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  1. View Forum Posts #21
    Auserwählter Joe Black's Avatar
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Innenhof der Burg

    Die Kühle der Nacht umschmiegte seinen Körper und betäubte etwas den Schmerz heilender Wunden. Auf dem grossflächigen Innenhof der Burg nah am Silbersee hatte er sich eine kleine steinerne Bank ausgesucht auf der er seinen geschundenen Leib setzte und einfach nur ruhte.
    Es war erst wenige Stunden her als er die Halle voller Verletzte verlassen hatte.
    Rasch war er auf Günar und auch auf Pete gestossen die ihn mit allerlei Informationen förmlich überflutet hatten.
    Pete hatte er scheinbar viel zu verdanken, hatte ihn der Bastard doch tatsächlich von Setarrif bis hierher geschleift. Doch auch Günar hatte sich als loyaler Gefährte erwiesen.
    Die beiden schienen etwas in ihm zu sehen. Etwas von dem er selbst wusste, dass es nicht das war, was er war. Doch musste er es sein um ihre Kräfte in den Dienst seines Meisters zu stellen?
    Nein… Sie folgten ihm aus freien Willen unabhängig seines Glaubens. So oder so, es kam auf dasselbe heraus…
    Als die beiden ihn verlassen hatten, weil sie mit einigen Leuten zu sprechen hatten die eine Art Hüttensiedlung vor der Burg aufbauen wollten, hatte er sich aus dem inneren der Burg hier raus geschleift und auf diese Bank gesetzt.
    Sein Schwert und sein Schild ruhten neben ihm. Auch an ihnen war die Schlahct nicht ohne Spuren vorbeigegangen. Er musste eine Grundreinigung an sich selbst, seiner Ausrüstung und seiner Kleidung vornehmen.
    Doch alles zu seiner Zeit.
    So sass er einfach nur da und ruhte. Die Augen stets auf das rege Treiben des Burghofes gerichtet bis die Nacht hereingebrochen war und die Dunkelheit die Menschenmengen zerteilte, da sie ihre Schlafstäten aufsuchten.
    Joe Black atmete ruhig und tief, jede Verkrampfung der Muskeln, jedes Brennen der Wunden und jedes Rasseln der Lunge in sich aufnehmend.
    Auch wenn es sich abstrakt anhörte, aber er fühlte sich grossartig!
    Lebendiger hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt.
    Die Schlacht, das töten und das austesten der eigenen Grenzen hatten das Feuer in ihm zu lodern gebracht!
    Zu lange war er als Priester des Zirkels der erhabenen Arroganz und Einfachheit des Kastells erliegen.
    Jetzt wurde er wieder durch seine Aufgabe zurechtgeschmiedet.
    Dafür war er nun mal wie geschaffen.

    Sein Blick ruhte auf dem grossen Mond der nebst etlichen Sternen und einigen Wolken den Himmel zierte.
    Er dachte an diesen Lukar und an Slicer. Die beiden hatten es laut Günar ebenfalls in die Burg geschafft und waren mehr oder weniger Wohlauf.
    Da es nun galt die Situation neu zu ordnen und anschliessend zu bewältigen, musste er sich ein Netz aus Verbündeten spinnen.
    Es galt diesen verfluchten Drachen zu erschlagen, denn nur so konnte er seine Aufgabe die Hexe Merideth von ihren Fesseln zu erlösen wieder aufnehmen.
    Doch Weissauge war kein Drache wie etwa das Vieh vor Jahren in Tooshoo das er mit Ornlu, Ryu und Suzuran bekämpft hatte. Nein, Weissauge war der König der Drachen!
    Ein Ungetüm so mächtig, dass es reizte ihn selbst als Meister anzuerkennen.
    Doch dies war nicht der Wille Beliars, den dieser leitete alles so ein, dass das Ziel den Drachen zu erschlagen auf der Hand lag!
    So also musste Weissauge sterben. Es lag in Joes Pflicht, alles zu tun, damit dieses Unterfangen Früchte trug.
    Darum war er hier! Hier in der Burg Silbersee. Hier wo Ethorn seine Männer neu formieren und aufbauen musste. Hier wo er die Möglichkeit hatte mit dem Gefolge Ethorns zu verschmelzen um zu einem seiner Schwerter zu werden!
    Denn als Schwert Ethorns war er als Führer erwählt!
    Als Schwert des wahren Königs, oblag es ihm dunkle Streiter heranzuziehen die in den Schatten abseits königlicher Politik im Dienste Beliars standen.
    So oder so, er diente seinem Herrn und erfüllte seinen Willen.
    Alles würde kommen wie es musste…..

    „Joe?“

    Eine weibliche Stimme gefolgt von einer kräftigen Ohrfeige riss ihn aus seinen Gedanken.
    Eine Stimme die tief in seiner Seele verankert war.

    „Chala?“


    Hauchte er fast krächzend wegen seines trockenen Halses heraus und hob den Kopf nach vorne.
    Dann erblickte er sie. Ungläubig stand sie da. Schön wie eh und je, dennoch verändert. Sie wirkte kräftiger…selbstbewusst auf eine Art die nicht nur ihrer Weiblichkeit zu verdanken war. Ihre Augen…mmmh wie hatte er ihre grossen mandelförmigen Augen vermisst…
    Sie regte sich nicht, keinen Fingerbreit. Sie schaute ihn nur ungläubig an, ganz so als träumte sie.
    Er schenkte ihr ein breites Lächeln, auch wenn es bei seinem verklebten und wuchernden Bart wohl nicht dieselbe Wirkung hatte wie sie es sich gewohnt war.

    „Chala Vered…meine Wüstenblume…“ hauchte er mehr zu sich selbst bestätigend als zu ihr.

    „Du glaubst nicht wie sehr es mich freut dich unter den Lebenden zu wissen….“

    Ein Hustanfall unterbrach ihn und schüttelte seinen vor Schmerzen aufschreienden Körper durch.
    Die Zähne fletschend senkte er den Blick und versuchte durch kontrolliertes Atmen die Schwäche die ihn vereinnahmte zu verschleiern.
    Abermals hob er den Kopf und schenkte ihr ein, nun eindeutlich erzwungenes Lächeln.

    „Sag, wie ist es dir ergangen…“
    Last edited by Joe Black; 12.11.2014 at 13:23.

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    Krieger Chala Vered's Avatar
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    Das Königreich Argaan im Forenrollenspiel
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    Innenhof der Burg

    Sich im Innersten windend, starrte Chala auf ihre Hand, mit der sie soeben Joe geschlagen hatte. Was hatte sie dazu veranlasst? War es Wut gewesen? Wut darüber, dass er sie aus Setarrif fort geschickt hatte, dorthin, wo sie ihm nicht helfen konnte, als der Drache angriff? Wut darüber, dass er einfach so da saß, auf einer Bank in der Burg, welche sie erst vor wenigen Tagen erreicht hatte? Wut darüber, dass sie ihr Wiedersehen nicht verarbeiten konnte?
    Vielleicht war es aber auch die Erleichterung gewesen, welche mit der Last kam, die von ihr abgefallen war, als sie ihn erkannt hatte. Ein Schlag, mit dem sie auch ihre körperliche Anspannung löste .
    Doch noch mehr, als ihr plötzlicher Schlag, wunderte sie sich über Blacks Reaktion. Sein Kopf war zur Seite geschnellt, als ihre Hand seine Wange traf, doch hatte er ihn langsam zurückgedreht, ihren Namen geflüstert und sein Lächeln offenbart. Eine stumme Träne fand unterdessen ihren Weg in Vereds Gesicht, die sie energisch wegwischte.
    Eine Träne der Wut, sprach sie sich zu und verneinte mit jeder Faser ihres Körpers, dies als Zeichen der Schwäche anzuerkennen.

