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    Waschweiber-Verführer Avatar von Ornlu
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Ornlu ist offline
    "Und ihr denkt, wenn wir bis auf die Zähne bewaffnet da rein marschieren wird das schon irgendwie? Uns noch paar geheime Waldläufertaktiken aus dem nicht vorhandenen Waldläufer-Taktik-Buch rausholen und die Sache dann läuft? - Wir haben es gegen unsere Leute zu tun. Das ist keine Übung zwischen mehreren Jagdkommandos, sondern ein richtiger Kampf. Die Frage ist wer wen besser kennt, um zu gewinnen. Und da sage ich, dass der Feind uns besser kennt und weiß wie es in den Köpfen von Valgus und Ricklen zugeht. Der Feind weiß ganz genau wie ihr führt, weil es genug über euch zu erzählen gibt. Und letztlich haben die eine Position wo sie immer im Vorteil sind.", meinte Ornlu nachdenklich und hatte schon einen Gedanken gefasst, wie man zumindest die Sache anders angehen könnte.

    "Ich habe die Möglichkeiten. Aber ob uns das mehr einbringt ist eine andere Frage. Zumindest würde es Gewissheit bringen. - Wir können es also wagen. Gewöhnlich halte ich nicht viel davon, durch meine Mächte den Menschen bei ihren weltlichen Problemen zu helfen oder sie zu ihren Glück zu zwingen. Ich bin kein Feuermagier. Aber wenn unsere Leute nicht mehr wieder auftauchen und die Feinde von der Insel verschwinden...wird dies zu einer Zerissenheit unter uns hier auf der Insel führen, von der sich manche unserer Besten nicht erholen werden.", meinte der Druide und blickte zu Ricklen.

    "Bringt mich in die Nähe und wir schaffen Gewissheit. Rüstet euch für alles und...bestimmt für diese Sache neue Anführer. Ricklen und Valgus sind kopflos, haben Angst zu verlieren. Bestimmt mindestens einen unter euch der anführt und keine Angst vor Ricklen oder Valgus hat. Bestimmt zwei Leute die beiden einen Pfeil in den Kopf jagen, wenn sie nicht nach Plan handeln.", forderte Ornlu auf und richtete sich seine Kleidung, bevor er kurz in Richtung Tooshoo in einem Gebüsch verschwand.

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    Veteran Avatar von Onyx
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Onyx ist offline
    Onyx war verwundert über die Worte des Wolfes. Andere Anführer bestimmen? Durfte er das? Boss war doch Boss. Für den Hünen war es immer schwer sich bei sowas umzustellen. Ricklen vertraute er dank der langen Zeit die sie schon miteinander zogen. Jetzt aber jemand anderen?
    Die ganze Gruppe blickte sich an, während dieser ornlu im Gebüsch verschwunden war.
    "Wohin ist er?", fragte einer.
    "Wenn man muss, dann muss man.", entgegnete Onyx schulterzuckend. Niemand traute sich Vorschläge zu machen. Loyalität in einem Jagdkommando war wichtig - enorm wichtig sogar! Jetzt gegen seinen Anführer einen anderen - wenn auch nur für diese Sache zu bestimmen - war seltsam.

    "Schon ok. Er hat recht. Ricklen wird mir zustimmen. Ohne klare Gedanken, kann man keine klaren Siege erringen.", sprach valgus, setzte sich und verschränkte die Arme. Ricklen blickte sich hingegen um, musterte jedes Gesicht und setzte sich dann neben Valgus von der Fuchssippe.

    "Besser so.", dachte sich Onyx und wohl auch andere. Bei ihnen war es eigentlich klar. Wenn Ricklen ausfiel, übernahm Jilvie. Jilvie war aber nicht da.
    "ich finde es zwar seltsam von einen stinkenden Ziegenbock aus Nordmar angeführt zu werden, aber Hjarti hier ist schon lange dabei und vielleicht irgendwie genau richtig. Die meisten von uns haben nur die Waldläuferausbildung, kommen sogar aus Silden. Er hat - auch wenn wir meist darüber lachen - auch in Normar ein paar Dinge gelernt. Dinge die vielleicht die Feinde nicht kennen.", brachte Kjarl vor.
    "Mit dem Kopf durch die Wand ist aber keine Taktik.", meinte einer von Valgus Leuten, schien aber keinen besseren Vorschlag zu haben.
    "Einen Bären in seiner Höhle erlegen lernt man nicht bei uns. Dort schon. - Kriegst du das hin, Hjarti?", fragte Kjarl und hatte zum ersten Mal überhaupt ernsthaft mit dem Nordmarer gesprochen. Soweit sich Onyx erinnerte.

    Hjarti schien nachdenklich - auch etwas was Onyx zum ersten Mal so erlebte. Sonst riss er seinen Mund auf, machte derbe Sprüche und lachte lauter als ein Ork brüllen konnte. Er nickte aber letztlich. es schien für Onyx, der viel beobachtete, als ob für Hjarti etwas geschah womit er so nicht rechnete. Nicht er der Nordmarer der aus Nordmar verbannt wurde, weil er die Tochter eines Clanschefs geschwängert hatte, obwohl dieser strickt gegen die Verbindung war. Hjarti der Taugenichts, wie er in Normar beschimpft wurde, weil er auf dieses ganze Getue von Ahnen, Ehre und Kampf nicht als sein Leben betrachtete und lieber mit dem Leben eines Waldvölklers zurecht kam. Mit Sumpfkraut, umherziehen, jagen, Freiheit und sich mit Frauen vergnügen. Dafür wollte er kämpfen und nicht für einen alten Pelz, unendliche Weiten aus Schnee und irgendwelche Ahnen die eh tot waren. Seine Stellung beim Waldvolk war nie eine Hohe, aber eine vollends akzeptierte. Er gehörte keiner alten Sippe an oder tat sich mit großen Worten hervor. Man kannte ihn, man schätzte seinen Speer und Kraft und man trank gerne mit dem lauten, derben Nordmarer der die Sprüche über ihn mit einem herzhaften Lachen und oft einen guten Konter nahm wie sie kamen.

    "Onyx sagen Hjarti heute Boss. Wir nicht viel Zeit und auf Weg uns Hjarti sagen was machen oder dann überlegen zusammen. Hjarti stark und kämpfen gut. Wir brauchen nur einen was geben Kommando. Dann wir schlagen zu wie wir können. Haben andere Vorschlag oder sagen auch Boss sein Hjarti? Onyx schießen auf Valgus, wenn machen Ärger. Von Valgus Leuten schießen auf Rickeln. Niemand von andere Kommando machen Rache. So wir einig?", fragte Onyx in die Runde.

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    Schwertmeisterin Avatar von Freiya
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Freiya ist offline
    Eine angespannte Ruhe folgte auf Onyx' Worte. Dann schließlich trat Valgus vor.
    "Ich bin dabei. Und meine Leute auch. Hjarti ..." er schlucke, "ich für meinen Teil kann ihn als Anführer akzeptieren."
    Obwohl es ihm sichtlich schwerfiel.
    "Und du?", fragte Fabian an Ricklen gewandt. Der verzog das Gesicht und spie aus. Seine Augen wanderten zwischen Valgus und Hjarti hin und her, und Freiya konnte ihm anzusehen, dass er hin- und hergerissen war zwischen Auflehnung und Widerspruch und der Scham, sich jetzt gegen die Gruppe zu stellen.
    "Einverstanden", knurrte er schließlich.
    Eine spürbare Entspannung ging durch die Gruppe.
    "Wir brauchen noch einen zweiten Anführer, jemanden, der vielleicht ein weniger hitziges Gemüt hat als unser Hjarti", sprach Fridtjof nun. "Nimm's mir nicht übel, mein Bester!"
    "Deswegen hätte ich dich als nächstes vorgeschlagen", sprach Fabian. Verdutzt blickte Fridtjof sie an. Die Gruppe um ihn herum straffte sich und nickten. Freiya war gespannt, wie sich die Sache entwickeln würde.
    "Gute Idee!", warf Ronja ein und auch Valgus nickte:
    "Du könntest ein eher unbeschriebenes Blatt sein für unsere Feinde. Fühlst du dich dem gewachsen?"
    Fridtjof zögerte keinen Augenblick:
    "Das tue ich. Wenn Hjarti einverstanden ist und meine Leute bei mir bleiben können, dann gehen wir den Drecksschweinen endlich an den Kragen und holen unsere Leute da raus!"
    "Jawohl!", rief Hjarti und trat angriffslustig nach vorn. "Lasst uns loslegen. Onyx hat es bereits gesagt, wir müssen unserem Feind näherkommen und währenddessen beraten wir, wie wir vorgehen."

