Waffenende wieder in der Hand. Es fühlte sich gut an und warm. Der Schmied zog die buschigen Augenbrauen hoch, die in ihrem Leben vermutlich mehrfach versenkt worden waren.
    „Lasst mich mal sehen, Kindchen!“, sagte er und streckte die Hand nach dem Bruchstück aus. Die Klinge war etwa eine Handbreit oberhalb der Parierstange in einem schrägen Bruch gesprungen. „Hmm“, machte der Schmied und wendete die Waffe im Licht. „Hmmm…“
    Larissa schaute ihn fragend an. Einen Moment schwieg der Schmied, dann schüttelte er den Kopf.
    „Das tut mir leid, meine Liebe, aber die Klinge kann ich Euch nicht reparieren. Zumindest nicht mit den Utensilien, die ich hier zur Verfügung habe. Das ist kein normaler Schwertstahl!“
    Nicht?“, fragte Larissa verwundert.
    „Es ist die Waffe eines Menschen, ganz klar. Aber der Stahl…ich tippe auf zwergische Herkunft. Und seht ihr dies hier?“, sagte er, legte die Klinge schief und deutete mit einem schmutzigen, dicken Finger auf feine Gravuren in der Mitte des Klingenverlaufes. „Das sind Runen, wenn ich mich nicht irre. Das übersteigt meine Fertigkeiten bei weitem. Ich meine, ich könnte sie zusammenflicken, dass sie hält, aber sie wäre dann weder schön noch so nützlich wie sie es sein könnte“. Larissa schüttelte leicht den Kopf, etwas beschämt das Angebot des Schmiedes zurückzuweisen. Dieser lächelte jedoch aufmunternd und gab ihr das Heft zurück.
    „Versucht es mal in Denerim bei dem Schmied Wade. Wenn es einer schafft sie wie neu wirken zu lassen, dann er!“
    Ich danke Euch für Eure Zeit, Herr!“, sagte Larissa ehrlich. Der Schmied lachte. „Lass nur, Kindchen. Und wenn ich etwas nicht bin, dass jemand den du mit Herr ansprechen musst. Du bist eine Dalish, oder?“
    Das bin ich, He…“, begann Larissa, stoppte dann unter dem verschmitzten Grinsen des Schmiedes. Wie kommt eine Dalish zu so einer Waffe?“
    Ich habe es gefunden!“, sagte Larissa mit einem Unterton, der vermittelte, dass es nicht geklaut war. Der Schmied verstand und sagte: „Tut mir leid, ich wollte dich nicht beleidigen. Wie gesagt, in Denerim hast du vermutlich mehr Glück!“
    Danke! Vielleicht sieht man sich ja bald mal wieder!“, sagte Larissa, wandte sich zu Morgana, die geduldig gewartet hatte und lächelte. Zwar war sie enttäuscht, dass das Schwert, welches sie nun wieder in der Scheide befestigte, noch zerbrochen bleiben würde, doch war die Konversation angenehm gewesen. „Habt Ihr Pläne, Morgana? Wollen wir etwas zu Essen suchen?

    *

    Gwendoline war geschickt mit der Zunge. Ohne das Gefühl zu geben, ihn dominieren zu wollen küsste sie leidenschaftlich und heiß. Mordred hörte nur mit halbem Ohr zu, wie immer wieder Jubel- und Buhrufe abwechselten, wenn das Geld mal wieder seinen Besitzer wechselte. Hin und wieder legten die Beiden eine kurze Pause ein, taten sich am Wein gütig und fuhren dann fort, während Gwendoline mit rhythmischen Bewegungen auf seinem Schoß begann. Plötzlich wurde er unterbrochen. Jemand tippte ihm auf die Schulter. Schmatzend ließen seine Lippen von denen der Dame, die sie fast schmerzhaft mit den Zähnen fixierte und schaute in das Gesicht des Elfenjungen vom Mittag. „Ich bin beschäftigt!“, sagte Mordred und rollte die Augen Richtung Gwendoline.

    „Mylord Amoraki, ich bedaure zutiefst Euch unterbrechen zu müssen, um…“, begann der Elf nach entschuldigenden Worten ringend. „Ja ja, schon gut! Was willst du?
    „Mein Lord Ser Mayhem wünscht Euch und den Ritter Artur van Markham in seinem Zelt begrüßen zu dürfen, Herr!“, teilte der Elf mit.
    Mordred brummte. Dann sagte er schließlich: „Alles klar. Sag deinem Herrn ich werde in Kürze dort sein!“.
    „Jawohl Herr! Vielen Dank, Herr!“, sagte der Elf erleichtert und flitze davon.
    Zeit zu gehen“, bemerkte Mordred mit leichtem Bedauern in der Stimme und hob Gwendoline ein wenig von dem Schoß, sodass sie schließlich ihren bequemen Sitz aufgab und sich erhob. „Aber man lässt seinen Gastgeber nicht warten! Artur, kommt Ihr?“ Der Ritter schien nicht weniger genervt von der plötzlichen Unterbrechung des Herrenabends, kam jedoch zu demselben Schluss wie Mordred, sackte seine Gewinne ein und erhob sich ebenfalls.
    Warte hier auf mich!“, zwitscherte Mordred Gwendoline ins Ohr. Im Stehen war sie um eine Augenhöhe größer als Mordred, nickte jedoch gehorsam und biss sich auf die Unterlippe.
    Dann los!“, rief der Antivaner aus, gab Gwendoline einen ordentlichen Klaps auf den Po und verließ mit Artur zusammen das Zelt.

    *

    Das Licht vieler Kerzen erleuchtete das Zelt Ser Mayhems und verlieh dem Grün der Plane einen fast mineralistischen Glanz von Edelstein. Es war rund und groß, hätten Artur und Mordred ihr Zelt gesehen wäre ihnen aufgefallen, dass es größer war als das ihre. In der Mitte ragte ein gewaltiger Holzstamm empor, von dessen Spitze aus die Zeltplane trichterförmig zum Boden verlief. Rechts neben dem Stamm und den halben Raum ausfüllend stand ein massiver Holztisch, eher eine Tafel auf der dutzende Karten und Notizen lagen. Im hinteren Teil des Zeltes, gegenüber dem Eingang stand ein Bett, am Fußende eine Truhe und daneben ein Rüstungsständer auf dem nun feinsäuberlich aufgebaut der Panzer des Anführers ruhte. Sein Besitzer stand über den Kartentisch gebeugt. Er schaute auf, als Artur und Mordred das Zelt betraten und lächelte sie freundlich an.

    „Kommt herein, meine Herren!“, rief er aus und bedeutete ihnen das Zelt zu betreten. Caddoc Mayhem war, wie schon sein Gesicht angedeutet hatte groß und drahtig. Seine Kleidung war schick, aber nicht übertrieben und zeigte neben einer kleinen, silbernen Spange, die nahe seinem Herzen prangte keinerlei Schmuck. Die schwarzen Haare hatte er mit den Fingern zurückgekämmt, was sein ohnehin schon hageres Gesicht ein wenig an einen Totenkopf erinnern ließ. Einen schönen Totenkopf allerdings, denn obwohl es so eingefallen wirkte war, war es doch nicht hässlich. Der Ritter bot den Neuankömmlingen Wein an und teilte ihnen mit, auf die „Anderen“ zu warten. Die Anderen entpuppten sich als weitere Ritter, von denen Artur und Mordred schon einige gesehen hatten, ohne sie zu realisieren. Der erste Neuankömmling war eine Frau, die Frau mit dem weißen Pferd als Wappen. Ser Mayhem stellte sie als „Ser Lea von Starkenberg“ vor. Sie blickte ernst drein, doch war sie ausgesprochen hübsch anzusehen. Sie hatte schulterlange Haare von feuerroter Farbe und glatt, von der Ritterin jedoch zu einem Zopf zusammengefasst wurden. Ihre Augen waren ozeanblau und schienen nie zu blinzeln, während ihre edle Nase einen Tick größer war, als man es erwartet hatte. Wie am Tag trug sie ihre Rüstung. Die gepanzerten Arme und endeten in feingliedrigen Handschuhen und über ihren Rücken hing ein schwarzes Bastardschwert. Sie war ungefähr so groß wie Morgana, also mit Mordred auf Augenhöhe. Die Ritterin nickte den beiden Männern zu, als ihr Herr sie vorstellte. Ein weiterer Neuankömmling war „Ser Arno Sturmhaupt“, der Mann mit den drei Falken als Wappentier und der letzte war schließlich „Ser Wilfried von Redcliff“, ein Mann um die sechzig Jahre. Er ging etwas gebückt, trug weder Rüstung noch Wappenrock, nur einen einfachen, in die Jahre gekommenen Lederpanzer. Das Schwert das an seiner Seite hing hatte ein abgegriffenes Heft und eine Schwertscheide, die der Verwitterung von Larissas Waffenschutz Konkurrenz machte.

    Nachdem alle anwesend waren, begann Caddoc zu sprechen. „Nun, meine Gäste, ich warum ihr hier seid. Wisst Ihr, was im Süden passierte?“
    Die Dunkle Brut“, riet Mordred frei heraus.
    „Richtig! Die Dunkle Brut passierte und König Cailan starb! Das Land ist entzweit denn Loghain, der Vater der Königin führte sein unversehrtes Heer in einem Gewaltmarsch nach Denerim. Er selbst traf noch vor den Anderen ein, degradierte die Grauen Wächter zu Verrätern und proklamierte sich selbst zum Regenten des Landes!“
    Mordred schaute verdutzt zu dem Mann auf, der ihm dies mitteilte.
    Was ist dann geschehen?
    „Loghain nahm den Großteil der königlichen Soldaten und unterstellte sie seinem Banner. Dann forderte er von den Banns des Landes, ihm ebenfalls Soldaten zur Verfügung zu stellen, die Grenzen abzuriegeln und ihm Treue zu schwören“.
    Ich wette das hat vielen nicht gefallen“, kommentierte Mordred.
    „Natürlich nicht!“, fuhr Caddoc ihn fast erbost an. „Im Süden kommt eine Verderbnis, alle Grauen Wächter sind gefallen, der König ist tot und Loghain hat nichts Besseres zu tun, als die Grenzen dicht zu machen und sich anscheinend gegen Orlais zu wenden. Das ist Wahnsinn! Täglich kommen neue Berichte über Kämpfe zwischen der Brut und den kleineren Armeen der Banns im Süden. Sie verlieren jede Schlacht, doch Loghain konzentriert seine Truppen im Bannorn und betitelt einen jeden Lord, der ihm nicht Folge leistet als Verräter!“
    Mordred war verwirrt. Intrigen waren in Antiva an der Tagesordnung und auch wenn er wusste, dass es in Ferelden anders war, so fragte er sich welche Rolle er hierbei spielen sollte.
    Und warum habt Ihr und hergebeten, Mylord?“, fragte er.

    „Um uns Antworten und Berichte aus dem Süden zu bringen!“, sprach da plötzlich die rothaarige Kriegerin von der anderen Seite des Tisches um den sie sich alle versammelt hatten. „Wir sind hier um gegen Loghains gierigen Griff zu kämpfen, doch wir brauchen…“ „Genug, Lea!“, unterbrach sie der Anführer und untermalte den Befehl mit einer abschneidenden Handbewegung. Dann wandte er sich wieder an die beiden Männer.
    „Aber es ist wahr. Ihr kommt frisch aus dem Süden. Wie ist die Lage dort? Wie zahlreich ist die Brut und könnte sie uns hier gefährlich werden? Mein Vater, einer der größten Banns des Bannorn bezweifelt die Gefahr durch die Brut und sieht das Hauptproblem bei Loghain, der den Adel schon immer verabscheute. Doch ich weiß nicht, ob wir nicht vielleicht mehr Anstrengung für die Sicherung der Grenze im Süden unternehmen sollten…“
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Mordred betrat das große rot-gold gestreifte Zelt und erstarrte.
    Na sowas! Da geht man mal ne kleine Runde und schon wird der Platz von einem Nevarraner gestohlen! So vergrößert Ihr also Euer Reich, Artur?!
    Er lachte und auch die umher sitzenden Männer johlten.
    „Mordred! Wollt Ihr noch ein paar Münzen verlieren?“, scherzte der dickwanstige Quartiermeister, dessen Backenbart schneeweiß war. Die Männer johlten erneut und Mordred winkte ab, ließ sich aber trotzdem bei dem Würfeltisch nieder, füllte sich seinen Becher mit Wein und zog dann seine Begleitung, die mit ihm ins Zelt gekommen war auf seinen Schoß. Es war eine große, schlanke Frau, vielleicht Mitte zwanzig mit hellbraunen, nackenlangen Haaren und einem unfassbar femininem Gesicht. Sie trug lockere, graue Leinenbekleidung und ein Halstuch in dem Grün von Ser Mayhems Wappen.
    „Wusste gar nicht, dass du auf rasierte Antivaner stehst, Gwendoline!“, rief einer der Soldaten dessen Gambeson schon ein halbes Dutzend Weinflecken aufwies.
    Späher der Armee müssen ihre Schulden bezahlen, sonst schädigt das den Ruf des Landes“, erklärte Mordred und rückte die Frau auf seinem Schoß zurecht. Dann reichte er ihr das Weinglas aus dem sie einen Schluck nahm und es ihm dann an die Lippen setzte. Nachdem auch er getrunken hatte, beugte sich die junge Frau zu ihm herunter und begann ihn intensiv zu küssen. Der Soldat, der eben noch gesprochen hatte seufzte fluchend und wandte sich wieder dem Würfelspiel zu.

    *

    Larissa hatte die warmherzigen Worte und die Umarmung genossen. Morgana gab ihr ein Gefühl, dass sie sonst nur von ihrem Clan kannte. Ein Gefühl der Sicherheit und der Schwesterlichkeit. Und ein Gefühl, dass egal was kommen mochte, am Ende alles gut werde würde. Als Morgana dann den Vorschlag unterbreitete sich das Lager genauer anzusehen stimmte die Elfe zu. Sie ließ Pfeil, Bogen und Rucksack zurück, nahm aber Schwert und Dolch mit.

    Die beiden Frauen verließen das Zelt und wandten sich nach links. Da die Zelte ähnlich wie Häuser aneinandergereiht waren, gab es nicht viele Möglichkeiten. Hin und wieder wurden die Zeltbahnen von straßenähnlichen Pfaden zertrampelter Erde unterbrochen aus denen rege Betriebsamkeit herrschte. Manche der Soldaten saßen vor den Hütten und schärften ihre Waffen, andere würfelten, maßen sich im Armdrücken oder hackten in schneller Geschwindigkeit mit einem Messer zwischen die gespreizten Finger, um ihr Geschick zu beweisen. Das Holzbrett auf dem bereits alte und frische Blutflecken zu sehen waren zeugte jedoch von einiger Selbstüberschätzung. Larissa staunte. Obwohl Quarkenfurt größer gewesen war als das Lager und vermutlich auch mehr Bewohner gehabt hatte, tobte das Leben in diesem Lager jedoch viel mehr. Über all dem Treiben schwebte das Geräusch von einfachen Instrumenten, dem Gesang und Gelächter von Männern und dem Hämmern von Schmiedeeisen. Schmiede! Sie hatten eine Schmiede im Lager! Sofort zupfte Larissa der Hexe am Ärmel und leitete sie dem Geräusch nach zu der provisorischen Schmiede des Zeltlagers. Es waren ein paar Feuerkörbe und schlicht errichtete Kohleöfen, sowie ein Amboss, zwei Schleifsteine und mehrere Wasserbottiche. Neben der Schmiede, die von einem Holzdach vor Regen geschützt war, stand eine große Tonne mit frisch geschmiedeten, oder ausgebesserten Waffen. Der Schmied selbst war ein kleiner, aber kräftiger Mann mit breiter, haarüberwucherter Brust die oberhalb seiner Lederschürze wucherten, einem vollen braunen Bart und ebenso braunem, langem Haar, dass in einem Pferdeschwanz endete. Seine Unterarme waren riesig und übersät mit zahllosen Narben und kleineren Verbrennungen und seine Hände glichen dem Hammer, mit dem er eine Klinge auf dem Amboss tangierte.