    Wieder stieg die Anspannung in ihr, ließ sie wie versteinert bloß dastehen, auf den Sitzenden blicken, dessen Gesicht von heilenden Wunden übersät war. Eine breite, oberflächliche Wunde, auf der sich bereits Schorf gebildet hatte, bedeckte beinahe seine ganze rechte Schläfe und wurde von dreckigen Haarsträhnen verdeckt. Ein Kratzer über dem rechten Auge wirkte bedrohlich, würde eventuell gar eine Narbe hinterlassen, ein weiteres Stigma unter vielen. Die dunklen Schatten und aufgesprungenen Lippen verliehen ihm zusammen mit Falten, die sie noch nicht kannte, ein müdes Aussehen. Und wie müde er sein musste, nachdem er eine solche Schlacht überlegt hatte.
    „Du glaubst nicht wie sehr es mich freut dich unter den Lebenden zu wissen…“, wisperte er mit kratziger Stimme, ehe ein Hustenanfall ihn erzittern ließ. Wellen des Schmerzes stoben offenkundig durch seinen Körper, bereiteten ihm Pein.
    Das Lächeln, was er nun aufsetzte, war nichts weiter als eine Maske, eine laienhafte Maske, die zudem schief in seinem Gesicht saß. Doch dahinter erkannte die Aranisaani den wahren Gesichtsausdruck ihres schwarzen Ritters: Ein Schrei, der die Tore des Unterwelt zu öffnen in der Lage war.

    „Sag, wie ist es dir ergangen…“, fragte er sie heiser.
    Das Kratzen in seinem Hals schien ihm die Stimme genommen zu haben. Endlich löste sich die Dunkelhäutige aus ihrer Starre, hob erneut die rechte Hand und führte sie zu seinem Gesicht. Doch dieses Mal war es kein Schlag, der ihn traf, sondern die schwieligen Finger einer Frau, welche einen verloren geglaubten Freund wiedertraf. Sie strich ihm sanft über die Wange, spürte die Barthaare und rauen Stoppeln. Ihr Blick sog den seinen auf und so beugte sie sich vor, kam seinem Gesicht mit dem ihren so nah, dass sie sich beinahe berührten.
    „Ich habe für deine Rückkehr zu Beliar gebetet“, flüsterte sie und Belustigung, sowie unaussprechliche Freude lag in ihrer Stimme, „Er scheint mich erhört zu haben.“
    Ihre Lippen berührten seine Stirn, ehe sie sich wieder aufrichtete. Ihre Hand sank auf seine Schulter, verharrte dort.
    „Wir sollten uns eine Bleibe suchen“, schlug sie vor, „dann können wir einander berichten.“
    Mit diesen Worten schob sie ihm ihren Arm hinter den Rücken und half ihm aufzustehen.

  3. View Forum Posts #23
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    Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
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    Vor der Burg, notdürftiger Flüchtlingshort

    Ihr süsser Duft umspielte seine Nase und regte Sinne an, die seit Beginn der Schlacht geruht hatten. Auch ihre weiche Haut, brachte die seinige zum Kribbeln als sich ihre Körper beim Marsch über den Innenhof aneinanderschmiegten.
    Chala Vered, die Exotin! Die Freude wieder auf sie getroffen zu sein verbannte für einen Moment die Schmerzen die seinen Leib drangsalierten.
    Sie hatte für Ihn gebetet… Er schmunzelte…
    Schritt für Schritt schleppte sie ihn, behangen mit seiner Waffe und seinem Schild, über die breit ausgelegten Pflastersteine des Innenhofes hinaus zum Tor, darüber hinweg über die Ebene gen Süden.
    Etliche Zelte standen hier, nahe an Feuerstellen in denen überall Feuer loderten und den Menschen die sie umgaben Wärme spendeten.
    Viele Flüchtlinge schienen es hierher geschafft zu haben, auch wenn viele von ihnen wohl nicht nur in der gruppe waren, die es durch die Tunnel geschafft hatten.
    Selbst einige Musiker waren vor Ort und spielten auf ihren Lauten ruhige Melodien die die Herzen derjenigen die so viele verloren hatten aufmuntern sollten.
    Einige der Leute hier nickten Chala zu, wohl mehr aus Verbundenheit der gemeinsamen Not als dass sie sie wirklich kannten, doch dies würde Chala ihm sicherlich bald berichten.
    Zwischen zwei grossen Eichen, nahe eines abgeflachten, vier Schritten breiten Felsens, setzten sie sich auf den Boden an eine der besagten Feuerstellen.
    Ein älterer Herr mit zerrissenen Kleidern, typisch gehalten für Bauern der Lande um Setarrif, rührte mit einem grossen hölzernen Löffel in einer dunkel schimmernden Brühe die sich wiederrum in einem verbeulten Gusskessel über dem Feuer befand.
    Er nickte ihnen und entgegnete, dass sie gerne eine Portion seines feinen Wurzelsuppe haben dürften sobald diese genügend eingekocht sei.
    Chala dankte dem Mann und wandte sich dann wieder Joe zu.
    Dieser blickte Müde in die Flammen und verlor sich in Gedanken durchströmt von den Visionen die er während seiner Fieberzeit auf der Reise gen Burg durchlebt hatte.
    Dann schmiegte sie sich wieder an ihn, hauchte ihm etwas ins Ohr was er nicht verstanden hatte, ihn jedoch wieder in das hier und jetzt zog.

    Sorgsam legte er seinen rechten Arm um ihre Schulter, wie ein Ehemann es tun würde um seine Frau zu wärmen. Er war nicht auf Beischlaf mit ihr aus, und selbst wenn, würde er aktuell wohl nicht dazu in der Lage sein. Ausserdem war er dermassen eingesaut und stinkig, dass selbst Chala Mühe haben durfte ihr Feuer für ihn zum Lodern zu bringen.
    Nein, diese Geste der Zweisamkeit die er mit ihr teilte war, ohne dass sie es je erahnen konnte, etwas das abseits von Liebe in Blacks Leben eigentlich keinen Platz hatte.
    Es ging um Vertrautheit, Sehnsucht, Seelisches Heil….
    Chala Vered berührte Dinge in ihm, die er tief in seinem Herzen vergraben hatte.
    Und gerade jetzt, geschunden bis aufs letzte, tat es einfach nur gut diese Art der Zweisamkeit mit ihr teilen zu können.

    „Du sagtest du hast für meine Rückkehr gebetet…dann weisst du also über die Ereignisse in Setarrif Bescheid? Ich hatte ja eigentlich erhofft, dass du wiederkehren würdest ehe die Schlacht begann…doch nun bin ich froh, dass du weit fort warst als die Stadt in Flammen lag…
    Doch nun sag, wie ist es dir ergangen? Was hatte dich aufgehalten? Ich hörte vom Untergang Tooshoos…“


    Sorgsam legte er seine Tasche auf den Schoss und kramte nach seinem Sumpfkrautbeutel. Doch rasch erinnerte er sich, dass er schon länger nicht mehr die Möglichkeit gehabt hatte, diesen aufzustocken und somit auf dem Trockenen sass.
    Betrübt blickte er zu der wunderschönen Exotin zu seiner rechten.