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    Waschweiber-Verführer Avatar von Ornlu
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    Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
    Ornlu ist offline
    "Wurde auch langsam Zeit.", dachte sich Ornlu, als er einfach der gerade losgezogenen Gruppe folgte. Was sie wohl gedacht hatten, als er im Gebüsch verschwand? Bestimmt, dass er irgendwas Besonderes machen würde oder noch etwas besorgt, was alles ändern wird. Oder einfach gar nichts, weil es Wichtigeres zu tun gab. Letztlich behielt er es erst einmal für sich und hatte sich einfach etwas passender angekleidet.
    "Wo ist Maris?", fragte er sich kurz danach und schloss mehr und mehr nach vorne auf.

    "Hjarti! Oder besser Ronja...ich bräuchte den Anhänger und dann müssen wir in die Nähe des Fundortes. Ich denke mal unser kurzfristiges Lager wird mit etwas Abstand dazu hergerichtet? Ich werde dann...meine Mittel anwenden. Mit mehr Erkenntnis über das Versteck kann man besser planen. Soll ein frontaler Angriff erfolgen oder locken wir sie heraus? Und hat jemand von euch Erfahrung in Kräuterkunde?", fragte er in die Reihe.
    Geändert von Ornlu (06.02.2018 um 00:58 Uhr)

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    Adventurer Avatar von Salazar Kagan
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    Salazar Kagan ist offline
    "Ich würde sagen, Joe, wir sind ziemlich am Arsch."
    Salazar sagte diesen Satz nun bestimmt schon zum hundertsten Mal. Und wie die hundert Male zuvor war Joe Black nicht in der Lage, ihm zu antworten.
    Der wackere Krieger Beliars lag in einem alten, aus faserigen Pflanzen gebundenem Bett und kämpfte gegen unsichtbare Dämonen. Sein vor Fieber glühender Leib war unruhig. Immer wieder wälze Joe sich herum, stöhnte und ächzte. Wortfetzen verließen ab und zu seinen Mund. Anfangs hatte Salazar noch gehofft, Joe versuche mit ihm zu sprechen. Doch die Worte ergaben keinen Sinn. Sie waren ein unzusammenhängendes Geflüster. Es war, als würde er seine ihm fremde Sprache sprechen. Die Sprache ihres Herrn Beliar. Vielleicht war das ein Zeichen, das es bald zu Ende sein würde.
    Der Varanter schüttelte den Kopf das sein verfilztes, fettiges Haar nur so um eine geschundenen Ohren peitschte. Er durfte sich jetzt nicht verrückt machen lassen. Die Welt um ihn herum war schon gefährlich genug, da brauchte es nicht auch noch seine eigene Fantasie, die seinen Geist und Widerstandwillen langsam korrodierte und zu Asche zermalmte, die in der schwülen Luft des Sumpfes fortgeweht wurde. Ein Luftzug. Wie sehr wünschte Salazar sich einen feinen, kühlenden Windhauch. Doch die Luft stand, stank wie zum Himmel und trug in sich die Aura der allgegenwärtigen Gefahr.

    Die letzten Tage waren für sie die Hölle gewesen. Sha hatte sie nur bis zur Grenze seines Jagtterritoriums begleitet, daraufhin waren sie auf sich alleine gestellt gewesen. Zu zweit gegen den Sumpf, der sich gegen alles Menschliche verschworen haben schien. Im fanatischen Gottvertrauen waren sie stoisch losmarschiert, hatten Blutfliegen, aufgequollenen Sumpfratten und schlimmeren widerstanden. Joe hatte sie alle gnadenlos niedergemacht. Doch am Ende hatte der Sumpf sein verborgenes Ass ausgespielt. Was Milizsoldaten, Orks und ein verblendeter Paladin nicht geschafft hatten, schaffte eine grünliche, aufgedunsene Blutfliege, die in einer grässlichen Sporenwolke explodierte nachdem Joe seine Klinge in ihr versenkt hatte. Der Wolke waren sie entkommen. Doch der Stich, den das Viech Joe zugefügt hatte, erwies sich als fatal. Anfangs hatte Joe sich noch tapfer gehalten. Später hatte Salazar ihn stützen müssen. Als sie dieses winzige Dorf erreichten welches auf einer Matschbank mitten in einem großen, grünen Tümpel errichtet worden war, hatte Joe alle Mühe gehabt, überhaupt bei Bewusstsein zu bleiben. Seitdem lag er hier, auf diesem Bett, und rang mit dem Tod. Salazar blieb nichts anderes übrig, als ihn zu pflegen. Er gab ihm zu trinken und in den wenigen, wachen Momenten wenn möglich auch etwas Nahrung. Sumpfwurzeln. Fremdartige Beeren, die nur auf einen Wink des Schicksals hin nicht giftig waren. Einmal war Salazar in seiner Verzweiflung sogar hinausgeschritten und hatte mit Joes Klinge eher unbeholfen eine dieser fetten Sumpfratten erlegt. Er hatte sich so viel Fleisch geholt wie er konnte, bevor die Sumpfmonster auf den Kadaver aufmerksam wurden.

    Die Monster...
    Vorallem Nachts kamen sie raus. Zu Anfang hatte Salazar sich noch gefragt, was aus den Bewohnern dieses Dorfes geworden war. Ob sie die Siedlung aus einem bestimmten Grund aufgegeben hatten. Mittlerweile glaubte er fest daran, dass diese Monster die ehemaligen Bewohner es Dorfes waren. Sie verbargen sich in den Pflanzen, ruhten im Morast oder im schlammigen Wasser und gingen Nachts auf die Jagt. Salazar hatte Panisch den Palisadenzugang zum Dorf mit Holzbalken und dornigen Pflanzen versehen, damit sie nicht zufällig hineinwankten und an ihm und Joe ein Festmal hielten. Manchmal konnte er Nachts ein schlüpfriges Schlurfen von außen hören und nie war er sich sicher, ob es nur wieder eine Sumpfhatte war, oder eines von diesen grünen, pilzbewucherten Biestern...

    Salazar seufzte und erhob sich. Er ging hinüber zu dem Kochtopf, in dem etwas Wasser zusammen mit übel aussehenden Wurzeln köchelte. Das Zeug schmeckte nach absolut garnichts. Doch es schien einigermaßen Nahrhaft und Joe sogar ein wenig zu stärken. Auch ihm selbst tat etwas warmes im Bauch hin und wieder gut. Er übertrieb es jedoch nicht mit den Mahlzeiten. Das Feuer schien die Monster da draußen eher anzulocken als fernzuhalten.
    Der Varanter versuchte, seine Situation als eine Glaubensprüfung anzusehen. Ihr ganzer Weg war voller Gefahren gewesen, die sie erfolgreich gemeistert hatten. Je näher sie dem Kastell gekommen waren, desto mehr schien sich die Welt gegen sie zu verschwören. Für Salazar irgendwo Zeichen, dass sie auf dem rechten Pfad wandelten. Doch ein Teil von ihm war auch ein Pragmatiker, und er wusste gut, wenn Joe nicht wieder gesund würde, wäre er höchstwahrscheinlich verloren. Alleine würde er es kaum durch den Wald schaffen, Dennoch war Salazar entschlossen, es im schlimmsten Falle zu versuchen. Doch bis dahin... er blickte zu Joe hinüber, der grade wieder ruhiger geworden war und im Schlaf langsam, gleichmäßig atmete... bis dahin würde er die Hoffnung nicht aufgeben, dass sein Kamerad noch gesund werden würde.

    Salazar goss ein wenig der heißen Suppe in zwei Holzschalen. Eine stellte er neben Joe. Er würde sie ihm später einflössen, wenn sie etwas kälter geworden war. Mit der Anderen trat er hinaus, setzte sich seitlich an den Türrahmen und balancierte die Suppe auf seinen angezogenen Beinen. Ein penetrantes Summen näherte sich von rechts. Salazar schlug danach. Das Summen verschwand, nur um wenige Sekunden später von links zu erscheinen. Der Varanter seufzte und machte sich daran, zu Essen. Hinter ihm würde Joe wieder unruhiger.
    „N...“ Murmelte der Kranke. „Nrrr..“
    Salazar hob die Augenbraue und sah über seine Schulter. Einen Moment lang, glaubte er, soetwas wie „Narr“ verstanden zu haben. Er musste zynisch Grinsen. Sicher hätte sein Vater ihn ebenfalls einen Narr geschimpft, wenn er gewusst hätte, dass er mit einem wildfremden ans Ende der Welt aufgebrochen war, nur um nun in einem Sumpf festzustecken.
    Salazar wand den Kopf wieder nach vorne. Als das Summen diesmal ganz nah kam, schlug er heftig zu und zerschmetterte den Moskito an der Hüttenwand. Endlich verstummte das Summen, dass ihn bisher jede Mahlzeit vermiest hatte. Der Tag endete nicht so schlecht, wie er begonnen hatte.