    Verzeiht Herr!
    Bamm, Bamm, Bamm. Der Schmied hörte sie nicht und schaute auch nicht von seiner Arbeit auf.
    VERZEIHT!“, schrie Larissa sodass feuchte Tropfen aus ihrem Mund schossen und zischend auf dem glühenden Eisen landeten. Der Schmied unterbrach seine Arbeit und schaute auf. Er hatte tiefgrüne Augen, die nun Larissa ins Visier nahmen. Sie huschten kurz über die Tätowierung und die Spitzohren. Eine Frage zeichnete sich in seinem Gesicht ab, doch stellte er sie nicht.
    „Entschuldigt, junge Dame. Der Hammer ist zuweilen sehr müßig! Wie kann ich helfen?“, sagte er und lächelte freundlich. Ermutigt durch die offene Art des Schmiedes betrat Larissa seinen Arbeitsbereich und fummelte an ihrem Schwert herum.
    Ich habe…“, sagte sie, während sie mühsam die Lederstricke löste, welche den Griff in der Scheide hielten: „...hier ein Schwert. Aber das ist zerbrochen! Könnt Ihr sie reparieren?“ Endlich hatte sie es geschafft und zog die Klinge. Nach so lange Zeit hielt sie das Waffenende wieder in der Hand. Es fühlte sich gut an und warm. Der Schmied zog die buschigen Augenbrauen hoch, die in ihrem Leben vermutlich mehrfach versenkt worden waren.
    „Lasst mich mal sehen, Kindchen!“, sagte er und streckte die Hand nach dem Bruchstück aus. Die Klinge war etwa eine Handbreit oberhalb der Parierstange in einem schrägen Bruch gesprungen. „Hmm“, machte der Schmied und wendete die Waffe im Licht. „Hmmm…“
    Larissa schaute ihn fragend an. Einen Moment schwieg der Schmied, dann schüttelte er den Kopf.
    „Das tut mir leid, meine Liebe, aber die Klinge kann ich Euch nicht reparieren. Zumindest nicht mit den Utensilien, die ich hier zur Verfügung habe. Das ist kein normaler Schwertstahl!“
    Nicht?“, fragte Larissa verwundert.
    „Es ist die Waffe eines Menschen, ganz klar. Aber der Stahl…ich tippe auf zwergische Herkunft. Und seht ihr dies hier?“, sagte er, legte die Klinge schief und deutete mit einem schmutzigen, dicken Finger auf feine Gravuren in der Mitte des Klingenverlaufes. „Das sind Runen, wenn ich mich nicht irre. Das übersteigt meine Fertigkeiten bei weitem. Ich meine, ich könnte sie zusammenflicken, dass sie hält, aber sie wäre dann weder schön noch so nützlich wie sie es sein könnte“. Larissa schüttelte leicht den Kopf, etwas beschämt das Angebot des Schmiedes zurückzuweisen. Dieser lächelte jedoch aufmunternd und gab ihr das Heft zurück.
    „Versucht es mal in Denerim bei dem Schmied Wade. Wenn es einer schafft sie wie neu wirken zu lassen, dann er!“
    Ich danke Euch für Eure Zeit, Herr!“, sagte Larissa ehrlich. Der Schmied lachte. „Lass nur, Kindchen. Und wenn ich etwas nicht bin, dass jemand den du mit Herr ansprechen musst. Du bist eine Dalish, oder?“
    Das bin ich, He…“, begann Larissa, stoppte dann unter dem verschmitzten Grinsen des Schmiedes. Wie kommt eine Dalish zu so einer Waffe?“
    Ich habe es gefunden!“, sagte Larissa mit einem Unterton, der vermittelte, dass es nicht geklaut war. Der Schmied verstand und sagte: „Tut mir leid, ich wollte dich nicht beleidigen. Wie gesagt, in Denerim hast du vermutlich mehr Glück!“
    Danke! Vielleicht sieht man sich ja bald mal wieder!“, sagte Larissa, wandte sich zu Morgana, die geduldig gewartet hatte und lächelte. Zwar war sie enttäuscht, dass das Schwert, welches sie nun wieder in der Scheide befestigte, noch zerbrochen bleiben würde, doch war die Konversation angenehm gewesen. „Habt Ihr Pläne, Morgana? Wollen wir etwas zu Essen suchen?

    *

    Gwendoline war geschickt mit der Zunge. Ohne das Gefühl zu geben, ihn dominieren zu wollen küsste sie leidenschaftlich und heiß. Mordred hörte nur mit halbem Ohr zu, wie immer wieder Jubel- und Buhrufe abwechselten, wenn das Geld mal wieder seinen Besitzer wechselte. Hin und wieder legten die Beiden eine kurze Pause ein, taten sich am Wein gütig und fuhren dann fort, während Gwendoline mit rhythmischen Bewegungen auf seinem Schoß begann. Plötzlich wurde er unterbrochen. Jemand tippte ihm auf die Schulter. Schmatzend ließen seine Lippen von denen der Dame, die sie fast schmerzhaft mit den Zähnen fixierte und schaute in das Gesicht des Elfenjungen vom Mittag. „Ich bin beschäftigt!“, sagte Mordred und rollte die Augen Richtung Gwendoline.

    „Mylord Amoraki, ich bedaure zutiefst Euch unterbrechen zu müssen, um…“, begann der Elf nach entschuldigenden Worten ringend. „Ja ja, schon gut! Was willst du?
    „Mein Lord Ser Mayhem wünscht Euch und den Ritter Artur van Markham in seinem Zelt begrüßen zu dürfen, Herr!“, teilte der Elf mit.
    Mordred brummte. Dann sagte er schließlich: „Alles klar. Sag deinem Herrn ich werde in Kürze dort sein!“.
    „Jawohl Herr! Vielen Dank, Herr!“, sagte der Elf erleichtert und flitze davon.
    Zeit zu gehen“, bemerkte Mordred mit leichtem Bedauern in der Stimme und hob Gwendoline ein wenig von dem Schoß, sodass sie schließlich ihren bequemen Sitz aufgab und sich erhob. „Aber man lässt seinen Gastgeber nicht warten! Artur, kommt Ihr?“ Der Ritter schien nicht weniger genervt von der plötzlichen Unterbrechung des Herrenabends, kam jedoch zu demselben Schluss wie Mordred, sackte seine Gewinne ein und erhob sich ebenfalls.
    Warte hier auf mich!“, zwitscherte Mordred Gwendoline ins Ohr. Im Stehen war sie um eine Augenhöhe größer als Mordred, nickte jedoch gehorsam und biss sich auf die Unterlippe.
    Dann los!“, rief der Antivaner aus, gab Gwendoline einen ordentlichen Klaps auf den Po und verließ mit Artur zusammen das Zelt.

    *

    Das Licht vieler Kerzen erleuchtete das Zelt Ser Mayhems und verlieh dem Grün der Plane einen fast mineralistischen Glanz von Edelstein. Es war rund und groß, hätten Artur und Mordred ihr Zelt gesehen wäre ihnen aufgefallen, dass es größer war als das ihre. In der Mitte ragte ein gewaltiger Holzstamm empor, von dessen Spitze aus die Zeltplane trichterförmig zum Boden verlief. Rechts neben dem Stamm und den halben Raum ausfüllend stand ein massiver Holztisch, eher eine Tafel auf der dutzende Karten und Notizen lagen. Im hinteren Teil des Zeltes, gegenüber dem Eingang stand ein Bett, am Fußende eine Truhe und daneben ein Rüstungsständer auf dem nun feinsäuberlich aufgebaut der Panzer des Anführers ruhte. Sein Besitzer stand über den Kartentisch gebeugt. Er schaute auf, als Artur und Mordred das Zelt betraten und lächelte sie freundlich an.

    „Kommt herein, meine Herren!“, rief er aus und bedeutete ihnen das Zelt zu betreten. Caddoc Mayhem war, wie schon sein Gesicht angedeutet hatte groß und drahtig. Seine Kleidung war schick, aber nicht übertrieben und zeigte neben einer kleinen, silbernen Spange, die nahe seinem Herzen prangte keinerlei Schmuck. Die schwarzen Haare hatte er mit den Fingern zurückgekämmt, was sein ohnehin schon hageres Gesicht ein wenig an einen Totenkopf erinnern ließ. Einen schönen Totenkopf allerdings, denn obwohl es so eingefallen wirkte war, war es doch nicht hässlich. Der Ritter bot den Neuankömmlingen Wein an und teilte ihnen mit, auf die „Anderen“ zu warten. Die Anderen entpuppten sich als weitere Ritter, von denen Artur und Mordred schon einige gesehen hatten, ohne sie zu realisieren. Der erste Neuankömmling war eine Frau, die Frau mit dem weißen Pferd als Wappen. Ser Mayhem stellte sie als „Ser Lea von Starkenberg“ vor. Sie blickte ernst drein, doch war sie ausgesprochen hübsch anzusehen. Sie hatte schulterlange Haare von feuerroter Farbe und glatt, von der Ritterin jedoch zu einem Zopf zusammengefasst wurden. Ihre Augen waren ozeanblau und schienen nie zu blinzeln, während ihre edle Nase einen Tick größer war, als man es erwartet hatte. Wie am Tag trug sie ihre Rüstung. Die gepanzerten Arme und endeten in feingliedrigen Handschuhen und über ihren Rücken hing ein schwarzes Bastardschwert. Sie war ungefähr so groß wie Morgana, also mit Mordred auf Augenhöhe. Die Ritterin nickte den beiden Männern zu, als ihr Herr sie vorstellte. Ein weiterer Neuankömmling war „Ser Arno Sturmhaupt“, der Mann mit den drei Falken als Wappentier und der letzte war schließlich „Ser Wilfried von Redcliff“, ein Mann um die sechzig Jahre. Er ging etwas gebückt, trug weder Rüstung noch Wappenrock, nur einen einfachen, in die Jahre gekommenen Lederpanzer. Das Schwert das an seiner Seite hing hatte ein abgegriffenes Heft und eine Schwertscheide, die der Verwitterung von Larissas Waffenschutz Konkurrenz machte.

    Nachdem alle anwesend waren, begann Caddoc zu sprechen. „Nun, meine Gäste, ich warum ihr hier seid. Wisst Ihr, was im Süden passierte?“
    Die Dunkle Brut“, riet Mordred frei heraus.
    „Richtig! Die Dunkle Brut passierte und König Cailan starb! Das Land ist entzweit denn Loghain, der Vater der Königin führte sein unversehrtes Heer in einem Gewaltmarsch nach Denerim. Er selbst traf noch vor den Anderen ein, degradierte die Grauen Wächter zu Verrätern und proklamierte sich selbst zum Regenten des Landes!“
    Mordred schaute verdutzt zu dem Mann auf, der ihm dies mitteilte.
    Was ist dann geschehen?
    „Loghain nahm den Großteil der königlichen Soldaten und unterstellte sie seinem Banner. Dann forderte er von den Banns des Landes, ihm ebenfalls Soldaten zur Verfügung zu stellen, die Grenzen abzuriegeln und ihm Treue zu schwören“.
    Ich wette das hat vielen nicht gefallen“, kommentierte Mordred.
    „Natürlich nicht!“, fuhr Caddoc ihn fast erbost an. „Im Süden kommt eine Verderbnis, alle Grauen Wächter sind gefallen, der König ist tot und Loghain hat nichts Besseres zu tun, als die Grenzen dicht zu machen und sich anscheinend gegen Orlais zu wenden. Das ist Wahnsinn! Täglich kommen neue Berichte über Kämpfe zwischen der Brut und den kleineren Armeen der Banns im Süden. Sie verlieren jede Schlacht, doch Loghain konzentriert seine Truppen im Bannorn und betitelt einen jeden Lord, der ihm nicht Folge leistet als Verräter!“
    Mordred war verwirrt. Intrigen waren in Antiva an der Tagesordnung und auch wenn er wusste, dass es in Ferelden anders war, so fragte er sich welche Rolle er hierbei spielen sollte.
    Und warum habt Ihr und hergebeten, Mylord?“, fragte er.

    „Um uns Antworten und Berichte aus dem Süden zu bringen!“, sprach da plötzlich die rothaarige Kriegerin von der anderen Seite des Tisches um den sie sich alle versammelt hatten. „Wir sind hier um gegen Loghains gierigen Griff zu kämpfen, doch wir brauchen…“ „Genug, Lea!“, unterbrach sie der Anführer und untermalte den Befehl mit einer abschneidenden Handbewegung. Dann wandte er sich wieder an die beiden Männer.
    „Aber es ist wahr. Ihr kommt frisch aus dem Süden. Wie ist die Lage dort? Wie zahlreich ist die Brut und könnte sie uns hier gefährlich werden? Mein Vater, einer der größten Banns des Bannorn bezweifelt die Gefahr durch die Brut und sieht das Hauptproblem bei Loghain, der den Adel schon immer verabscheute. Doch ich weiß nicht, ob wir nicht vielleicht mehr Anstrengung für die Sicherung der Grenze im Süden unternehmen sollten…“


    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Artur war gerade am würfeln, als er sah wie Mordred freudig das Zelt betrat. Scheinbar war er schon vorher hiergewesen und hatte schon ein wenig Geld am Tisch gelassen. Er hatte ein kleines junges Ding gefunden, das ganz offensichtlich seinem Charme erlegen war. Sie war vielleicht Arturs Alter und nett anzusehen. Es war doch immer wieder schön zu sehen, wenn jemand seine Zeit sinnvoll nutzte und den Würfelbecher warf.
    "Zwei Sechsen und ich habe gedacht das dieser Tag überhaupt nichts gutes mehr bringt. " Er lächelte sein Gegenüber an welches der Hüne war der ihn eingeladen hatte.
    "Ihr spielt gut Neverraner, aber auch euer Glück wird noch verbraucht. Eine weitere Runde ?"
    Artur lächelte freundlich und orderte Wein für seinen Gegenspieler und sich.
    "Aber natürlich mein Freund, es wird mir eine Freude sein euren Sold zu erspielen. Aber zuerst trinken wir auf euer Wohl." Er stieß mit dem Soldaten an. Das war eine für ihn gewohnte Umgebung und hier fühlte er sich wohl. Der Antivaner schien derweil dem alten Sprichwort "Glück im Spiel, Pech in der Liebe" neue Bedeutung zu verleihen, indem er nicht gerade das beste Spiel seines Lebens fuhr. Aber mit einer kecken Brünetten wäre er wahrscheinlich auch abgelenkt. Der Quartiermeister war sehr gastfreundlich und auch die Soldaten waren guter Stimmung. Nach einiger Zeit kam jedoch der Bote des Lords und unterbrach das dolle Treiben von Artur und Mordred. Beide standen auf und verließen das Zelt, fest bestrebt nachher wiederzukehren.

    **

    Morgana war froh das sich die Dalish bereit erklärte, mit ihr das Lager zu erkunden und so auf andere Gedanken kommen würde. Sie wollte gerne das Feldlager anschauen und in Gesellschaft erschien ihr das ganze viel angenehmer. Sie ließ ihren Stab zurück,der würde ihr im Lager eh nicht viel nützen. Sie hatte nur ihren Ritualdolch dabei, den sie wie immer vor allen anderen verborgen trug. Eine verborgene Klinge war manchmal besser als eine offene. Sie hoffte allerdings,das sie nicht nötig war, denn das würde Konsequenzen mit sich führen. Sie zog ihren Mantel an, um ein wenig ihr Kleid zu verdecken. Man sollte in einem Lager voller Soldaten nicht allen zeigen was man zu bieten hatte. Nachdem sich die Dalish entsprechend gegürtet hatte, gingen sie los. Überall waren Soldaten die sie neugierig und auch mit anderen Gedanken neugierig beobachteten. Überall war Geschäftigkeit und Trubel, jeder schien irgend etwas zu erledigen oder sich zu amüsieren. Als sie an ein Schmiedezelt kamen, wollte die Dalish unbedingt dorthin. Wahrscheinlich wegen diesem Schwert, das sie immer mit sich trug und das scheinbar der Grund war, weshalb sie mit Artur reiste. Schnell begann sie ein Gespräch mit dem Schmied der scheinabar recht freundlich war. Zum Glück, für ihn denn Morgana war der Meinung das die Dalish genug Unhöflichkeiten von Menschen heute erduldet hatte. Bei Unhöflichkeit wäre sie wahrscheinlich ausfallend geworden.
    Während die Dalish ihren kleinen Plausch hielt, dachte Morgana über ihre Begleiter und ihre Leidenschaft für Schwerter nach. Sowohl Mordred als auch Artur legten großen Wert auf ihre Schwerter und auch Larissa setzte alles daran, ihres zu reparieren. Andererseits pflegte Morgana auch ihre magischen Fähgkeiten, warum sollten ihre Begleiter nicht daselbe mit ihren Waffen tun. Aber die Dalish konnte, ja schon mit Bogen und Messer umgehen, wieso dann ein Schwert ? Morgana würde ihr diese Frage beizeiten stellen. Eines stand fest, sie würde sich kein Schwert zulegen. Die Dalish kam zurück, zwar leicht enttäuscht, aber sah dennoch zufrieden aus.