  4. View Forum Posts #24
    Krieger Chala Vered's Avatar
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    Vor der Burg, notdürftiger Flüchtlingshort

    Erste Zelte und provisorische Unterkünfte waren vor den Mauern der Silberseeburg aufgeschlagen worden. Etliche Menschen sammelten sich hier, war in der Burg selber doch kein Platz für so viele Flüchtlinge. Dieser Tage war man auf den Zusammenhalt und Mithilfe angewiesen, vertrieben aus der Heimat vom Krieg. Viele, die sahen wie Chala ihren deutlich größeren Gefährten beim Gehen half, nickten ihr zu. Es war keine Anerkennung, kein Gruß des Wiedererkennens, es war die Akzeptanz für ihr Tun und die Bereitschaft, sie als eine der ihren anzusehen. Auch der Alte, an dessen Feuer sie sich niedergelassen hatten, wollte bereitwillig seinen Eintopf mit ihnen teilen.
    „Nehmt wenigstens etwas Gold!“, hatte Vered ihn gebeten, doch wollte er davon nichts wissen.
    „Gebt diesen Gefallen an jemand anderen weiter“, hatte er erwidert und weiter die Wurzelsuppe umgerührt.

    Wie Liebende saßen Joe und sie am Feuer. Der Kopf der Dunkelhäutigen ruhte auf seiner linken Schulter und seinen Arm hatte er um sie gelegt. Die Wärme der Flammen auf der Haut spürend, bildete sich gar ein leichtes Lächeln auf ihrem Gesicht. Beinahe spürte sie die Schwellung unter ihrem Auge nicht mehr.
    Funken stoben zusammen mit dem Rauch auf, erloschen hoch oben unterm Sternenzelt. Der Blick der Aranisaani folgte der glühenden Asche, sah darin die Leben, welche während der Schlacht um Setarrif erloschen waren, eines nach dem andern. Just in diesem Moment begann Black zu sprechen. Seine Stimme war rauer als sonst und das Reden schien ihm schwer zu fallen.
    „Bei meiner Ankunft erzählte mir ein Wächter, dass Setarrif gefallen sei“, antwortete Chala auf seine erste Frage, „Doch mehr wusste ich nicht. Ich war mir sicher, dass du noch dort gewesen sein musst, als die Schlacht begann, denn etwas anderes ist von dir nicht zu erwarten.“

    Sie rückte noch näher zu ihm, insofern dies überhaupt möglich war.
    „Was das beten angeht“, fuhr sie mit einer leichten Unsicherheit in der Stimme fort, „Da weiß ich auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe.“
    Es war ihr ein wenig unangenehm, doch war es nun einmal so gewesen und es zu leugnen hätte keinen Sinn gemacht. Doch ob es nun wirklich Beliars Werk war, das Joe überlebt hatte oder es einfach an seiner Vitalität lag, würde wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben.
    „Dass ich nicht da war…an deiner Seite, um gemeinsam durch ein Meer aus Blut zu waten“, spielte sie auf van Darens Weissagung an, „Lag unteranderen daran, dass auch Schwarzwasser angegriffen wurde“, erklärte sie, während sie nach einer Reaktion im Gesicht ihres schwarzen Ritters suchte.
    Tatsächlich zeigte sich Sorge darin, der sie mit einem ernsten Blick begegnete.
    „Es waren die Echsen, solche wie die, die mich im Dschungel angegriffen hat. Dass ich ohne Zwischenfall den Sumpf erreicht habe, scheint mir jetzt nahezu unmöglich gewesen zu sein. Die Menschen, die bei Tooshoo leben, haben ihre Heimat verlassen, sind nordwärts zu einer Taverne gezogen, die sich Die gespaltene Jungfrau nennt. Leider weiß ich nicht, ob auch Pete fliehen konnte“, berichtete sie, was sie schon vor mehr als einem Mond hätte berichten sollen.

    Doch war dies noch nicht alles, was auch Joe zu spüren schien, der sie weiterhin erwartungsvoll anschaute.
    „Auf dem Weg habe ich ihn gesehen…riesig, majestätisch, bedrohlich…den Drachen. War er dort? Hat er Setarrif angegriffen?“
    Sie war aufgeregt, doch nicht verängstigt. Die Erinnerung an den Drachen ließ sie ganz euphorisch werden, was sie jedoch zu unterdrücken versuchte.
    Ihren Beutel durchstöbernd wartete sie auf eine Antwort Blacks, ehe sie fand, was sie suchte. Das Päckchen, welches Chala noch vor der Abreise aus Tooshoo gekauft hatte, würde ihr die nötige Ruhe schenken und sicherlich auch Joes Schmerzen lindern. Während ihr dunkler Ritter ihr antwortete, bereitete sie zwei Stängel vor, da der Wurzelsuppe wohl noch einen Moment auf sich warten lassen würde.

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    Vor der Burg, notdürftiger Flüchtlingshort

    Schweigend aber mit ungebrochenem Interesse lauschte Black den Worten Vereds.
    Für einen Moment flammte das Gefühl der Schuld in ihm auf.
    Er hatte sie nach Tooshoo gesandt, also war es schlussendlich auch er, der die Verantwortung für ihr Leid trug. Doch diese Schuldgefühle verebbten so schnell wie sie gekommen waren.
    Chala war eine starke Frau und lechzte förmlich danach, ihren Wert zu beweisen.
    Das Abenteuer, das sie sicherlich erlebt hatte, würde Früchte tragen, ihren Charakter schleifen und hatte sie sicherlich an ihre Grenzen gebracht.
    Ausserdem, wer wusste schon ob sie Setarrif überlebt hätte? ….

    Aus dem gehörten von ihr und der Erzählung Petes schloss der ehemalige Assassine, dass Tooshoo also tatsächlich verloren war, so wie es auch Setarrif war. Die Menschen und Gauner des Waldes beherbergten nun also die Taverne der alten Gewitterziege, waren ihnen also nicht wirklich fern.
    Da der Süden ebenso wie der Osten in Gewalt des Drachens und seinen Echsen war, würde ein Bündnis der nächste logische Schritt des Königs sein. Doch war war mit dem verfluchten Orden im Norden? Diese Bastarde scheinen sich aus der ganzen Miesere die die Insel beutelte komplett rauszuhalten. Sicherlich war es Rhobar nur recht, wenn der Drache für ihn die Drecksarbeit verrichtete….

    Als Chala keine Worte mehr übrig hatte und sich zur Freude des Bärtigen daran machte zwei Stängel Sumpfkraut zu drehen, beantwortete er ruhig ihre Frage, nicht ohne jedoch nicht etwas an ihren Aussagen zu korrigieren:

    „Nun, Pete lebt… Er floh gleich nach dem Angriff des Drachens zum einzigen Menschen zu dem es sich seiner Meinung nach lohnte zu fliehen…“

    Der Assassine hustete kurz auf und verzog vor Schmerzen sein Gesicht.
    Chala hob den Kopf von der Mischung die sie in ihrer Handfläche bearbeitete und schenkte ihm einen Blick voller Bedauern.