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    Arkaner Photograph  Avatar von Narzuhl
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Narzuhl ist offline
    Die Suche nach Wasser hatte sich als leichter herausgestellt, als es in diesem Morast zu erwarten gewesen war. Zwar war der Sumpf sicherlich mit Schlammlöchern und Tümpeln übersät, aber nach etwas hastigem Umherstreifen hatte Narzuhl ein kleines fließendes Gewässer gefunden, das durchaus sauber erschien. Ohne großes Zögern hatte er seine Robe abgelegt und war so gut es ging in dem Flüsschen untergetaucht. Seine Gewänder wurden kurzerhand der selben Prozedur unterzogen bis der Magier der Meinung war, dass eventuelle Sporenreste von diesem Pilzungetüm weggewaschen waren. Erst danach hatte sich Narzuhl etwas Zeit genommen um sich genauer umzusehen. Das Flüsschen schien bei genauerer Untersuchung künstlichen Ursprungs zu sein. Nicht nur das außerordentlich gleichmäßige Flussbett sprach dafür. Auch wenn etwas mitgenommen, verlief parallel zum Wasser ein Weg der hier und da durch einen Steg fortgeführt wurde. Da sowohl die Quelle als auch die Mündung des Gewässers zu finden akzeptable Optionen darstellten entschied sich der Magier spontan zunächst flussabwärts zu gehen.


    Seine nasse Robe geschultert war Narzuhl soweit es ging den Fluss entlang gewatet. Es konnte nicht schaden sich noch etwas länger im Wasser aufzuhalten. Schon bevor sich das Dickicht des Sumpfwaldes zu lichten begann wusste der Hüter wohin in der Weg führte. Das Rauschen des Meeres schwappte angenehm dem Sumpf entgegen. Endlich eine Auszeit von dem immergrünen Pfuhl. Die salzige Meerluft nahm immer mehr Überhand und erleichtert trat Narzuhl aus dem Wald heraus an den schmalen Strandstreifen. Gar keine schlechte Idee einen kleinen Kanal bis zur Küste anzulegen. Vermutlich führte das Wasserlauf in der anderen Richtung mindestens bis in die Nähe Schwarzwassers. Ein solcher Transportweg quer durch den Sumpf konnte alltägliche Arbeiten durchaus erleichtern. Doch der Strand hatte noch mehr zu bieten gehabt.


    Das halbe Schiffswrack das aus dem Sand herausragte war ja kaum zu übersehen gewesen. Doch auch jenes wirkte seltsam künstlich drapiert. Möglich das die Hälfte eine Schiffes genau mit dem Bug voraus in Richtung Meer strandete, der Hüter war schließlich kein Experte was die natürliche Positionierung von Schiffswracks anbelangte. Es war jedoch wieder ein Blick auf die Umgebung, die ihn in seiner Vermutung bestärkte. Nahe des Schiffswracks war eine Feuerstelle zu finden gewesen, samt einigen Baumstümpfen als einfache Sitzgelegenheit drum herum angeordnet. Hier hatte schon eine ganze Weile kein Feuer mehr gebrannt, aber die Spuren von verbranntem Holz waren noch klar zu erkennen. Die perfekte Stelle zum Übernachten befand der Magier. Die Luft war warm und klar, er selbst und seine Kleidung konnten also in Ruhe trocknen und es gab keine sumpfigen Überraschungen die sich heranschleichen konnten. Fehlte nur noch etwas Brennmaterial um die Feuerstelle neu zu entfachen. Aber da würde sich am Waldrand sicherlich etwas finden lassen. Am nächsten Morgen würde Narzuhl dann ausgeruht den Kanal flussaufwärts erkunden und hoffentlich in Richtung Schwarzwasser unterwegs sein...

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    Arkaner Photograph  Avatar von Narzuhl
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Narzuhl ist offline
    Der Strand lag mittlerweile längst wieder jenseits dem sumpfigen Dickicht durch das Narzuhl seit einiger Zeit wanderte. Nachdem seine Kleidung über Nacht getrocknet war und er selbst ein paar Stündchen geschlafen hatte, war der Magier am Morgen wie geplant aufgebrochen, um den kleinen künstlichen Flusslauf, welcher ihn immer tiefer in den Sumpf führte, zu erkunden. Die Überreste eines einst ebenso angelegten Weges der dem Verlauf des Kanals folgte erleichterte das Vorankommen enorm auch wenn hier und dort Teile des Stegs bereits verrottet waren. Nicht nur der Weg ließ vermuten, dass er sich immer weiter dem Dorf Schwarzwasser näherte. Narzuhl spürte wie er sich einer starken magischen Quelle nährte. Ob es Tooshoo war oder die Überreste des Dämonenlords der unweit von dem Baum vom Sumpf verschlungen worden war, spielte für die Gewissheit über das Ziel des Wegs keine Rolle. Eine genaue Untersuchung der Nachwirkungen des Weltenrisses würde erst vor Ort vornehmen. Jetzt wollte er so schnell wie möglich voran kommen um in den Resten des Dorfes für die nächste Nacht zumindest irgendetwas zu finden, das man als Unterschlupf bezeichnen konnte. Eventuell waren nach der langen Zeit ja sogar einige ehemalige Bewohner zurückgekehrt und der Magier konnte sie über die Veränderungen und ihre Anpassung an die neuen Gegebenheiten befragen. Diese wertvollen Informationen konnten für zukünftige Experimente von großem Wert sein.


    Allmählich lichtete sich der Wald erneut ein wenig auch wenn man immer noch den Eindruck hatte durch ein völlig überwuchertes Gebiet zu marschieren. Doch wurde zum Beispiel die Anzahl der Bäume weniger und ein erster Blick auf Tooshoo war ab und zu zu erhaschen. Um eventuelle Bewohner nicht direkt zu verschrecken hatte der Hüter darauf verzichtet sich eine Begleitung zu beschwören. Falls Gefahr drohte wusste er sich auch noch auf anderem Weg zu wehren. Falls erfahrene Jäger oder dergleichen sich wieder in Schwarzwasser niedergelassen hatten, hatten sie ihn vielleicht sogar bereits unter Beobachtung genommen als er sich dem Dorf genährt hatte. Die Waldbewohner konnten listenreichen und sehr anpassungsfähig sein und einen Fremden der einen Dämon im Schlepptau hatte würde sie wahrscheinlich mehr als nur misstrauisch werden lassen. Die Sumpfkreaturen waren schon genug Herausforderung. Aus dem Verborgenen abgefeuerte Pfeile und versteckte Fallen wären da nur unnötig hinderlich.


    Doch je näher Narzuhl dem Dorf kam, umso stärker wurde die Vermutung, dass Schwarzwasser komplett verlassen war. Absolut keine Anzeichen von menschlichem Leben, keine Stimmen, keine typischen Geräusche waren zu vernehmen. Auch die ersten Überreste von Hütten waren völlig leer und überwachsen. Der Magier verlangsamte seine Schritte und begann die Umgebung deutlich aufmerksamer zu untersuchen. Er wollte bei seinen Untersuchungen keine Überraschung erleben oder gestört werden. Ein gründlicher Kontrollgang konnte also nicht schaden. Außerdem würde er so auch gleich eine geeignete Stelle zum Übernachten ausfindig machen können...

  8. Beiträge anzeigen #308 Zitieren
    Adventurer Avatar von Salazar Kagan
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    Salazar Kagan ist offline
    Die Tage vergingen. Und während Salazar mit all seiner Beharrlichkeit über diese ihre Zuflucht wachte, hatte sich der Zustand von Joe kein bisschen verändert. Nicht gebessert... aber eben auch nicht verschlechtert, was der Varanter als positiv erachtete. Es gab ja auch sonst nicht viel. Dieser Sumpf drohte, ihn völlig irre zu machen. Zu Beginn ihres Dauermarsches über diese Insel hatte Salazar die Wälder noch ohne zu murren hingenommen. Sich durch sie geschlagen, die peitschenden Äste und die ständige Dunkelheit ertragen. Doch der Wald von Tooshoo gab sich alle Mühe, sich bei ihm gründlich unbeliebt zu machen. Die ständige Dunkelheit zermürbte den Varanter ebenso, wie die dicke, feuchte Luft und die ständigen Angriffe der einheimischen Kreaturen. Salazar übte viel mit dem Schwert, um ihnen im Notfall beizukommen. Doch bei allem Trainig lies sich nicht von der Hand weisen, dass er mit der Waffe ein Stümper war. Ohne Lehrer verkam sein tägliches Trainig zu einem hin und hergefuchtelt mit dem Schwert, welches allenfalls dazu diente, dass er sich an das Gewicht und den Griff gewöhnte.