    Habt Ihr Pläne, Morgana? Wollen wir etwas zu Essen suchen?“ Morgana lächelte.
    "Ja ich glaube ich finde hier nichts was meine beiden Interessen befriedigt. Wir sollten uns etwas zu essen suchen. Vielleicht finden wir dann auch unsere beiden Begleiter irgendwo im Lager, sofern sie nicht irgendwo betrunken in der Ecke liegen."
    Sie lachte kurz auf, dann machten sie sich auf den Weg. Nach einigem umherlaufen durch das Feldlager, wobei Morgana aufmerksam die Zelte betrachtete und sich die Wappen anschaute, erreichten sie ein großes Zelt, aus dem Lärm schallte. Morgana kannte sich nicht mit Wappen aus, fand sie aber sehr interessant. Vielleicht sollte sie ein wenig über Heraldik lernen. Dieses Zelt schien allerdings eine Art Gemeinschaftszelt sein.
    "Kommt. Sehen wir mal was wir dort finden." Beide betraten das Zelt und sahen sich um. Es war voll mit Soldaten, aber sie sah auch eine recht attraktive Frau hier und dort. Die meisten Soldaten warfen ihr und der Dalish unverhohlene Blicke zu, als sie sich dem Quartiermeister näherten, einem weißbärtigen Schmerbauch. Sie sprach ihn freundlich und mit lauter Stimme an:
    "Entschuldigt, aber habt ihr zwei Männer gesehen ? Mordred Aromaki und Artur van Markham. Zwei blonde Männer einer trägt eine schwarze Rüstung und beide haben ein ziemlich hohes Selbstbild von sich selbst." Plötzlich rief die brünette Frau von hinten.
    "Mordred, ja der war vorhin dort. Und sein stattlicher Freund auch. Sie wollten beide wiederkommen." Ihre Stimme sagte Mordreds Namen mit einem gewisen Verlangen.
    "Ja die beiden waren da Mylady, allerdings wurden sie vom Boten Ser Mayehms abgeholt. Ihr könnt gerne dort hinten warten, ich bringe euch dann etwas zu trinken und zu essen." Morgana bedankte sich und setzte sich dann mit Larissa an einen kleinen Tisch in der Ecke. Sie legte ihren Mantel ab, wodurch ihr Kleid wieder merh zum Vorschein kam, aber ihr war recht warm im Zelt.
    "Scheint als wären unsere beiden Gefährten schon hiergewesen und hätten Bekanntschaften geschloßen, unser antivanischer Gefährte sogar mit der örtlichen Weiblichkeit wie mir scheint. Na ja sie werden schon wiederkommen." Sie lächelte und warf der Dalish einen amüsierten Blick zu.

    **

    Artur betrat das Zelt von Ser Mayhem, welches recht groß war und schmuckvoll eingerichtet war. Es wurde von mehreren Kerzen beleuchtet, und mittendrin ein großer Kartentisch an dem Ser Mayhem stand. Er begrüßte sie und Artur stellte fest das sein ganzer Körper recht sehnig war, er aber trotzdem eine gewisse Würde ausstrahlte.
    Dann stellte er die bald eintreffenden Neuankömmlinge vor eine recht gut aussehende Rothaarige, die scheinbar einen Stock im Arsch ihr Eigen nannte, ein weiterer Lord ud ein etwas älterer Recke dessen Rstung so verwittert aussah wie er selbst. Artur begrüßte sie alle standesgemäß, danach kam Ser Caddoc zu sprechen. Er überließ zunächst Mordred das sprechen und hörte nur zu. Die Nachrichten klangen nicht gut. Das Land schien kurz vor einem Bürgerkrieg zu stehen, die Verderbnis schien nicht ernstgenommen zu werden, ein Ursupator war an der Macht und Ferelden stritt sich lieber mit Orlais anstatt der Bedrohung in ihrer Südflanke Beachtung zu schenken. Und die Informationslage dieser Adligen schien so dürftig zu sein, das sie Reisende ausfragten. Artur beschloß etwas zu sagen:
    " Wenn ich sprechen dürfte Ser Caddoc ?"
    " Aber natürlich Ser Artur, dafür habe ich euch hergeholt." Artur nickte dankend.
    "Ich komme aus Nevarra einem Land über das die Verderbnis schon dreimal gewandert ist. Nach einer besetzten uns Tevinter und Orlais und nach der letzen wurden wir von Orlais besetzt, mit dem wir trotz unserer Unabhängigkeit immer noch im Streit liegen. ch kann also durchaus nachvollziehen, das ihr ihnen gegenüber Misstrauen hegt.
    Ich bin jedoch mit meinen Gefährten schon auf dunkle Brut getroffen und glaubt mir sie ist eine größere Bedrohung als jeder Chevalier. Orlais besetzt einen nur und kann vertrieben werden, wie eure Nation ebenfalls eindrucksvoll bewiesen hat. Abe die rut wird euer Land verwüsten und alles töten was ihr in den Weg kommt. Ihr solltet ihr euer Hauptaugenmerk widmen. Einen Bürgerkrieg könnt ihr euch im Moment nicht leisten, deswegen solltet ihr euere Thronstreitigkeiten schnell beilegen. Ich weiß nicht wer die Kandidaten sind und wen ihr unterstützt, aber ihr solltet euch besser schnell festlegen. Die Brut wird wahrscheinlich nicht die Höflichkeit besitzen zu warten. Die Flüchtlinge und brennenden Dörfer die ich auf den Weg hierhin sah,waren der Beweis dafür."

    Er schaute die Adligen in der Runde ernst an.
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  11. #11
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    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Artur war gerade am würfeln, als er sah wie Mordred freudig das Zelt betrat. Scheinbar war er schon vorher hiergewesen und hatte schon ein wenig Geld am Tisch gelassen. Er hatte ein kleines junges Ding gefunden, das ganz offensichtlich seinem Charme erlegen war. Sie war vielleicht Arturs Alter und nett anzusehen. Es war doch immer wieder schön zu sehen, wenn jemand seine Zeit sinnvoll nutzte und den Würfelbecher warf.
    "Zwei Sechsen und ich habe gedacht das dieser Tag überhaupt nichts gutes mehr bringt. " Er lächelte sein Gegenüber an welches der Hüne war der ihn eingeladen hatte.
    "Ihr spielt gut Neverraner, aber auch euer Glück wird noch verbraucht. Eine weitere Runde ?"
    Artur lächelte freundlich und orderte Wein für seinen Gegenspieler und sich.
    "Aber natürlich mein Freund, es wird mir eine Freude sein euren Sold zu erspielen. Aber zuerst trinken wir auf euer Wohl." Er stieß mit dem Soldaten an. Das war eine für ihn gewohnte Umgebung und hier fühlte er sich wohl. Der Antivaner schien derweil dem alten Sprichwort "Glück im Spiel, Pech in der Liebe" neue Bedeutung zu verleihen, indem er nicht gerade das beste Spiel seines Lebens fuhr. Aber mit einer kecken Brünetten wäre er wahrscheinlich auch abgelenkt. Der Quartiermeister war sehr gastfreundlich und auch die Soldaten waren guter Stimmung. Nach einiger Zeit kam jedoch der Bote des Lords und unterbrach das dolle Treiben von Artur und Mordred. Beide standen auf und verließen das Zelt, fest bestrebt nachher wiederzukehren.

    **

    Morgana war froh das sich die Dalish bereit erklärte, mit ihr das Lager zu erkunden und so auf andere Gedanken kommen würde. Sie wollte gerne das Feldlager anschauen und in Gesellschaft erschien ihr das ganze viel angenehmer. Sie ließ ihren Stab zurück,der würde ihr im Lager eh nicht viel nützen. Sie hatte nur ihren Ritualdolch dabei, den sie wie immer vor allen anderen verborgen trug. Eine verborgene Klinge war manchmal besser als eine offene. Sie hoffte allerdings,das sie nicht nötig war, denn das würde Konsequenzen mit sich führen. Sie zog ihren Mantel an, um ein wenig ihr Kleid zu verdecken. Man sollte in einem Lager voller Soldaten nicht allen zeigen was man zu bieten hatte. Nachdem sich die Dalish entsprechend gegürtet hatte, gingen sie los. Überall waren Soldaten die sie neugierig und auch mit anderen Gedanken neugierig beobachteten. Überall war Geschäftigkeit und Trubel, jeder schien irgend etwas zu erledigen oder sich zu amüsieren. Als sie an ein Schmiedezelt kamen, wollte die Dalish unbedingt dorthin. Wahrscheinlich wegen diesem Schwert, das sie immer mit sich trug und das scheinbar der Grund war, weshalb sie mit Artur reiste. Schnell begann sie ein Gespräch mit dem Schmied der scheinabar recht freundlich war. Zum Glück, für ihn denn Morgana war der Meinung das die Dalish genug Unhöflichkeiten von Menschen heute erduldet hatte. Bei Unhöflichkeit wäre sie wahrscheinlich ausfallend geworden.
    Während die Dalish ihren kleinen Plausch hielt, dachte Morgana über ihre Begleiter und ihre Leidenschaft für Schwerter nach. Sowohl Mordred als auch Artur legten großen Wert auf ihre Schwerter und auch Larissa setzte alles daran, ihres zu reparieren. Andererseits pflegte Morgana auch ihre magischen Fähgkeiten, warum sollten ihre Begleiter nicht daselbe mit ihren Waffen tun. Aber die Dalish konnte, ja schon mit Bogen und Messer umgehen, wieso dann ein Schwert ? Morgana würde ihr diese Frage beizeiten stellen. Eines stand fest, sie würde sich kein Schwert zulegen. Die Dalish kam zurück, zwar leicht enttäuscht, aber sah dennoch zufrieden aus.

    Habt Ihr Pläne, Morgana? Wollen wir etwas zu Essen suchen?“ Morgana lächelte.
    "Ja ich glaube ich finde hier nichts was meine beiden Interessen befriedigt. Wir sollten uns etwas zu essen suchen. Vielleicht finden wir dann auch unsere beiden Begleiter irgendwo im Lager, sofern sie nicht irgendwo betrunken in der Ecke liegen."
    Sie lachte kurz auf, dann machten sie sich auf den Weg. Nach einigem umherlaufen durch das Feldlager, wobei Morgana aufmerksam die Zelte betrachtete und sich die Wappen anschaute, erreichten sie ein großes Zelt, aus dem Lärm schallte. Morgana kannte sich nicht mit Wappen aus, fand sie aber sehr interessant. Vielleicht sollte sie ein wenig über Heraldik lernen. Dieses Zelt schien allerdings eine Art Gemeinschaftszelt sein.
    "Kommt. Sehen wir mal was wir dort finden." Beide betraten das Zelt und sahen sich um. Es war voll mit Soldaten, aber sie sah auch eine recht attraktive Frau hier und dort. Die meisten Soldaten warfen ihr und der Dalish unverhohlene Blicke zu, als sie sich dem Quartiermeister näherten, einem weißbärtigen Schmerbauch. Sie sprach ihn freundlich und mit lauter Stimme an:
    "Entschuldigt, aber habt ihr zwei Männer gesehen ? Mordred Aromaki und Artur van Markham. Zwei blonde Männer einer trägt eine schwarze Rüstung und beide haben ein ziemlich hohes Selbstbild von sich selbst." Plötzlich rief die brünette Frau von hinten.
    "Mordred, ja der war vorhin dort. Und sein stattlicher Freund auch. Sie wollten beide wiederkommen." Ihre Stimme sagte Mordreds Namen mit einem gewisen Verlangen.
    "Ja die beiden waren da Mylady, allerdings wurden sie vom Boten Ser Mayehms abgeholt. Ihr könnt gerne dort hinten warten, ich bringe euch dann etwas zu trinken und zu essen." Morgana bedankte sich und setzte sich dann mit Larissa an einen kleinen Tisch in der Ecke. Sie legte ihren Mantel ab, wodurch ihr Kleid wieder merh zum Vorschein kam, aber ihr war recht warm im Zelt.
    "Scheint als wären unsere beiden Gefährten schon hiergewesen und hätten Bekanntschaften geschloßen, unser antivanischer Gefährte sogar mit der örtlichen Weiblichkeit wie mir scheint. Na ja sie werden schon wiederkommen." Sie lächelte und warf der Dalish einen amüsierten Blick zu.

    **

    Artur betrat das Zelt von Ser Mayhem, welches recht groß war und schmuckvoll eingerichtet war. Es wurde von mehreren Kerzen beleuchtet, und mittendrin ein großer Kartentisch an dem Ser Mayhem stand. Er begrüßte sie und Artur stellte fest das sein ganzer Körper recht sehnig war, er aber trotzdem eine gewisse Würde ausstrahlte.
    Dann stellte er die bald eintreffenden Neuankömmlinge vor eine recht gut aussehende Rothaarige, die scheinbar einen Stock im Arsch ihr Eigen nannte, ein weiterer Lord ud ein etwas älterer Recke dessen Rstung so verwittert aussah wie er selbst. Artur begrüßte sie alle standesgemäß, danach kam Ser Caddoc zu sprechen. Er überließ zunächst Mordred das sprechen und hörte nur zu. Die Nachrichten klangen nicht gut. Das Land schien kurz vor einem Bürgerkrieg zu stehen, die Verderbnis schien nicht ernstgenommen zu werden, ein Ursupator war an der Macht und Ferelden stritt sich lieber mit Orlais anstatt der Bedrohung in ihrer Südflanke Beachtung zu schenken. Und die Informationslage dieser Adligen schien so dürftig zu sein, das sie Reisende ausfragten. Artur beschloß etwas zu sagen:
    " Wenn ich sprechen dürfte Ser Caddoc ?"
    " Aber natürlich Ser Artur, dafür habe ich euch hergeholt." Artur nickte dankend.
    "Ich komme aus Nevarra einem Land über das die Verderbnis schon dreimal gewandert ist. Nach einer besetzten uns Tevinter und Orlais und nach der letzen wurden wir von Orlais besetzt, mit dem wir trotz unserer Unabhängigkeit immer noch im Streit liegen. ch kann also durchaus nachvollziehen, das ihr ihnen gegenüber Misstrauen hegt.
    Ich bin jedoch mit meinen Gefährten schon auf dunkle Brut getroffen und glaubt mir sie ist eine größere Bedrohung als jeder Chevalier. Orlais besetzt einen nur und kann vertrieben werden, wie eure Nation ebenfalls eindrucksvoll bewiesen hat. Abe die rut wird euer Land verwüsten und alles töten was ihr in den Weg kommt. Ihr solltet ihr euer Hauptaugenmerk widmen. Einen Bürgerkrieg könnt ihr euch im Moment nicht leisten, deswegen solltet ihr euere Thronstreitigkeiten schnell beilegen. Ich weiß nicht wer die Kandidaten sind und wen ihr unterstützt, aber ihr solltet euch besser schnell festlegen. Die Brut wird wahrscheinlich nicht die Höflichkeit besitzen zu warten. Die Flüchtlinge und brennenden Dörfer die ich auf den Weg hierhin sah,waren der Beweis dafür."

    Er schaute die Adligen in der Runde ernst an.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]
    Larissa mochte den Lärm nicht, der das ganze Zelt erfüllte. Überall jubelten die Männer oder sprachen mit tiefen Stimmen, schrien zuweilen um sich gegenseitig zu überflügeln und fluchten laut, wenn sie beim Armdrücken, dem dümmsten aller Männerspiele wie Larissa fand, verloren. Auch wie die Männer die wenigen Frauen in dem Raum ansahen gefiel ihr nicht. Morgana und sie hatte man an ihrem Tisch in Frieden gelassen, wohlwissend, dass sie nicht zum Rest des Lagers gehörten. Doch dort war eine Schankmaid mit kurvigen Hüften und gut bestücktem Vorbau und lockigem, sonnenblonden Haar, die von fast jedem Soldaten angemacht wurde. Und dann diese Brünette, die Mordred anscheinend besser kannte, als seine Gefährten.

    Männer benehmen sich seltsam, findet Ihr nicht, Morgana?“, rief die Elfe gegen den Lärm des Zeltinnenlebens an. „Kaum haben sie etwas Bier getrunken, schon tatschen sie fröhlich drauf los. Wie ungezügelte Rammler!“, und nickte dabei in Richtung zweier laut johlender Soldaten, von denen einer gerade die mit Bierkrügen beladene Schankmaid an der Hüfte gepackt und auf seine Beine gezogen hatten. Larissa schüttelte den Kopf, als die Lockige aufstand, dem Mann eine Backpfeife gab aber dennoch lächelte, sich darauf hinunter beugte und ihm einen Schmatzer auf die Wange schenkte, was von seinem Kumpanen natürlich mit Beifall begrüßt wurde. Die Maid kam nun zu ihnen und stellten ihnen zwei Bierkrüge ab. „Mit besten Empfehlungen!“, sagte sie und nickte zu einer Gruppe Armbrustschützen und Pikeniere, die an einem der Nachbartische saßen und den Damen munter zuprosteten. Larissa nahm ihren Krug und prostete naiv zurück, was die Männer natürlich gleich als Einladung annahmen und zu Morgana starrten, ob sie ebenfalls ihrem Aufruf folgen und die munteren Gesellen an ihren Tisch bieten würde.