    „Er erzählte mir von deiner Ankunft dort und dass er dich zu Dennik geschickt hat um dort das kämpfen zu erlernen.
    Ich kenne Dennik flüchtig aus Varant…. Damals war er noch ein Welpe, störrisch und naiv, voller Ecken und Kanten. Meiner Meinung nach fehlten ihm gewisse Eigenschaften um ein wahrer Streiter Beliars zu werden. Die Mentalität des Waldes passt sicherlich besser zu ihm… „


    Joe wandte den Blick vom Feuer ab und blickte nach rechts zu Chala die sich wieder konzentriert ihrer Mischung gewidmet hatte. Sein Blick wanderte über ihr Haar, entlang ihres Kiefers hinab über den schlanken Hals über die Rundungen ihres Busens…

    „Er hat mir auch von Ryu erzählt….“

    Sie schreckte zusammen, schien es aber nicht zu wagen den Blick zu heben, wartend was folgen mochte….

    „Er hat dir eine Waffe geschmiedet? Etwas was er scheinbar ganz gut kann…“

    Sie entspannte sich wieder, entgegnete aber nichts und begann den ersten Stängel einzudrehen.
    Joe grinste und blickte wieder in die Flammen während er sorgsam fortfuhr

    „Daren habe ich im Übrigen ins Kastell bringen lassen. Dort wird er sicher sein. Und was seine Visionen anbelangt, ich denke das Meer aus Blut liegt noch vor uns Chala….“


    Sie überreichte ihm ihren ersten Stängel, nicht aber ohne ihn vorher zu entzünden und sich selbst einen tiefen Zug zu genehmigen. Er nickte ihr dankend zu und lehnte sich dann entspannt gegen den Felsen hinter ihm. Sanft zogen seine rissigen Lippen am Stängel. Der betörende Rauch kratzte durch seinen Hals, hinterliess eine leicht bittere Note und entfaltete sich in seiner Lunge.
    Seine Augen wurden leicht wässerig und er verspürte Gänsehaut die sich über seinen Rücken und Arme zog. Seine Muskeln entspannten sich und das Schmerzempfinden dämpfte ab.
    Er atmete aus und eine dicke weissliche Wolke verschmolz mit dem Qualm des Lagerfeuers.
    Chala war bereits daran, den nächsten Stängel zu drehen.

    „Für dein Gebet danke ich dir Chala. Ich bin mir sicher Beliar hat dich erhört, den es war seine Hand die über mich wachte und mir in der Schlacht mit den Eschen mehr als nur einmal das Leben rettete.
    Er achtet gut auf seine wahren Diener musst du wissen….“


    Weitere Züge die seinen Körper betörten folgten und stoppten derweil den Redefluss des in die Jahre gekommenen Streiters.
    Der alte Mann am Kessel schnitt gerade einige Karotten grob in seine Brühe und suchte in einer Beuteltasche die neben der Feuerstelle lag nach einigen Kräutern.
    Black bot ihm beiläufig den Stängel an. Der alte Mann lehnte dankend ab woraufhin der Stängel wieder bei Chala landete die soeben den zweiten Stängel vollendet hatte und vorerst beiseitelegte.

    „Was Setarrif anbelangt. Die Stadt kannst du vorerst vergessen wie mir scheint. Der Drache und seine Armee aus Echsen haben sich die Stadt zu Eigen gemacht. Es dürfte nun ein gewaltiger Drachenhort sein. Eine Todeszone für Menschen…..“

    Joe schmunzelte und ergänzte spöttisch:

    „Man sagt, dass Drachen auf alles stehen was nach Gold ausschaut. Darum horten sie auch so viele Schätze in ihren Behausungen. Setarrif mit seinen goldenen Dächern, muss für diesen gewaltigen Königsdrachen also sowas wie sein ganz eigener Palast sein….“

    Seine Augen fielen zu. Die Müdigkeit hatte ihn wieder eingeholt und paarte sich nun mit der Benommenheit des Sumpfkrautes.
    Träge ergänzte er immer leiser sprechend:

    „Ich bin wirklich stolz auf dich Chala….du hast dich grossartig gemacht. Besonders wenn man beachtet, dass du noch ganz am Anfang deines Weges stehst….
    Dein Name wird einmal über die weiten des Landes bekannt sein und voller Ehrfurcht ausgesprochen werden….Chala Veret….Engel des Todes….“


    Die letzten Worte murmelte er förmlich nur noch im Halbschlaf ehe er vollends wegnickte.
    Der alte Mann grinste amüsiert und kicherte vor sich hin während er eine Schale mit Wurzelsuppe füllte und sie leicht humpelnd zu Chala brachte.

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    Vor der Burg, notdürftiger Flüchtlingshort

    Lange schaute Chala noch auf den schlafenden Leib Blacks, dem die Anstrengung der letzten Tage deutlich anzusehen waren. Das Sumpfkraut hatte ihm wohl geholfen endlich die Ruhe zu finden, welche er brauchte, um in die Ebene des Schlafes zu gleiten.
    Die Aranisaani zog ein letztes Mal an dem Stängel, den sie sich bis eben geteilt hatten, ehe sie ihn auf dem Boden ausdrückte. Der grünliche Dunst entwich ihren Nasenlöchern, stürzte herunter wie zwei Wasserstrahlen, ehe er langsam anmutend nach oben stieg, ihr die Sicht vernebelte und schließlich vom Wind fortgetragen wurde.
    „Hier, junge Frau. Das ist für dich“, erklang die Stimme des Alten, welcher seinen Eintopf wohl soeben für fertig befunden hatte.
    Dankend nahm Vered die dampfende Holzschale entgegen. Es gab keinen Löffel, doch störte sie dies nicht im Geringsten. Sie pustete, um dem wohlriechenden Sud die schlimmste Hitze zu nehmen und führte vorsichtig die Schüssel an ihre Lippen, um einen Schluck zu probieren. Heiß rann ihr die dickflüssige Masse die Kehle herunter, wärmte sie von Innen und gab ihr ein wohliges Gefühl im Magen. Erst jetzt bemerkte sie, dass der Hunger sie geplagt hatte und so nahm sie sich nicht zurück, bis auch der letzte Tropfen des Eintopfs von der Schale in ihren Körper gewandert war. Der Geschmack frischer Kräuter lobte nahezu die durchdringende Note der scharfen Wurzel, welche wohl die Hauptzutat des Mahls darstellte.
    „Das war sehr lecker, alter Mann!“, lobte sie den Ergrauten, welcher mit einem zufriedenen Lächeln und vielen Falten im Gesicht weiteren Menschen seine Wurzelsuppe anbot.
    Menschen wie er waren in solchen Zeiten unabdingbar für die Moral der Menschen.