    Salazar betete mittlerweile mehrmals täglich zu Beliar. Ein Akt des Glaubens, für den er zum eigenen Verdruss mehr Zeit als gewollt übrig hatte. Auch die Langeweile zehrte an ihm. Manchmal zog er sogar ein wenig umher, durchsuchte die übrigen Hütten der verlassenen Siedlung nach halbwegs brauchbaren Dingen. Die wohl größte Entdeckung stellte eine größere Hütte im Dorfzentrum dar. Das Dach war zur Hälfe eingebrochen und im Inneren fand Salazar die bedauernwerten Überreste des Bewohners. Ein Skelett, dem man an der verdrehten Haltung und den zahlreichen Frakturen ansehen konnte, dass dieser Sumpfbewohner brutal mit einer scharfen Waffe erschlagen worden war. In einer der Truhen fand Salazar saubere Klamotten. Einfache Kleidung der Waldbewohner, die ihm zusammen mit seinem verfilzten Haaren und dem zunehmend langen Bart das Aussehen eines wirren Eremiten verlieh. Salazar war es einerlei. Es genügte schon, die völlig zerrissene und verschwitze Kleidung loszuwerden, die er seit Thorniara am Leibe trug.

    Auf dem Rückweg, Salazar schob sich grade das Milizschwert umständlich in die breite Schärpe der Sumpfkleidung, merkte er das es schon dunkel wurde- oder eher, noch dunkler als es an diesem verpesteten Ort ohnehin schon war. Er beeilte sich, zu Joe und der gesicherten Hütte zurückzukehren, als er es bemerkte... Salazar blieb abrubt stehen, die Hand am Griff des Schwertes. Zwischen dem konstanten Gebrüll, Gefiepe und wusste Beliar was für Geräusche die Tiere hier von sich gaben, hörte er eindeutig das Geräusch von Schritten auf feuchtem Holz. Etwas näherte sich. Salazar eilte zur ihm am nächsten liegenden Hütte hinüber. Von hier hatte er sowohl die gesicherte Hütte als auch den Weg zum Tor gut im Blick. Sein Atmen ging schneller und lauter als er ihn kontrollieren konnte. Er glaubte schon, im nächsten Moment würde eine der Sumpfkreaturen durch die von ihm errichtete Barrikade brechen. Doch stattdessen näherte sich gefassten Schrittes ein... Mensch! Die Umgebung mit fast gelehrtenhafter Ruhe sondierend schritt der Mann- ja, es war eindeutig ein Mann wie Salazar recht bald erkannte- durch die ersten Ausläufer des Dorfes, betrachtete einen Augenblick lang die provisorische Pallisade, ehe er sie Problemlos überwand.

    Salazar spürte Erleichterung in sich aufsteigen. Es war lange her, dass er von Joe abgesehen mit einem Menschen zutun gehabt hatte. Und es war nicht davon auszugehen, dass irgendwelche fanatiker Innos sich hier her verirrten. Vielleicht also eher ein ehemaliger Bewohner oder nur ein weiter reisender... so oder so, Salazar erkannte eine große Chance darauf, dass der Besucher keine feindlichen Absichten hatte. Vermutlich ahnte er nicht einmal, das hier noch jemand unfreiwillig hausierte. Die Barrikade konnte genau so gut schon Jahre alt gewesen sein.
    Der Varanter zögerte einen Moment, dann nahm er seine Entschlossenheit zusammen und trat hinter der Hütte hervor. Er hatte den Fremden nun ganz genau im Blick und kam nicht umhin, beeindruckt zu sein. Als er auf ihn zuging, hatte Salazar das Gefühl, zu schrumpfen. In Wirklichkeit stellte sich der Wanderer schlicht und einfach als verdammt groß heraus. Er war bei weitem einer der größten Menschen, die Salazar je gesehen hatte. Doch er war kein Hühne: Auch wenn man die Muskelmasse unter der weiten Robe nur schwer ausmachen konnte, wiesen die Bewegungen eher auf ein Leichtgewicht von Mann hin. Salazar blieb in einem respektvollem Abstand vor dem Fremden stehen.
    "Ich grüße euch." Sprach er mit auffälligem Akzent. Es war seltsam, nach all der Zeit wieder die Worte an jemanden zu richten, der ihn auch noch verstanden.
    "Man begegnet hier in diesem Drecksloch wirklich nicht jeden Tag jemandem."
    Er glaubte, den kühlen Blick des Fremden auf seiner Waffe zu spüren, daher hob er die Hände ein wenig von der Hüfte weg.
    "Keine Sorge, ich bin nicht hier, um euch zu überfallen." Sagte er und musste dabei leise lachen. Der Gedanke, er könnte jemanden tatsächlich mit roher Gewalt erschlagen, war in seiner Situation absurd.

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    Arkaner Photograph  Avatar von Narzuhl
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Narzuhl ist offline
    Seine Suche wurde bereits nach wenigen Augenblicken unterbrochen. Zugegebenermaßen war Narzuhl etwas überrascht, aber sein Interesse war geweckt. Der Mann der da so unerwartet zwischen den Hütten erschienen und auf ihn zugekommen war, war mit großer Wahrscheinlichkeit kein Bewohner von Schwarzwasser. Die abfällige Bemerkung über die Gegend passte eher zu einem Reisenden der ebenso wie der Magier der "Vorzüge" dieser Landschaft ein wenig überdrüssig war. Doch das Aussehen des Mannes und vor allem der Akzent verrieten dem Hüter die vermeintliche Herkunft. Am Fuße des Kastells hatte jahrelang die Stadt Bakaresh gelegen ehe sich die dunklen Gemäuer auf diese Insel verlegt hatten und Narzuhl erinnerte sich noch an den Klang der Sprache der Stadtleute. Jene Ausdrucksweise, gepaart mit dem tendenziell südländischen Äußeren, ließen auf die Wüstengegend Varant schließen. Eine Gegend voller hinterhältiger Sklaventreiber und Halsabschneider, aber auch zahlreicher Anhänger Beliars.


    Zum Gruße...Fremder. erwiderter der Magier die Begrüßung mit seiner tiefen aber nahezu emotionslosen Stimme, während er den Mann genauer betrachtete. Einfache Kleidung, bewaffnet, äußerlich etwas mitgenommen was vermutlich dem Sumpf zuzuschreiben war aber ansonsten nichts auffälliges beziehungsweise gefährliches zu entdecken. Hmm...wie ihr seht bin ich unbewaffnet, von mir müsst ihr daher umso weniger befürchten. Eine Regung seines Gegenübers war kaum zu erkennen, was aber auch durchaus an den immer schlechter werdenden Lichtverhältnissen liegen konnte. Narzuhl beschloss vorerst weiter den unbedarften Reisenden zu mimen. Ich hätte nicht damit gerechnet tatsächlich jemanden in den Ruinen des Dorfes anzutreffen. Sagt ihr habt nicht zufällig eine Fackel oder irgendwo ein Lager mit einer Feuerstelle? Bald wird man kaum noch die Hand vor Augen sehen und dabei würde ich doch gerne eure Geschichte hören, was euch in diese Gegend verschlagen hat. Narzuhl wies mit seiner linken Hand einladend in Richtung des Fremden er möge gerne den Weg zeigen, falls er tatsächlich in der Nähe ein Lager besaß...

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    Waschweiber-Verführer Avatar von Ornlu
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    Ein Lager am Rande der Sümpfe

    Das Feuer knisterte langsam vor sich her. Sie hatten ihr Lager an den Ausläufern der Bruchwälder aufgeschlagen. Unmittelbar vor dem felsigen Plateau, wo sie die Abtrünnigen vermuteten. Während die Waldläufer sich um die Sicherung gekümmert hatten und die Lage der wenigen Höhlen in der Umgebung aus ihren Gedanken heraus am Feuer beschrieben, war es Ornlu der recht still am Feuerkreis saß und seine Aufgabe schon begonnen hatte.

    Informationen sammeln - die einen machten das indem sie Leuten Geld gaben und Informationen bekamen. Wieder andere riskierten ihr Leben, um mit ihren Sinnen Informationen zu stehlen. Und er, der mit der Natur im Bunde war, konnte dies auf eine andere Art.
    Gerade hatte Onyx seine Gedanken geteilt und Hjarti zum gefühlt hundersten Mal ungeduldig zu Ornlu geblickt, da hob der Druide seelenruhig die Hand.
    "Macht nichts was Ärger macht. Bleibt ruhig...lernt daraus...und behaltet es für euch...", wisperte er und erhob sich. Dann breitete er die Arme aus und im nächsten Moment wurde der typische Feuerschein zu einen giftigen Grün. Die Wärme des Feuers erlosch und stattdessen bekam jeder von ihnen die pure Magie zu spüren. Hell loderten die grünen Flammen, als es begann zu rascheln und überall laut zu werden.
    Fledermäuse jagten um das Feuer, Blutfliegen landeten auf den Büschen und Ästen, eine Tooconda erschien und unzählige kleine Tiere wie Ratten, Fleischwanzen und tellergroße Spinnen. Molerats grüßten grunzend und sogar drei Snapper kamen vorsichtig und schnaubend hinzu. Ein stattlicher Sumpfhirsch kam - seine Krone stolz tragend - hervor und nahm sich den höchsten Platz am nun großen Druiden-Feuer.
    Weitere Tiere kamen hinzu, manche wohl so manchem Menschen am feuer gänzlich unbekannt und es war eine seltsame und doch friedvolle Szenerie unter allen. In der alten Sprache der Druiden grüßte Ornlu jede Tiergruppe die vertreten war und dankte für das Erscheinen - was natürlich ein langwieriger Moment war.