    *

    Caddoc schlug frustriert auf den Tisch. „Verdammt!“ Die Aussage Arturs hatte ihm offensichtlich gar nicht gefallen. „Wie wir befürchtet hatten“, stimmte Ser Sturmhaupt zu. Der Mann war ausgesprochen hässlich, hatte keinerlei Haare und das stoppelübersäte Gesicht eines Totschlägers mit kleinen, wässrigen Augen und einem breiten Mund. Seine Stimme passte zu seinem Aussehen denn sie erinnerte an das Quarken eines Frosches. Betroffen schüttelte er den Kopf. Mordred lehnte sich mit verschränkten Armen zurück und beobachtete das Ganze. Die Stimmung im Zelt kippte merklich.
    „Und aus Redcliff können wir keine Hilfe erwarten?“, fragte Caddoc an den Alten gewandt. „Ich fürchte nicht, Mylord!“, antwortete dieser. „Mein Earl liegt noch immer danieder. Ich bete jeden Tag für Besserung, doch…“
    Caddoc sah nun Mordred an. „Könnt Ihr bestätigen, was Ser Artur gesagt hat, Herr Aromaki?“
    Das kann ich nicht, Mylord, denn ich war nicht dort. Doch ich war in Ostagar und sah die Verwüstung welche die Dunkle Brut anrichtet. Sie haben das Heer des Königs mit Haut und Haaren verzerrt, ebenso wie die wenigen Grauen Wächter, die zu treffen ich die Ehre hatte“.
    „Und unsere Hoffnung damit gleich dazu!“, fluchte Caddoc. Er wirkte angesichts dieser Neuigkeiten niedergeschlagen. „Ich hatte gehofft die Brut hätte bei der Schlacht derart herbe Verluste hinnehmen müssen, dass sie sich zurückziehen würde. Verdammt, wieso lässt Königin Anora ihren Vater handeln wie einen Narren?“
    Wieder schlug er auf den Tisch.
    „Die Königin ist jung und hört sehr auf ihren Vater. Ebenso, wie Ihr auf den Euren hört, Mylord“, sagte Lea, die rote Ritterin, ruhig aber ernst. Caddoc funkelte sie finster an, nickte dann aber. „Das sind wahrhaft schlechte Neuigkeiten, die Ihr mir bringt, Ser Artur. Dennoch danke ich Euch für die Information. Euch ebenso, Mordred Aromaki!“
    Habt Ihr weitere Fragen, Mylord?“, erkundigte sich Mordred freundlich. Caddoc schüttelte den Kopf. „Nein, nein. Ihr könnt gehen. Alle“.
    Mordred verneigte sich und trat dann Richtung Ausgang. Vor der Falttür schaute er zu Artur, der seinen Helm unter den Arm klemmte und sich anschickte ebenfalls zu gehen. Auch der hässliche Arno Sturmhaupt verließ das Zelt, der alte Ritter Wilfried und die Rothaarige blieben jedoch noch einen Moment. Mordred schritt hinaus. Das Zelt lag etwas erhöht von den Anderen und so überschaute er nun das Sammelsurium aus Dächern und Bannern. Der Abend war bereits eingebrochen und überall im Lager leuchteten kleine Feuerstellen. Ein Zelt, das des Quartiermeisters stach besonders hervor, denn in seinem Inneren brannten genug Feuer um die darin befindlichen Personen als schwarze Schemen auf der Plane tanzen zu lassen. Als Artur das Zelt ebenfalls verließ schaute Mordred ihn an.
    Zurück zum Spiel würde ich sagen!“, sagte er und verbarg das Unwohlsein angesichts der Niedergeschlagenheit Ser Mayhems.
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    Glandis war neugierig näher getreten. Aril war schon dabei, noch auf dem Boden sitzend, das Siegel, das sie so oft daheim gesehen hatte, zu brechen.
    Sie fragte sich mit Unbehagen, was wohl darin stehen würde. Konnte es eine Nachricht sein, die einen Hilferuf darstellte?
    Vom Rätseln kam sie nicht weiter, also entfaltete sie rasch das Pergemant und glättete es.
    "Sieh her!" rief sie Glandis zu sich, völlig vergessend, dass sie nicht gerade an der Uferböschung, sondern mitten in getrocknetem Dreck und Schlamm saß. Sie hielt den Brief so, dass die Elfe mitlesen konnte, wenn sie hinter ihr stand.

    Kommandant,

    wir reiten nach Norden. Ostagar wird gestürmt und benötigt alle verfügbaren Einheiten.
    Sobald ihr eure Schlacht geschlagen habt, stoßt zu uns. Die Übermacht ist riesig.
    Wenn sie uns besiegen, ist Ferelden ihnen ausgeliefert!

    Nien Nuemb

    PS: Ein Bote berichtete mir, dass meine jüngere Schwester nicht mehr daheim ist. Es steht zu vermuten, dass sie mir nachgeritten ist.
    Solltet Ihr Aril finden, bringt sie zu mir. Sie ist sehr geschickt im Kampf mit zwei Schwerten und wird meiner Spur zu Euch folgen.


    Aril ließ das Blatt sinken. "Ostagar! Wir müssen sofort hin!" rief sie aufgeregt und sprang auf die Füße.
    Fawks is offline
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]
    Larissa mochte den Lärm nicht, der das ganze Zelt erfüllte. Überall jubelten die Männer oder sprachen mit tiefen Stimmen, schrien zuweilen um sich gegenseitig zu überflügeln und fluchten laut, wenn sie beim Armdrücken, dem dümmsten aller Männerspiele wie Larissa fand, verloren. Auch wie die Männer die wenigen Frauen in dem Raum ansahen gefiel ihr nicht. Morgana und sie hatte man an ihrem Tisch in Frieden gelassen, wohlwissend, dass sie nicht zum Rest des Lagers gehörten. Doch dort war eine Schankmaid mit kurvigen Hüften und gut bestücktem Vorbau und lockigem, sonnenblonden Haar, die von fast jedem Soldaten angemacht wurde. Und dann diese Brünette, die Mordred anscheinend besser kannte, als seine Gefährten.

    Männer benehmen sich seltsam, findet Ihr nicht, Morgana?“, rief die Elfe gegen den Lärm des Zeltinnenlebens an. „Kaum haben sie etwas Bier getrunken, schon tatschen sie fröhlich drauf los. Wie ungezügelte Rammler!“, und nickte dabei in Richtung zweier laut johlender Soldaten, von denen einer gerade die mit Bierkrügen beladene Schankmaid an der Hüfte gepackt und auf seine Beine gezogen hatten. Larissa schüttelte den Kopf, als die Lockige aufstand, dem Mann eine Backpfeife gab aber dennoch lächelte, sich darauf hinunter beugte und ihm einen Schmatzer auf die Wange schenkte, was von seinem Kumpanen natürlich mit Beifall begrüßt wurde. Die Maid kam nun zu ihnen und stellten ihnen zwei Bierkrüge ab. „Mit besten Empfehlungen!“, sagte sie und nickte zu einer Gruppe Armbrustschützen und Pikeniere, die an einem der Nachbartische saßen und den Damen munter zuprosteten. Larissa nahm ihren Krug und prostete naiv zurück, was die Männer natürlich gleich als Einladung annahmen und zu Morgana starrten, ob sie ebenfalls ihrem Aufruf folgen und die munteren Gesellen an ihren Tisch bieten würde.

    *

    Caddoc schlug frustriert auf den Tisch. „Verdammt!“ Die Aussage Arturs hatte ihm offensichtlich gar nicht gefallen. „Wie wir befürchtet hatten“, stimmte Ser Sturmhaupt zu. Der Mann war ausgesprochen hässlich, hatte keinerlei Haare und das stoppelübersäte Gesicht eines Totschlägers mit kleinen, wässrigen Augen und einem breiten Mund. Seine Stimme passte zu seinem Aussehen denn sie erinnerte an das Quarken eines Frosches. Betroffen schüttelte er den Kopf. Mordred lehnte sich mit verschränkten Armen zurück und beobachtete das Ganze. Die Stimmung im Zelt kippte merklich.
    „Und aus Redcliff können wir keine Hilfe erwarten?“, fragte Caddoc an den Alten gewandt. „Ich fürchte nicht, Mylord!“, antwortete dieser. „Mein Earl liegt noch immer danieder. Ich bete jeden Tag für Besserung, doch…“
    Caddoc sah nun Mordred an. „Könnt Ihr bestätigen, was Ser Artur gesagt hat, Herr Aromaki?“
    Das kann ich nicht, Mylord, denn ich war nicht dort. Doch ich war in Ostagar und sah die Verwüstung welche die Dunkle Brut anrichtet. Sie haben das Heer des Königs mit Haut und Haaren verzerrt, ebenso wie die wenigen Grauen Wächter, die zu treffen ich die Ehre hatte“.
    „Und unsere Hoffnung damit gleich dazu!“, fluchte Caddoc. Er wirkte angesichts dieser Neuigkeiten niedergeschlagen. „Ich hatte gehofft die Brut hätte bei der Schlacht derart herbe Verluste hinnehmen müssen, dass sie sich zurückziehen würde. Verdammt, wieso lässt Königin Anora ihren Vater handeln wie einen Narren?“
    Wieder schlug er auf den Tisch.
    „Die Königin ist jung und hört sehr auf ihren Vater. Ebenso, wie Ihr auf den Euren hört, Mylord“, sagte Lea, die rote Ritterin, ruhig aber ernst. Caddoc funkelte sie finster an, nickte dann aber. „Das sind wahrhaft schlechte Neuigkeiten, die Ihr mir bringt, Ser Artur. Dennoch danke ich Euch für die Information. Euch ebenso, Mordred Aromaki!“
    Habt Ihr weitere Fragen, Mylord?“, erkundigte sich Mordred freundlich. Caddoc schüttelte den Kopf. „Nein, nein. Ihr könnt gehen. Alle“.
    Mordred verneigte sich und trat dann Richtung Ausgang. Vor der Falttür schaute er zu Artur, der seinen Helm unter den Arm klemmte und sich anschickte ebenfalls zu gehen. Auch der hässliche Arno Sturmhaupt verließ das Zelt, der alte Ritter Wilfried und die Rothaarige blieben jedoch noch einen Moment. Mordred schritt hinaus. Das Zelt lag etwas erhöht von den Anderen und so überschaute er nun das Sammelsurium aus Dächern und Bannern. Der Abend war bereits eingebrochen und überall im Lager leuchteten kleine Feuerstellen. Ein Zelt, das des Quartiermeisters stach besonders hervor, denn in seinem Inneren brannten genug Feuer um die darin befindlichen Personen als schwarze Schemen auf der Plane tanzen zu lassen. Als Artur das Zelt ebenfalls verließ schaute Mordred ihn an.
    Zurück zum Spiel würde ich sagen!“, sagte er und verbarg das Unwohlsein angesichts der Niedergeschlagenheit Ser Mayhems.


    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Morgana war sich nicht ganz sicher was sie von dem Trubel in dem Zelt halten sollte. Einerseits mochte sie die Betriebsamkeit und die Energie in diesem Zelt. Allerdings war es recht laut und Körperhygiene schien nicht ganz so das Hauptaugenmerk, der hier anwesenden zu sein. Wie Larissa richtig bemerkte, war das schon eher das weibliche Schankpersonal, welches wie sie feststellte ebenfalls geübt darin war den Männern durch einsetzen ihrer Reize den Kopf zu verdrehen. Nur nutzten sie diese Fähigkeiten um ein möglichst großes Trinkgeld zu generieren. Morgana sah an dem ganzen Treiben hier allerdings nichts verwerfliches. So waren Männer halt. Hätte einer dieser Idioten ihr auf den Hintern geklatscht, hätte sie ihm allerdings keinen Kuss gegeben. Immerhin belästigten sie diese Idioten nicht. Als die Schankmaid ihnen jedoch Getränke brachte und Larissa den Spendern zuprostete, ohne über die Bedeutung dieser Geste nahzudenken, rollte Morgana leicht mit den Augen. Sie besah sich die edlen Spender genauer und fand die Aussicht diese Gestalten an der Backe zu haben, nicht sehr erbauend. Also nickte sie ihnen zwar freundlich zu, machte aber eine abweisnde Geste, bevor sie anstalten machten aufzustehen. Sie sah das sie es sich trotzdem überlegten vermutlich um zumindestens bei der wohlwollenden Elfe zu landen. Plötzlich betraten Artur und Mordred das Zelt und Morgana weckte sie demonstrativ zu sich, worauf die Soldaten Artur und seine Rüstung betrachteten und dann scheinbar beschloßen es doch lieber zu lassen.

    Artur merkte das seine Worte nicht unbedingt auf viel Gegenliebe stießen, aber das hatten schlechte Nachrichten so an sich. Auch Mordreds Worte verbesserten die Stimmung nicht sonderlich. Kein Wunder, eine junge Königin unter der Fuchtel ihres Vaters, keine Nachkommen und zudem keine Grauen Wächter mehr um die Verderbnis zu stoppen. Und wenn es doch welche gab, galten sie als Hochverräter. In seiner derzeitigen Verfassung war dieses Land dem Untergang geweiht. Und er war momentan Passagier auf diesem sinkenden Schiff. Wobei er jederzeit wechseln konnte, aber dise Leute wohnten hier und er konnte ihre Verzweiflung nachvollziehen. Wäre die Verderbnis in Nevarra würde er sich dorthin aufmachen, aber sie war hier in Ferelden.
    Genau wie er.
    Ihnen wurde gesagt das sie gehen konnten und beide verließen das Zelt und betraten das inzwischen ins Dunkel der Nacht getauchte Feldlager, das inzwischen von zahlreichen Feuerstellen beluchtet wurde. Mordred beschloß zum Zelt des Quartiermeisters zurückzukehren und Artur war ebenfalls dafür. Ein wenig Ablenkung würde jetzt guttun.

    Sie betraten das schon von weitem gut sichtbare und hörbare Zelt. Es war noch voller geworden als es schon vorhin gewesen war. Auf einmal entdeckte er zwei bekannte Gesichter: Larissa und Morgana saßen an einem Tisch in der Ecke. Morgana ahtte sie entdeckt und winkte sie auffällig zu sich. Vermutlich um ein paar Männer abzuwimmeln, wenn er sah wo die Blicke vieler Tische hinwanderten. Nun es wäre recht unhöflich direkt wieder zu spielen und ihre Gefährten zu ignorieren, weswegen sie sich beide dem Tisch näherten. Mordred wurde allerdings von Gwendoline augehalten die ihn entdeckte seinen Namen rief und ihm um den Hals viel. Er würde das schon regeln, schoß es Artur durch den Kopf und er setzte sich neben Morgana die ihm ihren Platz anbot und zur Seite rutschte. Larissa saß ihm jetzt gegenüber. Er lächelte beide freudig an.

    "Einen schönen Abend zusammen die Damen. Ich hoffe ihr habt euch bisher im Lager amüsiert." Morgana lächelte ihn verschlagen an.
    "Ich vermute nicht so sehr wie ihr beide, aber ja haben wir. Kommt unserer wackerer neuer Gefährte auch noch zu uns ?" fragte sie lächelnd und zeigte auf den immer noch von Gwendoline in Beschlag genommenen Mordred.
    "Er hat alle Hände voll zu tun wie mir scheint, ich denke da wird er noch ein wenig beschäftigt sein.", antwortete Artur mit einem leichten Lächeln.
    "Ihr wart im Zelt unseres helfenden Ritters von heute Mittag. Habt ihr etwas erfahren ?"
    "Ja, aber nichts gutes. Während die Verderbnis uns langsam aus dem Süden folgt, haben die Leute hier nichts besseres zu tun als ihre Streitigkeiten mit den Nachbarn aufzunehmen, langsam in den Bürgerkrieg zu schlittern und die Grauen Wächter zu verfolgen, also die Leute die eine Verderbnis stoppen können. Also Chaos an allen Ecken und wir irgendwie mittendrinnen.", kommentierte Artur die Situation.
    Morgana warf ihm einen wissenden Blick zu und antwortete zynisch:
    "Ja wenn das uralte Böse aus den Tiefen stapft, ist natürlich die Zeit sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Da bin ich froh mit euch den Süden verlassen zu haben."
    Artur nickte ihr zustimmend zu. Dann wandte er sich Larissa zu.
    "Wie geht es euch ? Ich weiss das es heute nicht leicht für euch war, aber ich hoffe es geht euch trotzdem wieder besser. Ich hoffe ihr konntet euch ein wenig im Lager umsehen und euch ablenken."
    Artur sprach mit freundlicher und ehrlicher Stimme zu der Dalish. Er war froh das er den Mob nicht hatte niedermachen müssen, aber im Ernstfall hätte er es für sie getan.
    numberten is offline Last edited by numberten; 04.07.2015 at 22:29.
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    Glandis | Flüchtlingslager • eine Depesche wird verlesen

    [Bild: VR_Gladis_1.png] Glandis reichte Aril die Hand. Die Adlige saß bis eben noch auf dem Hosenboden. Sie griff zu und rief im Aufspringen: „Ostagar! Wir müssen sofort hin!“

    Glandis schaute sie mit großen Augen an und fragte: »Dein Bruder lebt also und war nicht hier?« Und weil sie wusste, die Dinge würden sich auch ohne Kommentare, Belehrungen, Ratschlägen oder sonstigen Hinweisen richten, fragte sie noch: »Aril, wo liegt Ostagar?«

    Sie schaute sie weiter fragend an und spürte, sie konnte sofort nicht mit. Sie war ja noch angeschlagen, auch Gwess stand erst seit einem Tag wieder auf ihren Beinen. Sie war interessiert, wie Aril sich verhalten würde. Kopfüber dem Bruder hinterher oder doch klug überlegend, was jetzt zu tun wäre. Die Dalish war gespannt. Doch sie wollte sehen, was von der Ferelderin selber kam und wie sie sich entscheiden würde.

    Eins war für die Dalish klar, wenn es sofort losgehen sollte, würde sich ohne großes Aufhebens ihre Wege trennen. Doch sie würde weder für das eine noch für das andere etwas tun. Aril hatte zu entscheiden. Egal wie diese ausfallen sollte, sie würde feststehen. Glandis war bereit sich die Antwort anzuhören und schaute Aril mit einem erwartungsvollen Blick an.