    Der Blick der Dunkelhäutigen ruhte erneut auf Black, den die Bewusstlosigkeit verjüngt zu haben schien. Viele der kleinen Furchen, die sonst sein Gesicht zierten, waren nicht mehr zu sehen und der unbeschwerte Ausdruck ließen seine Wunden weniger schlimm erscheinen. Doch die Wahrheit sah anders aus.
    Seine Kleidung war an vielen Stellen gerissen und von Blut durchtränkt, dem seinen und dem seiner Feinde, der Menge nach zu urteilen. An einigen Stellen war seine Haut unbedeckt und Chala wusste, dass sich nahe dem Schlitz eine Wunde befinden musste. Sobald er wieder erwachte, müssten sie sich waschen, denn auch ihr waren die Strapazen der letzten Wochen anzusehen, welche jedoch verschwindend gering sein mussten, im Gegensatz zu denen, die er durchlebt haben musste.
    Umso mehr war sie über sein scheinbar umfangreiches Wissen über ihren Aufenthalt in Schwarzwasser überrascht. Die Erwähnung Ryus hatte einen Moment ihren Herzschlag aussetzen lassen. Furcht blitzte vor der Reaktion des Streiter Beliars in ihr auf, wusste sie doch nicht einzuschätzen, wie er es aufnahm, dass sie nicht nur mit ihm das Lager teilte. Doch wenn er etwas darüber wusste, verschwieg er es ihr gegenüber.
    Pete, dachte sie dennoch wütend, Das wirst du mir büßen, Schlangenauge!
    Aber der Ehrlichkeit halber musste sie eingestehen, dass es keine Liebe war, die sie mit Black verband, jedenfalls keine solche, die man seinem Ehemann entgegenbringen würde und Treue verlangte. Sie genoss seine Gesellschaft, weil er ihr das Leben gerettet hatte, weil ihr seine Art gefiel die Dinge anzugehen und sie ihm Respekt entgegenbrachte, und weil er ihr die Befriedigung geben konnte, die sie brauchte. Nicht gänzlich anders war es mit Ryu, der eine ähnliche…Durchsetzungskraft besaß. Natürlich spielten für sie auch immer die Vorteile eine Rolle, die sie aus einer solchen Verbindung ziehen konnte. Das Schwert, welches sie neben sich auf den Boden gelegt hatte, war eine der Früchte, die aus solchen Kontakten erwuchsen. Doch die Ernte war längst nicht vollständig eingefahren.

    Während Vered sich den nächsten Stängel Sumpfkraut am Lagerfeuer entzündete, überdachte sie auch die anderen Worte des nun Schlafenden. Van Daren war in Sicherheit, was sicherlich gut war, doch wusste sie noch immer nicht den Alten in das Gesamtbild des Lebens einzuordnen. Prophezeiungen hatte er ihnen gebracht, die sich bisher nicht bewahrheitet hatten, doch wie Joe schon sagte, könnte das Meer aus Blut noch in der Ebbephase sein. Sie würde geduldig auf die Flut warten und dem Kommenden aufrechten Blickes entgegentreten.
    Auch seine Worte darüber, dass Beliar ihm in der Schlacht das Leben rettete, ließ sie von neuem auf sich wirken. Wenn es tatsächlich Götter gab, dann blieb nur noch zu klären, welchem sie dienen sollte. Denn eines stand fest: Ihr Glaube war nicht umsonst. Insgeheim jedoch schien sie zu Beliar zu tendieren, hatte er doch schon indirekt bewiesen Gebete zu erhören.
    Über Setarrif wollte sie keine weiteren Gedanken verlieren. Die Stadt war gefallen und der Drache herrschte über das Ruinenfeld. Unerreichbar schien die alte Pracht zu sein und somit erübrigten sich zumindest für den Moment Pläne hinsichtlich des östlichen Argaans.

    Die Dunkelhäutige nahm einen tiefen Zug vom Sumpfkraut, behielt den beruhigenden Dunst in ihrem Mund und legte ihren Kopf in den Nacken. Der Himmel war von dichten Wolkentürmen überzogen, die das Licht der Sterne verbargen und nichts als Finsternis zurückließen. Ganz langsam öffnete sie die Lippen, welche aufgrund mangelnden Wassers zusammenklebten, entließ den inhalierten Rauch in die Freiheit, erlaubte ihm das Spielen im Wind, ehe sie Luft einsog und den Nebel zurück in ihren Körper zwang, hinunter in ihre Lunge, wo er sich festsetzte. Das daraus geborene kratzende Gefühl in ihrem Rachen brachte sie zum Husten, fast so, als wollte sich der Dunst gewaltsam einen Ausgang schaffen.
    Die Wirkung des Rauschmittels beflügelte dennoch ihre Sinne und mit einem Mal schien der Himmel heller zu werden. Chala bildete sich gar ein, das Licht der Sterne hinter der Wolkendecke zu sehen und wenn sie nur wenige Zentimeter größer wäre, könnte sie gar die Wärme der leuchtenden Punkte spüren. Ein Lächeln legte sich auf ihr Gesicht, was ihr normalerweise ein schmerzendes Ziehen beschert hätte, doch betäubt von der Wirkung des Sumpfkrauts vergaß sie gar ihre Verletzung. Ziellos wanderten ihre Gedanken umher, blendeten die Umgebung aus. Es war fast so, als flöge sie über das Lager der Flüchtlinge, wie ein schwarzer Engel – ein Engel des Todes.
    Erst viel später kehrte sie mit ihrem Bewusstsein zurück, der Morgen dämmerte bereits und der alte Mann war weg. Lediglich zwei Schalen kalten Eintopfs standen am Rand des Feuers. Erschöpft ließ auch die Aranisaani sich nieder, schmiegte sich an Joe und bettete ihren Kopf auf seine Schulter, ehe sie einschlief.
    Last edited by Chala Vered; 14.11.2014 at 16:06.

  7. View Forum Posts #27
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    Nachdenklich saß der alte Mann im Schneidersitzt auf einem verwitterten, leicht erhöhten Felsbrocken.
    Von dieser Position hatte er alles ganz genau im Blick. Die kleine aber solide wirkende Festung Silbersee am hang der Berge, die derzeit das Flüchtlingslager für alle Überlebenden der Schlacht um Setariff darstellte; das vor den Toren liegende Zeltlager in dem die Unterkunft und Verpflegung fanden die im inneren der Burg keinen Platz gefunden hatte und vorallem den prächtigen Sternenhimmel, dessen natürlicher Glanz trotz all der schrecklichen Dinge, die in den letzten Tagen geschehen waren, genau so göttergleich auf die Menschen hinunterblickte wie er es schon immer getan hatte und vermutlich auch noch immer tun würde. Ganz besonders aber galt der abwesende und zugleich faszinierte Blick des Händlers der abnehmenden Mondscheibe, die sich der Sonne gleich über den Horizont schob, um ihre Reise über das Firmament zu begehen. Der Mond hatte ihn seit jeher von allen Erscheinungen der Natur am allermeisten in seinen Bann gezogen. Nicht etwa, weil er in Form und Farbe nur all zu leicht an ein glänzendes Goldstück errinerte das Lukar sich nur zu gerne in die Tasche gesteckt hätte. Es war tatsächlich die blosse Faszination des Anblicks an sich, ohne Hintergedanken, ohne spezielle Träume oder Wünsche. Nein, vielmehr fühlte er sich im Angesicht des Mondes gefühlsmässig in seine Jugend zurückversetzt. Der rüstige aber dennoch betagte Körper nahm die alte, fast vergessene Frische für einen kurzen aber jedesmal unvergesslichen Augenblick wieder an, verwandelte jeden Atemzug in den Brodem einer mächtigen Gottheit und wischte all die kleineren Zweifel mit einem Streich davon, die sich im Laufe der Tage und Wochen trotz aller Willenskraft in seinem Geist ab und zu ansammelten.
    Kurz, er fültle sich so unbeschwert wie nie in seinem Leben.
    Und diesen Augenblick, dieses Gefühl des puren Lebens, galt es in vollen Zügen zu genießen. Vorallem, wenn man sich in so einer Situation befand, wie sie gegenwärtig der Fall war.
    Er hatte, als Hehler und Krimineller, der erst seit kurzem auf Argaan tätig war, noch am wenigsten verloren; Viele der Flüchtligne beklagten den Verlust von Habe, Familie und seelischen Frieden. Aber auch an ihm waren die Strapazen nicht spurlos vorbei gezogen. Das erlebte hatte sich für immer in seinen Geist eingebrannt und würde ihn sicherlich so manche unruhige Nacht oder grüberlische Stunde wieder anfallen wie ein ausgehungerter Warg. Er gab sich bereits jetzt Mühe, sich damit abzufinden, und er wusste sehr gut, dass er sich wohl eher Sorgen machen müsste, wenn ihn das Erlebnis völlig unberührt gelassen hätte. Es war eine grausame und aufwühlende, aber zugleich unschätzbare Erfahrung, die ihm im späteren Leben noch dienlich sein würde. Zumindest, wenn ihm sein Leben noch längere Zeit erhalten bleiben würde.
    Seitdem sie in Silbersee einzug gehalten hatten, war es still um die Flüchtligne geworden. Weder der Drache noch seine geschuppten Diener zeigten sich in ihrer Nähe, doch jeder wusste, dass sie just in diesem Moment noch auf der Insel waren. Niemand wusste zu sagen, wo genau sich diese schrecklichen Monster derzeit aufhielte, und was sie als nächstes planen würden; wann sie vielleicht gegen diese winzige Festung ziehen würden, um auch den letzten Setariffer im Blut seiner Landsleute zu ertränken,. Grade diese Unsicherheit nagte an vielen der Flüchtlinge. Jeden moment konnte ihr unheimliches Heer in der Ferne auftauchen.
    Vielleicht niemals, vielleicht in einigen Monaten, Wochen oder Tagen...
    Oder auch schon heute.