    Dann sprach er zunächst in der alten Sprache der Natur die einst auch die Menschen sprachen.
    "Das alte Menschenvolk der Wälder erbittet um eure Hilfe. Erinnert euch an alte Tage wo wir alle eine Sprache sprachen und die Welt noch jung war. Es bestand ein alter Bund, das ewige Gesetz der Mutter und alte Freundschaften, wie auch Zeiten da Feindschaft zu ruhen hatte. Ich der erwählt wurde diesen alten Bund zu bewahren, das ewige Gesetz zu bewahren und das Gleichgewicht unter uns allen zu stärken, ersuche nun euren Rat. Kinder des alten Menschenvolkes der Wälder haben Bruder und Schwester getötet, haben sich den neuen Menschen angeschlossen und hausen unweit von hier verborgen in einer Höhle. Euch werden sie nicht verborgen geblieben sein. Teilt uns mit, was ihr gesehen, was ihr gehört und was ihr gespürt habt.", vollendete er und blickte in die Runde. Der Sumpfhirsch schüttelte das mächtige Haupt, stampfte auf und machte einen Schritt vor. Tier und Mensch blickten einander in die Augen und im nächsten Augenblick sprach der Druide.

    "Sie schleichen, sie lauern, sie jagen, sie begehren, sie flüstern. Tötet sie! Tötet sie!", sprach Ornlu zornig und mit sehr tiefer Stimme, während der Hirsch weiter aufstampfte und sich dann abwandte. Ornlu blickte zu den Snappern.

    "Beute...sie ist schhhhhhllaaau! RRRRRiiiecht nach Ssssssssssschlamm und Wasssssssser. Veeeeersteckt den Geruch. Unnnnnsers aber riiiecht den Steiiiiinnn...rieeeecht den Steiiiin vom fallenden Wasssser!", zischte der Druide mit hoher Stimme und schüttelte sich dann.

    "Onyx wissen wo das sein.", sprach Onyx kurz, während Ornlu nun Kontakt zur Tooconda aufnahm. In einer fast schon zu sehr verführenden, ja gar hypnotisierenden Stimme erzählte er von den wachsamen Fleischsäcken an einem Feuer. Dass sie bis zum Sonnenaufgang wachsam sind und dann andere Fleischsäcke kommen.
    "...oh sie sind so süß...sie sind so saftig...sie sind so frisch! Aber sie haben Feuer! Sie wissen von meinesgleichen...zu viel von meinesgleichen! Lasst sie liegen...lasst sie mir waaaaaaarm. Ja....", vollendete der Druide, aus dem die Tooconda sprach, ehe sie sich einen Baum hinauf schlängelte und fast schon selbst hypnotisiert ins grüne Feuer blickte, das langsam kleiner wurde.

    Nun waren die Ratten dran und die Ratten sorgten dazu, dass sich auch Ornlu rattenartig krümmte und aufbäumte. Sie hatten wohl am meisten zu mitteilen. Die Waldläufer staunten regelrecht, wie klar die Ratten wussten wie viel Menschen sich wo in der Höhle befanden und wie es ihnen ging. Diese Information war mehr als Gold wert. Als der Kontakt zu ihnen abbrach, schien auch Ornlu genug zu haben.
    "Ich danke euch allen für euer Erscheinen.", sprach er und dann erlosch das Druiden-Feuer. Momente später verschwanden die Tiere nach und nach. Friedvoll und in alle Winde.
    Ornlu setzte sich, atmete tief ein und blickte ohne zu sprechen in die Runde. Die Runde brauchte etwas, um das Geschehene ins Jetzt zu bringen, aber die Planung bekam kurz darauf. Hjarti wusste hoffentlich die Informationen gut zu verarbeiten. Onyx wurde jedenfalls schon losgeschickt...

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    Salazar musterte dezent den Fremden. Er war tatsächlich unbewaffnet. Erstaunlich. Wer wagte sich unbewaffnet und ohne Eskorte freiwillig in diese mörderische Gegend? Der fremde Wanderer blieb ruhig... zu ruhig für Salazars Geschmack. Er war dieses distanzierte Gebahren noch immer nicht gewöhnt. Da hatte auch sein Aufenthalt in Vengard kaum etwas dran geändert. Die Myrtaner und viele andere, die Wert auf eine distanzierte Höflichkeit legten, waren meist schwer zu durchschauen und lösten bei dem Varanter damit ein leichtes Unbehagen aus. Salazar tröstete sich mit der Gewissheit, dass er ohnehin nichts bei sich trug, das man ihm hätte rauben können. Er lächelte, als der Fremde durch seine Wortwahl durchscheinen lies, dass er Salazar ebenso als Durchreisenden entlarvt hatte.
    "Da geht es euch wie mir. Ihr seid der erste Wanderer seit... zwei Wochen dürften es schon sein. Ich weis es aber nicht genau. Man verliert an diesem unwirtlichen Ort schnell das Zeitgefühl. Bitte, folgt mir."
    Er machte eine einladende Geste und ging dann vorraus in Richtung Hütte. Schon bald dürfte Narzuhl den schwachen Schein des Feuer bemerken. Es brannte niedrig, damit es weder die Tiere anlockte, noch übersprang und die Hütte verzehrte- zusammen mit dem wehrlosen Joe.
    "Die Geschichte, wie es mich hier her trieb, ist lang. Vielleicht sogar länger als eure?" Sprach Salazar und wagte einen prüfenden Seitenblick, doch die kühle Miene des Fremden blieb ungerührt.
    "Angefangen damit, dass ich nicht alleine unterwegs bin. Doch mein Gefährte... er... er fiel den Monster hier zum Opfer. Er ist ein brillianter Krieger. Doch nach Monaten der Reise... wir waren beide erschöpft. Sagt, ihr seid nicht zufällig der Heilkunst mächtig?"
    Mit diesen Worten trat er ein und trat neben das Lager, auf dem Joe noch immer ruhte. Er hatte einen seiner ruhigen Momente. Er sprach nicht, schlug nicht um sich. Lag einfach nur da und atmete schwerfällig. Der Fremde trat hinter Salazar in die Hütte. Der Blick des Wanderers war schwer zu deuten, doch Salazar meinte, eine Regung in dessen Gesicht zu erkennen.
    "Sein Name ist Joe. Er stammt wie ich aus den Ländern der fernen Wüste."
    Erklärte Salazar nicht ohne einen respektvollen Unterton in der Stimme. Die Würde seines Volkes und das Vertrauen, dass er zu dem dunklen Krieger aufgebaut hatte, schwang darin mit.
    "Mein Name lautet Salazar, Sohn des Mehmet. Wie darf ich euch nennen, Fremder?"

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    Die Überraschung war nun gänzlich perfekt, doch hatte sie einen faden Beigeschmack bekommen. Wie lange durfte es her sein? Vier, vielleicht fünf Jahre? Um dann unter solchen Umständen einen alten Bekannten zu treffen - Joe Black. Narzuhl betrachtete Salazar nun eingehender. Seine Herkunft, die Tatsache, dass er mit Joe reiste, war er eventuell einer der Assassinen aus Varant? Wie dem auch sei, die Wahrscheinlichkeit war sehr gering, dass sie einander böses wollten. Etwas entspannter stellte auch der Hüter sich vor. Es freut mich eure Bekanntschaft zu machen Salazar, mein Name ist Narzuhl und euer Gefährte ist mir wohlbekannt auch wenn schon einige Jahre vergangen sind seit ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Der Magier trat vorsichtig an das Krankenlager heran und untersuchte Joes Zustand. Ich wünschte ich hätte bessere Nachrichten für euch, aber meine Kenntnisse der Heilkunst gehen nicht viel weiter als die des gesunden Menschenverstandes. Der Krieger war offensichtlich nicht ansprechbar, die Atmung ging schwer, eine Einstichwunde war zu erkennen. In diesem Zustand würde Joe nicht mehr lange überleben, er brauchte dringend medizinische Behandlung, aber in diesem Morast würden sie sicherlich keine adäquate finden. Der Hüter richte sich nach seiner kurzen Untersuchung wieder auf und wandte sich an Salazar.