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    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Morgana war sich nicht ganz sicher was sie von dem Trubel in dem Zelt halten sollte. Einerseits mochte sie die Betriebsamkeit und die Energie in diesem Zelt. Allerdings war es recht laut und Körperhygiene schien nicht ganz so das Hauptaugenmerk, der hier anwesenden zu sein. Wie Larissa richtig bemerkte, war das schon eher das weibliche Schankpersonal, welches wie sie feststellte ebenfalls geübt darin war den Männern durch einsetzen ihrer Reize den Kopf zu verdrehen. Nur nutzten sie diese Fähigkeiten um ein möglichst großes Trinkgeld zu generieren. Morgana sah an dem ganzen Treiben hier allerdings nichts verwerfliches. So waren Männer halt. Hätte einer dieser Idioten ihr auf den Hintern geklatscht, hätte sie ihm allerdings keinen Kuss gegeben. Immerhin belästigten sie diese Idioten nicht. Als die Schankmaid ihnen jedoch Getränke brachte und Larissa den Spendern zuprostete, ohne über die Bedeutung dieser Geste nahzudenken, rollte Morgana leicht mit den Augen. Sie besah sich die edlen Spender genauer und fand die Aussicht diese Gestalten an der Backe zu haben, nicht sehr erbauend. Also nickte sie ihnen zwar freundlich zu, machte aber eine abweisnde Geste, bevor sie anstalten machten aufzustehen. Sie sah das sie es sich trotzdem überlegten vermutlich um zumindestens bei der wohlwollenden Elfe zu landen. Plötzlich betraten Artur und Mordred das Zelt und Morgana weckte sie demonstrativ zu sich, worauf die Soldaten Artur und seine Rüstung betrachteten und dann scheinbar beschloßen es doch lieber zu lassen.

    Artur merkte das seine Worte nicht unbedingt auf viel Gegenliebe stießen, aber das hatten schlechte Nachrichten so an sich. Auch Mordreds Worte verbesserten die Stimmung nicht sonderlich. Kein Wunder, eine junge Königin unter der Fuchtel ihres Vaters, keine Nachkommen und zudem keine Grauen Wächter mehr um die Verderbnis zu stoppen. Und wenn es doch welche gab, galten sie als Hochverräter. In seiner derzeitigen Verfassung war dieses Land dem Untergang geweiht. Und er war momentan Passagier auf diesem sinkenden Schiff. Wobei er jederzeit wechseln konnte, aber dise Leute wohnten hier und er konnte ihre Verzweiflung nachvollziehen. Wäre die Verderbnis in Nevarra würde er sich dorthin aufmachen, aber sie war hier in Ferelden.
    Genau wie er.
    Ihnen wurde gesagt das sie gehen konnten und beide verließen das Zelt und betraten das inzwischen ins Dunkel der Nacht getauchte Feldlager, das inzwischen von zahlreichen Feuerstellen beluchtet wurde. Mordred beschloß zum Zelt des Quartiermeisters zurückzukehren und Artur war ebenfalls dafür. Ein wenig Ablenkung würde jetzt guttun.

    Sie betraten das schon von weitem gut sichtbare und hörbare Zelt. Es war noch voller geworden als es schon vorhin gewesen war. Auf einmal entdeckte er zwei bekannte Gesichter: Larissa und Morgana saßen an einem Tisch in der Ecke. Morgana ahtte sie entdeckt und winkte sie auffällig zu sich. Vermutlich um ein paar Männer abzuwimmeln, wenn er sah wo die Blicke vieler Tische hinwanderten. Nun es wäre recht unhöflich direkt wieder zu spielen und ihre Gefährten zu ignorieren, weswegen sie sich beide dem Tisch näherten. Mordred wurde allerdings von Gwendoline augehalten die ihn entdeckte seinen Namen rief und ihm um den Hals viel. Er würde das schon regeln, schoß es Artur durch den Kopf und er setzte sich neben Morgana die ihm ihren Platz anbot und zur Seite rutschte. Larissa saß ihm jetzt gegenüber. Er lächelte beide freudig an.

    "Einen schönen Abend zusammen die Damen. Ich hoffe ihr habt euch bisher im Lager amüsiert." Morgana lächelte ihn verschlagen an.
    "Ich vermute nicht so sehr wie ihr beide, aber ja haben wir. Kommt unserer wackerer neuer Gefährte auch noch zu uns ?" fragte sie lächelnd und zeigte auf den immer noch von Gwendoline in Beschlag genommenen Mordred.
    "Er hat alle Hände voll zu tun wie mir scheint, ich denke da wird er noch ein wenig beschäftigt sein.", antwortete Artur mit einem leichten Lächeln.
    "Ihr wart im Zelt unseres helfenden Ritters von heute Mittag. Habt ihr etwas erfahren ?"
    "Ja, aber nichts gutes. Während die Verderbnis uns langsam aus dem Süden folgt, haben die Leute hier nichts besseres zu tun als ihre Streitigkeiten mit den Nachbarn aufzunehmen, langsam in den Bürgerkrieg zu schlittern und die Grauen Wächter zu verfolgen, also die Leute die eine Verderbnis stoppen können. Also Chaos an allen Ecken und wir irgendwie mittendrinnen.", kommentierte Artur die Situation.
    Morgana warf ihm einen wissenden Blick zu und antwortete zynisch:
    "Ja wenn das uralte Böse aus den Tiefen stapft, ist natürlich die Zeit sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Da bin ich froh mit euch den Süden verlassen zu haben."
    Artur nickte ihr zustimmend zu. Dann wandte er sich Larissa zu.
    "Wie geht es euch ? Ich weiss das es heute nicht leicht für euch war, aber ich hoffe es geht euch trotzdem wieder besser. Ich hoffe ihr konntet euch ein wenig im Lager umsehen und euch ablenken."
    Artur sprach mit freundlicher und ehrlicher Stimme zu der Dalish. Er war froh das er den Mob nicht hatte niedermachen müssen, aber im Ernstfall hätte er es für sie getan.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Das Zelt des Quartiermeisters war sogar noch voller als zu dem Zeitpunkt als Mordred es verlassen hatte. Zumindest hatte niemand Gwendoline in Beschlag genommen, was vermutlich auch daran lag, dass sie zu der kämpfenden Truppe zählte und nicht wie die üppige Schankmaid zum Tavernenpersonal zählte. Die Schöne sah ihn beim Eintreten, eilte zu ihm und fiel ihm um den Hals während sie ihn mit heißen Küssen bedeckte. So wurde er auch aufgehalten während Artur sich seinen Weg zu dem Tisch der beiden Damen bahnte, die er nur einen Augenschlag lang gesehen hatte, ehe der brünette Kopf vor ihm aufgetaucht war.
    „Ich dachte schon du hättest irgendeine Hure aufgetan!“, hauchte Gwendoline ihm ins Ohr. „Uh, ich wusste nicht, dass es hier Huren gibt“, erwiderte Mordred keck und fing sich dafür einen leichten Knuffer in die Seite ein.

    Der Ritter setzte sich zu den beiden Frauen an den Tisch und unterhielt sich munter mit Morgana. Larissa glaube, dass Beide recht guter Laune waren, denn sie scherzten viel. Hauptsächlich über Mordred der noch immer am Eingang stand und eine aufdringliche Menschenfrau an seinem Gesicht kleben hatte. Larissa lächelte über die Tatsache, dass ihre Begleiter vermutlich auch nicht anders waren, als die Männer in diesem Raum. Doch zugegeben, die Frau der Mordred momentan seine Aufmerksamkeit schenkte war sehr hübsch und erinnerte von der Symmetrie ihres Gesichtes sogar ein wenig an eine Elfe.
    Entschuldigt, was?“, fragte die Dalish als Artur sie ansprach. „Ääh ja, doch. Ich muss wirklich sagen, dass die heutige Erfahrung mich in meinem Optimismus ein wenig zurück wirft. Aber Morgana sagt, dass nicht alle Menschen so sind, sondern nur Dümmlinge. Zumindest habe ich es so verstanden. Und in Denerim werden wir auf weniger Dümmlinge treffen“.
    Larissa mochte das Wort Dümmlinge und im Kontext mit Shemlen ließ es sich vortrefflich verwenden.
    Ich habe zudem mit einem Schmied gesprochen, aber der wollte mein Schwert nicht reparieren“, erzählte sie weiter und schmollte dabei leicht. „Aber er hat mir gesagt, dass in Denerim ein berühmter Schmied namens Wade wohnen und arbeiten soll und dass er vermutlich die beste Wahl für die Reparatur ist!
    Sie lächelte Artur freundlich an. „Wie war es denn im Zelt des Ritterlords? Wollte er etwas Bestimmtes?
    Bevor Artur antworten konnte näherte sich ihm die Schankmaid. „Hey Hübscher. Die Ritter bekommen wir ja nur selten zu Gesicht hier. Soll ich dir was… besorgen?“, flötete sie anbietend, neigte sich etwas nach Vorne und präsentierte ihren Vorbau, der Morganas in Nichts nachstand.

    *

    Mordred beschloss sich nicht zu den Anderen zu setzten. Nachdem Gwendoline ihm gefühlt das halbe Ohr abgeknabbert und ihre Lust auf Antivanisch noch immer nicht gestillt war, zog er es vor ihr ein Angebot zu unterbreiten, dass sie nicht ablehnen konnte. Nur fünfzehn Minuten später räkelte sich Gwendoline nackt unter der Decke auf ihrem Feldbett. Da Mordred den Elfen verpasst hatte, der ihm sein Zelt zeigen wollte, hätte es ohnehin wenig Sinn ergeben, die Späherin zu sich zu holen. Zudem wusste er nicht, wie seine Kameraden, die sich das Zelt mit ihm teilen würde, auf Gestöhne und knarrendes Holz reagieren würden. Stattdessen hatte Gwendoline ihn mit Verlangen in den flackernden Augen und lustvoll auf die Unterlippe beißend hinter sich herziehend durch das Lager geführt und ihn schließlich mit vollem Körpereinsatz in ein niedriges, dunkelgrünes Zelt gedrängt. Ein Einzelzelt, wie sich herausstellte. Ein Vorteil, wenn man zur Späherkompanie gehörte.
    „Komm zu mir, mein Süßer!“, schnurrte Gwendoline und klopfte auf das bespannte Laken neben sich. Mordred löste den Gürtel, ließ sein Schwert auf den weichen Grasboden fallen und begann damit, sich auszuziehen…
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Das Zelt des Quartiermeisters war sogar noch voller als zu dem Zeitpunkt als Mordred es verlassen hatte. Zumindest hatte niemand Gwendoline in Beschlag genommen, was vermutlich auch daran lag, dass sie zu der kämpfenden Truppe zählte und nicht wie die üppige Schankmaid zum Tavernenpersonal zählte. Die Schöne sah ihn beim Eintreten, eilte zu ihm und fiel ihm um den Hals während sie ihn mit heißen Küssen bedeckte. So wurde er auch aufgehalten während Artur sich seinen Weg zu dem Tisch der beiden Damen bahnte, die er nur einen Augenschlag lang gesehen hatte, ehe der brünette Kopf vor ihm aufgetaucht war.
    „Ich dachte schon du hättest irgendeine Hure aufgetan!“, hauchte Gwendoline ihm ins Ohr. „Uh, ich wusste nicht, dass es hier Huren gibt“, erwiderte Mordred keck und fing sich dafür einen leichten Knuffer in die Seite ein.

    Der Ritter setzte sich zu den beiden Frauen an den Tisch und unterhielt sich munter mit Morgana. Larissa glaube, dass Beide recht guter Laune waren, denn sie scherzten viel. Hauptsächlich über Mordred der noch immer am Eingang stand und eine aufdringliche Menschenfrau an seinem Gesicht kleben hatte. Larissa lächelte über die Tatsache, dass ihre Begleiter vermutlich auch nicht anders waren, als die Männer in diesem Raum. Doch zugegeben, die Frau der Mordred momentan seine Aufmerksamkeit schenkte war sehr hübsch und erinnerte von der Symmetrie ihres Gesichtes sogar ein wenig an eine Elfe.
    Entschuldigt, was?“, fragte die Dalish als Artur sie ansprach. „Ääh ja, doch. Ich muss wirklich sagen, dass die heutige Erfahrung mich in meinem Optimismus ein wenig zurück wirft. Aber Morgana sagt, dass nicht alle Menschen so sind, sondern nur Dümmlinge. Zumindest habe ich es so verstanden. Und in Denerim werden wir auf weniger Dümmlinge treffen“.
    Larissa mochte das Wort Dümmlinge und im Kontext mit Shemlen ließ es sich vortrefflich verwenden.
    Ich habe zudem mit einem Schmied gesprochen, aber der wollte mein Schwert nicht reparieren“, erzählte sie weiter und schmollte dabei leicht. „Aber er hat mir gesagt, dass in Denerim ein berühmter Schmied namens Wade wohnen und arbeiten soll und dass er vermutlich die beste Wahl für die Reparatur ist!
    Sie lächelte Artur freundlich an. „Wie war es denn im Zelt des Ritterlords? Wollte er etwas Bestimmtes?
    Bevor Artur antworten konnte näherte sich ihm die Schankmaid. „Hey Hübscher. Die Ritter bekommen wir ja nur selten zu Gesicht hier. Soll ich dir was… besorgen?“, flötete sie anbietend, neigte sich etwas nach Vorne und präsentierte ihren Vorbau, der Morganas in Nichts nachstand.

    *

    Mordred beschloss sich nicht zu den Anderen zu setzten. Nachdem Gwendoline ihm gefühlt das halbe Ohr abgeknabbert und ihre Lust auf Antivanisch noch immer nicht gestillt war, zog er es vor ihr ein Angebot zu unterbreiten, dass sie nicht ablehnen konnte. Nur fünfzehn Minuten später räkelte sich Gwendoline nackt unter der Decke auf ihrem Feldbett. Da Mordred den Elfen verpasst hatte, der ihm sein Zelt zeigen wollte, hätte es ohnehin wenig Sinn ergeben, die Späherin zu sich zu holen. Zudem wusste er nicht, wie seine Kameraden, die sich das Zelt mit ihm teilen würde, auf Gestöhne und knarrendes Holz reagieren würden. Stattdessen hatte Gwendoline ihn mit Verlangen in den flackernden Augen und lustvoll auf die Unterlippe beißend hinter sich herziehend durch das Lager geführt und ihn schließlich mit vollem Körpereinsatz in ein niedriges, dunkelgrünes Zelt gedrängt. Ein Einzelzelt, wie sich herausstellte. Ein Vorteil, wenn man zur Späherkompanie gehörte.
    „Komm zu mir, mein Süßer!“, schnurrte Gwendoline und klopfte auf das bespannte Laken neben sich. Mordred löste den Gürtel, ließ sein Schwert auf den weichen Grasboden fallen und begann damit, sich auszuziehen…


    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Artur starrte in das üppige Dekoltee der Schankmaid und dann in ihr nicht gerade unansehliches Gesicht. Die gute Frau hatte wahrscheinlich noch nie einen richtigen Ritter gehabt und vor allem keinen aus Nevarra. Ansonsten musste sie sich mit niederem Fußvolk rumschlagen. Es wäre geradezu unritterlich nicht auf ihr Angebot einzugehen. Er lächelte charmant und schaute ihr ins Gesicht.
    "Kommt darauf an gute Frau. Was habt ihr denn so im Angebot ?", fragte er amüsiert in einem unschudligen Tonfall. Sie zwinkerte ihn an.
    " In 5 Minuten habe ich Schichtwechsel, trefft mich dann vorm Zelt. Dann zeige ich euch was es noch alles gibt."
    Sie lächelte erneut und drehte sich dann um. Artur wandte nach einiger Zeit den Blick von ihr ab und wandte sich dann wieder Larissa zu die ihm ja eine Frage gestellt hatte.
    " Was er von uns wollte ? Nun er hatte keine Informationen aus dem Süden und wollte deswegen von uns Berichte. Was ich ihm erzählte hat ihm nicht so gefallen."
    Er stand auf. Zeit das Angebot anzunehmen, bevor jemand anders zuschlug.
    "Nun ich werde mich für den Rest des Abends verabschieden, ich wünsche euch für den rest des Abends alles Gute. Ich nehme stark an, das ihr das Zelt für euch alleine habt. Wir sehen uns dann morgen früh hier beim Frühstück. Gehabt euch wohl."
    "Amüsiert euch gut und verausgabt euch nicht komplett.", sagte Morgana mit einem verschmitzten Grinsen und einem wissenden Blick.
    Artur nickte ihr zu, nahm seinen Helm und verließ das Zelt.