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    Schwertmeister HerrBrom's Avatar
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    Eine kleine Gestalt irrte im schwachen Dämmerlicht des Mondes in die Richtung des Silbersee's. Zwischen dem Zeigefinger und dem Daumen der linken Hand klemmte ein glühender Krautstängel, während in der anderen ein halb geleerter Weinschlauch ruhte. In der Burg herrschte seit der Ankunft der Flüchtlinge jede Menge Trubel, auf den Brom gerade keine Lust hatte. Sein Gesicht erkannte man von weitem nicht, da es von einer Lederkapuze verdunkelt wurde. Im inneren der Kapuze steckte eine Maske, was jedoch niemand ausser der Besitzer selbst wusste. Der Blick des Diebes streifte über das Ufer.
    Hatte sich dort nicht gerade etwas bewegt?
    ...
    Nein, wahrscheinlich begann er nur schon zu halluzinieren...
    Doch! Dort stieg eindeutg eine winzige Rauchwolke auf! Und darunter... Eine Silhouette.
    Trotz der Benebelung seiner Gedanken bemerkte der Junge sofort auf wen er da zustolperte.

    "Edon, mein Freund! Reise gut überstanden?"

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    Schwertmeister Edon Mesotes's Avatar
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    So schlimm war es doch hier gar nicht. Ließ man sich von den vielen lärmenden Gestalten um sich herum nur nicht den Spaß an der Freude verderben, war es doch ein wunderschönes Plätzchen, dass sie sich zum Bleiben ausgesucht hatten, ein riesiger See, bei dem man fischen, trinken und unnötige Nachbarn entsorgen konnte, ein Wald aufgrund dessen man nicht den Anblick nach Norden ertragen musste, wo keuschheitssüchtige Rotschürzchenträger zügellos ihre Minderwertigkeitskomplexe kompensieren konnten, indem sie die Welt, die Menschheit und die Wahrheit für sich in Anspruch nahmen und weiter im Süden gab es bestimmt auch irgendwas Tolles...
    Edon hatte sogar ein Zelt gefunden. Genau genommen hatte er Leute gefunden, die zu dämlich gewesen waren, auf ihr Zelt genügend Acht zu geben, noch genauer gesagt hat er solche gefunden, die jene gefunden hatten, und bereit waren nach einer heftigen Grundlagendiskussion über Besitzansprüche und geltendes Recht zu einer einmütigen Entscheidung zu kommen. Am genauesten gesagt waren sich Edon und die Finder über Anspruch und Recht eigentlich einig: wer es findet, darf es behalten, kompliziert wurde der Streit erst an der Stelle, an der diskutiert werden wollte, ob das Finden des Finders auch das Finden des Gefundenen miteinbezog. Edon hatte die besseren Argumente und dementsprechend auch bald das Zelt...
    Gemütlich betrachtete Edon von seinem neuen Eigenheim aus den See, während er vor sich hin paffte und seine Umgebung in den silbrigen Dunst geistesumnebelnder Substanzen hüllte, ein wahrhaft lyrischer Anblick, der einen Dichter sicherlich stante pede dazu verleitet hätte, Edon so lange mit seinem Geseier auf die Nerven zu gehen, bis er dessen Existenz als überflüssig einzustufen bereit war und kurzerhand im See versenken würde. Folgte würde sicherlich eine wunderbare Stille.
    Die Stille, die noch vor dem Eintreffen des totgeweihten Dichters entsprang, wurde jäh unterbrochen. Von der Burg her torkelte etwas auf ihn zu, das, soweit konnte er sehen, als es sehr viel näher gekommen war, in der einen Hand einen Stängel Sumpfkraut umklammerte, in der anderen einen Weinschlauch hielt und rgendwo zwischen beidem blöde grinste. Edon paffte noch einen Rauchring in die Luft.

    ​"Hast du dich jemals gefragt, woher die Pfaffen wissen, dass die Götter wirklich Männer sind?"

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    "Nnnn.... Nein. Hätte ich das tun sollen? Vielleicht dachten sie, Männer wären stärker... Oder Mutiger... Oder naiver... Vielleicht könnn' manche Männer fliegen? Oder ham' wir Beweise dagegen? Hab' blos einen Beweis dass Prostituierte Damen genau dies nicht können...", nuschelte der Nordmarer verwirrt, während er die Sterne betrachtete und sich neben Edon auf den Boden setzte.

    "Götter... Wer kam überhaupt auf die Idee sie zu entdecken? Also... Wer hat sie gesehen oder... Oder erfunden? Hmmm... Auch'n Schluck?"


    Der dunkel gekleidete hob dem anderen seinen Weinschlauch hin.
    Last edited by HerrBrom; 15.11.2014 at 23:37.

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    "Keine Ahnung, ich glaube, die haben sich selbst erfunden."
    Edon nahm den Weinschlauch und tat einen kräftigen Zug. Dabei machte er den Fehler, an sich herunter zu sehen. Abgesehen von seinem Mantel und seinem Schwert war ihm nicht viel geblieben, ein paar dreckige Lumpen, seine Pfeife und ein Vorrat an Kraut. Na ja, aber wer hatte da schon mehr Glück? Außer dem, was sie gerade dabei hatten, war wohl niemand großartig zum Packen gekommen. Irgendwie gefiel dem Dieb der Gedanke: der Drache hatte sie ein bisschen gleich gemacht. Er schaute auf das Zelt hinter sich. Er seufzte.
    "Hilf mir mal!" murmelte er zu Brom und begann, es abzubauen. Drauf geschissen, er hatte schon in einer gammligeren Ecke gepennt, in einer kälteren Nacht, in einer verschisseneren Gosse am Arsch der Welt. Das Bündel klemmte er sich unter dem Arm und stiefelte damit zurück zur Burg.
    "Ich hab mal gedacht, scheißegal wie sehr Männer sich in den Fetzen hängen, irgendwie haben sie noch den Anstand, alle paar Äonen einen Saufen zu gehen. Aber wenn die Götter Frauen sind, erklärt das einiges. Dann gibt's noch nich' mal 'nen grund, warum wir uns alle gegenseitig abschlachten und die Welt is' wirklich am Arsch. Weißt doch, wie die Weiber sein können, nich'?"