    Ein Krieger ist er in der Tat, aber ich fürchte diesen Kampf wird er nicht gewinnen können sofern wir ihn nicht aus diesem Sumpfloch heraus schaffen. Narzuhl überlegte. Seine Studien bezüglich Tooshoo und den dämonische Überresten mussten warten, er konnte auch zu einem späteren Zeitpunkt nach Schwarzwasser zurückkehren, auch wenn es ihn wurmte quasi am Ziel seiner Reise zu sein und doch keine Ergebnisse aufzeichnen zu können. Aber das Überleben von Joe Black hatte ohne Zweifel höhere Priorität. Sagt Salazar, was war das Ziel eurer Reise? Seid ihr aus Richtung des Orkwaldes gekommen und in Richtung Süden unterwegs gewesen? Wenn dem so ist dann rate ich euch mich zu begleiten. Das Kastell am südost Ende der Insel liegt nicht weit entfernt und dort wird man sich auch angemessen um Joe kümmern können. Zumindest hoffte der Hüter das. Er konnte nicht mit Sicherheit abschätzen ob sich die Dämonen einem ehemaligen Priester annehmen würden, aber vielleicht war ja auch ein andere Zirkelmagier im Kastell anwesend und in der Heilkunst bewandert. Der Weg ist mir bekannt, wir sollten es also theoretisch in wenigen Tagen dorthin schaffen.


    Derweil suchte sich Narzuhl ein halbwegs bequemes Plätzchen und ließ sich nieder. Es hatte wenig Sinn mitten in der Nacht aufzubrechen und außerdem würde er vermutlich für den Transport des Verletzten einen Diener beschwören müssen. Etwas Ruhe und Vorbereitung konnte nach den Strapazen und Aufregungen der letzten Tage nicht schaden. Und es bot die Gelegenheit Salazar etwas besser kennen zu lernen...

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    Salazar sollte sich nicht getäuscht haben. Das helle Funkeln in den Augen des Mannes bedeutete nichts anderes, als das ihm die Gestalt Joe Blacks nur all zu vertraut war. Dieser Mann, Narzuhl, war eine der Schattengestalten aus dem früheren Leben des Assassinen. Womit entgültig bewiesen war, dass Joe die Wahrheit gesagt hatte. All die Träume, die Halluzinationen während ihrer Reisen... es war alles real! Salazar hatte kaum daran gezweifelt, und doch war die entgültige Gewissheit wie ein Stein, der von seinen Schultern fiel. Und es lies auch einen anderen, bedeutsamen Schluss zu: Narzuhl musste einer der Priester des Kastells sein! In Bakaresh hatte man sich einige Gerüchte über sie erzählt. Angeblich waren sie den Schwarzmagiern ähnlich, und doch auf ihre Art und Weise verschrobener, exzentrischer. Sie hingen weniger dem Gold, als vielmehr dem Glauben nach. Salazar konnte jedoch nicht erkennen, ob sein Gast nun wohlhabend oder bettelarm war. Er schien nichts dergleichen. Die langen Haare und der ruhige Blick deuteten auf eine gelehrte Seele hin, der es an nichts mangelte.

    Gebannt sah der Varant zu, wie Narzuhl die Wunde seines Begleiters studierte. Letztlich war der Mann aber auch kein Heiler. Ein kleiner Rückschlag, aber noch war nicht alles verloren. Wenn er richtig verstanden hatte, war das Kastell nicht mehr weit entfernt. Gemeinsam konnten sie es vielleicht schafften.
    "Das Ziel unserer Reise.... ja, ihr habt ganz recht. Wir waren unterwegs zum Kastell Beliars." Salazar stammelte beinahe mehr als das er sprach. Der Gedanke, fast am Ziel seiner langen Reise zu sein, beflügelte sein Herz mit Aufregung und Ehrfurcht.
    "Ich begleite euch gerne. Nichts würde mich länger in diesem stinkenden Sumpf halten. Leider bin ich kein Krieger, so wie Joe es ist. Diese Klinge..." Er tippte mit dem Finger auf den groben Knauf des Schwertes. "...ist in seinen Händen besser aufgehoben als in meinen. Ohne ihn hätte ich es garnicht erst bis hier her geschafft. Aber das ist eine lange Geschichte. Beliar hat uns viele Prüfungen auferlegt."

    Salazar kratze sich nachdenklich an dem Bart, der einmal ordentlich gestutzt gehörte. Er lies sich seinem Gast gegenüber nieder, nicht ohne noch einmal die Stirn des schwächelnden Kriegers nach ihrer Temperatur zu prüfen. Salazar verzog mürrisch das Gesicht, ehe er sich freundlich an seinen Gast wandte.
    "Es ist Jahre her, dass ihr Joe das letzte Mal gesehen hat, sagt ihr? Wenn ihr mir verratet, wann und wo das war, will ich euch gerne erzählen, wie wir uns kennenlernten und beschlossen, zum Kastell aufzubrechen."

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    Ausgezeichnet, dann war es abgemacht. Sie würden zeitnahe den Sumpf verlassen und gemeinsam zum Kastell aufbrechen. Narzuhl wollte möglichst so früh wie möglich am nächsten Morgen aufbrechen, trotzdem hatten sie so noch etwas Zeit ein paar Worte zu wechseln und vielleicht sogar später ein wenig Schlaf zu finden. Letzteres hing vor allem davon ob das Monsterinventar des Sumpfes sie in Ruhe ließ oder ob es meinte einen nächtlichen Ausflug durch Schwarzwasser machen zu müssen. Der Magier lehnte sich zurück an die hölzerne Innenwand, hoffentlich hielt diese brüchige Hütte zusammen, und begann gedanklich in der Vergangenheit zu kramen. Das letzte Mal, dass ich Joe gesehen habe...nun das war vor vier, vielleicht auch fünf Jahren. Zu der Zeit hat auch er das Kastell sein Zuhause genannt und dort gelebt und gelernt. Er hat es sogar ziemlich weit gebracht ehe, ich vermute seine kämpferische Ader ihn dazu brachte das Kastell für längere Zeit zu verlassen. Umso mehr freut es mich festzustellen, dass er auf dem Weg war zurückzukehren, auch wenn die Umstände nun etwas bedauerlich sind. Den alten Gemäuern konnte es nicht schaden ein paar Gäste zu beherbergen. Ein bisschen mehr Leben auf den Fluren würde dem Kastell ganz gut tun. Vorausgesetzt natürlich Salazar und Joe hatten auch wirklich vor gehabt länger im Kastell zu verweilen, was den Magier zurück auf den Reisegrund der beiden brachte.


    Nun denn, dann erzählt doch mal was Joe euch so alles über das Kastell berichtet hat und warum ihr dorthin unterwegs wart.Der Hüter hielt einen Moment inne. Er war gespannt darauf etwas mehr über die Motivation seines Gegenübers zu erfahren. Wollte er das Kastell nur als Zwischenstation auf einer längeren Reise zur Rast aufsuchen? Hatte Joe ihm von der Bibliothek erzählt und war Salazar wie so viele von der Suche nach Antworten getrieben? Und falls ihr Fragen zum Kastell habt, dann will ich gerne versuchen sie zu beantworten, auch wenn sich einige Dinge nur schwer beschreiben lassen und man sie besser mit eigenen Augen sieht...