    Draußen wartete schon die dralle Schankmaid auf ihn, die lächelte als er das Zelt verließ. Sie sprach ihn freundlich an:
    " Ich dachte schon ihr würdet eure hübsche Begleitung mir vorziehen. Das wäre außerordentlich schade. Männer von eurem Format kriege ich leider nur selten zu Gesicht."
    "Meine Begleitung kann mich für einen Abend verschmerzen und euch die Gesellschaft eines echten Ritters vorzuenthalten, wäre gegen meine Prinzipien", sagte er ernst, aber mit einem spöttischen Grinsen. Die Schankmaid lachte herzhaft und führte sie dann zu einem einsamen Zelt, in dem immer eine der Bedienungen schlief. Sie begann sich langsam auszuziehen und auch Artur begann die Rüstung auszuziehen. Die Schankmaid lag halbnackt auf dem Bett und lächelte anzüglich. Ihr blondes Haar ergoss sich über das Laken.
    "Ach jetzt werde ich sehen ob der Inhalt das hält, was die Verpackung verspricht." Artur zog sein schwarzes Wams aus und präsentierte seinen muskulösen Oberkörper. Kein überschüßiges Fett war zu sehen keine Makel die ins Auge fielen, von der kleinen Narbe mal abgesehen. Die Schankmaid machte einen anerkennenden Laut. Artur ging zu dem Bett und zog sie an den Beinen zu sich.
    "Ich glaube nicht das ihr enttäuscht werdet", sagte er mit einem Grinsen und zog ihr mit einer Handbewegung die Unterkleider vom Leib.

    **

    Morgana sah Artur hinterher, als er das Zelt verließ. Scheinbar würden sich ihre beiden männlichen Begleiter diese Nacht woanders amüsieren. Morgana konnte es ihnen nicht verübeln. Sie hätte das selbe tun können wenn sie gewollt hätte. Keiner der Männer hier hätte nein gesagt, wenn sie sich ihm angeboten hätte. Aber ihr gefiel der Gedanke nicht, in irgendeinem Zelt mit irgendeinem Soldaten rumzumachen, nur damit der am nächsten Tag damit rumprahlen konnte. Und zudem traf niemand der hier noch anwesenden Männer hier ihren Geschmack. Sie könnte sich mit Larissa vergnügen, aber das würde sie ihr besser nicht vorschlagen. Nein Morgana beschloß das nun leere Zelt für etwas anderes zu nutzen. Sie wandte ihren Blick vom Zelteingang ab und schaute die Dalish an.
    "Nun da unsere Begleiter die Nacht woanders verbringen und zudem nicht wissen wo sich das Zelt befindet, würde ich vorschlagen das wir euren Unterricht fortsetzten." Die Dalish schien mit der Idee einverstanden und so bezahlten sie ihre kleine Rechnung und verließen das Zelt, während ihnen ein paar wehleidige Blicke hinterhergeworfen wurden. Es war bereits dunkel und die Feuer brannten. Morgana beschloß sich zügig zum Zelt zurückzubegeben, sie hatte keine Lust auf Konversation mit betrunkenen Soldaten. Schnell durch schritten sie das Lager und betraten ihr, nun da sie nur noch zu zweit waren sehr geräumiges Zelt. Morgana legte ihren Mantel ab , holte einen Tisch, zwei Stühle und stellte sie vor Larissas Bett. Dann setzte sie neben die Dalish an den Tisch. Diese holte ihren Merkzettel hervor, den Morgana ihr sofort sanft abnahm und sie das Alphabet aufsagen ließ. Nach einem kurzen Überlegen , brachte sie es stockend, aber fehlerfrei hervor. Morgana war zufrieden, sie hatte offenbar gelernt. Sie schrieb nun einige Worte auf, die einfach zu lesen waren und Larissa schonmal gehört hatte. Sie zeigte das erste Wort: Denerim. Langsam las die Dalish die Wörter wobei sie allerdings versuchte die Worte mitzusprechen wie Morgana feststellte. Schließlich schaffte sie es und lächelte erfreut. Morgana lächelte ebenfalls.
    "Ganz gut, aber achtet darauf beim lesen den Mund geschlossen zu halten. So ist es vielleicht einfacher, aber dann seht ihr leider aus wie eine Idiotin. Und das wollen wir beide ja nicht." Die Dalish guckte kurz empört, nickte aber dann. Morgana war froh, das sie gut mitarbeitete. Sie zeigte ihr das nächste Wort: Larissa. Die Dalish begann wieder zu lesen diesmal mit geschloßenem Mund. Nach kurzer Zeit erkannte sie es und sprach es freudestrahlend aus.
    "Larissa. Das ist mein Name." Morgana nickte freundlich.
    "Genau, das ist euer Name in der Schrift der Menschen. Fahren wir fort." Sie zeigte Larissa noch andere Wörter wie Baum, Artur, Mordred, Cumberland, Brecilianwald und Morganas Namen. Es war am Anfang einfacher Sachen zu lernen mit denen man schon einen Bezug hatten. Nach einiger Zeit sah sie erschöpft aus und Morgana beschloß, deshalb und aus dem immer noch vorhanden Papiermangel diesmal auf das Schreiben zu verzichten. Sie gab Larissa ihren Zettel zurück, zusammen mit den neuen Wörtern und packte dann alles zusammen. Dann stellte sie den Tisch zurück, setzte sich auf ihr Bett und bat die Dalish neben ihr Platz zu nehmen, was diese auch Tat.
    "Ihr macht gute Fortschritte ich bin bisher sehr zufrieden mit euch. Ich hoffe ich bin eine angenehme Lehrerin für euch."
    Sie lächelte freundlich.
    " Ich habe euch das bisher noch nicht gefragt, aber nach dem heutigen Tag kam die Frage schon bei mir auf. Also falls ihr meine Neugier befriedigen wollt, weshalb habt ihr euren Clan verlassen ?" Sie blickte neugierig in die Augen der Dalish.
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    [Bild: Ritter_940_mini.jpg][Bild: Morgana_mini.jpg]

    Artur starrte in das üppige Dekoltee der Schankmaid und dann in ihr nicht gerade unansehliches Gesicht. Die gute Frau hatte wahrscheinlich noch nie einen richtigen Ritter gehabt und vor allem keinen aus Nevarra. Ansonsten musste sie sich mit niederem Fußvolk rumschlagen. Es wäre geradezu unritterlich nicht auf ihr Angebot einzugehen. Er lächelte charmant und schaute ihr ins Gesicht.
    "Kommt darauf an gute Frau. Was habt ihr denn so im Angebot ?", fragte er amüsiert in einem unschudligen Tonfall. Sie zwinkerte ihn an.
    " In 5 Minuten habe ich Schichtwechsel, trefft mich dann vorm Zelt. Dann zeige ich euch was es noch alles gibt."
    Sie lächelte erneut und drehte sich dann um. Artur wandte nach einiger Zeit den Blick von ihr ab und wandte sich dann wieder Larissa zu die ihm ja eine Frage gestellt hatte.
    " Was er von uns wollte ? Nun er hatte keine Informationen aus dem Süden und wollte deswegen von uns Berichte. Was ich ihm erzählte hat ihm nicht so gefallen."
    Er stand auf. Zeit das Angebot anzunehmen, bevor jemand anders zuschlug.
    "Nun ich werde mich für den Rest des Abends verabschieden, ich wünsche euch für den rest des Abends alles Gute. Ich nehme stark an, das ihr das Zelt für euch alleine habt. Wir sehen uns dann morgen früh hier beim Frühstück. Gehabt euch wohl."
    "Amüsiert euch gut und verausgabt euch nicht komplett.", sagte Morgana mit einem verschmitzten Grinsen und einem wissenden Blick.
    Artur nickte ihr zu, nahm seinen Helm und verließ das Zelt.

    Draußen wartete schon die dralle Schankmaid auf ihn, die lächelte als er das Zelt verließ. Sie sprach ihn freundlich an:
    " Ich dachte schon ihr würdet eure hübsche Begleitung mir vorziehen. Das wäre außerordentlich schade. Männer von eurem Format kriege ich leider nur selten zu Gesicht."
    "Meine Begleitung kann mich für einen Abend verschmerzen und euch die Gesellschaft eines echten Ritters vorzuenthalten, wäre gegen meine Prinzipien", sagte er ernst, aber mit einem spöttischen Grinsen. Die Schankmaid lachte herzhaft und führte sie dann zu einem einsamen Zelt, in dem immer eine der Bedienungen schlief. Sie begann sich langsam auszuziehen und auch Artur begann die Rüstung auszuziehen. Die Schankmaid lag halbnackt auf dem Bett und lächelte anzüglich. Ihr blondes Haar ergoss sich über das Laken.
    "Ach jetzt werde ich sehen ob der Inhalt das hält, was die Verpackung verspricht." Artur zog sein schwarzes Wams aus und präsentierte seinen muskulösen Oberkörper. Kein überschüßiges Fett war zu sehen keine Makel die ins Auge fielen, von der kleinen Narbe mal abgesehen. Die Schankmaid machte einen anerkennenden Laut. Artur ging zu dem Bett und zog sie an den Beinen zu sich.
    "Ich glaube nicht das ihr enttäuscht werdet", sagte er mit einem Grinsen und zog ihr mit einer Handbewegung die Unterkleider vom Leib.

    **

    Morgana sah Artur hinterher, als er das Zelt verließ. Scheinbar würden sich ihre beiden männlichen Begleiter diese Nacht woanders amüsieren. Morgana konnte es ihnen nicht verübeln. Sie hätte das selbe tun können wenn sie gewollt hätte. Keiner der Männer hier hätte nein gesagt, wenn sie sich ihm angeboten hätte. Aber ihr gefiel der Gedanke nicht, in irgendeinem Zelt mit irgendeinem Soldaten rumzumachen, nur damit der am nächsten Tag damit rumprahlen konnte. Und zudem traf niemand der hier noch anwesenden Männer hier ihren Geschmack. Sie könnte sich mit Larissa vergnügen, aber das würde sie ihr besser nicht vorschlagen. Nein Morgana beschloß das nun leere Zelt für etwas anderes zu nutzen. Sie wandte ihren Blick vom Zelteingang ab und schaute die Dalish an.
    "Nun da unsere Begleiter die Nacht woanders verbringen und zudem nicht wissen wo sich das Zelt befindet, würde ich vorschlagen das wir euren Unterricht fortsetzten." Die Dalish schien mit der Idee einverstanden und so bezahlten sie ihre kleine Rechnung und verließen das Zelt, während ihnen ein paar wehleidige Blicke hinterhergeworfen wurden. Es war bereits dunkel und die Feuer brannten. Morgana beschloß sich zügig zum Zelt zurückzubegeben, sie hatte keine Lust auf Konversation mit betrunkenen Soldaten. Schnell durch schritten sie das Lager und betraten ihr, nun da sie nur noch zu zweit waren sehr geräumiges Zelt. Morgana kegte ihren Mantel ab , holte einen Tisch, zwei Stühle und stellte sie vor Larissas Bett. Dann setzte sie neben die Dalish an den Tisch. Diese holte ihren Merkzettel hervor, den Morgana ihr sofort sanft abnahm und sie das Alphabet aufsagen ließ. Nach einem kurzen Überlegen , brachte sie es stockend, aber fehlerfrei hervor. Morgana war zufrieden, sie hatte offenbar gelernt. Sie schrieb nun einige Worte auf, die einfach zu lesen waren und Larissa schonmal gehört hatte. Sie zeigte das erste Wort: Denerim. Langsam las die Dalish die Wörter wobei sie allerdings versuchte die Worte mitzusprechen wie Morgana feststellte. Schließlich schaffte sie es und lächelte erfreut. Morgana lächelte ebenfalls.
    "Ganz gut, aber achtet darauf beim lesen den Mund geschlossen zu halten. So ist es vielleicht einfacher, aber dann seht ihr leider aus wie eine Idiotin. Und das wollen wir beide ja nicht." Die Dalish guckte kurz empört, nickte aber dann. Morgana war froh, das sie gut mitarbeitete. Sie zeigte ihr das nächste Wort: Larissa. Die Dalish begann wieder zu lesen diesmal mit geschloßenem Mund. Nach kurzer Zeit erkannte sie es und sprach es freudestrahlend aus.
    "Larissa. Das ist mein Name." Morgana nickte freundlich.
    "Genau, das ist euer Name in der Schrift der Menschen. Fahren wir fort." Sie zeigte Larissa noch andere Wörter wie Baum, Artur, Mordred, Cumberland, Brecilianwald und Morganas Namen. Es war am Anfang einfacher Sachen zu lernen mit denen man schon einen Bezug hatten. Nach einiger Zeit sah sie erschöpft aus und Morgana beschloß, deshalb und aus dem immer noch vorhanden Papiermangel diesmal auf das Schreiben zu verzichten. Sie gab Larissa ihren Zettel zurück, zusammen mit den neuen Wörtern und packte dann alles zusammen. Dann stellte sie den Tisch zurück, setzte sich auf ihr Bett und bat die Dalish neben ihr Platz zu nehmen, was diese auch Tat.
    "Ihr macht gute Fortschritte ich bin bisher sehr zufrieden mit euch. Ich hoffe ich bin eine angenehme Lehrerin für euch."
    Sie lächelte freundlich.
    " Ich habe euch das bisher noch nicht gefragt, aber nach dem heutigen Tag kam die Frage schon bei mir auf. Also falls ihr meine Neugier befriedigen wollt, weshalb habt ihr euren Clan verlassen ?" Sie blickte neugierig in die Augen der Dalish.


    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Larissa staunte über Artur. Diese Frau bot sich ihm so freizügig an und sofort willigte er ein. Was war bloß falsch mit diesen Rittern? Erst sprachen sie von Ehre und dann sprangen sie auf eine Dame an, die ihre riesigen Möpse so dekadent zur Schau stellte, dass Larissa jeden Respekt verlor. Herrje, sowohl sie als auch Artur mussten es verdammt nötig haben, denn keiner der Beiden konnte eine Erweiterung ihres „Arrangements“ erwarten. Für sie wäre es ein guter Fang, einen Ritter erst ins Bett zu lassen, schwanger zu werden und dann als seine Frau durch´s Land zu gehen. Vermutlich müsse sie dann nie wieder Tische abräumen und sich von Männern auf den Hintern klopfen lassen oder obszöne Kommentare anhören. Zwar beantwortete Artur noch schnell Larissas Frage, doch war er mit dem Kopf vermutlich schon zwischen den zwei Dingern des Lockenkopfes. Ungläubig mit dem Kopf schüttelnd verfolgte sie Arturs Abgang, der mit einer gewissen Eile vonstattenging. Danach verließen auch Morgana und die Dalish das Zelt und machten sich auf zu ihrem eigenen.

    Der Vorschlag der Hexe mit dem Unterricht weiterzumachen rannte bei Larissa offene Türen ein. Erstens würde die Lernerei ihr helfen das heutige Ergebnis zu verdrängen, zweitens hatte sie schon Angst gehabt alles zu vergessen, ehe sie das nächste Mal zum Lernen kamen und drittens wollte sie Morgana zeigen, wie viel Mühe sie sich gegeben hatte. Tatsächlich bestritt sie die folgende Lektion in ihren Augen sehr erfolgreich und auch Morgana schien zufrieden mit ihrer Schülerin zu sein. Zumindest sagte sie es und Larissa bejahte stürmisch ihre Nachfrage, ob sie denn eine gute Lehrerin sei. Dann wurde das Gespräch gesitteter den die Hexe fragte nach dem Grund Larissas den Clan zu verlassen.

    Die Elfe zögerte kurz, entschied dann aber, dass sie Morgana genug Vertrauen schenkte, es ihr zu erzählen.
    Nun. Ihr kennt die Dalish. Wir sind die Bewahrer des alten Wissens und so weiter… Und ich glaube wir erfüllen diese Aufgabe auch sehr gut und wenn sich die Prophezeiungen erfüllen und wir irgendwann ein neues Elfenreich gründen, so werden es die Dalish sein, die den Elfen das alte Wissen beibringen. Ich bin jedoch keine Gelehrte, keine Erste oder Bewahrerin. Ich bin eine Jägerin und trotzdem dachte ich mir: wieso immer nur das alte Wissen? Wieso nicht Neues hinzufügen? Ich meine, selbst dieses neue Wissen würde ja mit der Zeit zu altem Wissen werden und jeder wäre glücklich. Seht her“, sagte sie und regte ihre Arme empor an denen die unzähligen Armreifen klimperten, manche mit Runen versehen und aus verblichenem Gold, andere eher an gebogene Drähte erinnernd und wieder andere von eckigem Design. „Ich habe all diese Gegenstände in den Wäldern gefunden, die wir Dalish unser zuhause nennen. Und doch weiß ich rein gar nichts über ihre Herkunft, ihre Machart, oder ihre Vorbesitzer. Hinter jedem Stück steckt doch eine Geschichte. Und zumindest manche Geschichten müssen doch interessant sein“.

    Sie sah die Hexe verständnissuchend an.
    Und dann das Schwert. Eine zerbrochene Klinge, gerade so als wollte das Schicksal, dass ich es bin die die lange Reise ins Unbekannte antritt um sie zu reparieren. Meine Mutter ist die Schmiedemeisterin des Clans und sie weigerte sich auch nur einen Blick auf mein Schwert zu werfen, so verbohrt und voreingenommen ist sie. Die Shem… die Menschen behandeln uns wie gefährliche Plagen und meiden uns. Manche Dalish begrüßen dies, doch so lernen wir nie dazu. Und das schlimmste ist, dass auch die Menschen so nie dazu lernen“.
    Nach einem tiefen Blick in Morganas grüne Augen fügte Larissa hinzu: „Bitte sagt Artur nichts davon. Mit Mordred redet Ihr ja ohnehin kaum, daher brauche ich ihn wohl nicht erwähnen, aber Ihr und Artur seid… verbunden. Irgendwie“.