  12. View Forum Posts #32
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    HerrBrom is offline
    "Jau... Leider!", antwortete Brom grinsend. "Wobei... Gibt's allgemein 'nen Sinn im Leben un' auf der Welt? Man lebt, wird drauf vorbereitet irgendwann zu sterben... Nur um wieder andre auf's sterben vorzubereiten... Welche dann nochmal andre auch aufs sterben vorbereiten... Sin' die Götter da um uns davon abzulenken? Scheiß drauf... Wenn ich ehrlich sein soll is' mir nicht danach zu denken... Rauchen, Saufen... Mehr brauch' ich nich' um mich abzulenken."

    Während dem laufen streckte sich der Kleinere ausgiebig. An fast jedem Fels musste er sich anlehnen um den Halt nicht zu verlieren. Seit wann hielt er so wenig aus?!

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    Auf dem Burghof

    Manuele lehnte an einer der östlichen Mauern von Burg Silbersee und beobachtete erschöpft das Treiben auf dem Innenhof. Immer wieder kamen neue Flüchtlinge durch die Tore der Festung gestürmt, sie wurden immer mehr, obwohl es jetzt schon keinen Platz mehr in den Unterkünften hatte. Die Verzweiflung war gross.

    Die Magier und Schwerter hatten sich im Haupthaus verschanzt, während das niedrigere Volk draussen in den Werkstätten nach Unterschlupf suchen musste. Dazu gehörte wohl auch er. Der einst bei den Kriegern angesehene Nordmarer hatte wohl zu viel Zeit ausserhalb Setarrifs verbracht, als dass man ihn noch zu den Männern der Akademie zählen würde. Auch spielte die Tatsache gegen ihn, dass Raad irgendwie unauffindbar schien.

    Trotz allem, er und die Jungs die ihm durch die Schlacht gefolgt waren,hatten es geschafft sich einen ziemlich guten Platz zu ergattern. Direkt neben der Schmiede. Es roch zwar ständig nach verbranntem Holz und gegossenem Eisen, doch war es angenehm warm in der Nacht und wer weiss, vielleicht würde ja im richtigen Augenblick auch eine neue Klinge für ihn herausspringen...
    Last edited by Manuele; 16.11.2014 at 19:10.

  14. View Forum Posts #34
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    Raad stapfte über den Hof der Burg. Die Nacht hatte sich längst über das Land gesenkt. Kälte war eingezogen. Mehr, als man dies von Setarrif gewöhnt war. Es war erstaunlich, dass ein Gebirge nicht bloß das Land, sondern auch das Wetter zu teilen vermochte.

    Und obgleich dies erstaunlich war, interessierte es ihn nicht wirklich. Er hatte versucht mit Nigel zu reden, als er ihm am Felsen lehnend gefunden hatte. Doch der Mann war kaum ansprechbar gewesen. So hatte Raad ihn mitgenommen. Soweit, bis sie die Silberseeburg erreicht hatten und er einen Platz für ihn im Krankenlager gefunden hatte. Die Heiler kümmerten sich um Nigel.

    Auch um Raad hatten sie sich gekümmert. Nicht viel, aber ausreichend für die seinen Wunden. Es gab zu viele, welche schwerere Verletzungen davongetragen hatten. Zu viele, die vielleicht nie wieder gehen würden können. Nie wieder ein Schwert halten. Nie wieder…

    Raad hatte sich verkrochen und versucht, das allgegenwärtige Leid des Volkes, welches das seine geworden war, im Alkohol zu vergessen. Es war ihm nicht gelungen. Egal wie viel er getrunken hatte. Es erinnerte ihn bloß immer wieder daran, was er verloren hatte. An die Menschen, die unauffindbar waren und doch dereinst so lange seinen Weg mitgegangen waren. Farel und Candaal. Moddaen, Melaine und Colodis. Insbesondere Letzterer. Der freundliche Nordmann. Der Freund. Der Mann, der ihm zum Bruder im Blute geworden war und in eben jenem Moment verschwunden war. Ohne Worte. Ohne Hinweis.

    Raad blieb mitten im Hof stehen und setzte sich auf den Boden. Manchmal wusste er einfach nicht mehr, wie er einen Fuß vor den anderen setzen sollte. Aber der Moment würde vorüber gehen. Er ging immer vorüber. Alles ging immer vorüber. Es gibt nichts, was bleibt…

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    Und da sass er plötzlich! Seit Wochen hatte er den Mann gesucht und nun sass er einfach inmitten des Burghofs, wenige schritte vom jungen Nordmann entfernt.

    Manuele konnte es kaum fassen, dass Raad einfach so aus dem nichts aufgetaucht war. Einen Augenblick zuvor hatte er noch trübselig in die Nacht gestarrt und jetzt war ihm wieder warm ums Herz. Endlich einen Freund wieder zu sehen, das tat gut. Es war das einzige, was ihn nach einer solchen Niederlage hätte aufmuntern können, wahrhaftig das einzige.

    "Hey! Du nichtsnutziger Herumtreiber!" Laut brüllte er durch die Menge verirrter Seelen, die verzweifelt versuchten an den unzähligen, provisorischen Feuerstellen im Hofinneren etwas Wärme ab zubekommen. Einige drehten sich erschrocken zu ihm um, doch es scherte ihn einen Dreck. Das einzige was er jetzt wollte, war irgendwo ein Fass Met auftreiben um mit seinem Kumpel feiern zu können.

    Schnellen Schrittes näherte er sich dem anscheinend völlig verwirrten Raad und drückte ihn fest an die Brust. "Wo hast du nur gesteckt?!"
    Last edited by Manuele; 16.11.2014 at 20:42.

  16. View Forum Posts #36
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    Ein Schrei in der Nacht. Ein Ausruf, dessen Sinn den Geist des Akademieleiters nur schwerlich erreichte. Rein sein Instinkt hatte ihn dazu veranlasst aufzuspringen. Obwohl er hatte sitzen wollen. Seine Hand war zu dem Griff seines Schwertes auf dem Rücken gewandert. Ohne jenes zu ziehen. Denn bevor es dazu gekommen wäre, hatten ihn zwei kräftige Arme gepackt. Nur aus dem Augenwinkel nahm er das zugehörige Gesicht war. Und ehe er sich versah, fand er sich an die Brust eines anderen Mannes gedrückt wieder.

    Raad lachte und erwiderte die Umarmung des alten Freundes. Und als jene sich wieder löste, klopfte der ehemalige Assassine dem dunkelblonden Gegenüber auf die Schulter. „Wen nennst du hier einen Herumtreiber, du alter Tagedieb!“, grollte Raad freundschaftlich und grinste dabei. Dieses Mal interessierte es ihn. Wie erstaunlich es war, dass ein einziger Augenblick, ein einziger Blick in das Gesicht eines lachenden Freundes jeden Trübsal vertreiben konnte. „Freut mich auch, dich zusehen, Manuele! Ich war im Weißaugengebirge. Auf Geheiß des Königs sollte ich mich dem Blutband anschließen… nun. Das ist eine längere Geschichte. Doch leider der Grund dafür, warum ich zu spät gekommen bin. Komm… lass uns etwas zu trinken finden und dann erzählst du mir, was passiert ist. Ich kenne die Geschichte nur lückenhaft.“

  17. View Forum Posts #37
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    "Is' mir egal. Sterben ist sterben, scheiß drauf, ob's ner guten Sache dient. Wir haben dann ja nix mehr davon."