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    Je mehr es draußen Dunkel wurde, desto mehr fröstelte es Salazar innerlich. Zumindest war es nicht mehr an ihm alleine, den Siechenden gegen die Ungewalt der Natur zu Verteidigen. Er versuchte sich daher ein wenig zu entspannen. Sein Gast schien damit wenig Probleme zu haben. Gelassen lehnte sich Nazuhl an die Hüttenwand, welche dabei bedrohlich knarzte.
    "Fünf Jahre? Das ist eine erstaunlich lange Zeit." Salazar hatte auf maximal ein bis zwei Jahre grschätzt. Doch Gewissheit dämmerte nur in Joes Erinnerungen, die zumindest bis vor wenigen Wochen zusehenst widergekehrt waren. Was der Krieger wohl zu erzählen hatte, wenn sein Körper Gift und Entzündung ausgeschwitzt hatte?
    "Ich denke, um zu begreifen wieso ich diese Reise überhaupt auf mich nahm, solltet ihr wissen, wie wir überhaupt zusammenkamen." Murmelte Salazar ebenso zu Narzuhl als auch sich selbst. Noch immer kam es ihm surreal vor.
    "Ihr sagtet, ihr hättet ihn das letzte Mal vor fünf Jahren gesehen. Leider konnte Joe mir nie sagen, was in diesen fünf Jahren geschah. Ich begegnete ihm in Bakaresh. Er war ein abgerissener Bettler unter vielen und ich hätte ihn genau so gut ignorieren können. Er redete wirres Zeug und wäre ohne Hilfe sicherlich gestorben. Doch ich half ihm. Warum ausgerechnet ich zur Stelle war.... ihn nicht abwies als er selbst seinen Worten kaum glauben wollte... ich weis es nicht. Sein Gedächtnis schien ausgelöscht, und doch drang aus seinem Mund eine Ernsthaftigkeit, die mich einnahm. Ich schenkte ihm gehör- und geriet mit ihm in einem ordentlichen Schlamassel. Letztlich flohen wir gemeinsam aus Varant. Die Milizen glaubten, etwas in der Hand gegen uns zu haben. Und da wir nirgends anders hinkonnten, folgten wir der Fährte von Joes sich nur langsam klärenden Gedanken. Es zog ihn nach Argaan, zu eurem Kastell." Salazar schmunzelte erst, konnte dann aber sein selbstzynisches Lachen nicht zurückhalten.
    "Beliar weis, welche Strapazen er uns auferlegte. Doch wir hielten durch- bis hier hin."
    Eine umfassende und zugleich abschließende Geste Salazars umrahmte das Ende der knappen Erzählung.
    "Was das Kastell angeht... ich wusste bereits davon, als es kaum mehr war, als nur ein Gerücht in der Wüste." Flüsterte Salazar. "Wie viele aus meinem Volk denke ich mit Furcht und Hass an jenen Tag, an dem Rhobar die Wüste eroberte.... die Zeit, in der das Kastell aus unseren Ländern wieder verschwand. Seitdem ist Varant, ist Bakaresh ein leeres Gerippe, was den Glauben angeht. Ich folgte Joe aus meinem Glauben heraus. Dem Glauben an seine Worte, an Beliar, und die Zukunft meiner Heimat. Was mich erwartet... kann ich nicht sagen. Ich würde Lügen, wenn ich sagte, dass ich mich nicht fürchte. Aber ich kann jetzt nicht mehr umkehren, versteht ihr? Wenn das Kastell wirklich jener Ort ist, an dem ich Beliar auf Erden am nächsten sein kann, muss ich dorthin."

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    Ein Rückkehrer und eine neue Seele für das Kastell also. Joe hatte wirklich vorgehabt zum Kastell zurückzukehren und Salazar hatte sich aus Glaubensgründen auf den Weg gemacht. Es war für jemanden aus Varant absolut nicht untypisch den dunklen Gott seinen zwei Brüdern vorzuziehen. Was sein Gegenüber jedoch hoffte dort zu finden wusste nur er selbst und Narzuhl entschied sich nicht weiter nachzuhaken. Dazu würden er wenn nötig noch genügend Zeit und Möglichkeiten haben wenn sie erst einmal an ihrem Reiseziel angekommen waren. Dennoch kam er nicht umhin Salazar einen gut gemeinten Hinweis zu geben. Das Kastell wird euch unzählige Möglichkeiten bieten, die ihr nur ergreifen müsst. Es wird euch Wissen zeigen, dass ihr euch zu Eigen machen könnt. Es wird euch Macht geben können, die ihr zu nutzen lernen könnt. Natürlich werdet ihr das Wirken und den Einfluss Beliars dort deutlicher erfahren als an anderen Orten, doch um Beliar nah zu sein, um in voller Überzeugung nach seinen Idealen zu handeln, dazu benötigt ihr das Kastell nicht. Dazu benötigt ihr nur euch selbst. Eine kurze Regung der Heiterkeit huschte über die sonst so ausdruckslosen Züge des Magiers. Es war kein Spott oder dergleichen, es war lediglich die anregende Erinnerung daran als er zum ersten Mal das Kastell betreten hatte.


    Doch zerbrecht euch jetzt nicht zu sehr darüber den Kopf. Versucht noch ein wenig Ruhe zu finden. Ich halte Wache und werde nach Joe sehen. Sobald es Zeit ist aufzubrechen, werde ich euch wecken. Zwar hätte der Magier auch nichts gegen ein bisschen Schlaf einzuwenden gehabt, doch reichte es wenn er seinen Geist ein wenig in Meditation erfrischte. Auch wenn der Weg zurück zum Kastell keine Sache von Wochen war, so würde er doch sehr wahrscheinlich bis dorthin einen untoten oder dämonischen Diener unter seiner Kontrolle halten, der sich dem Transport von Joe annehmen würde und im Zweifel zu ihrem Schutz herhalten musste. Das würde einiges an magischer Kraft kosten...
    Geändert von Narzuhl (21.04.2018 um 23:29 Uhr)

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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
    Narzuhl ist offline
    Beliar hatte ihnen eine ruhige Nacht geschenkt. Kein ungebetener "Gast" aus dem Sumpf hatte sie gestört und selbst Joe hatte für einige Stunden einen sichtbar erholsameren Schlaf gefunden. Seitdem sich jedoch die Sonnenstrahlen versuchten durch das Baumdach des Sumpfwaldes zu kämpfen, hatte die fiebrige Unruhe den Krieger wieder ergriffen und Narzuhl hatten beschlossen, dass es Zeit war aufzubrechen. Der Hohepriester weckte Salazar aus dessen leichten Schlaf - Es ist Zeit, wir sollten uns auf den Weg machen. Packt eure Sachen zusammen und bereitet Joe auf die Reise vor - und trat anschließend vor die Hütte. Sicherlich ein gemütlicher Morgen sah anders aus, im Kastell würden sie schließlich die Gelegenheit haben auszuschlafen und sich zu stärken. Jetzt hieß es: Raus aus dem Sumpf. Der Magier rechnete fest damit, dass ihnen auf dem Rückweg weitere Schwierigkeiten in Form Pflanzen, Tieren und was der Sumpf sonst noch so hervorbrachte begegnen würden. Daher hatte er sich aus verschiedenen Gründen dazu entschlossen einen Golem als Diener zu beschwören. Zum einen war das steinerne Ungetüm dazu in der Lage Joe sicher über den morastigen Untergrund zu tragen, zum anderen bot er natürlich adäquaten Schutz vor besagten Tieren, Pflanzen und wandelnden Selbstmordpilzen. Gerade die Begegnung mit diesem Pilzsporending hatte Narzuhl zu dem Gedanken gebracht am besten keinen Dämon zu beschwören. Der Magier hatte seine Untersuchungen über die Auswirkungen des Weltenrisses noch nicht abschließen können, daher konnte er auch nicht ausschließen, das auch beschworene Dämonen eventuell vom Sumpf beeinflusst und manipuliert würden. Das wandelnde steinerne Konstrukt hingegen sollte hingegen sehr wahrscheinlich immun gegen sämtliche Krankheiten und Verwandlungen sein. Im Notfall konnte Narzuhl auch einfach die Kontrolle über den Golem fallen lassen und ein paar unbelebte Steinbrocken würden zurückbleiben.


    Der Hohepriester hatte sich also eine ruhige Ecke zwischen den verfallenden Hütten gesucht und die gewohnte Beschwörung begonnen. In mancherlei Hinsicht war sie mit der Beschwörung eines Untoten oder Dämons zu vergleichen und doch auch so verschieden. Der Boden erzitterte für einen Moment und langsam erhob sich das Steinmonster aus dem schlammigen Untergrund, überall bedeckt von Pflanzenresten. Kein schöner Anblick aber dennoch ein außerordentlich zuverlässiger Diener. Der Hüter nun mit dem Golem in Schlepptau begab sich zur Hütte zurück in der Salazar und Joe noch verweilten. Narzuhl betrat sie und schaute nach ob alles zum Aufbruch fertig war. Wenn ihr soweit seit Salazar, dann helft mir kurz Joe aus der Hütte herauszutragen. Mein Diener wird sich dann seiner annehmen...

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    Adventurer Avatar von Salazar Kagan
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    Salazar Kagan ist offline
    Die Nacht war ruhiger, aber nicht unbedingt erholsamer gewesen als die vor ihnen. Salazar hatte schlecht geträumt. Von einer Horde Orks, die sie über die Insel verfolgten. Einen wütenden Paladin, der mit fiebrigem Blick und zerkratzer Rüstung durch Dornenbüsche robte und ihnen wie ein geiferndes Tier nachstellte. In seinen Träumen waren sie nie sicher, immer in Gefahr, immer auf der Hut... so lobte Salazar sich, von Narzuhl aus diesem Chaos seiner Gedanken gerissen zu werden und sich auf die kommende Reise vorzubereiten. Er gürtelte sich mehr schlecht als recht das Schwert um, mit dem er nicht umgehen konnte, und sprach beruhigend zu Joe, der ihn nicht verstehen würde. Es stand schlecht um den Krieger. Salazars Blick ruhte abschätzig auf dem fahlen Gesicht seines Begleiters, seines Freundes, und zum ersten Mal befielen ihn Zweifel, ob Joe die Reise noch überleben würde...