    Sie verweilte einen Moment in Stille um Morgana die Wichtigkeit dieser Botschaft gewahr werden zu lassen, dann sagte sie: „Hoffentlich finden wir Artur und Mordred morgen schnell wieder. Das Lager ist groß und man verläuft sich bestimmt schnell. Ich weiß nicht, ob ich wirklich rasch aufbrechen will. Dieses Feldlager mit seinen Rittern und Soldaten bietet Sicherheit, aber es ist nicht unser Ziel. Das weiß ich, nur fühle ich mich seit heute Mittag so… verletzlich“. Larissa sprach, als beschäme es sie es zuzugeben, was es auch tatsächlich tat.
    Aber wo kann man überhaupt noch sicher sein… die Dunkle Brut hat eine Armee geschlagen. Eine Armee! Soweit ich weiß ist das etwas, was die größtmögliche Macht darstellt. Ich bin nicht so bewandert in Kriegsführung…
    Dann dachte sie an ihren Clan. Hoffentlich waren sie bereits weitergezogen in diese Land, dass die Menschen „Orlais“ nannten.
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    [Bild: Larissa_klein.jpg] & [Bild: mordred_klein.png]

    Larissa staunte über Artur. Diese Frau bot sich ihm so freizügig an und sofort willigte er ein. Was war bloß falsch mit diesen Rittern? Erst sprachen sie von Ehre und dann sprangen sie auf eine Dame an, die ihre riesigen Möpse so dekadent zur Schau stellte, dass Larissa jeden Respekt verlor. Herrje, sowohl sie als auch Artur mussten es verdammt nötig haben, denn keiner der Beiden konnte eine Erweiterung ihres „Arrangements“ erwarten. Für sie wäre es ein guter Fang, einen Ritter erst ins Bett zu lassen, schwanger zu werden und dann als seine Frau durch´s Land zu gehen. Vermutlich müsse sie dann nie wieder Tische abräumen und sich von Männern auf den Hintern klopfen lassen oder obszöne Kommentare anhören. Zwar beantwortete Artur noch schnell Larissas Frage, doch war er mit dem Kopf vermutlich schon zwischen den zwei Dingern des Lockenkopfes. Ungläubig mit dem Kopf schüttelnd verfolgte sie Arturs Abgang, der mit einer gewissen Eile vonstattenging. Danach verließen auch Morgana und die Dalish das Zelt und machten sich auf zu ihrem eigenen.

    Der Vorschlag der Hexe mit dem Unterricht weiterzumachen rannte bei Larissa offene Türen ein. Erstens würde die Lernerei ihr helfen das heutige Ergebnis zu verdrängen, zweitens hatte sie schon Angst gehabt alles zu vergessen, ehe sie das nächste Mal zum Lernen kamen und drittens wollte sie Morgana zeigen, wie viel Mühe sie sich gegeben hatte. Tatsächlich bestritt sie die folgende Lektion in ihren Augen sehr erfolgreich und auch Morgana schien zufrieden mit ihrer Schülerin zu sein. Zumindest sagte sie es und Larissa bejahte stürmisch ihre Nachfrage, ob sie denn eine gute Lehrerin sei. Dann wurde das Gespräch gesitteter den die Hexe fragte nach dem Grund Larissas den Clan zu verlassen.

    Die Elfe zögerte kurz, entschied dann aber, dass sie Morgana genug Vertrauen schenkte, es ihr zu erzählen.
    Nun. Ihr kennt die Dalish. Wir sind die Bewahrer des alten Wissens und so weiter… Und ich glaube wir erfüllen diese Aufgabe auch sehr gut und wenn sich die Prophezeiungen erfüllen und wir irgendwann ein neues Elfenreich gründen, so werden es die Dalish sein, die den Elfen das alte Wissen beibringen. Ich bin jedoch keine Gelehrte, keine Erste oder Bewahrerin. Ich bin eine Jägerin und trotzdem dachte ich mir: wieso immer nur das alte Wissen? Wieso nicht Neues hinzufügen? Ich meine, selbst dieses neue Wissen würde ja mit der Zeit zu altem Wissen werden und jeder wäre glücklich. Seht her“, sagte sie und regte ihre Arme empor an denen die unzähligen Armreifen klimperten, manche mit Runen versehen und aus verblichenem Gold, andere eher an gebogene Drähte erinnernd und wieder andere von eckigem Design. „Ich habe all diese Gegenstände in den Wäldern gefunden, die wir Dalish unser zuhause nennen. Und doch weiß ich rein gar nichts über ihre Herkunft, ihre Machart, oder ihre Vorbesitzer. Hinter jedem Stück steckt doch eine Geschichte. Und zumindest manche Geschichten müssen doch interessant sein“.

    Sie sah die Hexe verständnissuchend an.
    Und dann das Schwert. Eine zerbrochene Klinge, gerade so als wollte das Schicksal, dass ich es bin die die lange Reise ins Unbekannte antritt um sie zu reparieren. Meine Mutter ist die Schmiedemeisterin des Clans und sie weigerte sich auch nur einen Blick auf mein Schwert zu werfen, so verbohrt und voreingenommen ist sie. Die Shem… die Menschen behandeln uns wie gefährliche Plagen und meiden uns. Manche Dalish begrüßen dies, doch so lernen wir nie dazu. Und das schlimmste ist, dass auch die Menschen so nie dazu lernen“.
    Nach einem tiefen Blick in Morganas grüne Augen fügte Larissa hinzu: „Bitte sagt Artur nichts davon. Mit Mordred redet Ihr ja ohnehin kaum, daher brauche ich ihn wohl nicht erwähnen, aber Ihr und Artur seid… verbunden. Irgendwie“.

    Sie verweilte einen Moment in Stille um Morgana die Wichtigkeit dieser Botschaft gewahr werden zu lassen, dann sagte sie: „Hoffentlich finden wir Artur und Mordred morgen schnell wieder. Das Lager ist groß und man verläuft sich bestimmt schnell. Ich weiß nicht, ob ich wirklich rasch aufbrechen will. Dieses Feldlager mit seinen Rittern und Soldaten bietet Sicherheit, aber es ist nicht unser Ziel. Das weiß ich, nur fühle ich mich seit heute Mittag so… verletzlich“. Larissa sprach, als beschäme es sie es zuzugeben, was es auch tatsächlich tat.
    Aber wo kann man überhaupt noch sicher sein… die Dunkle Brut hat eine Armee geschlagen. Eine Armee! Soweit ich weiß ist das etwas, was die größtmögliche Macht darstellt. Ich bin nicht so bewandert in Kriegsführung…
    Dann dachte sie an ihren Clan. Hoffentlich waren sie bereits weitergezogen in diese Land, dass die Menschen „Orlais“ nannten.


    [Bild: Morgana_mini.jpg]

    Morgana hörte der Dalish zu als sie ihr den Grund für das Verlassen ihres Clans erzählte. Es war genau wie Morgana es schon vermutet hatte. Die Dalish war eine neugierige junge Frau und wollte Wissen erlangen. Und jeder der sich mit den Dalish auskannte wusste das ein Dalish Clan, der falsche Ort für solche Träume war. Sie war irgendwie eine zerissene Persönlichkeit. Einerseits glaubte sie an die Traditionen des Clans, sowie die Lebenslüge der Dalish, an die sie sich klammerten wie der Bettler an seiner letzten Habe, aber andererseits erkannte sie das es kaum Zukunft gab, wenn man nur in der Vergangenheit lebte und sich dem Neuen verschloß. Man konnte im Vergangenen Wissen finden, das wusste Morgana ansonsten wäre ihre Forschung volkommen umsonst. Aber man musste neue Wege gehen um Wissen zu erlangen. Deswegen hatte sie die Druidinnen verlassen. Nun ja deswegen und wegen ihrem kleinen Pakt. Aber während sie sicher und entschlossen auf dem von ihr gewählten Pfad wanderte, hatte Unsicherheit die Dalish ergriffen. Eine neue Welt mit ihren Möglichkeiten konnte erschreckend am Anfang sein. Wie jemand der lange in einem Käfig gelebt hatte und nun endlich die Welt sah. Manche kamen mit der neuen Umgebung zurecht, andere sehnten sich nach der Behaglichkeit und der vertautheit des Käfigs zurück. Sie hatte Angst, aber sie vertraute Morgana genug um darüber zu reden. Und die Hexe war froh darüber, sogar ein wenig stolz. Sie war mit Frauen aufgewachsen denen sie vertrauen konnten und die ihr geholfen hatten, wenn sie Probleme hatte. Auch wenn ihr die Einsamkeit ihrer Wanderung, insofern gefallen hatte, weil sie tun konnte was ihr gefiel, so war es schön wieder jemanden zu haben, mit dem reden konnte wenn einem danach war. Und mit der Elfe konnte man Gespräche führen, die man mit Männern wie Artur nicht führen konnte. Außerdem konnte es für die Zukunft auch nicht schaden die Dalish auf ihrer Seite zu wissen.

    Morgana wartete bis Larissa ihre Rede beendet hatte und fuhr dann mit sanfter und freundlicher Stimme an zu sprechen.
    "Ich danke euch das ihr euch mir anvertraut habt. Dieses Vertrauen eurerseits bedeutet mir recht viel. Und keine Angst ich werde eure Geheimnisse für mich behalten." Sie nickte ihr freundlich zu und fuhr dann fort.
    "Was die Verderbnis angeht, macht euch nicht allzuviele Sorgen. Ja sie sind eine Gefahr und sie haben eine Schlacht gewonnen. Aber eine verlorene Schlacht bedeutet nicht das ein Krieg gewonnen ist. Die Menschheit hat bisher jede Verderbnis besiegt, auch wenn es tausende Menschenleben gekostet hat. Menschen führen oft Kriege gegeneinander, aber wenn eine Bedrohung sie alle vernichten kann, finden sie sich normalerweise zusammen und setzen alles daran die Brut zu stoppen. Erst wenn das gelungen ist verfallen wir wieder in unsere kleinen Streitigkeiten. Fragt unseren Ser Artur dazu bei Gelegenheit, immerhin sind schon drei Verderbnisse über sein Land marschiert, also kennt er die Geschichte dazu wahrscheinlich besser als ich. Vergesst die Armeen und ihre Schlachten. Wir sind jetzt momentan eine Gruppe und passen auf uns auf. Und solange ich und Artur auf euch aufpassen seid ihr sicher, genauso wie ich sicher bin wenn ihr und Artur auf mich aufpasst. Und momentan haben wir auch noch diesen Mordred dabei,der ja auch zumindestens auf euch aufpasst. Also ist dieser Ort momentan wahrscheinlich genauso sicher wie euer Clan für euch."
    Morgana sprach entschlossen um die Dalish zu überzeugen. Oder überzeugte sie sich selbst ? Es war auch egal, die Hauptsache war das Larissa sich in ihrer Gruppe sicher und geborgen fühlte.
    "Ich bewundere eure Entscheidung den Clan zu verlassen um neues Wissen zu erlangen. Genau deswegen habe ich auch meine Lehrerin verlassen. Man kann sich nicht weiterentwickeln wenn man sich nicht bewegt" Sie lächelte der Dalish aufmunternd zu.
    "Und ich glaube wir sind hier richtig. Unser Ser Artur hat vorhin ja wieder gezeigt, das er ein Mann ist der die Gelegenheit beim Schopf packt. Genau wie unser Lord Aromaki. Na ja, Männer halt. Da sind sie alle gleich." Sie lachte kurz vergnügt auf und lächelte Larissa an.
    "Auf jedenfall werden wir was von der Welt zu sehen kriegen und ihr werdet euer Schwert reparieren lassen können. Warum seid ihr eigentlich so versessen darauf ? Ihr seid doch schon sehr gut mit dem Bogen und dem Dolch. Wollt ihr mit Mordred oder Artur in Konkurrenz treten ?"
    Sie lächelte belustigt und warf der Dalish einen neugierigen Blick zu.
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    [Bild: Morgana_mini.jpg]

    Morgana hörte der Dalish zu als sie ihr den Grund für das Verlassen ihres Clans erzählte. Es war genau wie Morgana es schon vermutet hatte. Die Dalish war eine neugierige junge Frau und wollte Wissen erlangen. Und jeder der sich mit den Dalish auskannte wusste das ein Dalish Clan, der falsche Ort für solche Träume war. Sie war irgendwie eine zerissene Persönlichkeit. Einerseits glaubte sie an die Traditionen des Clans, sowie die Lebenslüge der Dalish, an die sie sich klammerten wie der Bettler an seiner letzten Habe, aber andererseits erkannte sie das es kaum Zukunft gab, wenn man nur in der Vergangenheit lebte und sich dem Neuen verschloß. Man konnte im Vergangenen Wissen finden, das wusste Morgana ansonsten wäre ihre Forschung volkommen umsonst. Aber man musste neue Wege gehen um Wissen zu erlangen. Deswegen hatte sie die Druidinnen verlassen. Nun ja deswegen und wegen ihrem kleinen Pakt. Aber während sie sicher und entschlossen auf dem von ihr gewählten Pfad wanderte, hatte Unsicherheit die Dalish ergriffen. Eine neue Welt mit ihren Möglichkeiten konnte erschreckend am Anfang sein. Wie jemand der lange in einem Käfig gelebt hatte und nun endlich die Welt sah. Manche kamen mit der neuen Umgebung zurecht, andere sehnten sich nach der Behaglichkeit und der vertautheit des Käfigs zurück. Sie hatte Angst, aber sie vertraute Morgana genug um darüber zu reden. Und die Hexe war froh darüber, sogar ein wenig stolz. Sie war mit Frauen aufgewachsen denen sie vertrauen konnten und die ihr geholfen hatten, wenn sie Probleme hatte. Auch wenn ihr die Einsamkeit ihrer Wanderung, insofern gefallen hatte, weil sie tun konnte was ihr gefiel, so war es schön wieder jemanden zu haben, mit dem reden konnte wenn einem danach war. Und mit der Elfe konnte man Gespräche führen, die man mit Männern wie Artur nicht führen konnte. Außerdem konnte es für die Zukunft auch nicht schaden die Dalish auf ihrer Seite zu wissen.

    Morgana wartete bis Larissa ihre Rede beendet hatte und fuhr dann mit sanfter und freundlicher Stimme an zu sprechen.
    "Ich danke euch das ihr euch mir anvertraut habt. Dieses Vertrauen eurerseits bedeutet mir recht viel. Und keine Angst ich werde eure Geheimnisse für mich behalten." Sie nickte ihr freundlich zu und fuhr dann fort.
    "Was die Verderbnis angeht, macht euch nicht allzuviele Sorgen. Ja sie sind eine Gefahr und sie haben eine Schlacht gewonnen. Aber eine verlorene Schlacht bedeutet nicht das ein Krieg gewonnen ist. Die Menschheit hat bisher jede Verderbnis besiegt, auch wenn es tausende Menschenleben gekostet hat. Menschen führen oft Kriege gegeneinander, aber wenn eine Bedrohung sie alle vernichten kann, finden sie sich normalerweise zusammen und setzen alles daran die Brut zu stoppen. Erst wenn das gelungen ist verfallen wir wieder in unsere kleinen Streitigkeiten. Fragt unseren Ser Artur dazu bei Gelegenheit, immerhin sind schon drei Verderbnisse über sein Land marschiert, also kennt er die Geschichte dazu wahrscheinlich besser als ich. Vergesst die Armeen und ihre Schlachten. Wir sind jetzt momentan eine Gruppe und passen auf uns auf. Und solange ich und Artur auf euch aufpassen seid ihr sicher, genauso wie ich sicher bin wenn ihr und Artur auf mich aufpasst. Und momentan haben wir auch noch diesen Mordred dabei,der ja auch zumindestens auf euch aufpasst. Also ist dieser Ort momentan wahrscheinlich genauso sicher wie euer Clan für euch."
    Morgana sprach entschlossen um die Dalish zu überzeugen. Oder überzeugte sie sich selbst ? Es war auch egal, die Hauptsache war das Larissa sich in ihrer Gruppe sicher und geborgen fühlte.
    "Ich bewundere eure Entscheidung den Clan zu verlassen um neues Wissen zu erlangen. Genau deswegen habe ich auch meine Lehrerin verlassen. Man kann sich nicht weiterentwickeln wenn man sich nicht bewegt" Sie lächelte der Dalish aufmunternd zu.
    "Und ich glaube wir sind hier richtig. Unser Ser Artur hat vorhin ja wieder gezeigt, das er ein Mann ist der die Gelegenheit beim Schopf packt. Genau wie unser Lord Aromaki. Na ja, Männer halt. Da sind sie alle gleich." Sie lachte kurz vergnügt auf und lächelte Larissa an.
    "Auf jedenfall werden wir was von der Welt zu sehen kriegen und ihr werdet euer Schwert reparieren lassen können. Warum seid ihr eigentlich so versessen darauf ? Ihr seid doch schon sehr gut mit dem Bogen und dem Dolch. Wollt ihr mit Mordred oder Artur in Konkurrenz treten ?"
    Sie lächelte belustigt und warf der Dalish einen neugierigen Blick zu.