    Edon blies einen Rauchring in die kalte Nachtluft während er zusammen mit Brom hoch zu den Kolonnen von Menschen stapfte, die vergebens versuchten, sich noch in den bereits hilflos überfüllten Innenhof der Burg zu quetschen. Wenn wirklich jeder sich noch durchdrücken würde, der gerade davor stand, kam es Edon in den Sinn, würden sich die Leute vielleicht hoch genug stapeln, dass sie über der Burgmauer wieder rausguckten, während jene, die das Pech hatten, unten begraben zu werden, langsam zu verwesen begannen. Nach ein paar Wochen würde der See aus Erbrochenem sich dann mit dem Silbersee verbinden und alles, was von Setarrif übrig geblieben war, könnte dann auf seinem eigenen Mageninhalt davonsegeln, während sie es den Rotröcken und Echsen überlassen konnten, die unappetitlichen Überreste vom Boden aufzuwischen. Wer war eigentlich überhaupt auf die Idee gekommen, die Burg aus Stein zu bauen? wäre sie aus Holz gewesen, hätte man sie zum Meer tragen können, mit Mann und Maus in See stechen und dann aufgrund von Überladung zu ersaufen. All das hätte ihnen sicher in der Zukunft einiges Stirgerunzel ersparen können, dem sie sich so wohl mit dem Mut der zum Leben Verdammten zu stellen hatten.
    Edon wühlte sich Brom voran durch die Menschenmasse, bis er irgendwann wahllos einem Mädchen auf die Schulter tippte und ihr das erbeutete Zelt hinhielt.

    "Halt mal kurz."

    Er drückte ihr das Zelt in die Hände und verschwand wortlos wieder in der Menge, einen seelig vor sich hin grinsenden Brom hinter sich her schleifend. Wie lange es wohl dauern mochte, bis dass Mädel sich endlich ausreichend versichert hatte, dass er nicht mehr wiederkam? Drei Herzschläge?

    ​"Hast du schon eine Ecke zum Schlafen gefunden?"

  18. View Forum Posts #38
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    "Raad: Ich helf dir gern beim suchen, doch ich habe leider keine einzige Münze mehr übrig. Wenn du weist was ich meine..." Ein breites Grinsen breitete sich über seinem Gesicht aus. Irgendwie war sein Humor wieder zum Vorschein gekommen. "Falls du es nicht mitbekommen haben solltest, die letzten paar Monate war ich auf Khorinis, in Ketten. Die verdammten Innosler haben mich beim Schmuggeln von Nebelgeist erwischt. Kein einziges Fass ist mehr übrig." Was hätte er in diesem Moment nur alles für einen Tropfen von diesem vorzüglichen Gesöff aus Nordmar gegeben. Vermutlich vieles.

    Sie stapften durch den sperrlich beleuchteten Hof in Richtung der Werkstätten, die sich im nordöstlichen Teil der Festung befanden. Tagsüber hatte Manuele gehört, dass jemand dort eine Art provisorische Schenke eingerichtet hätte. "Mal sehen was die so auftreiben konnten."

    Als sie vor den Werkstätten ankamen, sahen sie auch schon die notdürftig eingerichtete Theke. Jemand hatte lose Bretter zusammengetragen und daraus eine Art Tresen gezimmert, während dahinter einige Fässer Met und Bier herumlagen. Doch das sah nicht gerade nach gutem Zeug aus. "Wir sollten ins Bluttal ein Paar Bauern ausrauben gehen, sonst verdursten wir hier noch!"

    Sie nahmen sich zwei Kisten als Hocker und platzierten sich nahe einer grösseren Feuerstelle. "Nun, ich kann dir nicht viel erzählen. Die ersten Tage in Setarrif vor dem Angriff habe ich leider in der Heilkammer verbringen müssen. Turang und Tinquil... oder so ähnlich. Zwei Magier auf jeden Fall, haben mich zusammengeflickt."

  19. View Forum Posts #39
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    "Nich' wirklich. Letzte Nacht hab' ich auf 'nem Turmdach mit Blick auf den See gepennt... Die Kälte bin ich ja eh gewohnt. Mein Wolf... Gute Frage, wo hat der geschlafen? Naja, egal.", beendete Brom den Satz, während er dem beifuß laufenden Arsorn über den Kopf strich. Der Wolf war mittlerweile auch in einem beträchtlichen Alter. Der Nordmarer wusste noch genau wie er den Vierbeiner damals kennengelernt hatte. Der dortige Welpe hatte sein zukünftiges Herrchen aus einem halb vereisten Fluss gezerrt....
    Gute Alte Zeit.

    "Wohin gehn' wir eigentlich?"

  20. View Forum Posts #40
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    Raad nickte und erhob sich wortlos. Sie waren schon ein Volk von Verdammten und Zerbrochenen. Kaputten und Vergessenen. Eingepfercht in einer Burg, die eigentlich viel zu klein für sie war. Ohne Hoffnung darauf, noch in Würde abtreten zu dürfen. Denn, wenn sie nichts unternahmen, würden sie alle jämmerlich in der Burg verrecken.

    Irgendwo in der Ecke fand Raad eine verschlossene Kiste. Niemand nahm von ihm Notiz, als er sein Schwert zog und die Kiste aufbrach. „Sieh mal einer an.“, murmelte er leise und packte die gesamte Kiste. Er schleppte sie zurück zu Manuele. Dort stellte er sie vorsichtig ab. Dennoch war ein leises Klirren zu hören.

    „Ich weiß nicht, ob du den hier kennst.“, sprach der Akademieleiter, indes er zwei Flaschen mit einer Hand aus der Kiste zog und so hielt, dass Manuele sich eine davon greifen konnte. „Setarrifer Klippenfall. Seltenes Zeug. Und ein Wunder, dass es überhaupt hier ist.“, der ehemalige Assassine deutete auf die Kiste. Ein Brandzeichen in Form einer gebrochenen Krone fand sich darauf. „Es heißt, einer der früheren Könige hätte diesen Schnaps dereinst selbst gebrannt. Eines Nachts habe er davon zu viel getrunken. Er hätte seine tote Frau gesehen, die ihn zu sich rief. Also ist er auf eine Klippe gestiegen und hat sich herunter gestürzt. Seine Krone ist am nächsten Tag zerbrochen am Fuße des Weißauges gefunden worden. Doch von seinem Leichnam gab es keine Spur mehr. Seitdem zeichnet die zerbrochene Krone diesen Schnaps. Es heißt, wenn man zu viel von dem Zeug trinkt, hört man den alten König leise den Namen seiner Frau rufen.“

    Raad zuckte mit den Schultern und grinste breit, entkorkte die Flasche mit den Zähnen und nahm einen kräftigen Schluck. Brennend rann ihm der Schnaps die Kehle herab. Er seufzte wohlig. „Nein. Ich habe nichts davon gehört. Ich habe wenig in den letzten Monaten gehört. Ich verdanke mein Leben der Fürsorge anderer und dem Blutband. Aber wenn ich mich recht erinnere, war ich bereits davor so gut wie tot gewesen. Ich glaube aber zu wissen, dass Tinquilius der Name ist, nachdem du suchst. Es ist der oberste Wassermagier. Ich denke, es bedeutet viel, wenn er sich persönlich um dich gekümmert hat. Was haben sie mit dir angestellt? Und wie lange warst du weg?“

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