    Der Varanter stählte sich innerlich, wischte den Zweifel weg so gut er konnte. Da erbebte die Erde. Es war kaum mehr als ein schwaches Zittern, doch die Hütte wankte merklich. Einen Augenblick war ruhe, dann wiederholte sich das Beben. Es kam näher, näher, und schließlich stapfte Narzuhl in die Hütte. Hinter ihm erhob sich eine Kreatur, die Salazar nur als Monster aus Stein und Schlamm bezeichnen konnte. Felsbrocken, dicke, knotige Wurzeln und wilder Pflanzenwuchs bildete eine menschenähnliche, jedoch gesichtlose Gestalt, die tonlos hinter ihrem Meister wartete. Salazar staunte das Monster ungeniert an, und ihm wurde bewusst, dass Narzuhl alles andere als 'unbewaffnet' war. Der Mann war nicht nur ein Priester und Gläubiger, sondern auch ein Magier seines Gottes! Hatte Salazar begonnen, leichte Sympatie für diesen Mann zu entwickeln, so schlug diese nun um in Ehrfurcht und Erstaunen.

    Gemeinsam mit Narzuhl trug er den Kranken nun hinaus, gab ihn in die Hände dieser felsigen Kreation. Der Golem ging für seine grobklotzige Gestalt erstaunlich behutsam zuwerke, trug den Leidenden wie ein gewichtsloses Bündel auf seinen Armen. Salazar musste unwillkürlich an eine Mutter mit ihrem Kind denken. Er lächelte zufrieden, als sie nun zu viert das Sumpfdorf hintersich liesen und sich auf den Weg zum Kastell begaben. Salazar sah nicht zurück. Er hatte diesen Ort zu lange sehen müssen. Sein Blick war nach vorne gerichtet, in beiderlei Hinsicht. Sie folgtem dem Weg, den Narzuhl hier her genommen hatte, liefen neben einem künstlichen Wasserlauf. Ihr Wächter brachte das Unterholz zum erzittern und vertrieb die Tiere die sich dort verschanzt hielten. Gefahr drohte ihnen vorerst keine.

    "Was führte euch überhaupt in diese verlassene Gegend, Narzuhl?" Fragte Salazar nach einer Weile, die sie stumm nebeneinander marschiert waren. "Das Dorf wirkte, als sei es schon vor Jahren verlassen worden."

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    Studien. antwortete der Magier knapp auf die Frage warum er sich im Sumpf aufgehalten hatte. Nun vielleicht war dies etwas zu knapp, weshalb sich Narzuhl nach einer Weile entschloss ein wenig mehr zu erklären. Der Sumpf und die Landschaft war nicht immer in dem Zustand den ihr jetzt vorfindet. Zugegeben an dem Teil mit den morastigen Wasserlöchern überall hat sich wenig geändert, doch ansonsten macht dieser Landstrich derzeit eine bemerkenswerte Veränderung durch. Mein Interesse bestand darin diesen Wandel und seine Auswirkungen genauer zu untersuchen. Der Priester unterbrach seine Erzählung und gab das knappe Zeichen zum Halt. Zur Sicherheit lauschte er in regelmäßigen Abständen in den Wald hinein und wartete regelrecht nur darauf, dass die nächste sonderbare Kreatur ihren Weg kreuzte, doch bisher blieb weiterhin alles ruhig und die Gruppe setzte ihren Marsch fort. Narzuhls Plan war nicht den üblichen Weg zurück zum Kastell zu nehmen. Zwar gab es einen Pfad der über weite Strecken hinreichend gut begehbar war, aber der Hohepriester hielt dem Weg entlang der Küste für die bessere Variante. Es war vielleicht nicht der kürzeste Weg, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit der sicherste. Insgeheim hatte Narzuhl auch die Hoffnung, dass vielleicht durch die frische Seeluft bereits etwas Besserung bei Joe eintreten würde, doch war es wirklich mehr nur die Hoffnung als Wissen. Sie folgten also weiter dem Wasserlauf Richtung Strand und der Magier setzte seine Erzählung fort.


    Das Dorf Schwarzwasser um den rießigen Baum Tooshoo herum war tatsächlich bis vor einigen Jahren noch redlich bewohnt. Selbst jetzt, vermute ich, gibt es einige wenige, die über den Baum wachen, wie sie es die ganze Zeit vorher getan haben. Nur dass sie sich jetzt mehr im Verborgenen aufhalten, worin die Waldbewohner wahre Künstler sind. Aber das ist wenig verwunderlich. Wer den Großteil seines Lebens mit Jagen und dergleichen in solch einer Gegen verbringt, lernt irgendwann sich entsprechend fortzubewegen - aber ich schweife ab. Vor einigen Jahren jedenfalls zog ein Drache samt seinem Echsengefolge über die Insel und als die Echsenmenschen das Dorf Schwarzwasser erreichten floh der Großteil der Bevölkerung. Einige Zeit später kam es nahe Tooshoo zu einer gewaltigen Schlacht zwischen den Echsenmenschen, den Sumpfkreaturen und einer ganzen Horde von Dämonen. Die Nachwirkungen sind selbst jetzt, Jahre später, noch nicht ganz abgeklungen, weshalb dieser ganze Umstand auch mein Interesse geweckt hat. Der letzte Teil entsprach natürlich nicht ganz der Wahreheit, doch der Hüter hielt es keineswegs für angebracht eine theoretische Unterrichtsstunde über die Magie des Weltenrissen zu geben, noch zu offenbaren, dass er selbst dafür verantwortlich war. Deshalb beließ er es bei dieser nun doch etwas ausführlicheren Antwort...

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    Adventurer Avatar von Salazar Kagan
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    Salazar Kagan ist offline
    Ehrliches Interesse umspielte die Züge des Wüstenbewohners. So sehr er diesen sumpifgen Ort auch verabscheute und sich nach der trockenen, ja staubigen Luft des Südens sehnte, war er eben nicht daran vorbei gekommen, sich seine Umgebung genau einzuprägen. Nun zu erfahren, dass er in der wohl denkbar schlechtesten Zeit im Sumpf Halt gemacht hatte, entschuldige die mangelnde Gastfreundschaft der Natur zumindest ein klein wenig. Das Lächeln, dass sich auf seinem Gesicht zeigte, war bitter. Hoffentlich fand er im Kastell die Antworten auf die Fragen, die Joe unvermeidlich bei ihm aufgeworfen, wieso sie das Schicksal zusammengefüht hatte.

    "Mir ist niemand in diesem Dorf begegnet." Tat Salazar knapp kund. Er schnupperte soeben skeptisch und stellte mit nachdenklich zerfurchter Stirn fest, dass er sich nicht geirrt hatte. Salz. Seeluft. Ein ihm nur zu bekannter Durf, den er begrüßte. Es erinnerte ihn an seine Heimat, Mora Sul.
    "Falls dort noch jemand lebt, wollte er also definitiv nicht gefunden werden- oder notleidenden Reisenden zur Hilfe eilen." Es wäre durchaus bitter gewesen, wenn die Sumpfbewohner ihn tatsächlich einfach nur beobachtet und den kranken Joe dort liegengelassen hätten. Doch er glaubte nicht daran. Der Ort hatte sich Tot angefühlt. Im Menschlichen Sinne.

    "Es ist also wahr. Ein Drache. Ich habe die Gerüchte damals gehört. Und Joe sprach ebenfalls von einem Drachen... aber ich hatte meine ehrlichen Zweifel." Sein Tonfall blieb skepisch, beinahe ungläubig. Er hatte wie die meisten Menschen noch nie einen Drachen gesehen, geschweige den, Echsenmenschen. Sie kamen ihm wie Sagengestalten vor. Doch all die Hinweise konnten kein Zufall sein. Und Narzuhl kam ihm nicht wie jemand vor, der Seemansgarn sponn, auch wenn er in gradewegs Richtung Meer führte.
    "Hrm, Dämonen?" Kurz blieb Salazar stehen, den Blick leicht über die Schulter gewandt. Die merkwürdigen Wesen, denen er begegnet war, bekamen eine Buchstäblich neue Bedeutung. Als er Narzuhl ansah, brauchte er seine Frage nicht zu formulieren, da sein Gesicht Bände sprach. Woher um Beliars Willen stammten diese Dämonen? Wieso hatten sie um diesen Morast mit den Echsen gekämpt?

    Narzuhl antwortete nicht direkt, indes sich vor ihnen der Stand offenbarte. Er kam Salazar so direkt vor dem sumpfigen Dschungel reichlich deplaziert vor. Nicht minder deplaziert wirkte das Schiffswrack, welches sich fronal in den Sand gebohrt hatte. Wind und Wetter hatten dem Wrack zugesetzt, und nur wenige Meter davor erhoben sich die Überreste eines Lagers, dass nur von den Überlebenden errichtet worden sein konnte. Was wohl mit ihnen geschehen war? Ob der Sumpf sie verschlungen hatte?

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