    [Bild: Larissa_klein.jpg]

    Die Elfe zog verwundert eine Augenbraue hoch, als Morgana von ihrer „Flucht“ sprach. Dann fiel ihr ein, dass sie nur sehr wenig über die Hexe wusste. Sie war jung und hübsch. Und offensichtlich gefährlich, doch auch voller Mysterien. Doch sie meinte es wohl ehrlich, wenn sie Larissa immer wieder ihre Freundschaft und Hilfe versicherte. Mit jedem Mal fühlte sich die Dalish sicherer und als die Hexe sie auch auf Arturs Schwertarm und Mordreds beherztes Eingreifen aufmerksam machte wusste sie, dass Morgana Recht hatte und Larissa sicher war. Vorerst. Denn im Gegensatz zu Morgana tat Larissa die Dunkle Brut nicht als eine sich immer wieder wiederholende Geschichte ab, in der strahlende Helden herantraten und die bestialischen Monster zurückschlugen, obwohl die Drei eine gute Figur für Heldensagen abgegeben hätten. Hätten sie Mordred doch bloß schon in der Grotte dabei gehabt, er hätte eine schöne Legende um die Drei flechten können…

    Mit Lord Aromaki? Mit Mordred?“, rief Larissa verdutzt aus, als Morgana sie auf ihre Obsession gegenüber der zerbrochenen Klinge ansprach. „Bei den Schöpfern nein. Habt Ihr denn nicht gesehen wie er kämpft? Der beste Schwertstreich den ich je gesehen habe! Wisst Ihr, wir Dalish haben auch Schwerter, Dolche und Schilde. Wir haben sogar große Streitäxte, benutzen sie aber nur sehr, sehr selten. Aber unsere Schwerter sind anders. Leichter, filigraner. Aber trotzdem nicht so... schwerthaft. Ich weiß nicht wieso, aber dieses Schwert“, sie schüttelte den Kopf. „…zieht mich fast wie magisch an. Als ich es fand sah ich Bilder vor meinem geistigen Auge, Bilder von großen Schlachten und Rittern, zumindest glaube ich, dass es Ritter waren. Ich hatte damals ja noch nie welche gesehen und vielleicht gaukelt es mir mein Gedächtnis auch nur vor“.
    Larissa stockte im Sprechen, denn sie hatte gar nicht mitbekommen, wie ihre Finger nach der Waffe getastet hatten und nun den Griff befühlten und sanft mit den Kuppen über die Schwertscheide streiften. Erschrocken blickte sie auf. Dann jedoch fuhr sie ruhig fort: „Wie gesagt, auch wir Dalish haben Schwerter und einige im Clan trainieren mit ihnen. Die Menschen sehen in uns das, was ich bin. Ein Bogenschütze der Tiere jagt. Doch in Wahrheit haben auch die Dalish Krieger. Krieger, die jedem normalen Soldaten auf dem Schlachtfeld Konkurrenz machen könnten. Diese Soldaten gegen die Artur und Mordred kämpften wurden von den Beiden besiegt. Gegen so viele wahre Dalish Krieger…“. Larissa verstummte und überlegte wobei sie ihre Stirn kraus zog und die Lippen spitzte, während sie die grünen Augen gen Haarschopf drehte. „Hmm… Arturs Rüstung hält vermutlich alles aus und Mordred kämpft wie ich noch nie jemanden habe kämpfen sehen. Vielleicht hätten sie gewonnen, aber vielleicht auch nicht“.

    Nach einer Weile überkam Larissa die Müdigkeit. Die Unbill des Tages lastete noch immer auf ihren Schultern und sie sehnte sich nach einem neuen Morgen. So zog sie sich bis auf den Slip aus und kuschelte sich unter eine der Decken. Das Feldbett war durchgelegen und schmutzig. Doch auf dem Stoff lag noch eine Decke, vermutlich Wolle, welche einem ein angenehm wärmendes Gefühl gab. Trotz ihrer Müdigkeit wollte sie ihre Frage nicht auf Morgen verschieben und rief von ihrem Bett herüber: „Morgana. Ich würde Euch gerne noch etwas fragen. Ihr habt mich nach meinem Verlassen gefragt, nun würde ich gerne etwas über das Eure hören. Wer war Eure Lehrerin, die Ihr verlassen habt? Auch eine Hexe?
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    846
    Kilian

    [Bild: Rafael_2.jpg]Trotz seiner anhaltenden Müdigkeit setzte Rafael sein Vorhaben vom Nachmittag in die Tat um und leerte mit Cedric zusammen einige Bierkrüge. Kilian hatte es vorgezogen, sich an einen anderen Tisch zurück zu ziehen, sodass der Magier immerhin nur für zwei zu zahlen hatte, als er großzügig seinen Geldbeutel öffnete und ohne Unterlass Nachschub orderte, sobald das Bier zur Neige ging. Die verformten Goldstücke, mit denen er Gwens Schergen bekämpft hatte, ließ er dabei stets geflissentlich zurück in den Beutel fallen, wenn sie ihm beim Griff hinein zwischen die Finger kamen. Während die beiden fröhlich zechten, brachte Ser Robert Ismael und Gwen herein und nach kurzer Absprache mit Kilian und dem Wirt in ein Zimmer im oberen Stockwerk. Cedric schaute währenddessen kurz von seinem Krug auf, um zu sehen, ob seine Hilfe von Nöten war. Obgleich er vermutlich nicht mehr in der Lage gewesen wäre, irgendjemanden irgendwohin zu bringen, war er wenigstens ehrlich bemüht, seinem Hauptmann, seinem Vorbild so gewissenhaft wie nur möglich zu dienen. Rafael hingegen scherte sich kein bisschen mehr um die Geschehnisse um ihn herum, nachdem er zufrieden zur Kenntnis genommen hatte, dass Gwen unter Aufsicht stand. Für ihn war dieser Abend der ehrlich verdiente Lohn für harte Arbeit und auch wenn der Hauptmann ihm vermutlich kein Bier ausgeben würde, so stand es ihm doch zumindest zu, sich selbst welches zu bestellen.

    Zwischen zwei Runden stieß Cedric den Magier kumpelhaft an der Schulter: ,,Sag mal, warst Du eigentlich mal verliebt? Also so richtig?“ Rafael warf ihm einen geringschätzigen Blick zu. Er ahnte bereits in welche Richtung dieses Gespräch sich entwickeln würde und war gewiss noch nicht betrunken genug, um es zu führen. Außerdem hatte er eigentlich gehofft, dass der Junge seine Lektion gelernt hatte. Es war gut, dass er sein Leben vor lauter Pflicht nicht vergaß, aber Rafael hatte nicht vor, seine Strafpredigt ein zweites Mal zu halten und hoffte in sich, dass es auch nicht nötig sein würde. Anstatt also auf Cedrics Frage einzugehen orderte er mit einer ausladenden Handbewegung zwei weitere Krüge Bier und leerte im gleichen Zuge den, der vor ihm stand.
    Zwei Stunden vergingen wie im Fluge.
    ,,....und packe sie so von hinten bei den Haaren um ihr...“, ein Poltern riss Rafael aus seiner lebhaft vorgetragenen Geschichte. Ohne um Erlaubnis zu bitten oder überhaupt ein Wort zu sagen hatte sich Eke an ihrem Tisch niedergelassen und seinen Helm darauf fallen lassen. Der Magier griff seine Geschichte nicht wieder auf und nahm stattdessen einen weiteren Schluck Bier. Er spürte auf einmal einen ekligen Geschmack im Mund, den er wegspülen wollte. Der Alkohol in seinem Blut versuchte mit aller Gewalt ihn davon zu überzeugen, dass es eine geniale Idee wäre, sich grade jetzt für die Schläge zu rächen, die Eke ihm verpasst hatte, doch hatte sich Rafael noch ausreichend gut unter Kontrolle, um diesem Drängen zu widerstehen. Eke war eine Zumutung und eine Schande für die gesamte Menschheit, doch würde er ihn bald los sein und hätte dann wochenlang Zeit sich an der Vorstellung zu laben, dass dieser Mistkerl den ganzen Weg zurück nach Denerim reiten durfte. Und zwar allein. Hatte der Händler nicht etwas von Qunari auf der Hauptstraße erzählt? So grinste er verstohlen in seinen Krug hinein und provozierte zur Abwechslung keinen Streit mit dem Soldaten, der großspurig Essen und Bier für sich geordert hatte, natürlich ohne zu fragen, ob vielleicht noch jemand anderes etwas wollte. Als der Bastard dann jedoch anfing, den Hauptmann zum Trinken aufzufordern, verging Rafael auch die Lust am Bier. Es schien ihm plötzlich ein niederes Getränk zu sein, nur gut genug für Eke und seinesgleichen, mit denen er sich wahrlich nicht auf eine Stufe stellen wollte. Er wusste nicht, ob er Kilian verfluchen oder ihm dafür danken sollte, dass er kurz darauf zu ihrem Tisch herüber kam. Zwar führte die Anwesenheit des Hauptmannes selten dazu, dass sich seine Laune hob, aber immerhin hatte er Eke Paroli geboten, woraufhin dieser dann an einen anderen Tisch gewechselt war. Cedric hatte sogleich versucht, dessen Abwesenheit für die Fortsetzung des Gespräches zu nutzen, doch war Rafael nicht mehr in der Stimmung dafür. Außerdem war es vermutlich klüger, dem jungen Templer nicht zu viel auf einmal zu erzählen, grade wenn er betrunken war. Sein letztes Abenteuer hatte ihn zwar teuer zu stehen gekommen, doch wer wusste schon, wie viel Alkohol es brauchte, um diese Erinnerung zu ersäufen? Nachdem sich Kilian niedergelassen hatte war an derartige Themen ohnehin nicht mehr zu denken, weswegen sich Cedric in Schweigen hüllte und angestrengt versuchte, möglichst nüchtern auszusehen. Der Bursche war wirklich hin- und hergerisen zwischen seiner Rolle als Templer und den Gelüsten seines Herzens. Rafael war froh, dass er sich nicht mit solchen Spannungen herumschlagen musste und wandte sich Kilian zu, der ihn nach seiner Rolle in Kirkwall gefragt hatte. ,,Ob Ihr es glaubt oder nicht, Hauptmann, ich bin Lehrer. Zuletzt habe ich die Lehrlinge in Geistmagie unterwiesen und hoffe, dass ich hier in Ferelden damit fortfahren kann.“ Er sortierte kurz seine Sprachwerkzeuge, bevor er fortfuhr. Der widerwärtige Geschmack, den Ekes Erscheinen hervorgebracht hatte, war verschwunden, aber irgendwie war ein pelziges Gefühl an dessen Stelle getreten, das nur wenig angenehmer war. Braute der Wirt sein Bier mit Quecksilber? ,,Ich habe auch für zwei Jahre den Unterricht in Machtmagie betreut, aber dieser Disziplin wird hier in Ferelden kaum Beachtung geschenkt,wie ich vor meiner Abreise hörte. Eine Verschwendung, wenn Ihr mich fragt, aber so hat eben jeder Zirkel seine Vorlieben und Gewohnheiten. Gab es in Starkhaven irgendetwas, das Ihr hier vermisst?“ Wie er bei einem ihrer letzten Gespräche bereits erzählt hatte, war er nur einmal im Zirkel von Starkhaven gewesen und hatte nicht unbedingt die besten Erinnerungen daran. Trotzdem konnte es nicht schaden, ein wenig über andere Zirkel zu wissen und außerdem hatte Kilian bisher fast überhaupt nichts über sich oder sein Leben erzählt. Rafael rechnete zwar keineswegs mit der Redseligkeit, die Cedric so gern an den Tag legte, doch erhoffte er sich trotzdem die eine oder andere Geschichte aus der Vergangenheit des Hauptmannes. ,,Was meint Ihr? Trinken wir ein Glas ein Wein zusammen?“, fragte er nach kurzem Überlegen. Er konnte sich von Eke ja nicht den ganzen Abend ruinieren lassen und wenn er schon keine Lust mehr auf Bier verspürte, so musste nun geeigneter Ersatz gefunden werden.




    Gisele & Elisa
    [Bild: Maeyaalinh_avatar.jpg]

    Die drei Frauen hatten grade erst mit dem Essen begonnen, als Gisele geradeheraus fragte, was Maeya'alinh ihr zu erzählen hatte. Damit erledigten sich für die Elfe alle Vorbehalte gegenüber Elisa, die ihnen freundlich für die Einladung gedankt hatte. Wenn Gisele in ihrer Gegenwart so offen über ihr Vorhaben sprach, so brauchte sie keine Sorge zu haben, vielleicht etwas zu erzählen, was nicht für die Ohren der Bogenschützin bestimmt war.
    ,,Dieser Wald von dem Ruppert gesprochen hat.“, begann sie. Giseles Aufmerksamkeit nahm sichtbar zu, ein Umstand, der auch Elisa nicht verborgen blieb. ,,Ich habe ihn gefunden, durch Zufall.“ Die genauen Umstände sparte sie aus. Menschen hatten ohnehin ein nur schwach ausgeprägtes Gefühl für die Erde, auf der sie liefen, also wie sollte sie Gisele erklären, dass sie den Wald oder viel mehr seinen Abdruck im Gefüge der Welt gespürt hatte? ,,Auf jeden Fall war die Beschreibung ziemlich genau und der Weg dorthin ist gut zu finden. Wir können noch vor dem Mittag dort sein, wenn wir morgen früh aufbrechen.“ Sie ließ in ihren Ausführungen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie Gisele begleiten würde und hatte auch nicht die Absicht, sich dieses Vorhaben ausreden zu lassen: Dieser Wald war ein lebendes Stück Erinnerung an vergangene Jahrhunderte. Wenn Gisele darin ein angebliches Ungeheuer jagen wollte, so mochte sie das tun, doch Maeya'alinh würde es sich deswegen gewiss nicht verzagen lassen, zwischen den uralten Bäumen umher zu wandern und ihnen zuzuhören. Während die schwarzhaarige Kriegerin also über das Gehörte nachdachte, winkte die Elfe mit einer zierlichen Bewegung Borin herbei. Dabei bemerkte sie im Augenwinkel, dass Elisa ihre Blicke aufmerksam zwischen ihr und Gisele hin und her wandern ließ: Entweder wartete sie noch auf eine Antwort auf ihre Frage bezüglich des Zirkels, über die Maeya'alinh wegen der direkten Nachfrage von Gisele mehr oder weniger höflich hinweg gegangen war oder sie war neugierig auf die Geschichte, die sich hinter dem Schlickmoorwald verbarg und hoffte auf weitere Details. Doch darüber, so beschloss die Elfe für sich, würde Gisele befinden müssen und wandte sich dem Wirt zu, als er an ihren Tisch kam: ,,Ich hätte gern noch eine Portion Suppe mit etwas Brot. Und könntest Du uns wieder einen Krug mit Wasser bringen?“ Großzügig lächelte der Zwerg und lud mit einer weitschweifigen Handbewegung auch die anderen beiden Frauen ein, mehr zu bestellen. ,,Natürlich, sehr gern! Was darf es noch sein?“ Bevor Gisele oder Elisa etwas sagen konnte, warf Meaya'alinh noch eine Frage ein: ,,Sag, hast Du Walla gesehen? Ich hatte gehofft, dass sie sich zu uns gesellt.“ Aus Borins Lächeln wurde ein Grinsen. ,,Walla ist grade oben und bereitet etwas vor. Ich weiß aber auch nicht so richtig was.“ Ohne auf eine bessere Antwort zu bestehen beließ die Elfe es dabei und nickte nur freundlich. So genau wollte sie vermutlich gar nicht wissen, was Walla da trieb.



    Talorr
    [Bild: Dethmold_Avatar.jpg]

    Die ersten Stunden des Marsches gestalteten sich ebenso problem- wie ereignislos und Darius war guter Dinge. Sollte weiterhin alles nach Plan verlaufen, so würde er dieses chaotische Land schon bald verlassen und nach Seheron zurück kehren können. Er hielt kurz an, um sich zu strecken, wobei seine alten Knochen hörbar knackten. Als er zum Himmel aufsah, erkannte er, dass es ziemlich genau Mittag sein musste: Die Sonne schien fast senkrecht durch eine dünne Wolkendecke auf ihn und Talorr herab. Der Ben-Hassrath wandte sich zu seinem Begleiter um: ,,Wir kommen gut voran.“ verkündete er zufrieden. ,,Wisst Ihr, wie lange man zu Fuß nach Gwaren braucht?“ Grade als er diese Worte sprach und im Kopf gleichzeitig alle Bestandteile seines Plans immer wieder durchdachte, stach ihm auf einmal ein Geruch in die Nase, kaum wahrnehmbar, auf auf keinen Fall zu leugnen: Feuer.

    Und obgleich Feuer an sich schon berechtigter Grund zur Sorge war, haftete diesem Geruch noch etwas an, was Darius nicht sicher zuzuordnen wusste. Eine weitere Komponente im Zusammenspiel der Duftstoffe, die seine Aufmerksamkeit noch mächtiger auf sich zog. Obgleich er sich sicher war, dass es so sein musste, fragte er Talorr: ,,Riecht Ihr das?“
    Khardim is offline Last edited by Khardim; 06.07.2015 at 09:14.
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